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 Kapitel 63-64

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 63-64   Do Feb 09, 2012 1:57 am

Snape im „Rose Cottage“

Snapes Sicht

In mir kochte und brodelte es. Was hatte diese unsägliche Granger hier zu suchen? Was trieb sie immer nur in die unmöglichsten Gegenden? Diese nervige Miss-know-it-all war schwerer zu hüten als ein Sack Flöhe und ich würde doch tatsächlich, um meine Nerven zu schonen, die Flöhe vorziehen!

Und was mich beunruhigte, ich hatte Lucius‘ Blick bemerkt und der konnte nichts Gutes bedeuten. Er hatte ausgesehen, als wenn er auf die Jagd ginge und das endete nie gut.

Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich nicht so schnell in der Apotheke meine Besorgungen erledigt hätte, er hatte sie an der Kehle gepackt gehalten und auch wenn Lucius ein gefährlicher Mann war, beging er mit Sicherheit den Fehler, Miss Granger vollumfänglich zu unterschätzen, woher sollte er auch wissen, dass sie für Bole und Derrick zuständig war? Woher sollte er wissen, wozu die zierliche, kleine Miss Granger fähig war?

Auch ich hatte sie schon in bedrängende Situationen gebracht und sie hatte mich jedes Mal mit einem kalten, gleichgültigen Blick angesehen, manchmal hatte auch Verachtung darin gelegen. Aber niemals Angst, Furcht oder Sorge, wenn sie denn doch eines dieser Gefühle verspüren sollte, verstand sie es meisterlich, dies gekonnt zu verbergen. Das Beunruhigende war nur, ich war mir da gar nicht sicher, ob sie mir in diesem Fall etwas vorspielte.

Und ich konnte mir schon bildlich vorstellen, wenn sie Lucius diesen Blick aus ihren so ausdrucksstarken, braunen Augen schickte, dass sich dieser kaum noch zurückhalten und beherrschen konnte, sie nicht gleich an Ort und Stelle zu dominieren, zu brechen und zu unterwerfen versuchte, denn darum ging es Lucius immer. Er musste immer der sein, der die Fäden in der Hand hatte und er liebte es, anderen seinen Willen aufzuzwingen.

Dass diese verdammte Granger aber auch immer das Glück derart magisch anzog! Wenn ich denn so etwas täte, was ich aber nie tat, hätte ich mich nun an den Haaren gezogen.

Sie wäre eine besonders schwer zu knackende Nuss, das hatte Lucius sofort erkannt, das Einzige was er nicht wusste war, dass ich es ihr zutraute, sich gegen Lucius zu behaupten, im Guten wie im Schlechten. Wollte ich, dass es so weit kam? Unter keinen Umständen, wenn es schlecht lief, gab es Tote!

Wie sollte ich einen wildgewordenen Malfoy wieder einfangen? Das liefe so gut, wie ich Draco den Umgang mit diesem Mädchen verbieten wollte und man hatte ja gesehen, wo es endete, diese Familie war stur, dickköpfig, einfach eingebildet und schrecklich überheblich. Sie würde mein Grab sein, so viel stand für mich fest.

Die beiden, denke ich, konnten sich zu Sprengstoff, Dynamit und TNT in einem entwickeln, das Temperament dazu hatten sowohl Lucius als auch Granger! Ich meine, dieses Gör schaffte es, Black zum Austicken zu bekommen, auf dass er sie schlug und ich traute ihm viel zu, aber da musste er sich schon sehr vergessen haben. Selbst der unterkühlte Draco entwickelte bei ihr ungeahnte Besitz- und Beschützerinstinkte. Und ich, tja nun, selbst mich ließ sie leider nicht kalt, dafür war ihr Verstand, den ich bisher nur in kleinen Auszügen hatte begutachten können, einfach zu genial um mich nicht zu faszinieren.

Ich verzog angewidert den Mund, Lucius ging neben mir elegant schreitend daher und hielt den Kopf gerade, ich dachte bei mir oft, wie man derart arrogant durchs Leben gehen konnte, ohne auf die Nase zu fallen, aber er konnte es. Zu meinem Leidwesen hatte Lucius es schon immer gekonnt beherrscht!

Oh, Granger, was würde Draco sagen? Würde sie es ihm erzählen? Ich traute diesem Biest alles zu!

Woher kannte Lucius sie, es war ja nicht so, dass sie in derselben Gesellschaft verkehrten!

Ich würde sie mir kaufen, auf die Weiterführung des Nachsitzens freute ich mich schon jetzt, wenn ich nicht so ein verdammt schlechtes Gefühl zwecks Lucius hätte, man reizte keinen Lucius Malfoy ungestraft und das hatte dieses dumme Mädchen getan.

Ich musste etwas tun, nur was war mir schleierhaft, dieses dumme, sich selbst überschätzende, verbohrte und viel zu stolze Mädchen machte nichts als Ärger und schuf allerorten Probleme.

Am liebsten, würde ich ihr ihren Stolz auf die ein oder andere unangenehme Weise austreiben, aber nein, halt, da stand ja dann der nächste Malfoy Gewehr bei Fuß und griff ekelerregend helfend für sie ein.

Ich sag’s ja, sollte ich über diese Ungerechtigkeit Alkoholiker werden? Was über all die grausamen und schrecklichen Jahre hinweg nicht passiert war, Dann wäre sie schuld, eindeutig. Lucius hatte keinen blassen Schimmer, auf was er sich da einließ! Wenn war ihr zuzutrauen, dass sie das schaffte was niemand tat, außer dem Dark Lord, Lucius an die Kandare zu legen, denn so ein keifendes, widerborstiges Weib kannte er bestimmt noch nicht.

Er, der immer nur die vor ihm auf dem Boden liegenden Schönheiten aufsammeln musste, entweder lagen sie da, weil sie ihn vergötterten oder weil sie in Angst vor seiner Brutalität erzitterten und bei Granger war ich mir sicher, er hätte bei ihr mit beiden Arten keine Chance, sie aus der Reserve zu locken, dafür hatte ich sie schon viel zu kaltblütig und gleichgültig erlebt. Jetzt musste ich versuchen, Lucius davon abzuhalten eine krankhafte Obsession für Granger zu entwickeln, wenn´s nicht schon zu spät war, was ich befürchtete als ich in seine sturmumwölkten Augen blickte.

„Lucius, sag, bilde ich mir das ein oder leuchten deine Augen?“, versuchte ich ihm etwas zu entlocken, mal funktionierte es leicht, mal machte er so dicht, da ging dann gar nichts, Malfoys eben! Ich schaute ihn eindringlich an.

„Wie kommst du denn darauf, Severus? Du bildest dir doch sonst nichts ein, mein Freund!“, erwiderte er gewohnt eloquent, aha, er verleugnete und das auch noch schlecht, das hörte ich schon an der Stimmlage, mein Freund hatte ehrlich zur Jagd geblasen, wenn dies Dumbledore erfuhr.

„Lucius, bin ich Fudge oder einer der anderen Idioten, woher kennst du Granger?“, schnarrte ich ihn kalt an, während ich beim Gehen die Hände hinter meinem Rücken zusammenfasste, damit ich nicht an die Decke gehen konnte, wenn ich erfahren sollte, wie es dieses Gör geschafft hatte, einen der gefährlichsten und mächtigsten Männer unserer Gesellschaft auf sich aufmerksam zu machen.

„Oh, Severus, das wird dir in deiner moralischen Ader mal wieder gar nicht gefallen und so stocksteif wie du immer bist!“, verzog er leidlich einen Mundwinkel und schlug seinen Gehstock in seine andere Hand, er liebte es, mit dem idiotischen Ding zu spielen.

„Das sagt der Richtige, wer läuft immer mit einem Stock durch die Gegend?“, prallte seine Kritik an mir ab, aber dass es mir nicht gefallen würde, glaubte ich ihm aufs Wort.

„Du bist ein alter Grummler, Severus und du bist der Jüngere von uns beiden!“, schenkte mir Lucius sein Raubtierlächeln, was nicht schön war, während er über mich spottete. „Sie war auf dem Ball…!“

„Ball? Der Ball des Ministeriums?“, fuhr ich dazwischen und meine langen, schwarzen Haare flogen in mein Gesicht, als ich den Kopf überrascht zu ihm drehte. Was zur Hölle hatte Granger im Ministerium zu suchen, die hatte bei…? Wo sollte diese Nervensäge eigentlich gerade sein? Bei Black? Da war doch Potter, oder bei sich zu Hause? Toll, jetzt würde ich meine wertvolle Freizeit damit verbringen dürfen, dieses Biest zu suchen und zu finden.

„Ja, die Kleine hatte da ihren ganz großen Auftritt, mit Viktor Krum. Sie ist… reizvoll!“, erklärte er mir samtig wenn auch schon unerwartet offen, wie wohl sonst keinem Menschen auf der Welt gegenüber.

„Granger und reizvoll? Lucius, sie ist ein Gör!“, spuckte ich verachtend aus, was er da wieder wahrnahm. Nein, nein, nein!

„Severus, Severus, immer so am großen Ganzen interessiert, immer so fokussiert, dass du die kleinen Details so gerne außer Acht lässt! ... Nein, du übersiehst nichts, das würde dir nie passieren, dem Perfektionisten! Aber du schaust immer so schwer über deine so vorschnell gefassten Meinungen hinweg, mein Lieber“, meinte er überheblich und leckte sich in einer unbewussten Geste mit der Zungenspitze über die Lippen.

Ich presste meine Kiefer sehr fest aufeinander, sodass es knirschte, ich hasste es wie die Pest, wenn Lucius seinen moralischen hatte und dachte, mich analysieren zu müssen.

„Das ändert nichts daran, Granger ist ein Gör!“, presste ich leise durch meine Zähne, ja, auch ich konnte stur sein.

„Mein Lieber, deine Miss Granger ist viel, aber kein Gör! Die Gute hat es faustdick hinter den Ohren und das Erstaunliche, für ein Gryffindor Mudblood kommt sie mir sehr verschlagen und listig vor. Kannst du dir das vorstellen? Sie hat vorhin in der Gasse geschmunzelt und ist nicht vor Angst in die Knie gegangen! Was, wie ich finde, erstaunlich ist!“, meinte er da sehr hochtrabend und angeberisch, strich sich seine langen, offenen, weißblonden Strähnen exaltiert zurück und reckte sein Kinn hochnäsig in die Luft.

„Warum?“, erwiderte ich brav, so wie es sich Mr. Eingebildet wünschte.

„Hab mir mit der Kleinen einen Spaß erlaubt… ach, würde es mehrere geben, die so sind…“, wurde er richtiggehend träumerisch. Toll, ganz toll, Malfoys waren nicht zu unterschätzen, wenn sie so wurden, meine Besorgnis wuchs! In was für Nesseln hatte es Granger wieder geschafft, sich so zielsicher zu setzen, fragte ich mich ärgerlich.

Und so grunzte ich nur, auf dass er endlich weiter erzählen würde, während wir die Knockturn Alley entlang gingen und das Gesinde, das sich hier rumtrieb, vor uns devot wegschlich und hastete wenn sie uns kommen sahen, die Linke und die Rechte Hand des Lords.

„Ach, entschuldige! Sie war köstlich, ihr Duft… süperb und dieser ungebrochene Stolz in ihren Augen, ein Genuss und dieser knackige, junge Leib, so anschmiegsam, eine Sünde wert…“, schwärmte er genießerisch, wie nur Lucius es konnte und leckte sich schon wieder aufreizend über die Lippen.

„Wovon sprichst du, Lucius? Das hört sich so an als hättet ihr mehr… sie ist eine Schülerin, sie ist kein Pureblood!“, beschied ich ihm empört. Bei seiner Beschreibung von Granger hatte mein Herz unweigerlich höher geschlagen und ich erinnerte mich an unsere beiden Küsse, diese intensiven Küsse und ihren Duft, der mich eingefangen hatte, und ihre weichen Lippen. Verdammt, schieb diese Bilder von dir, forderte ich von mir entschlossen und wende dich dem Wesentlichen zu. Lucius und sein weiteres Vorgehen.

„So viel „mehr“ ist zu meinem Leidwesen noch nicht und das möchte ich besonders betonen, noch nicht passiert, wegen Fudge, diesem Idioten, aber ich habe sie gekostet, das war köstlich…“, kam es sehr abwesend von unserem edlen Herrn.

Er hatte sie gekostet, das konnte bei Lucius viel bedeuten. „Was, wo, wie?“, konnte ich es mir nicht verkneifen, zu fragen.

„An der Schulter und stell dir vor… sie hat nicht geschrien…“, kicherte er leise verzückt und seufzte wehmütig auf. Oh Granger, hast du auch nur den blassen Schimmer einer Ahnung, in was für einem schrecklichen Schlamassel du steckst? Das hieß, er hatte sie nicht geküsst oder dergleichen, was mich bei Lucius auch gewundert hätte, „an der Schulter“ sollte wohl heißen, er hatte sie gebissen, na wunderbar, ich musste sie schnell finden, bevor es Lucius tat. Und so wurde ich doch leicht ungeduldig, ich musste herausfinden, wo sie sich aufhielt.

„Sie hat keinen Ton von sich gegeben, das hat noch keine getan… ich kann es kaum abwarten, sie zu erwischen, aber du musstest ja dazwischen gehen, Severus! Du bist ein Spielverderber!“, meinte er nun eingeschnappt zu mir und starrte mich unzufrieden kühl an.

„Dann hättest du keinen Spaß, wenn es so schnell gehen sollte!“, entgegnete ich nur kurz und zeigte, wie gleich mir sein Tadel doch war.

„Wo du recht hast, mein Lieber…“, blieb er jetzt stehen und sein aufwändiger, blaugrauer Samtmantel wehte um seine Beine. „Ich muss noch zu Borgin! Kommst du mit?“

„Nein, ich muss ein paar dieser Zutaten so schnell als möglich in einen Trank beifügen, der gerade köchelt, sonst war die ganze Arbeit umsonst. Du verstehst, hoffe ich und du kannst mir von der Jagd ja ein anderes Mal ausführlich bei einem Glas erzählen, wie du dir das vorstellst“, bot ich geschäftig an.

„Severus, so langatmig, so kenne ich dich ja gar nicht und so… interessiert! Habe ich etwas von einer Jagd gesagt? ... Aber nun gut, dann komm übermorgen zu mir ins Manor, dann machen wir uns einen gemütlichen Abend!“, kam es schleppend von ihm und ich rollte genervt mit den Augen, was ihn mich tiefgründig anfunkeln ließ, er musste es mir nicht sagen, dafür kannte ich ihn zu gut und das wusste er.

Lucius Malfoy wollte sie, das sah ein Blinder mit Stock. Ich nickte ihm steif zu und apparierte umgehend an den Grimmauld Place, ich musste kontrollieren, wo sie sich rumtrieb.

Als ich das unfreundliche Blackanwesen erstürmte, hatte sich meine Laune rasant in einen arktischen Gletscher verwandelt, womit hatte ich das verdient? Jetzt ging ich auch noch zu diesem Köter und Potter, nur wegen ihr, diesem Biest!

Wie meist saß die ganze laute Horde in der Küche, versammelt um den Tisch und als ich überraschend hereinplatzte wandte sich mir die allgemeine Aufmerksamkeit zu und das frostige Schweigen, welches mich umgehend willkommen hieß, erwärmte mein Herz, dachte ich zynisch amüsiert über ihre minderbemittelte Art mich zu strafen, denn dies war ein wahrlich tollpatschiger Versuch, als würde mich dies reffen oder gar berühren.

Ich schenkte der bunten Meute ein verachtendes Lächeln und blickte Black kalt in die Augen. Ich konnte die Weasleys und Potter ausfindig machen, aber die rothaarigen, doppelten Witzfiguren und Granger konnte ich nicht in der Masse sehen.

„Severus, was können wir für dich tun?“, wollte da Lupin betont höflich wissen, während ich noch immer in der Tür stand. Ich hatte keine Zeit für Smalltalk und so starrte ich Black direkt an, ohne die andere Bagage zu beachten.

„Black, weißt du, wo die Elster ist?“, fragte ich zweideutig und blickte ihn eindringlich an und hoffte, dass sein minderbemittelter Verstand in die Gänge kam.

Ich konnte sehen, wie er zusammenzuckte und die hohe Stirn überlegend runzelte.

„Warum?“, entgegnete er mir da lauernd und alle lauschten unserem so freundlichen und netten Dialog interessiert.

„Black, weißt du es oder nicht?“, fragte ich ungeduldig fauchend, wobei ich mir meine Eile nicht weiter anmerken ließ. Potter beobachtete uns mit diesen ach so grünen Augen misstrauisch und hatte ein skeptisches Gesicht aufgesetzt.

„Nein, weiß ich nicht, sie hatte einiges vor!“, meinte er mit einem Achselzucken, als ginge sie ihn nichts an.

Wunderbar, so konnte man es auch umschreiben, und was sie vorgehabt hatte! Einen Malfoy zu bezirzen, auf dass er zur Jagd blies.

„Mpfff…“, stieß ich nur ungehalten aus und wollte mich brüsk abwenden.

„Ist etwas passiert? Wenn du so gut drauf bist?“, äußerte Black dann auf einmal doch erstaunlich interessiert, nachdem er meine süperbe Laune zur Kenntnis nahm.

„Lucius ist passiert!“, verkündete ich knapp, warum sollte ich der Einzige sein, der wusste, wie gefährlich das Spiel gerade mal wieder geworden war.

„Scheiße, Fuck! Wie hat sie das schon wieder geschafft?“, wusste Black die richtigen Worte zu benützen, als er fast aus seinem Stuhl sprang und endlich seine lässige Haltung aufgab.

„Entschuldigt, aber um was oder auch wen geht es?“, konnte ich Lupin vernehmen und Black wedelte mit seiner Hand ab.

„Was weiß ich?“, wandte ich mich nun ab. Ich sah nur noch, dass er sich nun doch erhoben hatte und konnte auch schon hören, wie er von den anderen in die Mangel genommen wurde.

„Welche Elster?“, „Was soll das?“, „Was will Snape wissen…?“, blablabla immer dasselbe unsinnige Geschnatter.

„Severus, warte!“, ertönte der Schrei, denn Black war mir nachgerannt und flüsterte nun leise: „Ich weiß nur, dass sie am nächsten Tag gleich von Minerva zu ihrem Elternhaus gebracht worden ist. Wie konnte Malfoy Senior auf sie aufmerksam werden?“

„Das willst du gar nicht wissen, Black!“, beschied ich ihm reichlich kühl. „Wenn man bedenkt, wie es mit euch ausgegangen ist“, setzte ich, bösartig wie ich war, hinterher und grinste ihn fies an.

Black erstarrte regelrecht, dass ich es wusste. „Sie hat es dir erzählt?“, meinte er wirklich geschockt über ihren Vertrauensmissbrauch.

„Nein, ich hab es von anderer Seite erfahren!“, setzte ich ihn dann doch ehrlich in Kenntnis, denn Draco hatte es mir erzählt, damals im Gemeinschaftsraum.

„Also doch? Sie will mir nicht sagen, auf welche Schlange sie sich eingelassen hat!“, knurrte Black da wütend und wirkte reichlich involviert.

„Black, was regst du dich so auf? Sei froh, dass du sie los bist, sieh dir an was sie jetzt schon wieder für Unsinn baut, und du weißt, du bist und du warst ihr nie gewachsen!“, kam es von mir abfällig, obwohl ich die Wahrheit sagte und es auch so meinte, dabei fletschte ich meine Zähne.

„Trotz allem mache ich mir Sorgen, mit Malfoy ist nicht zu spaßen!“, warnte er besorgt und fuhr sich nervös durch seine lange, dunkle Mähne.

„Warum denkst du suche ich sie?“, wandte ich ironisch fragend ein.

„Die Twins sind auch nicht da, sind an Weihnachten abgehauen, angeblich zu Lee Jordan, ihrem Freund, aber ich glaub nicht daran“, gab er mir noch mit auf den Weg und schloss die Eingangstür hinter mir.

Also wo nun hin? Ich wusste wo sie wohnte, hatte ich mal nachgesehen und nicht mehr vergessen, es war eine Adresse direkt in London und so apparierte ich vor das edle Stadthaus, in dem sie wohnte und klingelte an der Tür.

Mir öffnete keiner und als mich eine Nachbarin ansprach was ich wollte, sagte ich, ich hätte eine Verabredung mit Miss Granger, meiner Schülerin. Die Alte blickte zwar komisch gab aber bereitwillig Auskunft, dass die Eltern wie jedes Jahr in der Schweiz Skifahren waren und Miss Granger nicht hier sei. Sollte mich das jetzt wundern, dass sie alle am Grimmauld Place belogen hatte?

So stand ich nun in einer abgelegenen Gasse und überlegte. Diese unsäglichen Twins waren abgehauen vor dem lästigen Haufen am Grimmauld Place, dies konnte ihnen wahrlich keiner verdenken und wie mir Lucius zu Beginn unseres Treffens vorgejammert hatte, Draco auch, dieser wollte Weihnachten angeblich lieber bei Blaise Zabini verbringen als daheim!

Nur wollte ich das nicht so recht glauben! Wenn Granger allein war und Draco auch das Weite suchte, konnten diese beiden nur zusammen sein, also war Zabini ein Alibi, die Frage war nur, wie viel oder wie wenig dieser wusste und so entschloss ich mich, zu Zabini zu gehen und zu schauen, ob Draco wirklich bei seinem Hauskameraden die Ferien verbrachte, aber es sollte mich nicht überraschen wenn es nur ein Fake wäre, doch ich wollte gespannt sein.

Zabini lebte in einem schönen, großen Landhaus in der Mitte Englands, sprich im Nirgendwo. Das Haus war auch riesig, aber bei weitem nicht so groß und beeindruckend wie das Manor, aber es machte auch durchaus was her. Es erinnerte an ein mittelgroßes Herrenhaus der vergangenen Jahrhunderte. Wie seine Mutter gerade hieß wusste ich nicht, da Mrs. ehemals Zabini, ich glaube ihren siebten oder den sechsten Mann gerade wieder trauernd zu Grabe getragen hatte? Wer diese Frau heiratete, war früher oder später des Todes, so viel war klar! Dass sie immer noch Gutgläubige fand, die so schnell als möglich ins Jenseits befördert werden wollten, erstaunte mich bei jeder Hochzeitsanzeige erneut, sollte aber nicht mein Problem sein.

Keine Frage, sie war eine schöne Frau, mit ihren Wurzeln aus Martinique und ihrer schokoladenbraunen Haut und den vor Übermut und Temperament strahlenden Augen, aber sie war auch angsterregend in ihrer ruhelosen Art! Wie sie so einen ausgeglichenen Sohn haben konnte, der alle neuen Stiefväter stoisch über sich ergehen ließ, erstaunte mich mal wieder über alle Maßen.

Hoffentlich war sie nicht da, nicht dass ich noch in den Fokus geriet, ging mein Sarkasmus sehr wohl mit mir durch.

Als ich dann von dem diensteifrigen Hauselfen in den gemütlichen Empfangssalon geleitet wurde, wurde mir diese Hoffnung erfüllt, der aufgeschreckte Vogel war wirklich ausgeflogen, nicht dass sie noch versuchen würde Mrs. Snape zu werden, dachte ich spöttisch.

Und so kam Blaise herangeschlichen. Er war ein hübscher Junge, der die Mädchenherzen in Hogwarts höher schlagen ließ und wahrlich kein Kostverächter, hatte er wohl von der Mutter, schoss es mir sehr süffisant durch den Kopf.

„Professor Snape, was für eine Überraschung, kann ich etwas für Sie tun, was wünschen Sie?“, zeigte er mir seinen Respekt und beugte sein Haupt vor mir. Ich liebte die Manieren meiner Slytherins.

„Mr. Zabini, erfreut Sie wohlauf zu sehen! Ich habe erfahren, dass Mr. Malfoy, sich bei Ihnen befinden soll, ich müsste ihn sprechen…!“, bat ich bestimmt und blickte ihn lauernd an.

Ich bemerkte unter meiner Musterung sofort, wie sein Adamsapfel hüpfte als er schwer schluckte, kein gutes Zeichen. Ich würde hier wohl nicht fündig werden, ich konnte gerade noch ein genervtes Seufzen unterdrücken.

„Nun, Professor, Draco ist gerade unterwegs…“, versuchte er es recht gut, aber ich war besser und so unterbrach ich ihn resolut.

„Mr. Zabini, wie es aussieht ist Mr. Malfoy nicht hier und war es wohl auch nie. Hätten Sie die Güte, mir mitzuteilen, wo er sich aufhält?“, forderte ich harsch.

„Ich weiß es nicht, Sir!“, ließ er traurig die Schultern hängen.

„Gar nichts, Mr. Zabini? Sie würden Draco damit helfen, nicht ihm Probleme bereiten!“, versuchte ich ungewohnt einfühlsam auf ihn einzugehen und dabei fokussierte ich ihn starr.

„… Mhm, na gut… er ist bei Abraxina!“, platzte es plötzlich aus ihm heraus, nachdem er unter meinem fordernden Blick zusammengebrochen war, ja, das hatte ich mir schon gedacht.

„Hat er sich etwas einfallen lassen, wie Sie ihn erreichen könnten, falls etwas wäre?“, hakte ich ungeduldig nach.

„Ja, ich soll ihm meine Eule schicken!“, bekannte der Junge flott, wenngleich auch sehr nervös.

„Dann sollten wir das tun, Mr. Zabini!“, befahl ich endgültig und kurze Zeit darauf segelte ein Uhu zu Draco davon.

So saßen wir uns in zwei wuchtigen, gelben Sesseln gegenüber und schwiegen uns an. Es war erheiternd, zu sehen, wie die anhaltende Stille an den Neven des jungen Mannes vor mir zerrte.

Na, da wollte ich mal nicht so sein und für Gesprächsstoff sorgen, die Frage war nur, ob er das Thema zu schätzen wusste.

„Mr. Zabini, was wissen Sie über Abraxina?“, benutzte ich Dracos hirnverbrannte Idee, Granger so zu nennen, sie mit diesem Namen zu titulieren.

Sein Kopf ruckte in die Höhe und er starrte mich mit seinen dunkelbraunen Augen groß an.

„Nichts, Sir!“, meinte er dann schlicht.

„Was wissen die Slytherins?“, drang ich weiter in ihn und er versuchte, mir gegenüber entschlossen und nicht eingeschüchtert zu wirken.

„Nichts, Sir!“, entgegnete er schon wieder rasch, war es nicht immer wieder ein Vergnügen, sich mit Schlangen zu unterhalten? Das war so eine erfrischende, aufschlussreiche Kommunikation.

„Was wird vermutet, Mr. Zabini?“, bohrte ich geduldig weiter.

„Viel, Sir“, bei dem Gespräch könnte man denken, Granger wäre hier in die Lehre gegangen, sie war eindeutig im falschen Haus. Zabini könnte, so wie er sich gab, ihr bester Freund werden, innerlich seufzte ich schwer.

„Könnten Sie ins Detail gehen, Mr. Zabini?“, gab ich mich unendlich geduldig, bei dem Horror in seinen Augen schien mir das nicht wirklich zu gelingen. Ich trommelte abwesend mit meinen Fingern auf die Lehne.

„… Natürlich, Sir, nun man nimmt an, dass es eine Ravenclaw ist, da Hufflepuffs bei einhelliger Meinung nicht genügend Mumm haben, in den Gemeinschaftsraum eines anderen Hauses einzudringen…, Sir, aber ich… nun“, stotterte er und dabei knabberte er nun auf seinen Lippen rum.

„Und Sie…, Mr. Zabini?“, wiederholte ich seidig, das war doch hochspannend.

„Nun, ich denke nach Ihrem… chrmm und Dracos, …wie sag ich das denn jetzt, also als Sie damals diese Diskussion hatten, da habe ich mir gedacht, Sie kennen das Mädchen und so wie das alles schien, ich denke… nein, ich muss das so sagen, ich denke, keines der Mädchen in den beiden genannten Häusern hätte das Potential Draco dermaßen zu fesseln, deshalb denke ich…, aber nur ich…, es ist eine Gryffindor!“, entfuhr es ihm unsicher und er strich sich nervös durch seine kurzen, schwarzen Haare.

Auch wenn meine nichtssagende Maske perfekt saß und ich es auch nie zugeben würde, aber da ging einem doch das Herz auf, zu sehen und zu erkennen, dass man solch beeindruckende Menschen in seinem Haus hatte, die der Kombinationsgabe mächtig waren, das war eine Bestätigung, nicht nur von totaler Inkompetenz umgeben zu sein! Wenngleich ich seine Unruhe wahrnahm.

„Und was gedenken Sie mit diesen Meinungen anzufangen?“, drohte ich ihm sanft, aber auch sehr zufrieden, dass er hinter das große Ganze gesehen hatte.

„Nichts, Sir. Habe ich denn recht?“, fragte er verdattert, also daran würde er noch arbeiten müssen.

„Mr. Zabini, ich denke es ist besser, wenn ich nicht darauf antworte, zu Ihrem eigenen Wohl! Aber wie steht es mit Ihnen, können Sie schweigen?“, wollte ich wissen und überschlug nun entspannt meine Beine.

„Sir, bei allem Respekt, ich betrachte Draco als Freund und ich hoffe, er mich eines Tages wieder genauso, so sollen denn seine Geheimisse die meinigen sein!“, bekannte der junge Mann inbrünstig ernst und er gefiel mir immer besser, den würde sich Draco warmhalten müssen, so was konnte Gold wert sein.

Als wir auch schon unterbrochen wurden, da der Hauself die Tür öffnete und eine schwarze Gestalt durch die Tür glitt, als die Schritte abrupt stoppten.

„Onkel Severus?!“, konnte ich Dracos ungläubige Stimme erkennen und er zog die Kapuze vom Kopf. „Blaise“, nickte er diesem knapp zur Begrüßung zu.

„Gut, dass du dich gemeldet hast, ich wollte eh zu dir, nach dem was da heute wieder passiert ist!“, sprudelte es regelrecht aus ihm hervor und er erstaunte mich, als er rasch auf mich zutrat.

Ich saß immer noch und betrachtete meinen erregten Patensohn kühl, war aber auch in seinem Fall positiv gestimmt, da er die Gefahr, die sein Vater darstellte, anscheinend richtig einschätzte. Ich empfand es als befriedigend, nicht von Dummköpfen umgeben zu sein.

„Draco, schön dass du so schnell erscheinst, ihr seid nicht leicht zu finden!“ Das Kompliment konnte ich ja mal aussprechen, ohne Draco aufzustöbern hätte ich keine Ahnung gehabt, wo ich Granger suchen musste. Was mich zwar maßlos ärgerte aber gleichzeitig auch minimal beruhigte, denn wenn ich sie nicht auf die Schnelle fand, tat es Lucius erstmals auch nicht.

„Danke für das Kompliment, aber das gebührt nur ihr!“, entgegnete er deutlich stolz, dabei funkelten seine sturmgrauen Augen vor Emotionen, gar nicht gut, dachte ich bei dem Anblick. „Wollen wir gehen?“

„Nicht so eilig, mein Lieber! Mr. Zabini hat mit mir ein kleines Gespräch geführt. Ich denke, der Inhalt sollte dich interessieren“, bekannte ich, dabei blickte ich den Jungen aufmunternd an und auch Draco sah fragend in die Runde.

„Ähm, wie Sie Wünschen, Sir. Draco, ich hoffe, du siehst mich mal so sehr als Freund wie ich dich immer noch und ich denke, dass deine „Abraxina“ eine Gryffindor ist!“, ratterte er wie aus der Pistole geschossen runter, tja, Gefühle waren nicht so unser aller Ding, musste ich doch meinen Kopf tragisch berührt schütteln, denn er hatte sich angehört als hätte ich ihn mit einer Waffe bedroht.

Ich sah, wie der Unglaube in Dracos Augen sich in Erstaunen und dann in leichten Ärger verwandelte, aber ansonsten war er ein wahrer Malfoy und schaute nun Blaise mit geneigtem Kopf überlegend an.

„Blaise, auch ich betrachte dich als Freund, … immer noch… sonst hätte ich dich nie gebeten mich zu decken. Es freut mich, dass dir unsere Freundschaft so viel bedeutet… zum anderen, ich weiß, dass ich nur die Erlaubnis habe Severus mitzubringen, aber ich denke, du solltest auch mitkommen, schon alleine für den Zauber!“, sagte er sehr überlegt, ich wusste gleich, welchen Zauber er meinte und ich fand diese Idee gut, aber der gute Zabini schaute etwas überfordert aus der Wäsche.

„Klar, Draco, ich komm mit, brauch ich was?“, war er sofort bereit und sein Vertrauen in Draco fand ich dann doch interessant.

„Nur deinen Mantel, kommt, lasst uns aufbrechen!“, ordnete er an und so brachen wir zügig auf.

Wir standen unter einem ausladenden, großen Baum und sahen nichts, ich wollte Draco schon anfahren, was der Scherz sollte, als er uns ein Blatt Papier vor die Nase hielt, auf dem gut lesbar geschrieben stand „Rose Cottage“ und in diesem Moment konnten wir wahrnehmen, wie sich ein wunderschönes und sehr malerisches Cottage mit Garten vor uns offenbarte!

Wie bitte?

„Draco, woher kommt der Fidelius?“, erkundigte ich mich da auch schon tonlos, wir hatten uns noch nicht gerührt.

„Hat sie gemacht, nach dem Ball! Ist sie nicht toll? Was sie alles kann, ganz allein!“, strahlte er sichtlich stolz über ihr Können.

„Draco, weißt du wie gefährlich das ist? Wenn das Ritual unterbrochen wird, das ist höchste Magie, sehr anstrengend, sehr schwer, das hätte sie nicht schaffen dürfen und können!“, erwiderte ich schroff, ich hasste so etwas. Ich war zu alt, um von einem solchen Gör immer aus der Fassung gebracht zu werden, aber ihr magisches Potential erschreckte und erstaunte mich häufig. Sich in ihrem Alter an den Fidelius zu wagen war ungeheuerlich, aber ihre Vermessenheit es zu wagen war ebenso aussagekräftig wie dämlich.

„Wussten wir, aber es ist alles mehr als gut gegangen. Es war ein kalkuliertes Risiko und wie wir fanden das Kleinere als ungeschützt zu sein! Sie hat dann eine Nacht durchgeschlafen und dann ging es wieder! Kommt!“, bedeutete er uns zu folgen. Ich versuchte, meinen Schock über diese Hirnrissigkeit hinunter zu schlucken, ich brauchte nun einen klaren Kopf.

Wir folgten Draco zu der Tür und er öffnete, nun standen wir in einem kleinen Flur und nahmen unsere Mäntel ab, als wir das laute Lachen von mehr als nur einer Person hören konnten.

„Wartet kurz“, bedeutete er uns und ging ins Wohnzimmer und wir konnten mit verfolgen, was gesprochen wurde.

„Liebling?“, sprach nun Draco sachte zu ihr.

„Schon wieder da? ... Ich habe eine tolle Nachricht, Draco, ich hab es hinbekommen…“, hörten wir ein ausgelassenes Lachen und dann einen Schmatzer, was uns näher an die Öffnung treten ließ und ich konnte sehen, wie Granger in den Armen von Draco lag und dieser sie stürmisch küsste, während die zwei roten Unholde dabei standen und sich theatralisch die Augen rieben.

„Hört auf, ihr Chaoten, hat es denn mit den neuen besser hingehauen und es sind andere Tierchen geworden?“, konnte ich mit der Frage von Draco gar nichts anfangen.

„Schschsch, Draco! Nein, leider nicht, sie sehen nur irgendwie böser und gehässiger aus und sind aggressiver, sag bitte nichts mehr“, kam es vorsichtig von Granger und die Twins sahen regelrecht mordlüstern aus. „Ich werde mich noch mit dem Warum auseinandersetzen.“

„Ruhig Blut, Jungs, zur Beruhigung lade ich euch ein, mit mir den Whiskey Vorrat alle zu machen“, bot Draco gerade generös an. „Und nun… ich habe zwei Personen mitgebracht!“, gestand er und sorgte dafür, dass die Twins zu uns herumwirbelten.

„Was!?“, zischte Granger und ihr Gesicht verdüsterte sich zusehends.

„Severus und… und…“, und so traten wir in den Raum, Zabini sah etwas blass aus, auch er hatte den Kuss mit Granger verfolgt. Es musste für ihn schockierend sein, Potters Busenfreundin mit seinem Erzfeind zusammen zu sehen.

„Liebling, bitte nicht aufregen… es musste sein…“, beschwor Draco eindringlich und umfasste ihre Taille von hinten und zog sie an seine Brust. „Dir muss doch klar gewesen sein, dass ich mit Blaise rede!“

„Ja, reden, Draco, ist etwas anderes als ihn hierher zu bringen!“, beschied sie knapp und da machte sich rabiat los und fuhr ihn nun an: „Hatten wir das nicht erst an Weihnachten, erst mich fragen, dann handeln?“

„Sorry, Kumpel, da musst du jetzt durch…“, winkten die Twins lapidar ab, was mich verwunderte, denn was war so schlimmes an Weihnachten passiert?

„Draco, ich habe gerade Gewaltfantasien, in denen ich dich langsam erwürge!“, keifte sie inbrünstig, was sage ich? Sie war ein Biest! Wenigstens war ich nicht der Einzige, der diese liebenswürdige Seite von ihr kannte und erlebte.

„Schluss, Hermione! Ich hatte beim Ersten recht und jetzt die zwei herzubringen auch! Mach einen Punkt, ich bin doch schon auf die Knie gefallen, dass ich dir das so angetan hab“, entgegnete er nun rechtfertigend! Alles klar, jetzt war ich mehr als neugierig und ich glaube, Zabini platzte neben mir auch gerade vor Neugier, ein kriechender und bettelnder Malfoy, nur die Twins sahen wissend und leicht hämisch aus, das war spannend.

„Und ich habe dir Vergeben, unter der Bedingung, nichts mehr über meinen Kopf hinweg zu machen und was machst du!?“, fauchte sie selbstgerecht und wedelte mit der Hand in unsere Richtung, beeindruckend wie sie mit ihrem lockigen Haar den Raum einnahm. Draco wand sich unwohl unter ihrem bösen Blick, als wäre er sich seiner nicht so sicher.

„Hermione, Schluss!“, mischte sich nun einer der Roten erstaunlich bestimmt und unerwartet Tollkühn ein, keine Ahnung wer, die sahen zu gleich aus um sie zu unterscheiden. „Draco hat jetzt nicht falsch gehandelt, hör dir seine Gründe an! Es gibt Situationen, in denen er dich nicht wird fragen können und eigene Entscheidungen treffen muss und da wirst du ihm trauen müssen! Also hör auf, den Armen so fertig zu machen!“, verklangen die Worte des Twins und gerade war ich dankbar, dass ich so lange trainiert hatte, mir nie auch nur das kleinste Bisschen anmerken zu lassen, denn ich war erschüttert. Weasleys, die Partei für einen Malfoy ergriffen, Gryffindors, die für einen Slytherin in die Bresche sprangen. Leider sah es bei Zabini anders aus, er wirkte eher als würde er Sauerstoff brauchen, er war schockiert.

Ich konnte sehen, wie Draco aufatmete und ihnen dankbar den Daumen hochreckte, was Granger, da sie sich zu den Twins umgewandt hatte, nicht bemerken konnte.

„Bitte?“, meinte sie sichtlich konsterniert.

„Ja, Schönste, ich geb George auch recht, halt ihm die Geschichte im Bett nicht immer vor! Ich finde es immer noch gut, auch wenn du dich immer noch so darüber aufregst und du wolltest auch, dass er mit Snape spricht, wegen vorhin… gut, er hat Zabini mitgebracht aber er wird seine Gründe haben!“, sprach dann wohl Fred ebenfalls für Draco, wir waren in einer verkehrten Welt gelandet.

Sie barg kurz geschlagen den Kopf in ihren Händen und sprach dann so versteckt.

„Ahhh…Draco, sorry, aber dein Vater hat das größte Talent mich aus der Haut fahren zu lassen und immer wenn er etwas tut, zieht es Konsequenzen nach sich, die mir nicht schmecken!“, schimpfte sie ungehalten.

Draco zog sie an sich. „Ich weiß, passt mir doch auch nicht, aber Blaise ist ein Freund von mir und er hat erraten, dass meine Besucherin nur eine Gryffindor sein kann! Und da dachte ich, du wirfst den Zauber!“, erklärte er sanft und als sie uns, die zwei Eindringlinge, ansahen saß auch ihre Maske wieder. Was hatte Draco getan, dass sie so aus der Haut gefahren war?

„Entschuldigen Sie den Empfang, Professor Snape und auch dir ein herzliches Willkommen, Zabini. Bitte, nehmen Sie doch Platz“, meinte sie nun die untadelige Gastgeberin spielend und zeigte zu dem Esstisch, an dem wir alle genügend Platz hätten.

„Möchten Sie etwas?“, bot sie gespielt höflich an und lächelte uns unecht zu.

„Lass, Hermione, ich mach das, möchten alle einen Whiskey?“, übernahm Draco das Ruder und alle nickten nur.

Das nenn ich doch mal eine illustre Runde, zwei Weasleys mit ungewöhnlich ernsten Mienen, Granger, der man so was von nichts mehr ablesen konnte, saß stocksteif da, Zabini, der etwas verloren bei den Zwillingen saß und sich ostentativ die Weihnachtsdekoration anschaute und nun Draco, der ungewohnt eilfertig auf Hauself machte und ein Tablett vor sich schweben ließ.

„Miss Granger, wissen Sie, in was für Schwierigkeiten Sie sich befinden?“, begann ich steif.

„Ist mir bewusst, Sir!“, nickte sie zustimmend.

„Was hatten Sie im Ministerium zu suchen?“, hakte ich weiter nach. Sie schaute leicht in die Runde und schnaufte, während die Twins ein Grinsen im Gesicht hatten und selbst Draco sah sie keck an.

„Darf ich erst den Zauber über Blaise werfen, oder möchten Sie das tun, Sir?“, fragte sie mich provokant und ich würde mir doch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, den Zauber auszuprobieren und so zückte ich sofort meinen Zauberstab.

„Darf ich einen Zauber auf Sie legen, Mr. Zabini?“, bat ich taktvoll und dieser blickte mich geschockt an.

„Nur keine Angst, Zabini, den haben wir alle abbekommen!“, grinsten zwei teuflische Rotschöpfe um die Wette. Ich hasste so gute Laune, aber dank ihres Einwurfs nickte er leicht verstört, mehr war laut Grangers Anweisungen auch nicht nötig.

„Credere Tacientiae“, zielte ich mit dem Zauberstab und sprach noch unser aller Namen dazu, das war doch schön und so lehnte ich mich nach getaner Arbeit entspannt zurück und nahm einen großzügigen Schluck von dem Glas und stockte, guter Whiskey aber der von Muggeln und dieser wurde mir von Draco serviert? Erstaunlich, sein Großvater würde sich im Grabe umdrehen und wenn Lucius schon in seinem liegen würde, der gleich mit.

„So, da dies nun erledigt ist…“, meinte Granger leutselig und lehnte sich zurück. „Ja, ich war im Ministerium und hatte dort was zu erledigen, was dies war tut nichts zur Sache, oder sagen wir so viel, es war erfolgreich“, zeigte sie ein teuflisches Grinsen und ihre Augen funkelten diebisch, sie hatte zufrieden wirkend die Arme verschränkt. „Nun, als ich in den Saal zurückkehren wollte, stand da Lucius… er, er hat mir zu verstehen gegeben, dass er sich nicht zu schade ist, sich mit mir abzugeben. Einem Mudblood! Draco hat mich dann befreit, oder auch errettet. Da ich mich relativ passiv verhalten habe, ich wollte keinen Skandal, hätte ich echt nicht gebrauchen können“, spitzte sie den Mund und klang entsetzlich kalt und dann setzte Draco an:

„Nun, Severus, ich sollte Vater suchen, da er seine Rede halten musste und habe ihn an Hermione klebend gefunden. Er hat sie sehr derangiert stehen lassen und ich hab mich um sie gekümmert und bin mit ihr sofort hierher geflüchtet, habe uns somit in Sicherheit gebracht, sie… hat geblutet…“, sagte er wurde aber rüde unterbrochen.

„Ach, Draco sag das nicht so zum Professor, der hat mich schon gesehen, da habe ich wirklich geblutet. Professor, das war nichts, nur ein kleiner Biss!“, tat sie es lapidar ab.

„Draco, ich denke, Miss Granger hat recht, die Wunde an sich dürfte das kleinste Problem gewesen sein!“, erklärte ich relativ unbeeindruckt.

„Ach, das weiß ich doch auch, ihr zwei, ich hab mich doch nur über Vater geärgert, dass er sich so hat gehen lassen, wir waren in der Öffentlichkeit!“, schimpfte Draco arrogant und trank darauf.

„Professor, Draco hat Sie geholt, weil wir wissen, dass Lucius zur Jagd geblasen hat und nach heute in der Diagon Alley, nun Sie haben es ja selbst gesehen. Wir wissen um die Gefahr! Ich will nicht diejenige sein, die Draco zum Vaterlosen macht. Wenn Sie nicht gekommen wären, weiß ich nicht wie ich reagiert hätte!“ Ich bemerkte, wie Draco ihr sanft über den Arm fuhr und auch Zabini schaute gebannt auf das Schauspiel, wie zärtlich er war. „Nun, seit der einen brutalen Situation kann ich es nicht haben, wenn jemand versucht mich zu würgen, ich weiß nicht, inwieweit ich mich dann unter Kontrolle habe, Sir!“, gestand sie, dabei hielt sie den Blick auf die Tischplatte gesenkt.

„Verständlich, Miss Granger, wenn man erdrosselt werden soll, bleibt das haften!“, gab ich ihr recht, was dazu führte, dass Zabini und die Twins recht komisch und betroffen zu ihr sahen. „Sie haben es den beiden da nie gesagt?“, fragte ich perplex, das wunderte mich.

„Warum, Professor, niemand weiß alles über mich?“, schenkte sie mir ein kaltes, grausiges Lächeln.

„Schönste, du wärst beinahe erdrosselt worden, wann?“, echoten die Twins ergriffen und beide schauten ernst und ziemlich böse drein.

„Ich habe es euch nur nicht gesagt, da es vorbei war. Ich lebe, also ist die Sache gegessen und wann… als ich die Elster in die Küche geschickt habe!“, erzählte sie so emotionslos, dass mir als ich mich an die Bilder aus der Black Bibliothek erinnerte, das kalte Grausen hätte kommen können, aber augenscheinlich war sie mal wieder härter im Nehmen, als man hätte annehmen sollen. Da ich nicht erkannte, dass sie die Erinnerung wirklich tief berührte, obwohl damals ihr Kampf auf Leben und Tod stattgefunden hatte. „Ich war verletzt, aber der Professor war so freundlich, mich zu verarzten“, meinte sie beruhigend, was für eine Lügnerin, ohne rot zu werden, kannte wohl keine Scham. Ich hatte sie nicht verarztet. Ich hatte sie zusammen geflickt, leicht verletzt… unter was verstand sie dann schwer verletzt?

„Ah ah, Professor Snape, wir wissen, dass Hermione zur Untertreibung neigt, deswegen möchten wir Sie fragen, Sir! Stimmt das oder war sie eher mehr tot als lebendig?“ Dieses blödelnde Doppelpack schien mehr in der Birne zu haben, als sie uns alle denken ließen und Granger hatte das natürlich wieder mal sofort als erste erkannt.

Das war doch mal eine Steilvorlage und ich blickte zu ihr und sie sah intensiv mich an und hob ihr Glas und prostete mir fast spöttisch zu. Biest! Aber so eine Chance würde ich mir nicht entgehen lassen.

„Nun ja, das kann man so oder so sehen, meine Herren! Die Würgemale waren eindrucksvoll, aber das aus ihr ragende Messer hat irgendwie mehr meine Aufmerksamkeit gefesselt!“, entglitt mir ein diabolisches Grinsen. Ich denke, sie hatte diese Antwort von mir erwartet, denn sie schenkte mir ein zynisches Schmunzeln.

Die Reaktionen waren unterschiedlich, die Twins waren blass und ja, wenn Zabini blass werden konnte, dann war er es wohl jetzt auch und alle blickte mit weit offenem Mund durch die Gegend, da würde Draco noch mit ihnen üben müssen, dass sie nicht immer Fische spielten.

„Hermione Jean Granger, und das hieltest du nicht für erzählenswert? Wer war es?“, keifte einer der Zwillinge und hatte dabei erstaunliche Ähnlichkeit mit ihrer Mutter, Molly.

„Nun, derjenige welcher… den gibt’s nicht mehr!“, blieb sie ganz cool, während die anderen aufbrausten.

„Du hast… war ja klar, ich sag dir doch seit langer Zeit, Fred, sie killt alles was ihr nicht passt…“, grinste der eine Zwilling unerwartet böse und bescherte mir einen großen Konflikt, nicht selbst über das unerwartete Verhalten dieser hier anwesenden Gryffindors das Gesicht zu verlieren. Wo war ich hier gelandet? Was waren das für Kinder? Keine Guten!

„Bole!“, hauchte da der eher an weiße Schokolade erinnernder Zabini. Seine Kombinationsgabe war fantastisch. Worauf Granger bestätigend langsam nickte, Draco lächelte die ganze Zeit nur hintersinnig, ich konnte mir schon denken weshalb, er wusste höchstwahrscheinlich am meisten von dieser unserer Runde.

„Was… der war doch fast geköpft… das, das warst du?“, haspelten die Twins fragend und sie lachte und nickte nun. „Voll krass und wie war’s…? Und so was erzählst du nicht, du böses Mädchen, ich fordere eine ausführliche Erzählung!“, meinte einer der beiden, woher sollte ich dessen Namen wissen? Und diese Menschen dort, das da sollen Mollys und Arthurs Kinder sein? Ich hoffte für die beiden Eltern, dass eine Verwechslung im Krankenhaus stattgefunden hatte.

„Deswegen, Fred, ich hätte keine Ruhe mehr gehabt“, meinte sie zynisch und wandte sich damit wieder mir zu: „Aber nun zu unserem Problem, was machen wir wegen Malfoy Senior? Haben Sie noch was aus ihm rausbekommen?“

„Ja, er will sie, er findet sie hinreißend… ich würde vorschlagen, Sie gehen nicht mehr aus Hogwarts raus, egal ob zum Training oder um nach Hogsmeade zu gehen!“

„Inakzeptabel, ich kann mein Kampftraining nicht schleifen lassen, sollte ich doch mal in Lucius‘ Arme laufen, ist das mit meine beste Verteidigungsstrategie, da er damit nicht rechnet“, ereiferte sie sich und wies meinen besonnenen Vorschlag weit von sich.

„Wo sie recht hat, Severus“, meinte da Draco gewichtig. Ich erlaubte mir, leidlich zu stöhnen, da ich in die großen, bittenden Augen von Draco schauen durfte, die mich schon als er noch ein Kleinkind war immer rumbekommen hatten und ich wusste, was er wollte, dass ich tat. Was für ein durchtriebener, hinterlistiger, kleiner Manipulator. Wo hatte er das her? Von mir oder seinem Vater bestimmt nicht.

„Nun gut, aber dafür bist du mir was schuldig! Sie geben das Training außerhalb von Hogwarts auf…“, beschied ich endgültig, da wollte sie empört aufbegehren, wurde aber von meinem kalten Blick und Dracos Hand gebremst. „… und dafür gebe ich Ihnen mittwochs und freitags bei mir Unterricht im Kampf. Magisch genauso wie im… Nahkampf mit Waffen!“, bot ich unerwartet großzügig an und Granger sank auf ihren Stuhl zurück, leicht überrascht und überrumpelt. „Wobei Sie am Montag brauen werden, kann nicht schaden!“, meinte ich schon eher gewohnt gehässig.

„Gerne, Professor, wenn Sie mir das anbieten, werde ich annehmen. Da ich vor der Gefahr, die Lucius bedeutet, nicht die Augen verschließe, somit bin ich bereit, die Konsequenzen und Einschränkungen zu tragen“, erklärte sie sich erstaunlich schnell einverstanden, aber sie war nicht dumm. Ein erstaunliches Mädchen!

„Severus, könntest du uns alle, so wie wir hier sind, nicht sonntags auch trainieren, schaden würde es nicht“, bat Draco plötzlich, ich war überrascht, nein, so waren Malfoys und so war Draco schon immer gewesen, reiche ihm den kleinen Finger und er nimmt die ganze Hand und so nickte ich nur geschlagen. „Danke!“, strahlte er mich da auch schon glückselig an.

„Ich überlasse sie alle jetzt sich selbst. Sie, Miss Granger, gehen so wenig wie möglich raus und schon gar nicht mit ihrem natürlichen Aussehen, morgen komme ich wieder! Mr. Zabini, müssen Sie zurück?“, forderte ich von dem stummen und überwältigt wirkenden Jungen zu erfahren.

„Ähm…!“, war die eloquente, aber so intelligente Aussage, unwillig runzelte ich die Stirn, was war das für eine Artikulation?

„Wir haben noch ein Zimmer, du kannst gerne bleiben!“, bot Draco rasch an und auch Granger nickte, wenngleich zögerlich.

„Ja, ich würde bleiben, bei mir daheim ist eh keiner…“, meinte er ehrlich erfreut über das unerwartete Angebot. „Und ich hätte ein paar Fragen…“

„Gut, dann wäre das geklärt, bis morgen!“, legte ich einen gelungenen Abgang hin und rauschte davon.

Auf dem Weg zum Lord machte ich mir so meine Gedanken, was sollte ich von dieser illustren Gesellschaft halten?

Dass ich Draco mal so erleben würde, damit hatte ich nicht gerechnet! Aber sie tat ihm gut, unglaublich, aber wahr! Dass die Twins derart bösartig und gemein waren versetzte mich tatsächlich in Angst und Schrecken, würde ich nur nie offen zugeben, so wie ich sie jetzt erlebt hatte, hatte ich wirklich ein leises Magengrimmen, wenn ich an sie dachte. Diese zwei waren schon als Scherzbolde mit Vorsicht zu genießen. Aber so dem Bösen zugeneigt und so kaltblütig oder auch blutrünstig waren sie gefährlich, da hatte sich wirklich eine Clique gefunden, ich war sorgenvoll gespannt. Wo würde das Ganze enden? Und Granger, das war ein Kaliber, sie war der Kopf des Ganzen und Potter war auch in ihren Händen, so vertrauensvoll und treuherzig wie dieser sie immer ansah. Er fraß ihr auch aus der Hand und Dumbledore ging unwissend und blind durch die Gegend, was sich unter seiner Nase alles abspielte.

Vielleicht hatte Lucius recht und ich sollte aufhören, in ihr das Gör zu sehen und anfangen, die erwachsene Frau zu sehen, mit der zu rechnen war?

Snapes Sicht ende


Zuletzt von queenie am So Dez 29, 2013 9:02 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Die letzten unbeschwerten Tage   Do Feb 09, 2012 1:58 am

Die letzten unbeschwerten Tage

Hermiones Sicht

Der Abend nach Snapes wie immer beeindruckenden und durchschlagenden Abgang war dann doch sehr vergnüglich. Blaise war ein wirklich netter Mensch und so wie er sich jetzt präsentierte war ich überzeugt, ich mochte den Jungen sehr gerne. Auch wenn ich die Sorge hatte, dass er ein bisschen Angst vor mir hatte, so wie er mich manchmal musterte, nach der Erkenntnis, dass ich nicht mehr „unschuldig“ war. Aber die Jungs schafften es, ihn abzulenken und so taute er auch auf.

Draco ging auch auf und vergaß den Ärger über Lucius und bekochte uns, was Blaise fast einen Herzinfarkt bescherte, aber irgendwie schien es ihm gut zu tun, dass sein Freund aus Slytherin nun auch hier bei uns war.

Die Jungs feierten noch einen feuchtfröhlichen Abend und versuchten jeder für sich ihren Lieblingsdrink festzulegen, wobei ich ihnen belustigt und gut unterhalten zusah. Ich versuchte aber auch, Pläne auszuarbeiten, da ich mir sicher war, dass es zwar jetzt die beste Taktik war unterzutauchen und zu verschwinden, aber ich war sehr unsicher, wie lange das funktionieren würde und für diesen Fall, der irgendwann eintreten würde und ich mich nicht mehr verstecken konnte, versuchte ich schon jetzt, Pläne zu entwerfen, sollte mir doch keiner vorwerfen, ich wäre nicht vorbereitet für den Fall der Fälle.

Der Auftritt des Professors war mal wieder einzigartig gewesen, er hatte wenig gesagt aber darin lag ja die Würze, nicht?

Wir würden, wenn er wiederkäme, uns über die Möglichkeiten, die es gab, unterhalten müssen, aber ich wollte ihm mein Mal nicht zeigen, das wollte ich mir aufheben, ich würde mit Draco darüber reden müssen.

Um zwei Uhr in der Früh ging ich ins Bett, die Jungs feierten übermütig weiter, was ich ihnen gönnte.

Am nächsten Morgen sah ich alle erst spät wieder. Ich hatte mir Gedanken gemacht, warum das mit den Stäben von Fred und George nichts geworden war, denn das kleine Drama, als sie daheim die neuen Stäbe ausprobierten und nur etwas Biestigere und Fiesere kleine Eichhörnchen aus ihren neuen Zauberstäben brachen, war fulminant gewesen. Und so versuchte ich auf Zauberstabmacher zu machen und setzte mich doch tatsächlich mit der Materie auseinander.

Als dann endlich alle um den Tisch versammelt waren und sich mehr oder weniger aufrecht hielten, nach der kräftezehrenden Nacht, ergriff ich das Wort. Zabini hatte sich schon gut eingefunden und schien mehr auf seinen auf dem Tisch liegenden Armen zu schlafen, als mir zuzuhören.

„Fred, George, ich habe mir Gedanken darum gemacht, warum ihr immer noch Eichhörnchen als Patroni habt und…“ Sie unterbrachen mich erregt, denn sofort hatte ich damit ihre Aufmerksamkeit errungen:

„Bitte sag es uns?“, „Jaaaa, bitte!“, bettelten sie erbärmlich.

„Nun, George hatte Ulmenholz mit der Feder eines Hippogreifs von Ollivander und nun hat er Ulmenholz mit dem Haar eines Thestralschweifs!“, blickte ich in die Runde und alle hörten aufmerksam zu.

„Fred hat von Ollivander einen Zauberstab aus Walnussholz mit Hippogreifenfeder und nun Walnussholz mit Thestralschweif! Versteht ihr, was ich zu sagen versuche? Ihr habt nur euer Innenleben ausgetauscht, zwar ist dies der magische Kern, aber auch das Holz spielt da mit rein und anscheinend war das nicht genug, da ja auch das Innenleben ähnlich ist. Ich meine, beides sind magische Huftiere und ich als Laie denke jetzt halt, dass ihr mit den Eichhörnchen werdet leben müssen. Ich zum Beispiel hab halt zwei völlig verschiedene Stäbe, die so was von nichts miteinander zu tun haben“, erklärte ich schwer meine komplexen und wirren Gedanken.

Die Twins blickten ziemlich bedröppelt aus der Wäsche, Zabini verstand augenscheinlich nur Bahnhof und Draco nickte überlegend mit dem Kopf.

„Mhm, ich denke, du hast recht! Mal schauen, meine Stäbe, der Weißdornzauberstab hat, wie Hermiones, Drachenherzfaser und auch mein Schulzauberstab hat denselben Kern, ist aber aus Kastanienholz. Ich habe aber bisher nur mit dem Weißen den Patronus beschworen! Ich habe somit nicht die Kerne sondern nur die Hölzer getauscht, während ihr bei den Hölzern gleich seid aber das Innenleben ausgetauscht habt“, und so zielte er mit dem braunen Stab und es erschien nach seinem Expecto Patronum wieder eine Schlange, zwar nicht so beeindruckend groß und schön wie seine Viper, aber dem schon sehr ähnlich und unter dem Fidelus konnte er dies bedenkenlos mit dem Schulzauberstab tun.

„Also ich würde sagen, das zeigt, es ist das Zusammenspiel von Magie, aber anscheinend hat nur derjenige zwei Patroni, der zwei vollkommen gegensätzliche Zauberstäbe besitzt! Wenn die Frage gestattet ist, welche hast du denn, Hermione, ich darf dich doch so nennen?“, sprach da zum ersten Mal Zabini mit mir und ich lächelte ihn aufmunternd an.

„Aber natürlich, wenn ich Blaise sagen darf? Danke… nun, ich denke, du hast recht, anders lässt es sich nicht erklären! Und zu deiner Frage, ich habe eine Elster mit meinem richtigen Zauberstab, und mit dem Schulstab einen Otter!“, setzte ich ihn in Kenntnis und freute mich, dass er den Mut gefunden zu haben schien, endlich auch mit mir zu reden.

„Hast du auch zwei?“, fragten da die Twins synchron.

„Ähm, ja klar, haben doch die meisten!“, winkte er lässig ab und erhielt von uns erstaunte Blicke, Draco, der dies sah, antwortete uns.

„Das wisst ihr vielleicht nicht, aber die meisten oder fast alle Slytherins haben zwei, die meisten Familien legen Wert darauf, dass wir Kinder früh lernen, die Magie zu beherrschen und dies ohne das Wissen des Ministeriums. Die Zauberstäbe stammen meist aus dem Familienfundus. Jede unserer reinblütigen Familien hat, dank ihrer Ahnen und Vorfahren, eine riesige Auswahl an Zauberstäben, die sie wie ihre Augäpfel hüten und wenn man als reif genug angesehen wird, darf man sich einen aussuchen! Meinen weißen habe ich vom Gründervater der Familie Malfoy, dem großen „Armand Malfoy“, erhalten, was Vater geschockt und mich unglaublich befriedigt hat, als ich in sein empörtes Antlitz geblickt habe. Also bei uns ist das jetzt nicht soooo besonders!“, klärte er uns unwissende Gryffindors auf.

So etwas fand ich immer unfassbar spannend, das stand nie in Büchern, dass die großen Familien ihre Zauberstäbe aufhoben und horteten aber an sich war es logisch. Der Zauberstab war das höchste Gut für einen Zauberer und eine Hexe, ohne ihn fühlten wir uns nackt und wenn irgendwann die Zeit kam zu gehen, wird ihn niemand hergeben und das gute Stück zerstören oder sonst einen Unfug damit anfangen und es war intelligent, alle zu sammeln, damit man ähnlich wie Ollivander im Notfall auf eine Auswahl zurückgreifen konnte. So konnten sich die füreinander geschaffenen Zauberer ihre Stäbe suchen und finden, anders als bei Neville, der einfach den Stab seines Vaters in die Hand gedrückt bekam, ob dieser zu ihm passte oder nicht.

„Draco hat recht, so läuft das bei uns, aber ich hab überhaupt noch nie einen Patronus probiert! Aber ich hätte mal ein paar Fragen, ich dachte, du bist Potters beste Freundin?“, fragte ein skeptischer Blaise und die braunen Augen blickten mich fragend an.

„Das ist auch so, Blaise, Harry ist mein bester Freund!“, bekannte ich umgehend.

„Aber wie kannst du dann mit Draco zusammen sein?“, zeigten sich Unverständnis und Zweifel in seinem Blick.

„Draco weiß das und akzeptiert es! Und wenn Harry es wüsste, müsste auch er es akzeptieren, so einfach ist das!“, schmunzelte ich zu Draco hin, antwortete aber gerne.

„Ist das so einfach? Draco, ich bin verblüfft, du magst doch Potter nicht, oder?“, fragte er sichtlich aufgewühlt und schaute seinen blonden Freund hilfesuchend an.

„Was interessiert mich Potter? Solange ich von ihm verschont bin… und ich dieses nervende Wiesel nicht ertragen muss!“, seufzte er sich selbst bemitleidend. Blaise blickte ängstlich bei Dracos Aussage zu den Twins, da Draco mal wieder ihren Bruder so ganz nebenbei beleidigt hatte.

„Keine Angst, Blaise, bei den dreien ist er das bevorzugte Ziel…“, erklärte ich und lachte dabei bitterböse auf.

„Ihr vier seid komisch, ich hätte nie gedacht, dass ihr alle und vor allem du, Hermione, so seid, die brave, regelverrückte Streberin mit ihrem „Professor hier und Professor da“, die alles weiß, die Gryffindor schlechthin! Warum bist du so anders?“, zeigte er sich überfordert und schaute mit großen Augen regelrecht unverständig in die Runde und sprach zusätzlich mit seinen Händen, was alle sehr amüsierte.

„Was soll ich dir jetzt darauf antworten, Blaise? Es ist nicht immer alles so wie es scheint. Ich bin, wie ich bin, aber nur die wenigsten wissen es und die, die es wissen, sind fast alle hier im Haus! Ich könnte jetzt noch sagen, alles Tarnung und das würde es, denke ich, am besten beschreiben!“

„Okay, warum Tarnung? Aber ich hab gleich noch eine Frage, die mir nicht leichtfällt, du hast… also du hast…“, stotterte er da erbärmlich und ich wollte ihm aus seiner unangenehmen Lage helfen.

„Ja, habe ich! Ich habe schon einmal gemordet und ja, es war Bole und es war ein unglücklicher Moment. Sie haben mich in einer Muggelgegend entdeckt, mich erkannt und wollten mir an den Kragen und was soll ich sagen, ich habe mich gewehrt und… ich lebe!“, versuchte ich die Geschehnisse kurz zu umreißen und lehnte mich mit überkreuzten Armen zurück. Ich konnte sehen, wie die Twins darauf brannten nachzufragen und so rollte ich mit den Augen. „War recht blutig, war nicht schön!“, versuchte ich ihnen zuvorzukommen.

„Genau und deswegen werden wir nun auch überlegen, was wir heute tun, da du nicht mehr raus darfst, mein Liebling!“, meinte Draco echt gemein zu mir. Musste er mir meine Gefangenschaft so unter die Nase reiben? Und küsste mich sachte auf die Stirn.

„Halt, Draco, wie hast du es geschafft, dass Snape sich so schnell bereit erklärt hat uns und Hermione zu unterrichten, ich meine, die alte Kellerassel ist doch sonst nicht so?“, warfen da die Twins berechtigter Weise ein.

„Nun, ich hab ihn schon als Kind immer ganz gut rumgekriegt und glaubt mir, seit ich größer bin und ihm Paroli bieten kann, macht es ihm richtig Spaß und ich denke, es juckt ihn in den Fingern, es mit Hermione zu tun und anzugehen. Ich denke nicht, dass er sich da lange überwinden musste“, meinte er schelmisch grinsend, wobei er an Doppeldeutigkeit nicht zu überbieten war.

„Du weißt schon, dass das jetzt zweideutig geklungen hat?“, fragte ich ihn sachte und lehnte mich mit meinem Oberkörper an ihn.

„Ja, klar aber du weißt auch, dass ich recht habe, zweideutig gesehen!“, hauchte er mir einen Kuss auf die Wange.

„Jetzt hätten wir mal eine Frage, was gibt es über dich zu wissen, Blaise?“, zeigten sich die Twins reichlich keck.

„Tja, meine Mutter heiratet einen Mann nach dem Nächsten und beerbt sie, ich denke es ist ihr Hobby!“, zuckte der dunkle Junge die Schultern.

„Mann Alter, du Armer, wie viele waren das bisher?“

„Sie hat vor einem halben Jahr den siebten Mann zu Grabe getragen“, leierte er ungnädig herunter.

„Waaas sieben? Stolze Zahl, krass, kriegst du alle Namen zusammen?“, meinte Fred, wie immer sehr taktvoll und wenig nett.

„Nun, ich bin sehr froh, dass ich die letzten Jahre auf Hogwarts war und somit die meisten meiner Stiefväter gar nicht kennenlernen musste, aber das ist das Leben meiner Mutter, da misch ich mich nicht ein!“, erklärte er rundheraus, während Draco hinter ihm stand und ihm nun aufmunternd auf die Schulter schlug.

„Außerdem ist unser Frauenheld hier kein Trauerkloß, er besitzt durchaus die Gene seiner Mutter!“, grinste Draco echt fies.

„Dann stimmen also die Gerüchte, die durch Hogwarts schwirren?“, lachten die Twins schallend, ich zog die Stirn kraus, so ungern ich es zugab, ich hatte keinen blassen Schimmer, von welchen Gerüchten die Rede war.

„Oh, hat unsere allwissende Schöne keine Ahnung, von was für Gerüchten wir sprechen?“, zog mich George reichlich biestig auf und zeigte mir, was er von meiner Ahnungslosigkeit hielt und ich zuckte die Schultern. Draco schmunzelte amüsiert und Blaise sah pikiert aus.

„Dass er ein Mädel nach dem anderen abschleppt, sei ja mal dahingestellt, aber tada, er soll auch ein Gryffindor Mädel abgeschleppt haben! Und… und sprich, du Schlange, ist es wahr, hast du?“, sangen beide ganz enthusiastisch.

„Ja, Blaise, ich will es auch endlich wissen, bin ich nicht die einzige Schlange, die Gefallen an Löwen findet?“, hieb Draco unnachgiebig in die gleiche Kerbe und der arme Blaise tat mir richtig leid, so in der Bredouille zu stehen.

Er rieb sich unsicher den Nacken. „Ja, ja, ich hab mal eine Gryffindor geknackt und bevor ihr schreit wer? Ein Gentleman genießt und schweigt!“, meinte er sehr bestimmt und ich gab ihm recht, diese Unholde hier mussten auch nicht alles wissen.

Auch wenn jetzt natürlich das Ratespiel losging welcher Jahrgang, blond, rot, braun oder schwarzhaarig… der bemitleidenswerte Arme!

So warteten wir ab, wann Snape wiederkommen würde, erhielten abends während des Essens aber nur Besuch von einer silbrigen Abgottschlange, die uns mit seiner tiefen, dunklen Stimme mitteilte, dass er erst am nächsten Abend, nach seinem Treffen mit Lucius, spät im Cottage erscheinen würde und warnte, dass ich mich an seine eindeutigen Anweisungen halten sollte. Irgendwie passte die Boa zum Kopf des Hauses, in ihrer schieren Größe war sie schon beeindruckend.

Dank dieser wenig erfreulichen Anweisungen und Auflagen war mir noch nicht ganz klar, wie ich die noch offenen Fragen zu den Unterlagen wegen Dumbledore lösen sollte, aber es bestand ja noch keine Eile, da ich erst mal alle Erkenntnisse der mir zur Verfügung stehenden Unterlagen zusammentrug.

Und so kam der Abend des nächsten Tages und wir alle erwarteten die Ankunft unseres hochverehrten, ewig schlechtgelaunten Tränkemeisters.

Dieser hatte dann auch erneut einen einmaligen Auftritt, wir saßen alle um den Kamin versammelt und redeten mal wieder und es waren interessante, aufschlussreiche Gespräche über diese Gesellschaft und über die der Muggel.

Ja, alle vier Jungs waren nach kleinen Verwandlungen, wie ihr Haar zu verändern und anderen einfallsreichen Tarnungen, einkaufen gegangen, ohne mich! Sie wollten mich trotz Verwandlung nicht der akuten Gefahr aussetzen und so wurde ich einstimmig zum Ausharren verdammt und Draco übernahm, da er einmal mit mir beim Einkaufen gewesen war, das Kommando über die Truppe und ich verwendete hier den Original Ton: „Alles hört auf meine Befehle“, hey, die gingen in einen Supermarkt, sie erstürmten nicht… ich weiß nicht… die feindlichen Linien.

Aber nun gut, sie rüsteten sich zum Kampf und selbst die Twins wirkten ob der ungewohnten Art wie die Muggel an Lebensmittel kamen, sehr aufgedreht und angespannt.

Als der Vierertrupp ihre Hintern zur Tür hinaus hatte machte ich mir auf der Stelle Sorgen. Die chaotischen, unkontrollierbaren Twins, ein herrischer arroganter Malfoy und ein Blaise Zabini, der möglicherweise der Ruhigste und Besonnenste der Runde war, aber so weit weg von der Lebensweise der nichtmagischen Menschen, dass der auch nichts half. Die verließen sich alle auf Dracos Wissen, das er dank eines einzigen Einkaufs erworben hatte.

Hoffentlich ging das gut! Nach stundenlangem Warten, war ich kurz vor einer Panikattacke und hatte die Münzen aktiviert!

Also was wollt ihr hören, sie kamen endlich Heim! Immer das Positive aus der Sache ziehen, sie waren alle vier wohlbehalten und im Ganzen wieder angekommen, war doch schon mal was!

Das Negative war, dass sie wirklich alles und ich meine alles eingekauft hatten, denn Draco hatte leider die gleiche Karte wie ich von Gringotts, die der Kreditkarte der Menschen so ähnlich war. Er erklärte mir stolz, dass er von Gringotts immer alles hatte und für jeden finanziellen Notfall gerüstet war und schenkte mir ein breites Grinsen.

Ich wusste gar nicht, wo ich das alles unterbringen sollte, sie hatten alles gekauft und freuten sich über ihre Beute wie die kleinen Kinder, kam ich mir in diesem Moment alt vor!

Sie hatten vom Toilettenreiniger bis hin zur Schokolade und Schafskäse alles mitgebracht, sogar Kondome konnte ich zu meinem absoluten Unglauben erkennen, ich glaubte nicht, dass sie wussten wofür die gedacht waren, bitte lass sie nicht auf die doofe Idee kommen sie aufzublasen!

Ich hörte immer wieder nur noch, wofür ist dies und wofür ist das und schmeckt das, bääääh, igitt und dann flog es in den Abfall, ich freute mich ja, dass sie auf Entdeckungsreise waren aber anstrengend war es trotz allem.

Und so saßen wir nach einem langen Tag um den Kamin und ich versuchte, eine gute Übersicht über die Muggelwelt zu geben, es schien meine reinblütige Gesellschaft zu fesseln, da selbst die Twins trotz Arthur nur wenig über meine Welt wussten. Es war immer wieder erstaunlich, wie abgeschottet die Zauberer und Hexen lebten.

Wir tranken gerade selbstgemachten Glühwein, sie waren auch über die Gewürze hergefallen, da sie Draco an Trankzutaten erinnerten und er alle, ich meine alle, Gewürze kaufte, die der Supermarkt zur Auswahl hatte und dann daheim hatte er sehr inbrünstig Glühwein nach einem alten Rezept zusammengebraut. Er stand geschäftig vor dem Kochtopf, wie im Tränkeklassenzimmer vor einem hochexplosiven Kessel, mit hoch erhobenem Kochlöffel, nur hatte diesmal jemand an die Kamera gedacht, den Twins sei Dank!

Und nun tauchte mal wieder Snapes Patronus auf und keifte mit der wohlklingenden Giftstimme des Professors, dass gefälligst einer seinen Hintern aus dem Haus bewegen sollte, um ihn einzulassen.

Draco war so schnell aufgesprungen, wie man kaum schauen konnte und eilte los, ließ den ungeduldigen Professor ein.

Dieser kam in einem beeindruckend geschnittenen, schimmernden, schwarzen Umhang, den ich noch nie an ihm gesehen hatte und schimpfte lauthals weiter.

„Warum komme ich nicht rein? Ich hasse es, zu warten!“, fauchte er erbost und Draco blickte ihn nur augenrollend an.

„Professor, ganz einfach, Sie kennen zwar den Fidelius, der auf dem Haus liegt aber Sie sind nicht im Blutschutz aufgenommen!“, strahlte ich ihn entschuldigend an, fand mich aber gerade selbst genial.

Snape starrte mich an und der Ausdruck von sehr sauer fuhr herunter, wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich gesagt, er schaute zufrieden aus.

„Sie haben auch einen Blutschutz auf das Haus gelegt. Ordentlich, das ist ordentlich! Gehe ich recht in der Annahme, dass es Gringotts war, die dies bewerkstelligt haben?“, fragte er wie nebenbei und sank geschmeidig in seinen Roben in den Sessel der nahe des Kamins stand. Draco setzte sich wieder zu uns auf die Kissen und rief einen Glühwein für Snape herbei.

„Korrekt, Professor, ich habe das Gringotts machen lassen, es tut mir leid, wollen Sie auch aufgenommen werden?“, bot ich indirekt an und sah die Tasse mit dem heißen Getränk an uns vorbeischweben, welche von ihm gerade gekonnt aus der Luft gegriffen wurde.

„Nein, Miss Granger, es ist besser, so wenige wie möglich aufzunehmen, es reicht, dass ich es sehen kann!“, informierte er gewohnt knapp und nahm einen Schluck von dem wärmenden Wein, dabei schloss er die Augen, wenn er kurz so aussah konnte man denken, dass eine kleine Erschöpfung oder Müdigkeit sich in seinen Zügen zeigte, die sonst hinter der Emotionslosigkeit verborgen war. Ich warf Draco einen fragenden Blick zu und er bestätigte mir meine Vermutung mit einem sorgenvollen Blick auf seinen Patenonkel.

„Du kommst von Vater?“, traute sich Draco die Stille, die sich um unsere Gruppe gelegt hatte, zu brechen.

„Ja“, öffnete er nun seine stechenden Augen, die regelrecht in seinem blassen Gesicht glühten. „Ich… wir hatten ein paar Aufträge zu erfüllen, sehr zeitintensiv und die ganze Zeit Bellatrix zu ertragen, zerrt an meinen Nerven…“ Ich kicherte leicht auf, was mir verwirrte Blicke einbrachte. „Was ist so lustig, Miss Granger?“, zischte er wenig amüsiert.

„Ich finde es schade, dass Sie Dracos Tante kein Nachsitzen geben können! Nach dem was Draco so erzählt, treibt sie auch seinen Vater an den Rand des Wahnsinns!“, erklärte ich kurz und zuckte die Schultern, dann trank ich, ihm zuprostend, den hervorragend gewürzten Wein.

„Ach was, Lucius ist das dank Narcissa gewöhnt, er hat sich sogar mit Bellatrix über Sie unterhalten, Miss Granger, wenn ich könnte, würde ich sie wieder nach Askaban stecken, sie dreht am Rad. Er hat ihr verboten, sollte sie Ihnen über den Weg laufen, Ihnen etwas zu tun, da er Sie nicht tot sehen will und glauben Sie mir, wenn Lucius einer Forderung Nachdruck verleiht, dann kuscht auch Bellatrix vor ihm, genau wie alle anderen“, erklärte er nüchtern und wenig begeistert.

„Aber sind die Lestranges nicht seine treuesten Anhänger? Warum sollten sie vor Mr. Malfoy kuschen?“, fragte da Blaise interessiert, der entspannt mit dem Rücken an den Füßen der Couch lehnte.

„Mr. Zabini, das stimmt so nicht, Bellatrix und die Lestranges mögen treu sein und auch dem Inneren Zirkel angehören, aber sie sind noch lange nicht in der Position, in der sich Lucius oder auch ich mich befinden. Keiner würde einem Befehl von Bellatrix folgeleisten wenn Lucius einen anders lautenden gegeben hat!“, gab er uns Einblicke in das Machtgefüge der DeathEater und schnaubte abfällig. „Genau, und weil Lucius weiß, wie verrückt sie sein kann hat er ihr befohlen, für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie, Miss Granger, in Bellatrix‘ Hände fallen, dass sie Ihnen nichts tut! Was, so schmerzhaft es ist, dies zuzugeben, auch etwas wert ist, bei Ihrem Glück!“, ätzte er gewohnt gehässig.

Aber selbst ich dachte, das war doch mal toll, ich war nicht mehr allein, er sah es genauso wie ich, er sah auch, dass ich kein Glück hatte! Vielleicht sollte ich mal mit ihm über das Glück und Unglück von mir diskutieren. Ich linste zu ihm, wie er in dem Sessel über uns thronte und biss auf meiner Lippe herum, Lust hätte ich ja schon, es ihm vorzuschlagen. Aber trauen? Das war etwas ganz anderes!

„Oh Mann, was plant Vater denn weiter wenn er schon Befehle verteilt?“

„Noch nicht viel, der Lord hält ihn gerade sehr auf Trab, sodass ihm nur wenig Zeit für sein privates Vergnügen bleibt, aber er plant… Ihnen spätestens Ostern in Ihrem Elternhaus aufzulauern, wenn Sie die Schule verlassen sollten“, beugte sich Snape bedrohlich nach vorne. Seine langen Haare umspielten sein Gesicht, die Spitzen berühren mich fast und da ich zu seiner linken Seite zu seinen Füßen am Boden saß, sah er mir nun direkt in meine Augen und unsere Nasen berührten sich fast.

Ich möchte nicht wissen, was die anderen dachten als sie uns so sahen, wie wir uns so nahe waren, aber ich verspürte nicht den Drang, etwas zu ändern. Ich fühlte mich nicht angegriffen. Ich verstaute die Information in meinem Geist und begab mich mit Geschwindigkeit an die Lösung des Problems, während ich Snape weiter in seine undurchdringlichen, schwarzen Augen schaute. Ich durfte sehen, wie der Fokus seiner Pupille zu meinem Mund fuhr als ich mir mit der Spitze meiner Zunge über die Lippe strich.

Hier konnte ich ein leicht ersticktes Keuchen vernehmen und ich wusste mit absoluter Sicherheit, es war nicht Draco, das musste von Blaise oder den Twins kommen, oder von all ihnen zusammen!

„Professor, will Lucius so schnell den Einsatz erhöhen, was sollen wir nur tun? Lassen Sie mich überlegen…“ wisperte ich in den stillen Raum und bohrte meine Zähne leicht in meine Unterlippe und zog sie zurück. „Mhhmh… das passt nicht in den Plan… er darf mich frühestens in den Sommerferien erwischen…!“, ich konnte sehen, wie seine dunklen Augenbrauen bei meinem Kalkül hochzuckten und seine Augen wieder meine einfingen, während er nun auf einmal rasant meine Oberarme mit beiden Händen umschloss und zudrückte.

„Sie dummes Mädchen, sehen Sie nicht die Gefahr für sich, aber auch für Ihre Eltern?“, fauchte er leise und hielt mich fest, was mich leise kichern ließ. „Sie treiben mich in den Wahnsinn“, meinte er frustriert und stieß mich hart von sich, auf dass ich mit Schwung nach hinten in die Kissen fiel und in die ungläubigen und skeptischen Gesichter der Jungs sehen durfte.

„Aber Professor, wo bliebe denn dann der Spaß? Aber zurück zum Ernst!“, richtete ich mich entschlossen mit Dracos Hilfe wieder auf. „Ich meinte das durchaus ernst, können Sie ihn bis zu den Sommerferien aufhalten? Ich bin erst frei und bereit nach der ersten Woche, es würde alle meine Pläne, meine sorgsam ausgearbeiteten Pläne ruinieren, wenn sich Malfoy nicht noch bis dahin beherrschen kann!“, meinte ich genervt unter Anbetracht der drohenden Vereitelung meiner Vorbereitungen. „Gringotts, oder besser Mr. Rangok, würde einen Herzinfarkt bekommen, wenn ich alles umschmeiße!“

„Was planen Sie denn so tolles, dass Sie nach den Ferien so frei entscheiden können und sogar bereit wären, sich Lucius zu stellen?“, ätzte er ungehalten und ich konnte spüren, wie mir Draco seine Hand in den Nacken legte und er begann mich sachte zu streicheln, da er wusste was ich plante. Snape sah auch die intime Geste, sagte aber nichts dazu.

„Ich bevorzuge über meine Pläne zu schweigen, bis sie erfolgreich ausgeführt sind!“, meinte ich geheimnisvoll.

„Miss Granger, hören Sie mit diesen kindischen Spielchen auf, Sie sind nicht in der Position, sich so verhalten zu können. Was planen Sie, dass Sie sich dann weniger Sorgen?“, fragte er unbeugsam und ich fühlte, wie mir Draco nahe kam und mir von hinten ins Ohr flüsterte.

„Sag es, er wird vorher keine Ruhe geben“, riet er mir und küsste mein Ohr sanft.

Ich holte tief Luft. „Mein Plan ist, dass ich ab der ersten Ferienwoche alleine bin und sein werde. Das heißt, dass kein Angriffspotential mehr vorhanden sein wird“, erklärte ich dann doch recht knapp und wenig auskunftsfreudig.

„Wie meinen?“

„So wie ich es sage, ich beseitige den einzigen Unsicherheitsfaktor, den es in meinem Leben gibt! Meine Eltern!“, lächelte ich ihn kalt und unerbittlich an, dabei konnte man mal wieder das laute Luftholen aller hören.

Snape überraschte uns jetzt alle, indem er sich ans Kinn fasste und in den Sessel sank. „Das ist gut, sehr gut, ich hatte wahrhaftig unterschätzt, was Sie zu tun bereit sind! Sie planen das seit diesem Sommer?“, meinte er interessiert und erstaunte auch mich damit, dass er keinen auf Moralist machte, sondern einfach nur die Fakten eiskalt sondierte. „Ich sehe sie alle erstaunt, warum? Miss Granger hat recht, mit dem was Sie will, Sie ist das Problem sachlich, kalt und analytisch angegangen und hat die richtigen und völlig korrekten Schlüsse gezogen. Sie lässt Ihre einzige offensichtliche Schwachstelle verschwinden!“, meinte er da durchaus anerkennend.

„Du siehst mich und Hermione erstaunt, Severus, da du ihr keine Predigt hältst, dass sie das nicht machen kann!“, fasste Draco genau meine Gedanken zusammen.

„Warum sollte ich? Mittlerweile bin ich mir dessen bewusst, dass die gute Miss Granger nur das tut, was sie denkt und sich so gut wie nichts sagen lässt! Obgleich ich neugierig wäre, was genau Sie planen, Miss Granger?“, fragte er fast süßlich, so saß er mit düsterem Blick da und nahm noch einen Schluck.

„Die genauen Abläufe möchte ich so nicht darlegen, das sehen Sie dann, aber es ist gut durchdacht… Sie werden zufrieden sein, aber ich denke nicht, dass ich alles schon auf Ostern schieben kann!“

„Gut, ich werde Ihnen versprechen, Ihnen zu helfen, aber danach will ich alle Details, Miss Granger“, kam es recht kompromisslos von ihm und ich nickte, zeigte mein Einverständnis. „Gut, ich werde es schaffen, Lucius bis zum Sommer abzulenken und Sie werden in Hogwarts verbleiben!“, stellte er seine Forderung.

„Geht in Ordnung und danke, Sir!“, strahlte ich ihn an.

„Sonst gibt es nicht mehr viel, außer bleiben Sie von der Straße fern und wie kommt ihr alle zurück nach Hogwarts, nur noch zwei Tage, dann sind die Ferien zu Ende?“, plante er weiter munter drauf los, unser Professor war ein sehr zielstrebiger Mann.

Wir sahen uns alle reichlich imponiert an, wenn man sah an was er alles dachte und nickten uns einstimmig zu, wir hatten das schon besprochen.

„Wir apparieren nach Hogsmeade und tun so als wären wir mit dem Fahrenden Ritter gefahren“, sagte ich ihm und er nickte langsam.

„Das ist gut, gehen Sie aber bis Sie in Hogwarts sind als „Abraxina“!“, empfahl er und dieses Wort sprach er so verachtend aus wie es nur ging, dann schien ihm noch etwas einzufallen.

„Haben Sie Potter wie abgesprochen eingewiesen? Da ich die Ehre haben werde, ihm diese Kunst nahe zu bringen?“, ließ er sich wenig glücklich vernehmen und ich wusste, er meinte Okklumentik.

„Denken Sie, dass das eine gute Idee ist?“, fragte ich sehr zweifelnd, warum verlangte Dumbledore so etwas von Snape, ich glaubte nicht, dass das eine günstige Konstellation war. Harry und Snape in einem Raum!

„Ich sehe das genauso, aber was sollen wir tun… wir werden sehen und haben Sie…?“, setzte er neugierig nach, wenngleich seine Mimik Gleichgültigkeit demonstrierte.

„Natürlich, er setzt sich seit dem großen Ereignis mit den Büchern auseinander, der Rest… wie Sie sagen, wir werden sehen.“

„Gut, dann wäre das alles geklärt“, resümierte er barsch.

„Es ist immer wieder schön, Sie hier zu haben!“, meinte ich süffisant strahlend und stand auf, um ihn höflich zur Tür zu bringen, denn ich hatte seine Andeutung, dass wir fertig waren verstanden.

„Die Herren!“

„Professor, Sir“, kam es brav von allen, erstaunlich, aber wahr.

Im Flur wollte ich die Tür öffnen und dem Professor freundlich aufhalten, als er seine Hand an das Holz legte und ich sie so nicht aufziehen konnte. Ich blickte konfus über meine Schulter und sah ihn dicht an meinen Rücken gedrängt stehen, ich konnte seine Konturen erahnen.

„Was planen Sie mit Ihren Eltern, Sie werden sie doch nicht… töten?“, wisperte er sehr leise, wobei er mir eindringlich in die Augen blickte.

Ich flüsterte ebenso leise zurück: „Sie trauen mir aber viel zu, Professor? Lassen Sie sich überraschen, der Plan ist genial, Sie werden sehen!“, schmunzelte ich verschlagen.

„Tuen Sie nichts, was Ihnen leidtun könnte!“, meinte er noch ernst und legte nun seine großen, feingliedrigen Hände über meine und zog die Tür auf.

Ich konnte gar nicht sagen wo er war, da er fast augenblicklich mit der Finsternis der Nacht eins geworden war und ich nur triste Dunkelheit ausmachen konnte, die vor mir lag.
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