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 Kapitel 53-54

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queenie
Königin
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BeitragThema: Kapitel 53-54   Do Feb 09, 2012 1:07 am

Konfrontation

So trat ich mit hoch erhobenem, stolzem Haupt auf die Straße und sah, wie Draco lässig an der gegenüberliegenden Wand lehnte. Er hatte ein Bein angezogen und die Arme vor der Brust verschränkt, so stand er sehr leger und entspannt da. Er hatte den Kopf schief gelegt und sein, durch den Schnee noch weißer erscheinendes Haar, wurde vom Wind leicht in sein Gesicht geweht!

Ein Gesicht, wie man es selten bei den maskenhaften Malfoys sehen durfte. Ein schrecklich dreckiges Schmunzeln lag in seinen Mundwinkeln, auch seine Augen leuchteten belustigt als er mich in Person erblickte! Das Schmunzeln wurde zu einem strahlenden Grinsen und seine Gestalt erzitterte von unterdrücktem Gekicher. Dieser belustigte und erheiterte Anblick, den Draco bot, brachte mich unglaublich auf die Palme. Wo war das Mitleid oder sonst irgendwas? Auch war ich empört, der Kerl hatte es gewagt mich, mich beim Sex heimlich zu beobachten, das war absolut indiskutabel. Ich schritt wie eine Furie auf ihn zu, was ihn sehr zu belustigen schien. Haha, ich schmeiß mich gleich weg, Frettchen!

„Hallo, na alles gut?“ fragte er kichernd.

„Sehr witzig Draco, hat dir die Show gefallen?“, schaute ich ihn finster an und trat mit wütend verschränkten Armen auf ihn zu.

„Na, na, so schlecht gelaunt? So wie du, ihr abgegangen seid, müsste dich die Befriedigung doch wie ein Kätzchen schnurren lassen!“, schnarrte er gespielt liebenswürdig.

„Witzig, es ist schön zu wissen, dass es dir so gut gefällt, dass ich den Professor zwischen meinen Beinen hatte!“ Mann, war ich schlecht drauf! Ich war wund, es war kalt und das hier war nicht lustig. Ich ging hier nichtsahnend Einkaufen und musste mich dann von einem wildgewordenen Professor überfallartig nehmen lassen und hatte mal wieder einen vollen Geldbeutel in der Tasche, bäh…

„Was hast du, es war doch nicht so schlimm?“, schaute er nun ernst fragend. „Ich… es sah aus als hättet ihr euren Spaß, wirklich!“

„Nicht schlimm, nicht schlimm! In welcher Welt lebst du eigentlich, Malfoy? Ich geh einkaufen, werde grob gepackt, in ein Zimmer gebracht und muss ficken, ob ich will oder nicht, ich war trocken! Okay, ich bin wund, er ist nicht zärtlich zu… zu Nutten ist er nicht nett!“, zischte ich ihm wütend und aufgebracht zu und sah beschämt zur Seite, denn ich dachte hierbei an unseren Kuss, der zwischen Snape und mir und dass ich mir fast sicher war, dass er zu Hermione anders wäre als zu Minna, nicht dass ich dachte er wäre hier zärtlich! Nein, das nicht, denn wie gesagt, Snape war niemals ein netter Mann, aber er würde sich darum sorgen, dass auch ich mein Vergnügen fände, daran glaubte ich fest.

„Und dann, um dem ganzen die Krönung zu geben, spielst du auch noch den Voyeur und lachst dir vorher einen Ast ab?“, meinte ich geschlagen und riss meine Hände in die Höhe „Hat es dich wirklich so erheitert, was du gesehen hast?“ So sah ich nicht, wie er sich von der Wand abstieß und mich in einer besitzergreifenden, vereinnahmenden Geste an sich zog und mich fest an sich presste. Ich ließ dies alles perplex über mich ergehen.

„Schsch, tut mir leid, ich wollte dich nicht verletzten, bitte glaube mir! Nur Severus' Anblick, wie er dich total fixiert hinter sich her gezogen hat, so triebgesteuert und noch nicht mal wissend, wen er da will, das war ein Bild für die Götter! Ich denke er will gar nicht sehen, dass du Hermione bist. Dann würde ihn nämlich wieder seine Moral packen und er müsste von dir lassen und so spielt er absichtlich auf blind, dafür kenn ich ihn zu gut. Aber umso erheiternder war sein Akt, dich so zu vereinnahmen! Das ist so ungewöhnlich für ihn, nur Vater lässt ihn manchmal derart die Fassung verlieren! Du musst ihm am Montag ganz schön zugesetzt haben, wenn er sich so überwältigen lässt, das sehe selbst ich wahrlich nicht oft! Und es beeindruckt, wie du das durchziehst! Verzeih mein Lachen, Liebling!“, hauchte er dabei entschuldigende Küsse auf mein kurzes, blondes Haar.

„Warum hast du zugesehen, ich, mir ist fast das Herz stehen geblieben!“, meinte ich nun traurig und vorwurfsvoll.

„Weiß nicht, es hat mich geritten, ich wollte es sehen, sorry, auch wenn ich sagen muss, es war eine denkwürdige Show! Am liebsten möchte ich dich auch einfach packen und nehmen, denn erregt hat es mich schon! Aber ich kann warten, ich habe dafür die Disziplin. Der richtige Zeitpunkt sollte es schon sein!“, flüsterte er mir leidenschaftlich in mein Ohr und ich legte meine Wange geschlagen an seine Brust.

„Es macht dir wirklich nichts aus? Ich kann das gar nicht glauben, mich so mit ihm zu sehen!“, wisperte ich ungläubig.

„Nun ja, was willst du hören, ich bin nicht wie andere! Ich weiß, wann man an manchen Situationen nichts ändern kann und bei Severus… ach, lass uns ehrlich sein, es ist nur Sex! Ich muss dir sagen, als Hermione würde es mir mehr ausmachen, denn da steht mehr dahinter… aber so, als diese Person, die ich selbst kaum kenne, stört es mich wenig. Ich bin ein Malfoy und am liebsten hätte ich mitgemacht und ich hab dir gesagt, ich bin nicht nett!“, kicherte er nun wieder verhalten in mein kurzes Haar und ich erlebte seine böse Seite, die wohl meiner nicht fremd war.

„Du bist unmöglich Draco!“, schlug ich ihn auf die Brust. Er fing meine Faust und küsste sie liebevoll „Ich, bei der Strafarbeit haben wir uns gestritten und dann hab ich ihn geküsst, so richtig, damit er endlich schweigt“, gestand ich leise, leckte über meine trockenen Lippen und blickte ihn unter meinen dichten langen Wimpern hervor taxierend an, nicht wissend wie er reagieren würde über mein Eingeständnis.

„Ich weiß, er hat es mir schon am nächsten Tag erzählt, um mir klar zu machen was für ein Flittchen du bist…“, gestand Draco gerade recht locker und ich zuckte etwas schockiert zurück über diese hinterlistigen Schlangen. Erstens Snape, der uns gegeneinander ausspielte und Dracos Gefühlskälte, es war erhellend.

„Was, oh diese Natter!“, fauchte ich erbost. Er rannte einfach zu Draco um zu petzen, dass ich, dass wir uns nahe gekommen waren und band dies Draco auf die Nase. Ich fasste es nicht, wenn ich nicht eh vorgehabt hätte es Draco zu gestehen, hätte es dieser vielleicht als Vertrauensmissbrauch aufgefasst. Aber nicht mit mir, werter Professor, diese Ehrlichkeitsspielchen konnte ich auch. Er entließ wieder ein lautes Lachen. „Das musst du noch üben, eine Natter, da freut er sich nur, wenn er das hört. Tja, wir sind halt Schlangen, vergiss das nicht, komm!“, überzog er mich mit Spott, aber dann zog er mir die Kapuze in mein Gesicht, schlang seinen Arm um meine Schulter und ging mit mir gemächlich Richtung Schloss.

„Ich hab mir gewünscht, er würde mich küssen, während wir, na du weißt schon!? Er kann gut küssen!“, erzählte ich ihm leutselig. Wenn er so über mich lachen konnte, musste er da jetzt durch, außerdem war dies meine wenig subtile Rache, dass er die Frechheit besessen hatte sich so über mich zu amüsieren.

„Hey und was willst du mir damit sagen, ich kann viel besser küssen und das was er da abgezogen hat, kann ich schon lange und glaub mir, viel besser!“, meinte er hochnäsig. Ich würde ihm ja jetzt gerne widersprechen.

„Ja, also Draco, dass du besser küssen kannst… mhm, dazu kann ich nichts sagen, vielleicht solltest du Snape selbst mal so küssen und dir dann deine eigene Meinung bilden. Er küsst ganz anders als du, aber bist du wirklich besser, das kann ich nicht sagen!“, zuckte ich eiskalt mit meinen Schultern. Der Gute brauchte auch mal einen Dämpfer. „Und dazu wie du im Bett bist, dazu kann ich nun wirklich keine Stellung beziehen, vielleicht sollten wir Pansy fragen?“

„Versuchst du mich herauszufordern!“, knurrte er tief und zog mich noch fester an sich, wirkte aber nicht wirklich böse mit mir.

„Nie, Draco!“, meinte ich nicht ganz ernst und verzog leicht die Mundwinkel. Er konnte schon lustig sein, in seinem Malfoystolz.

„Das ist auch besser!“, zog mich noch näher an seine Seite und hauchte einen Kuss auf den Scheitel meines heute blonden Haares.

„Hey, Draco! Warte auf uns!“, hörten wir da plötzlich hinter uns. Er ließ mich nicht los, hielt mich aber immer noch nah an seinem Körper, drehte seinen Kopf, dann aber sah er schnell zu mir und raunte: „Auch wenn's weh tut, werde wieder Abraxina!“

„Äh, wer?“, meinte ich perplex, auf seine Forderung.

„Also die, die du geworden bist damals im Gemeinschaftsraum!“ Da verstand ich und begann mich rasch zu verwandeln. Die anderen waren noch etwas entfernt. Die Schmerzen waren wieder heftig, aber eine gute Übung, deshalb wollte ich nicht jammern und als ich fertig war fragte ich ihn: „Abraxina? Wie kommst du auf den Namen?“, da schlug er meine Kapuze nun ganz zurück um meine Verwandlung zu studieren und ja, auch sie zu bewundern wie mir seine grauen Augen erzählten.

„Mein Großvater hieß Abraxas! Ich würde, wenn ich mal eine Tochter bekomme, ihr diesen Namen geben und du siehst ja so auch aus wie eine Malfoy“, kam es erklärend von ihm. Wow, Draco konnte überraschen.

„Danke, dass du dir für meine Tarnungen Namen ausdenkst! Wurde dein Opa, nach den Abraxas-Pferden benannt?“, fragte ich neugierig. Die Slytherins um Zabini, Nott, Crabbe und Goyle hatten uns erreicht, aber Draco beliebte es, sie erstmals zu ignorieren, was diese wortlos akzeptierten und einen gewissen, höflichen Abstand hielten.

„Wie immer korrekt, ja, sein Vater hat unsere Abraxas-Pferdezucht eröffnet. Er liebte diese Tiere, so dass er seinen Erstgeborenen danach benannte“, erklärte Draco versnobt und das konnten echt nur Malfoys bringen. „Wie gefällt dir der Name?“, schmunzelte er verschmitzt.

„Schön, er passt zu einer Malfoy“

„Ich wusste doch, dass du die richtige Einstellung hast“, grinste er nun erfreut und drückt mir fröhlich die Lippen fest auf den Mund und dass vor den anderen, die in unser Nähe waren und uns beobachteten. Er wurde fordernder, er verleibte sich meine Lippen immer begieriger ein, was mir ein leises Stöhnen entlockte. Vor allem kam es mir so vor, als wollte er das was Snape nicht getan hatte richtig machen und nach meiner Ansage auch meine Unterstellung widerlegen. Unser heißer Kuss ließ, wie wir hören konnten, die Slytherinjungs blöd lachen, aber das war uns egal und wir überhörten es. Wir fuhren alle plötzlich herum, da wir etwas anders hörten und wahrnahmen.

„Bäh, das ist ja widerlich. Malfoy betreibst du jetzt schon Inzucht? Die sieht ja aus wie du!“, kam es verachtend und mit viel Abscheu in der Stimme von Ron, der sich mit Harry, Neville, Dean und Seamus uns nährte.

„Kennen wir die überhaupt?“, meinte Dean verächtlich und nun traten die Schlagen von hinten nah an mich und Draco heran, flankierten uns schützend. Es war ungewohnt, auf der anderen Seite der Anfeindungen zu stehen und zu erleben wie es war wenn Harry und die Gryffindors einen derart gehässig anstarrten. Aber Ron, reiß deinen Mund nicht so weit auf, wenn du dieses Thema ansprichst könntest du böse auf die Nase fallen, dachte ich grimmig, beim Gedanken an die Twins, aber ich verharrte stumm. Draco hielt mich immer noch fest im Arm und starrte verabscheuend auf die fünf Gryffindors.

„Ach, Wiesel du bist doch nur eifersüchtig, dass ich so was in den Armen halten kann und du nicht! Wer will dich schon, glaub's mir, niemand!“, spuckte Draco überheblich aus und erntete fiese Lacher von seinen Jungs dafür, etwas was Ron die Röte in die Wangen trieb.

„Bilde dir doch nichts ein, Malfoy, das hab ich nicht nötig, solche Nutten wie die, die es bei euch in eurer Grube gibt!“, fauchten sie, alles klar, bei diesen Worten versteifte ich mich, da sie mir das vorhergehende Geschehen nur allzu deutlich ins Gedächtnis riefen, was mir unangenehm war und der Beutel mit Gold wog nur noch schwerer in meiner Tasche. Draco fühle natürlich wie ich in seinen Armen reglos verharrte und verzog angesäuert die Mundwinkel nach unten. Ich glaube, Ron trieb ihn mal wieder auf die Palme, da er mich doch gerade vorher so effektiv von den Erlebnissen im Eberkopf abgelenkt hatte.

„Wo ist euer Mudblood?“, hisste er auf und schon zuckte ich wieder leicht, als er mich ins Spiel brachte, was dazu führte, dass er sich meinem Gesicht zuwandte und mir rasch einen kurzen Kuss auf den Mund hauchte, worauf einige überraschte Gesichter auf beiden Seiten erschienen. Niemand hatte an mich gedacht, als er mich sehr absichtlich ins Spiel gebracht hatte. Dann blickte er wieder verschlagen zu der Gruppe der Löwen und legte jetzt erst richtig los, denn die Gryffindors blickten sich irritiert an, was ich mit der Sache zu tun hatte.

„Und solltest du dir Hoffnungen machen, dass du sie jemals in den Armen halten könntest, muss ich dich leider eines Besseren belehren, Mudbloods stehen nicht auf Rot!“, kam es böse von Draco und damit schockte er mich. Was sollte das, er sollte nicht so was sagen, er würde uns noch verraten, was ritt ihn, wo war seine verdammte Eifersucht wenn es um Snape ging? Da lachte er sich krumm und bucklig. Aber bei Ron und Harry tickte er aus und wurde zu einer Zeitbombe.

Die Angesprochenen waren erst mal so sprachlos von seinen Worten und wie er mich immer noch vor ihren Augen provozierend liebkoste, dass sie noch nicht auf seine Unverschämtheiten eingingen.

„Das gefällt dir, oder?“, fragte ich ihn flüsternd, was die Schlangen um uns rum auch verstanden. Ich meinte, Draco fand immer den Punkt der weh tat und dann bohrte er mit seinem Finger ohne Wenn und Aber darin herum. Er war wahrlich nicht nett!

„Ist doch zu komisch, nicht? Schau dir ihre verblödeten Gesichter an, da spricht nicht unbedingt Intelligenz heraus!“, meinte er leise. Harry schien sich gefangen zu haben und wusste nun seine Stimme wieder einzusetzen.

„Nenn Hermione nicht so, du Frettchen!“, rief Harry aufgebracht und wütend. „Und was glaubst du überhaupt zu wissen, du weißt gar nichts!“, brauste Harry richtig bitterböse auf.

„Warum? Ich weiß nicht, sie kommt mir nie so vor, als würde ihr es etwas ausmachen, dass ich sie so nenne? Und ich weiß mehr als du!“, spielte er darauf an, wie wir uns immer nannten.
Oh, Himmel! Draco konnte so unmöglich sein, aber seine Art brachte mich doch zum spöttischen Kichern. Wo er Recht hatte, mir hatte es schon immer weniger bedeutet als Harry und Ron, die sich bei dieser Beleidigung immer erst so richtig schön hinein steigerten.

„Das findest du lustig, oder was? Wenn dieser aufgeblasene, arrogante Wicht andere Menschen diskriminiert und beschimpft!“, echauffierte sich Harry über mein Amüsement und sah wütend zu mir. Seine Augen blitzten unheilverkündend hinter der runden Nickelbrille auf. Ach, Harry, wann lernst du es endlich, dass Hermione keine Hilfe braucht? Aber es war sehr lehrreich auch mal diese Perspektive zu erleben, denn ich musste zu meinem Unmut erkennen, dass nicht die Slytherins diese Konfrontation gesucht hatten, sondern wir, die guten Gryffindors und das nur, weil Draco und ich uns geküsst hatten. Bis jetzt hatte auch noch keiner der Slytherins ein Wort von sich gegeben, bis auf Draco. Und leider musste ich auch einsehen, dass wir ihnen in Sachen Giftigkeit und Bösartigkeit in keiner Weise nachstanden. Seien wir ehrlich, wir nahmen uns alle nichts.

„Sprich nicht mit ihm Liebling, er ist deiner unwürdig!“, kam es eindringlich und absolut blasiert von Draco und wie mich dann auch noch seine sturmgrauen Augen ansahen, meinte er dies zweideutig. Er mochte es immer noch nicht wenn mir Harry nahe kam! Ich verstand ihn gerade gar nicht aber wenn sein Patenonkel mir das Hirn rausvögelte bekam er einen Lachanfall, aber wenn Harry mit etwas ins Ohr flüsterte, sah er Rot, Malfoy musste man heißen. Das Schlimmste war, dass ich damit leben konnte. Mittlerweile hatte ich mich so verändert, dass ich damit ganz ehrlich leben konnte. Meine Moral ließ das zu, ich konnte damit sogar sehr gut leben, zu was machte das mich? Aber die jungen Männer forderten wieder meine Aufmerksamkeit und so wandte ich mich wieder dem Geschehen zu.

„Verbietest du deinen Frauen den Mund, mal schauen wie lange die sich das gefallen lassen? Wie kannst du nur so was mögen?“, kam es giftig fragend von Ron, welcher einen ungesunden Rotton angenommen hatte. „Wer ist hier unwürdig, wer kriecht vor anderen auf allen vieren am Boden?“, meinte nun auch Harry doppeldeutig in seiner Anspielung auf Dracos Vater, wenn dieser als Death Eater vor dem Lord stand.

„Ach, stimmt ja, ich hab vergessen, dass euer Mudblood nie den Mund halten kann“, schmunzelte er nun gehässig und ich rammte ihm heimlich den Ellenbogen in die Seite. Hey, das war gemein, was ihn dazu brachte mir von oben herab ein dreckiges Lächeln zu schenken, welches mich die Augen verdrehen ließ. Ich durfte echt nicht vergessen, ich hatte es hier mit einem Malfoy zu tun. Anders als meine Jungs, die sich hineinsteigerten und ärgerlich und wütend waren, schien dies Draco nur irre zu belustigen und seinen Humor zu treffen, den er dann auch noch tiefschwarz auslebte. Es würde mir vielleicht niemand glauben, aber dieser Mann war lustig, lachte viel und gerne aber halt immer versteckt und war mit einem sehr eigenwilligen, dunklen und trockenen Humor gesegnet. Musste ja auch unweigerlich so kommen, wenn man Snape seinen Onkel schimpfte.

„Wer bist du überhaupt? Hab dich noch nie in Hogwarts gesehen!“, kam es keck von unserem schwarzhäutigen Dean und ich konnte seinen abtastenden Blick sehen und dass ihm durchaus gefiel was er sah, was auch immer er gegenteiliges sagen wollte.

„Das glaub ich euch sogar, dass ihr nichts wisst und nichts seht und nun verzieht euch! Ihr seid hier nicht erwünscht. Geht zu eurem heißgeliebten Mudblood“, werte Draco hochmütig ab und wedelte zu ihnen, als würde er lästige Mücken verscheuchen.

„Was bildest du dir überhaupt ein wer du bist, dir gehört nicht alles Malfoy, wir können so lange bleiben wie wir wollen!“, trat Harry ein paar Schritte demonstrativ auf uns zu.

„Das stimmt nicht, mir gehört schon alles was wichtig ist!“, machte er mir ein großes Kompliment und fuhr mit seiner Hand besitzergreifend in meinen Nacken, um mich dort sanft zu packen. Der Mann war unglaublich, er liebte die großen, provokanten Darbietungen. Selbst seine Slytherins um uns herum zogen bei dieser seiner Aussage die Luft scharf ein, da er eine Aussage getroffen hatte, die nicht ohne war. Da wurde mir doch warm ums Herz, wegen vorhin und die Schlangen wussten wer ich war, nach meinem unvergesslichen Auftritt in ihrem Gemeinschaftsraum. Draco hatte mir mal erzählt, dass sie mich „Untouchable“ nannten, weil Draco mich in seiner Ansprache vor seinem Haus zur „Unberührbaren“ gemacht hatte. Dass er dies aber auch nun vor Hausfremden zugab, war für die Jungs in unserem Rücken wohl echt überraschend.

Und für mich selbst auch, da ich mich noch immer fragte was Draco in mir sah, dass er diese Bindung, diese Beziehung mit mir suchte und einging! Aber es freute mich und ich war nicht der Typ, der dies von sich aus zerpflückte, aber interessant fand ich es selbst schon. Blaise, Nott und Co. mussten aufpassen, dass ihnen ihre Augen nicht rausfielen, auch die Gryffindors sahen recht bedröpelt drein.

„Danke Draco, du kannst so ein Charmeur sein, wenn du willst! Wollen wir weiter? Der Kindergarten langweilt mich!“, entgegnete ich versnobt, einer reinblütigen Malfoy würdig. Ich wollte weg von den Löwen, die Lage spitzte sich zu.

„Wer bist du? Eine Malfoy?“, kam es misstrauisch und nun kam Harry noch näher.

„Was geht's dich an Potter?“, fragte Draco kalt.

„Bei dir und deinesgleichen, muss man immer aufpassen!“, zischte Harry absolut aufgebracht.

„Potter, bist du leicht paranoid? Ich gehe hinauf zum Schloss!“, und machte eine theatralische Geste.

„Mit einer nicht befugten Person, wer sagt uns, dass sie kein Death Eater ist?“, warf Harry argwöhnisch ein.

„Das ist mir zu blöd, kommt!“, befahl Draco und wie auf Kommando setzte sich unsere sehr schweigsame Gruppe in Bewegung. Harry zog daraufhin seinen Zauberstab und richtete ihn ostentativ auf uns. Ich war schockiert, war er sonst auch immer so unbeherrscht und angriffslustig? Arme Slytherins sollten sie immer so von uns angegangen werden, obwohl sie sonst auch nicht unschuldig waren?

„Sag mal Potter, was willst du?“, verdrehte Draco nun genervt über so viel Heldenmut seine Augen, während sein Gefolge, so wie alle Löwen, nun rasant ihre Stäbe gezogen hatten, nur Draco und ich nicht.

„Du wirst niemand Fremdes ins Schloss schleusen. Das lasse ich nicht zu!“, sagte Harry bestimmt. Also manchmal konnte Harry echt heroisch sein, meinte selbst ich abwertend und schüttelte dabei leicht mein weißblondes Haupt, da könnte man sich fast fremdschämen.

„Abraxina, Liebling, weißt du jetzt, was ich dir versuche die ganze Zeit klarzumachen, Potter und Co. sind solche Idioten, dass es weh tut“, erklärte Draco ganz nüchtern, trocken und sachlich und machte es damit nicht besser. So blickte er mich verzweifelt an, was mich meine Lippen aufeinander pressen ließ, da ich kurz vor einem hysterischen Lachanfall stand.

„Es gibt niemanden, der in der Schule so heißt“, ließ nun Neville verlauten.

„Schick Zabini und Co. weg, sie sollen gehen, ich will nicht, dass wenn wir weg sind, die Gryffindors sie sich schnappen und über uns bzw. mich ausfragen!“, flüsterte ich schnell. Ich hatte einen Plan und wollte uns wegapparieren und über den Geheimgang wieder nach Hogwarts gelangen um diesen Unsinn zu entgehen.

„Befiehl du es ihnen, sie werden jedem deiner Befehle Folge leisten“, meinte er generös, während Harry und Ron erregt diskutierten wie sie uns aufhalten sollten. Ich wandte mich an unsere Bodyguards.

„Ihr geht schnell ins Schloss, wir wollen nicht, dass sie euch hier so in der Überzahl in die Finger bekommen…“ Da unterbrach mich Zabini besorgt: „Aber was ist mit euch?“

„Nur keine Angst, Draco und ich apparieren, sobald ihr weg seid“, zeigte ich ihm ein typisches Malfoylachen „Geht jetzt!“, befahl ich leise aber strikt und sie nickten mir gehorsam zu und wollten sich gerade abwenden.

„Weißt du, dass es mich total scharf macht, wenn du so bist!“, flüsterte er so nah an mir, dass sein mich streifender Atem mir eine Gänsehaut bescherte. Die Slytherins zogen sich langsam und unauffällig zurück.

„Hey, die Giftschlangen wollen abhauen!“, rief da auch schon Seamus und deutete aufgeregt zu uns rüber.

„Ach, verlassen dich deine ach so treuen Schlangen, was für Angsthasen!“, meinte Ron gehässig zu uns, was Draco abfällig schnauben ließ.

„Da ihr uns jetzt unterlegen seid, redet, was plant ihr?“, kam es fordernd von Harry und er baute sich drohend vor uns auf.

„Potter du lernst es nie, nicht immer alles ist so wie es scheint!“, meinte Draco doppeldeutig. Wir sollten mal wieder über Pech oder eben Glück reden, denn Zabini und Co waren noch immer im Hintergrund zu sehen, als sich mit raschen Schritten eine Gestalt mit aufbauschenden Roben nährte. Und glaubt mir eins, diesen Menschen wollte oder konnte ich jetzt grad wirklich nicht gebrauchen, aber wie gesagt, Glück muss der Mensch haben. Am liebsten wäre ich in Tränen oder lautes Gackern ausgebrochen. Reichte es nicht schon von Harry und meinen Hauskameraden angegiftet zu werden, nein, musste Snape jetzt auch noch zu unserer Rettung eilen? Mein Kopf sackte ergeben nach vorne und Draco zog mich beschützend in seine Arme, aber dank dieser Nähe konnte ich fühlen, dass er dies alles sehr genoss und schon wieder versteckt lachte, da seine Brust vibrierte. So ein Witzbold war nicht leicht zu ertragen. Gut, auch ich musste zugeben, dass das alles hier eine gewisse Ironie beherbergte.

Zabini, Nott und die beiden Dicken stellten nun auch ihren Rückzug ein und kamen wieder zu uns und wir konnten sehen, dass Snape nicht alleine kam. Parkinson und Bulstrode waren in seinem Windschatten hinterher gelaufen.

„Wir haben gesehen, dass die Idioten euch bedrohen und haben den Professor geholt“, meinte da auch schon Parkinson eifrig. Sollte man bei so was danke sagen, eigentlich wohl schon. Nur war mir grad eher danach sie zu verdreschen, da ich mich jetzt wieder, nur diesmal für ihn erkennbar, als Hermione mit ihm auseinander setzen musste.

„Was geht hier vor, Mr. Potter?“, donnerte er auch schon daher.

„Das sollten Sie Malfoy und Co. fragen, sie wollen eine Fremde nach Hogwarts einschleusen und wir haben sie aufgehalten!“, meinte Harry so idiotisch selbstherrlich, dass sich mir der Magen umdrehte und seine Jungs nickten ganz aufgeregt und zustimmend. Snape wandte sich damit uns Slytherins forschend zu und fand mich in den Armen Dracos, der mich nun etwas freigab, auf dass mich Snape in Augenschein nehmen konnte. Und natürlich trat sofort missbilligendes Erkennen in seine Augen. Ich konnte ein amüsiertes Funkeln in seinen Augen lesen, ihm entging die Komik der Situation ebenso wenig wie Draco, der nun Snape anstrahlte. War ja auch zu lustig, ich, Hermione Granger, löste dieses Chaos aus und stand dabei auf der falschen, der bösen Seite.

„Schön, dass Sie da sind Professor Snape, diese Idioten von Gryffindor erkennen Abraxina nicht und bedrohen uns, helfen Sie uns bitte, Sir!“, kam es nun so unbeschreiblich schleimig von Draco. Ich sollte mich und alle anderen hier bei einem Theaterkurs anmelden, da gehörten wir alle hin, beschloss ich für mich. Snapes dunkle Brauen erreichten fast seinen Haaransatz, als er den Namen hörte, den mir Draco aufs Auge gedrückt hatte. Er musste wissen, welche Bedeutung er hatte, so nahe wie er den Malfoys war.

„Tja, Potter, Sie und Ihre Freunde sind ausgemachte Idioten, was fällt Ihnen ein diese Slytherins zu bedrohen, Abraxina komm her!“, befahl er da plötzlich und ich blickte schockiert zu Draco. Ich wollte nicht jetzt schon wieder in Snapes Händen landen, und Draco wusste, das hatte er sehr wohl gespürt, dass ich heute eigentlich genug Snape gehabt hatte und so glitt seine Hand beruhigend zu meiner, hielt mich an ihr fest und trat mit mir neben den Professor.

„Sie wünschen, Sir?“, hauchte ich.

„Würden Sie diesen Schülern erklären, warum sie Sie nicht kennen“, schnarrte er ölig und schien die Situation mehr als nur zu genießen. Dieser Mann war ein Sadist.

„Natürlich Sir, ich gehe nicht auf diese Schule. Ich beehre Durmstrang, wo die Weihnachtsferien früher anfangen. Ich besuche Draco, dank Ihrer großzügigen Erlaubnis, Sir“, log ich das Blaue vom Himmel, dies war das erstbeste, das mir einfiel, aber das mit den Ferien wusste ich mit Sicherheit, dank Victor. Ich wusste auch, warum mir der Professor die Erklärung überlassen hatte, da er keine Ahnung hatte was Draco und ich allen anderen erzählt hatten und er wollte unser Lügengebilde nicht mit vorschnellen, eigenen Erfindungen zerstören, er war schon sehr gewitzt. Wir aber auch. Aufgrund dieser Aussage schauten, Harry und Ron, mit ihrer auf einmal recht blassen Haut, recht ungesund aus.

„Aber… aber…“, stotterte Ron nervös.

„Ja, ich bin ganz Ohr, Weasley, was meinen Sie? Denken Sie wirklich, das Schloss ist derart ungeschützt, dass Sie dessen Verteidigung übernehmen müssen?“, höhnte Snape gewohnt böse und erniedrigte die Jungs.

„Aber Malfoy hat sich verdächtig benommen“, kam die haltlose Verteidigung.

„Meine Herrn, niemand kann für ihre übertriebene Paranoia was. Dafür, dass sie in Hogsmeade, die Zauberstäbe gezogen haben, werden sie sich die nächsten Tage, bis zu den Ferien, ab acht Uhr bei Filch einzufinden haben und nun gehen sie irgendwo hin, nur aus meinen Augen, verstanden!“, zischte er genervt durch seine Zähne.

„Danke, Severus“, flüsterte jetzt Draco, als sich die geschlagenen Löwen mit eingezogenen Köpfen zurück nach Hogsmeade begaben. Nach dem Schock brauchten sie mit Sicherheit erst mal ein Butterbier.

„Abraxina? Spinnst du ganz Draco?“, wurde nun auch Draco von Snape getadelt.

„Warum, ich mag den Namen“, wehrte dieser ab.

„Aber du kannst doch nicht ihr den verpassen!“, und wedelte vor meinem Gesicht mit seiner Hand hin und her.

„Warum nicht?“

„Was tun Sie überhaupt hier, mit Draco…?“, flüsterte auch Snape, damit die Schlangen nichts hörten.

„Draco und ich wollten auch mal einen netten Tag in Hogsmeade“, bot ich an, war ja auch ein wunderbares Alibi für Minna. Mann, da musste ich ja fast aufpassen, dass ich nicht durcheinander kam.

„Mhmh, sie beide sollten besser aufpassen, wenn sie so etwas wagen!“, er richtete sich entschlossen auf: „Mr. Zabini, ach, sie alle, scheren sie sich ins Schloss“, scheuchte er uns jetzt aus dem Dorf und ging zurück, um seine Aufsicht wieder aufzunehmen. Nott, Zabinbi, Crabbe, Golye und die Mädchen begannen zu lachen

„Habt ihr Potter und das Wiesel gesehen, der Professor ist herrlich!“, meinte sie alle gehässig.

„Wir haben das gesehen, wie sie euch gestellt haben und haben dann den Professor gesehen und um Hilfe gebeten, ich hoffe, es war dir recht Draco?“, kam es vorsichtig und einschmeichelnd von Pansy, die hinter uns ging, dank unserer Mäntel wirkten Draco und ich wie eine einzige Person.

„Ich glaube zu wissen, dass Abraxina ihre Methode bevorzugt hätte, aber ich fand diese Lösung besser bzw. unterhaltsamer, gut gemacht Pansy“, lobte Draco. Ich konnte Bulstrode etwas flüstern hören:

„Glück gehabt, anscheinend ist er gerade gut drauf!“, kam es sehr erleichtert von dem dicklichen Mädchen. Was sich die wohl alle über mich und Draco dachten? Dann vernahm ich wieder Geflüster hinter uns, da die Jungs die Mädels einweihten und alles genau erzählten.

„War es schlimm?“, fragte nun Draco umsorgend.

„Nein, sonst könnte ich nicht immer am Unterricht teilnehmen, schlimm nicht, so kurz danach, unangenehm, das schon!“, gab ich ehrlich zu.

„Entschuldige, wenn ich dir zu nahe trete, aber wie hältst du Wiesel und Konsorten aus, ich würde mich versuchen selbst umzubringen!“, meinte Draco ernsthaft.

„Da scheinst du viel mit deinem Vater gleich zu haben!“, lachte ich nun spöttisch auf, in Anspielung auf Bellatrix und Lucius.

„Haha, lach du nur, wir Malfoys mögen es halt nicht von nervenden Idioten umgeben zu sein, können wir etwas dafür, dass wir so feinfühlig sind?“

„Sollst du mir jetzt leid tun?“, meinte ich kokett.

„Ja bitte“, bettelte er gespielt traurig. „Kommst du heut Abend zu mir?“, bat er weiter.

„Liebend gerne, aber ich hab noch viel vorzubereiten, nächste Woche sind die Ferien“, und entzog mich ihm leicht.

„Ach, da fällt mir noch ein, ich kann erst am dreiundzwanzigsten in die Winkelgasse!“

„Warum?“

„Weil am Abend davor der Weihnachtsball des Ministeriums ist und Vater will, dass ich daran teilnehme“, erklärte er geschäftig.

„Das sollte kein Problem sein, ich muss jetzt, nicht dass ich noch McGonagall so über den Weg laufe, die reagiert bestimmt anderes als Snape“, zog ihn zu mir und schmatzte ihm einen übermütigen Kuss auf, was die zwei Mädchen voll aus den Latschen kippen ließ.

„Bis dann, Liebling“, rief er und schon war ich appariert und lief die Geheimwege, um zum Turm zu kommen, dieser Tag fiel unter anstrengend, ich wollte mich nun wirklich hinlegen. Nachdem ich die Verwandlung rückgängig gemacht hatte, tat mir mein Gesicht so weh, da ich diesmal recht lang „Abraxina“ gewesen war, auf was für Ideen Draco so kam. Mein Bett rief laut nach mir.
Dracos Eröffnung, dass er zu dem Ball ging war überraschend.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 8:35 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Letztes Treffen der DA in diesem Jahr   Do Feb 09, 2012 1:08 am

Letztes Treffen der DA in diesem Jahr

Die folgenden Tage waren wie im Zeitraffer vergangen. Ich wandelte in Handschuhen und in einen dicken Wollschal gewickelt durch den Säulengang, mit der hohen Gewölbedecke und den gotischen Spitzbogenfenstern, die keine Glaseinsätze hatten und so den kalten und frischen Wind des Dezembertages einließen. Wo sich die Kerker feucht, dunkel und kalt zeigten, waren die oberen Stockwerke zugig, hell aber auch saukalt! Trotz allem genoss ich den Ausblick in den verschneiten Innenhof, der von seinen steinernen Gargoyles, die von den Dächern hingen, flankiert wurde und die mit ihren hässlichen, dämonischen Fratzen dem Wetter trotzten und den Innenhof bewachten.

Weiter hinten am Horizont konnte ich tiefhängende Wolken ausmachen, die den Highlands neuen Schnee bringen würden. Diese Winterlandschaft, in der alles so gedämpft und so still war, lud dazu ein, die letzten anstrengenden Tage Revue passieren zu lassen und sich die zukünftigen Schritte wohl zu überlegen. Ich lehnte an einem steinernen Fensterpfeiler und der Wind pfiff mir scharf ins Gesicht, rötete meine Wangen und trieb mir die Tränen in die Augen, aber ich genoss es so reine, klare Luft in meine Lungen einatmen zu können.

Dank des Raums konnte ich nun den Unsichtbarkeitszauber! Es war schön zu sehen, dass man mit harter Arbeit alles erreichen konnte, auch die Twins hatten sich in den Raum immer mehr verliebt und konnten diesen schwer anzuwendenden Spruch nun auch! Unglaublich aber wahr, sie hatten mit mir ernsthaft an der Umsetzung gearbeitet und waren voll konzentriert bei der Sache, kein Lachen kein Unsinn oder Unfug. Es war nicht einfach gewesen, da es genau wie beim Verwandeln in „Abraxina“, manchmal hatte Draco echt absurde Einfälle, große Konzentration brauchte, die Unsichtbarkeit aufrecht zu erhalten und auch wirklich komplett nicht sichtbar zu sein. Es war cool, vor einem Spiegel zu stehen und zu sehen, wie sich das Bild langsam verzerrte und dann von einem Augenblick zum Anderen nichts mehr zu sehen war, obgleich man wusste, dass man immer noch an derselben Stelle stand. Ja, ich liebte die Magie, mit all ihren Facetten.

Fred hatte auch noch immer damit Probleme es zu bleiben, dafür schweiften seine Gedanken dann doch viel zu oft in Sphären, in die ich ihm mit Sicherheit nicht folgen konnte. Als ich zurückdachte, wie auf einmal rote Haare und sonst nichts sichtbar geworden waren, lachte ich laut auf, was in dem Durchgang, in dem ich stand, dazu führte, dass es laut ein Echo gab. Seit vergangenem Sonntag hatte ich leider keine Möglichkeit mehr gehabt mit Draco zu reden. Und so hatte ich die Sache mit Snape und ihm unter erledigt gespeichert. Von mir aus, war die ganze Hogsmeade-Geschichte Vergangenheit, da, seien wir mal ehrlich, alles nicht so heiß gegessen wurde wie es gekocht wurde!

Wenn ich ein Drama daraus machen würde, würde es eines werden und wenn nicht, dann halt nicht! Also war es mir egal, dachte ich sehr kalt und sehr beherrscht. Das Einzige was mich noch immer fesselte, war die Einsicht, dass wir Gryffindors nicht so unschuldig an der Anfeindung zwischen den Häusern waren, wie wir uns immer darstellten. Ist schon erstaunlich zu sehen, wie sich die Sichtweisen ändern, wenn man auf der anderen Seite steht. Aber es war zu lustig, wie listig sich die Schlangen aus einer solchen Lage wanden, hingegen die Löwen mit ihren hitzköpfigen Temperament voll in die Falle des Jägers preschten, was sie manchmal etwas ungeschickt erscheinen ließ. Harry und Ron waren so aggressiv und verbohrt in ihrer Art, was sie leider wirklich nicht nett erscheinen ließ. Aber ich denke, da sprach auch sehr Rons Antipathie Malfoy gegenüber aus Harry!

Zumindest hoffte ich das für mich, denn wenn sich Ron in etwas verbohrte, konnte man sich seine Spucke sparen ihn vom Gegenteil zu überzeugen, aber bei Harry machte ich mir Hoffnungen, man erinnere sich an Harrys drittes Jahr, in dem er auch Sirius und Remus eine Möglichkeit zur Erklärung geboten hatte. Aber dies war Zukunftsmusik, so fern wie der Mond oder Jupiter? Ich wandte mich Wichtigerem zu, heute würde das letzte DA-Training in diesem Jahr stattfinden und morgen ging es in die Ferien. Ich hoffte Draco noch im Zug zu erwischen, da ich ihm nach seiner Offenbarung, dass er zum Weihnachtsball des Ministeriums ging noch was sagen wollte, oder eher musste. Ich drehte mich achselzuckend um und ging nun langsam weiter, nachdem ich die wunderschöne, verträumte Aussicht verinnerlicht hatte. Heute verspürte ich einen leicht melancholischen Anklang in mir.

Harry und die Weasleys würden am Grimmauld Place die Festtage verbringen und da schoss mir doch unweigerlich Sirius in den Sinn.

Sirius, wir hatten seit Monaten nicht mehr gesprochen, da es nach Umbridges Hand im Kamin zu keinem weiteren Gespräch mehr gekommen war, wollte ich überhaupt mit ihm reden? So in Gedanken hörte ich das Klacken meiner Schuhe auf den fast tausendjährigen, ausgetretenen Steinplatten laut widerhallen. Ach, was machte ich mir um Sirius Gedanken. Ich hatte andere Sorgen. Ich nährte mich dem Raum der Wünsche, heute würde eine Wiederholung aller Zauber stattfinden. Expelliarmus, Stupor, Protego und die Ersten würden zeigen wie, oder ob sie den Patronus hinbekamen. Da Harry den Mitgliedern Futter für die Feiertage mitgeben wollte, um ihrer Neugierde zu erhalten. Dies würde lustig werden, aber da war auch so eine Sache, die mir Sorge bereitete, mein Patronus. Wenn Harry, Ron und Ginny nicht an plötzlich auftretenden, schwerem Gedächtnisverlust litten, würden sie meine Elster erkennen als die, die damals in der Küche der Blacks aufgetaucht war und das würde wiederum zu unangenehmen Fragen führen und so plante ich, so gut wie unsichtbar zu werden, sollte wir zu dieser Aufgabe schreiten.

„Hermione, du kommst spät!“, sagte Harry aufgeregt und drehte sich zu mir. Trotz seiner Schuluniform konnte man erkennen, dass er erwachsen wurde und die Schlaksigkeit der kleinen Jungen verlor.

„Sorry, ich, die Bücher, sind schon alle da?“ und legte Schal, Handschuhe und Mantel sorgsam ab.

„Ja, ich denke schon, aber gut, dass ich dich so erwische. Ich will mit dir den Patronus vorführen!“, meinte er und ich fiel aus meiner glückseligen Wolke, die bisher meine Stimmung gewesen war.
Halt!

So war das nicht geplant gewesen, wenn Harry zu diesem Stoff kommen wollte, sollte ich doch nicht in der ersten Reihe stehen, sondern ganz weit hinten, oder halt irgendwo anders nur halt nicht da, wo die Blicke aller auf mir waren! Also, ich fang gar nicht mehr mit dem Glück an, da könnte ich seit den Sommerferien wohl eine Abhandlung schreiben und würde darüber nicht glücklich werden, seid euch da mal sicher!

„Na, komm schon, die anderen können es gar nicht abwarten!“, rief Harry total aufgedreht und fischte nun nach meiner klammen Hand und zog mich unbarmherzig in die Mitte der Trainingshalle. Um uns bildete die DA einen Kreis und ich durfte die erwartungsfrohen Mienen unserer Mitglieder sehen, in denen sich Vorfreude und Aufgeregtheit vermischte, nur Fred und George warfen mir leicht besorgte Blicke mit ihren braunen Augen zu. Ich hielt nun den braunen Stab in meiner Hand und atmete tief durch. Ich würde es tun, mal gucken und dann würde ich mich dem Geschrei stellen, nahm ich mir fest vor. Hey, ich konnte dem Tod ins Antlitz blicken, dann sollte ich es auch mit wild gewordenen Weasleys und einem aufgebrachten Harry aufnehmen können, sprach ich mir Mut zu.

„So, meine Lieben, der Patronus ruft einen Schutzherrn in Form eines Tieres hervor, der euch vor Dementoren oder Lethifolds, aber die sind zu vernachlässigen, schützt! Es ist die große Kunst einen gestaltlichen Patronus hervorzubringen, da bei vielen nur ein weißer, leuchtender Nebel erscheint, der auch kurzzeitig schützt, aber nicht ausreichend!“, erklärte Harry ausführlich und drehte sich einmal im Kreis, um die Aufmerksamkeit seiner Schüler zu testen. Ich fühlte mich in dem geschlossenen Kreis leicht, aber wirklich nur minimal, bedrängt.

„Jetzt kommt das Schwerste! Wie erschaffe, ich den Zauber „Expecto Patronum“! Dafür braucht ihr die Kraft einer wirklich tiefgehenden, sehr starken, sehr glücklichen Erinnerung. Und da kommt das Problem, ihr müsst dieses Glücksgefühl auch schaffen in einer furchterregenden Gefahrensituation aufrecht zu erhalten, und das ist sehr, sehr schwer!“, blickte er nun ernst in die Runde und wurde von erregten Gesichtern angestarrt. Ich starrte auch, aber aus anderen Gründen!

„So ist, wie gesagt, nur der gestaltliche Patronus in der Lage, ein oder mehrere bedrohliche Wesen zu verjagen. Und nun hab ich genug gesagt, ich kann sehen wie ungeduldig ihr darauf seid, zu erfahren wie euer Tier aussieht, aber bitte, seid nicht enttäuscht, auch ich habe lange gebraucht, bis ich diesen Zauber beherrscht habe und um den Patronus zu erzeugen und zu erhalten, braucht ihr viel Konzentration!“ Er trat nun zurück und auf mich zu.

„Auf drei, Hermione!“, sagte er auch da schon entschlossen.

„Aber Harry, wie kommst du darauf, dass ich diesen Zauber auf, ad hoc könnte?“, raunte ich ihm abwehrend zu.

„Ich bitte dich, Hermione! Denkst du ich bin beschränkt, sag mir nicht, dass du nicht oft hier in diesem Raum bist und übst, wie verrückt…“, murmelte er zu mir gebeugt und zeigte seine Zähne. „Dafür kenn ich dich zu gut, ich platze fast vor Neugier, welches Tier du hast!“, sagte er verschworen. Bei seiner Aussage schluckte ich etwas sehr Saures meine Kehle hinunter und schenkte ihm ein unechtes Grinsen.

„So, auf geht’s“, meinte er jetzt nur und zog seinen Phönixstab und rief laut und deutlich „Expecto Patronum“ und wir alle konnten dabei zusehen, wie sich ein riesiger, weißer Hirsch mit einem beeindruckenden Geweih aus der Spitze von Harrys Zauberstab materialisierte und daraus hervorbrach, wunderschön anzusehen und in dem Raum herum galoppierte.

„Wow“, „Toll“, „Kann ich auch so was“, „Ist der schön“, „Wie wohl mein Tier aussieht?“, dies waren die Ausrufe, die im ganzen Raum erschallten, als Harry seinen Zauber erfolgreich vorgeführt hatte.

„So Hermione, du bist dran!“, sagte er gespannt und drehte sich mit einem fröhlichen Gesichtsausdruck zu mir um. Ich gab mich mal wieder geschlagen und ergab mich in mein Schicksal, konzentrierte mich und griff nach meinem glücklichen Gefühl. Ich sah mich, als ich erfuhr, dass ich eine Hexe war, ich sah mich, wie ich meinen ersten und zweiten Zauberstab fand und ich sah, wie ich die ersten Zauber sprach und schon erfüllte und durchflutete mich ein unglaubliches Gefühl der Glückseligkeit, dass es für mich eine Leichtigkeit war, mir meinen Schutzpatron zu rufen.

„Expecto Patronum“, rief ich inbrünstig und konnte sehen, wie sich ein leuchtend helles Tier aus meinem Stab brach und aufgeregt durch den Raum tauchte. Alle blickten ehrfurchtsvoll zu meinem Tier. Ich und die Twins nicht weniger, da wir uns nachdem wir mein Tier angestarrt hatten, verständnislose Blicke zuwarfen. Hier vor uns glitt ein großer, silbriger Otter durch die Luft, der sich kringelte und verspielt seinen großen, dicken Schwanz jagte. Wie bitte, ich mein, was hatte ich mit einem Otter am Hut? Wo zur Hölle, war meine geliebte Elster? Mit der hatte ich mich identifizieren können, ich mein, seid bitte ehrlich, dieses Tier passte zu mir, aber ein Otter? Ich fühlte mich beleidigt, ein Otter!

Ich mein, das Tier an sich war putzig und süß, aber doch nicht mit mir zu vereinen! Bei meinem Glück, hatte ich jetzt auch meine Elster verloren, aber wie sollte das gehen? Ich kannte alles was in den Büchern über den Patronus stand und da wurde erklärt, dass große erschütternde Beweggründe gegeben sein müssen, dass ein Patronus die Gestalt wechselt. Und bei mir war nichts dergleichen passiert, abgesehen von Bole, Snape und Draco aber hey, ich mein Draco war eine Viper und kein Otter! Und ich mochte bezweifeln, dass Snape einen Otter als Patronus hatte, oder ich ihn mit so einem Tier in Verbindung bringen würde. Fledermaus, irgendeine Schlange, Kellerassel, Raubkatze oder was anderes Großes aber kein Otter und sonst hatte mich in letzter Zeit, keines meine Gefühle auch nur annähernd erschüttert und selbst die beiden Erwähnten, hatten mich nun nicht so aus dem Ruder gerissen, dass die Grundlage für eine Änderung vorlag.

„Boah, gut gemacht Hermione!“, „Gratulation“, „Du bist echt gut!“, „So ein süüüüßes Tier“, das waren die Kommentare zu dem gelungenen Zauber, aber die prallten an mir ab, da mich dieses Phänomen vor Fragen stellte, unbeantworteten Fragen und so was konnte ich ja gar nicht haben. In mir ratterte es, da war ein Computerlaufwerk ein Dreck dagegen. Auf der anderen Seite sollte ich froh sein, denn meine Elster hätte wie gesagt zu Fragen geführt. So lächelte ich dankend in die Runde, machte nach außen ein fröhliches Gesicht und ließ mir meine innere Zerrissenheit nicht anmerken.

Nun begann Harry den Unterricht und alsbald füllte sich die Halle mit einem leuchtenden Nebel der misslungenen Versuche der Mitglieder und die gerufenen Zauber erfüllten den Raum. Ich zog mich immer weiter zu den Twins zurück.

„Schönste, was ist mit der Elster?“, meinte da auch schon Fred und betrachtete seinen weißen Rauch etwas nüchtern.

„Wenn ich das wüsste, Leute, ich hab nicht damit gerechnet!“, meinte ich und schaute sie mit großen Augen an und auf einmal, packte mich einer rechts und der andere links am Oberarm und zogen mich in eine Nische, diese umschloss uns. Das alles ging so schnell, dass ich nicht mal blinzeln konnte und schon standen wir zu dritt in einem separaten, kleinen Raum.

„Was… was ist hier passiert?“, fragte ich. Beide ließen mich los und schlugen sich freudestrahlend ab.

„Schön, wenn wir dich auch mal überrumpeln können!“, kam es auch schon aufgedreht aber auch verschlagen von Fred.

„Wir haben nur zusätzlich zur Halle einen separaten Raum für uns erschaffen, wir haben mit dem Raum der Wünsche geübt und viel in der letzten Zeit über ihn herausgefunden, das ist so ein cooles Teil!“, erklärte George in einer verzückten Art, breitete die Hände aus und zeigte glücklich um sich. „Und wir haben uns gedacht, du könntest hier mal deine und auch unsere Neugierde stillen, was mit der armen Elster passiert ist?“, grinste er mich nun hinterlistig an. Und ich erwiderte es, da drüben so ein durcheinander herrschte mit dem ganzen Nebel, dass uns für die kurze Zeit niemand vermissen würde. Was sollte ich ohne die Twins machen, da wurde man doch richtig sentimental.

„Ich hab mir gedacht, ich mein… ich bin kein Spezialist auf dem Gebiet, aber liegt's vielleicht am Stab?“, fragte nun Fred und rieb sich überlegend am Kopf und brachte mich dazu ihn ruckartig anzusehen! Genau, war das die Erklärung, ich war bisher über diesen, diesen unsäglichen Otter so entsetzt gewesen, dass ich noch nicht die Möglichkeit gehabt hatte nachzudenken, könnte das die Erklärung sein?

„Die Überlegung könnte gar nicht so verkehrt sein!“, beschied ich ihm und zog nun meinen weißen Stab aus meinem unsichtbaren Halfter am linken Arm. Ich zielte und rief „Expecto Patronum“ und schon schoss aus meinem weißen Zauberstab mein gestaltlicher, leuchtender Patronus und flog in dem Séparée aufgeregt durch die Lüfte.

„Na, bitte! Ich finde die ja viel schöner als den Otter!“, kam es von beiden. „Sieht viel filigraner aus, aber warum, kannst du uns das erklären, Hermione, hast du zwei und ich krieg nicht mal einen hin!“, meinte nun Fred leicht sauer und starrte auf den Boden. Ich kicherte derweil erst mal erleichtert, war das ein schönes Gefühl, diesen kleinen Begleiter nicht auf dem Weg verloren zu haben. Sie passte so gut zu mir und nun dachte ich mal in Ruhe was ich von Ottern wusste und wofür sie standen, knabberte sinnierend auf der Lippe. Ja genau, sie waren erfinderisch, dynamisch, exzentrisch mehr fiel mir gerade beim besten Willen nicht ein.

„Oh äh, entschuldigt, war kurz in Gedanken. Ich freu mich nur so, ich mag meine Elster auch lieber. Ich denke mal, es hat mit den zwei Stäben zu tun. Der eine ist ein rein weißer Stab, hab ihn auch nie für die schwarze Magie hergenommen, aber mein richtiger Stab, dem ich mich richtig verbunden fühle, ist so ganz anders als der Braune, ich denke somit, dass sich die zwei Patroni erklären lassen!“, führte ich aus und überlegte weiter.

„Die meisten, die sich einen zweiten Zauberstab holen, haben immer einen ähnlichen zum Ersten, aber mein zweiter hat nichts mit meinem ersten zu tun, gar nichts. Ihr versteht und deswegen, werde ich wohl für jeden Stab einen Patronus haben, lustig aber ich denke die Elster ist stärker?“, und sah auf den weißen Stab in meiner Hand.

„Kann gut sein, sie war kräftiger, silbriger als der Otter, meinst du wirklich, es erklärt sich so einfach? Müsste dann nicht jeder, bei jedem Stab einen anderen Patronus haben?“, holte George erregt aus.
„Mhm, leider bin ich kein Zauberstabmacher und die halten ihre Erfahrungen und Erkenntnisse immer sehr geheim, aber ich glaube schon, wenn jemand bei seinem ersten Stab z.B. Buche und Einhornhaar hat und beim Zweiten Zeder und Einhornhaar, dürfte sich beim Patronus nicht viel ändern!“, und strich mir einige lose Strähnen in meinen Zopf.

„Das hört sich logisch an!“, stimmte mir George überlegend zu.

„Und nun schaut, der hier…“, und hielt meinen Brauen Zauberstab hoch „Weinrebenholz mit Drachenherzfaser, ein weißmagischer Zauberstab…“, steckte ihn weg und hob den Weißen hoch „…Weißdornbirke mit Thestralschweif, sehr schwarz, bei dem selbst der Hersteller geschaut hat, dass ein solch mächtiger und vor allem durch und durch schwarzer Stab mich gewählt hat. Ich denke bei so großen Unterschieden ist das nur natürlich.“ Und wog beide überlegend und abwägend in meiner Hand.

„Was ist an dem hellen Holz denn so besonders?“, meinte Fred und kroch nun fast in meine Stäbe.
„Es verträgt sich nicht mit hellen Materialien, weshalb es in die schwarze Magie gehört. Draco ist auf seinen Weißdornzauberstab auch total stolz, da sich weißes magisches Holz nur sehr mächtige Magier sucht“, erklärte nun auch ich sichtlich stolz.

„Cool, ich will auch einen zweiten!“, rief Fred da auch schon entschieden. „Ich will wirklich auch einen zweiten“, blickte er nun seinen Bruder bettelnd an, welcher gerade zu einer Antwort ansetzen wollte und so wie er schaute, keine positive, als ich auch schon unterbrach.

„Dann besorgen wir euch einen in den Ferien, wann kommt ihr eigentlich zu mir?“, fragte ich nach, wenn Fred einen wollte, dann sollten beide einen bekommen, Schluss und Aus, hatte ich entschieden.
„Am Tag nach Weihnachten, eher will Mum uns nicht zu Lee lassen, da dies das Fest der Familie ist!“, verdrehte George genervt die Augen.

„Gut, freu mich aber ich denke, wir sollten zurück, nicht dass unsere Abwesenheit auffällt“, kam es von mir besorgt. So nahmen mich die Twins wieder in ihre Mitte und Sekunden später waren wir wieder in der lauten Kulisse der schwer Übenden. Ich stand Fred und George nun mit Rat und Tat zur Seite aber es schaffte keiner nach dieser Stunde einen gestaltlichen Patronus zu Stande zu bringen. Als wir uns lautstark auf den Weg machten, in Grüppchen in unsere Gemeinschaftsräume zu kommen, lachten wir uns schlapp. Da wir sahen, dass Cho und Harry trödelten, die Twins machten schlüpfrige Scherze auf Harrys Kosten und Ginny schaute aus der Wäsche, als hätte man ihr Zitronendrops zu essen aufgezwungen. Wenn sie weiter so eine Grimasse zog, würde sie schon in jungen Jahren Falten bekommen. Nachts vor dem Kamin, der den Gemeinschaftsraum in ein warmes, gemütliches Nest verwandelte, kuschelten wir in unseren Sesseln und auf der Couch, und ich ergriff meine Chance Harry auszuhorchen.

„Na, erzähl Harry, was musstest du noch mit Cho besprechen?“, dabei strahlte ich ihn spöttisch an, wenn er mich zwingen konnte meinen gestaltlichen Patronus vor allen zu zeigen, konnte ich ihn mit seiner Liebelei aufziehen.

„Äh, äh, nun nichts…?“, kam es überzeugend von einem knallrot angelaufenen Jungen, der seine Augen verschämt nach unten richtete und sich unsicher durch die Haare strich, ja sicher Harry, ich glaube dir jedes Wort. Vielleicht sollte ich ihm Schauspielunterricht anbieten.

„Nun sag schon Kumpel, hast du sie geknackt?“, meinte Ron extrem sensibel, was Harry erst recht noch mehr verschüchterte, ich schickte einen finsteren Blick zu Ron.

„Ron! Nur ein Klotz wie du kann so sensibel sein, wie gut, dass bisher kein Mädchen die Ehre hatte von dir geknackt zu werden!“, giftete ich ihn an, also mal echt, geknackt, ich knacke gleich seine Birne.

„Wo denkst du hin Ron“, konnte man auch schon Harry leise vernehmen. „Ich und sie, wir haben uns noch unterhalten und sie… sie… ach, ich weiß auch nicht, sie hat auf einmal von Cedric angefangen und hat dann angefangen zu weinen…“, nahm er nun seine Brille frustriert ab und fuhr sich ernüchtert über die müden Augen und stöhnte auf: „Ich hab versucht sie zu trösten und da, da haben wir uns geküsst…“, brach er ab, dafür, dass es sein erster Kuss gewesen war, wie ich wusste, sah er aus wie ein Trauerkloß, nicht wie ein verliebter, junger Mann, der darüber glücklich war, dass ihn seine Erwählte küsste. Ich mochte dieses Mädchen nicht, nein, das stimmt nicht, sie war mir gleichgültig traf es schon eher, ich mochte ihre Art nicht mit Harry umzugehen bzw. ich mochte ihre gefühlsbetonte Art nicht. Ich mein, sie war schön, eine exotische Schönheit mit dem langen, schwarzen, seidigen Haar und ihrer zarten, asiatischen Figur, aber wenn der Charakter schwierig ist, dann hilft die ganze äußere Pracht nicht.

Ich mochte es nicht, wenn man so leidet, sich seiner Trauer so ergab, brachte eh nichts, war da meine Einstellung, ich war hier pragmatisch und ich meine Cedric war mir weder fremd noch unbekannt. Mich hatte es auch getroffen, aber ich weinte halt nicht und tat nichts bis wenig, so wie die gute Cho, ich tat mehr, aber Tränen brachten nichts… absolut nichts, außer, dass Harry traurig war für nichts und wieder nichts. Sah ich das Ganze zu hart? Weil ich ein Gefühlskrüppel war und zu solch leidenden Gefühlen nicht wirklich fähig war und schon gar nicht über so lange Zeit, stellte man sich mal vor, das Mädel müsste die Sachen alle erleben, die ich erlebte, die würde zusammenbrechen… oder schlimmeres. Ich wünschte Harry einen liebe, aber eine starke Persönlichkeit an die Seite, die brauchte er auch bei der Stellung, die er früher oder später würde einnehmen müssen und nicht so ein empfindsames Pflänzchen. Ja, da kamen die Pflanzen wieder ins Spiel, man sieht schon was für innige Gefühle ich für Cho hegte, unter Anbetracht wie gut ich meine Pflanzen hegen und pflegen konnte.

„Mann Alter, das ist echt nicht gut, oder?“, schaute Ron nur tröstend zu Harry.

„Ach, Harry! Mach dir nichts daraus, du bist nicht schuld, sie heult nicht wegen dir!“, erklärte ich aufstöhnend. Die blöde Kuh brachte es noch zu Stande, dass sich Harry Schuldgefühle einredete, in so was war er nämlich fulminant gut.

„Echt!“, schaute er hoffnungsvoll auf. „Meinst du wirklich, Hermione, oder sagst du das nur…?“, zweifelte er gleich wieder.

„Echt Harry! Cho ist ein sensibles, empfindsames junges Mädchen, das total überfordert ist und ich denke, selbst noch viel zu unreif für eine neue Beziehung ist. Sie mag dich, aber sie weiß, du brauchst starke Personen um dich und so ein Mensch ist sie nicht. Und darüber ist sie dann traurig und dann kommt ihr der Verlust von Cedric doppelt zu Bewusstsein!“, kam es sehr berechnend von mir, ich musste Harry die Augen öffnen, dieses Mädchen war nichts für ihn.

„Krass! Wenn das so ist, meinst du, sie ist über den Tod von Cedric immer noch nicht weg, ich mein nicht, dass es nicht schlimm ist… aber sie kann doch nicht ewig um ihn trauern, oder?“, sagte Ron mal etwas Gescheites und brachte Harry dazu aufzublicken.

„Richtig erkannt Ron, ich denke sie trauert immer noch um Cedric und natürlich würde sie den Reaktionen der anderen Schüler auch nicht standhalten, so gefühlsbetont wie sie ist.“

„Was meinst du?“, fragte Ron. Oh Mann!

„Was würden alle sagen wenn sie mit Harry zusammenkommt, der dabei war als ihr fester Freund umkam, hat einen schalen Beigeschmack, da bedarf es einer gefestigten starken Frau, die weiß was sie will und ich schätze Cho nicht so ein, tut mir leid, Harry!“, sah ich ihn traurig an und er schenkte mir ein schwermütiges Lächeln.

„Ach, Hermione. Ich denke, dass du Recht hast, mit allem auch wenn's weh tut, aber ich denke du hast Recht. Ich mein schon in der Vierten lief alles schief was schief laufen konnte und jetzt hat es wirklich einen, wie sagtest du? Schalen Geschmack! Es ist aber so schwer es zu akzeptieren, dass daraus nie was wird.“

„Tut mir leid, Harry“, klopfte ihm Ron mitfühlend auf die Schulter. Ich begann zu kichern, da ich die bedrückte Stimmung heben wollte, was mir erstaunte Blicke der beiden einbrachte.

„Was… ich bin mir sicher Harry, dass du den perfekten Deckel findest, hier gibt es viele schöne Mädchen und auch du siehst gut aus und hast gut Chancen, rede in den Ferien mit Sirius, was das weibliche Geschlecht angeht kann er dir bestimmt helfen!“, und ich wusste doch, dass das erwähnen von seinem Patenonkel Harrys Stimmung immer zu heben im Stande war. Und so begann er verhalten zu lachen: „Das ist ein hervorragender Vorschlag, danke euch beiden“, und umarmte uns innig. So gingen wir schlafen, aber es würde keine ruhige Nacht werden.
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