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 Kapitel 36-37

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queenie
Königin
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BeitragThema: Kapitel 36-37   Do Feb 09, 2012 12:38 am

Der erste Schultag

Ich schaffte es dank einiger Geheimgänge relativ rasch, aber vor allem ungesehen vor unser Portrait. Die laut schnarchende, fette Dame, der ich unser Passwort leise zuflüsterte, bevor sie zur Seite glitt, gab mir den runden Zugang frei und ließ mich in unseren Gemeinschaftsraum schlüpfen, der aussah wie die letzten fünf Jahre. Der Raum war kreisrund und hatte viele Fenster, die ringsherum eine gute Aussicht auf das Schlossgelände gewährten. Anders als bei den Schlangen hatten wir viele unterschiedliche, nicht zusammenpassende Sessel und Tische. Alles wirkte gebraucht und die Farben Rot und Gold herrschten vor. Auch der vor dem offenen Kamin liegende Teppich hatte einige Brandlöcher, dies hätte Draco in Slytherin natürlich umgehend beheben lassen, wie ich mir amüsiert dachte. Sonst war dieser Raum immer brechend gefüllt mit laut schnatternden, oder eher brüllenden Löwen, aber um diese Uhrzeit war der Raum leer, na gut fast.

Wie nicht anders zu erwarten, hatten die Twins auf mich gewartet und sich die Wartezeit augenscheinlich sehr angenehm zu gestalten gewusst. Ich fand sie auf dem von mir vorhin beschriebenen Teppich, den sie zu ihrer ganz eigenen Spielwiese umgestaltet hatten und so durfte ich mal wieder Zeugin ihrer Liebesbeweise werden. Also huschte ich ergeben in mein Schicksal, zu meinem bevorzugten Sessel am Feuer und hatte damit einen phänomenalen Ausblick auf die sich enthusiastisch vereinenden Körper der beiden.

Fred kniete hinter George, hielt ihn fest an den Hüften gepackt, der in Hündchenstellung vor seinem Bruder kniete. Ich zog meine Füße unter meine Beine und kuschelte mich in meinen Sessel, dann beschwor ich mir eine Decke und beide drehten mir gerade die Köpfe zu und grinsten mich schelmisch an, ließen sich aber ansonsten nicht stören. Die leuchtend roten Haare standen in alle Richtungen wirr ab und dank des Feuers wirkte es, als hätten sie Feuer gefangenen. Ich durfte zusehen, wie Freds erregtes Glied immer wieder feuchtglänzend zwischen den Pobacken seines Bruders auftauchte und dann immer schneller wieder von ihm wieder versenkt wurde. Georges Gekeuche und Gewimmere war herzergreifend, aber Fred nahm ihn auch wirklich hart ran. Dass ich nach so einer Nacht auch noch dem Liebesspiel der Twins zusehen durfte, war ja mal wieder klar gewesen! Ich war wahrlich ein Glückskind, also zückte ich mal schnell meinen Zauberstab und checkte, ob sie auch die Sicherheitszauber nicht vergessen hatten, doch sie hatten trotz aller Leidenschaft daran gedacht. Aber sie waren eigentlich immer sehr vorsichtig.

Das Stöhnen und Keuchen wurde immer lauter und nun endlich griff Fred nach vorne, um seine Hand um Georges bisher vernachlässigte, aber mehr als harte Erregung zu legen und begann nun diese heftig zu reiben. George biss sich kräftig auf die Lippen, aber sein Gesicht zeigte eine leidenschaftliche Wildheit. Ich glaube seit ich ihnen zusah, liefen die beiden zur Hochform auf. Ich musste leise kichern, denn ich fand es lustig die Spannerin zu geben und war froh, dass ich meine sexuellen Gelüste spätestens morgen Nacht würde ausleben können. Lange schien es nun nicht mehr zu dauern, denn schon begann Georges gesamter Körper zu krampfen und zu zucken. Er stieß einen lauten, befreienden Schrei aus und ergoss seinen Samen in die Hand von Fred, dieser wurde durch den Orgasmus seines Bruders über die Klippe gestoßen und kam mit einem gutturalen Schrei, dabei warf er den Kopf in den Nacken und stieß zum letzten Mal mit seinen Hüften kräftig zu. Beide waren schwer außer Atem, der Schweiß glänzte auf ihren nackten Körpern, aber nun warf mir Fred einen verschlagenen Blick zu.

„Und, hat dir die Show gefallen, Schönste?“, lachte er entspannt. Ich knabberte an meiner Unterlippe.

„Nicht schlecht, aber mit Sicherheit noch verbesserungswürdig! Aber es freut mich, dass ihr die erste Nacht in der Schule so schön nutzt“, lachte ich schallend.

„Pah, hör nicht auf sie Fred, das war fantastisch“, gab George sich vom Boden aufrichtend atemlos von sich. Beide reinigten sich mit Zaubern und zogen ihre schrecklich farbigen Pyjamas an.

„Du bist nicht mal mehr rot geworden. Jetzt können wir dich mit wirklich gar nichts mehr schocken, oder?“, meinte Fred etwas traurig und ließ sich in die Couch plumpsen.

„Naja, warum sollte ich rot werden. Ich fand's eher anregend. Ihr seid ein schönes Paar“, lächelte ich leicht. „Ihr habt nicht wirklich so lange auf mich gewartet, oder?“

„Doch, haben wir und dank der Karte wissen wir auch ganz genau, wer dich aufgehalten hat! Und ehrlich gesagt, das warum steht auf einem anderen Blatt und lässt uns vor Neugier fast sterben! Seit wann stehst du so auf Schlangen?“, kam es ungläubig von George, der sich aber seelenruhig an Fred kuschelte. Beide wirkten über ihre Erkenntnis nicht allzu sehr geschockt.

„Gleich, gebt mir erst mal die Karte, denn ich will uns da raus haben“, sagte ich bestimmt und streckte fordernd die Hand aus. George reckte sich und angelte nach dem Stück Pergament, das auf einem Nebentisch lag, reichte es an Fred und dieser an mich weiter. Sie war aktiviert und zeigte die nachtaktiven Menschen von Hogwarts. Ich konzentrierte mich jetzt auf meine Zauber für mich George und Fred und in einem Anflug von Wahn auch gleich für Draco. Es lief so, sollten wir einen Geminio sprechen, würde die Karte nur noch die exakte Kopie von uns anzeigen und wo sich diese befand, aber wir, die wirklichen Personen, konnten für die Karte unerkannt, wie unsichtbar, überall hingehen, ohne entdeckt zu werden. Es war relativ einfach und schnell getan. Und schon löschte ich die Karte „Missetat begangen“

„Was hast du da für Zauber genuschelt?“, wollte Fred neugierig wissen.

„Ihr müsst zukünftig nur einen Geminio erschaffen und seid dann für die Karte unsichtbar, da dieser die Kopie anzeigt, genial oder?“, strahlte ich die zwei an.

„Wow! Coole Idee, aber in so was bist du eh die Größte und du hast uns in den Zauber mit aufgenommen, danke!“, flötete George lieb.

„Gerne geschehen, soll ich jetzt rot werden?“, kicherte ich belustigt. Bei den Twins überkam mich immer eine ungewohnte Leichtigkeit.

„Ja bitte, wir lieben es wenn du rot wirst, da siehst du so mädchenhaft aus“, zogen sie mich auf und ich verzog mein Gesicht missbilligend. „Bäh, ich und mädchenhaft“, winkte ich angewidert ab.

„So und nun, was denkt ihr denn wo ich war?“

„Also als erstes warst du bei der Kellerassel, da ihn aber Sirius nach dem Erscheinen deiner Elster so nett zu sich zitiert hat, nehmen wir mal grob an, dass das damit noch was zu tun hatte, oder? Aber gleich in seinen Privaträumen, das war überraschend. Hut ab, wo du überall hinkommst. Wollte er dich vernaschen?“, kam es provokant von ihnen. Wie recht sie doch hatten, waren die zwei Trelawney?

„Korrekt, ich war leicht verletzt und deshalb hat Sirius ihn geholt und heute hat er eine Nachuntersuchung gemacht und noch nett mit mir geplaudert und Rotwein getrunken hat er mit mir… vernascht!? Wie kommt ihr darauf?“, wollte ich neugierig wissen.

„Unglaublich, bei unserer Schönsten wird noch die Fledermaus weich! Nun, er ist ein Mann und du bist attraktiv“, kam ihnen dieses Kompliment leicht über die Lippen.

„Rotwein, ich dachte er trinkt Blut“, meinte Fred gehässig.

„Haha, genau. Nein, der Wein war sehr gut und es war nett. Er hat mich geküsst!“, wisperte ich zum Schluss.

„Woaa… wa… wassss… er hat was, er ist ein Professor!“, rief George nun doch entrüstet und riss die Augen weit auf.

„Solche Eier hätte ich ihm gar nicht zugetraut! Geil!“, kam es von Fred sehr trocken und auch wieder sehr erhellend. Er war halt doch der bösere Twin, ganz eindeutig.

„Ja, genau und Fred ist dein Bruder und du tust ganz andere Dinge mit ihm. Wie ich gerade vor fünf Minuten live miterleben durfte“, erinnerte ich dezent.

„Aber, aber trotzdem und du hast ihn nicht verhext?“, George schien etwas geschockt, wohingegen Fred nur versonnen grinste.

„Und… und wie ist er so? Ich mein, ich kann mir vorstellen das unter all dem Stoff eine durchaus ansehnliche Brust steckt“, meinte da dieser, auch wedelte er erregt mit den Händen in der Luft rum und leckte sich über die rosigen Lippen. So neugierig? Nun erhielt Fred daraufhin einen harten Schlag in die Seite. „Autsch, war doch nur ne Frage, Mann!“, verteidigte er sich wehleidig und jammerte weichlich, während er sich die schmerzende Seite rieb.

„Mhmh… er küsst wirklich gut. Warum hätte ich ihn verhexen sollen? Ich verdank diesem Mann mein Leben, die Verletzung war nicht ohne und Küssen kann er allemal!“, grinste ich sardonisch Fred an, der das Lächeln verstehend erwiderte.

„Oh, nun gut, dann knutsch du halt weiter mit der Kellerasse, deine Sache! Aber mal was ganz anders, was ist mit Sirius? Ich denke, der wäre nicht erfreut zu erfahren, dass er gegen eine Schlange eingetauscht wird und dann auch noch gegen den Professor!“, warf nun George überlegt ein und traf einen wunden Punkt, wobei mich seine großen, runden Augen durchbohrten. Fred und ich verdrehten gleichzeitig die Augen. Fred stöhnte auf.

„George, manchmal schäme ich mich für dich! Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß!“, meinte er verächtlich und schlug sich lachend auf die Schenkel, als George ihn sehr entsetzt anstarrte, auch ich verbiss mir ein Lachen, weil George versuchte moralisch zu werden. „Echt?“, echote da auch schon George geschockt.

„Ja, echt! Aber das mit Sirius und mir war eh immer zeitlich begrenzt! Ein Auslaufmodell“, meinte ich unbeeindruckt und kicherte unterdrückt, da ich dies wirklich so sah. Ich mochte Sirius sehr, aber ich liebte ihn nicht.

„Ok ahaha, dann halt zum nächsten Thema! Was zur Hölle hattest du im Gemeinschaftsraum der Schlangen zu suchen? Wir hatten fast einen Herzinfarkt als wir deinen Platzwechsel gesehen haben und dann auch noch in dieser Begleitung! Ich hab Fred richtig festhalten müssen, damit er nicht zu deiner Rettung eilt!“, echauffierte sich George heftig und wartete gespannt auf meine Antwort.

„Genau und auf den Schock habt ihr mal gleich richtig loslegen müssen?“, fragte ich sarkastisch und schaute sie beide belustigt an.

„Ja nun, Stress und Schock muss man ja irgendwie abbauen…“, grinste Fred wie der kleine Teufel, der er war.

„Draco hat mich…“, hier wurde ich von beiden unwirsch unterbrochen, da sie tierische Laute laut ausriefen, solche Chaoten echt.

„Draco… Draco… Draco… du nennst das Frettchen, echt nicht Draco, oder?“, zeigte sie angewiderte Fratzen und würgten eklig.

„Doch, Draco und ich haben uns eine, eine Basis geschaffen, auf der wir aufbauen wollen und dafür hat er mir bei Snape aufgelauert und mich danach in den Gemeinschaftsraum gebracht. Es war ein sehr interessantes und nettes Gespräch“, meinte ich sehr ernst, wobei mich beide anglotzten, dabei waren sie ungewöhnlich ruhig und aufmerksam. „Das ist dein Ernst?“, zog George eine atemlose Resonanz.

„Aber… Hermione, er sagt Mudblood zu dir!“, meinte Fred vorsichtig mit einer Frage hinter der Aussage, als würde er an meinem Verstand zweifeln.

„Na und, ich sag Pureblood zu ihm, mittlerweile unser interner Witz“, wobei ich lapidar mit den Schultern zuckte.

„Du und deine Kaltschnäuzigkeit. Kannst du ihm wirklich ernsthaft trauen, Hermione?“, forschten sie vorsichtig nach und gingen dabei sehr behutsam vor.

„Ob ihr es glauben könnt oder nicht, aber ja, ich vertraue ihm zu einem gewissen Grad!“, kam es erstaunlich überzeugt von mir und so erzählte ich ihnen von der Warnung mit dem Hund, was die Twins sehr überraschte. Dass ich aber auch immer, wenn ich in seine Augen sah, dieses tiefe Verständnis und Zugehörigkeitsgefühl hatte, verschwieg ich hierbei.

„Krass, hätte ich Malfoy gar nicht zugetraut, vielleicht hast du Recht, aber dass du so gut mit den Schlagen stehst, unglaublich! Sag, wie war's in ihrer Grube?“, und zischelte gespielt mit seiner Zunge, so ein Chaot.

„Ich zischle dir auch gleich was. Ihr seid wirklich solche Kindsköpfe, aber ich muss sagen, er ist schön. Der Raum ist groß und herrschaftlich, mir gefällt es und außerdem ich hab immer recht und nun sag ich, ab ins Bett zwei, drei Stunden Schlaf sind wenig genug“, meinte ich erschlagen und streckte vorsichtig meinen Rücken. Ich freute mich gedanklich schon auf die neue Fuhre Tränke, die ich bald wieder nehmen konnte und durfte.

„Was so spät, oh Mann, morgen bin ich so was von tot!“, jammerten und scherzten sie, als sie sich in die Schlafsäle verzogen. „Oder unsere Augen sind so rot…“, da verdrehte ich meine Augen über diesen Unsinn. Ich flog mehr in mein Bett als dass ich ging. Mann, war ich kaputt und morgen in der Früh würde ich nicht mal Laufen können, das machte mich schon wieder miesepetrig. So aber leerte ich nur meinen Geist und schlief wie ein Stein ein. Nur Sekunden später, wie es mir schien, schlug ich die Augen wieder auf. Pünktlich um sieben Uhr war ich wach, eine Stunde länger hätte ich mir gegeben, man sollte großzügig mit sich sein, aber mein Inneres sah es wohl anders. Somit wäre ich immer noch eine, oder besser die Erste, die in einer halben Stunde an unserem Tisch in der Großen Halle sitzen würde, denn auch hier in Hogwarts würde mich ein straffer Stundenplan erwarten und da sprach ich nicht nur von dem Lehrplan. Mein eigener ging auch hier stringent weiter. Obwohl ich wieder einen vollen Stundenplan vorzuweisen hatte, mit elf Fächern war er wirklich proppenvoll, reichte mir dies wie jedes Jahr nicht.

Und so saß ich frisch gestriegelt um halb acht vor meiner lebenswichtigen Kaffeetasse und aß mein kleines Toastbrot. Ich hasste es am Morgen groß zu essen. Die Halle war noch fast leer, aber ein blonder Haarschopf und hellgraue Augen, die stachen am Slytherintisch heraus. Auch er schien wenig zu schlafen, oder mit wenig Schlaf auszukommen. Wir lächelten uns versteckt zu und wünschten uns gut verborgen einen guten Morgen, ach das war zu lustig. Nach und nach tröpfelten immer mehr Schüler oder auch Leichen, da viele zu lange aufgeblieben waren, in die Halle und auch die Lautstärke nahm beständig zu. Der Tagesprophet kam und damit auch mein Exemplar. Ich grummelte wütend in meine dritte Tasse, denn schon wieder gab es einen so verleumderischen Artikel, aber halt nicht von Rita und damit würde ich dann zu meiner Verärgerung leben müssen. Ich konnte schon einige andere Schüler tuscheln hören, wie sie sich lästernd über Harry ausließen, über dessen verbohrten Unsinn, den er seit Ende des Turniers erzählte. So wie es aussah würde auch dieses Jahr kein leichtes für ihn werden.

Draco warf mir einen durchdringenden Blick zu, der besagte was die anderen doch für blinde Ignoranten waren, die Augen davor zu verschließen, dass der Dark Lord zurück war. Ich zuckte nur mit den Schultern und tat damit meine verächtliche Meinung kund, dass man den Blinden meiner Ansicht nach nicht helfen konnte. Eine Aktion, die ihn vornehm verhalten in seine Tasse prusten ließ. So ein nonverbales Gespräch war echt lustig. Seine Augen glänzten richtig schelmisch. Ich musste wohl ähnlich ausschauen, aber es war sehr anregend. Um kurz vor acht reichte mir McGonagall meinen Stundenplan. Als erstes Binns, oh Göttin, machten die das mit Absicht? Sie würden Ron und Harry ins Koma schicken, aber gut, ich musste in die Bibliothek, um ein paar Recherchen zu betreiben, dafür hätte ich noch eine Stunde. Als ich mich erhob, stürmten meine Klassenkameraden gerade in die Große Halle, alle mehr oder weniger ansprechbar.

„Hermione, du bist schon hier, wir wussten nicht wo du bist. Wo willst du hin?“, gackerte Ginny wie ein aufgescheuchtes Huhn. Ihr rotes Haar biss sich schrecklich mit dem blauen Lidschatten, den sie aufgetragen hatte und nachdem sie der Ägide ihrer Mutter entkommen war, schien sie experimentierfreudig zu werden.

„Äh, ich konnte nicht so gut schlafen, da dachte ich, ich steh schon mal auf“, sagte ich süßlich zu ihr und tat mir wieder nur leid, dass ich mich tatsächlich in einer Tour rechtfertigen musste.

„Morgen Hermione!“, flüsterte Harry müde, dabei trat er auf mich zu und hauchte mir einen Kuss keusch auf die Wange, was, wie ich beobachten durfte, Draco die Augen leicht irritiert aufreißen ließ. Was, gefiel ihm das nicht? Interessant! Dass mich Harry so berühren durfte, hey, er war mein bester Freund und seit unserem Gespräch in der Blackbibliothek hatte sich unser Verhältnis zueinander gefestigt. Harry berührte mich öfters und suchte auch öfters körperliche Nähe, etwas was mir sehr wichtig schien und endlich diese verdammten Dursleys aus ihm vertreiben sollte!

„Harry, mein Lieber, wir müssen reden, der Prophet lügt schon wieder wie gedruckt, deswegen schauen auch so viele so komisch zu uns!“, flüsterte ich ihm vertraulich und informativ zu, aber Harry erstaunte mich, indem er nur mürrisch seine Tasse anhob um mit einem zynischen Schnauben zu trinken.

„Ich weiß, wir hatten gestern im Schlafsaal Streit mit Seamus. Seine Mutter und er glauben dieser Zeitung“, meinte er missmutig, dabei legte er inmitten der Großen Halle seinen Arm um meine Taille, suchte zum ersten Mal Nähe von sich aus. Es war als bräuchte er Halt und ich gab ihm diesen gerne, dafür war ich stark genug. Was aber die Halle sofort wie einen aufgeregten Bienenstock summen ließ. Selbst Ron warf uns einen gerunzelten Blick zu, während er schon begann wenig schön das Frühstück in sich hineinzuschaufeln und das in einer schwindlig machenden Geschwindigkeit.
„Nein, das ist schlimm! Es tut mir so leid Harry, aber steh darüber, das sind alles Idioten. Sie werden es sehen, wenn es zu spät ist“, resümierte ich pragmatisch und umarmte ihn fest, was für großes Geflüster in der Halle sorgte. Ginny bedachte uns mit mörderischen Blicken. Das war mir alles so was von egal in dem Moment. Harry brauchte Trost und das jetzt.

„Harry, lass es dir schmecken. Ich bin schon fertig und gehe in die Bibliothek! Wir sehen uns bei Binns“, wandte mich langsam ab und er schenkte mir ein aufrichtiges, liebes Lächeln als seine Hände von mir glitten. „Aber Hermione, lernen ist doch nicht alles“, klagte Ron mampfend und meine Lippen vorzogen sich zu einem missbilligenden Strich.

„Dir auch eine wunderschönen guten Morgen und sprich bitte nicht, wenn du etwas im Mund hast Ron, ist nicht schön“, beschied ich ihm im Vorbeigehen. Die Twins lachten über meine Predigt und auch Malfoy schien amüsiert. War doch schön wenn man so viele Menschen glücklich machen konnte. Dieser Tag verging relativ schnell. Die Stunden kamen Schlag auf Schlag und brachten einiges an Arbeit mit sich. Ich versuchte so viele Hausaufgaben schon in den einzelnen Schulstunden wegzuarbeiten, so dass ich die freie Zeit für Wichtigeres und Sinnvolleres nutzen konnte.

Zaubertränke hatten wir als letztes Fach dieses Tages und diesem ging ich mit Spannung entgegen, da ich sicher war, er würde sich nichts anmerken lassen, dass er mich geküsst hatte und damit eine Grenze als Lehrer übertreten hatte. Nicht, dass ich ihm daraus einen Vorwurf machen würden, denn unser Verhältnis hatte sich exorbitant gewandelt und bei mir war dieses „Vergehen“ sicher, aber ich wusste nicht wie er einzuschätzen war, nachdem er sich hatte gehen lassen, also war ich sehr interessiert wie er sich geben würde. Ich hatte ihn den ganzen Tag nicht gesehen. Er war zu keinem Essen erschienen, man hatte nur von anderen Klassen gehört, dass seine Laune grottig oder auch unterirdisch sein sollte. Nach gestern Abend würde mich das nicht wundern. Er war mit Sicherheit mit einem kleinen oder vielleicht doch größeren Problem ins Bett gegangen, da konnte die Laune schon kippen. Und Minna würde ihm erst morgen zu Verfügung stehen, die armen Schüler, der Laune eines unbefriedigten Mannes ausgeliefert.

Als ich als eine der letzten das recht dunkle Klassenzimmer betrat, blickte er mir aufmerksam aber stoisch entgegen. Da erkannte ich, dass er dieselben Fragen bezüglich meiner Reaktion hatte, wenn wir uns das erste Mal wieder sehen würden und dass er sich nicht sicher sein konnte, wie ich mich Verhalten würden. Ich ließ mich davon nicht aus der Ruhe bringen, blickte ruhig in die Runde und ließ mich langsam in der Nähe der Tür alleine nieder. Harry und Ron hatten sich weit hinten verschanzt, zusammen mit Neville, in dem Bestreben sich fern unseres Professors zu verstecken. Die Wände waren über und über mit Regalen bestückt, welche eingelegte Kreaturen und Objekte beherbergten, wovon einige gruselig aussahen, aber nichts gegen die Sachen aus der Apotheke in der Knockturn Alley waren.

Diese dunklen Augen schafften es jedes Mal aufs Neue mich zu fesseln in ihrer absoluten, beherrschen Ruhe. Wie er dort vorne aufragte und alles beherrschte hatte was Beeindruckendes, was durch die große, schwarze Tafel hinter ihm noch verstärkt wurde! Ich schaute zu den anderen Schülern, da wir mit den Slytherins zusammen hatten und konnte Draco auf der anderen Seite, genau mir gegenüber, sitzen sehen und wie er Snape und mich keine Millisekunde aus den Augen ließ. Ich wusste, er versuchte zu ergründen was das von Snapes Seite aus war, denn ich wusste es nicht. Sehr gut, vielleicht fiel Draco mehr auf als mir. Und schon begann der Unterricht und Snape übertraf sich selbst in seinem wie gewohntem Sein. Er war wie immer unausstehlich zu uns Gryffindors. Zum Abschluss gab er uns allen eine viel zu lange Abhandlung über Mondstein auf.

Als es zu Ende war und die meisten auf dem direkten Weg die Kerker im Schnelltempo verließen, ließ ich mir absichtlich viel Zeit und lächelte den Professor keck an, was er sich ebenfalls nicht verdrücken konnte zu erwidern. Seine Mundwinkel zuckten minimal nach oben, als ich mich schon zur Tür wandte und erstaunt war, dass dies alles war. Wobei ich durchaus erkannte, dass dies vielleicht mehr war, als ich jemals hätte erwarten können. Im dunklen, mittlerweile sehr verlassenen Gang, schoss auf einmal eine hellhäutige Hand aus dem Nichts vor und zog mich schnell in eine Nische. Ich spürte einen Körper, der sich nah an meinen drängte. Angst verspürte ich keine, denn den Duft kannte ich, Sandelholz.

„Du hältst es aber nicht lang ohne mich aus“, flüstere ich belustigt. „Was zur Hölle machst du mit ihm, er hat gelächelt!“, fragte er eindringlich.

„Das hast du gesehen?“, meinte ich perplex, konnte aber mein Gegenüber in dem trüben Licht fast nicht ausmachen.

„Ja, ich war der Letzte und stand verborgen an der Tür. Er lächelt nie, nie, verdammt!“, knurrte er aufgebracht.

„Was sagen dir deine Beobachtungen?“, fragte ich nun interessiert über seine ungewohnte Art sich zu geben.

„Nichts, das ist es ja, so kenne ich ihn nicht. Sei vorsichtig! So ist er nicht einzuschätzen und er ist, genau wie Vater, kein netter Mann!“, warnte mich Draco ungewohnt eindringlich, aber auch sehr ernsthaft.

„Das weiß ich! Natürlich, danke für die Warnung! Aber du bist ein netter Mann?“, fragte ich mit einer guten Portion Skepsis in der Stimme.

„Da täusch dich mal nicht, ich wurde von den beiden erzogen. Ich denke nicht, dass ich nett bin“, flüsterte er nah an meinem Ohr und bescherte mir damit eine Gänsehaut.

„Oh, das ist gut, ich steh nicht so auf die netten Männer! Aber ich muss dir unbedingt die ganzen Geschichten erzählen, doch heute und morgen hab ich keine Zeit mehr“, meinte ich kokettierend und entschuldigend.

„Mist und Mittwoch und Donnerstag sieht es bei mir schlecht aus“, meint er ärgerlich. „Freitag kann ich nie“, fügte ich hinzu, denn da musste ich zum Sensei.

„Ich sage jetzt, wir treffen uns ab jetzt jeden Samstag, nach dem Abendessen in den Kerkern und reden jedes Mal so lange es halt dauert, na was meinst du?“, beschloss er und fragte trotzdem noch.

„Mhm, gerne, ist eine gute Idee!“, stimmte ich überlegend zu. „Ich habe nur gute Ideen!“, hauchte er selbstgefällig.

„Sorry, ich vergaß, ich spreche mit einem Malfoy!“, meinte ich spöttelnd über ihn, aber mein Sarkasmus prallte an ihm ab.

„Ich sag doch, du bist lernfähig, Mudblood!“, erklärte er arrogant.

„Und ich muss jetzt weiter, bevor mich Harry und Ron suchen. Die Kerker sind doch so gefährlich für hilflose, kleine Mädchen, wie ich eines bin!“, kicherte ich abfällig, wobei er mit einstimmte.

„Genau, du und hilflos, da müsste ich mehr Angst haben vor dir! Aber das heute Morgen gegen Weasley war herrlich,… aber was sollte das mit Potter, früher hast du dich nicht von ihm knutschen und betatschen lassen? Hast du was mit ihm?“, fragte er schnell und wirkte gezwungen.

„Eifersüchtig? Nein stopp, so was sind Malfoys nicht, ich weiß sorry!“, spottete ich fröhlich.

„Genau, ich sag ja du bist lernfähig, also?“, forderte er und klang nicht gerade, als würde er nachgeben wenn ich nicht antwortete.

„Nein, mit Harry läuft nichts und wird nie etwas laufen, das war nur Zuneigung zwischen Geschwistern!“, erklärte ich ihm ernst.

„Ach, so nennst du das, dann vergiss das mal nicht!“, warnte er mich erstaunlich ernsthaft.

„Besitzergreifend sind wir wohl nicht?“, kam es verächtlich von mir.

„Ich mag Potter nur nicht!“, wiegelte er ab.

„Ja, ja, wer's glaubt, ich muss weiter…“, wollte ich das letzte Wort haben und ihn stehen lassen.

„Ja, ja, pass auf dich auf, mein Mudblood!“ und küsste wieder meine Stirn. Dies war eine Geste, so ungewohnt und doch so schön, aber so ganz anders als Harrys Kuss von heute Morgen.

„Da fällt mir ein, Morgen hau ich ab! Dafür komm ich runter, da können wir kurz etwas reden. Sehen wir uns so um 19.45, selbe Nische, bis dann, mein Pureblood“, meinte ich und wollte mich jetzt endgültig von ihm lösen, aber er ließ mich nicht und er schien in den Ferien wirklich trainiert zu haben, da er sehr stark war.

„Nicht so schnell, du glaubst, du befiehlst und ich flotte, Mudblood? Falsch gedacht! Ich bin schließlich hier der Malfoy und nicht du, 19.30!“, forderte er arrogant. Ich war kurz davor laut loszulachen, aber ich biss mir schwer auf die Zunge, denn ich wollte Draco nicht zu nahe treten bzw. seinem Malfoystolz.

„Wie du wünschst, Draco!“, nun entwand ich mich belustigt seinen Armen, da er das letzte Wort wie er es wollte gehabt hatte und ging, um endlich zum Abendessen zu erscheinen.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 8:10 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Verabschiedung und der Beginn einer langen Nacht   Do Feb 09, 2012 12:41 am

Verabschiedung und der Beginn einer langen Nacht

Die Nacht wurde für mich wieder wie gewohnt lang, da ich noch einige Bücher durchzuarbeiten hatte, so dass ich erst um eins ins Bett ging. Am nächsten Tag öffnete ich nach meinen fünf Stunden Schlaf gewohnt wach meine Augen und ein erwartungsfrohes Lächeln legte sich auf meine Lippen, denn heute lag ein aufregender, aber auch spannender Tag vor mir. Und letztendlich würde es eine noch längere Nacht werden. Ich war gespannt und aufgeregt, während ich mich auf den Weg zum täglichen Lauftraining begab.

In Hogwarts wollte ich meine Runden beim Quidditchfeld ziehen. Zum Glück war nach den Tränken und den Heilsprüchen, sowie den Salben fast nichts mehr von meiner Verletzung zu bemerken, außer einer roten Narbe, die immer bleiben würde. Ich würde das Laufen, egal bei welchem Wetter, knallhart durchziehen. Meine Kondition musste immer noch verbessert werden, denn seien wir mal ehrlich, dass ich Bole in der Gasse geschlagen hatte, das war nicht Können, Kraft oder Stärke gewesen, nein davon war ich weit entfernt. Da war eine große Portion Glück mit dabei gewesen und auf das konnte man bekanntlich ja nicht immer bauen. Also hieß es trainieren und hart arbeiten, um sich auch in solch brenzligen Situationen nicht nur auf Glück zu verlassen.

Als ich nach einer Stunde anstrengenden Laufs, zum ersten Mal seit diesem schicksalhaften Abend, im flotten Trab den Turm eroberte und einen noch immer leeren Gemeinschaftsraum betrat, war ich froh, dass alles Langschläfer waren, wie Löwen halt. Und so war ich wieder eine der ersten, die fertig in der Halle saßen, aber um kurz vor acht erschienen auch Harry und Co.. Dieses Mal blieb ich, da wir gleich zum ersten Mal die Ehre haben würden Umbridge zu haben und ich war nicht wirklich gespannt, denn das Buch, welches sie für die Unterrichtsstunde ausgesucht hatte, sagte alles. Defensiv Zauber, also bitte, bei der würden wir nichts lernen, meine Erwartungen waren minimal.
Daher lief dann auch die Stunde katastrophal, weil Harry mal wieder seinen vorlauten Mund nicht halten konnte und mit der ollen Schrapnelle zusammenprallte, indem er laut behauptete der Dark Lord sei zurück. Ich schüttelte nur geschlagen mein Haupt. Er wusste aber auch nie wann es besser war zu schweigen, so würde er bei der alten, krötenhaften Hexe nichts gewinnen, aber na gut, jeder musste seine eigenen Fehler machen, um aus ihnen zu lernen und daraus wiederum zu wachsen, das redete ich mir gerade ein!

Den Rest des Tages erledigte ich alle meine Aufgaben und dann war es schon Abend und ich hetzte in die Große Halle zum Abendessen. Ich hatte dafür schlanke zehn Minuten, danach musste ich mich noch schnell unter die Dusche begeben und mich mit Magie herrichten, damit nicht ich, ich war!
„Hermione, du wirkst heute leicht gehetzt“ meinte da auch schon Harry sehr einfühlsam, während ich mein Essen verschlang und nur genervt seufzte. Wenn er ahnen würde was mich heute Nacht erwartete, wäre er wohl weniger rücksichtsvoll. Ich versuche es selbst zu verdrängen.

„Mhm, bin heut schrecklich müde. Ich leg mich gleich ins Bett“, kam es ausweichend von mir. Ich hatte den letzten Löffel gerade genommen und sprang schon wieder auf.

„Bist du krank?“, kam es besorgt aus mehreren Mündern.

„Oh nein, nur müde“, wedelte ich mit der Hand und gab Stoff.

Ich hetzte hoch, ha… ich sag ja immer, das Training machte sich bezahlt. Ich schaffte die Treppen in einem unglaublich schnellen Tempo. Schnell stieg ich in und dann wieder aus der Dusche, zauberte mich magisch trocken und hüpfte in mein bereitgelegtes, tiefdunkelgrünes, enggeschnürtes Kleid. Meine Haare ließ ich offen über meinen Rücken fallen. Sie gingen mir bis zu den Schulterblättern. Dann fiel mir siedend heiß ein, ich hatte die Salbe vergessen, somit hetzte ich wieder in den Schlafsaal und holte aus meinem Koffer einen Tiegel und ein schmales Holzkästchen. Jetzt setze ich mich auf mein Bett und atmete erst einmal tief durch, schraubte die Salbe auf, danach öffnete ich das Kästchen und entnahm die wertvolle Phiole vorsichtig. Ich hatte gewusst, dass sie mir mal gute Dienste leisten würde.

Ich entnahm behutsam mit der Pipette einen Tropfen des Einhornblutes und gab ihn in die Salbe, die ich anschließend mit einem Spachtel akkurat verrührte, danach packte ich schnell alles weg, rannte wieder gehetzt ins Bad, zog das Kleid nochmal aus und strich die lange rote, charakteristische Messernarbe an meiner linken Seite mit dem Spachtel vor dem Spiegel ein. Und tada… ich war wirklich ein Genie… gut ich weiß, Selbstlob stinkt! Aber ich war gut, denn die Narbe verblasste immer mehr bis sie verschwunden war. Hoffentlich hielt dieser Effekt ein paar Stunden, denn für immer hielt es nicht an, aber gut, das würde sich zeigen, auch meinen Hals an dem eigentlich nichts mehr zu sehen war schmierte ich ein, Vorsicht war besser als Nachsicht. Meinen schwarzen Umhang, den ich für die Knockturn Alley brauchte, verwandelte ich in ein grünes Baumwolltuch, was ich um meine Schultern schlang, denn durch die Schule würde ich so jetzt nicht wandeln.

Ein Blick durch unseren Schlafsaal, der genauso rund war wie alle Räume im Turm und mit fünf Himmelbetten, natürlich in Rot und Gold, Nachttischen und einem Kaminoffen in der Mitte und unseren Truhen vor unseren Betten, recht spärlich eingerichtet war, und ich entschied, ich war fertig. Ganz klar herrschte bei mir akribische Ordnung, bei Lav und Pav sah es wie bei Lieschen unterm Sofa aus, was nicht alles auf diese kleinen Tische, passte ah… lassen wir das lieber. Und auch bei unseren beiden anderen Klassenkameradinnen Quirella Mayer und Sally Smith, sah es zwar nicht ganz so schlimm wie bei Lav und Pav aus, aber auch nicht wirklich besser, wobei Quirella und Sally wirklich versuchten meist mit der Luft zu verschmelzen, derart unauffällig waren diese beiden.

Ich legte alle Zauberstäbe und Dolche an und richtete nun den Zauberstab entschlossen auf mein Bett, dann sprach ich meinen Geminio und deckte mich schön zu. Für die Täuschung einer schlafenden Hermione sollte alles perfekt sein. Als letztes schrieb ich zwei kleine Zettelchen und entschuldigte mich bei Lav und Pav und den anderen beiden, dass ich schon so früh schlief und ich ihnen allen als Entschuldigung Muggelbonbons anbot, die ich wie in einem Muggelhotel mit dem Zettel auf ihren Kopfkissen nett drapierte. Die vier wären so doof und würden das Schlafmittel nehmen, da waren meine Sorgen gering. Jetzt war ich endgültig fertig und Shit, da fiel mir urplötzlich ein, dass mich Draco erwartete, und das schon in zwei Minuten, also fliegen konnte ich noch nicht, auch wenn ich keine Angst auf den Fluren und Treppen vor Entdeckung haben musste.

Da noch alles fröhlich beim Abendessen war und das Dessert immer erst um halb serviert wurde, brauchte ich an Harry und Ron echt nicht denken und Sorge vor Entdeckung haben, aber vorsichtig musste ich doch sein.

Und so flog ich in meinem tiefdunkelgrünen, flatternden Kleid die Treppen in Richtung Kerker entgegen und wurde von zwei kräftigen Armen ungeduldig gestoppt und bestimmt in die Nische gezogen, während ich nach Atem rang.

„Du kommst zu spät!“ meinte er hochmütig.

„Danke, ach vielleicht zwei Minuten…“, schnappte ich laut nach Luft und keuchte, strich mir meine offenen Haare aus dem Gesicht, denn sie waren mittlerweile recht lang.

„Du pfeifst aus dem letzten Loch“, bescheinigte er mir sehr charmant, dabei trat er zurück und begutachtete meine Erscheinung. Ich konnte sehen wie er eine Augenbraue wertend ob.

„Wow, hätte nicht gedacht, dass du so gut aussehen kannst, aber ich wusste immer, dass dir grün gut stehen würde, das solltest du immer tragen! Diese Uniformen verbergen echt alles“, entschied er verächtlich von oben herab. „Für wen hast du dich so rausgeputzt?“ Ich hatte ihn nicht unterbrochen, schmeichelte mir doch sein Monolog und so hatte sich auch meine Atmung wieder stabilisiert. Ich hasste es so zu hetzen, aber heute war es echt eng getaktet.

„Schön, dass ich dir gefalle, Draco und für wen…“ Ich knabberte aufgeregt auf meiner Unterlippe rum. Wie sollte ich ihm das jetzt auf die Schnelle sagen, aber irgendwas sperrte sich immer, wenn ich ihn belügen wollte, denn bei ihm wollte ich ehrlich sein, mehr oder weniger die richtige, die echte Hermione, mit allem was dazugehörte.

„Wohin gehst du heute? Weiß jemand wo du sein wirst?“, fragte er drängend nach. Ich schüttelte verneinend den Kopf.

„Das ist dumm Granger, ein Sicherheitsnetz sollte man immer haben!“, tadelte er konsterniert und mit einer solchen für einen Malfoy ungewohnten Sorge um mich, damit nahm er mir jeden Widerstand aus den Segeln und ich musste ihm die Wahrheit sagen.

„Ist ja schon gut“, ich schwang mal wieder den Zauberstab und errichtete die Zauber, die unsere Privatsphäre schützen sollten. „Als erstes treffe, ich um 20.30 Uhr Rita Skeeter am Trafalgar Square…“

„Was, wie willst du es hier raus schaffen und was willst du von der?“, machte er große Augen.
„Ich kann dir gleich den Weg zeigen, ist kein Hexenwerk und warum, das dauert heute zu lange, das erzähl ich dir ausführlich am Samstag!“, meinte ich knapp, da mich die Zeit drängte.

„Wie geht's weiter, du wirst für die kaum diesen Fummel anziehen?“, tropfte es verächtlich aus ihm, während er seine Fingerspitzen über mein Dekolleté gleiten ließ.

„Ich weiß grad nicht, wie ich dich einschätzen soll!“, meinte er abwägend. Er stand gerade vor mir in seiner Hogwartsuniform, die ihm unheimlich gut stand. Das Schwarz schmeichelte seinem hellen Haar ungemein.

„Hüpf drüber Granger, sag schon wen triffst du“, forderte er nun eindringlicher, hatte aber noch immer sanft seine Finger auf meiner zarten Haut am Dekoltee

„Snape!“, meinte ich schwer durch zusammengepresste Zähne.

„Was… sag mal spinnst du, wo, wie?“, meinte er aufgebracht und packte mich fest an den Schultern und schon machte ich mal wieder mit einer Steinmauer in meinem Kreuz Bekanntschaft. Toll, ganz toll, warum konnte ich meine vorlaute Klappe nicht halten?

„Tja, das würde eigentlich zu den ausführlichen Themen gehören. Er hat mich mit dem Brief im Gemeinschaftsraum zu sich bestellt, um 22 Uhr, am Dienstag im Geköpften Henker!“, kam es schnell erklärend von mir, während sich Dracos Hände in meine Schultern gruben.

„Warum sollte er das tun?“, runzelte er verirrt die Stirn. „Und warum solltest du hingehen?“, wirkte er mehr als irritiert.

„Er weiß nicht, dass ich komme! Muss das jetzt sein Draco?“, seine Augen sahen mich unnachgiebig an, wie Stahl, mit einer Prise gut zu lesendem Misstrauens in ihnen. „… er denkt… ich bin eine… Hure!“, presste ich heraus und wurde dabei doch glatt ein wenig rot in den Wangen. Das war sehr demütigend und unangenehm. Es auszusprechen war schrecklich und machte es sehr wirklich.

„Was… wie kommt er darauf?“, klang es ungläubig, tonlos von ihm, während er mich schockiert musterte.

„Er hat mich schon mal im Eberkopf aufgegabelt und seitdem denkt er, ich wäre eine Prostituierte“, meinte ich gepresst, dabei zog ich den Kopf peinlich berührt ein. Seine Hände verkrampften gerade gefährlich an und in meiner Schulter, wenn ich nicht so geübt wäre, hätte ich vor Schmerz gestöhnt, da er mir weh tat.

„Du hast schon mit ihm… geschlafen?“, stieß er flüsternd und entsetzt hervor.

„Na ja, nicht als Hermione, aber als Minna… ja!“, nickte ich verschämt und konnte ihm nicht in die Augen sehen.

„Ich fass es nicht, du, er und er hat es nicht mitbekommen?“, zu meinem absoluten Unglauben begann er doch tatsächlich zu lachen. Wie schön, dass Draco so berechenbar ist, dachte ich ironisch, denn diesen Lachanfall hatte ich nicht erwartet. „Ich meine, das ist herrlich! Mister ich weiß immer alles und keiner kann mich täuschen und dann kommst du und vögelst ihn und er hat keine Ahnung! Du, du bist genial!“, er entließ meine Schultern aus seinem Klammergriff und klopfte sich auf die Schenkel. Sein Lachen wurde immer unkontrollierter. „Zeig es mir!“, keuchte er plötzlich und zuerst war ich verwirrt, aber dann verstand ich es. Ich tat um was er mich bat und schwang meinen Stab und schon stand Minna vor ihm, blond mit kinnlangen, glatten Haaren, stark geschminkt, heute mit Smokey Eyes um die blauen Augen und einem dunkelroten Lippenstift. Draco verstummte abrupt und starrte mich aus ehrfürchtigen Augen an.

„Wow, wenn ich dich nicht gerade vor mir gehabt hätte. Du siehst gut aus, aber ganz anders und doch ähnlich!? Man erkennt dich nicht wirklich, eine gute Tarnung, gratuliere, aber in so was bist du ja immer perfekt, wie es scheint, Verwandlung! Ich verstehe, dass er scharf auf deine Minna ist! Sie sieht heiß aus“, zeigte er mir ein gieriges Grinsen und zwinkerte mir anmaßend zu.

„Ich will alles bis ins kleinste Detail am Samstag wissen. Und er hat dich zu sich bestellt? Warum gehst du?“, fragte er interessiert, aber nun auch wieder kühl überlegt.

„Weil er mich sonst suchen könnte und ich denke, er würde Minna suchen gehen und so ist es das Einfachste. Es wird schnell vorbei sein“, meinte ich hoffend und erklärte mich rasch. Draco wiegte den Kopf überlegend.

„Du hast mit deiner Einschätzung nicht unrecht, wenn Severus nicht das bekommt was er will und sich einredet, dass er es braucht, würde er sogar eine Hure suchen gehen, da ist er eh sehr eigen… aber bist du dir sicher, dass er Hermione nicht in dir erkennt? Das wäre fatal!“, gab er mir zu bedenken.

„Ja, bin ich, erstens bin ich gut im Vorspielen und zweitens kann ich Okklumentik“, erklärte ich stolz.

„Du kannst auch das? Das war ja klar, du bist wirklich gut! Aber glaubst du wirklich, dass du das einfach so kannst, mit ihm in die Kiste steigen?“ fragte er mit einem Hauch Sorge in der Stimme und ich legte meinen Kopf skeptisch schief, überlegte aber nicht lange.

„Ja!“ kam es überzeugt von mir und ich nickte ihm sehr sicher zu.

„Dann mach es!“, beschied er kalt, aber bestimmt.

„Du hast nichts dagegen?“, zeigte ich mein Erstaunen offen.

„Das verstehst du vielleicht nicht, aber das ist Familie, nein ich hab nichts dagegen, doch du solltest versuchen es klein zu halten… und andere würde ich nicht gutheißen, also komm nicht auf dumme Gedanken!“, drohte er mir und sah mir fest in die Augen und ich fragte mich ernsthaft wohin uns dies alles führen würde. Warum ich mit Draco mein Liebesleben besprach und absprach? Aber es erschien mir richtig und nötig und so gestand ich es ein.

„Dann haben wir ein Problem“, meinte ich leise. Er zuckte konsterniert mit einem Lid.

„Danach muss ich zu Sirius…“, ich biss mir unruhig auf die Lippe, wieder einmal.

„Was, mit dem hast du auch was…?“, rief er überrascht und wenig schmeichelhaft aus.

„Nun ja, eigentlich hatte ich mit ihm zuerst was, aber es war nur zum Spaß, ein bisschen Sex und was heißt hier überhaupt auch?“, meinte ich erklärend und verteidigend, während er kurz schwieg.

„Gut, kann dir keiner verbieten, aber mach jetzt mit ihm Schluss!“, befahl er plötzlich harsch. Er benahm sich wie der große Boss.

„Und warum sollte ich das tun, weil du das befiehlst Draco, wohl kaum?“, wurde ich stur und bitte, schließlich hatte er keinerlei recht dazu, wir waren ja kein Paar oder so etwas. Schon machte ich wieder rüde mit der Wand hinter mir Bekanntschaft und er nagelte mich an ihr fest.

„Ja, genau, weil ich es dir sage! Wie Severus sagte, spiel keine Spielchen mit mir! Du machst mit ihm Schluss, von mir aus steig heute zum letzten Mal in sein Bett, aber solltest du ihn danach noch einmal aufsuchen, machst du mich wütend! Hast du das verstanden, Mudblood? Das willst du nicht, glaub mir! Wie ich dir schon gesagt hab, ich bin nicht nett und wir haben uns darauf eingelassen, auf das hier zwischen uns und da will ich keinen Black dazwischen haben, verstanden!?“, kam es drohend von ihm, dabei rieb er nun seinen ganzen Körper sehnsüchtig an mir. Oh Mann, so hatte ich mir das nicht vorgestellt, dass Draco offen zugab, dass da eventuell mehr zwischen uns sein könnte als gedacht und etwas überrumpelte mich, sein Körper an meinem zu fühlen, denn das fühlte sich gut an.

War ich wirklich so eine Schlampe?

„Ist Sirius nicht auch Familie? Er ist der Cousin deiner Mutter!“, fragte ich scharf und riss mich aus meinen Gedanken.

„Warum denkst du, bin ich so großzügig?“, kam es hochnäsig und kalkulierend von ihm.

„Wenn du diesen Marathon hinter dich gebracht hast, kommst du zu mir, in den Gemeinschaftsraum! Das Passwort hast du mitbekommen?“, forderte er intensiv. Ich nickte nur.

„Zieh dir einen Mantel an und die Kapuze über. Es soll dich ja keiner sehen. Wir werden einige Slytherins ärgern. Das wird lustig, aber du musst kommen, denn ich will wissen wie es gelaufen ist und dass du gut zurückgekommen bist, verstanden Mudblood?“, zeigte er durchaus seine Sorge, wenngleich seine Stimme neutral klang.

„Ja, zu Befehl, du großer Malfoy“, zog ich ihn bitterböse auf. Jetzt tätschelte er mir mein Haar. Am liebsten hätte ich laut aufgeschrien. Malfoys waren angeblich nicht eifersüchtig, aber wie es schien sehr besitzergreifend, sonst wurde man wohl auch nie so reich, aber seine Fürsorge tat auch gut, auf der anderen Seite.

„Und nun zeig wie du Hogwarts hinter dir lässt, du kommst sonst zu spät“, wies er an. Das Malfoys anscheinend immer das Ruder übernehmen mussten, war zum verrückt werden. Nur kurz wagte ich mich zu fragen, was wohl Draco in mir sah, oder was er wirklich von mir wollte.

Eine Zusammenarbeit? Eine Beziehung? Eine Affäre? Viele offene Fragen und viele Antworten, die ich wollte! Aber wo er recht hatte, hatte er recht und so bedeutete ich ihm mir zu folgen. Mir lief wirklich die Zeit davon. Ich hatte den Weg dank der Karte entdeckt. So weit wie ich vorgedrungen war, hatten es die Rumtreiber nicht geschafft. Warum, keine Ahnung, vielleicht weil es die Kerker waren? In der Nähe des Tränkeklassenzimmers blieb ich in einem Seitengang stehen, vor der Statue einer hässlichen Hexe, die mehrere Schlangen in Händen hielt. Draco sah mich fragend an und ich zeigte mit dem Stab auf die Hexe und sagte: „Dissendium“, und schon bewegte sich der steinerne Klotz schwerfällig zur Seite und ein düsterer Gang wurde sichtbar.

„Unerwartet! Wo führt er hin?“, zeigte sich Draco lässig.

„In den Verbotenen Wald. Hab ihn schon im letzten Schuljahr ein paar mal ausprobiert. Er ist wirklich gut erhalten“, mit einem Wisch des Stabs entzündete ich mit einem nonverbalen Incendio die Fackeln an den Wänden. Ich hatte begonnen intensiv die nonverbale Magie zu erlernen.

„Nun, dann geh, pass auf dich auf, mein Mudblood. Ich warte auf dich. Komm bitte in einem wieder!“ Er küsste mich wie immer zärtlich auf die Stirn und ich stieß die angehaltene Luft aus.

„Danke Draco… für alles“, ging nun auch ich auf Zehenspitzen und spitzte meine Lippen und legte diese küssend an seine glatte Wange, bevor ich mich abwandte. Und so schritt ich in den Tunnel, ohne mich umzudrehen, während sich der Zugang automatisch schloss, dann hetzte ich meinem Ziel entgegen.
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