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 Kapitel 69-70

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queenie
Königin
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BeitragThema: Kapitel 69-70   Do Feb 09, 2012 2:02 am

Etwas Unverzeihliches


Scheiße!

Schade, dass er nur einen Reparo anwenden musste, in der Muggelwelt hätte er sich neue Gläser kaufen müssen und das würde ihm recht geschehen! Warum warf er immer mit seinen Gläsern nach mir?

In einer unbewussten Geste griff ich an mein lädiertes Ohr, autsch, das tat echt weh, nicht so wie Lucius‘ barbarischer Biss. Aber dass auch Snape jetzt mit so etwas anfing? Wenigstens blutete es nicht.

Ich, gefangen zwischen drei Schlangen, alles war so zum Haare raufen aber halt auch nicht zu ändern. Und so zog ich mir die Kapuze tief ins Gesicht, wie gut, dass alle Professoren und auch Filch die Kerker mieden und die Aufsicht darüber komplett Snape überließen, somit hatte ich mehr oder minder Narrenfreiheit.

So brauchte ich mir keine Sorgen machen, bis ich den Gemeinschaftsraum erreichte.

Ich kontrollierte, dass die Kapuze saß und trat ein, rauschte regelrecht hinein. Ich war gespannt, wie es ablief, so oft kam ich auch nicht her, dass ich vollkommen unbesorgt sein konnte.

Ich fegte, eines Snape würdig, in den Raum und da es erst halb elf war, hatte ich mal wieder einen fulminanten Auftritt, ich sag’s ja, Draco färbte ab. Dramaqueen, hatte Ginny heute nicht etwas in der Art gesagt?

Ich konnte beobachten, dass viele perplex wirkten ob meiner Erscheinung und sie wichen furchtsam zurück und ich überblickte kurz den Raum, konnte aber kein Weißblond erkennen, dafür sah ich einen dunkelhäutigen Schönling, der sich rasch von seinem Platz beim Kamin erhob und mit weitgeöffneten Armen auf mich zutrat.

Ich konnte sehen und hören, wie einige bei Blaises Begrüßung aufmuckten und sich fragten, was das nun war. Das Tuscheln setzte umgehend ein.

„Kennt der die jetzt auch?“, „Wer ist das nur? Ich sterbe noch vor Neugier!“, „Wie die hier Auftritt!“, „Schrecklich, als würde ihr das Haus gehören!“, „Wann Draco wohl genug hat?“ und so fort, wehte es gehässig durch den gutbesetzten Raum.

„Abraxina! Ich liebe es, dich zu sehen! Ich habe dich vermisst!“, meinte dieser riesige Charmeur schmeichelnd, denn Blaise war charmant, wenn er wollte, konnte er jede um den Finger wickeln.

„Blaise, du Schleimer!“, entgegnete ich ihm abwiegelnd und ließ mich sanft in den Arm nehmen, zuckte aber leicht zurück, als er mich zu fest umarmte. Alles unter den aufmerksamen Blicken der Schlangen, die es nicht fassen konnten, dass nun auch Blaise mich kannte und mir nah zu sein schien. Es war echt spaßig, sie so abgrundtief zu schocken und so lächelte ich breit, gut verborgen von dem schwarzen Stoff.

„Was ist, Schönste? Hast du Schmerzen?“, verdüsterte sich sein besorgter Blick. „Draco hat es mir erzählt, von gestern und… wo du… wo du bis jetzt warst! War er das, hat er… hat er dich verletzt?“ Ich winkte ab und so nahm er sehr vorsichtig meine Hand und zog mich zur Couch. „Pansy, mach Platz“, jagte er sie genauso nett weg wie Draco letztens.

„Bitte setz dich“, was ich auch sehr vorsichtig tat, nun da das Training vorbei war und das Adrenalin abflaute, begann mein Körper zu rebellieren, ich war nicht wirklich verletzt aber einen Muskelkater und Prellungen hatte ich trotzdem überall. „Möchtest du einen Whiskey?“ fragte er aufmerksam und ich nickte bejahend.

„Blaise, da du gestern ansprichst, wie wusste Draco, dass er kommen sollte?“, fragte ich leise, aber wirklich interessiert.

„Ein kleines, wirklich putziges, silbernes Eichhörnchen kam hierher und hat Draco was zugeflüstert und dann ist er rasant abgehauen!“, und so brach ich in ehrliches Lachen aus, als ich vor mir sah, wie George, in seiner Sorge um mich, sich überwunden und Draco seinen Patronus geschickt hatte und auch Blaise kicherte.

„Hi!“, traute sich Nott, das Wort an mich zu richten, er war ein recht zurückhaltender Junge mit einem hasenähnlichen Aussehen, mit hellbraunem Haar und so fing ich mich wieder.

„Hallo, Nott! Danke dir, Blaise, du bist zu gut“, war ich höflich und schon hatte ich ein Glas in der Hand, es war erstaunlich, dass die Slytherins so etwas hier standartmäßig gebunkert hatten, so etwas gab es in Gryffindor nicht ich und nahm einen genüsslichen Schluck. „Ich finde es zwar nett, dass du mich so umsorgst, aber sag mir, wo treibt er sich rum?“, fragte ich nun nach.

„Keine Ahnung, er meinte, du kommst und er sei dann wieder da, wo er hin ist? Nicht den blassesten Schimmer! Du kennst ihn besser als jeder andere, er ist so verstockt!“, meinte er ärgerlich und zuckte die Schultern und ich sprang fast aus meinem Stuhl und schritt trotz aller Schmerzen resolut vor dem Kamin auf und ab und nahm einen wohltuenden Schluck von dem Getränk, das so herrlich brannte. Das Summen der sich unterhaltenden Schlangen konnte ich nicht ausblenden, sie waren nervös, da ich hier war aber Draco nicht.

„Blaise, sprich nicht so von Draco!“, wies ich ihn unwirsch zurecht und konnte zu meiner Zufriedenheit erkennen, wie er den Kopf einzog und wie alle mehr als blöd guckten, der Gemeinschaftsraum war auf einmal wieder sehr ruhig, niemand wollte etwas verpassen. Ich hatte gerade Dracos Vertrauensperson in Slytherin angefahren und zurecht gewiesen und auf dessen Reaktion waren alle gespannt.

„Tut mir leid, aber…“, begann er.

„Du machst dir Sorgen? Wie lang ist er weg?“, wollte ich genauer wissen.

„Seit dem Abendessen…!“, erwiderte Blaise leicht verschüchtert und sah mich aus seinen großen, dunklen Augen entschuldigend an.

„ Was!?“, wütete ich los, das war lange her und so konnte ich mir denken wo er war, es war die einzige Erklärung, da er bei Snape nicht gewesen war und diese Erkenntnis schmeckte mir gar nicht. So flog, Snape gleich, mein Glas in den Kamin und es zersprang in tausende von Scherben, was einige erschrocken zusammenzucken ließ und viele fühlten sich durch meinen Ausbruch brüskiert, wie ich an ihren Aussagen hören konnte.

„Was denkt die, wer sie ist?“, „Draco ist nicht hier, da sollte sie lieber vorsichtig sein!“, „Was fällt der ein, sich hier so aufzuführen?“, „Hast du gehört, wie die mit Blaise spricht?“ und so wisperte es gut vernehmbar durch den Raum.

„Was fällt dir ein? Du kannst dich hier nicht so aufführen!“, wagte es als einzige Parkinson, laut zu kreischen. Ich drehte mich ganz, ganz langsam zu ihr und Blaise sprang sofort vor sie und funkelte sie böse an, packte sie grob und schüttelte das schwarzhaarige Mädchen.

„Hör nicht auf sie, du kannst tun was du willst! Pansy zieh ab und halt deinen dummen Mund“, zischte er gefährlich und ich zuckte die Schulern und wandte mich gleichgültig ab.

„Halt mir die Kleine vom Leib, heute bin ich nicht gut drauf! … Aber nun sag, hast du eine Vermutung, wo er ist?“, sprach ich verachtend über Parkinson und würdigte sie keines Blickes. Was diese eingeschnappt und aggressiv die Arme vor der Brust verschränken ließ und so funkelte sie mich böse an.

„Nein, natürlich nicht, er sagt mir doch nichts, ich weiß ich es…“, brach Blaise mitten in seiner Tirade missmutig ab.

Und in dem Moment trat der von mir gesuchte Blondschopf durch die Wand, wie immer wie ein König, der seine Untergebenen beehrte, in seiner stolzen und selbstherrlichen Haltung und alle blickten zu ihm. Einige dachten wohl, ich wäre eifersüchtig und hätte aufgrund dessen die Contenance verloren, als ich das Glas zertrümmerte. Sie dachten, ich würde annehmen, er wäre bei einem Mädchen in Hogwarts gewesen, was ich bei dem Getuschel um mich herum hatte hören können, aber Leute, wo denkt ihr hin? Ich doch nicht, außerdem wusste ich, dass er nicht bei einem Mädchen gewesen war…

„Abraxina!“, strahlte er. „Hat er dich schon so früh aus seinen Klauen entlassen?“

„Warum warst du bei Lucius?“, zischte ich ihm aufgebracht entgegen und sein Gesicht erstarrte zur Maske und viele holten erstaunt Luft, da es bedeutete, dass Draco das Schulgelände verlassen hatte und dass ich nicht wegen einem Mädchen erregt war. Aber dank des Geheimgangs, den ich ihm gezeigt hatte, war das Kommen und Gehen, wie es einem beliebte, wahrlich sehr einfach.

„Ich hab immer gewusst, dass du schlau bist, mein Liebling!“, lobte er in typischer Malfoymanier von oben herab, irgendwas musste passiert sein, da er so blasiert sprach und auch er ignorierte alle um uns herum.

„War es wegen mir?“, sprach ich meine Sorge laut aus.

„Unter anderem, du bist heiß begehrt!“, gab er kalt und wenig begeistert zurück und die Schlangen versuchten, sich unsichtbar zu machen.

„Haha“, entkam es mir trocken.

„Sie ist verletzt“, meldete sich Blaise hilfreich zu Wort und ich wandte mich ihm zu und hätte ihm einen Todesblick geschickt, wenn mein Gesicht nicht verborgen gewesen wäre. Petze!

Und sofort änderte sich wieder mal Dracos Verhalten und er ging zügig auf mich zu und umfasste meine Oberarme zärtlich.

„War es sehr schlimm, hat er dich zu hart rangenommen?“, fragte er leise, aber in dem großen, so stillen Raum war er doch gut hörbar.

„Lass uns in dein Zimmer gehen!“, bat ich, ich wollte diese gaffende Menge hinter mir lassen, ich liebte es, mehr wie Snape, im Verborgenen, aber ein Malfoy nicht! Malfoys waren anders, sie liebten Publikum, sie brauchten die Aufmerksamkeit.

„Vergiss sie, die sagen nichts, das sollen sie sich trauen! … Aber bitte, sprich, was ist noch passiert?“, drang er weiter in mich ein.

„Bitte, wann passiert nicht mehr? Sag mir ein einziges Beispiel, was bei mir normal abläuft… aber gut, nein, nichts Schlimmes, mir tut zwar alles weh… Muskelkater, Prellungen und ich blute ein bisschen, aufgeplatzte Lippe, aber ansonsten geht’s, … er hat auch gut was eingesteckt!“, konnte ich es mir nicht verkneifen, zu verkünden.

„Das hört sich nicht schlimm an, aber was ist dann vorgefallen, dass du so giftig wirkst? Dafür kenn ich dich zu gut!“

„Müssen Slytherins immer beißen? Ist das eine Krankheit?“, rief ich wütend, wünschte mir ein neues Glas und riss mich unwirsch von ihm los.

„Ich hab dich noch nicht gebissen“, kicherte er auf, er schien das alles mal wieder urkomisch zu finden.

„Draco, du hast das Maß heute schon sehr voll gemacht und du hast nicht gebissen, hast aber immer noch etwas sehr viel Schlimmeres gemacht“, fauchte ich erbost und er rollte entnervt die Augen, da ich auf das Mal anspielte. Die uns umgebenden Schlangen sogen alle Details unseres Gesprächs in sich auf, ihre Augen huschten zwischen uns beiden hektisch hin und her.

„Ich weiß, was du brauchst, ich verspreche dir, danach ist dir egal was heute war…“, das klang zweideutig, ich glaubte aber nicht, dass ich heute noch Lust auf Sex hatte wenn es das war, auf was er anspielte.

„Was, du hast einen Zeitumkehrer?“, meinte ich süßlich.

„Nein, den hattest nur du, echauffiere dich nicht, das wollte er höchstwahrscheinlich“, tat er meine gute Laune mit einem Winken seiner eleganten Hand geringschätzig ab.

„Er hat mir wieder ein Glas nachgeschmissen“, meinte ich nun frustriert, das ließ ihn leidend aufstöhnen.

„Jetzt kann ich bestätigen, dass das keiner häufiger schafft als du, dass er so austickt, was hast du nur wieder zu ihm gesagt?“, stöhnte er leidend auf.

„Ich… nichts Besonderes, ich sag’s ja immer, alle drehen bei mir durch! Daran werde ich wohl in dem Leben nichts ändern können, aber nun sag, was wolltest du bei Lucius?“, was du kannst, kann ich schon lange, mein Lieber und lenkte entschlossen von mir und Snape ab.

„Ach, viel. Er nervt, wegen dir… unter anderem!“, blickte er snobistisch auf seine Nägel.

„Können wir jetzt in dein Zimmer? Ich habe Schmerzen, ich will meine Tränke und ich will schlafen“, kam es ungeduldig von mir.

„Ist sie die ganze Zeit so gut drauf?“, flüsterte Draco Blaise vertraulich zu.

„Nein, erst nachdem sie darauf kam, dass du bei deinem Vater warst“, zuckte Blaise unbehaglich zusammen.

„Was glotzt ihr alle so? Geht ins Bett!“, schrie er seine Hauskameraden genauso entnervt an wie ich die Löwen letztens und da begann Blaise, aufgeregt in Dracos Ohr zu flüstern, dabei verdüsterten sich Dracos Augen zusehends.


„Pansy, bleib sofort stehen! Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede. Was fällt dir ein, Abraxina blöd zu kommen? Habe ich nicht gesagt, dass sie alles machen darf? Sie steht weit über dir! Über euch allen!“, sagte er so eisig ruhig, dass dies bedrohlicher Klang als jedes geschriene Wort. Alle anderen Schlangen hatten angehalten und beobachteten interessiert, aber distanziert Pansys persönliche Zwickmühle, der intensive Zusammenhalt und das Teamwork des Hauses waren immer wieder überwältigend, dachte ich recht süffisant bei mir. Draco stand wie ein blonder Rachegott vor ihr und blickte sie wild an.

„Ich, Draco,… ich meine, es reicht doch, dass du deine Huren hierher holst, dass wir akzeptieren, dass du kleine Schlampen aus anderen Häusern holst! Da muss sie sich dann auch benehmen!“, verteidigte sie sich bockig, taktisch sehr unklug, liebe Parkinson, mich als Hure zu bezeichnen und peng, schon explodierte er:

„Wage sich jemand, ein Mitglied aus meiner Familie eine Hure zu nennen!“, kam es sehr beängstigend und gefährlich von Draco. Er sah aus als würde er Parkinson am liebsten den Hals umdrehen, eine Ader pochte sichtbar an seiner Schläfe, so wütend hatte ich ihn noch nie gesehen. Tja, wenn´s um Familie ging, tickte der Junge gerne mal aus! Und er hatte mich ja sehr bewusst in seine aufgenommen. Er schafft es, genau wie Snape, seine Wut in seiner Aura sichtbar zu machen und diese um sich pulsieren zu lassen, ein beeindruckender, aber auch seltener Anblick.

Parkinson zog regelrecht den Kopf ein, als sie der stahlharte Ausdruck der grauen Augen traf, sie erkannte, dass sie zu weit gegangen war.

„Draco, beruhige dich, das tangiert mich peripher!“, beschied ich ihm gleichgültig. Ich konnte die Slytherins beobachten, die an Ort und Stelle verharrten und zusahen, wie ihr Oberhaupt gerade einen Wutanfall allererster Güte hinlegte.

„Oh nein, vergiss es, ich will, dass du ihr zeigst, was passiert wenn sie nicht lernt, ihren Platz zu akzeptieren! Wenn sie einem Mitglied meiner Familie dumm kommt! Akzeptiere aber auch du, zu wem du gehörst und benimm dich so“, richtete er seine Wut nun auch auf mich, oh, Lucius musste ihn geärgert haben, dachte ich bei mir resignierend.

„Was verlangst du?“, hob ich interessiert fragend die Braue, hey, ein wütender Snape reichte mir, da brauchte ich nicht noch Draco, der sauer auf mich war.

„Du hast doch noch nie den Cruciatus an einem Menschen angewandt, nur an Tieren?“, grinste er teuflisch und sein Gesichtsausdruck verstand es, mich kurz zu verunsichern, ob er das ernst meinte.

„Das weißt du doch“, bekannte ich betont lässig und hoffte aber, gut zu kaschieren, dass mir der Weg nicht gefiel, den das hier nahm, alle sahen jetzt entsetzt zu Draco, auch Blaise starrte ihn offensichtlich überrascht über mein Eingeständnis an und Parkinson glubschte ungläubig, mit ängstlichem Gesicht.

„Draco, bitte, bitte… ich hab doch nichts getan!“, jammerte Parkinson und schmiss sich, zu meiner offensichtlichen Verblüffung, vor Dracos Füße und bettelte und flehte unterwürfig. „Ich hab es nicht so gemeint… verzeih…“ Wow, wie erbärmlich war das denn? Aber die Furcht zeigte sich offen in ihrem ganzen Gebaren.

„Tue es, Liebling, es wird Zeit, dass du es lernst!“, befahl er mir und trat verächtlich nach Parkinson, was diese aufjaulen ließ und er forderte mich tatsächlich auf, etwas wirklich sehr Böses, sehr Unanständiges und etwas sehr, sehr Verbotenes zu tun.

Ich schluckte, über diese für mich unerwartete Aufforderung, natürlich, ich hatte diesen Fluch geübt, aber wirklich einsetzen hatte ich ihn nie wollen. Nach einem Blick in die Runde dieses Hauses erkannte ich aber verblüfft, dass niemand über diesen Befehl erschrocken wirkte, nur die zu belangende Delinquente war abgrundtief bewegt, ansonsten waren die Emotionen verschwindend gering.

Haltet mich für verrückt, aber ich wusste, ich musste es tun!
Die Slytherins würden mich sonst nie anerkennen und akzeptieren und ich musste mir in diesem Schlangennest Respekt verschaffen, sonst würden sie mich auf die eine oder andere Art immer angehen, so waren sie eben, die Schlangen, nette, possierliche Tierchen.

Und auf der anderen Seite trat mal wieder meine kaltblütige Seite zu Tage, ich wollte wirklich wissen, wie dieser vom Ministerium verbotene Fluch wirkte und wie ich mich dabei fühlte, wenn ich ihn sprach und so zog ich verspielt langsam meinen wunderschönen, weißen Stab hervor und fügte mich diskussionslos Dracos Anweisung.

Die Slytherins, die alle im Gehen begriffen waren, hatten Schreckstarr angehalten, als Pansy verurteilt worden war und betrachten uns drei als würden wir von einem anderen Planeten kommen aber auch ohne sich einzumischen und da fragte ich mich schon, ob das schon mal vorgekommen war? Aber bei Hausführern wie Bellatrix, Lucius und selbst dem Lord konnte ich mir fast nichts anderes vorstellen.

„Draco, … das kann nicht euer ernst sein!?“, wagte Blaise einzuwerfen. „Ein Unverzeihlicher von ihr… in der Schule!“, meinte er, entgeistert auf mich deutend und ihn schien es eher zu treffen, dass ich es war, die dies in der Schule tun würde und nicht, dass es einer tat, sehr aussagekräftig, wie ich fand.

„Blaise…“, knurrte Draco warnend und dieser überlegte es sich flott, ob er weiterhin für die Verurteilte argumentieren sollte und verstummte. Ich sah auf die vor Draco liegende und zitternde Pansy, eigentlich war sie mir ja egal und ich würde sie nicht beachten, aber Draco hatte recht.

Ich brauchte das Ansehen und den Respekt und den würde ich sonst hier nie bekommen und so überwand ich jede Scheu und jeden Widerwillen, der in mir war und zielte mit dem Stab auf sie und rief mir meine Wut auf Snape, Draco, Lucius und Ginny, ah Dumbledore fiel mir auch noch ein, zur Hilfe. Ich bündelte diese starken, negativen Gefühle und badete in der aufbrausenden Raserei, die nun in meinem Inneren brodelte und rief inbrünstig:

„Crucio!“ Der Strahl brach erbarmungslos aus meinem Stab und traf die schon am Boden liegende Pansy und ließ sie gequält aufschreien und brüllen. Sie verkrampfte, zuckte hoch um dann wie eine Puppe zusammen zu brechen und plötzlich begann sie regelrecht zu kreischen, wand sich vor unbeschreiblichen Schmerzen in ihrer Agonie.

Sie verdrehte ihre Gliedmaßen auf dem harten Steinboden der Kerker und schrie sich die Seele aus dem Leib, es war ein markerschütternder Anblick, es schockierte mich, dass ich ihr solche Schmerzen verursachte, dieser Anblick verunsicherte mich sehr. Ihre Arme und Beine schlugen unkontrolliert auf dem massiven, unnachgiebigen Boden auf und es schien als würde ihr Körper unter epileptischen Zuckungen leiden. Ihre Qualen schienen grenzenlos zu sein, ihr Gesicht war eine hässlich verzerrte, grässliche Fratze, der Speichel lief aus ihrem Mund! Nun tropfte auch noch Blut aus ihrem Mund, auf den Boden, sie musste sich in die Zunge gebissen haben.

Ihre Schreie hallten von den hohen Wänden des Kerkers wider und echoten in den Ohren nach, es war nichts zu vernehmen, außer die leidenden und verzweifelten Rufe von Parkinson, bisher hielt der Fluch wenige Sekunden an, aber seine Auswirkungen waren beachtlich.

Bereitete es mir sadistische Freude, zu sehen, wie Pansy vor mir durch diese Tortur ging?
Nein, ich hatte mein Gesicht unter der Kapuze zu einer schockierten und ablehnenden Grimasse verzogen, ich denke aufgrund dessen war mein Zauber nicht wirklich stark und intensiv, aber die Gesichter der anderen und auch Blaise sahen mich total entsetzt und fassungslos an, darüber dass ich es tat, aber auch dass ich es konnte, wenngleich ich mir sicher war, dass das nichts gegen Menschen war, die Erfahrung mit diesem sehr speziellen Fluch hatten und ich vermutete, dass Pansy jetzt auch nicht die richtige Testperson war, um die Stärke meines Fluches festlegen zu können.

Ich hob nach nicht einmal einer Minute die Folter auf und nahm den Fluch rasch von ihr.

„Warum hörst du schon auf?“, kam es kalt von Draco, der mit verschränkten Armen und distanziertem Ausdruck alles emotionslos beobachtet hatte.

„Weil es reicht, sie hat mir nichts getan, außerdem ist dieses Mädchen keine Schmerzen gewöhnt, sieh sie dir doch an!“, deutete ich auf das Häufchen Elend zu unseren Füßen, das wimmernd und winselnd da lag und herzzerreißend weinte.

„Soll ich etwa Mitleid haben? Dann sollte sie sich vorher überlegen, mit wem sie sich anlegt!“, zischte er mit zu Schlitzen verzogenen Augen böse und tatsächlich mitleidlos.

„Mitleid wohl eher nicht, aber man muss auch wissen, wann man aufhört!“, wankte ich nicht in meiner Entscheidung, Parkinsons Folter zu beenden.

„Bitte, wenn du meinst! ... Kümmert euch um das da!“, zeigte er verächtlich auf Pansy, als wäre sie Müll und sagte dies zu niemand bestimmtem. „Komm“, nahm er meinen Arm auffordernd und führt mich an den verängstigten Slytherins vorbei und auf sein Zimmer. Ich selbst stand etwas neben mir. Was würden die Slytherins denken, wenn sie wüssten, wer unter der Kapuze verborgen war und diese Schandtat gerade begangen hatte?

War es nicht toll, was ich alles lernte? Bald hätte ich wohl alle Tabus gebrochen. Ich hatte ein armes, wehrloses Mädchen gefoltert, ich glaube, ich stand selbst leicht unter Schock, so wattiert wie ich mich fühlte.

Zu was machte mich so eine Tat mal wieder? Zu einem Monster! Wann war ich so geworden, dass ich den Preis immer, ohne Wenn und Aber, zahlte?

Was machten diese Männer aus mir? Nichts Gutes, Draco lehrte mich, jedes bisschen Menschlichkeit, das ich noch hatte, zu unterdrücken. Lehrte mich, ein Eisklotz wie er selbst zu werden. Er hatte mir ja erzählt, dass er das Foltern schon seit Jahren lernte und nun ließ er mir seine Erfahrungen zuteilwerden.

Ich glaube, ich wollte gar nicht wissen, was bei Lucius gewesen war, dass Draco so gut drauf war, dass er so etwas von mir verlangt hatte. Ich hatte nur so schnell nachgegeben und es getan, weil ich wusste, er hätte es von mir unerbittlich verlangt und gefordert.

Und er hätte seinen Willen durchgesetzt, auch wenn er mir gegenüber brutal hätte werden müssen und hätte ich mich trotzdem standhaft geweigert, hätte er irgendwann Pansy mit dem Folterfluch belegt und seiner wäre anders ausgefallen. So gesehen war sie noch gut weggekommen, versuchte ich, mehr schlecht als recht, mein Gewissen zu beruhigen.

Meine Kooperation musste freiwillig erfolgen, denn eine Weigerung meinerseits hätte mir nicht das Standing bei den Schlangen eingebracht, welches ich jetzt besaß, so versuchte ich den Vorteil aus diesem erneuten Überschreiten so einiger Grenzen zu rechtfertigen.

Als Dracos Tür hinter uns zufiel, streifte ich meinen Mantel abwesend ab, ging zielstrebig auf das Bett zu und sank erschöpft darauf nieder. Dieser Abend hatte mal wieder viele Überraschungen und Unwägbarkeiten gebracht, ich war nicht nur körperlich erschöpft sondern auch geistig.
Dieses Training war nicht ohne, aber auch dieser Fluch verlangte viel Kraft, Stärke aber auch große Konzentration.

„War es sehr schlimm?“, drang Dracos besorgte Stimme zu mir. „Verzeih mein harsches Auftreten! Aber wenn Pansy solche Wörter vor mir in den Mund nimmt, kann ich das nicht akzeptieren und dulden. Du weißt es und bist schlau genug, um zu wissen, dass du hier nur sicher bist, auch wenn ich mal nicht da bin, wenn sie wissen, was du alles kannst und zu was du fähig bist und auch bereit bist alles zu tun! So sind wir, hier geht es öfters so zu…“, rechtfertigte er sich ungewohnt eindringlich, dabei ging er aufgebracht vor seinem kleinen Kamin auf und ab. „Das war wahrlich nicht der erste Cruciatus, den diese Mauern gesehen haben und ja, bevor du fragst, ich hab auch schon dem ein oder anderen Slytherin gezeigt, dass ich ihn beherrsche, ist leider manchmal nötig… aber du warst die erste Externe, die eine Slytherin mit diesem Fluch gefoltert hat, deshalb die entsetzten Gesichter!“, kicherte er nun. „Ich denke, sie werden sich nun die Köpfe heißreden, wer du bist, da wird die Gerüchteküche erblühen!“

„Draco, ich fühle mich so böse, die arme Pansy…“, gab ich reichlich ermattet zu. Er trat auf mich zu, sah mir in mein Gesicht und strich hauchzart darüber. „Sehe ich schlimm aus?“, versuchte ich mit der aufgeplatzten Lippe ein schiefes Lächeln, das etwas schmerzte.

„Wer ist schon gut? Mach dir keine Gedanken um sie, sie ist ein bösartiges Miststück, sie hätte dir die gleiche Freundlichkeit ohne mit der Wimper zu zucken zukommen lassen, unterschätze Pansy nie. Sie ist ein ganz durchtriebenes, böses Mädchen!“, meinte er beruhigend zu mir und zauberte nun und in der nächsten Sekunde lag ich nackt auf dem Bett.

„Draco, was soll das? Lass das!“, ich war wirklich nicht in der Stimmung auf amouröse Abenteuer und wollte mich bedecken, aber er hielt mich davon ab.

„Du denkst auch nur das Schlechteste von mir, oder?“, begutachtete er meinen geschundenen Leib, der vielfach erstrahlte und mir, als ich an mir heruntersah, noch mehr schmerzte. „Da hat Severus ganze Arbeit geleistet.“

Ich konnte verfolgen, wie Draco sich bückte, aus seinem Nachtschrank einen Topf hervorholte und sich neben mich auf die Matratze setzte. Ich blickte zu ihm auf und sah, dass er mich traurig anlächelte.

„Was ist das? Es riecht stark!“, meinte ich, in Richtung des offenen Tigels schnuppernd und beobachtete, wie er sich eine gute Portion hellgrüner Salbe in seine Hände gab.

„Damit reibe ich nun deinen ganzen Körper ein und du wirst mich dafür lieben! Als ich die Werbung für dieses Produkt gesehen hab, hab ich es sofort für dich bestellt und ich habe es erst seit einer Woche und nun kommt es schon zum Einsatz“, legte er seine kühlen Finger auf meine geschwollene, erhitzte und bunt schillernde Haut, verteilte die Salbe mit rhythmischen, sanften Bewegungen und begann sie in meine Haut einzumassieren. „Das ist ein Blutergussbeseitiger, eine Heilsalbe, eine ganz neue Erfindung und sie wirkt wunderbar, sieh nur!“, er hatte mir gerade meine Hände, Unter-und Oberarme eingerieben und siehe da, die unschönen Verfärbungen begannen zu verblassen.

„Wow, das ist wunderbar, danke, dass du so an mich denkst“, freute ich mich ehrlich, das würde helfen, und so fuhr er fort und cremte mich am ganzen Körper ein. Ich konnte die wohltuende und heilende Wirkung der Salbe fühlen.

Nun verteilte er wieder Salbe auf seiner Hand und rieb vorsichtig über mein Gesicht und ich konnte das kribbelnde Gefühl der Heilung fühlen, als er innehielt.

„Was ist das?“, meinte er und betastete mein gepeinigtes Ohr.

„Was denkst du?“, stöhnte ich entnervt als er auch dies einrieb.

„Er hat dich da gebissen, nicht nett!“, grinste er mich an. „Aber bei ihm bedeutet es… nichts, außer seine schlechte Laune, die sichtbar wird“, meinte er beruhigend. „Jetzt sieht man nichts mehr, das ist Magie! Dreh dich um!“ Ich tat schwerfällig was er wollte und auch hier verwöhnte er meine geschundenen Muskeln und meine strapazierte Haut.

„Was wollte jetzt dein Vater von dir?“, nuschelte ich ins Kissen.

„Ach, er hatte gerade ein bisschen Luft, da es gut für den Lord läuft, da Fudge mit seiner Taktik, nicht sehen zu wollen, ihm sehr in die Hände spielt und da hatte er ein paar Fragen. Zum Beispiel ob ich wüsste, ob du Ostern in Hogwarts bleibst…“, massierte er gerade intensiv meine Oberschenkel, ich stöhnte genüsslich auf.

„Hmmm… das tut gut! Ist das so? Ich glaube, mir kommt gerade eine Idee, wie ich Lucius etwas beschäftigen kann!“, genau, wenn er zu viel freie Zeit hatte, weil man die Aktivitäten des Lords nicht sehen wollte, konnte ich bei der Bevölkerung ein wenig Unruhe stiften und ich wusste auch schon wie. „Draco, ich brauch deine Hilfe und wenn du nicht schimpfst und brav mithilfst, verzeihe ich dir, dass du mich heute, während dem Vertrauensschülertreffen, gefickt hast und mich heute Abend gezwungen hast, das mit Pansy zu tun!“, bot ich ihm versöhnlich an und stöhnte wieder, da er einen besonders verkrampften Muskel mit seinen geschickten Fingern bearbeitete.

„Also erstens, das war nur mein Finger und ich denke, du bist auf deine Kosten gekommen, aber du bist selbst schuld wenn du Potter und Wiesel so nah an dich ran lässt und zweitens, das mit Pansy, wo hab ich dich denn gezwungen, du hast es doch gleich, ohne Widerrede, getan?“, versuchte er den Unschuldigen zu mimen.

„Erstens, mein Lieber, das war kein Gefallen von dir, den du mir hast zukommen lassen. Du wolltest mich ärgern und demütigen! Zweitens, wenn ich mich geweigert hätte, hättest du mich gezwungen!“

„Hach, warum mit dir streiten, wo du recht hast?“, hieb er mir nun frech auf meine Pobacke. „Fertig.“

„Okay, was soll ich tun, damit du mich wieder magst?“, meinte er gutgelaunt und ich drehte mich um und sah wie er mir ein durchtriebenes Grinsen schenkte.

„Ich muss morgen mit Harry nach Hogsmeade, ich werde nur im Drei Besen sitzen, das wäre alles, aber ich muss da hin!“, bekannte ich widerwillig und ich durfte erleben, wie er die Lippen aufeinander presste, sich dann aber auch nackt zauberte und mir bedeutete, zu rutschen.

„Du weißt, wie gefährlich das ist, du hast versprochen, das Schloss nicht zu verlassen! Und ich kann nach heute Abend nur bestätigen, dass Vater ernst macht und immer noch hinter dir her ist!“, zog er mich bestimmt an seine Seite und ich legte meinen Kopf erschöpft an seine Brust.

„Draco, das weiß ich doch, denkst du, ich würde fragen, wenn ich nicht wüsste, wie gefährlich es ist?“, flüsterte ich leise an seine nackte Brust.

„Es ist wichtig?“

„Ja, wenn es hinhaut kann es mir Lucius wohl etwas vom Leib halten!“

„Wenn es dich glücklich macht, ich werde mich um deine Sicherheit kümmern, ich sag den Twins, über die Galleone Bescheid, dass ich sie nach dem Frühstück im Geheimgang erwarte, dann sprechen wir deine Beschattung ab!“, hauchte er mir einen Kuss auf die Stirn.

„Gut mach das! Danke, Draco“, und ich reckte meinen Kopf, damit er mich richtig Küssen konnte und er war so sanft, so ganz anders als dieser schmerzhafte Kuss von Snape.

Er löste sich langsam und hauchte mir bestimmt einen Gutenachtkuss auf die Stirn.

„Schlaf gut“, meinte er sanft, dabei kuschelte ich mich nah an ihn und schlief erledigt ein.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 8:58 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Three Broomsticks   Do Feb 09, 2012 2:03 am

Three Broomsticks


Ich spürte, wie ich halb erdrückt wurde und schlug flott meine Augen auf. Draco hatte es geschafft, mich im Schlaf unter sich zu begraben und so lag ich sehr gequetscht, tief in der Matratze versunken. Ich musste fast lachen, dass er mich so wenig gehen lassen wollte, sonst hätte er mich nie so nah über Nacht bei sich haben wollen.

Ich begann, ihn vorsichtig zu stupsen bis er sich mit einem Grummeln von mir rollte und ich wieder richtig Luft bekam. Was… so spät? Fast sieben Uhr, da konnte ich meinen Lauf heute vergessen!

Da fiel mir mein Plan wieder ein, ich musste jetzt wie immer schnell sein und so sprang ich auf und rief Orange mit demselben Spruch, den Draco damals im „Rose Cottage“ für seine Eule verwendet hatte.

Bis sie über die magisch verschlungenen Wege in die Kerker kam, hüpfte ich ins Bad und wusch mich, putzte mir die Zähne, meine Schuluniform reinigte ich und verwandelte sie in Jeans und in einen warmen Pulli. Ich würde gleich zum Frühstücken gehen, damit niemandem in Gryffindor auffiel, dass ich die Nacht nicht in meinem Haus verbracht hatte.

In dieser Zeit trat mir mein gestriges, unentschuldbares Tun wieder deutlich vor Augen und da wurde mir doch fast schlecht, als mir Parkinsons krampfender und zuckender Leib wieder in den Sinn kam und ich stützte mich kurz kraftlos an der Wand ab. Bitte, Hermione, jetzt reiß dich am Riemen, du hast schon ein Leben genommen, da tut so ein wenig Folter nicht weh und nein, davon konnte ich mich nicht so recht überzeugen, so oft ich es mir auch vorsagte, es war nicht in Ordnung zu foltern, zu strafen, ja, aber nicht so!

Ich wusste nun, ich konnte es, so wie ich alles konnte, was ich mir vornahm zu können, aber ich wusste auch, ich würde es nicht mehr tun, … halt, eine Einschränkung, wäre es jemals gerechtfertigt, dann würde ich es eventuell wieder tun, aber nur dann! Ich schüttelte benommen meinen Kopf, um die grausamen Bilder zu verdrängen, das nahm mich mehr mit als das mit Bole.

Aber was sollte ich tun? Mein antrainierter Pragmatismus setzte wieder ein, geschehen war geschehen und so verließ ich das Bad.

Danach setzte ich mich an Dracos Arbeitstisch, nahm Pergament und Feder und schrieb eifrig einen kurzen Befehl. Ich verlangte ein Treffen, für heute um 16 Uhr in den Drei Besen in Hogsmeade, als ich den Brief versiegelte kam auch schon Orange.

„Hallo, meine Süße, schön, dich zu sehen. Hier, bring das dem Käfer und nur Rita Skeeter, verstanden?“, sie schuhute leise in mein Ohr, sah mich treuherzig mit ihren riesig großen, orangefarbenen Augen an und ich band ihr den Brief ans Bein, entließ sie.

Als ich aufblickte konnte sehen, wie mich Draco mit einem müden Lächeln im Gesicht betrachtete.

„Ich wollte dich nicht wecken, entschuldige!“, ging ich auf ihn zu und strich ihm, als ich beim Bett stand, seine Strähnen aus dem Gesicht, er fing meine Hand ein und küsste sie.

„Ich muss eh raus, gut siehst du aus! Selbst dein Gesicht, auch hier hat die Salbe ganze Arbeit geleistet“, grinste er erfreut nach seiner Musterung und zog mich an der Hand bestimmt ins Bett, so dass ich auf ihn fiel, was ihn verspielt kichern ließ.

„Du hast dem Käfer geschrieben?“, vergrub er den Kopf in meinem Haar.

„Sie will ich heute in Hogsmeade treffen.“

„Ah, verstehe, meine kleine Intrigantin, hab ich dir gesagt, dass ich süchtig nach dir bin?“, grinste er und strich verlangend über meine Seiten und nun kicherte ich.

„Draco, wirklich, dafür haben wir keine Zeit, sorry“, versuchte ich mich von ihm zu lösen, aber das ließ er nicht zu und umfasste mich sofort fester und zog mich an seine Brust.

„Rrr“, knurrte er unwillig und nach dem was ich an meinem Oberschenkel spürte, verstand ich auch, was ihn derart ablehnend reagieren ließ, die perfekte Rache für seinen bösen Finger und so gab ich mich geschlagen, begann zu schnurren, küsste seine nackte Brust und strich an ihm hinab als würde ich ihm das geben, was er so heiß begehrte und er entließ mich. Er genoss meine Liebkosungen, ich glitt über die ganze Bettdecke, kam zu seiner harten Erektion und strich federleicht darüber, fing an ihn sanft durch den störenden Stoff zu verwöhnen.

„Ja, so ist es… Hermione?“, stöhnte er, bis er aufschaute, als ich schon zur Tür lief und den Mantel überwarf.

„Sorry, Draco, keine Zeit“, rief ich und grinste böse, er blickte sehr perplex und unglücklich, als ein wütender Funke in seinen Augen aufglomm.

„Mudblood, das wirst du büßen!“, schwor er und schon wieder flog mir ein Gegenstand hinterher, nur diesmal war es ein Kissen, das, wie ich hörte, an die geschlossene Tür donnerte.

Was mich gut verborgen unter der Kapuze kichern ließ und so floh ich durch das Haus der Schlangen und durfte viele furchtsame, ängstliche Blicke sehen, die mich verfolgten bis ich die Slytherins hinter mir ließ. Sie sahen mich an, als wäre ich ein Monster, ein Monster, das ich wirklich war, dies verpasste mir einen Schwinger in den Magen, den ich nicht einfach übersehen konnte und es ließ mich leicht verwirrt und unsicher zurück.

Nun kommen wir mal wieder zu einer Abhandlung über das Glück, denn wie sollte es sonst sein, als ich eilig um die Ecke bog, machte ich mit einer steinharten Brust Bekanntschaft, die aber auch kein Stück nachgab und dass der Besitzer mich gleich fürsorglich an den Oberarmen umklammerte und festhielt, auf dass ich nicht fiel, war nur meinem Glück zuzuschreiben.

„Miss Granger! Sie lieben die Kerker und ihre Bewohner wohl sehr!“, schnarrte er ölig und ich schlug schnell die Kapuze zurück und zische ihm zu.

„Lassen Sie los, Sir! Ich muss den Mantel ablegen, die Slytherins gehen gleich zum Frühstück!“, murmelte ich gehetzt.

„Und Sie wollen nicht, dass sie wissen, wer da so oft ihren Gemeinschaftsraum erstürmt, oder?“, kam es sehr berechnend von ihm.

„Professor, bitte!“, flehte ich schon fast und er warf mir einen erstaunten Blick zu und löste seine Hände um, zu meinem Erstaunen, selbst meine Schnalle zu lösen, er zog den Mantel von meinen Schultern, schrumpfte ihn und hakte einen seiner Finger in die Öse meiner Jeans und zog mich näher an sich, um das verkleinerte Stoffstück hineinzustecken.

Was mich doch mal glatt schwer schlucken ließ, bei dieser sehr innigen und sehr unerwarteten Berührung.

„Und jetzt sagen Sie mir, was ist passiert, dass Sie so durcheinander und desorientiert erscheinen?“, blickte er mich nur fest an. „Sie kommen doch aus Dracos Bett, oder?“, ich nickte nur und als wir Schritte hörten, die sich dem Aufgang näherten, zog er mich in eine der bevorzugten Nischen von Draco und mir.

Er kam mir viel zu nah, aber ich kam immer noch nicht so richtig darüber hinweg, was ich getan hatte.

„Ich, ich, ach, Sir… Draco war bei Lucius!“, und schon packte er mich wieder an den Oberarmen und sah mir ernst ins Gesicht.

„Er hat nur erzählt, dass dieser wissen wollte, ob Draco weiß, ob ich Ostern im Schloss bin und dass er Zeit hat, da es so gut für den Lord läuft!“, stöhnte ich auf und knabberte an meiner Lippe. „Ich muss aufgrund dieser Info heute nach Hogsmeade, zu einem Treffen mit dem Käfer, ich hab da eine Idee, die dafür sorgen könnte, dass Lucius wieder mehr vom Lord eingespannt wird…“, war ich noch immer nervös, da Snape keinen Muskel rührte, mich nur weiter seelenruhig fest im Blick behielt, sein Gesicht umrahmt von seinem kinnlangen, schwarzen Haar.

Er hob nun ganz gemächlich seine Hand und fuhr mit seinem Finger meine Wange entlang und ich erstarrte regelrecht unter dieser Berührung.

„Sir?“, ließ ich atemlos ausklingen, die gestrigen Bilder noch gut im Gedächtnis, auch unsere Verabschiedung.

„Und was bringt Sie wirklich aus dem Konzept, ich kenne Sie, Miss Granger, all dies kann Ihnen kein müdes Lächeln entlocken, also was ist bei meinen Slytherins geschehen, dass Sie so blass erscheinen lässt?“, ich konnte über seine Art Dinge zu sehen, die ich verborgen halten wollte, nur staunen und da packte mich doch ein wenig die Angst vor Sonntag, wenn er Legilimentik bei mir verwenden würde. „Sagen Sie es mir, was ist geschehen?“

„Sir, ich glaube nicht, dass ich Ihnen das sagen sollte“, leckte ich mir über meine trockene Lippe.

„Wenn ich Ihnen verspreche, dass Ihnen keine Repressalien daraus entstehen, wollen Sie es mir dann sagen, Miss Granger?“, hauchte er mir da ins Gesicht, wie sollte ich einem solchen Angebot widerstehen?

„Deal, Sir!“, ging ich darauf ein und ein fast zufriedenes Lächeln schlich sich auf seine Züge.

„Ich, … die Slytherins haben gestern, als Draco noch nicht da war, ein bisschen aufgemuckt, ich fand es nicht so schlimm, aber Draco hat gefordert, dass ich den Cruciatus spreche, als Strafe!“, stockte ich und zwang den Kloß in meiner Kehle hinab.

„Wen hat es getroffen?“, zeigte er sich unbeeindruckt und schaute mir erschreckend tief in die Augen, er schien weder überrascht noch sonderlich besorgt.

„Sir… Parkinson!“, wisperte ich tonlos.

„Und was nimmt Sie jetzt so mit?“, meinte er furchtbar kalt und gleichgültig. Ich starrte ihn nur sprachlos an und so sprach er weiter.

„Sie haben schon Schlimmeres getan.“

„Wirklich, habe ich das? Ich fand das andere weniger schlimm, als diese Art der Bestrafung“, blitzte in mir der Widerstand auf.

„Sie sind etwas Besonderes, Miss Granger. So verdorben und doch noch so gut… mhm, selten so eine Mischung, denn eigentlich verliert man seine Skrupel recht schnell, wenn man einmal beginnt, dieses Spiel zu spielen“, stützet er sich nun an der Wand ab und legte fast seine Wange an meine, um leise zu flüstern: „Miss Granger, für ein Zurück ist es zu spät. Das wissen Sie selbst nur zu genau, lernen Sie, damit zu leben und das da…“, er legte seine Handfläche direkt und ohne Scheu auf meine Brust, was mich stocken ließ, seine große Hand an meiner Brust zu fühlen war so… so, dass mein Herz unweigerlich seinen Takt erhöhte und schneller schlug, was er gut fühlen konnte. „Das da muss härter werden!“, meinte er seidig, dabei strich er nun mit seinem Daumen kreisend über die Baumwolle meines Pullis.

„Professor, sagen Sie mir nicht, dass es Sie nicht kümmert, was da im Gemeinschaftsraum Ihres Hauses passiert ist!“, flüsterte ich stockend, während ich vollkommen erstarrt dastand.

„Was…? Draco ist der Anführer der Slytherins, wenn er das so entschieden hat, dann werde ich seine Entscheidung nicht in Frage stellen. Haben Sie sich gut geschlagen, Miss Granger, konnte Draco stolz auf Sie sein?“, fragte er leise, aber nahm seine Hand nicht weg und sah mir nur interessiert ins Antlitz.

Ich schluckte schwer: „Ich habe die Aufgabe erfüllt!“

„Miss Granger, wie immer ein Ohnegleichen, nehme ich an“, kam es ironisch von ihm. „Aber was habe ich auch erwartet? Eine Weigerung? Nein! So dumm sind Sie nicht, jetzt haben Sie den Respekt der Slytherins erworben, denn sind wir ehrlich, die meisten von denen würden den Fluch sprechen und man würde nur ein Kitzeln fühlen, nicht wahr…?“, schien er sich gut zu amüsieren.

„Ja, aber Sir, handeln wir diese Flüche nicht umsonst als Unverzeihlich?“

„Ach, bitte Miss Granger, stellen Sie sich nicht dümmer als Sie sind. Ich kann dazu keine Meinung haben, ich bin nicht umsonst der, der ich bin. In jedem von uns muss immer ein Teil dessen sein, als was man sich präsentiert, sonst könnten wir es nicht vorgeben zu sein!“, verklungen seine sehr ehrlichen, aber auch sehr wahren Worte, währenddessen schaute er mich sehr ernst an, liebkoste aber weiter mein Herz mit streichenden Bewegungen.

„Sie meinen, dass Sie nicht umsonst ein DeathEater sind? Ein Teil von Ihnen ist wahrhaftig einer?“, fragte ich zaghaft nach.

„Wenn Sie es so sagen wollen! Bitte! ... Ich habe Draco so erzogen, dass er kein Mitleid zeigen soll, wenn er sich genötigt fühlt zu handeln und nun müssen Sie das auch lernen und verschwenden Sie nicht Ihr Mitgefühl an Personen wie Parkinson, sie sind es nicht wert!“, entgegnete er ungewohnt lehrmeisterhaft, er war wirklich erstaunlich nett zu mir, unter Anbetracht dessen, dass ich gestern Abend noch einem Geschoss ausweichen musste.

„Verstehe, Sir und danke für Ihre Worte, ich denke, ich komme jetzt damit klar… besser klar und ich weiß, dass ich nicht mehr zurück kann, das Schlimme ist nur, dass ich es auch gar nicht möchte“, gab ich offen zu und blickte ihm tief in diese dunklen Augen.

„Mhm und ich dachte immer, Sie wären intelligent“, erwiderte er rau, wobei ein leichter Tadel in seiner Stimme mitschwang.

„Das war doch kein Kompliment, Sir, oder? Wenn ja, glaube ich, schwinden mir die Sinne!“, meinte ich spaßig und er erstaunte mich, da seine Mundwinkel wirklich hochzuckten.

„Sie wollen das Schloss verlassen und wie ich denke, ist es wichtig?“, ging er zum anderen Thema zurück.

„Ja, leider, aber ich muss. Draco will für meinen Schutz sorgen!“

„Gut, dann werde ich mich gleich zu Lucius begeben, um ihn zu beschäftigen. Seien Sie vorsichtig, wir wollen doch nicht, dass Draco sich aufregt“, gab er zu bedenken, dann löste er erst jetzt seine Hand von meiner Brust, stieß sich von der Wand ab und ging, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Ich entließ jegliche Anspannung aus meinem Körper und sackte an die Wand hinter mir. Ich legte den Kopf zurück, es hatte gut getan, über das Geschehen von gestern zu reden und dass Snape mir so zugehört hatte, ohne wieder auszurasten oder unsere kleine, aber wirklich klitzekleine Differenz auch nur zu erwähnen, ich war ihm dafür sehr dankbar.

Und so machte ich mich auf den Weg und kam beim Frühstück an, als auch schon Orange wieder herein segelte und ich mich fast auf meinen Platz neben Harry schmiss, um die Eule davon abzuhalten eine Bruchlandung hinzulegen.

„Was ist denn das für einen süße Eule?“, gurrte die mir gegenüber sitzende Ginny.

„Orange, sie ist eine Weißgesichtseule!“, informierte ich lehrhaft und befreite meine Kleine von ihrer Last.

„Danke, meine Süße!“ reichte ich ihr ein Stückchen Speck, das ich von einer der Platten nahm.

„Hermione, die ist echt schön, seit wann hast du die?“, fragte mich da ein nervös wirkender Harry, der mich, nachdem er sich mir zuwandte, in eine betäubende Aftershave Wolke hüllte, so dass ich fast erstickte und drohte, in Ohnmacht zu fallen. Nach was roch das… Moos?

Sie waren für zwölf Uhr verabredet aber er glänzte schon jetzt? Seine Haare hatten einen seidigen Schimmer wie sonst nicht, hatte er eine Spülung benützt? Oh Mann, das war zu… süß, hoffentlich wusste es diese Jammerschnepfe zu würdigen, dass Harry seine Geruchsnerven für sie opferte und ich gleich mit.

„Ähm, die hab ich zu Weihnachten von meinen Eltern erhalten, damit wir leichter Kontakt halten können!“, log ich.

„Sie ist eine Schönheit und der Name gut gewählt!“, meinte Harry ehrlich und ich konnte das Schnauben einer beleidigten Ginny hören, warum war die jetzt schon wieder eingeschnappt?

„Danke, Harry!“, ich blickte auf und sah Ginny, die mir mal wieder einen biestigen Ausdruck schenkte, als Harry nun meine kleine Eule zu streicheln begann.

Ich lächelte und öffnete den Brief um wie erwartet Ritas Zusage zu finden, dass sie mich erwarten würde und schon zerfiel er in meinen Händen zu Asche.

„Wie war eigentlich dein gestriges Nachsitzen, so schrecklich wie erwartet?“

„Natürlich, meine Hände wären eine einzige Wunde, wenn ich nicht meine Heilsalben hätte! Aber bitte, lass uns darüber schweigen, ich habe es gerade so schön verdrängt und das nächste Nachsitzen kommt bestimmt!“, erklärte ich wegwerfend und Harry klopfte mir mitfühlend und aufmunternd auf den Rücken und so schwiegen wir kurz, während ich überlegte, wie ich ihm meine Idee schmackhaft machen konnte.

„Harry, ich hab gestern noch was erfahren, nämlich dass er immer mehr an Macht gewinnt, weil Fudge so ein Trottel ist und ich hätte da heute was Kleines arrangiert. Aber nur wenn du willst, da du die Person nicht magst… aber ich würde mich freuen, wenn du mir zustimmst!“, flüsterte ich Harry zu und atmete todesmutig den die Sinne betörenden Duft ein, den er unbarmherzig verströmte, er schien darin gebadet zu haben.

„Hermione, rede nicht um den heißen Brei und sag es einfach, deine Ideen sind meistens brillant!“, bekannte er schmeichelnd und blickte mich lieb an.

„Ich will, dass du ein Interview um 16 Uhr in den Drei Besen gibst… es ist Skeeter!“, rasselte ich schnell und fast schon wagemutig runter.

„Was?“, rief er laut und empört, was mich zurückzucken ließ und uns in der Großen Halle mal so gar keine Aufmerksamkeit einbrachte.

„Schsch, Harry!“, konnte ich Ginnys Aufmerksamkeit fühlen, die uns beständig beobachtete und uns nicht aus den Augen ließ.

„Mann Harry, was plärrst du so, was flüstert ihr eigentlich die ganze Zeit?“, kam es nun von Ron neugierig und er beugte sich weit zu uns.

„Nicht jetzt, Ron, warte, Harry sagt es dir gleich!“, bat ich um seine Geduld und er nickte und stopfte sich eine neue Scheibe Speck in den Mund und mampfte zufrieden.

„Harry, sie ist die beste Journalistin“, versuchte ich ihn zu überzeugen.

„Aber ich werde dem Tagespropheten kein Interview geben und die Frage wäre auch, über was?“, erklärte er sehr bockig und zeigte eine widerborstige Miene.

„Nein, natürlich nicht, aber ich wollte Luna fragen, ob es nicht im Klitterer gedruckt werden könnte! Und über alles, was immer vom Ministerium zurückgehalten wurde!“, zückte ich meinen Joker.

„Wow, denkst du, das geht?“, blickte er gleich zum Tisch der Raben und schien kooperativer.

„Ja, aber ich wollte erst dich fragen! Und dich bitten, dann, mit oder ohne Cho, um 16 Uhr zu den Drei Besen zu kommen.“

„Dann würde ich es machen, auch wenn ich nicht gerne daran denke oder darüber rede, vielleicht rüttelt es den ein oder anderen auf“, meinte er ernsthaft und blickte entschlossen auf. Aber ich wusste, was es ihm abverlangte, dies zu sagen.

„Das wollte ich hören, dann kümmere ich mich mal um Luna“, lachte ich erleichtert auf.

Ich lief auf den Ravenclawtisch zu, wo das zierliche Mädchen mit den leicht zerzausten, hüftlangen, aschblonden Haaren recht verloren alleine dasaß, aber nicht unglücklich wirkte in ihrer Isolation und aufmerksam in einem Heft las. So stupste ich ihre Schulter an.

„Luna?“, fragte ich und sie hob mir ihr feingliedriges Gesicht entgegen und alle sahen zu, da nur sehr wenige mit der verrückten Loony sprachen, auch wenn sie ein Mitglied der DA war. Aber ich fand sie gar nicht so verrückt, wenn sie mich manchmal mit diesen blaugrauen Augen so betrachtete, dachte ich oft, sie würde mehr sehen als so mancher ihr zutraute. Ich würde nicht den Fehler begehen und dieses eigenwillige Mädchen unterschätzen.

„Hermione, was kann ich für dich tun?“, säuselte sie und klopfte einladend neben sich und ich glitt auf die Bank.

„Harry möchte etwas aktiver gegen den Dark Lord vorgehen und gibt Skeeter heute ein Interview, aber es soll nicht im Propheten veröffentlicht werden sondern im Klitterer, meinst du, der Artikel könnte in der nächsten Ausgabe erscheinen?“, hörte sie mir summend zu und schaukelte dabei sanft vor und zurück.

„Das würde Harry tun? Mhhh… endlich… mhhh, das wäre gut! Ich muss Vater fragen und ihm eine Eule schicken, aber ich denke, warum nicht?“, brachte sie mich zum Lächeln und ich streckte meinen Arm aus und pfiff und sogleich flog Orange wieder zu mir.

„Hier ist die Eule, du kannst meine nehmen!“, bot ich ihr an.

„Du bist immer schnell, nicht wahr?“, strahlte sie mich fast ätherisch an, schrieb rasch einen kurzen Brief und reichte ihn mir und so flog Orange mit ihrem neuen Auftrag von dannen.

„Komm ich mit, wenn Harry mit Skeeter redet?“, fragte sie sanft.

„Kannst du machen, sei spätestens ab 16 Uhr im Drei Besen!“, verabschiedete ich mich, winkte ihr zum Abschied und ging grinsend auf Harry zu und zeigte ihm, dass alles geregelt war.

Ich hatte im Jungenschlafsaal noch einige beruhigende Meditationsübungen mit Harry abgehalten, um ihm ein wenig mehr Sicherheit zu geben und hatte ihn noch einmal duschen geschickt. Er hatte mir meine Offenheit zwar etwas übel genommen, aber ich wäre keine gute Freundin, hätte ich ihn sooooo wohlduftend auf ein Date gehen lassen, ich hatte ihm schnöde gesagt, dass er stank!

Als ich mich im Schatten der Twins aufmachte, die schützenden Tore von Hogwarts hinter uns zu lassen und beobachtete, wie Harry vor uns mit Cho Richtung Dorf ging, musste ich befreit aufstöhnen, da sich Ron in allerletzter Minute entschieden hatte, sich mit Lav, Pav, Dean und Seamus schon früher gemeinsam nach Hogsmeade aufzumachen, während ich noch Harry unter die Dusche gejagt hatte. Da Harry ja weg fiel, da er auf seinem Date war und Ron auf das Interview mit Rita auch keine Lust gehabt hatte, begleiteten mich die Twins wie Bodyguards.

In meinem Rücken hatte ich Draco, Blaise, Nott, Crabbe und Goyle gesehen, die erstaunlicherweise immer in unserer Nähe waren, ich hatte auch einmal einen besorgten Blick von Blaise aufgefangen.

Wir konnten ausmachen, wie Harry mit Cho zu Madam Puddifoots abbog und konnten hören, wie die Slytherins hinter uns einen bösartigen Lachanfall bekamen, aber zu unserer Schande mussten wir zugeben, dass auch wir drei uns schwer taten, normale Mienen zur Schau zu tragen.

Harry ging in das kitschigste, über und über mit rosa Rüschen dekortierte, kleine Kaffee, das so überhaupt nicht seine Welt war, Harry war viel, aber kein Romantiker! Woher auch?

Oh Mann, ich konnte mir schon vorstellen, dass Cho dieses Café ausgesucht hatte und dass sie es mit Sicherheit von Cedric kannte, da dieser ja ein kleiner, versteckter Softie gewesen war. Aber ob das dann die richtige Lokation war, um der Vergangenheit zu entfliegen? Ich hatte da meine Zweifel, aber auf mich hörte ja eh keiner, ich sagte es immer noch, dieses Mädchen passte nicht zu Harry.

Wir gingen zügig, da mich die Jungs schnell von der offenen Dorfstraße haben wollten, in die Drei Besen. Die saubere und freundliche Gaststube war wie immer gut besucht und so setzten wir uns an einen alten, vernarbten Holztisch. Draco und Blaise waren vor uns, so dass mir Draco sogar ein Lächeln schenken konnte, sie hatten die anderen weitergeschickt und wollten einen Tisch freihalten.

Sie waren so nah, dass sie alles mitbekamen.

Dann hieß es Butterbier trinken und warten, was mit den Twins nicht langweilig sein konnte, da sie mit mir nur über das Geschäftliche sprachen und mit so was kannte ich mich gut aus.

In ihnen war der Entschluss gereift, nicht mehr in den Fuchsbau zurückkehren zu wollen und spätestens nach dem Ende der Schule einen Scherzartikelladen in der Diagon Alley zu eröffnen.

Ich versprach weiterhin meine Unterstützung und erfuhr, dass sie neben Harry und mir nun auch noch einen Geldgeber für ihr Unternehmen gefunden hatten und dieser jemand hatte eher weißes denn blondes Haar und grinste gerade sehr unverschämt zu uns herüber.

Sie erzählten, dass es da ein super gelegenes Haus mit integrierter Wohnung und Laden in der Hauptstraße der Diagon Alley, direkt neben Gringotts gab, das leer stand und dass es einer verstorbenen Urgroßtante von Draco gehört und er dieses geerbt hatte und mit ihnen über Gringotts einen Mietvertrag für die nächsten zehn Jahre geschlossen hatte. Und dies zu einem Spottpreis und ich konnte Draco nur wortlos anstarren und Danke mit meinen Lippen formen, was er mit einem leichten Senken seines Kopfes wahrnahm und mir ein verspieltes Zwinkern schenkte.

Als sich die Tür öffnete und ein stockwütender Harry mit zornbebenden Augen auf uns zuhielt, nachdem er uns entdeckt hatte.

„Weiber!“, kam es böse über seine geschürzten Lippen und er plumpste auf den Stuhl.

„Lief es so gut, Kumpel?“, wuschelte Fred durch Harrys struppiges Haar, das so aussah als hätte dieser auf dem Weg hierher öfters verzweifelt daran gerissen.

„Grausam“, schlug sein Kopf kraftlos auf dem Tisch auf und Draco sah über Harrys Kopf lachend zu uns, ja, dass das ein gefundenes Fressen für die Slytherins war, die nun auch wieder vollzählig waren, konnte ich mir gut vorstellen.

„Was ist mit Cho schiefgelaufen?“, fragte ich sachte nach.

„Du!“, schallte es mir entgegen.

„Ich… was… warum?“, ruckte ich empört im Sitz hoch und fasste mir an die Brust.

„Ich habe ihr gesagt, dass wir dich spätestens um 16 Uhr hier treffen und dann hat sie angefangen rum zu giften. Sie findet, dafür dass wir nur Freunde sein sollen, sind wir uns zu nah. Sie war da sehr bestimmt… und ich hab ihr gesagt, dass meine Freundin, die mit mir zusammen sein will, immer meine beste Freundin, die wie eine Schwester für mich ist, akzeptieren muss“, erzählte er gerade ätzend und Harry zeigte sich sehr aufgebracht.

„Wahre Worte, Bruder, wäre ja noch schöner, wenn du Hermione wegen so einer blöden Kuh abschießt!“, kamen die Twins in Rage.

„Harry, nicht doch, du darfst dich nicht wegen mir mit deinen „Freundinnen“ zerstreiten“, ich konnte aus den Augenwinkel sehen, wie Draco die Ohren spitzte um auch ja nichts zu verpassen. „Versteh doch, sie war und ist eifersüchtig auf mich und da du ihr als erstes gesagt hast, dass du dich noch mit mir triffst, kam das halt hoch“, verteidigte ich doch tatsächlich diese Schnepfe vor Harry.

„Hermione, das ist mir scheißegal, du bist mir mit das Wichtigste neben Sirius, aber ihr zwei seid ganz wichtig, ihr seid Familie!“, autsch, das tat weh, denn Familie belog man nicht und ich tat nichts anderes mit Harry. Bald… bald…, schwor ich mir.

„Du vergisst Ron!“, wandte ich ein.

„Nein, Ron kann uns nie so verstehen, wie wir uns, dafür hat er eine zu große Familie“, sprach Harry wahre Worte.

„Und dann hab ich noch gesagt, dass ich ihrer Freundin, dieser Marietta, nicht vertraue, dann haben wir uns nur noch angeschrien und sind dann schnell aus dieser kleinen stickigen Bude, in der ich kaum Luft bekommen habe, raus und sie ist abgedampft und ich weiß nicht… ich denke, du hattest wie immer recht, Hermione!“, blickte er geprügelt auf und sah mich traurig an. Als Luna auf uns zutrat.

„Darf ich mich zu euch setzten? Ich weiß, ich bin zu früh… aber…“, fragte sie unsicher.

„Nimm ruhig Platz, Luna! Interesse an unserer neuesten Erfindung, Kanarienkremschnitten?“, wurde sie von den Twins willkommen geheißen und ich dachte noch ganz fies, Luna lass die Finger davon, sie würde sich in einen, passend zur Haarfarbe gefärbten, Kanarienvogel verwandeln, zum Glück hielt die Wirkung nur für eine Minute. Aber es war fantastisch, wie sie Luna ablenkten, damit ich Harry wieder aufbauen konnte.

„Harry, Schatz, sei nicht traurig, wenn sie so eine doofe Kuh ist, dann vergiss sie und nun kommt… sie schon…, Miss Skeeter, viel zu früh. Fang dich, ich halte sie kurz auf“, meinte ich rasch und ging ihr entgegen.

„Rita, wie schön Sie zu sehen, lange nicht mehr gesehen. Wie geht es Ihnen, meine Liebe?“, ging ich auf sie zu und murmelte einen Zauber, der uns vor Lauschern schützen sollte.

„Miss Granger, war Ihr Abend am Ball vergnüglich? Erstaunlich, in welcher Gesellschaft sie den Ball genossen haben!“, versuchte das alte Miststück doch gleich, die Führung zu übernehmen.

„Ach, meine Liebe, ich denke, dies ist kein Thema, das Sie interessieren sollte!“, drohte ich ihr spielerisch mit dem erhobenen Zeigefinger. Sie trug heute ein silbergraues Kostüm unter ihrem grauen Umhang, sehr professionell.

„Aber Miss Granger, denken Sie nicht, Sie überschätzen sich? Lucius Malfoy! Ich bitte Sie!“, schenkte sie mir einen abwertenden, kalkulierenden Blick durch ihre Brillengläser.

„Sagen Sie nicht, Sie waren wieder als Spionin Undercover unterwegs?“, kicherte ich affektiert.

„Und selbst wenn, Miss Granger, wäre ich vielleicht schockiert, was sich meinen Augen darbot?“, stellte sie eine rhetorische Frage und kniff ihre Lippen verbiestert zusammen.

„Nun Rita, dann sollten wir uns alle über meinen Zauber freuen und darüber, dass Sie wissen, dass Sie mit Ihren Beobachtungen rein gar nichts anfangen können! Oder warum erzählen Sie mir das…?“, zog ich sie auf, Mann, ich liebte es, mit dieser Frau zu diskutieren!

„Ich… ich würde niemals gegen unsere Vereinbarung verstoßen!“, presste sie schwer hervor.

„Das weiß ich, ansonsten hätte ich schon von Ihrem tiefen Schlaf gehört!“, meinte ich generös, was sie sichtbar schwer schlucken ließ. Ich liebte es, ihr zu zeigen, dass ich die Zügel in der Hand hielt.

„Wissen Sie was, Miss Granger…“, zischte sie mit boshaft verkniffenen Augen. „Ich denke, Sie verdienen genau das, was ich sehen durfte. Wie heißt es so schön, wie man sich bettet so liegt man!“ War sie nicht lieb zu mir?

„Hat jemand gesagt, dass ich mich nicht wohl fühle so wie ich liege? Sie begehen schon wieder den Fehler, Rita, zu denken, ich würde mir leid tun, ich mag alles so, wie es ist!“, meinte ich es ganz ehrlich.

„Lügen Sie sich in die eigene Tasche. Ich denke nicht, dass Sie das wollten, was der Mann da getan hat!“, ätzte sie erregt. Tja, wer mochte schon, was Lucius mit einem tat? Aber so schlimm war es auch nicht gewesen und nicht zu ändern, also was wollte sie?

„Rita, was wissen Sie von mir? Nichts und das wird immer so sein… lassen Sie das mal meine Sorge sein, das was ich tue übersteigt Ihren Verstand! Und nun kommen Sie, Harry wartet!“, befahl ich ihr kühl.

Während ich mich mit Rita näherte, standen die Twins auf und gingen zur Bar, wir sollten nur eine kleine Runde sein.

„Miss Skeeter, darf ich vorstellen, Miss Luna Lovegood und Harry kennen Sie ja!“ Luna gab ihr höflich die Hand und lächelte ihr weggetretenes Lächeln, doch Harry nickte ihr nur knapp und unfreundlich zu.

„Ich darf Sie interviewen, wie ich erfahren habe, Mr. Potter?“, zwitscherte Rita sofort los.

„Nicht so schnell, Miss Skeeter, Sie erhalten hier heute ein Exklusivgespräch mit Harry über die Wiedergeburt vom Dark Lord, dieser Artikel wird aber von Lunas Vater im Klitterer veröffentlicht“, beschied ich ihr, was ihren Mund aufklappen ließ. „Jetzt, nach dem Massenausbruch und den vorhandenen Aktivitäten, ist die Masse eher bereit, Harrys Geschichte zu hören!“

„Miss Granger, wenn ich etwas schreibe, dann nur für den Propheten, nicht für dieses Schundblatt!“, zischte sie empört und damit war sie bei mir an meinem Geduldsfaden angekommen.

„Rita, überlegen Sie genau, wen Sie hier sauer machen wollen. Sie schnappen sich jetzt Ihre Feder und schreiben das was Ihnen Harry sagt, oder… wollen Sie wirklich, dass ich das Oder zum Einsatz bringe? Wenn Sie nicht das tun was ich will, haben Sie für mich keinen Nutzen mehr! Sie haben ab jetzt eine Minute!“, erklärte ich ihr vollkommen gleichgültig. Ich mochte den Käfer immer noch nicht. Ich wandte mich ab und durfte die völlig perplexen und überraschten Gesichter von Harry und Luna sehen. Ich schenkte ihnen ein entspanntes Lächeln, nur Harrys Augen sagten mal wieder, dass er mehr wissen wollte und so nickte ich fast unmerklich, um meine Zusage zu geben.

Es war befriedigend, zu sehen wenn alles so lief wie ich es wollte. Rita kam meiner Aufforderung nach und schrieb eifrig und brav Harrys Erzählungen auf und auch Luna hörte aufmerksam zu. Ich wusste, sie war nicht so doof, das Schicksal herauszufordern und mich wirklich zu testen, ob ich ernst machte, denn auch wenn sie zweifeln sollte, würde ich sie enttäuschen, ich würde alles wahr machen was ich ihr androhte, ohne Zögern, ohne Überlegen!

Während die drei ihre Köpfe zusammen hatten, blickte ich umher und konnte Dracos interessiertes Beobachten ausmachen und er zeigte mir seinen Stolz mit einem anerkennenden Nicken, da er alles gehört hatte, weil ich ihn in den Schutz mit aufgenommen hatte, dann müsste ich nachher nicht so viel erzählen.

Ich war mir sicher, sobald das Interview erscheinen würde, hätte ich vor Lucius erst einmal Ruhe, denn dank des reißerischen und sensationsgierigen Artikels müsste dieser nach dem öffentlichen Aufschrei erst mal Fudge davon überzeugen, weiterhin den Kopf in den Sand zu stecken und um ihn zu beruhigen, musste er Zeit investieren, denn dies war schließlich Lucius‘ Aufgabe.

Der Laune des Dark Lords, möchte ich in dieser Zeit nicht ausgesetzt sein.

Nachdem sie fertig waren und Luna gemeinsam mit Rita wegging um den Artikel an ihren Vater zu schicken, machten wir uns alle wie in einem Konvoi auf, zurück zum Schloss und ich zog mir meine Mütze tief ins Gesicht und meinen Schal hoch, damit man mich nicht so leicht erkannte. Aber wie es schien beschäftigte auch Snape Lucius erfolgreich, da wir alle unbeschadet die sicheren Hallen erreichten.

Und so neigte sich ein aufregender Tag dem Ende zu, nur Harrys Ausdruck ließ mich vermuten, dass er für mich noch nicht zu Ende war.
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