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 Kapitel 633-634

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 633-634   Do Mai 03, 2018 9:27 pm

NEU! Von unserer lieben Julia.
Der ultimative WHF-Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=kxVr-rzi2ew&t=16s&list=PLVuPCRwQLR-MEGrXMH62K97rfkxSzSfU7&index=20


So mit diesem schönen Augenschmaus verabschiede ich mich… morgen ist Solingen und danach bin ich bis Ende Mai weg… das nächste Kapitel wird am 23.05 gepostet und ab dann geht es wieder regelmäßig weiter. Sorry nochmal, aber wie so oft, geht es im RL wild zu… ich sage nur, spontane OP’s und vieles mehr…

glg
Eure queenie + Team



633. Kapitel Vom Regen in die Traufe

Dracos Sicht

Mein nächster Gang führte mich zu den Twins und so stahl ich mich aus der Schule. Dafür hatte ich mehrere Gründe. Erstens war ihr Geburtstag, den hatte ich nicht vergessen, dann gab es einige Probleme mit Astoria und Blaise und zweitens beschäftigte es mich noch immer, dass ich um Ginny Weasleys Dilemma wusste und unsicher war, ob ich es den Twins sagen sollte. Sollte ich sie damit belasten? Mit Erinnerungen an längst vergangene Zeiten der Cottage Connection saß ich nun hier mit einem brabbelnden Baby auf dem Schoß und hörte mir das Gejammer der Twins an, dass Dooby tot war.

Das nächste Drama!

In letzter Zeit überschlugen sich die Ereignisse für mich und natürlich tat es mir leid, dass der kleine, vorlaute Elf nicht mehr unter uns war, da er den Trottel Potter gerettet hatte, aber ich wollte nicht über Tod und Mord reden. Ich wollte mich ablenken. Doch ständig hieß es Dobby hier und Dobby da. Und es war beinahe unfassbar, aber wenn der Name fiel, hatte Potters Leibesfrucht tatsächlich Tränen in den Augen.

Ich meine, so kleine Dinger konnten noch gar nicht verstehen, um was es ging, oder? Er sollte von dem allen nichts mitbekommen, aber mir kam es so vor, als würde er sehr wohl verstehen, dass er mal wieder jemanden verloren hatte.

„Ich kann nicht fassen, dass Harry so dämlich war, das Tabu zu brechen“, kam es nun empört von Fred und ich lächelte selig, weil man mir mal endlich Recht gab.

„Was erwartet ihr? Das war Potter schon immer“, gab ich mit einem zufriedenen Zynismus zurück, der Severus alle Ehre gemacht hätte.

„Draco“, tadelten sie mich im Chor.

„Was?“, zischte ich verschnupft. „Ich habe Recht! Wir wären fast alle draufgegangen. Ich habe euch doch gerade alles erzählt, was sich im Manor abgespielt hat“, entfuhr es mir abfällig.

Nur weil er Blitznarben-Potter war, durfte er sich alles erlauben und wirklich alles und jeden gefährden? Ich denke nicht. Noch immer standen mir die Bilder vor Augen, wie knapp es diesmal für jeden von uns gewesen war und den Berg der Leichen in meinem Heim würde ich nie mehr vergessen können. Noch immer blieben mir beim Essen die Brocken im Halse stecken und ich fragte mich, wie Vater das genießen konnte.

„Nein, Draco, das nicht, aber er wird sich schreckliche Vorwürfe machen.“, „Und er weiß selbst am besten, dass er Mist gebaut hat.“, „Da braucht er dich nicht noch.“, „Er weiß, dass dank ihm Hermione verletzt worden ist.“, „Und er hat einen Freund verloren.“, „Denn es ging nicht glimpflich aus.“, „Harry wird sehr trauern, dass Dobby bei ihrer Flucht sein Leben verloren hat.“, „Dobby…“, prasselten ihre Meinungen auf mich ein, bis ich den Mund öffnete.

„Sie haben ihn beerdigt“, wisperte ich leise, gefesselt in Erinnerungen daran, wie Dobby mich erzogen hatte, denn auch ich hatte jemanden verloren, wenngleich ich versuchte, das nicht zu nah an mich heranzulassen.

„Draco.“, „Echt, manchmal bist du…“, „Ja, unfassbar.“, „Wo bleibt deine Pietät?“, erregten sie sich über mich, aber es war mir Recht, solange meine Maske saß und niemand sah, dass auch ich trauerte. Aber halt auf meine ganz eigene Weise.

„Ja, unfassbar seid ihr auch, keine Sorge…“, hob ich, darum bemüht, die Wogen zu glätten, eine Hand, mit der anderen hielt ich Lucien fest.

„Ok, anderes Thema. Schon davon gehört, dass wir unfassbar, aber wahr vampirisch sind?“, „Wir haben jetzt unsterbliche Verwandtschaft.“, „Schon cool irgendwie“, ereiferten sich die Red Devils freudig und strahlten über die an sich gleichen Gesichter.

„Die Story von euch, Severus und eurem Vampirbruder ist fast nicht zu toppen, auch das ist unfassbar“, gab ich versöhnlich zurück und mahnte gleichzeitig: „Solange ihr kein Futter werdet!“

„Mal nicht den Vampir an die Wand“, wieherten beide vor gehässigem Lachen auf. Sie nahmen das wirklich nicht ernst, weshalb ich den Kopf schüttelte, aber ich war bereit, darüber hinwegzugehen.

„Wie läuft eure Radiosendung?“, fragte ich deshalb interessiert und lehnte mich zurück.

„Sehr gut.“, „Ja, wir helfen vielen.“, „Die ohne die Infos echt aufgeschmissen wären“, kam es verschwörerisch zurück und sie zwinkerten mir übermütig zu.

„Passt nur auf, auch wenn Bellas Trupp gerade nicht existent ist seid ihr nicht aus dem Schneider. Die Lestrange-Brüder haben ihre Trupps sehr wohl noch und das Geld, das mittlerweile auf den Sender ausgesetzt ist, ist beachtlich“, zeigte ich mich besorgt und versuchte, die Spuckblasen zu übersehen, die Potters Kind über das Kinn liefen.

„Ach, jetzt übertreib mal nicht.“, „Ja, die müssen uns nämlich erst mal bekommen“, taten sie meine Warnung lapidar ab und ich wollte schon widersprechen, aber sie ließen mich nicht zu Wort kommen.

„So und jetzt zu positiven Sachen“, schrie Fred zu laut und ich verzog mein Gesicht. „Wir sind sooo stolz, dass du doch noch auftauchst.“, „Ja, ich muss sagen, ich hätte niemals gedacht, dass ein Slytherin mal so eine hohe Meinung bei mir einnehmen könnte!“

„Wovon quatscht ihr zwei Chaoten da?“, fragte ich daher auch ein wenig unfreundlich, während klein Potter seinen Schnuller in einem Satz ausspuckte und dieser auf dem Boden rumkullerte.

„Oh, ups, kleiner Mann“, „Hab ihn, nicht weinen“, sprangen die beiden auf, ehrlich bemüht, das Kleinod schnell zu ergattern.

Einer war schneller als der andere und dieser, ich glaube es war George, nahm jetzt sogar das Ding in den Mund, lutschte es ab und stopfte es dem Baby zurück in den Mund, das umgehend gierig daran zu nuckeln begann, während es sich nun an meine Brust kuschelte.

Wie widerlich war das denn bitte?

„Na, von deinem Verantwortungsbewusstsein“, riss mich Fred aus meiner ekeligen Betrachtung und ich blinzelte ihn verständnislos an.

„Mein hä? Hä?“, stieß ich völlig überfordert aus. Wovon zum Merlin sprachen die beiden?

„Naja, dass du so sehr deiner Patenschaft nachkommst.“, „Und wo sein Papa nicht da sein kann.“, „An diesem besonderen Tage!“, meinten sie leutselig, während ich noch immer nicht verstand, was sie mir sagen wollten.

„Besonders?“

„Vor einem Jahr und ein paar Tagen kam klein Lucien zur Welt“, verkündete Fred sichtlich stolz und mit verliebtem Blick zu seinem Ziehkind hin. „Wir dachten, deshalb kommst du“, wechselten sie sich wieder rasant ab und jetzt bekam ich große Augen und versuchte, meine Vergesslichkeit zu überspielen.

„Ach ja, das meint ihr… natürlich, das würde ich doch nicht vergessen… wobei ich auch euch beiden gratulieren wollte…“, meinte ich betont selbstsicher und unternahm einen Versuch, meinen Hals aus der Schlinge zu ziehen und ließ das Geschenk stecken, da es für die Twins gedacht gewesen war und mit Sicherheit nicht für ein kleines Baby geeignet wäre.

„Er hat es vergessen.“, „Logo, das war so klar.“, „Was bist du nur für ein schlechter Pate?“, legten die Twins nun nach. Sie musterten mich vorwurfsvoll und ich hob unwohl die Schultern an.

„Hey, das stimmt doch gar… ni… nicht…“, wehrte ich mich ein wenig tonlos, da mit schlechtem Gewissen beseelt. Musste ein Pate das wissen? Immer? Ich versuchte, mich an Severus zu entsinnen, nein, er hatte meinen Geburtstag behandelt wie er seinen eigenen hochhielt, nämlich gar nicht.

„Malfoy, du hast wirklich den Geburtstag deines Patenkindes vergessen.“, „Steh dazu wie ein Mann“, verkündeten sie nun hörbar verärgert und ich warf dem Kind auf meinem Schoß einen frustrierten Blick zu.

Gerade verhielten sich die Devils wie Zicken. Doch dann wurden wir plötzlich, allen heiligen Zauberern sei Dank, unterbrochen, da ein großer Uhu mit seinem Schnabel an die Fensterschreibe klopfte und uns alle herumfahren ließ.

„Peeves! Was bringst du denn da?“, fragte George mit hörbar besorgtem Unterton, während er sich erhob und das Tier einließ. Sogleich flog der Vogel zu dem anderen Twin und landete neben ihm auf dem Sofa, um dann liebevoll an Freds Ohr zu knabbern.

„Peeves?“, murmelte ich geschockt.

Indes zog ich eine Braue nach oben und musterte den Uhu irritiert. Welcher gestörte Mensch kam auf die abartige Idee, etwas, oder selbst nur eine Eule nach diesem nervigen Poltergeist zu benennen?

„Ja, wir vermissen ihn schon sehr!“, erklärte Fred grinsend und strich über seinen gefiederten Freund und wenigstens war damit der aufkeimende Streit um vergessene Geburtstage erstmal begraben.

„Du vermisst ihn“, konterte George gelassen und stellte damit die Faktenlage dar, während er hinter seinen Twin trat und dem Vogel das Pergament abnahm.

„Wohl wahr, warum haben wir keinen eigenen Poltergeist?“, wollte Fred eifrig erfahren und ich seufzte leise, da er das echt ernst meinte.

„Tja“, schielte George spöttisch grinsend zu mir. „Kann halt nicht jeder mit dienen. Hogwarts war was ganz Besonderes… außer natürlich, du bringst Peeves, also den echten, dazu, zu uns zu ziehen“, bot er zum Schluss ziemlich generös an.

„Ihr seid nicht ganz dicht“, erklärte ich überzeugt. Mit Grauen dachte ich an den nicht lustigen Poltergeist zurück, der eindeutig einen zu schlechten Einfluss auf die Red Devils gehabt zu haben schien.

Beängstigend, war er vielleicht der Grund, dass sie so geworden waren, wie sie heute waren?

„Bis jetzt regnet es noch nicht rein.“, „Hahaha.“, „Aber man weiß nie, ein offenes Ohrloch haben wir ja schon“, grölten die Twins los und ich seufzte schon wieder. Eindeutig gestört!

„Fuck, wir müssen los“, stieß George auf einmal mit einem Schlag erschreckend ernst aus.

„Was… wohin?“, kam es überrumpelt von Fred, da George plötzlich hektisch durch den Raum lief und sichtbar in Eile geriet.

„Remus!“, verkündete George so, als würde dies alles erklären, was es für mich aber nicht tat.

„Und?“, fragte ich daher ziemlich schroff und stopfte den Schnuller, der rauszufallen drohte, wieder mit Vehemenz zurück in Luciens sabbernden Mund.

„Das… das Baby kommt!“, schrie er darauf fast schon zu vorfreudig und ließ das Pergament einfach fallen. „Los kommt!“

Ich stöhnte leidend auf. Damit war ich raus, noch so ein Drama. Ein Drama, was mich eindeutig nicht brauchte.

„Und was wollen sie von euch?“, fragte ich daher genervt, darüber dass man uns unterbrach und die Twins nun abhauen würden, komme was da wolle.

„Hilfe!“, meinte George wieder ernst. „Sirius klingt in dem Schreiben völlig fertig, also gehen wir.“

„Ach, Babys kommen dauernd auf die Welt, ohne dass jemand hilft…!“, warf ich lapidar und leidend ein, doch die beiden Devils schüttelten nur energisch den Kopf.

„Wir helfen.“, „Aber sowas von!“, „Logo.“, „Draco Malfoy, etwas anderes kommt ja wohl gar nicht in die Tüte“, hielten sie mir vor, dabei blitzten ihre Augen unheilvoll auf.

„Helfen? Wie wollt ihr hinkommen?“, höhnte ich in bester Malfoy-Manier, denn die Zwillinge wussten weder wo das Haus von Hermione lag noch hätten sie es finden können, da ein Fidelius auf ihm lag und außerdem waren sie nicht in den Blutschutz aufgenommen. Also was hätten sie getan, wenn ich nicht da wäre?

„Hermione.“, „Genau.“, „Sie weiß, wo es liegt“, kam es umgehend von ihnen und ich riss die Augen weit auf. Sie würden so weit gehen?

„Ihr wollt sie jetzt stören? Sie bringt euch um!“, resümierte ich daher auch mitleidlos. Wenn man sie nach ihren Erlebnissen im Manor mit einer Geburt belästigen würde, würde sie einen Tobsuchtsanfall allererster Güte bekommen.

„Da könnte er Recht haben“, meinte George mit Blick zu Fred und bremste sich, doch sogleich drehte er ab und musterte auf einmal mich mit einem unschönen Blick, der mir durch und durch ging. „Du… aber du weißt, wo das Haus liegt und außerdem musst du eh mit…“, erklärte er nun entschlossen und wieder riss ich meine Augen weit auf, wegen so viel Dreistigkeit.

„Wie bitte, warum sollte ich?“, entfuhr es mir unkooperativ.

„Weil Dobby fehlt, entweder du bringst uns hin und würdest dann hierher zurückkehren, um auf Lucien zu achten.“, „Oder aber du kommst mit und passt vor Ort auf ihn auf.“

„Aber… aber…“, stotterte ich wahrlich nicht heldenhaft.

„Sie wissen alle von Lucien…“, „Und erinnere dich an Daphne, war das so einfach?“, brüllten sie mir entgegen und nein, ich wollte nicht daran denken.

Nicht an Daphne, auch wenn ich damals die Geburt nicht direkt hatte miterleben müssen, war es auch so schon dramatisch genug gewesen und diesmal war es das Balg von einem mir verhassten Wolf. Also, warum sollte ich dort hinwollen?

„Nicht euer Ernst“, wisperte ich hörbar sprachlos. „Ich meine, einer von euch könnte hierbleiben und seinem Job als Babysitter nachgehen“, erwiderte ich nun bissig und verstummte dann abrupt,
da sich ganz plötzlich eine ungemütliche Stille im Cottage ausbreitete, nur unterbrochen von Luciens Nuckelgeräuschen am Schnuller.

„DRACO“, erklang es auf einmal zweistimmig im Chor, wie ich ihn noch nie von ihnen gehört hatte und der mir unangenehm war, da er mit dem Parsel des Lords durchaus mithalten konnte.

„Willst du uns wirklich wütend machen?“, fragte nun Fred todernst und ich blickte in ziemlich unlustige Gesichter.

Ich schluckte schwer und irgendwie kam es mir vor, als würden sie ihre Masken zum ersten Mal, seitdem ich sie kannte, richtig senken!

Urplötzlich sah ich all ihre Untaten vor meinem inneren Auge ablaufen und war mir ziemlich sicher, dass ich das nicht wollte, also sie wütend machen. Die Red Devils gegen sich aufzubringen wäre dämlich und das war es nicht Wert, sie deswegen aufzuregen und irgendein Instinkt riet mir dringend, ihnen zu helfen, weshalb ich geschlagen seufzte. Ich wollte nicht Kindermädchen für den Wolf, seinen blöden Freund Black und meine verquere Cousine spielen, von meinem krakeelenden Patensohn ganz zu schweigen.

Dieser wollte schon wieder diesen bescheuerten Schnuller ausspucken und eines war klar, ich würde das Ding nicht vom Boden aufheben und ablecken.

Zum Glück erwartete dieses teuflische Duo von mir keine wörtliche Kapitulation, sie erkannten ihren Sieg auch so und begannen, unheilvoll zu Grinsen.

„Komm jetzt, wir müssen zu ihnen!“, schrien die Twins jetzt wieder gut gelaunt los.

Dabei wurde mir die Entscheidung, mich irgendwie verständlich zu machen, abgenommen, denn sie ergriffen nun plötzlich rechts und links meine Oberarme und zogen mich hoch und mit sich mit. Ich wehrte mich sogleich, stemmte mich gegen sie, aber ich hatte noch Potters Sohn auf den Armen, der sich an meinem Revers festgekrallt hatte.

„Sagt mal, spinnt ihr?!“, rief ich den beiden zu, aber sie ließen nicht los, sondern stießen schon die Tür nach draußen auf. „Ihr müsst doch nicht so drängeln!“

„Dann komm!“, „Oder so.“, „Aber du kommst mit, so oder so!“, trällerten sie ungewohnt giftig zurück und mir schlugen schrecklich entschlossene Blicke der zwei entgegen.

„Okay, aber ich bleib nicht lange!“, verkündete ich rigoros. Zu meinem Leidwesen schien sie das gar nicht zu interessieren.

Ich folgte ihnen mit dem gebotenen, nicht vorhandenen Elan und sobald wir die Schwelle des Grundstücks verlassen hatten, wurden meine Schultern von den beiden ergriffen.

„Apparier uns!“, befahlen sie forsch.

Mit einem tiefen Seufzen, das meinen Widerwillen zum Ausdruck bringen sollte, gab ich nach und brachte uns vor Hermiones großes Stadthaus. Dabei hielt ich das Baby fest und sicher in meinen Händen. Die Twins konnten natürlich nichts erkennen, aber ich entriss ihnen sogleich meine Schultern, worüber die beiden nur affektiert lachen konnten, während sie mir zu dem für sie nicht sichtbaren Haus folgten und ich Lucien auf meiner Hüfte balancierte. Ich öffnete die Tür und ließ sie eintreten.

„Tonks?“, „Remus?“, „Sirius?“, „Wo seid ihr?“, riefen sie sofort gespannt und drangen frohgemut in das Haus vor.

„Endlich“, sprang Black aus einer Ecke, wie ein Hund, der eine Katze gesehen hatte und fiel den Twins wenig männlich um den Hals. Unterdessen musterte ich seine Erscheinung und ganz ehrlich, zum ersten Mal sah er gesund und zu meinem Ärger auch richtiggehend gut aus.

„Mann.“, „Was ist los?“, „Was ist passiert?“, ereiferten sich die Devils.

„Hilfe, ich halt das hier nicht mehr raus, lasst mich raus“, bat Black absolut weinerlich und ich hob eine helle Braue in meiner Verachtung, was für ein Mann. „Was los ist?“, wiederholte er die zuvor gestellte Frage. „Babys bekommen ist scheiße!“, jammerte er weiter. Aber verdammt, wenigstens waren wir einer Meinung, wenngleich ich auf seine eigentlich keinen Wert legte, aber ich grunzte zustimmend, was mir seine Aufmerksamkeit einbrachte.

„Lucien?“, stieß Black abrupt aus, nachdem er mich gemustert und dann das Kind an meiner Seite erspäht hatte und sofort wollte er es mir entreißen.

„Hoppla, was denkst du… was du da tust, Black?“, fragte ich schneidend scharf und wich gekonnt mit meiner Fracht seinen gierigen Händen aus.

„Das ist das Kind meines Patensohns“, erklärte er empört und meinte es so, als würde das alles erklären und ihm irgendwelche eingebildeten Rechte an dem Kind einräumen. Dabei funkelte er mich mit diesen so dunklen Augen an, die mich unweigerlich an Bellatrix denken ließen.

„Aha und das hier ist mein Patenkind!“, schmierte ich ihm genüsslich um den gestutzten Bart und grinste hämisch, wobei ihn diese Tatsache tatsächlich immer wieder zu treffen schien und er hatte die Güte, etwas zurückzuweichen.

„Mein Merlin, Forge… ich bin gerührt“, „Ja, Gred, mir treibt es auch Tränen in die Augen.“, „Draco… schnief“, kam es tatsächlich wieder völlig übertrieben von den Twins und ich stöhnte, als ich erkannte, dass sie gerührt waren, weil ich in ihren Augen für Lucien einstand und ihn nicht teilen wollte.

Okay, ich präsentierte gerade ein völlig falsches Bild von mir und das passte mir gar nicht.

„Meine liebe Morgana, dann nimm das Balg, aber lass es nicht fallen“, meinte ich daher genervt und drückte Black das zappelnde Wesen in die Hände, der es umgehend ziemlich stolz an seine Brust presste und glückselig anstarrte.

„Wer ist da?“, polterte nun unser ehemaliger Lehrer Lupin, einer Leiche Konkurrenz machend, die Treppe hinab. „Oh, ihr seid es, das ist gut… gut… wo ist Hermione?“, fragte er tatsächlich hoffnungsvoll und schon wieder wanderten meine Brauen in ungeahnte Höhen.

„Remus, geht es dir gut?“, fragte nun selbst Fred besorgt nach und wollte die Hand heben, als Lupin herumwirbelte.

„Nein!“, fauchte er absolut durch den Wind. „Mi… mir geht es nicht gut. Was soll die Frage?“, forderte er ungeduldig zu erfahren und fuhr sich fahrig durch sein dünnes Haar.

„Du hast nach Hermione gefragt, etwas, was bei dir sehr ungewöhnlich ist“, erklärte nun George besorgt.

Indes warfen wir uns alle einen sichtbar beunruhigten Blick zu, während Black gar nicht reagierte, sondern nur mit dem Kind spielte und ihm irgendwelche Sachen in Babysprache erzählte. Schließlich jauchzte Lucien, verlor seinen Schnuller und klatschte mit den Händen und ich fühlte mich bestätigt, dass beide ein geistig minimal existentes Level gefunden hatten, auf dem sie sich gar blendend verstanden.

„Was? Sie hat doch Harrys Sohn geholfen und es geschafft, dass es die Mutter überstanden hat, holt sie!“, befahl Lupin harsch, wirkte aber alles in allem ziemlich fertig mit der Welt.

„Was passiert da gerade?“, wisperte ich zu Black, der stur auf Lucien starrte und sich weigerte, zu seinem alten Schulfreund zu blicken.

„Ich habe keinen Dunst. Ich weiß nur, dass das seit Stunden so geht und es nicht vorwärts geht… das ist alles…“, meinte er leise wispernd zu mir, weigerte sich aber weiterhin, mich oder irgendjemanden anzusehen außer das Kind.

„Ist Babys kriegen doch eine Krankheit?“, fragte ich ob dieser Probleme leicht überfordert und stellte mit Grauen fest, dass es nichts war, was ich erleben wollte.

In dem Moment war von oben unterdrücktes Stöhnen und dann ein markerschütternder Schmerzenslaut zu vernehmen.

„Verdammt“, eilte Remus sofort von den Twins gefolgt ein Stockwerk höher und ich stand mit Black vergessen in der Gegend rum.

Super, ganz super!

Als ich aufsah und Blacks drängenden Blick bemerkte, wusste ich durchaus, was er wollte, nämlich Informationen, woraufhin ich ihm einen sparsamen Blick sandte.

„Alles läuft“, gab ich daher lustlos zurück. Dem Typen würde ich bestimmt nicht von den letzten Katastrophen berichten, so viel stand für mich fest. Wobei, vielleicht würde er sich freuen, zu erfahren, dass die Ratte den Tod, den verdienten Tod gefunden hatte?

„DRACO“, erscholl urplötzlich ein mit Sonorus verstärkter Ruf durch das Haus und ich sah über meine Schulter.

„Die meinen dich“, kam es hilfreich und auch ein wenig genüsslich von Black und ich zog die Schultern hoch.

Mein Bestreben, nach oben zu gehen, dieser Geburt beizuwohnen, war gelinde gesagt unterirdisch.

„Draco.“, „Verflucht.“, „Beweg deinen gar nicht vornehmen Arsch hier hoch, oder Fred kommt runter!“, drohten die Twins laut kreischend und ich schloss gepeinigt die Augen.

„Ich würde es nicht darauf anlegen“, grinste Black gehässig und ich seufzte.

So folgte ich nur langsam der Forderung der Twins und schleppte mich Stufe um Stufe hoch. Als ich den jämmerlichen Geräuschen folgend das Schlafzimmer erreichte, fand ich Tonks von Schweiß überströmt und mit verzerrtem Gesicht auf dem großen Ehebett liegend vor, dabei sah sie alles andere als gesund aus. Ihre schlohweißen Haare pappten an ihrer verschwitzten Stirn und ihr großer, deformierter Bauch wölbte sich wie eine Bedrohung unter der hauchdünnen Bettdecke.

Indes tigerte ihr Mann händeringend durch das Zimmer. Er wirkte sehr leidend und erschöpft, offenbar brachte ihm alles, was wir ihm zu lesen gegeben hatten, damit er die Situation meistern konnte, im Ernstfall gar nichts.

„Endlich!“, „Draco.“, „Irgendwas läuft falsch“, empfingen mich die Twins hörbar aufgeregt.

„Das sehe ich“, meinte ich alles andere als begeistert, während die Twins, die sich rechts und links von meiner Cousine niedergelassen hatten, umwandten und mich musterten. Sie hielten ihr die Hände und sprachen beruhigend auf sie ein, während sie wohl herauszufinden versuchten, wie weit es wirklich war.

„Ich kann das nicht!“, klang Lupin schrecklich leidend und alt, als er diese Worte geseufzt herausbrachte und dabei nun in der Ecke des Zimmers in einen Sessel sank. „Wir brauchen Hilfe, bitte!“

Die Blicke der beiden Devils schossen sogleich zu mir, doch ich hob nur abwehrend die Hände.

„Auf gar keinen Fall!“, wehrte ich kalt ab. Ich wollte nicht, aber ich war dazu auch gar nicht in der Lage. Wann hätte ich hier praktische Erfahrungen sammeln sollen?

„Snape?“, fragte Fred nun zögerlich und mir war klar, die Twins wussten auch nicht, was zu tun war und waren überfordert. Schließlich hätte Remus die Geburt begleiten sollen.

„Snape, ohne Hermione?“, kam es sofort zweifelnd von George und auch mir war unwohl bei dem Gedanken. Severus am selben Ort wie der letzte Rest überlebender Marauder, ohne Hermione, war eine semi-optimale Option.

„Nein!“, schoss der Wolf dazwischen, bevor ich antworten konnte und da stimmte ich ihm doch mal zu, denn Severus kam nicht in Frage.

Er würde gerade hierfür einen Preis fordern, das hatte er ja schon für die Hilfe bei Daphne getan und ich war nicht bereit, in seiner Schuld zu stehen, oder für die beiden irgendwas zu zahlen.

„Hm…!“, überlegte der eine Zwilling, während der Wolf nun leidend sein Gesicht in den Händen barg und Tonks erst langsam reagierte. Bisher hatte sie unser Gespräch mit Keuchen, Stöhnen und geschlossenen Augen verfolgt, während ihr der Schweiß in Strömen übers Gesicht rann.

„Argh…. mir ist alles… egal, macht was!“, stöhnte sie nun unter Schmerzen laut auf und schien die Hände der beiden Weasleys hart zu quetschen, jedenfalls zogen beide zischend die Luft ein. Nachdem Tonks‘ Wehe abgeebbt zu sein schien und sie aufgehört hatte, ihre Hände zu zerquetschen, überlegten sie weiter.

„Gellert?“, „Das wäre eine Idee.“, „Ein ehemaliger Lord? Niemals!“, ging es zwischen den Anwesenden hin und her und seit der Katastrophe in der Burg und seit der eben immer präsente Dark Lord gezeigt hatte, was für ein linker Säger er war, war ich nicht gewillt, ihn wieder hierherzubringen, niemals. „Andere Ideen?“, „Madame Pomfrey?“, ging es weiter hoch her.

„Du bist ganz schön wählerisch“, murrte ich finster zu Lupin.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Okay, okay!“, brüllte Harry so laut, dass das Geschirr im Buffet klirrend wackelte.

Dabei dröhnte seine Stimme deutlich über meinen und Rons Streit hinweg, weshalb wir zwei auch abrupt verstummten, als Harry zufrieden die Hände in die Hüften stemmte und uns mit lodernden grünen Augen über seine Brille hinweg maß.

„Wenn ihr euch prügeln wollt, dann tut es, aber am Strand“, bestimmte er rigoros und gewaltig genervt von uns, oder auch von Gott und der Welt, weshalb ich gewillt war, ihm die Zunge rauszustrecken. Aber die vergangenen Tage und Wochen hatten an meinen Nerven gezehrt. Die Heilung von uns allen hatte länger gedauert als erwartet und die Vorbereitungen dauert nochmals länger. Es war furchtbar.

„Harry, das ist ja wohl nicht dein Ernst“, wandte Bill strafend wegen so viel Brutalität ein und stürmte aus dem Wohnzimmer zu uns in die offene Küche.

„Und warum nicht?“, fauchte Ron ziemlich wütend zurück und er ließ seine Faust aggressiv in seine andere Handfläche krachen, weshalb ich jetzt ihm den Stinkefinger zeigte.

Wenn er mich wütend machen wollte, Bitteschön, wenngleich ich gar nicht mehr wusste, weshalb wir stritten. Mir ging gerade nur alles gefährlich auf den Keks, da wir mit Griphook Tag für Tag, tagein tagaus zusammensaßen und fleißig an einem Plan arbeiteten, wie wir am besten in das Verlies der Familie Lestrange einbrechen konnten, aber irgendwie traten wir gefährlich auf der Stelle und das nervte nicht nur mich, sondern uns alle gewaltig.

„Sie ist ein Mädchen“, gab Bill derart überheblich zurück, dass ich ein Fauchen ausstieß, wegen so vieler Testosteron gesteuerter Aussagen und jetzt gewillt war, ihn dort hinzutreten, wo es ihm schrecklich wehtun würde.

„Darf ich jetzt ihn hauen?“, fragte ich prompt in die Runde. Irgendwie war ich so geladen. Dass sich Fleur das von ihm gefallen ließ, machte mich unsäglich sauer.

„Hermione!“, „`ermione“, schallte es empört von Bill und Fleur und ich schnaubte genauso wie Ron, dabei hörten wir beide uns eher wie wütende Stiere an als wie zahme Lämmer.

„Dir geht das Training ab“, wandte jetzt Harry bemüht ruhig ein. „Ich sehe dich zwar laufen, aber du kämpfst nicht, reagier dich an Ron ab… der kann ein paar Schläge auf den Kopf brauchen“, gab Harry nicht weniger giftig zurück. Anscheinend ärgerte er sich auch über uns, oder über alles und jeden, das war auch durchaus eine Option, seitdem der Geburtstag seines Sohnes an ihm vorbeigezogen war, ohne diesen besuchen zu können.

„Hey, das ist echt unfair!“, grummelte Ron sichtbar mies gelaunt und verschränkte die vernarbten Arme vor seiner Brust, aber wenigstens waren die beiden Zuschauer still und sahen uns nur abwechselnd sprachlos an.

„Warum? Du streitest doch gerade mit ihr!“, haute ihm Harry um die Ohren und bohrte seinen Zeigefinger in Rons Oberarm.

„Das schon… aber auf der Matte vermöbelt sie mich dann… halt du halt dein Gesicht hin, Harry“, schlug Ron ungetrübt böse vor.

Und plötzlich hatte ich unser Training bei Severus vor Augen. Diese Erinnerung schaffte es fast, mich lächeln zu lassen, während ich Bills und Fleurs ungläubiges Gesicht wegen unserer Diskussion registrierte und das wäre echt zum Schießen gewesen, wenn ich nicht so sauer gewesen wäre.

„Nett“, knurrte ich nur beleidigt und ließ die Schultern kreisen. „Aber… er hat Recht, wir müssen wieder trainieren. Ich bin steif und unbeweglich und das ist nicht gut“, murrte ich mit entschlossenem Gefühl, das durchzuziehen und dann vielleicht bessere Laune zu haben.

„Gut, dann seid jetzt brav und geht“, übernahm Harry das Ruder und strich sich über seine entzündet wirkende Narbe, woraufhin ich die Hände zu Fäusten ballte.

„Hey, ich dachte, ich bin darum herum gekommen“, begehrte Ron umgehend auf und jammerte, auf dass ich laut auflachte.

„Ron, steh deinen Mann und trag die Prügel mit Würde“, erklärte Harry mit sichtbar fiesem Grinsen.

„Ihr seid echt doof“, meinte ich schnaubend und steuerte vorfreudig zu Tür, in dem Wissen, mich zu schlagen.

„Harry!“, quietschte es unmännlich. „Siehst du ihr Lachen… das macht mir Angst, sie freut sich…“, erklang es klagend und irgendwie jämmerlich von Ron, woraufhin ich genauso fies loskicherte wie Harry.

„Selbst schuld“, meinte Harry gutmütig und schlug seinem besten Freund aufmunternd auf den Rücken.

„Du bist mir ein wahrer Freund“, stöhnte Ron geschlagen und schlurfte hinter mir her.

„Immer, Ron“, stimmte Harry ihm eindeutig zu fröhlich zu. „Und geh durch ihre Deckung und tu ihr weh“, servierte er für unsere Beobachter ungewohnt rabiat, aber es zeigte, dass sich auch bei ihm einen gute Portion Wut angestaut hatte.

„Harry?“, wisperte Bill betroffen wegen unseres Umganges miteinander, der mit Sicherheit ein anderer war als er erwartet hatte.

„Komm, Bill, und schau zu, ich wette auch gerne“, tat Harry lässig ab und hörte sich schon richtig vorfreudig aufgrund des kommenden Kampfes an, während jeder von uns Harry seinen Stab zusteckte.

Wir hatten eine etwas festgetretene Stelle am Stand gewählt. Die Brise war frisch, das Meer unruhig mit weißer Gischt gekrönt und der Sand unter unseren Schuhen feucht, genau die passende Lokalität für unsere Stimmung.

Wir begannen sofort, uns zu umkreisen, als ein Ruf ertönte: „Das ist… ihr werdet doch nicht gegeneinander kämpfen… ihr seid Freunde!“

„Gerade deswegen, Bill, das ist Training“, klärte Harry ihn gutmütig auf, streckte aber auch seinen Arm aus, um ihn daran zu hindern, zu uns zu kommen, während auch Fleur neben ihnen Stellung bezog.

Indes richtete ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Gegner, während wir uns umkreisten und ständig in Bewegung waren. Plötzlich ging Ron in eine Rückwärtsstellung und schoss genauso schnell wieder vor. Ich drehte mich, aber er traf mit seiner breiten Handfläche meinen Rücken und verpasste mir einen Stoß. Ich taumelte weg, denn es trieb mir die Luft aus den Lungen, weswegen ich schmerzhaft keuchte. Es war ein harter Schlag und mir stockte der Atem. Aua, er schien einiges in sich aufgestaut zu haben. Aber ich auch und so drehte ich mich wieder und schon kam erneut ein Stoß, der aber ins Leere ging. Und ich nützte dies, packte seinen Arm und packte zu, hebelte ihn gekonnt aus und schickte ihn mit dem Rücken voran auf den Sand. Nun stöhnte auch er, aber ich agierte sofort weiter und den kommenden Schlag meiner geballten Faust parierte er noch im Liegen, indem er rechtzeitig und geistesgegenwärtig seine Hände ruckartig in die Höhe hielt, um sein Gesicht zu schützen. Ich donnerte voll auf seine Hände und die Vibration des Aufpralls zog zitternd durch meinen rechten Oberarm. Er rollte schnell nach hinten und kam keine Sekunde zu spät wieder auf die Beine und wir umtänzelten aneinander erneut. Immer wieder gingen wir aufeinander los und man hörte das dumpfe Aufeinanderprallen unserer Schläge und Tritte. Unser Stöhnen, wenn wir wieder einen Stoß abfingen, oder wenn wir uns aushebelten und einer schmerzhaft zu Boden ging. Ich versuchte jedes Mal, gekonnt zu fallen und weiter im Kampf zu bleiben, je länger wir durchhielten desto rasanter bewegten wir uns. Es floss, dank dem waffenlosen Kampf, bisher kein Blut, aber mein Körper würde übersät mit blauen Flecken sein.

Schließlich schaffte ich es, meine Faust mit Wucht in seinen Oberbauch zu rammen, woraufhin er die Augenbrauen ärgerlich zusammenzog und er ein schmerzhaftes Zischen ausstieß.

„Uhhh.“, „Das tat weh.“, „Autsch“, kommentierten die Zuschauer aus dem Hintergrund.

Aber Ron war gut geworden. Er ließ sich ansonsten nichts anmerken, atmete sichtbar den Schmerz weg. So wirbelte er wieder weg und kam unter meiner Deckung hindurch und hebelte mich mal wieder aus, diesmal war ich nicht schnell genug weg gewesen und landete unsanft auf dem Rücken, sodass es nun mir die Luft aus den Lungen presste. Aber ich bewegte mich weiter und schwang meine Füße, trat gezielt seinen Fuß weg, woraufhin er aufschreiend zu Boden ging. Sofort nutzte ich die Gunst der Stunde, um wie ein Ringer über ihn zu rollen. Ich musste schnell sein, denn am Boden hatte Ron aufgrund seines körperlichen Vorteils mir gegenüber bessere Chancen. Ich begrub ihn unter mir und setzte eilig die Spitze meines Ellenbogens an seinem Hals an. Er erstarrte sofort und riss die Augen auf und sah mich eindringlich an, als sein sich beim Schlucken bewegender Kehlkopf über meinen Ellenbogen schabte. Er wusste, er war verloren und es schmeckte ihm gar nicht, als er im Angesicht seiner Niederlage alle Gliedmaßen lasch in den Sand fallen ließ.

Ich war verschwitzt, blau geschlagen, aber ich hatte gewonnen, wobei es ein unerwartet harter Kampf gewesen war, wodurch es ein umso besseres Gefühl war. Wir atmeten beide schwer und langsam nahm ich meinen Ellenbogen von seiner empfindlichen Kehle und zog mich zurück. Als ich aufblickte, sah ich, wie uns alle ansahen. Wir hatten mal wieder eine gute Show geliefert, so wie sie aussahen. Fleur starrte uns nur entsetzt an, während Bill beständig den Kopf schüttelte und Harry begeistert in die Hände klatschte. Ihn schien unsere Show aufgeheitert zu haben.

Ich rappelte mich schwer vom Boden auf. Mir tat alles weh und auch Ron kam nun stöhnend auf die Füße. Der Schweiß stand mir noch immer auf der Stirn und ich wischte mir mit dem Handtuch, das mir Harry zuwarf, über das nasse Gesicht.

„Woher kannst du das, Ron?“, schoss Bill plötzlich zu uns und packte seinen Bruder an den Schultern.

Das ließ Ron herzhaft fluchen, da er auch überall Schmerzen hatte, was dazu führte, dass Bill seine Hände eilig hochriss und sich entschuldigte.

„Machst du das auch mit Malfoy?“, wandte sich Bill daher sofort zu mir und ich seufzte und sandte ihm einen sparsamen Blick.

„Mon dieu, Monsieur Malfoy hat einen Rüf, als Charmeur Frauen gegenübär“, verkündete Fleur. „Und auch bei den Veela… isch denke nisch, dass er sich mit Frauen prügelt…“, meinte sie und ich hätte kotzen können.

Dass Lucius einen Ruf bei den Veela hatte, sein ganzer männlicher Stammbaum, das wusste ich und ich hasste es, auch was Draco anbelangte.

„Scheiß auf Zorica“, knurrte ich finster und überging Fleurs Meinung zu Lucius, der tat noch ganz andere Sachen in seinen Kerkern mit Frauen, aber das würde ich ihr gewiss nicht auf die schöne Stupsnase binden.

„`ermione, dü kennst die Matriarchin der Veela?“, fragte Fleur völlig überrascht und blinzelte anmutig.

„Zu meinem Leidwesen… ich hätte niemals Wert drauf gelegt, das eingebildete Weib und ihre verfluchte Nichte kennenlernen zu müssen“, gab ich stöhnend zu und selbst Harry und Ron stöhnten auf, als sie an die Zumutung erinnert wurden, die dazu geführt hatte, dass Blaise Astoria verloren hatte.

„Was ist passiert?“, wollte natürlich Bill sofort erfahren, aber ich winkte ab und betastete meine schmerzende linke Niere.

„Nichts, was eine Rolle spielt“, erwiderte ich steif.

Dabei spielte ich die Umstände, die zu Dracos und meinem Ende und zu Lucius und meinem Beginn eine große Rolle gespielt hatten, total herunter. Aber ich wollte mich nicht erneut aufregen, gerade wo ich mich so gut gefühlt hatte.

Sie wollten gerade weiter in mich dringen, als ein schillerndes Eichhörnchen aus dem Nichts angesprungen kam und uns alle sorgenvoll verstummen ließ. Immer wenn so was auftauchte, gab es eine Hiobsbotschaft, weshalb sich alle von uns besorgte Blicke zuwarfen.

„Heyho, das Trio wird erwartet…“, meinte der Patronus und hoppelte wie wild herum „Kommet zu des Biestes Wurzeln geeilt“, stieß das kleine silbrige Wesen mit gestelzten Sätzen hervor.

„Wurzeln, was meinen die?“, fragte Harry kurzzeitig verwirrt und sah mich perplex an, während es in mir schon ratterte, da ich die Twins sehr wohl verstanden hatte.

„Mir schwanet gar Fürchterliches“, kam es von mir im selben aufgesetzten Ton wie von dem inzwischen verschwundenen Patronus. „Ich will da nicht hin…“, meinte ich dann jammernd, als es bei Harry ob meines widerwilligen Gesichtsausdrucks klick machte, aber bevor er etwas sagen konnte, wurden wir erneut unterbrochen.

„Und denkt nicht daran, nicht zu kommen“, schoss noch ein Eichhörnchen daher, eindeutig das von Fred. „Der strubbelige Schwarze wird gebraucht, also seht zu, dass ihr Stoff gebt“, krähte er viel zu irre als dass es etwas Gutes hätte bedeuten können.

„Was wollen diese beiden Unholde von euch?“, fragte Bill besorgt und offenbarte, dass er seine beiden teuflischen Twins mittlerweile sehr richtig einschätzte.

„Mach dir keine Sorgen, Bill, läuft alles“, beschwichtige Ron und lachte dann mit Blick zu mir gehässig los. „Lasst uns gehen, sie würden nicht rufen, wäre es nicht wichtig“, meinte er noch und ganz ehrlich, ich wollte nicht hin, aber es gab kein Entrinnen vor den Jungs, während ich mit Grauen an eine Begegnung mit Sirius und Remus dachte.

So kam es, dass wir unter den unverständigen Blicken von Bill und Fleur noch vom Strand weg das Weite suchten und vor meinem Stadthaus auftauchten.

Hermiones Sicht Ende



Stöbert mal auf unserer Infoseite:

http://www.whenhermionefights.de

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Lilo
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BeitragThema: Re: Kapitel 633-634   Di Mai 22, 2018 11:04 pm

634. Kapitel Teddybär

Dracos Sicht

„Mum!“, riefen die Twins plötzlich unisono über unsere Überlegungen hinweg, wer uns bei dem Desaster helfen könnte.

Ich stockte, waren die verrückt? Natürlich waren sie das, was für eine Frage, die Twins hatten noch nie richtig getickt. Das wusste ich schon länger, aber nein, das ging nicht, Hermione würde gar nicht erfreut sein, dass noch jemand von diesem Haus und seinem toten Haufen an Bewohnern erfuhr. Es reichte schon, dass ich die Twins hergebracht und damit auch wieder einmal ihr Wissen erweitert hatte.

„Spinnt ihr?“, fragte ich daher abgrundtief verärgert, und zeigte mit meiner Haltung, was ich von der Idee hielt.

„Was?“, „Nein!“, „Hallo?“, „Sie hat sieben Kinder bekommen.“, „Wenn sie das nicht zu einem Profi macht, wen dann?“, hauten die Twins begeistert von ihrem eigenen Vorschlag raus.

„Das ist ein super Argument“, höhnte ich bissig und verschränkte die Arme abwehrend vor meiner Brust, aber ich ahnte, dass sie recht haben könnten, so ungerne ich das auch zeigte.

„Draco, wenn du dir nicht die Hände schmutzig machen willst, wäre sie eine gute Wahl.“, „Das ist die einzige Möglichkeit!“, ereiferten sie sich abwechselnd. „Ja, Alter, sie wird uns helfen und sie wird schweigen!“, „Sie steht doch schon unter unseren Zaubern und Lucien hat sie auch geholfen!“, warf George zum Ende hin bekräftigend ein.

Ich stöhnte leidend auf, als ich erkannte, dass ich anscheinend so einiges nicht wusste. Woher zum Teufel wusste Molly Weasley von meinem Patenkind? Ob Potter das wusste? Ob Hermione das wusste? Ich bezweifelte es und die immer rötere Gesichtsfarbe der Twins unter meinem tadelnden Blick sagte mir mehr als tausend Worte. Warum immer ich, das konnte doch schon wieder nicht wahr sein.

„Fred, komm mit, wir holen deine Mutter!“, entschied ich schließlich mit abgrundtiefer Wut im Bauch und war unglaublich genervt davon, wie schief wieder alles ging, aber gleichzeitig war es mir recht, diese Verantwortung abzugeben.

Ein Kompromiss, ärgerlich war nur, dass unsere Pläne niemals so funktionierten wie sie sollten. Es war zum Verzweifeln. Aber niemand verlor mehr ein Wort und so verließen wir das Haus und diesmal apparierte Fred uns zu einem großzügigen Grundstück, das ich so nicht erwartet hätte.

Es war eine edle Gegend, durchaus wohl situiert und deshalb völlig unerwartet.

„Hier liegt der Fuchsbau?“, fragte ich zweifelnd und besah mir die elitäre und ordentliche Kleinstadt, in der ich gelandet war.

„Ach, Unfug, wo denkst du hin?“, kam es kichernd von Fred. „Das ist Großtante Muriels Haus“, meinte er wegwerfend.

Jedoch konnte nun ich diesmal das Haus nicht sehen, offenbar auch ein Fidelius, der zeigte, dass die Familie gelernt hatte und es nun verstand, sich zu schützen. Aber noch bevor ich weiter nachdenken konnte, zog mich Fred zielstrebig mit sich, vorbei an einem schmucken Vorgarten mit Zierbeten. Noch im Gehen griff ich zu meiner Kapuze am Umhang und zog mir diese weit über den Kopf, tief ins Gesicht, sodass man nicht sogleich sehen konnte, wer ich war.

Ein Malfoy bei den Weasleys, wenn das kein aufsehenerregendes Ereignis wäre, dann wusste ich auch nicht.

Unfassbar, in was ich alles stolperte. Fred aber hatte ein Ziel vor Augen und stieß die für mich unsichtbare Tür auf und rief hinein: „Mum, bist du da?“ Und sofort eroberte er den Flur mit mir im Schlepptau, bevor ich erstarrte.

„Wahhh!“, kreischte schon irgendwer los. „DeathEater“, schrie eine wildgewordene, uralte Furie eingehüllt in Flieder mit lockigem, weißem Haar und zielte zitternd mit ihrem Zauberstab auf uns.

Da sauste auch schon ein pinker Strahl auf uns zu und wir beide duckten uns eilig weg, woraufhin der Fluch krachend in die Holzvertäfelung hinter uns einschlug und es Späne auf uns herabrieselte. Nur Sekunden später ging eine hölzerne, aufwendig verzierte Tür zu einem ansehnlichen Flur auf und ein roter Lockenkopf durchzogen von silbernen Strähnen wurde sichtbar. Indes hatte ich mittlerweile meinen Stab in der Hand, um die wildgewordene Alte unschädlich zu machen.

„Fred? George? Seid ihr das?“, schallte uns eine skeptische, zum Ende hin ziemlich überrascht klingende Frage entgegen.

„Eindringlinge!“, brüllte das fliederfarbene Monster wieder und wedelte bedrohlich mit ihrem Stab und ich war gewillt, sie in Grund und Boden zu fluchen.

Plötzlich hatte ich zu viel Rot im Gesichtsfeld, denn die Frau starrte geschockt auf unsere am Boden kauernden Gestalten und zielte ebenfalls mit ihrem Zauberstab auf uns, während sich Fred eilig erhob und sich für meinen Geschmack etwas zu melodramatisch vor mich stellte.

„Ja, Mum, ich bin’s, stellt doch bitte das Feuer ein und nehmt ihr den Stab ab…“, bat er am Ende seiner Rede gehässig mit Blick zu seiner Tante und da tauchte plötzlich sein Vater hinter diesem hysterischen Wesen auf und angelte nach dem Funken absondernden Zauberstab der alten Frau.

„Hey, Arthur, was fällt dir ein?“, brauste der alte Giftzwerg auf, aber der Mann schob sie geschickt hinter sich und ließ sie nicht mehr an sich vorbei. „Gib mir sofort meinen Stab, das ist eine Unverschämtheit, das ist mein Haus! Meins! Und das sind Eindringlinge!“

„George?“, kam es zaghaft von der berüchtigten Molly Weasley, der Übermutter schlechthin, die trotz der sichtlichen Verletzung ihrer Söhne nicht in der Lage zu sein schien, ihre Zwillinge auseinanderzuhalten.

„Nein, Fred“, antwortete Fred hörbar stöhnend und resigniert, als er meine Hand ergriff und mich mit Kraft hochzog und ich alles dafür tat, dass meine Kapuze blieb wo sie hingehörte.

„Und wer ist dein Freund?“, fragte seine Mutter noch immer vorsichtig und ich war beruhigt, da mein Begleiter mit schmalen Lippen abwiegelnd seinen Kopf schüttelte.

„Bitte, Mum, stell keine Fragen, wir brauchen deine Hilfe, schnell!“, forderte ihr Sohn sie eindringlich auf und sie stockte und machte große Augen.

Sie schien durchaus die ungewohnte Dringlichkeit in seiner Stimme zu vernehmen, denn sogleich löste sie die dunkle, derbe Schürze, die sie trug, ließ sie von sich schweben und griff zu einem Umhang, der im Flur hing. Währenddessen fragte sie: „Was ist los? Und wer ist das?“ Sie deutete auf mich. Unerwartet, dass sie einfach so einer Bitte nachkam, das kannte ich so nicht.

„Mollyröllchen?“, fragte der Vater gutmütig, mit hörbarer Sorge um seine Frau und kämpfte noch immer darum, das fliederfarbene Monster zu bändigen, die irgendwelche Bosheiten leise in sein Ohr zischte.

„Mollyröllchen?“, entwich es mir entsetzt, als mir erst jetzt die Bedeutung des Kosewortes aufging.

War das zu fassen? Ich fand das unfassbar, dass der Mann seine Frau so vor anderen nannte. Das war… wow! Wenn ich mir ausmalte, wie mein Vater meine Mutter als Cissibabe oder Cissihuppe betitelt hätte, da verging mir das Lachen, das war einfach zu abgedreht.

„Ich denke, unser Sohn wird auf mich achten“, erklärte die Weasleymama vollkommen und völlig überzeugt, dass ihr Sohn alles im Griff hatte und selbst der Vater nickte ihr daraufhin gut zu, ein Verhalten, das mich ein wenig geschockt zurückließ, weshalb ich schon abdrehte, um das Haus hinter mir zu lassen.

„Klar, Dad!“, rief Fred auch sofort erleichtert in meinem Rücken, hörbar wenig überrascht, dass seine Familieso agierte, wie sie es gerade tat und winkte zur Verabschiedung in die Runde. „Wir sehen uns“, sprach er gutgelaunt und schon packte seine Mutter seine Hand.

„Dann lasst uns gehen!“, entschied sie endgültig nach einem intensiven Blick zu ihrem Sohn, während wir den Vorgarten entlanggingen.

Dabei lag absolutes Vertrauen in ihrem Blick, das sie ihm offenbar auch ohne große Erklärungen entgegenbrachte und ich hatte das Gefühl, das war eine Entwicklung und ein Verhalten, das schon immer in dieser Familie möglich gewesen war, anders als bei meiner eigenen. Hier ging das, ohne etwas schuldig zu sein, ohne etwas zahlen zu müssen, oder Angst haben zu müssen, die Interessen eines anderen zu torpedieren, sodass man es besser gleich sein ließ und es sich zweimal überlegte, um Hilfe zu bitten.

Mit einem eigentümlichen Gefühl, was Familie bedeuten könnte, verließen wir Tante Muriels Anwesen und da war der Moment, als Mrs. Weasley meine Hand ergreifen sollte, um zu apparieren, da zögerte sie kurz, jetzt sichtbar unsicher, ob sie dem ihr völlig unbekannten Typen unter der schwarzen Kutte wirklich einfach so, mir nichts dir nichts, trauen sollte. Sie war also nicht dämlich, sondern nur völlig vertrauensvoll ihrem Sohn gegenüber.

„Komm, Mum, mach schon!“, drängte Fred jedoch ungeduldig und hielt mich fest in meinem Griff, sodass ich nicht abwartete. Ich ergriff sie einfach am Arm und apparierte, was dazu führte, dass wir mit einer protestierenden Weasley vor dem für sie unsichtbaren Stadthaus materialisierten.

„Uhhh, wo sind wir denn?“, fragte sie atemlos und entriss mir eilig ihren Arm, dabei besah sie sich die städtische Umgebung von Hermiones Stadthaus sehr genau.

„London“, erwiderte ich mit tiefem Timbre, woraufhin sie mich skeptisch musterte, um sich dann mit großen Augen umzusehen.

„Komm, Mum, wir haben keine Zeit!“, drängte Fred und spurtete auf das Haus zu, wenngleich er es nicht sehen konnte, da er nicht in die Zauber aufgenommen worden war.

In der Zeit eilte ich unberührt von ihrer zögernden Aufregung wieder auf das Haus zu und war mir sicher, sie würden mir folgen. In der nun von mir geöffneten Tür verharrte ich, damit sie eintreten konnten, was Molly Weasley gesegnet mit einer entschlossenen Miene dann auch tat. Nur um eine Sekunde später stehen zu bleiben, um ihren Blick durch den schlichten, aber elegant eingerichteten Flur schweifen zu lassen.

„Erfahre ich… was los ist? Ist es wegen eurem Kleinen?“, fragte die Frau sichtbar erregt mit rosigen Wangen, während sich bei ihren Worten meine Augen unter der Kapuze verengten.

Sie wusste also wirklich von Lucien? Das vorhin war nicht bloß ein Versprecher gewesen? Ganz eindeutig, wie mir Freds schuldbewusster Blick zu mir bestätigte.

„Was?“, entfuhr es dem bösen Twin plötzlich kleinlaut und er zog sichtbar den Kopf ein. „Nein, diesmal nicht…“, zog er seine Mutter Richtung Treppe. „Aber wir haben ein anderes kleines Problem…oben…!“, blickte Fred unheilvoll hinauf und in dem Moment war ein lauter, schmerzerfüllter Schrei zu hören und im nächsten Augenblick polterte es auf der Treppe und der verkappte und eigentlich so tote Wolf kam uns entgegen.

Fast wie in Zeitlupe wirkte es, als Mrs. Weasley den Wolf erspähte. Ihre Augen wurden groß, riesig, fast als wollten sie ihr aus den Höhlen fallen. Sie stieß einen stummen Schrei aus und wurde förmlich kreidebleich, während sie ihre Hände an ihre Brust presste.

„Remus…!“, flüsterte sie dann nur leise und ungläubig und wankte leicht, ob der Erkenntnis, dass Lupin halt doch nicht tot war.

„Jaaa, Mum“, krähte ihr Sohn irre grinsend und sie sah ihn an, als hätte er den Verstand verloren. „Was? Ich weiß, das kommt ein wenig überraschend, aber freu dich, huhuuhu Remus lebt…“, verkündete Fred derart gekünstelt, dass ich doch glatt lachen musste.

Seine Mutter war zu Tode geschockt, einen Toten zu erblicken und ihr Sohn sagte huhuuhu. Fred war unmöglich, so viel stand fest.

„Fred… das ist Remus…“, stieß die arme Frau dann auch völlig konfus aus und wischte sich überfordert eine der grauroten Locken aus der Stirn.

„Molly“, hauchte nun auch Lupin ziemlich überrascht, dass sie da war. Sie nun wirklich hier stehen zu haben schien ihn doppelt mitzunehmen.

„Ja, wäre tragisch, wenn er jemand anders wäre, klar ist das Remus“, kam der alte Spaßvogel aus dem bösen Twin raus. „Bitte, Mum, darüber können wir später reden, geh erstmal hoch“, drängte sie Fred, da sich die beiden anderen nicht rührten, weil der Wolf noch immer schockstarr auf der Treppe stehen geblieben war. Offenbar hatte er in seiner Lethargie vorhin gar nicht mitbekommen, dass wir gegangen waren, um Hilfe zu holen und wen wir hatten holen wollen und war mit der Anwesenheit der Hilfe überfordert.

„Molly… Molly…!“, wisperte er immer wieder tonlos, als dann doch plötzlich Leben in ihn kam, da er auf einmal die Treppe hinabflog, an uns vorbei und hektisch erklärte: „Ich soll Wasser holen!“

Er verschwand auf Nimmerwiedersehen. Er eilte in die Küche und kurz fragte ich mich, wo Black abgeblieben war, denn er zeigte sich nicht. Vielleicht wollte er seine ungebetene Wiederauferstehung nicht auch noch publik machen, denn das würde noch schwerer zu erklären sein. Wie sollte man das gut verkaufen? Ja, Hermione hat mit der Nekromantie gespielt und als sie und ihre Kumpane ins Ministerium eingebrochen sind hat sie mal flott Black aus der Wiege der Dementoren errettet? Sie hat seine Seele zusammen mit seinem Körper zurück in die Realität gezogen, nachdem auch sie mehr oder weniger durch den Schleier ging?! Ja, nur keine Sorge, alles ist normal und alles ist bestens?

Okay, das klang, wenn ich es so in Gedanken aussprach, nach einer absoluten Horrorstory! Wie gut, dass ich damals nicht anwesend gewesen war, ich hätte dieses Experiment zu keiner Sekunde unterstützt.

Also war es gut, dass er mit Lucien verschwunden war, hoffentlich blieb er bis zum Ende verschollen, den Schrei wollte ich mir ersparen, sollte sie erfahren, was sie alles nicht mal im Ansatz ahnte.

„Jetzt komm, Mum!“, jammerte der Red Devil wenig männlich, aber auch verständlich, da er seine geliebte bessere Hälfte erretten wollte und die Töne von oben wenig erbaulich klangen und so ergriff er die immer noch Geschockte am Arm und begann, sie hinter sich herzuziehen.

„Da bekommt jemand ein Baby?“, deutete sie die Töne genau richtig „Wer?“, fragte sie auf einmal neugierig.

„Ja, Mum!“, erwiderte Fred nur knapp und zog sie weiter und sie ließ sich fassungslos mitziehen.

„TONKS“, dröhnte der ungläubige Schrei laut durch das Haus und da folgte ich den beiden.

Irgendwie wollte ich wissen, wie sie diese Offenbarung nahm und als ich das Schlafzimmer wieder erreichte, erkannte ich, dass die Weasleymutter offenbar beim Anblick der in den Wehen liegenden Tonks nicht erstarrte, sondern erst recht in Bewegung kam, so wie sie gerade ihren Umhang energisch abwarf und sich die Ärmel hochkrempelte.

„Mum.“, „Wahhh.“, „Merlin sei Dank… ging das nicht schneller?“, vermischten sich die Geräusche, als sich die Mutter zu ihrem anderen Sohn beugte.

„George, das hast du gut gemacht, bringt mir Wasser, Tücher, Tränke, wenn ihr habt, und lasst Remus draußen. Er wirkt nicht wirklich fähig!“, ordnete sie sehr geschäftig an.

Sie schien völlig in ihrem Element und tat eine Wahrheit kund, die mich dreckig unter meiner Kapuze lachen ließ, indes eilte sie zu der immer noch unter Schmerzen stöhnenden Tonks und begann sehr wissend wirkend mit ihrer Arbeit und scannte deren dicken Bauch mit ihrem leuchtenden Zauberstab und nickte vor sich hin.

„Hopp, hopp, schnell!“, befahl sie ihren Söhnen.

Die konnten gar nicht so schnell reagieren, wie ihre Mutter offenbar von Schockstarre und Erstaunen zum Handeln übergegangen war. Irgendwie war es schon bewundernswert, dass sie es tatsächlich schaffte, in dieser für sie sicher unbegreiflichen und surrealen Situation einfach einen klaren Kopf zu behalten und genau zu wissen, was zu tun war.

„Ganz ruhig, Tonks, das Kind bekommen wir schon geschaukelt, zur Geburt gehört Geduld. Die meisten Geburten dauern nur wirklich lang und man muss warten und sich gedulden… es ist alles gut!“, beruhigte sie geradezu routiniert die werdende Mutter und auch wenn es mir nicht passte, dass nun noch wer von all dem wusste, hatten wir mit Molly Weasley offenbar die Richtige zu Hilfe geholt.

„Trotz… trotz der Schmerzen?“, stieß Tonks mit schwacher, abgehackter Stimme hervor und biss die Zähne zusammen, dabei traten ihre Halsstränge stark hervor.

„Gerade damit!“, murmelte die siebenfache Mutter beruhigend und schwang wissend ihren Zauberstab hin und her.

„Ach ja, gebt Arthur Bescheid, dass ich heute Abend nicht zu Hause sein werde!“, befahl sie noch bestimmt und scheuchte alle mit schwingenden Händen aus dem Zimmer, als die Tür hinter uns dreien zu donnerte.

Sehr gut, denn damit lag ihre Aufmerksamkeit völlig auf der Gebärenden und ich entschied, dass meine Aufgabe endgültig getan war und ich gehen könnte. Ich war entlassen und zog die Kapuze ab.

Aber da rauschten die Twins davon, um all die Dinge zu besorgen, die ihre Mutter forderte und ich seufzte, also lag es an mir, rauszufinden, wo Black mit dem Kleinen war und als ich ihn sorglos und gut unterhalten in der Küche fand, grinste ich gehässig, da er gerade den Schnuller vom Küchenboden aufhob, wo ihn Lucien bei meinem Anblick im hohen Bogen hingespuckt hatte.

„Du musst ihn ablecken, Black“, verkündete ich abgrundtief böse und grinste ihn gehässig an, während der Kleine die Hände nach mir ausstreckte und giggelte.

„Was?“, entfuhr es Black genauso angeekelt wir mir zuvor und er starrte auf das wabbelige Gummistück.

Doch dann tat er etwas, was ich nie tun würde und schob sich mit einem todesverachtenden Blick den Schnuller in den Mund, leckte ihn ab, um ihn dann dem Kleinkind wieder in den Mund zu stopfen und ich drehte mich laut lachend ab.

Dieses Bild entschädigte mich dafür, dass mal wieder alles bombenfalsch lief.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Ich will da nicht rein“, meinte ich mit einer gewissen Inbrunst und blickte mit Grabesmiene auf mein Haus.

Die wollten bestimmt, dass ich bei der Geburt half! Aber ich hatte genug davon, ich wollte so was nie mehr machen.

„Stell dich doch nicht so an“, meinte Ron gleichgültig über seine Schulter hinweg, dabei konnte ich noch immer sein blaues Veilchen bewundern, leider erinnerte es mich auch daran, wie blaugeschlagen mein eigener Körper war.

Doch nicht die leichten Schmerzen sorgten für mein Unbehagen, eher das, was mich hinter der Tür erwarten würde. Aber Ron, dem war es egal, schlussendlich würde er nicht gefordert werden. Ihm ging es nur darum, dass er begierig war, endlich mein Haus kennenzulernen. Bisher war er der einzige von uns, der noch nicht hier gewesen war, aber er sah nichts von meinem Haus, außer der Umgebung. Somit gab ich mir selbst einen Ruck, denn ich würde nicht darum herumkommen, da reinzugehen und so zog ich die beiden Jungs durch die Zauber und schließlich standen wir im Flur, als die Haustür für mich bedeutungsschwanger und knarzend laut wie eine Gefängnistür zufiel.

Wobei es für die hier wohnenden Personen sogar so war, sie waren hier gefangen. Aber davon bemerkte man nichts, denn sofort umfingen uns die klaren Farben und das elegante Mobiliar meines Zuhauses und es wirkte heimelig, da uns der laute Trubel eines bewohnten Hauses empfing.

„Harryyy“, wurden wir mit einem wilden Schrei begrüßt und es war klar, dass unsere Ankunft nicht unbemerkt bleiben würde, da man uns erwartete.

Indes riss es den Gerufenen von den Füßen und er wurde wild durch die Gegend gewirbelt.

„Sirius?“, fragte Ron vorsichtig, während ich zurückwich, um nicht umgestoßen zu werden, so breit war der Flur in meinem Haus nicht.

„Woooah, mir wird schwindelig“, protestierte Harry und wurde noch immer wie wild im Kreis gedreht.

„Hahaha, ihr seid da, das ist sooo toll“, freute sich Sirius aufrichtig und grinste losgelöst.

Ich stockte, er sah gut aus, so gut wie noch nie in seinem Leben und sein so kindisches Verhalten zauberte mir dann doch ein Lächeln aufs Gesicht. Kein Wunder, dass ich ihm mal verfallen war. Er verstand es, selbst in den finstersten Stunden noch Spaß zu haben. Als er atemlos anhielt und den sich den Kopf haltenden Harry herunterließ, wandelte sich jedoch plötzlich das breite Grinsen zu einem mitleidigen Gesichtsausdruck.

„Oh, Harry, es tut mir so leid, die Twins sind gerade gegangen. Es tut mir soooo leid, du hast so ganz knapp Lucien verpasst! Er ist ein Bild von einem Kind… er…“, sprudelte es nur so aus ihm heraus und ich schnappte nach Luft. Diesen Namen sollte niemand laut aussprechen, vor allem nicht in Harrys Gegenwart. Nicht seitdem Harry so labil und ständig zugänglich zum Geiste des Lords war.

„Was?“, „Verflucht, was hat er hier zu suchen?“, „Was fällt ihnen ein?“, „Das darf doch nicht wahr sein“, erregten wir uns deshalb sofort und ernteten einen reichlich sparsamen Blick.

„Halt!“, rief Sirius über unsere Erregung hinweg „Sie meinten, sie hätten keinen Babysitter mehr“, informierte er uns ernst über das offensichtliche Problem der Twins und ich seufzte.

„Fuck.“, „Das ist doch alles scheiße.“, „Sie haben recht, ihn allein zu lassen ist auch keine Option“, sprachen die Jungs hektisch, während ich mir auf die Lippe biss und nachdachte.

„Bin ich erleichtert… dass er weg ist…“, meinte jetzt Harry in die eingetretene Stille mit hörbarer Wehmut, woraufhin Sirius sichtbar betroffen zu ihm herumfuhr.

„Harry“, beschwerte sich Sirius umgehend, da er diese Einstellung wohl unmöglich fand, aber ich konnte Harrys Verzicht nachvollziehen.

Wie hätte er sich jemals wieder von seinem Sohn losreißen sollen?

Sofort legte Ron mitleidig eine Hand auf Harrys Schulter ab, um einmal fest zuzudrücken und ihm damit auf einmalige Art und Weise seine Unterstützung kundzutun. Die beiden verstanden sich blind, auch ohne Worte, denn aus Harry wich augenblicklich die Anspannung, seine Zweifel und er wirkte gleich viel entschlossener.

„Was?“, meinte da Harry schneidend zu seinem Patenonkel. „Zum Schluss will ich bleiben und da…“, deutete er anklagend zur Tür hin, „… da… gar nicht mehr rausgehen, doofe Idee!“, murrte er finster und rieb sich über seine gerötete Narbe, indes schnappte Sirius nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Aber wir hatten eine Aufgabe, die es zu erfüllen gab! Ohne Rücksicht auf Verluste, auch unsere eigenen, traurig, aber wahr. Tja, Harrys Einstellung war hier radikal, was seinen Sohn betraf. Solange es den Dark Lord gab, würde Harry so tun, als hätte er keinen Sohn und ich wünschte jedem, der versuchen würde, ihm das auszureden, viel Vergnügen.

„Warum sollten wir kommen?“, fragte nun ich, um die Peinlichkeit der Situation zu überspielen.

„Hermione“, nickte mir nun Sirius mit einem dunklen Timbre zu, der meine Augenbraue umgehend in die Höhe beförderte, dabei entging mir nicht, wie er mich mit seinen Augen durchdringend musterte, mich regelrecht scannte. „Zwei von euch sehen verprügelt aus!“, meinte er nun mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen, das ihn gleich um Jahre jünger aussehen ließ. Ich wandte den Blick ab.

„Wir haben trainiert“, übernahm Ron auflachend und antwortete geschmeidig, als Sirius auf ihn zutrat und ihn freundschaftlich begrüßte, indem sie sich ein High Five gaben.

„Wähhh“, schallte auf einmal ein alles übertönendes Geschrei aus den oberen Räumen, woraufhin sich sofort meine Gesichtszüge erhellten.

„Das Baby ist schon da?“, traf Harry augenscheinlich den Nagel auf den Kopf und mich überflutete eine so pure und ungemeine Erleichterung, dass diese mir beinah peinlich war.

„Ihr seid da!“, tauchte plötzlich Remus am oberen Absatz der Treppe auf und polterte mit einem bebenden Bündel die Treppe hinab, dabei strahlte er erleichtert über das ganze, leicht grau-blässliche Gesicht und seine dünnen Haare flogen nur so dahin, aber er wirkte alles in allem nur überglücklich.

„Harry, ich bin Vater!“

„Das sehe ich… und ich gratuliere…“, kam es aufrichtig von Harry und stumm schloss Remus Harry eng in die Arme, mit Baby im Arm, auf jeden Fall eine Glanzleistung und fast war es so, als wäre alles wieder gut.

„Gratulation“, kam es von Ron und mir im Chor, als wir einen giftgrünen Schopf unter dem reinweißen Tuch ausmachen konnten und ich verstummte. Ein grünhaariges Baby? Oder war es doch ein Mischmasch aus Wolf und was auch immer? Fenrirs Schreckensgeschichten spukten in meinem Geist herum.

„Was ist das?“, meinte Ron dann recht pietätlos und Harry beäugte das Baby mit Neugier.

„Oh ja, das Kind hat von Tonks das Beste bekommen was es gibt“, meinte Sirius spöttisch auflachend und schien sich tierisch zu freuen, dass das Kind eben nicht normal war.

„Ein Metamorphmagus wie seine Mutter?“, fragte ich daher sofort und jetzt grinste Remus mit einem Lächeln, das ich so noch nie bei ihm gesehen hatte, denn es ließ ihn um Jahre, ach was, Jahrzehnte jünger aussehen.

„Ja, genau“, stimmte Remus glückselig zu, weil nicht sein wölfisches Erbe durchschlug. „Ich glaube, er sieht Dora ähnlich, aber sie meint, er schlägt nach mir. Wenig Haare. Sie waren schwarz als er geboren wurde, aber ich schwöre, eine Stunde später waren sie weinrot. Wenn ich hochgehe werden sie wahrscheinlich blond sein und jetzt sind sie grün… hier, seht her“, klang er total gerührt wegen seines Sohnes. Es musste ein Junge sein, da er ständig er sagte.

Dann hob er sein Kind in seiner Armbeuge so an, dass er ihn uns präsentieren konnte. Der dünne giftgrüne Flaum am Schädel des Säuglings war durchaus gewöhnungsbedürftig.

„Krass.“, „Das ist ziemlich beeindruckend.“, „Ähm, dann ist schwarz seine wirkliche Haarfarbe?“, „Oder denkst du, er hat schon im Mutterleib ab und an die Farbe gewechselt?“, „Boah, das ist jetzt ekelig“, erinnerten mich Harry und Ron gerade erschreckend an die Red Devils, wenn sie sinnloses Zeug plapperten.

„Jungs“, mahnte ich daher auch umgehend. Das war wohl nicht der rechte Zeitpunkt, um die Haarfarbe von Remus‘ Kind zu diskutieren.

„Sorry“, kam es einstimmig von ihnen und sie kratzten sich verlegen am Kopf, während mir Sirius ein übermütiges Zwinkern schenkte und ich aus einer Laune heraus zurück zwinkerte.

„Wir haben ihn Ted genannt, nach Doras Vater“, verkündete nun Remus glückselig darüber, dass er einen Namen für seinen Sohn gefunden hatte, aber auch wehmütig, da jeder von uns wusste, dass Ted Tonks schon seit einiger Zeit von uns gegangen war.

Verlust und Gewinn lagen manchmal sehr eng beieinander. Ich verzog bei der Erinnerung an Ted Tonks meine Mundwinkel, da ich sofort wieder an die Senke und sein unschönes Ende denken musste, indes setzte sich Remus mit seiner Fracht vorsichtig in den Lieblingssessel meines Vaters.

„Meine Fresse, ein Baby, ein Baby, das bunt ist!“, sagte Ron beeindruckt und klopfte Remus gratulierend auf die Schulter. „Ein bunter Teddy. Wie geil ist das denn?“, fragte er dann immer übermütiger und begann, gefährlich blöd zu lachen.

„Ron“, fauchte ich aufgebend, woraufhin ich nur seine fragende Miene ausmachte, da ihm gar nicht auffiel, wie unpassend diese Aussage an sich war.

„Ach“, hielt mich Sirius plötzlich zurück, indem er mich an meinem Rücken berührte und ich verstummte. „Er ist nach den Twins der Nächste, der so was gesagt hat“, murmelte er mir ins Ohr und ich unterdrückte die aufsteigende Gänsehaut, die sein warmer Atem verursachte.

„Dann können sie ihre Verwandtschaft untereinander wohl wahrlich nicht abstreiten“, erwiderte ich mit bemüht ruhiger Stimme und drehte mich zu ihm um, auf dass seine Hand von meinem Rücken glitt, aber jetzt war er mir von Angesicht zu Angesicht viel zu nah.

„Nein, auf keinen Fall!“, kicherte Sirius und lehnte sich wieder vor, um mir etwas zuzuflüstern, was gar nicht nett war. „Die Twins sagten etwas in der Art: der Regenbogen-Ted ein verschmuster bunter Teddybär… oder so ähnlich, das soll ihr neuer Slogan für irgendetwas in ihrem Sortiment werden. Eine Hommage, oder so nannten sie es… Lass mich dein bunter Teddy sein und du bist nie mehr allein. Den alten, farblosen Teddy brauch ich jetzt nicht mehr. Hab doch dich, meinen neuen bunten Teddy-Bär.“, äffte er die beiden tadellos und gekonnt nach, als meine Mundwinkel zuckten, da ich sie vor mir sah.

„Der kam jetzt von dir?“, fragte ich auflachend, da Sirius als Marauder ein alter Scherzkeks und ihm alles zuzutrauen war.

„Rot ist die Liebe, gelb ist die Blüte, grün ist das Gras, weich ist mein blauer Teddy und du bist mein bunter Schatz?“, rezitierte nun Ron zum Ende hin fragen, der uns bisher stumm beobachtet hatte und jetzt seinen Senf dazugab.

Sein Versuch brachte Sirius dazu, laut zu lachen und auch Ron brüllte los. Das arme Kind war gestraft fürs Leben mit diesem Namen und seiner Gabe, wenn ich nur daran dachte, wenn es nach Hogwarts gehen und auf seine Mitschüler treffen würde, hoffentlich gäbe es zu dieser Zeit keine Marauder, keine Twins und keinen Malfoy. Tonks schien von den Schmerzen der Geburt zu benebelt gewesen zu sein, um zu erkennen, dass ihr Sohn an sich nun dasselbe Manko tragen würde wie sie mit ihrem abstrakten Vornamen.

„Ja – ja – ein Junge, ein Junge“, meinte Remus gerührt zu Harry und schien vor Stolz zu platzen, da sie miteinander redeten, ohne uns zu beachten, er überhörte schlichtweg die Scherze der Jungs.

„Glückwunsch“, murmelte Harry und tätschelte gerade das Baby und ich ahnte, wie schwer ihm diese Geste unter Anbetracht dessen, dass er sich sein eigenes Kind versagte, fiel.

„Willst du Pate sein?“, fragte Remus Harry unvermittelt, woraufhin Harry ins Taumeln geriet und jetzt eher auf das Sofa purzelte denn platznahm.

„I… Ich?“, stieß Harry verdutzt aus und sah aus, als wäre er dem Dark Lord nicht nur in seinen Gedanken, sondern gerade persönlich begegnet.

„Du, ja, natürlich, wer sonst?“, erwiderte Remus spöttisch. „Dora ist einverstanden. Keiner wäre besser geeignet als du…. Harry!“, bat er plötzlich hörbar angespannt, da er erkannte, wie Harry sofort mit sich rang.

„Wow, das kommt unerwartet!“, erwiderte Harry dann gezwungen. Er war so überrascht, dass er nicht mal Freude heucheln konnte. „Ich… ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist. Ich kann nicht mal bei meinem eigenen Kind sein, geschweige denn für ein Zweites da sein…“, wehrte er nun mit erhobenen Händen ab, weswegen Remus ein Gesicht wie sieben Tage Regen machte.

„Mann, Alter, bei so was sagt man Danke und macht es“, murrte Ron und schüttelte seinen Kopf.

„So leicht ist das nicht“, meinte jetzt Harry wieder ablehnend.

„Harry“, mahnte nun auch Sirius tadelnd, während mein Blick hin und her wanderte.

„Pate sein ist toll“, warf nun Sirius inbrünstig ein und sofort zuckte unser aller Blick zu ihm. „Was? Selbst Malfoy hat es geschluckt bei deinem Kind… Harry“, sprach er zu schnell und verriet sich. Vor allem wie er betroffen wegen seiner eigenen Worte zusammenzuckte enttarnte ihn endgültig.

„Draco war hier?“, fragte ich plötzlich geschockt. „Er war mit Lucien hier“, hauchte ich ungläubig.

„Ähm.“, „Ja, also…“, „Das war so…“, stotterten die beiden Männer ertappt herum.

„Wir haben die Twins zur Hilfe gerufen und Malfoy muss bei ihnen gewesen sein, weshalb sie hierherkommen konnten…“, „Sie selbst können irgendwie nicht rein, meinten die Twins und sie hatten das Kind dabei…“, rechtfertigten sie sich und ich musste nachdenken. Wer kam in dieses Haus und wer nicht?

Ich wusste es nicht mehr, verdammt!

„War die Hilfe nötig?“, fragte ich missmutig.

„Für uns zwei Männer? Auf jeden Fall!“, kam es inbrünstig von Sirius. „Wobei es angeblich dann eine völlig normale Geburt war“, verkündete er hörbar zweifelnd. „Nur ganz ehrlich… ich fand daran gar nichts normal… Schreie, Schweiß, Schleim und Blut und Verwünschungen, also mich hat es an ein Schlachtfeld erinnert“, fasste er seine Erinnerungen an die Geburt doch einmal plastisch zusammen, sodass Harry und Ron mitleidig die Miene verzogen und Remus seufzte, als würde er gleich in Ohnmacht fallen.

„Mädchen“, murmelte ich abfällig über so viel Heldenmut, als Remus wieder bettelnd zu Harry sah.

„Dann machst du es, Harry?“, fragte Remus hoffnungsvoll und ein gequälter Zug zuckte über Harrys Gesicht, als er aufgebend die Hand hob und mit seinen Fingerspitzen über den grünen Flaum streichelte und leise seufzte.

„Jaaa“, jubelte Remus, woraufhin Sirius in die Küche verschwand und als er wiederkam rundum Weingläser verteilte und jedem etwas einschenkte.

„Auf Teddy… Ted Remus Lupin“, verkündete Remus stolz und hob sein Glas. „Einen großen, noch ganz kleinen Zauberer!“

„Bunt, vergiss das Bunt nicht“, nuschelte Ron in sein Glas und ich biss mir eilig auf die Zunge.

Nach und nach saßen wir alle einträchtig zusammen in meinem Wohnzimmer und es dauerte nicht lange, da holte Sirius schon die nächste Flasche hervor. Es tat gut, einfach da zu sitzen und nicht an einen Einbruch zu denken, welcher der Schwierigste, Wagemutigste und Gefährlichste sein würde, den ich bisher begangen hatte.

„Du hast dich verändert“, murmelte Sirius, als er sich neben mir niederließ. Wir rotierten alle immer ein bisschen und jetzt schien ich Pech zu haben und bei Sirius zu landen.

„Dann hoffe ich doch mal nur zum Guten“, erwiderte ich gespielt gleichgültig und prostete ihm zu.

„Tja, das kann ich nicht sagen“, erwiderte er langsam und musterte mich, als ich stockte, da mir auffiel, dass seine Augen erstaunlicherweise denen von Bellatrix sehr ähnelten. Ich konnte mich davon nur schwer losreißen und drohte, in ihnen zu versinken. „Jaaa, wenn ich mir eure Ansammlung an toten Leuten so ansehe, die ihr in Wahrheit rettet… mhm… dann jaaa, dann seid ihr wohl gut. Aber das meinte ich nicht“, wischte er diesen Fakt mit einer lässigen Geste seiner Hand beiseite, bevor er zu meiner Wange fuhr und ich auswich, was er mit schmerzlich verzogener Miene zuließ. „Du… du wirkst auf der einen Seite sehr, sehr erwachsen, so erwachsen wie ich es wohl nie sein werde und auf der anderen so, als würdest du gleich platzen…? Vor… vor Wut? Vor was auch immer?“, riet er zum Schluss fragend und ich schmunzelte verhalten.

„Ach, Sirius… Geduld zu haben wurde mal als Zierde betitelt, oder? Gerade geht sie mir nur ab, da ist keine Wut…“, brach ich händeringend ab, da es stimmte, ich war rachsüchtig und wütend und zwar auf Bellatrix. Wem machte ich etwas vor? Und so zuckte auch meine Hand zu meinem verschandelten Arm, in dem ein regelrechter Phantomschmerz Einzug hielt und ich war dankbar für den langen Pullover und die blauen Flecke von Ron, die wirklich wehtaten und keine Einbildung waren.

„Willst du reden?“, bot Sirius freundlich an und beugte sich vertrauensvoll vor.

Indes musterte ich den Mann vor mir mit schiefgelegtem Kopf. Was würde er wohl dazu sagen, dass wir planten in Gringotts einzubrechen? Oder zu all den anderen Katastrophen, die uns zuletzt ereilt hatten. Und dann dachte ich nicht an mich, sondern an die Leute hier, Sirius, Tonks, Remus und Teddy. Sie alle hatten ihre eigenen Bürden zu tragen, da brauchten sie nicht auch noch unsere, oder gar meine. Unterdessen landete Sirius Hand auf meinem von Jeansstoff bedeckten Bein und ich schielte darauf, unsicher, wie ich darauf reagieren sollte.

„Denkst du nicht, dass du das nicht tun solltest?“, fragte Ron, der neben Sirius auf der anderen Seite des Sofas saß und irgendwie schelmisch zu uns rüber grinste, woraufhin Sirius ertappt die Hand von mir wegzog und ich versuchte, nicht zu erleichtert zu wirken.

„Nein, nein, wir müssen wirklich gehen!“, bestimmt Harry gerade mit erhobener Stimme und stand auf.

Dabei hatte er auf uns gar nicht geachtet, da er sich gegen das nächste Glas von Remus erwehren musste und das ließen sich Ron und ich nicht zweimal sagen und sprangen auch auf. Sofort verzog Sirius widerwillig die Mundwinkel und strich brummig über seinen getrimmten Bart. Aber ich war froh, zu entkommen und zum Abschied umarmte Remus Harry als auch Ron und reichte mir sogar die Hand, was mich beschämte. Aber ich nahm sie an und damit kehrten wir zurück und als wir wieder in der windumtosten Bucht angekommen waren, rauschte das Meer krachend gegen die Felsen.

„Es ist eine ziemliche Ehre… Pate zu werden und zu sein…“, murmelte Ron mit Blick aufs Meer, woraufhin Harry milde lächelte.

„Meint ihr… ich bin ein guter Pate?“, fragte Harry schließlich unsicher. Eine total unsinnige Frage in meinen Augen, da er ja sogar Vater war und ein guter noch dazu. „Ich meine… war es nicht etwas verantwortungslos die Patenschaft zu übernehmen, wenn wir so eine gefährliche Unternehmung vor uns haben?“, wollte er geplagt von seinen Sorgen und Nöten wissen und sah uns nicht an, sondern starrte stur auf das Meer.

„Harry, wir überleben das und du wirst ein hervorragender Pate sein für den kleinen Ted! Genauso wie du ein super Vater für Lucien bist“, erwiderte ich heftig und schob mir die Locken energisch aus der Stirn. Was wir nicht brauchen konnten waren Selbstzweifel.

„Super… Vater?“, echote Harry verächtlich in den Wind. „Ich habe mein Kind seit Monaten nicht gesehen“, begehrte er hörbar verzweifelt und traurig auf und schon legte sich eine Hand von hinten auf seine Schulter.

„Gerade das macht dich zum besten Dad der Welt“, meinte Ron sehr ernst und ich stimmte ihm nickend zu, als ich meine Hand auf Harrys andere Schulter legte und wir drei zusammenhaltend hinaus starrten auf die sich brechenden Wellen.

Harry machte es genau richtig. Er stellte das Wohl seines Kindes vor alles andere und wenn dies nun mal seine Abwesenheit bedeutete, dann zog er das knallhart durch und das war gut so. Er hatte es nicht leicht, aber wir würden es schaffen und so fühlte ich, wie er sich unter meinen Händen straffte.

„Okay, okay, es fühlt sich echt toll an“, gab Harry nun zu und grinste leicht verunglückt. „… und auch wenn Malfoy so rum tut bei meinem Sohn, ich mag es, Pate zu sein“, entschied Harry dann leicht aufgedreht und offen und irgendwie versöhnt.

„Ach, Malfoy… selbst wenn er sich freuen würde, er kann es nicht zeigen, dafür ist er viel zu wichtig und zu edel und zu vornehm und zu sehr Malfoy!“, erwiderte Ron mit einer gehässigen Note und einer guten Prise Spott.
Woraufhin ich mir gut unterhalten auf die Lippe biss, als ich sah, wie Harry mit sich kämpfte, bevor er sich aufraffte, um zu sprechen.

„Ich schwöre“, erhob er feierlich seine Stimme. „Ich werde mein Bestes tun, dass diese Kinder eine Zukunft haben. Ich habe noch viel in meinem Leben vor, wisst ihr? Und dazu gehört nicht, wie blöd durchs Land zu apparieren und irgendwelche Relikte zu suchen und zu zerstören.“

Mir stockte der Atem. Dies war das erste Mal, dass Harry solche Worte in den Mund nahm. Sie gaben mir umgehend Hoffnung und die Aussicht, dass doch noch alles gut werden könnte, ohne Dark Lord. Ich wandte mich in dem Wissen ab, dass die beiden Jungs das besser mit sich ausmachten als mit mir.

Als ich ging sanken beide in den Sand und redeten leise miteinander.

Hermiones Sicht Ende

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