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 Kapitel 645-646

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 645-646   Di Sep 18, 2018 7:49 pm

Ich wollte mal einen aktuellen Trailer bewerben, ich finde er ist genial geworden!

https://www.youtube.com/watch?v=kxVr-rzi2ew&index=21&t=0s&list=PLVuPCRwQLR-MEGrXMH62K97rfkxSzSfU7



645. Kapitel Dragonheart

Drache!

Wow, und was für ein Drache!

Beeindruckend, es war ein gigantischer, weißer Drache, der so hoch wie eine hellgraue, unüberwindliche Steinmauer vor uns aufragte. Er stand in der Mitte eines runden Säulenhofs und versperrte eindrucksvoll und sehr effektiv den Weg zu fünf der am tiefsten gelegenen und ältesten Verliese von Gringotts.

„Verfluchter Doxymist!“, kam es bei dem außergewöhnlichen Anblick von Ron.

Die Schuppen waren während der langen Gefangenschaft unter der Erde blass und rissig geworden. Der stumpfe, metallgraue, massige Panzer mit den Stacheln auf seinem Rücken ließ ihn noch krasser aus seiner Umgebung hervorstechen. Seine Augen waren milchig rosa. Beide Hinterbeine trugen schwere Schellen, von denen Ketten zu riesigen Pflöcken führten, die tief in den Felsenboden getrieben waren. Seine großen, stacheligen Flügel waren eng an seinen Körper gefaltet. Als er sich mit seinem dicken, schwerfälligen Körper auf uns zu wuchtete, versuchte er, seine Flügel auszubreiten und stieß an die hohe Höhlenwand und brüllte ohrenbetäubend, während kleine Steinchen auf sein Hirn rieselten. Das Vieh war abartig groß und wirkte extrem schwergewichtig in dieser beengenden Behausung. Dagegen waren die anderen Drachen beim Turnier mit Eleganz und Gewandtheit gesegnet, aber sie waren wirkliche Spieldrachen gegen dieses Exemplar. Nun stampfte er schwerfällig mit seinen baumstammdicken Füßen, die mit langen messerscharfen Krallen bewehrt waren, auf, wodurch die Erde unter unseren Füßen erbebte. Das Vieh wog locker über sechs Tonnen!

„Achtung!“, kreischte Harry und sprang zurück.

Der Drache riss sein mordsmäßiges Maul auf und präsentierte die stattliche Anzahl seiner spitzen Zähne und brüllte ohrenbetäubend laut los. Der Lärm ließ das Gestein erzittern, als er einen heißen Feuerstrahl spie. Wir mussten vor der Gluthitze seines Feuers Schutz hinter einer Säule suchen. Die Hitze war bedrückend und der Gestank des Feuers ließ mich husten. Gerade klirrten die großen metallenen Ketten, die sich auch fest um seinen Hals eingruben, um ihn am Boden zu halten, aber er riss daran wie irre und versuchte, sich loszureißen.

Der Anblick war schlimm, er war festgekettet wie ein Hofhund!

„Wuhu, dagegen war dein Drache ein Baby, Harry“, kam es wenig hilfreich von Ron, als er auf das Trimagische Turnier anspielte und ich fand es abartig, dass sie dieses riesige Tier hier unten gefangen hielten.

„Witzig, unheimlich witzig, Ron!“, zischte Harry aufgebracht zurück und wir gingen wieder hinter einem Felsbrocken in Deckung, denn schon schoss erneut ein heißer Feuerstrahl über unsere Köpfe hinweg und wir husteten wegen des Rauches und ich fühlte, wie sich meine Haare noch mehr krausten, als würden sie unter Feuer angekokelt werden.

Das Monster war aggressiv und seine Schuppen hoben sich wie gesträubte Haare einer Katze von seinem Körper ab. Jetzt breitete er wieder seine Flügel aus und schlug damit um sich, was uns fast von den Füßen wehte. Zu meinem Leidwesen hatte mir Lucius nichts von dem Drachen berichtet, außer dass er vermutete, dass sich hinter einer scheinbar riesigen Wand etwas verbarg, was ab und an ziemlich laute Geräusche von sich gab. Jedoch hatte er sich keinen Reim darauf machen können, was man in einer Höhle halten könnte. Tja, anscheinend fiel die Illusionswand nur, wenn der Wasserfall Alarm auslöste und damit trat dann der Drache in Erscheinung.

„Was ist das überhaupt für eine Art?“, fragte ich nachdenklich.

„Naja, das da ist ein Ukrainischer Eisenbauch! Extrem gefährlich und mit die größte Drachenart, die es gibt. Kein guter Flieger. Aber durch seine Größe kann er ganze Siedlungen platt machen, wenn er landet“, offenbarte Ron, dass er nicht umsonst der Bruder von Charlie war. Boah, war das Ding hässlich! „Mhm… eigentlich hat er blutrote, stechende Augen, nicht diese trüben rosa Dinger.“

„Er ist blind, Ron!“, murmelte ich leise, als er sichtbar empört zu mir herumfuhr.

Dabei fiel mir erst jetzt auf, wie lächerlich sein Aufzug wieder anmutete, weil er wieder er selbst war. Der Mantel war viel zu groß für seine nun enttarnte Gestalt, aber es war süß, wie er sich darüber erregte, dass die Kobolde ein Tier hier hielten, das hier augenscheinlich sein ganzes Leben gefristet hatte, ohne je das Tageslicht zu sehen und damit sein Augenlicht eingebüßt hatte.

„Ja, halb… blind“, meinte Griphook mitleidlos, „und deshalb umso wütender! Aber wir haben Mittel, um ihn zu bändigen! Geben Sie mir die Klirrer! Er hat gelernt, was zu erwarten ist, wenn das Geräusch ertönt!“

Wow, wie absolut barbarisch!

Ron stellte Bogard ab und dieser reichte Griphook die Ledertasche mit den Klirrern. Sofort holte Griphook mehrere Geräte aus Metall hervor, die, wenn man sie schüttelte, ein klirrendes Geräusch von sich gaben. Im selben Moment brüllte der Drache wie gepeinigt auf, aber er wich zurück und das war unser Zeichen. Wir kamen hinter den Säulen hervor und wieder packte Ron den alten Kobold. Der Lärm, der von den Felsenwänden widerhallte und dadurch mächtig verstärkt wurde, breitete sich in meinem Körper als ein unangenehmes Vibrieren aus und drohte Kopfschmerzen an. Wir eilten waagemutig, wie wir waren, auf den monströs riesigen Drachen zu, der sich je näher wir ihm kamen immer weiter an die Steinmauer drängte. Schließlich entwand Harry Griphook die Klirrer.

„Sie wissen, was Sie zu tun haben?“, fragte Griphook Harry. „Sie müssen sie so schütteln. Der Drache hat gelernt, bei diesem Geräusch starke Schmerzen zu erwarten! Er wird zurückweichen, weil wir genau an ihm vorbeimüssen, sehen Sie da, dieser Balkon, da hoch müssen wir!“, erklärte er und wir passierten den ängstlich bebenden Drachen, der versuchte, sich klein zu machen, während Harry wie ein verrückter die Klirrer schüttelte und wir in einem Tunnel ankamen.

„Wohow… sie schlagen ihn, oder?“, meinte Harry auf einmal anklagend und funkelte Griphook durch seine Brille tadelnd an, während ich fand, dass die unzähligen Narben auf der Schnauze des Drachen eine ganz eigene Sprache sprachen und davon zeugten, wie seine Erziehung ausgesehen hatte. Anscheinend hatte man ihn mit glühenden Schwerthieben für seine Sicherheitsaufgabe bei Gringotts abgerichtet. Anders war es nicht zu erklären, wie sie die harte Lederhaut des Drachen hatten traktieren können.

„Wie kommen Sie darauf, Mr. Potter?“, lag eine provokante, um nicht zu sagen spöttische Note in der Gegenfrage des Kobolds.

„Die vielen Narben an der Schnauze!“, fauchte Harry ihn aufgebracht an.

„Er wird dressiert…“, bestätigte Griphook ohne schlechtes Gewissen und mit seiner Aussage erregte er nur noch mehr mein Misstrauen.

Indes ertönte das wiederhallende, metallische Geräusch der Klirrer als Echo zurückgeworfen und grauenvoll verstärkt in dem Durchgang, den wir nun passierten. Der Ton erinnerte an Hammerschläge auf einem Amboss und verursachte in meinem Magen ein unschönes bassartiges Trommeln, das mir Übelkeit bescherte. Und jetzt wusste ich, was mir keine Ruh ließ. Warum hatte Giphook nichts gesagt? Anders als beim Diebesfall war er wegen des Drachens überhaupt nicht überrascht.

„Wer kommt auf die scheiß Idee, einen lebenden Drachen in Höhlen zu halten?“, fuhr Ron ihn an.

„Hey, was gibt es für die Sicherheit besseres, um die aufzubewahrenden Schätze zu sichern, als einen Bewachungsdrachen?“, giftete unser Begleiter wenig beeindruckt aufgrund unserer gezeigten Verachtung zurück und wir schwiegen betroffen.

Tja, was sagte uns das? Dass die Unterdrückten auch andere Lebewesen unterdrückten, wenn sie konnten. Wo war das Gute? Bisher suchte ich es vergeblich. Mal sehen, was ich am Ende all dieser Erfahrungen fand.

Schließlich erreichten wir eine Treppe, auf der wir eine Etage höher in einen tunnelartigen Gang stiegen. Jetzt lagen je rechts und links aufwendig mit Scharnieren und Metallstreben verschnörkelte und verzierte Türen.

„Das da… das ist es…“, deutete Griphook auf eine davon. „Bogrod muss seine Hand darauf legen“, meinte er jetzt selbst angespannt und Ron trat vor und stellte den Alten direkt vor der Tür ab und ich befahl ihm, die Tür zu öffnen.

Woraufhin Bogrod seine Hand gegen die Tür drückte und sich daraufhin die Streben magisch bewegten und erst nach einiger Zeit gab es ein klickendes Geräusch, woraufhin die Tür einladend weit aufschwang und den Blick auf eine höhlenartige Kammer freigab, die übervoll war.

„Rein, rein!“, rief Harry eilig und da wir mit den Klirrern aufgehört hatten, vernahmen wir das Windschlagen der großen Flügel und den Sog, den der Drache damit verursachte.

„Fuck“, entfuhr es Ron überrumpelt und auch ich zuckte zusammen, kaum, dass wir drin waren, war die Tür krachend hinter uns zugeschlagen und hatte uns eingesperrt.

„Macht nichts“, erwiderte Griphook daraufhin auch völlig ruhig. „Bogrod kann die Tür auch von innen öffnen!“, bestätigte er meine Vermutung, dass es für uns irgendwie einen Ausweg gab.

Aber trotzdem sah ich sofort zu dem kleinen Mann, der unsere Fahrkarte nach draußen war, ab jetzt wäre ihm mein Augenmerk beständig sicher.

Improvisation! Nicht wahr, das war das Motto der Stunde!

„Was ist mit den anderen? Unsere Verfolger, können die reinkommen?“, sprach ich vorsichtig einen, wie ich fand, wichtigen Aspekt an. Unser Insider schüttelte sein Haupt.

„Nein, niemand kann rein, solange wir drinnen sind“, klärte er uns auf.

„Gut, das ist doch mal eine gute Nachricht“ murmelte ich begeistert. Dann konnten wir wenigstens in Ruhe suchen.

„Lumos“, nuschelten Harry und Ron und bevor ich es ihnen gleichtat, blickte ich mich kurz in dem nun erhellten und vom Boden bis zur Decke vollgestopften Verlies der Familie Lestrange um.

Goldmünzen stapelweise und Kelche, silberne Rüstungen, Häute fremdartiger Lebewesen, manche mit langen Stacheln, andere mit schlaff herabhängenden Flügeln, Zaubertränke in juwelenbesetzten Flaschen und ein Totenschädel, auf dem immer noch eine Krone saß, Truhen, Koffer und Kandelaber. Ehemals waren Tische und Vitrinen aufgestellt worden, aber mittlerweile waren diese in den Hintergrund getreten, da sich davor und darum alles drunter und drüber türmte. Es war größer und prächtiger als ich es mir vorgestellt hatte und es war völlig unübersichtlich und kurz kam in mir die Frage auf, wie wohl Lucius‘ Verlies aussah. Hier war alles wild zugestellt mit wertvollen Gegenständen, die um uns herum im Licht der Zauberstäbe funkelten und glänzten.

„Sucht rasch.“, „Ja, wir haben nicht viel Zeit!“, „Beeilung“, ging es wild durcheinander und die Juwelen glitzerten in unseren Lichtstrahlen.

Es war alles so goldig, dass alles total gleich aussah. Ich hatte Harry und Ron immer wieder eingehämmert, wie der Becher von Hufflepuff aussah und ihnen Zeichnungen aus den Büchern gezeigt, aber hier sah alles so ähnlich aus, weshalb ich sorglos nach einem Becher neben mir griff, um ihn genauer zu mustern.

„Harry, ist es… autsch…!“, entschlüpfte es mir überrascht wegen des brennenden Schmerzes, der mir die Finger verbrannt hatte. „Passt auf, der Becher ist sofort siedend heiß geworden“, verkündete ich und ließ den Becher los, um auf meinen mit einer Brandblase verzierten Finger zu pusten.

„Was?“, „Wie?“, „Achtung“, kam es erschrocken von den Jungs.

Denn als der Becher den Boden berührte und aufprallte, ploppte es und der Becher spaltete sich auf und verdoppelte sich. Er sprang wieder in die Höhe und ploppte wieder, dann wieder, wieder und wieder, bis der Boden voller diamantenbesetzter Becher war. Eine ganze Kaskade von gleichaussehenden Bechern entstand, wodurch nur Augenblicke später der komplette Fußboden bedeckt war und sie in alle Richtungen davon kullerten und das Original darunter nicht mehr auszumachen war.

„Verfluchter Gnomenmist“, entwich es mir entrüstet, denn ich wusste, was dieses gemeine Völkchen getan hatte.

Die Warnung der Lestranges war also angekommen und die Kobolde hatten für den Fall der Fälle vorgesorgt.

„Sie haben Gemino-, Flagranteflüche eingesetzt“, rief Griphook erregt, dabei war irgendwie eine gewisse Begeisterung aus seinem Ton herauszuhören. Er war stolz auf diese Idee und Art der Sicherung. „Alles, was sie berühren, wird heiß und vervielfältigt sich, aber die Kopien sind wertlos – und wenn sie den Schatz weiterhin anfassen, erdrückt er sie am Ende durch die Last des Goldes, das immer mehr wird.“

Er leuchtete beinah vor Ehrfurcht darüber, was sich die Kobolde hatten einfallen lassen, um die angekündigten Diebe hereinzulegen.

„Okay, dann fasst nichts an“, meinte Harry sarkastisch, doch im selben Moment stieß Ron mit dem Fuß gegen einen der zu Boden gefallenen Kelche zu seinen Füßen und explosionsartig entstanden wieder ganz viele Neue, während Ron auf der Stelle hüpfte, da es ihm einen Teil seines Schuhes weggebrannt hatte.

„Fuck“, entfuhr es ihm zornig und er taumelte zurück und drohte, umzukippen. Schnell griff ich an seine Riegel, die quer über seine Brust verliefen und bremste seinen Sturz.

„Beweg dich nicht!“, befahl ich energisch und zog ihn zurück in den festen Stand. „Seht euch einfach nur um! Denkt daran, der Kelch ist ein KRUG mit zwei gebogenen Henkeln und er ist klein, golden und hat viele Ornamente, aber das hervorstehende Detail ist ein geprägter Dachs!“, zählte ich bemüht ruhig auf und meine Augen glitten systematisch im Lichtschein suchend über die Schätze der Lestranges.

„Oder“, warf Harry ein. „Schaut, ob ihr irgendetwas von Ravenclaw entdeckt, irgendwas mit dem Adler…“

Somit drehten wir uns auf der Stelle und suchten jeden einzelnen Gegenstand mit unseren Augen ab. Wo war er? Wo konnte er stehen? Wie würde Bellatrix ein Kleinod des Lords verbergen? Er musste leicht zu sehen sein, damit sie sich daran weiden konnte, dass sie sein Vertrauen besaß und dass er da war und wenn der Lord danach verlangte, schnell gefunden werden konnte.

„Boah, ist das heiß.“, „Ich verbrenne.“, „Ruhe“, kam es von uns, denn es wurde immer heißer im Verlies, durch die Hitze, die die Kelche zu unseren Füßen ausstießen, während ich das Schwert entdeckte.

Severus‘ Fälschung des Gryffindorschwerts!

Es lag in einer Vitrine. Gut verwahrt unter lauter Ketten sah es dem Echten täuschend ähnlich. Aber es war nicht möglich, nicht irgendetwas zu streifen, wenn man versuchen würde, es zu holen. Harry stieß gerade einen riesigen Schwall falscher Galleonen zu Boden. Nun war für uns kaum noch Platz, um aufzutreten, während mich die Temperatur hier drinnen an einen Backofen denken ließ und der Schweiß mir in Strömen über das Gesicht und den Rücken rann.

„Da ist er!“, kam es aufgeregt von Harry.

Sofort wirbelten Ron und ich herum und leuchteten ebenfalls die Stelle aus, auf die er zeigte und somit wurde der Becher eindrucksvoll von drei Seiten angestrahlt und funkelte verheißungsvoll: der Becher der Helga Hufflepuff!

Dem anderen und mir einzig bekannten SoulGatherer. Mich durchströmte unerwartete Ehrfurcht, aber auch Wut, dass dieses Erbstück von Voldemort derart entweiht und missbraucht worden war.

„Accio Hufflepuffs Becher!“, startete Ron in meinen Augen einen verzweifelten Versuch. „Accio Horkrux!“, machte er weiter und oh Wunder, natürlich gelang es nicht. „Wie sollen wir da hochkommen, ohne irgendetwas zu berühren?“, fragte Ron trefflich.

Denn natürlich war das Gefäß an der höchsten Stelle des Verlieses abgelegt und für jeden von uns außer Reichweite, da wir unzählige Berge an Schätzen hätten überwinden müssen, die sich vervielfältigen würden, um uns zu erdrücken, oder uns verbrannt hätten, super Aussichten.

„Ideen? Griphook?“, fragte Harry nachdenklich.

„Zwecklos“, murmelte der kurze Kobold vor sich hin und ich ärgerte mich über ihn.

Wofür wollte er das Schwert, wenn er absolut unnütz war? Ich sinnierte, ob ich nicht sliden könnte, auch auf die Gefahr hin, die besonderen Schutzvorkehrungen der Bank gegen Nekromantie herauszufordern, als Harry zu mir herumfuhr.

„Gib mir das Schwert – das Schwert von Gryffindor!“, befahl er und winkte erregt mir seiner Hand und ich tat wie befohlen.

Hastig wühlte ich meiner Perlenhandtasche herum und zog dann das rubinbesetzte, das echte Schwert hervor. Es leuchtete beeindruckend in seiner Pracht beschienen von Rons Lumos, dabei entging mir nicht Griphooks gieriger Blick. Aber ich verstand, dass Harry seinen Arm verlängern wollte, also ohne Magie, und der Versuch war nicht schlecht, wie ein Test an einem silbernen Becher, den er mit der Schwertspitze berührte, zeigte. Nur waren wir zu weit weg und der Berg an aufgehäuftem Gold zu groß, als dass es ihm hätte gelingen können, das Schwert durch einen der Henkel des richtigen Bechers zu stecken.

„Ich komm nicht ran, versuch du es, Ron, du bist länger!“, gab Harry entnervt auf, aber auch Ron scheiterte kläglich.

„Es tut mir leid“, meinte er betreten und musterte den unüberwindbar anmutenden Berg.

Doch dann fuhren wir erschrocken herum, denn draußen vor dem Verlies brüllte der Drachen donnernd und das laute Klirren weiterer, mehrerer Klirrer war gut und deutlich zu vernehmen. Unsere Häscher hatten den Wasserstrahl überwunden, jetzt war eine ganze Horde an Kobolden hier, vor der Tür und wir waren mehr oder weniger gefangen!

Gefangen im Verlies der Lestranges!

Harry sah mich nun entschlossen an und nahm das Schwert zurück.

„Ich muss drankommen, wir müssen das Ding bekommen, egal wie!“, beschwor mich Harry und ich traf die Entscheidung, dass ich auf die andere Seite gehen würde. Ich würde den Slide wagen und egal was passierte, es wäre richtig. Gerade als ich es tun wollte, kam mir Ron zuvor.

„Natürlich, Harry“, meinte er verstehend und richtete seinen Zauberstab ohne zu zögern auf Harry.

„Leviosa!“, sprach er sachte, aber entschlossen und schon wurde Harry in die Höhe gehoben.

Es war beeindruckend, wie gut Ron doch mittlerweile zaubern konnte. Wenn man sich an die erste Klasse zurückerinnerte, wo die Ausführung des Zaubers für ihn unheimlich schwer gewesen war, denn es kam auf die exakte Betonung an: LeviOsa, nicht LeviosA und gerade machte er es perfekt, nur war Harry leider keine Feder.

„Wow, vorsichtig, Ron!“, schrie ich hektisch, als Harry einen großen Satz machte und das Chaos vollendete, indem er gegen eine Rüstung stieß und ab da ging es rasant abwärts für uns.

Die beiden Kobolde hinter mir brüllten vor Schmerzen auf, als sie von den sich vervielfältigenden Schätzen umgestoßen und an sich begraben wurden und nun auch sie für ein Chaos sorgten. Halb verschüttet unter einer steigenden Flut glühend heißer Kostbarkeiten schlugen wir alle verzweifelt um uns.

„Impervius!“, rief ich in einem Versuch, die Schätze mit einem Schwall Wasser von uns zu entfernen und für etwas Abkühlung zu sorgen, aber das Wasser verdampfte rasch.

Es war sinnlos, während Harry sich noch immer schwebend den Berg hochkämpfte, begleitet von Rons Zauber, der ihn mühsam oberhalb hielt, während Ron und ich selbst schon bis zu den Hüften eingegraben waren. Ron und die beiden Kobolde schrien gepeinigt vor Schmerz auf, während uns die heißen Galleonen unerbittlich unter sich begruben. Es war ein unvorstellbares Durcheinander. Aber ich hielt mir stoisch vor Augen, dass das hier nichts gegen das Feuer in East End war.

Der Schmerz machte mir etwas weniger aus, da er mir nicht unbekannt war und so kämpfte ich damit, mich und Ron oberhalb der Schätze zu halten, damit dieser seinen Zauber auf Harry wirken konnte und dieser somit oberhalb der sich türmenden Schatzberge blieb und nicht wie wir in dem glühenden Berg an Kostbarkeiten begraben wurde. Trotzdem stieg in mir wachsende Panik auf, dass wir schlussendlich lebend unter den Schätzen begraben werden würden. Der Schmerz und die Hitze wurden beständig größer und ich biss mir auf die Lippen, während der Schweiß in meinen Augen brannte. Ein lauter Schrei ertönte, da Bogrod inzwischen komplett versunken war.

„Wir brauchen seine Hand, um rauszukommen“, meinte ich nur tonlos.

Sofort fischte Ron, der viel näher bei den Kobolden stand, in dem Gold nach Bogrod, bis er dessen Hand aus den Schätzen hochzog und mit schmerzverzerrtem Gesicht zu mir sah, da seine eh schon narbenverzierten Hände nun riesige, rote Brandblasen aufwiesen. Griphook hingegen war komplett eingegraben und nur noch die Spitzen seiner langen Finger waren zu sehen, aber nichts brachte mich dazu, Mitleid mit diesem nutzlosen Wesen zu haben.

In dem Moment jubilierte Ron los: „Ja, Harry“

Dieser stieß soeben mit dem Schwert durch den Henkel, sodass Helgas Kelch von der Klinge baumelte.

„Liberacorpus!“, presste Harry umgehend hervor und brach Rons Zauber.

Und schon rauschte er mit Gas über die Berge zu uns zurück und der Kelch wurde hochgerissen und Harry landete mit einem lauten Aufschlag in dem klirrenden Gold und brüllte ob des Schmerzes auf und jetzt ploppte es auch bei ihm wie verrückt, da seine Haut mit den Schätzen in Berührung kam. Da fiel ihm das Schwert von Gryffindor aus der Hand, aber der Kelch hing noch immer sicher auf der Scheide am Griff des Schwertes.

„Halt es fest!“, rief Harry Griphook zu, der sich selbstständig hervor gegraben hatte und nun fies grinsend zu dem Schwert griff.

In dem Moment, als Griphook das Schwert packte, wurde mein Misstrauen in ihn bestätigt. Er würde uns nicht helfen. Er wollte nur das Schwert. Er hatte uns nicht eine Sekunde getraut und wir ihm auch nicht. Die Gier in seinen Augen war unverhohlen und sie sprach eine ganz eindeutige Sprache. Als er das Schwert in die Höhe reckte, leuchtete der Triumph aus seinem verschlagenen Antlitz.

Harry versuchte hektisch, über die klimpernden Münzen ebenfalls das Schwert zu packen, doch Griphook riss es weg von ihm, wodurch Hufflepuffs Becher in die Luft flog und wild herumwirbelte.

„Wir haben einen Deal!“, riefen Ron und Harry gleichzeitig, während für mich feststand, dass ich den verlogenen Bastard ohne Rücksicht auf Verluste umbringen würde. „Es geht um so viel mehr!“, kam es noch von Harry und dann reckten sich die beiden in die Höhe, um den Becher aus der Luft zu fischen, während sich alles um uns herum unaufhörlich vervielfältigte und sie kämpften, nur den Originalen zu erwischen.

„Ihr seid Diebe!“, spuckte Griphook gehässig hervor. „Ihr verdient nichts anderes, als in Schätzen erdrückt zu werden!“, offenbarte er seine wunderbare Meinung über uns, woraufhin er sogleich Bogrods freigewordene Hand ergriff und diese auf die Tür presste.

„Hey, wir kämpfen für uns alle!“, kreischte Ron. „Du mieser Drecksack!“, keifte er weiter.

Indes landete der Becher in Harrys Hand und schon vervielfältigte sich der Becher und aus seiner Faust quoll Becher um Becher und auf seiner Haut erblühten Blasen, aber stur wie er war, ließ er partout nicht los.

Zu keiner Zeit!

Das war das pure Adrenalin, das durch seine Adern rauschte und das auch in mir tobte.

Zur gleichen Zeit sprang die Tür auf und der Schatz verschluckte die Meute vor dem Verlies, begrub sie mitleidlos unter sich und auch wir wurden einer Lawine gleich mit den Schatzbergen mitgerissen. Ich ging immer wieder unter, ich war eine hilflose Puppe ohne Halt in einem Meer aus Gold. Aber dank des beständig weiteren Wachstums wurden wir wie auf einer Flutwelle aus dem Verlies getragen, dabei taten mir die Kobolde, die wir begruben, gar nicht leid.

Ich kämpfte mit den Jungs darum, weiterhin oben zu bleiben, dabei waren die Brandwunden auf meiner Haut egal. Aber erst als Harry den Kelch in seinen Beutel um den Hals stopfte, atmete ich auf und nahm wahrhaftig die Verfolgung auf. Griphook rannte unterdessen gefolgt von Bogrod und mit dem Schwert bewaffnet Richtung Treppe davon und suchte Schutz unter all den anderen mit Messern bewaffneten Kobolden. Die beiden sprangen federleicht über die Berge hinweg und schrieen gemeinsam:

„Diebe! Diebe! Hilfe! Diebe!“

„Avada Ke…!“, brach mein Todesfluch ab, da ich Schwierigkeiten hatte, mich auf der glühend heißen, goldenen und silbernen Flut aufzurichten und stolperte ungelenk, denn wir wurden noch immer weitergetrieben.

Die beiden liefen ungeachtet ihrer Mittäterschaft in die Menge unserer Häscher, die sich aber nur für uns interessierten. Während wir an die Brüstung des Balkons stießen und hinabsahen in den Säulenhof. Sie hatten schon ein Stockwerk hinter sich gebracht. Dieser verlogene Verräter. Ich kämpfte mich weiter und plötzlich war Ron neben mir, von Kopf bis Fuß mit Brandblasen übersät. Griphook benützte irgendwelche Klirrer, um den Drachen in Schach zu halten, während Bogrod stehenblieb und sich umdrehte, zu uns hinaufgrinste und plötzlich spöttisch winkte.

Was für ein fieses Volk, jedoch vergaß er den Drachen, der völlig außer sich zu sein schien und sich bisher an die Mauer gedrängt hatte, aber jetzt wütend auf Bogrods Rücken starrte. Gerade riss er sein Maul weit auf und spuckte grölend Feuer.

„Petrificus Totalus“, brüllte Ron in dem Moment und ich schützte uns mit einem Protego Totalum, da wir im Zentrum der Aufmerksamkeit standen.

Der Zauber schuf einen festen Schutzraum für längere Zeit um uns und die Flüche prallten um uns herum an ihm ab. Ron zauberte noch immer und schoss, dabei lehnte er sich weit über das Geländer und genau in der Sekunde des Feuerspuckens traf Griphook Rons Fluch in den Rücken. Dieser fiel sofort, zusammen mit dem Klirrer und dem Schwert in Händen, um. Zuerst traf die Feuerwalze Bogrod, der noch immer winkend und dann laut kreischend in einem Feuerball aufging und schon erwischten die Flammen auch noch den erstarrten Verräter Griphook, der versucht hatte, uns zurückzulassen.

„Hab ihn“, jubilierte Ron.

„Das Schwert“, flüsterte ich erstickt, denn dies hatte Griphook noch in der Hand gehabt, als er von der Feuerwalze unbarmherzig verschluckt wurde.

Jedoch war Rons Rache auch die meine. Der kleine miese Griphook hatte es nicht anders verdient gehabt, vor allem war das Wichtigste, dass er nicht hatte entkommen können. Hektisch suchte ich, nachdem der Feuerstrahl verlosch, die Überreste ab, aber ich sah nichts außer Asche und buntem Beschuss aus den hinteren Reihen, der auf uns niederregnete und in die Felsen neben uns einschlug.

„Egal, wenigstens hat er es nicht“, kam es trocken von Harry und sofort sprach Ron weiter: „Ja, denkst du, Schönste, während du wichtig, wichtig warst und Tagelang weg, dass wir untätig waren?“, „Wir haben uns schon gedacht, dass er abhaut, uns war nur wichtig, dass er dafür zahlt.“, „Für seinen Wortbruch.“, „Für seinen Betrug“, warfen die Jungs ihre Aussagen umher.

„Ihr seid rachsüchtig, Jungs“, meinte ich mit verbissener Miene und schoss einen Fluch in die Menge.

„So hast du uns erzogen.“, „Ja, du… du bist eine gute Lehrerin.“, „Wir haben gesagt, wenn er uns hintergeht.“, „Wenn er uns betrügt.“, „Dann machen wir es…“, „Du musst nicht alles allein machen, Schönste.“, „Ja, er hat es verdient“, meinten sie überzeugend, während wir Flüche abwehrten und warfen.

„Den Tod verdient nichts und niemand. Er ereilt nur die einen früher und die anderen später“, gab ich weise von mir und traf einen Kobold, der die Augen verdrehte und nach hinten kippte. Rote, weiße, lilafarbene Lichtstrahlen flogen wild umher und der ein oder andere Kobold ging getroffen zu Boden.

„Mir tut richtig leid, dass ich ihn nicht mit dem Avada alle gemacht habe!“, kam es hart von Ron.

„Das andere war kreativer!“, serviere ich aufrichtig und würde den Anblick des in Feuer aufgehenden Verräters nicht so schnell vergessen.

„Du mochtest ihn noch nie“, kam es atemlos von Harry. „Aber das Wichtigste, ich habe den Horkrux!“

„Wenigstens eine gute Nachricht“, meinte Ron erleichtert. „Und wie kommen wir jetzt hier raus? Das sind so viele und es werden ständig mehr!“, deutete Ron auf die wuselnde Menge an mordlüsternen Kobolden, die von allen Seiten daherkamen.

„Stupor!“, brüllte Harry plötzlich nach hinten weg.

Er schoss in Richtung Verlies, wo sich die anderen anscheinend aus dem Repliken-Haufen befreit hatten, sodass wir nun von wirklich allen Seiten bedrängt und angegriffen wurden.

Ron und ich taten es ihm gleich und schleuderten immer wieder Schocker in die Menge. Doch es war aussichtslos, kaum dass einer der Kobolde geschockt war, trat ein anderer an seine Stelle. Immer enger schloss sich der Kreis um uns und nun kamen auch noch Zaubererwachen den Kobolden zu Hilfe, während der Drache trotz Klirrer immer mehr ausrastete und wie wildgeworden mit seinen Füßen aufstampfte und uns damit Rückendeckung gab, da die Zauberer zum Teil vor ihm wegspringen mussten.

Das Chaos, die Zauber und Flüche, all das trieb den Drachen zur Weißglut, da er nun immer wieder Feuerstöße in alle Richtungen ausstieß.

Das war’s!

Hunderte aufgebrachte Kobolde hatten uns inzwischen eingeholt und umzingelt. Sie hielten allesamt silberne Klingen in den Händen, bereit, uns abzuschlachten.

„Auf in den Kampf“, riefen die Jungs enthusiastisch, dabei war ihnen anzusehen, dass sie nicht kampflos aufgeben würden und ich auch nicht.

Ich würde mich wehren, bis zum bitteren Ende. In dem Moment brüllte der nervöse Drache bebend auf und schickte eine Feuersalve über die Köpfe der Kobolde hinweg. Die Zauberer flohen zusammengekrümmt den Weg zurück, den sie gerade gekommen waren und die Kobolde suchten hinter den Säulen Schutz, dennoch erlitten einige dasselbe unschöne Schicksal wie Bogrod und Griphook, während mir eine wahnwitzige Idee kam!

Aber wie so oft in ausweglos erscheinenden Situation übernahm in mir die Ruhe und langsam, aber sicher sah ich einen Ausweg für unsere vermeintliche Pattsituation und als der Drache hinter uns losbrüllte, riss ich meine Augen auf und sah, wie eine gewaltige Stichflamme über die Kobolde hinweg jagte, die sich sofort wegduckten und deshalb das Bombardement gegen uns kurz einstellten.

„Relaschio!“, wisperte ich atemlos und sprengte die Hals- und Fußfesseln des Drachen mit einem lauten Krachen in zwei und sah zu den Junges, die sich auf der anderen Seite des Durchgangs dicht beieinander drängten.

„Los“, rief ich über den ohrenbetäubenden Lärm hinweg und sprang über die inzwischen vom Kampf weggesprengte Balustrade ins Nichts und selbst im Fall schoss ich Zauber um Zauber.

„Schönste!“, „Wasss…?“, „Wahh… das ist irre!“, „Komm“, riefen sich die Jungs zu.

Ich segelte durch die Luft und landete unsanft auf dem Rücken des fast blinden Drachens. Die Schuppen unter mir gaben nicht nach und waren hart wie Stahl und schnitten beim Aufprall tief in mein Fleisch. Dennoch schaffte ich es, hinaufzuklettern, indem ich mich an den Stacheln auf seinem Rücken festhielt. Unterdessen schien der Drache weder zu bemerken, dass er schon frei war, noch dass ich auf ihm rumkletterte, als Harry neben mir landete und auch Ron kam mit einem lauten Aufschrei hinter uns her.

„Halt dich fest“, rief Harry und packte Rons Hand, als er mit seinem Fuß abrutschte und jetzt an dem Drachen hing. Während ich weiterhin die Angreifer mit Flüchen in Schach hielt, zog Harry Ron schließlich zu uns hinauf.

„Jetzt.“, „Achtung, er hat es geschnallt“, riefen die Jungs erschrocken, da sich der Drache plötzlich aufbäumte und seine großen Flügel entfaltete, die die kreischenden Kobolde wie Puppen beiseitestießen.

Gerade noch rechtzeitig krallten wir uns an die Rückenstachel des Drachen und ich hielt mich mit aller Gewalt fest, denn eine Sekunde später sauste er mit unerwartet hoher Geschwindigkeit los. Brüllend jagte er den in den Tunnel Flüchtenden eine besonders grelle Stichflamme hinterher.

Seine Foltermeister suchten ab nun panisch und kopflos das Weite, da das Monster entfesselt und befreit war!

Der Drache wurde von dem unbändigen Wunsch nach Freiheit ergriffen. Er war nicht mehr zu halten und nahm die Chance wahr, den Kerkern der Bank, seinem Gefängnis, für immer zu entkommen. In einer wahnsinnigen Geschwindigkeit donnerte er auf den Tunnel zu, aus dem er jahrelang die Kobolde hatte kommen sehen. Wir wurden kräftig auf dem Rücken des Drachen durchgeschüttelt und schrammten haarscharf an der Decke entlang, weshalb wir uns eng an ihn pressten, während er mit seinem massigen Körper vorwärts preschte und den Boden unter sich erzittern ließ, dabei zermalmte er zu langsame Kobolde mitleidlos unter seinen riesigen Füßen. Es war schön, zu sehen, wie die Folterknechte manchmal die Wut ihrer Gefangenen erleben konnten.

„Warum der Drache? Wie kamst du darauf?“, schrie Ron, während er einem geworfenen Dolch auswich, der dann an den Flanken des Drachens abprallte.

„Er will raus, wir wollen raus! Der Feind meines Feindes ist mein bester Freund!“, gab ich schmallippig eine mehr als bekannte Weisheit von mir, die leider zu oft in meinem Leben zutraf.

„Du bist total irre.“, „Du bist genial.“, „Du bist gruselig, aber verdammt brillant. Wie immer!“, „Was für eine großartige Idee!“, kam es von den Jungs über den Lärm hinweg. „Das ist zu eng.“, „Verflucht, Hilfe… da passt er nicht durch!“, blickten die Jungs panisch auf den engen Tunnel.

„Ich improvisiere“, rief ich selbst hektisch zurück und verstummte ob der Aussicht, mit einer Wand zu kollidieren.

Da stieß der Drache urplötzlich einen gewaltigen Feuerstoß aus, der den Tunnel mit einem Mal sprengte, Decke und Boden rissen auf und bröckelten, woraufhin er sich genug Platz für sich schuf. Die Hitze war beinahe unerträglich und der Staub raubte einem den Atem. Unablässig schleuderte der Drache Flammen gegen die Tunnelwände, um den Tunnel für sich zu vergrößern und kratzte mit seinen Krallen über das Gestein. Fliegen konnte er hier nicht, sondern er krallte sich ins Gestein. Er kämpfte sich mit roher Kraft kratzend und um sich schlagend vorwärts, weg von den kreischenden und klirrenden Kobolden.

Wir waren jetzt senkrecht!

„Firmly Fix“, kreischte ich beinah schon unwürdig.

Aber ich wehrte mich gegen die Ohnmacht den herabstürzenden Felsbrocken gegenüber und dem bedrohlichen Dröhnen des Drachens. Mir fiel nichts anderes ein und so fixierte ich uns magisch an den Schuppen und Stacheln des Drachen. Wir stiegen immer weiter senkrecht hinauf, als er die Schienen der Bahn zerstörte und mit seinem Kopf das Gestein zermalmte. Er bohrte sich rücksichtslos vorwärts. Nur dass es nun immer enger wurde, je höher wir kamen und wir aufpassen mussten, dass die Steine, die der Drache aus dem Weg rammte, uns nicht trafen.

„Fuck, da ist Ende“, brüllte Harry erschrocken und auch der Drache sah es, da es kein Weiterkommen gab, wenn er den Schienen folgte und so bremste er und richtete sich auf.

„Macht mit“, donnerte ich zurück und richtete meinen Zauberstab auf die Decke: „Defodio!“, meißelte sich mein Zauber durch das Gestein, während sich der Drache unaufhaltsam weiter nach oben quälte.

„Bombarda“, brüllte auch noch Ron, als die Jungs mit einstiegen und die Flüche zusammen mit den Feuerstößen des Drachen auftrafen.

Es sprengte das Gestein in einer großen Explosion hinfort und uns trafen die Brocken schmerzhaft auf den Brandblasen. Zusammen mit dem Drachen schleuderten wir in Teamarbeit unablässig weitere Sprengzauber auf die Gesteinsdecke über uns, während sich der Drache mit seinen Krallen und Feuerstößen auf eine noch zerstörerischere Art und Weise vorkämpfte.

Schließlich röchelte der Drache und dann pumpte er und stieß einen gewaltigen Feuerstoß aus, der letztendlich den Marmorboden der Gringottsbank bersten ließ.

Der Lichtschein fiel in die Düsternis zu uns und sofort schob sich das mächtige Wesen vorwärts und mit einem dumpfen Aufschlag landeten wir vor den Tresen und Schaltern, von denen gerade noch so die Kobolde davonstoben, um nicht vom gigantischen Drachen zertrampelt zu werden.

Er nahm die Halle der Bank ein und brüllte wieder feuerspuckend los und kreischend grillte er den ein oder anderen Bankangestellten und ja, es war mir verdammt egal. Er verwüstete die ehemals so strahlendschöne Bank und legte sie in Schutt und Asche. Schon machte der Drache einen Satz. Er hatte anscheinend die Sonne gefühlt oder gesehen, die durch die riesige Glaskuppel der Bank schien, und nun streckte er sein gehörntes Haupt dem Sonnenlicht entgegen. Als der Drache das sah, gab es für ihn kein Halten mehr. Wieder brüllte er dröhnend lauf auf. Er raste darauf zu und rammte die Kuppel mit einem ordentlichem Rumms seines Kopfes hinweg und das Glas splitterte. Klirrend rauschte es auf uns nieder, schnitt uns in die Haut und prasselte dann hinab auf die Kobolde.

Als er sich in die Freiheit hochzog und ihm die frische Luft in die Nüstern strömte und er das Tageslicht auf seinen Schuppen fühlte, hielt er kurz inne und atmete tief ein, dabei durchlief diesen mächtigen Leib ein Zittern, als könnte er es nicht fassen, nicht mehr unter der Erde gehalten zu werden.

Dann spannte er seine Flügel und spie nochmal wütendes Feuer und erst dann stieß er sich ab, hob ab, flog schwerfällig mit uns als ungebetene Begleitung über die Diagon Alley davon. Er sackte immer wieder ab und streifte die Dächer und Schornsteine der Häuser, bis er es schaffte, höher zu steigen und die Läden der Diagon Alley unter uns immer kleiner wurden. Dann hielt uns nichts mehr und wir rissen unsere von Blasen übersäten Hände in die Höhe und reckten sie in die Luft. Wir hatten es gewagt und einen mehr als spektakulären Einbruch hingelegt!

Geschafft!

Hermiones Sicht Ende

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Kapitel 645-646
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