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 Kapitel 284- 285

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 284- 285   So Jun 03, 2012 7:54 am

284. Kapitel Fürstin der Vampire

Ich hielt an mich und dachte mir sehr sarkastisch, dass ich mich nicht umsonst von frühster Jugend der Geistesmagie hingegeben hatte und deshalb wiederstand ich gekonnt diesem durch und durch gehenden Blick.

„AHA….der Geruch, der Tränkebrauer geht mit dir einher…ein einnehmender Duft!“, hauchte er wispernd, lasziv, leise, während er sich noch fließend näher zu meinem in den weißen Plastron gewickelten Hals beugte und sein Schnauzbart fast meine Wange kitzelte.

Ich nahm seine leicht geöffneten Lippen wahr und wie seine Zungenspitzen etwas hervorschaute, wie als wenn er von einem besonders leckeren Happen einmal begehrlich Naschen wollte.

Es war hypnotisierend, um nicht zu sagen tranceartig, aber ich war nicht umsonst der finstere Mann der ich war, wäre die Situation nicht derart ernst und brandgefährlich gewesen, hätte ich spöttisch laut aufgelacht.

Ich und ein begehrter Happen?

Wer würde schon gerne freiwillig in meiner erlauchten Nähe sein?

Ich nicht und außer meiner selbst fiel mir auch keiner ein, aber es war ein absolut sarkastischer sowie unsinniger Gedanke.

Vampire waren schon komische Wesen.

Ich wusste es war schon damals eng gewesen ihnen bei meinem ersten Besuch zu entkommen, da ich anscheinend für sie derart begehrenswert war!

Bei diesen zynischen Gedanken musste ich mir das süffisante Auflachen wirklich verbeißen, was meine Erheiterung auch nicht besser machte, da ich schon wieder auf „beißen“ anspielte.

Aber ich musste wahrlich aufpassen was ich tat, sagte oder wie ich mich gab und so schluckte ich sehr bedacht als er mit einem ganz komischen Ton reagierte, der mir in seiner bedrohlichen Tonlage durch Mark und Bein ging. Dabei sog er meinen Geruch gierig und genüsslich durch seinen geöffneten Mund ein. Er berührte mich nirgends, aber er war mir körperlich so nah, dass kein Blatt Pergament zwischen uns gepasst hätte.

„Na, was haben wir denn da?“, kam es da plötzlich von Vlad III. und seine frostigen Worte rieselten bedrohlich über meinen Rücken, während es verdächtig geheimnisvoll im Blick Draculeas aufloderte.

Er mochte Gaben, aber man sah nicht was er als nächstes Tun würde. Er war überhaupt nicht einzuschätzen, trotzdem brach die hypnotisierende Wirkung durch seine rhetorische Frage, die zu meinem Leidwesen recht zweideutig klang.

Somit hielt ich das Geschenk mehr in seinen Fokus. Ich hatte nicht lange überlegen müssen was ich mitbringen sollte!

Nur augenblicklich hoffte ich sehr, dass er nicht mich und mein Blut als Gabe ansah, oder doch?

In Händen hielt ich etwas anderes und dies war ein Almanach, der aber nicht über ein Jahr, sondern das gesamte, noch nicht geendete, 20. Jahrhundert der Menschheit ging.

Die Vampire waren immer, anders als die Zauberer, sehr an der Entwicklung der Menschen interessiert, schließlich war das ihre Nahrung. Hinzu kam, dass diese Ausgabe eine besondere war, da sie in einem seltenen aufwendigen Bucheinband aus feuervergoldetem Messing präsentiert wurde.

Es war eine seltene, russische Rarität, ein goldfarbener, getriebener Buchdeckel und Rücken. Auf der Vorderseite waren Jesus und vier Evangelisten abgebildet und über den Darstellungen die Namen der einzelnen graviert.

Auf der Rückseite war die Muttergottes mit dem Kind, darüber war eine Inschrift getrieben, punziert und graviert worden. Die Ecken zierten jeweils getriebene Rosetten.

Auf dem Rücken des Einbandes waren vier hochovale Medaillons mit christlicher Ikonografie zu sehen. Zwei Spangen hielten den Almanach, der in kyrillischer Schrift mit Kupfersicht und Vignetten versehen war, geschlossen.

Es war eine Mähr das die Vampire etwas mit Gott, der Religion und oder Kreuzten zu tun hatten, beziehungsweise Angst, Furcht oder gar die Besorgnis vor Vernichtung durch dergleichen hätten.

Eher war es so, dass sie alles was damit einherging sammelten. Es war ihnen ein Spaß seltene Reliquien anzuhäufen.

Die Eckbastei gab es nicht umsonst.

Ein zufriedenes unheimliches Leuchten stahl sich in das totenbleiche Gesicht von Draculea als sein Blick lasziv zu meinem Händen wanderte, dabei konnte ich sehen, wie sich sein wie gemeißelter Gesichtsausdruck änderte und merklich weniger spitz wurde als er die Witterung aufgab und sich auf die Gabe in meinen Händen konzentrierte. Ich hatte in der ganzen Zeit der Taxierung dafür gesorgt dass mein Herz konstant geschlagen hatte und ihn nicht noch reizte oder zeigte, dass ich irgendwie auf die Bedrohung reagierte.

Eine eventuelle Nervosität darüber was Draculea tun würde hatte ich mir nicht anmerken lassen oder gar gegönnt. Ich hatte mich wie immer perfekt im Griff, etwas was Vlad III. gönnerhaft schmunzeln ließ, während er mich aus der Nähe nun wieder abwägend taxierte.

Also rührte ich mich nur minimal um dem Vampir das Buch auffordernd hinzu halten. Es war wenig für mein Leben, aber ich hoffte es war genug.

Dann strecke er seine fast durchscheinend wirkende Hand fordernd aus und umschloss den Einband.

„Ein würdiges Geschenk! Wir nehmen es huldvoll an!“, erschall seine nun starke, samtige, tiefe Stimme kraftvoll im Raum, dabei versank ich dankbar in eine angedeutete Verbeugung. Protokoll war alles in diesen Untoten Reihen, somit auch überlebenswichtig vorausgesetzt man wollte leben, wobei es mir eigentlich einerlei war, ob oder ob nicht!

ABER ich wusste zu meinem Leidwesen wenn würden sie mich nicht töten, sondern immer noch in ihren Clan aufnehmen wollen und das wollte ich nicht, wie sagte man so schön sarkastisch, nicht über meine Leiche!

Ja, das sollte das Motto hier sein!

Ich wollte kein untotes Leben leben!

Man stelle sich vor, die Menschen in Hogwarts bekämen den ultimativen Schock ihres Lebens wenn ich meine schlechte Laune ewiglich verbreiten würde, wobei dies wäre ein durchaus anzustrebendes Ziel, sehr sarkastisch und humoristisch von mir, ich wusste dies, aber wenn ich das zu „verbissen“ sah, könnte das für mich ungut im Untot enden!

Ich sollte mit dergleichen doppeldeutigen Gedanken aufhören, beschloss ich rigoros und verbat mir meinem tiefschwarzen Humor.

„Wir sind erfreut, Fürst!!“, zeigte ich ihm, dass ich es sehr wohl erkannte, dass es knapp gewesen war und erlaubte mir ein tieferes ausatmen um dann fest fortzufahren:

„Die Belange meines Lords….!“, begann ich wacker, denn ich musste meiner lästigen Pflicht nachkommen, aber Draculea war fast schwebend, lautlos sowie in einer fließenden Bewegung endlich von mir gewichen um zu einem Stehtischchen zu eilen, darauf hatte er das kostbare Buch im Prachteinband abgelegt und blätterte nun interessiert darin rum, während er mit seiner Klauenhand mit den langen, spitzen Nägeln wedelte und murmelte:

„Die Vampire auf dem Festland werden erst mal neutral verbleiben, das heißt, WIR werden weder das Ministerium empfangen, das schon angefragt hat, noch größer mit dem Orden verhandeln! Wobei WIR vertraulich mitteilen, das Radu mir einen junge Mann ans Herz gelegt hat, jenen zu empfangen… wir werden sehen….nun, du kennst Radu und weißt wie er sein kann!“

Er zeigte sich sehr bestimmt, dabei glitt ein mörderisches, amüsiertes Aufblitzen über die Raubtierzüge des Obervampires.

„Was hingegen Sanguini in seiner Enklave beschließt, ist seine Sache und WIR stellen UNS zu hundert Prozent hinter seine Entscheidung. Aber bisher, nach heutigem Stand, zeihen WIR nur eine Erlaubnis an die DeathEater in Erwägung, zu einem offiziellen Treffen mit dem Leiter der englischen Kolonie!“, sprach er geschäftig und bar jeder Emotion, während er weiter in dem Buch stöberte.

Ich fand, das hörte sich für den Dark Lord doch sehr gut an und ich konnte nur hoffen, das Charlie Weasley sich nicht zu dämlich anstellt und weiter bei Radu dranblieb und er die Vorgaben in dem kleinen Buch beherzigte, dann hätte der Orden eine Chance.

Die Erlaubnis die Vlad III. hier erwähnte bedeutete, dass ich froh sein konnte wenn ich irgendwann in den kommenden Monaten endlich die Genehmigung bekäme wieder Offiziell bei Sanguini vorstellig zu werden. Es war eine Krux mit diesen umständlichen Vampiren, aber sie zur Eile anzutreiben wäre auch kontraproduktiv und so räusperte ich mich verhalten.

„Crh….WIR sind geehrt und erwarten euer Urteil um die Erlaubnis Sanguini aufsuchen zu dürfen!“, kam es demütig aber auch sachlich von mir, dabei nahm er meine unterwürfigen Worte stumm zur Kenntnis, während seine Hände verträumt, fast zärtlich über die Seiten des neuen Buches strichen.

So versanken wir in undurchdringliches Schweigen und ich verharrte stockstarr mitten im Raum, dabei wagte ich fast nicht mehr zu atmen um ihn nicht zu stören, denn fertig wäre die Audienz erst wenn ich entlassen worden war und eigentlich wollte ich mich dem elementaren Thema nähren, das mich sehr viel mehr interessierte als die Belange des Dark Lord.

Aber anders als Worple kannte ich die Gepflogenheiten, somit wartete ich unendlich geduldig und genügsam ab und wartete und wartete, meine Füße begannen zu schmerzen.

Klar, ein Vampire spürte dergleichen nicht, wie auch?

Er war in einem toten Körper gefangen, der nicht verrottet. Wie sehr hasste ich die überhebliche, selbstherrliche Arroganz dieser Wesen, klar würde ich mir meine gar nicht sarkastische Meinung nie und nimmer anmerken lassen, aber denken hinter meiner massiven Mauer konnte ich es sehr wohl.

Ich tat mir leid, sehr leid, aber wie gesagt, das hier vor mir war Dracula, somit konnte man auch auf keine Rücksichtnahme hoffen also wartete ich eisern weiter in meiner menschlichen Vergänglichkeit.

Ich war schon immer stur gewesen und ich würde es weiterhin sein, bis in den Tod!

Ich war zu einer Statue erwachsen, reglos, starr und unbeweglich fokussierte ich einen Punkt über Draculeas gebeugtem Haupt, dabei versuchte mir nicht allzu sehr leidzutun, bis er sich mir nach einer gefühlten unendlichen Ewigkeit wieder langsam zuwandte und mich mit schiefgelegten Haupt überlegend maß.

„Du bist ausdauernd….wie schade!“, stöhnte der Vampire sichtlich gequält auf und zeigte seinen Unwillen durch das leichte Fletschen der Zähne, sodass das Weiß der spitzen Eckezähne im satten Mondlicht verheißungsvoll glänzte, es schien mir doch gut, das er erst gestern gegessen hatte.

„Ich…!“, riss ich mich aus meiner Erstarrung und wollte für mich verteidigend antworten.

„Schweig still! Ich weiß um die „Bitte“ Carmillas und Sanguinis, das du etwas über die Nekromantie zu erfahren wünscht…ich frage mich nur… warum!“, schnarrte nun er gefährlich seidig durch seinen sich fast nicht bewegenden Mund, dabei klopfte einer seiner spitzen Nägel im gleichbleibenden Takt auf das Holz des Tischchens, wobei das kratzende Geräusch mich fast wahnsinnig machte.

Ich antworte nicht, da er es nicht als Frage gestellt hatte und dann ruckte er zackig, fließend in einer blitzschnellen Bewegung herum und schritt fließend auf seinen Thronsessel zu. Er setzte sich bestimmt darauf, während ich noch immer abwartend verharrte. Mir hatte er nicht gestattet zu sprechen oder mich zu bewegen und so würde ich nicht von mir aus anfangen ihn zu bequatschen.

„Severus, das ist ein heikles Thema! Sehr heikel! Ich kann dir nur gutmütig, sowie wohlwollend von dieser Materie abraten!“, meinte er rauchig, während er mir mit einer auffordernden Geste huldvoll bedeute zu sprechen, was ich tat und mich noch etwas mehr unter seinen forschenden Blick aufrichtete, dabei drapierte er sein aufwändiges Gewand um sich und lehnte sich in seinem breiten, weichen Barocksessel zurück.

„Ich kann euch versichern, dass von meiner Seite kein Begehr besteht die Meisterschaft in diesem Gebiet der Totenbeschwörung zu erreichen! Ich werde sie nicht belügen mein Herr, ich habe es versucht, aber erkannt, dass der Preis zu hoch ist den ich zu zahlen bereit sein müsste um ein Nekromant sein zu können!“, schnarrte nun ich gewohnt ölig, während ich ihm meine ausdruckslose Maske zeigte und mir dachte, wie sehr ich es hasste mich rechtfertigen zu müssen.

Was für eine Last, aber ich war ein leidgeprüfter Mensch und wollte nun endlich Antworten auf meine brennenden Fragen, also ließ ich mich derartig weit hinab mich zu erklären.

„Ein weißer Mann, wie schon immer! Deshalb verwirrt mich aber das Interesse umso mehr!“, legte er die Fingerspitzen der weißen Hände aneinander wie im Gebet und blickte mich interessiert aber auch überlegend aus seinen skrupellos glitzernden Augen an.

„Mich interessiert nicht die Nekromantie an sich! Eher ein wenig bekannter Effekt, der mit der Nekromantie einhergeht! Etwas worüber ich nichts finden konnte und hoffte auf das weitreichende, da ewiglich Wissen der Vampire auf diesem Gebiet!“, schmeichelte ich gekonnt, wobei ich hoffte den rechten Ton zu treffen, denn in zu großer Sicherheit dufte man sich nie wähnen.

„Das erkennst du wohl richtig Severus, aber es ist ein Thema über dem allgemein das Schweigen liegt…halte ein! Aber weil du damals, als Carmilla dich gegen deinen Willen verwandeln wollte, wobei du vorhergehend mein Angebot abgelehnt hattest, sie verschont hast, sie vor meinen Zorn bewahrt hast und damit mehr Anstand gezeigt hast als sonst irgendjemand uns Vampiren gegenüber, stehen wir in deiner Schuld! Nicht nur die Geschwister!“, hörte ich seinen leise gesprochenen Worten genau zu, ich wusste alles was er sagte war elementar wichtig aber auch das ihm dieses Zugeständnis an mich nicht leicht fiel.

„Du hast dich großmütig erwiesen und so werde auch ich dir diese Gunst darbieten!“, sprach Draculea sein Urteil samtig, während er mich starr fixierte, aber der Widerwille es zu tun stand ihm ins leblose Antlitz geschrieben, während in seinem Sessel zurückgelehnte saß.

Ich erinnerte mich wieder schlagartig an damals, an eine 18-jährige Vergangenheit zurück.

Es war Abend nach dem Bankette damals gewesen, so einem Bankette ähnlich wie heute, nur damals hatte mir Vlad III. mitgeteilt das sich die Familie einig sei, das man mich in Gnaden aufnehmen möchte, mir die Wandlung anbot, sie mich als einen gewandelten Vampir in ihren Reihen aufnehmen wollten.

Ich war mehr als überwältigt und überrascht über dieses großzügige und unerwartete Angebot gewesen. Es geschah äußerst selten das sie diese Ehre gewährten und dann noch einem Magier, so gut wie nie! Es war eine unsägliche Anerkennung meinerseits gewesen und ich hatte gezeigt, dass ich mich mehr als geschmeichelt fühlte und mir der Seltenheit dieser Gunst bewusst war.

Aber, ich hatte schon damals sehr genau erkannt, dass die Ewigkeit nichts für mich war. Zu jener Zeit hatte sich auch Lucius mit der Unsterblichkeit an sich beschäftigt und selbst dieser durchwegs arrogante Zeitgenosse hatte gemeint ein einmal richtig gelebtes Leben sei besser als ein unendliches, tristes, ewiges Dasein zu fristen.

Und meine monatelange Anwesenheit bei den Vampiren hatte mich in seiner Ansicht bestärkt, dass dies ein nicht zu erstrebendes Ziel für mich wäre.

Das ewige Leben!

Für andere Menschen das einzig wahre, für mich ein einziger unvorstellbarer Graus!

So schön fand ich das Leben nämlich nicht, das ich mir das für immer würde antun wollen!

Meist war man sich eh nur von minderbemittelten Idioten umgeben, eine Feststellung die ich schon früh in meinem Leben getroffen hatte und mir vorzustellen dem auf immer und ewig ausgesetzt zu sein, erzeugte einen sofortig einsetzenden Brechreiz in mir.

Und das hatte ich auch Draculea mit schmeichelnden aber klaren Worten gesagt und mit der darin deutlich enthaltenden Wahrheit. Er war überrascht regelrecht überrumpelt gewesen als ich ihm auch noch gesagt hatte, dass bei mir daheim in England FAMILIE wartete, die ich nicht allein lassen würde und unter dergleichen Gesichtspunkten, hatte er meine Entscheidung anerkannt und mich gehen lassen!

Es hatte mich nun überraschte das Darculea mir nicht den Kopf abgerissen hatte, da ich es gewagt hatte zu entsagen, aber er hatte sich eher total positiv erfreut gezeigt, dass auch mal ein Magier gekommen war und sie wirklich nur hatte studieren wollen, um nicht im Nachhinein doch Hoffnung oder gar Hintergedanken gehabt zu haben aufgenommen zu werden, das ich tatsächlich ohne große Berechnung gekommen war. Das war etwas was er nicht mehr gedacht hatte zu erleben, eine Seltenheit an sich und etwas was mich in der Achtung Draculeas enorm hatte steigen lassen.

Es stimmte, mich hatten die Vampire an sich interessiert, aber nicht das Vampirsein oder gar das Vampirwerden!

Nur hatte Carmilla meine Entscheidung abzulehnen etwas anders gesehen und sie hatte mich in der darauffolgenden Nacht im Schloss angegriffen und beißen sowie gegen meinen Willen wandeln wollen.

Das war absolutes Unding, da man immer das Einverständnis von dem zu verwandelnden einholte, denn ein unwilliger Untote war noch unerträglicher als ein williger, nur so viel sei gesagt.

Natürlich hatte ich mich im Kampf mit Magie gegen das tollwütige, sowie beißwütige Weib zur Wehr gesetzt, bis die Garde gekommen war und Carmilla wegbracht hatte um sie in eine Zelle zu werfen.

Es war ein unbeschreiblicher Affront das man jemanden der abgelehnt hatte und den der Fürst großmütig gehen lassen hatte, trotzdem versuchte gegen seinen ausdrücklichen Willen in die Unendlichkeit des Daseins zu zwingen, damit hatte Carmilla verspielt.

Ihr Plan wieder in Gnaden aufgenommen zu werden war nach hinten losgegangen, aber ich hatte gewusst, ich verdankte es ihr überhaupt die Möglichkeit gehabt zu haben die Vampire kennen zu lernen, aufgrund dessen hatte ich um ihr untotes Leben gebeten und ihr ihr Vergehen ungewohnt Nobel von mir, verziehen.

Auf ihr Verbrechen stand gewöhnlich der Tod, da sie eine Entscheidung Draculeas nicht akzeptiert hatte, aber der Fürst hatte sich mildtätig gezeigt in seinem Urteil, weil ich ihr vergeben hatte und hatte sie wieder zu Sanguini ins Exil geschickt, mehr nicht.

Aber auch Despoten waren manchmal aus unerfindlichen Gründen gütig!

Das war die Geschichte mit der ich meinen Gefallen von den Geschwistern eingefordert hatte, denn wir lebten alle in der magischen Welt und die Lebensschuld galt auch hier. Mir war es taktisch klüger erschienen Milde zu sein als auf meinem Recht zu beharren und Carmilla in den Tod zu schicken. Wie man sah hatte ich richtig und vor allen weitsichtig entschieden.

„Ich bin dankbar für diese Gnade, Fürst! Wie gesagt, es wäre mir ein ganz PERSÖNLICHES Anliegen mehr über dieses einmalige Phänomen zu erfahren, bei dem ein Nekromant „weiße Augen“ bekommt!“, fasste ich meinen Wunsch geschäftig zusammen und erntete das Heben der buschigen, schwarzen Braue über den gefalteten Händen.

„Ein seltenes Begehr zu einem seltenen Fall!“, resümierte er leise, dabei wirkte er gedanklich weit weg, aber ich wagte nicht ihn zu unterbrechenden und harrte geduldig ob er weitersprechen würde, was er dann auch zu meinem unendlichen Glück auch tat.

„Du hast Glück, ich weiß ein wenig über diese Anomalie, denn zu meiner jugendlichen Zeit, vor 500 Jahren gab es einen derartig gesegneten Nekromanten! Nur gut alle 500 Jahre tritt dieses Phänomen, wie du es nennt, auf! Es ist selten, daher gibt es nur wenig schriftlich belegtes Material über diese Spezies und das was es mal gab, habt ihr Magier bei Gellert Grindelwald verbrannt….ich kenne die Nekromantie sehr gut, den Tod, aber über diesen „White-Eye-Effect“ wie er korrekt heißt, weiß ich nicht alles, wie ich bekenne, denn die Wenigen die es schafften so etwas zu werden, waren immer sehr verschwiegen in ihrem Sein!“, sprach er mit seidiger Stimme und ich wagte es nicht ihn in seinen Kunstpausen zu unterbrechen und harrte in der ansonsten aufkommenden Stille des kargen Raumes darauf das er fortfuhr.

„White-Eye-Effect“, wow, es gab sogar einen Namen dafür, leider hatte ich bisher in meinen Büchern zu Nekromantie nichts darüber finden könnte. Wenigstens hatte mir Draculea einen Anhaltspunkt liefern können, das diese weiß glühenden Augen einen „Effect“ bedeuteten.

„Diese Wesen haben nichts mit einem normalen Nekromanten mehr gemein! Du weißt, es ist schon schwer ein Nekromant zu werden oder gar zu sein, aber was sie sind ist noch schwerer zu erreichen und es dabei zu schaffen auch nicht zu sterben und geht meist über den Verstand der Normalsterblichen bei weitem hinaus!“, endete er ernsthaft und ich wagte es meine Neugierde zu zeigen, indem ich meine Augenbraue des linken Auges fragend in die Höhe zog.

„Ja, aber was genau bedeutet es? „White-Eye-Effect“? Warum… Wesen? Sie sind nicht mehr …menschlich?“, fragte ich etwas überrascht und mir schossen doch wirklich gleich mehrere Fragen in den Sinn, die ich gerne alle beantwortet hätte, aber ich zügelte mich selbst. Ungeduld würde vor dem Vampir nicht gut ankommen.

„Der „Effect“ bezieht sich auf die weißen Augen und was sie damit tun können, was sie sehen, was sie wahrnehmen, was sie fühlen und spüren! Ohhh, Wesen? Doch sie sind noch immer menschlich, wie du!“, wandte der Vampire überlegt aber auch sehr sachte ein, während er sich wieder gemächlich aufsetzte und mir einen eindringlichen Blick sandte.

„Worin spiegelt sich dann ihre Macht? Ihr anders sein, sind sie mächtiger?“, fragte ich skeptisch nach und versuchte diesem „Effect“ auf den Grund zu gehen, denn bis jetzt hörte sich das alles sehr kryptisch und ungenau an, was aber wiederum typisch war für diese sterbeunwilligen Kreaturen vor mir, es war zu ärgerlich, das sie derartige Geheimniskrämer waren.

„Mann möchte meinen! Ja und nein!“, kam es von dem Vampir doppeldeutig mysteriös, wobei ich kurz davor war Zahnscherzen zu bekommen wegen dieses zähen Gespräches, weil ich mich gezwungen sah dabei meine Kiefer unerbittlich fest aufeinander zu pressen, das es fast laut knirschte.

Warum konnten diese Unsterblichen nicht einfach mal Klartext reden?

Ja und Nein, was für eine kolossal durchschlagende Aussage, geisterte es sarkastisch durch mein gehässiges Hirn!

Und so fasste ich mich in schwer errungener und erzwungener Geduld, als Draculea tief, wohlgemerkt unnötige Luft holte um bedächtig weiterzusprechen. Ich nahm mal an ihm machte das auch noch Spaß, denn ich war mir sicher ein gemeingefährliches, gehässiges Leuchten in den irisierenden Augen wahrnehmen zu können.

„Von der magischen Seite her gesehen, nein! Sie können keine machtvolleren oder stärkeren Zauber üben als früher, aber sie waren schon davor mächtige Magier, sonst hätten sie niemals den versuche ein Nekromant zu werden überleben können! Trotzdem sind aber diese Wesen einem normalen Nekromanten weit überlegen und auf der „anderen Ebene“, da haben sie viel Macht, unermessliche Macht!“, sprach er besonders langezogen als würde es ihm gar nicht passen, wobei sich seine Miene zu einer hässlichen Grimmasse der Ablehnung verzog, als er dies eingestand.

„Verzeiht, aber „Andere Ebene“?“, wagte ich es ungewohnt neugierig einzuwenden.

„Ja, auf der „anderen Seite“ des Seins….eine gefährliche „andere Welt“! Dass Jenseits! Nicht erstrebenswert, meiner Ansicht nach!“, zuckte zum ersten Mal so etwas wie ein gemeingefährliches Grinsen über die scharfen Züge des Vampires und ich glaubte ihm sogar, das ihm den untot Lebenden das Totenreich, das Jenseits, wenig erstrebenswert erschein.

„Was haben diese Augen für Auswirkungen?“, bohrte ich gewohnt wissbegierig weiter, was mir ein süffisantes heben der Braue meines Gegenübers bescherte.

„Fordere nicht zu viel, Severus! Das hier ist ein heikles Thema und ich war bisher mehr als gutmütig dir gegenüber! Aber lass dir gesagt sein, das weiß ich nicht….und meine Vermutungen werde ich dir nicht mitteilen! Wie gesagt, diese Personen die das Glück oder eher Unglück hatten so zu werden, waren sehr schweigsam und waren stets darauf bedacht ihre Geheimnisse zu hüten!“, widerholte er was er schon ausgeführt hatte und ich war versucht genervt auf zu stöhnen, das ich nicht weiter kommen würde, zwar hatte ich einiges erfahren aber bei weitem nicht so viel wie erhofft.

„Verständlich!“, murmelte ich sehr leise verärgert, aber gegen den geschärften Gehörsinn eines Vampirs hatte ich nichts entgegenzusetzen.

„Eben, es ist verständlich! So wird doch alles aus der magischen Gesellschaft ausgeschlossen was anders ist und gerade die die mit dem Tod verbandelt sind….nicht wahr?“, kam es gespielt dramaturgisch aber auch sehr spöttisch von Vlad III.

„Aber, was genau SIE dann sind….?“, wollte ich seine Warnung beherzigen, denn Vlad III. war für seine Wankelmütigkeit bekannt, aber ich war einfach gewohnt Risiken einzugehen und zu begierig mehr zu erfahren, denn ich ahnte, alle Bücher und schriftlichen Quellen, die ich würde auftreiben können, würden nicht sonderlich weiter helfen.

„Das weiß ich nicht, ob ich dir das verraten soll, denn es wird streng gehütet. Aber sag mir, Severus, wenn du so involviert fragst, dann ist wieder einer unter uns? Ja, gibt es wieder einen? Der eine, jener besondere, dieser einzigartig Nekromant? Erkenne ich dies richtig?“, zeigte sich in Draculeas Augen ein interessierter Glanz, der mir nicht wirklich behagte und mir aber auch zeigte was für ein Gegner er im Gespräch doch war, da nun ich zum Befragten avancierte und er unsere Positionen gekonnt verdreht hatte.

„Vielleicht, …..spielt das eine Rolle?“, kam es abwägend von mir und ich kam mir vor wie bei einem gefährlichen Katz- und Mausspiel, weswegen ich mir verbot meinen Reflex nachgegen zu wollen und meine Arme vor meiner Brust zu verschränken, sondern sie weiterhin bestimmt an meinen Seiten beließ.

„Vielleicht? Frag nicht, ich werde nicht antworten!“, bescheinigte er mir brüsk und ich hob verwundert eine Braue, denn das war, nun ja, interessant. Vlad III. hielt sich vage, zeigte sich wissend, aber auch etwas ungewohnt zugeknöpft bei dem Thema.

Ich versuchte gerade ebenso geschickt eine Antwort auf seine Frage zu vermeiden wie er auf meine, ein ewigliches vorsichtiges Taktieren mit diesen Wesen, es war zum Verrücktwerden.

„Wisst ihr es nicht, oder wollt ihr es nicht wissen?“, wagte ich mich wagemutig weit hervor wobei ich spekulativ frech war.

„Oh, Severus wie eh und je sehr weitsichtig, sehr ungewöhnlich für einen gewöhnlichen Sterblichen der noch derart jung an Jahren ist und sehr forsch!“, hauchte der Vampir eisig, wobei ich bei den Kompliment nur sachte mein Haupt neigte, sagte aber lieber nach meinem tapferen Vorstoß nichts.

„Wir sind die wirklichen und einzigen Herren des Todes!“, schloss er mit diesen Worten resolut ab, wie ich an seinem bestimmten, mich verabschiedenden Wink bemerkte, also verneigte ich mich nun umgehend aber auch wiederstrebend um Rückwärts den Rückzug anzutreten. Sehr ergiebig war das Gespräch nicht gewesen, war ich kurz davor sarkastisch zu Schnauben.

Wie hatte ich erwarten können schlagkräftige Anhaltspunkte von diesen Blutsaugern zu erhalten?

Das ich aber einfach nicht über die verpasste Chance, als ich von dem Biest die Wahrheit hätte fordern können, traurig sein konnte, da sie nun auch mein Zeichen trug, war, wie ich fand verzeihlich, dennoch ärgerte ich mich gerade schon ein wenig, das Vlad III. sich derart zugeknöpft über das Thema der Nektromantie gezeigt hatte!

Standen sich nun Vampire und Nekromanten nahe oder nicht?

Waren sie sich ähnlich, da sie beide sich als Beherrscher über Leben und Tod sahen?

Oder eben gerade nicht?

Führte dies zu einer automatischen Konkurrenz oder einer gegebenen Nähe?

Ich grübelte versunken über meine Gedanken, wenngleich ich immer meinen Zauberstab griffbereit hatte in diesen finstern Hallen, denn zur dunkelsten Nachtzeit war es hier immer gefährlichsten.

Da stand ich nun und wusste, dass ich morgen aufbrechen würde und die Vampire lange Zeit hinter mir zurücklassen würde und ich fragte mich ob so etwas wie Melancholie aufkam als ich über den schmucklosen Gang lief, aber wenn ich an den mit Leichen gefüllten Rittersaal dachte, war ich mehr als dankbar darum abzureisen.

Auf leisen Sohlen schlich ich weiter über die lange unbeleuchtete Galerie darauf bedacht keinen auf mich aufmerksam zu machen und huschte von Schatten zu Schatten, da mein Bedarf an den Empfindsamkeiten der Untoten zu Genüge gedeckt war.

Doch dann stoppte ich abrupt, da sich aus den Weiten der Galerie die lustwandelnde Prinzessin Cneajna, Vlads Mutter, nährte.

Sie schritt in ihrem schleppenartigen, schwarzen Samtkleid schmal, schlank und elegant wie eine Königin einher. Ihr helles, rotblondes Haar umfloss offen ihre schmalen Schultern, als sie mir mit einem sinnlichen Lächeln auf den schönen, aber so kalten Zügen der lebelosen Kreaturen, entgegentrat.

Mir fiel in dem Moment ein was mir Sanguini gesagt hatte, entweder sollte ich Vlad III. oder seine Mutter nach den Nektromanten fragen. Ich wusste, die Dame vor mir war die erste Frau in den Reihen der Vampire, keiner kam an ihre Macht heran, sie war diejenige auf die Vald III. Draculea noch im besten Fall hörte, aber sonst auf niemanden.

Sie war die Strippenzieherin im Hintergrund. Es hatte Vampire vor Vlad III. gegeben wie es sie jetzt auch nach ihm gab, aber er war der Einzige der es geschafft hatte über die Grenzen der magischen Gesellschaft hinaus bekannt zu werden und das verdankte er auch seiner Mutter, der Prinzessin Cneajna, die alles dafür getan hatte um seine Macht zu festigen und zu stärken.

Ilona, die Frau von Vlad III. war nie an die Stellung ihrer Schwiegermutter herangekommen. Ilona war ein verteufelt schlaues Weib, daher hatte sie auch erkannt das es besser war Liebkind mit der Schwiegermutter zu machen als ihr die Position streitig zu machen. Somit zogen die beiden Frauen nun an einem Strang und Ilona weilte nur deswegen noch unter den Lebenden. Aber es gab noch einen Grund warum mir die Prinzessin Cneajna gewogen war, denn ich hatte ihren Liebling unter den Vampiren vor einem grausigen, endgültigen Schicksal bewahrt. Sie hatte erstaunlicherweise die dunkelblonde und bauäugige Carmilla immer gemocht und diese unter ihre Fittiche genommen, schließlich war es klar, dass nicht nur mein votieren damals zum Überleben von Carmilla beigetragen hatte, denn so wichtig war ich nicht.

Sie hatte eine hohe Führsprecherin in den Reihen der Vampire und diese stand nun gerade vor mir, mich dabei milde anlächelnd, die erste Frau unter den Vampiren.

„SoulGatherer“, wisperte sie nun verführerisch seidig mit melodischer Stimme und mit einem mystischen Lächeln auf den eingefrorenen und ewig jungen Zügen, dann setzte sie sich wieder in Bewegung und entschwand geschmeidig schreitend in der weitläufigen Galerie in die Richtung aus der ich gerade kam.

Ich hatte sie noch nie reden hören, sie war sehr schweigsam, die Zurückgezogenste von allen, die die man am seltensten sah, die aber immer da war, doch wenn gekonnt mit den Hintergrund verschmolz. Ihr außergewöhnliches Wort formte sich langsam in meinem Kopf zu dem was es bedeutete und plötzlich wirbelte ich herum und sah zu wie ihre Schleppe sachte über den alten Stein gezogen wurde bevor sie um die nächste Kurve verschwand.

Warum sollte es mich nicht wundern, dass sie erstens wusste, dass ich bei Vlad III. meine Audienz gehabt hatte, zweitens um was es in dem Gespräch gegangen war und drittens das sie wusste, das mir Vlad III. das wichtigste vorenthalten hatte, von dem was ich zu erfahren wünschte, nämlich einen Anhaltspunkt was dies alles bedeutete!

Somit stand ich wie vor den Kopf geschlagen in der nächtlichen Burg und das eine und einzige gefallene Wort hallte nur immer wieder in meinen Gedanken wieder.

„Soul“, für die „Seele“ und „Gatherer“, „Sammlerin“! Zusammen ergab es das zuckersüße Wort „Seelensammlerin“, „SoulGatherer“, allerleibst.

Somit konnte ich mir zu meinem Leidwesen denken was es aussagen sollte.

Das Biest hatte es mal wieder geschafft sich gekonnt und absolut in die Nesseln zu setzten!

Was hatte ich erwartet?

Nichts, sollte ich mich je dran gewöhnen, das die Jugend von heute eine einzige, nur schwer zu ertragende Katastrophe war!

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Lucius könnte lange darauf warten, dass das Manor ein Gefängnis für mich werden würde.

Ich wusste schon was ich tun würde, denn schon bevor ich ihn kannte hatte ich auf eigenen Beinen gestanden und jetzt mit ihm würde ich mir meine Selbstbestimmung nicht nehmen lassen!

Gewiss nicht!

Ich hatte Termine und ich würde nicht vor ihm betteln um sie wahrzunehmen, warum sollte ich auch!

Es gab Wege aus dem Manor und diesmal war ich nicht in Eile, sondern hatte Zeit.

Aufgrund der Aufzeichnungen aus der Bibliothek wusste ich, dass jedes Zimmer im Manor einen Geheimgang hatte, es galt nur diesen zu finden und ich war eben auch ein Terrier, der sich verbiss und so lange schnüffelte bis ich fand was ich suchte, so auch jetzt.

Anders als in Dracos Räumen, wo der Geheimgang im Ankleidezimmer hinter einem Panel verborgen war, befand sich in meinen Räumen, den ehemaligen von Narcissa, in der, kleinen Privatbücherei mit dem Studierzimmer was Lucius mir zu Weihnachten offeriert hatte, der Zugang den ich suchte.

Wie gesagt, ich wurde fündig, nachdem ich die ganze Suite mehr oder weniger auf allen vieren abgekrochen war.

Der Zugang befand sich neben dem kleinen Kamin hinter einem Bücherregel, welches man durch einen Schließmechanismus an der protzigen, goldenen Verzierung des Panels bewegen konnte.

Sogleich öffnete sich der schmale, kleine, unbeleuchtete Durchgang geschmeidig und muffige, abgestandene Luft strömte mir entgegen, während sich ein mehr als zufriedenes Grinsen auf meinen Zügen ausbreitete.

Gleich würde ich abhauen.

Als ich vom Lord wiedergekehrt war, hatte ich gestern noch seinen Mantel flattern sehen als Lucius aus dem Foyer verschwunden war und das Manor verlassen hatte. Er hatte augenscheinlich auf meine Rückkehr gewartet bevor er verschwand. Er schaffte es, dass ich mir wie eine Gefangene vorkam!

Dieses Verhalten von ihm rief meinen sofortigen Trotz hervor und ich war mir bewusst, dass ich nicht klein bei geben würde!

Also eilte ich zurück ins Ankleidezimmer und zog mich aus. Das Kleid das ich zum Frühstück angezogen hatte flog in hohen Bogen durch das Ankleidezimmer. Draco hatte ich nur kurz gesehen, als er mir einen Kuss auf die Stirn gehaucht hatte und sich für den restlichen Tag entschuldigte, hatte ich still gehalten unter Lucius permanentem, skeptischem Blick, aber die Genugtuung zu sehen was ich darüber dachte das Draco mal wieder unterwegs war, hatte ich ihm nicht geben wollen.

http://www.jolie.de/bildergalerien/der-look-von-dvb-by-victoria-beckham-281904.html

Und so hangelte ich nun nach einem recht schlichten, aber schön geschnittenen weißen Etuikleid. Es hatte kurze, nur angesetzte Ärmel, war hochgeschlossen und hatte doch durch einen langen Schlitz einen Ausschnitt. Unter der Brust war es leicht abgesetzt und bis hierhin ging auch der sehr schmale Schlitz. Es schmiegte sich von der Brust abwärts eng anliegend an meinen Körper, bis es kurz unter meinen Knien endete.

Dazu kombinierte ich hohe, schwarze Pumps und einen schwarzen Umhang, schließlich wollte ich elegant und geschäftsmäßig wirken, denn ich hatte einen Termin und mir war es wichtig das sie mich dort nicht für eine verschrobene Hexe hielten.

Ich zauberte meinen Zwilling mit einem „geminio“ ins Bett, sollte Lucius doch denken, ich litt seit neuerstem an der Schlafkrankheit. Dabei schlich sich ein diabolisches Grinsen auf meine Züge und ich wandte mich entschlossen ab.

Als nächstes entzündete ich mit einem „lumos“ meinen Zauberstab und eilte in den schmalen Geheimgang.

Routiniert, da ich mich an mein erstes Mal erinnerte, löste ich die Banne die auf dem Weg lagen, der mich parallel zu den Räumen entlang in die Tiefe führte. Diesmal hob ich die Banne noch leichter auf, wobei mir die zusätzlichen, die nach meinem ersten Fluchtversuch installiert worden waren, sehr wohl auffielen, aber diesmal war ich nicht in Eile und ließ mir Zeit alles exakt und langsam zu lösen.

Dabei erkannte ich wie sehr ich es vermisste meinem Hang nahzugehen und ab und an wo einzubrechen. Es war wie eine Sucht nach dem Adrenalin, das vorfreudig in mir pulsierte und mich noch mehr darauf achten ließ, dass ich keinen Fehler machte. Auch hier musste ich die ein oder andere Barriere, oder Gittertür überwinden, aber sie hielten mich nicht auf und so strebte ich weiter zielstrebig zum Ausgang.

Als ich vor dem letzten Fluch stand, der mich letztens mein Geheimnis gekostet hatte und mir meine erste Trachtprügel von Lucius eingebracht hatte, musste ich widerwillig daran zurückdenken und verzog leidend das Gesicht.

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BeitragThema: 285. Kapitel Arrangement   Di Jun 05, 2012 1:34 am

285. Kapitel Arrangement

Ich hasste es abgrundtief nicht mehr mein eigener Herr zu sein und abhängig von Lucius absolutem Willen, dass er es sich herausnehmen konnte mir das anzutun was er tat, aber ich war schicksalsergeben genug zu sehen, dass ich nichts dran würde ändern können ohne einen wahrlich unschönen Kampf mit ungewissem Ausgang ausfechten zu müssen.

Also hatte ich mich sogar Severus in letzter Konsequenz ausgeliefert um ein Bollwerk gegen Lucius zu erschaffen. Es war zu herrlich wie ich die Männer gegeneinander ausspielte und ich wusste, es war gefährlich, aber hey, ich liebte die Gefahr wie es wirkte wirklich sehr.

Somit blickte ich zufrieden auf den Fluch vor mir, der dank meiner kompetenten Arbeit violett aufleuchtete und gefährlich satt und grell aussah. Sie hatten ihn verändert und noch sicherer gemacht, was mich kurzzeitig aufstöhnen ließ, denn er war letztens schon verdammt schwer zu knacken gewesen, aber jetzt, jetzt erst recht!

Ich fuhr vorsichtig mit meinem Zauberstab die Struktur nach und knapperte nervös an meiner Unterlippe, dabei erahnte ich den sehr komplexen Aufbau hinter dem Gitternetz das sich nun langsam offenbarte und immer mal wieder silbern, hektisch, flackernd aufleuchtete und kurz davor war einen Alarm auszulösen.

Ich konnte intensiv spüren wie mir das Adrenalin durch die Adern sauste und fühlte mich lebendig wie selten in letzter Zeit. Es war ein tolles Gefühl ständig begleitet von der Angst der Entdeckung, meinem eigenen Können zu 100 Prozent ausgeliefert zu sein.

Das Rasta war exzellent berechnet und eine hervorragende Arbeit von Severus und Lucius, da sich das komplexe Gitternetz immer wieder selbst veränderte, wie gemein. Es war wie ein sich immer wieder verändernder Zahlencode gespeist von der alten Magie des Grundstücks, faszinierend.

Ich verlor mich fast bei der Beobachtung dieser genialen Leistung.

Aber ich hatte wirklich meine Berufung gefunden, denn ich fand eine kleine Lücke im ansonsten kontinuierlichen System, somit eilte ich um einen kleinen, aber feinen Zauber von mir rasch einzufügen, damit hackte ich mich, um es in Muggelsprache auszudrücken, in den Code und infiltrierte die Zellstruktur des Banns um durch langsame Bewegungen die rückwärtslaufende Codierung zu steuern und die Matrix zu brechen.

Dennoch erlaubte ich mir einen Spaß, ich wollte ja das Manor nicht schutzlos lassen und den Bann tatsächlich aufheben und somit lahmlegen, schließlich war das hier mein Heim!

Mein Heim! Mein zu Hause!

Meine Heimat, die schützenswert war, also flocht ich in den Schutzbann nur ein, dass er auch mich ungehindert durchlassen sollte. Mensch…äh, Muggel würden sagen, ich hinterließ meine DNA.

Als Hexe würde ich sagen, ich hinterließ meine magische, einmalige Signatur einem Fingerabdruck gleich und flocht mich diffizil in den Bann mit ein, veränderte den Bann und verbesserte ihn minimal mit meiner Stärke und Kraft, um dem Feind es zusätzlich zu erschweren einzudringen.

Das Glücksgefühl war berauschend als es nun satt gelb leuchtete und mein Herz pochte wild in meiner Brust, denn jetzt war es gleich geschafft und ich raffte mich auf hoffend, dass es diesmal wirklich geschafft war.

Das geniale, sowie brillante Wunderwerk von Severus, Lucius und mir erstrahlte zuerst als Gitternetz in Silber, um dann kraftvoll in einem satten Lilla zu leuchten, das mich belendete und mich die Augen fest zusammenkneifen ließ, nur um dann wieder unsichtbar zu werden.

Das fette, befriedigte Grinsen, das nun mein Mundwickel zierte, ließ sich partout nicht unterdrücken als ich mich aufrichtete, dabei schluckte ich schwer, denn irgendwie war ich auch selbst ganz ergriffen von dem was ich geleistet hatte. Ich besah mir noch mal alles um dann stoisch sowie hoch erhobenen Hauptes durch den Bann zu schreiten, hoffend diesmal auf keine eisig, kalte, mich benetzende Wasserwand zu treffen.

Und tatsächlich ich schaffte es ohne von der Barriere aufgehalten oder gar gekennzeichnet zu werden. Sogleich tänzelte ich befreit los. Das war ein Spaß gewesen wie er selten zu finden war und am liebsten hätte ich laut gesungen vor Freude, wobei das weder für meine Ohren noch die meiner Umgebung ein Genuss gewesen wäre, somit verbiss ich mir diese ungewohnt brodelnde Gefühlsregung.

Geschafft, ich hatte es geschafft.

Ich war kolossal. Okay, ich war vielleicht etwas arrogant, aber hey, man knackte nicht jeden Tag so einen Bann der so ausgefeilt war. Es war mehr als eine Herausforderung ihn auch nicht schnöde zu zerstören, sondern ihn abzuwandeln nach meinen Bedingungen. Das Gefühl war berauschend und erhebend.

Also lief ich glücklich auf den Ausgang des Geheimgangs zu, den hohlen uralten Baum, durch dessen ausgehölten Baumstamm man mitten in dem magischen Wald herauskam.

Zum ersten Mal schenkte ich dieser Umgebung die Aufmerksamkeit die sie verdiente. Letztens hatte ich keine Zeit dafür gehabt, aber heute war es ein schöner Tag und ich hatte Zeit und die nahm ich mir.

Es war ein schönes Stückchen Erde, ganz anders als der Verbotene Wald, aber doch mystisch durchzogen. Der Wald wirkte nicht so düster wie der verbotene Wald, eher magisch verzaubernd durch seine Schönheit, was aber nicht hieß das er weniger gefährlich war als der verbotene Wald, dessen musste man sich durchaus bewusst sein, denn auch schöne Wesen bargen oft Gefahr, man rufe sich nur die Veelas ins Gedächtnis.

Ein Schwarm kichernder, flatternder Feen schwebte an mir vorbei, dabei reflektierte sich in ihren hauchzarten Flügeln das Sonnenlicht, was die Feen in ein schönes verspieltes buntes Farbenspiel tauchte.

Was für ein friedlicher Anblick, der so gar nicht in mein Weltbild passen wollte. Zügig apparierte ich, um umgehend in der Diagon Alley aufzutauchen und rasch mit gesenktem und bedecktem Kopf meinen Ziel entgegen zu streben, dabei war mal wieder ein krasser Gegensatz zu der Gasse erkennbar die ich als Kind kennengelernt hatte.

Nun war diese ehemals so fröhliche Gasse fast ausgestorbenen und es waren nur noch gedeckte Farben zu sehen und Menschen die eiligst ihre Besorgungen zu erledigen hatten, denn niemand nahm sich in diesen Zeiten mehr die Muse zu bummeln.

Jetzt war ich hier an meinem Ziel und sank mit einem zurückhaltenden Lächeln in den mir zugewiesenen Sitz, nachdem ich mich aus meiner begrüßenden Haltung erhoben hatte und in das hämisch grinsende und wenig schöne Gesicht von Rangok blickte.

„Miss Malofy, ein Vergnügen sie wiederzusehen. Die Briefe kommen nicht annährend an den Genuss an eines Gespräch mit ihnen heran!“, zeigte ich mich nach diesen freundlichen Worten gewohnt höflich gegenüber dem Kobolden und neigte dankbar mein Haupt, schließlich wusste ich was für ein Kompliment seine Aussage war.

„Mr. Rangok, Schmeicheleien stehen den Kobolden nicht zu Gesicht, wenngleich ich mich geehrt fühle, denn auch sie sind mir ein angenehmer Gesprächspartner!“, grinste nun ich ihn breit Zähne zeigend an und wir beide neigten gleichzeitig im stillen Einverständnis die Häupter. Es war wie ein stummes Konzert, wobei ich die Gebräuche ab und an befremdlich fand.

„Mr. Malfoy wollte wissen wohin ihr Geld geht, Miss Malfoy!“, eröffnete er nun nach den höflichen Floskeln das Gespräch und brachte mich sofort dazu dass ich ärgerlich die Kiefer aufeinander presste.

Es genügte wohl nicht, dass er versuchte mich wie einen Besitz im Manor einzusperren, jetzt mengte er sich auch noch in meine Geschäfte ein. Das es ein ewiger Kampf mit Lucius sein musste, ärgerte ich mich maßlos!

Vor brodelnder Wut ballte ich die Fäuste, versuchte aber meine emotionslose Maske aufrecht zu erhalten.

Was bildete sich dieser Mann immer nur wieder ein?

„Was zu erwarten gewesen war!“, hauchte ich also leise, doch leider knirschte es selbst in meinen sensiblen Ohren zu laut, als ich mit den Zähnen mahlte, wobei der Kobold vor mir leicht gehässig grinste während er mein Ringen um Geduld beobachtete.

„Wohl wahr, wohl wahr, wobei ich damit eher gerechnet hätte! Mr. Malfoy ist nicht gerade für seine Geduld bekannt! Das Gute für sie, Miss Malfoy ist nur, mir ging es recht leicht von der Hand in meiner Auskunft nicht zu detailliert vorzugehen!“, kam es gerissen von dem kleinen, verschlagenen, magischen Wesen, wobei er seine spitzen, kleinen Zähnchen zeigte und nur noch gemeingefährlich aussah. Dann jedoch riss ich bei diesen polemischen Worten die Augen ungläubig groß auf.

„Mr. Rangok, sie sagten mir bei meinen letzten Besucht, dass sie Lucius antworten müssten, als meinem Familienoberhaupt!“, bekundete ich fast zaghaft und sah ihn erstaunt an.

„Das ist korrekt, aber die Frage ist, wie genau ich dabei sein muss!“, kam es sehr maliziös von dem hinterlistigen, kleinen Männchen, derweil sank ich erleichtert an die Lehne in meinem Rücken, wobei sich das zufriedene Lächeln, das sich auf meine Züge schlich, nun offen zeigte.

„Wie infam! Mr. Rangok, wenn es nicht respektlos wäre würde ich sie nun küssen!“, kicherte ich boshaft und erntete ein kalkulierendes heben der kahlen Augenbraue. Es war eine Offenbarung zu erleben das Lucius nicht alles frei Haus serviert wurde, wie er es zu erwarten schien, sehr befriedigend.

„Man tut was man kann!“, erwiderte er lapidar aber auch sehr verschlagen und ich legte dankbar die Hand auf mein pochendes Herz.

„Sagen wir es so, auch ich bin bereit zu tun was ich kann sollte die rechte Zeit kommen!“, bot ich ihm für was auch immer meine Hilfe an und er verstand die versteckte Bedeutung meiner Wörter und nickte huldvoll.

„Vielleicht interessiert es sie, dass ich mich um die Wünsche von Mr. Potter betreffend seines letzten Willens gekümmert habe!“, ging er nun geschäftig zum offiziellen Teil über.

„Des Weiteren weißt Gringotts seine Kunden darauf hin, dass sie versuchen sollten ihre Geldgeschäfte zu regeln und sich für raue, sowie stürmische Zeiten zu rüsten!“, glitzerten die verschlagenen Augen des Koboldes gefährlich und ich legte den Kopf überlegend schief.

„Gringotts gibt eine Warnung aus? Aber das Ministerium….?“, zuckte ich unverständig und runzelte die Stirn.

„…Warnt nicht…wir distanzieren uns von dieser Politik!“, erklärte er durchtrieben, worauf ich leise zu lachen begann, denn das Spiel fing an immer gefährlicher zu werden.

„Warnt Gringotts alle?“, wollte ich süffisant grinsend wissen.

„Nein, nur GANZ besondere Kunden!“, informierte er mich mit hinterhältig leuchtenden Augen.

„Dann fühle ich mich umso mehr geehrter!“, meinte ich ehrfürchtig.

„Das ist zu erfreulich. Ich danke ihnen! Aber jetzt wegen der Heirat, die in den Sommerferien stattfinden soll….!“, redete ich weiter, als er mich mit einer herrischen Geste unterbrach.

„Das habe ich schon in Angriff genommen! Ich würde den Hohepriester „Nuada“ empfehlen!“, sprach der Kobold dabei gewichtig und ich runzelte die Stirn, Nuada? Keinen Schimmer wer das war!

„Ja, er lebt in einem irischen Coven und hat sich als extrem verlässlich erwiesen und jedweden politischen Strömungen gegenüber gleichgültig. Er dient nur der Magie!“, fasste er nüchtern zusammen.

„Das hört sich für unsere Zwecke sehr gut an!“, zeigte ich mich angetan von dem Angebot.

„Wir haben einen sicheren Hort an dem die Hochzeit stattfinden würde, das heißt, wir müssten den Hohepriester von einem festgelegten Ort abholen um ihn zu uns zu bringen!“, erklärte ich unsere vertrackte Situation, da ich nicht gewillt war unsere Sicherheit im Cottage zu opfern, deshalb hatte ich mir viele Gedanken gemacht wie dies ablaufen sollte.

„Gut, dann würde ich ihnen den Priester an einem vereinbarten Ort übergeben!“, bot mir der kleine Goblin großzügig an.

„Dafür sollen sie auch fürstlich entlohnt werden Rangok und diesen vereinbarten Ort lege ich kurzfristig, sprich 2 Stunden vor Abholung, fest. Alles andere wäre mir zu unsicher!“, wiegte ich meine flache Hand abwägend in der Luft.

„Sehr weiße, wie gewohnt, Miss Malfoy! Ihr Vorgehen sagt den Sicherheitsbestrebungen von Grigotts zu. Wir sollten uns noch den restlichen, anstehenden Zahlungsmodalitäten widmen“, klang die Prise Spott aus seinen Worten durchaus durch, dabei flatterten seine langen Ohren aufgeregt und schlackerten während er ganz erfüllt schien.

Geld, Gold und Galleonen waren etwas was das Herz der Goblins erfüllte.

Darüber schenkte ich ihm im stillen Einvernehmen ein heimtückisches Lächeln und so besprachen wir noch die zur Vorbereitung stehenden Vorkehrungen.

Ich genoss die Besuche bei den Kobolden, denn sie waren herrlich strukturiert und geradlinige in ihrem Bestreben einen auszunehmen, das mochte ich, schließlich wusste man so woran man war.

Nach dem Gespräch machte ich mich schnell auf den Weg, da ich noch einiges zu erledigen hatte.

Unterwegs besah ich mir die hetzenden Menschen, die eiligst versuchten die ehemals so fröhliche Diagon Alley hinter sich zu lassen und auch ich sah zu, das ich weiterkam, apparierte zielstrebig und dann stand ich nun unter der großen, weitausladenden, alten Eiche.

Ich blickte verhalten auf das vor mir lieblich und idyllisch in der frühlingshaften, blühenden Natur liegende Cottage, das familiär und gemütlich aussah, aber ich konnte mich fast nicht aufraffen es zu betreten.

Lucien?

Der tote Embryo, den ich im Garten verbrannt hatte!

Harry und Daphne, all dies lockte mich nicht wirklich in diese täuschende, lieblich wirkende Eintracht. Ich war mir nicht sicher in welcher Stimmung sich die Connection befand nach den tragischen Entwicklungen.

Ich wusste nicht ob ich mich dem allen stellen wollte, aber auf der anderen Seite war ich noch nie jemand gewesen der sich irgendetwas nicht stellte. Am Samstag hatten wir die Geburt eingeleitet und heute war Dienstag, also schluckte ich schwer und nahm Anlauf, denn ich würde ja sowieso nicht darum herum kommen mich dem zu stellen.

Also stieß ich die Tür entschlossen auf, um von einem irre lauten, wutbrüllenden Babygeschrei abrupt in meinem Vorhaben gestört zu werden. Ich war regelrecht perplex über so viel Lärm, somit war ich gewillt auf der Stelle umzukehren.

Effektiv in die Flucht geschlagen von einem Säugling, aber natürlich war mein Vorstoß nicht unbemerkt geblieben und in meinen Augen musste der Fluchtinstinkt gut zu lesen gestanden haben, denn als ich rückwärts stolperte, prallte ich in oder auch an die Brust von einem leidlich grinsenden Blaise, der wirkte als wolle er sagen, was ich mitmachen muss, kannst auch du erleben!

„Schönste, du willst doch nicht schon wieder gehen oder? Du hast noch gar nicht das stimmgewaltige Wunder erlebt!“, tröpfelte es auch schon enorm hämisch aus dem finsteren, jungen Mann, der trotz aller Gehässigkeit etwas übermüdet wirkte.

„Ähhh…!“, kam es herrlich aussagekräftig von mir, als ich auch schon von einem Mann mit struppigen, schwarzen Haaren überschwänglich umarmt wurde und drohte dabei recht unspektakulär zu ersticken.

„Harry….Harry!“, versuchte ich seiner Überschwänglichkeit Herr zu werden, dabei musste ich Grinsen, da er sich einfach gut und vertraut anfühlte.

„Erwürg sie nicht Kumpel!“, rief Ron über das Geschrei des Kleinkindes hinweg.

„Schönste, du kommst, ich freu mich so! Es geht allen gut!“, haspelte Harry gefühlvoll in mein Haar in der Nähe meines Ohres und presste mir die Luft aus den Lungen, bis er sich plötzlich löste, da vielleicht doch Rons Ermahnung ihn erreicht hatte.

Wie auch immer und ich schnappte befreit nach Atem.

Sogleich packte er mich fordernd an der Hand um mich stolpernd ins Wohnzimmer zu zerren, zu Daphne, die ein zornrotes, wild strampelndes Baby auf dem Arm hatte und dabei leicht überfordert wirkte, aber erstaunlich gleichmütig erschien, während sie geduldig versuchte zu ergründen was ihr Sohn wollen könnte.

Das Gesicht des Babys hatte ein bedenkliches knallrot angenommen, die Augen quollen vor Wut fast aus den Höhlen, als es seinen kleinen Mund weit aufriss und aus voller Lunge plärrte. Die kleinen Händchen hatte er zu zornigen kleinen Fausten geballt und mit seinen Beinen schlug er immer wieder aus. Er wirkte nicht wirklich zufrieden.

Aber er schien Ausdauer zu haben, dachte ich leicht ironisch während ich die leidgeplagte Meute begutachtete. So saß Astoria etwas geschlagen daneben, auch diese hatte wie die junge Mutter dunkle, umschattende Augenringe. Sie alle wirkten etwas lethargisch, auch Ron und Blaise.

Als letztes sah ich in das auch übermüdete, abgekämpfte, aber sehr glückliche, strahlende Gesicht von Harry. Es wirkte als hätte er sich mit seinem Gewissen arrangiert, das er glücklich mit der Geburt des Sohnes sein konnte und die Mutter alles gut überstanden hatte. Er erschien nicht wie ein Vater der ein Kind verloren hatte, sondern eher wie einer der gar nicht zur Kenntnis nahm, das da noch was gewesen war.

Also ging mein Blick kurz zu der mir minimal zulächelnden Daphne, um zu ergründen wie sie fühlte. Ich musste nach einer ersten Musterung zugeben, dass sie eine typische Schlange war, ihre Maske der geduldigen, gefühlvollen Mutter saß perfekt, aber sie ließ nicht durchblicken ob sie es bedauerte, trauerte oder gar wehleidig klagte. Sie schien sich für die stumme Akzeptanz entschieden zu haben.

Auf der anderen Seite suchte ich nach Anzeichen der von mir gefürchteten Depressiven tränenumflorten Augen, aber ich konnte nichts sehen. Daphne wirkte sehr viel verschlossener als früher und ich hoffte nur, sie klärte was immer es auch gab mit Harry und hielt sich an ihn oder ihre Schwester, denn einen langsam, schwelenden Zusammenbruch, weil sie alles in sich begrub konnten wir nicht brauchen, aber vielleicht hielt ich sie ja für schwächer als sie war!

Aber ich war mir sicher dieses Erlebnis war auch nicht an ihr spurlos vorbeigegangen, was auch ein Wunder gewesen wäre wenn nicht, schließlich war sie mit Harry die Hauptbeteiligte!

Alles zeichnete uns…früher oder später, wie ich selbst nur zu gut wusste!

Endlich tauchte Dobby wie aus dem Nichts auf und nahm der jungen Mutter resolut das laut kreischende Kind aus den Armen und lief mit ihm eilig ins erste Stockwerk. Keiner wollte es zu offensichtlich erscheinen lassen, aber als die Dauersierrene weg war, atmete doch alles erleichtert auf, auch die Eltern.

Die einkehrende Ruhe war Ohrenbetäubend, da es in meinen Ohren noch immer klingelte. Plötzlich wurde jedoch die Tür der Küche übergangslos aufgestoßen.

„Hey, wo ist unser Schreihals?“, ertönte eine mir bekannte Stimme, somit wirbelte ich überrascht herum.

„Hey, Bruderherz schau mal, da ist die Schönste und das erste was sie tut, sie vertreibt schon unseren kleinen Wonneproppen!“, krähte Fred lauthals als versuchte er die einkehrende Ruhe sofort zu zerstören, dabei kam er stürmisch auf mich zu, um mich kurz und herzlich zu drücken.

„I wo, die Schönste würde die kleine Schlange nie vertreiben Fred! Das würde selbst sie nicht mehr schaffen, der ist jetzt schon sturer als sein Vater! Snape wird IHN Lieben, den nächsten Potter!“, verkündete George breit grinsend.

Bei dem Wort Schlange zuckte mein Blick zu Harry, der aber nur verhalten lächelte und keine Anstalten machte anderer Ansicht zu sein als die Red Devils, wobei er nicht mal bei der Erwähnung von Severus auch nur mit der Wimper zuckte. Er wirkte total in sich ruhend, ein sehr ungewohntes Bild das Harry lieferte.

„Was macht ihr hier, was ist mit dem Geschäft?“, wollte ich indigniert wissen.

„Lee und Verity passen auf den Laden auf! Wir haben Gäste! Wir sind frisch gebackene Onkels geworden, da kann das Business auch mal ohne uns laufen!“, wedelte Fred gewichtig mit einer Hand durch die Luft und rollte theatralisch die Augen.

„Gut zu wissen! War Draco schon da?“, fragte ich gespielt nebensächlich, denn es wunderte mich zwar das die Twins nicht zur Arbeit gingen, auf der anderen Seite hatte wohl auch sie die Geburt mitgenommen und auch sie mussten sich erst an den neuen, dauerhaften Mitbewohner gewöhnen.

Wobei die beiden erstaunlich fit und munter wirkten, eben wieder ganz anders als der Rest der erschöpften Truppe. Es war wohl wirklich etwas dran das die Twins das Leben versuchten leicht zu nehmen und sie sich ihren Kummer oder ihre Sorgen nie offen anmerken ließen. Sie waren die größten, aber auch die besten Schauspieler von allen, doch dies war etwas was mich immer besonders skeptisch werden ließ.

Klar, denn auch sie waren durch ihr jahrelanges Versteckspiel geprägt. Sie waren sehr gut darin die anderen zu täuschen über ihre Gemütsverfassung, aber ich studierte die zwei Chaoten auch schon seit Jahren, somit taxierte ich sie abwägend.

„ÄH, nein, warum? Das müsstest du doch am besten wissen. Du bist die erste die von euch beiden die her kommt! Warum kommst du überhaupt allein?“, kam es sofort skeptisch und lauernd von George und auch die anderen sahen mich fragend an.

„Oh, ihr kennt Lucius, er macht es uns grad schwer uns gegenseitig abzusprechen!“, versuchte ich nicht näher auf die Umstände meiner „Gefangenschaft“ einzugehen.

„Geht es dir gut, Hermione?“, wagte sich Astoria wacker vor als ich mich in meinen Sessel setzte. Ich musste mich nicht sehr glücklich angehört haben.

„Ja, sehr! Nur viel zu tun, aber ansonsten es läuft. Wie geht es dir Daphne?“, wiegelte ich entschieden ab, wobei Astoria ein kalter Blick von mir traf unter dem sie zaghaft, verstehend nickte und ich mich Daphne endgültig zuwandte.

„Mir geht es gut, vielleicht noch ab und an erschöpft, indem ich schneller ermüde als sonst! Aber ansonsten geht es mir sehr gut. Lu….Lucien ist ein liebes Kind! Du hast ihn jetzt gar nicht richtig gesehen!“, lauschte ich ihren sanften Worten, dabei ließ ich meine Blicke über ihre schlanke Gestalt wandern.

Sie sah gut aus und erholt, bis auf die Augenringe aber nicht dem Tod nahe, wie in ihrem Bett als sie ihren Sohn zur Welt gebracht hatte. Ich war zufrieden mit ihrer Genesung. Ihre Gesundheit war ein Grund für meinen Besuch. Es war lustig zu hören wie sie bei dem Namen ihres Sohnes stotterte amüsierte ich mich still, aber da rissen mich ihre Schlussworte aus meinen abwesenden Gedanken.

Wie bitte, ansehen?

Nee, daran hatte ich kein gesteigertes Interesse, vor allem da ich wieder weiter musste. Lucius sollte nicht entdecken, das ich weg war, nicht das ich wieder in den Verließen des Manors landete, da ging doch glatt der Galgenhumor mit mir durch.

Mich hatte mein Verantwortungsbewusstsein hergetrieben ob das Kind und Daphne gesundheitlich auf dem Damm waren, alles andere fiel gerade unter unnötig angesichts meiner Lage.

Okay, vielleicht hatte ich noch sehen wollen ob Harry alles verkraftete oder ein Häuflein Elend war und ob die Twins wegen der Sache mit Nott klarkamen, oder ob sie nur die coolen spielten, denn ich wusste leidvoll wie es war unwiederbringliche Schuld auf seine Schultern zu laden und zu erkennen das man damit weiterleben musste im Guten wie im Bösen.

„Wenn er ruht, reißt ihn bloß nicht wegen mir aus den Schlaf!“, wiegelte ich sofort fast entsetzt ab. Ja, das war taktisch sehr gut, ich fand mich brillant aber die skeptischen Blicke die ich geschenkt bekam von den Red Devils und Blaise, sowie Ron waren recht abwertend, sodass ich entschuldigend die Schultern zuckte.

„Leute ich muss gleich wieder los! Ich wollte nur fragen ob ihr alles für die Taufzeremonie besorgt habt“, kam ich wieder zum Wesentlichen und zeigte mich geschäftig, während sie sich alle einen unbehaglichen Blick zuwarfen, fuhr ich bestimmt fort:

„Und ich wollte Fragen, ob es wirklich dabei bliebt?“

Ich nahm Harry ins Visier, da ich durchaus die Stimmung fühlen konnte, das sich die meisten noch nicht mit Draco als Paten für das Kind abgefunden hatten, vielleicht war es ganz gut das Draco gerade nicht an meiner Seite war.

„Natürlich! Ich stehe zu meinem Wort!“, brauste Harry sogleich empört auf, wenngleich ich Daphnes kurzen hoffnungsvollen Blick in den hellgrünen Augen aufflackern gesehen hatte, der sofort wieder der Akzeptanz wich als sie Harrys aufbrausen registrierte und so senkte sie wieder ihre Haupt.

„Das weiß doch jeder Harry, aber die Entscheidung fiel spontan in einer Ausnahmesituation und es wäre deshalb durchaus in Ordnung solltest du nach ein paar Tagen eine andere Entscheidung bevorzugen!“, wiedersprach ich ihm als einzige fest.

Wie es schien trauten sich die anderen nichts zu sagen, selbst die Twins hatten sich auf den Esszimmerstühlen dahin gefletzt, sagten aber nichts als mich Harrys leuchtend grüne feurige Augen trafen.

„Das weiß ich doch! ABER ich will wirklich Malfoy! Es war zu der Zeit perfekt, wie auch danach!“, sprach er sehr bestimmt und zeigte sich enorm hart, dabei fiel mir auf das Harrys Züge noch scharfkantiger aussahen als früher. Er wirkte beileibe nicht wie ein sechzehnjähriger, nein, viel älter…..wie tragisch, seine Kindheit war vorbei und das unwiederbringlich und sehr endgültig.

Hilfe, ich musste hier raus, sonst würde ich noch in melancholischen Depressionen versinken.

„Nun, dann sei es so Harry!“, beschloss ich und keiner wiedersprach, also würde Draco wirklich der Patenonkel von Lucien werden.

„Ist mit Snape alles in Ordnung? Hast du Ärger bekommen?“, wisperte nun Daphne besorgt, wie aus heiteren Himmel, worauf ich überrumpelt blinzelte.

Ich erinnerte mich dran wie Severus sich von mir in der Nacht der Geburt verabschiedet hatte, um sich auf nach Transsilvanien zu machen und ich wütend die Tür geknallt hatte, ob seiner anmaßenden Art sich mir gegenüber zu Gebärden, aber ob mir das noch ärger einbringen würde, nachdem er sich auf mir mit seinem Zeichen verewigt hatte, mochte ich bezweifeln. Eher war wohl seine Tat mich in die Ohnmacht zu befördern eine kleine Rache gewesen, doch es war noch viel geschehen von dem die hier Anwesenden nichts wussten.

Aber das war eine Tatsache, die ich nicht hier erzählen würde. Ich fühlte mich Severus gegenüber sehr sicher. Ich wusste es war wagemutig mich diesem Gefühl hinzugeben, aber ich fühlte so, dass ich ihm vertrauen konnte, das er verstand das auch ich nicht immer ein Eisklotz sein konnte, schließlich hatte er ein paar Jahre mehr Übung als ich.

„Nein, mit Severus ist alles in Ordnung! Er ist sogar sehr handzahm, aber gerade befindet er sich außerhalb!“, ging ich auf Daphnes besorgte Frage ein, dabei zeigte ich ihr ein dankbares Lächeln, das sie sich um mich sorgte, keine Selbstverständlichkeit, aber auch unnötig. Daphne hatte genug eigene Sorgen.

„Oh… beiß, beiß….!“, grinsten da plötzlich zwei verrückte Rothaarige wie irre. Sie wussten es also und klapperten laut mit ihren Zähnen indem sie diese aufeinanderschlugen. Ich kam gar nicht dazu zu reagieren, weil ich jetzt dann doch überlegte wie es wohl für Severus bei den Vampiren lief.

Was er wohl gerade erlebte?

„Angst, dass er nicht zurückkommt?“, fragte da urplötzlich Fred frech und ich blinzelte da total überrumpelt. Die anderen wussten nicht wo Severus hinging, das sagte mir ihr unverständiger Ausdruck.

„Wieso?“, offenbarte ich sogar meine ehrliche Überraschung was George und Fred fies kichern ließ, dabei klatschten sie sich wenig schmeichelhaft ab.

„Du bist zu geil! Er geht in die Höhle der Beißer und du verschwendest keine Gedanken daran!“, kam es abfällig von Fred, dabei zuckte er übertrieben die Schultern.

„Er würde nicht hingehen, wenn er nicht wüsste, was er zu tun hat! Außerdem würde ich mir derartige Gedanken von seiner Seite verbitten, wenn ich beim Rudel bin und dasselbe lasse ich ihm angedeihen! Das hat mit Respekt zu tun!“, wies ich beide ungewohnt kalt zurecht, aber ich ließ mir ungerne bei Severus reinreden, das war schon immer so gewesen.

„Harte Worte, Schönste! Es könnte auch Ignoranz sein!“, zeigte sich George erschreckend eingeschüchtert von meinen barschen Worten und das meinte ich jetzt durchwegs sarkastisch, da er mich nur abwägend taxierte und gar nicht glücklich dabei aussah. Die Red Devils hatten mir gegenüber noch nie ein Blatt vor den Mund genommen.

„Hart? Fair! Ich vertraue in seine Fähigkeiten!“, ich war wirklich perplex, denn Sorgen würde ich mich nicht, warum auch?!

Ich verstand nicht wirklich auf was die Twins abzielten, denn Sorgen um Severus?

Das tat ich nicht mal bei Draco als er bei den Veelas gewesen war, denn beide würden zu kämpfen haben, beide würden viel tun müssen was ihnen nicht gefiel, aber die Angst das sie nicht zurückkämen keimte zu keiner Sekunde in mir auf, durfte ich auch gar nicht aufkommen lassen, sonst würde ich wohl dauernd in Angst, Furcht und Sorge leben.

Vielleicht beruhte es auf dem Wissen, das sie vorher versuchen würden alles und jeden aus den Weg zu räumen bevor sie sich geschlagen geben würden? Woher ich diese Gewissheit nahm?

Ich würde ähnlich reagieren und agieren, damit kamen derartige Gedanken wie sie sich die Twins gerade machten gar nicht in mir auf.

„Verstehe ich das richtig, dass die Fledermaus bei den Vampiren ist?“, warf nun Ron amüsiert aber auch sehr weitsichtig ein, dabei kicherte er hinter vorgehaltener Hand.

„Ist unser Brüderchen kein Intelligenzbolzen? Bruderherz!“, frotzelte Fred erheitert über Ron, während ich knapp nickte und die anderen nur große Augen ob dieser Offenbarung machten.

„Er ist sooooooooo schlau, unglaublich, ich bin geflasht!“, witzelte George bösartig, wobei Ron wütend zu ihnen funkelte, als aber George schlagartig ernst wurde und mich ins Visier nahm.

„Apropo Vampire, da komm ich glatt zu den Wölfen, Schönste! Gibt es da was Neues?“, wandte nun gerade George erstaunlich sorgenvoll ein und ich runzelte verwirrt ob des plötzlichen Stimmungsumschwungs die Stirn.

„Nein, warum?“

„Remus Lupin! Er ist seit zwei Tagen überfällig! Der Orden und vor allem Tonks sorgen sich sehr!“, erzählte George nun sehr leise, wobei er sich verhalten im Wohnzimmer umsah, nicht wissend wie diese neue Erkenntnis aufgenommen werden würde.

Mir wurde aber sofort so einiges klar, was mir bisher ein Rätsel gewesen war, während mein fragender Blick zu Harry ging, der diesen auch umgehend verständig einfing. Der Abend vor der Abfahrt aus Hogwarts kam uns beiden in den Sinn und wie damals eine total aufgelöste Tonks zu Dumbledore geeilt war.

Aber das war vor mehreren Tagen gewesen, also zeigte mir Harrys sachtes Nicken das wir uns verstanden und er auch über Tonks nachdachte.

„Nein, von Fenrir weiß ich nichts, dieser hat einen anderen Auftrag!“, nickte ich wiederrum bedeutungsschwer zu den Red Devils und sie verstanden sofort, das ich auf die Suche nach Nott anspielte, dabei verzogen sich ihre Züge zu einem dämonisch, gefährlichen Gesichtsausdruck, aber wir sprachen es nicht aus.

Die andere mussten nicht wissen wie gemeingefährlich die Twins wirklich waren.

„Ich habe leider keine Information oder gar Ahnung oder sogar Anhaltspunkte das jemand vom Orden uns in die Hände gefallen ist, vor allem da Remus ja ein Spion ist, der sich ins Rudel eingeschleust hat!“, setzte ich mich nun interessiert auf und überlegt was mit dem Thema um Remus verschwinden einherging. Das war beunruhigend, wie sie ihm wohl auf die Schliche gekommen waren?

Vor allem da ich alles getan hatte um ein Aufeinandertreffen von uns zu verhindern.

„Remus wird vermisst!“, fragte nun Harry besorgt, laut und knabberte unwohl auf seiner Unterlippe, dann legte ihm Daphne eine Hand auf den Schenkel um ihn zu beruhigen.

„Das ist schlecht, aber Severus schien auch nichts zu wissen, da er nichts sagte!“, wandte ich in die augenblicklich bedrückte Stimmung ein.

„Oder er hatte kein Interesse?“, warf Blaise vorsichtig ein, worauf ich nichts erwiderte und einzuschätzen versuchte wie Severus die Dinge sehen würde. Keine Ahnung, den Orden würde er wohl nicht informieren. Mich? Die Connection? Ich warf einen taxierenden Blick in die Runde und runzelte die Stirn, dann bekannte ich:

„Ich hab keine Ahnung, Leute! Vielleicht findet er es uninteressant, vielleicht wusste er wirklich nichts davon, oder aber er rechnet sich nichts aus, warum es für ihn von Interesse sein sollte es zu erzählen“, zeigte ich meine Einschätzung offen.

„Also ist Snape durchsichtig wie eh und je!“, posaunte Ron abfällig, dabei schnaubte er verächtlich auf als Harry sofort einsprang und meinte.

„Wir sollten abwarten bevor wir urteilen!“ Seine ungewohnt schlichtenden Worte sorgten für sofortige sowie allumfassende Stille.

George schaffte es sein Erstaunen mit als erster zu überwinden und warf nun erstaunlich kollegial ein:

„Genau, über Snape sollte man nie zu schnell urteilen!“

„Genau, George! Wir sollten ihn fragen wenn er wiederkommt und die Schönste bisher nichts herausgefunden hat, denn Malfoy scheint ja auch nichts bisher davon gehört zu haben, das die DeathEater Remus gefangen haben!“, erklärte Harry, dabei war es herrlich wie besonnen er gerade reagierte, somit senkte ich schnell meinen Kopf, damit niemand meine Belustigung in meinen Augen lesen konnte, da Harry Severus für dessen Hilfe bei der Geburt auf ewig dankbar sein würde.

So war Harry gewesen, so war Harry immer noch und so würde Harry immer sein!

Severus hatte ab nun einen Freifahrtschein von Harrys Seite aus gesehen, wenn Sirius noch leben würde, dann wäre jetzt der Zeitpunkt an dem dieser sich den Tod bestimmt freiwillig wünschen würde.

Ab jetzt wäre Harry für alle verloren und verdorben, da ihm das Wort von Severus aufgrund von dessen Taten mehr gelten würde als alles was Remus, Sirius oder Albus Dumbledore zu ihm sagen könnten.

„Ich werde mich umhören!“, bot ich an und erhob mich, da es mir zu heikel wurde meinen Besuch noch länger auszudehnen.

„Ähm, wir geleiten dich zur Tür, hoffentlich hast du bei der Taufe dann mehr Zeit!“, kam es von den Twins gewichtig, auf das ich rau auflachte.

„Natürlich, da bin ich mit Draco da, keine Sorge!“, winkte ich verabschiedend in die sehr melancholisch wirkende Runde.

Nach der nun bekannten, zusätzlichen Belastung das der Orden Remus verloren hatte, war die Stimmung deutlich gekippt. Es war besorgniserregend, das er weg war, aber daran etwas ändern konnte auch keiner.

Somit ging ich auf die Tür zu, aber bevor ich das Zimmer verlassen konnte fiel ich fast über einen hereinwuselnden Dobby, der gerade mit dem schlafenden und selig wirkenden Kleinkind zur Tür hereinkam.

„Hoppala!“, meinte ich überrascht.

„Verzeiht Miss….!“, tänzelte er leichtfüßig um mich herum und legte das Kind in die von der Decke herabhängende Schaukelwiege die neben Daphnes Sitz montiert war. Genau…. es war der Platz der ansonsten von Draco eingenommen wurde.

Sogleich nahm ich die fast greifbare Spannung in dem Raum wahr und fühlte mich somit zu meinem Leidwesen genötigt einen Blick auf das schlafende Kind zu werfen.

Ich konnte die beobachtenden Augen spüren, während ich Lucien im Schlaf begutachtete. Ein dünner, schwarzer Haarflaum bedeckte das kleine Köpfchen. Er trug einen slytheringrünen Strampler, was mich jetzt grad marginal wunderte. Außerdem hatte er eine kleine Stupsnase, winzige Lippen und die Augen geschlossen. Hinter seinen Lidern bewegten sich die Augenäpfel. Da war nichts was mich jetzt großartig tangierte, aber als ich aufsah bestätigte sich meine Vermutung:

„Ein hübsches Kind!“, lächelte ich gekünstelt, aber es stimmte und ich gab es ehrlich zu, er war hübsch, also was man sah, aber so zierlich, zerbrechlich und vor allem unschuldig, sodass ich ihn gar nicht berühren wollte, da ich die ich so verdorben war. Also wandte ich mich resolut, schnell ab unter den erstaunten Unkenrufen der anderen, da ich ihn nicht berührte, aber ich beachtete sie nicht weiter, sondern winkte bestimmt als ich ging.

„Schönste, warte!“

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Kapitel 284- 285
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