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 Kapitel 28-29

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queenie
Königin
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BeitragThema: Kapitel 28-29   Do Feb 09, 2012 12:30 am

Zweifel und Eifersucht

An Schlaf war in dieser Nacht nicht für mich zu denken. Ich war über mich schockiert. Vor meinem inneren Auge liefen immer wieder die Bilder ab, als Snape mir so unerwartet nahe war. Was war da passiert?

Dies hatte ich nicht wirklich getan, oder? Ich meine, ich hatte wirklich und wahrhaftig Geld angenommen, von einem Mann, mit dem ich an einer frei zugänglichen Stelle Sex gehabt hatte und das Brutalste an der Geschichte war, er war mein Professor und hatte keine Ahnung, wen er da so hemmungslos gevögelt hatte! Ich hatte wohl ein Talent mich in blöde Situationen zu bringen, oder was? Ich beantworte das mal mit, ja! Natürlich hatte ich nun die Sorge, hätte Snape mich nicht erkennen müssen, da meine Gesichtszüge nicht verändert waren? Aber ich rief mir in Erinnerung, dass ich auch noch stark geschminkt gewesen war. Das beruhigte mich, denn das ging, wenn ich Minna wurde, immer mit einher, die Augen stark betont und getuscht, auch wagte ich da einen tiefdunkelroten Lippenstift aufzulegen. Kein Wunder, dass er gedacht hatte, ich würde dem Gewerbe nachgehen.

Auch kam mir der Gedanke, dass bis jetzt fast keiner die Dumbledore-Brüder als das erkannt hatte was sie waren, enge Verwandte. Außer man ging wie ich mit diesem Wissen gezielt auf sie zu und ich war mir sicher, dass der Professor viel denken wollte wer oder was ich war, Minna aber nicht mit Hermione in Verbindung brachte. Nun rollte wieder die Erkenntnis über mich, dass ich seiner Forderung nach einer schnellen Nummer nachgegeben hatte, aber wie hätte ich aus dieser Sache sonst raus kommen sollen, ohne dass er wie ein tollwütiger Hund die Fährte aufgenommen und mich verfolgt hätte! Denn Snape war ein misstrauischer Scheißkerl, der wenn er Lunte roch nicht so schnell aufgab. Also hatte ich ihm gegeben was er wollte.

Wie er mich an die Mauer gedrückt hatte,… Himmel… ich rotierte in meinem Bett. Was machte mich gerade fertig? Was war die Ursache? Das versuchte ich zu analysieren, aber ich glaubte, ich kam dem Kern des Übels gerade nahe und ich bestand mir selbst gegenüber auf absolute Ehrlichkeit. Ich würde mir nicht in die Tasche lügen.

Der Sex erschütterte mich deswegen, da es nur um seine Befriedigung gegangen war, so hatte er mich auch genommen, ohne Rücksicht auf Verluste. Das auch ich einen Orgasmus bekommen hatte lag nicht an seinem Bemühen mir einen zu verschaffen, oh nein, er hätte, wenn er vor mir gekommen wäre, das Ganze eiskalt beendet. Seine Gesten und Taten in der Gasse waren nur dafür da gewesen ihn zu befriedigen, das war wohl das Leben und der Sex einer Prostituierten, aber ich war das nicht gewöhnt, denn ich war schließlich kein leichtes Mädchen, verdammt! Schließlich hatten Cedric, Victor und Sirius alles dafür getan, dass ich das gleiche Vergnügen an der Sache hatte wie sie, aber Snape hatte, wenn ich das Revue passieren ließ, meine Brüste nur für sich stimuliert und als er mich mit seinem Finger gefickt hatte, hatte er dies nur getan, um für genügend Feuchtigkeit zu sorgen, ob ich dabei große Lust empfunden hatte oder nicht, war zweitrangig gewesen, schließlich hatte er dafür bezahlt.

Dass mir dank meiner verdorbenen Erregtheit und meiner verderbten Fantasie doch ein Orgasmus von ihm beschert worden war, hatte vielleicht sogar ihn verwundert, weswegen ich mir jetzt ziemlich sicher war, dass ich die meiste Schuld an seiner Anfrage mit der Eule hatte. Auf der anderen Seite konnte ich froh sein, dass nur das passiert war. In den Kreisen, in denen ich mich derzeit bewegte, war das ich Geld für den Sex bekommen hatte, wahrlich nicht das Schlimmste. Ich hätte auch jederzeit vergewaltigt werden können, da hätte auch kein Hahn danach gekräht. Ich gab mich in meinem Selbstmitleid einem großen Luxus hin, denn an sich war nichts Schlimmes passiert. Warum also jammern? Er hatte ja schließlich dafür bezahlt. Ahrrr, das schien mich irgendwie am meisten zu stören. Komisch oder?

Oh, ich musste schnell mit mir ins Reine kommen, denn gleich würde ich Sirius gegenübertreten müssen und er würde mit Sicherheit wissen wollen, was die Twins und ich in der Nacht getrieben hatten und meine Göttin, getrieben hatten wir es alle, aber wie, das war mein verdammter Zynismus, der mit mir durchging. Ich vergrub aufstöhnend mein Gesicht in meinem Kissen, denn ich konnte und wollte es immer noch nicht glauben. Es pochte leicht hinter meinen Schläfen. Geistige Notiz an mich, für mein Sortiment an Tränken musste auch noch ein Katertrank her, man sollte schließlich für jede Situation gerüstet sein, denn die von Snape bezahlten Schnäpse verursachten mir einen bösen Kater. Schön, dass ich über meiner inneren Zerrissenheit schon wieder planen konnte und wenn es nur das war, was ich noch in meiner Giftküche brauen würde. Wenn ich so darüber nachsann, sollte ich eigentlich unheimlich stolz auf mich sein, dass ich in der Lage gewesen war dem mentalen Angriff standzuhalten.

Ja, ich musste erstaunliche Fortschritte in der Okklumentik getan haben, wenn es mir möglich war einem Kaliber wie Snape zu widerstehen. Ich lächelte glücklich in das Kissen. Oh ja, dafür hätte ich ein Ohnegleichen verdient. Positives Denken war nun die Devise. So schlecht war der Abend gar nicht verlaufen, dachte nur an die Twins, die nun mit absoluter Gewissheit wussten, dass sie füreinander geschaffen waren und an sich so was von schwul waren, wie es schwuler nicht ging! Vielleicht, das ein oder andere Abenteuer in ihrem Leben, aber niemals ohne den Anderen. Darüber freute ich mich sehr, denn nach meiner bescheidenen Ansicht gehörten sie zusammen. Jede dritte oder vierte Person hätte in dieser Dualität gestört. Sie waren gewitzte Erfinder, die sich gegenseitig anspornten und forderten wie kein Außenstehender dazu in der Lage gewesen wäre. Diese zwei waren ein dynamisches Ganzes.

Gleichzeitig legte sich bei diesen Gedanken eine leichte Lethargie über mich, da mir meiner Ansicht nach kein Partner beschieden sein würde, der von mir wirklich alles wissen konnte und durfte. Ich war allein. Reiß dich zusammen Hermione, du warst immer gern allein, das hast du früh schon so entschieden, niemandem alles zu erzählen, eine einmal getroffene Entscheidung sollte nicht betrauert oder gar angezweifelt werden, daran etwas zu ändern war eh nicht mehr möglich. Ich drehte mich wieder unruhig um und stöhnte gequält auf. Auwa, tat das weh. Mein Unterleib fühlte sich schrecklich wund an, aber einen Trank würde ich nicht nehmen, diese Blöße wollte ich mir nicht geben, das wäre zu peinlich.

Ich wollte nicht darüber nachdenken, wie ich das nächste Mal Snape gegenüber treten sollte. Ich wollte es auf mich zukommen lassen, denn ich meine nur weil sein Schwanz in mir gesteckt hatte, hieß das ja nicht, dass sich was zwischen uns geändert hatte und Sirius, ich wollte versuchen nah an der Wahrheit zu bleiben und nur so gut wie fast alles zu verschweigen, wenn aber der Professor schon an meiner Mauer gescheitert war, so würde ich auch Sirius widerstehen können. So, genug über meine Entscheidungen getrauert. Ich hatte einen Lauf zu bestreiten, aber in weiser Voraussicht ging ich heute lieber zuerst duschen. Nach dem Joggen konnte ich ja nochmal runter hüpfen, da ich nicht wollte, dass der „Hund“ etwas roch was er nicht riechen sollte. Die Gefahr war mir zu groß.
Später in der Küche hielt ich mich an meiner Tasse fest wie an einer lebenswichtigen Medizin. Gott, oh Gott, tat es mir untenrum weh. Mussten diese beiden Männer so gut bestückt sein? Da konnte ich ja an nichts anderes denken, wenn es die ganze Zeit in mir so dumpf pochte. Unsere Runden hatten Sirius und ich gezogen.

Er hatte mich wie üblich unten erwartet. Dies war irgendwie ein schönes, tägliches Ritual geworden, danach sahen wir uns in der Küche wieder, auch die anderen kamen peu à peu herein getröpfelt. Erstaunlicherweise ging es allen heute recht gut nach der plötzlichen Erkrankung von gestern. Die einzigen, die heute unausgeschlafen und mit Kopfschmerzen auftauchten waren die Twins, was mich sehr erheiterte. Die Nacht hatte auch bei ihnen Spuren hinterlassen. Aber helfen konnte ich noch nicht. Der Trank würde erst von mir gebraut werden müssen, also verschwand ich relativ flott und verschanzte mich, las Ritas Exposé über eine Frau namens Dolores Umbridge, was interessant aber auch beunruhigend war. Sie war die erste Untersekretärin des Zaubereiministers Fudge! Sie hatte auch die Anti-Werwolf-Gesetzgebung von vor zwei Jahren zu verantworten, die es Remus nach Hogwarts fast unmöglich gemacht hatte einen neuen Job zu finden. Was von dieser Frau zu erwarten war, konnte nichts Gutes sein, angesichts der krassen Ansichten, die diese Frau gegenüber jeglichen „Mischwesen“ vertrat und ich hatte die grobe Vermutung, dass dies alle nicht reinblütigen Zauberer mit einschloss.

Offen anlegen sollte man sich mit ihr nicht, das hatte ich auch nicht vor. Menschen wie sie hatten immer Dreck am Stecken und man musste nur Geduld und Ausdauer haben, bereit zu sein diese Geheimisse zu suchen und schon hatte man das perfekte Material, um sie erpressbar zu machen und für diese Aufgabe war ich doch prädestiniert. Ich blickte auf und sah in Sirius‘ ernste, graue Augen. Diesmal hatte ich ihn nicht gehört. Er musste sich leise angepirscht haben. Ups, da hatte einer gute Laune und er wusste noch nicht mal, dass ich mich prostituiert hatte und das auch noch mit Snape, seinem Hassfeind, dachte ich gehässig und fragte mich, was mich nun erwartete, denn wirklich freundlich wirkte er gerade nicht. Ich sah ihn versucht hart an und schluckte schwer. Er setzte sich derweil betont gelassen hin aber eine Welle von unterschwelliger Wut schien in den Raum mit ihm eingezogen zu sein.

„Was sollte das gestern?“, fragte er mit strengem Ton und schaute auch recht unnachgiebig. Oh, genau was ich nach vergangener Nacht brauchte, einen selbstgerechten Racheengel, der die armen Versuchskaninchen, die die anderen für uns gewesen waren, verteidigte. Toll, ganz toll!

„Nichts Schlimmes“, klimperte treuherzig mit den Wimpern, denn ich wollte gerade versuchen mit den Waffen der Frauen zu kämpfen. Seine Augen verdunkelten sich noch mehr, wenn dies möglich war und erinnerten an Schiefer. Schluck, was nun!

„Nochmal Hermione, ich bin weder ein Idiot, noch ein Kind. Wo bist du gestern mitten in der Nacht mit den Twins hin verschwunden und glaub mir, ich weiß, ihr seid erst sehr spät wiedergekommen und alle anderen lagen todkrank in den Betten und wenn ich daran erinnern darf, war auch euch dreien nicht gut. Was für Spielchen spielst du?“, ein saurer Sirius konnte durchaus beeindrucken, wie er hier so rumbrüllte, sein Gesicht in Wut leicht verzerrt, wie gut, dass ich den Raum immer schallschützte, sonst hätten wir jetzt einen Massenauflauf gehabt.

„Was willst du mir unterstellen?“, fragte ich betont ruhig, schloss die Akte, legte sie bedacht auf den Tisch und setzt mich aufrecht hin.

„Erstens habt ihr Harry, Ron und Ginny was gegeben, oder nicht?“, seine Stimme klang hart und kalt.

„Jaaa, haben wir!“, gab ich zu, denn hier würde ich mit einer Lüge nicht weit kommen, nur, dass er noch mehr austickte, denn sein Körper zitterte bedenklich vor unterdrückter Spannung. Seine Augen verschickten wütende, kleine Blitze in meine Richtung, die einschlugen. Nun hielt ihn nichts mehr auf der Couch, er sprang abrupt auf. In diesem Moment hatte er eine erstaunliche Ähnlichkeit mit seiner Animagusform. Er schnellte auf mich zu, stützte aggressiv seine Hände auf die Lehnen des Sessels links und rechts von mir und hielt mich so gefangen. Dann bückte er sich bedrohlich zu mir runter und ich folgte seiner Bewegung, indem ich mich instinktiv mehr und mehr in den Sessel zurücklehnte und ihn mit großen, kalkulierenden und abwartenden, aber keinen ängstlichen Augen anschaute.

„Was. Fällt. Dir. Ein? Sie krank zu machen, das ist kein Spaß!”, zischte er aufgebracht, böse. Er sah richtig wild aus. Mhmhmhm, lecker! Es machte ihn sehr attraktiv und lebendig. Ich hatte so einen Knall, aber am liebsten hätte ich mir vorfreudig über die Lippen geleckt. Irgendwie fand ich Sirius immer ansprechend wenn er temperamentvoll wurde.

„Beruhige dich Sirius, hast du nicht immer gesagt, ich bin die klügste Hexe, die du kennst? Wo ist dein Vertrauen? Die Twins und ich würden den anderen niemals schaden, Ehrenwort!“, erklärte ich in meiner unentspannten, gefangenen Haltung halb unter ihm begraben.

„Ach, und du glaubst, das macht es besser? Was sollte das? Was für einen Grund hattet ihr euch aus dem Haus zu schleichen und dafür alle lahm zu legen, das war doch der Grund, oder? Warum Hermione, was sollte das?“, schrie er immer noch aufs Höchste erregt und sehr wütend. Wow, der Mann hatte echt Feuer. „Und sag jetzt nicht du kannst es mir nicht sagen! Da draußen ist es gefährlich!“, er starrte mich wütend an.

„Das kann ich nicht, sorry, ist Angelegenheit der Twins!“, verteidigte ich mich entschuldigend, aber so gerechter Zorn gegen Sirius wollte nicht bei mir aufkommen, denn alles was er mir unterstellte hatte ich mit Sicherheit getan, wenn nicht sogar schlimmeres, zum Beispiel mit Snape Sex haben, wenn er das jetzt wüsste, würde er höchstwahrscheinlich im Dreieck hüpfen.

Er knurrte wütend auf. „Nochmal, was hast du mit den Zwillingen draußen gemacht?“, hörte er sich eifersüchtig an? Oder immer noch sauer wegen unserer Aktion die anderen flachzulegen? Ich wusste es gerade nicht!

„Bist du eifersüchtig?“, versuchte ich es mal wacker und stellte diese Vermutung auf. Da packte er mich grob an den Schultern, bohrte seine Finger schmerzhaft in meine Haut und schüttelte mich kräftig. „Ich bin kein dummer Junge, Hermione, mit dem du so einfach spielen kannst. Ich akzeptiere nicht, dass du aus mir einen Idioten machst!“, brüllte er zornig, also doch eifersüchtig, auf die Twins, oh wie süß, das war so nett, aber auch so falsch. Aber dem musste ich mal gleich entgegenwirken. Ich gehörte nur mir und dem, der am besten zahlte. Unsinn, mein kranker Humor kam immer in den schlechtesten Zeiten durch. Ich gehörte nur mir, keiner durfte sich anmaßen zu denken mich zu besitzen und vor allem sollte er nicht so für mich fühlen! Das ging zu tief, viel zu tief.

„Sirius, komm runter. Führe dich nicht so auf, du bist kein dummer Junge, auch wenn du dich gerade wie einer benimmst und zum Idioten machst du dich gerade selbst!“, wies ich ihn eisig zurecht und schaute ihn kalt an.

„Oh, so kommst du mir jetzt, komm ich der Wahrheit zu nah?“, zischte er giftig, dabei hielt er mich immer noch schmerzhaft umklammert.

„Zum Teufel, nein, was denkst du von mir? Ich kann dir versprechen, nein sogar schwören, ich habe nichts mit den Twins am Laufen, wenn dich das treibt!“, fauchte ich ihn nun doch böse an. Hatte ich nicht schon einmal gesagt, dass ich es hasste mich zu rechtfertigen?

„Oh gut, soll ich dir das mit den Twins wirklich glauben, aber ich denke, ich höre da so einen Unterton… wenn nicht die Zwillinge, dann jemand anderes. Ich lass mir keinen Bären aufbinden“, knurrte er immer noch wütend auf und schaute sehr wild mit seinen Haaren aus, die ihm wirr ins Gesicht fielen.

„Ahrr, ich bin dir keine Rechenschaft schuldig!“, schrie ich nun erregt auf, denn er ging zu weit, entschieden zu weit. „Das glaubst auch nur du!“, brüllte er nun bösartig, da er sich nun bestätigt fühlte, in seinen berechtigten Zweifeln mir gegenüber. Er drückte mich nun mit seiner Rechten, die er plötzlich auf meine Brust legte, unsanft in den Sessel und legte provozierend grob seine linke Hand über meine Scham. Er zwang sich zwischen meine Beine, drückte sie mit seinen Knien brutal auseinander und umfasste sie durch den Stoff meines Kleides.

„Solange ich es dir besorge, gehört das auch mir, verstanden?“, grollte er dunkel, dann bewegte er fest seine Hand hin und her. Ich starrte ihn völlig perplex an. Das hier war Sirius! Oh Mann, das mit Snape durfte er niemals erfahren, so verrückt wie er grad aussah.

„Das sind meine Spielregeln! Keine anderen, verstanden, Hermione?“, fuhr er weiter hart fort. Tja, also die Ansage kam zu spät, mein Lieber, das würdest du nur nie erfahren, denn so bescheuert ihm das zu erzählen, wäre ich nie.

„Sirius, nimm deine Pfoten von mir, wenn du so weiter machst, kannst du es dir bald selbst besorgen. Ich habe keine Angst vor dir. Für mich gab es und wird es nie Regeln geben. Was ist mit dir los? Was hab ich getan, dass du so reagierst, so zweifelst?“, fuhr ich ihn brüsk an, aber vor allem tat das auch weh was er da tat und er ging eindeutig zu weit, unter Anbetracht, dass ich ihm gesagt hatte, dass da nicht mehr zwischen uns war. Ihn so anlügen und zu beteuern, dass ich mit anderen keinen Sex hatte konnte und wollte ich nicht so recht, denn so verlogen schien nicht mal ich zu sein, aber was sollte ich tun? Mir blieb mal wieder keine andere Wahl. Mittlerweile war meine Moral sehr dehnbar, vergleichbar mit einem Gummiband.

„Bitte…“, er ließ wütend von mir ab, Göttin sei Dank, und stieß sich ab, stapfte rauchend im Raum auf und ab. Ich zog mich aus den Tiefen des Sessels wieder in eine sitzende Position.

„So, wie ihr drei euch rausgeschlichen habt, was habt ihr getan… wenn nicht miteinander gevögelt?“, fauchte er nun fast und sah mich leidend, fragend an aber mit unterdrückter Aggression.

„Also Sirius bitte, meinst du nicht, wenn ich mit den beiden hätte schlafen wollen, dass ich das nicht auch hier hätte tun können?“, fragte ich todernst und verschränkte meine Arme vor meiner Brust. Was mir einen entsetzten, bösen Blick von ihm einbrachte. Was echt, das war doch nur die Wahrheit! Wenn ich wollte, würde ich mit ihnen hier schlafen!

„D... das meinst du jetzt nicht ernst, du… also wenn hier noch jemand wäre mit dem du gern Sex haben möchtest, würdest du es auch hier unter meiner Nase tun?“, sein Gesicht zeigte völliges Erstaunen und er fuhr sich fahrig durch seine Mähne.

„Äh, ja…“, erwiderte ich wortkarg.

„… das hätte ich jetzt selbst dir nicht zugetraut!“, meinte er rau und sah betroffen aus. Tja, bis gestern Nacht hätte ich mir auch nicht zugetraut einen auf Hure zu machen, was für Überraschungen das Leben doch bereithielt, blieben meine Emotionen erstaunlich arm, somit blieb ich stumm und er lief immer noch erregt auf und ab.

„Ok, das heißt dann wohl ihr seid wirklich wegen was anderem abgehauen?“, fragte er jetzt wieder hoffnungsvoll nach. Ich nickte ihm wortlos zu.

„Ja, aber wenn du was wissen willst, frag Fred und George, denn wenn sie es dir sagen, ist es in Ordnung, wenn nicht, akzeptiere es bitte, es ist allein ihre Angelegenheit“, erklärte ich ihm, dass ich nichts dazu sagen würde.

„Trotz deiner schockierenden Aussagen… ich glaube dir, dass du die Twins nicht vögelst und das andere krieg ich schon noch von ihnen raus“, bot er plötzlich großzügig an und da sah man wieder das wankelmütige Temperament des ehemaligen Rumtreibers.

„Tja, danke aber auch ich möchte nur klarstellen, dass ich dir nicht gehöre, mein Lieber!“, kam ich noch mal bestimmt auf seine Besitzgier zurück, die mir gar nicht passte.

„Ach, dann hättest du also nichts dagegen, wenn ich noch mit einer anderen schlafen würde?“, fragte er diesmal provokant und lauernd.

„Mhmh, hab noch nicht darüber nachgedacht…“, erklärte ich überlegend und ich legte den Kopf schief und dachte nach, versuchte es mir vorzustellen, als ein protestierender, lauter Ausruf mich unterbrach.

„… das meinst du jetzt nicht ernst?“, echote er sehr ungläubig und sackte kraftlos auf der Couch zusammen.

„Bitte Sirius, wir werden nicht heiraten“, erwiderte ich lapidar. In solchen Gefühlsdingen war ich immer sehr rational und es kam mir gerade so vor, dass ich für Abstand sorgen musste, damit Sirius nicht auf dumme Gedanken kam.

„Nein, das nicht, aber dass du da so sein kannst. Doch nochmal zurück, was fällt dir ein Harry so böse mitzuspielen!“, wiegelte er schnell ab und da blitzte es schon wieder stinksauer in seinem Blick auf.

„Da darfst du auch zu den Twins gehen, waren ihre Produkte, die sie getestet haben. Nasch-und-Schwänz-Leckereien. Als Rumtreiber müsstest gerade du die Genialität dahinter sehen und ich kann dir versprechen, dass Harry die nächste Zeit nichts zu befürchten hat“, erklärte ich böse und zog mir den Schuh echt nicht an.

„Was…?“, fragte er verblüfft.

„Geh zu den Twins, sind in ihrem Zimmer. Ich denke, wir haben das geklärt, ich muss bald los“, meinte ich recht kalt und griff zu der Akte auf dem Tisch.

„Das war’s? Du hakst das einfach so ab?“, erkundigte er sich ungläubig.

„Ja, was soll ich denn machen? Wir haben unsere jeweiligen Standpunkte klargemacht“, erwiderte ich schulterzuckend.

„Was bedeutet das jetzt?“, fragte er weiter und hob verzweifelt seine Arme in die Höhe.

„Was schon, wenn es sonst keinen weiteren Ärger gibt, würde ich vorschlagen alles bleibt so wie bisher, wir ficken weiter, oder willst du nicht mehr?“, provozierte ich ihn grinsend.

„Okay, … doch schon … aber…“, er stottert leicht, schien noch nicht ganz so alles begriffen zu haben.

„Na, dann bis heut Abend, wie immer“, verabschiedete ich mich lässig und lächelte ihn sanft und souverän an. Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, sackte ich zusammen. Puh, ein wütender, saurer Sirius war ein Tornado, verdammt aber auch, dass er leider nicht dumm war. Er hatte viel erraten und erspürt und dass ich ja gestern mit jemand anderem zusammen gewesen war, das hatte er sich nicht eingebildet. Ich stöhnte und rieb mir mit beiden Händen über mein müdes Gesicht. Wenigstens musste ich mir über meine schauspielerischen Fähigkeiten keine Gedanken machen. Ich hatte die Ruhige und Souveräne sehr überzeugend gespielt, wo er mich überrumpelt hatte war seine besitzergreifende Art und wie er mir dies handgreiflich klargemacht hatte, so vulgär hatte ich ihn nicht eingeschätzt. Ich schüttelte mich, so als würde ich Dreck abschütteln und machte mich dann fertig, denn ändern konnte ich an der Situation nichts, nur das Beste daraus machen.

Nach dem Training kam mir ein strahlender Sirius entgegen, der mir gut versteckt im Flur, einen wagemutigen Kuss auf den Mund hauchte und mich mit einem intensiven Hundeblick um Verzeihung bat. Ich weiß ja nicht, was ihm die zwei roten Teufel erzählt hatten, aber es schien Sirius Einstellung grundlegend geändert zu haben, denn er war zahm wie ein Hundewelpe und sehr aufmerksam. Ich holte mir die Infos noch schnell nach dem Abendessen von Ihnen. Sie erzählten mir, dass ein stinkwütender Sirius in ihr Zimmer gefegt gekommen war und sie knallhart gefragt hatte, ob sie mit mir schliefen. Als erstes waren sie perplex, was dies Sirius anginge aber über seine offensive Art waren ihnen beinahe die Augen aus dem Kopf gefallen, denn eigentlich hatten sie gestern Abend ja durchaus mit mir oder anders gesagt, mit meinem Körper geschlafen.

Da sie in ihrer schnellen Auffassungsgabe erkannt hatten, dass Sirius warum auch immer total eifersüchtig war und er anscheinend mein aktueller Liebhaber war, gut dafür bedurfte es nach diesem Auftritt keines Genies, wurde ihnen klar, dass sie ihm auf keinen Fall alles erzählen durften und so hatten sie eine halbwahre Geschichte gesponnen. So hatten sie sich entschlossen, Sirius, nachdem er ihnen Stillschweigen geschworen hatte, in ihr Geheimnis einzuweihen und bekannten Farbe und erzählten, was ich gestern für sie arrangiert hatte. Sie hatten ihm tatsächlich erzählt, dass sie seit Jahren ein Paar waren, um genauer zu sein, seit dem Ende meines vierten Jahres und somit schwul, aber sie hatten testen wollen, ob einer von ihnen vielleicht auch auf Frauen stand und da sie bisher immer nur miteinander geschlafen hatten, wollten sie ihren Horizont erweitern, aber auch das nur miteinander. George hatte in Hogwarts seine ersten Gehversuche nämlich mit Frauen gestartet, aber er hatte nie den endgültigen Schritt gewagt, dafür hatte er oft die Mädchen von Haus zu Haus gewechselt aber Fred, der hatte es eben nie auch nur im Ansatz mit einem weiblichen Wesen versucht. Fred war von Anfang an auf die Männer fixiert gewesen und war hierbei wesentlich forscher unterwegs als sein Bruder.

Und jetzt hatten sie alles Sirius erzählt. Sie hatten nicht verschwiegen, dass ich ihnen eine Prostituierte besorgt hatte, die mit ihnen gestern Spaß gehabt hatte, dass diese zum guten Schluss mein Ebenbild geworden war, hatten sie aber wohlweislich verschwiegen und auch über meinen Verbleib hatten sie nichts gesagt.

„Du schläfst mit Sirius. Mann, ich fass es nicht, du bist wahrlich immer für eine Überraschung gut, das hat mich … uns mal wirklich kalt erwischt, seit wann?“, schossen sie da auf mich ab und wirkten total aufgekratzt und hibbelig.

„Ein paar Tage, nachdem ich hier her kam“, antwortete ich betont gelassen.

„Wow, ich sag’s doch, du hast es echt drauf. Erstens bist du echt schnell und zweitens, er ist heiß!“, die Twins mussten es ja wissen, welcher Kerl hot war und welcher nicht und so leckte sich Fred genießerisch über die Lippen.

„Wie ist er so… hmhm lecker… ist er so gut… ausgestattet wie ich denke, dass er es ist?“, fragte er eifrig und wenig taktvoll. War klar, dass diese Frage von Fred kam.

„Oh, ihr seid mir zwei Teufel, aber ja, er erfüllt alle Voraussetzungen und nein, er ist nicht schwul und wenn ihr euch jetzt noch einen Dreier mit einem Mann wünscht, verwünsche ich euch!“, drohte ich gespielt böse und grinste sie breit an.

„Hey, sei mal nicht so, man darf dich doch wohl noch um dein Betthäschen beneiden“, meinte Fred indigniert. „Und an was du schon wieder denkst, also mir kommt kein zweiter Mann ins Bett!“, erklärte er pikiert und hielt den Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand wie zum Schwur hoch.

„Eh, was denkst du? Mir auch nicht. Als Mann reicht mir der Karottenkopf hier vollauf!“, scherzte George gemein und grinste verwegen, die zwei waren ein herrliches Paar.

„Ich gratuliere dir aber zu der Entscheidung. Ich find ihn besser als Krum“, bescheinigte mir George und Fred nickte zustimmend. So verließ ich sie bald, da Sirius mich ja erwartete. Die Versöhnung, die mir Sirius bescherte, war wunderbar, sanft, zärtlich und er konzentrierte sich sehr auf mich. Ich merke mal an, dass ich ihm dafür meinen tiefsten Dank ausgesprochen hätte, denn eine weniger zärtliche Begattung hätte meine stark mitgenommene und doch heftig beanspruchte Weiblichkeit wirklich nicht mehr vertragen, aber es erinnerte mich auch daran, dass er sich an sich für nichts entschuldigte, aber das würde er nicht erfahren. Die nun folgende Zeit verlief wie im Fluge.

Ich kam mit den Büchern gut voran, das Waffentraining wurde härter, aber ich immer besser. Die Tränke und Salben gelangen auch alle, besser hätte die Arbeit nicht laufen können. Meine Tage waren erfüllt mit meinen Aufgaben und Projekten, die zu meiner vollen Zufriedenheit liefen. Auch mit Sirius lief es wieder fantastisch. Wir hatten jeden Abend Sex. Ich glaube Sirius war seit Jahren nicht mehr so gut gelaunt gewesen wie in dieser Zeit. Auch verbrachte ich einige schöne Stunden mit Harry, Ron und Ginny beim gemeinsamen Spielen und Ratschen. Ich wusste nicht was Harry anders machte, aber er schaffte es immer mich zu integrieren und wo ich mich davor so fehl am Platz gefühlt hatte, eine Nische für mich zu schaffen, in der ich mich wohlfühlte.

Doch bald würden die Ferien vorbei sein.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 7:58 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Hogwartsbrief und wieder Gringotts   Do Feb 09, 2012 12:31 am

Hogwartsbrief und wieder Gringotts

Heute, zwei Tage bevor die Ferien zu Ende waren und wir nach Hogwarts zurück mussten, segelten Morgens eine Menge Eulen, sechs an der Zahl, in die Küche und setzten zum Landeanflug auf dem Tisch an. Was, wie nicht anders zu erwarten, in einer riesigen Sauerei endete. Und wie bei Weasleys üblich, endete dies mit viel Chaos, Hektik und Gekreische, die armen Tierchen. Bis dann schließlich alle ihre Briefe in Händen hielten, konnte Sirius sich fast nicht mehr auf seinem Stuhl halten vor Lachen. Mein Haar sah aus wie ein einziges Vogelnest, da irgend so ein saublöder Scherzartikel der Twins losgegangen war und die Vögel in absolut unnötige, zusätzliche Panik versetzt hatte und sie überall und das meine ich jetzt wörtlich, Schutz gesucht hatten. Wenigstens war ich nicht der einzige Trottel. Harry rutschte immer noch auf allen vieren am Boden rum, um seine Brille wiederzufinden, die ihm eine verschreckte Eule von der Nase gerissen hatte. Es war wirklich zum Totlachen. Der Tisch, bzw. die darauf befindlichen Lebensmittel waren einer Schlacht zum Opfer gefallen und Ron versuchte immer noch unglücklich die Müsliflocken aus seinen Haaren zu klauben.

Es war zum Schießen.

Dank der Magie saßen wir nun gut zwanzig Minuten später wieder alle und alles wieder mehr oder weniger hergerichtet am Tisch. Wir öffneten unsere offiziellen Hogwartsbriefe. Wie von mir erwartet fiel mir ein Vertrauensschüler-Abzeichen, eine silberne Plakette, in meinen Schoss. Ich blickte nicht besonders überrascht in die Runde, aber als ich Rons ungläubigen, glubschäugigen Blick sah und Harrys fassungsloses Starren zu Rons Hand hin, wurde ich unruhig. Was hatte der alte Mann sich wieder für eine geniale Idee ausgedacht, kam es mir sofort in den Sinn.

„Ich… ich… glaub‘s nicht Harry, Hermione… Mum!“, rief Ron erregt und wedelte mit etwas Silbernem in seiner Hand aufgeregt durch die Luft. Ach nee, bitte nicht. Was sollte das von Dumbledore? Warum Ron? Warum sollte Ron den männlichen Vertrauensschüler machen und nicht Harry? Ich warf sofort noch einmal einen intensiven, taxierenden Blick auf Harry. Er versuchte tapfer die Enttäuschung zu verbergen und sich unecht lächelnd für Ron zu freuen. Wie konnte er ihm das nur antun? Jeder erwartete und setzte voraus, dass Harry dieses Amt bekleiden würde. Dumbledore stellte ihn damit vor allen und besonders vor den Slytherins bloß, warum nur? Was dachte er in seinem verqueren Hirn? Warum dies ein genialer Schachzug war, den ich beim besten Willen nicht sehen konnte, außer das Harry nach dem schwierigen, vierten Schuljahr, dessen Ende wollen wir mal ganz intensiv ausblenden, gleich wieder Spott und Häme der anderen Schüler entgegen schlagen würde, weil er kein Vertrauensschüler wurde.

Arrr, ich war aber auch nur von Idioten umgeben und ich würde wieder einmal glatt meine recht Hand verwetten, dass Draco Malfoy sehr wohl der Vertrauensschüler von Slytherin wurde und bei dieser Überlegung kam ich gar nicht mehr mit, was sich Dumbledore davon versprach, außer dass er Harry total benachteiligte. Spielte Umbridge eine Rolle, fragte ich mich. Nein, warum jetzt schon, nein, das konnte es nicht sein, verwarf ich diesen Gedankengang und ärgerte mich fulminant. Ich gab auf das Mysterium und warum der Professor welcher Entscheidung traf verstehen zu wollen, denn es würde mich sonst noch in den Wahnsinn treiben.

„Gratuliere Ron!“, nickte ich ihm zu. In der Küche hatte die vollkommen überraschende Nachricht, dass Ron nun dieses Amt bekleiden würde, zu einem kleinen Tumult geführt. Molly bekam sich vor rührseliger Glückseligkeit nicht mehr ein. Es war nicht auszuhalten, wie sie augenblicklich Ron herzte und laut schluchzte. Die Twins warfen mir einen verstimmten Blick zu, der so viel sagen sollte, warum Ron? Nicht, dass wir es ihm nicht gönnen, aber der gute Harry hätte es doch werden sollen. Ich zuckte zu ihnen mit den Schultern, überlegte aber auch schon was ich tun konnte.

„Äh, Harry, könntest du mir mal bitte kurz bei meinen Büchern helfen?“, schaute ich ihn bittend an und er erwiderte scheu und traurig den Blick, während Ron herüberzuckte, um uns anzusehen.

„Aber Hermione, ich kann dir doch auch mit helfen!“, bot sich das Trampeltier Ron großspurig an und warf sich in die Brust. Was dachte er? Weil wir jetzt das Vertrauensschülerpaar waren, würden wir auch das Liebespaar werden? Wie absolut lächerlich war denn das! Aber den feurigen Blick, den er mir nun schenkte, konnte man fast nicht anders interpretieren. Er war ja so was von weit unter mir, das meinte ich jetzt gar nicht so böse wie es sich anhörte, aber ich hatte in meinem ganzen Leben schon viel erlebt und die letzten Monate trennten mich nun noch mehr von normalen, jungen Menschen in meinem Alter. Warum fühlte ich mich wohl zu den Twins, Harry und den älteren Männern so hingezogen? Sie hatten Sachen erlebt, zum Teil furchtbar schlimme Dinge, aber es machte sie so einzigartig und besonders. Wir waren nicht wie die unwissende, große, normale Menschenmasse, die nichts von der rauen und brutalen Wirklichkeit der Welt wusste und sah und auch erlebt hatte. Das wir was Besonders waren würde ich nun auch nicht sagen, aber was Anderes auf jeden Fall.

Nur Harry hatte dies in seiner jugendlichen Naivität noch nicht akzeptiert das er anders, besonders und mit Sicherheit nicht normal war, aber die Erkenntnis würde noch kommen, beim Einen kam sie früher beim Anderen später, aber sie kam, immer.

„Nein danke Ron, lieb von dir, aber dabei kann mir nur Harry helfen, sonst müsste ich zu viel erklären, da es um etwas geht wie es die Muggel tun. Nun, Harry kommst du?“, erhob ich mich und unterband Rons Aufmucken gegen meine Entscheidung mit einer harschen Geste, während sich die Twins seiner annahmen und ihn mit seinem neuen Titel aufzogen.

„Klar!“, meinte Harry wenig enthusiastisch, aber er schlurfte mir ergeben hinterher. Als ich die Bibliothekstür hinter uns schloss, konnte er gar nicht so schnell schauen, da nahm ich den enttäuscht drein blickenden, jungen Mann auch schon flott in meine Arme, umschloss ihn fest. Nach einer Sekunde gab er seine starre, unwohle Haltung auf und gab sich dem geborgenen Gefühl dieser Umarmung hin. Ich wollte ihm Trost spenden, aber ich wusste auch, dass er es nicht gewohnt war viel körperliche Nähe zuzulassen, aufgrund seines Lebens bei den Dursleys. Er musste sich immer erst daran gewöhnen diese zu akzeptieren, diesen Beweis des gemocht werdens zuzulassen, somit begann er erst nach längerer Zeit sich zu entspannen und da flüsterte ich an seiner Schulter.

„Ach, Harry es tut mir leid, steh aber bitte darüber, lass dir vor den anderen nichts anmerken… spiel den Gleichgültigen!“, bat ich ihn, als er sich ruckartig von mir lösen wollte, aber dank meines gezielten Kräftetrainings war ich viel stärker als er und so gab er sein Bemühen recht bald auf, da ich nicht losließ und mich an ihm festklammerte. „Harry, ich rede nicht von Ron oder den anderen in diesem Haus!“, meinte ich hart, strich aber nun auch beruhigend über seinen Rücken, um seinen Widerstand zu brechen, bis er abrupt aufhörte sich zu wehren und sich wieder etwas fallen ließ.

„Harry, kannst du mich hören?“, beschwor ich ihn eindringlich. Er nickte stumm an meiner Schulter. Wir standen noch immer eng umschlungen im Raum. Ich glaubte ein kleines Schniefen war zu vernehmen. Ach, mein Lieber, armer Harry, wenn dieser alte Zausel wüsste was er Harry und dessen Gefühlswelt immer antat, am liebsten würde ich ihn würgen.

„Hör mich an, du weißt, dass ich leider meistens mit meinen Vermutungen recht habe, selbst zu meinem eigenen Leidwesen, aber ich vermute, dass Malfoy der Vertrauensschüler für sein Haus sein wird“, sprach ich geschäftig weiter auf ihn ein und hielt ihn immer noch in meiner Umarmung gefangen. Grade wollte er sich wieder noch energischer loskämpfen, was ich zu verhindern wusste, aber mir auch zeigte, dass er noch nicht so weit gedacht hatte, wie bestimmt auch alle anderen in der Küche nicht, na gut, ausgenommen die Twins vielleicht und dies somit Harrys Demütigung perfekt machen würde.

„Ruhig, schsch, ich sage dir das weil ich will, dass du mit einem Lächeln darüber stehst und ihnen nicht die Genugtuung gibst deine Verletztheit zu zeigen!“, sprach ich schnell und eindringlich weiter, wobei er sich beruhigte, aber ein Schluchzen nicht unterdrücken konnte, das nun lauter war, während ich ihn noch fester umarmte.

„Warum? Oder was Dumbledore dazu treibt nicht dich zu ernennen, sondern Ron, entzieht sich mir vollkommen. Ich kann es nicht nachvollziehen und halte es für falsch!“, meinte ich mit Inbrunst in der Stimme und strich zärtlich über Harrys bebenden Rücken.

„Ach Mine, was sollte ich nur ohne dich machen? Du bist mein Halt, ohne dich hätte ich schon die letzten Jahre nicht überlebt, vor allem das Letzte während des Turniers, wenn du nicht mit mir geübt hättest“, nuschelte er leise, ganz klein in meiner Halsbeuge vergraben.

„Schschsch, Harry nicht! Das tu ich weil ich dich liebe. Zähl es bitte nicht auf, denn wir müssen nichts aufrechnen, verstanden!“, flüsterte ich rau in sein Ohr. Er nickte daraufhin zaghaft, aber hier verstanden wir uns.

„Ich bin so enttäuscht, hab ich irgendwas falsch gemacht? Ich bin ein schlechter Freund, aber ich gönne es Ron und dann wieder nicht!“, meinte er verwirrt und stotternd und da riss ich mich von ihm, damit er mir ins Gesicht sah. Ich konnte die unterdrückten Tränen in seinen Augen schimmern sehen und seine gerötete Nase.

„Nein, nein und nochmals nein, das ist der falsche Denkansatz!“, rief ich entrüstete. „Harry, auch wenn du es nicht hören willst, aber Dumbledore macht etwas falsch. Du hast nichts falsch gemacht!“, sprach ich nun abwertend. „Und dass du es Ron neidest ist verständlich, aber das macht dich zu keinem schlechten Freund! Ron hat sich letztes Jahr auch nicht mit Ruhm bekleckert!“, zeigte ich mich aufgebracht. Somit zog ich ihn zur Couch und kuschelte mich mit ihm darauf, um ihn zu trösten.

„Hmm, hast ja recht, mittlerweile bin ich gar nicht mehr traurig, sondern sauer! Es ist gar nicht so, dass ich es wirklich werden will, aber alle…! Na, wenn alle es voraussetzen… und du glaubst echt, er macht Malfoy zum Vertrauensschüler und mich nicht?“, blickte er mich aus seinen großen, smaragdgrünen Augen vertrauensvoll an und sprach sehr viel Wahres. Es hätte mich gewundert wenn Harry diesen Posten von sich aus hätte haben wollen, aber wie er es sagte, wenn dies von deiner Umwelt vorausgesetzt wurde, dann erwartest du es auch selbst und das war das schlimme Vergehen von Dumbledore, wie ich fand. Zuerst ließ er es so erscheinen als müsste Harry bei ihm immer eine Sonderrolle einnehmen und jetzt das! Ich atmete unglücklich aus.

„Ja, Harry, ich befürchte es zu 100 Prozent!“, kam es sachte von mir, während ich ihn traurig anlächelte.

„Wenn du es sagst, glaub ich es. Ich würde in so einem Fall nie gegen dich wetten“, lachte er freudlos auf und seine Miene zeigte eine gewisse Abgeklärtheit, die vorher noch nicht da gewesen war.

„Und du meinst, ich soll das alles eiskalt über mich ergehen lassen?“, fragte er vorsichtig und schaute unglücklich aus der Wäsche.

„Ja, gib ihnen nicht die Genugtuung! Steh darüber mit einem falschen Lächeln!“, bat ich ihn und strich ihm aufmunternd über die Wange. Er drehte plötzlich sein Gesicht und erwischte die Finger meiner Hand mit seinen Lippen, hob nun seine eigene Hand und nahm meine noch immer erhobene Hand sanft in seine und hauchte einen sachten Kuss darauf. Es war eine ungewohnt charmante Geste, die mich verwunderte aber die einfach nur süß war.

„Du bist das Beste was mir passieren konnte. Ich danke dir, dass du mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehst, danke!“, hauchte er intensiv und streichelte nun zärtlich mit seinem Daumen über meinen Handrücken.

„Gerne Harry, geht’s wieder?“, fragte ich ungewohnt fürsorglich. Er nickte knapp und lächelte leicht, wenngleich es ihm nicht leichtfiel.

„Ich geh dann mal und feiere Ron. Er steht ja sonst immer in meinem Schatten! Es soll es genießen!“, kam es nun erstaunlich fest von Harry und er erhob sich während sich zeigte, das Harry wirklich ein guter Freund war, der es schaffte seine eigene Enttäuschung hinter sich zu lassen.

„Tu das, ich bleibe hier“, erwiderte ich und lächelte ihn lieb an.

„Das dachte ich mir schon, mein Bücherwurm!“, lachte er nun herzhaft. Gut, dass wir dieses Drama hinter uns hatten. Aber Harrys Aussage beschäftigte mich. Hatte der Alte wirklich Ron das Amt gegeben, damit dieser nicht immer in Harrys Schatten stand? Das wäre ja sowas von unfair. Ron musste also gepinselt werden, damit er Harrys Freund blieb? Was ging im Kopf von Dumbledore vor? So wie Ron sich in der Vierten benommen hatte, konnte er sich freuen, dass Harry ihn wieder als Freund wollte. Oh, wenn ich an die Zeit des Turniers zurück dachte und an Rons unangebrachtes, eifersüchtiges Gebaren, begann es regelmäßig in mir zu brodeln. Aber hingehen und Ron das Abzeichen aus den Händen reißen konnte ich auch nicht, also akzeptierte ich die idiotische Entscheidung und setzte meinen Tagesablauf stringent fort.

Zum Essen kehrte ich zurück. Mein Sensei verlangte immer mehr von mir. Ich musste immer mehr Krafttraining machen und es zeigte sich wirklich eine konstante Entwicklung. Dass ich so stark sein könnte, hätte ich nie gedacht oder gar für möglich gehalten. Diese Stärke würde mir auch niemand in meinem kleinen, filigranen Körper zutrauen, aber infolge der starken Anstrengung war ich unheimlich k.o. und platzte mitten in eine lustige Party für Ron und mich, um unsere Vertrauensschüler-ernennung zu feiern, wie mir Sirius zuflüsterte.

Aha… schön für Ron… und schrecklich für mich, dieser Krach!

Sie hatten die Küche in einen chaotischen, bunten Konfettihaufen verwandelt, mit Girlanden und farbenfrohen Tellern und Tassen. Das Dessert war eine Torte mit silberner Glasur, deren Form der Vertrauensschülerplakette nachempfunden war, die aber relativ schief daherkam. Ron führte mir sogleich enthusiastisch sein Geschenk vor, einen Gutschein für einen Rennbesen, den er morgen würde einlösen können. Unter Sirius‘ aufmerksamen Blicken nahm ich heimlich Harrys Hand und drückte sie liebevoll. Die Nacht wurde dank der Party länger und die Twins nutzten die Gunst der Stunde, um viele böse Scherze auf Rons Kosten vorzuführen. Meine beiden Red Devils konnten so herrlich böse sein und entschädigten mich.

Später machte auch noch Sirius seiner schlechten Laune Luft, der es gar nicht lustig fand nun bald wieder fast ganz alleine am Grimmauld Place zu wohnen, nur mit seiner keifenden Mutter und dem von ihm von Herzen verachteten Kreacher als ständige Begleiter. Er wurde richtig schwermütig, aber ich schaffte es, ihn eindeutig auf andere Gedanken zu bringen und so verbrachten wir eine leidenschaftliche Nacht, aber mit dem Nachgeschmack des Abschiednehmens. Am nächsten Tag herrschte mal wieder große Hektik, denn heute würden wir in der Diagon Alley einkaufen gehen, da morgen der letzte Tag im Blackhaus war und dann hieß es, auf nach Hogwarts.

Das Wissen, das ich nun den Posten des Vertrauensschülers in der Tasche hatte, half mir dabei meine zukünftigen Pläne leichter in die Tat umzusetzen, da ich hiermit viele Rechte erhielt, die die normalen Schüler in Hogwarts nicht hatten. Auch brachte der Posten einige Annehmlichkeiten mit sich, die ich zu nutzen wissen würde. Die Pflichten dagegen waren lachhaft wenige. Sirius sah sehr traurig aus, weil er im Haus würde zurückbleiben müssen. Ich verabschiedete mich mit einem vielversprechenden Lächeln auf schöne Stunden und die riesige Gruppe, die wir bildeten, bestehend aus Molly, Arthur, Twins, Ron, Ginny, Remus, Tonks, Harry und mir setzte sich in Bewegung. Dies war alles andere als leicht, aber wir schafften es bis zum Tropfenden Kessel um in die Diagon Alley zu gelangen.

Es herrschte ein unbeschreiblicher Andrang in der mittelalterlich anmutenden Gasse. Es sah so aus als wären alle Hexen und Zauberer plus deren Nachwuchs heute hier unterwegs. Ich liebte dieses Feeling, gäbe es keinen Dark Lord könnte man dieses Leben und was es einem bieten konnte unglaublich genießen, aber so, nun so musste man mit der beginnenden Dunkelheit, die aufzog, leben. Wir klapperten entsprechend der Liste aus Hogwarts die Geschäfte ab. Zur Schneiderin, in die Apotheke, zum Eulenladen für Kekse usw. als wir zum Schluss die Bücher bei Florish and Blotts kauften, bestanden alle darauf als Abschluss der anstrengenden Shoppingtour sich ein Eis bei Florean Fortescues zu genehmigen und anschließend Rons Rennbesen zu besorgen. Worauf die gesamte Familie Weasley ganz scharf war, da jeder von ihnen Quidditch liebte. Jetzt kam mein Auftritt, den ich schon lange geplant hatte, da mein Termin seit Beginn der Ferien feststand.

„Ohne mich, ihr Lieben, sorry!“, sagte ich in die laute, geschwätzige Runde, die unter dem strahlend blauen Himmel richtig hervorstach, wie als wenn es brennen würde.

„Aber Hermione, warum, was, wie?“, kam es sehr sprachgewandt von Harry.

„Ich hab einen Termin. Wir sehen uns heut Abend, okay!?“, und legte dabei meine Hand auf Harrys Schulter und gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, dass dies von Ginny, mit einem Gesicht als hätte sie auf eine Zitrone gebissen, beobachtet wurde. Fred und George, die das sahen, ahmten mich und Harry affektiert nach und verspotteten Ginny, da ihnen deren verschämte Schwärmerei für Harry gewaltig auf die Nerven ging.

„Nein, das geht nicht. Was hast du vor?“, fragte Remus kopfschüttelnd und zeigte seine Missbilligung offen.

„Ich hab einen Termin und tue nichts anderes als die letzten Wochen“, sagte ich leicht ungehalten über diese unbegründete Diskussion.

„Aber das ist jetzt viel zu gefährlich!“, meinte nun auch Molly missbilligend und Remus nickte zustimmend.

„Ist es nicht und wenn ich mich jetzt nicht beeile, komme ich zu spät und das mag ich gar nicht“, schaute ich böse und kniff meine Lippen zu einem verärgerten Strich zusammen.

„Bis später!“, sagte ich endgültig und ging einfach entschlossen los, mitten in die Massen, die die Diagon Alley an diesem Vormittag bevölkerten.

„Hermione, so warte doch!“, riefen auch schon Harry und Ron. „Wir kommen alle mit!“ Ja klar, das war genau das was ich brauchte, mit Sicherheit nicht, nun hieß es flott sein. Ich versuchte schnell in die Masse zu gleiten und mit ihr zu verschmelzen, zog dabei meinen Stab und verwandelte mich im Laufen schnell in Minna Cale. Da wir alle unsere Roben trugen, fiel ich nicht weiter auf, weil ich meinen leichten, dunkelgrauen Mantel gewählt hatte. Ich verfiel nun in ein gemächlicheres Tempo, als auch schon ein Trupp Rot an mir rasant vorbeistürmte. Langsamer folgte ihnen ein Zwillingspärchen, das sich herrlich zu amüsieren schien.

Ein triumphierendes Lächeln konnte ich mir echt nicht verkneifen. Ich hatte es geschafft und schon huschte ich die weißen Stufen hoch, um in das Gebäude und zu meinem Termin zu gelangen, zu meinem wichtigen Termin bei Rangok. Wenige Minuten später saß ich auch schon ihm gegenüber in seinem wirklich hübschen, hellen, marmornen Büro. „Wie schön Sie wiederzusehen, Miss Granger. Wie waren die Ferien? Erholsam?“, fragte er höflich. Da ich mittlerweile geübt war meine Tarnung heraufzubeschwören, saß ich ihm in meiner richtigen Gestalt gegenüber.

„Danke, der Nachfrage Mr. Rangok, ereignisreich und erfolgreich. Erholsam wohl weniger!“, wägte ich ab und sah den Kobold freundlich an.

„Nun denn, bevor wir weitere Themen besprechen, bringe ich Sie auf den aktuellen Stand der bisherigen Unternehmungen?“, meinte er eifrig, wobei ich ihn aufmerksam ansah, während er sich geschäftig aufrichtete.

„Punkt 1: Ihre Muggelunterlagen sind komplett fertig gefälscht, auch die neuen Identitäten Ihrer Eltern sind fertig erstellt. Sie müssen nur noch den Zeitpunkt zum Austausch der richtigen Dokumente mit den neuen in Auftrag geben. Die magischen Dokumente, die bezeugen, dass Sie ein Jahr älter sind, dank des Zeitumkehrers, sind ja in Ihrer Anwesenheit angefertigt worden und gehen automatisch ans Ministerium, wenn Sie den Startschuss geben“, er holte kurz Luft, griff zum nächsten Stapel Pergamente und sprach weiter.

„Punkt 2: Auch die Immobilien in Australien sind schon ins Auge gefasst und können erworben werden.“ Ich nickte zufrieden und er fuhr fort. „Punkt 3: Auch die Verkaufsunterlagen für die Arztpraxis hier in England sind fertig erstellt und so kann sie umgehend zum Verkauf freigegeben werden.“ Das lief ja besser als erwartet, dachte ich, während Rangok fortfuhr und mich nicht enttäuschte.

„Punkt 4: Auch die Konten, Aktien und Sparanlagen Ihrer Eltern sind so vorbereitet, dass wenn Sie es sagen, diese auf ihre neuen Identitäten laufen. Im Zuge dessen haben wir auch vorbereitet, dass die Pensionszahlungen und Krankenkassenbeiträge Ihrer Eltern auf ihre neuen Namen übertragen werden.“ Sehr gut, wirklich gut. Gespannt lauschte ich den effizienten Ausführungen des kleinen Kobolds weiter, während er nun zum letzten Stapel Pergamente griff.

„Punkt 5: Auch Ihre Konten und Sparanlagen, die Ihre Eltern für Sie angelegt haben, sind soweit vorbereitet, dass diese sofort in Ihre Gringottsverliese laufen, sobald Sie sagen, dass es losgeht.
Punkt 6: Ein Schutztrupp steht bereit, um das Haus Ihrer Eltern in Chelsea, sobald diese weg sind, mit dem Blutschutz zu versehen.“ Nun nickte er zufrieden, blickte noch mal auf die Unterlagen vor sich und fuhr dann fort.

„So, ich glaube, das war erstmals alles. Ach nein, hier Ihr, … Moment Ihr letzter Auftrag der einging… ah hier, es wurde so veranlasst, wie von Ihnen gewünscht und 2.000 Galleonen gingen in das Verlies von Mr. & Mr. Weasley!“, führte er geschäftig aus und dann lehnte sich Rangok zufrieden zurück.

„Mr. Rangok, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Gringotts ist unglaublich. Ich wüsste nicht welches Kompliment ich aussprechen kann, um meiner vollumfänglichen Zufriedenheit Ausdruck verleihen zu können“, meinte ich todernst.

„Ich danke für das Kompliment, Miss Granger!“, verbeugte er sich leicht und zeigte seine spitzen Zähne. „Gringotts legt größten Wert darauf, dass seine Kunden rundherum zufrieden sind!“

„Kann ich noch etwas für Sie tun?“, fragte er zuvorkommend.

„In der Tat, Mr. Rangok. Punkt 1: Ich plane meine Eltern nächstes Jahr einen Tag nach dem Beginn der Sommerferien wegzuschicken, also am 01.07. Das heißt ich würde ein bis zwei Monate vorher anfangen die Praxis zum Verkauf auszuschreiben und sie dann am Tag, an dem meine Eltern verschwinden, am späten Nachmittag zu übergeben. Sobald die Praxis veräußert wurde, kaufen Sie bitte umgehend die Immobilien, Haus und Praxis in Australien. Das Flugticket sollte auch für den ersten Ferientag ausgestellt sein, die Uhrzeit überlasse ich Ihnen. Ich werde die Gedächtnisse um Punkt 8 Uhr verändern, danach gehören sie Ihnen!“, kam es sehr strukturiert, aber auch sehr gefühllos von mir, während Rangok nickte.

„Das ist alles sehr realistisch, das heißt, der endgültige Stichtag für die restlichen Punkte ist der 01.07, richtig?“, ich zuckte zustimmend mit den Schultern.

„Ich habe mir auch überlegt, dass Sie es so aussehen lassen könnten, Mr. Rangok, als würden die Eheleute Granger wirklich auswandern wollen und dann unter unglückseligen Umständen würde es nie dazu kommen!“, meinte ich abwägend und sehr doppeldeutig.

„Ist alles notiert, aber Ihre letzte Idee verstehe ich noch nicht ganz?“, kritzelte er fleißig und fragte interessiert nach. „Was meinen Sie wirklich, was sollen wir tun?“, fragte er nun offensiv und funkelte mich aus verschlagenen Augen intensiv an.

„Das könnte jetzt delikat werden und es ist mir auch sehr unangenehm, ich hoffe Sie… ach…“, stieß ich frustriert aus, ich wollte das eigentlich gar nicht mit dem Kobold besprechen, aber ich brauchte ihre Hilfe, um dies alles so umsetzten zu können wie von mir geplant.

„Dass wir die Geheimnisse unserer Kunden ernst nehmen, wissen Sie, Miss Granger. Ihre Geheimnisse sind unsere Geheimnisse, das ist die Geschäftspolitik seit Jahrhunderten!“, meinte der kleine Kobold ernst und machte ein weitausholende, allumfassende Geste mit der Hand. Ich nickte ergeben und hob nun entschlossen den Kopf und straffte meinen Rücken, dann stieß ich seufzend
den angehaltenen Atem aus.

„Ich möchte, dass Sie eine Familiensuite im „The Marquis Inn“ in Dover auf die Familie Granger ab dem 01.07 buchen. Ich werde dann, nachdem Sie meine Eltern übernehmen einchecken. Infolgedessen möchte ich, dass Sie das Auto meiner Eltern nicht veräußern, sondern dafür sorgen, dass das Auto am 01.07 um 22 Uhr abends an den Kreidefelsen von Dover steht“, kam es fest von mir. Rangoks Augenbrauen erreichten gerade seinen Haaransatz so verzog er das Gesicht. Ich hörte fast das laute Rattern seines Hirns bis zu mir.

„Ich… wie Sie wünschen, sonst noch was?“, ich konnte sehen wie schwer es ihm fiel keine Frage zu stellen.

„Bitte, lassen Sie die Lebensversicherungen meiner Eltern bestehen, da soviel ich weiß, ich nach dem jeweiligen Elternteil als Begünstigte eingetragen bin!“, erklärte ich emotionslos, kalt. Rangoks Augen waren gerade als riesig zu bezeichnen bei meinen Worten und Unglaube schimmerte mir entgegen.

„Lassen Sie mich das überprüfen, Miss Granger!“, quakte er ein kleines bisschen, seine Stimme klang etwas gepresst. Ich lehnte mich zurück und wartete und sah den rasant hin und her schwebenden Pergamenten zu. Rangok schien auf einmal ein klitzekleines bisschen weniger souverän, als ich ihn bisher erlebt hatte.

„Ja, ja hier haben wir es! Was Sie sagen ist korrekt. Mr. und Mrs. Granger haben jeweils eine Lebensversicherung, mit je 2 Millionen Pfund pro Person zu Ihren Gunsten abgeschlossen!“, las er eilfertig vor.

„Wunderbar, wissen Sie Mr. Rangok, ich dachte mir, es könnte auffallen, wenn meine Eltern auf einmal vom Erdboden verschwunden sind, aber so gibt es eine natürliche Erklärung, dass ich keine Eltern mehr habe“, lächelte ich nun versonnen und erntete kurzes, betretenes Schweigen.

„Aber wie erklären wir, dass Ihre Eltern hier ihre Zelte abbrechen wollten?“, fragte er neugierig.

„Nun wie vorher gesagt, können Sie es so aussehen lassen, als würden sie wirklich beabsichtigen auszuwandern z.B. nach Amerika oder Afrika und wollen mit mir, als Familie, noch einmal einen Ausflug in England machen. Da ich ja auf ein Internat gehe, ist es egal wo meine Eltern leben. Bevor sie England dann endgültig den Rücken kehren, werden sie unglücklicherweise…“, ließ ich kryptisch offen und machte eine wage Handgeste, etwas was das magische Wesen vor mir skeptisch Blicken ließ, bevor er sich schüttelte und gewohnt geschäftig weitermachte.

„Nun gut, wie Sie wünschen, Miss Granger. Alles wird so ausgeführt, aber Sie schicken doch Ihre Eltern wirklich weg. Wie stellen Sie sich dann das mit dem Auto und der Lebensversicherung vor?“, fragte der Kobold richtig aufgeregt, so wie er gerade ungewöhnlich für einen Kobold auf seinem Sitz herumrutschte.

„Mein Lieber Mr. Rangok, lassen Sie das meine Sorge sein. Wenn alles erfolgreich über die Bühne gegangen ist, reden wir ausführlich darüber!“, versprach ich ihm, aber zeigte ihm auch schnell seine Grenzen auf.

„Natürlich, Miss Granger, kann ich sonst noch irgendetwas für Sie tun?“, fragte er aufmerksam.

„Nein, das war’s auch schon. Es war mir wie immer ein Vergnügen und ich freue mich auf unseren Briefkontakt, ab jetzt immer zum Ersten und zum Fünfzehnten eines Monats. Ich danke ihnen noch einmal für Ihre außerordentliche Mühe. Es ist wie immer ein Vergnügen mit Ihnen Geschäfte zu machen!“, verabschiedete und verneigte ich mich höflich.

Auf zu meinem nächsten Termin.
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