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 Kapitel 196-197

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 196-197   Do Feb 09, 2012 6:28 am

196.Kapitel Reflektionen


Severus brachte mich noch immer tragend, in meine neuen Räume und stellte mich mitten im Zimmer ab, ich ging langsam zu einem der Sessel im Salon während Severus barsch anwies:

„Richtige dich her, mach dich frisch und dann komm runter in den Salon, wir erwarten dich!“

Ich nickte nur schwach, da war Severus aber schon wieder abgedreht und verschwunden, war er abgerauscht ohne auf eine Antwort von mir zu warten. Ich atmete tief durch und erhob mich seufzend, zwar wollte ich liebend gerne einfach in mein warmes, gemütliches Bett fallen, aber gut, ich fügte mich mal wieder und tat wie mir befohlen. Ich hatte die Kälte in Severus Stimme durchaus wahrgenommen und sie behagte mir nicht wirklich.

Wenig später betrat ich noch immer erschöpft und fertig, aber erfrischt den Salon, hatte ich ein ganz schlichtes, schwarzes und unspektakuläres Rollkragenkleid gewählt das mich gut verhüllte, fand meine drei Männer wartend vor.

Severus Blick war noch immer unergründlich und finster, Lucius regestierte gar nicht das ich eintrat oder er geruhte es nicht zur Kenntnis zu nehmen, jedenfalls zeigte er es nicht, denn er starrte regungslos in die Flammen im Kamin, während Draco mir einen erleichterten, freudigen Blick schenkte. Er war offensichtlich froh das ich wohlbehalten zurück war, wollte sich gerade erheben um auf mich zu zueilen, als Lucius auf ein mal kalt anwies:

„Setz dich Hermione!“

Ich tat schnellstens wie mir geheißen, klang er doch als würde er wirklich schlechte Laune haben. Keiner sprach danach ein Wort, da legte sich eine gespannte Stimmung über den Raum, schenkte mir nur Draco weiterhin einen beruhigenden Blick, während Severus nun die Arme vor der Brust verschränkteund giftig an mir vorbei starrte. Na toll, dafür war ich jetzt herunter gekommen, da hätte ich auch noch eine runde schlafen können, wenn sie vor hatten zu schweigen, doch schließlich durchbrach erneut Lucius gefährlich kalte Stimme die Stille: „Lasst uns alleine!“, wies er an und Severus und Draco folgten sofort.

Sie verließen den Salon unverzüglich, ohne Wiederworte, auch wenn Draco mir kurz, da er sich wohl erleichtert zeigte das ich gesund zurückgekehrt war, übermütig zugezwinkert hatte und mir wurde klar, wenn wir hier fertig waren, erwartete er mich oben und ich konnte mir schon denken, dass er mir weniger Vorwürfe machen wollte, denn eher seine Erleichterung feiern das ich lebte und wieder da war, das Dark Manor unversehrt hinter mir gelassen hatten.

Aber nun gut, dagegen würde ich nichts haben, Severus jedoch hatte beim hinaus gehen gefährlich gegrummelt und hätten Blicke töten können, wäre ich wohl sofort tot umgefallen, effektiv wie mit einem „Avada“ da konnte ich ja fast schon froh sein das er mich geheilt und gepflegt hatte, aber der Lord hatte ihm ja auch keine Wahl gelassen.

Bisher verstand ich noch nicht die Aufregung warum sie sich soooo echaufierten, ich meine, der Lord hatte mir mein Schweigen gestattet, was wollten sie?

Auf der anderen Seite konnten meine Männer mit Sorge nicht umgehen, kümmerten sie sich doch seit Jahr und Tag um nichts! Außerdem waren sie es auch nicht gewöhnt eine emanzipierte, selbständig denkende Frau in ihrer Mitte zu haben, denn Naricssa durfte da nicht zählen, daher würde es wohl noch dauern bis sie sich mit mir arrangieren würden.

Severus schloss die Tür leise hinter sich und jetzt waren wir allein. Mir war schon so an sich leicht unwohl, noch war ich nicht ganz fit und hier, alleine mit Lucius in dem Salon zu sein, unweigerlich stiegen die Bilder aus meinem Traum in mir auf, nein…. das wollte ich nicht und so kämpfte ich sie nieder so gut es ging, als ich meinen Kopf abwehrend schüttelte. Es war gerade alles ein bisschen viel, der Lord, das Ritual, die neuen Räume und nun auch Lucius mit seiner abweisenden Haltung.

Ersaß in seinem Sessel und sah schweigend in sie Flammen, ganz untypisch für ihn saß er nicht aufrecht und gerade, sondern hatte seine Ellbogen auf seinen Armlehnen abgestützt, das Kinn auf seine verschränkten Hände gebettet und sah unbewegt ins Leere, oder in Richtung der Flammen, wie auch immer. Seine langen Haare fielen dabei wie ein Vorhang vor sein Gesicht und er schwieg, war es anders als sonst, da er sonst immer herrschaftlich und despotisch alles regierte.

Ich wusste nicht was er wollte, noch in welcher Stimmung er war, daher schwieg auch ich, irgendwie wurde das typisch für unsere Unterhaltungen, sinnierte ich als er mich aus meinen Gedanken riss und wie nebenbei fragte:

„Tee, Liebes?“, klang es schrecklich sanft und ich stockte dann nickte ich, wurde gerade noch gewahr das er es nicht sehen konnte, da ich auf dem Sofa saß, auf seiner Seite und seine Haare sicher im Blickfeld waren.

„Ja, bitte Lucius!“, antworte ich daher leise aber fest.

Er rief nach einer Elfe und wies, ohne seine Haltung zu verändern oder gar aufmerksam zu klingen, an mir Tee zu bringen, dann wandte er sich in dem gleichen monotonen Ton an mich und sagte despotisch und trügerisch sanft:

„Setz dich zu mir!“ Kurz deutete er mit dem Zeigefinger auf den Sessel ihm gegenüber, in dem sonst Draco oder Severus saßen.

Ich war mir der Ehre bewusst, ließ mich in dem großen Sessel nieder und nahm Sekunden später den Tee von der Elfe entgegen. Ich dankte ihr, dann verschwand sie wieder, während ich schon an dem heißen Getränk nippte, überspielte ich damit meine Unsicherheit, dann stellte ich die Tasse auf dem Tischchen neben dem Sessel ab, bettet ganz züchtig meine Hände in den Schoß und wartete geduldig und harrte dem was kommen wollte.

Lucius blickte noch immer ins Feuer, schwieg und sah mich nicht an. Mich beunruhigte dieses Verhalten, wenn ich wenigstens seinen Blick, seine Augen sehen könnte, würde ich zumindest erahnen können was mich erwartete, doch so, jetzt, seine Stimmung war für nicht greifbar und so war ich darauf gefasst eine Standpauke zu bekommen, bestraft zu werden, oder auch dass er jetzt fragen würde, Fragen stellen würde, die ich nicht beantworten wollte, konnte und durfte.

Unvermittelt begann er genauso tonlos wie zuvor schon zu sprechen:

„Ich hatte in den letzten zwei Tagen viel Zeit, ….deine Pflege lag ja voll und ganz in Severus Händen, aber er hat darin wohl auch mehr Talent als ich!“

Nun sah er auf, sein Blick war undurchdringlich und unleugbar für mich, kalt, erfroren, starr, einfach uneinschätzbar und gefährlich.

„Nun, ich habe die Zeit genutzt, habe sie über meinen Büchern in meiner privaten Bibliothek verbracht…!“, seine Stimme war klirrend kalt, sodass es mir Schauer über den Rücken jagte, doch ich wusste noch immer nicht worauf er hinaus wollte, konnte aber die Angewohnheit nicht unterdrücken unwohl auf meiner Unterlippe zu kauen, als ich sehr wohl den gefährlichen Unterton in seiner Stimme wahrnahm.

Abwartend sah ich ihn an, versuchte genau so kalt zu blicken wie er, wir gaben uns nichts, ich würde nicht zeigen, dass er mich mit seinem Verhalten mal wieder verunsicherte und ich fragte auch nicht nach was er mir mit der Information, dass er gelesen hatte sagen wollte.

Als er merkte, ich reagierte nicht, fuhr er barsch fort und er meinte kalt: „Warum Hermione, warum bringst du uns alle so in Gefahr? Die Familie vertraut dir, schützt dich und so dankst du es UNS? Was sollte das?“

Weder Enttäuschung, noch Traurigkeit oder ähnliches von einer Emotion war in ihm, jeder andere hätte sicher etwas gezeigt,klang aber in seiner Stimme nichts mit war sie regelrecht gleichgültig, nein, sie war einfach nur schneidend kalt und hart, unterdrückte ich ein Unwohlsein.

Ich schluckte und antwortete, versuchte genauso kalt zu klingen: „Ich weiß, was ich tue, ich bringe euch nicht in Gefahr und ich musste es tun!“

„Pah… warum gehst du eine so große Gefahr für dein Leben ein? Hatten wir nicht geklärt, du musst mit mir reden, sonst kann ich dich nicht schützen!...Rituale…solche!“, erklärte er fest und wisperte die letzten Worte so leise das ich dachte ich bildete sie mir ein und da schwante mir, er wusste mehr von dem was ich getan hatte als er sagte, hatte er mir das sagen wollen, hatte er deshalb betont er hatte in seiner Bibliothek gelesen, weil er wusste, ich hatte mir dort seine kleine Sammlung an Werken angesehen die die Nekromantie streiften oder behandelten? Aber warum blieb er so ruhig, warum bekam ich seine Wut, seinen Ekel, seine Verachtung nicht zu spüren, wenn er es wusste, was verabscheuungswürdiges ich tat?

Er war mir ein Rätsel. Sein emotionsloser, berechnender Blick lag noch immer auf mir und ich unterdrückte ein nervöses schlucken bevor ich antwortete und mich zu einer festen Stimme zwang: „Ich musste das tun, anders ging es doch gar nicht, du kannst mich nicht schützen! Nicht vor IHM…..wenn ich dich bräuchte, würde die Familie ihr Ansehen verlieren, dann würde ich das Gesicht verlieren, das weißt du! Ich schaffe das auch alleine, vor IHM kannst du mich nicht schützen und musst du es auch nicht!“, blieb ich hart.

Mir blieb die Luft weg, weil er so schnell aufgesprungen und über mir war, die Hände hatte er auf den Armlehnen meines Sessels abgestützt und sein Gesicht war mir gefährlich nahe. Ich konnte seinen Atem auf meiner Haut spüren, konnte sein Aftersave riechen aber all das brachte mich diesmal nicht aus dem Konzept, denn sein Blick war so tödlich, so eiskalt und beängstigend, das wog viel schwerer als seine Nähe, lag mein Kopf nun im Nacken und ich blickte zu ihm auf.

„Du lässt mir keine Chance dich zu schützten, nein, du bringst dich sogar noch immer mehr in Gefahr anstatt dich zurück zu halten!“,leise, zischend, kalt spie er dies aus.

Ich starrte ihn an, was sollte ich denn darauf sagen, mein Gehirn schien von seinem eisigen Blick gefroren, denn egal was ich versuchte, ich bekam keine Antwort hin und er schien auch nicht die Absicht zu haben mich aus dieser misslichen Lage zu entlassen, statt dessen vernahm ich wieder seine so schrecklich kalte, emotionslose Stimme:

„Du bist das schwächste Glied dieser Familie, aber deine Fehler bringen nicht nur dich in Gefahr, sondern auch mich und meinen Sohn!“

Jetzt konnte ich ein nervöses Schlucken nicht unterdrücken, diese Stimmung kannte ich nicht von ihm, konnte nur annehmen, das er gerade schwer damit beschäftigt war seine Gefühle zu verbergen und das machte mir Sorgen, denn mir war klar, er hatte welche, was nicht zu ihm passte und ihm wohl sehr missfiel.

Konnte ich ihm da nicht zustimmen, ich war nicht schwach, mittlerweile war ich wichtig, ich hatte es geschafft mich unentbehrlich zu machen, sah er das nicht? Mein taktieren war erfolgreich gewesen, tat ich doch nie etwas ohne einen Hintergedanken, jetzt unterschätzte mich Lucius schon wieder.

Ich hatte die Wölfe, ich beherrschte die Untote Armee, ich war eine wichtige Komponente, ich hatte meinen Plan, der lange in meinem Kopf gewesen war, endlich komplett umsetzen können und hatte nicht versagt, ich war siegreich und hatte Erfolg! ICH WAR WICHTIG!

Genau so plötzlich wie er gekommen war, war er auch wieder verschwunden, saß nun wieder in seinem Sessel, belauerte mich von dort aus bedrohlich.

„Du hast dem Lord mit deiner Tatsehr in die Hände gespielt, ihm mehr Macht gegeben, willst du das, ist das dein Ziel?“, knurrte er tief, erstaunte er mich, ließ er doch mal etwas blicken, zeigte er sich verstimmt, da ich dem Lord mit der Nekromantie half, schien das Lucius gar nicht zu passen, darüber runzelte ich die Stirn.

Dann dachte ich über seine Worte nach und ich musste jetzt bekennen, wohl ja, denn eine Lüge würde er nicht zulassen, das war mir klar, also antwortete ich so überzeugt und kalt wie ich konnte, hoffte es war die richtige Antwort:

„Nein, Lucius, aber… mir bleibt doch keine Wahl!“, stellte ich mich unschuldiger und unbedarfter dar als ich mich sah und stimmt ihm innerlich nicht zu, wer sagte, das ich immer loyal zum Lord stehen würde, schließlich folgten die Untoten jetzt auf mein Kommando.

Er nickte, schien über meine Worte nach zu denken, dann sagte er ruhig, die Kälte war endlich aus seiner Stimme komplett gewichen, wie auch aus seinem sturmgrauen Blick, der jetzt nur noch eigenartigerweise erschöpft wirkte:

„Du hattest die Wahl, als du dich auf Draco eingelassen hast! Du hattest die Wahl, als du Narcissa getötet hast und du hattest die Wahl als du vor zwei Tagen so überstürzt eingegriffen hast als wir den Verräter gestraft haben! Du hattest die Wahl schon zuvor zu mir zukommen, warum hast du es nicht getan, weil der Lord es befohlen hat?“, klang regelrecht eine gewisse Verbitterung in seinen bedeutenden Worten mit.

„Ja!“, antwortete ich einsilbig und standhaft, was sollte ich denn darauf sagen, sollte ich etwa die Anweisungen des Lords in den Wind schlagen, das brachte uns doch erst recht in Gefahr, vor allem bereitetemich der Lord seit meiner Zeichnung auf die Inferi vor, da gab es nichts vor dem ich geschützt hätte werden müssen, die Toden waren mein Schicksal. Und Draco und Narcissa, nein, ich bereute nichts und würde alles wieder so tun, also hatte es für mich nie eine Wahl gegeben.

Wieder legte sich eine lastendes Schweigen über uns, er dachte erneut nach, dann wies er unvermittelt, kalt an:

„Geh, sei froh, dass du so mitgenommen warst, so bist du deiner Strafe entkommen!“

Ich nickte nur leicht, erhob mich, knickste und wollte gehen, als mir noch etwas in den Sinn kam, sollte ich wirklich, er sah, das ich nicht ging, hob fragend eine Braue, seine Züge waren ansonsten unbewegt, sein Blick erneut kalt.

Doch ich sah es als Zeichen genug und trat mutig zurück zu ihm, zwischen die Sessel.

„Ich werde für das, was ihr nicht wissen dürft, auch nicht bestraft?“, fragte ich mit harter Stimme, wollte ich die Bestätigung, dass er mehr wusste und vermutete als er offen sagte.

„Nein, das Wissen hat dich damals gerettet, dann werde ich dich dafür nicht bestrafen, du bist schon gestraft genug… und ich frage mich immer noch warum du damit überhaupt angefangen hast. Es zerstört dich…verändert dich, aber das weißt du!“, er klang weder besorgt, noch traurig oder mitfühlend, einfach wieder gefühllos, emotionslos und desinteressiert und ich war mir jetzt sicher, in ihm brodelte es schon seit dem der Lord mich mitgenommen hatte, aber er hatte wohl in den letzten Tagen Zeit gehabt sich ab zu reagieren, jedenfalls nahm ich das an.

Ob er wohl wieder diesen Salon…? Ich wagte nicht mich unauffällig um zu sehen ob es noch Spuren gab, ob irgendwelche Gegenstände fehlten, oder verräterische Holzsplitter, ob etwas nicht an dem Platz stand wo es sollte, aber mir war klar, so was würde ich sowieso nicht sehen, denn um das zu beseitigen gab es ja Magie. Und bitte, Lucius würde wohl seine Hauselfen vierteilen, wenn sie schlechte Arbeit leisten würden.

Unterdessen sinnierte er kalt, mich immer noch im Blick haltend weiter: „Ich frage mich auch, warum du dachtest DAS gerade mir nicht sagen zu können, ja, es mag Zauberer geben die es abstoßend finden aber, ich bitte dich, du kennst meine Vorlieben. Ich würde es zwar nie in Betracht ziehen es selbst zu tun, es wiederstrebt meiner Natur so weit zu gehen, sich so auf zu geben, dafür bin ich MIR viel zu schade, aber ich verstehe den Reiz, du hast schließlich meine Bibliothek gesehen, selbst wenn es verwerflich ist. Du hättest das jedoch nicht tun sollen, du hättest damit nie in Kontakt kommen dürfen, der Preis ist viel zu hoch!“ Jetzt veränderte sich zum ersten mal seit Beginn unseres Gespräches sein Ausdruck wirklich, wurde eher durchdringend und eindringlich denn kalt, kam eine melancholische Stimmung auf.

Ich nickte zaghaft und entschloss mich ihm entgegen zu kommen und mit ihm offen und ehrlich zu antworteten entgegnete dann recht mutig:

„Hätte ich es nicht getan, wäre ich jetzt schon Tod, oder gibst du dich der Illusion hin, dass du mich damals vor dem Lord hättest retten können als er mir das Mal einbrannte, ich bitte dich Lucius! Ich musste ihm etwas bieten!....Etwas einmaliges!“

Er antwortete nicht und daher wollte ich jetzt wirklich gehen, doch diesmal hielt er mich zurück, nicht mit Worten, denn er beugte sich abrupt vor und ergriff unvermittelt meine Hand und sah mich unergründlich an, sah mir in die Augen, seine Stimme war wieder eisig, daher nahm ich an das ihn seine Gedanken wieder in Rage brachten:

„Bring uns nie wieder so leichtsinnig in Gefahr, bring dich nie wieder so leichtsinnig in Gefahr!“

Wow, das war wohl seine Art zu sagen das er froh war das ich überlebt hatte, aber das war mehr als ich erwartet hatte, ganz anders als das was ich erwartet hatte, selbst wenn er so kalt klang das seine Stimme wie ein eisiger Schauer mich durchfuhr. Ich erkannte, dass ihn das Wissen, das ich über die Nekromantie Bescheid wusste und sie wohl zusammen mit dem Lord erfolgreich angewendet hatte,nicht abstieß sondern ihn eher nur Furcht haben ließ, das ich nicht wusste auf was ich mich einließ.

Erneut nickte ich, doch er entließ meine Hand nicht aus seiner, sondern hob sie an und hauchte einen zarten Handkuss auf meinen Handrücken was mich überrascht auf keuchen ließ, wobei sein Blick doch kalt blieb, was im starken Kontrast dazu stand wie er mich sonst ansah wenn er meine Hand küsste und die ganze respektvolle Handlung recht unwirklich erscheinen ließ, dann entließ er mich endgültig und wies erneut an:

„Geh!“

Ich knickste und wollte raus hier, bevor die Situation aus dem Ruder lief, bevor er seine Wut nicht mehr kontrollieren konnte oder bevor er weitere Fragen stellen konnte, die ich nicht beantworten konnte, denn wie weit ich in die Nekromantie tatsächlich abgetaucht, darüber war er sich bestimmt nicht im Klaren.

Als ich die Salon Tür erreichte und zur Klinke griff hörte ich noch ein mal seine tiefe3 Stimme und wandte mich um, sah das er wieder selbstvergessen in die Flammen sah, während er unmissverständlich sagte, sodass es eher wie ein Befehl klang, denn eine Feststellung:

„Irgendwann wirst du mir vertrauen und dann wirst du mir sagen, warum du dich….darauf überhaupt eingelassen hast!“

Ich erwiderte darauf nichts, mir war klar, da gab es nichts zu erwidern, doch ich erschauerte kurz als er so kalt und berechnend befahl was sein würde, unweigerlich fragte ich mich, was er für Pläne hatte und mir war klar, er wollte wissen warum ich die Nekromantie überhaupt erlernt hatte, denn das ich es nicht aus Spaß an der Sache einfach mal so getan hatte, war ihm wohl bewusst.

Ich war wirklich platt, das er es nicht als abstoßend abgetan hatte, das er es wohl irgendwo verwerflich fand, aber auch den Reiz verstand und ich war mir nun sicher, würde ich ihm irgendwann sagen warum ich damit begonnen hatte, würde er es sogar verstehen und mir keinerlei Vorwürfe deswegen machen. Mich überraschte jedoch auch sehr, dass er so betonte wie gefährlich es für mich war, dass ich zu viel dafür zahlte, schien er sich wirklich um mich zu sorgen auf irgend eine Art und Weise.

Bisher fand ich den Preis verschmerzbar….wenn man bedachte was ich bis jetzt dadurch gewonnen hatte, meine Eltern waren in Sicherheit, ich war ein DeahtEater des Inneren Kreises….ich war die neue Herrin der Inferi, also ich fand den Preis den ich bisher bezahlte nicht ZU hoch, war mir doch bewusst das alles seinen Preis hatte!



Doch meine Gedanken wurden jäh unterbrochen als ich den Salon verlassen hatte, denn Severus wartete mit verschränkten Armen, hoch aufragend und mit tödlichem Blick auf mich.

Ich reckte mutig mein Kinn in die Höhe und sagte, das war ich ihm wohl schuldig:

„Danke, dass du mich versorgt hast!“

Er brummte etwas, das wie: „War ein Befehl!“ geklungen hatte, aber mir war es egal, ich zuckte mit den Schultern und erklärte:

„Du entschuldigst mich Severus, mir ist eher nach heiterer Gesellschaft, Draco wartet auf mich!“

Ich wollte an ihm vorbei rauschen, doch schnell wie eine Schlange die zuschlägt hatte er mein Handgelenk ergriffen und hielt mich fest zurück. Mich schüchterte sein drohender, absolut wütender Blick nicht ein und auch nicht seine nächsten, polternden Worte:

„Wie konntest du so was nur tun, es ist widerwärtig!“

Ah, er wusste es also auch, aber nun gut, er hatte die Verletzungen geheilt, wenn er es nicht heraus gefunden hätte bei all den Indizien die er hatte, hätte ich wohl auch von seinem Können enttäuscht sein müssen, schließlich hatte es Lucius auch heraus gefunden und das obwohl er fast nichts gewusst hatte. Doch anders als Lucius, der damit wohl leben konnte, wenn auch kopfschüttelnd und leicht zähneknirschend, schien Severus das was ich getan hatte zu verachten, abscheulich zu finden und ich hoffte nur, er ekelte sich nun nicht vor mir.

Ich war überrascht, hatte ich doch angenommen das er am ehesten von ihnen es verstehen würde und sicher auch die Fähigkeiten hatte es selber zu praktizieren, die Nekromantie, denn das Lucius für etwas das einen so schmutzig machte zu feinsinnig war, zu sehr der, der er eben war, der Aristokrat und Reinblüter, das hatte ich vermutet, dass er es aber weniger abstoßend fand als Severus, überraschte mich wirklich.

Da konnte ich ja gespannt sein wie Draco reagieren würde, doch wenn ich seine Laune vorhin richtig gedeutet hatte, wusste er es entweder nicht, oder er warf es mir nicht vor.

„Wenn du es so widerwärtig findest, dann lass mich auch los. Ich dachte gerade du könntest es am ehesten verstehen, du könntest es selber auch tun!“, riss ich mich los und zischte dies erbost.

Mein Blick war herausfordernd und ich war wütend, was erdreistete er sich mich so an zu gehen, auch meine Gefühle waren durcheinander aufgrund der so unvorhergesehenen Reaktionen. Severus Blick wurde noch fuchsiger, wenn das überhaupt ging, fast glaubte ich kurz einen Muskel unter seinem Auge zucken zu sehen bevor er zischte:

„Natürlich könnte ich es, ich bin besser als du, es wäre für mich ein Leichtes! Aber ich würde es niemals tun, es ist absolut widerlich und widernatürlich, dabei war ich auf einem guten Weg es in meiner Jugend zu tun, aber es ist zu gefährlich, zu verwerflich ….zu endgültig!“

Er zeigte mir einen angeekelten, wütenden Blick, wandte sich plötzlich, ruckartig, zackig um, bevor ich etwas erwidern konnte und rauschte dann ab in Richtung seines Kellerlabors. Da hatten wir es was meinen dunklen, düstern und missgelaunten Severus trieb, er hatte einen Schritt schon in die Nekromantie getan, hatte er es bis zum Letzten gewagt und einen Inferi erschaffen, oder hatte er sich nur schon die Leiche besorgt gehabt und hatten dann im letzten, im entscheidenden Moment gezögert?

Ich war mir sicher, essteckte mehr hinter seiner Aussage, da war ich mir absolut sicher, denn mal ehrlich wenn er wusste, er konnte es? Hatte er wie es schien bisher nur nicht in Betracht gezogen, bei seinen Überlegungen, wie weit ich zu gehen bereit war, dachte mein guter Severus anscheinen doch immer noch an das Gute im Menschen oder in mir?



Na das war ja toll gelaufen, stand ich wie bestellt und nicht abgeholt in dem düstern Flur, also auf in den dritten Kampf, ich war gespannt auf Draco. So eilte ich die Stufen zu seinen Räumen hoch, so flink es meine Kondition momentan zuließ. Ich klopfte nicht an, sondern trat einfach ein und fand ihn in einer Position vor, die mich erschreckend an Lucius erinnerte, starrte er doch in gleicher Haltung in die Flammen, aber als er aufsah empfing mich ein ganz anderer Blick. Ein offenes, erleichtertes und wirklich freudiges Lächeln zeigte sich auf seinen Zügen und er erhob sich sofort, eilte auf mich zu und schloss mich fest in seine Arme.

„Ich bin so froh, dass du heile zurück bist!“, meinte er ehrlich.

Ich gestattete mir einen Moment mich einfach nur an ihn zu lehnen und zu genießen, das er mich im Arm hielt, schließlich war ich noch immer erschöpft und seine Nähe tat mir gerade ungemein gut, unter Anbetracht das es verteufelt eng gewesen war für mich, war es schön, das mir wenigstens einer zeigte, das er sich aufrichtig freute das ich wieder da war. Schließlich löste er sich aus der Umarmung, hielt mich an den Schultern fest und musterte mich suchend, neugierig, aber nicht misstrauisch.

„Wie fühlst du dich, bist du wieder voll genesen oder noch müde?“, fragte er besorgt.

Ich lächelte ihn an und antwortete ruhig:

„Ich bin noch müde Draco, es war sehr anstrengend, weißt du!“ Er nickte, ergriff meine Hand und zog mich dann in Richtung Kamin, zu dem Sessel in dem er gesessen hatte, wo er auch jetzt wieder Platz nahm, nur dirigierte er mich dann auch noch auf seinen Schoß, was ich mir gerne gefallen ließ. Ich brauchte doch, wie ich mir eingestand, menschliche, lebende Wärme nach meinen ungewöhnlichen Erfahrungen, mit der kalten, leblosen Welt der Toten.

Eng zog er mich an sich, legte einen Arm um mich und ergriff meine Hand, begann mit meinen Fingern zu spielen, während er wohl einfach nur genoss das ich wieder da war und auch ich genoss die Ruhe, lehnte mich an seine Brust und schloss eine Weile die Augen. Es tat gut, dass er nichts sagte, aber in mir brannte die Frage wie er zu allem stand und diesmal, bei diesem so heiklen Thema, konnte ich nicht einfach einvernehmlich schweigen und so fragte ich vorsichtig, blickte auf, denn ich wollte sehen wie er reagierte:

„Draco, ist für dich das alles ok? Weißt du, was ich getan habe?“

Er sah auf mich hinab und ein kurzes, trauriges Lächeln war zu sehen, doch dann wurde es ehrlich, offen und ein richtiges Lächeln als er meinte:

„Ich werde mit allem klar kommen was du tust, du hast deine Gründe, also warum sollte ich verteufeln was du tust, deine Gründe sind immer bedacht und schwerwiegend genug. Ich ahne, was du getan hast, weiß zumindest welchen Zweig der Magie es betrifft und ich muss zugeben, ich war geschockt und habe mich sehr um dich gesorgt, nicht weil ich an deinen Fähigkeiten zweifle, einfach weil es gefährlich war und später auch, nachdem ich gesehen habe wie du zugerichtet warst, ich habe deinen Zustand schließlich gesehen, nun da musste ich ein bisschen forschen, wobei meine Sorge bis du endlich wieder hier warst nicht weniger wurde. Ich könnte das nie, will das nicht können und will mich damit nicht beschäftigen, aber ich weiß, dass du manche Dinge einfach tun musstest, weil sie nötig waren und ich nehme an, das du das DA kannst …hat dich beim Lord gerettet, denn ich denke, selbst Vater hätte dich nicht retten können als du das Mal bekamst, ohne dass du etwas zu bieten gehabt hättest was dich für den Lord interessant gemacht hätte. Ich werde nicht nachfragen, will wirklich nicht wissen was du genau getan hast, aber und das ist es was zählt, oder, ich vertraue dir!“

Seine so redlicheund glaubwürdige Ansprache mache mich glücklich und auch wahnsinnig stolz. Ich hatte nicht gedacht das er so pragmatisch und so ohne jeglichen Vorwürf, klar zu mir stehen würde, so reagieren würde. Er zeigte mir so deutlich wie sehr er zu mir stand und mir vertraute, zeigte mir so klar wie erwachsen ihn das letzte Jahr wirklich gemacht hatte. Die letzten Wochen hatte er das immer wieder bewiesen, genauso wie er immer wieder bewiesen hatte das er trotz der Wärme, die er für mich übrig hatte, genau so kalt und berechnend sein konnte wie Lucius oder Severus, aber er hatte Gefühle, die er jedoch mittlerweile gut im Griff hatte, was mir sehr gefiel. Während bei Lucius das schockierende passierte und er mit seinen Gefühlen zu kämpfen hatte, war das wirklich nicht für ihn normal. Aber bei Draco wusste ich, das er aufgrund seiner Art wirklich keine Ahnung hatte wie weit und wie tief die Rituale gingen, eine Vermutung ja, aber keine Ahnung.

Ich konnte darauf nicht antworten, nickte nur lächelnd und küsste ihn dann sanft. Er erwiderte den Kuss, dann dirigierte er meinen Kopf wieder an seine Brust und hielt mich. Wir schwiegen eine Weile, bis er fragte:

„Was hat Vater noch gesagt oder getan, hat er sich benommen?“

„Ja, er war sehr beherrscht und kalt, wobei es ab und an wirkte als bordelt etwas ihn ihm, …aber er weiß es auch, er akzeptiert es, auch wenn er nicht begeistert ist. Ich glaube, am liebsten hätte er mir verboten es wieder zu tun, aber er weiß auch, das kann er nicht und das es meine Lebensversicherung beim Lord war und ist! Ich denke, er ist hin und her gerissen zwischen Sorge und Wut und ich kann von Glück reden, das er so lange Zeit hatte seine Beherrschung zu finden!“, erklärte ich ihm leise.

Draco seufzte: „Begeistert bin ich auch nicht, aber ich sagte ja schon, du hattest sicher deine Gründe und solltest du irgendwann darüber reden wollen, höre ich zu!“

„Danke!“, mehr konnte ich dazu nicht sagen.

Ich spürte, wie Dracos Brustkorb auf ein mal zu beben begann und hörte auch sein tiefes Lachen, erstaunt hob ich den Kopf und sah ihn an, sah den Schalk in seinen Augen und hob fragend eine Braue. Breit grinsend erklärte er:

„Interessant das Vater jetzt so ruhig war, aber er hat seine Wut wohl in den letzten beiden Tagen genug ausgelebt. Ich glaube er denkt es weiß keiner, aber noch an dem Abend als wir vom Lord zurück kamen ist er richtig ausgerastet, ich will nicht wissen wie sein Salon aussah und am nächsten Tag noch mal. Ihn so aus der Fassung zu bringen schaffst wirklich nur DU!....es war zu köstlich!“, lachte er belustigt weiter.

Auch ich musste kichern, das war zu herrlich, Lucius hatte also schon wieder die Kontrolle verloren. Immer noch kichernd fragte ich Draco:

„Woher weißt du es?“

„Nun, am ersten Abend hat er sich als wir gegangen waren nicht lange zurück gehalten. Ich war noch kurz mit Severus unten im Labor, habe mir die neue Einrichtung angesehen und als ich wieder hoch kam hab ich den Krach aus dem Salon gehört und wie er gebrüllt hat. Und gestern, nun ich hatte gestern Abend noch einen Termin, war deswegen unten und bin zu ihm in den Salon, da war er gerade dabei alles wieder zu richten, beziehungsweise er war dabei das letzte Stück zu richten. Er ist gar nicht darauf eingegangen sondern hat nur gefragt was ich von ihm wollte, aber mir war klar, die Möbel hatten mal wieder unter seiner Wut gelitten!“, schüttelte er indigniert den Kopf.

Ich nickte verstehend, überlegte ob ich es sagen sollte und erklärte grinsend: „Das scheint ja zur Routine für ihn zu werden, aber soll er doch, dann kriege wenigstens ich seine Wut nicht ab. Er wird mich für das was beim Lord passiert ist nicht strafen!“

Draco nickte, schien nach zu denken.

„Hast du überhaupt eine Ahnung, wie ungewöhnlich das für Vater ist? Nein, kannst du nicht, ich habe Zeit meines Lebens nie erlebt das er mehr zuließ als Eiseskälte, nie eine unbedachte Regung, noch eine unüberlegte Geste, das du ihn so mitnimmst das er zum ersten Mal in seinem Leben Gefühl zeigt, regelrecht emotionale Ausbrüche davon,beunruhigt mich.Schließlich zeigt es mir doch wie sehr er sich involviert in das was dich betrifft! Und auf der anderen Seite sehe ich seinen Kampf, dass er das nicht will! Vater kann da sehr gefährlich und unberechenbar werden,denn eins muss uns klar sein,dass er die Contenance verliert wird ihm gar nicht gefallen und er wird daran arbeiten diese Regungen zu unterdrücken…Radikal, wenn er sich daran gewöhnt hat etwas zu fühlen, denn das dürfte es sein! Bisher hat Vater nichts gefühlt…..“, sprach Draco weise Worte und das aus was ich seit einiger Zeit dachte, Lucius wurde dadurch schwer kalkulierbar und noch gefährlicher.

„Aber genug über Vater geredet ….lass uns die Nacht genießen!“,delegierte er mich von seinem Schoß und wollte mich dann mit in sein Schlafzimmer ziehen, doch ich wehrte ab und erklärte lächelnd:

„Draco, mir wäre eher nach einem entspannenden Bad, lass uns doch gemeinsam meine Badewanne einweihen!“, zwinkerte ich ihm kecke und übermütig zu.

Er folgte mir bereitwillig in meine Räume und in das Bad und während er in die große, edle, freistehende Badewanne warmes Wasser einlaufen ließ und ein Schaumbad richtete, das herrlich nach Milch, Honig und Mandeln duftete, entkleidete ich mich schon langsam.

Danach half ich ihm aus seiner Kleidung und wir stiegen gemeinsam, uns auf ein entspanntes Bad freuend in das warme Wasser. Draco zog mich in seine Arme und an seine Brust. Zuerst genossen wir nur die Entspannung, Wärme und Nähe des anderen, doch dann wurde daraus ein sanftes und sehr anregendes Vorspiel, das einige Zeit später in einem leidenschaftlichen Akt in der Wanne endete die das Bad regelrecht unter Wasser setzte aber in einem sehr schönen und vor allem befriedigendenLiebesspiel endete.

Seine Nähe, Zärtlichkeit und die Entspannung hatte ich wirklich gebracht, das Gefühl zu Leben immer noch am Leben zu sein war extrem wichtig für mich gewesen und er blieb auch danach, über Nacht hielt mich aber nur beschützend in seinen Armen und bewachte meinen Schlaf, auch wenn er extrem früh aufstand ,um bevor Lucius etwas bemerkten konnte,in seine Räume zurück zu kehren, war mein Bett noch immer unschuldig rein, hatte ich diese körperliche Nähe in der Nacht wirklich genossen und gebraucht um mich selbst wieder spüren zu können, nach der Nacht in der Höhle, das Wissen das Draco mich noch immer wollte, selbst nachdem er von der Nekromantie wusste, war fast berauschend…... Morgen würde Weihnachten sein, zum ersten Mal mit meiner neuen Familie….

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

Da saß ich am Abend einträchtig bei Lucius wie so oft im Salon und wie so oft genossen wir zusammen einen gemütlichen Schluck vor dem Festtag, sicher würde dieser dieses Jahr doch anders verlaufen als die vorangegangenen, überraschender weise wirkte Lucius wieder sehr gefasst trotz der letzten Tagen.

Jetzt schloss er kurz die Augen und wischte sich darüber, blickte mich dann aus seinen stahlgrauen Augen intensiv an und strich sich eine lange Strähne lässig aus dem Gesicht.

„Du hast auch mit IHR gesprochen?“, warf er nun resigniert ein.

„Kurz, sie hat mich etwas… erregt!“, meinte ich diabolisch grinsend, daran zurückdenkend wie ich ihr am liebsten die Luft abgedrückt hätte als sie im Flur mit mir sprach, als sei sie von sich absolut überzeugt.

„Verständlich…sie kann einen dazu bringen aus der Haut zu fahren!“, klang Lucius bemüßigt gelangweilt,während er einen Schluck der bernsteinfarbenen Flüssigkeit nahm.

„Ja, eine enervierende Angewohnheit von ihr!“, antwortete ich genervt.

„Wenigsten wird es einem nicht langweilig!“, klang das in meinen Ohren wie Galgenhumor, den ich unter Anbetracht des ernsten Themas leider auch empfand.

„Mit dem Biest wohl wahrlich nicht, dass sie so weit gehen würde hätte ich nicht erwartet….INFERI!“, perlte es abwertend über meine Lippen.

„Das musst gerade DU sagen, Severus!“, kam es spöttisch von einem aufgeblasenen Lucius, der mich mit einem dämonischen Lächeln maß, sehr witzig wirklich.

„Ich war jung und dumm!“, war es zu ärgerlich, dass mich dieser eitle Gockel zu gut kannte, verzog ich missgestimmt meine Mundwinkel.

„Und was ist sie? Auch jung und dumm?“, wandte er schrecklich süffisant ein.

„Nein, wohl leider nicht, sie ist jung… aber nicht dumm, und anders als bei mir, gestehe ich ihr zu, das sie leider sehr genau weiß was sie tut und es eiskalt durchzieht!“, verzog ich meine Mundwinkel nun noch verächtlicher und erntete ein heiseres, trockenes Lachen von Lucius.

„Ich verstehe deine abweisende, verächtlich Haltung nicht Severus! Gut, bis auf die entschuldbare… etwas abwegige Tatsache das man mit Leichen spielt, was ist sooo verwerflich daran, wie deine Haltung gerade zeigt?“, hob er eine fein geschwungene, weißblonde Augenbraue fragend.

„Was? Du fragst… was? Die Einstellung, die Haltung, einfach alles, versteh doch Lucius, ich weiß das dir alles gleich ist, solange es Macht bringt!“, eschauffierte ich mich über seine gleichgültige Haltung zu diesem tiefschwarzen, verdammten und verbotenen Thema.

„Das sagt der, der selbst die Idee hatte mit den Toten zu spielen!“, spöttelte er mit einem diabolischen Grinsen auf den Lippen und prostete mir verächtlich zu.

„…jaja lass gut sein, das meine ich nicht! Ich will mich nicht moralisch erheben, wie du selbst sagst,steht mir das dank meiner Vergangenheit nicht zu! Aber es ist das andere! Warum denkst du, habe ich meine Finger dann doch von der Materie gelassen? Hast du dich das nie gefragt?“, warf ich verärgert ein, nein, ich erhob mich nicht moralisch über sie, aber mich ärgerte es maßlos das sie so dumm war und sich darauf vollkommen einließ, das war es was mich auf die Palme brachte, oder? Doch Lucius antwortete mir und so dachte ich über die Gründe meiner Wut nicht weiter nach.

„Doch kurz….aber ich habe es unkommentiert gelassen, da ich dachte du würdest dich doch davon abgestoßen fühlen… wie die meisten Purebloods, wie ich selbst, der ich es nicht tun würde, aber ich hätte deine Entscheidung es doch zu tun auch hingenommen, ohne Worte!“, erklärte er und klang dabei schrecklich blasiert, als hätte er mir einen großen Gefallen getan indem er nie nachgefragt hatte, typisch Lucius.

„Lucius, du bist wie eh und je eine unglaubliche Person!“, troff meine Stimme vor boshaftem Sarkasmus, da seine Skrupellosigkeit zu unglaublich war. Auch seine Ignoranz war unglaublich, aber schließlich war er ein Malfoy!

„Danke, Severus danke!“, drehte der eitle Pfau es mal wieder als Kompliment hin was es aber nicht war, dieser Snob.

„Ich wollte einen Inferi erschaffen, ja und ich habe es getan und danach NIE wieder….musst du verstehen Lucius…!“, unterbrach er mich aufgebracht.

„DU HAST ES ECHT GETAN? Ich dachte du hättest zuvor aufgehört!“, brauste er erstaunt auf und blickte mich kurz blinzelnd an, dann schmunzelte ich leicht über seine Reaktion, schließlich hatte ich ihm davor absichtlich nie erzählt wie weit ich gegangen war, letztendlich musste er ja nicht immer alles wissen.

„Ich habe dich in dem Glauben gelassen, das ist Korrekt, aber nein, ich habe es getan und geschafft, aber Lucius, ich bin dabei fast gestorben, denn mir fehlte der Wille, der absolut Wille,um das scheiß Ding vollständig zu kontrollieren.Es war nicht einfach den Inferi wieder zu töten! .....versteh nur was ich versuche zu sagen, das Biest scheint es besser mit dem Willen hinzubekommen, sonst wäre der Lord nicht so gnädig gewesen,… schockierend nicht!“, legte ich überlegend meine Fingerkuppen aneinander und maß ihn mit einem stechenden Blick, was Lucius gar nicht wahrzunehmen schien, da er sehr überlegend wirkte.

Mir schmeckte die Erinnerung an mein beinah scheitern immer noch nicht! Ich hasste es sehr, wenn ich daran zurückdachte als alles beinah aus dem Ruder gelaufen war, war es eine schockierende Erfahrung als die schwarze Suppe dunkelster Magie durch den Raum gewabertwar,als ich den Inferi erschuf….hatte ich damals als junger Mann, zu sehr nach Macht gestrebt und mir einen Spaß daraus gemacht mit den Untoten zu spielen.

Mir war mir aber die Freude vergangen als ich die Leiche vor mir liegen hatte, letztendlich hatte ich es geschafft, aber zu welchen Preis? Einen zu hohen, wie ich fand und hatte das Experiment abgebrochen, indem ich meine Verbindung zu dem erschaffenen Inferi, nachdem ich mich wieder von meiner todesnahen Erfahrung erholt hatte, schwer löste und ihn endgültig tötete.

Ich wollte es vergessen und verdrängen,letztendlich hatten ich und der Inferi nicht wirklich zueinander gefunden, da dieses Wesen nur sehr widerspenstig auf meine Befehle reagierthatte und ich sehr wohl Gefahr erkannte wenn ich sie vor mir hatte, daraus zog ich meine Lehrer das man mit dieser schwer zu beherrschenden und anstrengendenTotenmagie nicht spielen sollte. War es meiner Ansicht nach besser, wenn die Toten tot blieben!

„Das sie etwas besser kann als du? Ja schockierend, aber wie sagt der Dark Lord immer, jeder, absolut jeder hat ein Gebiet auf dem er ein wahrer Meister ist, Severus du kannst nicht überall Erster sein!“, ließ Lucius gerade wieder seine hochmütige Weisheit spielen…mhuhm, wie nervend! Darauf weigerte ich mich zu antworten und trank einen …ja einen großen Schluck, genoss die brennende Wirkung des Alkohols, der meine Kehle hinabrann.

„AHA…so missgestimmt! Inferi…es könnte schlimmeres geben! Meinst du nicht!“, führte Lucius weiter aus und meinte es wohl wirklich so lapidar.

„Nein!“, kam es einsilbig von mir, denn sie betrat den schlimmsten Zweig der Magie den ich mir vorstellen konnte.

„Weil du fast gescheitert wärst, bist du nicht nachtragend?“, harkte Lucius interessiert nach und hob dabei leicht höhnisch einen Mundwinkel, den leichten Spott in seiner Stimme konnte ich nicht überhören.

„Nein!“, lachte er nun amüsiert über meine Art ihm nicht zu antworten, war es schockierend zu sehen wie nahe wir uns doch standen, denn mich kannte keiner so gut wie Lucius, aber mir ging es mit ihn nicht anders, war mein Scheitern in der Nekromantie doch etwas was mich sehr umtrieb, wo Lucius zu meinem Leidwesen recht hatte.

„Ich weiß nicht was sie zu dir gesagt hat,….aber bei mir meinte sie, sie hätte als sie das Dark Mark erhielt, dem Lord etwas bieten müssen!“, erklärte Lucius lakonisch, aber ich wusste, ihm passte diese Erklärung nicht, sicher war er davon überzeugt das er ihr hätte Schutz bieten können und ohne ihren Trumpf es auch geschafft hätte sie vor dem Lord zu schützen, aber ich sah das nicht so, Lucius und seine Arroganz, so blasiert, das war typisch für ihn.

„Zu meinem Leidwesen stimme ich ihr darin zu! Ja Lucius, schau nicht so wild, wenn du sie versucht hättest zu schützen hättest du einen Gutteil deines Ansehens eingebüßt und sie ist es gewöhnt alleine zu agieren! Bedenke das, wenngleich dir, wie mir und Draco die daraus resultierende Aufmerksamkeit des Lords nicht gefallen sollte! Dieses Schlafgemach im Manor….!“, da grauste es mich immer noch in Gedanken.

„Ja, wobei es unsere Position, die Stellung der Familie stärkt… beim Lord!“, warf er ein, ganz der Taktiker, der nach Macht strebt, egal wie. Schließlich war das Biest wohl nicht grundlos einer Strafe durch Lucius Hand entkommen, denn dieser Mann war ein gefährlicher Egoist.

„Du bist wie immer ein eiskalter Pragmatiker!“, konnte ich über Lucius nur das Haupt schütteln so ein Manipulator.

„Immer!“, war er einsilbig und kalt.

„Sonst wärst du nicht der der du bist!“, spuckte ich verächtlich aus, als er mir arrogant antwortete.

„Danke für die Schmeichelei, so ungewohnt von dir! Aber sind wir nicht alle eine Quintessenz unseres Seins?“, war sein Snobismus fast nicht auszuhalten.

„Oh, ist es soweit, bist du jetzt wieder ein Poet? Himmel, ich bin kein Weib das du verführen musst!“, überschlug ich abwehrend die Beine und dachte mir meinen Teil, wenn er anfing zu säuseln dann musste ich beginnen mir leid zu tun.

„Zu schade, dass du für meine Reize unempfänglich und immer so schrecklich gelaunt bist!“, hisste er beleidigt auf und sah mich scharf an.

„Pfau!“, war mein grimmiger Kommentar, was sollte ich bei so viel unerträglicher Selbstverliebtheit sagen.

„Fledermaus!“, parierte er sofort.

„Du bist kindisch!“, bescheinigte ich ihm kalt seinen Affront, ich fand es frech das er auf meine finstere Gestalt anspielte und die Gehässigkeit der Schüler.

„Arch, und wer hat angefangen?“, meinte Lucius schnippisch, schüttelte entrüstet den Kopf und ich rollte genervt mit den Augen.

„Morgen ist Weihnachten!“, zog ich ein anders Thema vor, da ich wusste er würde nicht nachgeben und weil ich bekanntlich der Klügere von uns beiden war, wechselte ich das Thema.

„Ja und wenn du denkst, du kannst dich morgen Abend vordem familieninternen Fest und der folgendenBescherung drücken, dann hast du falsch gehofft… Severus!“, befahl er wissend und zeigte mir ein eiskaltes, teuflisches Grinsen und ich stöhnte wie gewünscht Leidend auf, auch wenn ich es diesmal nur spielte, würde ich mir das Theater um das erste Weihnachten des Biest in der Familie Malfoy freiwillig um nichts auf der Welt entgehen lassen, schließlich versprach das Spannung, Spaß und Freude für mich, aber das musste ich Lucius ja nicht wissen lassen.

Daher freute ich mich wirklich auf das Fest im Kreise meiner Familie, denn ich wolltevon dem dramatischen Geschehen keine Sekunde missen, versprach es doch dank IHR spannend zu werden.Ich hatte aus meinen Fehlern in den Ferien gelernt, das ich das amüsanteste verpasste wenn ich abwesend war und bitte, ich beging nur selten Fehler und wenn doch, dann lernte ich aus ihnen und danach passierten sie mir nie mehr wieder.

Severus Sicht ende

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BeitragThema: Re: Kapitel 196-197   Do Feb 09, 2012 6:29 am

197. Kapitel Merry Christmas I

Draco war sehr früh am Morgen in seine Suite zurück gekehrt, da weder ich noch er Ärger mit Lucius wollten, nicht nach diesem eigentümlich anmutenden Gespräch und so erwachte ich am Weihnachtsmorgen alleine.

Darüber das Draco sich so früh verabschiedet hatte konnte ich nur Gott sei Dank sagen, denn es prasselten in dieser für mich noch ungewohnten Umgebung die Erlebnisse der vergangen Tage auf mich ein, erst jetzt hatte ich die Zeit mal wirklich in mich zu horchen und zu erfühlen, zu erforschen, was sich in mir verändert haben könnte! Alles zu reflektieren, was sich getan hatte und was ich erlebt hatte!

Ob ich nach diesen einschneidenden Erlebnissen und Taten noch immer ICH, also Hermione war, beziehungsweise was sich verändert hatte, denn mal ehrlich, das sich etwas getan hatte, das stand außer Frage!

So lag ich stöhnend auf dem Rücken und starrte auf den Baldachin des Bettes, verfolgte die goldenen Muster, die sich auf dem dunkelroten Grund abhoben und verschlugen ineinander griffen. Der Stoff wurde in der Mitte das Ganze von einer Rosette zusammengerafft, somit warf der Stoff malerische Falten, währenddessen war ich gefangen weil ich die grauenhaften Bilder der Höhle vor meinem geistigen Auge unerbittlich heraufbeschwor.

Ich setzte mich mal wieder schonungslos mit dem auseinander was ich erlebt und getan hatte, so schwer es mir auch fiel, denn ich schonte mich nicht.

Himmel, wenn ich jetzt an diese okkulte Umgebung zurückdachte, fröstelte es mich unwillkürlich, ein sehr verdammter, ein verfluchter Ort, dann fühlte ich dem Kribbeln nach das bei dem Gedanken in mir aufstieg und schloss dabei instinktiv die Augen, um sie nur Sekunden danach entsetzt wieder aufzuschlagen. Ich ruckte erschrocken in die Höhe und saß nun geschockt in meinem Bett, presste meine Faust auf mein schnellklopfendes Herz.

Ich wusste wo der Ort war! Intuitiv, auch wenn der Lord es mir nicht hatte sagen wollen, wusste ich es….da ich SIE, meine Inferi fühlte, ich… wie ich mir nun wiederwillig eingestand eine beständige Verbindung zu ihnen fühlte, darüber schluckte ich schwer, denn ich wäre wohl nie mehr allein! Wirklich und richtig allein, war es dies was Severus mit dem zu hohen Preis meinte?

Es war wie ein pechschwarzes Band das uns fest und beständig verband, dadurch würde ich sie immer und überall finden und lenken können, somit wusste ich wirklich wo die Höhle war, unterdessen wiederholte sich der Gedanke permanent in meinem Hirn. Was für eine erschreckende und beängstigende Erkenntnis!

Ich musste sagen, es fühlte sich nicht mal verwerflich, sondern in mir, einfach richtig an! Sie gehörten nun zu mir, wie ich zu ihnen! Ich weiß, ein ekliger Gedanke, aber es war so, denn hier war eine innige Verbundenheit zu spüren, somit hatte sich in mir wohl sehr viel getan, letztendlich sonderte das Band ein stetes Gefühl der Geborgenheit und der Sicherheit ab.

Jetzt konnte ich nichts weiter tun als mich zu erinnern wie ich den Verräter hinrichtete, denn nichts anders war dieser langsame, qualvolle Erstickungstod gewesen, wusste ich, das alle zuerst den Irrglauben anheimfielen und gedacht hatten, das ich, das Mudblood mich in Gefahr begab um ihn, den „Armen“ zu retten, mochte ich nicht wissen was sie jetzt dachten, da Lucius inzwischen klar war, das ich ihm nicht hatte sein Schicksal ersparen wollen, sondern ihn als mein Opfer, mein Ritualopfer, auserkoren hatte, ohne Skrupel!

Aber er akzeptierte es, zu meinem absoluten Erstaunen wusste ich zwar, dass er als Pureblood es verteufelte, er sich niemals selbst die Hände mit dieser Art der Magie besudeln würde, er mir aber in dem Verständnis der Macht am nächsten innerhalb der Familie stand, schließlich war er ein eiskalter Machtmensch und es somit tolerieren konnte.

Lucius konnte keine Nekromantie üben, da er einfach zu sehr Leben wollte, mit dem Sinnen des Lebens zu sehr verbunden war, als das er jemals mit den Toten kollaborieren würde. Ich war mir nicht sicher, immer noch nicht, ob er wirklich wusste wie weit ich gegangen war oder ob er auf dem Holzpfad war und dachte, dass ich NUR Inerfi erschuf?

Dennoch wusste ich nun instinktiv, das er wohl eher wenn er wüsste was ich wirklich getan hatte, von meiner Macht einfach nur angetan wäre, schließlich war er wahrlich ein schlimmer, sehr böser Mensch. Er hatte wohl keine Ahnung von der Inferi Armee des Lords, da es mir schien als hütete der Lord dieses Geheimnis wie seinen Augapfel, Also konnte auch Lucius nicht wissen was für Ausmaße das ganze angenommen hatte!

Severus hingegen wollte es noch nicht sehen, er war prädestiniert dafür, wenn er etwas nicht wahrhaben wollte, war er derjenige der es gekonnt vor sich herschob. Zwar war er sonst immer ein Realist, aber hier schien er abgeneigt sich mit der ganzen Wahrheit auseinandersetzten zu wollen, aber anders als Lucius, könnte und würde er zähneknirschend auch diese Magie ausüben, er würde sich und die die ihn zwangen es zu tun verteufeln, aber er würde es anders als Lucius, der sich einfach strickt weigern würde, tun.

Er würde es auch schaffen, schließlich war Severus sehr affin für die pechschwarze Magie! Ich vermutete nach seinem gestrigen Auftritt schwer, das Severus sich wirklich mit dem Thema der Inferi beschäftigt hatte und die Frage wie weit er gegangen war, machte mich sehr neugierig!

Draco hingegen war die Totenwelt fremd und es interessierte ihn wohl eher peripher, seine Skrupel sich mit dem auseinander zu setzen waren gering, wenn ich es bot würde er es annehmen und nicht weiter darüber nachdenken, dabei stand er dem Ganzen wohl am gleichgültigsten gegenüber. Er würde den Schritt selbst die Nekromantie anzuwenden nie gehen, dafür war auch er einfach zu sehr mit der Welt der Lebenden verbunden, aber er würde mich auch nie verurteilen, denn er nahm mich immer wie ich war.

So hatte ich es wohl wieder geschafft meine Familie zu erstaunen, indem ich zeigte, dass ich war, wie ich war! Ich hatte es echt und wirklich geschafft, hatte sich meine Aura, meine Magie wieder radikal verändert, daher hob ich nun versonnen meine linke Hand an, bei der ich mir zum ersten mal einen so tiefen Schnitt zugefügt hatte, das ich hätte verbluten können, doch man sah dank Severus Bemühungen nicht die kleinste Narbe.

Jetzt surrte die veränderte Magie beständig durch meinen Körper, denn nun war ich mit einer Macht gesegnet, die zwar nicht mein magisches Potential, hier in der Diesseitigen Welt, beeinflusste, letztendlich waren meine Zauber nicht mächtiger als zuvor, aber in der Jenseitigen Welt hatte meine Macht nun Gewicht, somit war meine veränderte Macht nicht in unserer Welt messbar…Arch, es war kompliziert, aber ich fühlte mich einfach anders.

Ich war mir sicher, meine drei Männer ahnten etwas, waren nah dran aber auch Kilometer von der Wahrheit entfernt. Sie wussten, das ich mit der schwarzen Magie spielte, tippten bestimmt auf die Inferi, aber das ich mich zur Meistern der Nekromantie aufgeschwungen hatte, darauf würden sie nicht kommen, da war ich mir sicher!

Severus tippte auf Inferi, Lucius auch mit der Ahnung von mehr und Draco war wie Severus auf dem Irrweg, aber ihnen sagen, dass ich wirklich einen Schritt weiter gegangen war und mich nicht nur mit den Inferi eingelassen, sie erschaffen hatte, sondern ich mich nun mit der Totenwelt verbunden hatte, um die Herrin einer Untoten Armee zu werden, das war eine Wahrheit für die ich fast nicht bereit war, wie sollten es meine Männer dann sein?

Genau und deshalb ließ ich sie alle in dem Glauben, das ich mit dem Lord ein paar Inferi erschaffen hatte. So war mein Geheimnis noch immer sicher und unentdeckt!

Auch wenn ich zu Anfang gedacht hatte, die Erschaffung meiner Inferi wäre verwerflich und unentschuldbar, dehnte sich mein Selbstverständnis gerade wieder weiter und so hielt ich nun mein nächstes Geheimnis wohl verborgen, da ich im Dunkel ließ das ich jetzt ein vollwertiger Nekromant war! Damit musste ich erst mal selbst klarkommen, was ich jetzt war!

Himmel nochmal, es war zu amüsant wie dehnbar meine Skrupel waren, schließlich fand ich das nicht mehr verwerflich was ich noch zu Anfang schrecklich gefunden hatte, nur weil ich mittlerweile wusste wie viel schlimmer es noch ging. Das traurige war, es ging wirklich beständig weiter und das immer wieder…..wie deprimierend diese Erkenntnis doch auch sein konnte!

Jetzt musste ich daran denken, dass ich nicht nur blutbesudelt gewesen sein musste, nachdem ich die Rituale gesprochen hatte sondern auch noch mit diesen weißen Augen gesegnet gewesen war, daher fragte ich mich wann diese Nebenwirkung eingesetzt hatte, das ich meine Augen verloren hatte? Ich vermutete es war als ich das Blut tank?

Aber wissen tat ich es nicht und den Lord fragen, nein…diese Blöße würde ich mir nicht gegeben können, schließlich wollte ich bezweifeln, dass er antwortete!

Letztendlich musste er sich schon dazu herabgelassen haben meinen Sturz magisch auf zu fangen, da ich weich gelandet war als ich das Bewusstsein verlor. Er hatte uns wohl einen dramatischen, aufsehenerregenden Auftritt im Dark Manor beschert als wir zurückkehrten, was mir Draco in bunten Farben geschildert hatte, daher konnte ich mich auf was gefasst machen beim nächsten Treffen, bitte!!!

Denn ich wusste nun zu meinem Leidwesen, das ich die zweifelhafte Ehre gehabt hatte eine Nacht, beziehungsweise 2 Nächte im Dark Manor verbringen zu dürfen, was wohl als einmalig zu bezeichnen war und dabei hatte ich es bisher geschafft die Erlaubnis das ich beliebig eintreten durfte zu verschleiern, damit die anderen nicht zu eifersüchtig auf mich, das Mudblood, wurden.

Und dann so was, auffälliger ging´s ja wohl kaum, stöhnte ich frustriert auf und schlug auf die Bettdecke ein, verdammt, das hätte nicht so öffentlich passieren sollen, es würde mir meinen Stand schwerer machen, dank der Eifersucht von Bellatrix. Der Zeitpunkt an dem sie mir versuchen würde an die Kehle zu gehen, rückte in greifbare Nähe, drauf konnte ich gefasst sein, das der nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, war ich mir zu meinen Leidwesen sicher.

Bis jetzt hatte ich mehr Glück als Verstand gehabt das mir Bellatrix noch nicht auf die Pelle gerückt war…..ging der Gedanke verloren da ich spürte, als etwas wie eine Welle großer Erleichterung und Befriedigung über mich hinweg schwappen, auch wenn ich geschwächt zusammengebrochen war, hatte ich es wirklich geschafft.

Ich war eine der ganz wenigen die dieses grenzwertige Ritual erfolgreich durchgeführt hatten, schließlich waren wirklich viele bei dem Versuch gestorben, musste man doch die Kraft besitzen die Macht aufzunehmen, zu bündeln und zu kontrollieren, den absoluten Willen zu herrschen, um nicht von ihr regelrecht aufgefressen zu werden. Ich konnte es einfach noch nicht wirklich fassen, das ich es geschafft hatte, aber dieses Wissen wiederum bescherte mir auch ein arrogantes Selbstbewusstsein, das ich egal mit wem, egal mit was fertig werden würde, egal ob Lord, meine Familie, Bellatrix, Greyback, dem Orden und Dumbledore oder sonst wer.

Ich würde alles bestehen und überstehen, dafür war die Erfahrung in der Höhle zu einschneidend, wie ich mir eingestand, da ich mich schon fast überirdisch fühlte, ja ich weiß, man könnte meinen ich hätte meinen Verstand, meinen Geist auf der Reise verloren. Ich hatte auch kurz die Sorge, aber ich schiebe es heut und jetzt auf die Euphorie, die durch meine Adern rauschte, da ich nun erst richtig fühlte wie stark ich mich doch verändert hatte.

Doch plötzlich kam die nächste abrupte Erkenntnis, die mich jetzt auch noch schnell das Bett verlassen ließ, Weichmachten, heute war der 24. Ich hatte viel zu tun, es würde ein langer, anstrengender Tag werden und so eilte ich als erstes zu meinem Regal in dem ich meine Tränke verwahrte und schluckte einen Stärkungstrank und noch ein paar andere Phiolen, schließlich musste ich heute wieder vollständig bei Kräften sein und auch wenn sie nur gepusht waren, war es mir gleich, dann eilte ich gutgelaunt weiter und machte mich fertig!



http://www.zalando.de/alice-by-temperley-isadora-kleid-black-al921i001-802.html

Ich wählte ein knielanges, anthrazitfarbenes Cocktailkleid das aussah als bestehe es aus Schlangenhaut. Es reichte bis kurz übers Knie, hatte einen gerade geschnittenen Rock, lag eng an. Ein ansprechend tiefer, rechteckiger Ausschnitt betonte meine Brust, während meine Arme nur von kleinen Flügelärmchen bedeckt waren, sodass die Schultern nicht frei lagen.

In der Taille gab es eine gut sichtbare Teilungsnaht, an der in Falten gelegte Schößchen angesetzt waren, sodass es fast wirkte als würde ich einen verspielten Blaser gleichen Farbe über einem Etuikleid tragen. Ich fand es genau passend, leicht festlich, aber nicht zu viel fürs Cottage.

Dazu schlüpfte ich ihn hohe, schwarze, schlichte Stiefel mit Pfennigabsatz und schnappte mir noch einen langen, schwarzen, warmen Mantel sowie Handschuhe und Mütze aus dem Schrank, das würde reichen, denn die warmen Sachen würde ich später brauchen.

So trat ich aus meinem Ankleidezimmer und ging weiter in meinen Salon, doch ich stoppte plötzlich, denn mir strahlte ein blonder Schopf entgegen und lächelte verschwörerisch, während er mir fürsorglich eine Tasse Kaffee reichte.

„Morgen mein Liebling, frohe Weihnachten!“, zog er mich sanft zum Sessel und stellte einen gut gefüllten Teller mit Leckereien vor mir ab.

„Guten Morgen, Draco ich wünsche dir auch frohe Weihnachten! Darf ich fragen, was das soll?“, deutete ich mit einer Geste auf den gedeckten Frühstückstisch.

„Natürlich, Vater und Severus haben schon frühzeitig zu tun, es ist Familientradition erst um 18 Uhr das Fest zu begehen, davor sind die Stunden gefüllt mit wichtigen Treffen etc., Vater hat viele Verpflichtungen und Severus….nun frag ihn, er flüchtet ja gerne! Und ich dachte mir wir haben auch viel zu tun, ab 10 Uhr sind wir im Cottages, die Twins würden es uns nicht verzeihen wenn wir zu spät kommen!“, erzählte er mir eindringlich und ich bekam große Augen.

„Das ist schön, ja… ich hätte auch noch was zu erledigen vor dem Termin im Cottages ….möchtest du mich begleiten?“, fragte ich nach, während ich mich über meinen Kaffee her machte, aber ich wollte ihn dabei haben, so konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und schließlich war das, was heute anstand längst überfällig.

„Ja, gerne, erzählst du mir um was es geht?“, wollte er neugierig wissen und während wir gemütlich unser intimes Mahl genossen, legte ich ihn meine Intentionen da und so brachen wir schließlich gemeinsam auf.

Wir ließen das Manor hinter uns, apparierten wie die „Großen“, direkt aus der Eingangshalle, nützten unseren neuersten Status weidlich aus und kamen in einer Seitengasse nahe meines Stadthauses an.

Nun schritt ich gedankenverloren auf das alte Haus zu, das aus der Familie meiner Mutter kam. Es war ein typisches Londoner Stadthaus, ein heller und freundlicher Bau, aus hellbraunen Ziegelsteinen, mit weißen Sprossenfenstern, einer kleinen weißen Treppe, die zur roten Eingangstür führte, die sich flankiert von zwei weißen Säulen präsentierte und in einer weißen Balkonbrüstung endete, ich mochte es wirklich sehr. Hinter dem Haus befand sich immer noch der kleine Garten mit der uralten Eiche und dem verfluchten Geräteschuppen dahinter, den ich heute ausradieren würde, schließlich wollte ich vorsorglich alle Spuren verwischen.

Wir gingen in das Haus, dabei nahm ich Draco mit in den Blutschutz auf, der schon auf dem Haus lag und während er sich gespannt in diesem reinen Muggelhaus umsah, schaute ich schnell in die Bücherei der Blacks in der mich Draco dann auch fand.

„Hey, schickes Haus für Muggel, echt anständig!“, erklärte er grinsend als er entspannt und lässig die Bibliothek betrat.

„Schockierend das ich in keiner Blechhütte aufgewachsen bin?“, kicherte ich und er quittierte meinen Sarkasmus mit einem typischen frechen Grinsen.

„Draco, tust du mir bitte einen Gefallen, die Gartenhütte müsste beseitigt werden, dem Erdboden gleich gemacht, würdest du das tun?“, bat ich und erntete zwar einen skeptischen Blick, doch er wandte sich nur um und ging, tat worum ich ihn gebeten hatte.

Ich wollte bewusst meine Kräfte schonen für das was gleich kommen würde, unterdessen erhob ich mich und ging hinunter zur Eingangstür, sprach währenddessen einige Sprüche von denen ich mich umtanzen ließ! Da das Haus so selten genützt war, wollte ich es schützen und für niemanden zugänglich machen, sprich außer mir und Draco sollte niemand der einmal im Haus war es wieder verlassen können, also machte ich es zu einer Festung und sprach Spruch um Spruch, der es schützte und mehr oder weniger versiegelte. Mir fielen diese Dinge leicht, da ich das ganze wie so häufig mit Blut besiegelte und als ein leicht verkohlt riechender Draco neben mir stand, schnitt ich auch ihm schnell in die Hand und das Parkett des Bodens sog unser Blut gierig auf.

„Was sollte das?“, fragte Draco, der uns beide routiniert heilte als ich fertig war.

„Ich habe das Haus auf uns beide geeicht, ich will nicht, dass jemand hier rein oder wieder raus kann ohne meine Erlaubnis! Ich dachte mir es kann nicht schaden, da es so selten benützt wird, schließlich schütze auch ich gerne was mir gehört!“

„Himmel Hermione, die Familie färbt erschreckend schnell auf dich ab!“, erklärte er fies grinsend und blasiert.

„Sagt ja keiner!“, meinte ich nur keck und wandte mich ab, wollte in den winterlichen Garten gehen, denn das Ritual, den Fidelius, zu ziehen und dies vor dem Haus abzuhalten wäre wohl etwas zu auffällig, als mich Draco stoppte als ich vor dem Haus Stellung bezog.

„Ähm…Liebling? …wäre es möglich das ich diesmal den Zauber spreche, ich denke ich sollte das auch können und mal anwenden?“, hob ich eine Braue, sagte aber nichts sondern ließ ihn mit einer einladenden Geste den Vortritt, vertraute ich vollständig auf Dracos Können.

Er zückte er seinen Zauberstab und begann den „Fidelius“ Zauber zu wirken, indem er die Formel rezitierte. Wow, das machte er richtig gut, denn ich konnte richtig fühlen wie die Magie von Draco, zu Tage trat, es war als würde seine Magie aus ihn fließen und sich auf das Haus und den Garten legen, natürlich war auch er ein sehr begnadeter Zaubrer. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn und das Atmen fiel viel Ihm dank der Anstrengung merklich schwerer, bemerkte ich dies, als ich einen taxierenden Blick auf ihn aus meinen Augenwinkel warf. Uns wehte ein kalter Wind um die Ohren, während ich begeistert dabei stand und der Zeremonie bewohnte. Mir war das Ganze sehr recht, denn nun würde Draco der Geheimnisverwahrer werden und ich wusste, dass das Ritual sau schwer und anstrengend und Kräfte zehrend war und bestimmt nicht das richtige gewesen wäre, wenn ich es so kurz nach meinen Zusammenbruch getan hätte.

Ich war noch geschwächt und mich wieder so zu verausgaben wäre, vor allem unter Anbetracht das morgen der Ball im Manor sein würde und ich somit fit sein musste, nicht klug, daher war ich sehr zufrieden das Draco nun den Zauber wirkte.Er rezitierte weiterhing den komplexen Zauber und begann leicht zu schwanken, erinnerte ich mich, dass das auch die Stellte gewesen war wo mir damals beim Cottage leicht anders geworden war, da die Kräfte schon sehr gefordert wurden, deshalb legte auch ich ihm wie er damals mir eine Hand zur Stütze auf die Hüfte und gab ihm halt und beistand. Nun sprach er laut die letzte Phase und webte den Fluch:

„huc focus servare FIDELIUS“, beendete er jedoch fest und klar die Beschwörung und wir konnten sehen wie sich eine große, silberne Kuppel, einem Wasserfall gleich über dem Grundstück aufbaute und das Haus hell schimmernd umschloss. „Beeindrucken“, hauchte da Draco nur und wischte sich die schweißnassen Strähnen aus dem Gesicht, dabei tanzten dank der winterlichen Kälte kleine Rauchwolken vor seinem Mund.

„Es ist weg, komplett!“ Ich drehte den Kopf zu ihm und schenke ihm ein strahlendes, glückliches Lächeln. Das war der Beweis, dass es geklappt hatte, sein erster Fidelius war ein voller Erfolg, nun reichte er mir einen Zettel mit dem Namen des Hauses und da offenbarte sich mir wieder mein Elternhaus, dann ging der Zettel mit einem nonverbalen „incendio“ in Rauch auf.

Ich drehte mich ergriffen einmal im Kreis und nahm die winterliche, weißbepuderte Landschaft des Gartens wahr. Die Stelle an der keine Hütte mehr stand, sondern nur ein kohlrabenschwarzer Fleck, daran erinnerte, das hier mal etwas gestanden hatte, verschwand zusehens, denn es rieselte gerade wieder beständig Schnee auf uns nieder und würde in Kürze auch die Überreste der Asche verschwinden lassen.

Jetzt grinste mich Draco verteufelt zufrieden an:

„Also gut, das ich das gemacht habe, ich glaube nicht das du schon wieder so fit bist, um das zu Zaubern….!“, hörte ich keinen Spott aus seiner Stimme, sondern eher Sorge um mich, die mich doch glatt rührte, und deshalb griff ich in meinen Mantel und zückte einen Stärkungstrank.

„Wo du Recht hast mein Lieber, aber ich habe vorgesorgt, doch so war es viel besser! Hier trink das, es wird ein langer Tag und ein noch längerer Abend, da willst du doch auf der Höhe sein, oder?“, schnappte er begehrlich nach der Phiole und schüttete sie hinunter.

So gelangten wir gutgelaunt nach vollbrachter und erfolgreicher Arbeit am Stadthaus, im Cottages an, manifestierten uns unter der alten Eiche.

Draco wollte gleich losgehen, doch ich hielt ihn zurück und kuschelte mich in seine Arme um die Winterlandschaft mit dem verschneiten Cottage auf mich wirken zu lassen. Das kleine Haus aus dem das sanfte Licht durch die Fenster einladend warm strahlte, aus dem Schornstein stieg beständig der Rauch auf, alles wirkte so sanft und friedlich, so einladend.

Hier auf dem Land wirkte auch noch durch den Schnee alles gedämpft, genießend sog ich diese ruhige, friedfertige Stimmung in mich auf und als Draco sanft meine Stirn küsste, wusste ich auch er genoss die Aussicht auf das einladende kleine Haus in dem wir so geruhsame und wunderschöne Weihnachten letztes Jahr verbracht hatten. Es schien als wären Jahre vergangen in denen wir noch relativ unbeschwert gewesen waren, damals waren weder Draco noch ich ein DeathEater gewesen, somit hatte sich in der relativ kurzen Zeit extrem viel getan und verändert.

„Komm, drinnen wird es dir bestimmt noch besser gefallen!“, zog er mich nun weiter bestimmt, weil er fand das der Wind zu kalt blies und der Schnee uns aufweichte. Wir eilten auf die Holztüre zu und traten ein, wurden von einer angenehmen Wärme und wohlriechenden Düften empfangen, darunter schnupperte ich schweren Rotwein, der mit Gewürzen verfeinert worden war, ein prasselndes Feuer in dem Tannenzapfen laut knackend verbrannten und ihren herben Waldduft verbreiteten.

Wir fanden das Haus über und über Dekoriert mit roten Christsternen, Stechpalmen mit den roten Beeren, Mistelzweigen und Efeuranken vor, sicher gab es keinen Ort der nicht weihnachtlich geschmückt erstrahlte. Bei dem Anblick waren Draco und ich sprachlos als wir uns entkleideten und das Wohnzimmer betraten und den wiedermal viel zu großen Christbaum sahen, der den Raum dominierte.

Er war mit Schnee dekoriert und mit sich um sich selbst drehenden Kugeln und Zuckerstangen, als ich das sah, kam ich mir vor als wären wir in einem winterlichen, kitschigen Weihnachtsmärchen gefangen.

„Sie sind da, die Schönste und Draco!“, plärrte Fred, der gerade seinen Schopf aus der Küche steckte, aus der regelrecht Dampfschwaden zu uns ins Zimmer herüber wehten. Es roch nach Braten, Zimt, Nelken, Pimenten, Vanille, Sternanis, Kardamom und Koriander, dazu wehte gerade ein intensiver Zitronen und Orangenduft zu uns, was machten die da, einen Gewürzkrieg, blickte mich auch Draco besorgt an.

„Hey ihr beiden!“, kam Ron von oben und durch den Flur ins Wohnzimmer geweht „Wie gut das ihr kommt, Fred und George hören vielleicht sonst gar nicht mehr auf!“

„Mit was denn?“, fragte ich und erhielt ein Küsschen auf die Wange, nachdem sich Ron und Draco zur Feier des Tages die Hand gereicht hatten. Unterdessen verbissen Draco und ich uns heldenhaft ein lautes Auflachen, trug doch Ron einen dunkelgrünen Pullover mit einem Rentier vorne auf der breiten, mittlerweile muskulösen, Brust das zusätzlich eine riesige, rote Nase zierte, die dank der Magie immer wieder aufleuchtete. Es wirkte mehr als lächerlich und er tat aber so als bemerkte er unser Amüsement nicht und antwortete stattdessen lakonisch auf meine Frage.

„Damit, die Küche als experimentier Platz nicht mehr herzugeben, sie wollen zeigen, dass sie besser als Draco kochen können und ziehen jedes noch so abwegige Weihnachtsrezept hervor und backen oder kochen es! Sie haben sage und schreibe 5 verschiedene Punsch und Glühwein Abarten gemacht, bitte probiert, ist alles lecker, nur zu viel und dir gehen die Lichter aus!“, wirkte Ron als würde er aus Erfahrung sprechen und winkte uns Richtung Küche aus der die Lautstärke beständig zu nahm, da ein Radio für weihnachtliche Musikuntermahlung sorgte.

Wir sahen Daphne mit einer Schürze bewaffnet hinterm Ofen stehen und sich die verschwitzten Strähnen aus den Gesicht wischen, nachdem sie gerade aus dem glühend heißen Ofen Gewürz-Spekulatius herausgeholt hatte und George wie ein Eichhörnchen neben ihr wachsam wachte, das wirkte als müsse es seine Nüsse eifersüchtig bewachen, wobei er aufpasste das sie auch ja nichts falsch machte.

Nun kam Fred mit zwei bis zum Rand gefühlten, dampfenden Bechern auf uns zu und grinste einem Kobold gleich.

„Hier probieren und genießen!“, war dies seine Begrüßung, lächelte uns Daphne nur kurz zu, da sie sich auf das heiße Blech konzentrierte, unterdessen war Harry nicht im Zimmer, dafür eilte Astoria auf uns zu und ein lässiger Blaise folgte, der leger in einem schrecklich rotgrünen Weihnachtspullover steckte, der in den Augen schmerzte und so blinzelte Draco ihn fast wie ein Uhu ausdruckslos an und zeigte eine gewisse Schockstarre auf den ebenmäßigen Zügen.

„Blaise?“, klang seine Stimme krächzig!

„Wie gefällt dir unser Schnuckelchen, Draco?“, wirkte Fred ganz verzückt und klopfte Blaise auf die Brust, auf der sich ein aufgestickter Tannenzweig, um den sich Weihnachtsgirlanden magisch wanden und eine kleine Glocke wild bimmelnd und hin und her schwang, befanden. Ich musste husten um nicht in meinen Gewürzwein zu prusten. Blaise tat sich sichtlich selbst Leid und rollte leiden mit den Augen.

„Was ist das!“, bekam sich Draco nicht ein und zielte mit seinem Finger auf dessen Brust.

Nun bemerkte ich auch Astorias Pullover, der himmelblau war und auf dem weiße, sich bewegenden Wolke waren, auf denen ein blondgelockter Engel saß der immer wieder Schnee auf ein Muggeldorf abwarf und auch manchmal gezielt Schneebälle nach Menschen warf.

Die Twins präsentierten sich in identischen Pullovern, die giftgrün waren und sich wunderbar mit ihrem karottenroten Haar bissen. Auf ihnen steckte ein dicker, fetter, rotweiß bekleideter Weihnachtsmann in einem Schornstein fest und kämpfte schwer darum mit hochrotem Gesicht freizukommen.

„Wow….!“, hauchte ich nur bei so viel Geschmacksverirrung auf einen Schlag und Draco hatte auch von Person zu Person nun die unterschiedlichen Motive in sich aufgesogen und schloss seufzend die Augen, als wäre er gerade froh verschont zu bleiben.

„Jupp, das sind die Geschenke der Twins, die haben uns so geweckt und es hieß wir sollten sie tragen und wenn nicht….nun wir wollten es nicht testen was dann passiert!“, tat der schwarzhäutige Blaise sich sichtlich leid.

„Wow…!“, war nun Dracos ebenfalls intelligenter Kommentar, zeigte ich perplex fragend zu Daphne, die ja die Schürze über einem ebenso himmelblauen Pullover trug, den sie sich an den Armen nach oben geschoben hatte.

„Ja, sie hat fast den selben wie ich, aber doch den schönsten, da ihr Engel fliegt. Er hat wunderschöne, goldene Flügel und er schmeißt Geschenke auf…oder auch nach kleinen Kindern!“, klang Astoria angespisst, da ihr Engel nur Schnee schleuderte und ich kicherte nun doch und auch Draco kämpfte darum nicht zu lachen.

Jetzt am auch Harry in die Küche gepoltert, aber da konnten wir dann doch nicht mehr und brachen in Gelächter aus, es tat soooo gut nach der Sache im Gewölbe und in der Höhle nun wieder frei und beglückt Lachen zu können.

Harry trug einen roten Strickpulli auf dem in einer Winterlandschaft ein Weihnachtsmann sackhüpfend verfolgt wurde von einer Person in einer wallenden, dunklen Robe, die drohend eine Rute schwang, während der Weihnachtsmann davon hoppelte und schwungvoll in seinen Rentierschlitten sprang, um dann mit einer aufblickenden Sprechblase HOHOHO auszustoßen und dann davonzubrausen. Hier spielten die Twins wohl auf Knecht Ruprecht an, dabei erinnerte es aber mehr an den Lord, der Harry wie jedes Jahr versuchte zu erwischen und es nicht schaffte.

Jetzt war die Grenze des Lächerlichen erreicht und wir lachten schallend los. Harry tat sich sichtlich schwer und sich schrecklich leid, wurde knallrot im Gesicht und wuschelte sich peinlich berührt durch seine Haare, dabei lachten wir nicht nur wegen Harry, sondern wegen der gesamten Situation. Der Lord….wenn er das wüsste…..

„Sorry, Harry es ist nicht nur wegen DIR!“, keuchte ich, trank von dem köstlichen roten Wein und beruhigte mich wieder.

„Das weiß ich wohl, aber ich verstehe nicht warum sich Malfoy nicht lächerlich machen muss!“, moserte er los als die Twins auch schon mir und Draco ein Päckchen in die Hand drückten, was uns das begeisterte Lachen von den entsetzen Gesichtern wischte, das war ein schlechter Scherz, sprach Draco aus was ich dachte.

„Das meint ihr nicht ernst…ich, wir sind Malfoys!“, klang Draco herrlich versnobt als Fred einen dackelblick aufsetzte und Draco bittend ansah.

„Da haben wir uns viel Mühe gegeben!“, meinte Fred traurig als Draco einen resignierten Blick aufsetzte.

„Sorry, aber das kann ich nicht tragen“, hielt er das Geschenk wie eine Bombe in die Höhe, was alle anderen böse kichern ließ und ich tat mit einem gequälten Seufzen was man bei Freunden wohl tat und entwickelte mein Päckchen und zog meinen erstaunlicherweise braunen Pulli hervor, der als Motiv eine Maria zeigte, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit mir hatte.

Sie stand in der Mitte mit einem Heiligenschein um den lockigen Kopf mit einem goldenen Tuch um Kopf und Körper geschlungen, blickte ich,… ähm sie, gen Himmel auf den Stern und hatte die Hände in einer weiten Geste geöffnet. Als ich die restliche Szene erblickte, ließ ich den Pulli fast fallen, da ich sah wer zu meinen Füßen kniete und zu mir aufsah, denn das waren in Anlehnung an die Geschichte die drei Weisen aus dem Morgenland, die drei heiligen Könige, aber diese hatten dank ihrer Haarpracht schon alleine eine frappierenden Ähnlichkeit zu meinen eigenen Männer.

Der Eine hatte schwarze, schulterlange Haare, ein anderer war mit langen, silberblonden Haar gesegnet und der dritte hatte das kurze Haar von Draco, war aber ebenfalls silberblond. Sie sahen demütig und anbetend zu mir auf, das war es sehr unerwartet und ich zog ihn schnell über, schließlich sahen mich alle bis auf die Twins neidisch an, weil ich so einen anders gearteten Pulli erhalten hatte als sie, aber so musste halt auch ich mal Glück haben. Ich kicherte verhalten über den Witz und Draco schenkte den Red Devils einen kopfschüttelnden, ungläubigen Blick, der nur eine Frage enthielt

„DAS IST DOCH WOHL NICHT EUER ERNST!“, musste er es nicht in Worte fassen, schließlich sprach sein Blick auf meine Brust Bände was er von der Darstellung hielt, als sich die „Könige“ auf meiner Brust sogar noch immer wieder aufrichteten um dann wieder auf die Knie zu fallen, biss nicht nur ich mir die Lippen fast blutig, sondern auch Harry und Co, die sich fast nicht mehr ein bekamen über meinen Pullover.

Alle lachten schallend, nur Daphne schaffte es sich als wohlerzogene Reinblüterin sich etwas zurückzuhalten und kicherte eher verhalten.

Nun öffnete Draco mit neuem Mut sein Päckchen und das hätte er mal lieber sein lassen, dachte ich, als ich sah wie er den Pullover ungläubig hochhielt und blinzelte.

Mir traten Tränen in die Augen, oh man. Der Pulli war dunkelblau, darauf war wohl absichtlich die Muggelversion der Weihnachtsgeschichte abgebildet, das heißt ein neugeborenes Kind in einer Grippe, das herzzerreißend heulte und eine frappante Ähnlichkeit mit dem vor mir sitzenden Mann aufzuweisen hatte, da es mit grauen Augen und weißblondem Haar gesengt war. Davor knieten die Menschen vor einer Krippe, offensichtlich war es eine Hommage an Dracos Sicht der Dinge, alle sollten zu seinen Füßen knien, unterdessen ging immer wieder hoch oben am dunklen, himmelblauem Firmament der Stern auf, alles in allem wirkte das ganze sehr kitschig.

„Zieh ihn an!“, forderte Ron mit einem gemeinen Grinsen.

„Niemals!“, drang niemand weiter in ihn, da jeder wusste das wäre vergebliche Liebesmüh, währenddessen faltete Draco das „corpus delicti“ klein und versteckte es ganz schnell.

Doch Fred setzte einen tief verletzten Dackelblick auf und sah Draco unverwandt an, bis dieser genervt aufstöhnte und aggressiv hisste:

„WAS???“

„Arch, bitte Draco, bitte….alle haben ihn an, das ist Tradition, bitte!“, jammerte Fred erbärmlich und George sah auch herzerweichend aus und Blaise blickte etwas missgestimmt zu Draco, da er sehr wohl das hässliche Teil trug und Draco sich drücken wollte. Jetzt waren die Twins eingeschnappt und lebten dies auch aus, bis Draco wütend auf zischte:

„EINMAL nur dieses EINEMAL, danach verbrenne ich das hässliche DING!“, keifte er, zog sich den dunkelblauen Pulli über die gut sitzende Frisur und starrte böse in unsere Gesichter. Er hatte doch glatt noch mehr Ähnlichkeit mit dem schreienden Kleinkind in der Krippe als zuerst gedacht, zu herrlich, aber nun wirkten die Twins überglücklich, es war als hätte man einen Lichtschalter umgelegt, strahlten sie über das ganze Gesicht.

Somit war die gute Stimmung ungebrochen gut, als wir uns zum Essen niederließen und es von vorn bis hinten genossen verwöhnt zu werden, letztendlich hatte mehr oder weniger jeder einen Teil des Menüs verbrochen! Es war himmlisch was sie sich alles hatten einfallen lassen.

Als erstes mussten wir die traditionellen bunten Papphüte aufsetzten und ab und an zündeten die Twins laut lachende Knallfrösche, auf das wir die bösen Geister lautstark vertrieben, also ging es im Endeffekt lauter als in Hogwarts zu.

Der Esstisch war überladen und verschwenderisch in Rot und Grün gedeckt, darauf wurde uns gerade das Essen ausschweifend kredenzt. Die Mädels hatten die Vorspeise gemacht und verwöhnten unseren Gaumen mit einer leckeren Mandelsuppe, dabei schmeckte man den Sud der Schalotten und der Mandeln in der zerlassenen Butter und den Schuss Sherry, der das ganze abrundete, zum Schluss war die Suppe mit Nelkenpulver, Muskat und Salz gewürzt. Man musste schon sagen, es war ein Genuss bis zum Grund zu löffeln, um dann einen geschmückten Christbaum auf dem Boden des Tellers vorzufinden, offensichtlich hatten die Twins sich extra ein Weihnachtsgeschirr angeschafft, waren die beiden zu knuffig und wollten wie es schien alles perfekt machen.

Nun kamen die Twins und ihre Tat, präsentierten sie uns den Hauptgang des Festmahls, den landestypischen, gefüllten Turkey, den man auch „Gregor“ nannte. Sie brachten das arme, riesige, um die 11 Kilo schwere Vieh auf einer großen, breiten Silberplatte herein, die sie beide zwischen sich ohne Magie trugen, erkennbar waren sie viel zu stolz auf den riesen Vogel. Alles duftete herrlich!

Der Truthahn war mit Backpflaumen, Äpfeln, Aprikosen, Cranberries und Brot gefüllt und die Haut mit Orangenmarmelade glasiert, dazu reichten sie Süßkartoffelplätzchen, die mit Muskat gewürzt waren. Es war einfach nur deliziös, die Haut war super knusprig und es war schmeckte köstlich.

Wir alle sprachen auch dem, das ganze Essen durchgängig gereichten, Eierpunsch mehr als nur gut zu, lachten alle und hatten viel Spaß. Dann kam der Zwischengang, von Ron. Es war ein Lebkuchen Parfait das er auffuhr, welches irre schmackhaft war und den Magen wieder öffnete. Ich hätte nie gedacht, dass Ron das alleine schaffen konnte, aber offenbar hatte er dies wunderbar gemeistert.

Als letztes kam nun das worauf wir uns als Briten alle total freuten, der Plumpudding, diesem traditionellen Weihnachtspudding hatten sich Blaise und Harry verschrieben. Dieses leckere Dessert bestand aus Rosinen, Sultaninen, Korinthen und Nüssen, wurde zum krönenden Abschluss noch mit einer Brandy Butter übergossen und flambiert, um danach mit einer weißen Custard, die eine englische, weiße Creme war, übergossen zu werden und mit einem Stechpalmenblatt und roten Beeren garniert serviert zu werden. Sie hatten sich beide selbst übertroffen und es war lecker und mir danach schlecht.

http://hennchen2australia.files.wordpress.com/2009/12/plumpudding.jpg

Nach dem Essen zogen wir uns ins gemütliche Wohnzimmer zurück. Draco und ich nahmen in den zwei Sesseln am Kamin Platz, während sich die anderen verteilte wo immer Platz war. Daphne und Harry teilten sich ein Sofa, während Blaise, Astoria und Ron das größere Sofa in Beschlag genommen hatten und die Twins es sich auf den großen Kissen vor dem Kamin auf dem Boden gemütlich machte. Wir waren in sehr guter Stimmung und als Harry in die Küche ging, war er so freundlich und brachte mir einen dunklen Gewürzpunsch mit, wofür ich mich mit einem warmen Lächeln bedankte, das er erwiderte, dann ging er hinüber zu Daphne und reichte ihr das zweite Glas.

Doch sich anstatt freundlich zu bedanken, das Harry so aufmerksam war, sah sie ihn kurz verwirrt an, dann hob sie das Glas ihm wieder entgegen und erklärte ruhig, aber irgendwie zickig, nicht wirklich freundlich:

„Ich wollte keinen Punsch, warum bringst du mir den einfach ungefragt mit?“ Bei diesem Satz schüttelte sie sich sichtlich.

Harry schien kurz verwirrt, sah jedenfalls regungslos auf sie herab und auch ich war aufgrund ihres so plötzlich abweisenden Tons überrascht, hatte doch die ganze Zeit eine gute, ausgelassene Stimmung geherrscht, auch wenn mir aufgefallen war, das Harry und sie nicht so viel miteinander geredet hatten, sie hatten doch nicht etwa Streit?

Ich wusste, den Antrag hatte er ihr noch nicht gemacht, aber wenn wirklich der Haussegen schief hing, das konnte ja heiter werden. Aber es musste mal zur Sprache kommen was bei Daphne in letzter Zeit schief lief.

Harry zischte nun leise und ich verstand es nur, weil ich relativ nahe bei ihnen saß und mich auf seine Antwort konzentrierte.

„Kann man dir momentan überhaupt etwas recht machen? Du willst ja gar nichts mehr in den letzten Tagen, offensichtlich nicht mal mehr meine Aufmerksamkeit!“, warf er böse ein.

„Ich tue doch gar nichts, du rückst mir doch ständig auf die Pelle und fragst dauernd ob alles ok ist, das nervt!“, war Daphnes Antwort weniger ruhig, eher schrill und laut, wirkte sie fahrig und unausgeglichen.

Mittlerweile hatte ich mich so zurück gelehnt das ich Harrys Gesicht sehen konnte, das bedenklich rot anlief und auch Draco sowie die Twins und Ron waren auf den sich anbahnenden Disput aufmerksam geworden, alleine Blaise und Astoria merkten noch nichts, waren sie doch noch in einen tiefen Kuss versunken.

Harry schien sich aber nun doch wieder gefangen zu haben aber sein Ton war noch immer aggressiv, auch seine Haltung wurde langsam angespannt, obwohl er sich zusammen riss, dabei fehlte nur noch das er die Hände zu Fäusten ballen würde, jedenfalls sprühten seine Augen schon gefährlich wütend während er um Beherrschung ringend hervor presste:

„Nein, du zeigst mir die kalte Schulter seit wir hier sind und das obwohl wir doch endlich mal die Zeit gemeinsam genießen könnten. Schon in Hogwarts hast du dich in den letzten Tagen sehr eigenartig verhalten, also, was ist los, sag´s endlich, damit wir weiter feiern können! Was für eine Laus ist dir über die Leber gelaufen?“

Harry schien mit seiner Beherrschung weiter schwer zu ringen und für mich war deutlich, bei ihm hatte sich wohl seit Tagen etwas aufgestaut was gerade jetzt leider aus zu brechen drohte, hatte er schon immer ein stürmisches Temperament besessen und nur weil er sich in letzter Zeit gebessert hatte sich unter Kontrolle hielt, war es aber immer noch da ein Teil von ihm.

Ich bemerkte aus den Augenwinkeln das Draco etwas sagen wollte, doch ich blickte ihn dann hart an und schüttelte bestimmt den Kopf, denn ich fand, das mussten die beiden alleine klären, schließlich ging es um ihre Beziehung und so verzog Draco unwirsch den Mund, schwieg aber.

Daphne hingegen verschränkte nun abwehrend die Arme vor der Brust und erklärte leicht aggressiv:

„Keine Laus, DU, Harry! Du engst mich ein!“

Ein abfälliges Schnaufen war jetzt von ihm zu hören und er fuhr sich ungehalten mit einer Hand durch seine wilden Haare, dabei saß seine Brille leicht schepp auf der Nase.

„Das stimmt nicht und das weißt du! Irgendwas ist….“, zischt er erregt. Er war langsam wohl wirklich wütend und ich durfte sehen das Daphne wieder protestieren wollte.

Ich blickte sie daher kalt an und ermahnte sie:

„Harry hat recht Daphne, das weißt du!“ Ich sah sie daraufhin eindringlich an, denn sie wusste genau, dass ich wusste, dass irgendwas nicht stimmte. Somit erinnerte ich sie bestimmt an den Tag unserer Abreise aus Hogwarts und unser eigentümliches Aufeinandertreffen im Gemeinschaftsraum.

Daphne blickte mich aus großen Augen an, die verzweifelt, wütend und aufgeregt leuchteten, hatte sie wohl nicht damit gerechnet das ich mich einmischen könnte, dann schluckte sie sichtlich nervös und ich sah wie Harry kurz überlegend zu mir blickte, dann seinen Blick wieder Daphne zuwandte, dabei reckte er sein Kinn angriffslustig in die Höhe.

„Jetzt sag schon was los ist, wenn sogar Hermione es gemerkt hat, die die letzten Tage gar nicht hier war, ist doch wirklich irgendwas, also zick nicht so rum,…SO komisch, kenn ich dich gar nicht! Du weißt wir sind hier alle ehrlich und was ist das mit UNS, wenn du zu mir nicht ehrlich bist? Selbst wenn du mich nicht mehr wollen würdest,… DU mich nicht mehr als Freund willst! Sei so fair und sag es!“, forderte er hart und ich sah es fiel es ihm sichtlich schwer das Letzte auszusprechen.

Da zeigte sich doch mal wieder, dass er immer noch unsicher war was ihre Gefühle betraf, er war was Beziehungen anging gehemmt, gerade weil er wusste, dass es bei ihm immer fraglich war was die Zukunft bringen würde und dass er vor allem bei dem Antrag noch unsicher war, Angst hatte abgewiesen zu werden. Mir war klar, er war immer noch im Zweifel ob sie das alles was auf ihn zukam ertragen würde, diese tiefsitzende Furcht sprach gerade ganz deutlich aus ihm.

Er blieb stur, starrte sie mit seinen stechenden Blick regelrecht nieder und da bemerkte man, das Daphne aufgab, denn ihre Schultern sackten hinab und ich meinte leichte Panik in ihrem Blick aufflackern zu sehen und als sie jetzt rasch aufstand und Harry erschrocken nach seinen harschen Worten ansah, stockend begann zu erklären: „Aber HARRY, natürlich will ich dich, aber…!“ Sie brach ab, unterbrach sich, dabei hatte ihre Stimme sehr wackelig gelungen, währenddessen rang sie unwohl ihre Hände und blickte Harry jetzt sehr unsicher an. Schon wieder schien sie nicht sagen zu können oder zu wollen was war, man das nervte mich. Musste sie gerade jetzt unsere schöne Weihnachtsfeier nutzten um ihre fünf Minuten zu bekommen?

Harrys Wut und Angst brach jetzt aus, als sie stockte, klang es doch, wenn man wollte, so als wollte sie mit dem aber einwenden, das sie nicht mit ihm zusammen sein konnte und so polterte er aufgebracht los:

„Was ABER? ABER… dir wird es zu viel? ABER, du kommst mit allem nicht klar? ABER, du willst mich trotzdem nicht mehr? Ja, meinst du das, das dir das hier alles zu kompliziert ist und das nachdem ich und gerade Hermione und Malfoy so viel für dich getan haben? Ist es das, was du mir seit Tagen nicht sagen kannst, dass warum du seit Wochen so eigenartig bist? Ich hielt dich für so stark, dachte du bist die Einzige, die je verstehen wird wie es mir geht und bei mir bleiben will! Ich war so beeindruckt wie taff du warst als wir das mit den Horcurxen erfuhren und jetzt willst du sagen, dass du es nicht kannst? Auf einmal????“ Er wandte sich wütend ab, raufte sich durch die Haare, dann griff er in seine Hosentasche und zischte wütend:

„Und ich dachte du wärst die Richtige, wie dumm ich doch war! Ich dachte, DU würdest mich LIEBEN!“, autsch, das tat weh, hatten die Twins und Ron roteleuchtende Ohren und waren peinlich berührt, während sich Astoria bei dem Streit nun entsetzt die Hand vor den Mund hielt und sehr betroffen aussah und Blaise einen sehr besorgten Blick in die Runde warf, unterdessen presste Draco nur wütend die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen.

Ich saß einfach da und dachte mir, das das endlich mal Zeit gewesen war Tacheles zu reden.

Er sah sie wieder nun sehr traurig an, wurde lauter indem er schnaubte und dann spuckte er ihr unvermittelt, das nächste fast schon vor die Füße, während er etwas aus der Hosentasche zog und wütend vor ihr auf den Boden warf:

„Und ich war so dumm und wollte dir morgen einen Antrag machen, was für ein Trottel ich doch bin! Ich war schon immer einer!“, meinte er absolut ernst und wirkte gebrochen, tat mir mein Herz weh um Harry als er mit eingezogenen Schultern und hängendem Kopf dastand und ich dachte plötzlich Tränen in seinen so grünen Augen zu sehen, daher verengten sich die meinigen zu aggressiven Schlitzen, denn ich war gewillt Daphne das Tranchiermesser ins Herz zu stoßen, wenn sie nicht binnen Sekunden mit einer guten Entschuldigung kam, warum sie Harry das antat.

Ich hatte erkannt, dass er ihr das Kästchen mit dem Verlobungsring vor die Füße geschmissen hatte und sah aber auch, wie geschockt und neben sich Daphne gerade stand als sich eine Hand von ihr in ihren Twinspulli verkrampfte und sie hysterisch beinah panisch aufschluchzte, da Harry wutentbrannt davon rauschen wollte, ohne zu wissen was wirklich war, denn er hatte sich umgewandt und war fast bei der Tür, als ich in den absolut stillen, mit Spannung geladenen Raum kalt, widerspruchslos anwies:

„Harry James Potter, du bleibst hier!“ Meine Stimme war fest, nicht zu laut, aber durchdringend und ich duldete keinen Wiederspruch, denn ich dachte, ich würde sie umbringen müssen, wenn er jetzt ging und ich wollte endlich wissen was hier für ein Drama gerade abging, also hatte ich beschlossen das er vor seinen Problemen nicht flüchten durfte.

Alle waren geschockt von dem was gerade passiert war und sahen gebannt was nun kommen würde.

Harry zögerte als ich ihn so vehement und kalt zurück hielt, stoppte er abrupt in seinem Abgang, wandte sich zu mir um und sah mich eindringlich an. Ich sah genau die Bitte in seinen tränenumflorten Augen ihn gehen zu lassen, doch ich schüttelte stumm den Kopf. In der Zwischenzeit schien Daphne sich gefangen zu haben und sprach nun leise schluchzend in die Stille, versetzte uns alle noch einen viel größeren Schock als sie vorsichtig, entschuldigend sprach.

„Ich bin schwanger…!“, wisperte sie käseweiß im Gesicht.
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