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 Kapitel 7-9

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 7-9   Mi Feb 08, 2012 11:52 pm

Tränke

Ich hatte wie immer noch einiges zu tun. Als ich die Tür meines Zimmers hinter mir schloss, begann ich damit als erstes Zauber auf mein Zimmer zu legen, so dass keine Geräusche daraus mehr zu hören sein würden. Ich hatte vor dieses zu meinem Apparitionspunkt zu machen, denn es war eindeutig unauffälliger als unser Garten, aber das Apparieren brachte leider einen lauten Knall mit sich und damit dieser nicht meine Eltern auf den Plan rief, musste der Silencio her. Ich hatte in einem Buch gelesen, dass es einigen wenigen, hochbegabten Zauberern gelingen konnte die Nebengeräusche des Apparierens zu unterdrücken, so z.B. Dumbledore oder Voldemort und bei Snape und Malfoy hatte ich es auch mal beobachtet. Ich hatte mir vorgenommen dies auch zu erlernen und es zu schaffen und wenn ich bedachte wie gut mir das erlernen des Apparierens ohne Hilfe gelungen war, hegte ich die Hoffnung auch diese Hürde mit genügend Zeit und Anstrengung zu meistern.

Ich vollführte noch einen Muggelabwehrzauber, der mich warnen würde, sollte jemand mein Zimmer betreten wollen, obwohl das eigentlich durch den Verschlusszauber, den ich zum Schluss auf meine Tür warf, nicht mehr möglich sein sollte. Es wäre wirklich nicht gut gewesen, hätten zum Beispiel meine Eltern irgendetwas von dem mitbekommen, was sich hier in den nächsten Wochen noch abspielen würde. Als ich dies alles erledigt hatte, ließ ich meinen Blick durch das Zimmer schweifen. Die Nacht würde noch lang werden. Ich schritt auf meinen Schreibtisch zu und nahm die Zutaten auf, dann ging ich mit ihnen in mein Bad, das sehr schlicht in beigefarbenen Fliesen gehalten war. Somit wandte ich meine Aufmerksamkeit dem Doppelwaschtisch zu, zielte mit dem Zauberstab darauf und verwandelte ihn. Das Waschbecken wanderte nach links, in die hinterste Ecke und verkleinerte sich und der Rest des Tisches wuchs deutlich in die Länge und Breite.

Eine perfekte Ablage, um Tränke zu brauen, mit genügend Platz, um die Zutaten zu präparieren. Das Porzellan war dafür eine sehr geeignete Unterlage. Es war immer wieder schön, zu sehen, was für eine begabte Hexe ich doch war. Ich holte noch meinen Kessel und begann alles aufzubauen, dann schlug ich in meinem Nachschlagewerk noch einmal nach und las es mir genau durch, auch wenn ich mich schon in meinem zweiten Jahr an diesen doch nicht so leichten Trank gewagt und ihn richtig hinbekommen hatte, bedurfte es großer Konzentration und Aufmerksamkeit, dass der Vielsafttrank auch wirklich gelang.

Florfliegen, Blutegel, Flussgras, Knöterich, gemahlenes Horn eines Zweihorns, kleingeschnittene Baumschlangenhaut und ein Stück der Person, in die man sich verwandeln wollte (z.B. Haare). Alle Zutaten waren in vorgegebener Reihenfolge und in bestimmten zeitlichen Abständen zu dem Gebräu hinzuzugeben. Die benötigte Baumschlangenhaut, sowie das Zweihorn-Horn waren nicht im öffentlichen Handel erhältlich, bla, bla, das wusste ich auch, hatte es ja illegal erworben. Die Herstellung des Trankes dauerte mehrere Wochen, wobei bestimmte Mondphasen zu beachten waren, ehe als letzte Zutat etwas von der Person hinzugefügt wurde, deren Aussehen erlangt werden sollte. Zum Schluss sähe der Trank aus, wie dunkler, träge blubbernder Schleim, wenn dann die letzte Zutat in den Trank gegeben wird, nimmt er als deren persönliche Essenz individuell unterschiedliche Färbungen an.

Nun begann ich die einzelne Zutaten zu reiben, schneiden, hacken und zu zerkleinern. Ich ging sehr penibel vor. Den Topf hatte ich mit ein bisschen Wasser gefüllt und das Feuer darunter entzündet. Nach und nach gab ich die Zutaten dazu, rührte mal gewissenhaft in die eine, mal in die andere Richtung und setzte somit die Basis für den Trank an. Ich reduzierte die Hitze, oder erhöhte sie wie angegeben. Ich achtete darauf alle Schritte pedantisch genau einzuhalten.

Kurz vor 23 Uhr war die Basis so weit, um vom Feuer genommen zu werden und langsam abzukühlen. Ich levitierte den Kessel in meine Badewanne, denn dort würde er jetzt die nächsten Tage bis es zum nächsten Brauschritt ging ziehen.

Befriedigung machte sich in mir breit, denn ich kam gut voran.

Nun bereitete ich alles für den nächsten Trank vor. Zum Ende der Ferien hoffte ich einen Vorrat an Skele-Wachs, unterschiedlichen Stärkungstränken, Heiltränken unterschiedlicher Stärke, Schlaftränken und Heilsalben gegen Wunden oder Brandflüche und einen Blutbildungstrank, erstellt zu haben. Das würde eine gute Basis sein, auf der man aufbauen konnte, denn für das was ich plante würde es erforderlich sein, für viele Eventualitäten gerüstet zu sein.

Bis ich im Bett lag war es kurz nach eins. Ja, da kam Freude auf, ausschlafen! Wie ironisch!


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 7:31 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Der Sensei   Mi Feb 08, 2012 11:55 pm

Der Sensei

Kurz vor sieben klingelte mal wieder unerbittlich mein liebreizender Wecker und holte mich aus meinem wohlverdienten, aber viel zu kurzen Schlaf. Aber beschwingt dadurch wie glatt bisher alles gelaufen war, begab ich mich ins Bad, putzte mir die Zähne und wusch mein Gesicht, dann band ich meine Haare zu einem Pferdeschwanz, um mich lauffertig zu machen. Zum Schluss warf ich noch einen schnellen Blick auf die beiden Tränke, die vor sich hin zogen. Alle ok, wunderbar.

Ich zog mir eine Hose an und ein T-Shirt über den Kopf, meine Turnschuhe an und rannte die Treppen runter, aus der Tür und in einem guten Joggingtempo zu unserem nahe gelegenen Park, in dem ich meine Runden drehen konnte. Eine Stunde später, hasste ich mich abgrundtief! Hatte ich schon mal gesagt, dass ich mich manchmal selber nicht ausstehen konnte? Ok, hier noch mal ein Memo an mich; ich mag mich gerade nicht besonders. Ich hatte einen hochroten Kopf, der kurz vor der Explosion stand und bekam aus meinen brennenden Lungen kaum Luft. Scheiße! Jeder Atemzug brannte ohne Ende. Hatte ich schon gesagt, dass ich durchweg blöde Ideen hatte? Ja, dann ist es ja gut, denn die hatte ich nämlich wirklich.

Dies waren meine Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich wie ein Häuflein Elend die Tür unseres Hauses öffnete. Zum Glück war es trotz des Sommers in der Früh noch nicht so heiß, denn das ich noch mehr schwitzte wäre wohl wirklich nicht mehr möglich gewesen. Ich wäre wohl sonst sofort an Austrocknung draufgegangen. Keuchend und schnaufend, einer altersschwachen Dampflock nicht unähnlich, stand ich im Flur. Mum und Dad kamen sofort aus der Küche, um nach mir zu sehen, doch sprechen war mir nicht möglich. Also winkte ich nur erschöpft ab und durfte dabei in ihre lachenden Gesichter schauen, ging zur Treppe und zog mich äußerst ungalant, fast krabbelte ich, hoch und wuchtete mich unter die Dusche.

Mann, tat das gut, wie das lauwarme Wasser meinen Körper hinab lief und meine Muskeln massierte. Danach rieb ich mich mit einer Heilsalbe ein, die meine Muskeln entspannte und nur einen leichten Schmerz in den Muskeln zurücklassen würde und keinen Muskelkater. Es hatte auch Vorteile eine Hexe zu sein.

Oh Göttin, hab Dank, dass es Magie gibt! Ich würde mich sonst eine Woche nicht mehr bewegen können. Meine Muskeln waren total übersäuert. Ich kleidete mich dem Sommertag entsprechend, leger, kurzes Spaghetti-Top und kurze Jeans. Jetzt gab es nur noch eins zu tun, bevor ich mich meinem Frühstück widmen konnte. Zügig ging ich zu meinem Schrank und beförderte einen weiteren, geschrumpften Kessel daraus hervor, den ich ins Badezimmer trug und dort mit einem Zauber vergrößerte. Die Zutaten für den Skele-Wachs-Trank hatte ich ja schon in der Nacht vorbereitet. Schnell war der Trank angesetzt und musste nun bei schwacher Hitzezufuhr für 24 Stunden köcheln, bevor ich kleingehackte Burdockwurzeln beifügen musste. Danach fünfmal im Uhrzeigersinn rühren und weitere acht Stunden köcheln lassen.

Ich gestattete mir ein zufriedenes Seufzen und streckte genüsslich die, noch leicht schmerzenden Glieder, bevor ich mein Zimmer verließ. Unten in der Küche wartete schon mein Kaffee auf mich, den ich durstig trank. Mir ging es zwar schon besser, aber k. o. war ich immer noch.

„Na Liebes, wie war‘s? Du sahst sehr engagiert aus als du wiedergekommen bist“, meinte Mum diplomatisch und Dad nickte bestätigend. Ja, ja, verschaukeln kann ich mich auch selbst, ich sah vollkommen fertig aus, aber so gewählt drückten sie sich immer aus.

„War in Ordnung, nur ungewohnt, aber das wird schon. Ihr müsst bald los, oder?“, fragte ich und trank erneut von meinem Kaffee.

„Uh ja, bring mir dann einfach deine Anmeldung bei deinem Trainer heute Abend mit. Ich werde die Zahlungen dann an ihn veranlassen!“, wies Dad mich an.

Ich sah ihn erfreut an, froh dass er mich in dieser Hinsicht so unterstützte, das tat gut.

„Geht klar und danke! Ich wünsch euch noch einen schönen Tag“, wünschte ich ihnen, wirklich froh das alles so glatt lief und kurze Zeit später war ich wieder allein und widmete mich meinen vielfältigen Aufgaben. Noch mal warf ich einen Blick auf das Skele-Wachs. Es sah wunderbar aus. Dies war ein relativ leichter Trank für mich, aber zeitaufwendig. Als nächstes machte ich mich auf den Weg zum Kampfsportzentrum mit einer Tasche mit meinen Sportsachen auf der Schulter.

Ich betrat die Kampfschule so gegen 10 Uhr und sah mich aufmerksam um. Der Raum präsentierte sich minimalistisch, puristisch in schwarz, rot und weiß, als Japan Chic würde ich das Ambiente beschreiben. Ein junger, asiatisch aussehender Mann, den ich auf 25 Jahre schätzte, stand mit einem offenen Gesichtsausdruck hinter dem Empfangstresen.

„Kann ich dir helfen?“, fragte er freundlich aus großen, dunklen, leicht geschlitzten Augen schauend.

„Ich möchte gern im Nahkampf unterrichtet werden. Ich habe hier schon einmal 3 Jahre Karate gelernt und möchte jetzt wieder einsteigen mit einem Intensivtraining vielleicht?“, ließ ich fragend ausklingen.

„Klar, geht bei uns alles. Willst du nur Karate oder was anderes Luta Livre, Jiu Jitsu und willst du wirklich ein Einzeltraining? Denn das würde der Sensei abhalten und unter uns, mit dem ist nicht gut Kirschen essen!“, fragte er neugierig „Ach, ich bin übrigens Jack!“, und zeigte dabei eine Reihe perlweißer Zähne.

Ich kicherte vergnügt. Der gute Jack hatte ja so gar keine Ahnung, denn wer Professor Snape er- und überlebte, war fürs Leben gerüstet. Da würde jeder andere, strenge Lehrer wie ein Unschuldslamm daherkommen, denn so fordernd, ungerecht, zynisch und gemein zu sein, das war schon einmalig.

„Angenehm, ich bin Hermione! Und nein, ich will nicht nur Karate, eher etwas von allem, einen eher individuellen Kampfstil? Free Fighter, wenn’s so was gibt? Und ich denke ein Einzeltraining, wär am effizientesten, aber du kannst das bestimmt besser einschätzen, als Profi?“, sah ich ihn an und klimperte dabei mit meinen Wimpern. Das was so lächerlich, ich wusste was ich wollte, basta. Von weiter hinten näherte sich ein älteres Semester in einer weißen, asiatischen Kampfrobe mit einem schwarzen Gürtel, kurzem, ehemals schwarzem Haar, grau meliert, eindeutig asiatisch aussehend.

„Kann ich helfen, Jack?“, fragte der streng wirkende Mann. Er war klein, aber drahtig und kräftig.
Jacks stolz aufgeplusterte Brust sackte ein bisschen ein. „Ja, Sensei. Hermione hier möchte unterrichtet werden, individuell und im Einzeltraining.“

Der als Sensei angesprochene hob irritiert die Augenbrauen und nahm mich skeptisch in Augenschein. „Ich kenne dich?“, fragte er nach einigen Sekunden des Nachdenkens abwägend.

„Ja Sensei, das ist richtig. Ich war vor vier Jahren das letzte Mal hier und davor habe ich hier drei Jahre lang Karateunterricht erhalten, von einem Mr. Naruito“, erklärte ich bereitwillig. Bedächtig nickte der Sensei und bedeutete mir mit seiner Hand zu folgen, was ich nach einem kurzen Nicken zu Jack auch tat. Er führte mich in ein weiter hinten gelegenes, kleines Büro.

„Nun, was kann ich für dich tun, kleine Dame?“, begann er.

Hier musste ich jetzt genug Tacheles reden, um zu zeigen, dass ich weder eine kleine Dame, noch ein kleines Mädchen war und um den heißen Brei brauchte ich bei diesem Mann auch nicht reden. Man sollte ihn trotz seiner strengen, ruhigen, bedachten Art nicht unterschätzen und ich wollte, dass er mich lehrte im Kampf zu überleben. Also musste hier und jetzt eine Vertrauensbasis geschaffen werden, ohne dass ich zu viel über mich und die Welt aus der ich kam sagte. Ich saß sehr aufrecht auf meinem Stuhl, hob ihm mein Gesicht entgegen und blickte ihn offen und ehrlich an.

„Ich hoffe, dass Sie mir helfen können. Ich werde versuchen so offen und ehrlich zu sein wie es mir möglich ist, Sensei, aber ich gebe zu, dass es Dinge gibt, die ich nicht offen werde ansprechen können!“, begann ich bestimmt, mein Gesicht drückte Ernsthaftigkeit aus. Er betrachtete mich interessiert und neugierig, sagte aber nichts, bedeutete mir mit einer Geste seiner Hand weiter zu sprechen.

„Da wo ich herkomme, herrscht derzeit eine Ausnahmesituation, die über kurz oder lang zu offenen Konfrontationen führen wird. Meiner Einschätzung nach eher früher als später, deswegen ist meine Zeit begrenzt. Ich muss lernen mich zu verteidigen. Ich habe Angst. Ich kann verstehen, wenn Sie dieser Aussage skeptisch gegenüberstehen, aber ich schwöre Ihnen auch Sie und meine Eltern werden dies irgendwann in Zukunft zu spüren bekommen. Die Zeiten sind rau und leider gibt es eine Menge Verrückte da draußen. Leider kann ich Ihnen nicht mehr sagen, aber stellen Sie es sich wie bei einem Bandenkrieg vor.“ Ich sah ihn an und konnte eine gewisse Skepsis und Unruhe in seinen dunklen Augen erkennen.

„Das ist wirklich schwer vorstellbar, hier in London?“, äußerte er mit Bedacht. „Vor allem was so ein junges Mädchen damit zu tun haben sollte?“

„Täuschen Sie sich nicht!“, wandte ich ein „ So etwas macht nicht vor dem Alter oder dem Geschlecht eines Menschen halt, leider. Ich habe vor aktiv mitzuwirken und deswegen brauche ich Ihre Hilfe!“ Ich sah ihn eindringlich an. „Und nein, nicht in London. Aber es ist trotzdem real und ich möchte lernen mich selbst zu verteidigen, bitte helfen Sie mir, Sensei!“, sah ich ihn mit großen Augen an „Da ich so intensiv wie möglich trainiert werden möchte, schätze ich das es nicht billig wird, aber das ist egal!“, setzte ich noch nach. Hey, er hatte eine Schule zu finanzieren, das half immer. Geld. Gerade konnte ich Malfoy in seinem Auftreten verstehen.

„Sie sind ein merkwürdiges, junges Mädchen!“, sprach er überlegt „Ihre Sprache ist nicht die der Jugend von heute, auch ist Ihr Verhalten sehr erwachsen!“, er machte eine kurze Pause „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, Ihr Verhalten und meine innere Stimme sagen mir, dass Sie die Wahrheit sagen und Hilfe brauchen!“ Er atmete tief ein und schien in Gedanken versunken bevor er fortfuhr „Aber gut, dies ist eine Kampfschule! Was würden Sie genau von mir lernen wollen?“, fragte er mit erhobener Augenbraue.

„Nahkampf, ein individueller Stil, Karate, Judo, Kick-Boxen, Krav Maga, Luta Livre, Capoeira, dreckiger Straßenkampf, FreeFighter, um für den Gegner undurchsichtiger in meinem Stil zu sein, hätte ich gedacht. Ob das geht weiß ich nicht, Sir?“, bevor er antworten konnte setzte ich fort, „Und den Kampf mit zwei Dolchen, das wäre dann die Krönung! Ich wollte jeden Tag kommen und hätte drei bis vier Stunden veranschlagt, die ganzen verbleibenden Ferien über!“

Er sah sie mit großen Augen an „Das haben Sie sich aber schon sehr gut überlegt, Miss. Um auf Ihre Fragen einzugehen, ja solch einen Kampfstil könnte ich Ihnen beibringen, ist weder besonders ästhetisch, noch schön, aber äußerst effektiv und darum glaube ich geht es Ihnen. Auch das erlernen mit Waffen zu kämpfen ist kein Problem, aber finden Sie sechs Tage die Woche nicht etwas übertrieben und zwei Stunden könnten auch reichen. Außerdem ist das dann wirklich nicht mehr günstig zu nennen, über was wir hier reden.“ Ich ließ ein zynisches Lächeln über meine Lippen gleiten. Ich wusste doch, irgendwo hatte jeder seine Schwachstelle.

„Sensei, das ist erfreulich zu hören! Aber wie ich Ihnen sagte läuft mir die Zeit davon, zwei Stunden am Tag wären zu wenig. Ich habe auch begonnen jeden Tag in der Früh eine Stunde zu joggen, um meine Kondition zu verbessern. Auch würde ich sonntags noch zu Ihnen kommen, wenn Sie nicht geschlossen hätten, denn an meinem Willen schnell zu lernen, brauchen Sie nie zu zweifeln, Sir!“, und sah ihm dabei ernst in die Augen. Er fasste sich an sein Kinn, während er ungläubig schauend nachdachte.

„Gut, Sie sind überzeugend. Ich glaube ihnen, dass Sie Probleme haben, sonst würden Sie sich nicht so engagieren und dass Sie dafür eine Kampfausbildung brauchen. Ich werde Ihnen helfen! Ihre Art und Ihr Wille wie Sie sich hier präsentieren hat mich überzeugt, auch akzeptiere ich Ihre zeitliche Forderung. Wie es weitergeht wird die Zeit zeigen.“ Er musterte mich abschätzend. „Jeden Tag von 15 Uhr bis 18 oder 19 Uhr!“, bestimmte er jetzt und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Aber Einzeltraining in dieser Form ist, wie gesagt, nicht billig“, fügte er noch hinzu.

„Dessen bin ich mir bewusst, Sensei! Wie viel…?“, fragte ich nach.

„Na gut, ich verlange in der Stunde 40 Pfund. Das wären bei vier Stunden, dann 160 Pfund. In der Woche 960 Pfund, wie lange gehen die Ferien bei Ihnen?“, fragte er.

„Rechnen sie acht Wochen. Ich habe überschlagen, dass wir von 8.000 Pfund reden, mit Anmeldungsgebühr und allem. Ich hoffe doch, dass Sie unser Training vertraulich behandeln, auch meinen Eltern gegenüber, denn bezahlen werde ich Sie. Ich würden Sie nur bitten, mir eine Rechnung über 500 Pfund für meine Eltern auszustellen. Die restlichen 7.500 Pfund, würde ich gerne hier mit meiner Scheckkarte bezahlen!“, griff in meine Jeans und zog die Gringottskarte hervor und hielt sie dem überraschten Sensei entgegen. Tja, da hatte ich doch mal großzügig aufgerundet.

„Natürlich, Miss?“, ich lächelte ihn an „Miss Granger!“, er beugte sich vor und rief Jack, dieser schaute dann auch schon zu Tür hinein „Jack, würdest du bitte von der Karte hier 7.500 Pfund abbuchen und eine Rechnung für, Miss Grangers Eltern über 500 Pfund anfertigen!“

Jack nahm die Karte baff entgegen und verbeugte sich leicht zum Meister „Natürlich!“, und wandte sich ab.

„So, da dies nun geklärt ist, Miss Granger würde ich Sie bitten in die Umkleiden zu gehen und sich umzuziehen, denn ich möchte mir einen Überblick verschaffen was Sie können und dergleichen. Ich erwarte Sie dann im Kampfraum 5“, wies er sogleich an und ich schaute zwar etwas überrascht, tat aber dann wie geheißen. Als ich aus der Tür trat stand dort schon ein lächelnder Jack und hielt mir meine Karte entgegen. „Diese Summe musst du mir noch erklären. Du bist gerade zu unserem bestzahlendsten Kunden aufgestiegen“, flüsterte er mir zu.

„Später!“, und schenkte ihm ein liebes Lächeln.

Kurze Zeit danach betrat ich den Kampfraum, der um einiges kleiner war als der, den ich von meinen früheren Stunden kannte. Sogleich drehte sich der Sensei lächelnd zu mir und sah mir entgegen. Ich war mir sicher, dass er nicht hundertprozentig wusste wie er mich einschätzen sollte. Sobald ich auf der runden Matte stand führte ich meine Hände wie zum Gebet aneinander und verbeugte mich traditionell. Er tat es mir gleich, woraufhin wir uns aufrichteten und dann ging es auch schon los.
Als ich drei Stunden später in der Dusche des Zentrums stand und auf die blauen Stellen auf meinem Körper starrte, fand ich kaum eine Stelle die nicht Blau war. Oh Göttin, tat mir alles weh. Der Meister hatte mir nichts geschenkt, er war wirklich ein gnadenloser Lehrer, konnte sich wohl doch ein bisschen mit Snape messen, auch wenn dieser bisher nur geistig gnadenlos war. Obwohl er nur im Babymodus gekämpft hatte und ich hektisch alles was ich jemals über Verteidigung im Nahkampf gelernt hatte einzusetzen versucht hatte, war ich, wie zu erwarten, methodisch zu Hackfleisch verarbeitet worden.

Ich ging zu meinen Spind, rieb mich mit der Heilsalbe am ganzen Körper ein, die ich einer brillanten Eingebung folgend von Daheim mitgenommen hatte und wühlte jetzt noch nach einer Phiole mit einem leichten Stärkungstrank, um die Schmerzen zu lindern. Wie gesagt, geschont hatte er mich nicht. Vielleicht fragt ihr euch, wo ich all diese Tränke und Salben herhatte, da ich jetzt erst mit dem Tränkebrauen angefangen hatte. Wie ich vorhin schon erwähnt hatte, lag Harry im Zuge der tragischen Ereignisse des Turniers im Krankenflügel und während alle abgelenkt und beschäftigt gewesen waren, hatte ich mich an den Auslagen bedient.

Ja, ja alle wären höchstwahrscheinlich zu Tode geschockt, wenn sie mitbekommen würden, dass ich, Miss Granger, einen leichten Hang zum Diebstahl hatte, aber wenn sich mir so eine Gelegenheit bot würde ich sie immer nützen. Man wusste nie wofür es mal gut war. Hallo, ich hatte gerade erfahren, dass er wiedergekehrt war, das wir alle Ärger bekommen würden und solche Tränke nützlich werden konnten, also das hatte sich mir sofort erschlossen. Wie gesagt, im Laufe der Jahre war ich in solchen moralischen Dingen ziemlich pragmatisch geworden, ich nahm‘s wie‘s kam.
Die Zutaten des Vielsaftstranks im zweiten Schuljahr waren mir schließlich und endlich auch nicht zugeflogen. Als ich mich auf den Weg machte das Zentrum zu verlassen, bemerkte ich, dass es jetzt viel lebhafter zuging als heute Vormittag. Ich hielt noch kurz bei Jack, um mir die Rechnung für Dad geben zu lassen.

„Bis morgen!“, verabschiedeten wir uns voneinander, da er jetzt sehr beschäftigt war, obwohl er mich zu gerne ausgequetscht hätte. Ich bemerkte seinen erstaunten Blick darüber, dass ich noch aufrecht stehend und frohgemut die Kampfschule verlassen konnte.

Er hatte das wohl nicht vermutet. Ich kicherte etwas, schließlich hatte ja auch nicht jeder Magie zur Verfügung.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 7:32 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: "Rose Cottage"   Mi Feb 08, 2012 11:56 pm

"Rose Cottage"

Daheim entledigte ich mich meiner Klamotten und zog ein leichtes, luftiges Sommerkleid an. Ich denke jeder kann sich denken wieso, denn das scheuerte nicht so auf meiner empfindlichen, äußerst bunten Haut! Ich hatte noch fast zwei Stunden bevor ich zum „Rose Cottage“ musste, also legte ich mich auf mein Bett, beschwor mir ein Glas Wasser herauf und griff zu einem der neu erstandenen Bücher. Ein Buch über Heilmagie, nützlich für viele bekannte Flüche, egal ob schwarz oder weiß. Sehr interessant. Und so versank ich wieder in dieser ganz eigenen Welt.

Pünktlich erschien ich am „Rose Cottage“. Ein wenig stolz erfüllte mich, da mir auch diese Apparition über die bisher weiteste Stecke geglückt war und ich vor allem ganz war und sich keine Nebenwirkungen einstellten, dies bedeutete für mich ich könnte bald das Problem der Lautstärke des Knalls angehen. Ich blickte mich um, denn ich war seit mindesten fünf Jahren nicht mehr hier gewesen. Seit dem Tod von Oma und Tante hatte mein Vater nicht mehr das Bedürfnis gehabt hierher zu kommen und das Haus stillgelegt, um es für mich zu erhalten. So drifteten meine Gedanken wieder zu dem Gespräch, das ich mit Mr. Rangok geführt hatte. Dass ich ein Vermögen besaß, war mir immer noch unbegreiflich, zwar war mir bewusst gewesen, dass meine Eltern schon immer gut situiert gewesen waren, denn ich hatte immer die besten Schulen besucht und tolle Kleidung getragen. Ich wusste auch, dass Dad, als sein Vater kurz nach meiner Geburt verstorben war, einen Großteil von dessen Vermögen geerbt hatte, deshalb hatten auch meine Oma und meine Tante mir ihr Erbe hinterlassen, was ja gar nicht so viel gewesen war, aber da die Lebensversicherungen zum Tragen kamen, war ich jetzt reich! Ein unglaublicher Gedanke, was wohl meine Eltern gedacht haben mochten, überlegte ich mir gedankenversunken.

Aber dass es so viel war, war erfreulich! Wie gesagt, wenn ich schon keine wirkliche Wärme und Zuneigung von meinen Eltern erhalten hatte, so hatte ich sonst immer alles bekommen was es zu kaufen gab. Sie waren beide praktizierende Zahnärzte und besaßen ihre eigene Praxis. Vermutlich versuchten sie so, den Mangel an wirklicher Wärme und Zuneigung, ihrem Kind gegenüber, zu kompensieren. Und nun stand ich hier, vor dem „Rose Cottage“. Es sah auch durchaus gepflegt aus, wenngleich auch unbelebt. Der Garten schien nicht total verwildert, darum würde ich mich noch kümmern müssen, dass Aufträge dieser Art storniert werden mussten und Mr. Rangok das Geld abzweigen sollte, so dass es meinem Vater nicht auffiel, dass das Haus ab jetzt nicht mehr in der „realen Welt“ existieren würde.

Als Kind hatte ich mich gerne in dem Steinhaus mit dem idyllischen Reetdach aufgehalten. Es hatte noch ein Stockwerk und Sprossen vor den Fenstern. Alles in allem sah es aus, wie man sich ein romantisches Cottage vorstellte, das auch noch den Namen „Rose“ trug, da sich überall Rosen rankten. Sehr idyllisch, sehr friedlich, sehr heimelig. Ich seufzte wehmütig, wenngleich ich auch entschlossen aufsah. Ja, ich würde schützen, was mir gehörte. In diesem Moment hörte ich ein Plopp, was die Ankunft der Gringottsschutztruppe ankündigte. Ich drehte mich erwartungsfroh um und sah fünf Kobolde, in einer beigefarbenen Lederuniform, unter einer großen Eiche am Straßenrand stehen, die sich skeptisch und mit einem mürrischen, misslaunigen Gesichtsausdruck umsahen. Die Kobolde begrüßte ich umgehend mit einer angedeuteten Verbeugung.

„Wie erfreulich Sie zu sehen!“

„Miss Granger!“, schnarrte der Kobold, mit den meisten schwarzen Streifen auf seiner Uniform und verbeugte sich ebenfalls steif. „Mein Name ist Mr. Grophok, zu Diensten und dies ist meine Truppe.“

„Mr. Grophok! Wie geht es jetzt weiter?“, fragte ich neugierig und wedelte in Richtung des Hauses.

„Erstmal werden meine Kollegen und ich das Grundstück abgehen und beginnen die ersten Schutzzauber zu legen, danach kommen die Schutzrituale und erst zum Schluss brauchen wir Sie für den Blutschutzzauber“, erläuterte der Kobold überraschend freundlich, obschon seine Züge ein gefährliches Haifischgrinsen zierte.

„Gut, wäre es Ihnen dann recht wenn ich ins Haus ginge, denn ich möchte einige Zauber im Haus
sprechen, die es erhalten sollen, oder würde das die Schutzzauber stören?“, fragte ich lieber nach, anstatt da Risiken ein zu gehen. Er schüttelte den kahlen Kopf. „Nein, Sie können das in der Zwischenzeit ruhig machen, das hat keinerlei Auswirkungen auf unsere Zauber, ich denke…“, ein prüfender Blick über Haus und Grundstück „...das wir in ca. 30 bis 40 Minuten mit dem Blutzoll beginnen können.“

Ich nickte ihm dankend zu und öffnete mit einem Alohomora das Gartentor und ging auf die Eingangstür zu, während die Kobolde aufgeregt durch die Gegend wuselten und sich mit ihren Klacklauten verständigten. Als ich im Flur des Cottages stand konnte ich sehen, dass sich nicht besonders viel verändert hatte. Das meiste war lediglich mit weißen Laken abgedeckt. Ich begab mich gleich in den ersten Stock und begann von Zimmer zu Zimmer zu gehen und meine Zauber gegen den Staub und die Zeit auf die Einrichtung und auf das Haus zu sprechen. Für solche Dinge liebte ich die Magie von ganzem Herzen, denn es gab nichts Vergleichbares in der Muggelwelt das die alten Antiquitäten meiner Oma besser schützen könnte als diese Zauber.

Mir bedeuteten die Dinge in diesem Haus sehr viel, da ich die Familie meiner Mutter nie kennengelernt hatte, weil diese schon vor meiner Geburt alle verstorben waren und Oma und Tante die Letzten aus der Familie meines Vaters gewesen waren. Ich würde ihr Erbe an mich in Ehren halten, vor allem verdankte ich ihnen eine unglaubliche Unabhängigkeit, ohne die ich es merklich schwerer gehabt hätte meine Pläne umzusetzen. Als ich wieder aus dem Keller kam, verließ ich zügig das Haus, da ich vermutete dass die Schutztruppe nun für den letzten Zauber soweit sein sollte und meine Annahme wurde bestätigt. Ich trat mit zwei Kobolden, die aus dem hinteren Teil des Gartens kamen, zu dem Rest des Teams.

„Wir können nun mit dem Blutschutzritual beginnen, Miss Granger!“, sagte Mr. Grophok beflissentlich, wenngleich seine Augen in einem eigentümlich gehässigen Glanz schimmerten.

„Gerne, was muss ich tun? In Koboldmagie kenne ich mich nicht wirklich aus!“, bekannte ich mürrisch, da ich es abgrundtief hasste etwas nicht zu wissen.

„Begleiten Sie mich zur Eingangstür, Miss Granger!“, sprach er abwiegelnd und setzte sich in Bewegung, denn wenn Kobolde eins taten, dann ihre Geheimnisse und erst recht ihre Magie eifersüchtig zu schützen.

Währenddessen hatten die anderen Kobolde einen Kreis geschlossen und begannen nun rhythmisch eine Formel zu intonierten, dabei entstand eine ganz eigene Atmosphäre. Indes folgte ich Grophok mit erstauntem Gesichtsausdruck, denn das war doch mal wirklich faszinierend.

„Bitte, legen Sie ihre Hand auf den Türöffner!“, wies er mich lapidar an. Meine Hand umfasste umgehend und ohne zu zögern den runden Türgriff.

Mr. Grophok hielt nun seine Hand über meine und murmelte Formeln in seinen nichtvorhandenen Bart. Vor Überraschung konnte ich mir ein kleines Keuchen nicht unterdrücken, das mir über die Lippen kam, als ich einen scharfen Stich fühlte und wollte aus Reflex meine Hand zurückziehen, aber ich konnte nicht, da sie per Magie noch mit dem Griff verbunden war. Ich gab dieses Unterfangen auch ganz schnell wieder auf und konzentrierte mich auf die uns umgebenden Wellen der Magie, die nun ganz deutlich für mich zu fühlen waren. Was für eine beeindruckende, neue Erfahrung! Ich konnte beobachten, wie sich ein goldenes Schild vor meinen Augen manifestierte und kurz, kräftig strahlend aufleuchtete, bevor es Sekunden später wieder verschwand. Meine Hand war wieder frei und die geballte Magiewelle verebbte langsam aber sicher und damit auch die gespannte Ladung, die uns bisher umgeben hatte. Ich blickte mit einer gewissen, gleichgültigen Akzeptanz auf die Wunde in meiner Hand, die noch leicht blutete und sprach einen Episkey darauf, dann drehte ich meinen Kopf zu dem Trupp der Kobolde, die mich alle beobachteten und trat forsch auf sie zu.

„Ich danke Ihnen, meine Herren, für Ihre schnelle Hilfe und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend“, verabschiedete ich mich höflich und durfte ihr Erstaunen erleben, dass ich mich nicht allzu ehrfürchtig oder betroffen über das Geschehene zeigte.

Schnell apparierte ich nach Hause, um, wie bis jetzt jeden Abend, das Essen zu machen.
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