Inhaltsangabe
 
StartseiteStartseite  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Teilen | 
 

 Kapitel 65-66

Nach unten 
AutorNachricht
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1498
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 37
Ort : München

BeitragThema: Kapitel 65-66   Do Feb 09, 2012 1:59 am

Hogwarts, wir kommen!


Die nächsten Tage waren erfüllt von wunderbarer und ungewohnter Harmonie, konnte man sich das vorstellen? Ich mir auch nicht, das letzte Mal, dass ich so eine besinnliche Zeit hatte, lag lange zurück und ich genoss es in vollen Zügen. Draco und ich schliefen miteinander so oft wir konnten und kosteten es aus, uns so nahe zu sein, seine und meine Angst waren die langen, einsamen Nächte, die uns in Hogwarts erwarteten.

Ich hätte es nie erwartet, da ich bisher nie mit einem Mann den Schlaf geteilt hatte, wenn immer nur für kurze Zeit das Bett, aber nachdem ich es mit Draco erlebt hatte, konnte ich mir die Leere nur sehr schlecht vorstellen und wusste, ich würde ihn und seinen für mich betörenden Duft vermissen.

Auch hatte sich Blaise in unsere Gruppe hervorragend integriert. Er war nun ein „Eingeweihter“, wäre auch schwer gewesen alles vor ihm zu verheimlichen und wir mochten ihn sehr und er uns auch.

Draco und er hatten endlich die Hürde genommen und waren irgendwie wieder echte Freunde geworden, da sich Draco überwunden und geöffnet hatte und ich freute mich für ihn, denn irgendwas, was ich nicht genauer erfragt hatte, da sie hier sehr verstockt waren, war in ihrer Vergangenheit vorgefallen. Die beiden hatten seit Hogwarts eine oberflächliche Freundschaft geführt, aber nun, dank uns, war sie innerhalb der Woche wie ein Baum gewachsen.

Er brauchte so eine Männerfreundschaft, auch wenn ich Ron manchmal eher nervig fand, so gab er Harry doch etwas was ich nie könnte, aber nun hatte auch Draco Blaise und das würde ihm gut tun, er musste nicht immer alles in sich reinfressen.

Ich wusste, wovon ich sprach, ich war in unserer Runde die schillernde, weibliche Pflanze, manchmal wünschte ich mir auch einen weiblichen Ansprechpartner, auch in Hogwarts gab es nur Harry oder Ron. Stellt euch mal vor, ich würde Lav, Pav oder Ginny von meinem Leben erzählen, ich würde sie danach gleich auf die Krankenstation bringen müssen und sie nachfolgend mit einem Obliviate oder Amnesia belegen müssen. Aber na gut, ich war die bisherigen Jahre meines Lebens ohne Freundin ausgekommen und würde es auch weiterhin, spätestens wenn ich die zu lauten und zu piepsigen Stimmen der Mädchen hörte, würde diese kleine Flamme der ich gedanklich nachhing ausgehen, da ich sie meistens nicht ertrug und Kopfweh bekam.

Tja und die Twins, nun das war eine andere Geschichte, ich glaubte, Draco und Blaise waren beide traurig, dass die beiden nicht in Slytherin waren und brachten dies auch mehr als eindeutig zum Ausdruck. Was für Fred und George das größte Kompliment war und sie zeigten es auch, denn auch sie hatten außer Lee, der ihnen ein wahrer Freund war, keine wirklichen Freunde, dafür waren sie zu „feingeistig“, würde ich es mal sehr grob umschreiben. Sie wurden bewundert, aber auch gefürchtet, denn ihre Rache war legendär.

Blaise wusste zwar noch nichts von den Twins als Paar, aber ich dachte, er ahnte etwas, der Junge war unheimlich gut im Beobachten und Analysieren und seine Kombinationsgabe war hervorragend. Und so sah er ihr durchaus inniges Verhalten, auch wenn sie jetzt auf die großen Liebesbezeugungen verzichteten. So waren die Twins und die zwei Schlangen ein Herz und eine Seele, ich war sehr erfreut aber auch immer noch sehr überrascht, hätte ich nicht erwartet, aber schön, dass man mich überraschen konnte.

Wir alle würden die Zeit vermissen, aber die Hoffnung wieder hierher zurückzukehren, heiterte alle auf. Ich hatte allen die Erlaubnis gegeben hier zu wohnen, egal wann, egal wie! Auch Blaise hatten wir in den Blutschutz aufgenommen, da er recht allein auf der Welt dastand.

Dass Snape uns und vor allem mich intensiv unterrichten wollte, bescherte mir ein unglaublich vorfreudiges Kribbeln. Ich bewunderte den Mann für seinen scharfen Verstand und für sein machtvolles Können, das unbestreitbar und unübersehbar war. Und von solch einer Koryphäe auf vielen Gebieten sollte ich lernen dürfen, ich war überwältigt, ein schöneres Weihnachtsgeschenk hätte man mir nicht machen können.

Auch wenn ich ein sehr mulmiges Gefühl hatte, ihm so nahe zu kommen und so oft mit ihm alleine zu sein. Wo das wohl enden oder hinführen würde? Hoffentlich brachte er mich nicht um, oder ich ihn? Ich würde es auf mich zukommen lassen.

Die anderen hatten zum Glück, nachdem Snape gegangen war, nicht mehr wegen meiner Eltern nachgefragt, wofür ich sehr dankbar war, was mich aber auch wieder leicht melancholisch stimmte, da ich wusste, dass ich dieses stumme Einverständnis bald wieder nicht mehr immer um mich hätte, da mich alle anderen wieder zu Tode gelöchert hätten und so rechnete ich ihnen ihr Verhalten hoch an.

Dass der Professor mir zutraute, dass ich meinen Eltern etwas Unverzeihliches antat, wie sollte ich das finden? Seine Warnung „Tun Sie nichts, was Ihnen leid tun könnte“, war ja sehr aussagekräftig. Hatte er seine Einstellung mir gegenüber verändert? Er dachte offenbar wirklich, dass ich meine eigenen Eltern… was, bereit war umzubringen?! Wie schmeichelhaft, dass er dachte, ich wäre zu allem bereit. Was ich ja auch war, nur ein bisschen anders als er es dachte. Ich war gespannt, wie er reagieren würde wenn sich seine schlimmsten Befürchtungen, für ihn bewahrheiten würden. Würde er mich verachten oder verstehen?

Seine Reaktion, als ich ein wenig Farbe bekannte, war schon ungewöhnlich gewesen und hatte mich und Draco überrascht, aber wie würde er reagieren, wenn ich den Plan in die Tat umsetzte? Ich war gespannt!

„Jetzt geht es wieder nach Hogwarts!“, hörte man Blaise traurig verkünden und seine Miene drückte gelebten Unwillen aus zurückzukehren.

„Warum freust du dich nicht?“, meinte Fred, als wir uns alle unsere Mäntel anzogen und ich mich an die kräftezehrende Verwandlung in Abraxina machte.

„Was…? Mhmh, nein, nur das waren so coole Ferien, da hat man auf die Schule gar keine Lust!“, meinte Blaise schnaubend und schaute mir gebannt zu, wie mein Aussehen ein anderes wurde.

„Boah, wie saugeil ist das denn?“, die Devils waren kurz vorm Abdrehen.

„Krass, du siehst aus wie Dracos Schwester!“

„Man könnte meinen, du wärst ein Metamorphmagus, so vollständig hast du dich verändert!“, schrien die Twins begeistert, die mich so verändert noch nicht kannten, aus Leibeskräften und Draco lachte verschmitzt und zog mich, seine „Schwester“, in einen verlangenden Kuss.

„Mir liegt da ja nun ein blöder Spruch auf den Lippen, Draco, aber ich halt mal lieber den Mund!“, meinte George verlegen und kratzte sich am Kopf. Er spiele sehr dezent auf seine Beziehung zu Fred an, sehr witzig mein Herr!

Ich löste mich von Draco und holte noch einmal tief Luft und blickte ihn verschmitzt an.

„Meine Lieben, es ist auch nicht einfach und erfordert viel Konzentration und Kraft, deshalb lasst uns aufbrechen, damit ich es bis nach Hogwarts aufrecht erhalten kann!“, bat ich und so apparierten wir an die Grenze von Hogsmeade und sahen uns mit einem unfreundlichen, kalten und nassen Winterwetter konfrontiert, deswegen zogen wir uns unsere Kapuzen nur noch weiter ins Gesicht.

„Was für ein Sauwetter, im Cottage da war wenigsten mildes Wetter!“, schimpfte Draco schlecht gelaunt vor sich hin.

„Wir wissen ja nicht, wie wir es dir sagen sollen, aber Hogwarts liegt nun mal nördlicher und wir haben Winter“, kam es echt schlau von den Twins.

„Ruhe!“, herrschte ich sie an, da ein motzender, quengeliger Malfoy nicht aufhören und die Twins ihn immer mehr ärgern würden und so sprach ich einen mächtigen Impervius über unsere Gruppe und dadurch waren unser Sachen wasserabweisend und der Regen konnte uns nichts mehr anhaben.

„H… Abraxina, meinst du, das war so klug, einen Spruch über uns alle zu schmeißen, du musst dich doch am meisten auch so anstrengen?“, kam es besorgt von dem umsichtigen Blaise und ich berührte freundlich seinen Arm.

„Alles in Ordnung, Blaise! Wenn ich dessen nicht mehr fähig sein sollte, sollte ich mich Lucius am besten vor die Füße werfen!“, tat ich seinen Einwand lachend ab.

„Danke, meine Liebe, so ist es viel besser! An den Spruch habe ich gar nicht gedacht!“, sagte da ein dankbarer Draco und ich hakte mich bei ihm unter. In der Ferne konnten wir hoch über uns das beeindruckende Schloss ausmachen, es war immer ein erhabener Anblick und einem schlug augenblicklich das Herz schneller in der Brust, dass man die Ehre hatte, hier leben zu dürfen, auch wenn ich jetzt schon nicht mehr wusste, wie ich es schaffen würde meine ganzen Aktivitäten unter einen Hut zu bringen. Sehnlichst wünschte ich mir meinen Zeitumkehrer wieder zurück.

„Gebt Gas,… wie machen wir weiter, wenn wir’s ins Schloss geschafft haben?“, fragten die neugierigen Twins.

„Passt auf!“, zischte uns da Blaise auf einmal zu und wir sahen eine aufmerksame Gruppe von mindestens fünf bulligen Erwachsenen, die dunkel gekleidet waren und in einer Ecke herumlungerten.

„Mist, ich erkenne Wilkes und Yaxley, die hat bestimmt Vater beauftragt, hier zu sein!“ wisperte Draco zu uns und beschleunigte mit gesenktem Haupt seinen Gang.

„Glaubst du wegen ihr, oder Harry?“, fragten die Twins besorgt.

„Wenn du mich so fragst, wegen beiden, nicht hinschauen!“, befahl er. „Wir gehen zügig in die Kerker und wir zeigen euch dann einen Geheimgang, den ihr vielleicht noch nicht kennt, dort könnt ihr euch dann in Gryffindors verwandeln und dann… dann geht ihr in den Turm!“, ließ Draco ausklingen und wir alle verfielen in nachdenkliches Schweigen. Wir trotzten Wind und Regen und gingen so ruhig, gesittet und unauffällig wie möglich an der Gruppe vorbei.

Wenigstens wussten wir nun, dass unsere Sicherheitsvorkehrungen nicht ohne Grund gewesen waren und so fühlte ich mich in meinem Tun bestärkt, obgleich ich es hasste, mich zu verwandeln. Mir grauste es schon jetzt vor der Umwandlung in Hermione.

Als wir ankamen herrschte schon einiges an Gewusel, auch wenn die meisten erst heute Abend mit dem Zug ankommen würden. Dank der anderen vermummten Schüler fiel unsere kleine Gruppe gar nicht so auf und wir kamen zügig und ungesehen in den Kerkern an.

Wir gingen weiter in den Gang und blieben vor dem Wandteppich stehen, der eine Kampfszene von magischen Tieren im Verbotenen Wald zeigte und Blaise hielt ihn aufmerksam von der Wand weg, so dass wir alle in den Durchgang schlüpfen konnten.

„Cool, den kannten wir noch nicht!“, bescheinigte schon ein Twin begeistert, wir alle zogen uns die dicken Umhänge aus und die Twins schauten sich gespannt um. Zu sehen gab es nicht viel, außer grauen Steinen, aber nun gut, wenn das sie begeistern konnte, bitte.

Während ihrer Begeisterung, leitete ich die Umwandlung ein und ich zuckte fast vor Schmerz zusammen, als ich spüren konnte, wie ich wieder meine natürliche Knochenform im Gesicht annahm und auch die Haare auf meiner Kopfhaut zogen unangenehm. Ich verzog schmerzhaft mein Gesicht zu einer Fratze, da es sich wie Gummi anfühlte und wischte mir grob mit den Händen darüber, da ich wieder leben ihn ihm fühlen wollte.

„Voll krass, wie ekelig ist das denn? Deine Haut sah aus wie Gummi!“, danke, sehr taktvoll, Jungs. Jetzt hatte ich es bestätigt bekommen, jetzt wusste ich es wenigstens genau, die Haut fühlte sich nicht nur so an, sie sah auch so aus, danke Jungs!

Draco verdrehte, ob der Anteilnahme der Twins, die Augen.

„War es sehr schlimm?“ fragte er da besorgt und sah die beiden Roten strafend aus seinen grauen Augen an und strich mir sanft über meine feurig brennende Wange. Es stach immer noch leicht unter der Haut, aber es war nicht allzu schlimm.

„Geht, es ist immer sehr unangenehm, sehe ich wenigstens jetzt wieder gut aus?“, frage ich eitel, was zum Kichern der anderen führte.

„Wunderschön, Liebling!“, meinte er und küsste mich wieder, jetzt hieß es Abschied nehmen, wir konnten die Twins und Blaise etwas Tuscheln hören aber sie ließen uns unsere Minute. Draco zog mich an sich und ich lehnte mich schwer an ihn, er löste sich von meinen Lippen und küsste meine Stirn: „Jetzt sind wir wieder hier, ich möchte, dass du oft zu mir nach Slytherin kommst, bitte!“

„Geht klar, immer nach Snape komme ich zu dir, wenn es geht, okay?“ löste ich mich und wandte mich entschlossen ab.

„Tue das, mein Mudblood!“, zeigte er sich nun richtig fröhlich und gab mir einen Klaps auf den Po.

„Ey, mein Pureblood, wo sind deine Manieren?“, schimpfte ich gespielt frech.

„Haben mir zwei Eichhörnchen abspenstig gemacht!“, lachte er diabolisch und die Twins johlten sofort protestieren auf.

„Tschüss, Blaise und pass auf ihn auf!“, bat ich unseren neuen Freund.

„Klar, Schönste, ich halte ihm auch Pansy vom Leib!“, grinste er aus seinem dunklen Gesicht strahlend hell und er hatte sich den Namen der Twins für mich ausgeborgt.

„Hör nicht auf ihn, Pansy nervt bloß, aber wie!“

„Ihr macht das schon.“

„Auf in den Kampf, mit Gebrüll, Löwe“, tönten die Twins und erstürmten die mickrigen Stufen.

„Wassss… wir sind schon da? Was`n das für ein geiler Geheimgang?“, strahlten sich die zwei glückselig an und winkten den unten stehenden Schlangen aufgeregt zu. „Und das erfahren wir erst jetzt…!“, riefen sie erregt, was bei den beiden anderen Jungen zu Heiterkeit führte.

Und so ließen wir sie stehen und kehrten von unserem Weihnachtsfest zurück in den Turm.

Im Turm waren noch nicht viele Gryffindors, vorwiegend die, die hier geblieben waren und einige, die auf anderen Wegen wiedergekommen waren aber Harry, Ron und Ginny sprangen auf als sie die Twins und mich sahen und eilten auf uns zu, wir waren überrumpelt von ihrer Anwesenheit

„Hermione, Fred, George!“, und fielen uns um den Hals.

„Achtung, ganz ruhig, schön euch zu sehen!“, begrüßten wir alle.

„Wo ist Lee?“, fragte da Ginny.

„Ähm, der musste noch was Familiäres erledigen und wollte später mit dem Ritter nachkommen!“, kam den Twins die Lüge wie geschmiert von den Lippen und das auch noch völlig überzeugend und es stimmte sogar, dass Lee mit dem Ritter kam, das war so abgesprochen.

„Und du, Hermione, hättest du nicht mit dem Zug kommen müssen?“, quetschte Ginny weiter. Wisst ihr jetzt was ich vorhin meinte, dass man dem anderen Teile unserer Clique nicht alles erzählen musste und hier hatte man schon Angst irgendetwas zu tun, da man alles bis zum i Tüpfelchen erzählen und rechtfertigen musste.

„Ich hab die zwei im Ritter getroffen, ich wollte mir so alleine nicht die Zugfahrt antun“, lächelte ich unecht in die Runde und sah in Harrys starre Augen, was hatte er?

„Verständlich, hätte ich auch nicht gemacht“, erklärte da Ron und wir setzten uns an den Kamin.

Harry zog mich nun an sich und umarmte mich, bevor wir uns setzten, aber so fest, dass ich dachte, er wolle mich zerquetschen, hey, was sollte das und so sprach ich in sein Ohr: „Harry, was?“, und er flüsterte nur zurück: „Wir zwei müssen reden!“, und ließ abrupt los.

Ich war kurz perplex, machte aber sofort weiter und fragte in die Runde:

„Und nun erzählt, was war bei euch? Wie geht es Arthur?“

„Ja, wie geht es Vater?“, kam es auch von den beiden besorgten Twins.

„Gut, schade, dass ihr ihn nicht mehr gesehen habt aber es geht, er wird wieder. Mutter umgluckt ihn wie eine Henne ihr rohes Ei, wirklich lustig“, erzählte Ron und Ginny nickte.

„Es geht ihm schon viel besser! Sie haben uns auch deshalb per Portschlüssel wieder hierhergebracht, deshalb sind wir schon da!“, alle atmeten erleichtert auf, aber auch die Erklärung war einleuchtend.

„Das ist gut, aber ihr entschuldigt uns, das Geschäft ruft“, meinten die Twins und winkten uns zum Abschied, alles ging nun wieder seinen gewohnten Gang.

„Bei mir gab’s nichts, hatte eine ruhig beschauliche Weihnachtszeit. Erzählt, hat sich bei euch sonst noch was getan?“, fragte ich die anderen interessiert.

„Nichts, absolut langweilig, aber seit wir wieder hier sind, da kann dir unser Frauenheld hier was erzählen“, berichtete Ron aufgeregt und Ginny waren bei seinen Worten die Mundwinkel gefährlich Richtung Boden gewandert und Harrys Wangen hatten einen leichten Rotton angenommen.

Was mich auch gleich auf die richtige Antwort brachte. „Cho“, sagte ich da nur leidlich.

Und so erhielt ich erstaunte Blicke, als würde ich hellsehen, aber das fiel ja mit unter die wenigen Dinge, die ich absolut nicht konnte und das waren halt Wahrsagen und die Pflege und Aufzucht von Pflanzen, aber Harry, Ron und Ginny zu lesen fiel jetzt nicht wirklich unter unlösbar schwer.

„Ja, boah woher weißt du das nur wieder?“, schaute mich Ron mit seinen großen blauen Augen ehrfürchtig an und Harry hatte nur eine Augenbraue erhoben.

„Ich bitte euch, ich kenn euch doch, nun erzähl schon, Harry“, bat ich ihn, verkniff aber meinen Mund, da ich an unser Gespräch dachte. So wie Harry wirkte, machte er sich immer noch Hoffnungen auf dieses gefühlsbetonte Mädchen. Konnte Sirius gar nichts richtig machen, dachte ich ärgerlich.

„Cho war im Hof als wir ankamen und hat mich angesprochen… und du weißt noch unser letztes DA treffen? Nun, sie hat sich mit mir zum nächsten Hogsmeade Wochenende verabredet“, erklärte er und ich stöhnte leidend auf und sah ihn zweifelnd an, was er erwiderte und die Schultern unbestimmt hochzog.

Gut, ich würde dieses Thema nicht vor Ginny ansprechen aber meine Augen versuchten auszusagen, dass wir noch nicht fertig waren.

„Und du hast zugesagt“, fragte ich und er nickte. War ja klar, aber bitte, ich konnte ihm jetzt schon sagen, dass das bei ihnen beiden eh in die Hose gehen und er wieder traurig sein würde, aber wer war ich, jeder, absolut jeder musste seine eigenen Erfahrungen sammeln.

„Ginny, kommst du mal?“, konnten wir Colin aus einer anderen Ecke vernehmen und sie blickte genervt zu ihrem Klassenkameraden. „Ja, komme! Ihr… sorry!“, schenkte sie Harry einen intensiven Blick aus ihren braunen Augen, tja, Harry, schnapp sie dir, Ginny macht für dich sofort die Beine breit, dachte ich so bei mir spöttisch, sagte aber nichts.

„Jetzt, da Ginny weg ist…“, fing Harry an und ich schenkte ihm meine Aufmerksamkeit. „… Snape ist an unserem letzten Tag in der Küche aufgetaucht, sorry Ron aber ich wollte Hermione dabei haben, wenn ich es euch erzähle. Nur Sirius war auch da und… und er hat gesagt, ich muss bei ihm Okklumentik lernen. Auftrag von Dumbledore! Jeden Donnerstagabend, warum macht es nicht Dumbledore? Ich meine, ich hab deine Bücher gelesen und meditiere im Bett, was echt nicht mein Ding ist, aber Snape, ihm hat es auch nicht gefallen und weißt du was…? Zum ersten Mal bin ich mit ihm so was von einer Meinung!“, bekam Harry direkt hektische, rote Flecken. „Ich meine, in den Büchern steht, dass alles mit dem Geist und den Erinnerungen und den Gedanken zusammenhängt, sollte so was nicht jemand machen, dem man eher vertraut oder mag als jemand, der einen hasst?“, stellte er absolut korrekte und nachvollziehbare Fragen, die auch Snape und ich uns gestellt hatten.

„Harry, das verstehe ich auch absolut nicht. Ich finde es auch nicht gut, euch beide, ihn wie dich, dazu zu zwingen… aber wir wissen ja schon länger nicht mehr, warum er solche Dinge tut, nicht?“, warf ich diplomatisch ein.

„Äh, Leute, muss ich das verstehen, was ihr da gerade redet?“, schaute Ron recht hilflos durch die Gegend.

„Nein, Ron, es geht nur ums Lernen, Extraaufgabe“, beschied ich ihm unwirsch.

„Ach so und ich dachte schon… wollen wir uns langsam zum Essen aufmachen?“, fragte er da treu doof und erhob sich streckend und sein Bauch knurrte hörbar auf.

„Gleich, Ron, ich muss noch kurz mit Hermione in den speziellen Raum, wir kommen dann nach, ist das ok?“, bat Harry Ron und sah mich auffordernd an.

„Klar, Kumpel, bis später“, stürmte Ron zu seiner dringlichst herbeigesehnten Mahlzeit.

„Kommst du, Hermione?“, forderte mich Harry auf, ihm zu folgen, was ich schweigend tat.

Wir gingen still daher in dem schummrigen Dunkel der verwaisten Korridore, welche nur durch die spärlichen Fackeln an den grauen Steinwänden unterbrochen wurde und diese verbreiteten ihr sanftes Licht. Begleitet wurden wir von den uns beobachtenden Gemälden, die die Wände säumten, bis wir in den Gang abbogen, in dem sich unser spezieller Raum befand und hier herrschten Wandbehänge vor, die nicht gar so neugierig und spionierend waren wie ihre gemalten Kollegen und so wünschte sich Harry einen Raum.

Er war erstaunlich klein und gemütlich, es gab nur ein Sofa und einen Kamin, ansonsten nichts. Er war in dunklen Braun- und Beigetönen gehalten, anscheinend war er nicht so gut drauf.

„Was wolltest du, Harry?“, fragte ich. Er setzte sich und presste die Lippen zuerst nervös aufeinander.

„Zuerst du, Hermione, sag was zu Cho!“, bat er fahrig.

„Was soll ich sagen, das habe ich dir schon letztes Mal gesagt. Ich wünsche es dir, aber ich denke nicht, dass sie dich glücklich machen kann!“, erklärte ich mich und drückte aufmunternd seine Hand.

„Ja, ich weiß und ich habe dir auch recht gegeben, aber sie bat mich darum und diese Chance möchte ich uns… mir noch geben!“, entgegnete er bestimmt.

„Dann soll es so sein, Harry, ich drücke euch die Daumen!“

„Danke! Nun zu Snape, du wusstest das mit der Okklumentik, woher?“, fragte er von einer Sekunde zur nächsten misstrauischer und viel selbstsicherer.

„Bin ich blind, woher? Weil das der einzig mögliche Schutz für den Geist ist, daher! Aber auch wenn ich immer finde, dass deine Abneigung Snape gegenüber übertrieben ist, verstehe ich Dumbledore nicht, dass er dir von Snape Unterricht geben lassen will. Aber so bitte ich dich trotzdem, das ernst zu nehmen, Snape hin oder her!“ versuchte ich ihm eindringlich nahezulegen, wie wichtig dies hier war.

„Das hat Sirius auch gesagt, aber ich hab ein bisschen Angst, morgen ist die erste Stunde…“, wuschelte er unruhig durch seine wirren Haare.

„Das wird schon… muss!“, klang es von mir zweifelnd.

„Wir werden sehen. Dann war noch etwas Merkwürdiges, wir saßen alle in der Küche versammelt, als Snape auf einmal in der Küche erschien und ganz kryptisches Zeug zu Sirius gesagt hat… zum Beispiel, ob er wüsste, wo die Elster sei und dass irgendwas mit Malfoy Senior ist. Er hat sich geweigert, uns auch nur ein Wort über wen, was, wie, oder wo zu sagen. Er ist dann sogar noch hinter Snape her, aber er hat sich standhaft geweigert, etwas zu erklären. Weißt du was oder vermutest du was?“, meinte Harry erregt und ich musste ein Lachen stark unterdrücken, war es nicht zu schön wenn ein Zauber seine Wirkung zeigte, freute ich mich sehr und beglückwünschte mich zu meiner Um- und Weitsicht.

„Merkwürdig, Harry, extrem, aber was haben Sirius und Snape miteinander am Hut?“, tat ich sehr unschuldig, aber mir kam es so vor als flackerte in den dunkelsten Tiefen der grünen Seelenspiegel, die Harrys Augen darstellten, etwas kurz auf, bei meiner Leugnung etwas zu wissen, täuschte ich mich oder bildete ich es mir ein?

„Schade, dass du nichts weißt, auch keine Vermutung?“, ließ er nicht locker.

„Nein, keine!“, log ich ihn mal wieder an.

„Nun dann, ich wollte dir noch von unserem Besuch in St. Mungos erzählen, du hast uns doch damals von Neville erzählt, nun wir haben ihn und seine Oma getroffen, wie sie seine Eltern auf der geschlossenen Anstalt besucht haben…“

„Oh, armer Neville, das muss schrecklich sein!“

„Ja, war es, aber da war auch Lockhart, der ist immer noch nicht richtig im Kopf und da war noch ein Patient auf der Station für Langzeitpatienten, Abteilung für Fluchschäden. Ein gewisser Broderic Bode, er war auch total bekloppt, konnte aber langsam wieder sprechen und hat eine total hässliche Topfpflanze als Weihnachtsgeschenk bekommen, mit langen Tentakeln. Komische Abteilung, schade, dass du nicht dabei warst! Die Pflanze kann ich gar nicht vergessen, da ist Nevilles Ding, was er damals im Zug hatte, eine Schönheit dagegen.“ So schwiegen wir kurz und ich dachte, wie gerne ich Harry in meiner Nähe hatte.

„Ich habe dich wirklich vermisst, Harry!“, bekannte ich plötzlich ehrlich, ihn hätte ich noch im Cottage dabei haben wollen und wäre damit rundum zufrieden gewesen. „War eigentlich wieder was mit der da?“, ließ ich ihn nicht zu Wort kommen und fragte weiter, dabei zeigte ich auf seine Narbe.

„Nein, Gott sei Dank, nein!“, sah er erleichtert auf. „Kommst du mit nach Hogsmeade, sollte da was in die Hose gehen?“, Himmel hilf, wenn er schon so an die Sache ranging. Ich durfte Hogwarts nicht verlassen, aber meinen besten Freund in dieser, für ihn aufregenden Situation, alleine zu lassen, wo er doch immer alles allein erleiden musste, konnte ich auch nicht.

„Natürlich werde ich mitkommen!“, versprach ich und ich wusste, es war ein Fehler, aber er war mein Freund und ich konnte nicht nur an mich denken, die anderen würden mich umbringen.

„Danke, Hermione, auf dich ist Verlass!“, warf er sich auf mich und umarmte mich stürmisch aber diesmal ehrlich.

„Harry, warum warst du vorhin, als ich kam, so komisch?“, traute ich mich, nach dieser Umarmung zu fragen.

Er rieb verlegen über seine Arme. „Ich habe mit Sirius gesprochen und er meinte, ich sollte bei dir vorsichtig sein!“ Ich glaubte mich gerade verhört zu haben, was bildete sich dieser Köter ein, och Sirius ich bringe dich um, wenn ich dich noch einmal in die Finger kriege, nahm ich mir fest vor.

„Was…?“, kam es empört von mir, und dann verletzt, jetzt war Schauspielkunst gefragt. „Warum?“ Tränen glitzerten wie auf Bestellung an meinen langen Wimpern. Ich wirkte wie eine geschlagene Cho, aber innerlich tobte ein Sturm in mir, was fiel Sirius ein, Harrys Vertrauen in mich zu erschüttern?

„Schsch, Hermione, so meinte ich dies doch nicht, nicht weinen, Liebes! Bitte! Er meinte nur, dass er aus der Erfahrung wüsste, dass stille Wasser tief sind und so und dass nicht immer alles so ist wie es scheint!“, wirkte er leicht hektisch und versuchte sich schnell zu erklären.

„Ja, aber Harry, warum sagt Sirius so was, ich dachte er mag mich, ich... du und ich, wir haben ihn damals aus dem Turm geholt, ich dachte, er würde mich mögen“, heulte ich theatralisch auf, also wenn da kein Oscar fällig war, wusste ich auch nicht weiter.

„Ich habe mich auch gleich mit ihm gestritten und wir sind leicht verstimmt auseinander gegangen“, bekannte Harry traurig und erbost in einem.

„Harry, nein, doch nicht wegen mir, du magst Sirius doch so sehr“, das wollte ich nicht, dass sie sich über mich zerstritten, vor allem da Sirius ja recht hatte, aber an sich war der Köter selbst schuld, aber für Harry tat es mir mal wieder leid.

„Ich verstehe nicht, was er hat!“, rief er frustriert aus. „Ich mein, er weiß doch was wir alles zusammen durchgemacht haben, ich würde dir mein Leben anvertrauen! Bitte weine nicht, das ertrage ich nicht!“ Ich schniefte in ein Tuch und richtete mich auf, Harry war so lieb. „Auch versteh ich nicht, was das von Sirius soll, er verdankt dir sein Leben und dankt es dir so, so kenn ich ihn gar nicht!“, erklärte er energisch, enttäuscht und fassungslos.

„Und das könntest du immer, Harry! Das schwöre ich dir! Aber Sirius, vielleicht macht ihm das Eingesperrt sein zu schaffen. Er hat ein Gefängnis gegen ein neues getauscht“, versuchte ich Sirius‘ Aussetzer mal wieder zu erklären und zu rechtfertigen.

„Vielleicht, aber trotzdem, verschweigst du mir was?“, oh oh, Harry wurde erwachsen, ob man es glaubte oder nicht, auch wenn er mir und meinen Geheimnissen dadurch näher kam, konnte ich mich über diese, seine Entwicklung nur freuen. „Das sehe ich! Das konnte ich in dem Moment sagen, als du in den Gemeinschaftsraum gekommen bist! Was ist es, Hermione? Vertrau mir!“, flehte er nun sanft um mein Vertrauen.

„Ja, Harry, viel!“, gab ich nun auch offen zu, das verlangte die Freundschaft, die ich für diesen Jungen empfand und wenn er endlich die Augen aufbekam, würde ich ihn nicht immer an der Nase herumführen müssen.

Er riss bei diesem, meinem Ton und der Aussage darin, die Augen weit hinter seiner Brille auf und blickte mich ungläubig an.

„Was, wie viel, Hermione?“, meinte er konfus. „Was erzählst du uns… mir nicht?“

Ich erhob mich nun und ging vor zu dem Kamin und wandte mich wieder Harry zu, jetzt musste ich zum ersten Mal Farbe gegenüber Harry bekennen, nicht leicht, gar nicht!

„Hat nicht jeder Mensch das ein oder andere was er nicht sagt?“ Er nickte auf diese Feststellung hin. „So ist das auch bei mir… ich verspreche dir, eines Tages wirst du alles wissen, aber bedränge mich bitte nicht. Ich bitte dich darum, im Namen unserer Freundschaft und komm jetzt nicht auf die abstruse Idee, mich zu verfolgen… bitte! Ich bin einigem auf der Spur und ich recherchiere viel. Und das, was ich mittlerweile weiß, wird dir nicht gefallen, aber frag jetzt nicht, Harry, bitte! Ich wollte nichts sagen, da ich es dir erst präsentieren will, wenn ich alles zusammen hab, du weißt, wie ich da bin!“

„Hermione, deine Offenheit freut mich und ja, ich weiß wie du sein kannst, wie ein Terrier der sich verbissen hat! Ich habe dir immer vertraut und werde nicht jetzt damit anfangen, dir zu misstrauen. Ich verspreche dir, dich weder zu verfolgen noch weiter zu bohren. Nur gib mir mal einen Anhaltspunkt, bitte?“, bat er mich mit ernstem Gesicht und ich war so verblüfft und dankbar, dass Harry sich so gab wie Draco, Blaise und die Twins und nicht alles zerpflückte und mir die Möglichkeit gab, den Zeitpunkt festzulegen wo ich ihn einweihen wollte. So war er bis vor kurzem noch nicht gewesen, das wusste ich, er hätte mich gedrängt, genötigt und mit mir gestritten. Er wurde wahrlich erwachsen!

„Dass du das sagst, Harry, bedeutet mir viel!“ trocknete ich meine Tränen. „Dumbledore“, gab ich noch seiner Bitte nach und dies war alles was ich sagte.

„Was meinst du?“, blickte er interessiert auf.

„Die Vergangenheit, aber frag nicht weiter, ich denke, in ein paar Monaten weiß ich mehr!“, ich hatte nun einen stark überlegenden Harry vor mir. „Grüble nicht, Harry, das bringt nichts, überlass das mir, darin bin ich besser als du und nun komm, sonst bekommst du nichts zu Essen und du wächst noch!“, lachten wir uns jetzt an und die Sache war zu einem Teil geklärt.

Und so machten wir uns einträchtig und eng umschlungen auf den Weg. Sirius‘ Versuch, mich von Harrys Seite zu vertreiben, war nach hinten losgegangen, wir waren uns mal wieder näher als davor und wir hatten morgen einen anstrengenden Tag vor uns.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 8:53 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1498
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 37
Ort : München

BeitragThema: Wenn die Löwin brüllt   Do Feb 09, 2012 1:59 am

Wenn die Löwin brüllt


Der nächste Morgen kam wie immer plötzlich und ich machte mich für den täglichen Lauf bereit. Es war unvorstellbar, wie sehr sich mein Körper an diese tägliche Pflicht gewöhnt hatte, aber es fühlte sich gut an.

Harry ging mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf, ich wusste, ich hatte ihn wieder von mir überzeugt, aber ich dachte, ein Stück Misstrauen würde bleiben, das war nur die natürliche Reaktion und jetzt hatte ich ein Problem! Ich hatte Snape versprochen, Ostern nicht die Schule zu verlassen, aber ob ich das jetzt noch halten konnte wusste ich nicht. Ich musste, um die letzten Schwachstellen in der Vita von Dumbledore zu füllen, nach Godric´s Hollow und dafür würde ich mir noch was einfallen lassen müssen.

Der Unterricht nach Weihnachten verlief wie immer und auch Umbridge hatte sich leider über die Ferien nicht in Luft aufgelöst, schade! Und Harry und sie machten sich mal wieder das Leben schwer, mit ihrer gegenseitigen Antipathie, unglaublich aber wahr.

Meine Aufgabe war es, nach Unterrichtsschluss Harry so weit zu beruhigen und mit ihm zu meditieren, dass seine mentale Verteidigung nicht gleich nach einer Sekunde zusammenbrach. Das Problem war nur, Snape hatte es in den letzten fünf Jahren geschafft, Harry zu vermitteln, dass dieser in seinem Unterricht tun konnte was er wollte und er würde es trotzdem nicht gut machen.

So war auch sein Selbstvertrauen in diesem ihm leicht suspekten Gebiet der Zauberei leicht, ach was leicht... überhaupt nicht vorhanden, traf es recht gut und das war die absolut schlechteste Einstellung! Aber ich konnte verstehen, dass er nicht wollte, dass Snape seine intimsten Gedanken lesen konnte, ich würde dies auch nicht wollen, egal von wem.

Als ich ihn zu seiner Verdammnis in die Kerker schickte, lag ich noch auf Harrys Bett im Jungenschlafsaal und stellte mich jetzt einer Frage, die ich bisher erfolgreich umschifft hatte. Was war, wenn Snape mich wieder zu sich rief? Es war jetzt schon erstaunlich viel Zeit vergangen und er hatte es höchstwahrscheinlich zeitlich einfach nicht geschafft, da er von allen Seiten ziemlich eingespannt wurde, aber dass ich niemals mehr von ihm hören würde, wollte ich nicht denken.

Ich würde dieses Mal gar nicht mehr Draco mit meiner Fragerei belästigen, ob es ihm etwas ausmachte, da er mir eh nur wieder mit dem Familienscheiß kommen würde. Da er nie das Thema angesprochen hatte, nahm ich mal an, dass sich an seiner Einstellung nichts geändert hatte oder er wusste auch nichts daran zu ändern und wollte nicht daran erinnert werden, wäre auch eine Möglichkeit, so würde ich ihn nicht damit belästigen!

Ich fuhr in Gedanken zu dem Bund meines Uniformrocks, strich mit dem Zeigefinger unter den Bund und erfühlte das Zeichen, das mich seit Weihnachten zierte. Würde ich es verdecken können? Ich hatte schon den einen oder anderen Illusionszauber darauf gelegt, auch auf Schwarzmagische hatte ich zurückgegriffen, aber keiner hatte ein verschwindendes Ergebnis gebracht! Jetzt blieb mir nur noch das Einhornblut, aber dieses war so kostbar, dass ich es erst probieren konnte, wenn es die Situation erforderte.

Ich stöhnte auf, wenn es nicht funktionierte, würde ich mir eine Stellung einfallen lassen müssen, damit er nicht meinen Bauch sah, das Einzige was mich hoffen ließ war, dass er mir bisher nie die Kleidung ausgezogen hatte. Aber dann brachten wir mal geistig mein Glück ins Spiel und genau beim nächsten Mal würde er mir an die Wäsche gehen und will mich nackt sehen, ja ich sah es genau vor mir!

Ich stöhnte frustriert auf und starrte auf den roten Himmel des Bettes, nun schweiften meine Gedanken zu Harry und Snape, immer wieder Snape, musste ich fast wehmütig lächeln. Nein, denk an was anderes.

Als ich so dalag, musste ich an meinen Schlafsaal mit Grausen denken, da es Lav und Pav und die anderen zwei Mitbewohnerinnen schon nach nur einer Nacht geschafft hatten, mich in den Wahnsinn mit ihrem Gegacker zu treiben. Und könnt ihr euch das Thema vorstellen?

RON, ja, ernst gemeint!
Wie gut er aussähe und dass Lav hinter ihm her wäre! Ron, der Schwarm! Ich dachte, ich spinne und steh im Wald, als ich das hören musste, aber bitte wenn sie meinten, das Beste kam aber noch und da war meine Schmerztoleranz absolut erreicht. Ich musste mir durch die geschlossenen Vorhänge mit anhören, erstens was für einen tollen Körper Ron bekommen hatte und wie knackig sein Hintern aussah und wie anziehend seine Sommersprossen wären und zweitensm wie witzig er sei!? Hilfe, Ron war viel, aber nicht witzig.

Und jetzt kam der Overkill, aber man müsse erst mich, Hermione, ausschalten, beziehungsweise ausstechen, da ich auf Ron stand.
Ich stand was? Gut, dass ich nichts davon wusste! Und ob Pav meine begehrlichen Blicke zu ihm aufgefallen wären. Ich dachte, ich hörte gerade einen Witz, einen schlechten wohlgemerkt, da ging ich mit Snape, Lucius und Draco lieber gleichzeitig ins Bett, als einmal mit Ron! Und meine Blicke waren meist tadelnd aber bestimmt nicht lustvoll, hatten die zwei Schnepfen noch alle beieinander? Ich kochte und wünschte mich inbrünstig zu Draco, womit hatte ich solche Intelligenzbestien verdient?

Zu später Stunde, kurz vor der Ausgangssperre, saß ich noch mit Ron vor dem Kamin. Er hatte sich Dean geschnappt und machte diesen beim Schach gekonnt alle. Ich fragte mich oft, wie jemand, der so großes, strategisches Geschick besaß, da er wirklich ein begnadeter Schachspieler war, … ich weiß nicht, so unstrukturiert und kindisch im Alltag sein konnte.

Aber gut, das war Ron, vielleicht würde auch er eines Tages anders werden und so arbeitete ich mein Buch „schwarzmagische Flüche für alle Gelegenheiten“ durch, es war sehr spannend aber auch zum Teil sehr ekelhaft, vor allem die illustren, sehr detailreich gestalteten Zeichnungen. Spannend, wie war das? Hier stülpten sich die Eingeweide langsam über den Hals nach außen, dank der sich bewegenden Bilder gut nachzuvollziehen, oh… als letztes kam das Herz schlagend heraus? Einfallsreich! Schien unglaublich schmerzhaft und hier stand, danach war man organleer, man kotzte alles aus, interessant! Ein langsamer, schmerzhafter Tod, wenn man jemanden nicht ausstehen konnte, sehr blutig, sehr dreckig, bitte! Aber und das war das schlechte an dem Fluch, mal wieder kräftezehrend und deshalb im schnellen Kampf nicht geeignet.

Aber wenn man mal jemanden oder den Gegner schocken wollte, dann wäre es vielleicht ganz gut, denn dann wären sie so aus dem Konzept, dass sie alles andere vergaßen, überlegte ich mir ernsthaft.

Ich blickte auf, nachdem ich mir den Spruch und die entsprechende Bewegung gemerkt und verinnerlicht hatte und schaute in den noch gefüllten Raum und blickte in die pausbäckigen Gesichter und wie sie fröhlich spielten und schnatterten in unserem orange erscheinenden Licht und schmunzelte darüber, dass ich in dieser Idylle Bücher über Mord und Totschlag las.

Die Tür öffnete sich plötzlich und offenbarte einen sehr mitgenommen aussehendend Harry, der mehr hereintaumelte als dass er richtig ging. Er war blass, der Schweiß klebte seine Haare in die Stirn und die Gryffindors, die noch auf waren, blickten ihn überrascht und entsetzt an. Er presste seine Hand auf die Narbe und verzog sein Gesicht schmerzverzerrt, es wirkte als hätte er die Kontrolle verloren.

Ich sprang sofort besorgt auf und eilte auf ihn zu und auch wenn mich alle blöd ansahen, schickte ich Spruch um Spruch auf ihn. Als ich bei ihm ankam ging er leicht in die Knie und ich mit ihm auf den Boden, ich hielt meinen Stab in die Höhe und rief laut: „Accio Invigoration Draught“, dies war ein kräftiger Stärkungstrank, der bei geistiger Überanstrengung half und schon flog eine Phiole aus meinem Schlafsaal mit rasanter Geschwindigkeit in meine Hand.

„Ahhh“, jammerte Harry schmerzvoll. Wir knieten uns gegenüber und alle um uns herum verharrten stumm und still, zeigten aber besorgte Gesichter.

„Ganz ruhig, Harry, hier trink das, das wird dir helfen!“, bat ich erzwungen ruhig und Harry tat wie von mir befohlen.

„Was hat er, Hermione?“, fragte Ron zittrig.

„Nicht jetzt!“, fauchte ich entnervt, da mir Harry gerade gar nicht gefiel und ich Angst hatte, dass sein Geist ungeschützt offen lag.

Ich fasste in meinen Umhang und fischte noch rasch einen Kopfschmerztrank und einen Traumlostrank hervor.

„Hier noch ein Kopfschmerztrank…, Harry! Geht’s jetzt besser?“, wollte ich eindringlich wissen.

„Danke, Hermione, ja, jetzt sehe ich wieder was!“, als Harry diesen, mich beruhigenden Satz, sprach, brachen bei mir die Dämme. „Das war schrecklicher als alles was ich mir ausgemalt habe, so brachial, so brutal, das lerne ich nie! Ich komme mir so ungeschützt vor, es tut an der Narbe so weh, ich glaube nicht, dass das was bringt!“, jammerte er verständlicherweise panisch und klammerte sich furchtsam an meine Hand.

„Ich bring ihn um!“, sagte ich mit einem Ernst und einer Inbrunst in der Stimme, dass alle Köpfe zu mir fuhren, selbst Harrys.

„Twins, kommt her!“, befahl ich scharf und auf Kommando standen die Twins rechts und links von mir. Das Erstaunen und die Ungläubigkeit der anderen Gryffindors bekam ich in meiner Wut gar nicht mit, dass diese mehr als erstaunt waren, wie brav die Twins reagierten, auch Ron und Ginny konnten es augenscheinlich nicht glauben.

„Hier, ein Traumlosschlaftrank, drei Tropfen, nicht mehr, bringt ihn ins Bett und passt auf ihn auf!“, sagte ich sehr wütend und sehr kühl und strich Harry die von mir getrockneten Strähnen aus dem blassen Gesicht.

„Wie du wünschst, Hermione!“, trauten sich die Twins wie aus einem Munde zu sagen. „Aber…“, als ich dieses „aber“ brüsk unterbrach, musste ich gar nicht aufsehen, um zu wissen, wer es von ihnen war.
„Was, George? Was aber?“, zischte ich so leise und akzentuiert, dass das Blut in ihren Adern gefror. Die ängstlichen und furchtsamen Blicke aller anderen, die mich noch nie so erlebt hatten, auch Harrys abschätzender Blick, kamen gar nicht bei mir an! Ich verbreitete unbewusst Angst und Schrecken! Ich sah nur Snape vor mir und wie ich ihm mal zeigte, was Stärke war. Ich war so sauer, wie konnte er Harry in diesem desolaten Zustand entlassen, wenn es mich nicht gäbe, was hätte er dann getan?
Die Gefahr, dass dann der Lord dies ausnützte war elementar, warum waren die beiden in ihrer gegenseitigen Abneigung so kindisch? Ich steigerte mich regelrecht in meinen Zorn hinein.

„Hermione, wenn du jetzt zu ihm gehst, streitet ihr nur wieder!“, murmelte George ernst und Harrys Kopf ruckte herum, dabei wurde er leicht grün im Gesicht.

„Versucht nicht mich aufzuhalten, es würde euch nicht gelingen!“, gab ich nur kalt zurück und erhob mich langsam.

„Nun gut, dann geh, aber bitte keine Toten, einer reicht und wenn du nicht zurückkommst, sagen wir der Viper Bescheid“, flüsterte George ganz leise und drohte mir versteckt mit Draco.

„Ihr wagt euch!“, ätzte ich nun gemein zurück.

„Ja, das tun wir! Du bist gerade nicht klar“, sagte Fred lauter und unterstrich dies mit einer eindeutigen Handgeste.

„Nicht klar? Ich bin klar, er hat sich nur nicht unter Kontrolle!“, fauchte ich wie eine Löwin und rauschte nun entschlossen Richtung Ausgang. „Tut, was ich euch gesagt habe!“, rief ich noch und schmiss die Tür endgültig hinter mir ins Schloss und hinterließ einen bis in die Grundmauern erschütterten Turm. Was ich aber erst später registrieren sollte.


Hermiones Sicht ende

Snapes Sicht

Ich hatte mir nach dieser unglaublichen Tortur, Potter die feine Kunst der hohen Magie beizubringen, ein großes Glas mit Feuerwhiskey eingeschenkt und hoffte, diese schrecklichste und katastrophalste aller Stunden verdrängen zu können.

Als Potter durch die Tür zu meinem Büro trat, hatte ich nur in dieses überhebliche und verhasste Gesicht blicken müssen, das meinem Schulnemesis so brutal ähnlich sah und ich war schon wieder von unbändigem Hass überwältigt worden. Als er mich dann auch noch mit diesen großen, so grünen Augen, die mich an sie erinnerten, ängstlich anstarrte, war meine Geduld schon reichlich erschöpft.

„Sie wissen, warum Sie die hohe Kunst, Ihren Geist zu schützen, erlernen sollen, Mr. Potter?“, fragte ich abfällig, von oben herab, mit langgezogener Stimme.

„Nein, Sir. Mit mir hat keiner gesprochen, außer Hermione!“, bekannte er offen, was mich erstaunte, ein Potter, der sein Unwissen zugab, was ja nicht zur Debatte stand, Potters wussten nie was und so schnaubte ich zur Bestätigung verächtlich auf.

„Gut, dass Sie wissen, dass Sie nichts wissen, da haben Sie ja schon was gelernt, Mr. Potter!“, meinte ich gehässig. „Nun gut, der Dark Lord hat durch den Vorfall mit Mr. Weasley erkannt, dass eine geistige Verbindung zwischen ihnen beiden, dank der Fluchnarbe, existiert! Er könnte nun auf den Gedanken kommen, dies gezielt gegen Sie einzusetzen und versuchen, Ihre Gedanken zu durchsuchen und zu manipulieren und deswegen müssen Sie die feingeistige Kunst der Okklumentik lernen“, versuchte ich ihm die Fakten nahe zu bringen, während er wie ein kleiner Schuljunge vor mir stand, der er ja auch war. „Nun dann, beginnen wir, leeren Sie ihren Geist“, rief ich ihm kurz angebunden zu und drang mit einem Legilimens in seinen Geist ein und wurde, wie nicht anders zu erwarten, mit einer Bilderflut beglückt, die mich nicht überraschte. Dieser Junge war unfähig, wie sollte dieser schwache Geist gegen den Dark Lord besteht? Ich sah einige, für mich unerklärliche, Erinnerungen:

Wie das Innere eines dunklen Schrankes, mit einer Matratze!

Einen großen dicken Jungen, der den kleineren verprügelte und jagte.

Eine Szene, wo Potter durch einen Türspalt linste und eine Weihnachtsszene beobachtete und wieder in die Finsternis zurückkehrte.

Ich war perplex, was waren das für Erinnerungen? Hier passte was nicht und so fokussierte ich die verkrampfte und zitternde Gestalt mit meinem durchbohrenden Blick und sprach ihn an.

„Mr. Potter, so wird das nichts, wehren Sie sich, Sie sind ein Zauberer! Zaubern Sie!“, rief ich ihm bissig ins Gedächtnis und so kam eine verwirrendere und für mich unerklärlichere Erinnerung nach der nächsten.

Ein putzender Potter, ein kochender Potter, ein waschender Potter… ein Potter, der Granger im Arm hielt… der Dark Lord, der Diggory tötete.

Dann gelang ihm etwas, was ich schon nicht mehr erwartet, aber immer erhofft hatte, aber es geschah völlig unbewusst und dies war ein aus ihm schießender Brandzauber und dieser schleuderte mir entgegen und ließ mich nach hinten an die steinerne Wand in meinem Rücken prallen und warf mich entschieden aus seinen wirren Gedanken, ich schüttelte benommen meine leicht versengte Hand, kein Akt, aber ärgerlich.

„Was…?“, fragte er da selbst ganz erstaunt nach und hielt sich die schmerzende Stirn.

„Wenn Sie das nun noch gewollt hinbekommen und nicht nur unbewusst, würden wir einen Schritt in die richtige Richtung gehen, aber so gebärden Sie sich so unbegabt wie erwartet!“, ätzte ich böse und sprach ein vernichtendes Urteil, da richtete ich mich wieder auf.

Ich zielte wieder auf ihn und schoss den Zauber ab, gab ihm keine Zeit zum Luftholen sondern attackierte ihn sofort wieder.

Nur diesmal stoppte ich selbst nach kurzer Zeit, als ich sah, dass Potter den Ort seiner Vision mit der Schlange nun einer Erinnerung zuordnen konnte und dass dieser Ort im Ministerium lag, im neunten Stock und die Tür, die er gesehen hatte, zur Mysteriumsabteilung hinunter in den 10. Stock führte.

„Das reicht, Mr. Potter, gehen Sie und leeren Sie Ihren Geist und arbeiten Sie härter an sich!“, befahl ich mitleidlos und durfte erkennen, wie er mit der Erinnerung rang aber er sich auch kaum auf den Beinen halten konnte, aber was kümmerte es mich?

Und nun saß ich in meinem Sessel und versuchte, mir einen Reim auf diese unerwarteten Erinnerungen zu machen, derer ich in Potters Geist ansichtig geworden war.

Meine Informationen waren die, dass Potter ein gutes, ein ordentliches, ein beschauliches Leben bei seiner Tante führte. Ein Muggelleben aber ein normales, wie jedes Kind es haben sollte, nicht dieses welches ich heute in Auszügen gesehen hatte. Wenn dies der Wahrheit entsprach, aber warum sollte es das nicht? Potters Geist war nicht fähig und nicht trainiert zu lügen, also wenn dies der Wahrheit entsprach, warum hatte Dumbledore nichts unternommen? Er wusste doch sonst immer so viel und er hatte Zauber auf Potters Zuhause geworfen und die Schrappnelle von Figg hatte auch ein Auge auf den Jungen, wie passte das zusammen, grübelte ich irritiert.

Ich nahm wieder einen tiefen Schluck, auch die Idee des Professors, dass ich Potter in die Okklumentik einführen sollte, war einfach grotesk, eine schwachsinnige Idee, die nichts Gutes versprechen konnte, dachte ich angewidert.

Zu dieser Magie gehörte Vertrauen und dies war bei uns einfach nicht vorhanden.

Als ich auf einmal perplex wahrnahm, wie die mit Zaubern belegte Bürotür mit Gewalt aufgezaubert wurde, ein lauter, ohrenbetäubender Knall ließ mich aus meinem gemütlichen Sessel hochschießen, was passierte hier und ich konnte hören, wie nun auch Zauber auf den Durchgang zu meinen privaten Räumen abgefeuert wurden.
Natürlich hielten meine Schutzzauber stand, aber was fiel dem Eindringling ein, mich in meinem Heiligtum anzugreifen, wer wagte es?

Wer wagte es, dachte ich gereizt und stellte mich aufgebracht vor die Tür, angriffsbereit und öffnete diese, zielte und entwaffnete den Eindringling mit einem Expelliarmus. Ich riss erstaunt die Augen auf, als ich eine vor Wut brodelnde Granger vor mir ausmachte, die aber keinen Schock oder Furcht in ihren Augen stehen hatte, nachdem ihr Zauberstab nun auf dem Boden lag, da sie mich trotz ihrer Entwaffnung herausfordernd ansah und bevor ich ein Wort an sie richten konnte, begann sie auch schon in Aktion zu treten.

Sie überrumpelte mich tatsächlich, indem sie in Sekundenschnelle an mich herantrat, mich mit beiden Händen übergangslos an meinem weißen Hemd packte, mir ihr Gesicht nahebrachte, das eine wutverzerrte Fratze war, und bevor ich schaltete, mir ihr Knie mit Wucht und ohne Gnade mit aller Gewalt in meine Weichteile rammte.

Mir entwich ein schmerzhaftes Keuchen, ich glaubte es nicht, ich sah in diesem Moment Sterne, ein unvorstellbarer Schmerz durchzuckte meinen Körper krampfhaft. Ich konnte es gerade noch verhindern, absolut lächerlich wimmernd in die Knie zu gehen. Ich fing mich soweit und nur mit absoluter Willenskraft, indem ich grob ihre wilde, offene Lockenmähne zu fassen bekam und mich brutal in ihr verkrallte um sie rücksichtslos daran zu ziehen, auf dass sie mich losließ und von mir abließ. Ihr schmerzhaftes Zischen zeigte, dass ich Erfolg hatte und sie, ihrem ersten Instinkt folgend, losließ und ich sie grob mit einem mächtigen Schubs von mir stoßen konnte.

Was sie sofort reagieren ließ als sie mit ihrer rechten Faust ausholte, um mir einen kurzen rechten Haken auf das Kinn zu verpassen, mein Kopf flog kurz nach hinten und ich schmeckte metallisches Blut, hatte dieses Mudblood noch alle, es zu wagen mich zu schlagen? Sie hatte bisher nur eine Chance gegen mich gehabt, da ich nicht mit einem derartig körperlichen Angriff gerechnet hatte.
Und so griff ich nach ihr und noch fester zu, schloss meine Hand zu einer Faust in ihrem Haar und donnerte sie nun mit rücksichtslosem Schwung ins Regal, wo sie mit ihren Händen den meisten Schwung abfedern konnte, leider, ich hätte es gerne gesehen, wenn sie mit Wucht mit dem Gesicht voran hineingefallen wäre.

Ich war ja so was von sauer, was fiel diesem wildgewordenen, widerborstigen Weib nur ein? Mich, ihren Professor, anzugreifen und meine privaten Gemächer zu erstürmen, war sie von Sinnen?

Jetzt wusste ich, warum Black bei ihr ausgetickt war, ich tickte auch gerade aus aber sie sah nicht so aus als würde sie jetzt schlotternd Angst vor mir bekommen oder haben, sondern eher so als wollte sie mich ernsthaft verprügeln und jetzt erst so richtig loslegen. Meinen Stab hatte ich leider schon in der Hitze des Gefechts fallen lassen, nach diesem taktischen K.O. Schlag, den sie mir gleich zu Anfang verpasst hatte, wohl auch kein Wunder.

Aber ich war ein anderer Gegner als der räudige Köter, ich hatte ihre Haare noch immer unnachgiebig in meiner Faust und sie starrte mich feindselig in einer verdrehten Haltung an, wollte gerade weiter blindwütig auf mich losgehen.

Sodass wir beide in unserer Raserei gar nicht mitbekamen, dass weitere Menschen in mein Büro drängten. Erst als wir magisch, mit Gewalt getrennt wurden und unser intensiver Blickkontakt brach, wurde ich wieder Herr über meinen Verstand.
Der sonst so erschreckend klar war und nur bei ihr drohte auszusetzten.

Draco hatte uns mit einem magischen Zauber getrennt und hielt uns in Schach. Granger schrie ihn erregt an, was er sich einmischte und ich gab ihr gerade von Herzen recht, was fiel Draco ein? Ich hätte sie so was von zu Kleinholz verarbeitet, diesem Gör musste mal jemand zeigen, wo die Grenzen lagen.

Dann sah ich, wie einer der Roten hektisch die Tür reparierte und rasant Schallschutzzauber sprach und als er dies geschafft hatte, fast am Zusammenbrechen war, als auch er zu Granger ging um diese zu beruhigen. Mich ließen sie hier mehr oder minder gefesselt an meinem Bücherreal stehen, sehr nett, aber so konnte ich mir mal kurz der Schäden meines Körpers bewusst werden und diese analysieren und so nützte ich die Zeit, in der ich unbeachtet war.

Dieses Biest, zwischen meinen Beinen pochte es wie verrückt, der Schmerz als sie zustieß war als hätte sich eine Spritze in mein Rückenmark gebohrt und war direkt bis in mein Hirn gefahren. Ich hatte, nur dank jahrelanger Übung, die Überwindung gefunden, sie an größeren weiteren Schandtaten zu hindern und das Einzige getan, zu dem ich noch groß fähig gewesen war und sie weggeschleudert!

Ich schmeckte Blut, anscheinend hatte ihr Schlag meine Lippe aufplatzen lassen, aber eins musste ich ihr zugutehalten, hinter ihren Schlägen steckte tatsächlich Kraft.

„Draco, löse sofort die Zauber und George was machst du hier? Ich habe dir andere Anweisungen gegeben… warum holst du Draco?“, keifte sie rum, ich stand ganz ruhig und konzentrierte mich, begann nun die Zauber ohne Zauberstab zu lösen, was nicht einfach war, aufgrund meiner körperlichen Verfassung, aber ich war ja auch zu gut.

Als ich es geschafft hatte rief ich meinen Stab nonverbal in meine Hand und wandte mich nun den drei Schülern vor mir zu, dabei ignorierte ich den ziehenden Schmerz zwischen meinen Beinen, als ich mich aufrichtete.

„Miss Granger, was fällt Ihnen ein, mich anzugreifen?“, brauste ich nun fauchend auf und ich konnte sehen, wie die beiden Jungen zur Seite wichen, aber Draco noch schnell Granger von ihren magischen Fesseln befreite. Danke, Draco, es ist doch immer wieder schön, zu sehen, auf welcher Seite du stehst, dachte ich ironisch höhnend.

„Das fragen Sie? Das fragen Sie! Was fällt Ihnen überhaupt ein!?“, keifte sie erbost und ich starrte sie kalt, aber überrumpelt an, da ich nicht verstand was sie von mir wollte.

„Hätten Sie die Güte, Ihren Anschlag auf mich zu erklären und was diesen rechtfertigt?“, fragte ich gefährlich sanft.

„Harry!“, blitzten mich ihre Augen zornig an. „Was fällt Ihnen ein, ihn so soooo… so total fertig in den Turm kommen zu lassen? Was sind Sie für ein Lehrer? Was wäre mit ihm, wenn ich und meine Tränke nicht wären? Sie haben ihn total angreifbar gemacht!“, fauchte sie nun empört und ich war verblüfft, Potter ging es doch gut als er ging. Nun ja, relativ.

„Potter ging es gut, übertreiben Sie nicht so schamlos“, meinte ich mitleidlos zu ihr, was dazu führte, dass sie sich einer Löwin gleich auf mich stürzen wollte und Draco sie mehr oder weniger im Flug an der Hüfte auffing und hielt, damit sie nicht todesmutig über mich herfiel.

„Schsch, Hermione, beruhige dich!“, versuchte er ihrer zappelnden Gestalt Herr zu werden, denn er kannte mich und wusste, was für ein Gegner ich war.

„Beruhigen, beruhigen, dieses selbstgerechte Arschloch richtet doch nur Schaden an!“, ob ihrer Wortwahl und ihres fehlenden Respekts meiner Person gegenüber, verschlug es mir doch glatt die Sprache, das letzte Mal als sich jemand erdreistete, mir derart forsch entgegenzutreten, besah sich dieser die Radieschen nun von unten.

„Harry brauchte, um überhaupt wieder geradeaus sehen zu können, einen Invigoration Draught!“, schrie sie wütend, was dazu führte, dass mir Draco einen bösen Blick zuwarf und selbst ich war erstaunt, dass es Potter wirklich schlecht gegangen zu sein schien, wenn er diesen starken, geistigen Stärkungstrank brauchte. Kurz blitzte der Gedanke bei mir auf, woher Granger diesen seltenen Trank schon wieder hatte, als sie meine Gedanken durchbrach und weiter keifte.

„Miss Granger, kommen Sie endlich wieder zur Vernunft!“, fuhr ich sie nun ungehalten frostig an, ich kämpfte um eine gerade, einschüchternde Haltung.

Ich konnte sehen, wie sie sich auf einmal wieder in sich selbst zurückzog und tief Luft holte, während ihr Draco kleine beschwichtigende Nichtigkeiten ins Ohr flüsterte und nachdem sie wieder ihre Augen öffnete und sie mich anvisierte, konnte ich erkennen, dass sie sich wieder in der Gewalt hatte und bar jeder Gefühle war. Die vorher vor Emotionen lodernden Augen waren nun erschreckend kalt und leblos.

„Hermione, ich habe deine Bitte, Draco nicht zu holen, nicht beachtet, da, als wir Harry gerade in den Schlafsaal brachten, dieser zusammengebrochen ist und etwas sehr Unheimliches passierte! Er war geistig wie weggetreten und hatte ein irres, wahnsinniges Lachen, das nicht seines war, gelacht. Wir haben ihn geohrfeigt, damit er wieder zur Besinnung kommt, da hat er immer noch wie bescheuert gelacht obwohl er wieder da war und dann war er plötzlich still und selbst ganz perplex als er geistig wieder anwesend war. Es war gruselig! Er war verwirrt, dass er so gelacht hatte und sagte uns, er wüsste, dass gerade etwas wunderbar gut für den Dark Lord liefe und dieser sich sehr, sehr gut fühle! Dann haben wir ihn ins Bett verfrachtetet und ihm den Trank gegeben. Fred passt auf ihn auf! Aber ich ging los…“, fasste Weasley die wahrlich beunruhigenden Nachrichten rasch zusammen.

„Und dann hab ich mir Draco als Verstärkung geholt!“, verteidigte er sich noch unsicher.

„Was auch richtig war, danke, George!“, mischte sich Draco bestimmt ein.

„Und nun, Professor, was sagen Sie zu Ihrer Leistung?“, spuckte mir Granger verachtend vor die Füße.

„Beunruhigend, dass er anscheinend so eine tiefe Verbindung zum Lord hat!“, bot ich kühl an, obwohl es in mir etwas anders aussah, aber das würde ich ihr nicht zeigen.

„Potter und ich, wir harmonieren nicht wirklich in dieser feinen Kunst!“, schnarrte ich weiter und ärgerte mich maßlos über Dumbledore.

„Professor, gerade Sie, so dachte ich, wären in der Lage, jedwedes Gefühl wie Hass oder Liebe, komplett zu unterdrücken!“, warf Granger hämisch ein. Darauf fiel mir kein blöder Spruch ein, da sie hier leider recht hatte. „Ich weiß nicht, warum Sie Harry so hassen, nur weil er seinem Vater ähnlich sieht. Ich bitte Sie, das ist kindisch und lächerlich. Ich kann Ihnen versichern, Harry ist ein ganz anderer Mensch als sein Vater. Der, wie ich weiß, ein umsorgtes und verhätscheltes Einzelkind gewesen ist und dieser hat höchstwahrscheinlich Liebe in vollem Umfang genossen. Harry war in seinem ganzen Leben bisher weder das eine noch das andere, noch ist er geliebt worden. Er hätte Ihr Mitleid verdient, nicht Ihren Hass und Ihre Verachtung!“, sprach sie sehr frostig und sehr respektlos, drehte sich um und ging, und erstaunte mich mal wieder, da sie sich ihren Stab wie ich nonverbal und zauberstabslos in ihre Hand rief. Sie entschwand, ohne sich umzudrehen oder uns alle noch zu beachten. Sie rauschte aus meinen Räumen, genauso wie sie diese vorher erstürmt hatte, geschwind.

„Wow, hat sie nicht Temperament?“, sprach Draco berauscht, ein begeistertes Glitzern lag in seinem verklärten Blick, danke, ich wurde gerade mit einer Furie wie Granger brutal konfrontiert, die versuchte mich zu entmannen und mein Patensohn schwelgte in Verehrung für dieses gemeingefährliche Weib.

„Draco“, knurrte ich wütend.

„Ich geh ihr lieber nach, nicht dass sie noch Mrs. Norris umbringt“, machte sich Weasley flott vom Acker, was eine hervorragende Idee war. Draco blickte mich nun erstaunt an und machte mich kurz sprachlos.

„Was? Also ich mag zwar Potter nicht, aber ich denke, sie hat nicht unrecht. Was hast du nur mit ihm gemacht?“, meinte er da neugierig.

„Okklumentik!“, beschied ich widerwillig und wischte mir mit dem Stab über meine Lippe, hexte mich wieder ganz.

„Was und du hast die brachiale Methode angewandt?“, war dies eher eine rhetorische Frage. „Also wenn diese Verbindung zum Lord besteht, war das vielleicht nicht so gut überlegt?“, dachte nun auch er, dass mich seine Meinung interessierte, aber das tat es nicht, grollte ich in Gedanken bitterböse.

„Das gibt dieser Xantippe noch lange kein Recht mich, ihren Professor, anzugehen!“, entgegnete ich frostig.

„Severus, wie es scheint ging es Potter nicht gut und der ist bei ihr ein Thema mit sieben Siegeln, wenn du ihm so zugesetzt hast und ihn dann alleine zum Turm hast gehen lassen, wundert es mich, dass du noch stehst! Außerdem musst du ihn ganz schön bis auf die Unterhosen ausgezogen haben, wenn sie dir Tatsachen aus seinem Leben entgegenschleuderte und… schau mich nicht so an, ich weiß nichts, das ist kein Thema zwischen uns, da ist sie eigen. Was hast du gesehen?“, meinte Draco ersichtlich neugierig.
Er packte mich am Arm und ging mit mir in mein Wohnzimmer, wo er auf meinen Sessel deutete, in den ich mich dank meiner Unterleibsverletzung vorsichtig setzte und wobei ich einen nonverbalen Episkey darauf sprach. Draco musste ja nicht alles wissen. Während Draco mir einen neuen Drink einschenkte, aber leider war er gut im Beobachten und so sah er es, sagte aber dank seiner angeborenen Intelligenz nichts.

„Was hast du bei Potter gesehen?“, fragte er mich noch einmal unverblümt.

„Mhm“, zeigte ich mich unvorstellbar kooperativ.

„Ach, bitte, ich verspreche auch hoch und heilig, es niemandem zu sagen!“, versprach er ernsthaft und ich wollte mit Draco darüber sprechen und seine ehrliche Meinung hören.

„Es war komisch, er scheint in einem Schrank gewohnt zu haben…“, ich konnte Dracos entsetzt aufgerissene Augen wahrnehmen, da er ungläubig blinzelte.

„Und er scheint ein nicht wirklich privilegiertes und schönes Leben bei seinen Verwandten genossen zu haben, hätte ich nie gedacht!“, sprach ich es tatsächlich aus und zuckte immer noch betont gleichgültig die Schultern.

„Heftig! Tut mir ja für ihn direkt leid, auch wenn er ein Volltrottel ist… aber sprich nicht weiter… ich denke, wenn muss ich den Rest von anderer Seite hören“, unterbrach er meine Erzählung und überraschte mich mit dieser Einstellung maßlos. „Sag mir lieber, wo… eure Prügelei geendet hätte, wären wir nicht gekommen, sah nicht gut aus, du hast immer noch Blut im Gesicht!“, entgegnete er mir ungerührt und ich sprach rasch einen Reinigungsspruch auf mein Gesicht, hatte ich doch glatt vergessen.

„Granger hätte das bekommen, was sie verdient, die Tracht Prügel ihres Lebens. Einer muss ihr zeigen, wo ihre Grenzen sind!“, meinte ich sehr ernst, sehr böse und sehr kalt.

Draco begann zu kichern, was mich ihn niederstarren ließ.

„Wasss?“ zischte ich, einer Schlange gleich.

„Das ist zu komisch, wenn du dir da mal nicht die Zähne ausbeißt, du weißt schon, dass sie nicht annähernd so derangiert ausgesehen hat wie du?“, fragte Draco belustigt. Ich war sprachlos, so eine Respektlosigkeit.

„Was erlaubst du dir, weißt du nicht mehr, mit wem du sprichst, Draco?“, erklang ich drohend und meine Magie ballte sich ungezügelt vor Wut um mich herum.

„Doch, Onkel, aber ich darf dir doch noch die Fakten sagen?“, grinste er mich frech an. „Ich denke, ich lass dich dann mal alleine und wünsche eine geruhsame Nacht“, machte er sich feixend auf die Socken, die Jugend von heute kannte eindeutig nicht mehr ihren Rang in der Hackordnung.

Ich war so was von sprachlos, Granger reagierte immer wieder anders als von mir erwartet und wie sie sich gab und gebärdete war ungewohnt. Ich trank nun gierig meinen Drink, morgen war unsere erste Übungsstunde und ich würde es genießen, ihr zu zeigen, was es hieß mit mir zu trainieren.

Ich war nicht dumm, sie hatte gewusst, dass sie mir unterlegen wäre und hatte mich auf die ihr einzig mögliche Art beinahe kampfunfähig gemacht und das war wahrlich nicht die feine englische Art, aber effektiv, wenn auch sehr unfair und dreckig, anscheinend mochte sie es so.

Sollte ich mir jetzt doch um Potter Sorgen machen? Dieses Balg, er war ein Plagebalg! Aber ich würde mit Granger morgen reden, wegen der Okklumentiksache, so ging das nicht… wir würden sehen.

Snapes Sicht ende

Hermiones Sicht

Ich lief so schnell ich konnte, ich wählte trotz der nächtlichen Stunde den langen Weg, in der Hoffnung abzukühlen, aber ich war noch immer auf 180! Was dachte die Fledermaus? Mittlerweile bekam ich Kopfweh, dank seiner weibischen Taktik mich an den Haaren zu ziehen, hoffentlich bekam er nie wieder einen hoch, zeigte ich meine gehässige Fratze.

Als ich den Turm betrat war er voller als ich ihn verlassen hatte, die Geschehnisse rund um Harry und mich schien einige wieder aus den Betten geholt zu haben.

Mir schlug bei meinem Eintritt absolute und vollkommene Stille entgegen. Ich wurde abwägend beäugt. Zuerst der Auftritt, dass ich Harry so heilte, dann wie ich den Twins Dinge aufgetragen hatte und mein wütender Abgang und nun mein sehr erhitztes Eintreffen.

Ich konnte mich nicht darüber aufregen und so blickte ich nur unterkühlt und nüchtern durch den Raum, meine Lippen verzogen sich leicht zu einem Spitzmund. Ich mochte nicht wissen, wie ich aussah, die Haare wüst und wirr, ich glaubte, ich hatte einen blutigen Kratzer oder eine kleine Schramme an der Wange, von diesem scheiß Holzregal, gegen das ich gedonnert worden war.

Ich konnte wahrnehmen, wie mich Ron nur sprachlos anstarrte und auch die Blicke der anderen waren nicht anders, so ungläubig, so unverständig. Die Stimmung im Gemeinschaftsraum war mehr als angespannt.

Dann sah ich Fred, der im Rundbogen stand und versuchte, unsichtbar zu sein.

„FRED!“, erhob ich nun das Wort. „Wo ist George?“, fragte ich, da ich annahm, dass dieser den kurzen Weg genommen und mich somit locker überholt hatte.

Fred tänzelte unsicher von einem Bein auf das andere und trat rasch auf mich zu und sah mich an.

„Bei Harry!“, und wollte die Hand heben. „Wie geht es dir?“

„Hol ihn!“, befahl ich nur und konnte das empörte Luftholen der Gryffindors hören.

„Ähm, sei nicht böse, aber wir dachten, du willst es wissen!“, schaute er mich ernst an und ich hob eine Braue.

„Sehe ich böse aus?“, fragte ich ruhig nach.

„Ehrliche Antwort, Schönste?“, hakte er zweifelnd nach.

„Ich bitte darum!“, höhnte ich entrüstet.

„Ja, ok, ja und immer wenn du so schaust und so aussiehst, verbreitest du Angst und Schrecken, okay?“, meinte er jetzt zu mir hilflos, deutete dabei in sein Gesicht und ich konnte ein Lachen nicht unterdrücken. Ich zauberte einen Spiegel herbei und sah mich an.

„Warum sagst du mir nicht, dass mir Blut über das Gesicht läuft?“, meinte ich recht pragmatisch und sprach eine nonverbale Reinigung.

„Hätte es dich interessiert?“, kluge Frage, einfache Antwort.

„Nein!“ schüttelte ich gleichgültig den Kopf.

„Wusste ich doch… willst du immer noch George sprechen, oder nicht mehr?“, drückte er herum.

„Hol ihn“, und er drehte sich um, tat worum ich ihn „bat“, zum großen Unglauben unserer Hauskameraden.

„Was, Hermione, was für ein Drama ziehst du hier gerade ab, was soll das mit meinen Brüdern?“, erregte sich Ginny und ich sah sie nur völlig ausdruckslos an und war mir der anderen Gryffindors bewusst, die alles in sich aufsogen und wohl gar nichts mit der ganzen Sache anfangen konnten.

Ich bekam mit, dass der Grat schmal war, auf dem ich wandelte. Es wurde und würde schwerer werden, mein Doppelleben geheim zu halten, aber es gab Momente wo man sich entscheiden musste, wo man stand und das hatte ich heute getan. Snape musste in seiner Ignoranz und Großkotzigkeit Harry gegenüber ausgebremst werden, er machte ihn mir sonst kaputt! Das war wichtiger als das, was die Löwen von mir dachten, mir war eh egal, was sie von mir hielten, redeten oder ach… es war schlicht und ergreifend egal!

Die Konsequenzen mit Snape war ich bereit zu tragen, auch war mir bewusst, dass ich nie eine reelle Chance gegen ihn gehabt hatte, da er viel zu kampferfahren und -erprobt war. Er hätte mich durch die Mangel gedreht, wären Draco und George nicht gekommen, nur mein wenig damenhafter Kampfbeginn hatte mich ihn verletzen lassen können, wie gesagt, ich sah mich nicht mit rosaroter Brille. Und ich wusste auch, dass er mir diesen Angriff auf seine Person nicht so leicht vergeben würde. Aber wenn ich ihm nur ein bisschen die Augen geöffnet hatte war es mir das wert, denn dass Harry sich jetzt schon wie der Dark Lord gebärdete und irrsinnig lachte, eben weil jener glücklich war, ließ meine Reaktion auf gar keinen Fall mehr überzogen erscheinen, sondern mehr als gerechtfertigt.

„Halt dich da raus, Ginny!“, kam es ungewohnt kalt für die meisten Gryffindors, die nur die stets gutgelaunten Twins kannten, von George, der gerade die Treppe herabkam. Was dann auch gleich Ginnys Protest im Keim erstickte und sie ihn geschockt über den harschen Ton anblickte.

„George!... Danke!“, wusste ich, was sich gehörte, er aber hatte dies nicht erwartet, so wie er mich gerade konfus ansah. „Was?“, fragte ich ihn direkt.

„Du dankst mir, geht’s dir gut, sicher dass die Bekanntschaft mit dem Regal deinem Kopf nicht geschadet hat?“, fragte er besorgt und überging alle Löwen, die laute Geräusche machten, bei dieser aussagekräftigen Angabe.

Ich winkte ab: „Glaub mir, eine Steinwand tut mehr weh und damit mache ich, wie ich finde, viel zu oft Bekanntschaft. Holz tut nicht im Ansatz so weh!“ Er trat auf mich zu und hob mein Kinn an.

„Du und deine Hobbys! Holz hinterlässt aber auch Abschürfungen, soll ich sie wegmachen?“, begutachtete er mich und lächelte leicht.

„Nein, lass! Das mach ich später, aber ich meinte es ernst, danke! Wie geht es Harry?“

„Gut, er schläft! ... Wie geht es weiter?“, fragte er sachte aber noch immer ernst, auch er beliebte es, unsere Hauskameraden nicht zu beachten.

„Es geht immer weiter, erste Regel, George! Ich werde sehen was ich für Harry tun kann, jetzt hab ich erst mal meinen Standpunkt klar gemacht, nun ist er am Zug!“, und da nur Ron wusste, wo Harry gewesen war, war er der Einzige, dem ich nun ins blasse Antlitz sah und er schaute mich groß an, da er wusste, dass ich nur bei Snape gewesen sein konnte. Und er nickte bei meiner stummen, beschwörenden Nachfrage, auf dass er schweigen würde und nur wir drei morgen weiterreden würden. Manchmal war ich auf Ron stolz, so wie jetzt, wo er einfach stumm blieb und verstand was ich wollte.

„Du hast keine Angst?“, fragte George vorsichtig nach und ich löste mich von Ron und sah ihn erstaunt an.

„Iwo, ich bin sicher!“, meinte ich todernst und fuhr in einer unbewussten Geste zu meinem Mal und Georges Blick zuckte auch dahin und dann trat das bekannte Glitzern in seine Augen und alle Sorge schien verschwunden, da er erkannte, dass ich wirklich sicher war, dank Draco!

„Verstehe, das ist gut, ich mag ihn wirklich!“, beschied er mir, nickte dabei enthusiastisch und auch ich lachte laut auf.

Mein Ruf in Gryffindor war wohl jetzt hinüber, aber das war es mir wert gewesen und so wandte ich mich in meiner Funktion als Vertrauensschüler an die Meute.

„Ab ins Bett, die Sperrstunde ist lange vorbei“, befahl ich süß und konnte erleben, wie viele flohen, ich sah wohl zum Fürchten aus.
Nach oben Nach unten
 
Kapitel 65-66
Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Ludwig Revolution: Kapitel 15 & 16
» Das letzte Einhorn - Kapitel 09 - 11
» Tsubasa: Kapitel 026 - 030
» Seelen: Kapitel 26 - 28
» Seelen: Kapitel 47 - 49

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
When Hermione Fights :: When Hermione Fights :: Kapitel 51-75-
Gehe zu: