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 Kapitel 24-25

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 24-25   Do Feb 09, 2012 12:21 am

Wut und Snape

Wenn ich so darüber nachdachte, dann würde das fünfte Schuljahr schon gut beginnen, dachte ich sarkastisch. Toll! Hoffentlich würde Dumbledore Harry aus dieser Gerichtsverhandlung

herausschlagen können, wenn er es schon nicht schaffte auf ihn aufzupassen. Ich war so was von sauer. Da tun die sogenannten Erwachsenen so, als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und dann kommt dabei so was raus. Ich glaubte nicht, dass das mit den Dementoren ein Gerücht war, denn ich hatte so ein schlechtes Gefühl in der Magengegend und ich verließ mich meist auf meine Instinkte. Aber die Infos von Rita waren erstaunlich, dass Fudge so dermaßen offensiv zum Angriff gegen Dumbledore blies, das war doch mal interessant. Am liebsten hätte ich mir die Haare gerauft, aber jetzt, apparierte ich erst mal ins Haus von Mum und Dad. Ich fand alles zu meiner Zufriedenheit vor, das bedeutet kein Trank hatte sich dazu entschieden zu ex- oder implodieren und verbrachte die Zeit bis ich ins Sportzentrum musste sinnvoll beim Brauen. Mein Sortiment wurde richtig vielfältig und ich genoss es, mich dieser Kunst der Magie hinzugeben. Heute entwickelte sich der Tag echt zum Weglaufen, wenn man Mittags schon mit solchen erfreulichen Nachrichten konfrontiert wird, ist es irgendwie logisch, dass der Nachmittag auch nur beschissen laufen kann.

An diesem Tag wollte der Sensei, dass das Waffentraining gesteigert wurde, das hieß scharf geschossen, nein Spaß bei Seite, eher scharf geschnitten wurde und sagen wir es mal so, ich war in der richtigen Stimmung, diese Aufgabe mit Engagement zu erfüllen. Wut abbauen durch Gewalt wirkt wirklich, denn nun lenkte mich der höllische Schmerz von meinem Zorn ab. Diese Taktik war sehr wirkungsvoll. Ab jetzt kann ich euch mitteilen wie schmerzhaft Verletzungen mit dem Messer sind, um meine überschäumend gute Laune zu heben, sagte mir der Meister auch noch, dass das nur der Anfang war, also noch keine relevanten Verletzungen und Schmerzen. Nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass meine Verletzungen und Wunden, wie durch Zauberhand und Magie, immer bis zur nächsten Stunde verheilt waren, hatte er jedwede Scheu oder gar Sorge in seinem Lehrstil verloren. Er hob zwar jedes Mal verwundert die Augenbrauen, aber er fragte nie, akzeptierte einfach und da ich mittlerweile die Verzichtserklärung unterschrieben hatte und ihn von jeder Verantwortung entband, wirkte er beruhigt!

Bevor ich es vergesse, ich hatte auf Malfoyart noch ein kleines, aber feines Geldgeschenk für sein Schweigen mit beigefügt, ist schon erstaunlich wie Geld die Zunge an den Gaumen kleben konnte, aber mir sollte es recht sein. Ich heilte nun diese Verletzungen mehr schlecht als recht, da mir die Zeit davon lief und begab mich etwas ausgeblutet, ach wie war ich heute doch ironisch, zurück zum Grimmauld Place. Als ich eintrat und in die Küche wollte, fand ich diese verschlossen, so klopfte ich und konnte dann eintreten. Was sich meinen Augen offenbarte, war wohl eine interne Ordensversammlung.

Tja und jedes einzelne Mitglied starrte mich fragend an. Als ich Dumbledore am Kopfende des Tisches thronen sah, verdunkelte sich mein Blick vor Skepsis. Ich wusste warum heute Abend diese Versammlung tagte. Er informierte die Mitglieder von seinem Versagen, ob er das auch so sah, wie ich?

„Hi, ich störe, Entschuldigung!“, schaute ich aufmerksam in die Runde. Es herrschte augenscheinlich eine gewisse Unruhe unter den Mitgliedern. Anscheinend hatte er schon begonnen über die Geschehnisse zu informiert, die mir schon bekannt waren. In dieser Beziehung schien Rita wirklich fix zu sein, das lobte ich mir doch. Ich musste mir über diese Erkenntnis ein fieses, fast höhnisches Grinsen echt verbeißen, als mein Blick zu Sirius glitt und dieser sehr besorgt und unglücklich aus der Wäsche guckte. Er machte sich Sorgen um Harry und wollte diesen bei sich haben, wo er meine vollumfängliche Unterstützung hätte, aber dann kam Dumbledore mit seiner senilen Art und verbot ihm Harry zu sich zu holen, da es bei den Dursleys so viel sicherer war. Ha, dass ich nicht lache, ging schon wieder mein Zynismus mit mir durch. Ruhe nur nicht aufregen, beruhigte ich mich in Gedanken, denn so half ich Harry auch nicht weiter. Aber auch ich würde Sirius Sorge bereiten, wenn er wüsste, wie ich gerade unter meiner Kleidung aussah. Er würde austicken in seiner momentanen Verfassung. So wie er da saß, versuchte er gerade schwer sein Temperament zu zügeln, doch das gelang ihm nicht so wirklich. Er sah eigentlich von Sekunde zu Sekunde saurer und aufgebrachter aus, würde mich nicht wundern wenn bald der Qualm aus seinen Ohren aufsteigen sollte.

Deshalb ging mein taxierender Blick zu Snape, der auf seinem gewohnten Platz saß. In der Kürze der Zeit warf ich Snape einen intensiven, eindringlichen Blick zu, der sagte: „So schnell als möglich in die Bibliothek, bitte, aber sofort am besten!“ Zumindest hoffte ich, dass er diesen Wink verstand und zu deuten wusste, zumindest runzelte er indigniert die Stirn über meine fordernde Art.

„Hermione Liebes, das ist gerade ungünstig, es gibt aber eine Überraschung für dich, Harry ist da, geh zu Ron!“, wurde mir auch schon von Mrs. Weasley beschieden. Mit einem knappen Nicken schloss ich schon rasch die Tür. Ich vergaß mal kurz meine Wunden über diese erstaunliche Nachricht und sprintete die Treppen hoch. Das tägliche Laufen musste sich für was auszahlen. Harry, endlich hatten sie ihn von den Dursleys weggeholt und nach dem was ich heute erfahren hatte, konnte ich gar nicht schnell genug hoch kommen. Harry war da und schon riss ich die Tür zu dem Schlafzimmer auf und da stand er auch schon, in der Mitte des Zimmers, heil und gesund, mit seinen schwarzen, verwuschelten, wirren Haaren die in alle Richtungen zeigten, den intensiven, grünen Augen hinter der runden Nickelbrille und viel zu klein und dünn, das Bild rührte an meinem Herzen.

Mit einen erfreuten „Harry!“, warf ich mich ihm an den Hals.

„Hermione, wie schön dich zu sehen.“ Harry strahlte ehrlich und erwiderte meine Umarmung stürmisch, autsch, das tat weh, nur nichts anmerken lassen. Ich löste mich ebenfalls strahlend aus der Umarmung.

„Wie geht es dir, was ist passiert?“, löcherte ich los.

„Mann Hermione, lass ihn noch atmen“, kam es von dem auf seinem Bett sitzenden Ron tadelnd.

„Nein, ist schon gut Ron… Ich bin erst seit fünf oder zehn Minuten hier und um es euch gleich zu erzählen, ich hab' gezaubert, einen Patronus, da ich und Big D von zwei Dementoren angegriffen wurden. Am späten Nachmittag, mitten in Little Whinging. Es war ganz schön knapp!“, erzählte uns Harry aufgeregt und plapperte leutselig darauf los. Ron saß mit offenem Mund da und starrte Harry sprachlos aber auch fast ehrfürchtig an. Ich wusste dies ja schon fast alles, nur die Details waren mir unbekannt, also doch Dementoren, jetzt hatte ich die Bestätigung, aber was hatten diese Viecher in einem Muggelgebiet zu suchen gehabt? Angeblich waren sie ja unter der Aufsicht des Ministeriums.
Angeblich, wohlgemerkt!

Aber ich glaubte schon lange nicht mehr das was man mir erzählte! So gab es meiner Ansicht nach zwei Möglichkeiten: Erstens, das Ministerium hatte sie geschickt, was ich mal nicht hoffte und zweitens, er hatte schon mit den Dementoren eine Vereinbarung getroffen und sie hörten nun auf seine Befehle, was ich auch nicht hoffen wollte. Beide Vorstellungen waren besorgniserregend und ließen mich beunruhigt und ängstlich zurück. Wohin würde sich das noch alles entwickeln? Niemandem konnte man noch trauen. Dies war wahrlich keine schöne Zeit. Misstrauen auf allen Seiten. Ich hoffte Harry hatte auch versucht ein bisschen hinter die Kulissen zu blicken, aber wie ich ihn hier, so verloren und einfach nur froh hier zu sein, mitten im Raum stehen sah, zweifelte ich daran, dass er die genauen Umstände hinterfragte.

„Ich… frage mich was… Dementoren dort zu suchen hatten?“, stotterte der blasse Ron ängstlich, was ihm nicht zu verdenken war.

„Wenn ich so darüber nachdenke, mhm eigentlich nichts… aber ich könnte mir vorstellen, dass er mit den Dementoren auf gutem Fuß steht, oder was meint ihr?“, fragte ich in die Runde und mutmaßte meine Vermutungen.

„Ich denke, du hast recht, denn seit dem Vorfall denke ich an nichts Anderes, aber das Schlimmste kommt ja noch, da ich ja mal wieder gezaubert habe, hab ich jetzt das Ministerium am Hals. Ist das zu glauben? Ich hab nur unser Leben gerettet, hätte ich nicht im letzten Moment,… na, ihr wisst schon…“, meinte Harry unbehaglich und lief im Zimmer auf und ab. „Sie hätten Dudley beinah ausgesaugt!“, erregte er sich sichtlich und seine Augen sprühten Funken. Verzweifelt strubbelte er in seinem Haar. Ach, er tat mir so unendlich leid, hatte er nicht schon genug mitgemacht in den letzten Monaten und Jahren?

Aber nein, Fudge musste ihm auch noch das Leben schwer machen und ihn öffentlich vorführen. Oh ja, der stand auf meiner Liste weit oben und man musste ja nur Rita fragen. Jeder sollte es sich zweimal überlegen mich wütend zu machen, denn ich vergaß meinen Ärger und die daraus resultierende Rache nie, auch wenn es dauerte, aber ich hatte Zeit, ließ mich da nicht hetzen und am Ende hätte ich Fudge! Oh, für das was er hier abzog und Harry antat, würde er zahlen auf die ein oder andere Weise, aber zahlen würde er, das stand für mich außer Frage!

„Das wird schon Harry. Ich glaube fest daran und Professor Dumbledore wird dir helfen!“, versuchte ich ihn aufzubauen und sein Vertrauen in Dumbledore war bisher unerschüttert. Ich wurde auch mit einem zurückhaltenden Lächeln belohnt.

„Danke Hermione, aber mal was anderes, wo sind wir hier, was macht ihr hier?“, fragte Harry neugierig und beendete damit das unschöne Thema.

„Nun, das ist das Haus deines Patenonkels und es ist gleichzeitig das Hauptquartier des Ordens des Phönix. Die Weasleys versuchen es wieder bewohnbar zu machen, da es lange Zeit leer stand“, erklärte ich ihm. Harry öffnete den Mund, um mich zu unterbrechen, ich ließ ihn aber nicht: „… und ich bin seit zwei Wochen hier, da Mum und Dad nach Südfrankreich gefahren sind und ich nicht mit wollte, aber nicht alleine daheim bleiben durfte, darum wurde ich hier her gebracht.“

„Ähm wow, das nochmal langsam“, kam es von Harry bittend.

„Dann wird Ron dir das in Ruhe sagen, weil ich kurz was holen muss. Wir sehen uns dann zum Abendessen“, drehte ich mich rasch um und schon ploppte es laut, da Fred und George direkt in das Zimmer appariert waren und nun Harry mit einem Lauten „Hallo“ begrüßten. Ich verzog das Gesicht, da würden die beiden noch dran arbeiten müssen und ich mochte es nicht wenn es so laut war, der Überraschungseffekt war dann immer dahin. „Euch hört man durch das ganze Haus!“, erklärte ich daher noch zurechtweisend.

Harry versuchte sich freizukämpfen. „Aber, Hermione…“, rief er noch, als ich schon aus dem Zimmer war. „Eh Kumpel, lass sie, sie ist in letzter Zeit…“, mehr hörte ich nicht mehr, da ich schon die Treppen hinunter stieg. Ich hatte einen Grund warum ich mich so schnell vom Acker gemacht hatte.

Meine Wunden hatten sich wieder geöffnet und ich konnte spüren, wie ich wieder leicht zu bluten begann. Ich musste sofort abhauen, damit dies keiner sah, musste in die Bibliothek, um mich zu verarzten und zu hoffen, das Snape meine Anspielung verstanden hatte und kommen würde. Hoffentlich wartete er nicht schon, denn das würde dann Ärger geben. Aber mein Repertoire an der gearteten Heilsprüchen war noch nicht vorzeigbar, wenn es jeder könnte würde keiner eine Ausbildung im St. Mungos benötigen. Ich machte mich gut, aber ich war nicht perfekt. Wenn denn der Professor käme, müsste ich mir keine Sorgen machen, dass Sirius auch kommen würde, da er es noch nie gewagt hatte, vor 23 Uhr zu mir zukommen. Er wusste, ich würde dies nicht zu schätzen wissen.

Ich wollte unter keinen Umständen, dass Sirius die Schnittwunden sah, denn auf das Gejaule konnte ich verzichten und bei Snape hatte ich da irgendwie weniger Angst, das er Theater machen würde, eindeutige Blicke, ja. Kalte, böse Blicke auch ja, aber damit konnte ich gut, wenn nicht sogar besser, leben. Oh oooh, ich hatte ihn unterschätzt, er war schneller da als von mir erwartet. Mitten im Raum stand ein in beeindruckende, weit wallende, schwarze Roben gewandeter Mann, der mich aus dunklen Obsidianen unter kinnlangen, schwarzen Haaren hervor missbilligend anstarrte. Natürlich hatte er meinen Blick verstanden und richtig gedeutet, dass ich ihn brauchte. Nun hob er argwöhnisch eine Augenbraue, während ich leise die Tür schloss. Ich vermutete, dass ihm genauso wie mir unsere letzte Begegnung in den Sinn kam, ein durchweg beunruhigender Gedanke, da wir nun ganz alleine waren. Wenn er aber jetzt dachte, ich würde rot werden oder mich beschämt unter seinem starren Blick winden, würde mein lieber Snape gleich eine für ihn böse Überraschung erleben.
„Sie lassen mich warten, Miss Granger? Oder habe ich mir Ihre Bitte vorher nur eingebildet, Miss Granger?“, kam es gewohnt schnarrend und missbilligend von ihm. Während er da so stolz vor mir stand nahm er den ganzen Raum mit seiner finsteren Aura ein.

„Nein, nein Professor, ich muss mich entschuldigen, aber ich musste Harry begrüßen und nein, Sie haben wie immer alles richtig kombiniert, ich bin Ihnen dafür sehr dankbar!“, gab ich ihm bereitwillig eine Rechtfertigung und bewegte mich zur Sitzgruppe. „Denn ich bräuchte dringend… Ihre… Hilfe!“, stockte ich beim Sprechen, dabei hatte ich mir dann doch schwer getan es auszusprechen, aber wenn schon denn schon und da ich wusste, dass der Professor nicht auf langatmige Erklärungen stand, zog ich mir beim Gehen das grüne, mittlerweile fleckige Shirt über den Kopf.

„Miss Granger!“, zischte er da auch schon empört und in seinen Augen blitzte es gefährlich. „Was geht nur in Ihrem nichtvorhandenen Gehirn vor, dass Sie… mir fehlen die Worte… ach, Sie irrsinniges Weib… stützen Sie sich an der Lehne der Couch ab!“, befahl er kalt, dann kam er mit bestimmtem Schritt zu mir und schaute mich wirklich böse an, wie ich da in meinem beigefarbenen BH vor ihm stand, blutend. „Das dürften Sie ja wissen, wie das geht“, sagte er bösartig mit einem sadistischen Lächeln im Gesicht. Haha Professor, Spaß muss sein. Ich lächelte ihn kalt an und tat wie mir von ihm befohlen und legte beide Hände an die Lehne, dann stand ich ruhig da und ließ seine spöttischen Kommentare über mich ergehen, versuchte über meinen Schmerzen zu stehen, die wirklich nicht so schlimm waren, es war einfach eher lästig, dass es stetig blutete.

„Was denken Sie eigentlich, was Sie da tun, Miss Granger? Das sind Schnittverletzungen, einige recht tief, was denken Sie sich dabei… wenn Black das sieht?“, schimpfte Snape grummelnd vor sich hin, während er erschreckend routiniert Reinigung und Heilzauber über mich sprach, die ziepten dann doch ganz schön. Ich hatte Mühe ein Aufstöhnen zu unterdrücken und biss mir in meine Wange, denn diese Befriedigung mich zum Schreien und Stöhnen zu bringen, wollte ich Snape dann doch nicht geben. Ich musste diesen Sadisten, ja nicht auch noch befriedigen. Das klingt jetzt zweideutig, oder?

Als er an einem Schnitt an meinen Bauch wollte, befahl er rüde: „Drehen Sie sich um und lehnen Sie sich an die Couch.“ Schicksalsergeben folgte ich, drehte mich um und drückte meinen Po an das Möbelstück, während der Professor übergangslos vor mir auf die Knie ging und ich ihm auf seinen schwarzen Kopf schauen konnte, da er jetzt auf Blickhöhe mit meiner Wunde war. Ich starrte ungläubig auf die gescheitelten Haare von Snape. Dass dieser so eine Haltung einnehmen würde, um mich zu heilen, war unglaublich, doch nun fühlte ich, wie sich in mir so einiges zusammenzog und das nicht nur wegen der Schmerzen.

Das war dann auch der Moment, in dem ich ein tiefes Stöhnen nicht mehr unterdrücken konnte, da es mir Schmerz bereitete, als er die Wunde heilte entfuhr es mir heftig: „Hhhhhhhhhhh“ Was dazu führte, dass der Professor seinen Kopf lasziv hob und mir von unten direkt fest ins Gesicht sah, da ich meines zu ihm gesenkt hatte. Unsere Blicke verhakten sich, als sich ein leicht schiefes, spöttisches Grinsen auf sein Gesicht legte. Seine Augen waren wie tiefe, unlesbare Seen und mein Herz schlug schneller, ob der ungewöhnlichen Situation. Er riss sich entschlossen los, langsam senkte er seinen Blick wieder auf meinen Bauch und begann nun entsetzlich einfühlsam eine Heilsalbe mit seinen Händen aufzutragen, so dass ich fast wieder aufstöhnte, weswegen ich mir aber so fest ich konnte in meine Wange biss. Diese Genugtuung würde ich ihm wirklich nicht geben, mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, denn er schien dies hier regelrecht zu genießen, derart langsam wie er vorging. Also an was anderes denken, nur nicht daran wie seine Hände so sanft über meinen Körper wandern und streichen. Das dürfte Harry nie herausbekommen und Sirius, mhmhm ich glaube, er würde sich mehr über meine Verletzungen aufregen als über Snape, zumindest hoffte ich das.
„Drehen Sie sich wieder um“, ertönte es von unten und ich leistete seinem Befehl sofort folge. Er strich noch zwei Stellen sorgfältig mit der Salbe ein.

„So, fertig!“, verkündete er und glitt zurück. Ich wandte mich sofort wieder um und sah ihn direkt an, ein wenig atemlos.

„Danke Professor, Sir!“, wisperte ich rau und stand immer noch unbekleidet vor ihm, während er abschätzig meinen Körper betrachtete und ich mir ganz nackt vorkam unter diesem stechenden Blick.

„Miss Granger, nochmal, was sollte das? Das ist gefährlich, denn die Verletzungen waren nicht ohne“, meinte er missbilligend, kalt. Seine Stimme klang hart wie aus Stahl.

„Ja nun, Sir, ich habe jetzt Waffentraining mit meinen Dolchen, und das ist halt das Ergebnis,… und ich hatte es so weit im Griff, dass ich mit Sicherheit nicht verblutet wäre, da ich schon ein paar Zauber angewandt hatte… und ich habe Tränke genommen“, erklärte ich ihm mit Stolz gereckter Brust.

„Warum wollten Sie Black nicht dabei haben,… Sie teilen doch sonst alles mit ihm?“, meinte er giftig, dabei brannte sich sein Blick fast in meine Haut, als er mir eine Beziehung mit Sirius unterstellte. Woher wusste er das, Mist! Wie, woher, ach verdammt, das war eindeutig ein Hinweis, dass er wusste bzw. vermutete, dass zwischen Sirius und mir mehr war. Meine Gedanken rasten, einfach cool bleiben Hermione, überrasche ihn, riet ich mir selbst und blinzelte ihn beherrscht an.

„Sehr witzig Sir, Sie wissen, was Sirius für ein Theater veranstaltet hätte, wenn er die Schnitte gesehen hätte, da hätte er wohl Molly Konkurrenz gemacht. Da bevorzuge ich doch Sie, Professor!“, erwiderte ich ruhig und zum Schluss schnurrte ich wie ein Kätzchen. Ha, das hatte der Gute anscheinend nicht erwartete, denn seine Miene ließ zwar wie immer nichts lesen, aber für eine Antwort ließ er sich zwei Sekunden Zeit.

„Wahre Worte, Miss Granger. Ich frage mich nur die ganze Zeit, wann Sie so geworden sind, hierbei stellen Sie mich echt vor ein Rätsel. Wenn Sie schon einer solchen Tätigkeit nachgehen, passen Sie zukünftig besser auf, verstehen wir uns, Miss Granger?“, und wedelte dabei abwertend mit seiner Hand über mich.

„Ja Professor, nochmal danke!“, antworte ich einsichtig und brav. Er wandte sich ab. „Wollen Sie mir vielleicht noch Gesellschaft leisten, Sir?“, fragte ich frech. Er warf mir einen eisigen Blick über seine Schulter zu: „Ich denke, Sie sollten nun zum Essen gehen, Guten Abend!“, meinte er knapp.

„Einen Moment noch, Sir!“, ich zog mal wieder meinen Zauberstab und rief mit einem Accio, die ihm versprochenen Unterlagen aus meiner Tasche, schließlich wusste ich nicht, wo ich ihn das nächste Mal sah und so hatte ich sie immer griffbereit, denn ich wollte mir ja nicht nachsagen lassen, ich würde mich nicht an Vereinbarungen halten.

„Hier, die von Ihnen gewünschten Unterlagen zu dem Zauber, Sir!“, streckte ich ihm das leere Pergament entgegen. „Es liegt ein Aparecium darauf.“ Dieser Zauber ließ die Schrift auf dem Papier unsichtbar werden. Er nahm das Papier an sich und steckte es rasch in seinen Mantel, durchbohrte mich mit seinem Blick, dass es mir kalt den Rücken runterlief. Mann, das hatte er echt geübt, dieser einzige Blick drückte so viel Missbilligung aus. Schließlich und endlich stand ich noch immer ziemlich entblößt vor ihm. Wie würde das nur werden, wenn der Unterricht wieder begann, wagte ich mich zaghaft zu fragen. Als er weg war, bückte ich mich nach meinem Shirt und reinigte es erst mal von dem Blut, das man mittlerweile sehen hatte können. Snape war gut in dem was er tat, schade nur, dass man ihn anscheinend nie aus der Reserve locken konnte, wirklich schade. Der Professor hatte mal wieder Recht, ich war die Letzte, die zum Essen erschien, da die Sitzung anscheinend schnell vorbei gewesen war, was mir mal wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit aller einbrachte.

„Da bist du ja, wolltest du nicht nur kurz was holen?“, fragte Harry, der auf dem Platz von Snape saß. Ich ließ mich auf meinem Platz gegenüber von Harry, neben Sirius, nieder.

„Habe ich auch, hab mich nur kurz verlesen“, wehrte ich entschuldigend ab, merkte aber, dass Sirius mir nicht glaubte. Später würde er bestimmt nachfragen, denn er kannte mich mittlerweile gut und Snapes Abgang war ihm sicherlich nicht verborgen geblieben. Es wurde eine gesellige Runde, Harry fühlte sich sichtlich wohl und genoss es wieder bei seinem Paten zu sein. Langsam wurde es später und später und ich fand wirklich keine Möglichkeit mich abzuseilen und so kam es, dass wir alle dann um Mitternacht ins Bett gingen.

Sirius raunte mir zu: „Komm heut in mein Zimmer, sobald du kannst.“ Ich nickte bestätigend. In diesem Moment war ich sehr froh, dass Snape mir vorhin so behilflich gewesen war meine Wunden zu versorgen, da mal wieder, wie durch Zauberei, alle Wunden verschwunden waren, nur rote Striemen waren zurückgeblieben und die Frage aufkam, welche Schmerzen? Ich konnte sehen, dass Dung ebenfalls zum Essen geblieben war. Die Twins hielten sich beständig in seiner Nähe auf, aber ich konnte auch beobachten, wie Harry die Transaktion der verbotenen Zutaten mitbekam, was leider einem unglücklichen Umstand zu verdanken war, da alles im Aufbruch begriffen war und so stand ich schnell auf und bückte mich hinter dem sitzenden Rücken von Fred, um so zu tun als würde ich meinen Schuh neu binden.

„Harry hat es gesehen!“, flüsterte ich in seinen Rücken.

„Was… Scheiße… kümmere mich darum“, gab er leise zurück, ohne sich zu mir umzudrehen. Eines musste man ihnen lassen, sie reagierten immer unglaublich schnell und waren auf zack. So durfte ich sehen, wie die Zwei beim Hinausgehen, Harry freundschaftlich in ihre Mitte nahmen und ihm irgendwas erzählten, um seine Bedenken zu zerstreuen, die ich in Harrys Augen erkannt hatte. Ginny schlief, dank der Aufregung, da nun endlich Harry hier war, was sie sich sehnlichst gewünscht hatte, schnell ein und mit meinen Ruhezaubern sollte sie auch ungestört schlafen können. Also erstellte ich noch schnell mit dem Geminio eine magische, exakte Kopie von mir und schlich zu Sirius. Dieser erwartete mich auch schon ungeduldig in seinem Bett. Ich schlüpfte unter die Decke. Ich wusste, er wollte reden, aber von meinem Tag mit Rita, dem Sensei und jetzt auch noch Snape, konnte und wollte ich ihm nichts sagen. Ich wusste aber auch, wie ich ihn davon abhalten konnte und schon begab ich mich auf Tauchstation und ließ mich nicht aufhalten. Anscheinend hatte dieser Tag Sirius geschlaucht.

Nach meiner intensiven Behandlung und einem schnellen Ritt schlief er auch schon ein, was mich fast spöttisch lachen ließ. Weil es jetzt schon reichlich spät war, verschwand ich schnell zu Ginny.

Ja, so konnte man auch einem Gespräch aus dem Weg gehen.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 7:51 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Harry, die Twins und das Warten   Do Feb 09, 2012 12:22 am

Harry, die Twins und das Warten

Der nächste Morgen verlief relativ fröhlich, indem mich Sirius überraschte und überrumpelte, da er in seiner Hundegestalt im Hauseingang auf mich wartete. Ich blickte erstaunt auf den doch recht großen, schwarzen Hund mit diesen ausdrucksstarken, menschlich wirkenden Augen.

„Willst du mich begleiten? Seit wann weißt du, dass ich um diese Uhrzeit auf bin? Ach, sag nichts, ich weiß es, du hast mich beobachtet, böser Hund!“, war es mir als würde ich Selbstgespräche führen, dabei strich ich über das struppige Fell des Hundes. Ich muss sagen, es erheiterte mich ungemein, denn da hatte mich wohl jemand ausspioniert, was zu komisch war. „Na dann, komm, lass uns Gassi gehen“, lockte ich frech und erntete ein leises Knurren, welches mich kichern ließ.

Ich wollte sehen wie gut seine Kondition war und ob er mit mir bei meinen Runden im Park mithalten konnte. Lasst mich mal so sagen, es war lustig zu sehen wie ihm die lange, große, rosafarbene Zunge zur Seite raus hing und er hechelnd versuchte nicht aufzugeben. Man musste ihm zugutehalten, dass er seit fast einem Jahr in diesem Haus steckte, ohne großen Ausgang, das musste sich einfach auf die Ausdauer auswirken, ganz zu schweigen von den zwölf Jahren in Askaban in einer Zelle, die noch weniger Bewegungsmöglichkeit geboten hatte als sein jetziges Gefängnis. Zum guten Schluss blieb er wie tot im Gras liegen, was mich laut auflachen ließ.

Ich hatte ihn geschafft und das nicht nur gestern Abend durch unseren Matratzensport im Bett. Ob ihm das gefiel? Ich vermute mal nicht, da würde ich mir noch was anhören dürfen, auch weil ich dem Gespräch gestern ausgewichen war, aber ich nahm mal an, dass sein morgendliches Erscheinen heißen sollte, dass das Gespräch noch geführt werden würde. Nun, wir würden sehen.

„Na komm, du lahmer Wauwau…“, spottete ich böse, was mir einen erstaunlich missgestimmten Blick aus den braunen Hundeaugen bescherte. Als wir die Treppen im Blackhaus hochliefen, verabschiedete ich mich an meinem Zimmer.

„Morgen gerne wieder Sirius, denn ein bisschen Übung und du schlägst mich locker mit deinen vier Pfoten“, zog ich den ohrenanlegenden Hund kichernd auf und verschwand im Zimmer, um mich für den Tag herzurichten. Der restliche Tag verlief wie immer, nur, dass mich Harry in ein Gespräch verwickelte. Er kam wacker in die Bibliothek, die von Ginny und Ron wie eine große Gefahr gemieden wurde.

„Harry, schön dass du kommst. Willst du mir Gesellschaft leisten? Das hier ist ungemein spannend“, bot ich freundlich an und das meinte ich ernst, aber sein Gesicht verriet mir, dass er das ein bisschen anders sah als ich, trotzdem kam er herzlich lächelnd auf mich zu.

„Ich bin hier, da ich mit dir reden will. Was ist los? Seit gestern Abend bin ich hier und hab' dich nur wie im schnellen Vorlaufprogramm gesehen. Was treibst du die ganze Zeit? Jetzt warst du nicht mal beim Mittagessen und wenn ich die anderen frage, sagen sie mir, das ist die ganze Zeit schon so… warum, Hermione?“, schaute er mich dabei mit großen, unschuldigen Äuglein an und setzte sich zu mir auf die Sessellehne.

„Ach Harry, übertreibe mal nicht. Ja, ich weiß, ich bin Ron und Ginny seit ich im Blackhaus bin ihrer Ansicht nach nicht gerecht geworden, aber ich meine es doch nicht böse. Sieh… das ausräumen der Artefakte und saubermachen interessieren mich halt nicht so, schau dich hier mal um“, strahlte ich, als ich einen Blick in das Zimmer warf und dies mit einer allumfassenden Geste unterstrich. „Das ist für mich wirklich was Besonderes, ehrlich, warum soll ich dann auf allen vieren rumrutschen und putzen, nur weil es sich die beiden einbilden? Echt nicht Harry!“, kam es leicht angesäuert von mir, da konnte ich mich doch glatt reinsteigern.

„Ruhe, beruhige dich bitte, Hermione!“, legte mir Harry besorgt seine Hand auf die Schulter. „So war das nicht gemeint. Sie verstehen halt nur nicht, dass du dich so von ihnen absonderst. Sie haben auch gesagt, dass du bisher nur einen Abend mit ihnen verbracht hast und stimmt es, dass du tanzt, ich meine so richtig. Sie meinten, du würdest jeden Tag nachmittags das Haus verlassen?“
Oh Mann, hatte ich nicht schon mal gesagt, bei den Freunden brauchst du keine Feinde mehr! Ich meine, hallo, wollten sie einen genauen Zeitplan, wann ich wie, wo auf die Toilette ging? Ich holte richtig tief Luft, um nicht aufzubrausen:

„Harry, willst du das alles wissen oder sie?“ Ich spürte immer noch schwelende Wut, aber er schaute mich nur ruhig an. Wenn er wollte war Harry richtig gut im Umgang mit Menschen. „…um deine Fragen zu beantworten: Ja, ich tanze zur Ablenkung. Ich wollte dich nicht daran erinnern, aber ich finde es schockierend, dass Cedric tot ist und das eine sage ich dir, es lenkt mich ab, ja, ab von der Situation, dass er zurück ist. Kannst du das verstehen?“, fragte ich inbrünstig. Harry starrte mich an als hätte ich ihn geohrfeigt, was ich wohl auch getan hatte. Sorry Harry, das hatte ich nicht tun wollen, aber ihr habt mir keine andere Wahl gelassen. Ich konnte zum Teufel noch mal keine blöden Fragen brauchen und dem entging ich nur, indem ich geschickt Schuldgefühle erzeugte. Ich konnte so ein Miststück sein, dafür verachtete ich mich fast selbst, als Harry sehr, sehr traurig aussah und nun geschlagen den Blick abwandte.

„Harry, nicht! Schau nicht so, du kannst nichts dafür, du wolltest doch nur wissen, warum ich das tue, aber das sollte dich nicht traurig machen“, tröstete ich ihn und legte meine Arme um seine Hüften.

„Oh Hermione, das wollte ich nicht, das tut mir so leid. Ich hätte daran denken sollen, dass nicht nur ich….! Das war so selbstsüchtig von mir! Aber ich denke halt, ihr kanntet ihn alle nicht so gut…ich leider ja auch nicht, viel zu kurz!“, flüsterte er erstickt und hielt die Tränen schwer zurück. Dabei dachte ich nur, wenn Harry wüsste, was Cedric einmal wirklich für mich mehr gewesen war, dann würde er sehr erstaunt sein.

„Schsch, nicht doch Harry, sag das nicht. Du kannst für gar nichts wirklich etwas, aber ich wollte halt ein bisschen Abstand, die Ferien genießen, warum kann das nur keiner verstehen?“, erklärte ich sanft und ruhig, aber zum Schluss auch etwas genervt.

„Oh, Hermione, ich versteh dich, wirklich. Wie konnte ich auch nur denken, dass nur ich… aber du musst Ron verstehen, in solchen Dingen wie Gefühlen ist er nicht so… doch ich kann dich verstehen. Auch mir geht Cedrics Tod noch immer nah. Ich weiß auch, dass ich eigentlich nichts für seinen Tod kann, aber tief in mir habe ich trotzdem Selbstzweifel. Warum ist er tot und nicht ich?“, erklärte er abgehackt, stockend und schien unglücklich.

„Ach, bitte glaub das nicht, das ist Schicksal, da kann man nichts machen. Baue dich damit auf, dass Cedric nicht umsonst gestorben sein wird. Eines Tages wirst du deine Rache an Pettigrew bekommen, glaube mir, bitte. Und wegen Ron, er besitzt nun mal ein Gefühlsleben, das von seinen Ausmaßen her auf einen Teelöffel passt!“ erklärte ich ernst und bitterböse. Ich strich ihm mit einer Hand nun beständig über den Rücken und hielt ihn noch immer fest umschlungen.

„Aber du und ich, wir verstehen uns, oder?“

„Ja, Hermione, immer. Pass nur auf dich auf, wenn du dich dort draußen rumtreibst!“, bat Harry furchtsam und drückte mich noch fester, als er anscheinend an die Dementoren dachte, die ihm aufgelauert hatten, als er mich nun scheu anlächelte.

„Keine Sorge, Harry! Ich bin uninteressant, ich glaube nicht, dass mir jemand auflauert, dafür bin ich nicht wichtig genug!“, fasste ich seine unausgesprochenen Ängste zusammen als er tief Luft holte.
Ich richtete mich nun auf, so dass ich Harry aus meiner Umarmung entließ. „Du hilft den anderen beim Saubermachen?“, fragte ich ihn ablenkend und hoffte vielleicht doch ein bisschen, er würde hier bleiben und mir Gesellschaft leisten, doch er nickte bestätigend.

„Bist du aufgeregt wegen der Gerichtsversammlung morgen? Fudge ist nicht gut auf dich und Dumbledore zu sprechen?“, fragte ich besorgt nach und behielt Harry genau im Blick, wollte seine Reaktion sehen.

„Ja, schon etwas aber ich vertraue auf Dumbledore und lasse mich mal überraschen und Fudge ist ein Idiot!“, erwiderte Harry schroff und schien mir wirklich zuversichtlich zu sein.

„Wo du recht hast. Ich habe hier kurz recherchiert. Du hast in Notwehr vor einer tödlichen Bedrohung gezaubert, dafür können sie dich nicht kriegen, sollte es doch zu Komplikationen kommen und Dumbledore dich nicht so raushauen können wie erhofft, hätte ich da einen Vorschlag, aber beantworte mir zuerst eine Frage“, bat ich ihn und sah ihm aufmerksam ins Gesicht, einen Blick den er ehrlich und offen erwiderte. „Was ist der letzte Zauber, den du mit deinem Zauberstab ausgeführt hast?“

„Der Patronus! Warum? Ich hab nur einmal meinen Hirschen heraufbeschworen und sonst nichts!“, antwortete er leicht irritiert aber ohne zu überlegen. Ich entließ erleichtert meinen angehaltenen Atem, denn das war gut, sehr gut.

„Das ist fantastisch Harry. Ich weiß zwar nicht, wie Dumbledore deine Verteidigung aufbaut, aber sollten alle Stricke reißen, sag ihnen, sie sollen einen Prior incantato an deinem Zauberstab ausführen. Dies ist ein Spruch, um den letzten gesprochenen Zauber auf deinem Stab sichtbar zu machen und wie du sagst, wäre das bei dir der Patronus und welche Gründe hättest du gehabt so einen zu gebrauchen, wenn nicht um dein, nein, euer Leben zu schützen!“, führte ich geschäftig aus.

„Waaaas… Was…?“, rief er überrumpelt aus.

Harry starrte mich mit offenem Mund an und stotterte: „… du… du bist unglaublich, woher…?“

„Woher wohl, Harry? Sieh dich um wo du sitzt, aus den Büchern. Seit ich weiß was dir bevorsteht, forsche ich!“, erklärte ich ernst und rollte die Augen.

„Aber ich dachte, du sagst der Professor wird es schon richten?“, legte er nun den Kopf schief und schien perplex über meine verworrenen Überlegungen alles doppelt und dreifach abzusichern.

„Tja, ist doch besser wenn wir noch was in der Hinterhand haben, oder? Man sollte sich nie nur auf eine Person verlassen!“, erwiderte ich und legte genauso den Kopf schief während ich kurz verschlagen grinste, denn seitdem ich aus Ritas Buch so einiges aus Dumbledores Vergangenheit wusste, wollte ich mich erst recht nicht mehr blind und treudoof auf ihn verlassen. Harry nickte noch etwas sprachlos.

„Hast du dir den Spruch gemerkt, Harry? Wenn nicht, schreib ihn dir irgendwo noch auf!“, riet ich ihm, besorgt, dass er nicht aufpasste.

„Nein, nein, ich weiß noch Prior incantato, das kann ich mir schon merken!“, wiederholte er brav und schenkte mir einen tadelnden Blick, als wäre er beleidigt, dass ich ihn für minderbemittelt halten könnte.

„Und noch eins, sag ihnen, wenn sie dir nicht glauben, sollen sie noch Big D vorladen, als Familienmitglied ist ihm die Zauberergemeinschaft weder verboten noch fremd!“, riet ich ihm weiter.

„Das ist genial, Hermione, so wie du diese ganzen Dinge aufzählst, brauch ich ja fast keine Angst vor morgen zu haben!“, sagte er nun ganz aufgeregt und es wirkte, als würde eine Last von seinen Schultern fallen.

„Harry beruhige dich, bitte, das sind nur die letzten Möglichkeiten, sollten alle Stricke reißen, vergiss das nicht und sag es nicht den anderen!“, versuchte ich ihm intensiv klarzumachen, dass meine Vorschläge nur Ausweichmöglichkeiten waren.

„Geht klar, du bist die Beste. Ich geh dann mal zu den anderen, danke!“, sprang auf wie ein junger Hund und stürmte aus dem Zimmer. Es wirkte, als würde er platzen vor Freude, dass die Situation doch nicht so verfahren war, weswegen sich auf meinen Lippen ein kleines Lächeln ausbreitete. Oh Mann, noch mal so jung, unbedarft und naiv zu sein. Ich kam mir gerade steinalt vor. Was würde Harry von mir denken, wenn er wüsste, was ich bis jetzt getan hatte und ich lief ja nicht mit Scheuklappen durch die Gegend, es würde schlimmer werden, viel schlimmer und wie ich immer gesagt hatte, ich war bereit viel zu tun, vielleicht alles? Ach, nicht darüber nachdenken, das brachte mir jetzt nichts, wenn es soweit war würde ich weiter sehen!

Husch, husch, an die Arbeit. Ich hatte noch was zu tun. Sirius kam auch nicht, um mich von meiner Arbeit abzulenken. Der gute, unwissende Harry hielt ihn wohl ganz schön auf Trab, aber das gönnte ich den beiden von Herzen. Sie sollten ihre Zweisamkeit genießen. Der Abend wurde eine angespannte Angelegenheit, denn alle schienen mit ihren Gedanken woanders, bzw. bei Harry oder besser Harrys Verfahren zu sein. Auch auf mich hatte sich diese allgegenwärtige Nervosität übertragen und so leisteten mir an diesem Abend die Twins, in Ginnys und meinem Zimmer,

Gesellschaft. Ron, Harry und Ginny waren im Zimmer der Jungs und wie ich am Anfang schon mal gesagt hatte, verstand es Harry hervorragend, die zwei Geschwister zu beschäftigen.

„Also, wie schaut es aus? Von welcher Qualität waren die Zutaten?“, wollte ich neugierig von den Twins wissen.

„Erste Sahne, anscheinend hat er sich nicht getraut uns über den Tisch zu ziehen und hier haben wir noch was für dich… tataa… Trommelwirbel!“, alberte Fred kindisch herum und zog eine Tüte mit vielen bunten Bonbons hervor. Er überreichte mir diese Tüte wie den Gral und ich sah sie nur fragend an.

„Das ist jetzt das ausgereifte Produkt, mit allem wie du es dir gewünscht hast, und bevor du fragst, haben wir gestern Abend an uns getestet. Ich habe Fred ins Traumland geschickt und dann hab ich es an mir ausprobiert und hab fast fünf Minuten länger die Augen offen behalten. Du wirst zufrieden sein, damit sind Lav und Pav für dich kein Hindernis mehr“, resümierten die Red Devils böse grinsend und nicht ohne Stolz. Ich brach in lautes Lachen aus, dass die zwei aber auch immer wieder solche Gemeinheiten gegen Lavender und Parvati erfinden mussten, denn eins war klar, den Spitznamen würden die beiden Mädchen nicht mehr loswerden.

„Ich bin so unglaublich stolz auf euch!“, sagte ich danach ernsthaft, nachdem ich mich nach meinem Lachanfall wieder schwer gefangen hatte. „Danke, aber was habt ihr eigentlich zu Harry gesagt, wegen Dung und wird der euch weiter beliefern?“

„Du bist immer so unglaublich strukturiert, das ist wohl das Geheimnis deines Erfolgs“, sinnierte
George vor sich hin. „Aber ja, wir haben mit ihm vereinbart, dass er unser fester Dealer wird und Harry war ganz interessiert an unserer Geschäftsidee und sehr erfreut, dass er uns mit dem Geld helfen konnte. Das mit Dung haben wir ihm erklärt, indem wir gesagt haben, dass das nicht so ganz saubere Zutaten sind, aber eigentlich nur, weil sie selten sind. Er hat uns geglaubt, der liebe Kleine!“, grinste Fred breit und George nickte zustimmend während der Erklärungen seines Bruders.

„Schön, dass es so gut geklappt hat“, ich erhob mich und ging zu meinem Koffer. Die beiden beobachteten mich von Ginnys Bett aus. „Ich hab hier was für euch, aber zuerst möchte ich euch sagen, dass wir am 18ten, also übermorgen, den Tag nach Harrys Anhörung, einen Termin haben, um spätestens 20.30 Uhr, müssen wir hier raus sein, lasst euch also was einfallen. Ich schicke Ginny schlafen und werde mich mit einem Geminio magisch kopieren. Könnt ihr das bei euch auch machen,… könnt ihr den Zauber?“, fragte ich wie nebenbei, denn ich hatte das was ich gesucht hatte nun in der Hand und mich wieder erhoben.

„Klar können wir den!“, meinte Fred aufbrausend, Fred, welcher der eindeutig draufgängerischere Zwilling war, sprang vom Bett auf, zielte auf mein leeres Bett und machte die Zauberstab Bewegung mit der Formel und ich zückte meinen Hut, aber die Twins und ihre magischen Fähigkeiten sollte man wirklich nie, niemals unterschätzen, denn vor mir lag eine exakte Kopie von Fred, selig schlummernd in meinem Bett.

Beide grinsten wie blöde um die Wette. „Mein Respekt, nicht schlecht“, und ein Wisch und weg war der schlafende Fred.

„Danke, danke!“, führte er übertriebene Verbeugungen aus, was von George applaudierend kommentiert wurde. „Wir werden uns dann noch um Harry und Ron kümmern, sei unbesorgt, die beiden werden wie die Babys schlafen!“, meinte da noch Fred. „Auch, dass sich alle früher zurückziehen wird kein Problem werden. An dem Abend führen wir die erste Versuchsreihe unseres neuen Verkaufsschlagers durch, das wird so geil“, frohlockte der Rotschopf vorfreudig und klatschte nervös in die Hände, so, als könnte er es nicht erwarten, dass es endlich los ging. George grinste schelmisch. „Das sind die Nasch-und-Schwänz-Leckereien, du solltest keinen Kürbissaft trinken, aber so tun als würdest du unter den Symptomen wie die anderen leiden, damit wir uns alle schnell zurückziehen können“, instruierten sie mich weitsichtig.

„Perfekt. Danke, das ist ein Problem weniger, sehr gut“, lobte ich zufrieden.

Ich setzte mich nun zu George aufs Bett und klopfte auffordernd neben mich, damit sich auch Fred zu uns setzte. „Wie ihr wisst, möchte ich euch einen Wunsch erfüllen. Wir werden, wie gesagt von hier wegapparieren. Nach Wiltshire zum „Rose Cottage“, das mir gehört. Es ist mit einem Blutschutz geschützt. Ich überlege irgendwann einen Fidelius daraufzulegen. Wir werden also somit bei der alten Eiche vor dem Haus ankommen. Ich will euch in den Schutz mit aufnehmen, denn ich hatte vor, so etwas wie eine Basis für uns daraus zu machen, in der uns niemand findet, da sie keiner kennt“, erklärte ich den Twins gerade die Fakten und sie hörten mir mit immer größer werdenden Augen zu.

„Ähm Hermione, wir fühlen uns geehrt und… aber, was… was, du besitzt ein Haus? Aber ist es nicht unvorsichtig von dir solche Dinge hier laut auszusprechen?“, fragte da George erregt.

Ich schmunzelte: „Nein, die Tür ist mit einem Colloportus gesichert und der Raum mit einem Muffliato geschützt, an so was denk ich immer und ihr solltet euch geehrt fühlen. Das Haus habe ich von meiner Oma und Tante väterlicherseits geerbt.“ Ich bemerkte, dass ich beide erst mal sprachlos gemacht hatte, was äußerst selten geschah.

„Du, du besitzt echt ein Haus… voll krass…“, wechselten sie sich ab: „Wow, wie geil ist das denn? Aber was du immer aus dem Hut ziehst, Mannomann!“, klangen Unglaube, aber auch Bewunderung für mich durch.

„Euer Wunsch hat mir gut ins Konzept gepasst, da ich euch erstens das Cottage zeigen wollte und zweitens hat es mich angeregt über ein Kommunikationsmittel nachzudenken und eines zu erfinden, mit dem wir uns verständigen können“, erklärte ich verschlagen grinsend. Zwei beeindruckte und vorfreudige Augenpaare strahlten mich an.

„Hermione, wir haben noch nie jemanden kennen gelernt, der so viel Erfindungsgeist besitzt, wie du, naja außer unsere Wenigkeit natürlich, bewunderungswürdig!“, sie hüpften mehr auf dem Bett als dass sie saßen. „Haben wir dir auch schon gesagt, dass wir dich lieben?“, grinsten sie spitzbübisch.

„Nein, aber ich habs mir gedacht. Ich liebe euch auch Red Devils und ihr wisst, dass ich mit eurem Genie an ausgefallenen Ideen nicht mithalten kann. Aber zum Thema zurück, hier, die sind für euch, hab die letzten Tage daran gebastelt!“, und streckte ihnen in je einer Hand eine goldene Galleone entgegen. Beide sahen perplex auf das Geld in ihren Händen und drehten das Goldstück neugierig hin und her.

„Wow, eine Galleone, danke Hermione, aber wie sollen wir damit Kommunizieren?“, meinte George überlegend.

Ich kicherte vergnügt. „Ich finde, da ist mir wirklich etwas Geniales eingefallen, hat aber auch kurz gedauert, bis mir diese Idee kam. Also, es geht so, wenn wir uns eine Nachricht schicken wollen, müssen wir nur die Ziffern und Zahlen ändern, das zeigt uns, um wie viel Uhr, wir uns im „Rose Cottage“ abgekürzt RC, oder irgendwo in Hogwarts mit H, oder der Heulenden Hütte abgekürzt mit HH, treffen! Ganz einfach. Wir bemerken es, da das Goldstück heiß wird. Ich hab die Galleone mit einem Proteus belegt, ein recht schwieriger Zauber, vor allem da ich mir diese Idee vom Dark Mark abgeschaut hab. Es funktioniert fast genauso, nur, dass ich euch nicht tätowieren muss“, erklärte ich geschäftig und gewichtig, da ich schon etwas stolz war. Ja, auf die gefälschten Galleonen war ich wirklich stolz und strahlte daher glücklich. Die Twins sahen zwischen sich, mir und dem Gold hin und her, um mich dann nur noch anzustarren, bevor sie loslegten.

„Das… boah… der Proteus… aharrr…. du bist aber auch… ich hab keine Worte mehr… vom Dark Mark… spinnen wir…“, sie tickten gerade voll aus und ihre Stimmen steigerten sich zu einem lauten Kreischen.

„Beruhigt euch, bitte. Ich werde ganz rot!“, sah ich beschämt zur Seite und tat ihre Freude mit einer lapidaren Handgeste ab.

„Du kannst gar nicht mehr rot werden, aber über diese Lüge solltest du rot werden und schau, du tust es nicht. Ich muss Sirius recht geben, du bist die klügste Hexe, die ich jemals kannte, ich… nein wir vergöttern dich!“, erklärte Fred enthusiastisch und total begeistert breit grinsend, während George wieder zustimmend nickte und auch teuflisch grinste.

„Ahrr, ist ja gut, weiter im Text. Wir legen morgen das Haus hier lahm und ab neun Uhr habt ihr euren Spaß. Jetzt kommt meine Bedingung, ihr ruft mich über die Münzen wenn ihr fertig seid, denn ich möchte dann etwas tun und danach bringe ich sie zurück, ist das ok?“, fragte ich nach.

„Klar, ich freu mich schon so… das wird bestimmt lustig!“, sprudelte Fred überschwänglich. George legte seinen Kopf schief und erklärte überlegend: „Ich bin auch schon gespannt und wir machen alles so wie du willst. Mir kommt gerade nur auch eine Idee. Wäre es nicht besser, wenn wir drei unsere Münzen immer bei uns tragen würden, dann bekommen wir immer mit wenn einer von uns was an ihr verändert… mhm… ich schlage vor, wir machen irgendwo ein Loch rein und tragen sie wie einen Anhänger um den Hals, wie einen Talisman, dann fragt auch niemand blöd.“

„Mein Bruder“, kam es pathetisch von Fred, als er sich vor legte und einen dicken Schmatzer auf den Mund des anderen Rothaarigen setzte. „Gute Idee!“ Ich nickte und holte schon meine Münze aus dem Koffer.

„Wirklich gute Idee, George“, lobte ich, dann richtete ich den Zauberstab auf die Münze. „Aboredefodio“, ein Zauber, der ein Loch in die Galleone bohrte, was wunderbar funktionierte. Noch ein kleiner Zauber und ich hatte drei dünne, schwarze Seidenbänder in der Hand und fädelte meines ein und wollte es mir umhängen, als mich Fred aufhielt.

„Du gestattest?“, nahm er mir das Band aus der Hand, strich mein Haar aus meinem Nacken und legte mir nun meinen Talisman an.

„Schaut gut aus, steht dir“, lobte George, während Fred einen kleinen Kuss auf meine Schulter hauchte. Wir drei lächelten uns verschwörerisch an. Kurze Zeit später trugen die beiden auch ihre Münzen um den Hals und spaßten herum, wie gut sie doch mit dem Schmuck aussahen, typisch, die Twins eben.

„Aber bevor wir heute gute Nacht sagen, du bist ein böses Mädchen, einfach so das Dark Mark nachzuahmen, überhaupt darauf zu kommen. Manchmal, aber nur manchmal könnte man echt Angst bekommen, wie gut, dass du unsere beste Freundin bist“, erläuterte George ernst und Fred nickte dazu aufgeregt.

„Ich nehms mal als Kompliment und jetzt ab mit euch. Ich muss rüber und Ginny holen, denn es darf für Harry morgen nicht zu spät werden, schließlich geht es um viel!“, da waren auch die Spaßvögel dieser Ansicht und begleiteten mich, um die anderen ins Bett zu treiben.
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