Inhaltsangabe
 
StartseiteStartseite  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Teilen | 
 

 Kapitel 637-638

Nach unten 
AutorNachricht
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1496
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 37
Ort : München

BeitragThema: Kapitel 637-638   Di Jun 12, 2018 7:26 pm

WHF-Comic von [link href="https://www.fanfiktion.de/u/GOLDY92"]Goldy[/link]:
[link href="https://www.pinterest.de/pin/90353536259550801/"]Cover-Version1[/link]
[link href="https://www.pinterest.de/pin/90353536259550803/"]Cover-Version2[/link]
[link href="https://www.pinterest.de/pin/90353536259550805/"]Erstes Kapitel Seite 1[/link]

637. Kapitel Garden Eden

Eine kurze Pause trat ein und zu meinem Entsetzen bemerkte ich an meinem rasenden Herzschlag, dass ich es ihnen wirklich sagen wollte, aber einfach nicht konnte, weil es viel zu gefährlich war, zu viele in diesen irrwitzigen Plan einzuweihen.

„Das soll uns beruhigen? Nicht dein Ernst!“, ätzte Severus abfällig, als Lucius plötzlich seine nun nicht mehr behandschuhte Hand erhob.

„Hermione“, sprach er mich akzentuiert an. „Dann will ich etwas anderes wissen. Euer Plan erklärt in meinen Augen nicht, warum du Bellatrix nichts getan hast“, kommentierte Lucius mit erzwungener Geduld und ich schüttelte plötzlich unerhört belustigt den Kopf.

Nur er war in der Lage, dass was ich getan hatte mit nichts gleichzusetzen!
Wenn man bedachte, dass ihre Narben genauso wenig weggehen würden wie meine und sogar noch schlimmer aussehen würden als meine, da ihr Severus’ heilende Hilfe nicht zur Verfügung stand, dann war das schon ein bisschen Rache. Unbefriedigend vielleicht, aber nicht nichts!

„Ich konnte Bellatrix weder arg verletzen noch töten, ich brauche sie lebend… noch…“, erwiderte ich hitzig, aber absolut ehrlich.

Denn ich war davon überzeugt, dass ich irgendwann meine Rache bekommen würde und plötzlich verstand ich, wie sich wohl Neville fühlen musste, seitdem er damals im Ministerium auf Bellatrix gestoßen war. Vielleicht hatte seit damals seine Veränderung eingesetzt?

„Dann hat diese Scharade wirklich einen Sinn und Zweck?“, fragte Severus hörbar zweifelnd.

„Natürlich…“, erklärte ich entschieden, während ich mir seufzend eine wilde Locke aus der Stirn strich und auf Lucius zutrat. „Zweifelt bitte nicht an meinem Willen. Willst du, dass ich dir ausführlich ins Ohr flüstere, was ich hätte machen wollen? Oder sogar können, als sie unter mir lag? Was mir im Geist herumging, wenn ich gekonnt hätte, wie ich wollte… anders als bei Re… bei Lupin hätte ich es genossen… sie leiden zu lassen“, bot ich Lucius hintersinnig an.

Ich wusste, dass ich ihm die schlimmsten Dinge, die schlimmsten Abgründe erzählen könnte und er wäre nicht abgestoßen, sondern eher davon angetan. Das würde ihm gefallen, aber dank Dracos Anwesenheit ging ich nicht zu weit. Ich wollte seine Meinung über mich nicht völlig begraben.

„Mhm… das hört sich gar sehr verführerisch an“, erwiderte Lucius umgehend mit einem tückischen Lächeln, das seine sanft geschwungenen Lippen gefährlich umspielte.

„Das hört sich für mich verdammt krank an“, kam es nun zum ersten Mal seit langer Zeit mit einer Vehemenz, die schmerzte, von Draco und ich fühlte mich in meiner weisen Vorausahnung, wie er dazu stand, bestätigt, weshalb ich die Augen schloss.

„Draco“, tadelte auch schon Severus leise aus dem Hintergrund.

„Was?“, meinte dieser aufbrausend. „Das ist doch alles krank… man sollte sie schnell fertigmachen… es aber nicht genießen“, fuhr er aufgebracht fort und wirkte ein wenig angewidert. „Schau dich doch um. Wer ist auf die Idee gekommen, das verfluchte Séparée in eine geschmacklose Wiese zu verwandeln? Was wird das hier für ein krankes Spiel?“, holte er vorwurfsvoll aus, dabei wandte er sich an jeden von uns, woraufhin sich eine lastende Stille über uns legte.

„Verschwinde“, kam es nun erschreckend leise, aber auch erschreckend bestimmt von seinem Vater, der seinen Sohn mit einer derart kalten Maske betrachtet, dass Draco hörbar schluckte.

„Bitte?“, wisperte Draco sichtbar bodenlos entsetzt wegen dieser schroffen Abfuhr, die sein Ausbruch zur Folge hatte.

„Ich sagte“, betonte Lucius jedes Wort sehr akzentuiert, „verschwinde, Draco, und halte dich im Manor zu meiner Verfügung… ich wünsche noch ein Gespräch mit dir, bevor du in die Schule zurückkehrst“, klang alles an diesem Befehl wie eine nebulöse Drohung, dass dieses Gespräch nicht besonders vorteilhaft verlaufen könnte.

„Ich… was?“, hauchte Draco entrüstet, sichtbar sprachlos wegen der Tatsache, dass er jetzt wieder gehen sollte und hier nicht mehr erwünscht war. „Das werde ich nicht tun, ich bin doch kein Kleinkind mehr… ich stehe dazu… Vater… du tust ihr eindeutig nicht gut, wenn du denkst, dass du ihre morbide Ader fördern solltest“, legte Draco extrem entschlossen nach und ich biss mir auf die Unterlippe. Eine ganz doofe Idee, Lucius gerade so zu reizen, wo er eh schon schlecht drauf war.

„Ab“, klirrte dieses eine Wort wie ein schmerzhafter Peitschenschlag durch den Raum und der lang ausgestreckte Arm mit dem zum Ausgang hin deutenden Zeigefinger machte es nicht besser.

„Auch wenn ihr alle denkt, ihr braucht mich nicht, so weiß ich es doch besser. Ich bin nötig, damit ihr nicht die Bodenhaftung verliert… und gerade Hermione darf nicht vergessen, dass sie ein besonderes Auge auf unseren Helden haben sollte. Ihr werdet schon noch sehen, was ihr davon habt, wenn ihr weiterhin so völlig über die Strenge schlagt“, hielt er uns sichtbar aufgewühlt vor und ich machte große Augen, weil ich nun erlebte, wie sehr Draco darüber besorgt war, wohin wir drifteten.

Sah er sich wirklich als unsere moralische Komponente? Und waren wir wirklich so schlimm wie er uns sah? Autsch, irgendwie tat das weh, was er von uns dachte und dass er an mir zweifelte schmerzte noch mehr, zu recht, oder zu unrecht?

„Draco!“, trat Severus aus dem Hintergrund. „Geh jetzt besser…“, wisperte er sehr, sehr leise, aber seine bestimmende Art schaffte es, auf Draco einzuwirken, da dieser plötzlich knapp mit dem Kopf nickte.

„Der Klügere gibt dann wohl nach…“, meinte er noch verächtlich, als er sich abrupt abwandte und davon rauschte.

Verdammt, jetzt fühlte er sich doch wieder wie ein kleiner, dummer Junge behandelt, der er nicht mehr war!

„Ein eindrucksvoller Abgang, nicht so gut wie meiner… aber gut… genug…“, erklärte Severus nach einigen Sekunden ironisch, nachdem wir alleine waren und ich verstand seinen Versuch, die angespannte, negative Stimmung aufzulockern.

Etwas, das ihm gelang, denn Lucius tat ihm den Gefallen, dass er plötzlich spöttisch auflachte. Doch dann zog ein spitzer Schrei selbst durch das gut gesicherte Séparée und wir drei sahen sofort zu dem See, der eine trügerische Ruhe vortäuschte, denn dahinter tobte die Zügellosigkeit der Exzesse im Gewölbe.

„Die anderen scheinen sich gut mit Bellatrix zu unterhalten“, meinte jetzt Lucius versöhnlicher, da der Schrei von ihr nichts von irgendeiner Ekstase hatte, sondern nur reinen puren Schmerz vermittelte. Ja, das war ein Schrei, der mir einen Schauder das Rückgrat hinunterlaufen ließ, aber zu meiner Schande musste ich gestehen, dass ich es gerne gewesen wäre, der ihr diese Töne entlockte und nicht irgendeiner dort unten.

„So hört es sich an“ , erwiderte Severus neutral, ohne erkennen zu lassen, ob es ihn berührte oder eben nicht.

Er klang völlig gleichgültig, als sich wieder diese angespannte Stimmung zwischen uns einschlich, die mir verspannte Schultern bescherte, da ich keinen Dunst hatte, wie ich sie vertreiben könnte. Ich wusste, das hier war mit einer der letzten Momente, der mir mit ihnen gegeben war, bevor ich mich in ein hirnloses Abenteuer stürzen würde, dessen Ausgang mehr als ungewiss war. Die Goblins waren kein nettes, oder gar verzeihendes Volk. Sie beschützten ihre Habseligkeiten mit einer gerissenen Boshaft, die nicht die Unversehrtheit des Diebes im Sinn hatte und die Studien der letzten Tage hatten mir offenbart, dass viele Unwägbarkeiten auf uns zukommen würden, da selbst Griphook nicht in alles eingeweiht war, weil die Kobolde nie alle alles wissen ließen, sondern immer nur Fragmente. Seine Freigabe ging bis zu Harrys Verliesstufe, wirklich tiefer kam er nur zum Arbeiten, aber die Geheimnisse der unteren Regionen waren auch ihm nicht völlig vertraut. Es war ein gutes System, das ich auch so austüfteln würde, aber uns half es kein Stück. Ich versuchte, diese unguten Gedanken zu verdrängen, nahm aber gerade meine Umgebung nicht wirklich wahr.

„Sieh bitte einmal nach, dass sie nicht zu nett zu ihr sind“, bat Lucius schließlich und schon verschwand Severus ohne ein weiteres Wort mit eben dem berauschenden Abgang, den Draco nicht hingelegt hatte, indem sich sein Mantel hinter ihm hoch aufbauschte.

„Du schickst ihn weg?“, fasste ich nach einiger Zeit den Mut, zu fragen.

Jedoch fand ich, ich klang seltsam hohl, dabei erwartete ich gar keine Antwort. So wie er mich musterte war klar ersichtlich, dass er mit mir allein sein wollte. Weshalb mich das Warum etwas nervös machte und ich mit meinem Umhang zu spielen begann, da mich sein wortkarges Gebaren noch unruhiger machte, da er noch immer nichts sagte. „Warum sieht es hier so aus?“, wollte ich in Erfahrung bringen, was mich eigentlich schon die ganze Zeit beschäftigte und mir ein großes Rätsel war.

„Weil du es hasst“, meinte er ohne Attitüde völlig ernsthaft und aufrichtig, woraufhin ich die Augen weit aufriss und ihn mit offenem Mund anstarrte.

Da saß er vor mir, in seinen schwarzen Roben, die er als Rechte Hand trug, auf diesem grünen samtenen Sofa und erzählte mir, dass er auf mich Rücksicht nahm? Nicht sein Ernst! Ich fühlte mich unwohl, da ich gerade nicht verstand, was er mit dieser Aussage bezweckte. Wo war der berechenbare Mann?

Doch dann erkannte ich mit einem Schock, dass ich nicht wollte, dass er anders war als sonst, als früher. Weil ich ihn so nicht einschätzen konnte und ich wusste, dass er niemals wirklich anders werden würde. Lucius war ein Chamäleon, das alles sein konnte, wenn er denn wollte.

Aber tief in sich war er immer er!

Unverwechselbar, unabänderlich und es war nicht mein Bestreben, ihn zu verwandeln. Wenn er dachte, das für mich tun zu müssen, dann würde ich mich schlecht fühlen.

„Nur keine Rücksicht auf zartbesaitete Wesen…“, knurrte ich daher dann auch recht unfreundlich, woraufhin er nur auf ziemlich snobistische Weise eine hellsilberne Braue hob. „Wo sind die Dienerinnen?“, fragte ich schneidig, denn nichts konnte mich vergessen lassen, wo wir uns befanden.

„Ich wünschte Einsamkeit“, erwiderte er schlicht.

„Soll ich gehen?“, bot ich ihm gehässig an, woraufhin er Zähne zeigte.

„Sei nicht derart dreist… das bist du in letzter Zeit sogar öfter…“, tadelte er mich mit absolut snobistischem Timbre. „Ich genieße auch die Abwechslung… das ist dir bewusst… verkenne dies hier nicht als einen Wandel…“, verkündete er weiterhin ziemlich überheblich, weswegen ich die Augen empört aufriss. „Oh ja, zum ersten Mal fällt es mir sehr leicht, in dir zu lesen… aber interpretiere nicht mehr hinein als es ist…“, spielte er seine eigene Attraktion herunter und unterstrich seine Abwertung mit einer hinfortwischenden Geste. „Es ist nichts weiter als eine kleine Aufmerksamkeit, weil ich weiß, dass hier viel passierte, was nicht deinen Wünschen entsprach und ich heute nicht das Bedürfnis verspürte… daran erinnert zu werden…“, beendete er seine Ausführungen, dabei verengten sich meine Augen zu abwägenden Schlitzen.

Dieser durchtriebene Manipulator. Und so zögerte ich keine Sekunde, ihm zu antworten. „Tut mir lei…“

„Das tut es dir nicht“, unterbrach er mich, indem er meine Entschuldigung mit einer verächtlichen Geste seiner Hand abtat.

„Aber redest du dir nichts ein, bei dem, was du da gerade so schön vorgetragen hast?“, reizte ich ihn, indem ich ihm eindeutig zeigte, dass ich ihm kein Wort glaubte und wieder warf er mir einen dieser taxierenden Blicke zu, der mir durch und durch ging.

„Das Gewölbe in seiner gestalterischen Aufmachung kommt meinem Sinn für Ästhetik nicht mal im Ansatz nach… stell dir vor!“, höhnte er unglaublich blasiert, dabei verzogen sich seine Mundwinkel süffisant, als ich die schlichte Wahrheit hinter seinen Worten ausmachte.

Es stimmte. Er liebte Prunk, Protz und Pracht. Das Schöne und Aufwendige, das allem innewohnte, damit umgab er sich im Manor als auch in Syon, selbst in seinem Büro war alles als ausgewählt und erlesen zu bezeichnen. Aber hier die Felsen, das Finstere, das Rohe und Gewöhnliche, das dem Gewölbe zu Eigen war, das war nichts mit dem sich Lucius gewöhnlich umgeben würde, da es unter seiner Würde war. Es war eben zu schlicht und zum Teil absolut unluxuriös und zu meiner Schande fühlte ich mich nun, als hätte ich mich zu wichtig genommen, indem ich annahm, es ginge tatsächlich nur um mich, vielleicht war es so wie er es sagte und das hier war auch für ihn?

Boah, war ich arrogant, dabei warf ich ihm beständig vor, dass er es war!

„Demut…“, riss mich dieses eine Wort aus meinen Gedanken und er lächelte mich hoheitsvoll an. „Selten, dass ich das bei dir erkennen darf“, meinte er überheblich schmunzelnd und ich riss mich gerade noch zusammen, nicht aufzubrausen.

Aber ich wusste, dass er das nur tat, um mich zu reizen und ja, dies war ein leichtes für ihn, wie ich mir widerwillig eingestand und dann landete mein feuriger Blick auf seiner Person. Auf seiner stattlichen Aufmachung, die wie immer etwas hermachte und wie er da so selbstherrlich vor mir saß, fühlte ich es in mir brodeln. Er war für mich ein beinah unwiderstehlicher Mann und unbewusst leckte ich mir über die Lippen.

„Demut?“, wisperte ich leise vor mich hin. „Aha, bei dir hat sich einiges angestaut? Sehe ich das recht?“, fragte ich aufreizend nach und erinnerte mich an die Bibliothek, dann jetzt das Drama mit Bella. Machmal vergaß ich, dass auch er einfach nur ein Mann war. „Du bist immer noch nachtragend, weil ich dich in der Bibliothek… stehen gelassen habe…“, ließ mich der jetzt aufflackernde Funke in seinen sturmgrauen Augen kurz stocken und mich durchzuckte eine untrügliche Erregung, als ich diese Situation wieder klar vor mir sah. Seine sichtbare Erregung, meine beinah unbezwingbare Lust, ihn zu verwöhnen und selbst verwöhnt zu werden, sodass ich fühlte, wir mir die aufsteigende Röte in die Wangen schoss.

„Dreist“, schüttelte er gespielt betrübt sein Haupt. „Ich bin zu nachsichtig mit dir…“, erwiderte er daraufhin sanft, trügerisch sanft.

Indes nahm ich natürlich die sich anstauende erotische Schwingung zwischen uns wahr, die sich in dieser unwirklichen Blumenwelt auch noch besonders passend ausbreitete. Als ich ein Rascheln hinter mir vernahm, bemerkte ich dadurch, dass Severus wieder da war.

Und ganz plötzlich schlug mir mein Herz bis zum Hals.

Beide Männer musterten mich interessiert, um nicht zu sagen taxierend, wie ein zu jagendes Wild. So als wollten sie erst einmal genau beobachten, wie ich reagierte, was ich als nächstes tun würde. Beide strahlten eine verboten animalische Anziehungskraft auf mich aus und gerade wurde mir unerträglich hieß.

„Und wenn ich jetzt zu dir… lieb danke sage?“, fragte ich hörbar lasziv.

Dabei warf ich meine Bedenken, wo wir mal wieder waren, über Bord und schritt mit langsam wiegendem Schritt verführerisch auf ihn zu und verharrte in der Mitte des Raumes. Eine kleine Ewigkeit sagte keiner von ihnen etwas und wieder waren die Männer in meinem Fokus, deswegen blickte ich immer wieder zwischen ihnen hin und her. Lucius löste als erster die Starre von uns dreien, da er nach seinem Gehstock griff, unter meinem skeptischen Blick den Zauberstab zog und mit seiner anderen Hand die Flasche Champagner zu sich holte, die neben ihm in einem Kühler bereitgestanden hatte. Bisher hatte ich das gar nicht wahrgenommen. Indes verwandelte sich die Spitze des Zauberstabes zu einem kleinen geschwungenen Säbel. Was sollte das werden?

Kurz sah ich zu Severus, der verbissen um einen ernsten Gesichtsausdruck kämpfte, aber er konnte nicht die Belustigung in seinen dunkel funkelnden Augen verbergen. Dann legte Lucius die Scheide des Säbels am Bauch der Flasche an und zog ihn in einem 20 Grad Winkel in einer einzigen geschmeidigen und so fließenden Bewegung über das Glas zum Flaschenhals, gegen den Wulst des Flaschenkopfes. Dadurch wurde der Kopf der Champagnerflasche zusammen mit den Korken abgeschlagen.
Der abgeschlagene Kopf schlug nach einem Plopp auf dem durchsichtigen Boden laut klirrend auf und damit löste sich die beinah unerträgliche Anspannung, während ein wenig des wertvollen Nass aus der geköpften Flasche sprudelte.

„Du sabrierst?“, zerstörte Severus Lucius’ Performance mit einem verächtlichen Schnauben, woraufhin auch mir ein amüsiertes Zucken meiner Mundwinkel entschlüpfte.

Ein Lachen kratzte in meiner Kehle, denn selbst Lucius’ unterdrücktes Schmunzeln zeigte, dass er ebenfalls gut unterhalten war. Er war sich bewusst, dass ich als auch Severus das total übertrieben fanden, aber er wäre nicht Lucius, wenn er nicht darüber stehen würde und so füllte er in aller Seelenruhe die hohen Gläser mit der roséfarbenen Flüssigkeit, nur um dann mir und Severus die Flöten magisch zuzuschicken.

„Auf einen schönen Abend“, betonte er unsagbar anmaßend und prostete uns mit dieser ihm eigenen, vornehmen Noblesse zu. Ich blickte leicht sprachlos das Glas an. Naja, zumindest hatte ich auf Stärkeres gehofft. Dieser veränderte Ort und jetzt diese Show, all dies machte mich minimal sprachlos.

„Koste“, forderte Lucius.

Mit sengendem Blick zu ihm trank ich von dem hervorragendem Champagner und erst jetzt registrierte ich, wie durstig mich das ganze bisher Geschehene gemacht hatte und so trank ich noch einen Schluck, um meine flatternden Nerven zu beruhigen. Ich war nicht blöd. Ich wusste und ahnte, worauf das hier hinauslaufen würde, ich konnte nur nicht sagen, wie es ablaufen würde und das ließ mich auf der Hut sein. Severus hatte uns interessiert beobachtet, bevor er nun auch sein Glas ansetzte und es in einem Zug leerte und dann auf einem Vorsprung abstellte. Er ging auf das Sofa zu und wollte sich neben Lucius setzen, aber dieser blickte sofort tadelnd zu ihm.

„Severus? Hat dich jemand dazu aufgefordert, es dir bequem zu machen?“, erklang Lucius’ Stimme sanft wie Seide, woraufhin Severus mitten in seiner Bewegung innehielt und eine ausdruckslose Miene zu Lucius wandte.

Das bezwingende Wesen dieses despotischen vor uns sitzenden Mannes, dessen Persönlichkeit beständig Macht forderte und die sein einzigartiges Charisma auch verströmte, machten mich unglaublich an. Es kribbelte in mir, ihm zu zeigen, dass es mir egal war, aber wenn ich ehrlich war, stimmte das nicht wirklich. Ich wollte die Zeit, die mir mit ihnen blieb, noch genießen und ja, hier in diesem so anderen Ambiente konnte ich leicht verdrängen, wo ich mich eigentlich befand. Gerade goss Lucius sich ein neues Glas ein und lehnte sich, das Glas in der Hand, gemütlichen zurück und sah uns beide, die wir vor ihm standen, an.

„Ist jetzt die rechte Zeit für deinen Dank?“, fragte Lucius lasziv und das mit einem lässigen Selbstverständnis, das ungemein arrogant anmutete und ich hob abwägend eine Braue an.

„Die Bibliothek lässt dich nicht los?“, amüsierte ich mich gehässig und kicherte verächtlich, während er rau auflachte und mir leicht affektiert zuprostete.

„Unfug“, meinte er auf einmal ernster. „Ich will dich reizen… ärgern… aufziehen… nach dieser Scharade, an der du uns hast teilha…“, kam er wieder auf den Grund seines Missmutes zu sprechen, aber er brach abrupt ab, da ich mein Glas auf den Boden donnerte.

Mein Glas zersprang laut klirrend auf dem durchsichtigen Boden in viele kleine Scherben. Kurz streifte mein Blick über die blühende Wiese, die unter meinen Schuhen in all ihrer farbenfrohen und duftenden Pracht darniederlag. Er wollte mich und ich wollte ihn, egal was zwischen uns passiert war. Er hatte hier alles verändert und er hatte es nicht rückgängig gemacht, obwohl er sauer war und ich wusste und akzeptierte das alles. Hier ging es nur darum, seinen Standpunkt klarzumachen, dass er derjenige war, der das Sagen hatte und doch würde ich meinen Willen bekommen. Denn ich würde von hier verschwinden, ohne ihnen meine Geheimnisse anvertraut zu haben. So sah es aus und so ging ich ganz langsam und ganz bedacht auf ihn zu.

Ich ging freiwillig zu Lucius, der mir gespannt mit einem sichtbar amüsierten und an sich überlegenen Funkeln in den Augen entgegensah. Als ich vor ihm stand, streckte ich meine Hand ganz langsam, ganz vorsichtig aus, berührte sachte seine Haut und strich vorsichtig mit den Fingerspitzen von seiner Schläfen aus über die Wange bis zu seinem Kinn und kurz stockte ihm der Atem. Ich hatte alles um mich herum vergessen, da ich nur ihn anvisierte, als Severus von hinten an mich herantrat und um meine Schultern fasste, um mir die Schließe vorne zu öffnen, auf dass er mir den langen Mantel auszuziehen konnte.

Kurz fröstelte mich in dem löchrigen, asymmetrischen, aber bis zum Hals hochgeschlossenen Kleid, das ich trug, als die kühle Luft über mich strich. Danach spürte ich, wie er seine Hand unter mein Haar gleiten ließ, um meinen Nacken freizulegen. Ich schnappte nach Atem, wollte meine Hand von Lucius’ Wange nehmen, als dieser sie jedoch fasste und seine Lippen unterhalb meines Handgelenks auf meinen wild klopfenden Puls presste. Während Severus mich in meinem Nacken küsste. Dort liebkoste er das kleine Dark Mark, das an dieser Stelle ansonsten wohl versteckt lag. Mein Blick indes war fest auf Lucius gerichtet, der mich ebenso intensiv ansah und sonst nichts tat, selbst jetzt ließ er meine Hand nicht los.

Irgendwie kam es mir so vor, als ließen sie mich nicht aus den Augen, als wollten sie mich fühlen lassen, dass ich zwischen ihnen gefangen war. Gerade nestelten Severus’ geschickte Finger an meinem Kleid. Ich hörte, wie er den Reißverschluss in meinem Rücken hinabzog. Währenddessen blieb ich völlig unbewegt stehen, nur mein Atem änderte sich und wurde unsteter. Lucius wirkte arg fokussiert, als er das Glas in seiner anderen Hand sinken ließ und ich konnte die steigende Erregung in seinen Augen ausmachen, die seine Wut und alle anderen Empfindungen verdrängte. Da streifte Severus das Kleid langsam und genüsslich an meinem Körper nach unten, zuerst über meine Schultern, dann über meine Brust. Erst dann blieb das Kleid auf meiner Hüfte liegen, bis es auf einmal mit einem leisen Rascheln ganz zu Boden fiel und das einzige Geräusch neben dem Geplätscher des Wassers war. Lucius betrachtete mich absolut fasziniert und leckte sich genießerisch über die Lippen, jedoch wusste ich nicht, was ihn so fesselte, denn ich trug keine besonderen Dessous, nicht heute. Ein schlichter schwarzer BH und ein dazu passender Slip, nicht mehr und nicht weniger, und meine Stiefel, die ich noch immer trug, waren nicht wirklich schön. Sie waren zweckmäßig für den Kampf.

Severus entfernte unterdessen meinen BH und meine Dolche und noch immer lag Lucius’ Blick auf mir und schon wieder leckte er sich unbewusst über die Lippen, während sein hungriger Blick über meinen Körper wanderte, was Severus ein leises, unglaublich erotisches Lachen entlockte und mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Severus’ Hände umfassten mich, sie waren überall und fuhren meinen Körper hinab, als er auf einmal meine Brüste packte. Er presste sie Lucius präsentierend, woraufhin ich leise aufstöhnte, aber er hielt sich nicht auf, sondern seine Hände glitten weiter zu meinem Bauch und es erweckte den Anschein, dass er mich Lucius regelrecht dar- und feilbot und den Markierungen an meinem Körper huldigte.

Lucius genoss die Show, die ihm geboten wurde, und ich erwiderte seinen erregten Blick aus sturmgrauen Augen. Dabei erbebte ich unter den findigen Fingern und Severus ließ seine Hand für einen Moment dort auf dem Zeichen der Familie liegen und zog mich ein Stück näher an sich heran, auf dass ich seine harte Erregung deutlich an meinem Po fühlen konnte.

„Lehn dich vor“, wisperte Severus und ein Schauer jagte durch meinen angespannten Körper, als sein Atem wieder über mein Ohr strich.

Da ich nicht sofort reagierte, übernahm er und drückte mich nach vorne und ich beugte mich weit vor, zu Lucius hin. Meine ausgestreckten Arme landeten auf Lucius’ Schulter, mein Gesicht war nur minimal von dem seinen entfernt und noch immer rührte er sich nicht. So stand ich mit gespreizten Beinen und geradem Rücken posierend da und ja, verdammt, ich wusste, was sie taten!
Severus führte mich wie ein Lamm zur Schlachtbank und ich erzitterte in der Erwartung, was gleich mit mir passieren würde. Severus’ Hände glitten spielerisch sanft über meine Haut und mein Rückgrat hinab, was dazu führte, dass ich bebte und leicht schwankte. Als nächstes fühlte ich, wie Severus’ Hände über meine Pobacken strichen und wie sie ganz zärtlich über Lucius’ Zeichen auf meiner Rückseite entlangfuhren.

Da hielt mich nichts mehr und ich presste heisshungrig meine Lippen auf die von Lucius. Sofort erwiderte er wie ein Verhungernder den Kuss und stöhnte rau auf. Es klirrte erneut, da nun sein Glas hinunterfiel, aber von keinem von uns Beachtung fand. Unsere Zungen spielten auf geradezu verruchte Weise miteinander und mein Stöhnen wurde lauter, als sich Lucius über meine Brüste hermachte. Severus hinter mir tat dasselbe was Lucius von vorne machte, nur dass er meine Pobacken knetete. Natürlich war mir meine aufreizende Stellung zwischen diesen beiden Männern nur zu bewusst, vorne Lucius, hinten Severus und dieser fuhr geradezu schmerzhaft sanft über Lucius’ rundes Symbol. Er liebkoste meine Haut und streichelte mich immer mehr. Inzwischen war er bis zu meinen Oberschenkeln vorgedrungen. Seine Fingerspitzen glitten tiefer, schoben sich in den Bund meines Slips und als sie in meine feuchte Wärme vordrangen, keuchten ich und Lucius gleichzeitig auf und ich warf meinen Kopf in den Nacken, als Severus mich kommen ließ.

Ich wurde weiterhin verwöhnt und als mich ein unkontrolliertes Zittern durchlief, ließ ich mich auf die Knie sinken und Severus hielt mich nicht auf. Jetzt kniete ich vor Lucius und dachte unweigerlich an die Bibliothek und nach einem raschen Blick nach oben zu ihm wusste ich, dass es ihm ähnlich ging.
Ohne zu zögern griff ich nach seinem halb erigierten Penis, wobei ich ehrlich gesagt nicht wusste, wer ihm die Hose geöffnet hatte, aber es war mir gleich. Ich hatte freien Zugriff und darauf kam es an. Ich fasste ihn hart am Schaft und ihm entfloh ein unsagbar schöner Ton, der mir zeigte, dass es ihn nicht kalt ließ und da neigte ich mich vor, öffnete die Lippen und schob ihn mir so tief in den Mund, dass Lucius einen überraschten Laut von sich gab. Zuerst langsam, dann etwas schneller fuhr ich mit dem Kopf vor und zurück, und immer wenn seine Eichel zwischen meinen Lippen lag, fuhr meine Zungenspitze gleichzeitig verführerisch über deren Spitze. Als ich dies zum wiederholten Male tat, schmeckte ich seinen kühlen Lusttropfen, den ich ihm entlockt hatte und der mir eine Ahnung davon gab, wie er mich mit seinem Geschmack vollends überschwemmen würde, wenn ich voller Inbrunst so weitermachte und mir war bewusst, dass Severus uns beobachtete.

Nun war Lucius’ kühle Lust nicht mehr zu merken und inzwischen war sein Glied so hart, dass ich Probleme bekam, es im Mund unterzubekommen, ohne dass meine Zähne sich in das empfindliche Fleisch gruben. Lucius hingegen wurde ungeduldiger und schob sich mir tatsächlich im Takt entgegen und plötzlich griffen seine Hände in mein Haar, um mich festzuhalten, dabei schob er sich noch tiefer in meinen Mund.

„Severus?“, kam es auf einmal gepresst, aber auch fordernd, von Lucius, während er verharrte.

Da verstand ich auch, weshalb Lucius mich so gefangen nahm. Einem Impuls folgend hätte ich von ihm abgelassen und mich umdrehen wollen, da ich Severus hinter mir total vergessen hatte. Aber ich kam zu nichts, denn da begann Lucius’, den Rhythmus vorzugeben und zog meinen Kopf nach oben und dann nach unten, nun gab er mir das Tempo vor. Sofort war Severus da und hatte Lucius’ Aufforderung verstanden, zur Tat zu schreiten. Er kniete sich nun hinter mich, packte meine Hüften und zog mich hoch, sodass ich nur noch auf den Knien verharrte und eine Hand eilig auf dem Boden abstellte, um einen guten Stand zu haben. Mein Po reckte sich Severus aufreizend entgegen, während ich mit meinem Kopf in Lucius’ Schoß hing und seine mächtige, glänzende Erektion mit meinem Mund verwöhnte. Es passierte nun schon wieder, dass ich gleichzeitig mit ihnen zugange war und ganz ehrlich, in mir ballte sich eine leidenschaftliche Anspannung, die geradezu gierig und ungeduldig war, gestillt zu werden. Ich erkannte die Vorzeichen, die mir mein Körper sandte und die mir verdeutlichten, wie sehr ich die Situation willkommen hieß und ich geradezu ungeduldig gespannt war, wie weit sie diesmal gehen würden, denn diese Entscheidung trafen sie und nicht ich.

Severus schob meine Beine noch ein wenig weiter auseinander und zog den störenden Stoff nur zur Seite, um sich einem Moment später ohne weitere Vorankündigung in mich hinein zu schieben und ich entließ Lucius aus meinem Mund, um einen kleinen Schrei auszustoßen. Denn Severus nahm mich tief und intensiv. Ich keuchte laut auf, warf den Kopf in den Nacken und presste die Augen für einen zittrigen Atemzug fest zusammen. Als ich bei dem nächsten Stoß die Augen wieder öffnete, sah ich direkt in die weit offenen, lustverschleierten Augen von Lucius. Er rührte sich nicht weiter, verkrallte nur seine Finger in meine Locken.

Indes stieß Severus wieder und wieder in mich hinein, hielt mich dabei an der Hüfte und zog mich seinen Stößen jedes Mal ein Stück entgegen. Ohne dass es mir bewusst war, leckte ich mir augenblicklich über die Lippen und ehe ich mich versah, drückte mich Lucius’ Hand wieder auf sich, sodass er seinen Schwanz zwischen eben diese schob und quittierte meine auf der Stelle beginnenden Bemühungen mit einem wohligen Laut der Zustimmung. Ich genoss es, als ich gleichzeitig von vorne und von hinten einen von ihnen fühlte und nur noch ungehemmte Lust das vorherrschende Gefühl zu sein schien und nicht mehr Wut, oder Frustration.

Ein unglaubliches Gefühl, dem ich schon wieder viel zu lange entbehrt hatte und das mir nur diese beiden schenkten, wenn sie gemeinsam an einem Strang zogen. Wir waren zügellos und absolut ekstatisch. Wir bewegten uns alle so homogen, wie eine Einheit, dass es mir sämtliche Sinne vernebelte. Wir waren alle drei in einem absoluten Sinnesrausch gefangen, den wir jetzt für nichts in der Welt unterbrochen hätten.

Ich leckte, liebkoste, bekam teilweise kaum Luft und genoss gleichzeitig jeden Stoß, den ich von hinten empfing und die Hände, die überall auf mir waren. Nichts war mehr in meinem Kopf, als diese beiden Männer mich voll und ganz in Besitz nahmen, und mich damit fühlen ließen, dass ich für sie die begehrenswertesten Frau war, die es gab!

Plötzlich, während ich selbst fühlen konnte, wie ich mich meinem Gipfel näherte, zog sich der Bereich unter meinen Lippen zusammen und mit einem hörbaren ekstatischen Laut überschritt Lucius die Grenze und ich bemühte mich, alles was Lucius mir gab zu nehmen, als Severus nur Millisekunden danach ebenfalls folgte und sich laut stöhnenden in mir ergoss. Der Schrei meines eigenen Orgasmus wurde gedämpft, aber ich erzitterte darunter und wurde nur aufgrund von Severus’ Händen an meinen Hüften aufrecht gehalten, als er sich beinah schmerzhaft fest an mich presste.

Während dieses unglaublichen Ausmaßes an erregendem Genuss fühlten wir uns alle miteinander verbunden. Wir hielten uns gleichzeitig aneinander fest, aber ich fühlte vor allem, wie sie mich packten, hielten und streichelten und Severus verteilte kleine Bisse über meinen ganzen Rücken, die mir irgendwie das Gefühl gaben, dass sie mich markierten. Da griff Lucius in mein Haar und riss meinen Kopf hoch. Er beugte sich zu mir runter und küsste mich stürmisch, dabei fuhr selbst eine Hand von mir in sein Haar und ich krallte mich fest und erst als wir uns lösten, zogen sich mehrere lange Strähnen seines weißblonden Haares über seine noch wohl verpackte Brust.

Nur langsam normalisierte sich unsere Atmung wieder nach diesem besonderen Liebesspiel. Indes schnappte ich noch immer unter Lucius’ Küssen nach Luft, als Severus mein Kinn fasste, um meinen Kopf zu sich zu drehen, damit nun auch er mich küssen konnte, dabei zog er meinen ganzen Oberkörper zu sich hoch und Lucius ließ von mir ab, aber sofort lagen seine Hände wieder auf mir.
Was für ein Erlebnis und dabei drängte sich mir eine Offenbarung auf.
Ja, ich war wohl ganz und gar ihres!

Jedoch kam irgendwann der Punkt, an dem wir schlussendlich voneinander ließen und da musste ich gestehen, ich fühlte mich so komplett wie seit dem Drama im Manor nicht mehr. Mir hatte das Zusammensein mit ihnen wirklich gut getan und nach einem Schwenk aus Severus’ Zauberstab waren wir alle einen Moment später wieder gereinigt und vollständig bekleidet und wir alle hatten uns erhoben.

So standen wir uns gegenüber und sahen einander an. Dabei lag so viel in unseren Blicken, unausgesprochene Dinge, die bei unserem kopflosen Liebesspiel in den Hintergrund getretenen waren, aber sie laut auszusprechen würde auch keiner von uns wagen. Das war uns allen dreien gegenwärtig und es war dramatisch, wie sehr ich mich bei ihnen vergessen konnte, die Umgebung, meine Zweifel, einfach alles, aber dafür kam jetzt wieder alles mit Wucht zurück.

Kurz fiel mir das Atmen schwer und mir fehlten die Worte. Ich meine, was sollte man nach so einem Erlebnis sagen? Schön war’s und danke?

Das erschien mir unpassend, als ich bemerkte, wie wild Lucius’ Haar aussah. Eine Seltenheit, die mich verhalten schmunzeln ließ. Sein langes Haar war am meisten in Unordnung geraten. Weil meines immer eine mittlere Katastrophe war, fiel das bei mir nicht weiter auf, aber bei ihm umso mehr und so trat ich auf ihn zu und strich ihm die Strähnen zärtlich aus dem markanten Antlitz. Ich ging auf die Zehenspitzen, um ihm einen sinnlichen Abschiedskuss zu geben. Mir stand ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang bevor. Wir ahnten nur, was die Kobolde für uns auf Lager hätten, aber ich war mir der Boshaftigkeit dieser kleinen Wesen durchwegs bewusst, als ich ein Geräusch hinter uns vernahm und gerade noch bemerkte, wie Severus ohne Abschied gehen wollte.

„Warte“, rief ich ihm hinterher, denn so konnte er einfach nicht gehen und er stoppte tatsächlich.

Wenigstens hörte er auf mich und drehte sich zu uns, musterte uns mit erhobener Braue, als könnte er nicht nachvollziehen, was ich noch von ihm wollen könnte.

„Ich will mich auch von dir anständig verabschieden“, forderte ich heftig, aber er schüttelte abwehrend den Kopf.

„Das will ich gar nicht…“, meinte er jedoch leise.

Dabei schwang eine unausgesprochene Sorge mit, die mich berührte und ich machte mich eilig von Lucius los, der mich bisher sachte am Arm zurückgehalten hatte und er ließ mich ziehen, aber dafür meldete er sich zu Wort.

„Ich hoffe, dir ist bewusst, dass du uns sehr deutlich mit deinem Verhalten zeigst, dass ihr etwas völlig Idiotisches plant… oder?“, meinte Lucius jetzt mit einem abfälligen Ernst, der mir wie eine kalte Dusche vorkam.

Umso fester packte ich Severus’ Schulter und warf mich in seine Arme, was ihm gar nicht gefiel. Aber der Kuss, den er dann doch nicht verweigerte, war genau richtig und ich legte zu meiner eigenen Verwunderung viel Gefühl in den Kuss, sodass er sich nach viel zu kurzer Zeit daraus befreite, um mich vorwurfsvoll anzufunkeln. Sein Blick drückte aus, dass er sich mit Lucius, oh Wunder, mal wieder total und völlig einig war.

„Es ist nicht idiotisch… naja, es ist gewagt…. aber ich freu mich darauf“, versuchte ich sie mit meiner wirklich mickrigen Erklärung zu beruhigen.

„Sag Potter… er mag wichtig sein… unabdingbar für die Sache…“, meinte Severus dann mit dunklem Timbre. „Aber dass du allemal wertvoller bist und nicht für Lappalien draufgehen sollst“, mahnte er mit einem Beschützerinstinkt, der mich schmunzeln ließ.

„Hahaha, das werde ich ihm nicht sagen, sonst wird er überheblich, weil du ihn als unabdingbar bezeichnet hast und fürsorglich, weil er denkt, er muss mich beschützen und ich kann beides nicht brauchen!“, wehrte ich amüsiert, aber auch zutiefst bewegt ab.

Dass Severus mal solche Worte finden würde, hätte ich nie, niemals erwartet.

„Damit kam Potter auf die Welt“, resümierte Severus trocken, als ich mich von ihm löste und meine Hand zum Abschied hob. Ich musste hier raus, mir wurde das der Gefühle gerade zu viel.

„Ich… danke… für alles… wir… wir sehen uns…“, sprach ich eilig zu beiden und schlüpfte ohne einen Blick zurück hinaus.

Ich ließ sie und das Gewölbe mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter mir und eilte mit harten, erschlossenen Schritten einer ungewissen Zukunft entgegen.

Hermiones Sicht Ende

_________________
Nach oben Nach unten
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1496
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 37
Ort : München

BeitragThema: 638. I miss my father    Mi Jun 20, 2018 12:38 am

http://www.whenhermionefights.de

638. Kapitel I miss my father

Lucius Sicht

„Was halten wir davon?“, schnarrte Severus mit bemüht neutralem Ton aus dem Hintergrund, unterdessen sahen wir ihrer entschwindenden Gestalt hinterher.

Auf einmal war die kurze, leidenschaftliche Leichtigkeit hinfort gewischt und wir befanden uns wieder in der lastenden Realität des Krieges. Indes fand ich bravourös, dass er nun gar nicht mehr so eilig fortwollte wie noch vor einigen Sekunden. Mir sollte es recht sein und so nahm ich mir die Zeit, um zu antworten.

„Dass Potters Glück Bestand haben wird!“, erwiderte ich entschieden mit der mir innewohnenden Noblesse, während mich Severus‘ sparsame Miene reichlich zynisch musterte. „Was?“, meinte ich daraufhin recht schroff. „Zu dritt sind sie zwar eine wandelnde Katastrophe, aber auch gesegnet mit einem Haufen puren Glücks“, verkündete ich reichlich abwertend, aber innerlich hoffnungsvoll, da ich seit Jahren Potter innerlich als Glückskind bezeichnete.

Anders war es schlicht nicht möglich, dieser geballten Feindschaft zu entgehen, die ihm beständig Jahr und Tag in unserer Gesellschaft um die Ohren flog.

„Mehr Mut als Verstand…“, schränkte mein Gegenüber sofort mit seinem bissigen Zynismus ein. „Aber dein Wort in der Götter Ohren, Lucius“, zweifelte Severus offen und ich schenkte ihm ein maliziöses Lächeln.

„Götter? Neben mir?“, fragte ich mit doppeldeutigem und sehr blasiertem Unterton.

Jedoch war mir nicht nach Spaßen zumute, da ich bei seiner Aussage sofort wieder an seine Labilität in der Nekromantie denken musste und er bemerkte diese meine Gedanken mit einem sich verdüsternden Blick. Er wusste, mit welcher Skepsis und welchem Argwohn ich seine neu erwachten Interessen beobachtete und ich wusste, wie sehr er meine Einmischung missbilligte.

War es nicht tragisch, dass wir alle nicht immer das bekamen, was wir wollten?

„Du bist eine Zumutung, wahrlich…“, verkündete er da auch schon unheilschwanger, aber er ließ mich nicht zu Wort kommen, „… und lass dir gesagt sein, eine Frau wie Hermione hätte bis vor kurzem nicht zu mir gepasst, genauso wenig wie zu dir… von wegen Gott…“, grummelte er vorwurfsvoll und ich war gewillt, die Augen zu verdrehen.

„Dass es so etwas wie sie geben könnte, war bis vor kurzem auch noch eine unmögliche, da völlig abwegige Vorstellung!“, erwiderte ich souverän und schon machte er einen Schritt auf mich zu.

„Dann vergibst du ihr mildtätig einfach so? Das ist so völlig entgegen deinem sonstigen Gebaren“, äußerte Severus verächtlich und musterte mich durchdringend mit seinen so dunklen, so schwarzen Augen.

„Wohl an… was sagt uns dies und spar dir bitte deinen Sarkasmus…“, meinte ich herausfordernd und amüsierte mich königlich, da ich gespannt war, ob er es wagen würde, das hier zu weit zu treiben und meine Intentionen zu erfragen und zu hinterfragen.

Wobei, wenn ich so darüber nachdachte, konnte ich selbst nicht sagen, weshalb das alles heute hier so abgelaufen war. Doch war es nichts, was ich laut aussprechen würde. Währenddessen musterte er mich mit dieser steinernen Miene, die ihm so oft zu Eigen war, weshalb ich honorig meine Mundwinkel anhob, um mit meiner nächsten Frage das Thema zu wechseln.

„Wie findest du mein Zeichen?“

Da entgleisten ihm doch tatsächlich die Gesichtszüge. „Du willst echt darüber reden und dich feiern lassen, wie ausgesprochen hübsch es ist?“, echote es sprachlos von der Linken Hand und ich nickte affektiert.

„Auf ihr ist es eine wahre Zierde“, verkündete ich schlicht in meiner Arroganz.

„Es spiegelt deine tiefsitzenden Eigenschaften sehr gut wider… das… ja…“, rang er sich sichtlich schwer ab und verschanzte sich wieder hinter der Maske.

„Soll das eine Anspielung sein?“, fragte ich pikiert und warf ihm einen warnenden Seitenblick zu.

„Niemals, Lucius, niemals…“, meinte er hörbar amüsiert und schüttelte sein pechschwarzes Haupt.

Mit einem Wisch meines Stabes verschwand der See und offenbarte das Gewölbe und was wir dort geboten bekamen, ließ uns kurz verstummen. Denn nun waren die Geräusche dieses Exzesses auch für uns gegenwärtig, ein schneidendes, surrendes Klatschen erklang. Ich kannte es nur zu gut und wusste genau, wie es sich anhörte, wenn sich das Leder der Peitsche schnalzend tief in die Haut grub. Ein noch viel erfüllenderer Klang, ein absolut berauschender Klang, wenn es eine Person traf, die es mehr als nur verdiente und dem ich genüsslich nachhing, als ihre Schreie den Schmerz untermalten.

„Dass du das eSéparée in eine Blumenwiese verwandelt hast, wirkt nun noch skurriler“, erhob Severus nach einer Weile überlegend seine Stimme und ich wiegte mein herrschaftliches Haupt sachte hin und her.

„Das kommt meinen ästhetischen Attributen viel näher als diese Steinoase… ich verstehe nicht, weshalb hier jeder von euch darauf rumreitet“, entfuhr es mir dann doch genervt.

Warum stellen sie mich und mein Handeln permanent in Frage?

Ein Affront mir gegenüber, aber mein Augenmerk lag nun auf dem Gewölbe und dem illustren Treiben unter uns. Bilder wirbelten umher, dichter Rauch, singende Stimmen, vom Sex schweißglänzendes Fleisch, das Stöhnen und Knurren von Gestalten, die sich gewaltsam paarten. Feuchte glänzende Haare, knochige, rhythmisch zustoßende Hüften, all das vermischte sich zu einer eigenwilligen Kakophonie der Triebe, der man sich fast nicht entziehen konnte.

„Die scheinen auch ihren Spaß zu haben“, meinte Severus verächtlich.

„Naja, Bellatrix sieht etwas angestrengt aus“, erwiderte ich ironisch und betrachtete mitleidlos die gewalttätige Szene.

Gerade fiel Bellatrix erschöpft und gekrümmt nach vorne und ein Impuls in mir verspürte den Willen, mitzumachen. Ihr hilfloser und ausgelieferter Anblick war berauschend und die Lust, zu verletzen und Rache zu nehmen, war beinah übermächtig. Das Herz schlug mir bis zum Halse. Fasziniert betrachtete ich die wehrlose Gestalt, die sich im Gewölbe am Boden wand. Man sah ihr die panische Resignation an. Sie war ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und ich witterte regelrecht ihre Angst, obgleich sie versuchte, durch ihre aufgesetzte Verrücktheit und ein irres Grinsen zu verbergen, wie gedemütigt sie sich vorkam.

„Früher wärst du von Anfang an da unten gewesen und ja, du hättest dein Vergnügen mit Bellatrix gehabt…“, offenbarten Severus‘ nächste Worte, wie gut er mich kannte. Es war, als würde er ganz genau meine Gedanken und meinen Wunsch lesen können, wenngleich er mir nicht in die Augen sah.

„Das könnte ich auch heute!“, servierte ich umgehend.

„Ist dem wirklich so?“, zweifelte er offen mit dieser ölig schnarrenden Stimme, die einem mächtig auf die zarten Nerven gehen konnte.

„Ja, und sie weiß das…“, murrte ich missmutig, weigerte mich aber, ihn anzusehen.

„Denkst du das wirklich?“, piesackte er mit der ihm innwohnenden Bösartigkeit weiter. „Warum tust es dann nicht und gibst diesem Wunsch nicht nach, dich dem kapriziös hinzugeben?“, lag in seiner Frage durchaus eine Aufforderung.

Nämlich genau das zu tun, was ich wollte, jedoch vernahm ich auch seine kaum verborgene Süffisanz. Was für ein Spiel spielte mein werter Freund mit mir und so wandte ich meinen Kopf zu ihm hin, um ihn eindringlich zu mustern.

„Willst du mich verführen?“, fragte ich schrecklich blasiert nach, woraufhin sich Severus‘ sonst so ausdruckslose Züge zu einer schwer leserlichen Miene verzogen.

„Könnte ich das denn?“, fragte er mit einem eigenwilligen Timbre im schnarrenden Ton, der mich unwohl schlucken ließ.

Könnte ich es, würde ich es? Sollte ich, wollte ich?

Plötzlich packten mich diese unerwünschten Emotionen und ich fasste meinen Gehstock sehr fest, ja, auch wenn ich gerade Verführung, Leidenschaft und Befriedigung erlebt hatte, war es ein unglaublich erregendes Gefühl, zu wissen, dass wenn ich hinuntergehen würde, Bellatrix mir eine gänzlich andere Art der Befriedigung liefern würde.

sSie hätte um ein Vielfaches mehr Angst vor mir und dem, was ich ihr antun könnte, da sie mich kannte. Und ja, ihr Leiden würde meine Lust erneut aufleben lassen. Wie leicht wäre es, ihr die letzten Stoffreste, die sie am geschundenen Körper trug, zu zerfetzen und dadurch jedem obszön ihre völlige Blöße darzubieten und diesem Publikum meine Kunst vorzuführen, wie ich sie nach meinem Willen singen lassen würde.

Natürlich lag ihre Brust schon offen, dank Hermione, und selbstverständlich schimmerte die blutig klaffende Wunde gut sichtbar selbst zu uns ins Séparée. Es war ein Hohn und es hatte eine gewisse raffinierte Pointe, die mich schmunzeln ließ. Auch zierten einige rote Striemen und Kratzer ihren Leib, aber noch war ihr weißer Körper zu unberührt, als dass ich befriedigt wäre und ich malte mir aus, wie ausnehmend gut sich da die Male machen würden, die ich ihr zufügen könnte. Mein Blick glitt tiefer, ja, ihre Beine wären nur der Anfang. Der dünne Stoff des schwarzen Kleides, das sie schon in Malfoy Manor getragen hatte, würde kaum die Schläge mildern, die danach auf ihre Rückseite niedersausen würden. Der Stoff würde unter der Wucht reißen und mit jedem weiteren Schlag aus Bellatrix Lestrange ein wehrloses Spielzeug meiner Gnade machen. Zuerst würden sich die Stellen lila-blassblau unter der Haut verfärben, einen weiteren Schlag später blutrot anlaufen, um dann einem harten Hieb folgend das rohe Fleisch zu offenbaren, wenn die Haut aufplatzte und riss, weil die Peitsche sie wiederholt traf.

Der Gedanke daran durchströmte meinen Leib und ließ ihn voller Wonne erschaudern. Doch das genügte noch nicht und ich schluckte schwer. Da war die rasende Gier, Bellatrix auf dem Boden Schreie zu entlocken, die sie so noch nie von sich gegeben hatte. Das unbändige Verlangen, sehen zu wollen, wie ihre Augen sich vor Schmerz so sehr verdrehten, dass das Weiß darin zu sehen wäre, ein Weiß durchzogen von roten Äderchen, die kurz vor dem Zerbersten standen, und erst wenn sie glaubte, dass sie wirklich keine Milde zu erwarten hätte und dass heute ihre letzte Stunde geschlagen hatte und sie getötet werden würde, wäre Bellatrix so zerbrochen, dass ihr Körper auf eine Art geschändet werden konnte, wie ich sie in meinen Kerkern vorzog.

Das gerade vernehmbare Sirren in der Luft klang wunderschön, bevor sie der erneute Schlag traf und sich ihr ein losgelöster, schriller Schrei entrang und das holte mich wieder ins Hier und Jetzt zurück, sodass ich Severus‘ dunklen Blick registrierte, der mich sichtbar gespannt beobachtete.

„Ich wusste, dass dich ein Blick darauf nicht besänftigt…“, resümierte er nun überlegt, aber auch gleichzeitig zufrieden, dass seine Einschätzung richtig war. Er musterte mich mit diesem sonderbaren Ausdruck in den Augen, den ich nicht zu deuten wusste, der mir aber ganz eindeutig nicht gefiel. Hieß er es gut, oder nicht? „Du willst mitmachen? Ich sehe es dir an. Warum tust du es nicht? Was hält dich zurück?“, insistierte Severus weiter, der wusste, wie wenig ich mich sonst, gerade in diesem besonderen Bereich, zurückhielt.

Auch sie, das Biest, wusste es und mir war gegenwärtig, dass egal was der Grund für ihre Milde gegenüber Bellatrix gewesen war, es ihre Rachsucht nicht befriedigt hatte. Sie hatte sich dazu zwingen müssen, das hatte ich in ihren Augen lesen können. Und ich ahnte, Hermione verstand mich, aber dieses Wissen um ihr Verständnis machte mein Dilemma, jetzt da runter zu wollen, nicht besser.

„Wie schön, dass du es siehst“, höhnte ich affektiert, bevor ich mein aristokratisches Haupt schüttelte, um ihn im Anschluss scharf zu mustern. „Das bleibt unter uns!“

„Was genau meinst du?“, fragte er ölig. „Deinen brennenden Wunsch, da runterzugehen und mitzumachen, oder diese Übertreibung einer friedlichen Blumenwiesen-Oase? Dann möchte ich dir sagen und dich daran erinnern, Draco hat es gesehen“, gab er anmaßend zu bedenken und legte mit grausamer Zielgerichtetheit seinen Finger in die Wunde.

„Obliviate?“, bot ich süffisant an und grinste überheblich, da es mir eigentlich völlig egal war, was andere von mir dachten. Ich war Lucius Malfoy und unantastbar in meinem hochwohlgeborenen Gebaren.

„Hahaha“, amüsierte sich Severus köstlich auf meine Kosten und schüttelte spöttisch seinen Kopf. „Ganz ehrlich… so lange du nicht vor Zufriedenheit anfängst, im Sonnenlicht zu glitzern, ist alles gut“, verkündete er trefflich in seiner gelebten Ironie, so dass ich mir überlegte, darauf gar nicht zu reagieren. „Wer andere kennt, ist klug; wer sich selbst kennt, ist verzweifelt. Lass dir das gesagt sein. Ich gehe, Lucius… dir noch einen schönen Abend… mit wem… oder was auch immer…“, hob er die Hand und wollte sich abwenden.

Ich trat einen Schritt auf ihn zu, da es mich doch störte, dass er dachte, ich wäre derart leicht zu verführen. Es war eine sonderbare Stimmung zwischen uns, als wollte er mich testen, aber für was oder für wen, das war für mich nicht ersichtlich, weshalb ich auf der Hut war.

„Wenn du denkst, dass ich bis zum Ende bleibe, irrst du gewaltig… ich erwarte Kunde aus Bulgarien!“, erwiderte ich ein wenig zu heftig.

Das bemerkte ich sofort und ärgerte mich über meinen Schnitzer und kurz legte sich eine lastende Stille über uns, die ich nicht brechen würde, während eine seiner Brauen in die Höhe wanderte. Er schien seine nächsten Worte genau abzuwägen.

„Wegen einer Nachricht willst du das hinter dir lassen? Das hört sich brutal langweilig an“, offenbarte Severus mit einer Nachdrücklichkeit, die schmerzte, dass er mich durchschaute und so lächelte ich ihn versnobt an.

„Eigentlich soll mir jemand überstellt werden, der sich bisher standhaft Antonin widersetzt“, gab ich honorig zu und lächelte distinguiert.

„Aha, du erwartest also einen Gast…“, kam es unnachahmlich nonchalant von Severus, da er sehr wohl wusste, was dies für ein Gast wäre und dieser mit Sicherheit nicht froh darüber sein würde, meine Gastfreundschaft in meinen Kerkern zu genießen.

„So könnte man sagen…“, schmunzelte ich versonnen, dabei war ich bemüht, nicht wieder ins Gewölbe zu sehen und mich mit dem zu begnügen, was mich daheim erwarten würde.

„Mhm… sag mal“, wechselte Severus dann schnarrend das Thema, als würde ihn etwas beschäftigen. „Wusstest du wirklich nicht, ob er persönlich erscheint?“, wollte er plötzlich ziemlich ernst erfahren.

„Oh, ich sagte ihm, dass er nicht kommen soll“, erklärte ich durchwegs selbstzufrieden wegen meiner Anmaßung. Woraufhin Severus‘ Brauen in ungekannte Höhen wanderten.

„Tatsächlich? Ist das so? Genau so?“, zeigte mir seine hörbare Fassungslosigkeit, dass ich ihn erfolgreich schockiert hatte.

„Na, ich habe es schon anders formuliert, wenn du das meinst. Aber ich war recht bestimmend in meinem Auftreten…“, verkündete ich mit einem maliziösen Lächeln.

„Lucius… Lucius…“, murmelte mein sich verabschiedender Freund mit einem selten gesehenen, da sehr geheimnisvollen Lächeln auf den so dünnen Lippen, als er lautlos das Weite suchte und mich mit meinen Gelüsten alleine zurückließ.

Ich hatte sie alle verunsichert, indem ich diesen Garten hier geschaffen hatte.

Severus versuchte jetzt, mit seinen Fragen zu ergründen, ob und wenn ja, wie sehr ich mich verändert hatte und kurz fragte ich mich selbst: Hatte ich mich gewandelt? Kannte ich mich?

Ich überlegte, derweil wandte ich mich um, um wieder hinaus in das Gewölbe zu blicken. Fenrir schien als Nächster dran zu sein und er sah mit einem feisten, sehr wölfischen Grinsen auf Bellatrix hinab, die ihr Pech anscheinend gar nicht glauben konnte, dem Werwolf in die Pranken zu fallen. Ja, es ging blutig zur Sache, als er sie an ihrem Rücken kratzte und in ihren Nacken biss, was die anderen grölend und jubelnd untermalten. Er reagierte ganz eindeutig seine Wut an ihr ab. Er fickte sie hart von hinten und nur nach seinen Bedingungen. Ihr Gesicht verzerrte sich zu einer deutlichen Fratze des Schmerzes und wenn man bedachte, dass Fenrir heute Abend weder der Erste noch der Letzte war, fühlte ich eine minimale Genugtuung in mir aufkeimen.

„Vater?“, riss mich dieses eine so anklagend gesprochene Wort aus meiner Versunkenheit.

„Oh, Draco“, drehte ich mich nur langsam von dem Bild weg und sah meinen Sohn über meine Schulter hinweg an. „Du bist nicht dort unten?“, fragte ich unnötiger Weise.

„Um was zu tun?“, erwiderte er genervt und hob eine so helle Braue an.

„Was auch immer… Rache?“, bot ich zuvorkommend an und meine Hand deutete zu dem Fenster, woraufhin ein verächtlicher, um nicht zu sagen missbilligender Ausdruck in seiner blassen Miene Einzug hielt.

„Pfff, ich misch mich in Hermiones Rachepläne nicht ein…“, überraschte er mich mit seiner neugewonnenen Gelassenheit, ihr und ihren Plänen gegenüber. „Und ich bin nicht sicher, ob sie so froh darüber ist, dass Bellatrix gerade so zugerichtet wird…“, mahnte er sichtbar angeekelt von dem, was dort unten passierte, während ich innerlich verarbeitete, was er sagte, woraufhin ich mich ihm jetzt völlig zu und von dem Geschehen abwandte.

„Was… meinst du?“, ließ ich mich herab, explizit nachzufragen und da blitzte ein regelrecht schelmischer Glanz in seinen hellgrauen Augen auf.

„Dass das schon Greybacks zweite Runde ist“, verkündete er gemein und ich zeigte meine Verwunderung, indem ich meine aristokratische Stirn runzelte.

„Ist es?!“, murmelte ich selbstvergessen und drehte wieder ab, sah wieder genauer hin, bemerkte, wie Bellatrix erschöpft zusammensackte, bevor ich wieder zu meinem Sohn herumfuhr. „Du meinst, ich sollte es stoppen?“, fragte ich empört, als mir der Sinn hinter seinen Worten aufging.

Um ehrlich zu sein war ich von seiner Dreistigkeit mir gegenüber bodenlos brüskiert.

„Vielleicht?“, meinte Draco aufrichtig, aber wenig eingeschüchtert und zog die Schultern hoch, bevor er plötzlich nah an mich herantrat und nun ebenfalls einen Blick auf das blutige und morbide Spektakel richtete.

„Mhm…“, kommentierte ich diesen Vorschlag mürrisch.

Ich mochte es mir nicht eingestehen, aber es könnte sein, dass mein Sohn Recht hatte, aber gefallen musste es mir wahrlich nicht. Wenn ich zuließ, dass sie Bellatrix zugrunde richteten, wäre Hermiones Zurückhaltung ad absurdum geführt und da ich keinen Dunst hatte, ob das in ihrem Sinne läge, könnte es natürlich ihrem Plan abträglich sein.

Ein Ärgernis. Ich musterte meinen Sohn, der mit ausdrucksloser Miene dem Tumult dort unten zusah und so seufzte ich affektiert.

„Draco, du musst besser achtgeben“, sprach ich ihn übergangslos an und er fuhr zu mir herum, als hätte ich ihn mit meiner Wortwahl erschreckt.

„Auf was? Wo sind wir gerade?“, fragte er perplex und wirkte alles in allem, als müsste er auf der Hut vor mir sein.

„Irland…“, murmelte ich beinah tonlos. „Ich erwarte etwas von dir, nachdem ich Weasley als Vertreter der britischen Regierung nach Irland geschickt habe“, lag in meiner Verkündung eine Endgültigkeit, die Draco sichtbar weiß anlaufen ließ.

„Wie du willst…“, stotterte er und schritt in den Raum hinein, um Abstand von mir zu bekommen, als er Nerven zeigte und sich mit seinen Fingern durch die Haare fuhr.

„Denkst du, das hat Pius veranlasst? Er wollte dir Runcorn auf den Hals hetzen“, servierte ich untrüglich in meiner blasierten Art.

„Runcorn… also…“, murrte er und sah nun wieder mit Abstand auf die Gräueltaten, die das Gewölbe zu bieten hatte.

Aber ich war mir sicher, er sah nicht, was die dort trieben, sondern war geistig in Irland.

„Dann willst du, dass ich dir danke?“, kam es nach einer kleinen Ewigkeit sehr überlegt von ihm, woraufhin ich ihm ein honoriges Lächeln schenkte.

„Mhm… in letzter Zeit frage ich mich, wo mein Vater steckt?“, hob er sinnierend an und ich musterte ihn nach dieser Aussage indigniert. „Zuerst die Rettung vor dem Lord und seinem Zorn, ohne eine Gegenleistung zu fordern, dann dass du Irland schützt, indem du Percy Weasley schickst und dann das hier… eine Blumenwiese…? Und jetzt dein innerer Kampf, nicht dort runter zu gehen“, offenbarte sein letzter Satz, wie gut mich auch mein Sohn doch in Wahrheit kannte. „Nicht dein Ernst, oder Vater?“, lag ein Vorwurf in seiner Aussage, der mir nicht gefiel.

„Willst du mir etwas mitteilen?“, fragte ich daher lauernd.

„Mhm… ich vermisse meinen Vater…“, servierte er umgehend. „Zumindest den Teil, den ich bisher so gut einschätzen konnte. Mir gefällt nicht, dass ich das heute nicht mehr kann… also ja, ich vermisse dich, Vater!“, gestand er sichtbar widerwillig und sein anziehendes Gesicht verzog sich zu einer missgelaunten Miene.

„Ich bin immer wieder für Überraschungen gut…“, tat ich leger mit der mir innewohnenden Überheblichkeit ab, die mir schon immer zu Eigen gewesen war und mein Sohn nickte vorsichtig. „Begehe nicht den Fehler, zu denken, ich bin jemand anderes geworden… Draco, das bin ich nicht. Ich bin immer noch Lucius Malfoy“, dachte ich, eindringlicher werden zu müssen und lächelte wohlwollend, als er seinen Kopf vehement schüttelte.

„Nein, das bist du nicht“, widersprach er mir entschieden und ich runzelte die hohe aristokratische Stirn, irritiert wegen dieser harten Widerworte.

„Du irrst… selbst sie begeht nicht den Fehler, das zu denken!“, ermahnte ich ihn streng, als er verächtlich schmunzelte.

„Natürlich, sie ist und war immer in allem besser, oder auch böser, als ich…“, stimmte er mir mit Bitterkeit, aber für mich auch hörbar mit einem Hauch Wehmut zu. „Aber du bist heute nicht mehr der, der du vor ihr warst…“, behauptete mein Sohn reichlich dreist und ich verschränkte die Hände vor meiner Brust. Nach Severus war er der Zweite, der dies behauptete und es gefiel mir nicht. Erst recht nicht, als sich Dracos Züge zu einem unerwartet verschmitzten Lächeln verzogen.

„Das magst du nicht, nicht wahr, Vater? Aber es tut mir leid, dir diese Illusion zu nehmen… hier, genau hier… hier…“, rief er erregt und breitete seine Arme allumfassend weit aus. „Genau hier würden sich normalerweise die Weiber tummeln und du hättest mit allen und jedem Spaß, ohne Rücksicht auf Verluste. Es würde sich nur um dich und deine Bedürfnisse drehen, um sonst niemanden!“, verkündete er ungeschönt eine Tatsache.

Ein Fakt, dem ich nicht widersprechen konnte und auch nicht wollte. Es wäre eine Verleugnung und eine Lüge, die meiner hochwohlgeborenen Person zuwider war. Ich hatte mich noch nie belogen und ich würde nicht damit beginnen!

Es stimmte, insofern hatte ich mich wohl doch verändert.

„Du hast letztens mit Fenrir in deinem Kerker gelacht!“, klangen seine Worte in meinen Ohren wie ein Vorwurf und ich musterte ihn hintersinnig, dabei wurde ich mir der Empörung meines Sohnes bewusst. Er verstand nicht, wie wir hatten gemeinsam lachen können, beinah war sein Verhalten als süß und naiv zu bezeichnen.

„Du hast gelauscht“, erwiderte ich daher nur tadelnd, aber wirklich übel nehmen konnte ich es ihm nicht.

Wie sollte ich ihm erklären, dass Greyback und ich damit unsere Differenzen beigelegt hatten? Greyback hatte mir gezeigt, dass er meine Vormachtstellung akzeptierte und ich hatte ihm zu verstehen gegeben, dass ich ihm glaubte und insofern vertraute, dass er wusste, zu wem Hermione gehörte. Ja, es mochte eigenwillig, um nicht zu sagen grotesk und skurril auf Außenstehende wirken, aber für uns war die Sache damit geklärt gewesen.

„Bestraf mich doch“, tat Draco meinen vorhergehenden Tadel lapidar und ohne Furcht vor mir ab.

Daraufhin betrachtete ich meinen Sohn sehr genau und er hatte dann doch die Güte, unter meinem ehernen Blick ein wenig nervös zu schlucken. „Du hast noch nie gelacht…“, ging seine Erregung darüber weiter.

Dass ich mich in seinen Augen anders als sonst verhielt war verständlich. Jetzt trat er sichtbar aufgewühlt auf mich zu. Er rang anscheinend mit sich, ob er mich berühren sollte oder nicht, sodass ich mein Haupt auffordernd schieflegte. Ich würde ihm die Entscheidung überlassen, wie weit er in dieser Diskussion gehen würde.

„Will ich meinen alten Vater wieder? Unter keinen Umständen!“, erklärte er entschieden, ein Umstand, der meine Mundwinkel zucken ließ und mich aufrichtig amüsierte, da ich mit dieser Offenheit nie und nimmer gerechnet hätte. „Aber ich weiß, dass du noch genauso sein kannst! Oh ja, ich bin kein Narr, aber ich weiß auch, dass es dir gerade gefällt, anders zu sein, anders als früher. Ob das besser ist? Ich weiß es nicht. Das wird sich wohl oder übel erst zeigen müssen…!“, offenbarte er in meinen Augen eine Weitsicht, die weit über sein Alter hinausging und eindeutig zeigte, dass er eben kein Kind mehr war.

„Begehe nicht den Fehler und denke zu gut von mir“, erhob ich in einem seltenen Moment der ehrlichen Einsicht Einspruch. Aber vielleicht verständlich, vor allem da mir meine geistigen Abgründe von vorhin noch zu gut im Geiste waren.

„Niemals“, servierte mein Sohn umgehend und ohne zu zögern und ich nickte hoheitsvoll, auch wenn seine Tonlage durchaus als anmaßend zu bezeichnen sein könnte.

„Gut, gut dass wir uns verstehen…“, erwiderte ich leise, aber nicht nachtragend, als Draco mit einem sehr offenen Grinsen zu mir herumfuhr.

„Ja, habe ich Angst?“, meinte er regelrecht aufgekratzt. „Angst, dass du wieder so werden kannst? Jederzeit… Hoffnung… ist etwas absolut Verletzendes!“, raubte er mir am Schluss kurzzeitig die Sprache und er nutzte es. „Vater… nur wer sich sorgt, zeigt, dass er liebt“, verkündete mein Sohn kryptisch mit einem extrem gewagten Zwinkern und bevor ich seine so philosophischen Zeilen verarbeitet hatte, entfloh er schon, während ich erstarrte.

Er sprang hinfort, als hätte er zu viel gesagt, oder auch gewagt. Und natürlich hatte er dies auch eindeutig getan, indes sah ich ihm irgendwie ziemlich konsterniert hinterher, als er rasant das Séparée verließ.

Liebe?

Was für ein unsägliches Wort aus dem Munde eines Malfoy!

Ziemlich gewagt, um genau zu sein, und ziemlich unwahrscheinlich. Ein absolut lächerlich anmutendes Detail. Es störte mich, dass er mir dies vorwarf und was er damit implizierte und mir unterstellte!

Liebe, ein Wort aus fünf Buchstaben und ein Gefühl, das kein Alphabet der Welt korrekt beschreiben könnte und eine Emotion, die ich sehr weit von mir wies, da sie mir unbekannt war. Denn eines wusste ich aus langjähriger Beobachtung anderer Personen, nämlich dass Liebe nicht selten von einem Akt der Verzückung in einen Akt der Verzweiflung umschlug. Ich würde den Teufel tun und mich derart niederen Gefühlen und schlichten Emotionen hingeben.

Wo dachte mein Sohn nur hin?

Somit zog ich die wohlverpackten, plötzlich so steifen Schultern hoch und versuchte, nicht zu sehr darüber nachzudenken. Derweil wandte ich mich langsam ab, um ebenfalls das Séparée zu verlassen. Meine Schritte lenkten mich hinunter, zu den anderen, um dann… ja, um dann? Ja, um dann was zu tun? Was würde ich tun?

Ich stockte kurz und schüttelte indigniert mein aristokratisches Haupt, da ich wusste, was ich tun würde. Ich würde das wilde Treiben beenden und ihm nicht frönen und dafür sorgen, dass Bellatrix ihrem Hausarrest überantwortet wurde. Doch dann stoppte ich gänzlich, als ich die bittere Wahrheit mit all seiner grausamen Klarheit und mit all seinen unschönen Konsequenzen erkannte.

Ich sorgte mich um ihren Plan, um dessen Gelingen und deshalb würde ich dafür sorgen, dass es nicht an Bellatrix scheiterte, nachdem mich mein Sohn dezent darauf hingewiesen hatte. Und da fragte ich mich bitter, ob ich mich sorgte?

Schicksalsergeben schloss ich die Augen und stöhnte tief und sehr leidend auf.

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Verflucht aber auch! Was Lucius und Severus mit mir anstellten gehörte verboten!

Diese beiden Manipulatoren waren wahre Sünde und eine pure Versuchung und das alles zugleich und dazu noch verdammt gefährlich, für mich. Aber ich würde mich nicht beschweren, niemals.

Und so stand ich vor dem Shell Cottage und haderte, da ich mich abreagieren musste. Ich hatte die Haare, aber ich konnte mich jetzt nicht Bill und Fleur präsentieren, nicht nach dem Gewölbe, dafür war ich auf vielerlei Arten zu aufgewühlt.

Dann erst fiel mir hektisch ein, dass ich einfach gegangen war, ohne darauf zu achten, dass Bellatrix heil aus dem Gewölbe entkam, verdammt. Ich hatte gar nicht mehr an sie gedacht. Mist, ich biss mir auf die Lippe, das war mir aber auch nur entfallen, da meine Rachsucht nicht gestillt worden war und ich aus tiefster Seele wollte, dass man ihr wehtat und ich wusste, dass ich mich hierbei auf die anderen verlassen konnte. Dieses Eingeständnis tat weh.

Gleichzeitig trug ich die Sorge, dass Lucius vielleicht doch noch runtergegangen war und mitgemacht hatte. Wobei… würde ich es ihm vorwerfen? Verdammt, was für Abgründe sich in meinem nachtragenden Herzen öffneten.

Ab jetzt galt es, mein Hirn und alle Gefühle nur noch für die Aufgabe zu öffnen, die vor uns lag, weshalb ich entschlossen ausschritt. Sollte ich zurückgehen, oder darauf vertrauen, dass sie nicht zu weit gingen?

Wie auch immer, als ich schließlich zurückging fand ich das Gewölbe mehr oder minder verlassen vor und stockte schon wieder.

Anscheinend war Bellatrix von ihrem Schicksal errettet worden, aber von wem?

Ich huschte mehr oder weniger ungesehen von den wenigen noch Anwesenden davon und überlegte, dass ich noch einige offene Besuche zu erledigen hatte und entschloss mich spontan dazu, nicht zum Shell Cottage zurückzukehren, sondern mich der Pflege meiner Beziehungen zu widmen.

Und in dem besonderen Fall der Haustierpflege meiner Inferi. Es war an der Zeit, mein Ritual durchzuziehen, sicher war besser. Ich wollte nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt mit Lugh konfrontiert werden und ich musste eine gute Herrscherin der Inferi sein.

Weshalb ich vor der Burg in Irland ein Plätzchen suchte und dieses in einer Ruine mit Blick auf die Burg auch fand.

Zu meinem Erstaunen registrierte ich, dass dieser Ort anscheinend von jemand anderem auch als Ritualort aufgesucht wurde, interessant. Man spürte hier regelrecht die Energie, die einen auch schon ohne Magie berührte und ich ahnte, wer dieser jemand sein könnte und lächelte sanft.

Ich war mir beinah sicher, Gellerts Signatur aus jeder Pore erahnen zu können, als ich mich in meinem Pentagramm niederließ und meinen Dolch zückte, um mit meinem Blut den Pakt mit den Inferi zu stärken.

Während des Rituals fühlte ich mich leicht und erlöst, ich hatte mich allem und vor allem diesem Sein so vorbehaltlos hingegeben wie den beiden Männern im Gewölbe und durchlebte eine Leichtigkeit, wie ich sie selten verspürt hatte und genoss sie bis ins kleinste Detail. So zog ich routiniert mein Blutritual durch und badete förmlich in der Stille der tiefen und dunkle Nacht um mich herum, die mich beinah zärtlich umarmte. Langsam kam ich zur Ruhe und genoss es, allein zu sein und zu fühlen und alles fallen zu lassen was mich beschäftigte. Es wurde zu einer regelrechten Reinigung für mich, während ich meine untoten Kinder nährte.

Die Bewegungen der Beschwörung gingen mir mit Leichtigkeit und Eleganz von der Hand, was mir zeigte, wie sehr ich mich daran gewöhnt hatte, zwischen den Welten zu wandeln. In der Ruhe und Besinnung auf mich und meine Gedanken wurde mir umso mehr bewusst, wie nah wir dem Ende schon gekommen waren, denn alles spitzte sich unaufhaltsam zu.

Irgendwann würde es unweigerlich zur großen Konfrontation kommen müssen und davor wurde mir Angst und Bang. All die Opfer, die gebracht worden waren, waren nichts im Vergleich zu den Opfern, die in diesem Krieg noch gebracht werden mussten.

Was wiederum darüber bestimmen würde, wer siegte und wer verlor. Wer lebte… überlebte und wer schlussendlich sein Leben gab und starb!

Als mich die ersten Sonnenstrahlen des aufziehenden Morgens blendeten, vergegenwärtigten sie mir damit erst, dass ich die ganze Nacht hier verbracht hatte und so erhob ich mich mit kalten, steifen Gliedern aus meinem Schneidersitz und blickte über die wunderschöne Landschaft. Ich wollte nicht mehr ins Bett, sondern den Sonnenaufgang am Meer verfolgen.

Noch immer geisterte mir Dracos Nachricht, dass mich Gellert zu sprechen wünschte, im Geist herum und dass es wohl wichtig war, wenn er Eule spielte. So entschloss ich mich auch noch dazu, diesen aufzusuchen, bevor ich zum Shell Cottage zurückkehrte und einen Patronus später machte ich mich zu Gellert auf.

Ich klopfte und wartete. Aber er machte nicht auf und so war ich dreist genug, nach einiger Zeit die Möglichkeit des Slides zu nützen. Ich glitt ohne irgendwelche Probleme an seinen Zaubern und Flüchen, die sein Heim schützten, vorbei und kam dahinter in seiner Wohnung an. Nett, wirklich nett, wenn es so hinhaute und schade, dass es mir nicht möglich sein würde, so nach Gringotts hineinzukommen, zu schade aber auch.

Nachdem ich jetzt schon lange in meiner Kleidung rumlief, nahm ich mir die Freiheit, Gellerts Bad zu nutzen. Es war schön und gut, einen Reinigungsspruch anzuwenden, aber es war viel schöner und besser, nach dem Sex, aber erst recht nach dem Gewölbe, wirkliches Wasser zu haben, welches einem den Dreck restlos abwusch und so genoss ich die Wärme des Wassers, das auf mich herabprasselte.

Danach legte ich mich auf die Couch und wollte warten, aber ich schlief tatsächlich ein. Ich musste doch erschöpfter gewesen sein als gedacht. Als ich mit einem Ruck aufwachte, musste ich feststellen, dass es schon wieder Abend war, aber von Gellert war weit und breit nichts zu sehen. Somit sandte ich den Jungs nochmals einen Patronus, dass es länger dauern würde, auch wenn alles gut gelaufen war, aber ich noch anderweitig zu tun hätte und dann tat ich etwas, was ich seit langer Zeit nicht getan hatte, ich begab mich in die Küche, kochte etwas und aß dann alleine und las ein Buch, nur um spät nachts erneut auf der Couch zu schlafen.

So erwachte ich, nachdem mir ein verlockender Kaffeeduft und der verführerische Geruch gebratenen Frühstücksspecks entgegenwehte.

_________________
Nach oben Nach unten
 
Kapitel 637-638
Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Ludwig Revolution: Kapitel 15 & 16
» Das letzte Einhorn - Kapitel 09 - 11
» Tsubasa: Kapitel 026 - 030
» Seelen: Kapitel 26 - 28
» Seelen: Kapitel 47 - 49

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
When Hermione Fights :: When Hermione Fights :: Kapitel 601-650-
Gehe zu: