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 Kapitel 280-281

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 280-281    Mo Mai 14, 2012 8:33 am

280. Kapitel Ausgeliefert

Dracos Sicht

Potter, dieser unselige Potter würde mich ins Grab bringen. Ich fasste es nicht!

Ich, ich Draco Malfoy sollte Patenonkel des Potterbalgs werden, das war zu abwegig um noch glaubhaft zu sein, denn Potter hatte weder Freundschaft, noch Sympathie, noch Höflichkeit bewogen mir dies anzutragen.

Es war nur sein Bestreben mich noch enger an sich zu binden.

Aber mir sollte es recht sein, wenngleich mich sein Vorschlag überrascht hatte und mich überrumpelt hatte, so hatte ich in Sekundenschnelle erkannt, dass dies auch für mich eine durchaus akzeptable und vorteilhafte Abmachung sein konnte.

Es würde meiner Forderung das sollten Potter und Co. siegen, mir und meiner Familie keine weiteren Repressalien drohen, noch mehr Gewicht geben, deshalb fiel mir die Entscheidung für Potter Junior Pate zu werden erstaunlich leicht.

Hinzu kam, dass Potter mir dämlich wie er war anbot das ich den Namen bestimmen durfte und das konnte ich mir gar nicht entgehen lassen aber andererseits zeigte es auch Potter hatte gelernt, für alles mir gegenüber eine Gegenleistung zu fordern und auch wie er sich verhalten musste, wenn er mit mir handeln wollte.

Lucien!

Dieser Name erinnerte zu sehr an Vater, als das ich mir den Spaß hätte nicht gönnen können, außerdem mochte ich den Namen wirklich!

Wobei mich in dem Punkt Potter jedoch erneut erstaunte, weil er sofort akzeptierte ohne zu murren oder sonst was. Wirklich überraschend, wenn man an den früheren Potter dachte.

Auch wenn die Geburt dann doch noch mehr als dramatisch um nicht zu sagen, tragisch verlaufen war, denn das es einen toten Fötus gab war unnötig und ärgerlich, glaubte ich nicht das dieser Umstand Potters Urteilsvermögen umnebelt hatte und er deshalb mir anbot Pate zu werden, sondern das er durchaus durchdacht und kalkulierend vorging..

So schockte mich Potter indem er damit erstaunlich mannhaft umging, gar nicht wie ein kleiner Junge mit Tränen und Geschrei, sondern reif und sich bewusst das dringlichere Dinge anstanden als über etwas zu jammern was nicht geändert werden konnte, vor allem da es ja etwas war, was ihnen bis heute nicht mal bewusst gewesen war das es da war und jetzt wussten sie halt nur, das sie es verloren hatten.

Er hielt sich wacker, aber etwas war mir gar nicht recht, das ich dauernd das Baby halten sollte.

Wähhh, wer war ich den?

Andererseits, wenn ich der Patenonkel werden sollte, würden sie mir den Jungen sicher noch öfters in dem Arme drücken, aber ich würde mich zu drücken wissen.

Gut, aber die Twins schienen sich zu freuen, vor allem als ich ihnen dann den Schreihals aufoktroyierte, weil mein Mudblood die Treppe hinunter kam. Wir sahen nun zu, das wir recht schnell aus dem Cottage kamen, denn es war spät, fast dreiundzwanzig Uhr und seit in der Früh kämpfte Hermione.

Sie war bestimmt noch erschöpfter als ich.

Sie hatte die ganze Zeit gearbeitet, nicht ich, somit führte ich sie heim und erfuhr von dem Hauselfen das Vater einem nicht geplanten Termin nachging, was so viel bedeutete, wie der Lord hatte gerufen, sollte mir reicht sein.

Als wir wenig später in Hermiones Salon saßen, sank sie total erschöpft und erschlagen in die Sessel und lächelte mich müde an.

„Erzählst du mir wie das mit Severus weiterging?“, hatte ich mich meiner Ansicht nach lange genug zurückgehalten. Sie ruckte hoch und sah mich mit ihren großen Augen erstaunlich ermattet an.

„Gleich Draco, würdest du mir einen Drink machen und ich komm in 5 Minuten wieder! Ich muss unter die Dusche und raus aus den Klamotten. Ich beeile mich!“, bat sie und dabei sah sie derart unwohl aus. Das ich als Antwort nickte veranlasste sie wie von der Tarantel gestochen hochzufahren und eilig in ihr Schlafgemach zu entschwinden.

Ich behielt die Tür nachdenklich im Blick, während ich mich langsam erhob und gemächlich zur Bar schlenderte.

Ich verstand den Wunsch und das Bedürfnis aus dieser Kleidung zu kommen nach dem Tag und dachte mir, da sie eine Frau war, ich hätte Zeit und schenke gerade noch meinen Drink ein, als sie mich überrumpelte da sie mit noch nassen Haaren schon nach nur 4 Minuten wirklich wieder hereinwirbelte.

Hermione war halt anders als andere Frauen und sie hielt immer Wort.

Sie trug ein chices Ensemble, einen Pyjama aus Seide, wobei die Hose aus braunem, fließenden Stoff war. Im Gehen band sie sich gerade noch den braune Gürtel des passenden Morgenrocks zusammen, sodass ich noch so eben sehen konnte, dass das Oberteil im Babydoll-Stil gehalten war, verzieret mit feiner Spitzte und dünnen Spaghetti Trägern. Es bildete einen schönen Kontrast zur Hose da es in einem rötlich-gelben Kupferton gehalten war.

Der Morgenrock hatte wie das Oberteil unten mit einer zarten Stickerei am Saum verziert. An Schultern und Ärmeln waren große Flächen in dem gleichen rötlichen Kupferton gehalten wie der Einsatz am Top und setzten so einen schönen Akzent auf dem ansonsten braunen Mantel. Es passte farblich vorzüglich zu ihrem Typ.

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Ich wusste sofort, dass Vater dies ausgewählt hatte, denn es wirkte feminin und erwachsen, nicht so neckisch oder leicht verspielt jugendliche wie ich es bevorzug hätte.

Das im Manor sogar das was sie trug mittlerweile von Vater kontrolliert wurde, ging mir genauso gegen den Strich wie das er uns gekonnt voneinander fernhielt. Ich schluckte meine aufkeimende Wut jedoch erfolgreich hinunter, denn sich jetzt darüber aufregen brachte ja doch nichts.

Also reichte ich ihr ihr Getränk und sie stieß mit mir an, als ich mich ihr gegenüber in meinen Sessel setzte, dann ließ auch sie sich nieder, zog dabei ihre Beine an. Sie erweckte den Anschein als wolle sie sich zu einem Knäul zusammenrollten, somit gab ich ihr die Zeit die sie zu brauchen schien.

Während sie die goldgelbe Flüssigkeit genüsslich trank, hielt sie das Glas in der Hand und blickte hinein und begann dann doch von selbst zu erzählen.

„Das war so…alles war gut und dann war nix gut…“, somit erzählt sie mir das Drama um Daphnes Geburt und die genauen Umstände was es mit dem zweiten Fötus auf sich hatte.

„Ich sah mich nicht in der Lage alleine, ganz alleine das Richtige zu tun um Daphne zu retten. Ich brauchte Hilfe. Zwar ärgere ich mich ja selbst darüber, aber es war nötig! Doch wenn ich mir vorstelle, was ICH alles auf mich genommen habe, damit Severus nicht erfährt das wir ein Baby bekommen, dann wird mir ganz anders. Und dann so was, alles wäre soooo schön glatt gelaufen….aber nein, das Schicksal hat mal wieder beschlossen, das es nicht mein Freund sein will…!“, jammerte sie über das unbeständige Glück.

„Halt ein, mein Mudblood! Du hättest niemals nach Severus verlangt wenn sie nicht auf der Schwelle des Todes gestanden hätte! Und ich gebe dir zu bedenken, das Potter nur durch und dank Daphne auf dem richtigen Weg ist der Mann zu werden den wir brauchen! Potter wäre bei ihrem Tod durchaus idiotische Aktionen zuzutrauen, vielleicht würde er sich sofort dem Lord zum Fraß vorwerfen? Ich denke, er „liebt“ Daphne tatsächlich über alles! Wir können uns keinen gebrochenen, zerstörten oder verrückten Weltenretter erlauben!“, gestand ich ihr zu, das sie richtig gehandelt hatte, worauf sie mir einen langmütigen Blick durch gesenkten Lieder schenkte und ich behielt sie starr im Visier.

Ich fragte mich, warum ihre Schultern zwar etwas heruntersackten, aber ihr Blick weiterhin kalkulierend blieb als ich weiterfragte:

„Was wollte Severus für seine Hilfe?“

Offenbar war das der Knackpunkt, denn ihre Schultern zuckten sofort wieder hoch und verspannten sich unter der Seide, daher war mein sofortiger Argwohn geweckt.

„Draco ich….!“, brach sie stockend ab und trank erneut einen Schluck wobei mich diese nur noch ungeduldiger machte.

„Ja Hermione, sprich!“, forderte ich sehr vehement, da ich ihr Stocken durchaus bemerkte und wahrnahm das sie nicht kostenlos aus diese Sache heraus gegangen sein konnte war nur logisch, gerade wo es um Potter ging, schließlich wurde Severus in Punkto Potter immer sehr ungemütlich, warum auch immer.

„Nun, nach dem Ganzen sind wir ja in einem anderen Raum…!“, zog sie ihre Unterlippe überlegend ein und sah mich ganz komisch an, sodass ich mich unwohl fragte, was die zwei getrieben haben könnten das sie derart rumdruckste. Währenddessen glitt ihr Glas immer wieder ungewohnt nervös von einer Hand in die andere.

„Wo wart ihr und was habt ihr gemacht! Mudblood, echt du wirkst wie das personifizierte schlechte Gewissen!“, bescheinigte ich ihr ungemütlich, misstrauisch und stürzte mit einem Zug die brennende Flüssigkeit hinab um mich zu beruhigen und gezwungen ruhig abzuwarten.

„In Fred und Georges Zimmer!“, wisperte sie leise, dabei sah sie mich nicht an.

„Sag mir nicht, dass ihr es dort getrieben habt! Das wäre….!“, brauste ich angeekelt auf und sie ruckte getroffen von meinem Vorwurf in ihrem Sessel hoch und funkelte mich aus glitzernden Augen nun vorwurfsvoll an.

„Was fällt dir ein Draco Malfoy, so etwas von mir…aber auch von ihm zu denken? Nein, danach stand mir nicht der Sinn und ihm auch nicht!“, eschauffierte sie sich zornig und maß mich verachtend, wobei ich noch immer ruhig blieb und nur abwägend eine meiner hellen Brauen hob, als sie ihr Glas klirrend laut vor sich abstellte.

Wenn sie sich derart aufplusterte konnte sie das jemand anderem aufbinden, aber nicht mir und das sagte ich ihr auch.

„Bitte, verkauf Potter für hohl aber nicht mich, wenn du dich so aufregst, ist etwas in der Art passiert!“, kehrte ich den Menschenkenner raus und zeigte mich erfahren und erhaben, dabei wischte ich ihre Verteidigung mit einer lappischen Geste vom Tisch.

„Nein, ist es nicht! Wir hatten eine Auseinandersetzung und ja wir haben uns geküsst! Wenn du es so genau wissen willst! ABER, wir hatten weder vor, noch im Sinn mehr zu machen!“, fauchte sie weiter aufgebracht los und funkelte mich jetzt angriffslustig an. Das konnte sie erzählen wem sie wollte, denn ich blieb skeptisch, winkte aber ab.

„Was hat Severus für seine Mithilfe, Zusammenarbeit und sein Schweigen gefordert?“, fragte ich unerbittlich, vor allem da ich an ihrem erst aufbrausenden, dann aber sehr plötzlich wieder verschlossenen und emotionslosen Gebaren ablesen konnte, das es ihr gar nicht gefiel jetzt darüber zu sprechen, daher meldete sich in mir ein ungutes Gefühl, dass das was Severus gefordert hatte mir nicht gefallen würde.

Doch plötzlich sackte ihr Kopf nach vorne und sie saß nun mit gesenktem Haupt vor mir und betrachtete ihre im Schoss gefalteten Hände.

„Nun….er hat, …Draco das wird dir so oder so nicht gefallen!“, murmelte sie leise, blickte mich aber dabei aber immer noch nicht an.

„Hermione, was heißt das genau?“, forschte ich bemüht kalt nach, denn in mir rasten die Gedanken was sich dort abgespielt haben könnte, als sie plötzlich wie von der Tarantel gestochen hochfuhr und sich die noch leicht feucht wirkenden Haare unwirsch aus dem Gesicht strich, bevor sie anfing auf und ab zu laufen.

Wie gut, das wir im Manor so viel Platz hatten.

„Hermione, raus mit der Sprach, denn ich erfahre es so oder so!“

„Oh, ja das weiß ich wohl…Draco, er, ich…wir, nun! Es tut mir leid aber jetzt habe ich auch….!“, sie brach abrupt ab, da sich die Salontür ohne Vorwarnung öffnete und der Störenfried einfach ungebeten und ohne Aufforderung eintrat.

„Ja!“, fuhr sie empört herum, auf dass ihr seidiger Morgenrock sich aufbauschte und sie verführerisch aussehen ließ. Sie zeigte unverblümt, dass sie die unangekündigte Störung nicht zu schätzen wusste, da ihre Miene unfreundlich aussah und ich erhob auch meinen Blick und verengte meine Augen zu verärgerten Schlitzen.

„Ihr seid zurück! Ich war nicht sicher!“, hörte ich nun die leise, unaufgeregte Stimme von Severus, der fast lautlos eintrat.

„Ich wünsche dich Hermione noch kurz in meinen Räumen zu sehen, am besten sofort!“, forderte er bestimmt und nur so wie Severus es konnte.

Ein verständlicher Wunsch, wenn man bedachte das er erst heute von dem Baby erfahren hatte und bestimmt wütend über den Umstand war das wir ihn an der Nase herumgeführt hatten, wie gesagt, dafür war er ungewöhnlich beherrscht.

Es war als würde ein störrischer Ruck durch Hermione gehen, wobei Severus für seine Begriffe erstaunlich höflich geklungen hatte, Hermione jedoch blickte ihn erstaunlich kalt an.

„Ich spreche gerade mit Draco, Severus!“, perlte es nüchtern von ihr, also trat er bei ihrer Weigerung sofort drohend näher und ich konnte seine tiefschwarzen Augen sehen, die an ihrer zarten Gestallt hafteten und dem ungewöhnlich schönen Ensemble das sie trug.

Hier im Manor lebte sie es aus Frau sein zu können, etwas was in Hogwarts dank der unsäglichen Uniformen sehr erschwert wurde.

„Ich wünsche, dass du jetzt mitkommst!“, gab er nicht nach und wirkte mehr als bedrohlich.

„Severus, ich spreche mit Draco!“, kam es bockig von ihr dabei zeigte sie sich verbohrt, während mein Blick gespannt zwischen den beiden Kontrahenten hin und her ging. Es war wie ein Machtkampf und auch wenngleich ich neugierig war, so wusste ich doch, das es gefährlich war Severus zur Weißglut zu trieben.

„Hermione!“, hisste er gerade unerbittlich kalt auf, während sie verbockt ihr Kinn als Antwort hob.

„Liebling…geh ruhig mit Severus, wenn er derart ungeduldig ist, aber vergiss nicht, es war ein langer Tag und eine noch längere Nacht, du brauchst SCHLAF! Du bist erschöpft und müde!“, schnarrte ich böse und grinste Severus verteufelt an während ich mich erhob und schnell das Weite suchte.

Sollten die zwei Sturköpfe sich doch die Schädel einschlagen, das wurde mir zu blöd, denn Severus hatte gerade geschafft was er wollte, nämlich Hermiones Rechtfertigung zu unterbinden.

Was sie für einen Handel mit Severus geschlossen hatte und sein selbstherrliches, Vater ähnelndes Verhalten passte mir gar nicht und ließen mich Schlimmes befürchten.

Dracos Sicht ende

Severus Sicht

Ich trat geschmeidig auf sie zu nachdem Draco sichtlich beleidigt aus dem Raum gerauscht war und unterzog sie einer genauen Musterung.

Sie trug ein farblich sehr zu ihrem Typ passendes Ensemble, das ihrem Teint schmeichelte und überspielte wie blass sie tatsächlich war.

„Was soll das Severus? Versuchst du nun, deine „neue“ Macht mir gegenüber auszuleben?“, faucht sie erbost, blieb aber erstaunlich kalt in ihrem Verhalten, während sie mich noch kälter anblickte.

„Nein!“, erwiderte ich emotionslos.

„Was dann? Was willst du dann?“, brummte sie verärgert und verschränkte die Arme.

„Geh ins Bett! Du bist wirklich erschöpft, wenn du es wagst derart mit mir zu sprechen!“, befahl ich bestimmt, dabei konnte ich richtig sehen wie sie aufbrauste, doch ich fing ihr Kinn rasant und plötzlich in einem festen Griff ein, wodurch ich sie zwang mich anzusehen.

Ich betrachtete forschend ihren Gesichtsausdruck, der nur pure Erschöpfung, Müdigkeit und Mattheit zeigte, die bei einem langen Tag wie diesem nicht überraschend war!

Aber ich konnte das flackernde Misstrauen in ihren Augen wahrnehmen.

Sie fragte sich, was der Grund war das ich sie aufgefordert hatte mit mir zu kommen. Sie nahm von mir wie es schien grundsätzlich das Schlechterste an, was für sie vielleicht das Beste war, denn es war durchaus die Wahrheit, bei mir immer nicht vom Guten auszugehen, nur zugeben musste ich dies ihr gegenüber nicht.

„Ich wollte nur sagen, dass ich gehe und ich wollte dich informieren, dass ich, wenn ich wiederkomme, noch einmal zu Potter will! Und jetzt geh zu Bett!“, drohte ihr mein Ton sollte sie nicht gehorchen dabei war mein Griff wenig zärtlich, als sie sich ruckartig aus meinem Griff befreite.

„Severus, auch wenn ich dir unendlich dankbar für deine Hilfe bin, so bitte ich dich nicht zu verwechseln, das ICH immer noch MIR selbst gehöre und sonst niemandem!“, zeigte sie sich kalt, wobei sie sich unwirsch abwandte, dann rauschte sie durch die Tür ihres Schlafgemach und donnerte diese aussagekräftig hinter sich zu.

Es schien ihr gar nicht zu gefallen, dass ich oder auch Draco von ihr so einiges forderten und verlangten.

Das laute Krachen der Tür war endgültig eindeutig und sehr aussagekräftig über ihre Verstimmung.

Ich hatte die Aussprache von ihr und Draco gestört, dabei war ich ihr anscheinend gehörig in die Parade gefahren, weswegen sich ein mehr als zufriedenes Lächeln auf meinen ansonsten sehr reglosen und beherrschten Zügen ausbreitete, sehr gut!

Das war der sehr gehässige Gedanke, der mir durch den Kopf geisterte als ich ihre Suite verließ und mich in meine eigenen Räume im Manor begab. Ich dachte noch viel nach, gerade die Umstände um Potter und seine Verlobte bereiteten mir Sorge.

Dass ich immer recht behalten musste ärgerte mich maßlos, zum Glück konnte mich die Offenbarung um Potter nicht mehr erstaunen, sonst hätte ich meine Wut nicht derart gleichgültig unterdrücken können, denn ich sinnierte wirklich wie man derart dämlich sein konnte.

Ein Kind? Jetzt!

Aber genau wie das Biest und Draco erkannte ich schon, dass man daran nicht mehr groß etwas ändern konnte und nur noch versuchen musste das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen.

Hermione hatte die Geburt vorzüglich durchgezogen unter Anbetracht dessen, dass es ihr erstes Mal war und sie hatte selbst weitsichtig erkannt wann sie an ihre Grenzen stieß, ein Fortschritt zu ihrem ansonsten mehr als verbohrten Verhalten.

Die wirkliche Glanzleistung des heutigen Tages war aber Potters erwachsenes Gebaren und wie willig das Biest bereit gewesen war das Unglück zu beseitigen. Sie hatte getan was getan werden musste und daraus kein Drama gemacht, was sehr angenehm war.

Was mich aber tatsächlich geschafft hatten zu berühren war ihr Angebot gewesen.

Natürlich war sie ein kalkulierendes und manipulatives Biest, da sie damit ihre wahren Geheimnisse vor mir schützten wollte, ABER ich war bösartig genug diese einmalige Möglichkeit für mich sofort, skrupellos beim Schopfe zu packen und freute mich schon diebisch was passieren würde, wenn Draco MEIN MAL bemerkte.

Aber auch was los sein würde, wenn Lucius eines Tages dieses neue Zeichen auf dem Biest entdecken würde.

Das würde der Spaß meines Lebens werden, somit durfte auch ich mich einmal dem sarkastischen Gedanken hingeben wie konsterniert Lucius sein würde, wenn er erkennen musste, dass sie mir diese Gunst gestattet hatte, wenngleich es auch eher eine Art Bezahlung für mich war. Aber Lucius musste über die genauen Umstände ja nicht detailliert informiert werden.

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Ich lag stöhnend in meinem Bett und wälzte mich im Schlaf unruhig hin und her. Alles tat mir weh. Ich fühlte mich wie nach einem Marathonlauf aber ich verstand gar nicht warum, denn ich war trainiert und gestählt und doch protestierte jeder Muskel in meinem Körper schmerzhaft.

Ich war nach Severus provokantem erscheinen erschöpft ins Bett gefallen und erstaunlich schnell in einen mehr als anstrengenden Schlaf versunken.

„Puhhh…“, stieß ich grad wieder schmerzhaft aus und rieb mir über die pochenden Schläfen. Das war eine Scheißnacht gewesen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Bilder waren sehr plastisch und realistisch durch meinen unruhigen Geist gewandert, weswegen ich sehr froh war, dass ich die Nacht alleine verbracht hatte, da ich sehr unstet geschlafen hatte und die Blöße wollte ich mir dann doch nicht vor Draco oder Severus geben.

Ich genoss es gerade sehr mein eigenes Reich zu haben, ohne fordernde Männer oder störende Schlafgenossinnen in meinem Saal in Hogwarts. Aber heute ging es mir nur darum das keiner bemerkte wie sehr mich doch die Geburt gebeutelt hatte, denn zu meinem unendlichen Entsetzen hatte sie dies getan.

Ich war exzellent darin mir etwas vorzuspielen, im Verdrängen und wegschieben, aber auch im Akzeptieren, wenn ich wieder gezwungen war etwas verachtenswert Böses zu tun. Ich sah es mir kurz an, hielt mir schonungslos einen Spiegel vor und dann versuchte ich es unter erlebt und erledigt zu verbuchen, damit fuhr ich recht gut, wie ich fand, aber erst in meinen Träumen hatte ich das mit dem toten Baby wirklich und tatsächlich realistisch nochmal erlebt, wie ich tief und gierig nach dem Fötus gegrabscht hatte, ihn aus der glitschigen und schleimig blutigen Höhle rausgezogen hatte.

Erst jetzt war ich mir bewusst wie das tote ETWAS ausgesehen hatte, wie weich und elastisch es sich in meinen Händen angefühlt hatte.

Eben wie ein viel zu kleines, aber durchaus als Baby zu erkennendes, Wesen.

Es war grausam diesen Bildern wie in einer Endlosschleife in meinen Träumen ausgeliefert zu sein. Ich war würgend wach geworden als sich mir der Magen umdrehte, da der Albtraum sehr wirr geworden war, weil das Baby von einem meiner Inverius in seinen toten verwesenden und knochigen Händen gehalten worden war, wobei er es mir wie eine Opfergabe dargeboten hatte.

Dann hatte das tote, kleine Babywesen mit den leblosen hängenden Gliedern vor mir die Augen aufgeschlagen, mit den haudünnen Lidern geklimpert und diese Augen hatten mich funkelnd in einem strahlenden weiß angeblickt, worauf ich mit einem erstickten Schrei auf den trockenen und rissigen Lippen endlich aufgewacht war.

Mein Herz hatte wild geklopft und ich war wieder auf dem Rücken zum Liegen gekommen, dann war hatte ich mir mit der Hand über die verschwitze Stirn gewischt und war wach geblieben, hatte realisiert wie fertig ich doch immer noch war und versucht zu Atem zu kommen, was mich jetzt gerade noch immer beschäftigte.

Wow, ich hatte gar nicht gewusst oder auch bewusst wahrgenommen, das ich mir den Fötus derart genau angesehen hatte!

Hilfe, es war kein schöner Anblick gewesen und das er mich nun so verfolgte, war etwas neues!

Aber diese Geburt und alles darum herum war mir erstaunlicherweise unter die Haut gegangen, auch wenn keine bis nur wenig Tränen geflossen waren, war die latent anhaltende Spannung, Angst und Furcht im Cottage zu spüren gewesen und hatte an meinen Nerven gezehrt.

Leider war uns der wirkliche Glückseligkeit bringende, entspannende Augenblick verloren gegangen, was mich über meine augenblicklich schmerzenden Glieder fahren ließ. Als ich mich unwohl drehte und wendete, kam ich mir dabei vor als hätte ich eine schwere Grippe, da alle Muskeln protestierten, fast als hätte ich Muskelkater, auch zuckte immer wieder das hässliche Gesicht von Nott durch meinen unruhigen noch nicht ganz wachen Geist und ein strahlendes fast irrsinniges Lächeln der Twins flackerte mehrmals wieder auf.

Irgendwie schien mich so einiges zu beschäftigen.

Vielleicht wurde ich krank?

Bisher hatte ich eine rossartige Gesundheit gezeigt, aber gerade fühlte ich mich nur krank und ausgelaugt. Ich zog mir plötzlich zitternd die Bettdecke höher und mummelte mich noch mehr ein, während ich unstet meine Augen durch den Raum schweifen ließ.

Es war nicht so als hätte ich Angst im finsteren, denn die hatte ich schon längst als Kind aufgrund meines pragmatischen Verstandes verloren, aber ich sah hinter jedem dunkleren Schatten oder vom Mond beschienen, helleren Stelle wieder kindliche Umrisse. Ich begann mich zu fragen was an einem toten Kind so besonderes war.

Was es in mir berührte was kein Toter sonst schaffte?

War es die geborene und gestorbene Unschuld?

Derart Rein und sauber von jeglichen menschlichen Einflüssen war es zur Welt gekommen ohne jemals auf ihr zu leben oder einen Atemzug zu tun.

Ich kniff verbissen die Augen zusammen und versuchte gar nichts zu denken, aber ich konnte den sachten, pochenden Schmerz nicht vertreiben, doch aufraffen zu den Tränken zu gehen konnte ich mich in meinem lähmenden Zustand auch nicht!

Somit blieb ich wie erschlagen liegen und lauschte meinem abgehackten, keuchenden Atem in der Stille. Es war mir fast nicht möglich, aber ich wusste nicht warum, doch ich stand kurz davor zu weinen und nicht einmal um mich, sondern um das was nicht einmal ich verloren hatte!

Es war als drücke ein mächtiger, sehr schwerer Stein auf meine Brust und schnürte mir dabei die Luft ab, weswegen ich immer lauter keuchte und das Laken zwischen meinen Händen erwürgte und mittlerweile meine Zähne in die Unterlippe rammte, damit ich mich am Riemen riss.

Das war lächerlich, dass ich jetzt einen Gefühlsdussel schieben wollte!

Warum jetzt?

Ich wusste es nicht.

Es war nicht rational oder vernünftig sinnvoll warum es mir gerade so dreckig ging, es war einfach so.

Klar, sorgte ich mich um Harry und was ich erlebt hatte gestern war nicht schön, aber ich hatte doch schon grausameres erlebt, was mich weniger aus der Bahn geworfen hatte. Ich war ungewohnt schwach und meinen Emotionen recht hilflos ausgeliefert, weswegen ich gepeinigt wimmerte und nachdachte, ob es das Korsett gewesen war, denn der Fötus war abgestorben nachdem wir anfingen sie zu schnüren!

Dachte mein Unterbewusstsein das es meine Schuld war, schlug ich mich deshalb jetzt so schlecht?

Hatten wir es zu verantworten das Harrys kleine Tochter nicht leben konnte oder durfte?

Ich wusste es nicht und ich fühlte in meinen Augenwinkel das verräterische Nass und schniefte gerade hoch, als mir der Schreck durch die Glieder fuhr, da ich mich geistig von jetzt auf gleich in der Höhle der Inferi befand und es mir war als würde mir kalte abgestanden Seeluft entgegen wehen.

Diese gefräßigen Geier warteten nur darauf, dass ich die Kontrolle über mich verlor und mich meine Gefühle und Emotionen ungehindert gehen ließ.

Diese Schmarotzer, dachte ich verächtlich und schrie laut, verzweifelt auf als ich bemerkte das ich im kalten, tiefen Wasser war und panisch nach Luft schnappend unterging im Kreise meiner parasitären Kinder, die gierig die skeletartigen Krallen unter Wasser nach mir austreckten.

Sie starrten mich aus höhlenartigen, leeren Augenhöhlen an.

Ich verbot mir panisch, dass Schrein und versuchte in furchtsamer Hektik die in mir aufkeimenden Gefühle gewaltsam zu unterdrücken, ich musste Vernünftig und Rational sein.

Schnell ließ die Decke los und rammte mir die Nägel in meine Hände, um mich rabiat zu erinnern das Emotionen ein seltener Luxus waren, den ich mir schon seit langer Zeit nicht wirklich gegönnt hatte, aber seit der Geschichte mit den Inferi für mich zu etwas unerreichbarem geworden waren.

Verzweifelt strampelte ich und donnerte meine Füße auf die Matratze, während ich meinen Kopf hin und her wälzte um mich wieder zu fangen und zu einer kalten Masse der Gleichgültigkeit zu werden.

Ich durfte dem Ganzen, der Geburt und dem toten Fötus, nicht die Bedeutung beimessen die es vielleicht verdiente, da es für mich zu gefährlich wurde.

Als ich bemerkte, dass endlich mein Bewusstsein langsam aber sicher wieder in mich drang, die gefräßigen und fordernden Inerfi in ihrem nassen Grab zurückließ und sich mit meinem ganzen Sein verflocht, da schlug ich meine Augen auf und war froh völlig zurück zu sein und wieder die Kontrolle zu haben.

Ich konnte bestätigen, dass meine Augen normal waren. Ich hatte gewonnen, zitterte und bebte mein Körper nach diesem Kampf ins hier und jetzt zurückzufinden aber die bisher aufgehaltenen Tränen rannen mir nun trotzdem aus den Augenwinkel auf mein Kissen, während sich meine verkrampften Finger lösten und sich die Nägel aus meiner Haut zogen und ich noch immer keuchte wie nach einem stundenlangen Lauf.

Nun erlebte ich wie ich total erschöpft wieder in einen unruhigen Schlaf versank.

Als ich das nächste Mal erwachte, wälzte ich mich im aufgehenden, hellen und wärmenden Schein der Sonne noch immer unruhig herum und hatte mir die Bettdecke weggetreten.

Wirklich erholt fühlte ich mich nicht, denn mir tat noch immer jeder Knochen im Leib weh, aber ich war fast dankbar aus dem Bett zu können und krabbelte mehr als das ich aufstand aus den Laken.

Anschließend wankte ich ins Badezimmer und erschrak selbst vor mir, als mich eine leichenblasse Haut begrüßte und so wusch ich mein Gesicht schnell schrubbte mit Seife darüber um wieder Farbe in die Wangen zu bekommen. Mit schwerfälligen Bewegungen putzte ich mir die Zähne und wusste, dass heute nicht mein Tag war oder sein würde.

Ich reinigte mit einem Zauber noch meinen Seidenpyjama, aber ich war nicht in der Verfassung für eine Dusche.

Vielleicht später ein Bad mit entspannenden Ölen?

Ja, vielleicht!

Als ich mir mit der Bürste schwer durch die Haare fuhr, quiekte ich leicht empört auf, denn die Knoten in meinem Haar ziepten, also band ich sie mir kurzerhand magisch zu einem losen Zopf zusammen, bevor ich auf unsicheren Beinen ins Schlafgemach zurück wankte und mir den kupferfarbenen Morgenrock überwarf, da mich leicht fröstelte.

Ich öffnete gerade die Kiste um mir den ein oder anderen Trank zur Regeneration zuzuführen, als ich mich fast verschlucke, da die Tür zu meinem Schlafzimmer krachend aufflog.

Ich erschreckte mich und hustete, sowie prustete, weswegen ich auf meine Brust schlug und sah mich mit großen Augen einem in seiner ganzen Pracht in einem grauen Aufzug stilvoll erstrahlenden Lucius gegenüber, der bewegt aussah und mich gerade finster anfunkelte.

„Was…was?“, keuchte ich, wobei er konsterniert eine Braue lüpfte und sachte eine seiner langen, silberblonden Strähnen lässig nach hinten strich.

„Hast du eine Ahnung wie spät es ist?“, fragte er betont blasiert und ich zuckte lässig mit den seidenummantelten Schultern.

„Äh…nein, sorry, ich bin gerade erst aufgestanden!“, versuchte ich zu erklären und verstand wirklich im Moment nur Bahnhof.

Ich legte die leere Phiole ab und fuhr mir mit dem Handrücken über die nassen Lippen, während ich glücklich die einsetzende Wirkung der Tränke spürte, dabei war ich froh, dass es mir sekündlich besser ging, wenngleich eine leichtbleibende, latente Übelkeit trotzdem nicht verging.

Zufriedener sah ich auf und zuckte leicht zurück, da die beeindruckende und einschüchternde Gestalt von Lucius nun direkt vor mir aufragte, während er mich skeptisch beäugte.

„Ich wünsche, wenn ihr schon in den Ferien da seid, Unterhaltung! So auch heute, also komm!“, forderte er drohend, während er sich vor mir noch bedrohlicher und näher aufbaute.

„Bitte? Wie spät ist es?“, fragte ich höflich, da leicht überfahren von so viel einschüchternder Präsenz nach so einer Nacht war.

„Fast 9 Uhr!“, wisperte er sehr ungehalten und ich blinzelte ihn daraufhin wie eine Eule erstaunt an.

Mir kam es vor als hätte ich nur 2 Stunden geschlafen und nicht derart lange, woraufhin mir auch die Worte fehlten als er mich recht grob am Arm packte und bestimmt Richtung Tür zog.

„Lucius was…was, soll das? Ich bin nicht angezogen? Ich…Lucius!“, steigerte sich meine empörte Stimme, während wir schon im Korridor standen und er nicht innehielt.

„WAS? Du bist gut genug gekleidet, schließlich habe ich das Ensemble gewählt! Es steht dir und jeder männliche Bewohner des Manors hat dich nackt gesehen, also bitte keine falsche, gespielte Scheu!“, giftete er erstaunlich bösartig, was dazu führte das ich meinen Protest im Keim erstickte, wobei mir mein Mund einfach nur völlig überfahren zuklappte.

Was bildete er sich ein?

ER hätte mich nie nackt gesehen, wenn es nach mir gegangen wäre! Ging es nur leider meist NIE!

Ich dampfte fast, als ich die Treppen runter gezogen wurde, aber ich war zu wackelig auf den Beinen weswegen mir auch kurz schwindelig wurde, aber Lucius fester, bestimmter Griff ließ nicht locker und dafür war ich gerade ziemlich dankbar, da er mir somit Halt bot, sonst wäre ich wohl gefallen.

Als wir den Frühstückssalon in raschem Tempo erstürmten, senkte Severus, der bisher hinter seiner Zeitung verschwunden gewesen war, dieser erstaunt und sah gespannt zu uns!

Er registrierte meinen morgendlichen Aufzug und legte die Stirn in Falten.

„Lucius, ich hoffe, du weißt das dein Schleppgut noch im Nachtgewand ist…daraus hübsch anzusehen, doch sehr ungewöhnlich, gerade bei dir, der du so viel Wert auf korrekte Kleidung legst und das gerade bei Tisch!“, durfte ich mir Severus gespieltes, affektiertes Gesäusel anhören, während ich von Lucius unsanft auf Dracos sonstigen Sitz neben dem Patriarchen der Familie gesetzt wurde.

„Ich mag es nicht zu warten und das weißt du sehr genau Severus!“, zischte er böse und aufgebracht.

„Na, wenn das so ist! Ein entzückender Anblick den du uns lieferst, Lucius! Von mir aus könnte sie immer hier so sitzen!“, kam Severus Sarkasmus bei jedem Wort, das er sehr akzentuiert sprach, durch. Lucius erwiderte darauf nichts, vielleicht auch weil ich recht rasch etwas fragte.

„Wo, …wo ist Draco?“, eine sehr gute Frage wie ich fand, denn das hätte mich schon interessiert.

„Der hat eine dringende Eule bekommen!“, informierte mich Lucius gewohnt von oben herab, während ich meinen Kaffee bekam, aber ich lehnte mit einer abwehrenden Geste ab und orderte bei einem Elfen einen Tee, da ich Angst hatte dann gar nicht mehr schlafen zu können. Lustlos knabberte ich an einem trockenen Toast und spürte wie müde ich wirklich war.

„Du siehst blass aus! Was für Tränke hast du genommen?“, klirrte die messerscharfe Stimme von Lucius durch den Saal und ich ließ das Brot fallen, da ich sofort den taxierenden, stechenden Blick von Severus auf mir fühlte.

„Aufpäppeltränke! Nichts besonders, ich fühle mich leider nicht so auf der Höhe, vielleicht eine Grippe?“, antworte ich schleppend, da ich tatsächlich eine bleierne Müdigkeit fühlte, die einfach nicht weichen wollte und mich etwas benebelt zurückließ.

„Denkst du, das entschuldigt dich?“, hauchte eine eisige Stimme über den Tisch.

„Nie, Lucius derartige Rücksichtnahme auf deine Umgebung wäre wohl zu viel verlangt!“, säuselte ich betont süßlich zu ihm und prostete ihm spöttisch mit meiner Tasse zu, während ich sehr wohl Severus tiefschwarze, glänzende, alles sehende Augen bemerkte. Natürlich sah er wie sehr ich mich zusammenriss um keine Schwäche zu zeigen.

Aber eine andere Reaktion als die abschätzigen Blicke von Lucius bekam ich nicht.

„Dann wirst du heute nach diesem Essen in dein Bett gehen! Morgen werden wir einen Besuch beim Lord haben!“, befahl Lucius kalt und sehr rigoros.

„Der Lord, ich freue mich!“, hauchte ich wenig begeistert.

„Gut so, er wirkte so als würde er dein regelmäßiges Erscheinen vermissen!“, erklärte Lucius gehässig.

„Ich finde es bedauerlich, dass ich mich verabschieden muss!“, grummelte ein schlechtgelaunter Severus und Lucius kicherte affektiert.

„Das glaub ich dir! Aber ich wünsche dir viel Glück Severus und lass dich nicht beißen!“, spottet Lucius weiter und wedelte verspielt und amüsiert mit der aristokratischen Hand zu einem sichtlich missgestimmten Severus, der es gar nicht zu schätzen wusste, das Lucius Spott über ihm ausgekippt wurde.

„Du gehst zu den Vampiren? Jetzt?“, fragte ich wirklich erstaunt, denn das hatte ich nicht auf dem Schirm gehab, obwohl er mir gesagt hatte das er heute gehen würde.

„Ja, gestern kam eine Eule!“, kam es gewohnt knapp von ihm, während er sich erhob und aus den Tiefen seiner Taschen eine Phiole hervorzog und diese bestimmt neben mich legte.

„Trink das und schlaf dann!“, befahl er kühl, worauf er Lucius sparsam zunickte etwas was dieser mit einer zustimmenden Neigung seines Hauptes erwiderte somit verließ Severus mit wehenden Roben das Manor, dabei blickte ich ihm recht verdattert hinterher, was für ein beeindruckender Abgang, bis mir Lucius bedeutete unter seiner Beobachtung weiter zu essen, was ich dann brav, wenn auch schweigsam, tat.

Verstohlen linste ich zu dem sichtlich selbstherrlichen Mann, der im Sonnenschein des Morgens noch weißblonder erschein als sonst schon und dessen Augen ab und an zu Papieren flogen, die neben ihm lagen, während er so tat als wäre ich nichts weiter als schmückendes Beiwerk.

Aber dennoch wirkte es als würde ihm die Gesellschaft zuzusagen, denn sein Blick legte sich ab und an auf mich, während ich mich durch einen Joghurt mit Obst kämpfte. Irgendwann zupfte ich meinen seidigen Morgenrock wieder zurecht, weil er bei Lucius Gezerre durch die Korridore doch verrutscht war, was natürlich sofort seine Aufmerksamkeit erregte:

„Du frierst?“, fragte er unterkühlt, seine Stimme klang nicht fürsorglich oder besorgt, doch er klang interessiert.

„Nein, eigentlich nicht!“, warf ich verwirrt über derart viel Fürsorge ein, vor allem nach seiner Ansage bei meiner Ankunft. „Aber wie gesagt, ich bin nicht auf der Höhe!“

„Dann werde ich dich nun zu deinen Räumen geleiten, nimm den Trank!“, schaffte er noch despotisch an dabei war er so schnell auf und hielt mir die entkorkte Phiole auffordernd unter die Nase, das ich erstaunt war das er sie mir nicht gleich selbst in den Rachen schüttete.

Ich trank brav wissend, dass ich die Tage wieder auf die Beine kommen musste, schon alleine da ich morgen mit dem Lord vis a vis bedroht worden war.

So war ich letztendlich doch froh, das es Tag war und ich nicht schlafen musste, aber wie es aussah würde der Trank gleich für schlaf sorgen, da ich mehr als unsicher auf die Beine kam. Das Blut rauschte dabei in meinen Ohren und ich hörte alles wie weit weg. Die Geräusche waren gedämpft und ein leichter Grauschleier legte sich auf meine Sicht.

Verdammt, was für ein Gebräu hatte Severus mir da geben?

Es raubte mir fast sofort und vollständig die Sinne!

Und das vor Lucius?

Er war gefährlich, denn man durfte und konnte Lucius nie trauen, zudem sagte mir das verräterische Funkeln in seinen sturmgrauen Augen, dass er sehr genau gewusst hatte welchen Trank ich da so treudoof auf Severus Anweisung hin runtergekippt hatte.

Ich hasste ihre stumme Kommunikation, die nur sie untereinander verstanden!

Severus hatte Lucius versteckt zu verstehen gegeben was er mir geben würde!

Diese beiden….arch….ich könnte sie erwürgen!

Da faste ich mir schwindelnd an die klamme Stirn und wollte mich mit der anderen Hand an einem Stuhl stützen, aber mir verzog es gefährlich die Perspektive und ich verfehlte den Stuhl weit und faste tastend ins Leere, wodurch ich leicht ins Straucheln kam, aber wofür gab es selbstgefällige, despotische Nervensägen?

Genau, um mich im entscheidenden Moment wie der Retter aus der selbst erschaffenen Not zu erretten!

Also bemerkte ich noch am Rande, dass er mich mit starken Armen auffing, bevor ich nicht freiwillig schlafen ging, sondern in die Betäubung geschickt wurde, wie ich sehr ärgerlich registrierte.

Ich dachte noch ein sehr böses Grinsen auf den Zügen von Lucius wahrzunehmen, während er mich hochhob als wäre ich viel zu leicht und es beunruhigte mich minimal, da ich so müde wurde, das ich jetzt völlig hilflos in seinen Händen wäre, bevor mein Kopf dann doch an seiner starken Schulter zum Liegen kam und ich endgültig wegdämmerte.

Hermiones Sicht ende

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Nira
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BeitragThema: Re: Kapitel 280-281    Do Mai 17, 2012 6:21 am

281. Kapitel „History of Vampires“

Lucius Sicht

Ich blickte zufrieden auf die tief schlafende Frau in meinen Armen.

Sie hatte gedacht, dass Severus ihr einen normalen Heiltrank hingelegt hatte, aber ich hatte an seinem auffordernden, kurzen Blick zu mir erkannt, dass er das nicht war. Ich sollte wie es schien Kindermädchen spielen, weil er weg musste und sich wieder einmal zu fein war jemanden vollständig zu sagen was zu tun war, also blieb es an mir hängen hinter Severus herzuräumen!

Um seine eloquenten Worte zusammenzufassen: „Trink und geh schlafen!“, sehr aussagekräftig, denn wenn sie es in ihren Räumen ohne Aufsicht genommen hätte, würde sie die nächsten Stunden bewusstlos auf dem Boden liegen, weil sie es niemals alleine noch ins Bett geschafft hätte

Somit trug ich sie schon wieder durch das Manor, wobei sie wenn es nach ihr ginge bestimmt niemals freiwillig umgefallen wäre, denn der Gedanke jemandem hilflos ausgeliefert zu sein sagte ihr bestimmt nicht zu.

Es war ein amüsanter Gedanke. Unterdessen fühlte ich den seidigen Mantel unter meinen Finger und blickte auf sie hinab. Ihr standen die Farbtöne hervorragend, wenn man davon absah, dass sie abgespannt, erschöpft und blass aussah.

Ich hatte dafür gesorgt das sie und Draco die letzte Zeit relativ unbehelligt vom Lord gewesen waren, deshalb erstaunte es mich was sie derart gefesselt und beansprucht hatte, das sie jetzt so erschöpft und müde wirkte.

Schon als sich Draco früh morgens von mir verabschiedet hatte, fand ich das auch er leicht übermüdet gewirkt hatte, wenngleich er um Längen besser und vor allen frischer ausgesehen hatte als sie.

Ich hatte stark die Vermutung, dass es mit Potter zu tun hatte, aber auf einen gesprächigen und mitteilsamen Severus konnte man lange warten!

Nun öffneten sich vor mir die Türen zu Hermiones Räumen und glitten lautlos auf, sodass ich meine Fracht in das Bett legen konnte, das noch jungfräulich rein war, was mich enorm befriedigte, weil sie es offenbar nicht wagte Draco oder gar Severus hier her einzuladen.

Gut, Draco hatte hier einmal übernachtet, aber es war in diesen Laken nichts geschehen was erwähnenswert wäre.

Woher ich das wusste?

Tja, wofür war ich ein Magier?

Es lagen so einige Zauber auf diesen ihren Räumen, die mich im Großen darüber informierten was sie hier trieb oder halt auch eben nicht.

Es waren keine Überwachungszauber, denn das hier war kein Gefängnis, es war ihr Zuhause. Es war nur das ich wusste, wann sie Besuch hatte und ob der „Besuch“ blieb und wenn, ja ob etwas passierte, nur mittlerweile schätzte ich, das sie es wusste und deshalb darauf achtete hier nichts zu tun.

Sie war ein durchtriebenes, schlaues Biest, das gerade tief schlummernd im Bett lag und gleichmäßig atmete.

Also wandte ich mich entschlossen ab, um mich meiner täglichen Arbeit hinzugeben, aber nachmittags würde ich nach ihr sehen, weswegen ich die Elfen beauftragte mich zu hohlen sollte etwas mit ihr sein.

Der Gedanke mich ihr aufzudrängen oder ihre wehrlose Situation auszunützen kam mir gar nicht, denn das brächte nun wahrlich keinen Spaß!

Es war später Nachmittag als ich aus meinem großen, geräumigen Büro gerufen wurde.

Ich saß hinter meinem wuchtigen Barockschreibtisch und sondierte die Informationen wo man Nott schon überall gesucht hatte und bisher nicht hatte finden konnte. Bei dieser sehr spannenden, sehr interessanten und befriedigenden Arbeit wurde ich von meinem Elfen gestört, der mit hängenden Ohren verkündete, das die Miss unruhig werden würde, was mich konsterniert die Braue heben ließ, das sollte so nicht sein, denn Severus Tränke waren immer sehr durchschlagend in ihrer Wirkung.

Somit erhob ich mich eilig und verließ das Erdgeschoss um mich in den ersten Stock zu begeben. Ich ging direkt in ihre Suite nur um zu sehen, das der Elf korrektes berichtet hatte und sie unruhig schlafend um sich schlug.

Der Morgenrock war zerknautscht und verrutscht, sodass man ihre nackten Schultern sehen konnte. die seidige, dunkelbraune Hose war bis zu ihren Knien hochgerutscht und ihr Haar kräuselte sich wirr auf dem Kissen.

Ich trat näher und hörte sie leise etwas wispern, worauf ich unwillkürlich meine Hand austreckte um ihr eine Hand beruhigend auf die Schulter zu legen, doch da zuckte sie wie geschlagen unter der Berührung weg, eine Reaktion die mich veranlasste mich auf die Bettkannte zu setzten.

Es war ein Zeichen das sie bald aufwachen würde und ich würde dabei sein, das wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Sie schien langsam aber sicher aufzuwachen, denn ihr Puls trommelte unruhig unter ihrer Haut am Hals, während sie etwas leise vor sich hin wisperte. Also neigte ich mein Haupt zu ihr um zu lauschen.

Zuerst dachte ich sie würde meinen Namen hauchen, was mich verwirrte, aber dann in totale Verblüffung umschlug, weil ich das Wort das sie wiederholte besser verstand, sie sagte nicht:

„Lucius!“,

sondern:

„Lucien!“

Lucien?

WER war Lucien?

Ich runzelte irritiert die Stirn, denn wer hieß so?

Keiner den ich kannte trug diesen Namen! Wirklich niemand, aber er war meinem Namen so unglaublich ähnlich. Ruckartig riss sie die Augen auf und starrte mich blicklos an.

Ich entschloss mich spontan mir nichts anmerken zu lassen und mich einfach umzuhören, denn ich würde schon noch in Erfahrung bringen wer dieser Lucien war und dann würde ich erfahren, warum er sie bis in ihre Träume verfolgte, etwas was mir gar nicht behagte. Lucien, eindeutig ein Männername und sie sollte nicht von anderen Männern träumen, zumindest nicht so, dass sie ihre Namen sogar im Schlaf murmelte!

„Lucius?“, blinzelte sie mich nun an als mich ihre Iris gefangen nahm und fokussierte. Ich grinste sie nur leicht höhnisch lächelnd an.

„So, ist unser Dornröschen aufgewacht? Fühlst du dich besser?“, klang der Spott in meiner Stimme sehr wohl durch, wenngleich ich versuchte die Bilder des Gewölbes zu verdrängen und wie sehr es mir gefallen hatte sie so nackt, ausgeliefert und erregt zu erleben, trotzdem gefiel es mir nicht sie schwach zu sehen. Sie drehte den Kopf und schluckte schwer wie, ich an der Bewegung ihrer Kehle sehen konnte.

„OH, ja besser….ich bringe Severus um!“, knurrte sie da plötzlich wütend als die Erinnerung wiederkam, weswegen sie die Hände aggressiv zu Fäusten ballte.

„Aber erst wenn ihn die Vampire nicht doch als Futter behalten!“, erhob ich mich fliesend und stand nun in der Mitte des Raumes, während sie sich langsam auf die Arme hochzog und sich die Haare aus dem Nacken strich.

„Ich werde Baden gehen, dann werde ich bestimmt wie neu geboren sein!“, schnaubte sie bei ihren Worten verächtlich auf, was sie mich konsterniert anblicken ließ, aber ich wollte nicht nachfragen, denn die Blöße das sie nicht antwortete wollte ich mir nicht geben und auch nicht den Kampf um eine Antwort zu ringen, denn dafür war ich gerade nicht in Stimmung.

Somit wandte ich mich ab, denn ich hatte noch eine ganz besondere Arbeit zu erledigen. Derweil legte sich ein gemeingefährliches Grinsen auf meine Züge, ich freute mich auf diese meine Arbeit, wirklich, dabei würde ich den Ärger vergessen können. Ich wollte also gerade gehen, als mich ihre erstaunlich kräftig klingende Stimme zurückhielt.

„Lucius, warte! Bitte, ich wollte dir… danken, dass du mich hierhergebracht hast! Das war sehr …nett!“, erklärte sie klar und fest und ich wandte mich nicht um, sondern drehte nur meine Haupt und nickte ihr kurz zu, sagte aber nichts als ich die Tür hinter mir schloss und beschwingt hinabging in die Kerker.

Lucius Sicht ende

Severus Sicht

http://www.castelulcorvinilor.ro/

http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hunedoara

Ich atmete auf.

Nachdem ich das Manor verlassen hatte, war ich noch kurz im Prince House gewesen, weshalb jetzt bereits die Nacht begann aufzuziehen. Nun starrte ich auf die für Menschenaugen verborgene, prächtige Castelul Corvinilor.

Diese Region hier war ein Hochgebirge, also war der Weg um nach Hunedoara in Rumänien, genauer nach „Castelul Corvinilor“ zu gelangen, sehr weit und beschwerlich für Nichtmagier jedenfalls .

Diese Burg thronte wuchtig auf einem hohen Kalkfelsen. D

Ich war in der rumänischen Stadt Hunedoara und die Burg, die diese Ortschaft seit dem 14. Jahrhundert beherrschte, glich wahrlich einer Wehranlage. Sie wurde auch „Die schwarze Burg“ genannt, doch dieser Titel bezog sich auf ihre „fabulösen“ Eigentümer und Bewohner, die hier, da wir in Siebenbürgen waren, noch immer allerorts gefürchtet und Teil des Volksglauben waren, womit sich die tiefe Angst vor den „schwarzen Besitzern dieser Burg“ erklärte.

Transsylvanien war bei uns in der magischen Welt auch heute noch eine unabhängige, politische Verwaltung, während Transsilvanien in der Muggelwelt unter dem Namen „Siebenbürgen“ seit 1920 zu Rumänien gehörte.

Aber bei uns, in der magischen Welt, war Rumänien ebenso eigenständig wie Transsylvanien.

Dieser Umstand dürfte den Weasleys mehr als geläufig sein, da in Rumänien das größte Drachenreservat der Welt untergebracht war und einer der Söhne ja dort seit Jahren diente.

Toll, ich stand nun hier in Siebenbürgen, in den anheimelnden Südkarparten. Ein schöneres Ziel konnte ich mir gar nicht vorstellen.

Es war „DAS Heim“ der Vampire und des Stammesvaters „Graf Vlad III. Drăculea“, Fürst der Walachei!

Toll, ich war nach 18 Jahren wieder da, wunderbar und starrte missmutig auf die wuchtige Burg, die riesig war, wobei sie ein großes Areal von fast 7.000 Quadratmetern umschloss. Das Bauwerk wurde auf der West- und Südseite von einem Fluss eingeschlossen. Auf der Ost und Südseite umschloss zusätzlich ein großer Festungsgraben die Burg und machte sie zu einer uneinnehmbaren, wuchtigen Festung mit Rundtürmen, einer langen Galerie und gotischen Türmen.

Ich stand im sogenannten vorgelagerten „Husarenhof“ an dem auch die Umgangsmauern begannen und würde die westliche Hauptburgbrücke überqueren müssen um am Haupttor Einlass zu begehren.

Dafür musste ich eine auf steinernen Pfeilern stehende, mächtige, lange Holzbrücke überqueren die bei jedem meiner Schritte knatschte und knirschte. Ich konnte am Ende der Brücke die von den Fackeln erhellte Zugbrücke erkennen, auf der man die darunter liegende Schlucht überwinden konnte.

Am Ende der Zugbrücke stand eine Statue des „heiligen Johannes Nepomuk“, deren hochtrabende Inschrift lautete:

„BEATVS IOANNES NEPOMVCENVS SANGVIN(IS) VNDA VT VE(STE) PVRPVRATVS HVNGARIAE (PATRONVS)“

Ja, gerade die Vampire waren ein seltsames Völkchen, da dieser Heilige der römisch katholischen Kirche als Schutzpatron für die Verschwiegenheit galt, sowie als Helfer gegen Wassergefahren war und hier trotzdem der Patron der Brücken war und da behaupte einer die Vampire wären nicht gläubig! Zu ironisch und zu amüsant!

Als ich diese Brücke nach dem abtasten durch die Schutzzauber, die hier alles wie eine Ruine wirkten ließen, hinter mir ließ sah ich vor mir den wirklichen Zustand der beeindruckenden Trutzburg.

An dem kolossalen, verschlossenen Tor hinterließ ich am Siegel einen Tropfen meines magischen Blutes und nachdem das Siegel mich erkannt hatte, konnte ich die kleine, sich öffnende Pforte passieren und erreichte den viereckigen Portalturm.

Wie gut, dass ich schon vor Jahren mein kostbares, rotes Blut gegeben hatte, denn es vereinfachte hier vieles, aber trotzdem würde ich es hüten vor diesem gefräßigen Volk mit den zu langen Beißerchen!

Mein Blick schweifte aufmerksam über das Haupttor, das stolz die Jahreszahl 1480 verkündete.

Ich sah mich in dem überschaubaren Burghof, der eigentlich alle Bereiche der Burg miteinander verband, um. Die vielen, gotischen Bögen der Wendelgänge und Treppen, bildeten jeweils einen Zugang zum Hof und führten somit in die einzelnen Burgbereiche.

Der Annahme, dass ich allein war, der gab ich mich nicht hin, denn erstens war mein Besuch hier angekündigt und zweitens, wenn es jemand ungesehen über die Brücke schaffen sollte, dann würde ich vom Glauben abfallen, dachte ich zynisch, während ich ein abfälliges Schnauben ausstieß und mich umsah und mich an die Vergangenheit erinnerte.

Es hatte sich nichts verändert. Die mystische, spannungsgeladene Atmosphäre herrschte noch immer in dem mittelalterlichen Hof der Burg. Ich wusste um den überschaubaren Burghof gruppierten sich die Wohn- und Repräsentationsräume.

Es gab fünf Basteinen, zwei Hallen, zwei Säle, fünf Vorzimmer, achtundzwanzig Wohnzimmer, neun Erkerstübchen, ein Backhaus, eine Kapelle, sowie eine Kasematte, welche ein sogenanntes Wallegewölbe war, das in ein unterirdisches Gewölbe im Festungsbau führte, das eigentlich bei den Menschen vor Artilleriebeschuss schützen sollte, aber für Vampire gerade im Sommer enorm von Vorteil war, weil es kalt und dunkel war, also ein perfekter Rückzugsort an den sehr langen Sommertagen.

Natürlich gab es auch noch einen Kerkerbereich direkt unter der Burg und das Beinhaus, das sich ebenfalls im Kellergeschoss befand.

Das „Ossuarium“ war ein Raum, in dem sich die Gebeine der Toten befanden, die von den vielen Menschen, die den Vampiren im Laufe ihres langen, untoten Lebens wichtig gewesen waren, da von ihren eigenen Toten nichts als verwehende Asche übrig blieb.

Somit beliebten die Vampire die Knochen einiger weniger Menschen zu sammeln, die ihnen tatsächlich wichtig geworden waren. Natürlich war dies über die Jahrjahrhunderte durchaus ein ansehnlicher Haufen Gebeine geworden, der sich so angesammelt hatte und nun kunstvoll das Beinhaus schmückte, da die Knochen schichtmäßig aufeinander gehäuft wurden und auch die Totenköpfe gestapelt wurden, ein erbaulicher Anblick des vergänglichen.

Ich stand in dem spärlich beleuchten Hof.

„Igor, welche Freude dich wiederzusehen, führe mich hinein!“, sprach ich bestimmt, klar und deutlich in die Dunkelheit. Entschlossen verschränkte ich meine Arme im Rücken und wartete entspannt, denn jeder Diener hier hieß Igor, das konnte sich dann jeder zumindest merken.

Es war auch nicht der Igor, den ich kennengelernt hatte in längst zurückliegender Vergangenheit. Es war ein junger Bursche, der zwar sehr duckmäuserisch wirkte, aber auch kräftig erschien als er aus dem Schatten trat. Hier tummelten sich nicht nur Untote und somit schenkte ich ihm ein ungeduldiges Heben der Braue.

„Ich schätze es nicht zu warten!“, zeigte ich keine Emotion, gab mich sehr emotionslos.

„Dann folgt mir, Herr Snape!“, dieser Anrede tat mir in den Zähnen weh, aber ich ertrug sie stoisch, während ich dem demütigen Burschen folgte und er mich nicht in den Rittersaal oder die darüber befindlichen Räume, wo Vlad III. residierte, führte, sondern drehte und fast zur Hauptzugangsbrücke mit dem rechteckigen Portaltrum zurückging.

Er steuerte auf die erste Terrasse der „Matia Loggia“ zu, oder auch Matthiasflügel genannten. Dieser Trakt wurde nur von den Frauen bewohnten und war ein Wohntrakt, was mir doch glatt unangenehm aufstieß, denn eigentlich war Vlad der III mein Ziel gewesen und nicht die Frauen.

Dieser Teil der Bug war in der frühen Renaissance erbaut worden. Hier waren aufwendige Deckenfresken zu sehen, die viele verschiedene Motive zeigten. Somit war dies der moderne Teil.

Ich folgte schweigsam und kam vor einer unspektakulären Holztür an, die der Diener mit einer demütigen Verneigung öffnete um dann zügig einen Schritt zur Seite zu machen, weil ich eintreten sollte, was ich auch tat, zu meinem unendlichen Leidwesen.

„Severus?!“, kreischte eine zu hohe und zu laute Stimme, die mich fast zusammenzucken ließ aufgrund der Angst zukünftig mit einem ständigen anhaltenden Pfeifton gesegnet zu sein.

Schnell löste ich meine im Rücken verschränken Arme und versuchte das aufgescheuchte Etwas, das versuchte mich zu umarmen, von mir zu halten als würde ich einen tollwütigen Vampir nahe an meinen Hals lassen.

„Carmilla, bedränge doch nicht unseren unwilligen Gast…das ist unhöflich!“, befahl eine befehlsgewohnte Stimme, die ich Ilona der zweiten Ehefrau von Vlad III. Tepes zuordnete, was dafür sorgte das Carmilla, die die Geliebte von Mihnea, dem Sohn von Vlad III. war, aufhörte zu versuchen mich zu überfallen und mit einem spitzen Lächeln verführerisch geschmeidig zurückwich.

„Verzeih Severus, ich freue mich nur dich zu sehen und das ich es geschafft habe das du wieder hierherkommst!“, hörte es sich fast wie eine Drohung an als sie weitersprach:

„Und vielleicht überlegst du es dir doch noch…!“, schnarrtet sie sinnlich weiter, dabei schob ich die blondhaarige Schöne bestimmt von mir.

„Carmilla! Eine Ehre, Ilona, ich möchte mich für euer Eingreifen bedanken!“, nützte ich den Moment um das schwatzhafte Ungeheuer zu unterbrechen und mich sachte zu Ilona zu verneigen.

„Eine Wohltat einen wohlerzogenen, jungen Mann zu sehen! Wie ist es euch ergangen Severus?“, schnurrte die blonde, zierliche Frau, wobei dieses sanfte Äußere des Wesen vor mir täuschen konnte. Sie war ein gemeingefährliches Biest, aber auch eine wankelmütige Frau, die ich aber immer zu nehmen verstanden hatte.

Sie winkte hoheitsvoll weiter in die geräumige Wohnstube der Kemenate. Alles war luxuriös mit vielen Sitzmöglichkeiten und tiefhängenden Holzdecken ausgestattet.

Als ich mich umblickte, nahm ich ein Kribbeln wahr und ahnte, dass ich beobachtet wurde. Ich erkannte nach einem raschen Blick aus den Augenwinkeln, dass von gut hinter einer Säule verborgen mich glutvolle, helle Augen beobachteten, Ruxandra.

Jetzt erkannte ich, dass Sanguinis Worte der Wahrheit entsprachen. Das Mädchen, nein die junge Frau, hielt sich zurück, aber sie hatte mich genau im Raubtierblick und das ließ mich noch vorsichtiger werden, vor allem nach meinen ersten, leidvollen Erfahrungen bei meinem ersten Besuch. Sie war die einzige Enkeltochter von Vlad III.

In einer ganz entfernten Ecke saß die Prinzessin Cneajna, die älteste unter den Frauen und die Mutter von Vlad III. aber sie hielt sich gewohnt dezent zurück und verfolgte alles stumm.

Alle Damen trugen bauschige, fürchterlich veraltete Kleider vergangener Jahrhunderte, sprich jeder trug das was ihr mal vor langer Zeit am besten gefallen hatte, wobei ich aber registrierte das Carmilla aus der Rolle schlug, da sie sich in ein Knielanges Kleid der 1920 Jahre geschmissen hatte und damit überhaupt nicht zu den altertümlich anmutenden Frauen hier passen wollte.

Das nannte man wohl dann den „modernen“ Londoner Chic, denn was bedeuteten schon einige Jahrzehnte, wenn man schon Jahrhunderte lebte?

„Setzte dich….mein Gemahl wird euch nicht vor übermorgen empfangen können…davor hoffen wir euch morgen bei einer unserem geselligen Bankette willkommen heißen zu können!“, hauchte Ilona verführerisch, während ich mich wie angewiesen neben die Dame setzte. Ich war dankbar wie nie für meine Okklumentikschilde, die mich gegen diesen tranceartigen, betäubenden Ton immunisierten.

Ich war gerade im Begriff zu antworten, als eine der Innentüren krachend aufflog und zwei kichernde Frauen den Raum erstürmten, doch unter den strafenden Blicken der hochrangingen Frauen verstummten sie sofort schuldbewusst und ihr Blick ging unstet durch den Raum.

„Verzeiht!“, hauchte die eine, aber es hörte sich in meinen Ohren verlogen an, denn Smaranda und Voica, die zwei Ehefrauen von Mihnea, dem Sohn von Vlad III., sahen eher so aus als wollten sie Carmilla und Ilona einen Holzpflock durch das untote Herz rammen.

„Setzt euch und seid still!“, wies Ilona barsch an und dabei klang sie gar nicht mehr schmeichelnd und schön, sondern hörte sich klirrend kalt an, sodass einem eine Gänsehaut über die Haut rinnen könnte, wenn man sich denn nicht perfekt beherrschen konnte, was bei mir nicht zutraf und so überschlug ich extra ostentativ, entspannt die Beine.

Somit war die Riege der Frauen von Mihnea mit den drei Vampirfrauen, der rothaarigen und braunäugigen Smaranda und der rassigen, schwarzhaarigen und grünäugigen Voica , sowie der blonden, blauäugigen Carmilla vollständig. Während

Carmilla kleidungstechnisch der Londoner moderne Rechnung trug, hatten sich Smaranda und Voica in barocke, ausschweifende Kleider geschmissen, aber schließlich musste Carmilla zeigen, dass sie etwas besonders war, oder eben auch nicht den Rang der anderen Frauen hatte, da sie nur die Geleibte von Mihnea war und nicht dessen Frau.

„Die Damen!“, wagte ich es mit einem huldvollen neigen meines Haupts die Eindringlinge zu begrüßen.

„Oho, dunkler Besuch. Dein Besuch blieb legendär im Gedächtnis aller! Hihihih!“, sprach Smaranda zu Voica.

„OH ja, zu amüsant! Eine Seltenheit das ich mich derart gut unterhalten sah…wie lange ist dies nun her?“, erwiderte Voica in Richtung Smaranda.

„OH, viel zu lange, wenn du mich fragst! Aber es war denkwürdig!“, so führten Smaranda und Voica ihr Gespräch fort und beachteten mich gar nicht. Es wirkte wie diese unsäglichen Weasley Twins, nur das diese wenigstens amüsant und unterhaltsam waren, während diese gackernden Weiber nur brutal nervten in ihrer penetranten Oberflächlichkeit.

„Severus, wie ist es dir ergangen? Das unendliche Leben schreitet immerwährend, eintönig voran!“, unterbrach Ilona das unerträgliche Geschnattere und selbst Carmilla, die sich in Gegenwart des Duos immer sehr zurückhielt, wirkte erleichtert das jemand das Gackern unterbrach.

„Ilona, ich danke für das unverdiente Interesse! Immerwährend gut! Das Schicksal war mir gewogen!“, erwiderte ich sehr überlegt, abwägend, wobei ich immer vorsichtig war in Gegenwart von Vampiren.

„OH…hihihih, er ist gesprächig wie eh und je!“, kam es verrucht von Voica.

„Und seine Zunge gewandt wie immer!“, kicherte die rothaarige Smaranda dümmlich.

„OH, wie habe ich das vermisst!“, raunte Voica und schon wieder begannen diese beiden nervigen Vampirladys ein Zwiegespräch und schlossen uns gackernd aus.

Ich wünschte mich auf der Stelle inbrünstig zu Lucius, denn lasst es mich so zusammenfassen, es war grausam und das Gespräch wurde inhaltlich nicht besser, eher schlechter.

Als wir genug ausgetauscht hatten an Nichtigkeiten und zu viel dem Gegacker und Getratsche von Voica und Samaranda gelauscht hatten, tauchte wie aus dem Nichts der immerwährende „Igor“ auf und geleitete mich hinfort von dem tratschsüchtigen Rudel und ich folgte doch zu gerne.

Der Rittersaal befand sich im Erdgeschoss, im ersten Stock kam der Ratssaal und darüber im zweiten Stock residierte dann Vlad.

Die Gäste wurden im zweiten Obergeschoss, oder dem Dachgeschoss im südlichen Teil der Burg untergebracht, und somit im ältesten Teil der Burg, der seine Ursprünge in der Gotik hatte.

Also war auch der Weg als unwegsam zu betiteln, denn es ging durch verwinkelte Korridore mit unverputzten, rauen Steinwänden, über ausgetretene Stufen, an moosüberwucherte Wänden und Schießscharten vorbei, die einen schmalen, kurzen Blick auf die Wildnis Siebenbürgens gewährten.

Ich dankte Merlin und Morgana sehr, dass die „Matia Loggia“ weit weg war und ich die penetranten, intriganten und dominanten Weiber nicht würde sehen und andauernd ertragen müssen.

Hier war es ganz anders als in dem Londoner Unterschlupf, denn hier lebte das Hochmittelalter weiter. Es war noch rückständiger als Hogwarts und der kühle Wind strich ungemütlich durch die dunklen Flure, die anders als die des Lords einfach wirklich düster und unfreundlich waren.

Hinzu kam, dass es den Vampiren gleichgültig war ob es kalt war oder nicht und ich war dankbar ein Magier zu sein um mir mit Wärmezaubern behelfen zu können.

Es war wirklich finster, denn Fackeln waren hier absolute Mangelware, weil Vampire gute Nachtjägeraugen hatten, schließlich waren sie Raubtiere der Nacht, wozu also so was nutzloses wie Fackeln?

Eben und so trotte ich vorsichtig hinterher. Das ich gezwungen war mehrere Tage hier zu verbringen trieb meine Laune leider nicht in ungeahnte Höhen, sondern eher in schwindelerregende Untiefen.

Alles war hier sehr schmucklos, nur eine einfache Behausung, ohne gastlich zu erscheinen. Mir wurde die Tür zu meinem Zimmer gewiesen und mich erinnerte das Innere an den Tropfenden Kessel in seinem heruntergekommen Charme. Es war sauber, aber alt, ein großes Bett mit vier Pfosten und tiefdunkelroten Vorhängen, die man rundherum zuziehen konnte. Eine Kommode, ein Stuhl und eine Tür, die ins mittelalterliche Bad führte, das war’s!

Es hatte sich wirklich nichts verändert seit damals. Wie erquickend, das die Vampire ihren Gästen zeigten, dass sie sehr wohl Luxus kannten, wenn man die schönen und protzigen Gemächer der Vampire bedachte, aber sie ihren Gästen ihren Stand zeigten, fielen sie doch gemeinhin unter die Kategorie „Essen“!

Es war spät geworden und der Morgen graute bereits, auch dies eine Tatsache, die mich nur minimal tangierte. Der Rhythmus änderte sich, jetzt hieß es ins Bett zu gehen um dann sobald die Sonne unterging mich wieder den Vampiren zu stellen.

Somit hatte ich eine Nacht, oder eher einen Tag hinter dutzenden von schützenden Zaubern, und blutroten zugezogenen Vorhängen verbracht und richtete mich gerade aufwendig her, denn heute war einer jener seltenen Tage an denen ich meine gewohnte weite Robe nicht tragen würde, sondern nur meinen langen und enggeschnittenen Gehrock mit Weste und weißem Plastron, aber auf den Überwurf, den Umhang würde ich verzichten.

Für das was mich erwartete wäre er wohl nur hinderlich.

An der Klinke der Tür hielt ich inne, meine Hand lag schon auf der messingfarbenen Klinke, aber ich drückte sie nicht hinab, weil ich mich erst kurz sammeln wollte, denn ich wusste im groben womit ich zu rechnen hatte und wie immer stelle ich mich den Herausforderungen die das Leben für mich bereithielt!

Nicht umsonst war ich der beste Mehrfachspion den man sich vorstellten konnte, aber gefallen musste es mir keineswegs, vor allem wenn ich daran dachte wie vorsichtig ich gleich agieren würde müssen, denn diese Vampire waren wankelmütige Geschöpfe.

Ich straffte mich entschlossen und war mir sicher, dass nichts meine Mauern würde durchdringen könnt, öffnete ich die Tür und sah mich somit einem anderen „Igor“ als gestern gegenüber, der an der Wand gegenüber meiner Tür lümmelte. Als er mich sah bemühte er sich rasch in seiner dunkelroten, sehr schlichten Livree mit dem Stößchen an den Hüften, eine angemessene Position einzunehmen und verneigte sich leicht.

„Wenn mir der Herr folgen würde, bitte!“, zeigte sich der Diener demütig und ich nickte nur knapp als Antwort, worauf wir zusammen die unwegsamen und ungastlichen Gänge entlangeilten.

Er geleitete mich die lange Galerie mit ihren offenen Rundbögen, die den nördlichen Teil der Burg verband in dem Rittersaal, der im Erdgeschoß im Westen der Burg lag. Diese Halle war für die regelmäßig stattfinden Feste, Veranstaltungen oder großen Bankette vorgesehen.

Tatsächlich verbarg sich hinter dem als Rittersaal bezeichneten Raum der saalartige Hauptwohnraum, beziehungsweise die Wohnhalle einer Burg. Dort hatte sich früher, das tägliche Leben der Burgbewohner abgespielt, zum Beispiel das Einnehmen der Mahlzeiten, abendliches Beisammensitzen, aber auch Festivitäten und Versammlungen.

Aber da man die Burg vergrößert hatte, war es heutzutage anders und nur noch wichtige Anlässe sorgten dafür, dass der Rittersaal Benutzung fand.

Als wir den Haupteingang erreichten, konnte ich schon das Familienwappen sehen. Es zeigte den„ Hunyadis Rabe mit Ring“ und war überall im Bauwerk eingemeißelt, sowie aber aber auch der „Drache“ Draculs vielfältig in die Mauern der Burg gemeißelt war.

Das war das einzige was man als die ganze Burg durchgängig schmückend bezeichnen konnte, die Wappen die an Türen oder oberhalb von Türeingängen ins Mauerwerk gemeißelt waren.

Als Igor die Tür dramatisch öffnete, offenbarte sich mir ein mittelalterlicher, gotischer Rittersaal. Er wurde geschmückt von spitz zusammenlaufenden Kreuzrippengewölbedecke, deren ausschweifenden Wölbungskantenenden steinerne, dekorative Wappenbilder schmückten.

Wappen, die einmal den „Raben“ zeigten, der für den Erbauer dieser Burg stand, Johann Hunyadi und Matthias Corvinus, der zwar auch ein geborener Hunyadi war, aber sich mit den Namen „Corvinus“ verewigt hatte.

Doch dieser Name für „corvus“ auf dt. „der Rabe“ und somit wurde dieses Geschlecht bis zum römischen Adelsgeschlecht der Corvini zurückgeführt, womit das Familienwappen selbsterklärend war.

Das andere Wappen zeigte den „Drachenorden“, auch „ordo draconis“ geheißen. Auf ihm war eine gekrümmte, schuppig geflügelte und sich selbst in den Schwanz beißende Drachenschlange, „Uroborus“, dargestellt.

Jetzt wäre es eine berechtigte Frage gewesen wie diese „schwarze Burg“ der Raben es geschafft hatte in den Besitz von Vlad III. Tepes Drăculea zu gelangen.

Dieser Mann hatte ein bewegtes Leben gelebt und lebte es nun ewig und immerwährend weiter als absoluter Herrscher über alle Vampire auf dieser Erde. So besagte sein Name Drăculea auch doppeldeutig „Sohn des Drachen/Sohn des Teufels“ und das traf auf diesen Vampir auch mehr als nur zu!

Dieser Vlad III. war ein gebürtiger Vampir!

http://dl.dropbox.com/u/59240814/Corvin%20stammbaum.pdf

http://dl.dropbox.com/u/59240814/Draculesti%20stammbaum.pdf

Sein Vater, Vlad II „Dracul“, wurde um 1400 geboren, dieser war ebenso ein Vampir, denn diese Abart der magischen Wesen gab es wie die Zauberer seit Anbeginn der Zeit, nur waren sie anders als Vlad III. Tepes nicht derart skrupellos, herrschsüchtig und rücksichtslos ihren eignen Leuten gegenüber gewesen.

Bis zum Aufstieg von Vlad II. war es eher normal gewesen, dass sie in kleinen Konklaven und Nestern ihr Dasein gefristet hatten, ausgenommen die zwei großen Vampirhäuser, das der Hunyadi (Corvinius) und das der Dracul.

Bei Vlad II., der als illegitimer Sohn des Fürsten Mircea cel Batran (der Alte) geboren worden war, hatte sich schon dieser bösartige Charakterzug gezeigt und so hatte er es auch durch Mord und Totschlag geschafft alle anderen zu beseitigen die ihm im Wege gestanden hatten auf seinem Weg zur Macht um Woiwode zu werden.

Wobei er es auch geschafft hatte seinen Vater, Mircea cel Batran zu entmachten und diesen ins immerwährende Exil zu schicken. Er, Vlad II., hatte noch Skrupel seinem Vater gegenüber, die seinem Sohn, Vlad III., gänzlich fehlten.

Vlad II. hatte viele blutige Kriege gegen die magischen Wesen in Ungarn, Böhmen und sogar gegen die der Türken geführt, aber er hatte ein großes Geschick zu lavieren und taktieren gehabt, so hatte er sich mit der einen Seite verbündet, während er die andere bekämpft hatte und andersherum.

In jener Zeit hatte Vlad II. den Drachenorden gegründet, daher auch der Beiname „Dracul“. Vlad II. hatte drei Kinder: Mircea, Vlad „Draculea“ III. und Radu.

So kam es das Vlad II. von Johann Hunyadi und dessen „schwarzer Armee der Raben“ ermordet worden war, wobei hier auch das Gerücht umging, das sein Sohn Vlad III. hier aktiv die Hände im Spiel gehabt hatte, aber damit war Vlad III. einem Putsch gleich auf den Thron gekommen. Er hatte dabei mit Hunyadi konspiriert, der den jungen Vlad III. eindeutig als Gegner unterschätzt hatte in seiner Skrupellosigkeit.

Eigentlich hätte der älteste Bruder von Vlad III., Mircea den legitimen Anspruch auf die „Thronfolge“ gehabt und hätte seinem Vater folgen müssen, aber auch hier war Johann Hunyhadis Vlad III. zu Hilfe gekommen.

Er hatte Mircea in einem Scharmützel gefangen genommen, diesen geblendet und mit glühenden Eisenstäben die Augen ausgestochen, danach hatte er Mircea enthauptet und ihn somit auch für einen Vampir effektiv beseitigt.

Somit hatte Vlad III. erreicht was er von langer Hand geplant hatte und war nun unbestrittener Chef des „Hauses der Drachen“ geworden. Vlad III. hatte immer seine revolutionären Ideen umsetzten wollten, die einen großen, einzigen Vampirclan beinhaltete welcher sich von den bisherigen Strukturen stark unterschied.

Er hatte immer gewollte das alle Vampire ihn als Chef aller Vampire anerkannten und an sie an ihn gebunden waren.

Radu cel Frumos (der Schöne), der Bruder von Vlad III. hatte diese Ränkespielchen überlebt und lebte immer noch, das war der leicht, „dem eigenen Geschlecht“ zugeneigte Vampir, den ich Charlie Weasley zur Kontaktaufnahme empfohlen hatte.

Aber nun weiter: Vlads III. Mutter, Prinzessin Cneajna, war die strippenziehende Person, die aus Vlad III. den Mann gemacht hatte, den man allseits zu fürchten gelernt hatte.

Dabei geholfen hatte aber auch noch der Halbbruder Vlad II., Alexandru I. Aldea, denn dieser hatte Vlad III. schon frühzeitig in den Kriegskünsten, der Strategie und der Diplomatie unterwiesen, die schnell in Blutrünstigkeit ausgeartet waren, bis Alexandru von seinem Halbbruder Vlad II. umgebracht worden war.

Schon früh hatte Vlad III. erwachsen werden müssen, da er von seinem Vater Vlad II. mit seinem Bruder Radu zusammen als Faustpfand und Geiseln in die Obhut der magischen Türken gegeben worden war, als eine Art Absicherung des Paktes, das die osmanischen Länder vor den Übergriffen durch Vampire in Sicherheit waren.

Nur seinen ältesten Sohn Mircea hatte Vlad II. in der Walachei bei sich behalten, deshalb hatte sich das Verhältnis zu seinen anderen beiden Söhnen Vlad III. und Radu radikal abgekühlt, nachdem sie derart verschachert worden waren, was ja auch verständlich war, denn wer würde so etwas seinem eigenen Vater nicht übel nehmen.

Trotzdem hätte Vlad III. nichts Besseres passieren können, denn sein Horizont hatte sich exorbitant erweitert, aber auch er hatte hier viele Stunden unter der Folter in den Kerkern gelitten, was ihn gestählt hatte. In jener Zeit nahm man an, hatte er die Neigung und Leidenschaft zum Pfählen erworben, woraus sich sein Zuname „Tepes“, „der Pfähler“ ableitete. Einer seiner Leitsprüche wurde es zu sagen:

"Pfählen lehrten sie mich, gepfählt wurden sie!"

Als Vlad III. sich mit seiner Armee auf den walachischen Thron gekämpfte und seinen Vater sowie seinen Bruder Mircea erfolgreich vernichtet hatte, hatte er die folgenden Jahre jedes nur erdenkliche politische, wirtschaftliche, militärische und magische Mittel eingesetzt, um seine Herrschaft zu stärken und zu festigen und um die Vampire unter seiner alleinigen Herrschaft zu bändigen.

Er war hierbei nicht wählerisch und erschreckend Grausam gewesen, geradezu brutal und bösartig um seinen Machtanspruch durchzusetzen. So hatte er gepflegt alle die ihm seiner Meinung nach im Wege standen zu verbrennen oder zu pfählen, die mit den Gepfählten bedeckten Felder waren legendär und somit möchte ich etwas zitieren:

"...das Pfählen ... man bindet solchen Übeltätern Seile an die Füße, stößt ihnen den Spieß zu dem hinteren Leib hinein... Zuerst aber kniet der Delinquent mit in den Staub gedrücktem Haupte nieder, die angezogenen Oberschenkel gekreuzt; ... und die Bahn hinreichend eingefettet, der Pfahl, aber nicht angespitzt, sondern abgestumpft ... die Organe beiseiteschiebt, und wird fünfzig bis sechzig Zentimeter in den Mastdarm eingeführt, dann mit dem Delinquenten senkrecht aufgerichtet. Und der Körper mit seiner Schwere drückt Mann oder Weib hinab, und langsam dringt der Pfahl durch den Körper, sucht den tödlichen Weg." So hatte ich dies aus einem Buch, das von Stephanus Gerlach geschrieben worden war entnommen und ein recht klares und eindrucksvolles Bild vor Augen.

An Grausamkeit stand Vlad III. dem Dark Lord in nichts nach.

Aber Vlad III. konnte auch durchaus anders kreativ sein, denn als Magier, Zauberer in Transsylvanien forsch genug gewesen waren und seine Herrschaft anzweifelten und sich darauf beriefen, das Vampire den Zauberern als magische Rasse unterlegen wären, hatte er diese häuten, braten und sieden lassen und hatte dann die übrigen Zauberer gezwungen sie umgehend zu verspeisen. Er hatte sich an den Qualen seiner Opfer geweidet, ihr Blut getrunken und beliebte es dabei auf den Pfahlhügeln zu speisen.

Außerdem sollen zu jener umkämpften Zeit aus seinem Schloss die Leichen im Überfluss herausgequollen sein, als er sich e schwer seine Macht erkämpft hatte. Man hatte zu dieser Zeit vom Wald der Gepfählten gesprochen, wenn man sich ihm nährte.

Die Schreie, die Schmerzen und die Qualen der langsam krepierenden Sterbenden müssen dramatisch gewesen sein, während sie nebeneinander aufgereiht am Wegesrand ihrem Tod überlassen worden waren.

Bevor er seine Opfer pfählte, pflegte er ihnen auch ab und an die Hände und Füße abzuschneiden. Im Laufe seiner Herrschaft sollen ca. 30.000 Menschen durch seinen Befehl hingerichtet worden sein, somit hatte er die Zauberer aus den heimischen Landen vertrieben und diese hatten ihr Heil unter anderem in Bulgarien gesucht.

All dies hatte letztendlich darin gegipfelt, dass bei einem Angriff der „schwarzen Armee der Raben“ Vlad III. erste Frau Magda, eine transsilvanischen Adelig, getötet worden war. Sie war die Mutter von Vlad III. erstgeborenem Sohn Mihnea cel Rau (der Böse), eben jener, welcher seine Frauen in der heutigen Zeit im Castelul um sich scharte, der also der Ehemann oder Geliebte von Smaranda, Voica und Carmilla war.

Nachdem Vlad III. gegen die Magier gesiegt hatte, hatte sich ihm und seinen Bestrebungen nur noch das uralte Vampirgeschlecht der Hunyadi entgegenstellte, vor allem der Sohn von Johanns Hunyadi, Matthias Hunyadi, der den angenommene Beiname „Corvinus“ trug.

Er hatte sich vehement gegen „Draculea“ gewehrt, aber dieser hatte nach dem Verlust von Magda erst Recht Blutrache geschworen gehabt.

Die „Schwarze Armee (Fekete Sereg) der Raben“ hatte enorm gekonnt zurückgeschlagen gegen den Drachenorden und hatte ihnen erstaunlich mächtige und unerwartete kraftvollen Konter entgegengesetzt, denn abweichend von der gängigen Praxis hatte sich Matthias Corvinus neben der üblichen Vampirarmee noch ein Söldnerherr gehalten.

Er hatte hierfür hauptsächlich fremde und neuerschaffene Vampire rekrutiert, etwas was den gebürtigen Vampiren bitter aufgestoßen war und so hatte auch Vlad III. seine eigene „Schwarze Armee der Drachen“ gegründet, denn wenn er eines war, dann flexibel und lernfähig.

Als sie nicht weitergekommen waren da ähnlich stark waren, hatten sich beide kreative Ideen einfallen lassen um den anderen zu schlagen.

Matthias Corvinus hatte gedacht, als er Vlad III. nach Castelul Corvinilor eingeladen und es geschafft hatte ihn tatsächlich zu übertölpeln und einzusperren, dass er diesen erfolgreich geschlagen hätte.

Er hatte ihn ab jetzt als Gefangen und gedacht damit hätte er die Vormachtstellung, aber seine Verwandte Ilona Hunyadi Szilágyi hatte sich in jener Zeit der Gefangenschaft von Vlad III. in diesen verliebt und ihn schließlich befreit, als ihr Vlad III. angeboten hatte sie in Freiheit zu ehelichen.

Durch diesen taktischen Schachzug hatte es die „Schwarze Armee der Drachen“ geschafft die „Schwarze Armee der Raben“ in einer Nacht und Nebelaktion zu schlagen, denn diese war des Nachts von Vlad III. in die „schwarze Burg“ eingelassen worden, nachdem Ilona ihn aus seinem Verließ befreit gehabt hatte.

Dann hatte „Draculea“ endlich die Herrschaft über alle lebenden Vampire übernommen und Matthias Corvinus getötet.

Somit hatte sich Vlad III. als letzte Demütigung für Matthias Corvinus die herrschaftliche und schöne Burg einverleibt und sie zum Stammschloss der Vampire gemacht.

Dieser Sachverhalt sorgte dafür, dass eine nie dagewesene Einigkeit zwischen Ilona und der Mutter Vlad III. Prinzessin Cneajna entstanden war, die bis heute anhielt, da diese wusste, wenn Ilona sich nicht in Vlad III. verliebt hätte, wäre es fraglich ob er gesiegt hätte.

Das war die Entstehungsgeschichte der Vampirgesellschaft wie wir sie heute kannten, denn Vlad III. hatte gegen alle Feinde und Widersacher gesiegt und thronte noch immer hoch über allen.

Er verteidigte sich gegen alle, wobei der Wiederstand verschwindend gering war, da er seine „Kinder“ alle mehr als eisern unter Kontrolle hielt, vor allem auch jetzt, nachdem die nicht magische Welt derart modern geworden war und Vlad III. beging nie den Fehler seine Feinde und Gegner zu unterschätzten.

Also betrat ich den großen, mittelalterlichen, gotischen Rittersaal und betrachtete die Dekoration. Diesem Vlad III. würde ich nun gegenübertreten.
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