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 Kapitel 48-50

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queenie
Königin
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BeitragThema: Kapitel 48-50   Do Feb 09, 2012 1:00 am

Draco

Ich hatte mein Gesicht ganz unter meiner Kapuze versteckt, als ich wie immer meinen Schutzzauber sprach und dann forsch den Gemeinschaftsraum betrat. Erneut zog ich unmittelbar mit meiner Finsternis natürlich alle Aufmerksamkeit auf mich und durfte zusehen, wie vielen der sonst so gleichgültigen Slytherins, die Münder aufklappten und sie mich erschrocken anstarrten. Sie hatten wohl gehofft mich nicht mehr zu sehen. Ich glaube, sie mochten es nicht, wenn ich in ihr Haus eindrang! Verständlich, aber nicht zu ändern. Pech für sie, ging meine Gehässigkeit mit mir durch. Ich erlebte, wie sich der schöne Zabini rasch von seinem Platz vorm Kamin erhob und mich skeptisch, überlegend ansah.

Ich wusste, dank Lav und Pav, dass Zabini ein sogenannter Frauen… äh, nein, halt! Ein Mädchenschwarm war, groß gewachsen und mit seiner dunklen Haut, die an Vollmilchschokolade erinnerte und den hohen Wangenknochen und diesen leicht schrägstehenden, dunkelbraunen Augen, war er auch wirklich hübsch anzusehen. Er gefiel vielen hier und wie Slytherins halt nun mal waren, wusste er, dass er umschwärmt wurde und genoss es, so wie er tagtäglich selbstbewusst durch die Schule schlenderte, sich seiner Ausstrahlung, seines Charismas nur zu bewusst. Und mutig war er anscheinend auch, da er sich jetzt langsam auf mich zubewegte. Ich hatte, wie immer in diesem Raum, meinen Stab in den Falten meines Mantels verborgen und ihn verteidigungsbereit in meiner Hand.

„Ähm, hallo, womit kann ich dir helfen?“, fragte er unsicher und versuchte ein charmantes Lächeln in seinem durchaus attraktiven Gesicht. Er wagte es wirklich mich anzusprechen, das musste in diesem Haus etwas bedeuten. Aber was, schließlich war auch er es gewesen, der Draco und mich geholt hatte, als Snape im Gemeinschaftsraum gewartet hatte, interessant. Warum hatten die Slytherins die bestaussehenden Männer und gleichzeitig die hässlichsten und schrecklichsten, siehe Bole, Crabbe und Goyle? Ich war positiv überrascht und reagierte souverän auf diese erstaunlich freundliche Aufnahme und neigte leicht das verborgene Haupt.

„Draco!“, meinte ich dann nur heiser.

„Erwartet er dich?“, wagte er sehr vorsichtig zu fragen und machte ein unbehagliches Gesicht. Die Schlangen belauerten uns bewegungslos und warteten ab.

„Wäre ich sonst hier?“, gab ich die Gegenfrage an ihn kalt zurück und konnte sehen, wie die Schlangen leicht zu tuscheln begannen und uns nicht aus den Augen ließen.

„Er ist in seinem Zimmer, aber ich weiß nicht ob du…?“, fuhr er sich in einer abwägenden Geste durch sein kurzes, schwarzes Haar.

„Ich darf, nur keine Sorge und danke, Zabini!“, sagte ich fest zu ihm und schritt nun zielstrebig auf die Schlafzimmer der Jungen zu und ließ die neugierige Meute überrumpelt zurück. Draco, Draco… du und deine Spielchen, dachte ich mir, hatte er sich doch absichtlich verkrochen, um zu sehen wie ihm das Haus gehorchte? Durchschaubarer ging´s ja wohl kaum, was mich gefährlich lächeln ließ. Er war echt unmöglich! Diese Machtspiele, ich glaubte zu wissen, dass er da oben schon sehr neugierig auf mein Erscheinen wartete! Er war echt ein schlimmer Finger, aber wie es schien hielt sich sein Haus an seine Anordnungen und befolgte seine Befehle, gut zu wissen, für ihn wie für mich.

„Du bist unmöglich, Draco!“, verkündete ich ihm auch als Begrüßung, schlug die Tür bestimmt ins Schloss und verzauberte sie. Ich hatte ohne zu klopfen seinen Raum betreten.

„Hallo, mein Mudblood! Haben sie dich leben lassen?“, meinte er verschlagen und grinste mich von seinem Bett aus verrucht an. Er lehnte mit seinem Oberkörper an seinem Kopfende und lag entspannt da, dabei hatte er ein Buch auf dem Schoß liegen.

„Hallo, mein spielerisches Pureblood! Was wäre gewesen wenn sie sich nicht an deine Anweisungen gehalten hätten?“, fragte ich pikiert, aber auch lässig und legte den Mantel ab, auf einen der grünen Samtsessel, die vor dem Kamin standen.

„Das hätten sie nicht gewagt! Und außerdem kannst du dich wehren, das sind doch keine Gegner für dich!“, meinte er selbstsicher und abwertend und winkte mich zu sich, legte sein Buch auf dem Nachttisch ab. Auf der anderen Seite hatte er mir ein großes Kompliment gemacht, was mich großzügig über seine Arroganz hinwegsehen ließ.

„Zabini hat mit mir gesprochen und mich gefragt was ich will“, ging ich selbstsicher auf Draco zu.

„Er war schon immer tapfer in Bezug auf mich“, verdrehte er leicht die Augen und zeigte mir ein breites Grinsen in dem attraktiven Gesicht.

„Bitte?“, ich blickte ihn ungläubig an.

„Er denkt, er wär ein Freund und müsste mich beschützen und auf mich acht geben!“, er lachte rau auf. „Als ob ich das nicht selbst könnte!“, war Draco schrecklich blasiert.

„Ist er nicht dein Freund?“, wollte ich überrascht wissen.

„Wen kann man schon als Freund bezeichnen... aber er kommt dem nahe! Er ist seit jeher mein Stellvertreter in Slytherin!“, räumte er unbehaglich ein.

„Na, dann ist ja gut! Er war sehr höflich“, beschied ich ihm und stand nun abwartend am Rand seines Betts.

„Setz dich“, klopfte er einladend neben sich, was ich auch tat, zog mir meine Schuhe aus und setzte mich im Schneidersitz hin, machte es mir auf Dracos großem Bett gemütlich.

„Du wolltest mich schon heute sehen?“, fragte ich lauernd, sah ihn mit schiefgelegtem Kopf an, meine Haare fielen nach vorne, da ich sie offen trug.

„Du hast heute, nachdem du die Zeitung gelesen hast, so angespannt ausgesehen“, faltete er seine Hände überlegt in seinem Schoß und blickte nun von ihnen auf.

„Ja, da ich weiß wer da ausgebrochen ist!“, setzte ich ihn vorweg davon in Kenntnis, dass ich alles wusste und schaute ihm ernst in die grauen Augen.

„War ja klar! Was denkst du?“, war in seinem Gesicht rein gar nichts zu lesen, keine Meinung, keine Emotion und selbst sein Ton war nichtssagend neutral.

„Gefahr!“, meinte ich überlegend.

„Ja, soviel ich weiß, schließlich sind drei von den zehn besonders gefährlich!“, versuchte er die Klippe zu umschiffen.

„Lestrange!“, nahm ich es ihm ab, es laut aussprechen zu müssen.

„Ja!“, antwortete er leicht entnervt, aber nicht wegen mir, sondern wegen ihnen.

„Sie ist deine Tante und ich bin mir sicher, dass die beiden Lestranges auch irgendwie mit den Malfoys verwandt sind“, klang ich leicht zynisch bei der Feststellung.

„Wie immer erstaunlich gut informiert, was weißt du noch?“, schaute er nun wieder auf seine Hände, so dass seine weißblonden, seidigen Haare in sein schön geschnittenes Gesicht fielen.

„Longbottom!“, sprach ich es nicht aus, sondern warf ihm nur mein Wissen hin.

„War ja klar!“, hauchte er einen Seufzer, dabei strich er sich bedächtig die Haare hinter die Ohren. „Was meinst du?“, er wirkte gar nicht glücklich.

„Was soll ich meinen, Verwandtschaft kann man sich wahrlich nicht aussuchen!“, erwiderte ich relativ kalt.

„So einfach ist das für dich? Selbst mich hat es überrascht und entsetzt, dass die wieder draußen sind!“, rief er erregt und überrumpelte mich damit.

„Warum? Du warst noch ein Kind, als sie in das Gefängnis kamen, warum solltest du Angst vor ihnen haben?“, fragte ich perplex nach.

„Angst, ich hab keine Angst! Ich fühle mich genervt, denn von Vater weiß ich, dass mit Bellatrix nicht zu spaßen ist, sie war schon vorher verrückt… nicht ganz richtig im Kopf und dank der Dementoren, wohl jetzt absolut nicht mehr zurechnungsfähig!“, erregte er sich zornig und wuschelte etwas frustriert durch seine helle Pracht.

„Und zu den Weihnachtsferien nach Hause zu fahren, darauf freue ich mich nicht, wenn ich ins Manor komme und mir eine ausgetickte Tante vor der Nase herumhüpft!“, meinte er ärgerlich.

„Und du bist auch nicht bei mir, das gefällt mir nicht!“, verzog er wütend sein Gesicht. Wenn es nicht so lief, wie sie es wollten, konnten Malfoys echt unausstehlich in ihrem Verhalten werden und ich rümpfte das Näschen. Wie, bei ihm sein? Manchmal wusste ich nicht, was Draco wirklich mit mir vorhatte, aber ich wollte mich überraschen lassen.

„Ich meine, ich vertrag ja nicht mal Mutter länger als eine halbe Stunde, mit ihrem verkniffenen, blasierten Gesicht und dann auch noch ihre Schwester, von der Vater sagt, dass sie als junges Mädchen schon schizophrene Züge hatte. Black muss man heißen!“, ätzte er verächtlich. Es war zu schön, wenn sich die Familienmitglieder untereinander derart schätzen, mochten und achteten. Ich konnte mir bei seinem Gejammer das Lachen nicht mehr verkneifen, was ihn mich bitterböse anstarren ließ. Aber es war auch zu komisch, denn dank Narcissa war auch er ein halber Black, aber für Malfoys typisch, stand er weit über solchen Tatsachen.

„Oh, du Armer, armes Pureblood! Schon echt schlimm mit einer solchen Verwandtschaft, aber ist euer Manor nicht groß genug, dass du dich verkrümeln kannst?“, wollte ich erheitert wissen und spöttelte leicht.

„Lach nur, Mudblood! Natürlich hab ich meinen eigenen Flügel und meine Suite! Ich bin der Erbe! Aber ich sehe jetzt schon die gemeinsamen Essen vor mir… Familienzusammenführung! Da läuft’s mir jetzt schon kalt den Rücken runter! Hast du die Bilder gesehen?“, schnauzte er und schaute mich mit großen Augen an.

„Draco, bitte, ich bin mir sicher… sie werden sich vorher waschen!“, darüber kicherte ich wieder etwas albern. Ich konnte ihn gerade nicht so ernst nehmen.

„Hast heut deinen lustigen Tag, was?“, maulte er mich böse an.

„Nein, ich hatte einen echt schlechten Tag, heute lief nichts wirklich so, wie von mir gewünscht!“, beruhigte ich mich, da ich an meine kleinen oder größeren Missgeschicke dachte.

„Ähhh?“, schaute er mich fragend an.

„Kräuterkunde!“, meinte ich verschnupft und blickte beschämt auf die Seite.

„Ach, du meinst deine heldenhafte Tat, die Fangzähnigen Geranien zu vernichten! Das war herrlich, ich hab gedacht ich krieg mich nicht mehr ein!“, johlte jetzt er lachend auf und vergaß sein Familiendrama über meinem Unglück.

„Ja, du warst einer der am lautesten und am meisten gelacht hat!“, zischte ich ihm jetzt beleidigt entgegen. Ich konnte mich gut daran erinnern, dass er sich mit seinen Anhängseln fast vor Schadenfreude auf den Boden des Gewächshauses geschmissen hätte. Er hielt sich von Lachkrämpfen geschüttelt seinen Bauch, sehr unmalfoyhaft, aber mein Unglück schien ihn das großzügig übersehen zu lassen. Doch man musste ihm zugutehalten, dass auch die Gryffindors sich nicht wirklich mehr zurückgehalten hatten, alles Verräter, zog ich mein wenig schmeichelhaftes Resümee.

„Wie hast du das eigentlich geschafft? Ich mein, die sind doch recht pflegeleicht und die Alraunen, die wirklich sensibel sind, hast du doch auch geschafft!“, meinte er jetzt ehrlich interessiert, nachdem er sich schwer nach Luft schnappend einbekommen hatte. Ich schluckte hart. „Gib mir einen Kaktus und den krieg ich auch tot, hab ich schon daheim als Kind geschafft, Pflanzen. Ich kann sie finden, verarbeiten und verwenden aber nicht züchten, hegen und pflegen. Da bin ich die absolute Versagerin, was schwer an mir nagt…“, gab ich widerwillig zu, dabei knabberte ich aufgeregt an meiner Lippe. „Die Alraunen! Warum, denkst du, ist Neville immer mein Partner, er ist der geborene Gärtner und Züchter!“

„Du bist mir ein manipulatives Weib! Holst dir Longbottom, nur um eine gute Note abzugreifen“, er schüttelte entrüstet den Kopf.

„Hey, ich danke es ihm, ich helfe ihm auch bei seinen Aufgaben in den anderen Fächern, besonders bei Snape!“, verteidigte ich mich, um nicht als gar so kalkulierend dazustehen, aber er schüttelte nur weiter sein Haupt.

„Du bist eine Heilige, Granger, ich hab es immer gewusst“, meinte er augenrollend. „Was machst du eigentlich Weihnachten?“, lenkte er nun ab.

„Sagen wir mal so, Harry und Ron denken, ich bin bei meinen Eltern, meine Eltern denken, ich bin bei Ron und Harry und in Wirklichkeit, bin ich in meinem Haus auf dem Land!“, erzählte ich ihm umständlich meinen wohl ausgetüftelten Plan, um Weihnachten die Zeit zu haben, um einige Dinge zum Laufen zu bringen, die elementar für mein weiteres Vorgehen waren.

„Wow!“, schaute er mich mit großen, überraschten Augen an. „Bist du dann allein?“
Ich nickte.

„Du musst vorsichtig sein, jetzt da so viele durchgeknallte Death Eater auf freiem Fuß sind!“, mahnte er besorgt. Ach, war seine Sorge nicht süß, lächelte ich ihn süffisant an.

„Danke für deine Sorge um mich Draco, aber ich habe vor, sehr vorsichtig zu sein“, erklärte ich abwehrend.

„Hey, da kommt mir eine Idee, ich will zu dir kommen, dann kann ich mich öfters vor den Treffen drücken und schlüpf bei dir unter! Das wär doch lustig, dann kannst du mir auch zeigen, ob du die Inhalte der Bücher verstanden hast und wir können ein bisschen üben?“, bot er an und hatte sich nun aufgerichtet, lag mit seinem Oberkörper nicht mehr länger lässig, angelehnt am Bett.

„Klar, wenn du willst, würde mich über deine Gesellschaft freuen, sehr sogar!“, ließ ich ihn wissen. „Aber die Twins werden öfters kommen, wenn dich das nicht stört?“, meinte ich unsicher. „Sie erzählen ihren Eltern, sie wären bei Lee, sind aber in Wirklichkeit dann später bei mir!“

„Ich sollte sie doch eh kennen lernen! Ich störe euch doch nicht in eurer trauten Dreisamkeit?“, fragte er nun misstrauisch, da ich bei dieser Aussage leicht zusammengezuckt war, aber nicht aus dem Grund, den er gerade vermutete, eher weil ich mich gefragt hatte, was Draco zu der Beziehung der Twins zueinander sagen würde, da sie ja unter anderem zu mir kamen, um ihrer Liebe zu frönen. Die beiden taten mir halt immer leid. Sie teilten eine große, innige Liebe und die Entscheidung diese zu leben, hatten sie sich echt nicht leicht gemacht. Aber irgendwann hatten sie eingesehen, dass sie alles andere unglücklich machen würde und sie alle anderen Partner ebenfalls unglücklich machen würden, was nicht fair wäre, niemandem gegenüber. Und so hatten sie ihr Schicksal angenommen zusammen zu sein und wenn auch erstmal nur im Geheimen. Sie taten mit ihrer Liebe ja niemandem direkt weh, nur den Moralvorstellungen der Gesellschaft. Und ich konnte mit ihrer Entscheidung ebenfalls gut leben. Was aber Draco sagen würde und wenn er länger im Cottage war, würde er es höchstwahrscheinlich mitkriegen, wir würden sehen!

So wandte ich meine Gedanken wieder zu Draco und seiner Frage.

„Lächerlich, Draco, lächerlich! Du würdest überhaupt nicht stören, wir würden uns freuen. Die beiden sind auch schon ganz aufgeregt dich kennenlernen zu können. Da fällt mir ein, wo wollen wir uns treffen, damit ich dir das Cottage zeigen kann, denn es liegt ein Blutschutz darauf…?“, wandte ich ein.

„Das freut mich zu hören, Mudblood. Ich frage mich eh... schon die ganze Zeit, wie ihr drei zueinander steht, aber ich kann warten!“, schaute er mir nur tief sowie intensiv in die Augen und ich war mir gerade sehr bewusst auf seinem Bett zu sitzen und leckte mir unbewusst über die trockenen Lippen. „Blutschutz… nicht schlecht… aber ist es genug in dieser Zeit?“, meinte er langgezogen.

„Ich wollte jetzt dann auch den Fidelius darüber werfen und da ihr drei dann da seid, euch auch gleich in das Geheimnis mit aufnehmen…“, nickte ich ihm zu.

„Das wäre gut, ja und was hältst du davon, wenn wir uns bei Flourish&Blotts in der Winkelgasse treffen?“, schlug er vor.

„Hermione Granger und Draco Malfoy, so offensichtlich, wäre das nicht sehr unklug?“, meinte ich abwehrend. Er verdrehte theatralisch, übertrieben die Augen.

„Granger, bitte, ein bisschen intelligenter. Ich hätte nichts dagegen mal mit Minna gesehen zu werden, eine schöne Frau!“, erklärte er nun mit einem teuflischen Grinsen und ich hob eine Braue, denn eine so hinterlistige Bosheit musste man erst mal besitzen.

„Ach so, kein Problem, wann wollen wir uns Treffen? Ich würde den zweiten Ferientag vorschlagen, um zwölf?“, bot ich an.

„Genau, abgemacht!“, grinste er mich teuflisch an. „Ich freue mich!“, klang es irgendwie doppeldeutig. Ich lächelte verrucht, denn ich wollte gespannt sein, als mir etwas einfiel.

„Ach, da fällt mir noch was ein, ich brauch nochmal deine Galleone!“, streckte ich fordernd die Hand aus.

„Warum?“, hob sich skeptisch seine elegante Braue.

„Das siehst du gleich“, ich zupfte an meinem Rolli rum und zog sie selbst raus. Er tat es mir gleich und nahm sie ab. Ich trug wie immer meine Dolche, die ich über der Jeans trug und zog jetzt einen daraus hervor.

„Wow, sind das die Dinger, mit denen du Bole aufgeschlitzt hast?“, fragte Draco mit einem faszinierten Glitzern in den rauchgrauen Augen.

„Ja, sind sie nicht schön?“, fragte ich verzückt und ließ die Klinge im Schein des Lichts glänzen. Zog den zweiten und hielt ihm den Dolch auffordernd hin. Er nahm ihn gekonnt und begann ihn zu begutachten und ihn wissend in der Hand zu wiegen.

„Liegt gut in der Hand, magisches Silber, nicht schlecht, wo hast du sie her?“, kam es mit Kennermiene von ihm.

„Borgin&Burkes!“, erzählte ich verklärt.

„Ja, er hat eine gute Auswahl… was… w… w… was tust du da?“, rief er erschrocken aus. Da ich mir, schneller als er schauen konnte, mit der Klinge gerade rücksichtslos in den Zeigefinger geschnitten hatte und nun dunkelrotes Blut daraus sickerte. Ich musste über seinen schockierten Ausruf lächeln und sah ihn von unten herauf verschmitzt an, da er sich nun kniend auf dem Bett befand. Draco konnte, wenn er wollte, sich erstaunlich schnell bewegen.

„Hermione, spinnst du! Du kannst dich doch nicht einfach schneiden, ohne einen Mucks!“, keifte er empört.

„Sei still Draco!“, beschied ich ihm und tropfte nun auf beide vor mir liegende Galleonen mein Blut, nahm meinen weißen Zauberstab und führte nochmals den Proteus aus. „Komm her, gib mir einen Finger“, befahl nun ich. Er blickte mich bei meinem kommandierenden Ton erstaunt an, tat aber wie von mir geheißen und reicht mir ohne zu zögern seinen Zeigefinger. Ich nahm wieder meinen Dolch und zog mit einem schnellen Strich darüber. Wie sanft diese silbrige Klinge durch die Haut und das darunterliegende Fleisch schnitt, es war als würde man durch Seide schneiden. Schon kam auch gleich sein Blut und ich führte seinen Finger zu den Münzen und ließ ein paar Tropfen darauf fallen, wiederholte den Zauber und sprach dann einen Episkey auf unsere Wunden, die sich sofort schlossen. Danach steckte ich die Dolche weg und wir legten schweigend die Münzen wieder um.

„Warum?“, fragte nun Draco, der bisher keinen Mucks oder auch nur einen Ton, von sich gegeben hatte, weder beim Schnitt, noch danach. Wie es aussah war er, genauso wie ich, es gewöhnt, interessant.

„Du meinst, warum ich die Münzen personifiziert habe? Ich werde die Idee der Kommunikation mit den Galleonen noch mit anderen nutzen müssen, aber ich will nicht, dass jemand von uns erfährt, daher die Personifizierung, vielleicht nimmst du noch die Twins an Weihnachten mit auf, das musst du wissen“, meinte ich erklärend, dann schenkte ich ihm ein schelmisches Zwinkern.

„Wirst du es bei ihnen und dir auch tun?“, fragte er nun überlegend nach.

„Ja, ich muss über einen Weg verfügen, nur mit ihnen zu kommunizieren, ohne Harry oder Ron!“, erklärte ich mich ihm.

„Ach, denen willst du auch eine Münze geben?“, legte er den Kopf schief und zog die Augenbrauen hoch.

„Ja, aber ohne Blut“, erklärte ich nun weiter.

„Ja, das wäre auch zu schwarzmagisch nicht wahr, aber wenn du die Twins aufnimmst, werde ich sie wohl auch aufnehmen, denk ich mal…“, schien er es geistig abzuwägen und malte Kreise auf die Decke.

„Du musst dich ja nicht heute entscheiden“, warf ich ein und er nickte mir zu.

„Genug geredet, komm her!“, packte er nun ungeduldig meine Hand und zog mich schwungvoll mit sich auf die Matratze, fiel zurück und ich kam auf ihm zu liegen, mit einem kleinen…

„Uff…!“, „… so stürmisch…“, lachte ich erheitert auf, war aber auch gleichzeitig leicht überrumpelt, dass Draco meine Nähe derart suchte. Ich hatte damit nicht gerechnet, aber es fühlte sich gut an. Er vergrub sein Gesicht in meinem Haar und atmete tief ein. „Du duftest immer so gut“, flüsterte er leise und ich kuschelte mich bereitwillig in seine Arme, bettete mein Haupt bequem auf seiner Brust. „Danke, du auch, Sandelholz rieche ich immer bei dir!“, meine ich und inhalierte seinen Duft genießerisch.

„Dein Duft erinnert mich an Ambra, ich liebe solche intensiven Düfte“, sinnierte er, dabei schnupperte er erneut. Er zauberte nonverbal das Licht herunter, so dass nur noch ein paar Kerzen brannten und das flackernde Feuer des Kamins heimeliges Licht spendete. Auf einmal begann er wieder zu reden.

„Ich hätte nie gedacht, dass du diejenige sein würdest, die mal an meiner Seite stehen könnte! Das kommt sehr unerwartet! Ich meine, du hast mich geschlagen! Du bist eine Gryffindor, auch wenn ich finde, dass du da falsch einsortiert worden bist und du bist ein Mudblood! Und ich… das ist so unrealistisch und doch reicht mir ein Blick von dir und ich weiß, was du denkst!“, überlegte er laut. Ich lag immer noch halb auf ihm und malte Zeichen auf seine Brust, zuerst vollkommen sprachlos was er mit „an seiner Seite stehen“ meinen könnte, aber auf der anderen Seite konnte ich ihm nur zustimmen, ich fühlte mich bei ihm verstanden, geborgen und wohl, wie noch nie bei einem anderen.

„Denkst du, ich bin nicht weniger geschockt, so etwas habe ich auch noch nie erlebt, du bist der Erste zu dem ich voll und ganz offen und ehrlich bin! Dem ich nie etwas vorgespielt habe, der erste der mich versteht und nicht verurteilt, für das was ich tue!“, seufzte ich auf und erlebte zum ersten Mal ein derart inniges, intimes und aufregendes Gespräch.

„Echt, du hast auch vor den Roten Geheimnisse?“, klang er ungläubig.

„Ja, natürlich, es gibt bisher niemanden in meinem Leben, der alles weiß, du auch noch nicht, aber daran sind eigentlich immer nur die Umstände schuld und nicht, weil ich es dir nicht sagen möchte….“, verteidigte ich mich, als ich seine Hände spürte ,die mich fester, weniger sanft umschlossen.

„Das ist gut, du wirst mir immer alles sagen können, ich werde auch keine Geheimnisse vor dir haben. Wir können uns etwas geben, was nur wenige Menschen in unserer Umgebung haben und das ist gegenseitiges Vertrauen und Verständnis!“, versprach er mir mit tiefer Stimme, dabei streichelte er unablässig meinen Rücken, während er selbst immer ruhiger wurde.

„Oh Draco, du weißt gar nicht wie glücklich mich deine Worte machen, danke!“, meinte ich ehrlich, so hob ich meinen Kopf von seiner Brust an und strahlte zu seinem Gesicht hinauf und so schnell konnte ich gar nicht schauen, da lagen seine Arme um mich und sein Mund auf meinem. Wir küssten uns zum ersten Mal richtig lange, ausgiebig und intensiv, so dass mir die Sinne schwanden. Das Gefühl, als sich seine Lippen auf meine legten, war überwältigend! Der bestimmende Druck, den diese ausübten, verführerisch langsam, als seine Zungenspitze leicht und sanft, fast neckisch über meine Lippen strich und um Einlass bat. Ich gewährte ihm diese Bitte augenblicklich und als dann unsere Zungen zueinander fanden, war es, als würde ein Stromstoß durch meinen Körper jagen. Mein Herz setzte kurz aus, um dann in einem sehr viel schnelleren Takt zu schlagen und zum ersten Mal in meinem Leben erwachten wirklich und wahrhaftig alle meine Sinne zum Leben, so etwas hatte ich noch nicht erlebt und das schaffte er nur mit einem Kuss, somit genoss ich ihn sehr.

Wir küssten uns immer noch heftig, als er sich leicht zurück zog, um gleich darauf seine Hände leidenschaftlich in meinen Haaren zu vergraben und mich noch enger und besitzergreifender an sich zu ziehen, was mich wohlig in seinen Mund stöhnen ließ. Denn eins musste ich nun erkennen, ob ich wollte oder nicht, er war der Erste, bei dem ich mehr empfand als Lust oder Verlangen. Bei ihm fühlte ich so viel mehr, dass es schon fast zu viel war und wehtat. Bei mir, einem Menschen der bisher seine Gefühle immer mehr als gut unter Verschluss gehalten hatte, war dies überwältigend und etwas beängstigend in seiner Intensität. Ich glaube ihm ging es ähnlich, denn dieser immer leidenschaftlicher und stürmischer werdende Kuss, vereinnahmte uns immer mehr. Ich krallte mich vorne in seinem Pullover fest, da ich Angst hatte sonst die Sinne zu verlieren.

Ich konnte unsere Zungen ein nie gekanntes, unglaublich erregendes Duell führen fühlen. Es war berauschend ihn zu schmecken, zu fühlen, ihm so nah zu sein. Unsere Körper pressten sich eng und begierig aneinander. Ich konnte ihn vollständig an mich gepresst spüren, ein unbeschreiblich warmes Gefühl breitete sich in mir aus. Nach langer Zeit lösten wir uns schwer atmend voneinander, seine Hände gaben meine Haare wieder frei und so sahen wir uns entsetzt und schockiert über das an, was wir gefühlt hatten, was wir gespürt hatten, was nur dieser eine Kuss emotional ausgesagt und ausgelöst hatte.

„Wow!“, fand er als erster seine Stimme wieder und wohl auch sein Gleichgewicht. „Was wird erst passieren, wenn das weiter geht?“, fragte er rau, wobei seine Augen erwartungsfroh und abenteuerlustig funkelten.

„Draco das war… unglaublich ich…“, kam es ziemlich abgehackt von mir, da ich sehr außer Puste war.

„Schsch… ich habe auch noch nie so empfunden, es ist etwas Besonderes…“, wisperte er und zog mich wieder an sich und kuschelte mich so dicht an sich, dass kein Blatt mehr zwischen uns passte. Er küsste wie immer sehr zärtlich meine Stirn. Und so lag ich mit meinem Haupt in seiner Halsbeuge. Ich konnte sein Kinn auf meinem Kopf spüren. Noch immer war ich etwas atemlos, denn diese unerwartete Richtung beschäftigte mich doch schon, das hatte ich weder geplant noch vorgehabt, dass so etwas zwischen Draco und mir passieren könnte, aber ich war keine Person, die diese Entwicklung groß in Frage stellen würde, dies hatte ich auch schon bei Sirius nicht getan, aber ich musste ihn etwas fragen was mich beschäftigte.

„Draco, ich habe ab Montag doch mein Nachsitzen bei Snape, ich weiß, dass ich ihn immer auf die Palme treibe, wenn das nur Ansatzweise so abläuft wie ich befürchte, müsste Minna bald wieder eine Eule bekommen… eigentlich ist er überfällig, schon längst“, nuschelte ich peinlich berührt in seinen Pullover.

„Severus ist in letzter Zeit jede Nacht unterwegs, der Ausbruch musste geplant werden und noch so einige andere Dinge, wo Vater und Severus unabdingbar waren… ach, ich kann dir übrigens sagen, dass er den Gang ganz toll findet. Er hat mich darauf hingewiesen, dass ich niemandem von dem Gang erzählen soll, da dies Hogwarts unsicher machen könnte. Er denkt doch manchmal immer noch, ich sei ein Kind…“, schüttelte er sich empört wie ich spüren konnte.

„Aber zu deiner Frage, wenn er ruft, musst du gehen. Das versteht sich von selbst, er würde sofort misstrauisch werden, solltest du dich weigern und seit dem letzten Mal wäre es nicht gut, wenn er wüsste, dass ihr identisch seid“, meinte er leutselig, wenngleich ich ein leises Bedauern in seiner Stimme wahrnahm, aber er erkannte die Notwendigkeit dessen und war hier so wie ich tickte. Man tat was man tun musste. Währenddessen hielt er meine rechte Hand fest in seiner und presste sie auf sein Herz.

„Du bist seltsam, macht es dir gar nichts aus?“, wusste ich nicht, was ich von der Aussage halten sollte, nachdem wir uns so geküsst hatten.

„Macht es dir was aus?“, antwortete er mit einer Gegenfrage, was ich sehr enervierend fand.

„Was? Dass ich wieder mit Snape ins Bett soll?“, fragte ich und wägte ab. „Nein, ich meine, er ist gut im Bett, es gäbe schlimmeres als ihn und es ist schnell vorbei, nach dem ernüchternden Motto, Augen zu und durch…“, war ich wie so oft sehr kalt und hielt Dracos intensivem Blick stand.

„Dann ist doch alles gut! Solange es nur Severus ist, alles andere wäre inakzeptabel und als Hermione, ist es ausgeschlossen“, zeigte er eine erstaunliche Gefühlskälte, aber mit so etwas verstand ich eher umzugehen, als wenn er mir seine Liebe gestehen würde.

„Draco, wirst du auch mit anderen schlafen?“, wagte ich da zaghaft zu fragen, nachdem er sich so beherrscht zeigte.

„Vielleicht, aber nicht weil ich will… du weißt ja nicht, wie es dort bei solchen Feiern zugeht, es wäre ähnlich wie bei dir, Augen zu und durch! Manchmal kann man es sich halt nicht aussuchen... Nox“, murmelte er noch bestimmt und sehr endgültig und das Zimmer lag nun in Dunkel.

Bei seinem „Vielleicht“ hatte ich kurz die Luft angehalten und nur langsam wieder entweichen lassen, da ich tief in mich gehorcht hatte was ich Empfand und zu meiner Schande musste ich sagen, dass ich seinen Einwand akzeptierten könnte, wenn es denn sein musste, aber gefallen tat es mit genauso wenig, wie die Erkenntnis, dass ich Snape nicht entkommen würde. Er hielt mich in dieser Zeit wie etwas sehr Wertvolles, das er nicht mehr loslassen würde. Er streichelte zärtlich über meinen ganzen Körper, was in mir wohlige Schauer auslöste und so schliefen wir eng aneinander gekuschelt nebeneinander ein.

Erschöpft schliefen wir ein, da es spät war, aber auch gefühlsmäßig überrollt und ausgelaugt, weil es sehr intensiv gewesen war was wir fühlten. Für mich war es etwas vollkommen Neues, nicht nur, dass es nicht sofort im Sex geendet hatte, nein, auch das Vertrauen zu haben mit dem anderen zu schlafen und hier meine ich nicht die sexuelle Ebene. Nein, das Vertrauen zu haben mit dem andern den Schlaf zu teilen und eine ganze Nacht in einem Bett zu verbringen, was ich bisher noch nie getan hatte, war etwas völlig neues, aber mit Draco, von dem ich umschlungen wurde, war es ein wundervolles Gefühl. Am nächsten Morgen schlug ich wie gewohnt die Augen auf und war von jetzt auf gleich wach. Ich konnte mich dank der ungewohnten Umgebung gerade noch davon abhalten hochzufahren und ließ erst einmal die Erinnerung auf mich einwirken und so bemerkte ich, dass ich auf etwas sich auf und ab bewegendem lag.

Ein zufriedenes Lächeln breitete sich auf meinen Zügen aus, das hier war Draco! Mein Draco. Ich hob nun leicht meinen Kopf, um sein schlafendes Gesicht zu betrachten. Er war wirklich schön! Seine ebenmäßigen, edlen Gesichtszüge und während ich so genüsslich sein aristokratisches Aussehen betrachtete und mir den gestrigen, welterschütternden Kuss in Erinnerung rief, erkannte ich, dass wir noch immer in unserer Kleidung waren. So schmunzelte ich, als auch er seine Augen aufschlug, um mich mit einem sehr wachen Ausdruck in den grauen Augen anzusehen, bis auch er ein fröhliches Lächeln zeigte.

„Morgen, mein Mudblood“, meinte er gutgelaunt.

„Morgen, Draco!“, küsste ich seine Wange und schmiegte mich nochmal in seine Arme, die mich willkommen hießen.

„Gut geschlafen?“, wisperte er fragend in meine Haare.

„Sehr gut, ich weiß gar nicht wie ich noch ohne dich schlafen soll!“, erwiderte ich, was seine Brust leicht erzittern ließ, da er ein Lachen unterdrückte.

„Warum bist du schon auf, es ist erst kurz vor sechs!“, wollte er neugierig wissen.

„Was, schon so spät?“, rief ich schockiert aus, Mist! Ich sprang aus dem Bett und suchte hektisch nach meinen Schuhen.

„Warum, was ist?“, zog er sich auf die Arme und betrachtete meine Hektik skeptisch.

„Ich muss mich beeilen, wenn ich heute noch meinen Lauf schaffen will!“, erklärte ich weiter hektisch. Er ließ sich nach dieser Aussage wieder zurück auf sein Bett plumpsen.

„Lass es halt mal ausfallen“, meinte er lapidar und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf.

„Nein, kommt nicht in Frage!“, gestand ich mir so was an Liederlichkeit meinen Pflichten gegenüber nicht zu.

„Dann danke ich dir für die schöne Nacht, Hermione!“, erklärte er mit samtiger Stimme. Ich warf mir gerade den Mantel über und verlor vor Schreck beinah das Gleichgewicht, was ihn dreckig kichern
ließ.

„Das machst du mit Absicht, oder! Bis dann, mein Pureblood und danke für die wundervolle Nacht!“, meinte ich noch und floh ungesehen aus Slytherin.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 8:27 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Raum der Wünsche   Do Feb 09, 2012 1:00 am

Raum der Wünsche

Als ich wieder einmal als eine der Ersten recht einsam am Frühstückstisch saß und meinen heißen Kaffee genüsslich trank, konnte meiner guten Laune nichts und niemand etwas anhaben. Ich hatte mich vorher, als ich mich nach meinem Lauf umgezogen hatte, im Spiegel betrachtet und ich sah, dass ich heute von innen zu leuchten schien, selbst meine braunen Augen hatten einen leicht goldenen Schimmer, der sie wunderschön erstrahlen ließ. Ich war wirklich glücklich einen Menschen, der mich so gut verstand, in Draco gefunden zu haben und als er kurz nach mir mit seiner Gefolgschaft in die Große Halle kam, war auch ihm die entspannte und genossene, gemeinsam verbrachte Nacht anzusehen. Er wirkte sehr zufrieden und schien sich in seiner Haut rundum wohl zu fühlen.

Ja, diese Nacht hatte uns beiden gut getan.

Während wir beide, so über die Tische hinweg, unauffällig kommunizierten, spürte ich plötzlich, wie sich zwei Hände auf meine Schultern legten und sich ein dunkelbrauner Haarschopf in mein Blickfeld schob und ein Mund nahe an mein Ohr kam und sein Atem mich kitzelte, als er warm über meine Haut strich. Ich durfte noch beobachten, wie sich Dracos Miene bei der intimen Geste von Harry verdüsterte und seine Lippen, seine herrlich weichen, warmen Lippen, ganz schmal und verkniffen wurden. Das passte ihm so gar nicht. Hatte ich schon mal erwähnt, dass Malfoys schrecklich besitzergreifend, aber nie eifersüchtig waren?
„Guten Morgen, Hermione. Geht es dir wieder besser?“, hauchte Harry besorgt in mein Ohr.

„Ja, danke Harry, dir auch einen schönen Morgen. Was gibt’s?“, flüsterte ich zurück.

„Gute Nachrichten, gestern Abend wurde es bei mir spät und so hab ich Dobby gesehen, der den Gemeinschaftsraum aufgeräumt hat und hab ihm mein, also unser Problem, mit dem Übungsraum erzählt und er meinte es gäbe da was. Er nannte ihn den Raum der Wünsche, dieser wäre im siebten Stock, gleich gegenüber von dem Wandteppich von Barnabas dem Bekloppten und man müsse dreimal vor der Wand ablaufen und sich den Raum genauso wünschen wie man ihn haben will. Ich wollte dich fragen, wann wir hingehen und uns das anschauen?“, wisperte er ganz leise und verschwörerisch.

„Wo ist Ron?“, wollte ich neugierig wissen und sah mich suchend um.

„Schläft noch, der ist grad nicht wach zu kriegen, die Zwillinge haben uns gestern ein bisschen zu viel Butterbier gegeben, bestimmt gepanscht!? Sie waren gegenüber Ron, Neville und mir sehr großzügig, du hast nicht zufällig was damit zu tun?“, sah er mich skeptisch an und sah wohl wieder mehr als erwartet.

„Wie kommst du darauf?“, meinte ich betont unschuldig, als er sich nun auf die Bank neben mich sinken ließ und sich ein belegtes Brot nahm.

„Mhm… du hast ihnen doch gestern vor der Halle bestimmt das mit Neville erzählt, oder?“, meinte er wissend grinsend. Puh, Glück gehabt, dass das nicht mal ansatzweise die ganze Wahrheit war, aber seine Vermutung ging in die richtige Richtung, vor allem weil er nur das Beste von mir dachte und nicht das Schlechteste, da hatte ich mal wirklich Glück gehabt.

„Ja, hab ich, war doch nett von ihnen! Und ich denke, wir sollten vor dem Abendessen hingehen und den Raum in Augenschein nehmen, natürlich mit Ron!“, schwenkte ich zu einem unverfänglichen Thema. Und so verbrachten wir den Rest des Tages aufgeregt darauf harrend, dass der zähflüssige Unterricht dahin floss und wir uns endlich diesen Raum anschauen konnten. Wir waren alle schon ganz aufgeregt. Wie spannend war das denn? Als dann endlich der lang ersehnte Gong für das Ende der letzten Unterrichtsstunde erklang, konnten wir drei gar nicht schnell genug in den siebten Stock sprinten, wo wir auch schon vor dem besagten Wandteppich abbremsten und uns einer kahlen Steinwand an der anderen Seite gegenübersahen und sie aufmerksam betrachteten.

„Und du meinst wirklich, Harry, das Dobby weiß, wovon er spricht?“, fragte da Ron zweifelnd und kratzte sich am Arm und schaute skeptisch. Auch ich sah die Wand fragend an und wandte mich an Harry.

„Dann mal los, lauf hin und her, du hast mit Dobby gesprochen!“, ordnete ich an und Harry tat wie von mir gefordert. Nachdem er sich noch einmal suchend im Gang umgesehen hatte, begann er, denn wir hatten Glück und waren allein da. Die Schülermeute war wie eine ausgehungerte Masse in die Große Halle geströmt, um nur ja nicht zu verhungern. Nach seinem dritten Lauf erschien wie durch Zauberei, ach, vergessen, es war Zauberei, eine unscheinbare, hölzerne Tür in der Wand. Wir sahen uns positiv überrascht an.

„Cool“, meinte da Ron nur lässig.

„Ja, was Hogwarts nicht alles für Geheimnisse hat, davon stand gar nichts in „Geschichte Hogwarts“!“, meinte ich überlegt, was die Jungs augenrollend kommentierten, aber da konnte ich halt mal nicht aus meiner Haut.

„Kommt, lasst uns schauen was dahinter ist!“, meinte Harry aufgeregt. Und dann öffnete er langsam die Tür und als er diese ganz aufzog, offenbarte sich uns ein großer, hallenartiger, perfekter Übungsraum, mit Matten und allem Drum und Dran. Große Seidenkissen zum Sitzen waren großzügig auf dem Boden verteilt.

Diese Halle war beeindruckend. Ach, was mein Herz besonders höher schlagen ließ, Bücher, Verteidigungsbücher in Hülle und Fülle und auch magische Geräte wie Antiobskuranten, die zum Aufspüren von irgendwelchen Bedrohungen, Heimlichkeiten und Täuschungen dienten. Dazu gehörten auch beispielweise Spickoskope in verschiedenen Sensibilitätsstufen. Dieses magische Gerät war im 18. Jahrhundert von Edgar Stroulger erfunden worden. Es war eine Art magische Alarmanlage und sah aus wie ein Kreisel in einer Halterung und gab wenn sich nicht vertrauenswürdige Personen in der Nähe aufhielten, einen schrillen Pfeifton von sich. Dann gab es auch einen Geheimnisdetektor, dieser konnte magisch verborgenen Sicherheitsrisiken aufspüren, wie z.B. vorgetäuschte Identitäten, schwarzmagische Utensilien, oder aber auch ganz einfache Lügen. Das Gerät sah aus wie eine verschnörkelte, goldene Zimmerantenne, es summt leise und vibriert bei Störungen. Als letztes konnte ich noch ein Feindglas ausfindig machen. Es sah aus wie ein Spiegel, zeigte aber kein Spiegelbild. Es wurde erst etwas sichtbar, wenn sich jemand in feindlicher Absicht nährte. Ich kannte all diese Gerätschaften aus Büchern. Sie hier alle auf einem Haufen zu haben und studieren zu können, verzückte mich ungemein. Ich drehte mich staunend im Kreis mit einem glückseligen Gesichtsausdruck.

„Das sieht aus wie in Dumbledores Büro!“, meine Harry da auch schon beeindruckt.

„Wie meinst du das?“, frage Ron neugierig, das interessierte mich auch.

„Na, diese ganzen Teile da, das da, das hat auch alles Dumbledore bei sich stehen!“, informierte er uns und wedelte unwissend zu den magischen Geräten.

„Echt, voll cool! Wir waren ja noch nie bei ihm. Wofür er das alles wohl braucht?“, fragte da auch schon Ron. Ich hörte schon nicht mehr zu, da ich zu den Regalen schritt, die mit Büchern überladen waren. Ich zog gleich mal eins heraus, „Hexen für Verhexte“, danach noch, „Zaubern zur Selbstverteidigung“, „Die dunklen Künste überlistet“, und als letztes nahm ich auch noch „Ein Handbuch für gängige Flüche und Gegenflüche“, mit und ließ mich auf eines der Seidenkissen fallen. Ich schlug das erste Buch auf „Hexen für Verhexte“ und begann interessiert zu lesen. Das hier war perfekt mehr als perfekt, es war optimal auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet. Ich liebte diesen Raum. Was ich wohl noch alles in ihm mir heraufwünschen würde können? Ich wusste schon, wie ich die nächsten Nächte verbringen würde und über diese Gedanken entwich mir ein breites, irre anmutendes Grinsen.

„Hermione, hörst du überhaupt zu?“, „Hallo… Hermione… Miiineee!“, bis ich unsanft gerüttelt wurde und rote Haare sah, die meinen Augen sehr nahe kamen.

„Was…?“, fragte ich irritiert und blinzelte überrascht.

„Sie hat nicht gehört, Mann!“, meinte er mit einem aufgebenden Unterton in der Stimme.

„Was?“, fragte ich immer noch unwissend.

„Wir haben dich gefragt, wie du es findest und wie wir weiter machen?“, erläuterte Harry über mich schmunzelnd. Oh, das hatte ich nicht mitbekommen. Ich meine, das ist doch auch verständlich, oder?

„Sorry, war abgelenkt, aber das hier ist unglaublich, das ist genau das was wir brauchen!“, und so strahlten wir drei uns verstehend an.

„Ich denke, wir sollen versuchen von jedem Haus einem zu sagen, dass sie um spätestens halb neun hier sein sollen, vor dem Wandteppich und dann zeigen wir es ihnen“, kam mein Vorschlag.

„Mhm… ist das nicht ein bisschen auffällig, wenn hier fast 30 Leute rumhängen?“, meinte Ron.
Ich schüttelte den Kopf. „Nur Harry bleibt draußen, alle anderen werden sofort hier reingeführt!“, schlug ich vor.

„Oh, ja klar, du hast recht!“, stimmte Ron sofort zu.

„Und warum muss ich draußen warten?“, fragte da Harry missmutig.

„Von mir aus, kann auch Ron draußen bleiben“, wiegelte ich ab.

„Und warum nicht du, Hermione?“, meinte er mich fies anlächelnd. Wie konnte man nur so gemein sein, fragte ich mich gerade.

„Sehr witzig, Harry!“, fauchte ich leicht gereizt.

„Harry, hör auf sie zu ärgern, lass sie halt zu den Büchern, sonst gibt es nur Ärger“, versuchte Ron gleich zu schlichten, da er mich kannte und die Versuche mich von meinen Interessen fernzuhalten, als erfolglos aufgegeben hatte, anscheinend hatten die Diskussionen am Grimmauld Place doch gefruchtet.

„Ja, aber ärgern darf ich sie doch noch!“, grinste Harry nun wie ein Lausbub.

„Ähm, Jungs, darf ich hierbleiben, mein Hunger ist nicht so groß und ich hätte da eine Idee, wie wir… also die Gruppe informieren können, wann ein Training ansteht, nur dafür müsste ich noch einiges vorbereiten…“, bettelte ich leicht und sah treuherzig, umgeben von den Büchern und mit einem auf den Schoß bewaffnet, zu ihnen auf.

„Klar, bleib hier, wir kriegen die anderen schon zusammen!“, meinten beide nach einem verständnisvollen Blick zueinander, der zeigte wie leid sie sich gerade selber taten so eine Leseratte zur Freundin zu haben. Und so machten sie sich frohgemut auf in die Große Halle, um je einen aus den anderen Häusern zu erwischen. Das war so fantastisch und als Harry und Ron den Raum verlassen hatten, begann ich mit dem Experimentieren was dieser so alles auf Lager hatte und konnte. Ich wünschte mir einen Raum, der mich der schwarzen Magie noch näher bringen sollte und siehe da, obwohl Hogwarts doch angeblich so gegen diesen Strang der Magie eingestellt war, erschien vor mir alles und noch mehr, was ich mir zu diesem Thema wünschen konnte. Und da kam mir der Gedanke, dass ja nicht Hogwarts gegen diese Art der Magie war! Da ja Salazar Slytherin diese sehr wohl betrieben hatte, wie ich aus einigen Unterlagen erlesen hatte und diese auch hier hatte unterrichteten lassen. Und das mit dem Wissen und der Zustimmung der anderen Gründer. Vielleicht würde ich hier mehr Unterlagen zu dem Thema finden, da das was ich bisher dazu gefunden hatte mehr als dürftig war.

Ich starrte überwältigt auf die Auswahl an Büchern und magische Gerätschaften, die das genaue Gegenteil der Verteidigungs-Gerätschaften waren und eben genau diese wiederum austricksen sollten. Es war faszinierend, dieser von mir gewünschte Raum enthielt auch ganz hinten einen kleinen Krankenflügel, nicht weil ich es mir gewünscht hätte, nein, anscheinend dachte der Raum, wenn man diese Magie übte, waren Verletzungen unabdingbar.

Mein Entschluss stand fest, hier konnte ich jetzt endlich wieder weiter lernen und üben. In der letzten Zeit hatte ich meine Bemühungen besser zu werden etwas schleifen lassen, einfach aufgrund der Tatsache, dass es für mich keine Möglichkeit gab so ungestört meinen Interessen nachgehen zu können, wie z.B. in der Blackbibliothek. Aber hier bot sich mir die einmalige Möglichkeit, viel mehr und umfassender zu lernen, als jemals von mir erträumt. Ich war im Himmel. Ich konnte die Wellen der Erregung durch mich hindurchgleiten fühlen. Unglaublich, aber wahr, ich stand kurz vor der Ekstase. Als nächstes wünschte ich mir einen Raum zum Brauen und siehe da, ich war so was von Baff, ein Tränkelabor, das auch Snape die Tränen in die Augen getrieben hätte, erschien. Ich konnte mich nicht mehr beherrschen und klatschte vor Aufregung in die Hände. Auch hier war wieder mehr als nur ein bisschen Lesematerial in den Regalen erschienen, welches mir noch unbekannt war und die Auswahl der Kessel in ihrer Größe, der verschiedenen Formen und der Materialien war berauschend.
Auch die Zutaten, die sich hier in den Regalen stapelten, oder von der Decke hingen waren so vielfältig, gut, ich sah jetzt kein Einhornblut, aber ich sah auf die Schnelle viele nötige Zutaten, um die gängigsten Tränke erstellen zu können. Dann probierte ich noch ein Schlafzimmer, was für mich jetzt auch ohne große Überraschung erschien, einfach wow! Warum hatten wir diese Oase nicht eher finden können?

Leider maßregelte ich mich jetzt und beendete meine Versuchsorgie und versuchte Herr über meine Erregung zu werden, selbst meine Nippel hatten sich vor Freude aufgerichtet. Ich war regelrecht berauscht über die Möglichkeiten, die sich hier eröffneten. Aber für so was hatte ich nun wirklich keine Zeit und so rief ich mich zur Raison. Ich wandte mich resolut und endgültig der Bearbeitung der Galleonen zu und wünschte mir wieder denn Verteidigungsraum her. Nun zog ich einen Beutel hervor, in dem die unechten Galleonen lagen, die ich in den letzten Tagen hergestellt hatte, indem ich kleine Steine in goldfarbene Galleonen verwandelt hatte.

Natürlich waren die Münzen der Twins, meine und Dracos echte Gold-Galleonen, aber die Gruppe brauchte so etwas nicht… hatte ich einen Geldscheißer… die Frage ließ sich mit nein beantworten. Und so legte ich akribisch, 30 Proteus auf die goldfarbenen, unechten Münzen, die den echten wahrlich zum Verwechseln glichen. Der Verwandlungszauber war mir sehr gut gelungen. Im Unterricht hätte ich dafür ein Ohnegleichen eingeheimst. Es war zeitaufwendig und für mich durchaus anstrengend, da dies höhere Magie war und in der Form, in der ich sie gerade verwendete, erst im letzten, im siebten Schuljahr auf Hogwarts gelehrt wurde. Die Form des Proteus, die ich gestern Nacht bei Draco angewandt hatte, ging eher in die schwarze Magie, na gut, war dunkle Magie!

Da ich mir die Idee dieser Art der Kommunikation vom Dark Mark abgeschaut hatte und hier, durch die Tätowierung direkt in die Haut der betreffenden Person, ebenfalls wieder nicht die sogenannte weiße Form der Magie angewandt wurde. Alles was mit Blut, Ritualen oder dergleichen zu tun hatte, fiel eigentlich pauschal in die verbotene Abteilung der Magie! Schwachsinnig, total! So lange das Blut freiwillig floss, wie ich fand, aber mit Blut war ich noch nie normal gewesen. Ich mochte es schon als kleines Kind, wenn ich zum Arzt musste, damit dieser mir Blut abnahm.

Da taten dann die Menschen immer so rum, wie „Hab keine Angst! Es geht ganz schnell, tut nicht weh und schau weg?“, was ich natürlich nicht tat. Ich liebte es, zu sehen, wie aus mir dieser tiefrote Lebenssaft floss.

Es faszinierte mich, zu sehen, wie es in das Auffangröhrchen direkt hinein sprudelte und desto mehr Blut es wurde, desto dunkler wurde das Rot. Es war fesselnd und faszinierend! Was mich aufmerksam hinstarren ließ und die Schwestern und Ärzte mich immer sonderbar ansehen ließ, aber hey, das war mein Blut, ich mochte es! Warum sollte ich vor einem der wichtigsten Dinge meines Körpers Angst haben? Ich fand es schön und seit ich der Magie kundig war, wusste ich auch um dessen Wichtigkeit, der Stärke und Macht und dieses Wissen, zog mich unweigerlich in seinen Bann. Und so war ich wirklich gerade erst fertig geworden als sich die Tür öffnete und die Twins mit Ginny und den anderen Gryffindors gesammelt eintraten und sich staunend in der riesigen Halle umsahen und auf meinen Sitzplatz zukamen.

„Hey, schon da?“, strahlte ich sie alle an. „Wo ist Ron?“

„Noch draußen, bei Harry! Hier, ich soll dir das von ihnen geben“, meinte Ginny und hielt mir ein Sandwich und eine kleine Flasche Wasser hin. Oh, wie süß, meine Jungs hatten an mich gedacht und dann Wasser, das musste von Harry sein, da er wusste, ich verachtete diesen süßen, klebrigen Kürbissaft, den er und Ron und auch alle anderen Kinder so gerne tranken.

„Das ist lieb, danke Ginny!“, nahm ich es ihr ab und biss dann doch hungrig hinein.

„Wow, ist das krass, was ist das für ein Raum?“, meinten Fred und George gleichzeitig. „Überwältigend!“

„Das wird Harry erzählen, wenn alle da sind, setzt euch“, klopfte ich auffordernd und einladend neben mich. Als sie saßen, beugte ich mich rüber und wisperte ihnen zu. „Bleibt nach dem Treffen, ich brauche noch einmal unsere Münzen…“, sie hoben fragend eine je hellrote Braue, nickten aber brav. Nun ging es Schlag auf Schlag und die Schüler aus den Häusern strömten in den Raum der Wünsche und als letztes kamen noch Harry und Ron. Ich erhob mich von meinem Sitzkissen und ging zu ihnen. Ich konnte mich mit Harry kurz unterhalten, da die meisten noch zu sehr von diesem ungewöhnlichen Raum abgelenkt waren.

„Danke für das Essen, Harry!“, schenkte ich ihm ein nettes Lächeln, was er schelmisch erwiderte.

„Wie kommst du darauf, dass ich es war und nicht Ron?“, fragte er mich leise.

„Ich bitte dich, dann hätte ich Kürbissaft bekommen!“, erwiderte ich mit einem Zwinkern. Harry lacht kurz laut auf und zwinkerte mir ebenfalls verschwörerisch zu. Ich mochte diesen Jungen wirklich sehr.

„Wo du recht hast“, meinte er verwegen, dabei grinste er verschmitzt. „Ich bin aufgeregt, meinst du, ich kann das wirklich?“, kam es von einer Sekunde zur nächsten unsicher von ihm.

„Ja, Harry! Du kannst das, im Eberkopf war schon so beeindruckend, wie du als Anführer gesprochen hast und wenn… bin ich ja auch noch da!“, lachte ich ihm zu und tätschelte bestätigend seine Schulter, was von dem ein oder anderen weiblichen Wesen in diesem Raum wieder zu einem verzerrtem Gesicht führte. „Ich mach sie ruhig, warte… dann hast du den großen Auftritt“, zwinkerte ich nun ihm zu. Und so begann ich Ruhe in die aufgescheuchte Meute zu bringen.

„Hallo! Schön, dass ihr alle hier seid, würdet ihr euch jetzt bitte beruhigen, damit euch Harry hier erzählen kann, wie… wo… und warum ihr hier seid! Ruhe bitte!“, und oh Wunder, meine schulmeisterliche Lehrerinnenstimme hatte sie verstummen lassen. „Bitte, setzt euch alle auf die Kissen und hört zu!“, bat ich erneut und sie taten wie geheißen und ich trat in den Schatten, bedeute Harry mit einer auffordernden Geste nach vorne zu gehen, aber er zeigte mir, dass ich mich neben ihn stellen sollte und ich kam seiner unausgesprochenen Bitte nach, stellte mich auf seine rechte Seite und Ron trat wie selbstverständlich an seine Linke.

„Schön, dass das Treffen geklappt hat und ihr alle hier seid! Es war nicht leicht, aber wir haben hier den idealen Übungsraum für uns gefunden. Er erscheint nur, wenn wir ihn zum Üben rufen. Keiner kann rein, wenn einer drinnen ist und nicht will, dass ein anderer reinkommt. Somit sind wir vor Umbridge sicher, da ja wir gegen ihren neuen Erlass für Gruppen und Versammlungen verstoßen“, erklärte er fest und machte dann eine kurze, gewichtige Pause.

„Ich denke, da das Platzproblem gelöst ist, sollten wir am Samstag anfangen die erste Stunde abzuhalten“, schaute er fragend in die Runde. „Was meint ihr?“

„Wie habt ihr das hier gefunden?“, rief einer plötzlich, auf die Schnelle würde ich sagen, dieser Smith.

„Zufall, wir müssen auch mal Glück haben! Ich möchte euch darauf hinweisen, dass ihr bitte Stillschweigen über diesen Raum bewahrt!“, bat er in die Runde. Am liebsten hätte ich meinen Zauber geschmissen, aber ich durfte nicht zeigen, dass ich Zauber erfand, so was sah man allgemein nicht so gerne.

„Samstag geht“, „Ja, denke ich auch“, „Ja, der ist gut, also Samstag“, kamen die zustimmenden Kommentare.

„Schön, dass wir uns auf Samstag einigen konnten! Mein Vorschlag, ab ein Uhr bis wir genug haben. Ok?“, alle nickten. Nun nahm ich mir ein Herz und trat vor.

„Eins möchte ich noch einbringen. Wir sind hier eine Gruppe und ich denke wir sollten einen Führer wählen, der die Entscheidungen trifft, damit es nicht zu Streitereien kommt! Das wäre kontraproduktiv!“, brachte ich meinen Vorschlag ein.

„Wer schwebt dir vor?“, „Ich find die Idee, gut“, „Sollen wir dich wählen?“, gingen die Wogen hin und her.

„Nein, ich hätte Harry vorgeschlagen und ich würde sagen, alle, die dafür sind, heben die Hand!“, rief ich nun in das Getuschel, das schlagartig verstummte. Harrys Kopf war zu mir herumgefahren und er starrte mich erschrocken mit offenem Mund an.

„Was Harry, du sollst uns unterrichten, uns lehren uns zu verteidigen, da ist es meiner Ansicht nach klar, dass du uns anführen solltest!“, erklärte ich seiner verwunderten Miene.

„Ich denke, Hermione hat recht, ich bin dafür!“, meinten die Twins sofort und hoben ihre Hände, was dazu führte, dass das Haus Gryffindor geschlossen ihre Hände erhoben. Es folgten Luna und Cho und nach und nach ging jede Hand nach oben, nur Smith tat sich echt schwer, aber am Ende wollte er wohl nicht die einzig nicht zu Harrys Gunsten abgegebene Stimme sein und so ging auch seine Hand langsam nach oben. Und wir hatten einen einstimmigen Anführer.

„Wie heißen wir?“, fragte Luna verträumt und blickte von ihrem langen, blonden Haar auf, das sie gerade zu einem Zopf flocht. Jetzt wurde Vorschlag um Vorschlag gebrüllt, als auf einmal Cho ihre leise und hauchzarte Stimme erhob. Ich konnte es echt nicht ab, wenn Mädchen so säuselten, aber sie ergriff in einer kurzen Stille das Wort.

„Was haltet ihr von „Defensiv-Allianz“?“, meinte sie schüchtern und errötete leicht. Oh Mann, wie konnte Harry auf so was stehen? Aber bitte, wenn er so was mochte! Ich würde jemandem der so verschüchtert und verhascht war irgendwann eine knallen. Aber da musste ich halt mein Temperament unterdrücken, was ich eh immer tat, also war’s nichts Besonderes und ihr Vorschlag hatte durchaus was. Ich nickte, denn ich fand ihn gut, wie einige andere auch. Ginny erhob jedoch auf einmal ihre Stimme, war ja klar, dass Ginny das nicht auf sich sitzen lassen konnte, dass die Flamme von Harry den bisher besten Vorschlag gebracht hatte und jetzt nicht nur Harrys, sondern auch noch die Aufmerksamkeit aller hatte. Ginnys Taktik war so durchschaubar, so platt, so berechenbar! Armer Michael Corner, auch er war meiner Ansicht nach nur Mittel zum Zweck. Aber jeder nach seiner Fasson, ich durfte mir wahrlich kein Urteil erlauben, wenn man bedachte was ich alles tat.

„Ich wäre ja für „Dumbledores Army“!“, meinte sie, was mich dazu brachte mit den Zähnen zu knirschen und ich glaubte auch zu sehen, dass Harry kurz stockte, da er dem alten Professor immer noch kritisch gegenüber stand und so kam der Vorschlag bei uns, dem Kopf der Gruppe, nicht so gut an, aber die Dachse und Raben sahen das anders. Die Twins, die unsere Reaktion richtig gedeutet hatten, übernahmen nun das Reden.

„Also die zwei Vorschläge von Cho und unserem Schwesterlein sind am besten angekommen, was haltet ihr davon nur die Anfangsbuchstaben zu nehmen, ist bei beiden gleich DA!“, bot da Fred grinsend an. Sagte ich nicht immer, dass die Twins gut waren.

„Dann heißt die Gruppe „Defensiv-Allianz“ mit der Abkürzung DA damit niemand weiß, wovon wir reden!“, kam es von George. „Und all jene, denen Ginnys Vorschlag besser gefällt, können unter DA… ja dann, „Dumbledores Army“ sehen!?“, meinte George bestimmt. Ich applaudierte und alle schlossen sich an.

„Dann auf die DA!“, rief Harry und strahlte glücklich und erleichtert in die Runde Als einige begannen sich zu erheben, schritt ich wieder vor.

„Moment, wartet bitte, ich habe noch was für euch!“, was viele mich erstaunt anschauen ließ, vielleicht hatten sie wieder Angst was unterschreiben zu müssen.

„Damit Harry euch informieren kann wenn ein Training stattfindet, es gibt ja keinen festen Termin…, habe ich mir eine Möglichkeit zur Kommunikation ausgedacht!“, und grinste stolz in die neugierige Meute. Harry sah mich leicht überrumpelt an, da ich bisher damit hinterm Berg gehalten hatte.

„Hier sind Münzen, keine echten, ich habe sie verwandelt!“, erklärte ich, öffnete den Beutel und holte eine hervor. „Seht ihr, sehen aus wie Galleonen“, und reicht eine Harry. „Sieh, die Zahlen kannst du verändern, da kannst du Datum und Zeit beliebig einstellen und dann könnte man auch noch die Zeichen verändern, das brauchen wir hier nicht, da wir uns immer in diesem Raum treffen!“, erklärte ich und zeigte es. „Alle anderen Münzen verändern sich ebenfalls und werden heiß…“, und sah vollkommen baff erstaunte Gesichter. Ich schaute nun leicht unsicher umher.

„Was, was ist los?“, wollte ich wissen.

„Du, Hermione, bist genial!“, meinte Harry glücklich, schlang seine Arme um meine Taille und wirbelte mich einmal schwungvoll im Kreis. Es erstaunte mich, dass er in der letzten Zeit doch so stark geworden war. Ich lachte befreit auf und freute mich, dass Harry so glücklich war. Als er mich wieder runter ließ, blickten uns die meisten mild lächelnd an, bis auf Smith, Cho und Ginny, die sahen aus als würden sie Zitronen essen.

„Entschuldigung, aber ist das das Prinzip des Proteus?“, fragte da Terry Boot, ein Ravenclaw, ungläubig.

„Ja, du hast recht, Terry. Das ist der Proteus!“, stimmte ich zu.

„Heftig Leute, das ist Oberklassenniveau! Das ist ein sau-schwieriger Zauber. Wie hast du das gemacht, hat dir jemand geholfen? Du bist doch wie wir erst in der Fünften“, er klang aufgeregt und aufgekratzt.

„Nein, ich hatte keine Hilfe und soooo schwer ist der Zauber auch wieder nicht“, winkte ich ab und versuchte bescheiden zu wirken. Viele blickten sehr überrascht, dass ich so etwas konnte. Ich, die Streberin, die nur die Bücher auswendig gelernt aufsagen konnte, aber das stimmte nicht, ich hatte halt ein leicht fotografisches Gedächtnis, konnte ich somit was dafür, dass die Texte also fast identisch in meinem Hirn gespeichert blieben.

„Hermione, du machst das ganz toll, ohne dich und deine Ideen wären wir nicht hier!“

„Gut, dann sehen wir uns alle am Samstag um eins, sollte sich an der Zeit was ändern, kommen die Münzen zum Einsatz. Geht jetzt in Zweiergruppen unauffällig hinaus und jeder nimmt sich eine Münze aus dem Beutel!“, meinte nun Harry sachlich und ich reichte jedem Paar beim Hinausgehen ihre Münzen, bis nur noch die Weasleys und wir da waren.

„Ähm Hermione, könntest du uns den Zauber mit den Münzen bitte erklären, wir hatten vorhin eine spontane Idee. Wenn du uns den Zauber beibringen könntest, da wir ihn vom Lehrplan her erst zu Ostern lernen sollen…“, meinte da George einfallsreich und schaute wie ein treudoofer Dackel aus der Wäsche.

„Ah ja, klar. Aber das kann dauern!“, schaute ich zu Harry und Ron.

„Bitte, bitte, bitte…“, schmiss sich Fred bühnenreif auf die Knie und robbte auf mich zu, was die anderen herzlich lachen ließ.

„Kommt, gehen wir, lassen wir die drei lernen…“, wollten sie anscheinend ihren Spaß haben.

„Ich kann es euch auch beibringen!“, bot ich den Jungs und Ginny an.

„Nee, nee, danke, lass mal, mir reicht’s wenn ich den in der Siebten lern!“, wehrte Ron zusätzlich mit seinen Händen ab.

„Komm Kumpel, ich spiel mit dir ne runde Zauberschach, kommst du Ginny?“, ging Harry zur Tür und winkte uns zu. „Viel Spaß und macht nicht zu lang!“, manchmal wusste ich nicht, was Harry dachte, oder ob er uns so hundertprozentig glaubte was wir ihm erzählten? Ich weiß es nicht! Denn gerade jetzt kam es mir so vor, als dachte er sich, dass wir noch anderes planen würden. Ja, Harry mochten viele unterschätzen, aber er war nicht dumm und er machte sich langsam und wurde erwachsen. Als die Tür zu fiel, waren wir allein und ich konnte spüren, wie sich mir George von hinten näherte und ernst anfing zu sprechen, so wie nur Fred und ich ihn kannten, wenn er bei der Sache war und keinen Unsinn zuließ.

„Das hier ist perfekt, was kann dieser Raum, Hermione? Das wolltest du uns doch unter anderem zeigen, oder?“, ich drehte mich zu ihm und dachte mir noch, wie schön es war, den Twins nicht jeden Schritt haarklein erklären zu müssen.

„Korrekt, das wird dir gefallen!“, und wünschte mir den Raum für das Tränkebrauen und kurz danach den schwarzmagischen Trainingsraum.

„Wow, du siehst uns fassungslos!“, drehten sie sich wie die Kreisel im Kreis, kam meiner Reaktion recht gleich.

„So eine Scheiße, da sind wir sieben Jahre in der Schule und erst jetzt zeigt sich uns dieses Wunder…!“, glänzten ihre Augen teuflisch.

„Ich werde ab jetzt jeden Tag hier sein, denn was ist die Bücherei gegen das hier? Harry und Ron haben nicht mal ansatzweise geblickt was dieser Raum alles ermöglicht und machen kann. Und die Mitglieder der DA werden sich nicht hierher trauen. Ich wollte euch Fragen, wie begabt ihr schon in den dunklen Künsten seid?“, erklärte ich nun und musterte die Twins gespannt.

„So gut wie du noch lange nicht, obwohl die Verbotene Abteilung uns gut kennt!“, grinste Fred wie ein
kleiner Teufel.

„Ich denke, es ist gut wenn ihr hier ein bisschen übt, viele der Bücher kenne nicht mal ich“, meinte ich vorfreudig.

„Klar, machen wir, eine Stunde machen wir ab jetzt täglich, mindestens!“, meinte Fred enthusiastisch.
„Versprecht nicht Sachen, die ihr nicht halten könnt“, mahnte ich schmunzelnd.

„Eh, die beleidigt uns, Fred!“, meinte George empört.

„Naja, sie kennt uns halt, aber Hermione, der Raum ist so geil, dass auch ich dir schwöre eine Stunde am Tag zu kommen! Huch, das hört sich jetzt zweideutig an, oder?“, lachte er jetzt schallend und George schaute ihn leicht verzweifelt an.

„Warum das Tränkezimmer?“, fragte er da auch schon.

„Ich werde hier brauen und ich dachte einige von euren Artikeln brauchen doch auch Tränke als Basis und hier könnt ihr üben oder experimentieren und…“, wedelten meine Hände durch die Luft.

„Genial… ich liebe diesen Raum schon jetzt. Wisst ihr was, ich zieh hier ein!“, kam es von Fred bestimmt.

„Ja, ich bin auch versucht hier nicht mehr wegzugehen. Da fällt mir ein, hier könnt ihr eure Stelldicheins abhalten!“, meinte ich mit einem tiefen Seufzer, was dazu führte, dass sich beide intensiv und verliebt in die Augen blickten. Ich schüttelte aber jetzt bestimmt den Kopf, um zum eigentlichen Grund zurückzukommen. „Gebt mir eure Münzen!“, forderte ich und zog auch meine raus.

„Hier… aber warum eigentlich, reagieren sie auch auf Harrys Ruf?“, wollten sie leicht irritiert wissen. „Warum? Ich will es personifizieren, hab ich auch bei Draco gemacht und ja, auch Harrys Ruf kommt an. Aber wenn ich eine Nachricht schreibe, können das nur ihr und Draco sehen und anders herum, ihr solltet euch überlegen ihn auch aufzunehmen…!“, erklärte ich und fuhr mit meiner Hand meinen Oberschenkel entlang, dann zog ich unter meinem Rock einen der Horusdolche hervor.

„Wow, du trägst in Hogwarts Waffen?“, schielten sie die Waffe in meiner Hand an.

„Klar, immer. Ich gehe nie irgendwo unbewaffnet hin, aber es ist halt alles unsichtbar“, erklärte ich ihnen alles bereitwillig.

„Super, cooles Teil!“, kam es weniger schockiert von Fred. Ich ritzte mir mal wieder meinen Finger an und tropfte auf die zwei Münzen der Twins mein Blut, was sie mit Interesse verfolgten. Nun sprach ich bei mir den Episkey und wedelte die Twins zu mir. Fred trat forsch vor und reckte mir seinen Finger entgegen, was ich annahm und seine Hand festhielt, während ich mit der Klinge rasch darüber fuhr, was ihn laut aufzischen ließ vor Schmerz.

„Scheiße, auwa! Das tut weh was… auwa!“ Ich tropfte das Blut auf unsere drei Münzen. „Warum hast du nichts gesagt, das tut scheiße weh!“, jammerte er und schniefte wehleidig. Was mich fies kichern ließ. Ich heilte auch seinen, ach so tiefen Schnitt. Ach was, Kratzer, sonst nichts, dass er aber auch immer übertreiben musste.

„Ich bin solche Schmerzen gewöhnt und du bist überempfindlich, das ist nichts, echt jetzt!“, meinte ich abwertend über dieses unwürdige Theater. „George, bist du ein Mann oder so ein Weichei, wie dein geliebter Bruder?“ Meine Provokation ließ George entschieden vortreten und er streckte den Finger todesmutig vor. Er schrie noch mehr als Fred, als würde ich ihn abschlachten, solche Schisser! Echt, Schmerzen schienen nicht das zu sein, was sie ab konnten und so konnte ich es mir nicht verkneifen sie dreckig auszulachen, was mir ungewöhnlich giftige Blicke einbrachte.

„Nicht jeder muss darauf stehen in schöner Regelmäßigkeit aufgeschlitzt zu werden…!“, kam es hochmütig von oben.

Ich kicherte immer noch: „Natürlich, ich auch nicht, aber der? Ihr tut rum, als würde ich euch abschlachten!“

„Naja für die paar Tropfen, muss man ja auch nicht gleich so ein Schlachtmesser schwingen, da reicht doch eine Nadel!“, wurde mir verschnupft nahe gebracht.

„Warum umständlich, wenn’s auch schnell geht?“, verstaute ich die Waffe wieder an ihrem Platz.

„Du bist nicht sensibel!“, meinte Fred und wir legten uns alle die Münzen wieder um den Hals.

„Ist auch besser so!“, gab ich ungerührt zurück. „Ach, falls es euch interessiert, Draco war wie ich, wir haben halt hohe Schmerzlevel! Wir könnten hier ja an eurer Schmerzempfindlichkeit arbeiten, bietet sich hier an, könnte euch vielleicht sogar gefallen!“

„Spinnst du, warum sollte es mir gefallen Schmerzen zu haben…?“, keuchte ein Twin regelrecht geschockt.

„Dachte nur, aber reg dich nicht auf, hab nur laut überlegt!“, grinste ich. „Und nun, lasst uns Spaß haben, wir haben noch Zeit, mich bringt heute hier nichts vor ein Uhr raus! Lasst uns schauen was wir so an dunkler Magie umsetzen können!“, und so teilten wir uns auf, begannen interessiert alles zu durchstöbern.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 8:28 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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queenie
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BeitragThema: Harrys erstes Training   Do Feb 09, 2012 1:01 am

Harrys erstes Training

Ich wachte am nächsten Morgen mit dem wohligen Gefühl auf, dass alles wunderbar war. Wir hatten gestern noch viel Spaß im Raum der Wünsche gehabt und so einige neue, spannende Sachen gefunden, die für uns von Interesse waren. Die Twins heckten seitdem nur noch neue Streiche, Pläne und Produkte aus. Den Rest des Tages brachte ich routiniert hinter mich und verschwand, nachdem ich Harry einen ausgearbeiteten Vorschlag vorlegt hatte, wie er die erste Übungsstunde beginnen könnte. Er versprach sich vorzubereiten und ich entschuldigte mich damit, dass es gestern Abend zu spät geworden war und erschuf meinen Geminio und verschwand nach London, um mich nun auch dem körperlichen Training hinzugeben. Der Sensei informierte mich, dass er mir heute den brasilianischen Kampfstil Luta Livre nahe bringen würde, was gut war, da ich bei der Aussage total auf dem Schlauch stand. Luta Livre… was?

Er führte aus, dass dies ein portugiesisches Free Fight Kampfsystem war. Aha, dachte ich mir, alles klar! Er erklärte, dass Luta Livre einen Kämpfer befähigte, die Distanz zum Gegner sicher zu überbrücken, ihn auf den Boden zu bringen, ihn dort zu kontrollieren und schließlich zur Aufgabe zu zwingen oder kampfunfähig zu machen. Toll, das hörte sich doch gut an. Ich war für unfähig machen, da kannte ich keine Gnade. Jetzt stellte er mir noch die Frage, ob ich ALL oder MMA erlernen wollte. Äh, ich… bitte was? So erklärte er, dass es ALL, den ringerischen Luta Livre Esportiva oder aber den regellosen Stil des Vale Tudo/MMA gibt und dass bei diesem auch Schläge und Tritte mit erlernt werden würden. Ok, die Entscheidung fiel leicht, regellos hörte sich in meinen Ohren immer gut an und Schläge und Tritte auch. In dem Moment verdrängte ich, dass ich, um es zu lernen, es selbst erleben würde, aber wie sagte ich immer, Augen zu und durch! Aber was wollte ich mit einem reinen Ringerstil, nein, das brauchte ich nicht so wirklich, ich entschied mich für die Variante MMA.

Auf dem Gesicht des Sensei zeigte sich Wohlwollen, als ich ihm meine Entscheidung mitteilte und so sagte er, dass somit zu den freien ringerischen Elementen des Luta Livre auch Schläge, Tritte, Knie und Ellenbogenstöße kamen, die im Stand oder im Bodenkampf Verwendung fanden. Klar, toll und weiter? Er freute sich, da er meinte, dass diese gezielten Techniken es mir ermöglichten, sogar als schwächerer Kämpfer, den körperlich überlegenen Gegner zu besiegen, da man im Bodenkampf Größe und Gewichtsnachteile durch Technik ausgleichen konnte. Na, dann mal los. Nach unseren Stunden wusste ich mal wieder, dass ich nicht immer so blauäugig in eine neue Kampfsportart springen sollte, da es nachher einfach zu schmerzvoll war.

Wow, die Brasilianer hatten echt eine kranke Fantasie, aber bitte, ich würde es lernen, denn als ich am Boden war, hatte ich nicht mal bis drei zählen können, da war ich schon ausgezählt. Aber genug, so schwang ich meinen geschundenen Körper nach Hogwarts! Ich war lange genug unterwegs gewesen, nur dass ich diesmal gleich im Raum der Wünsche verschwinden würde, da mein Geminio brav schlummernd in meinem Bett lag und so würde ich den Raum voll und ganz für mich auskosten können.

Und so schnell konnte man gar nicht schauen, war es schon Samstagmittags und wir alle im Raum der Wünsche, um von Harry in offensiven Verteidigungszaubern unterrichtet zu werden.

„So meine lieben, heute beginnen wir mit dem Entwaffnungszauber, dem Expelliarmus!“, verkündete er großspurig.

„Warum? Den hatten wir doch schon damals in der Zweiten, der ist viel zu einfach!“, rief Smith dazwischen.

„Als erstes, wir müssen klein anfangen, da wir alle geschlossen als Gruppe gleich gut werden sollen. Ich will keinen auf weiter Strecke verlieren und zweitens der Expelliarmus hat mir in der Vierten auf dem Friedhof gegen Lord Voldemort gute Dienste erwiesen!“, ein kollektives Aufstöhnen ging durch unsere Schulkameraden. „Ich bitte euch, er hat mir soviel Zeit verschafft, dass ich entkommen konnte, da bin ich halt sentimental und jetzt zeigt wie gut ihr seid, desto schneller können wir weiter gehen. Stellt euch zu zweit auf!“, forderte Harry unnachgiebig, hart und schaute streng in die Runde. Ich tat mir grad minimal schwer seiner Forderung nachzukommen, da dies wirklich ein einfacher Zauber war. Wen sollte ich nehmen? Vielleicht am besten gar keinen? In die Schatten abtauchen und Harry beim Verbessern der anderen helfen, überlegte ich, das wäre eine kluge Alternative. Als auch schon ein wildes Rufen und Schreien einsetzte, die Leute flogen getroffen von dem Zauber wild durch die Gegend und landeten schmerzhaft auf den Matten oder auch am Boden. Es herrschte Chaos pur, aber wie, die Zauber zischten wie wild und vollkommen unkontrolliert zuckend und blitzend durch die Gegend.

„Halt, stopp, hört auf!“, kam es laut schreiend von Harry. „Aufhören!“, brüllte er nun magisch über den Lärm hinweg und nach und nach taten alle wie ihnen befohlen. Viele lagen rum und jammerten über die unsanfte Landung. Was mich dazu brachte innerlich mehr als nur mit den Augen zu rollen, Leute ihr hättet mal mein gestriges Training haben sollen, das waren Schmerzen! Mir taten jetzt noch so einige Stellen meines Körpers empfindlich weh und was tat ich? Nichts, damit leben! Das hier war nichts, dachte ich abfällig und leicht überheblich, aber kommt, das fand ich stand mir zu. Wie konnte man so verweichlicht sein? Harry blickte aufmerksam umher und sah mich auf einmal sehr intensiv an, was mich ihm direkt in die Augen schauen ließ, es war, als würde er mich scannen, einschätzen und taxieren mit seinen außergewöhnlichen Augen, was seltsam war, da Harry sonst nie so war, doch dann sprach er auch schon.

„Hermione, komm her, so geht das nicht!“, meinte er bestimmt und zeigte in die Mitte der Übungshalle. Ich schaute zwar überrascht, zuckte aber dann nur mit den Schultern und ging auf ihn zu.

„So hört zu, so wird das nichts! Ihr sollt nicht wild drauflos die Zauber schmeißen. Denn ich hab gesehen, dass einige gar nicht von den Zaubern ihres Gegenübers getroffen wurden, sondern von fehlgeleiteten, das ist nicht das Ziel. Genauigkeit und Konzentration auf euer Ziel, darauf müsst ihr achten!“ Harry war gut, wo er recht hatte, er machte das sehr souverän.

„Hermione, wir zeigen ihnen wie ein Entwaffnungszauber geht und das am besten in einem Duell!“, sah er mich gar nicht so unschuldig fragend an.

„Soll ich mich wehren und bewegen, oder dich mich treffen lassen?“, fragte ich ihn betont kalt und unbeteiligt. Ich würde das tun was er von mir wollte. Leider hatte ich meinen dunkelbraunen Schulzauberstab in der Hand. Ich liebte aber meinen Weißen viel mehr, aber gut, man konnte nicht immer alles haben was man wollte.

„Nein, natürlich wehrst du dich, ich weiß du bist gut!“, lag ein gewinnendes Lächeln auf seinen Zügen.

„Woher denn, du hast mich noch nie kämpfen sehen!“, kokettierte ich vor den anderen mit ihm und das machte richtig Spaß.

„Ich bin nicht blind, du bist überall perfekt, bestimmt auch hier, gib alles!“, feuerte er mich regelrecht an. Gut, ich würde eine Show bieten, aber dass Harry gewinnen sollte und musste stand für mich außer Frage. Ich hoffte nur, dass mein Temperament nicht mit mir durchgehen würde. Ich wusste in solchen Situationen bekam ich gerne mal einen Tunnelblick und das hier vor so vielen Zeugen, nein,
das wäre nicht gut, gar nicht gut.

„Geht klar Harry, aber kein Duellier-Stil, wir fangen einfach an, oder?“, er nickte nur und ich konnte sehen, wie die anderen zurückwichen und wir uns Auge in Auge gegenüberstanden, damit glitten auch die Nebengeräusche in den Hintergrund als ich meinen Gegner fokussierte.

Der Kampf begann.

„Expelliarmus“, rief Harry rasch aus und ich drehte mich blitzschnell rechts zur Seite weg, was keine Sekunde zu früh gewesen war und schleuderte ihm meinerseits aus der Drehung ein gerufenes „Expelliarmus“ entgegen. Aber auch er war schnell, dank Quidditch, wie ich wusste, somit war sein Reaktionsvermögen irre gut. Meinem Gegenangriff konnte er auch nur durch ein blitzschnelles auf den Boden schmeißen entwischen. Das war knapp gewesen, der Fluch streifte noch die Spitzen seiner Haare, verpuffte, aber sonst passierte ihm nichts.

Es ging jetzt Schlag auf Schlag, in schneller Abfolge. Ich war immer wieder in Versuchung die Zauber nonverbal zu sprechen und ich denke, ein paar Mal passierte mir das auch im Eifer des Gefechts, aber es war ein spannendes Duell. Harry war ein beeindruckender, starker Kämpfer. Wo er sonst im Unterricht aufgrund seines Desinteresses und seiner Faulheit eher Durchschnitt war, war er hier ein geborener Krieger. Ich liebte es, zu sehen, wie geschmeidig, beweglich und biegsam sein Körper agierte. Ich musste ein ähnliches Bild abgeben, so wie wir hier diesen gemeinsamen Tanz aufführten.

Ich war ihm körperlich nicht unterlegen, dank meines ausgiebigen Trainings und er war dank des Quidditchs gut in Form und so kam Fluch um Fluch, Zauber um Zauber, in rasanter Folge. Wir waren ständig und unaufhörlich in Bewegung. Der Raum hatte um die an der Außenwand stehende Gruppe eine schützende Glaswand erscheinen lassen, so dass Harry und ich in unserem Kampf auf niemanden Rücksicht nehmen mussten und wir verfielen in solche Raserei, dass ich meinen Vorsatz vergaß und ihm mehr als Paroli bot. Wir schenkten uns nichts, Harry behandelte mich als gleichwertigen Gegner. Der Raum war erfüllt von einer Fülle an aufblitzenden Farben der verschiedenen Flüche und Zauber, dass es nur so blinkte und blitzte wie von einer Discokugel.

„Avis“, schoss ich ab und kleine Vögel flogen aus der Zauberstabspitze, um ihn zu verwirren. Harry reagierte augenblicklich mit einem Aguamenti, der meine armen Vögel vollständig durchnässte und sie ihres Angriffsmoments beraubte. Ich sprang rasant weg und schickte ihm einen Babbelfluch entgegen, damit er nur noch unsinniges Zeug reden würde, leider hechtete Harry haarscharf zur Seite und der Fluch schlug krachend in die dahinter liegende Steinwand. Seine Antwort Beinklammerfluch, vor dem ich mich nur durch einen gewagten Hechtsprung retten konnte und rollte mich am Boden ab. Puh, das war knapp gewesen und bevor ich mich erheben konnte, kam schon der nächste, farbige Strahl auf mich zu geschossen, der auf einmal viel zu viele fledermausartige, geflügelte Quälgeister zu mir schickte. Ich saß immer noch auf dem Boden, hatte es nicht geschafft mich wieder rechtzeitig aufzurichten, eine äußerst schlechte Ausgangsposition um mich zu verteidigen.

„Feuerring“, rief ich rasant und ließ mit einem Wisch meines Stabes um mich herum eine brennende Absperrung erscheinen. Die Flammen des Feuers loderten nur so schützend in die Höhe und versengten die von Harrys Flederwichtfluch herbei gezauberten kleinen Biester. Elendig verbrannten sie und gaben mir die nötige Zeit wieder auf die Beine zu kommen. Und dies keine Sekunde zu früh! Mein Feuerring wurde von ihm mit einem Gefrierzauber attackiert, der meine Flammen so veränderte, dass sie nicht mehr verletzen konnten und somit auch jeden Zauber durch ließen. Ich musste den Zauber fallen lassen. Und in Windeseile schickte ich einen Stupor, dieser schoss als roter Strahl aus meinem Stab. Harry parierte souverän mit dem Protego und mein Schockzauber prallte an seinem Schild sichtbar ab, dann schickte er augenblicklich schnell den Petrificus Totalus, den ich mit einem laut gebrüllten Salvio Hexia abwehren konnte. Der Schutzraum umschloss mich und seine Oppugno-Vögelchen prallten auch an ihm ab. Sein unritterlich rasant hinterher geschickter Impedimenta brach diesen Schutzraum und ich agierte wieder im ganzen Raum.

Mein Levicorpus traf sein Ziel und von Harry völlig unerwartet, riss es ihn unsanft an seinem Fußknöchel nach oben in die Luft. Geschickt sprach er aber in derselben Sekunde den Liberacorpus als Gegenzauber sofort auf sich selbst und plumpste zwar unsanft auf die Erde, rollte aber blitzschnell gleich nach rechts weg und mit einer geschmeidigen Bewegung kam er sogleich wieder auf die Füße, weswegen mein hinterhergeschickter Incarcerus ins Leere ging. Er ließ einen Hex-Deflection als Zauberabwehr um sich entstehen und wehrte so geschickt den Rictusempra ab. Wir wurden immer schneller, so dass die Welt zu einem bunten Farbenmeer zusammenschrumpfte und das Blut nur noch in meinen Ohren rauschte. Es war faszinierend sich derart zu duellieren, aber ich rief mir auch ins Gedächtnis, dass dies Harry war und ich mich zurückhalten musste und schon wurde mir meine Entscheidung abgenommen.

Dann schaffte ich es nicht mehr, dem nächsten auf mich abgeschossenen Zauber auszuweichen und dieser traf mich mitten in die Brust. Zuerst war ich vor Angst erstarrt, aber dann realisierte ich was geschehen war, mich hatte der Zungen-Fessel-Fluch getroffen und so konnte ich trotzdem weiter kämpfen! Was ein grausam verzerrtes Lächeln auf mein Gesicht zauberte und das Harry augenscheinlich ganz schön in die Glieder fuhr, da er schon siegesgewiss zu strahlen angefangen hatte. Das hatte ich von meinem Sensei gelernt, man sollte sich nie zu früh freuen! Und so straffte sich mein Körper und ich startete das Überraschungsmanöver und schickte ihm den nonverbalen Erstarrungszauber entgegen, dem er nur mit einer wagemutigen Rolle vorwärts entging. Seinen anfänglichen Schock schnell überwindend, dass ich nun ohne gesagten Spruch zauberte, ging er zum Gegenangriff und er schoss mir den Stupor hinterher, was ich mit dem Protego wieder mal gekonnt blockte. Das ließ ihn anerkennend die Augenbraue hochziehen, da es ein starkes Schild war, trotz der sprachlosen Zauberei.

Harrys Stupors hatten eine enorme Kraft, was er und ich wussten. Nun schleuderte ich den Verwirrungszauber ab, um ihn orientierungslos zu machen. Und mein Handeln machte ihn so konfus, dass ich ihn wirklich traf. Aber Harry sprach so rasant schnell den Gegenfluch, der diesem bestimmten Fluch entgegen wirkte, dass er mich mit dem Expelliarmus tatsächlich entwaffnen konnte. Das ließ mich, nachdem er meinen Stab aus der Luft gefangen hatte und nach einem kurzen realisieren meinerseits, dass Harry gewonnen hatte, anfangen zu applaudieren.

Wow, ich war ganz schön außer Puste! Harry und ich hatten uns nichts geschenkt aber es war gut gewesen. Ich hatte nicht alles gezeigt was ich konnte und leider war dieses Duell nur auf weiße Sprüche begrenzt gewesen, aber trotzdem hatte es Spaß gemacht. Wir beide standen uns gegenüber und waren leicht in die Hocke gegangen und stützten uns mit den Händen auf den Knien ab, um unseren Atem und den Herzschlag wieder zu beruhigen. Das war echt anstrengend und nervenaufreibend gewesen. Aber wir hatten uns auch nicht verletzt, das war zu süß, aber im realen Leben sehr unrealistisch, doch schließlich war dies hier erst der Anfang.

Auch Harry stand mir immer noch schwer atmend gegenüber als ich meinen Blick hob und er grinste, so wie ich wohl auch lächelte. Er schmiss mir den Stab wieder zu und ich angelte ihn aus der Luft und sprach den Gegenfluch, zu dem, der meine Zunge lähmte, nonverbal auf mich selbst. Harry wischte sich den Schweiß von der Stirn, das Duell war wirklich anstrengend gewesen. Die DA-Mitglieder konnten wieder zu uns kommen, da das Fensterglas nun verschwunden war und kamen auf uns schweratmende und erschöpfte Kontrahenten zu.

„Das… das… das… Harry… Hermione, war unglaublich, weltbewegend!“, „Ja, woher… wie… woher könnt ihr das?“, „Das war voll krass… wie kommt das“, „So etwas hab ich noch niemals gesehen“, „Werden wir auch so etwas Mal können?“, „Ja kannst du… könnt ihr uns das beibringen, das war so beeindruckend.“ Harry begann zu lachen und auch ich gluckste belustigt.

„Ruhig, alles mit der Ruhe, beruhigt euch!“, rief Harry laut und fuhr sich durch die strubbeligen Haare und verwuschelte sie noch mehr. „Das war ein sehr anspruchsvolles Duell, aber warum solltet ihr es nicht lernen können, darum haben wir es euch ja vorgeführt, damit ihr seht was ihr hier lernen könnt!“, stellte Harry ihnen in Aussicht.

„Hermione!?“, sprach er nun leise zu mir. „Du hast auch mir nicht gesagt, dass du so gut bist, seit wann kannst du nonverbale Zauber?“

„Ja, das lernen wir erst in den Oberklassen!“, meinte nun Terry, der ach so schlaue Terry, der nie seine Klappe halten konnte. Ich wollte mir am liebsten selbst in den Hintern treten.

„Durch üben… ist echt nicht schwer“, meinte ich lapidar und strich mir meine Haare hinters Ohr.

„Das war ein echt hartes Duell!“, meinte Neville mit Bewunderung in der Stimme.

„Ja, Hermione, wir haben uns echt nichts geschenkt, danke!“, lobte Harry und freute sich und auch ich lächelte Harry zufrieden an.

„Gerne Harry, immer wieder gerne!“, antwortete ich und berührte seinen Arm, um ihn zu tätscheln, da ich stolz auf ihn war.

„Was soll ich dir noch beibringen?“, fragte er nun ernstlich.

„Viel, du hast gewonnen! Außerdem kann man nie auslernen“, tat ich meine Überzeugung kund. Das Duell hatte die DA mehr als begeistert und beeindruckt. Jeder von ihnen sah jetzt den nächsten Kämpfer in sich. Wir hatten ihren Ehrgeiz mit unserem Showkampf geweckt nun konnte es richtig losgehen. Die Mitglieder sahen Harry an wie ein achtes Weltwunder, das vergöttert gehörte, ich meine, er war der-Junge-der-lebt. Aber ich war mir auch der Blicke bewusst, die ich bekam und diese waren nicht mit Harrys Anbetung zu vergleichen, sie waren ängstlich und furchtsam, warum?

Ich hatte genauso gekämpft wie Harry, er hatte sogar gewonnen, sie konnten nicht wissen, dass ich mein gesamtes Repertoire nicht ausgeschöpft hatte. Ich überlegte, was diese Reaktionen rechtfertigen konnte. Ron stand mit einem sehr blassen Gesicht weiter hinten und hielt sich im Hintergrund. Ich konnte mir schon denken was ihn beschäftigte. Er wusste, er konnte mit uns beiden um Längen nicht mithalten, was mir nicht sonderlich leid tat, diese Fertigkeiten hatte ich hart erarbeitet, aber das verstand er nicht! Dass solches Können nur durch harte Arbeit zu erreichen war, überstieg seinen Horizont.

Und so setzten die anderen nun Harrys Anweisungen ohne Murren um und arbeiteten hart und schafften viel. Es zeigte sich, dass es wirklich nötig war mit diesem leichten Zauber anzufangen, da viele hier schon Defizite aufwiesen. Nach vier intensiven Stunden des Übens, zeigten die ersten Erschöpfungserscheinungen und wir beendeten für diesen Tag das Training. Ich hatte Harry geholfen die Übungen zu beaufsichtigen und mit Harry Sachen vorzuführen, da sich keiner fand, der mit mir üben wollte, alle hatten Angst, dass sie keine Chance hatten. Was ja durchaus begründet war. Gerade in Gruppen wurde immer auffällig, dass ich nie dazugehörte, immer der Außenseiter war. Aber hey, das war ich gewöhnt. Ich konnte sehen, wie Harry sich um Ron bemühte und dieser sehr abweisend reagierte. Ich wusste, Harry hatte erkannt was für ein Problem Ron vor sich herschob, das war für mich perfekt und so signalisierte ich George und Fred zurückzubleiben, was sie mir sofort mit einem Kopfnicken zusagten und so warteten wir und waren dann die Letzten, die zurückblieben.

„Könnt ihr zwei mir sagen, was die anderen haben? Die schauen mich nicht einmal mehr an“, meinte ich frustriert und enttäuscht. „Ich mein, Harry hat doch auch so gekämpft“, schaute ich sie fragend an.

„Du weißt es echt nicht, oder Hermione?“, fragte George sichtlich irritiert und ich schüttelte traurig den Kopf.

„Du sahst aus wie eine Amazone, eine Kriegerin, zu allem bereit, zu allem fähig, mit deinem um dich fliegenden Haar, ein durchweg beeindruckendes Bild! Nicht, dass den anderen wirklich klar ist, dass du bereit bist alles zu tun, aber dein Auftreten hat allen einen unheimlichen Respekt eingeflößt! Ich meine, du warst sehr beeindruckend, euer ganzer Kampf, auch Harry hat mich erstaunt, ich wusste immer er ist gut… aber dass er so was auf dem Kasten hat, hat mich überrascht, sehr positiv! Warum er anders gewirkt hat als du? Zwar war er auch entschlossen, aber nicht so bereit, so weit zu gehen wie du… ich meine dein Feuerring war irre genial, aber echt gruselig und das können wir jetzt nur sagen, da wir dich so gut kennen! Die anderen haben wenn im höchsten Fall ein Gefühl, eine Ahnung, dass du gefährlich bist! Aber wir wissen es hundertprozentig und im Kampf sieht man es dir an, Hermione, da hast du dich nicht verstellt, eher zurückgehalten, was eine beängstigende Aussicht ist! Ich denke, du hast genug zu kämpfen gehabt… Harry nichts zu tun?“, schaute George mich intensiv fragend an und ich wandte den Kopf beschämt ab, da er ja so recht hatte.

„Ich mein, das war ein Kampf unter Freunden, die anderen werden sich fragen, was du selbst mit weißen Sprüchen bei deinen Feinden anrichtest? Obwohl wir natürlich wissen, dass du in einem Kampf auf Leben und Tod auch auf die dunkle Magie zurückgreifen würdest!“, meinte Fred ernsthaft und die beiden zeigten mir auf, dass ich auch bedenken musste wie ich rüberkam.

„Ja, ich habe viel meiner Aufmerksamkeit darauf verwendet, mich zu zügeln und nichts Unüberlegtes zu tun“, bekannte ich überlegt. „Und es fiel mir schwer, da es, wenn ich kämpfe, bei mir eigentlich keine Zurückhaltung gibt!“

„Hab ich es dir nicht gesagt?“, meinte er zu Fred und dieser nickte bestätigend.

„Mach dir nicht so viele Gedanken, ich meine du warst den meisten schon immer unheimlich, in deiner ganzen Art! Und den Mitgliedern der DA hast du erst letztens den Proteus vorgehalten und nun auch noch diesen Kampf und dann hast du auch noch nonverbal gezaubert, so wie viele es niemals in ihrem Leben können werden. Ich meine Kampfzauber sind mit die schwersten Zauber, die es gibt und die von der Stärke dann auch noch so kraftvoll hinzubekommen, dass sie so ein Duell überstehen, macht den normalen Magiern Angst!“, erläuterte George weiter.

„Genialität macht den meisten eine Heidenangst! Warum denkst du, tun wir so übertrieben chaotisch, nur um ihnen vorzugaukeln, dass wir harmlose Chaoten sind“, warf Fred sehr klug ein.

„Ja, toll, jetzt haben alle noch ein bisschen mehr Angst vor mir“, ärgerte ich mich, denn ich hätte mich mehr beherrschen müssen.

„Ja, aber ist doch auch schon egal! Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich reichlich ungeniert! Und vergleich dich nicht mit Harry, von dem erwartet man unglaubliche, unerklärliche Leistungen!“, lachte nun Fred, seine Art die Dinge zu sehen tat manchmal echt gut.

„Aber der Kampf, boah, toll, aber nun ruh dich aus, das was du die Tage alles leistest muss echt anstrengend sein, ruh dich bitte aus. Du hilfst niemandem, wenn du zusammenbrichst, wir lassen dich allein, Schönste!“, nahm mich George in eine Umarmung.

„Moment“, sagte da Fred und machte ein angestrengtes Gesicht und ein Schlafzimmer erschien. „So und jetzt ruh dich aus, wir halten alles fern von dir!“ Er zog mich aus den Armen seines Bruders und hob mich vom Boden hoch, als würde ich nichts wiegen, dann trug er mich zum Bett und legte mich sanft darauf ab.

„Danke“, flüsterte ich ihm bewegt zu und kuschelte mich in das herrlich weiche Bett.

„Schlaf gut, Schönste“, gingen die Twins auf leisen Sohlen davon Ich dämmerte weg, doch dann schreckte ich irgendwann ruckartig wieder hoch. „Ich muss zu Draco!“, rief ich, als mir siedend heiß einfiel, dass ja heute Samstag war und ich jetzt nicht Stunden schlafen konnte oder wollte, denn er erwartete mich. Es war jetzt kurz vor 19 Uhr, aber wenn ich jetzt schlief, würde ich nicht um 22 Uhr aufstehen, um zu Draco zu wanken.

„Vergiss ihn, wir werden das schon hinbekommen, ihm zu sagen, dass du zu erschöpft bist um zu ihm zu kommen, aber dass er sich keine Sorgen machen soll…!“, bot George an.

„Oh gut, sagt ihm, ich bin morgen in der Früh in der Halle, okay?“, und fiel wieder zurück in die Kissen.

„Jetzt entspann dich, das brauchst du auch mal!“, meinte Fred fürsorglich. Ich gab ihnen recht, da ich das gestrige Kampftraining und das Duell heute wirklich in den Knochen spürte. Ich meine, ich war auch nur ein Mensch und keine Maschine und so war mir grad alles egal, sogar Draco und ich versank in einen erholsamen Schlaf.
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