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 Kapitel 637-638

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BeitragThema: Kapitel 637-638   Di Jun 12, 2018 7:26 pm

WHF-Comic von [link href="https://www.fanfiktion.de/u/GOLDY92"]Goldy[/link]:
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[link href="https://www.pinterest.de/pin/90353536259550805/"]Erstes Kapitel Seite 1[/link]

637. Kapitel Garden Eden

Eine kurze Pause trat ein und zu meinem Entsetzen bemerkte ich an meinem rasenden Herzschlag, dass ich es ihnen wirklich sagen wollte, aber einfach nicht konnte, weil es viel zu gefährlich war, zu viele in diesen irrwitzigen Plan einzuweihen.

„Das soll uns beruhigen? Nicht dein Ernst!“, ätzte Severus abfällig, als Lucius plötzlich seine nun nicht mehr behandschuhte Hand erhob.

„Hermione“, sprach er mich akzentuiert an. „Dann will ich etwas anderes wissen. Euer Plan erklärt in meinen Augen nicht, warum du Bellatrix nichts getan hast“, kommentierte Lucius mit erzwungener Geduld und ich schüttelte plötzlich unerhört belustigt den Kopf.

Nur er war in der Lage, dass was ich getan hatte mit nichts gleichzusetzen!
Wenn man bedachte, dass ihre Narben genauso wenig weggehen würden wie meine und sogar noch schlimmer aussehen würden als meine, da ihr Severus’ heilende Hilfe nicht zur Verfügung stand, dann war das schon ein bisschen Rache. Unbefriedigend vielleicht, aber nicht nichts!

„Ich konnte Bellatrix weder arg verletzen noch töten, ich brauche sie lebend… noch…“, erwiderte ich hitzig, aber absolut ehrlich.

Denn ich war davon überzeugt, dass ich irgendwann meine Rache bekommen würde und plötzlich verstand ich, wie sich wohl Neville fühlen musste, seitdem er damals im Ministerium auf Bellatrix gestoßen war. Vielleicht hatte seit damals seine Veränderung eingesetzt?

„Dann hat diese Scharade wirklich einen Sinn und Zweck?“, fragte Severus hörbar zweifelnd.

„Natürlich…“, erklärte ich entschieden, während ich mir seufzend eine wilde Locke aus der Stirn strich und auf Lucius zutrat. „Zweifelt bitte nicht an meinem Willen. Willst du, dass ich dir ausführlich ins Ohr flüstere, was ich hätte machen wollen? Oder sogar können, als sie unter mir lag? Was mir im Geist herumging, wenn ich gekonnt hätte, wie ich wollte… anders als bei Re… bei Lupin hätte ich es genossen… sie leiden zu lassen“, bot ich Lucius hintersinnig an.

Ich wusste, dass ich ihm die schlimmsten Dinge, die schlimmsten Abgründe erzählen könnte und er wäre nicht abgestoßen, sondern eher davon angetan. Das würde ihm gefallen, aber dank Dracos Anwesenheit ging ich nicht zu weit. Ich wollte seine Meinung über mich nicht völlig begraben.

„Mhm… das hört sich gar sehr verführerisch an“, erwiderte Lucius umgehend mit einem tückischen Lächeln, das seine sanft geschwungenen Lippen gefährlich umspielte.

„Das hört sich für mich verdammt krank an“, kam es nun zum ersten Mal seit langer Zeit mit einer Vehemenz, die schmerzte, von Draco und ich fühlte mich in meiner weisen Vorausahnung, wie er dazu stand, bestätigt, weshalb ich die Augen schloss.

„Draco“, tadelte auch schon Severus leise aus dem Hintergrund.

„Was?“, meinte dieser aufbrausend. „Das ist doch alles krank… man sollte sie schnell fertigmachen… es aber nicht genießen“, fuhr er aufgebracht fort und wirkte ein wenig angewidert. „Schau dich doch um. Wer ist auf die Idee gekommen, das verfluchte Séparée in eine geschmacklose Wiese zu verwandeln? Was wird das hier für ein krankes Spiel?“, holte er vorwurfsvoll aus, dabei wandte er sich an jeden von uns, woraufhin sich eine lastende Stille über uns legte.

„Verschwinde“, kam es nun erschreckend leise, aber auch erschreckend bestimmt von seinem Vater, der seinen Sohn mit einer derart kalten Maske betrachtet, dass Draco hörbar schluckte.

„Bitte?“, wisperte Draco sichtbar bodenlos entsetzt wegen dieser schroffen Abfuhr, die sein Ausbruch zur Folge hatte.

„Ich sagte“, betonte Lucius jedes Wort sehr akzentuiert, „verschwinde, Draco, und halte dich im Manor zu meiner Verfügung… ich wünsche noch ein Gespräch mit dir, bevor du in die Schule zurückkehrst“, klang alles an diesem Befehl wie eine nebulöse Drohung, dass dieses Gespräch nicht besonders vorteilhaft verlaufen könnte.

„Ich… was?“, hauchte Draco entrüstet, sichtbar sprachlos wegen der Tatsache, dass er jetzt wieder gehen sollte und hier nicht mehr erwünscht war. „Das werde ich nicht tun, ich bin doch kein Kleinkind mehr… ich stehe dazu… Vater… du tust ihr eindeutig nicht gut, wenn du denkst, dass du ihre morbide Ader fördern solltest“, legte Draco extrem entschlossen nach und ich biss mir auf die Unterlippe. Eine ganz doofe Idee, Lucius gerade so zu reizen, wo er eh schon schlecht drauf war.

„Ab“, klirrte dieses eine Wort wie ein schmerzhafter Peitschenschlag durch den Raum und der lang ausgestreckte Arm mit dem zum Ausgang hin deutenden Zeigefinger machte es nicht besser.

„Auch wenn ihr alle denkt, ihr braucht mich nicht, so weiß ich es doch besser. Ich bin nötig, damit ihr nicht die Bodenhaftung verliert… und gerade Hermione darf nicht vergessen, dass sie ein besonderes Auge auf unseren Helden haben sollte. Ihr werdet schon noch sehen, was ihr davon habt, wenn ihr weiterhin so völlig über die Strenge schlagt“, hielt er uns sichtbar aufgewühlt vor und ich machte große Augen, weil ich nun erlebte, wie sehr Draco darüber besorgt war, wohin wir drifteten.

Sah er sich wirklich als unsere moralische Komponente? Und waren wir wirklich so schlimm wie er uns sah? Autsch, irgendwie tat das weh, was er von uns dachte und dass er an mir zweifelte schmerzte noch mehr, zu recht, oder zu unrecht?

„Draco!“, trat Severus aus dem Hintergrund. „Geh jetzt besser…“, wisperte er sehr, sehr leise, aber seine bestimmende Art schaffte es, auf Draco einzuwirken, da dieser plötzlich knapp mit dem Kopf nickte.

„Der Klügere gibt dann wohl nach…“, meinte er noch verächtlich, als er sich abrupt abwandte und davon rauschte.

Verdammt, jetzt fühlte er sich doch wieder wie ein kleiner, dummer Junge behandelt, der er nicht mehr war!

„Ein eindrucksvoller Abgang, nicht so gut wie meiner… aber gut… genug…“, erklärte Severus nach einigen Sekunden ironisch, nachdem wir alleine waren und ich verstand seinen Versuch, die angespannte, negative Stimmung aufzulockern.

Etwas, das ihm gelang, denn Lucius tat ihm den Gefallen, dass er plötzlich spöttisch auflachte. Doch dann zog ein spitzer Schrei selbst durch das gut gesicherte Séparée und wir drei sahen sofort zu dem See, der eine trügerische Ruhe vortäuschte, denn dahinter tobte die Zügellosigkeit der Exzesse im Gewölbe.

„Die anderen scheinen sich gut mit Bellatrix zu unterhalten“, meinte jetzt Lucius versöhnlicher, da der Schrei von ihr nichts von irgendeiner Ekstase hatte, sondern nur reinen puren Schmerz vermittelte. Ja, das war ein Schrei, der mir einen Schauder das Rückgrat hinunterlaufen ließ, aber zu meiner Schande musste ich gestehen, dass ich es gerne gewesen wäre, der ihr diese Töne entlockte und nicht irgendeiner dort unten.

„So hört es sich an“ , erwiderte Severus neutral, ohne erkennen zu lassen, ob es ihn berührte oder eben nicht.

Er klang völlig gleichgültig, als sich wieder diese angespannte Stimmung zwischen uns einschlich, die mir verspannte Schultern bescherte, da ich keinen Dunst hatte, wie ich sie vertreiben könnte. Ich wusste, das hier war mit einer der letzten Momente, der mir mit ihnen gegeben war, bevor ich mich in ein hirnloses Abenteuer stürzen würde, dessen Ausgang mehr als ungewiss war. Die Goblins waren kein nettes, oder gar verzeihendes Volk. Sie beschützten ihre Habseligkeiten mit einer gerissenen Boshaft, die nicht die Unversehrtheit des Diebes im Sinn hatte und die Studien der letzten Tage hatten mir offenbart, dass viele Unwägbarkeiten auf uns zukommen würden, da selbst Griphook nicht in alles eingeweiht war, weil die Kobolde nie alle alles wissen ließen, sondern immer nur Fragmente. Seine Freigabe ging bis zu Harrys Verliesstufe, wirklich tiefer kam er nur zum Arbeiten, aber die Geheimnisse der unteren Regionen waren auch ihm nicht völlig vertraut. Es war ein gutes System, das ich auch so austüfteln würde, aber uns half es kein Stück. Ich versuchte, diese unguten Gedanken zu verdrängen, nahm aber gerade meine Umgebung nicht wirklich wahr.

„Sieh bitte einmal nach, dass sie nicht zu nett zu ihr sind“, bat Lucius schließlich und schon verschwand Severus ohne ein weiteres Wort mit eben dem berauschenden Abgang, den Draco nicht hingelegt hatte, indem sich sein Mantel hinter ihm hoch aufbauschte.

„Du schickst ihn weg?“, fasste ich nach einiger Zeit den Mut, zu fragen.

Jedoch fand ich, ich klang seltsam hohl, dabei erwartete ich gar keine Antwort. So wie er mich musterte war klar ersichtlich, dass er mit mir allein sein wollte. Weshalb mich das Warum etwas nervös machte und ich mit meinem Umhang zu spielen begann, da mich sein wortkarges Gebaren noch unruhiger machte, da er noch immer nichts sagte. „Warum sieht es hier so aus?“, wollte ich in Erfahrung bringen, was mich eigentlich schon die ganze Zeit beschäftigte und mir ein großes Rätsel war.

„Weil du es hasst“, meinte er ohne Attitüde völlig ernsthaft und aufrichtig, woraufhin ich die Augen weit aufriss und ihn mit offenem Mund anstarrte.

Da saß er vor mir, in seinen schwarzen Roben, die er als Rechte Hand trug, auf diesem grünen samtenen Sofa und erzählte mir, dass er auf mich Rücksicht nahm? Nicht sein Ernst! Ich fühlte mich unwohl, da ich gerade nicht verstand, was er mit dieser Aussage bezweckte. Wo war der berechenbare Mann?

Doch dann erkannte ich mit einem Schock, dass ich nicht wollte, dass er anders war als sonst, als früher. Weil ich ihn so nicht einschätzen konnte und ich wusste, dass er niemals wirklich anders werden würde. Lucius war ein Chamäleon, das alles sein konnte, wenn er denn wollte.

Aber tief in sich war er immer er!

Unverwechselbar, unabänderlich und es war nicht mein Bestreben, ihn zu verwandeln. Wenn er dachte, das für mich tun zu müssen, dann würde ich mich schlecht fühlen.

„Nur keine Rücksicht auf zartbesaitete Wesen…“, knurrte ich daher dann auch recht unfreundlich, woraufhin er nur auf ziemlich snobistische Weise eine hellsilberne Braue hob. „Wo sind die Dienerinnen?“, fragte ich schneidig, denn nichts konnte mich vergessen lassen, wo wir uns befanden.

„Ich wünschte Einsamkeit“, erwiderte er schlicht.

„Soll ich gehen?“, bot ich ihm gehässig an, woraufhin er Zähne zeigte.

„Sei nicht derart dreist… das bist du in letzter Zeit sogar öfter…“, tadelte er mich mit absolut snobistischem Timbre. „Ich genieße auch die Abwechslung… das ist dir bewusst… verkenne dies hier nicht als einen Wandel…“, verkündete er weiterhin ziemlich überheblich, weswegen ich die Augen empört aufriss. „Oh ja, zum ersten Mal fällt es mir sehr leicht, in dir zu lesen… aber interpretiere nicht mehr hinein als es ist…“, spielte er seine eigene Attraktion herunter und unterstrich seine Abwertung mit einer hinfortwischenden Geste. „Es ist nichts weiter als eine kleine Aufmerksamkeit, weil ich weiß, dass hier viel passierte, was nicht deinen Wünschen entsprach und ich heute nicht das Bedürfnis verspürte… daran erinnert zu werden…“, beendete er seine Ausführungen, dabei verengten sich meine Augen zu abwägenden Schlitzen.

Dieser durchtriebene Manipulator. Und so zögerte ich keine Sekunde, ihm zu antworten. „Tut mir lei…“

„Das tut es dir nicht“, unterbrach er mich, indem er meine Entschuldigung mit einer verächtlichen Geste seiner Hand abtat.

„Aber redest du dir nichts ein, bei dem, was du da gerade so schön vorgetragen hast?“, reizte ich ihn, indem ich ihm eindeutig zeigte, dass ich ihm kein Wort glaubte und wieder warf er mir einen dieser taxierenden Blicke zu, der mir durch und durch ging.

„Das Gewölbe in seiner gestalterischen Aufmachung kommt meinem Sinn für Ästhetik nicht mal im Ansatz nach… stell dir vor!“, höhnte er unglaublich blasiert, dabei verzogen sich seine Mundwinkel süffisant, als ich die schlichte Wahrheit hinter seinen Worten ausmachte.

Es stimmte. Er liebte Prunk, Protz und Pracht. Das Schöne und Aufwendige, das allem innewohnte, damit umgab er sich im Manor als auch in Syon, selbst in seinem Büro war alles als ausgewählt und erlesen zu bezeichnen. Aber hier die Felsen, das Finstere, das Rohe und Gewöhnliche, das dem Gewölbe zu Eigen war, das war nichts mit dem sich Lucius gewöhnlich umgeben würde, da es unter seiner Würde war. Es war eben zu schlicht und zum Teil absolut unluxuriös und zu meiner Schande fühlte ich mich nun, als hätte ich mich zu wichtig genommen, indem ich annahm, es ginge tatsächlich nur um mich, vielleicht war es so wie er es sagte und das hier war auch für ihn?

Boah, war ich arrogant, dabei warf ich ihm beständig vor, dass er es war!

„Demut…“, riss mich dieses eine Wort aus meinen Gedanken und er lächelte mich hoheitsvoll an. „Selten, dass ich das bei dir erkennen darf“, meinte er überheblich schmunzelnd und ich riss mich gerade noch zusammen, nicht aufzubrausen.

Aber ich wusste, dass er das nur tat, um mich zu reizen und ja, dies war ein leichtes für ihn, wie ich mir widerwillig eingestand und dann landete mein feuriger Blick auf seiner Person. Auf seiner stattlichen Aufmachung, die wie immer etwas hermachte und wie er da so selbstherrlich vor mir saß, fühlte ich es in mir brodeln. Er war für mich ein beinah unwiderstehlicher Mann und unbewusst leckte ich mir über die Lippen.

„Demut?“, wisperte ich leise vor mich hin. „Aha, bei dir hat sich einiges angestaut? Sehe ich das recht?“, fragte ich aufreizend nach und erinnerte mich an die Bibliothek, dann jetzt das Drama mit Bella. Machmal vergaß ich, dass auch er einfach nur ein Mann war. „Du bist immer noch nachtragend, weil ich dich in der Bibliothek… stehen gelassen habe…“, ließ mich der jetzt aufflackernde Funke in seinen sturmgrauen Augen kurz stocken und mich durchzuckte eine untrügliche Erregung, als ich diese Situation wieder klar vor mir sah. Seine sichtbare Erregung, meine beinah unbezwingbare Lust, ihn zu verwöhnen und selbst verwöhnt zu werden, sodass ich fühlte, wir mir die aufsteigende Röte in die Wangen schoss.

„Dreist“, schüttelte er gespielt betrübt sein Haupt. „Ich bin zu nachsichtig mit dir…“, erwiderte er daraufhin sanft, trügerisch sanft.

Indes nahm ich natürlich die sich anstauende erotische Schwingung zwischen uns wahr, die sich in dieser unwirklichen Blumenwelt auch noch besonders passend ausbreitete. Als ich ein Rascheln hinter mir vernahm, bemerkte ich dadurch, dass Severus wieder da war.

Und ganz plötzlich schlug mir mein Herz bis zum Hals.

Beide Männer musterten mich interessiert, um nicht zu sagen taxierend, wie ein zu jagendes Wild. So als wollten sie erst einmal genau beobachten, wie ich reagierte, was ich als nächstes tun würde. Beide strahlten eine verboten animalische Anziehungskraft auf mich aus und gerade wurde mir unerträglich hieß.

„Und wenn ich jetzt zu dir… lieb danke sage?“, fragte ich hörbar lasziv.

Dabei warf ich meine Bedenken, wo wir mal wieder waren, über Bord und schritt mit langsam wiegendem Schritt verführerisch auf ihn zu und verharrte in der Mitte des Raumes. Eine kleine Ewigkeit sagte keiner von ihnen etwas und wieder waren die Männer in meinem Fokus, deswegen blickte ich immer wieder zwischen ihnen hin und her. Lucius löste als erster die Starre von uns dreien, da er nach seinem Gehstock griff, unter meinem skeptischen Blick den Zauberstab zog und mit seiner anderen Hand die Flasche Champagner zu sich holte, die neben ihm in einem Kühler bereitgestanden hatte. Bisher hatte ich das gar nicht wahrgenommen. Indes verwandelte sich die Spitze des Zauberstabes zu einem kleinen geschwungenen Säbel. Was sollte das werden?

Kurz sah ich zu Severus, der verbissen um einen ernsten Gesichtsausdruck kämpfte, aber er konnte nicht die Belustigung in seinen dunkel funkelnden Augen verbergen. Dann legte Lucius die Scheide des Säbels am Bauch der Flasche an und zog ihn in einem 20 Grad Winkel in einer einzigen geschmeidigen und so fließenden Bewegung über das Glas zum Flaschenhals, gegen den Wulst des Flaschenkopfes. Dadurch wurde der Kopf der Champagnerflasche zusammen mit den Korken abgeschlagen.
Der abgeschlagene Kopf schlug nach einem Plopp auf dem durchsichtigen Boden laut klirrend auf und damit löste sich die beinah unerträgliche Anspannung, während ein wenig des wertvollen Nass aus der geköpften Flasche sprudelte.

„Du sabrierst?“, zerstörte Severus Lucius’ Performance mit einem verächtlichen Schnauben, woraufhin auch mir ein amüsiertes Zucken meiner Mundwinkel entschlüpfte.

Ein Lachen kratzte in meiner Kehle, denn selbst Lucius’ unterdrücktes Schmunzeln zeigte, dass er ebenfalls gut unterhalten war. Er war sich bewusst, dass ich als auch Severus das total übertrieben fanden, aber er wäre nicht Lucius, wenn er nicht darüber stehen würde und so füllte er in aller Seelenruhe die hohen Gläser mit der roséfarbenen Flüssigkeit, nur um dann mir und Severus die Flöten magisch zuzuschicken.

„Auf einen schönen Abend“, betonte er unsagbar anmaßend und prostete uns mit dieser ihm eigenen, vornehmen Noblesse zu. Ich blickte leicht sprachlos das Glas an. Naja, zumindest hatte ich auf Stärkeres gehofft. Dieser veränderte Ort und jetzt diese Show, all dies machte mich minimal sprachlos.

„Koste“, forderte Lucius.

Mit sengendem Blick zu ihm trank ich von dem hervorragendem Champagner und erst jetzt registrierte ich, wie durstig mich das ganze bisher Geschehene gemacht hatte und so trank ich noch einen Schluck, um meine flatternden Nerven zu beruhigen. Ich war nicht blöd. Ich wusste und ahnte, worauf das hier hinauslaufen würde, ich konnte nur nicht sagen, wie es ablaufen würde und das ließ mich auf der Hut sein. Severus hatte uns interessiert beobachtet, bevor er nun auch sein Glas ansetzte und es in einem Zug leerte und dann auf einem Vorsprung abstellte. Er ging auf das Sofa zu und wollte sich neben Lucius setzen, aber dieser blickte sofort tadelnd zu ihm.

„Severus? Hat dich jemand dazu aufgefordert, es dir bequem zu machen?“, erklang Lucius’ Stimme sanft wie Seide, woraufhin Severus mitten in seiner Bewegung innehielt und eine ausdruckslose Miene zu Lucius wandte.

Das bezwingende Wesen dieses despotischen vor uns sitzenden Mannes, dessen Persönlichkeit beständig Macht forderte und die sein einzigartiges Charisma auch verströmte, machten mich unglaublich an. Es kribbelte in mir, ihm zu zeigen, dass es mir egal war, aber wenn ich ehrlich war, stimmte das nicht wirklich. Ich wollte die Zeit, die mir mit ihnen blieb, noch genießen und ja, hier in diesem so anderen Ambiente konnte ich leicht verdrängen, wo ich mich eigentlich befand. Gerade goss Lucius sich ein neues Glas ein und lehnte sich, das Glas in der Hand, gemütlichen zurück und sah uns beide, die wir vor ihm standen, an.

„Ist jetzt die rechte Zeit für deinen Dank?“, fragte Lucius lasziv und das mit einem lässigen Selbstverständnis, das ungemein arrogant anmutete und ich hob abwägend eine Braue an.

„Die Bibliothek lässt dich nicht los?“, amüsierte ich mich gehässig und kicherte verächtlich, während er rau auflachte und mir leicht affektiert zuprostete.

„Unfug“, meinte er auf einmal ernster. „Ich will dich reizen… ärgern… aufziehen… nach dieser Scharade, an der du uns hast teilha…“, kam er wieder auf den Grund seines Missmutes zu sprechen, aber er brach abrupt ab, da ich mein Glas auf den Boden donnerte.

Mein Glas zersprang laut klirrend auf dem durchsichtigen Boden in viele kleine Scherben. Kurz streifte mein Blick über die blühende Wiese, die unter meinen Schuhen in all ihrer farbenfrohen und duftenden Pracht darniederlag. Er wollte mich und ich wollte ihn, egal was zwischen uns passiert war. Er hatte hier alles verändert und er hatte es nicht rückgängig gemacht, obwohl er sauer war und ich wusste und akzeptierte das alles. Hier ging es nur darum, seinen Standpunkt klarzumachen, dass er derjenige war, der das Sagen hatte und doch würde ich meinen Willen bekommen. Denn ich würde von hier verschwinden, ohne ihnen meine Geheimnisse anvertraut zu haben. So sah es aus und so ging ich ganz langsam und ganz bedacht auf ihn zu.

Ich ging freiwillig zu Lucius, der mir gespannt mit einem sichtbar amüsierten und an sich überlegenen Funkeln in den Augen entgegensah. Als ich vor ihm stand, streckte ich meine Hand ganz langsam, ganz vorsichtig aus, berührte sachte seine Haut und strich vorsichtig mit den Fingerspitzen von seiner Schläfen aus über die Wange bis zu seinem Kinn und kurz stockte ihm der Atem. Ich hatte alles um mich herum vergessen, da ich nur ihn anvisierte, als Severus von hinten an mich herantrat und um meine Schultern fasste, um mir die Schließe vorne zu öffnen, auf dass er mir den langen Mantel auszuziehen konnte.

Kurz fröstelte mich in dem löchrigen, asymmetrischen, aber bis zum Hals hochgeschlossenen Kleid, das ich trug, als die kühle Luft über mich strich. Danach spürte ich, wie er seine Hand unter mein Haar gleiten ließ, um meinen Nacken freizulegen. Ich schnappte nach Atem, wollte meine Hand von Lucius’ Wange nehmen, als dieser sie jedoch fasste und seine Lippen unterhalb meines Handgelenks auf meinen wild klopfenden Puls presste. Während Severus mich in meinem Nacken küsste. Dort liebkoste er das kleine Dark Mark, das an dieser Stelle ansonsten wohl versteckt lag. Mein Blick indes war fest auf Lucius gerichtet, der mich ebenso intensiv ansah und sonst nichts tat, selbst jetzt ließ er meine Hand nicht los.

Irgendwie kam es mir so vor, als ließen sie mich nicht aus den Augen, als wollten sie mich fühlen lassen, dass ich zwischen ihnen gefangen war. Gerade nestelten Severus’ geschickte Finger an meinem Kleid. Ich hörte, wie er den Reißverschluss in meinem Rücken hinabzog. Währenddessen blieb ich völlig unbewegt stehen, nur mein Atem änderte sich und wurde unsteter. Lucius wirkte arg fokussiert, als er das Glas in seiner anderen Hand sinken ließ und ich konnte die steigende Erregung in seinen Augen ausmachen, die seine Wut und alle anderen Empfindungen verdrängte. Da streifte Severus das Kleid langsam und genüsslich an meinem Körper nach unten, zuerst über meine Schultern, dann über meine Brust. Erst dann blieb das Kleid auf meiner Hüfte liegen, bis es auf einmal mit einem leisen Rascheln ganz zu Boden fiel und das einzige Geräusch neben dem Geplätscher des Wassers war. Lucius betrachtete mich absolut fasziniert und leckte sich genießerisch über die Lippen, jedoch wusste ich nicht, was ihn so fesselte, denn ich trug keine besonderen Dessous, nicht heute. Ein schlichter schwarzer BH und ein dazu passender Slip, nicht mehr und nicht weniger, und meine Stiefel, die ich noch immer trug, waren nicht wirklich schön. Sie waren zweckmäßig für den Kampf.

Severus entfernte unterdessen meinen BH und meine Dolche und noch immer lag Lucius’ Blick auf mir und schon wieder leckte er sich unbewusst über die Lippen, während sein hungriger Blick über meinen Körper wanderte, was Severus ein leises, unglaublich erotisches Lachen entlockte und mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Severus’ Hände umfassten mich, sie waren überall und fuhren meinen Körper hinab, als er auf einmal meine Brüste packte. Er presste sie Lucius präsentierend, woraufhin ich leise aufstöhnte, aber er hielt sich nicht auf, sondern seine Hände glitten weiter zu meinem Bauch und es erweckte den Anschein, dass er mich Lucius regelrecht dar- und feilbot und den Markierungen an meinem Körper huldigte.

Lucius genoss die Show, die ihm geboten wurde, und ich erwiderte seinen erregten Blick aus sturmgrauen Augen. Dabei erbebte ich unter den findigen Fingern und Severus ließ seine Hand für einen Moment dort auf dem Zeichen der Familie liegen und zog mich ein Stück näher an sich heran, auf dass ich seine harte Erregung deutlich an meinem Po fühlen konnte.

„Lehn dich vor“, wisperte Severus und ein Schauer jagte durch meinen angespannten Körper, als sein Atem wieder über mein Ohr strich.

Da ich nicht sofort reagierte, übernahm er und drückte mich nach vorne und ich beugte mich weit vor, zu Lucius hin. Meine ausgestreckten Arme landeten auf Lucius’ Schulter, mein Gesicht war nur minimal von dem seinen entfernt und noch immer rührte er sich nicht. So stand ich mit gespreizten Beinen und geradem Rücken posierend da und ja, verdammt, ich wusste, was sie taten!
Severus führte mich wie ein Lamm zur Schlachtbank und ich erzitterte in der Erwartung, was gleich mit mir passieren würde. Severus’ Hände glitten spielerisch sanft über meine Haut und mein Rückgrat hinab, was dazu führte, dass ich bebte und leicht schwankte. Als nächstes fühlte ich, wie Severus’ Hände über meine Pobacken strichen und wie sie ganz zärtlich über Lucius’ Zeichen auf meiner Rückseite entlangfuhren.

Da hielt mich nichts mehr und ich presste heisshungrig meine Lippen auf die von Lucius. Sofort erwiderte er wie ein Verhungernder den Kuss und stöhnte rau auf. Es klirrte erneut, da nun sein Glas hinunterfiel, aber von keinem von uns Beachtung fand. Unsere Zungen spielten auf geradezu verruchte Weise miteinander und mein Stöhnen wurde lauter, als sich Lucius über meine Brüste hermachte. Severus hinter mir tat dasselbe was Lucius von vorne machte, nur dass er meine Pobacken knetete. Natürlich war mir meine aufreizende Stellung zwischen diesen beiden Männern nur zu bewusst, vorne Lucius, hinten Severus und dieser fuhr geradezu schmerzhaft sanft über Lucius’ rundes Symbol. Er liebkoste meine Haut und streichelte mich immer mehr. Inzwischen war er bis zu meinen Oberschenkeln vorgedrungen. Seine Fingerspitzen glitten tiefer, schoben sich in den Bund meines Slips und als sie in meine feuchte Wärme vordrangen, keuchten ich und Lucius gleichzeitig auf und ich warf meinen Kopf in den Nacken, als Severus mich kommen ließ.

Ich wurde weiterhin verwöhnt und als mich ein unkontrolliertes Zittern durchlief, ließ ich mich auf die Knie sinken und Severus hielt mich nicht auf. Jetzt kniete ich vor Lucius und dachte unweigerlich an die Bibliothek und nach einem raschen Blick nach oben zu ihm wusste ich, dass es ihm ähnlich ging.
Ohne zu zögern griff ich nach seinem halb erigierten Penis, wobei ich ehrlich gesagt nicht wusste, wer ihm die Hose geöffnet hatte, aber es war mir gleich. Ich hatte freien Zugriff und darauf kam es an. Ich fasste ihn hart am Schaft und ihm entfloh ein unsagbar schöner Ton, der mir zeigte, dass es ihn nicht kalt ließ und da neigte ich mich vor, öffnete die Lippen und schob ihn mir so tief in den Mund, dass Lucius einen überraschten Laut von sich gab. Zuerst langsam, dann etwas schneller fuhr ich mit dem Kopf vor und zurück, und immer wenn seine Eichel zwischen meinen Lippen lag, fuhr meine Zungenspitze gleichzeitig verführerisch über deren Spitze. Als ich dies zum wiederholten Male tat, schmeckte ich seinen kühlen Lusttropfen, den ich ihm entlockt hatte und der mir eine Ahnung davon gab, wie er mich mit seinem Geschmack vollends überschwemmen würde, wenn ich voller Inbrunst so weitermachte und mir war bewusst, dass Severus uns beobachtete.

Nun war Lucius’ kühle Lust nicht mehr zu merken und inzwischen war sein Glied so hart, dass ich Probleme bekam, es im Mund unterzubekommen, ohne dass meine Zähne sich in das empfindliche Fleisch gruben. Lucius hingegen wurde ungeduldiger und schob sich mir tatsächlich im Takt entgegen und plötzlich griffen seine Hände in mein Haar, um mich festzuhalten, dabei schob er sich noch tiefer in meinen Mund.

„Severus?“, kam es auf einmal gepresst, aber auch fordernd, von Lucius, während er verharrte.

Da verstand ich auch, weshalb Lucius mich so gefangen nahm. Einem Impuls folgend hätte ich von ihm abgelassen und mich umdrehen wollen, da ich Severus hinter mir total vergessen hatte. Aber ich kam zu nichts, denn da begann Lucius’, den Rhythmus vorzugeben und zog meinen Kopf nach oben und dann nach unten, nun gab er mir das Tempo vor. Sofort war Severus da und hatte Lucius’ Aufforderung verstanden, zur Tat zu schreiten. Er kniete sich nun hinter mich, packte meine Hüften und zog mich hoch, sodass ich nur noch auf den Knien verharrte und eine Hand eilig auf dem Boden abstellte, um einen guten Stand zu haben. Mein Po reckte sich Severus aufreizend entgegen, während ich mit meinem Kopf in Lucius’ Schoß hing und seine mächtige, glänzende Erektion mit meinem Mund verwöhnte. Es passierte nun schon wieder, dass ich gleichzeitig mit ihnen zugange war und ganz ehrlich, in mir ballte sich eine leidenschaftliche Anspannung, die geradezu gierig und ungeduldig war, gestillt zu werden. Ich erkannte die Vorzeichen, die mir mein Körper sandte und die mir verdeutlichten, wie sehr ich die Situation willkommen hieß und ich geradezu ungeduldig gespannt war, wie weit sie diesmal gehen würden, denn diese Entscheidung trafen sie und nicht ich.

Severus schob meine Beine noch ein wenig weiter auseinander und zog den störenden Stoff nur zur Seite, um sich einem Moment später ohne weitere Vorankündigung in mich hinein zu schieben und ich entließ Lucius aus meinem Mund, um einen kleinen Schrei auszustoßen. Denn Severus nahm mich tief und intensiv. Ich keuchte laut auf, warf den Kopf in den Nacken und presste die Augen für einen zittrigen Atemzug fest zusammen. Als ich bei dem nächsten Stoß die Augen wieder öffnete, sah ich direkt in die weit offenen, lustverschleierten Augen von Lucius. Er rührte sich nicht weiter, verkrallte nur seine Finger in meine Locken.

Indes stieß Severus wieder und wieder in mich hinein, hielt mich dabei an der Hüfte und zog mich seinen Stößen jedes Mal ein Stück entgegen. Ohne dass es mir bewusst war, leckte ich mir augenblicklich über die Lippen und ehe ich mich versah, drückte mich Lucius’ Hand wieder auf sich, sodass er seinen Schwanz zwischen eben diese schob und quittierte meine auf der Stelle beginnenden Bemühungen mit einem wohligen Laut der Zustimmung. Ich genoss es, als ich gleichzeitig von vorne und von hinten einen von ihnen fühlte und nur noch ungehemmte Lust das vorherrschende Gefühl zu sein schien und nicht mehr Wut, oder Frustration.

Ein unglaubliches Gefühl, dem ich schon wieder viel zu lange entbehrt hatte und das mir nur diese beiden schenkten, wenn sie gemeinsam an einem Strang zogen. Wir waren zügellos und absolut ekstatisch. Wir bewegten uns alle so homogen, wie eine Einheit, dass es mir sämtliche Sinne vernebelte. Wir waren alle drei in einem absoluten Sinnesrausch gefangen, den wir jetzt für nichts in der Welt unterbrochen hätten.

Ich leckte, liebkoste, bekam teilweise kaum Luft und genoss gleichzeitig jeden Stoß, den ich von hinten empfing und die Hände, die überall auf mir waren. Nichts war mehr in meinem Kopf, als diese beiden Männer mich voll und ganz in Besitz nahmen, und mich damit fühlen ließen, dass ich für sie die begehrenswertesten Frau war, die es gab!

Plötzlich, während ich selbst fühlen konnte, wie ich mich meinem Gipfel näherte, zog sich der Bereich unter meinen Lippen zusammen und mit einem hörbaren ekstatischen Laut überschritt Lucius die Grenze und ich bemühte mich, alles was Lucius mir gab zu nehmen, als Severus nur Millisekunden danach ebenfalls folgte und sich laut stöhnenden in mir ergoss. Der Schrei meines eigenen Orgasmus wurde gedämpft, aber ich erzitterte darunter und wurde nur aufgrund von Severus’ Händen an meinen Hüften aufrecht gehalten, als er sich beinah schmerzhaft fest an mich presste.

Während dieses unglaublichen Ausmaßes an erregendem Genuss fühlten wir uns alle miteinander verbunden. Wir hielten uns gleichzeitig aneinander fest, aber ich fühlte vor allem, wie sie mich packten, hielten und streichelten und Severus verteilte kleine Bisse über meinen ganzen Rücken, die mir irgendwie das Gefühl gaben, dass sie mich markierten. Da griff Lucius in mein Haar und riss meinen Kopf hoch. Er beugte sich zu mir runter und küsste mich stürmisch, dabei fuhr selbst eine Hand von mir in sein Haar und ich krallte mich fest und erst als wir uns lösten, zogen sich mehrere lange Strähnen seines weißblonden Haares über seine noch wohl verpackte Brust.

Nur langsam normalisierte sich unsere Atmung wieder nach diesem besonderen Liebesspiel. Indes schnappte ich noch immer unter Lucius’ Küssen nach Luft, als Severus mein Kinn fasste, um meinen Kopf zu sich zu drehen, damit nun auch er mich küssen konnte, dabei zog er meinen ganzen Oberkörper zu sich hoch und Lucius ließ von mir ab, aber sofort lagen seine Hände wieder auf mir.
Was für ein Erlebnis und dabei drängte sich mir eine Offenbarung auf.
Ja, ich war wohl ganz und gar ihres!

Jedoch kam irgendwann der Punkt, an dem wir schlussendlich voneinander ließen und da musste ich gestehen, ich fühlte mich so komplett wie seit dem Drama im Manor nicht mehr. Mir hatte das Zusammensein mit ihnen wirklich gut getan und nach einem Schwenk aus Severus’ Zauberstab waren wir alle einen Moment später wieder gereinigt und vollständig bekleidet und wir alle hatten uns erhoben.

So standen wir uns gegenüber und sahen einander an. Dabei lag so viel in unseren Blicken, unausgesprochene Dinge, die bei unserem kopflosen Liebesspiel in den Hintergrund getretenen waren, aber sie laut auszusprechen würde auch keiner von uns wagen. Das war uns allen dreien gegenwärtig und es war dramatisch, wie sehr ich mich bei ihnen vergessen konnte, die Umgebung, meine Zweifel, einfach alles, aber dafür kam jetzt wieder alles mit Wucht zurück.

Kurz fiel mir das Atmen schwer und mir fehlten die Worte. Ich meine, was sollte man nach so einem Erlebnis sagen? Schön war’s und danke?

Das erschien mir unpassend, als ich bemerkte, wie wild Lucius’ Haar aussah. Eine Seltenheit, die mich verhalten schmunzeln ließ. Sein langes Haar war am meisten in Unordnung geraten. Weil meines immer eine mittlere Katastrophe war, fiel das bei mir nicht weiter auf, aber bei ihm umso mehr und so trat ich auf ihn zu und strich ihm die Strähnen zärtlich aus dem markanten Antlitz. Ich ging auf die Zehenspitzen, um ihm einen sinnlichen Abschiedskuss zu geben. Mir stand ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang bevor. Wir ahnten nur, was die Kobolde für uns auf Lager hätten, aber ich war mir der Boshaftigkeit dieser kleinen Wesen durchwegs bewusst, als ich ein Geräusch hinter uns vernahm und gerade noch bemerkte, wie Severus ohne Abschied gehen wollte.

„Warte“, rief ich ihm hinterher, denn so konnte er einfach nicht gehen und er stoppte tatsächlich.

Wenigstens hörte er auf mich und drehte sich zu uns, musterte uns mit erhobener Braue, als könnte er nicht nachvollziehen, was ich noch von ihm wollen könnte.

„Ich will mich auch von dir anständig verabschieden“, forderte ich heftig, aber er schüttelte abwehrend den Kopf.

„Das will ich gar nicht…“, meinte er jedoch leise.

Dabei schwang eine unausgesprochene Sorge mit, die mich berührte und ich machte mich eilig von Lucius los, der mich bisher sachte am Arm zurückgehalten hatte und er ließ mich ziehen, aber dafür meldete er sich zu Wort.

„Ich hoffe, dir ist bewusst, dass du uns sehr deutlich mit deinem Verhalten zeigst, dass ihr etwas völlig Idiotisches plant… oder?“, meinte Lucius jetzt mit einem abfälligen Ernst, der mir wie eine kalte Dusche vorkam.

Umso fester packte ich Severus’ Schulter und warf mich in seine Arme, was ihm gar nicht gefiel. Aber der Kuss, den er dann doch nicht verweigerte, war genau richtig und ich legte zu meiner eigenen Verwunderung viel Gefühl in den Kuss, sodass er sich nach viel zu kurzer Zeit daraus befreite, um mich vorwurfsvoll anzufunkeln. Sein Blick drückte aus, dass er sich mit Lucius, oh Wunder, mal wieder total und völlig einig war.

„Es ist nicht idiotisch… naja, es ist gewagt…. aber ich freu mich darauf“, versuchte ich sie mit meiner wirklich mickrigen Erklärung zu beruhigen.

„Sag Potter… er mag wichtig sein… unabdingbar für die Sache…“, meinte Severus dann mit dunklem Timbre. „Aber dass du allemal wertvoller bist und nicht für Lappalien draufgehen sollst“, mahnte er mit einem Beschützerinstinkt, der mich schmunzeln ließ.

„Hahaha, das werde ich ihm nicht sagen, sonst wird er überheblich, weil du ihn als unabdingbar bezeichnet hast und fürsorglich, weil er denkt, er muss mich beschützen und ich kann beides nicht brauchen!“, wehrte ich amüsiert, aber auch zutiefst bewegt ab.

Dass Severus mal solche Worte finden würde, hätte ich nie, niemals erwartet.

„Damit kam Potter auf die Welt“, resümierte Severus trocken, als ich mich von ihm löste und meine Hand zum Abschied hob. Ich musste hier raus, mir wurde das der Gefühle gerade zu viel.

„Ich… danke… für alles… wir… wir sehen uns…“, sprach ich eilig zu beiden und schlüpfte ohne einen Blick zurück hinaus.

Ich ließ sie und das Gewölbe mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter mir und eilte mit harten, erschlossenen Schritten einer ungewissen Zukunft entgegen.

Hermiones Sicht Ende

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Kapitel 637-638
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