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 Kapitel 57-58

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queenie
Königin
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BeitragThema: Kapitel 57-58   Do Feb 09, 2012 1:36 am

Ministry of Magic and the Ball

Am nächsten Morgen, den 22ten Dezember, den ich mit einem langen Lauf willkommen hieß, welchen ich in der ländlichen Umgebung in Wiltshire aus tiefsten Herzen, trotz der klirrenden Kälte, genoss, machte ich mich auf die Lebensmittel zu besorgen.

Einkaufen! Konnte ganz schön schlauchen, war mein Resümee als ich mich vorsichtig, um mich nicht zu verbrennen, in die alte, filigrane Badewanne hineingleiten ließ. Ich hatte Öle und Kräuter als Badezusätze beigeführt, was die Haut besonders weich und wohlriechend machen würde. Heute Abend wollte ich perfekt aussehen und das Herausputzen würde den ganzen restlichen Tag in Anspruch nehmen. Ich cremte mich mit einer verführerisch duftenden Bodylotion ein, ich hatte extra eine sehr teure erworben in der auch Ambra verwendet wurde, lackierte meine Finger- und Fußnägel in einem leichten dezenten Rosé und glättete mein Haar magisch. Ich hatte es mit Spülungen und Kuren in eine schimmernde Masse verwandelt.

Dann begann ich mein Gesicht zu verschönern. Grundierung, Make-up, Lidschatten in einem zarten grausilbernen Ton, Eyeliner in Schwarz, der meine Augen betonte und hervorhob, Wimperntusche, um meine dichten Wimpern noch mehr zu betonen, ein klein wenig Rouge, sehr schön. Das Gesicht, was mir aus meinem Schminkspiegel entgegensah, hatte weich gezeichnete Konturen und sah sehr zart und fein aus, ich gefiel mir. Nun wollte ich meine Haarpracht zu einer Frisur bändigen, dank der Magie hatte ich sie umständlich geglättet und nun zauberte ich mit meinem Stab, auf dass sich meine langen bis über die Schulter reichenden Haare, die heute in einem saftigen, hellen Schokoladenbraun glänzten und zu einem etwas toupierten Knoten auf meinem Kopf drapiert waren. Es lag nicht straff zurückgekämmt an, nein, es lag leicht um meinen Kopf und ich zog einige lange Strähnen heraus die mein Gesicht, aber auch meinen Nacken umspielten, diese Strähnen lockte ich nun, so dass sie sanft in Korkenzieherlocken verspielt hinab fielen und mein romantisches Aussehen unterstrichen.

Jetzt sah das Ganze noch besser aus, wunderschön… hätte ja nicht gedacht, dass ich so aussehen konnte. Das war um Längen besser und anders, als damals in der Vierten, nun blickte ich einer sehr schönen jungen Frau entgegnen, damals war ich ein hübsches Mädchen gewesen. Ich sah auf die Uhr, ich hatte noch eine Stunde also konnte ich langsam anfangen das Kleid anzuziehen. Ich holte es vorsichtig aus dem Kleidersack, es war überwältigend schön, wie ich fand und würde mir gut stehen. Als ich fix und fertig vor dem bodenlangen Spiegel stand, gefiel ich mir ausnehmend gut und drehte mich immer wieder um mich selbst. Ich war gespannt, wie die Männer heute Abend darauf reagieren würden.

Als letztes trug ich noch den Lipgloss auf meine Lippen auf, der einen leichten Roséton hatte und sie verführerisch glänzen ließ. Schnappte mir noch meine Chiffonstola und die Handtasche und ging los. So lief ich aufgekratzt die Treppen hinab, nahm den dunklen Winterumhang vom Haken, zog ihn an und verließ dann das Haus. Ich machte mich auf den Weg und apparierte. Ich apparierte in die zentrale Apparitionsstelle des Zaubereiministeriums, blickte mich interessiert um, denn hier war ich noch nie gewesen. Ich hatte Infobroschüren über das Ministerium gelesen, aber es selbst zu sehen war spannend. Ich begab mich zu den aufgebauten Garderoben-Schaltern, um meinen schwarzen, dicken Umhang abzugeben, richtete meine Stola, drapierte sie um meine Schultern und schritt nun auf den ausgemachten Treffpunkt zu. Hier ging ich über den blankpolierten, dunkel schwarzen Parkettboden, das Klacken meiner silbernen Stilettos war laut zu hören und mein langes Kleid strich spielerisch um meine Knöchel. Ich sog meine Umgebung in mich auf und speicherte jede Kleinigkeit ab, so waren in dem Gang unzählige goldenen Verzierungen und Gitter zu sehen. Überall war Gold, an der pfauenblauen Decke, an den Türumrandungen und den vielen offenen Kaminen, die sich zu beiden Seiten der schwarzen Steinwand aneinander reihten. Das Gold und das Schwarz, war doch ein netter farblicher Kontrast.

Es herrschte ein reges Treiben, trotz dieser späten Uhrzeit und aus den Kaminen entstiegen edel und aufwändig gekleidete Zauberer und Hexen und reihten sich in den Strom der ankommenden Gäste ein. Als sich vor mir die prächtige, riesige Halle des Ministeriums offenbarte, die sehr viele Stockwerke hoch war, da das Ministerium unterirdisch lag, staunte ich über die schiere Größe des Gebäudes. In der Mitte der beeindruckenden Halle stand ein runder Springbrunnen, dies war der „Brunnen der magischen Geschwister“, wie ich wusste, ein Zeichen für die unglaubliche Arroganz und Überheblichkeit der magischen Gesellschaft. Er zeigte goldene, lebensgroße Figuren, in der Mitte des ganzen monströsen Gebildes stand ein hübsches Zaubererpaar, umringt wurden sie von magischen Wesen. Ein Zentaure, ein Kobold und ein Hauself, alle blicken zu meinem Leidwesen bewundernd und anbetend zu dem Paar auf, wie populistisch, dachte ich mir.

Widerlich, fand ich, wo die Wasserstrahlen herkamen, bei dem Paar waren es die Spitzen ihrer Zauberstäbe, bei dem Zentauren die Spitze seines Pfeils, der Kobold musste aus seiner Hutspitze Wasser lassen und die armen, armen Hauselfen, bei ihnen plätscherte es besonders verachtend aus ihren fledermausartigen Ohren. Wie schlecht, hatte ich schon mal gesagt, wie sehr ich so was verabscheute, man bedachte nur wie die Magische Gemeinschaft wirklich zueinander stand, da war dies ihr eine große Lüge. Die Zentauren erkannten die Ordnung, der von uns Zauberern geschaffenen Regeln, nicht an, wer kann es ihnen verdenken, sie verachteten uns und wollten nichts mit uns zu tun haben. Die Kobolde kämpften seit Jahrhunderten gegen die Vorherrschaft und Bevormundung durch die Zauberer, wo sie Recht hatten. Und die Hauselfen, mein Lieblingsthema, ihre devote Haltung kam durch ihre Versklavung, sonst nichts und war verachtenswert. Da brauchte man sich nicht so ein abstraktes Ungetüm hinstellen und sich beweihräuchern. Da erkannte man die Ignoranz gegen die man hier kämpfte, denn der Dark Lord wurde ja auch gekonnt ignoriert. Aber gut, ich würde mich darüber echauffieren können, aber mir würde keiner Beachtung schenken und so sparte ich mir meinen Atem und zuckte die Schulter, nachdem ich meine Musterung beendet hatte.

Hier stand ich nun, an unserem Treffpunkt und besah mir das Treiben um mich herum. Ich mochte das Beobachten, denn damit fand man am meisten heraus. Als ich einen jungen, selbstbewussten, dunklen Mann zielstrebig auf mich zukommen sah, der mit einem breiten, strahlenden Lächeln immer näher kam. Ich erwiderte es und freute mich ihn zu sehen. Gut sah er aus in seinem schicken, schwarzen Smoking, etwas abgewandelt von dem der Muggel, darüber trug er einen glänzenden, schwarzen Umhang, der eine Schulter freiließ, sehr fesch, es brachte seine kräftige, durchtrainierte Figur gut zur Geltung.

„Hermione! Schön, dass du schon da bist. Du bist wunderschön, ein Augenschmaus! Wie geht es dir, ich habe dich vermisst?“, sagte er schmeichelnd und ergriff meine Hand und zog sie zu einem Handkuss heran. Er hauchte mir mit seinen Lippen einen zarten Kuss auf und blickte mich mit seinen funkelnden Augen eindringlich an.

„Viktor“, erwiderte ich erfreut und drückte seine Hand. „Mir geht es gut, schön dich wiederzusehen und danke, dass du an mich als deine Begleitung zum Weihnachtsball des Ministers gedacht hast, das war sehr lieb von dir!“, hakte ich mich nun in seinen angewinkelten Arm ein.

„An dich denke ich doch immer!“, schmeichelte er, wenn man ihn so sah, mochte man Viktor das gar nicht zutrauen aber er hatte durchaus etwas intellektuell Reizvolles an sich. Ja, Viktor war mein heutiger Begleiter und dies hatte ich Draco sagen wollen, aber so würde er es jetzt sehen, das würde lustig werden, dachte ich sarkastisch und seufzte ergeben. Und so schritten wir zu den Fahraufzügen, die sich in einem angrenzenden Nebenraum zur Halle befanden und die auch wieder, ratet mal, goldene Gitter hatten! Der Fahrstuhl würde uns in die oberste Etage bringe, wo an sich nur Fudges Büro lag und auch die Festsäle des Zaubereiministeriums, die ihre Türen nur für besondere Anlässe öffneten. Als wir uns den Flügeltüren näherten, die zum Festsaal führten, war ich dann doch ein klein wenig nervös, aber ich würde es mir nicht anmerken lassen. Ich hielt mich sehr gerade und ging mit Stolz gereckter Brust neben Viktor Krum. Der heute auf diesem Weihnachtsball, den Fudge ausrichtete, persönlich von diesem eingeladen worden war.

Eigentlich hatte ich Rita beauftragen wollen, mir eine Einladung zu besorgen, um Zugang zum Ministerium zu erhalten, das hatte sich aber erledigt, als eines morgens beim Frühstück Viktors Brief angesegelt kam und meine anderweitigen Bemühungen im Keim erstickte.

Wie reihten uns in die Schlange und nun hatten wir unseren Auftritt, denn es betraten immer nur die Paare nacheinander den Ballsaal. Der Saal erstrahlte im Schein von abertausenden von Kerzen und der elfenbeinfarbene Marmor reflektierte das Licht der Kerzen und glänzte strahlend. Die zahlreichen, aufwändigen Verzierungen waren in üppigem Gold gehalten. Hier hatte jemand eindeutig zu viel Gold vor Augen gehabt, wo das Schwarz und Gold in der Halle ein harmonisches Bild boten, machte es hier beinah blind, das war vielleicht „goldig“, ging der Zynismus mit mir durch.

Ich war in meinem Kleid für diesen Anlass richtig angezogen, die Brust war mit großen, runden silbernen, hell- und-dunkelgrünen Pailletten bestickt und umschmeichelte mein Dekolleté, kleine, grüne, dünne Spaghettiträger hielten es an Ort und Stelle. Unterhalb der Brust befand sich ein in Falten gerafftes, moosgrünes Band und unterteilte so das Kleid in zwei Teile, wie im Empirestil. Der Rest des Kleides fiel weit und flatterig an meinem Körper hinab. Der zarte, transparente Chiffon umschmeichelte in langen Stoffbahnen, die im Wechsel mintgrün und moosgrün waren, meinen Körper. Es war ein romantisches Kleid. Um nicht zu nackt zu sein, trug ich noch eine Stola aus demselben Stoff in denselben, ineinander verlaufenden, Farben um die Schultern.

Mein Outfit wurde von silbernen hohen Stilettos und einem kleinen silbernen Täschchen gekrönt. Ich sah gut aus und so konnte ich mich auch souverän präsentieren. Und so wie die Damen der Zauberergesellschaft glitzerten und blinkten, war ich in meiner vornehmen, zurückhaltenden Eleganz sehr auffällig. Ich hatte bewusst auf Schmuck jeglicher Art verzichtet und an der Hand des schwarzhaarigen, gutaussehenden, berühmten Bulgaren gaben wir ein imposantes Paar.

Und so schritten wir selbstbewusst und selbstsicher in den Ballsaal und ich konnte die Blicke der Anwesenden durchaus spüren, da auch ich nicht unbekannt war. Ich war bekannt, als Hermione Granger, beste Freundin des-Jungen-der-lebt, Harry Potter. Ja, das vierte Jahr hatte viel für meine Popularität getan. Dank, Rita! Selbst, wenn mein Auftritt hier in der Presse erscheinen würde, mit mir als Hermione Granger war mir das egal, da dies meine Eltern erlaubt hatten, in meiner regen Fantasie! Und mich hatte Viktor als der Erwachsene abgeholt, so hatte ich mir meine Ausrede schon zurechtgelegt. Niemand konnte mir verbieten, mit einem Freund auf einen Ball zu gehen. Ich konnte dahinten bei der Treppe Rita Skeeter sehen, in einem grünlich schillernden Kleid, das gefährlich an ihren Panzer als Käfer erinnerte.

Tja, bei ihrem Anblick viel mir kein anderes Wort als Mistkäfer ein! Wow, aber jeder wie er sich gefiel und schenkte ihr ein huldvolles neigen meines Kopfes und als sie mich erkannte, wurden ihre Augen sehr groß, sie versteifte sich sichtlich. Da müssen wir noch ein bisschen an unseren schauspielerischen Fähigkeiten arbeiten, Rita, dachte ich bei mir und vermerkte, dass ich sie bei passender Gelegenheit damit aufziehen würde. Und dort, auf der rechten Seite, begrüßte Minister Fudge mit seiner Gemahlin seine Gäste persönlich, mit seinem überheblichen und aufgeblasenen Gehabe. Fudge, war ein untersetzter Mann mit grauem Haar und trug heute, dem Anlass entsprechend, auch seinen Smoking und darüber einen grauen Umhang. Seine Frau... lassen wir das lieber, sah aus wie ein Christbaum, sie trug ein rotes Glitzerkleid und viel zu viele Diamanten, aber wie gesagt lassen wir das lieber, es bestand für mich die Gefahr zu erblinden, sollte ich sie länger mustern.

„Viktor Krum, wie erfreulich, dass Sie meiner Einladung folgen konnten. Ich bin sehr erfreut, einen international so bekannten und berühmten Sportler begrüßen zu dürfen! Und Ihre zauberhafte Begleitung ist… uh, Miss Granger!“, hatte er wenig galant aufgerufen, als er meiner ansichtig wurde, wir hatten uns beim Turnier ein paar Mal aus nächster Nähe gesehen, aber nie miteinander gesprochen, aber er kannte mich.

„Erfreut, Minister“, meine ich höflich und neigte den Kopf vor ihm.

„Ist Mr. Potter auch hier?“, fragte er gleich neugierig und blickte suchend an mir vorbei.

„Es tut mir leid, Minister. Nein, ich denke nicht, dass Harry eine Einladung erhalten hat, Viktor war so freundlich mich als seine Begleiterin zu erwählen!“, führte ich knapp aus und verzog die Mundwinkel zu einem verhaltenen Lächeln. Ich konnte hinter dem Minister, das typische weasleyrote Haar erkennen und somit Percy Weasley ausmachen, der ihm die Namen der ankommenden Gäste einflüsterte, sollte Fudge sie nicht kennen. Percy zeigte mit seiner dicken Hornbrille immer noch ein extrem wichtigtuerisches Gebaren und musterte mich nun missbilligend.

„Wenn das so ist. Willkommen und genießen Sie das Fest!“, tat er jovial und sprach zusätzlich mit seinen Händen. Wir verabschiedeten uns und ich hakte mich wieder bei Viktor unter und schritt mit ihm die Treppe in den darunterliegenden Saal hinab. Da konnte ich schon die, durch ihre einmalige, weißblonde Haarpracht aus der festlichen Menge herausragende, Familie Malfoy ausmachen. Die mit ihrem Auftreten, das sehr imposant war, die Aufmerksamkeit auf sich zogen, so wie die drei dastanden, als würde ihnen die Welt gehören und zu Füßen liegen. Dieses blasierte Auftreten musste man bestimmt üben, um es so überzeugend rüberzubringen, dass es nicht lächerlich wirkte, sondern dass man es ihnen wirklich abkaufte, dass sie eine bessere Klasse waren, als alle anderen Erdenbürger und man fast auf die Knie gehen wollte, ging es mir durch den Kopf.

Das Oberhaupt der Familie Malfoy stand unnahbar in königlicher Haltung da und wirkte in seinem perfekten maßgeschneiderten Smoking, der wie angegossen saß, wie einem Gemälde entstiegen. Er trug darüber einen tiefdunkelblauen Samtumhang, der das Wappen der Familie Malfoy zeigte. Dieses war mit einer aufwändigen Silberstickerei, die ein großes verschnörkeltes M darstellte, das von feinen, floralen Mustern umrankt wurde, versehen. Er hielt sich sehr gerade, sein langes, seidig glänzendes Haar, das über seine Schultern floss, hatte er locker zu einem Zopf mit einem dunkelblauen Samtband zusammengefasst. Sein Gesicht war schön, genau wie Dracos. In dieser Hinsicht waren die Malfoys gesegnet, über ihr gutes Aussehen brauchte man nicht diskutieren. Vater und Sohn sahen sich erstaunlich ähnlich, wenn man sie wie hier nebeneinander stehen sah.

In Größe und Statur nahmen sie sich fast nichts mehr, beide wirkten gut in Form und wussten dies auch. Er hatte ein edles, markantes Profil, ein perfektes Gesicht und eine ebenmäßige Haut, die sich durch ihre vornehme Blässe auszeichnete und seine Augen, die ein dunkleres Grau hatten als Dracos, sahen mit einem Ausdruck der Verachtung und Langeweile durch die Gegend. Wie er seinen Gehstock souverän hielt, der wie Harry uns verraten hatte, seinen Zauberstab enthielt, ein beeindruckendes, detailverliebtes Stück. Der ebenholzschwarze Stock wurde von einem silbernen Schlangenkopf gekrönt, der Smaragde als seine Augen sein Eigen nennen konnte und sein Maul aggressiv weit aufgerissen hatte.

Alles in allem bot er einen Anblick für die Götter, würde nur sein nicht weniger eindrucksvoller Sohn nicht neben ihm stehen, dessen Haar zwar kürzer war, aber sein Gesicht umschmeichelte. Er trug genau dieselben erlesenen Roben wie sein Vater, auch sein Samtumhang trug dasselbe Wappen. Ich musste mir ein Schmunzeln über diesen Partnerlook verkneifen. Und dann nicht zu vergessen Narcissa, schlank, groß und blond mit ausdrucksstarken, kalten, blauen Augen, war sie eine wunderschöne Frau. Zwar konnte sie nicht dieses reine weißblond, das ihre Männer hatten, ihr Eigen nennen, aber sie hatte schöne, schulterlange, glänzende, blonde Haare, die sie offen trug. Sie hatte nur zwei Kämme in Form von Schlangen aus Weißgold mit Saphiren in ihr Haar gesteckt, damit diese sie aus ihrem schönen Gesicht zurückhielten.

Ihr Gesicht stand dem ihres Mannes vom Ausdruck her in nichts nach. Ein Lächeln schien ihr schwer zu fallen und sie blickte auf das Geschehen in diesem Saal mit einem angewiderten, überheblichen Ausdruck. Ihren gut geformten Körper kleidete ein enges, langes, weißes Seidenkleid mit silbernen Akzenten, an den halblangen Ärmeln und dem Dekolleté, das einen U-Boot Schnitt hatte und einen Teil der Schultern frei ließ. Für so ein fließendes Kleid, durfte man kein Gramm zu viel auf den Hüften haben. Diese Farbwahl, gab ihr fast etwas Ätherisches so feingliedrig wie sie dadurch erschien. Als Schmuck trug sie ein weißgoldenes Collier mit großen Saphiren auch ihre Ringe und Armbänder griffen diese Materialien wieder auf. Sie machte viel her und das zeigten die Malfoy auch. Sie waren ein wahrlich beeindruckendes Trio. Der stolze Mann, dem man seine lange Ahnenreihe ansah und sie ließen das auch niemanden vergessen. Dieser Mann hier war die rechte Hand des Dark Lord, ihn umgab nicht nur der Duft des Geldes und des Einflusses, ihn umgab auch der Hauch des Gefährlichen.

„Komm mit, ich möchte Draco begrüßen, auf Hogwarts habe ich mich mit ihm immer gut verstanden“, verkündete Viktor unwissend, dass er Gefahr lief in ein Messer zu rennen, welches er gar nicht kommen sehen konnte, aber er ließ mich gar nicht zu Wort kommen und zog mich zur Familie Malfoy. So war es nicht verwunderlich, dass diese recht schnell auf uns, das auf sie zukommende Paar, aufmerksam wurden. Huh, das lief doch mal wieder fulminant, gut! Ich durfte sehen, wie sich Dracos Augen vor unterdrückter Wut zusammenzogen, in ihnen braute sich ein Sturm zusammen, als das Erkennen in seinen Augen aufgeblitzt war, ansonsten saß die unterkühlte Maske perfekt. Mr. Malfoy sah uns abwartend entgegen, da er mich auch erkannt hatte, auch wenn ich dachte ein kurzes Flackern in den grauen Augen ausgemacht zu haben und seine Frau blickte auf uns, als wären wir Kakerlaken, die wir in ihren Augen wohl auch wirklich waren.

„Mr. Malfoy, ich bin Viktor Krum, ich wollte nur Ihrem Sohn einen schönen Abend wünschen, da wir uns in Hogwarts immer gut verstanden haben“, sagte Viktor höflich und führte eine Pureblood-Begrüßung aus und verneigte sich leicht vor Malfoy, was diesem zu gefallen schien, so wie er den linken Mundwinkel hob und leicht nickte.

„Erfreut, Mr. Krum, darf ich Ihnen noch meine Gattin vorstellen, Mrs. Malfoy! Bevor Sie sich meinem Sohn zuwenden!“, und so nahm Viktor, die ihm dargeboten Hand von Narcissa und hauchte einen Handkuss in die Luft.

„Und Ihre Begleitung, Mr. Krum…?“, fragte er nun mit hochgezogener Braue, da er mich doch schon längst als das Mudblood identifiziert hatte.

„Natürlich, Mr. Malfoy. Darf ich Ihnen Hermione Granger vorstellen?“, fragte Viktor und zeigte in einer vorstellenden Geste auf mich.

„Miss Granger, endlich lerne ich Sie von Angesicht zu Angesicht kennen!“, konnte ich Lucius tiefe, wohlklingende Stimme vernehmen, die immer noch kühl klang, die aber auch eine Spur Interesse verriet und es flackerte kurz in den grauen Augen. Ich sank, den Pureblood-Regeln folgend, auf die Draco so viel Wert legte und die ich aus seinen Büchern erlernt hatte, in einen tiefen Knicks, hielt meinen Oberkörper sehr gerade, als hätte ich einen Stock verschluckt und neigte leicht den Kopf, was von ihm wohl mit Erstaunen aufgenommen wurde. Ich fühlte mich zwar in dieser unterwerfenden, altmodischen Geste etwas idiotisch aber ich denke, falsch machen tat ich nichts. Ich konnte sehen, wie auf einmal eine Hand nach meiner Griff, er hatte sich zu mir hinab gebeugt, da ich so verharrte bis ich begrüßt wurde. Ja, hatte ich alles aus diesem verstaubten Wälzer von Draco. Und eins konnte man sagen, ich vergaß nie etwas was ich lernte und ich war gut im Umsetzen.

Ich konnte mir vorstellen, dass sich viele fragen würden woher ich diese uralte Begrüßung zwischen Reinblütern kannte, da dies die richtige, formvollendete Ausführung und heutzutage die nicht mehr allzu gebräuchliche Form war und dieses Wissen hatte ich aus den Bücher der Malfoybibliothek. Hingegen sagten die Bücher aus der Blackbibliothek, dass ein schneller Knicks reichte. Und sind wir mal ehrlich, welches junge Mädchen, das nicht mit diesen Regeln aufgewachsen ist, sollte solche Verhaltensregeln kennen und gerade ich, als von dieser snobistischen Gesellschaft verachtete Mudblood. Oder könnt ihr euch Lav oder Pav vorstellen, wie sie so etwas tun? Nein? Gut! Ich nämlich auch nicht. So nahm er meine Hand und zog mich fließend aus meiner devoten Haltung und hob diese an seinen Mund und hauchte nun mir einen makellosen Handkuss auf. Ich blickte ihm nun tief in seine gewittergrauen Augen, die mich musterten. Es war, als würden in diesem Moment alle Geräusche in den Hintergrund treten, als wir uns so durchdringend anstarrten. Er hatte immer noch meine Hand in seiner und hielt sie umschlungen haltend vor seiner Brust.

Dieser Mann war ein Meister der Manipulation, wie mir bei diesem eindringlichen Blick bewusst wurde, bei dem er versuchte ganz tief in mich zu sehen und mich zu verunsichern, nervös zu machen. Aber bitte, nicht mit mir, ich erwiderte den Blick ohne mit der Wimper zu zucken. Denn das Spiel, wer zuerst zuckt, kenn ich auch! Ich… es war mir nicht unangenehm seine Haut zu berühren, meine Hand in seiner zu wissen und ihm anscheinen auch nicht, da er sie nicht freigab und mich weiter ansah, mich und mein Gesicht fixierte. Ich wusste nicht was hier los war. Warum Lucius Malfoy sich so intensiv mit mir beschäftigte. Auf einmal konnte ich ein wenig galantes, wenig damenhaftes Schnauben hören und wie sich schwere, raschelnde Seide wegbewegte. Narcissa war gegangen und hatte uns damit aus unserer Trance befreit. Ich entzog ihm bestimmt meine Hand und er gab sie frei. Ich schüttelte leicht den Kopf und blickte nun zu Draco, der sich zwar mit Viktor unterhielt, mich und seinen Vater aber keine Sekunde aus den Augen ließ.

„Hier Draco, ich denke ich brauche dir Hermione nicht vorstellen“, meinte Viktor und drehte mir den Kopf zu, so dass sich Draco kurz gestattete die Maske fallen zu lassen, um mich bitterböse anzufunkeln, da sein Vater sich nach seiner Frau in dem Getümmel umgesehen hatte und somit dieser Austausch unbemerkt bleiben würde. Ich machte große Augen und zuckte unmerklich entschuldigend mit den Schultern, während ich Viktor anlächelte.

„Nein, Viktor! Das brauchst du wirklich nicht, ich kenne Granger und wenn ich darf, entführe ich sie dir kurz zu einem Tanz!“, kam es irre kühl von ihm und er wartete die Antwort, des kurz sprachlosen Viktors, nicht ab, sondern packte mich extrem sanft an der Hand und führte mich zur Tanzfläche, wo er mich gekonnt zu sich drehte und die Führung des langsamen Walzers übernahm, der gerade gespielt wurde. Draco war ein fantastischer Tänzer, der jede Bewegung mit einer großen Anmut ausführte. Zum Glück konnte ich recht gut mithalten, da ich mich seiner ausgezeichneten Führung übergab.

„Draco, bist du von Sinnen, ich bin ein Mudblood! Was werden dein Vater und alle anderen denken?“, flüsterte ich aufgeregt, während ich mich in seinen Armen wiegte und mich liebend gerne diesem Gefühl hingegeben hätte, was unter den gegebenen Umständen leider unmöglich war.

„Lass das Mal meine Sorge sein, Mudblood! Was hast du hier zu suchen und dann noch mit Viktor Krum?“, zischte er sehr leise, sehr wütend, behielt aber einen gleichgültigen Ausdruck im Gesicht bei.

„Reg dich nicht auf, Draco! Viktor hat mich vor Wochen gebeten ihn zu begleiten und ich habe zugesagt, aber nicht weil ich ihn sehen wollte, wenn es das ist was dich aufregt. Ich habe was anders vor und da kam mir Viktors Bitte gelegen. Sonst hätte ich den Käfer beauftragt mir eine Einladung zu besorgen, so war es nur besser, einfacher. Und ich wollte es dir im Zug sagen, aber da kam mir was dazwischen…“, meinte ich leise und verzog auch keine Miene. Wir legten hier eine eins a Show hin, in der keiner einen Muskel verzog.

„Wirklich, du hast kein Interesse mehr an dem internationalen Sucher Star… Viktor Krum? Und wo warst du überhaupt, ich habe dich gesucht?“, feuerte er die Fragen auf mich ab und knurrte leicht, als er Viktors Namen nannte. Ich liebte nicht eifersüchtige Malfoys, sie sind herrlich in ihrem Nichtsein.

„Nein, Draco. Nichts dergleichen, ich will nichts von Viktor und ich denke er erst mal auch nicht von mir, und selbst wenn… würde ich dankend ablehnen! Ich habe in der Nacht Hogwarts verlassen müssen, mit Harry und den Weasleys. Ich erzähle es dir, wenn wir im Cottage sind“, das mit Sirius wollte ich ihm nicht jetzt sagen, da würde er nur austicken und das mit Viktor schien seine Nerven schon zu belasten. Wie würde er auf die Offenbarung, dass ich im Blackhaus gewesen war aufnehmen, mal überlegen, nicht gut denke ich!

„Vergiss das bloß nicht. Es ist unglaublich, aus was für Situationen man dich immer fischt. Aber was sollte das mit Vater? Lucius ist gefährlich, halte dich von ihm fern. Seine Begrüßung, dir gegenüber war… überraschend. Mutter ist nicht umsonst wie eine Dampfwalze abgerauscht, pass auf, reize ihn nicht zu sehr“, meinte er eindringlich warnend, schaute auf mich herunter und betrachtete mein Aussehen taxierend.

„Warum? Ich hab doch nur die Regeln deines Buches befolgt?“, fragte ich leicht perplex, ich hatte nichts getan.

„Dass du das Buch so verinnerlichst ist auch gut, aber du scheinst Vater beeindruckt zu haben und das ist nicht gut! Wenn man sein Interesse weckt! Er ist nicht umsonst der, der er ist!“, flüsterte er eindringlich. „Warum hast du dich so verführerisch angezogen? Der ganze Saal klebt an deinem Anblick und alle Männer würden dich lieber gleich als später vernaschen!“, meinte er leicht aufgebracht.

„Ich bitte dich Draco, sooo toll sieht das Kleid auch wieder nicht aus. Du übertreibst, hier sind viele schöne Frauen!“, hob ich hervor. Ich sah toll aus, aber so gut auch wieder nicht. „Und das andere, so wie es gefährlich ist dein Interesse zu wecken? Ich mein, du bist ja auch nie eifersüchtig, nur weil ich Viktor begleite! Aber ich verspreche, ich werde versuchen deinem Vater aus dem Weg zu gehen!“, bot ich gleichgültig an, da ich durchaus die Wahrheit hinter seinen Worten entdecken konnte, dass mit Lucius Malfoy nicht zu spaßen war.

„Ich bitte dich, selbst Vater sind fast die Augen rausgefallen, als er dich gesehen hat und lass mich dir sagen, er ist wählerisch! Er ist ein Malfoy. Und genau, wenigstens hast du es erfasst, Mudblood. Ich bin nicht eifersüchtig, ich dulde diesen… Krum nicht an deiner Seite, Schluss, Aus! Und wie er stolz mit dir umherstolziert, weil er weiß wie gut du aussiehst und ihn schmückst! Halt dich von Vater und von diesem Bulgaren fern!“, sagte er bestimmt. Leider endete in diesem Moment der Tanz und er geleitete mich wieder zu seinem Vater und Viktor, die sich über Quidditch unterhielten.

„Und Draco, wie hat dir der Tanz mit einem Mu… mit Miss Granger gefallen?“, kam es überheblich von Lucius, der sich das Mudblood schwer verkniffen hatte, was mich ihn anschmunzeln ließ. Ich weiß, Draco hatte gesagt ich solle ihn nicht reizen, aber das war doch zu komisch, ein Malfoy der sich eine Beleidigung verkniff.

„Ja, danke Vater, es war vergnüglich! Wünscht jemand etwas zu trinken?“, fragte er höflich in die Runde, die beiden Männer nickten, ich schüttelte den Kopf und wandte mich an die illustre Runde. Ich, eine Muggelgeborene, unter Purebloods und wir waren alle so höflich zueinander, dass einem
schlecht werden konnte.
„Ihr entschuldigt mich? Ich müsste mich kurz zurückziehen?“, schenkte Viktor ein entschuldigendes Lächeln und umschrieb, dass ich mich frisch machen wollte und tauchte in der Menge schnell unter. Ich verließ den überfüllten Saal und ließ das lustige, festliche Treiben hinter mir zurück und ein ernster Ausdruck legte sich über mein Gesicht, jetzt musste ich mich auf meine Aufgabe fixieren.
Ich musste zielstrebig, schnell und konzentriert agieren, damit nicht auffiel, dass ich verschwunden war.

Mein Ziel:

Befand sich weit unten, hier im Ministerium, dort musste ich hin. Es lag im neunten Stock und hieß Dumbledore!


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 8:39 am bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet
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queenie
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BeitragThema: Department of Mysteries    Do Feb 09, 2012 1:37 am

Department of Mysteries


Mein Ziel war Dumbledores Vergangenheit!

Puh, das war doch gut gelaufen. Malfoy eins und Malfoy zwei konnten sich selbst und Viktor ablenken und ich meinem eigentlichen Ziel näher kommen. Ich war nicht zum Vergnügen hier, oder um Männer aufzureißen oder gegeneinander auszuspielen, oh nein, ich hatte eine Mission, denn ich war aus einem ganz bestimmten Grund hier und ich würde die Gelegenheit, hier unter diesen gelockerten Sicherheitsvorkehrungen erscheinen zu können, nicht ungenützt verstreichen lassen, dass im Moment sicher niemand mit dem rechnete was ich vor hatte zu tun.

Ich schritt schnell ausholend voran. Das laute Klacken meiner bestimmten Schritte war gut zu hören. Da meine Zeit wahrlich begrenzt war, musste ich mich wirklich beeilen. Ich zog mir das verhüllende Tuch von der Schulter und faltete es zusammen, steckte es in die Handtasche und begab mich zielgerade zu den Fahrstühlen.

Ich musste in den neunten Stock, die sogenannte Mysteriums Abteilung, wie ich dank meiner Recherchen wusste, was nicht leicht gewesen war, wie ich hinzufügen möchte.

Ich drückte auf den Knopf für den neunten Stock und schon ruckelte der Fahrstuhl knatschend los. Als nächstes zog ich mein Kleid wenig galant weit hoch und holte meinen weißen Stab hervor. An meinem linken Schenkel trug ich vorsorglich einen Dolch, wie gesagt, ich ging nie unbewaffnet vor die Tür.

Ich präparierte mich für mein Vorhaben und zauberte mich nicht unsichtbar, da es hier im Ministerium Flüche gab, die solche tarnende Versuche magisch unterbanden, aber ich passte mich mit dem Desillusionierungszauber an die Umgebung an und sprach den Sonus Ex auf meine Schuhe, sodass man meine Schritte nicht mehr hörte.

War ich aufgeregt, war ich nervös? Nein, da war ich vorhin den Malfoys gegenüber deutlich unsicherer gewesen als jetzt hier. Warum sollte ich furchtsam sein? Weil ich gleich einbrechen würde? Nein, das hatte ich schon getan. Ich war eher voll Vorfreude und gespannt, wie ich es schaffen würde und wie schwer es sein könnte und was für Anforderungen es an mein Können stellen würde.

Aber davor hatte ich keine Angst! Ich freute mich auf diese Herausforderung. Angesichts des Wissens etwas Verbotenes, etwas Illegales zu tun, nahm das Kribbeln in meinem Bauch beständig zu. Ich konnte fühlen, wie sich das Adrenalin vorfreudig in meinen Adern sammelte und mich noch aufmerksamer machte.

Diese mysteriöse Abteilung war selbst innerhalb des Ministeriums nebulös. Sie war die geheimnisvollste Abteilung, die es hier gab, da keiner im Ministerium etwas über sie sagen konnte, denn wer nicht selbst dort beschäftigt war, wusste nichts und konnte somit keine Auskunft über deren Arbeit geben. Die Mitarbeiter der Mysteriums Abteilung selbst hießen „Unspeakables“, da sie selbst über ihre Arbeit und ihr Tun immerwährend schwiegen.

Es gab viele, gefährliche Ebenen der Magie und da meinte ich nun jetzt nicht, schwarz oder weiß. Nein, es gab eine unglaublich gefächerte Vielfalt, mit der hier höchstwahrscheinlich herumexperimentiert wurde. Die Zeit war nur eine davon, wie ich mir dachte, da mein Zeitumkehrer damals auch aus dem Ministerium gekommen war, aber es gab viel mehr.

Die Gittertüren des Aufzugs glitten laut klappernd auf und gaben den Blick auf einen langen, fensterlosen, verlassenen Gang frei, an dessen Ende ich eine schlichte, dunkle Holztür erkennen konnte.

Also trat ich rasch aus dem Aufzug, hastete eilig auf die Holztür zu und sprach einige Zauber, um zu sehen ob Aufspür- oder Überwachungszauber darauf lagen, die einen Alarm auslösen würden.

Es waren einige da, die aber zu meiner unendlichen Enttäuschung nicht mit den zum Teil verrückten und fiesen Erfindungen von Snape mithalten konnten. Wie gesagt, da hatte mich die Tür des Lagerraums von unserem schlechtgelaunten Professor vor eine größere Herausforderung gestellt. Ach, ich war so enttäuscht, die waren aber auch zu vertrauensselig! Wenn ich jetzt der Dark Lord gewesen wäre, wäre die Tür gleich einladend weit für mich aufgesprungen, wie deprimierend.

Ich konnte nur hoffen, dass das dahinterliegende Geheimnis eine größere Herausforderung bedeutete.

So betrat ich nun enttäuscht, aber nicht weniger aufmerksam die Eingangshalle zur Mysteriums Abteilung, stand in der Tür und hielt sie auf. Das alles ging zu einfach, das ließ mich sehr misstrauisch werden und so betrachtete ich die vor mir offenliegende Halle von dieser noch sicheren Position aus und sah in einem runden, ganz in schwarzem Stein gehalten Raum, der mit einer ungewöhnlich blauen Kerzenbeleuchtung aufwartete.

Ein verschlagenes Grinsen legte sich auf mein Gesicht, ach, wie süß, das sollte wohl verwirren. Ringsum im Kreis befanden sich ein dutzend identisch aussehende Türen, ohne Griffe, sehr gerissen, kicherte ich erheitert auf. Ich biss mir auf meine Lippe und überlegte. Ich war mir sicher, sollte diese Ausgangstüre ins Schloss fallen, saß ich in der Falle, da ich sie nicht von den anderen, einheitlichen Türen würde unterscheiden können.

Meine Gedanken liefen auf Hochtouren und ich blickte kalkulierend über meine Schulter, zurück in den düsteren Gang, um zu sehen ob jemand kam, aber da war nichts. Gut!

Mir kam eine abstrakte Idee, die ich testen wollte, also richtete ich meinen Stab auf die Holztür und sprach auf die Innenseite einen Flagrate, was dazu führte, dass plötzlich ein flammendes Kreuz erschien und das Holz markierte.

Ich blickte zufrieden auf meine Kennzeichnung und überwand den Drang, die Tür weiter auf zu halten und trat endgültig in den runden Raum. Nun zog ich die Tür bestimmt, mit einem lauten Klack ins Schloss und wartete gespannt, was da für mich kommen würde.

Fast augenblicklich begannen die Wände der runden Halle im Kreis zu rotieren, sodass die Eingangstüre nicht mehr von den anderen zu unterscheiden gewesen wäre, da sich die eigene Orientierung völlig in Luft auflöste, aber meine Idee stellte sich als grandios heraus.

Einfallsreich und gut durchdacht, musste ich ihnen neidlos lassen, aber bitte, doch kein Hinderungsgrund für mich, Hermione Granger, denn ihr System wies einige eklatante Fehler auf. Ich war damals mit Harry in meinem ersten Jahr, als diese magische Welt für mich noch ein an sich großes Fremdwort gewesen war, das ich erst noch für mich erforschen, entdecken und erlernen musste, schon mit magischen Hindernissen konfrontiert gewesen. Ich hatte schon als Erstklässlerin magische Fallen erfolgreich ausgetrickst und dies hier war nicht mehr für mich, kleine Fallen, aber auch keine wirklichen Hindernisse… keine hohe Magie, eher ein Kinderspiel, denn mein Flagrate klebte noch immer gut sichtbar an der Außentür und das Kreuz strahlte mich an.

Ich verdrehte vor der ignoranten Unüberlegtheit des Zaubereiministeriums die Augen, weil man das magisch ganz einfachen mit einem Fluch hätte verhindern können, aber nun gut, sie machten es mir einfach und dafür sollte ich dankbar sein. Zur Vorsicht öffnete ich sie schnell, um mich zu vergewissern, dass es auch wirklich die richtige Tür war und ja, sie zeigte mir den Gang zu den Aufzügen. Ich war einfach zu misstrauisch, aber Umsicht war nie falsch.

Wunderbar, es war doch schön, zu sehen, wenn alles so gut klappte. Jetzt würde ich mich wohl schnell durcharbeiten müssen, um die richtige Tür zu finden. Ich musste mich beeilen, denn Draco und Viktor würden nicht ewig auf mich warten, ohne mich zu suchen.

Ich versuchte einfach mal die Naheliegendste und starb beinah vor Fremdschämen, da ein einfacher Alohomora die Tür geöffnet hatte.

Mir offenbarte sich ein langgestreckter Raum, der nur mit einigen schwarzen Schreibpulten ausgestattet war. In der Mitte konnte ich ein gläsernes Bassin ausmachen, voll mit dunkelgrüner Flüssigkeit und sah ich das auf die Entfernung richtig oder nicht, da ich den Raum nicht betrat, waren das wirklich Gehirne, die darin herumschwammen? Wie eklig, manchmal war es schon geschmacklos, was man so zu sehen bekam. Ich schüttelte mich sichtlich angewidert und zauberte auch auf diese Tür auf meiner Seite den Flagrate, schloss sie wieder und ließ das Kreisen der Halle erneut über mich ergehen.

Wenn das immer so lange dauerte, würde ich morgen noch dastehen und wenn man mal an mein Glück dachte, das mir ja Tag ein, Tag aus so unbeschreiblich hold war, war es die letzte Tür, zu der ich wollte!

Nun kam die nächste dran und da überlief mich doch glatt das kalte Grausen. Mir offenbarte sich eine unwirklich düstere Halle, die ebenfalls mehrere Aus- und Eingänge aufwies. Diese Halle ging in die Tiefe und bot einer Arena, einem alten, griechischen steinernen Theater gleich, mit Steinbänken Platz.

In der abgesenkten Mitte befand sich ein Podest und darauf stand ein verwitterter, uralter Torbogen. Ich hörte ein leises Flüstern und Rauschen, was diesem Ort eine gespenstische Aura verlieh, die es schaffte, mir eine unwohle Gänsehaut zu bescheren und so verhexte ich die Tür schnell und schlug sie dann rasch zu. Was für ein unangenehmer Ort.
Mit was für gruseligen Dingen spielte hier das Ministerium? Das war nichts Gutes gewesen, so viel sei gesagt.

War es zu fassen? Aller guten Dinge waren drei und anscheinend war ich doch nicht so glücklos wie ich immer dachte, denn nun öffnete ich den richtigen Raum. Ich war am Ziel meiner Reise.

Ich markierte diese Tür nicht, sondern trat einfach ein und schloss sie hinter mir.

Diese Halle war wortwörtlich riesig, vergesst Hogwarts, vergesst das Atrium des Ministeriums, vergesst das alles und haut die alle zusammen in einem Topf und raus käme dann immer noch nicht genug, um diese unermesslichen Weiten zu beschreiben.

Ich war in der von mir gesuchten Halle der Archive und mein Herzklopfen nahm beständig zu, könnte ich mich doch hier nur für ein paar Wochen einsperren, ich wäre glückselig… aber so schenkte ich den bis an die unendlich hohe Decke reichenden Hängeschränken, die zum Teil bedenkliche Schieflage hatten, aber dank der Magie an Ort und Stelle verweilten, einen kalkulierenden, fast traurigen Blick und suchte an den verteilten Pulten nach einer Möglichkeit die Suche einzuschränken.

Es reihte sich Schrank an Schrank und diese reichten weit in die endlosen Tiefen hinein. Hier war das Archiv der Zauberer Geschichte, jede bekannte Kleinigkeit eines Ereignisses oder einer Person waren hier abgelegt, nicht nur Zeitungsartikel, sondern richtige Verweise, Querverweise usw. auch jede magische Verwandtschaft wurde hier notiert und festgehalten, damit die Stammbäume wirklich vollständig waren, was die Reinblüter in ihren Heimen mit ihren Stammbäumen anstellten und Mitglieder einfach herausbrannten war deren Sache, hier wurde akribisch Buch geführt über jeden, sobald das Ministerium von einer magischen Existenz Kenntnis erhielt.

Und genau aus diesen Gründen hatte ich hierher gemusst. Niemand, oder so gut wie niemand, erhielt hierher Zugang, da hier viele unliebsame Geheimnisse schlummerten, welche die meisten nur zu gerne vergessen wollten. Ein Gefühl der Zufriedenheit breitete sich in mir aus, denn ich hatte es geschafft! Ich war hier, schon fast zu einfach, dachte ich bei mir zweifelnd, aber nun gut.

Wie zum Teufel fand ich jetzt die richtigen Unterlagen? Nach was für einem System arbeiteten die hier?

Auf den magischen Pulten, die je vor einem Gang standen, konnte ich Karteikästchen erkennen und so ging ich auf eines zu und hob den Deckel an und konnte eine Vielzahl beschrifteter Karten sehen… mhm… 1300-1350! Okay, eindeutig ein paar Jahrhunderte zu früh, ganz eindeutig und so lief ich die Halle weiter zügig entlang, da die Zeit drängte.

Warum war die Eingangstür in der Mitte, beim Jahr 1300?
Ich kann euch sagen, so eine bescheuerte Idee konnten nur Magier haben, wisst ihr wie scheiße es ist, mit den hohen Hacken eine solche Strecke entlang der Schränke runterzulaufen, echt nicht angenehm! Leider suchte ich immer noch das Jahr, oder besser, ich wäre ja schon froh, das richtige Jahrhundert zu finden.

Endlich näherte ich mich dem richtigen Jahrhundert, dem 19ten!

Ich schlug ungeduldig die Kartei auf und hier stand von 1850-1900! Juhu, genau endlich! Ich konnte es fast nicht glauben und fischte diese Jahreskarte heraus und besah sie. Ah, hier musste man den Stab hinhalten und nach dem Ereignis, der Person oder dem Datum suchen, dann wirkte die Magie und suchte automatisch.

Na, das sollte nicht allzu schwer werden.

„Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore und Familie und Grindelwald in England”, sprachs und dann hörte ich es verdächtig in den dunklen Tiefen der schiefen Hängeschränke grollen, die aussahen wie ein sehr wackliger aufgestapelter Bücherturm und es schepperte und rumpelte plötzlich, sodass ich mich gleich vergewisserte, immer noch alleine zu sein. Schon schossen zwei Akten auf mich zu, die mit einem lauten Klatschen vor mir auf dem Pult aufschlugen und mir mit modriger, abgestandener Luft entgegenkamen.

Ich schlug sie entschlossen auf und verschaffte mir einen kurzen Überblick. Ja, das sah gut aus. Ich verkleinerte die Akten und steckte sie in meine im inneren vergrößerte Handtasche, löschte das Gedächtnis der Karteikarte, dass ich die Akten aufgerufen und entnommen hatte mit einem Evocatio Restinguere und ging zum nächsten Pult. Hier wiederholte ich die Prozedur, nur diesmal für die Zeit von 1900-1950!

„Albus Dumbledore und Grindelwald“ und diesmal flog mir nur ein sehr dünnes Papier entgegen. Ich schenkte ihm nur einen kurzen Blick und steckte es ein, murmelte den Zauberspruch, der meine Spuren verwischte, drehte mich brüsk um und hastete aus dem Raum. Ich hatte schon viel zu lange gebraucht.

Ich hetzte zur Tür und schlug diese hinter mir zu und der Raum rotierte mal wieder um mich herum. Glücklicherweise hatte ich nur drei Kreuze durchzugehen. Die erste Tür, die ich aufriss, zeigte mir wieder diesen ominösen Torbogen. Ich wandte den Gegenfluch auf meinen Flagrate an und verwendete dann noch einen Reparo auf die Holztür. Sie sah aus wie neu, als ich sie schloss. Es war doch schön, dass es Magie gab.

Die nächste Tür war mein Ausgang und so zielte ich von hier aus auf die letzte Tür und ließ auch hier meine verräterischen Spuren verschwinden. Als ich auch die Letzte hinter mir schloss, hatte ich alle Spuren, die auf einen Eindringling hinweisen könnten, akribisch genau getilgt.

Ich rannte auf den Lift zu und baute die Flüche wieder auf, die ich gebrochen oder verändert hatte und hechtete nun hinein. Ich war jetzt gute fünfundvierzig Minuten verschwunden gewesen, wie mir ein Tempus verriet, was hieß, dass ich schnell gewesen war, aber über dreißig Minuten für die Toilette, mein Begleiter und die Malfoys werden denken, ich hatte mich hinabgespült.

Ich versuchte meine Atmung und meinen Herzschlag wieder herabzufahren, nahm die zwei Zauber von mir und ließ meinen Stab wieder an meinen Oberschenkel verschwinden, um die brave Ballteilnehmerin zu mimen.

So betrat ich erneut die glänzenden, hellen Hallen der oberen Etage und ließ die Dunkelheit hinter mir. Ich war gerade in einem einsamen Vorraum der Waschräume und schaute mich im Spiegel an und zupfte an meiner Frisur herum, als ich mich versteifte, da ich auf einmal spürte, dass ich nicht mehr allein war und beobachtet wurde, wie mir ein Kribbeln im Nacken verriet.

Ich drehte mich ruckartig um und sah einen in seiner Pracht und Männlichkeit hoch aufragenden Lucius Malfoy mir gegenüber, der mich mit unleugbarer eingefrorener Miene, aber taxierenden Augen betrachtete und sich abrupt auf mich zubewegte, was mich dazu brachte, versuchsweise nach rechts auszuweichen. Taktisch unklug, wie ich erkennen durfte, da er ein zufriedenes heben des rechten Mundwinkels zeigte, weil ich nun nicht mehr den Spiegel in meinem Rücken hatte, sondern eine marmorne Wand und so breit wie er sich nun machte, kam ich nicht an ihm vorbei.

Er kam langsam, aber sicher immer näher und er wirkte sehr bedrohlich in seiner selbstsicheren und selbstgefälligen Art. Wie es aussah wollte er spielen.

„Miss Granger, Sie werden gesucht!”, kam diese tiefe Stimme leise und sehr seidig daher und ich musste ein unwohles Frösteln unterdrücken.

„Oh, Entschuldigung, wenn ich Unannehmlichkeiten verursacht habe, ich komme gleich!“, wandte ich mich knapp ab, kam aber nicht wirklich weit, da ich nun auf seine in sehr edle Stoffe verpackte, männliche Brust starrte. Er hatte sich lautlos und schnell weiter an mich herangeschlichen. Es war schon eine Strafe mit meiner Körpergröße gesegnet zu sein, so groß wie er nun einschüchternd vor mir aufragte.

Wenn ich nicht mein Gesicht in seinem weißen Smokinghemd vergraben wollte, musste ich weiter nach hinten ausweichen. Und so landete ich mit meinen bloßen Schultern und meinem Rücken an dem kühlen, glatten Marmor, was mich aufgrund der Kälte die Luft einziehen ließ und mir eine leichte Gänsehaut bescherte. Dies wurde von diesem blonden, langhaarigen Schönling genauestens beobachtet, da er jede meiner Regungen begierig verfolgte.

„Mr. Malfoy, ich denke wir sollten in den Saal zurückkehren!“, sah ich ihm tapfer in die Augen. Dieser Mann war in seinem ganzen Auftreten beeindruckend. So wissend über seine Macht und Ausstrahlung, wirkte er auf mich gefährlicher als Snape, der aus sich ein Geheimnis machte und mit der Dunkelheit eins wurde, was diesem Mann hier vor mir unmöglich war und das nicht nur wegen seines hellen Haares.

„Denken Sie das, Miss Granger?“, ließ er mich mit höhnischem Blick wissen. Er hatte sich mir beständig genähert, sodass kein wirklicher Platz mehr zwischen unseren Körpern war. Wie gut, dass ich des Öfteren so bedrängt wurde, so konnte ich eine gefasste und entspannte Fassade aufrechterhalten, auch wenn ich die Bedrohlichkeit der Gebärde durchaus als das verstand was sie war. Er wollte mich aus dem Gleichgewicht bringen und hoffte, dass ich meine Fassung verlor, dann würde er sich an meiner Furcht weiden können, wie er hoffte, aber so leicht würde ich es ihm nicht machen.

„Sie gefallen meinem Sohn!“, flüsterte er rau und nahm mich nun in einer fließenden Bewegung gefangen, indem er eine Hand am Marmor abstützte und auf der anderen Seite anfing mit dem Kopf der Schlange seines GehstockS meinen Hals und mein Schlüsselbein genüsslich, langsam und anzüglich entlangzufahren. Währenddessen schenkte er mir ein durch und durch böses Grinsen, was mich unbehaglich schlucken ließ.

Puh, da erhöhte sich dann doch mein Puls. Ich konnte das kühle Silber an meiner nun erhitzten Haut fühlen und so drehte ich meinen Kopf zur Seite, um dieser lasziven Berührung zu entgehen.

„Ich bin ein Mudblood, wie sollte ich Ihrem Sohn gefallen?“, warf ich verächtlich ein. Meine eigene, herabsetzende Aussage führte dazu, dass sein Stock mich zwang ihm in die gefühlskalten, grauen Augen zu sehen, da er damit mein Kinn unerbittlich anhob.

„Man kann durchaus mit Mudbloods Spaß haben, Miss Granger!“, las ich in seinen Augen etwas, das mir ein klein wenig Furcht einjagte, so wie er dies flüsterte.

„Wenn Sie das sagen, Mr. Malfoy!“, sah ich ihm unbewegt in die Augen und spürte den harten Kopf der Schlange, als er sich auch schon ohne Vorwarnung an mich presste, was mich Keuchen ließ, da er mir die Luft aus den Lungen drückte, so wie er seinen kraftvollen, durchtrainieren Körper an mich presste und mich seine Erregung an meinem Oberschenkel spüren ließ.

Warum immer ich? Warum mussten alle Schlangen denken ich stand ihnen zur Verfügung? Hallo? Dies war der Vater meines Freundes, dies war Dracos Vater, der seinen Schwanz begehrlich an mich presste. Wollte ich das? Nein, mit Sicherheit nicht. Warum geriet immer ich in so eine Scheiße?

Ich versuchte sehr ruhig zu bleiben, denn jetzt die Nerven zu verlieren würde mir nichts bringen. Er hatte mich so überrumpelt, dass ich in einer verdammt schlechten Ausgangsposition war, um mich zu wehren. Wollte ich wirklich einen Skandal riskieren?

„Mr. Malfoy, Sie sind die Hand des Dark Lords, sollten Sie nicht versuchen, mich, Harrys Freundin, umzubringen anstatt… das hier zu tun?“, ging ich nun in die Offensive, denn jetzt war es auch schon egal. Er hatte seinen Standpunkt klargemacht.

Ich hatte mit erstaunlich fester und beherrschter Stimme gesprochen, obwohl er mich ziemlich intim bedrängte und mich nötigte, aber ich tat, als würden wir einen Kaffeeklatsch halten. Snape hatte mich schon zur Hure gemacht, also konnte ich mit der Situation einen geilen Malfoy vor mir zu haben relativ souverän umgehen, vor allem da ich mir jegliches Aufbegehren in meinem Inneren verweigerte. Ich musste einen absolut kühlen Kopf behalten.

Ich konnte ein raues, sehr tiefes Lachen vernehmen. Er spielte wieder mit der Schlange und ließ sie gemächlich, sinnlich über meine Schulter und meinen Arm nach unten gleiten.

„Sie haben keine Angst, Dinge anzusprechen wo die meisten lieber schweigen würden! ... Interessant… warum soll ich Sie gleich umbringen wollen, es gibt andere Arten seine Ziele zu erreichen! Warum sollte ich mir meinen Spaß verwehren und Sie, Sie versprechen Spaß…, Miss Granger! So beherrscht, so unnahbar, so wenig Gryffindor… so perfekt für mich!!! Und das nächste Mal sollten Sie lieber schweigen, als Ihren vorlauten Mund über Ihre Vermutungen, den Dark Lord und meine Rolle betreffend, so heraus zu schreien… wenn, gebe ich Ihnen andere Gründe zum Schreien!“ zischte er zum Schluss seiner Ausführungen hin böse und fasste mir mit seiner Hand, die bisher neben meinem Kopf am Marmor gelehnt hatte, rabiat in meine Haare und beugte nun blitzschnell seinen Kopf und biss mich fest und rücksichtslos in meine rechte, unbedeckte Schulter.

Ich war wie paralysiert. Im ersten Moment wollte ich schreien, der Schmerz war unglaublich, wie sich seine Zähne nach und nach, aber beständig, mit brachialer Gewalt in mein Fleisch gruben, als wäre er eine Schlange und würde seine Giftzähne bis zum Anschlag in mir versenken.

Er biss richtig zu!!! Und riss unnachgiebig an meinen Haaren.

Ich biss mir grob auf meine Zunge, bis ich Blut schmeckte, da ich ihm den Genuss mich zum Schreien zu bringen nicht geben wollte. Tränen des Schmerzes sammelten sich in meinen Augen. Ich versuchte, ihn mit meinen Händen hart von mir zu schieben und wegzudrücken, aber er stand wie ein fest verwurzelter Baum und so presste er seinen Körper hemmungslos noch näher an mich, damit ich still hielt. Meine Hände waren weiter an seiner Brust gefangen und zur Bewegungslosigkeit verdammt. Warum hatte ich die einfachsten und normalsten Verhaltensregeln zur Selbstverteidigung nicht beachtet?

Ganz einfach, hätte ich gedacht, dass Malfoy so wahnsinnig wäre, mich so in der Öffentlichkeit, an einem so öffentlichen Ort wie dem Ball des Ministeriums, so anzugehen, mich derart offen zu attackieren? Nein, hatte ich nicht, dumm, aber ein Fehler!

Ich wollte ihm am liebsten mein Knie in die Weichteile rammen, aber er hatte es geschafft, meine Beine brutal auseinander zu drängen und sich dazwischen zu positionieren. Man konnte nicht sagen, dass er nicht an alles dachte um sich vor mir zu schützen. Er unterschätzte meinen Kampfwillen anscheinend nicht. Schlauer Mann, aber hatte ich je gesagt Malfoys wären dumm?

Diese ganze demütigende Situation mochte nur im Höchstfall, wenn überhaupt, eine Minute gedauert haben. Schließlich ließ er von meiner malträtierten Schulter ab, hob seinen weißblonden Schopf und sah mir mit einer unverkennbaren Gier in meine mit Tränen gefüllten Augen.

„Du hast nicht geschrien!“, hauchte er rau und hörbar erregt. Das schien ihn zu erstaunen, aber auch unglaublich heiß zu machen, was dazu führte, dass er mir seine Zähne zeigte, sie mir fletschend entgegen hielt. Die Zähne, die er mit unglaublicher Rohheit in meine Schulter geschlagen hatte und an denen ich noch mein Blut sehen konnte. Ein grausiger Anblick, der mich wieder schwer schlucken ließ. Der Schmerz war ein starkes, beständiges Pochen und ich wollte ihm nicht den Gefallen tun, zu weinen, also lieferten wir uns ein stummes Blickduell.

Schließlich wandte er sich ab und sah nun zu seinem Biss. Er senkte sein Haupt und begann in einer schier wahnsinnig anmutenden, lasziven und trägen Bewegung an der Wunde mit seiner Zungenspitze zu lecken. Er kostete mein Blut und liebkoste die Wunde, fuhr die Umrisse und Abdrücke seiner Zähne langsam nach.

Ich ließ den Kopf in den Nacken sinken und unterdrückte mit Müh und Not ein Wimmern, das über meine Lippen kommen wollte, aber ihm diese Genugtuung zu geben, das ließ mein Stolz nicht zu. Am liebsten hätte ich ihn mit Wucht an den Marmor geknallt. Das konnte nicht real sein, das passierte nicht mir, bitte nicht, dachte ich geschlagen!

Ich konnte Schritte hören und dass jemand kam. Göttin sei Dank, hoffentlich ließ er dann von mir ab.

Leider konnte ich nichts sehen, da ich echt scheiße stand und die unnachgiebige Hand in meinen Haaren fixierte meinen Kopf beharrlich, sodass ich ausharren musste. Ich verfluchte schon wieder meine mickrigen eins fünfundsechzig. Lucius Malfoy so nah und fordernd an meinem Körper zu fühlen war gerade nicht wirklich angenehm.

Wo würde das hinführen, wenn nicht der, der gerade gekommen war, um wen auch immer es sich handelte, etwas sagen würde, fragte ich mich verzweifelt, denn die Schritte waren verklungen und ich wusste, wir wurden beobachtet. Sollte ich vielleicht doch laut schreien und damit einen Skandal auslösen und Lucius Malfoy die Genugtuung geben gewonnen zu haben?

Göttin sei Dank sagte der bisher stumme Beobachter endlich etwas, da Malfoy anscheinend in seiner irrsinnigen Raserei, mich nun mit kleinen Bissen in meinen Hals beglückte und nicht mitbekommen hatte oder absichtlich in seiner Ignoranz ignorierte, dass wir nicht mehr alleine waren.

„Vater??? Mutter sucht dich, Fudge möchte mit dir gleich die Ansprache halten und Krum sucht Granger!“, hörte ich endlich Dracos kühle, gefühlslose Stimme und ich stieß fast erlöst die angehaltene Luft aus.

Himmel sei Dank war es Draco! Lucius riss seinen Kopf hoch, sah mich noch einmal verlangend an und trat abrupt von mir zurück und gab mich endlich frei, nickte mir höflich zu, ein Pureblood musste man sein und gab sich manierlich, als wäre nie etwas passiert.

„Ich komme, Draco! Bissss zum nächsten Mal, Miss Granger!“, betonte er sehr stark, doppeldeutig drohend und drehte sich nun um, schritt majestätisch aus dem kleinen Raum und beachtete seinen Sohn nicht weiter.

Ich stand nun etwas wackelig da, ohne seinen Körper, der mich aufrechthielt und schon war Draco vor mir, umfasste unerwartet zärtlich meine Oberarme und gab mir Halt. Ich war durch das was dieser Mann, der sein Vater war, getan hatte leicht aus dem Konzept. Er hatte mich gebissen! Gebissen wie ein Tier!

„Hermione, was ist passiert?“, fragte er geschockt. „Was ist das?“, schaute er nun auf meine verletzte Schulter und ich machte mich los. Ich drehte mich nur leicht zum Spiegel, um zu sehen was Lucius Malfoy getan hatte. Es sah wirklich fies aus. Wie eine Zeichnung wirkte diese noch immer blutende Bisswunde und weh tat es auch noch. War das nicht toll? Auch meine Frisur war hinüber. Ich sah mehr als derangiert aus.

„Er hat mich gebissen!“, hauchte ich ungläubig und blickte auf die gut sichtbaren Zahnabdrücke.

„Das sehe ich auch und es war nicht zu übersehen, dass er versucht hat in dir zu verschwinden. Was ist passiert?“, trat Draco wieder zu mir und zauberte mit seinem zweiten, schwarzen Zauberstab, den auch er immer bei sich trug, meine Wunde mehr schlecht als recht weg, denn einem Episkey hielt sie leider stand. Und trotzdem heilte sie nicht ganz und es blieb eine gerötete und geschwollene Stelle, die an das eben passierte Unglaubliche erinnerte.

„Danke, Draco“, brachte ich nüchtern hervor, dabei sah ich ihn resigniert im Spiegel an. Als er mich auffordernd ansah, begann ich zu erklären.

„Er meinte, dass ich seinem Sohn gefallen würde, dann meinte ich, dass das nicht sein könnte… da ich ein Mudblood sei…“ Ich drehte mich nun um und sank in seine offenen Arme, die er sofort um mich schlang, „…und meinte, er sollte mich doch lieber versuchen umzubringen! Er… er war der Ansicht, man könnte auch so Spaß mit Mudbloods haben. Man müsste sie nicht umbringen und er würde mich zum Schreien bringen, dann hat er mich gebissen!“, erzählte ich schnell und abgehackt. Draco strich beständig und beruhigend über meinen Rücken.

„Ach, Scheiße, das ist echt nicht gut! Warum wundert es mich bloß nicht, dass dir das passiert? Und lass mich raten, du hast keinen Ton von dir gegeben? ... Hermione, damit reizt du ihn doch nur mehr. Vater ist ein Jäger und er hat dich zu seiner Beute auserkoren, nicht gut, gar nicht gut!!! Und dass er dich noch gleich markiert, mhm… gar nicht gut! Er verliert nie die Contenance und das erst recht nicht in der Öffentlichkeit! Scheiße, komm wir müssen hier abhauen, denn er wird keine Ruhe mehr geben bis er… lass uns gehen! Er liebt die Jagd!“, packte er meinen Arm fest und zog mich fluchtartig wieder zu den Aufzügen. Zum Glück war der Flur verlassen, da gerade die Mitternachtsansprache von Fudge und dem großzügigen Finanzier Malfoy gehalten wurde.

Die Aussage Dracos hatte mich erschüttert. Da stand ich nun und ließ mich von ihm wie eine Puppe durch die Gegend führen. Jetzt hatte ich neben Snape auch noch Lucius Malfoy an der Backe, der mir immer und überall auflauern würde!

Also manchmal, nur manchmal, wollte ich durchdrehen… aber ich brachte mich selbst zur Raison. Es würde mir weder helfen noch mich retten, die Nerven zu verlieren.

Draco, durchschritt mit mir das schwarze Atrium und wir näherten uns dem Apparierpunkt.

„Mein Umhang“, meinte ich da noch verdattert.

„Vergiss ihn, ich kauf dir einen Neuen!“, packte er meinen Arm fester und zog mich unerbittlich weiter. Es war, wie eine Flucht.

„So, apparier uns zu dem Cottage!“, befahl er mir barsch und ich tat es und brachte Distanz zwischen Lucius Malfoy und uns, aber besonders zwischen Lucius und mich.



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