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 Kapitel 194-195

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BeitragThema: Kapitel 194-195   Do Feb 09, 2012 6:27 am

194. Kapitel Yule,… In the Cave with the Lord!


Der nächste Tag kam so sicher wie das Amen in der Kirche, der 21. Dezember und ich hatte, was ich zu meiner Schande eingestand, einen Traumlosschlaftrank hinunter gekippt nachdem Draco das Zimmer verlassen hatte und das nur aus einem Grund, ich wusste was mir heute bevor stand und hatte auf meinen Stolz verzichtet, denn ich vermutete stark, das ich wohl sonst in dieser Nacht keinen Schlaf gefunden hätte, weil ich zum zerreißen gespannt auf heute Nacht war.

Ich hatte nur ein minimales Problem, da ich die Tränke nicht gewöhnt war oder warum auch immer, es war schon nach zwölf als ich endlich wach und fertig gekleidet war, dennoch hatten zu meinem Erstaunen die Männer darauf verzichtet mir Vorhaltungen zu machen. Dann fand ich auf meinem kleinen Sekretär im Salon ein Billet das mich informierte das alle Drei ausgeflogen waren, daher nützte ich die Zeit zum Müßiggang und harrte unruhig dem Abend entgegen.

http://www.yoox.com/item/YOOX/LANVIN/dept/women/tskay/B490DC11/rr/1/cod10/34219168JN/sts/sr_women80

Umgezogen hatte ich mich nun schon und trug das rituelle Kleid, das für mich von Nöten sein würde, da ich es für meinen Lord und meine Aufgabe brauchte. Es war ein ärmelloses, langes, schwarzes, wollenes Gewand das auf dem Boden auflag. Über die linke Schulter und den linken Arm fiel ein ebenfalls bis zum Boden gehender, langer Überwurf, ähnlich einem breiten Schal, den ich mir über die Schulter gelegt hatte und somit auch über meinen Arm fiel, während die rechte Seite freiliegend blieb. Das Kleid war sehr schlicht wenn auch Figur umspielend geschnitten, dazu trug ich meine Haare offen, hatte sie aber in große Wellen gelegt, auf das sie mir sanft über die Schultern fielen, damit war ich bereit.

Gewissenhaft hatte ich jedes Buch des Lords kopiert und sicher verwahrt um sie für mich persönlich aufzuheben, jetzt befanden sich alle drei Original Exemplare in meinen DeathEatermantel, da ich zwei der drei Bücher auf jeden Fall brauchen würde, egal was er genau wollte.

Ich schluckte nervös vor Erwartung, als ich unruhig zu werden begann, wo blieben die Männer, es würde bald Zeit werden im Gewölbe zu erscheinen, würde der Lord eine Verspätung bestimmt nicht gutheißen, dann hielt ich es nicht mehr in meinen Räumen aus und eilte mit meinem Mantel über dem Arm ins Entree.

Als ich nach fünf Minuten des Wartens Zeuge wurde wie sie schon komplett hergerichtet vor mir in schwarzen Rauch gehüllt erschienen, fehlten nur ihre Masken, schluckte ich hart, da ich nun die starke Vermutung hatte wo sie gewesen waren und was sie gemacht hatten, ließen sie sich ihr Erstaunen mich schon hier vorzufinden nur minimal anmerken, zeigte es sich nur im heben ihrer Brauen, ansonsten wirkten alle zusammen wie aus Marmor gemeißelt.

Darauf rollte ich nun sichtlich mit den Augen.

„Da seid ihr ja….“

„Heute scheinst du sehr nervös…beziehungsweise haben wir dich gar nicht gesehen! Draco hat uns informiert, das du einen Schlaftrank zu dir genommen hast?“, zeigte sich Lucius neugierig. War ich erstaunt, dafür musste Draco heute in der Früh wirklich in meinem Zimmer gewesen sein und hatte wohl die benützte Phiole auf meinem Nachtischen gesehen.

„Entschuldigt, ich hatte nicht geplant sooo lange zu schlafen, aber es tat gut und ich wollte für heute ausgeschlafen sein, wo kommt ihr her…“, unterbrach ich mich selbst und hob die Hand „…vergesst die Frage, ihr habt alles im Gewölbe für die Feier hergerichtet…hätte ich,… wäre es auch meine Aufgabe gewesen etwas dabei tun zu müssen!“, fragte ich demütig und fühlte mehr als das ich es sah, wie sich alle drei unverständige Blicke zuwarfen, wussten sie doch das ich dem Gewölbe gespalten gegenüber stand, wussten sie, anders als ich, doch nicht das ich mit Sicherheit an keiner Feierlichkeit mit ihnen zusammen teilnehmen würde, wollte ich auch gar nicht daran denken was geschehen würde wenn sie begriffen das ich woanders sein würde….würden sie es sich mit den Frauen gut gehen lassen?

Diesen Gedanken schob ich resolut von mir, da ich wusste, ich würde meine fünf Sinne heute noch brauchen, durfte mich unter keinen Umständen ablenken lassen, schließlich wollte ich lebend aus der Sache herauskommen.

Ich schob somit alles das Gewölbe betreffend weit von mir und sah sie nun auffordernd fragend an.

„Nein, du warst nicht von Nöten!“, bestätigte mir Lucius und ich warf mir meinen Mantel in einer dramatischen Geste über als sich auch Draco und Severus zunickten, wir alle unsere Masken aufzogen und dann wie auf ein stummes Kommando hin apparierten.

Jetzt hatten mich die Vorhalle zum Gewölbe wieder, juhjuhju, war das einzige was ich denken konnte, nur das heute schon mehrere Menschen in den Hallen versammelt waren, daher zogen wir uns rechts neben der Anhöhe unter dem Steinbaldachin des Lords zurück und warteten das alle eintrudelten, was alle auch nach und nach auch taten. Unterdessen erkannte ich den versammelten Inneren Kreis wie auch Greyback, der aber nur mit einem Mantel mit Kapuze in unserer Nähe stand, dabei verreit ihn schon seine schiere Körperlichkeit.

Waren er und die Lestranges ganz enge, wunderte ich mich immer wieder, wie das mit Bellatrix ging….war es aber für mein Seelenheil besser es nicht zu wissen, da ich das alles nur als ekelhaft bezeichnen wollte. Bemerkte ich auch sehr wohl, die taxierenden Blicke der Brüder aber da es schon relativ spät war als wir kamen musste ich keine Konfrontation fürchten, war ich über diesen Umstand sehr erfreut, da ich wie gesagt heute anderes im Sinn hatte!

Schenkte mir der Werwolf ein mich begrüßendes Nicken als ich ankam, was meine Männer murrend unter ihren Eisenmasken zu Kenntnis nahmen, konnte ich mir gut vorstellen das Greyback sich den zu erwartenden Freuden voll und ganz hingeben würde, würg…die armen Frauen, war ich regelrecht froh das ich nicht dran teilnehmen musste um das zu sehen.

Ich schluckte schwer, sah sie alle die ich kannte und fragte mich echt was sie bewog an so was teilzunehmen, na gut, außer der Befehl des Lords, als ich Scabior ausmachte der in den hinteren Reihen durch die Gegend schlich und immer wieder zu mir und meiner Familie linste, kam mir dieser Gedanke. Nun flackerten auf einmal dramatisch die Fackeln auf, als der Lord despotisch in Begleitung von Wormtail eintrat, da erst fiel mir auf, dass ich den Fettwanzt noch nie gesehen hatte wenn ich ins Dark Manor kam?

Wo er wohl da immer steckte? Bestimmt floh er dort regelmäßig vor den Schlangen, dachte ich gehässig, als der Lord würdevoll her rein schritt sein langes Gewand eindrucksvoll hinter sich herziehend, schreckte sein totenblasses Gesicht ab, aus dem es unheilvoll dank der rotglühenden Augen leuchtete, versank alles und jeder sofort in die ihm gebührende Reverenz vor ihm.

Dann ließ sich der Lord großzügig dazu herab das Yule-Fest mit seinen DeathEatern zu feiern, das immer am 21. Dezember stattfand. Es war eines der Hochfeste des Keltentums und für den Lord von Bedeutung schweifte ich im Geiste ab, wurden meine Gedanken aber ins hier und jetzt gelenkt, da ich gerade noch so mitbekam wie der Lord einen Fluch auf eine vor ihm liegende Person anwandte und diese erbärmlich unter seinem Crutiatusfluch geschüttelt wurde, schrie er so laut auf, das ich gedanklich aufschreckte.

Es sah hundertmal schlimmer aus, als sich seine Gliedmaßen einer Puppe gleich abnorm verdrehten, ganz anders als bei dem stämmigen Werwolf damals, vertrugen diese Werwesen doch mehr von der Dosis des Fluchs als ein normaler Magier, unterdessen brüllte sich Nott gerade die Seele aus dem Leib, das war erbärmlich zu sehen, offensichtlich hatte ich gedankenverloren, wie ich war, gar nicht mitbekommen wie es so weit gekommen? Dass wir schon bei der Bestrafung von Nott angekommen waren, als ich den Lord zischeln hörte:

„Das dürfte Warnung an alle sein, das ich Eigeninitiative nicht schätze, die weder mit mir noch mir meiner Rechten Hand besprochen wurde, schließlich hätte diese Idiotie dazu führen können das der ein oder andere seine wertvolle Tarnung verliert!“, hisste er bösartig auf und ich wusste, das war seine Strafe für Bell und mich gewesen, tat mir Nott so was von nicht leid als er wie ein geprügelter, gebrochener Hund auf allen vieren aus dem Kreis kroch, der sich um ihn gebildet hatte.

Der Fuß, den Lucius als Rache in der Mache gehabt hatte, den zog er auch unbrauchbar hinter sich her und verschwand dann hinter den langen Roben um sich seine Wunden zu lecken, die beachtlich sein dürften, letztendlich hatte er seine Lektion wohl gelernt.

Als sich Lucius von seiner Stelle löste und Aufmerksamkeit heischend auf den Lord zuschritt, verstummten alle und die Stille wurde allumfassend während der Lord seine nichtvorhandene Braue hob.

„Meine Rechte Hand, du wünschst!“, hauchte es eisig über die Hallen hinweg und ich konnte richtig sehen, wie sich einige der unwichtigen DeathEater ängstlich duckten.

„My Lord, ich habe ein Geschenk für euch!“, führte die Maske mit der Fleur-de-Lis seine Hand ans Herz als er mit der anderen Hand einen Schnippser ausführte und ich erkannte wie Crabbe und Goyle unter ihren Silber verschnörkelten Eisenmasken eine ramponiert aussende Gestalt, dessen Kleidung in Fetzen hing, zwischen sich hereinzogen, wirkte der junge strohblonde Mann fast besinnungslos vor Angst.

„Darf ich vorstellen Sean Podmore, seit einem halben Jahr ein DeathEater und ein Verräter! Ein Mitglied des lächerlichen Orden des Phönix!“, spukte Lucius böse aus und umschlich den nun knienden Mann bedrohlich, dieser sah einfach schrecklich aus, war er wie es schien schon durch viele Hände gegangen und hatte wohl unendliche viele Qualen erleiden müssen, ließ ich mir absolut nichts anmerken von den Wiederwillen der mich durchfuhr, bemerkte ich sehr wohl die Blicke der Lestranges, die von Greyback aber auch von Scabior, nur meine Männer wirkten absolut von mir überzeugt, auf das ich es akzeptierte das Lucius einen „Guten“ gefangen hatte und ihn seinem unausweichlichen Schicksal anheim führte.

Als sich die Gesichtszüge des Lords zu einer wütenden Fratze verzogen.

„Ein Verräter in meinen Reihen…..wer hat ihn enttarnt?“, donnerte er unmenschlich.

„Mein Sohn, My Lord!“, verkündete Lucius stolz und der Lord nickte nur erregt als er wütend weiter aufbrauste und sich seine Magie wie eine pechschwarze Wolke um ihn wob und er fast auszuticken schien, so aufgebracht wirkte er und die ängstliche Masse der Vermummten lag schon halb auf dem Boden, um dem Wütenden zu entgehen, als sich die unglaubliche Macht des Lords zeigte und manifestierte. Draco also, wann er das wieder geschafft hatte, wagte ich mich kurz zu fragen, als ich das Geschehen weiter beobachtete.

Zeigte sich die große Macht des Lords indem sich Podmore in die Lüfte erhob und wir beobachten durften wie sich ein Arm von ihm unter seinen schrillen, gequälten Lauten immer höher erhob und der Arm sich mitleidlos dehnte, drehte und wendetet, er den gestreckten, geraden Arm gerade nach hinten in einen unnatürlichen Winkel zog und das ohne nachzugeben, war es eine bösartige Folter der ich gerade beiwohnte.

Wir hörten das Knirschen und Knacksen der Knochen lautstrak als der Arm in einem absonderlichen Winkel nach hinten abstand und das nun auch sichtlich wurde, als der Knochen aus der Gelenkpfanne hüpfte und die Kugel des Oberarmkopfs zu meinem Entsetzen hervorsprang und die Haut aufplatzte, regelrecht aufriss.

Wie es schien wollte der Lord ihn vierteilen, wie im Mittelalter, als die Extremitäten ausgerissen wurden. Er ging langsam, quälend langsam vor, nicht wie damals als Pferde mit großer Geschwindigkeit die Beine und Arme abrissen, ging er mit Bedacht vor. Jetzt wurden meine Augen groß, als der junge Mann wie von Sinnen sich die Seele aus dem Leib schrie, sich Schaum vor seinem Mund bildete und sich seine Augen wie wild in den Höhlen rollten, dadurch wirkte er wie verrückt, was ihm die unsäglichen Schmerzen wohl auch bescherten konnte.

Er konnte nur auf eine erlösende Ohnmacht hoffen aber wie es schien legte der Lord Wert darauf das dies nicht passierte, tropfte nun das Blut aus der aufgerissenen Wunde und leuchtete der weiße Knochen strahlend hell hervor und die Bänder und Sehen die Zerrissen waren konnte man gut betrachten, war es einfach ekelerregend… zog eine magische unsichtbare Macht beständig weiter an dem nun nutzlosen Arm, um ihn vollständig auszureißen, als ich es nicht mehr aushielt!

Vor allem da mir etwas einfiel, gut dieser Mann war nicht mehr zu retten, sein Schicksal war besiegelt, aber die Frage war, konnte man ihm den Übergang zum Tod nicht angenehmer gestalten als wie er gerade ablief, hatte ich wie alle wohl mittlerweile wussten nichts gegen das töten, aber ich bevorzugte die schnell Variante, die Gnadenvolle, nicht die Langsame, sich dahinziehende, verachtungswürde, wie ich es empfand.

Also stürzte ich an Draco vorbei in den Kreis hinein in dem Lucius neben den Gefolterten stand und seinen Spaß zu haben schien zu zusehen wie dieser leidvoll gepeinigt wurde, dabei achtete ich nicht darauf, wirkte es wohl für viele wie eine kopflose Aktion, bemerkte ich die fragenden Blicke derer die die rotgoldene Maske kannten, andere sahen sich bestätigt, Lucius schenkte mir einen verärgerten Blick als er meiner Ansichtig wurde und Draco hatte mich in letzter Minute noch an meinem Mantel greifen wollen, um mich zurückzuhalten. Der einzige der völlig ungerührt schien war Severus, der sich absolut und gar nicht rührte, auch seine Augen blieben ausdrucklos.

Als der Lord mich mit einem bösartigen roten Blick niederstarrte, aber innehielt in seinem grausamen Tun, schwebte der Gemarterte nun nutzlos in der Luft und wimmerte mehr bewusstlos als wach vor sich hin, während das Blut aus ihm tropfte und der Arm doppelt so lang wie gewöhnlich an seiner Seite nutzlos hin abhing, drehte ich mich vor dem Lord und ging in die Knie.

„Was soll die Einmischung, Mudblood!“, kam es eisigst von meinem Lord. „Oder willst du den Verräter retten!“, klang er schrecklich zynisch als er dies zischend ausstieß und Bellatrix ein verrücktes Kichern verlauten ließ, wagte ich es nicht mich zu erheben, bemerkte ich doch neben mir das Lucius kurz vor einem Wutanfall stand, wagte ich es aber mein bedecktes Gesicht zu erheben, damit mir mein Lord in die Augen sehen konnte, wie auch wenn wir alleine waren.

„My Lord, ihr kennt mich, wo denkt ihr hin, aber ich denke euer Zorn könnte sich anders kanalisieren…wir haben schließlich noch was vor…“, konnte ich die gespannte, sprachlose Stille überdeutlich in meinen Ohren wahrnehmen, da die Anwesenden es nicht fassten was ich gerade tat, traute ich mich doch dem Lord hineinzureden, aber mir war wirklich eine kurzfristige Idee gekommen und so fuhr ich mutig fort, auch wenn der Lord nicht erkennen ließ was er von meinen Auftritt hielt „…dabei könnten wir ihm außerdem gebrauchen….oder nicht!“, fasste ich zaghaft nach und senkte nun unterwürfig mein Haupt in der Hoffnung nicht zu vermessen gewesen zu sein. Es vergingen Sekunden des bangen Wartens, in denen der Lord versuchte eine Entscheidung zu treffen.

„Episkey!“, war dies die Antwort die ich erhofft hatte, sprach er den Heilspruch auf die Schulter des Mannes hinter mir lapidar aus, hätte er es auch nonverbal machen können, war dies aber seine Zustimmung, erhob ich mich vorsichtig und löste mit Bedacht die Schließe meines Umhangs und drehte mich um. Als ich den Mantel über der zitternden und wimmernden Gestalt ausbreitete, sank mein Mantel aus der Luft nieder und blieb auf dem Häufchen liegen. Wandte ich mich nun wieder in meinem jetzt sichtbaren, außergewöhnlichen, leicht römisch anmutenden Gewand um, war ich mir aller ungläubigen Blicke aufgrund dessen was ich gerade getan hatte nur zu bewusst.

Ich zweifele kurz selbst an meinem Verstand, aber ich hatte es gewiss nicht nur aus Mitleid getan, sondern darum das ich meine Aufgabe wirklich erfolgreich gestalten konnte und bitte, der Mann bot sich da wirklich hervorragend an.

Als ich auf den Lord zuging, wissend das die Schonfrist vorbei war und er mir ein spöttisches, durchwegs dämonisches Grinsen schenkte, nahm ich die skeptischen Blicke meiner Männer zur Kenntnis und blinzelte ihnen unter der Maske beruhigend zu, ich wusste bis zu einem gewissen Grad was ich tat.

Ich erklomm zaghaft die Treppen, mein langes Gewand zog ich dabei hinter mir her, hatte extra eines mit nackten Armen gewählt da dies für den späteren Verlauf des Abends noch von Nutzen wäre, natürlich hatte ich das Unverständnis der unteren DeathEater bemerkt, da ich kein sichtbares Dark Mark trug, schließlich hatten sie ja keine Ahnung das meine Zeichnung im Nacken lag, dann erhob er nun wieder seine Stimme.

„Leider ist es euch nun verwehrt am verdienten Ende dieses Verräters teilzuhaben, aber es sei euch versichert, er wird nicht entkommen und sein Ende wird grausam sein, sollte es euch eine Lehre sein mir nicht Untreu zu werden…damit eröffne ich die heutige Festivität, das Gewölbe ist geöffnet, wünsche ich euch ein vergnügliches Yule-Fest!“, erhob er wie zur Salbung der Masse seine Arme und es wirkte durch sein Gewand als würde er schwarze Schwingen erheben, als er ungeduldig sprach zeigte er deutlich das er noch anderes zu tun hatte und zwar mit mir, verstreute sich die Menge schnell, blieb nur der Innere Kreis zurück, aber auch ein paar die absichtlich trödelten, darunter Scabior und Greyback, fanden sie wohl meine Vorstellung interessanter als die zu vergewaltigenden Frauen.

„Genießt auch ihr meine Feier…oder auch nicht!“, kam es nun gleichgültig vom Lord und sein Blick ging wissend zu den drein ersten Männern seines inneren Kreises und er schmunzelte „…erwarte ich aber, das sich alle von euch noch im Dark Manor einfinden, dorthin werden WIR in drei Stunden… oder auch später zurückkehren!“, legte er seine Fingerspitzen überlegend aneinander.

Nun winkte er mich lasziv zu sich und ich reckte vorsichtig und auch ein wenig ängstlich meine Hand, legte wie von ihm gewünschte meine Finger federleicht auf seinen in schwarze Seide verpackten Arm und ich schlucke schwer als ich ihn endgültig berührte, hatte ich noch nie erlebt das ihn jemals jemand oder etwas außer Nagini angefasst hatte, blickte er mich wieder spöttisch mit diesen rubinroten Augen an, währenddessen klopfte mir mein Herz bis zum Hals.

„So scheu heute? Unsicher!“, zischte er hauchend aber ich wusste, jeder hatte es verstanden als ich mich dann überwand und doch noch stolz mein Haupt reckte, da ich mich durchaus beweisen wollte.

„Überwältigt von der Ehre, die mir heute zuteilwerden wird!“, schleimte ich wie immer und spielte auf den späteren Abend an, nahmen er und ich die empörten Laute seiner Männer durchaus wahr, die nicht verstanden was uns verband.

„Amüsant wie immer, Mudblood, sag, fühlst du dich bereit?“

„Wenn nicht wäre es wohl zu spät, aber ja und ich glaube die Idee, die ich mit dem DA unten hatte, ist hilfreich!“, zuckte ich entschuldigend die Schultern.

„Korrekt, aber da ich dir dieses Resort anvertraut habe, ist es auch dein Recht etwas dazu zu sagen, bedenke nur gut, zu viel werde ich dir sonst nicht durchgehen lassen!“, drohte er unverhohlen und ich nickte nur demütig, da mir das selbst nur zu bewusst war, das ich bis jetzt schieres Glück gehabt hatte nicht seine Grausamkeit zu spüren bekommen zu haben, aber ich wollte ja viel darauf verwetten, das ich nicht immer entkommen würde, war ich mir sicher das auch meine Glückssträhne dem Lord gegenüber einmal reißen würde, aber nicht heute, nicht jetzt, verbannte ich auch diesen Gedanken resolut.

„My Lord!“, wandte ich nur unterwürfig ein, als er auch schon mit einem Fingerzeig das Bündel unter meinem Mantel verschwinden ließ und mit mir übergangslos apparierte, blickte ich in die zum Teil erschütterten Augen derer die noch unser sehr gemächliches Gespräch hatten belauschen dürfen, schockte und schockierte ich wohl ALLE sehr.

Das apparieren mit dem Lord war eine unglaubliche Erfahrung, wir sprechen nicht von einem leisen Ortswechsel, es war wie ein lautloses gleiten durch die Atmosphäre, es war berauschend so schwerelos zu reisen, das ich kurz mit den Gedanken abschweifte.

Ich wusste, ich konnte mich daheim auf was gefasst machen, auch wenn mir der Lord es zugestand, das ich ihn aufgehalten hatte, eingeschritten war und das ich unverfroren um den Mann bat, ihn schließlich auch erhalten hatte, konnte ich mir denken und leider lebhaft ausmahlen, das das meine Familie anders sah. Auch wenn sie nicht wussten, dass ich das Risiko seines Zorns wirklich aus dem kalkulierten Grund eingegangen war aufgrund meines spontanen Einfalls des Rituals betreffend und erst an zweiter Stelle stand mein Wille den Verräter nicht so mitleidlos leiden zu lassen, war doch auch ich ein Verräter, aber über das Ritual wussten sie nichts und wenn es nach mir ginge, würde sie es auch nicht erfahren, denn sonst müsste ich ihnen sagen, was ich mit dem Lord trieb und das würde nicht passieren!

Also drehten sich meine Gedanken hier eindeutig im Kreis und ich wollte mich nicht wirklich freuen zurückzukehren, aber letztendlich war meine Rückkehr eh fraglich, denn die Zeremonie die ich heute machen würde war nicht alltäglich und so schwierig zu bewerkstelligen, das die realen Chancen für mein Überleben bei fünzig-fünzig lagen.

Ich konnte mir allzu lebhaft vorstellen, das dem inneren Kreis die Lust an der Feier vergangen war, da sie sich auf die Vorstellung, die wir geliefert hatten, bestimmt keinen Reim machen konnten, vor allem Bellatrix vor Wut schwarz glänzende Augen würde ich nicht so schnell vergessen, die mich hinter ihrer Maske starr fokussiert hatten und der Wahn und Hass auf mich stand in ihnen unverkennbar unheilvoll gemeißelt.

Schließlich kamen wir auf einem wild von wasserumtosten, rauen Felsen an, der steil aus dem Meer aufragte, musste ich vor Überraschung mein Gleichgewicht finden, da ich doch überrumpelt war von der unwirklichen Umgebung, rauschte nicht nur die laute brausende Gischt in meinen Ohren, sondern auch mein durch meine Venen peitschendes Blut, da ich schwer schluckte, was wollten wir hier?

Ich wollte jedes zweifelnde, regelrecht nagende Gefühl gewaltsam in meiner Brust unterdrücken. Der Felsen war mehr als schmal und das Wetter wechselhaft, daher konzentrierte ich mich wieder auf meine unwirkliche Umgebung, dabei wehte ein eisig kalter Wind, der Himmel war sternenklar aber dank der späten Stunde finster, der salzige Sprühnebel der Gischt, der mich durchnässte, war wie eine Eisschicht, die sich auf meine Haut legte, deshalb konnte ich ein Zittern nicht unterdrücken.

Nun blickten wir auf eine wuchtige, zerklüftete und hochaufragende Felsenklippe an der Meeresküste im Südwesten Englands, die sich steil und massive vor uns auftürmte.

Ich krallte mich unwillkürlich, dank des rauen Unwetters im Dezember etwas fester in den spindeldürren Arm, den ich noch immer festhielt und zuckte dann erschrocken über mich selbst zusammen, als mir sieden heiß einfiel wer das war den ich für meinen Geschmack zu intim berührte und linste furchtsam zu ihm auf. Aber er achtete gar nicht auf mich, schien wie in Trance, was wohl besser für mich war, blickte gebannt auf die schroffe, dunkle Felswand und löste uns nun plötzlich in einen magischen, schwarzen Nebel auf, der beständig auf einen gut versteckten Klippenvorsprung zuhielt, dabei biss ich mir vor Furcht auf die Lippen, verbot mir jedweden Ton des Erschreckens, als wir schwerelos durch die Luft segelten.

Es war unheimlich, aber auch unglaublich was er alles konnte, wie der Dark Lord es schaffte sich die Magie zu unterwerfen und sie wie selbstverständlich anzuwenden, machte ich ein unbeschreibliches Erlebnis mit was wirklich magische Größe und Macht bedeutete.

Unterdessen glitten wir zielstrebig in einen gut verborgen und versteckt liegenden, schmalen Spalt und kamen in einem kleinen, finsteren Höhlenvorraum an, der sehr unheimlich wirkte, erreichten wir endlich wieder festen Boden, was meinem Magen gut tat, da ich fliegen immer noch nicht mochte, bescherte es mir latente, beständige Übelkeit und einen schalen Geschmack im Mund.

Trotzdem schwappte das, dank der Jahreszeit, eiskalte Wasser über die Felsenstufen und tränkte mein langes Gewand, ließ es mich fest gefrieren vor feuchter Kälte, aber da folgte ich dem zielgerichteten Lord durch die enge Höhlenöffnung zunächst in einen felsigen, engen Vorraum. Unterdessen hatte er sich lässig nonverbal Licht gezaubert und ich blickte mich unsicher um, weiterhin drang die Nässe und Kälte durch jede Pore meiner Kleidung, dennoch verbiss ich mir heldenhaft das beschämende Zähneklappern, indem ich meinen Kiefer fest aufeinander presste, trotzdem lag auf meinen nackten Armen eine sichtbare Gänsehaut. Dieser Ort hier war sehr ungemütlich und unfreundlich, dennoch mochte ich dem Lord aber zugestehen, dass er seiner Person würdig war, ließ nun ich meine Maske nonverbal verschwinden, damit sich mein Blickfeld vergrößerte

Es herrschte hier eine unheimliche, verbotene Atmosphäre und wisperte mir beständig zu auf der Stelle das Weite zu suchen, schließlich wirkte hier alles unglaublich bedrohlich und gefährlich, dabei verhielt ich mich trotz meines schneller schlagenden Herzens absolut ruhig, wusste ich doch instinktiv, das ich auf keinen Fall die Aufmerksamkeit des Lords auf mich lenken sollte!

Nun konnte ich beobachten wie er auf eine massive Felswand zuschritt und seine Hand wie nebenbei erhob und auf einmal etwas Blut auf die vor ihm befindlichen Steine spritzte, hatte er sich magisch geschnitten, was dazu führte das sich ein Zugang magisch öffnete, sich ein silberner glänzender Torbogen aus dem Felsen manifestierte. Offensichtlich hatte er einen Wegzoll in Form von Blut entrichtet um einen dahinterliegenden, höhlenartigen Innenraum zu präsentieren, dann ging er raschelnd weiter und ich folgte ihm vertrauensvoll schnell, hoffte, dass ich das tun sollte.

Hier offenbarte sich ein unendlicher, stockdunkler Raum, als der Lord eine große, runde Sonnenkugel an die Höhlendecke schleuderte und sie zeigte, dass wir uns am Ufer eines großen, tintenschwarzen, unterirdischen Sees befanden. Jetzt rief der gespenstische, unecht wirkende See ein mehr als mulmiges Gefühl in mir wach, dabei war es mir, als könnte ich beständig etwas fühlen das mich leise wispernd rief und zugleich abstieß, war es ein verwirrendes Gefühl, fiel mir auf, das das Wasser darin absolut still stand und keine Bewegung zeigte, bekam ich große Augen, das bedeutete mit Sicherheit etwas, was würde sich wohl noch zeigen, schaute ich mich weiter um, mochte ich wetten das es aber nichts Gutes war. Es herrschte hier in diesem Raum, absolute und totale Stille, man hörte nicht einmal mehr das Rauschen des Meeres nur bleierne, unnatürliche Ruhe.

Jetzt konnte ich im diffusen Licht in der Mitte des Sees eine Felseninsel ausmachen, die künstlich wirkend aus dem Wasser ragte und in etwa so große wie das Schulleiterbüro in Hogwarts war, um mehr zu sehen verengten sich meine Augen fokussierend und ich machte einen Felsensockel im Zentrum der Insel aus, auf dem eine steinerne Schale ruhte, die sichtbar ein beständiges, grünliches Leuchten absonderte.

Dann wusste ich schlagartig, das ich noch nie einen solch bösartigen, gefährlichen und auf ewig verdammten Ort betreten hatte…konnte ich auch die fühlbaren atmosphärischen Strömungen wahrnehmen, die in dieser besonderen Nacht der Wintersonnenwende, oder auch Yule genannt, besonders intensiv und stark vorhanden waren.

Aber das war nicht verwunderlich, schließlich hatte der Lord diesen Zeitpunkt ja nicht ohne Grund gewählt, war dies eine wahrlich magisch Nacht, auch als das Hochfeste „Alban Arthan“ bezeichnet, war doch diese Julnacht die längste des Jahres. An diesem Wendetag wurde die Rückkehr vom Licht und Leben gefeiert, dennoch waren aber die Stunden davor die dunkelsten und schwärzesten des Jahres, folglich damit aber auch die geeignetsten um mit den Toten zu agieren, galt es als der Zeitpunkt der endgültigen Wende des Jahres und war somit das wichtigste Fest im ganzen Jahr, an dem alles endete und neu begann.

So war Jul, die weihevolle Nacht, in der die Sonne den südlichen Wendekreis erreichte um nun nach Norden zu rückzukehren, damit gingen die magischen Strömungen ungewohnte Wege und vieles war leichter möglich als sonst, konnten magisch begabte Menschen die Magie besser bündeln und für ihre Zwecke nützen.

Bei all den Gedanken regte sich plötzlich in mir eine große, gespannte, leicht abartig anmutende Neugierde, die ich nicht unterdrücken konnte und die zeigte wie verdorben ich doch wohl schon war! Warum wir gerade hier gelandet waren und ich bemerkte, das der Lord mich gespannt maß und nun wieder eine herrische Geste tat, als er bemerkte das er meine Aufmerksamkeit wieder besaß und mein Mantel mit dem darunter befindlichen Unglücklichen aus dem nichts erschien, mussten wir uns um das ohnmächtige Bündel keine Gedanken machen, schließlich würde ER erst später von Bedeutung sein.

Gespannt harrte ich unruhig der Dinge die nun kommen sollten, besah mir die weit entfernte Insel neugierig, bis mich die nicht zu fassende, unmenschliche Stimme des Lords aus meinen Gedanken holte.

„Das in der Mitte des Sees, hat dich nicht zu interessieren Mudblood!“, klirrte es kalt wieder, war es eine bedingungslose Feststellung, ich wandte schleunigst die Augen ab und durfte sehen wie er sich in einiger Entfernung einen Thorn schuf und er sich geschmeidig setzte.

„Bereite alles vor, ich bin gespannt ob du errätst welches Ritual ich anstrebe!“, dachte ich sofort, dass es das mit meinem Glück wohl wortwörtlich war, denn er testete mich… verdammt, aber klar, ich würde einfach das Schlimmste und Schwerste nehmen was mir einfiel, bemerkte ich die klamme Kälte meiner Umgebung schon gar nicht mehr, oder das meine Glieder dank der eisigen Luft schon ganz steif und taub geworden waren und begann übergangslos geschäftig meine Arbeit, unter den begierigen, dunkelrot leuchtenden, kritischen Augen des Dark Lord, auszuführen, schließlich musste einiges getan werden bevor ich zur Tat schreiten konnte.

„Inferi!“, warf ich fest ein und sah ihn furchtlos an, bis er mit einer großzügigen Geste auf den See wies und ich schluckte, hatte mich meine Vermutung also nicht getrogen, das der See bösartiges enthielt und wenn er es so zeigte, war dieser See wohl voll mit diesen tödlichen Wesen, schluckte ich schwer, hatte ich bisher erst zwei Inferi vorzuweisen die meinem Willen unterworfen gewesen und neu oder frisch waren, konnte man das wohl von denen im See befindlichen Toten nicht behaupten.

Aber dennoch zwang ich meine aufbegehrenden, fast schon ängstlichen Gefühle nieder, die mich zwingen wollten zu fliehen, da ich das wohl nicht wirklich sehen wollte was sich in den nassen Tiefen des Sees verbarg, aber in diesem Fall wäre es wohl nur der Tod, der mir als Fluchtmöglichkeit möglich wäre, also rang ich diese Todessehnsucht rigoros und bestimmt nieder.

„Wie gesagt, du bist gut Mudblood, ja dieser See ist voll von ihnen… meiner Untoten Armee! Ich werde gespannt sein ob du es schafft sie dir Untertan zu machen!“, schluckte ich bei seinen wie nebensächlich gesprochenen Worten, nickte ich nur ergeben und wandte mich meiner Aufgabe zu, die nun meiner vollen Aufmerksamkeit bedurfte, Dabei versuchte ich die Frage zu unterdrücken, die mich beschäftigte, warum?

Er musste im ersten Krieg diese ganzen Inferi erschaffen haben, wie gesagt, es war seine Armee! Aber warum hatte er wie es schien die Herrschaft über sie verloren, rasten die Gedanken in meinem Kopf und ich knabberte überlegend auf meiner Unterlippe? Was war passiert, man konnte sich herrenlose Inferi einverleiben?

Doch dann erkannte ich es, das Problem des Lords….und mir wurde fast schwarz vor Augen als mir die einzige Erklärung einfiel, die sich mir nun regelrecht aufdrängte, musste es so sein als der Lord, wegen Harry „starb“, er seine menschliche Hülle einbüßte, hatte er seine Meisterschaft über seine Wesen verloren, da er körperlos wurde, er nur noch als minimales Seelenstück existierte, hatte er keine Kraft mehr gehabt Herr dieser Kreaturen zu sein.

Danach würde er es wohl schon selbst versucht haben sie sich wieder Untertan zu machen, aber er war wohl gescheitert, offensichtlich kam er mit den Inferi nicht mehr zurecht und auch hier fiel mir nur eine Erklärung ein, weil er selbst dank seiner siebenfachen Horcruxe fast selbst ein seelenloses Gefäß war, es an ihm fast nichts mehr gab, was ihn von einem wirklichen Toten unterschied, somit war die Ähnlichkeit zwischen Inferi und dem seelengespaltenen Dark Lord zu klein gab, es keine Diskrepanz und er konnte sie als fast einer von ihnen, nicht mehr kontrollieren!

Es war ganz einfach, ER konnte kein Nekromant, kein Beschwörer der Toten mehr sein, da er fast ein Untoter war, was für eine schreckliche Erkenntnis, die mich hier heimsuchte und ich musste das Würgen, das in mir aufstieg, mit Allgewalt zurückdrängen, kroch mir die brennende Galle die Speiseröhre hinauf und ich schluckte fast panisch dagegen an.

Gewiss durfte der Dark Lord nie erfahren was ich soeben erkannt hatte, wüsste er doch sonst das ich um die Bedeutung der Seelenspaltung wusste, damit stand mein Weiterleben gerade auf Messerschneide.

Ich sah nun glasklar, das mein wahnwitziger Plan mich dem Lord mit den Inferi lieb Kind zu machen, doppelt erfolgreich gewesen war, dachte ich zu Anfang noch das er einfach erfreut war nun jemanden in seinen Reihen zu haben der etwas außergewöhnliches konnte, musste ich nun der Tatsache ins Gesicht sehen, das er wohl sein Glück fast nicht hatte fassen können das ich ihm in die klauenartigen, spindeldürren Finger fiel.

Schließlich musste er einen Tobsuchtsanfall erlitten haben, als er nach seiner Wiedergeburt versuchte wieder der Beherrscher dieser Kreaturen zu werden und eine herbe Niederlage hatte einstecken müssen, um zu erkennen, dass der Prozess unumkehrbar war. Mir war klar, dass jemand wie der Lord verschwendete Energie, Zeit und Macht hasste, daher musste es ihn schrecklich wurmen das er nicht mehr auf seine Untote Armee zurückgreifen konnte, hatte doch deren Erschaffung viel…nun ja sagen wir mal Material erfordert, von den Ritualen abgesehen und auch der nötigen, anstrengenden und schwächenden Zauber, derer es bedurfte um einen Inferi zu erschaffen.

Nun verstand ich zum ersten mal wirklich was er in mir sah und warum er mich als unentbehrlich einstufte, erklärte sich jetzt mein überraschender sofortiger Einstand im heißbegehrten Inneren Kreis des Dark Lords. Ich würde ihm einen Teil seiner fest im Krieg eingeplanten Armee wiederbringen, die er wohl schon als verloren angesehen hatte, musste es dem Lord wie Schicksal erschienen sein als er bei der Feier im Manor meine Erinnerungen gesehen hatte, verstand ich nun wirklich und wahrhaftig warum er keine Sekunde zögerte mir sein Mahl unwiderruflich einzubrennen, erklärte sich sein unerklärliches Verhalten eines minderwertig geborenen Mudbloods gegenüber nun voll und ganz.

So versuchte ich ganz ruhig in der mystischen Umgebung zu erscheinen, während mein Hirn auf Hochtouren die neuen Gedanken und Erkenntnisse verarbeite, trat mir der kalte Angstschweiß auf die Stirn, musste es auf den Lord wirken als würde ich meditieren und versuchen mein nötiges Gleichgewicht und meine Mitte für das Kommende zu finden, störte er mich nicht und hielt sich vollkommen zurück, wusste er doch was von mir abhing, rang ich nun jedes Gefühl in mir nieder und konnte spüren wie mein Blut nun ähnlich Kalt wie das Meereswasser durch meine Adern floss und ich ein Eisklotz bar jeglicher Empfindung wurde. Ich wusste, ich konnte gerade alles und nichts würde mich aus der Ruhe bringen, somit machte ich mich an mein verachtenswertes Werk.

Aber nun auf, sprach ich mir Mut zu, darauf hatte ich mich die ganze Zeit akribisch vorbereitet und mich der Planung des Rituals verschrieben, dabei hatte ich es nach dem „sieben W Prinzip“ geplant:

Was, Wann, Wen, Wo, Warum, Welche Risiken und Welche Alternativen gab es!

War ich, Göttin sei Dank, allein und würde auf Mitadepten, Novizen/ oder Novizinnen keine Rücksicht nehmen müssen.

Zur Vorbereitung hatte ich seit 24 Stunden keine Nahrung mehr zu mir genommen, was wenn meine Männer da gewesen wären, zu fragen geführt hätte, hatten sie ja aber zu meinem Glück zu tun gehabt, schließlich sollte man vor so einem allumfassenden Ritual fasten, viel Wasser trinken um den Körper innerlich zu reinigen und zu entgiften, denn man sollte als Rein geltend in einen solch umfangreichen Ritus treten.

Zudem hatte ich mich auch bei der äußerlichen Reinigung einigen Vorbereitungen unterworfen, verzichtete auf Deo, Parfüm, Aftershave und hatte nur neutrale Seife bei meinem ausgiebigen reinigenden Bad, das man auch gerne als rituelle Waschung bezeichnen durfte, verwendet. Deshalb hatte ich auch Draco durchaus gerne gehen lassen, da Sex auch nicht wirklich als Rein galt und Abstinenz wünschenswert war.

Ich hatte mich nachmittags auch noch geistig gereinigt, indem ich lange meditiert hatte um meine innere Mitte, mein beständiges Gleichgewicht und meine tiefe Ruhe zu finden und zu fassen.

Nun stand ich bereit vor dem Dark Lord in dieser okkulten, mystischen Umgebung und zückte mein Werkzeug, so zum Beispiel würde heute Lucius Geburtstagsgeschenk zum ehrenvollen ersten Einsatz von meiner Hand kommen und sein uralter, protziger Ritualdolch mir gute Dienste leisten.

Außerdem zückte ich auch einen Ritualkelch, den ich extra gekauft hatte, einen ganz schlichten silbernen, vergoldeten Pokal.

Ich hatte mich für ein äußerst machvolles, starkes „außen“ Ritual entschieden, bei welchem mit genug Energie und Willensstärke die Ausgangsposition verbessert wurde, hatte ich dank meinem menschlichen Geschenk, das der Lords mir vorhin zugestanden hatte, auch noch die Hilfe eines zusätzlichen Wesens, das ich geschickt in die Zeremonie einbauen würde.

Also war meine Form und die Art welcher Magie ich mich bedienen würde festgelegt, dabei hatte ich mich für die Wesens-, Elementar- und Chaosmagie entschieden. Ich begann und stellte nun geschäftig, an den vier entscheidenden Punkten für die Ehrung der vier Himmelsrichtungen und der vier Elemente jeweils ein Symbol auf.

Der Westen stand für das Wasser, der Norden für die Erde, der Osten bezog sich auf die Luft und der Süden wurde durch das Feuer gekennzeichnet. Ich verwendete eine Schale mit Quellwasser für West, eine Schale voll mit Erde für Nord, eine Schale mit brennendem Öl nach Süden und eine Räucherkerze für den Osten.

Danach zog ich mit meinem Zauberstab einen runden „Widdershins“ Schutzkreis, was bedeutete entgegen dem Uhrzeigersinn, linksherum. Er lief der Richtung des Mondlaufs, dem positiven Drehsinn nach, da auch die große Drehbewegung des Sternenhimmels linksherum läuft, um den Polarstern herum. Dann erstrahlte die von mir gehexte, magische Linie in blauem, weißem und goldweißem Licht, als ich ihn gewissenhaft um mich gezogen hatte.

Der Kreis war seit jeher das älteste Schutzsymbol der Menschheit als Zeichen der Ewigkeit, der Gleichheit, der Beständigkeit und des Wandels, schließlich verband er die vier Himmelsrichtungen und meine Symbole, dann schloss ich sorgsam den magischen leuchtenden Kreis, wäre eine undichte Stelle doch fatal, also stand nun mein magischer, machtvoller Zirkel.

Als dies getan war holte ich noch einmal tief Luft, da die ersten Vorbereitungen abgeschlossen waren, durfte ich bei den einzelnen Schritten nichts vergessen und schloss ergeben die Augen, konnte ich mir ab nun keine Fehler erlauben, denn es musste der Ablauf konkret eingehalten werden und daher blendete ich den starrenden Lord, der in der Ecke auf seinen Thron saß und mich nicht eine Sekunde aus den Augen ließ, gekonnt aus.

Also rief ich nun die traditionellen Elemente an und erzeugte fast sofort dadurch eine Art Wirbel, der mir durch die Haare strich und meine klamme, feucht Haut kühlte, als sich die Energie beständig beschleunigte, aufbaute, regelrecht zu wirbeln begann und ich gekonnt von der Erde selbst mit meinem Zauberstab die Energie nach oben zog und sie mit einem präzisen Wisch mit der Kraft vermischte, die von oben aus der Luft kam. Dabei entstand eine große, magische Quelle an Vehemenz, die meinen Stab vibrieren ließ und mich selbst erstaunte, worauf mein nun folgender Zauberspruch dem Ritual noch mehr Wirksamkeit verleihen würde, also vervollständigte ich mein Arrangement.

Um die Kräfte nun zu begrüßen, rief ich sie nun auch noch auf Gälisch mit fester Stimme an:

Erde unten Himmel oben, lasst mich eure Kraft loben,
Urnatur und Kraft der Erde, helft mir das ich mächtig werde, Wasserläufe, Frühlingsregen, gebt mir euren sanften Segen, Sommerfeuer, Flammenlicht, ohne Euch gedeih ich nicht, Wind des Herbstes, Atemluft, zeigt mir Euren reinen Duft, Kreis ringsum und Licht in mir, Unsere Kraft vereint sich hier!

Ich blickte bei meinen bedeutungsvollen Worten in den Himmel und auf die Erde, zeigte mit meinem Stab nach Westen und nach Osten, leuchteten meine Gaben hell auf und wurden von den Kräften akzeptiert und angenommen.

Dabei konzentrierte ich mich nur auf mich und hieß die heftige Energie willkommen, die durch mich kraftvoll in einer Wucht hindurch strömte, sodass ich bis in die kribbelnden Fingerspitzen meine Magie durch mich fließen fühlte, dabei zitterte ich fast unkontrolliert, als ich die Unbändigkeit spürte, die ich entfesselte.

Auf keinen Fall durfte ich unaufmerksam werden, riss mich also zusammen, denn ich musste die Stärke finden nicht schwach zu werden, weil die Kraft beständig an Macht zunahm und mein Blut fast siedend durch meine Adern rauschte, zeigte das stärkende Ritual Wirkung, wirbelte die Luft um mich in einem sichtbaren blauleuchtenden Licht, dabei bildeten sich kleine Schweißperlen auf meiner Oberlippe. Jetzt war diese Beschwörung fast fertig und als ich mir sicher war die konstante Macht aufrechterhalten und halten zu können, wandte ich mich meiner neuen Aufgabe zu, zudem trat mir trotz der Kälte meiner Umgebung nun auch noch der Schweiß auf die Stirn.

Ich spürte wie mir ein Tropfen langsam über meine Schläfe hinab lief, währenddessen waberte die Magie nicht nur in mir, sondern auch sichtbar um mich herum.

Erneut atmet ich tief und dachte kurz zurück, hatte ich bei meinem ersten Inferizauber nur ein Pentagramm gesetzt, war es leichter neue Inferi zu erschaffen als alte, schon bestehende Inferi, die schon lange existierten zu übernehmen und sich die Herrschaft über diese Untoten zu sichern, daher mussten hier wohl andere Geschütze her, darum auch zuerst der magische Kreis.

Letztendlich war das Erschaffen schon schwierig, aber mit dem hier nicht zu vergleichen, daher machte ich mich nun daran das Pentagramm innerhalb des Schutzkreises zu ziehen. Dann brannte sich der „Fünfzackige Stern“ lautstark in den Steinboden, dabei leuchteten die Linien blutrot auf, symbolisierten die fünf Spitzen des Pentagramms die vier Elemente und der fünfte Zacken stand für den „Äther“ oder auch „Geist“.

Außerdem war mein Pentagramm ein Drudenfuß, was hieß, ein mit den zwei Spitzen nach oben gezeichnetes Zeichen, erinnerte es doch nun an einen gehörten Kopf, zeigte nur eine Spitze nach unten und galt damit als das gemeinhin bekannte Symbol für den Teufel. Nun leuchtete es nachdem es fertig gezogen war noch einmal kraftvoll auf und brannte sich dann endgültig, beständig, rotglühend in den Boden ein.

Es war getan, die ersten Vorbereitungen erfolgreich abgeschlossen, dachte ich, ich müsste schier platzen, schmerzte die pulsierende Macht regelrecht in meinem Körper und drückte gegen meine Schädeldecke, aber ich schob den Schmerz gekonnt von mir, denn nun konnte das finstere, böse Unterfangen beginnen.

Ich schloss ergeben die Augen und versuchte alle Gefühle, die mir ein schlechtes Gewissen machen konnten, grob zu unterdrücken und erstickte unerbittlich meine innere, mich jämmerlich anflehend Stimme im Keim, es gab kein Zurück mehr, nicht für mich! Dies war mein Schicksal! Schließlich hatte ich mich vor langer Zeit für diesen wagehalsigen und irrsinnigen Weg entschieden, also nahm ich es an und hinterfragte mein Tun nicht mehr.

Nun zauberte ich mir drei Buchständer und ließ das schwarze Stoffhäuflein mit dem darunter befindlichen Mann zu mir schweben, in den mich umschließenden, abwechselnd bunt, schillernden Schutzkreis und das rotglühende Pentagramm und legte den Menschen auf den letzten, noch leeren Zacken, zückte nun meine drei Bücher, das erste Buch, was ich wissend auf der richtigen Seite aufschlug und an der richtigen Stelle öffnete, mit den von mir präparierten Defixitionstafeln, oder auch ordinär Fluchtafeln genannt!

http://www.prachteinband.de/einband0901.shtml

Ich hatte meine vorbereiteten Flüche auf Bleiplatten geritzt, da das Blei als besonders bindendes Metall galt und hatte sie am ersten Dienstag des Dezembers angefertigt, da dieser Tag dem Gott Mars geweiht war, der als Kriegsgott, als Vorsteher dieser Flüche galt. Nun zeigten sich nur symbolische Zeichen auf meinen Tafeln, damit rief ich die Untoten, die Unterirdischen an, war dies eher eine Anklage an die unterirdischen Wesen, die die Verstorben von meinen Interesse an ihnen in Kenntnis setzte sollte, daher schleuderte ich nun die Platten in einem weiten Bogen in den schwarzen See und sie wurden umgehend von der tintigen Wassermasse verschluckt, dann holte ich tief Luft um Kraft zu schöpfen, schlug nun das „Mortbeten“ oder auch schlicht „Totenbeten“ genannt Buch auf.

http://www.prachteinband.de/einband1001.shtml

Also schnipste ich den Umhang hinweg und richtete meine Opfergabe, mein Menschenopfer im Pentagramm aus und begann mein noch lebendes Opfer zu begutachten, sah sein geschundener Arm schrecklich aus, auch wirkte er eh schon mehr tot als lebendig, aber ich sprach mir gut zu und begann mit dem rezitieren bestimmter Fluchpsalmen, somit einen Schadenszauber zu sprechen der seinen Tod bedeuten würde.

Ich zelebrierte das Requiem unerbittlich, betete den nun spontan wieder Erwachten regelrecht zu Tode, dabei griff er sich in seinem Todeskampf an seinen Hals der ihm konstanter weiße die Luftzufuhr verwehrte und er begehrte verzweifelt gegen das unvermeidliche auf, tat es mir unendlich leid, dass ich ihm wohl doch keinen so angenehmen Tod bescheren konnte wie von mir erhofft und er nun dem qualvollen und langsamen Erstickungstod anheimfiel, würde ich aber nichts an seinem Schicksal ändern können.

Er röchelte und strampelte erbärmlich und meine leeren Augen blickten ausdruckslos auf den sich windenden und verkrampfenden jungen Mann, dem die Luft langsam aber sicher ausging, dabei rezitierte ich den ellenlangen lateinischen Zauber stoisch weiter.

Ich repetierte den Zauber, intonierte die Beschwörung und schwang meinen Stab in den vorhergesehen, beschwörenden, rhythmischen Bewegungen. Ich fühlte wie meine Magie aus mir floss, kein angenehmes Gefühl. Es war als würde ich einen Teil von mir verlieren und sich dieser in dem kleinen Kreis stauen, tötete ich zum ersten Mal in meinem Leben langsam und qualvoll, verbot ich es mir es schrecklich zu finden und sah es als notwendig und geben an.

Ich fühlte, dass mir nun aus jeder Pore der Schweiß lief, da ich so konzentriert und verbissen bei der Sache war. Ich presste fest die alten, lateinischen Wörter aus meinem Mund und zischte sie nun fast lethargisch , da es immer anstrengender wurde den Zauber aufrecht zu erhalten und ich nicht mehr so tief Luft holen konnte, als würde die angestaute Magie im Kreis sich schwer auf meine Lungen legen, wisperte ich nur noch den Psalm 109 rückwärts sprechend, als Podmore wild rollend mit den bedenklich aus den Höhlen quellenden, rot geäderten Augen, dank der geplatzten Adern, starrte, hörte man endlich seinen letzten gequälten Atemzüge als er sich noch einmal erbärmlich aufbockte Tod und dann leblos zusammenbrach.

Dabei öffneten sich seine bläuliche verfärbten Lippen und ein kleines, weißes hellleuchtendes Licht trat aus seinem Mund, glitt in die Höhe, nun sah ich zum zweiten Mal in meinem Leben, nach Harry und Sirius, als sie damals in unserem dritten Jahr von den Dementoren am See angegangen worden waren, wie die Seele aus einem Menschen trat, sog nur diesmal nicht ein Dementor die kleine, silbrig leuchtende Kugel gierig ein, sondern wirkte es als waberte ein silbriger Schleier plötzlich in der Luft über dem Pentagramm und die kleine Perle steuerte zielstrebig auf sein Ziel zu und verschwand in dessen Weiten. Sie wurde verschluckt und weg war sie, als sich der Schleier verzog, sich auflöste, schien es als wäre mein Opfer angenommen worden, daher stieß ich die gespannt angehaltene Luft aus.

Ich war nach erfolgreicher Tötung erschöpft, aber ich durfte jetzt nicht zusammenklappen hatten wir doch gerade erst die Hälfte hinter uns…nichts desto trotz fühlte ich eine bleierne Müdigkeit in meinen Knochen, daher blickte ich wie benommen auf den Leblosen und nun auch noch für immer von seiner Seele getrennten Körper vor mir und fiel erschöpft in einer fließenden Bewegung auf die Knie und wischte mir kurz über die schweißnasse Stirn.

Als ich mit meinem Zauberstab an seinen Pulsadern, an seiner Hauptschlagader am Hals und an seinen Achillessehnen eine Schnittfluch sprach und sein rotes, metallisch riechendes Blut aus seinen noch warmen Körper zu fließen begann und in den eingebrannten Linien des Pentagramms versickerte, ließ ich ihn ausbluten, als Opfergabe für die Totenwelt, erinnerte er mich gerade an Schlachtvieh, während ich auch noch ein paar Tropfen von seiner Hand in den Kelch tropfen ließ, das würde ich noch im späteren Verlauf benötigen, zeigte ich keine Scheu die Leiche zu berühren.

Ich durfte ich jetzt unter keine Umständen das Ritual abbrechen, das hätte fatale Folgen so einen schwarzmagischen Ritus zu unterbrechen würde fürchterliche unabsehbare Konsequenzen für mich haben, man spielte nicht mit der dunklen Magie. Wenn man ihr nicht gewachsen war und sie nicht beherrschte, es nicht schaffte sie sich einem Untertan zu machen und sie zu führen, dann zahlte man einen Preis und wenn man dann Glück hatte, zahlte man nur mit dem Leben und so presste ich fest die Zähne zusammen bis es knirschte und gab nicht auf, überwand meine Erschöpfung.

Mein Leib zitterte und bebte unter der Anstrengung, aber ich hielt stand und machte stur weiter, kämpfte mich nun wieder schwer auf meine wackeligen Beine, dabei war ich einfach zu stur, weiter ging es nun, denn jetzt hatte ich alles um den letzten Schritt zu gehen, musste ich nun die Inferi rufen und es schaffen sie zu beherrschen, wie meine zwei von mir erschaffenen Inferi, sie meinen Willen bedingungslos zu unterwerfen.

Nun verschwanden die beiden jetzt nutzlosen und schon gebrauchten Bücher, stand nun nur noch das 1000 seitige Exemplar vor mir, das mir der Lord als erstes gegeben hatte, das Buch mit den Opalen.

http://www.abebooks.de/Mirandola-Faksimile-Stundenbuchs-Pico-Mirandola-Stundenbuch-Handschrift/1307263720/bd

http://de.wikipedia.org/wiki/Necronomicon

War das „Necronomicon“ die wohl berühmteste und berüchtigtste Schöpfung, die gemeinhin und für Unwissende als verloren galt. Es war eine Lektüre, die sich nur die Toten betreffend mit dem Wissen um den Tod, deren Bräuche und Gesetze betreffend auseinandersetze, somit war dies eine Unterwelt Kosmologie die Zauberanleitungen enthielt. So waren Information über die „älteren Wesen“, deren Zivilisation zur Zeit der Entstehung der Erde begann, enthalten.

Aber darüber hinaus behandelte das Necronomicon nicht nur die Herkunft und die Geschichte, sondern es einhielt auch zahlreiche Zauberformeln und Rituale zur Anrufung der „Großen Alten“!

So enthielt der Band etwa 1000 Seiten voller verschlüsselter Andeutungen und Doppeldeutigkeiten, in denen verschiedene magische Anweisungen verborgen waren. Es waren darin Symbole, Flüche, Hierarchien, Auflistungen, Beschwörungsformeln, Zauberformeln und das Wissen um Portale durch die Schleier und zu anderen Dimensionen enthalten.

Heute war eine dieser „Dimensionen“, die ich anstrebte, das Totenreich, um ihnen die hier vor sich hinvegetierenden Inferi zu entreißen.

Ich fühlte und spürte wie mir zum Ende hin leicht schwindelte, schließlich waren meine Sinne zum Zerreißen gespannt, als ich spürte wie die bis zum Bersten aufgestaute Magie wie ein kleiner Lufthauch im diffusen Licht in Bewegung geriet und über mein verschwitztes Gesicht strich und dann zuckte ich doch leicht, als es Zeit wurde den herrlichen protzigen Schlangendolch zu ziehen, was ich ohne Zögern tat, ging ich dieses mal einen entscheidenden Schritt weiter und ritzte mich waagerecht unterm Handgelenk.

Ich achtet darauf nicht zu tief zu schneiden, damit ich nicht sofort verblutete wenn ich die Pulsadern zu weit öffnen würde, brauchte ich aber heute Abend bedeutend mehr Blutzoll als sonst, setzte ich an und zog bedenkenlos den kalten Edelstahl über meine erhitze Haut, glitt mit der Klinge über meine Haut, schnitt mir ins Fleisch und ich sah wie mein roter Lebenssaft frisch aus meiner Wunde trat, quoll das Blut dunkel aus dem Schnitt hervor.

Ich verspürte keinen nennenswerten Schmerz, das mich schneiden tat ich zu oft und sah dem schnell hervorsprudelnden Blut zu und verteilte es, indem ich mit der blutenden Hand durch die Luft wedelte und einzelne dunkelrote Tropfen durch die Gegend folgen und auf dem See, dem Kreis und dem Pentagramm landeten. Es war, als wäre mein Blut Säure, da es laut zischend versickerte wo es auftraf.

Wie gebannt verfolgte ich dieses bizarre, unwirkliche Schauspiel. Dann riss ich mich zusammen, gab noch ein paar Tropfen in den Kelch zu dem Blut des Ritualopfers und so sprach ich dann noch den letzten Teil der Beschwörung, auf das mein Werk sich dem Ende nährte:

Vobis auctoribus umbrae non tacitas Erebi sedes Ditisque profundi pallida regna petunt regit idem spiritus artus orbe alio, me mundus!“

„Nach eurem Zeugnis gehen die Schatten nicht zum schweigsamen Wohnsitz des Erebus und in das bleiche Reich des Dis: Derselbe Atem regiert die Glieder in einer anderen Welt, meine Welt!“


„INFERIUS!“, rief ich nun inbrünstig über meine inzwischen blutig gebissenen Lippen, kaum waren meine so schicksalshaften Worte verklungen, als ich ein furchtsames zusammenzucken nicht unterdrücken konnte, da sich aus meinem Stab ein nachtschwarzer Strahl löste und manifestierte und auf einmal ein wabernder, tiefschwarzer Nebel sich um mich ausbreitete und alles Licht endgültig verschluckte.

Nun führte ich überganslos schnell den Blutkelch an meine wunden Lippen und schluckte die lauwarme, metallische Brühe, die meine ausgedörrte, trockene Kehle wie eine zähflüssige Masse bestehend aus meinem und dem Blut meines Opfers hin ablief. Ich musste das einsetzende Würgen schmerzhaft unterdrücken als sich mein Magen umdrehte und das Blut wieder auskotzen wollte, dann rann mir einiges von der widerwärtigen Flüssigkeit aus dem Mund und tropfte mein Kinn hinab, letztendlich konnte ich nicht alles in mir behalten, machte mich der Geruch und der Geschmack auf meiner Zunge schier wahnsinnig, zitterte ich nun unkontrolliert am ganzen Körper.

Urplötzlich kam in dem Moment eine unglaubliche Agonie des Schmerzes über mich, die mich laut wimmernd unerbittlich in die Knie zwang, dabei verlor ich meinen sicheren Stand und fiel auf den schroffen Steinboden und schrammte mir die Knie auf, stöhnte ich ob der unsäglichen Qualen, die durch meinen Körper schossen auf, schließlich schien meine Magie in meinem Inneren zu kochen, als sich der Blutmix mit mir verband.

Da entschlüpfte mir ein gepeinigtes Stöhnen, die Strapaze auch jetzt noch unter dieser auf mich einstürzenden Tortur, die festigende Magie zu den Inferi aufrecht zu erhalten, war enorm und ließ mich erbeben, fast unter der unmenschlichen Last zusammenbrechen. Ich landetet nun auf allen vieren, stütze mich mit meinen Händen auf dem rauen Felsen ab, dabei traten mir blindmachende Tränen in die brennenden Augen und schlug mein Herz in einem unnatürlich hämmernden, schmerzenden Rhythmus, unterdessen rebellierte auch mein Magen beständig, rasselte mein Atem laut durch die Stille.

Ich musste mit der permanenten Übelkeit kämpfen, als ich dachte, ich würde es nicht mehr schaffen die Herrschaft über diese unsägliche Menge an Inferi zu übernehmen, drangen unmenschliche Mengen von Energien auf mich ein, während ich beständig um die Kontrolle kämpfte und nicht aufgab, ich mich schlicht weigerte, mich der verheißenden Agonie meines Todeskampfes hin zu geben.

Schließlich fand ich in einem letzten aufbäumen meiner Macht, meine Stärke, sammelte sie, bündelte sie verzweifelt und zwang mich mit einem befreienden, dramatisch lauten Schrei auf den Lippen in einem wieder hoch, unterdessen hallte dieser von den hohen Decken der Höhle unheimlich verzehrt wieder.

Ich hatte es wirklich geschafft den beständigen Druck zurückzudrängen und konnte nun wieder freier, befreiter Atmen, daher keuchte ich erschöpft auf, als sich in der bisher so totenstillen Höhle auf einmal das pechschwarze Wasser, das ich nun nicht mehr sah, geräuschvoll plätschernd zu bewegen begann, verharrte ich zur Salzsäule erstarrt, lauschte den beunruhigenden Geräuschen und meinen furchtvoll pochendem Herzschlag.

Mir war bewusst, ich blutete noch immer, mir rann mein warmes But in einem ständigen Rinnsal über die freiliegende, linke Hand und speiste das Pentagramm mit meinem Opfer, während ich in der andren Hand unbeweglich den Zauberstab hielt. Ich musste selbst ein schreckliches Bild bieten, mit dem blutverschmierten Mund, den schweißnassen, an mir klebendem Haar und dem aufgeschnittenen Handgelenk und dem verdreckten, nassen Kleid musste ich wie ein schlechter Zombie Abklatsch aussehen.

Oh Göttin, war das unheimlich und vor allem war das scheiße knapp gewesen, wie mir nur leider zu bewusst war, doch jetzt sah ich die Hand kaum vor Augen und erschauerte vor Unbehagen, ich wusste, wer die plätschernden und tropfenden Geräusche von sich gab….und so sprach ich den gleichen Zauber wie in der Hütte meiner Eltern, der den schwarzen Rauch vertrieb indem eine Brise über mich hinweg wehte und mir nun einen freien Blick auf die sich mir bietende makabre Szenerie lieferte.

Ich….ich….ich war, überwältigt, ängstlich aber auch stolz vor Hochmut auf mein Können, stellte mich der nun vor mir stehenden, grausamen Wahrheit und sah auf die sich erhebend große Masse an abartiger Widerwärtigkeit, ein mit nichts zu toppendes Bild vor mir, als sich die verwesten Wasserleichen aus dem See erhoben und mir die schiere Menge an Inferi einen Angstschauer über die Wirbelsäule schickte, durfte ich sehen, wie sie abwartend schief und sich komisch abgehackt vor mir haltend standen, und nichts taten, mir nur aus toten, hohlen Augenlöchern blicklos entgegen starren.

Ich hatte es geschafft, war ich, die Herrin dieser Armee!

Noch konnte ich es selbst gar nicht fassen, dass das Ritual geglückt war, ich hatte es geschafft, deshalb traten mir nun Tränen der erschöpfenden Glückseligkeit in die Augen.

Da wagte ich es und befahl barsch:

„Geht, in den See, wartete bis ich euch rufe!“, versuchte ich meiner Stimme Festigkeit und Härte zu geben, klang sie aber selbst in meinen Ohren relativ schwächlich und hohl. Doch dann fingen die Inferi auch schon an mit erschreckend abgehackten, stockenden Bewegungen dem Befehl folge zu leisten und wieder in ihr nasses Grab zu sinken.

Es war wie in einem dieser schrecklichen Horrorfilme, nur das ich mit den Untoten zusammen in einer verzauberten Hölle stand, aber ich beobachtete all dies mit einer makabren, fesselnden Faszination, konnte mich von dem grotesken Schauspiel gar nicht lösen, während sie ihre Gliedmaßen so steif und ungelenk bewegten und wieder in die dunklen Untiefen abtauchten. Fehlte nur noch das ihr Mund aufklappte und sie hungrig auf mich zumarschierten, dachte ich ironisch und musste die Lippen fest zusammenbeißen um nicht laut und hysterisch zu lachen, das erinnerte mich an meine Hütte.

Oh Himmel, war das unheimlich! Und mit dem Wissen des beobachtenden Dark Lords in meinem Nacken war das alles nicht besser.

Das war das Letzte was ich bewusst wahr nahm bevor sich eine undurchdringliche Schwärze auf mich legte und ich in tiefster, trister Dunkelheit versank…

Hermione Sicht ende

Severus Sicht
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BeitragThema: Re: Kapitel 194-195   Do Feb 09, 2012 6:28 am

195. Kapitel Genesung

Severus Sicht

Wir hatten uns nach dem mehr als ungewöhnlichen Auftritt, den das Biest im Gewölbe geboten hatte, sofort auf den Weg ins Dark Manor gemacht, schließlich interessierten uns die Feiern in der Regel eher peripher, deshalb hielt uns jetzt nach den bedeutungsschwangeren Worten des Lords nichts mehr in dieser Umgebung und wir apparierten in dem Moment als der Lord mit IHR verschwunden war.

Ich konnte es immer noch nicht fassen, was sich dort unglaubliches vor meinen verwunderten Augen abgespielt hatte, gut ein Verräter war erbarmungslos gefoltert worden und hätte ein unrühmliches Ende erhalten, hatte ich schon gesehen, für meinen exquisiten Geschmack zu oft, aber bitte, wie gesagt, das fiel unter Kollateralschaden, die gab es zuhauf!

Lucius war gerade von der perfiden Anwendung des Streckzaubers des Lords regelrecht gefesselt gewesen, gefielen ihn die Flüche welche das Leiden der zu Folternden beträchtlich in die Länge zog doch sehr, als sich zu meinem erschütternden Entsetzen das Biest urplötzlich aus unserer Reihe löste und sich dem Lord vor die Füße warf, sollte das ein schlechter Witz sein?

Dann verdankte ich es nur meiner jahrelangen Übung mir absolut nichts anmerken zu lassen, als sie dafür sorgte, das der Lord sein grausames Tun beendete, glitten seine eiskalten blutrot leuchtenden Augen wenig erfreut zu IHR.

Was verständlich war, der Lord genoss es sehr wohl jemanden zu Foltern und zu Töten vor allem einen Verräter der das Dark Mark hintergangen hatte, daher gab er sich diesem Vergnügen doch immer ekstatisch und vorbehaltlos hin.

War sie wahnsinnig, niemand, wirklich niemand stellte sich vor einen Verräter das war versuchter und begangener Selbstmord, was trieb das sonst so kalte Biest einen ihr unbekannten Spion retten zu wollen? Ich fragte mich das echt konsterniert, hatte ich noch erlebt wie Draco versuchte sie an ihrem Mantel zu fassen zu bekommen um ihr verrücktes Unterfangen zu unterbinden!

Letztendlich stoppte der Lord in seinem Tun wirklich, vergaß den in der Luft hängenden und blickte nun das Biest unverwandt an.

„Was soll die Einmischung, Mudblood!“, kam es in eisigsten Ton von meinem Lord. „Oder willst du den Verräter retten!“, spukte er aus und Bellatrix auf der anderen Seite kicherte wie irre, als ich sah, das das Mudbood aus ihrem demütigen Knicks heraus den Kopf unterwürfig hob und den wütenden Lord furchtlos und unverwandt ins Gesicht starrte wie als wollte sie ihm mit ihrem aussagekräftigen Blick klarmachen, das sie nicht lügen würde, konnte ihr wahnwitziger Mut immer wieder erstaunen.

Er jagte mir augenblicklich Eischauer der Angst durch den Körper, wie würden wir sie vor seinem mörderischen Zorn retten können, denn Niemand tat das was sie gerade wagte und kam ungeschoren davon, NIEMAND!

Schon zuvor hatten wir andere zwecks kleiner Delikte verloren, wenn der Lord mit seinen erzieherischen Sanktionen mit den Delinquenten fertig war, waren sie meist nicht mehr zu gebrauchen.

Lucius Blick sah zum Schießen aus, wäre ich belustigt gewesen wäre die Situation nicht so verdammt prekär und explosiv gewesen, hätte ich geschmunzelt über den überrumpelten Ausdruck der sich in seinen grauen ungläubigen Augen spiegelte. Doch man sah ihm danke seiner Maske keine Regung an, aber in seinen sturmgrauen Augen braute sich ein bedrohliches Gewitter zusammen, in seiner unbändigen Wut auf das Biest.

Als sie den Blickkontakt stoisch hielt und es wacker wagte das Wort zu erheben.

„My Lord, ihr kennt mich wo denkt ihr hin, aber ich denke euer Zorn könnte sich anders kanalisieren…wir haben schließlich noch was vor…“, kam es ihr verschwörerisch hauchend über die rotglänzenden, gut verborgenen Lippen, herrschte gespannte sprachlose Stille, schockierten sie und ihre Unverfrorenheit mich schon! Was sollte das bedeuten, sie beide hätten noch etwas vor?

Was hatte ich wieder nicht mitbekommen, ging es um die Sache mit den Büchern?

Jetzt wagte sie es zwar unterwürfig und demütig dem Lord hineinzureden, aber das war eine sehr delikate Angelegenheit, dann sprach sie ruhig weiter „…dabei könnten wir ihm außerdem gebrauchen….oder nicht!“, klang sie zaghaft, schein sie selbst zu wissen wie viel sie wagte! Sie senkte nun devot ihr Haupt, haute mich ihre Vermessenheit um, wow, Gryffindor musste man sein.

Es vergingen Sekunden in denen die Spannung, die sich im Gewölbe ausbreitete, kaum auszuhalten war, warteten doch alle Untergebenen DeahtEater ungeduldig auf die Entscheidung des Lords und was für eine Show ihnen nun geboten werden würde, genossen es diese niederen Wesen doch außerordentlich wenn Mitglieder des Inneren Kreises gestraft wurden, wie sie es heute schon bei Nott weidlich genossen hatten seiner Bestrafung beizuwohnen.

Der Lord war sichtbar vertieft, versuchte eine Entscheidung zu treffen, die er dann auch zu unser aller erstaunen traf, dabei rechnete wohl jeder damit das der „Crutio“ ihr kleinstes Problem wäre, als er zu meinem Erstaunen einen laut ausgesprochenen „episkey“ auf den Verräter richtete, hätte ich nie und nimmer damit gerechnet das er ihrer Bitte und Forderung nachgeben könnte.

Er schien ihr aber nach reiflicher Überlegung zuzustimmen das sie Recht gehabt hatte. Da wollten mir wahrlich die Gesichtszüge entgleisen, was egal wäre, weil wir alle eine Maske trugen, aber es war wahrlich erschütternd, leuchteten aus den Augen vieler mehr als nur geschocktes Unverständnis, als es weiterging und wir alle geistig schon lange nicht mehr folgen konnten und ich mochte so was gar nicht, nichts zu wissen.

Sie erkannte dieses Zugeständnis an und erhob sich geschmeidig, löste den Mantel und legte ihn elegant über den nun Ohnmächtigen, zeigte ihr Gewand was herrlich anzusehen war, mit den nackten Armen und den sie fließend umschmeichelnden Stoff. Jetzt lagen alle Blicke ausnahmslos auf ihr, Somit konnte ich beobachten wie Greyback und Scabior, die beieinander standen, sie genau im Fokus behielten und sehr gespannt wirkten.

Sie schritt zuversichtlich auf den Lord zu und warf nacheinander Lucius, den sie gerade passierte, danach Draco und zum Schluss mir einen Blick aus rehbraunen Augen zu, der aussagte das wir ihr vertrauen sollten und sie wisse was sie tat! Wollte ich es mal hoffen, den als sie nun die behauenen Steinstufen erreichte, die zu der steinerne Erhöhung mit dem Steinbaldachin führten und sie diese dann zwar mit Respekt, aber auch mit einer gewissen Arroganz beschritt, verstand ich gar nichts mehr. Warum zog sie sich nicht in unsere Reihen zurück, sondern begab sich ungefragt zum Lord?

Hier ging etwas Elementares vor sich, von dem wir nicht den blassesten Schimmer hatten, zu ärgerlich, waren wir jetzt zu unwichtigen Statisten degradiert worden, wollte ich versuchen es mit Ironie zu sehen, die mir aber gerade beständig abhandenkam.

„Leider ist es euch nun verwehrt am jämmerlichen qualvollen Ende dieses Verräters teilzuhaben, aber es sei euch versichert, er wird nicht entkommen, seine gerecht Strafe wird ihn ereilen und sein Ende wird grausam sein, sollte es euch eine Lehre sein mir nicht Untreu zu werden…damit eröffne ich die heutige Festivität. Das Gewölbe ist geöffnet, somit wünsche ich euch ein vergnügliches Yule-Fest!“, hielt er sich ungewöhnlich knapp in seiner Ansprache und entließ alle, gab uns dem Inneren Kreis noch zu verstehen was er von uns erwartete und erteilte auch seine Erlaubnis das wir nicht zur Feier mussten.

Unterdessen stand das Biest noch abseits, als er sie mit einem langsamen Wink zu sich rief und sie zu ihm trat, recke er ihr seinen Ellenbogen erhoben entgegen, wie als wenn sie sich einharken sollte, zuckten ihre Finger hoch und sie wirkte recht verzagt und unsicher als sie ihre Fingerspitzen vorsichtig auf die Robe des Lords legte und dann seinen Arm durch den schwarzen Stoff umfasste. Ich konnte das kollektive, empörte Zischen des Inneren Kreises vernehmen das der Lord es zuließ das SIE, oder besser, dass irgendwer ihn berührte.

Auch ich war erschüttert, behielt aber meine steife Haltung bei, wie dies auch Lucius und Draco schafften zu tun. Jetzt durften wir alle, die noch nicht in das Gewölbe geeilt waren, ihre erstaunlich vertrauliche Unterhalten miterleben, die davon zeugte, das sie ihn wohl doch schon öfters getroffen hatte als selbst von mir bisher angenommen, dabei schienen die zwei eine kommunikative Ebene gefunden zu haben. Spielte sich vor unseren erstaunten Augen nichts Alltägliches ab!

Während sie dort vorne stand ließ sie der komplette Innere Kreis nicht aus den Augen, war sehr wachsam, aber auch Greyback, Scabior und noch ein Haufen von Streunen wollten sich das ungewöhnliche Schauspiel nicht entgehen lassen, das sich vor uns Ungläubigen abspielte, lauschte ich nun.

„So scheu heute? Unsicher!“, zischte er bedrohlich hauchend, amüsierte er sich darüber wie argwöhnisch sie seinen Arm umfasst hatte, überwand sie sich und reckte hochmütig ihr Haupt.

„Überwältigt von der Ehre, die mir heute zuteilwerden wird!“, fasste ich es nicht, das sie es wagte so offensichtlich zu zeigen das sie es zynisch meinte, spielte sie auf das an wovon wir alle keine Ahnung hatten was die beiden verband, nahm ich durchaus die empörten Laute der anderen wahr, die nicht verstanden wie sie so mit ihm reden durfte und konnte. Aber auch ich war fassungslos, wirkte es zu vertraut, zu nah, musste ich ein schütteln unterdrücken.

„Amüsant wie immer, Mudblood, sag, fühlst du dich bereit?“, klirrte seine unmenschliche Stimme unecht in meinem Ohren.

„Wenn nicht, wäre es wohl zu spät, aber ja, und ich glaube die Idee die ich mit dem DA unten hatte, ist hilfreich!“, hörte sie sich eiskalt an und zuckte gleichgültig die Schultern, war unsere Angst das sie Mitleid hatte und dem Unglückseligen helfen wollte, anscheinend absolut unbegründet und lächerlich gewesen. Doch dann haute mich seine Antwort wieder um, ich hatte immer gesagt dieses Weib wäre unser Untergang jetzt hoffte ich, der ebenfalls schreckensstarre Lucius würde es endlich einsehen wie gefährlich das Biest war, als der Lord lasziv antwortete:

„Korrekt, aber da ich dir dieses Resort anvertraut habe, ist es auch dein Recht etwas dazu zu sagen, bedenke nur gut, zu viel werde ich dir sonst nicht mehr durchgehen lassen, vergiss das NIE! Auch für dich gibt es Grenzen!“, drohte er unverhohlen was sie nur demütig nicken ließ, hatte er sie vor uns allen doch noch in ihre Schranken gewiesen, aber mit erstaunlicher Bedachtheit, die für den Lord mehr als ungewöhnlich war und zum Teufel, welches Resort! Was redeten die für kryptisches Zeug, Hermione würde reden müssen, das entwickelte sich zu einem unkalkulierbaren Risiko, da der Lord sich extrem anders gab als sonst.

Was hatte er ihr zugewiesen? Lucius Ausdruck sagte mir, das er selbst auch nichts wusste, dass dies wirklich nur eine Sache zwischen dem Meister und dem Biest war, das schien den Guten schrecklich zu ärgern, war es doch gefährlich etwas nicht zu wissen, was verdammt verband die beiden, bekam ich sicher aber endlich einen latenten Kopfschmerz.

„My Lord!“, war das letzte was sie hauchte, bevor er den Verräter verschwinden ließ und von jetzt auf gleich mit ihr übergangslos apparierte.

Dann war Lucius auch sofort verschwunden und Draco und ich folgten ihm stumm, apparierten auch umgehend!

Wir wussten instinktiv, das er ins Dark Manor gegangen war, daher waren wir hinter ihm, als er durch die Tore rauschte und wir sprachlos hinterher gingen, war es besser das er gleich hierherkam, da mir augenblicklich die Worte fehlten und es besser war erstmal zu schweigen, sonst hätte es bei uns daheim im Manor unerfreuliche Szenen gegeben, wirkte auch Draco konfus und wusste genauso viel wie wir Trottel, war das nicht jämmerlich, zog uns ein kleines, viel zu junges, aber auch viel zu durchtriebenes Biest die Butter vom Brot.

Lucius war so frei den Raum neben dem Thronsaal zu erstürmen und wir zwei folgten, sofort verschwanden die Masken und wir traten in Ruhe in dieser eigentümlichen Atmosphäre im Zuhause des Lords, dankbar die anderen hinter uns lassend, die ebenso schockiert gewirkt hatten wie wir es waren.

Wir Schwiegen aber, da man dank der Schlangen nie unbeobachtet war und brüteten über unseren erhellenden Gedanken, aber ein abwägender Blick auf den Mienen der anderen beiden bestätigte mir, das sie zu der selben befriedigenden Einsicht kamen wie ich!

Wir wussten nichts und es machte uns alle rasend wütend! Aber eine beständige, kleine Sorge mischte sich auch in unsere Wut, ob sie auch wohlbehalten wiederkommen würde?

Eine Mission mit dem Lord war unkalkulierbar!

So blieben wir drei Stunden wie fest getakkert auf unseren Sesseln sitzen und hatten uns die erste Stunde Todgeschwiegen, doch dann zischte Lucius, der noch immer genau so vor Wut kochte wie ich. Machte mich das …tock…tock…tock von Lucius Stock den er beständig in den Boden rammte, rasend, wenn er nicht bald damit aufhörte, würde ich ihn packen und zerbrechen, wuchs sich mein Kopfweh zu einer anständigen Migräne aus.

„Wusstest ihr etwas davon?“, herrschte er uns kalt an.

Er maß erst Draco kalt, der jedoch nur unbekümmert mit den Schultern zuckte und erklärte:

„Was weiß ich, sie bekommt Aufträge, die nichts mit dem Rudel zu tun haben, aber ich frage nicht weiter, sie weiß was sie tut! Ich vertraue ihr!“ Die letzten Worte hatte Draco sehr betont und Lucius dabei herausfordernd angesehen, worauf dieser auch sofort einging.

„Idiot, sie bringt uns in Gefahr, das hast du doch gesehen!“, zischte Lucius weiter wütend, aber er hatte ja recht, das sie bei dem Verräter eingegriffen hatte, war sehr gefährlich gewesen und hatte nicht so ausgesehen als ob sie gewusst hatte was sie tut, oder doch? Stand ich vor einem großen Rätsel.

Nun fiel seine Aufmerksamkeit auf mich und auch ich musste leider gestehen, ich wusste mehr als er und auf einen Streit hier, in den Räumen des Lords, der jeden Moment wieder kommen konnte, würde ich mich sicher nicht einlassen.

„Sie hat Bücher von ihm erhalten, die sie bis Weihnachten lesen musste, was sie in jeder freien Minute in meinen Räumen getan hat!“, erklärte ich kalt.

„Was für Bücher?“, fragte Lucius gefährlich lauernd nach.

Jetzt war es an mir mit den Schultern zu zucken, lapidar erklärte ich: „Ich tippe mal auf tief schwarze Magie, mehr weiß ich nicht, sie wollte und durfte nichts sagen!“

Lucius erhob sich und tigerte einige Male wie eine eingesperrte Raubkatze auf und ab, rammte er dabei schon wieder diesen scheiß Stecker in den Marmorboden, dann blieb er auf einmal stehen und funkelte uns böse an, doch ich kannte ihn zu gut, sein Blick verriet auch Sorge, ja er sorgte sich um sie.

„Ab jetzt erwarte ich, das ihr mir alles berichtet was sie betrifft, es kann nicht sein das sie uns in Gefahr bringt, verdammt, dieses Biest macht nur Ärger!“, wies er uns herrisch an.

Draco nickte nur knapp und antwortete ruhig: „Ja Vater!“, verwunderte mich Draco wirklich, nicht nur das er meine Beziehung zu ihr akzeptierte, hatte er sich trotz der unerwarteten Ereignisse rund um den Lord und das Biest meisterlich im Griff und verströmte einen großen Gleichmut, der Bewunderungswürdig war, schien Draco erstaunlich an den Gegebenheiten der letzten Zeit gewachsen zu sein und auch ich nickte zustimmend.

„Die kann was erleben wenn sie zurück kommt!“, zischte er weiter. Er war wirklich außer sich und drohte unverhohlen, da konnte das Biest nur hoffen, dass sie in einem Zustand zurück kam, der dafür sorgen würde das Lucius Wut verrauchte, aber ich musste zugeben, auch ich war nicht weniger wütend.

Das Gespräch war damit beendet und Lucius ließ sich wieder in seinen Sessel sinken und schwieg, bis wir mit bekamen das sich im angrenzenden Saal etwas tat.

Wir gingen geschlossen herüber, wo sich erstaunlicherweise nicht nur der Innere Kreis tummelte, sondern auch Greyback, der es sich nicht nehmen ließ zu sehen was mit seiner Verbindungsperson passierte, trieb ihn sichtbar die Neugierde.

Waren alle eingetreten, da die Tür weit offen war, was nach dem Wunsch des Lords nicht verwunderte, hatte die Orgie im Gewölbe dieses mal es nicht geschafft die DeathEater zu halten. Ich war entgegen meines Willens amüsiert, das es das Biest schaffte, das ihnen die Lust am Abartigen verging und sie versuchten ihren Platz zu sichern, war es zu köstlich wenn es nicht so beängstigend gewesen wäre was hier passierte.

Jetzt tuschelten die Anderen, während wir eintraten, sahen sie uns skeptisch an und sagen wir es so, wir kamen keine Sekunde zu spät.

Nun waberte doch die Luft um uns herum als der Lord sich vor uns manifestierte, hatte er seinen beeindruckenden dramatischen Auftritt, war seine Präsenz der Macht wie so oft überwältigend, als sein wallendes Gewand dank der atmosphärischen Strömungen in der Luft wehte, war mein Blick nur auf seine Füße gerichtet, da ich dort einen kleinen, schwarzen Hügel wahrnahm, da er ansonsten alleine schien, fehlte das Biest.

Nein stopp, das kleine, zusammengezogene Etwas zu seinem Füßen war das Biest, die sich nun mit einem gequälten Stöhner drehte und auf den Rücken rollte, präsentierte sie ein grausiges Bild, breitete sich nun schon zu Füßen der aufrechten Gestalt des Lords eine kleine, blutrote Pfütze aus und ich durfte erkennen, das ihr Mund, ihr Kinn alles an ihr eigentlich blutgetränkt war. Sie war wachsbleich, beinah durchsichtig und es klebten ihr die nassen Haar im blutverschmierten Gesicht, dabei war sie nicht bei Bewusstsein, hatte sie versagt?

Da stockte kurz mein Herz, auch wenn die Familie Malfoy kein Zeichen der Besorgnis zur Schau trug, reagierte Bellatrix mit einem erfreuten Jauchzen über ihr augenscheinliches Versagen und ein aufgeregtes Grummeln setzte ein, Greyback schien wie erstarrt als er die Witterung aufnahm und das Blut aus der Luft erschnüffelte, wirkte er dabei wie ein Raubtier.

Lucius fing sich wieder und schritt elegant auf den Lord zu, als sich dieser mit einem erstaunlich entspannten, regelrecht befriedigtem Ausdruck in den Zügen umwandte und uns erst jetzt zu bemerken schien, begann er unnatürlich sanft zu sprechen:

„Lucius….!“, neigte unser Familienoberhaupt sein Haupt und blickte auf den Boden zum bewusstlosen Biest.

„Soll ich sie wegbringen, wenn sie euch enttäuscht…versagt hat?“, kam es hart von ihm und beim Lord blitzte es in den rubinrot glänzenden Augen auf, als er mit schiefgelegten kahlen Kopf zu Hemione auf den Boden blickte und es ihm dann beliebte einem Affront gleich Lucius zu übergehen, wedelte er lässig mit seiner spinnenartigen Hand durch die Luft und eine Tür glitt aus der schwarzen Wandverkleidung als er donnernd sprach:

„Severus, bring das Mudblood zu Bett, sie wird sich erholen müssen, sie ist erschöpft, schließe und heile die Wunde, sie hat viel Blut gegeben! Doch sie hat die, in sie gesetzten Erwartungen zufriedenstellend erfüllt!“, hallte seine Stimme von den hohen Wänden wieder und er wandte sich entschlossen ab und schritt hoheitsvoll auf seinen Thron zu, verstummte das erfreute Getuschel sofort und eine ungläubige Stille blieb nach diesen Worten zurück.

Den es zog uns allen, egal ob dem Biest wohlgesonnen oder nicht den Boden unter den Füßen weg, sie sollte in ein Bett, HIER? Verlor ich meinen mir innewohnenden Sarkasmus, blieb nur meine Ungläubigkeit.

Ich versuchte nicht zu schnell auf sie zuzugehen, um nicht allzu besorgt zu erscheinen und erkannt mit Schrecken ihre Gestalt, die schrecklich benützt und geschändet aussah, bemerkte ich den tiefen, blutigen Schnitt an ihrem Handgelenk, der noch immer tiefrotes, warmes Blut absonderte und schloss diesen schnell mit dem Wischen meines Stabes, schien sie ansonsten unversehrt, wenn auch sehr mitgenommen.

Nun kniete ich mit einem Fuß vor ihr hin und wollte sie behutsam auf meine Arme nehmen, als ich mir das Zurückzucken nicht versagen konnte, da sie bei der minimalen Berührung durch mich entsetzlich hoch aufkreischte und ihre Augen weit aufriss. Ich wich zurück, denn ich wurde mit einem schrecklichen Anblick belohnt, da ihre Augen nur noch einzig, eine weiße Kugel zeigten, keine Pupille, keine Iris, nichts blickte mir aus leeren, weißen Augen entgegen, ein Anblick der Albträume bescheren könnte. Wirkte sie wie besessen, es war als würde sie eines Exorzisten bedürfen.

Auch die anderen keuchten Entsetzt auf als sie sahen wie unbeschreiblich grausig sie aussah, aber wie es schien war das Biest noch immer nicht erwacht, regte sich der Lord von seinem Thron aus und erklärte abtuend lässig:

„Das ist normal, körperliche Berührung schmerzt und die Augen werden wiederkommen. Sollte sie Anfälle oder Krämpfe bekommen, hole mich Severus, du würdest da nicht helfen können!“, wandte er den Schlangenfratze ostentativ ab und ich schluckte schwer, zückte also erneut meinen Stab und ließ sie mit einem „locomotor“ magisch vor mir her schweben und während sie sich in die Lüfte erhob, fielen ihr die schrecklichen Augen zu, somit schritt ich durch die mir unbekannte Tür, um in einem schlichten, dunkel spartanisch eingerichteten Zimmer zu landen und legte sie sanft auf dem blütenweißen Bett ab.

Ich entschwand den aufmerksamen Blicken der anderen und beschäftige mich nun mit ihr, reinigte sie und trocknete ihr langes verschmutztes und nasses Gewand, hielt alle überschäumenden Empfindungen eiskalt zurück und tat nur meine stupide Arbeit, setzte mich nach getaner Aufgabe an den Rand des Bettes und nahm ihre linke Hand auf und besah mir den tiefen Schnitt an der delikaten Stelle des Handgelenkes. Der Schnitt teilte hellrot ihre Haut waagerecht, als ich das sah, konnte ich ein leidendes Stöhnen nicht unterdrücken, was tat dieses unvernünftige Mädchen immer wieder, hatte sie auch ihre Augen verloren, bei welchen Ritualen verlor man die Augen?

Unterdessen wühlte ich nun in den unendlichen Taschen meines Umhangs und förderte mehrere Phiolen hervor und führte sie an ihre trockene und eingerissene Lippe, stützte vertraulich ihren Kopf und half der Bewusstlosen die Flüssigkeiten nacheinander mühsam zu schlucken, darunter das wichtigste, einen Blutbildungstrank, schließlich wirkte SIE, die totenbleiche Erscheinung doch fast blutleer.

Des Weitern gab ich ihr einen Stärkungs- und einen Aufpäppeltrank, einen weiteren Bluttrank würde ich ihr erst in ein paar Stunden geben können, aber sie würde mehr davon brauchen, unterdessen fragte ich mich auch bei welchem Ritual man so viel Blut brauchen würde, von dem das Blut nicht nur das des Opfer war, sondern auch von dem welcher den Ritus steuerte? Hatte sie dafür den Verräter gebraucht? War das ihre Intention gewesen, noch mehr Blut?

Verdammt was hatten die zwei getrieben?

Meine Augen schweiften über ihr fein geschnittenes, schönes Gesicht, ihre geschlossenen Augen, die dichten, dunklen Wimpern, die sich scharf von der reinen blassen Haut ihrer Gesichts abhoben, die sanft geschwungenen Lippen, die fast weiß waren, dabei wurde ihre Antlitz dramatisch von ihren krausen Locken umrahmt, die sich darum wallten und breitgefächert auf dem blütenweißen Kissen lagen.

Ich versank in meinen erstaunlich trüben Gedanken.

Severus Sicht ende

Lucius Sicht

Ich war wütend, so was von wütend, kochte innerlich regelrecht. Was dachte sich dieses impertinente Weib sich ein zu mischen wenn der Lord einen Verräter bestrafte?

War sie noch ganz bei Trost?

Auch wenn ich geschockt war über das Unglaubliche was dann passierte, das er ihrem unverschämten Wunsch nachgab, meine Wut verrauchte nicht, schaffte es eher sich noch mehr zu steigern.

Wir apparierten umgehend ins Dark Manor um zu warten und ich versuchte mich zu beruhigen, mich zur Ruhe zu zwingen, verspürte ich doch nicht nur unbändige Wut auf sie, sondern irgendwo, in einem tiefen, gut verborgenen Winkel meines Seins wohl auch so was wie Sorge, doch das konnte ich gut ignorieren, meine Wut war einfach überschäumend. Sie brachte uns alle bedenkenlos in Gefahr, was indiskutabel war und Draco war auch noch so ein Idiot nicht nach zu fragen, was der Lord ihr auftrug! Ihr zu „vertrauen“! Wie toll, da hatte ich ihn wirklich für intelligenter gehalten, schließlich spielte er mit unser aller Sicherheit.

Meine Pläne, alles was ich wollte war schon immer ein schmaler Balanceakt gewesen, den ich aber genoss, war es doch der Kitzel, der mein so langweiliges Leben wirklich bereicherte, aber das hier ging zu weit, da es unkalkulierbar wurde. Mir entglitt die Situation und nicht zu wissen was sie jetzt tat, war indiskutabel.

Sie konnte sich auf eine wirkliche Strafe gefasst machen wenn sie zurück kam, ganz kurz flammte der Gedanke in mir auf, das sie hoffentlich überhaupt lebend zurück kam auf das ich sie für ihr Tun belangen konnte, aber der Gedanke verschwand ganz schnell wieder, da ich ihn mir verbot zu denken.

Was hatte sie nur geritten uns nichts zu sagen, mir nichts zu sagen. Dass sie mit mir nicht gesprochen hatte, mich nicht vorgewarnt hatte, glich in meinen Augen schon fast einer absichtlichen Provokation ihrerseits, ein Affront der seinesgleichen suchte, sie untergrub meine Autorität, das konnte ich genau so wenig dulden wie das sie uns mit ihrem unverantwortlichen Verhalten in Gefahr brachte.

Verdammt noch mal, gerade war mir danach wieder etwas zu zerschlagen oder zu zerstören, aber das hier waren die Räume des Lords, er würde es gar nicht zu schätzen wissen wenn ich sein Mobiliar vernichtete, außerdem könnte er jederzeit zurück kehren und diese Blöße des Ausrastens wollte ich mir weder vor Severus noch vor Draco und schon gar nicht vor dem Inneren Kreis geben, der in der Halle nebenan wartete, aber mir war danach,…wuchtete ich meinen Stock immer wieder in den Boden,… eindeutig und das ich überhaupt soweit die Contenance verlor es überhaupt in Betracht zu ziehen mich so weit gehen zu lassen, daran war auch nur SIE schuld, da ich vor ihrem Erscheinen so ein unwürdiges Verhalten niemals gezeigt hatte, war sie eine Plage, eine Landplage.Das war das dritte mal in wenigen Monaten das ich am liebsten alles kurz und klein geschlagen hätte, aber Jahre lang antrainierte Haltung und Kontenance zahlten sich nun aus, ich saß, nachdem ich Draco angefahren hatte, was er verdiente, da konnte er froh sein das ich ihn gerade nicht disziplinieren wollte, sondern nur seine werte Freundin, ließ ich mich wieder in meinem Sessel nieder und harrte mit unbewegter Miene der Dinge die da kommen würden.Ich erhob mich würdevoll, aber innerlich kochte ich noch immer, hatte in den letzten Stunden schon genüsslich darüber sinniert wie ich sie lustvoll bestrafen könnte um meiner Wut Herr zu werden und um hier so ruhig zu bleiben, hatte ich diese Fantasien einfach gebraucht, mir auszumalen wie sie schrie und vielleicht sogar um Gnade winselte, denn diesmal würde ich sie nicht entkommen lassen, nahm ich mir dies fest vor.

Bisher war ich immer gnädig gewesen mit ihr, selbst wenn ich sie gezüchtigt hatte, aber ich hatte eigentlich gedacht nach unseren beiden letzten Disputen, bei denen ich ihr noch mal sehr deutlich gemacht hatte, das sie mich immer informieren musste, das sie eine Sanktion zu erwarteten hatte wenn sie uns in Gefahr brachte, wenn sie sich in Gefahr brachte, hätte sie es endlich begriffen, doch offensichtlich war dem nicht so.Mir war egal ob es eine Order des Lords war, dass sie uns ihr Geheimnis nicht sagen durfte und wir nicht nachfragen sollten, sie hätte mich trotzdem vorwarnen müssen. Ich strebte gefolgt von Draco und Severus in die Halle, trat mit dem gebotenen Respekt auf den Lord zu, wollte ihn ansprechen doch als mein Blick auf sie fiel, kam mir nur der sofortige Gedanke, das sie um ihre Strafe herum kommen würde, denn auf den ersten Blick wirkte sie mehr tot denn lebendig.

War ihr Anblick wirklich grauenvoll, mit dem gestockten Blut in ihrem Gesicht. Was zum Teufel hatten sie getan, das sie sich selbst die Pulsader geöffnet hatte, so wirkte es jedenfalls, wenn man die große Blutlache betrachtete die sich beständig um ihre Gestalt ausbreitete! Jubelte Bellatrix lautstark über ihr augenscheinliches Versagen und auch ich zog ihr Scheitern in betracht und konnte die erfreuten Töne hinter mir wahrnehmen.

Doch ich hatte den Schock gerade überwunden, erkannt sie lebte, als der Lord mir den nächsten verpasste, er überging mich und wies Severus an sie zu heilen und sie HIER ins Bett zu bringen, was bitte ging hier vor? Das passte mir gar nicht, sie sollte im Manor bleiben?

In meinem Kopf arbeitete es wie verrückt, was war zu tun? Nie hatte jemand hier ein Schlafzimmer, geschweige denn ein Bett zu Gesicht bekommen, auch ich nicht! Und ehrlich gesagt, darauf legte ich auch keinen gesteigerten Wert. Offensichtlich hatten wir einiges Verkannt, schien sie den Lord mehr als zufrieden gestellt zu haben, wenn er ihr diese riesige, ungewöhnliche Ehre zuteilwerden ließ.

Sie schrie laut vor unmenschlichen Schmerzen auf, das es mir durch Mark und Bein ging und hatte ich mir vor einigen Minuten noch genüsslich ausgemalt ihr Schmerzensschreie zu entlocken, kam mir diese Idee gerade gar nicht mehr so verlockend vor wie noch vor Minuten.Ihr Zustand bestürzte mich, versetzte er mich doch in einen Schock und mein vorsichtiger Blick zu Draco zeigte mir, er schien regelrecht schockstarr. Auch er hatte damit nicht gerechnet, doch die erschütternden Erkenntnisse gingen weiter, was hatte sie getan, wie tief- und pechschwarz musste die Magie sein, was musste sie gerade praktiziert haben um so geschändet auszusehen?

Ihre weißen Augäpfel, die sich jetzt offenbarten als sie die Augen aufriss, erkannte man keine Spur ihrer braunen Iris darin, trafen mich tief, denn so etwas hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen und ich hatte schon viel gesehen und erlebt, ließ mich dies hastig nachdenken, grübeln. Jetzt holten die anderen erschrocken Luft als sie den grausigen Anblick gewahr wurden den das Biest gerade abgab mit dem Blut im Gesicht, dem wirren Haar, den weißen Augen und dem nassen Gewand, schien sie einem Horrormärchen entstiegen.

Ich musste wissen was sie getan hatte, verdammt noch mal, der Lord wollte sich herab lassen sie selber zu heilen wenn es Komplikationen gab, das konnte doch alles nicht wahr sein. SIE machte nur ärger, meine Wut war immer noch unermesslich und auch wenn sie offensichtlich lebend zurückgekehrt war, auch wenn ihr Leben in Gefahr war, spürte ich jetzt diese unerwünschte Sorge um ihr Leben doch wieder in mir aufsteigen.

Was sollte das alles, die Situation war mir heftig entglitten und das gefiel mir so gar nicht, ich hasste es. Konnte ich wenigsten darauf stolz sein das weder ich noch Draco oder gar Severus zeigten was uns im Geiste durch den Kopf ging, waren wir bisher die einzigen gewesen die keine offene Regung zu der ganzen Geschichte eingenommen hatten.

Ich hasste was sie mit mir tat, das sie mich unsicher werden ließ und trotzdem konnte ich die Sorge um sie nicht mehr wegschieben, auch wenn die Wut immer noch in mir schwelte, als Severus mit seiner halbtoten Fracht in dem Raum und damit unserer Sicht entschwand.

Lucius Sicht ende

Dracos Sicht

Da musste ich gepeinigt, aber unbeweglich zusehen wie Severus Hermione, meine geschundene Hermione vor sich schweben ließ und in dem ihr zugewiesenen Raum verschwand, dabei konnte ich mich nicht rühren, war ich nicht nur äußerlich sondern auch innerlich erstarrt.

Ich fühlte mich schrecklich, als sie zusammen mit dem Lord ankam blieb mein Herz schlicht und einfach stehen, sie so zerschunden, missbraucht und fertig vor dem Lord liegen zu sehen, da war ich panisch, möchte ich schon sagen, aber ich hielt meine Contenance eisern Aufrecht und ließ mir von meiner Besorgnis nichts anmerken.

Als das unvorstellbare, wirkte es doch als wäre Hermione gescheitert und hätte nun ausgespielt, geschah und der Lord ließ eine Tür erscheinen und schaffte Severus ungerührt an sich um Hermione zu kümmern, sie zu heilen, fing er sich mal wieder als einer der ersten und kam dem Befehl sofort nach. Was dann geschah, ließ auch uns hartgesottene DeathEater nicht kalt, Severus wollte sie anheben und dann kreischte sie in unvorstellbaren, hohen Tönen, die einem Kopfschmerzen bescherten und riss die Augen gequält auf und da dachte ich diesen Anblick würde ich nie mehr vergessen können, starrten doch ihre weißschimmernden Augen blicklos aus ihren Höhlen, waren sie komplett gespenstisch weiß!

Himmel, bei was passierte das? Nun war nicht nur ich geschockt, der restliche, anwesende Innere Kreis hatte sich nicht so gut im Griff wie wir uns und zeigte sein Erstaunen lautstark, ließ seiner Verwirrung freien Lauf, dabei durfte ich beobachten wie Greyback interessiert alles belauerte als uns der Lord wieder schockierte indem er Severus belehrte wie uns alle!

Er verkündetet, das sei „Normal“, Berührungen würden schmerzen und auch die Augen würden wieder normal werden, kam der nächste Klatscher, wenn sie Anfälle oder Krämpfe bekommen sollte, dürfte Severus ihn rufen, denn zum Teufel, da könnte Severus nicht helfen, nur ER!

Ich verspürte zu viel und zu wenig, war schockiert, wütend und über alles besorgt was passierte wieder hier mit Hermione die, mal wieder im inneren des Geschehens war!

Schließlich war das alles nicht normal, wir mussten in Erfahrung bringen was so wichtig war an dem was Hermione getan hatte, das den Dark Lord zu einem fast interessiert erscheinenden Individuum mutieren ließ, denn man sollte sich nicht täuschen lassen, bedachte man seine heutigen Taten zu Anfang, Nott und den Verräter, den er seelenruhig gevierteilt hätte und das so langsam und langezogen wie es ihm möglich gewesen war, konnte Nott immer noch nichts anderes machen als kotzen und sinnloses Zeug zu brabbeln nachdem ein Crutiatus vom Lord eine lange Nachzeitwirkung hatte, war er eiskalt, trotz dem hier gerade.

Aber jetzt schien Hermione wieder eine besondere Sonderstellung einzunehmen, durfte man nicht aus den Augen verlieren zu sehen, dass sie mehr Tod als lebendig war, würde sie nun zu meinem absoluten Schrecken so lange im Dark Manor verbleiben bis sie wieder hergestellt war, kam so was niemals vor, Niemals!

Normalerweise waren diese verbotenen, dunklen Hallen nur dem Lord offen und keinem von uns!

Nun war Severus verschwunden und der Lord saß brütend auf seinem Thron, während Bellatrix in stumme Tränen ausgebrochen war, die ihr ungehindert über die käsigen Wangen liefen, offenbar konnte sie es nicht fassen, das dem Mudblood eine Ehre zuteil wurde die sie sich wünschen würde. Derweil wollte ich bezweifeln, das Hermione es als Ehre sah, würde sie wenn sie wieder zu Bewusstsein kommen würde wohl eher entsetzt sein, wo sie sich wiederfand!

Aber der Lord hatte mit seinem Benehmen etwas losgetreten, so wie die anderen tuschelten, wisperten und aufgeregt gestikulierten, währenddessen stand Vater noch immer wie ein Baum unbeweglich in der Mitte des Raumes und ließ nichts sehen, keine Reaktion, keine Emotion.

Auf einmal murmelte der Lord vor sich etwas hin das sich anhörte wie „….weiße Augen….weiße Augen…..ahah!“, erhob er sich unvermittelt gleitend und verschwand wie ein großer Schatten hinter der Rückseite seines Thorns in einem Raum, von dem ich gar nicht gewusst hatte das sich dort auch einer verbarg, nahmen wir es wieder stumm hin, auch Vater, der aber im Gegensatz zu uns zu wissen schien was sich dort dahinter verbarg, als der Lord mit einem schmalen, kleine Buch zurückkehrte und auf die normale verborgene Paneeltür zu glitt, die wir sonst kannten.

Jetzt schniefte Bellatrix gerade laut, was ihn aus seiner Trance holte und er stoppte abrupt und seine roten Augen schienen uns erst jetzt wieder bewusst wahrzunehmen, als er seinen schmallippigen Mund öffnete.

„Was habt ihr hier noch zu suchen….verschwindet!“, zischte er erregt und war sofort verschwunden. Wir alle blieben leicht verdattert stehen, dann fingen sich die DeathEater und der Werwolf und taten zügig wie ihnen geheißen und entschwanden um die neue Sachlage mit großer Sicherheit zu besprechen. Nur Vater und ich blieben zurück, da wir wussten der schroffe Befehl war nicht direkt an uns gerichtet, begaben wir uns nun synchron zu der noch immer offenen Tür hinter der Severus verschwunden war und linsten durch die Tür um zu sehen wie Hermione in einem schlichten, spartanischen Schlafraum auf einem relativ schmalen Bett wie tot darniederlag und Severus gerade ihre Hand in seinem Schoß liegen hatte und ihr Handgelenk akribisch mit einer blauen Salbe bestrich.

Er ging sehr sanft vor und schien völlig in seinem Tun versunken, da erschreckten mich seine Worte auf einmal, weil er doch immer seine Sinne überall hatte:

„Lucius, Draco was gibt es?“, fragte er ohne sich zu uns umzuwenden.

„Nichts, ich wollte nur sehen, ob du es schaffst sie wieder vollständig herzustellen?“, kam es absolut kalt und emotionslos von Vater als sich nun doch Severus Haupt hob und er über seine Schulter einen taxierenden Blick zu uns warf und seine tiefschwarzen Augen uns durchbohrten.

„Natürlich!“

„Natürlich…du wirst hierbleiben?!“, war es zwischen Frage und Befehl von Lucius.

„Natürlich!“

„Severus würdest du…?“, wollte ich fragen, ob er wenn sich etwas tat, er uns rufen würde, unterbrach er mich unwirsch.

„Natürlich!“, schnarrte es genervt, schien seine Laune grottig zu sein und so gingen wir beide, Vater und ich, ließen das Manor hinter uns, ließen Hermione und Severus zurück.

Er konnte ihr am besten helfen!

Draco Sicht ende

Hermione Sicht

Schwer schlug ich meine Augen auf, es war als würde Blei auf meinen Liedern liegen als ich versuchte sie aufzuzwängen und als ich es endlich nach schwerer Arbeit schaffte, fragte ich mich gequält, warum ich es hatte tun wollen?

Also die Augen zu öffnen?

Schließlich schoss in dem Moment ein schrecklich greller Schmerz in mein Hirn war es, als hätte ich mir einen glühenden Harken ins Auge gerammt und noch weiter hinauf in mein Gehirn, daher stöhnte ich gepeinigt auf und jaulte fast, presste aus Reflex meine Handballen auf meine schmerzenden Augen, worauf ich spürte wie die Matratze unter mir nachgab und jemand versuchte meine Hände vorsichtig von meinen Augen zu ziehen. Ich weigerte mich stur und verkrampfte komplett, bis ich eine tiefe, dunkle, rauchige Stimme hörte,

die ich nur zu gut kannte und der ich instinktiv vertraute und so ließ ich los, löste meine verkrampften Muskeln und ließ es zu, das er meine Hände erstaunlich sanft umfasste und sie mir bestimmt von den schmerzenden Augen zog, die ich schon längst wieder fest geschlossen hatte.

„Hermione, öffne sie langsam!“, tat ich vertrauensvoll was er verlange und tat nun mit Vorsicht was er wollte. Ich hörte wie er entspannt luftholte, dann begann ich nur langsam ihn zu sehen, war ich für eine kurzen Moment wie blind, dabei bildeten sich seine Konturen nur verschwommen, Stück für Stück heraus und ich konnte nun seine wie eh und je dunkel gewandete Person sehen, seine Haare, die ihm fast auf die Schultern fielen und seinen Blick, der mit einem nichtssagenden Ausdruck auf mir lag, trotzdem keuchte ich schmerzhaft auf.

„Sie sind wieder da!“, meinte er nur und ich runzelte bei der Aussage die Stirn.

„Deine Augen, sie waren weiß!“, erklärte er tief.

WAS? Weiß, verdammt……wusste ich, dass das eine Nebenwirkung sein konnte, aber die genaue Bedeutung des WARUM weiße Augen zustande kamen bei dem Ritual, nun, das wusste ich nicht, aber meine Neugierde war sofort gepackt, war doch in dem einen Buch dies als äußerst seltene Nebenwirkung aufgeführt worden, leider ohne weitere Erklärung.

Ich stöhnte bei der Eröffnung nur noch leidend auf, als ich schon ein dünnes Glas an meiner rauen Lippe spürte und gar nicht dazu kam etwas anderes zu tun als zu schlucken. Mir flößte er unbarmherzig Trank um Trank ein und ich schlucke brav, jede Weigerung wäre sinnlos und ehrlich für eine Auseinandersetzung fühlte ich mich zu kaputt und tat brav wie gefordert. Schnell fühlte ich die Wirkung der unterschiedlichen Tränke, dann verschwand der Schmerz, der meinen Körper beherrscht hatte langsam aber sicher.

Als wir fertig waren erhob er sich und begann vor meinem Bett auf und ab zu schreiten, was ein durchwegs schlechtes Zeichen für seine Stimmung und auch Laune war, aber ich war immer noch leicht neben mir um darauf groß eingehen zu können.

„Kannst du zuhören?“, fragte er harsch und ich nickte schwerfällig, konnte man Severus sein Missfallen ansehen.

„Gut, es ist früh am Morgen des 23. Du hast fast 2 Tage geruht!“, erklärte er kalt, da fielen mir bei dieser Information fast die nun wieder normalen Augen aus dem Kopf. „Ja, du warst…wirklich sehr erschöpft, nun aber weiter, du befindest dich noch im Dark Manor, der Dark Lord war zu freundlich dir die Ehre zuteil werden zu lassen, dich hier zu behalten, offenbar wollte er Komplikationen in deiner Genesung vermeiden!“, führte er weiter aus, dabei ratterte er es in seiner typischen Lehrermanier runter und ich schloss einfach wieder meine schmerzenden und brennenden Augen, da das einfach alles ein bisschen viel war, mal ehrlich! Tat ich mir diesmal abgrundtief Leid!

Das hatte der Lord nicht wirklich getan, erinnerte ich mich an die Begebenheiten in der schicksalshaften Höhle und wie ich erschöpft zusammenbrach als ich nicht mehr konnte, der Schwindel zunahm und das Dröhnen in meinem Kopf nicht mehr auszuhalten war, nachdem ich das Ritual vollzogen hatte, musste er sich dazu herabgelassen haben in seiner unermesslichen Güte mich zurückzubringen, sich um mich zu kümmern, sich zu sorgen und mich zu heilen, war ich von dieser Erkenntnis entsetzt.

Langsam schwappten die Erinnerungen über mich hinweg und ich biss mir auf die trockenen Lippen um ein Wimmern zu unterdrücken, als mir im Angesicht meiner Taten dann doch drohte anders zu werden, verdammt, ich hatte es wirklich geschafft…..fühlte ich Freude, Stolz, Zufriedenheit, es geschafft zu haben?

Ich hatte die höchste zu erreichende Form der Magie angewandt, ich hatte meine Macht verbunden und beherrscht nun über eine Dimension hinweg eine Untote Arme, über eine große Masse von toten Menschen, herrschte über Leichen, aber mal ehrlich, das einzige was ich verspürte war eine dumpfe Trauer über den Verlust, der mir bisher verbliebenen „Reinheit“, welche ich bisher immer noch besessen hatte.

Jetzt würde ich mich als pechschwarz beschreiben, hatte ich doch auch zum ersten mal eiskalt kalkuliert und langsam gemordet, bei dem Gedanken wurde mir von mir selbst schlecht, als ich dem sterbenden vor meinem inneren Auge sah.

„Reiß dich zusammen!“, fauchte er mich nun an und ich zuckte zusammen, gab ihm aber im Stillen recht es stand mir nicht zu, etwas zu fühlen. Mir drang erst jetzt zu Bewusstsein was er erzählt hatte, ich lag hier im Dark Manor, konnte ich ein zucken schon wieder nicht unterdrücken, Hilfe!

Ich wollte nicht dort sein, nicht länger als unbedingt nötig…ich wollte von hier weg, Ehre hin oder her, hier hielt mich nichts, musste ich den todesmutigen Drang unterdrücken aus dem Bett zu hüpfen und zu flüchten. Nun sah ich zum ersten mal richtig in Severus Augen und nickte dann auf die unausgesprochene Frage, ob ich gehen wollte und konnte und ja, können würde ich immer und wenn ich auf allen vieren hier raus krabbeln musste.

„Dann los!“, reichte er mir seinen Arm an den ich mich sofort klammerte, als er mir schwer aus dem Bett half und ich bemerkte, dass ich ein schwarzes, langärmliges, bodenlanges und auch hochgeschossenes Seidennachthemd trug, das mir Severus angezogen haben musste und das einer Oma würdig wäre, dann legte sich mein gereinigter Mantel schützend über mich. Ich tapste mit nackten Füßen über den kalten Boden, aber ich strebte nur eisern weiter, dann gingen wir zu meinem Erstaunen nicht durch den Thronsaal, sondern traten durch eine Tür in einen der unendlichen, weiten Gänge und strebten weiter Richtung Ausgang, als Severus sich bemüßigt sah zu antworten, da ich wohl mich sträubend fortbewegte, drang die Kälte in mich.

„ER hat es gestattet, du musst dich nicht abmelden!“, wisperte er mit deutlichem Widerwillen in der Stimme und so tat ich nichts, ging nur immer weiter als wir im eisigen, wildumtosten, mit Schnee bedeckten Innenhof standen und ich meine unbekleideten Füße schon gar nicht mehr vor Kälte spürte, klammerte ich mich zitternd an Severus und er unterdrücke ein stöhnen, als er mich nachdem wir das unfreundliche Manor hinter uns gelassen hatten einfach hoch hob, mich in einer einzigen geschmeidigen und sehr eleganten Bewegung auf seine Arme hievte.

Ich fiepte leicht auf, als ich den Boden unter den Füßen abrupt verlor und er mich durch den Schnee trug, dabei hielt er mich als würde ich so wenig wie eine Feder wiegen und zum ersten mal sah ich ihn von Angesicht zu Angesicht ins schwer lesbare Antlitz. Er hielt mich sicher und fest auf seinen Armen und ich hatte meine Arme instinktiv um ihn geschlungen als er uns apparierte. Wirkte er mehr als sauer und seine Stimmung verhieß für mich absolut nichts Gutes, schluckte ich schwer bei der Erkenntnis das mir noch unangenehmes bevorstand…….
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Kapitel 194-195
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