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 Kapitel 376-377

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BeitragThema: Kapitel 376-377   Mo Mai 20, 2013 1:57 am

376. Kapitel Raubzug

„Du denkst, du bist der Richtige, um mir die Zeit zu vertreiben?“, fragte ich ironisch unter meiner Maske wohlverborgen nach.

„Besser, als so manch anderer!“, entgegnete er leicht doppeldeutig und grinste mich doof an.

„Wie ich gehört habe, hattest du die Ehre, die bescheuerten Hogwartsstürmer zu bestrafen?“, fragte ich dann doch interessiert nach und wandte ihm meine eiserne Maske zu.

„Puh erinnere mich doch nicht daran, dann muss ich sofort wieder daran denken, dass wir alle letztens vor dem Lord am Boden lagen… och, ich vergaß, du schließlich nicht! Bist ja was GANZ Besonderes!“, ätzte er wenig freundlich zu mir und verzog sein Gesicht zu einer Fratze.

„Oh Rodolphus, jetzt komm runter, ihr werdet euch daran weiden, wenn mir die Ehre zuteilwerden wird!“, prophezeite ich genervt und wedelte mit meiner Hand ab.

„Wer´s glaubt!“, höhnte er verächtlich und spuckte auf den Boden vor uns aus.

„Sei doch realistisch!“, wehrte ich entschieden ab und er starrte mich auf einmal intensiv und sehr ernst an.

„Das meinst du ernst!“, echote der dunkelhaarige Mann erstaunt, bevor er sich lässig zurücklehnte und mich abwägend maß.

„Mist, das macht dann ja gar keinen richtigen Spaß mehr!“, grummelte er verrückt vor sich hin. Askaban konnte wahrlich Schaden anrichten.

Aber mal ehrlich, dachte dieser so genannte Innere Haufen, dass ich so bescheuert war, anzunehmen, dass ich für den Lord ewig alles richtig machen würde?

Ein Versagen war irgendwann vorprogrammiert und darüber machte ich mir keine Illusionen. Für Rodolphus schien es ein Dilemma zu sein, dass ich das Ganze sehr nüchtern betrachtete. Es passte ihm gar nicht, dass ich trotz meiner Arroganz nicht davon überrascht werden würde. Was dachten die von mir? Dass ich die Intelligenz eines Besens besaß?

„Tut mir echt leid, dass ich nicht doof genug bin immer auf mein Glück dem Lord gegenüber zu bauen!“, ätzte ich zurück und ich war mir sicher, dass er kurz davor war mir die Zunge rauszustrecken, aber er verbiss es sich heroisch.

„Warum so unfreundlich? Wir haben die Schmerzen!“, grummelte er zurück und rieb sich seine Gelenke.

Das stimmte, Severus gab ihnen keine besonderen Tränke, damit waren sie auf ihre eigenen Heilkünste angewiesen und ganz ehrlich, wer würde einen Trank freiwillig trinken, den diese Horde zusammengepanscht hatte?

„Sag mir mal lieber, was ich verpasst habe! Diese Schule nervt!“, gab ich mich leutselig und sofort funkelte er mich misstrauisch an, als er vollständig zu mir herumfuhr.

„Oh du Arme, hast es gemütlich in deinem kleinen Himmelbettchen… aber ja, wir haben Nachwuchs fürs Gewölbe! Fenrir hat wahre Sahneschnitten hergebracht!“, kommentierte er gehässig und ich dachte mir nur, dass das so klar gewesen war, dass er auf das zu sprechen kommen würde über was ich bestimmt nicht hätte sprechen wollen.

„Tja, ein Genuss!“, presste ich dann durch zusammengebissene Zähne, denn er lauerte so sehr auf eine Antwort von mir, dass ich mich gezwungen sah, sie zu geben.

„Was willst du wirklich wissen?“, lauerte er und ich dachte mir, warum ich nicht ins kalte Wasser springen sollte.

„Wer die Dörfer angreift!“

„Sag das doch gleich! Crabbe und Goyle mit ihren Trupps, dazu gehören Rookwood, Rosier und äh…“, dachte er sichtbar angestrengt nach, als ich ihn einfach mit einer Handgeste unterbrach.

„Danke, aber so genau wollte ich es gar nicht wissen! Warum? Steckt dahinter ein Plan?“, hakte ich weiter nach.

„Pfff… sollte mich so was interessieren?“, stierte Rodolphus mich perplex an, denn es interessierte ihn wirklich nicht.

„Auch wieder wahr und was treibt…“ Tja, meine unausgesprochen Frage, was sein unerträgliches Eheweib trieb, würde für immer ungesagt bleiben, denn in dem Moment rauschte sichtlich erregt Thorfinn Rowle herein und sorgte dafür, dass die Männer verstummten.

Dieser Typ, der für den Tod eines DeathEaters auf den Gründen von Hogwarts schuldig war, der auch in die Schule eingebrochen war und dem es wieder besser zu gehen schien, nachdem ihm der Lord in seinen Kerkern gehabt hatte und so unsäglich dumm war. Er zog nur noch einen Fuß hinter sich her und humpelte, wobei sein Gesicht einige feine Narben aufwies.

„Hilfe, wir brauchen Hilfe!“, brüllte er soeben aufgebracht.

„Hey, mach mal halblang, großer Blonder, atme!“, befahl Dolohow aus einer anderen, dunklen Ecke ruhig.

„Was ist passiert?“, wollte Mulciber, der Herr des Gewölbes, der auch den Auftrag an Fenrir vergeben hatte, die neuen Mädels zu besorgen, autoritär erfahren.

„Ich habe soeben von meinem Freund Wilkins einen Hilferuf bekommen, dass sein Anwesen angegriffen wird!“, brüllte Rowle wieder wie ein Irrer und viele starrten ihn erschrocken an. Es kam nie vor, dass mal die DeathEater angegriffen wurden. Das war so etwas wie eine Premiere.

„WAS?“, „VON WEM?“, „Dem Ministerium?“, „Neee, das kann nicht sein!“, „Wer sollte sich trauen?“, ging es wild durcheinander.

„Haltet doch den Mund!“, brüllte nun Rodolphus neben mir entschieden, nachdem er sich erhoben hatte und wenigstens hörten sie auf seine Autorität. Sie schwiegen und er bedeutete Rowle, weiterzusprechen.

„Das weiß ich nicht, das wusste Wilkins selbst nicht, er bat nur um unsere Unterstützung!“, warfen sich Antonin, Rodolphus und ich uns fragende Blicke zu.

Da wir die drei einzigen Mitglieder des Inneren Kreises waren, die hier anwesend waren und damit die Ranghöchsten vor Ort, zusammengefasst gesagt:

Auf uns hörte jeder und alles hier!

Aber die Entscheidung würde auch verantwortet werden müssen, weswegen sich sowohl Rodolphus als auch Dolohow nach der kürzlich vollzogenen Strafe des Lord wohl nicht zu einer Entscheidung durchringen konnten.

„Rowle versteh ich das richtig, Wilkins ist keiner von uns?“, fragte ich somit entschlossen nach und er warf mir einen finsteren Blick zu.

„Er ist Sympathisant und ein Freund von mir!“, drängte er sichtbar unruhig und ungeduldig, aber auch sein eindringlicher Blick ging zu den Männern als hätte er kein Vertrauen in meine Fähigkeiten.

„Nun denn, wenn das so ist und er uns bittet, sollten wir ihm helfen! Was wären wir sonst für FREUNDE? Meine Truppe ist nicht mal im Ansatz hier…“, entgegnete ich und sah mich um.

„Also werden wir alle mitgehen!“, verkündete plötzlich Rodolphus nun etwas forscher und entschlussfreudiger und ich nickte aufmunternd.

„Na los, in einer Minute appariert ihr ALLE! Auf ihr lahmen Säcke!“, rief nun auch Dolohow geschäftig, denn würde es nun schiefgehen, könnten sie es mir anhängen, was für Waschlappen!

Sogleich sprangen die DeathEater wie von Teufeln getrieben auf, das musste man ihnen lassen, sie waren schnell. Die Mäntel lagen rasch über ihren Körpern und die Masken saßen, während uns Rowle informierte, dass wir nach Marlow, Buckinghamshire mussten, zum Anwesen der Wilkins‘, welches zwischen Marlow und Maidenhead im Süden lag. Er würde uns dann zum abgelegen Anwesen der Familie führen.

Ich war gespant als wir alle als geballte Gruppe vor der Höhle nach Marlow apparierten, denn ich kannte diese kleine, englische Ortschaft an der Themse von Ausflügen mit meinen Eltern, weil dieser Ort für eine der ältesten Hängebrücken Europas bekannt war.

Es ging alles rasant vonstatten. Seit der Erstürmung der Höhle durch Rowle, bis wir über den Feldweg zum Anwesen der Wilkins‘ rannten, waren nur wenigen Minuten vergangen. Es war gerade mal Mittag, also mitten am Tag und wir schützten uns daher mit Zaubern vor der Entdeckung durch Muggel.

Wir konnten schon aus einiger Entfernung Rauch über den Baumwipfeln ausmachen. Bisher kannten wir es nur so, dass die Häuser der anderen brannten, aber nicht die „unseren“. Das, was uns nach der Kurve erwartete, gefiel wohl keinem einzigen der mich begleitenden DeathEater.

„Was zur Hölle ist hier passiert?“, „Verdammte Scheiße!“, „Verfluchte Kacke!“, „Das werden sie büßen!“, riefen sie durcheinander, während sie nur ihre Sorge durch ihre Aggressivität verbargen, dass dies auch ihren Heimen passieren und widerfahren könnte.

Wir blickten alle auf das brennende Anwesen, bevor sich die ersten aus der Starre rissen und mit Löschzaubern auf das Gemäuer zuhielten, während wir plötzlich im hinteren Bereich des Gartens Gekreische ausmachten und losrannten.

Mit gezückten Stäben schossen wir nach hinten und fanden eine Frau vor, die einen Mann weinend in den Armen hielt. Es schien ihr Mann zu sein, aus einer Kopfwunde blutete er wie ein Schwein.

„Was ist mit Frederick?“, schoss Rowle fassungslos auf das Paar zu, während sich weiter hinten ein um die Mitte 20-jähriger junger Mann verletzt aufrichtete und zu der Gruppe hinkte. Er war augenscheinlich einigen Leuten hier bekannt, da ihn keiner bedrohte, alle nur weiter das Heim der Familie löschten.

„Oh, Thorfinn…“, schluchzte die Frau auf, die ich brutal scharf kombiniert als die Dame des Hauses identifizierte.

„Esma“, rief er ergriffen und ging zu Boden. „Was ist passiert?“, hauchte er ergriffen.

„Oh es waren so viele, plötzlich schossen sie aus allen Ecken und Enden! So schnell…“, wisperte die aufgelöste Frau, der ihre Haare wild ins Gesicht hingen, weil sie sich aus ihrem ehemals akkuraten Dutt gelöst hatten.

„WER?“, wollte sofort Rodolphus wissen und ich hielt mich zurück.

„Keine Ahnung, sie waren maskiert!“, antwortete der Sohn verbissen, der gerade von Antonin Dolohow durch Heilzauber zusammengeflickt wurde.

„Wie wir?“, wollte auch schon der ihn verarztender Antonin erfahren.

„NEIN! Sie trugen dunkle Kapuzen und ihre Gesichter schienen in tiefster Schwärze, im Nichts zu liegen!“, versuchte sie zu beschreiben und klang dabei schrecklich zweifelnd.

„Was wollten sie von euch?“, schaltete sich jetzt Rodolphus wieder über das Chaos hinweg ein und überging die eigentümliche Erklärung. Die Frau fuhr sich unterdessen verzweifelt über das verheulte Gesicht.

„Ella!“, hauchte der junge Mann, der Sohn der Familie, während die Frau nur noch laut schluchzte.

„Eure Tochter?“, flüsterte Rowle und blickte sich sofort suchend um als würde ihm erst jetzt auffallen, dass noch jemand fehlte.

„Jaaaa… sie kamen, haben uns angegriffen. Stürmten das Haus! Wir haben gekämpft, aber verloren, es waren zu viele… und, und… sie haben mein Baby mitgenommen!“, jaulte die Frau gepeinigt auf, während sie stotternd erzählte und ich fragte mich, wie Draco das in die Wege geleitet hatte.

Er hatte mir schließlich geschrieben, dass sie Ella Wilkins suchen und wenn möglich holen würden, das hatten sie getan, aber augenscheinlich mit einer schnellen und vor allem schlagkräftigen Eingreiftruppe. Davon hatte ich bisher noch nichts gewusst. Draco hielt mit eindeutig zu vielen Kleinigkeiten hinterm Berg!

Es war wirklich dringend nötig, dass wir uns aussprachen.

„Es war furchtbar, schwarz… ich hab nur schwarz gesehen!“, sie stotterte schniefend vor sich hin und Rodolphus und ich warfen uns über ihren Geisteszustand zweifelnde Blicke zu.

„Beschreiben Sie sie uns genauer, nicht nur die Maskierung!“, kam es nun reichlich unbeherrscht von Dolohow.

„Ja, ja natürlich!“, riss sie sich sichtlich zusammen. „Sie waren alle gleich angezogen, aber ohne Mäntel und sie trugen so eine Kapuze… aber nicht so wie ihr mit dem Mantel, sondern eher eine Kapuzen-Pelerine, die schwarz ausgeleuchtet war, man hat nichts gesehen, ich sag ja, es war wie ein schwarzes Nichts. Auch ihre Kleidung war schwarz, ein Kampfanzug vielleicht und, ja, sie haben nicht nur mit Zaubern gekämpft, glaube ich…“, stotterte sie zusammen und schien sich sichtlich zusammenreißen zu müssen, um sich wirklich erinnern zu können.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pelerine

„Tja, das waren dann keine Auroren…“, warf Rowle mal sehr klug ein und ich seufzte leise. Was plante Draco?

„Ähm… ich finde das ja alles prächtig, dass ihr euch kennt und so… aber an sich gehören sie nicht zu uns, also Operationsabbruch, ihr könnt alle zurück, … hier gibt es nichts mehr zu tun, sie sind alle weg!“, beschied ich unseren Leuten, die noch fröhlich löschten und geschockt rumstanden.

„Und was passiert nun mit meinem kleinen Mädchen? Meiner Ella?“, kreischte mich die Frau empört an, während ich von weniger involvierten DeathEatern schon die Plopp-Geräusche vernommen hatte, als sie gingen und wohl überprüften, dass ihre Heime sicher vor eventuellen Heimsuchungen der „schwarzen Leute“ waren.

Unterdessen blickte ich auf die Frau mit ihrem Vorwurf an mich und ich fragte mich, wie sollte ich der Frau sagen, dass dies eine Befreiungsaktion FÜR Ella gewesen war, weil sie diese nicht hatten gehen lassen und diese freiwillig mitgegangen war und auch nicht freiwillig zurückkehren würde?

So zuckte ich in meinem weiten Umhang die Schultern, als Rowle finster zu Rodolphus, mir und Dolohow herumfuhr:

„Sie gehören sehr wohl zu uns. Ella hätte sich bald mit mir verloben sollen!“, begehrte er aggressiv auf und ich war fast dankbar als ich hörte, dass er das so wichtige Wort „sollen“ sagte, sonst wäre es schwer geworden, aber so waren wir, wie es schien, rechtzeitig erschienen und jetzt verstand ich auch zu gut, warum Ella so dringend weg gewollt hatte!

„Wenn das so ist! Wir müssen den Vorfall eh melden, das hier ist sehr merkwürdig, diese plötzliche Attacke, das wird den Lord interessieren!“, erklärte Dolohow gewichtig, machte aber keine Anstalten, sofort ins Dark Manor zu entschwinden.

„Geh zur Rechten Hand, der Lord wird erst an Fakten Interesse haben, sprich wenn wir wissen, wer die Angreifer waren, das hier… wird in vormalig weniger interessieren!“, gab ich zu bedenken und deutete in einer großen Geste über das Chaos.

„Da hat sie recht, Antonin… geh zur rechten Hand, ist besser…“, riet Rodolphus ungewohnt folgsam und ich nickte nur als Dolohow auch schon auf Nimmerwiedersehen verschwand.

„Gut, Danke für eure Hilfe…“, schniefte die Frau nun demütig und Rodolphus nahm es erfreut und huldvoll wie ein Feldmarschall entgegen und ich rollte die Augen. „Alles ist vernichtet…“, jammerte sie nun jämmerlich.

„Unsinn, Mutter, mit einigen Zaubern ist das wieder rasch gerichtet, dafür waren genügend Leute zum Löschen da!“, wies sie ihr Sohn schroff an und schaute widerwillig auf das Haus, bevor er sich zackig zu Rodolphus und mir wandte.

„Hey, wann kann man eurem Verein beitreten?“, hisste der Junge entschlossen auf und sowohl Rodolphus als auch mir war gegenwärtig, sein Zorn richtete sich nicht gegen uns. Ein fast zufriedenes Grinsen schlich sich auf Rodolphus‘ verlebte Züge.

„Bald, wir bereiten eine neue Aufnahme vor, wenn du interessiert bist, lass dich nächsten Freitag von Rowle mitnehmen…“, bot er generös an und ich ärgerte mich über die hitzköpfige Jugend.

„Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter!“, grinste auch ein zufriedener Rowle über die Aussicht.

„Kommst du mit, Püppchen, ich wollte mich noch mit einigen in der Knockturn Alley treffen?“, fragte Rodolphus abrupt und ich blickte skeptisch auf die 4-er Gruppe, die sich noch immer zurechtzufinden versuchte, nach dem Drama, das sich hier bei ihnen abgespielt hatte. Kurzentschlossen nickte ich.

„Warum nicht…“, und nach einem letzten Gruß sprangen wir und landeten unverzüglich in einem abgelegenen Teil dieser verruchten und heruntergekommenen Gasse.

„Na, das ist doch mal was… wer könnten diese Angreifer gewesen sein?“, fragte Rodolphus aufrichtig interessiert, während wir zu unserer Stammkneipe gingen, dabei stolperten alle, die unserer Ansichtig wurden, rasant vor uns zurück.

„Bin ich Hellseherin?“, fragte ich ätzend.

„Potter?“, spekulierte er wild und ich schüttelte rasch mein Haupt.

„Weißt du, mein Guter, ich tu mir mit so was schwer, Vermutungen aufzustellen ist gefährlich! Und nein, Harry hockt irgendwo bei seinen Verwandten und wird vom Orden behütet…“, würgte ich ab, bevor wir die Kaschemme betraten, beide zwar ohne Masken, aber mit tief sitzenden Kapuzen vor den Blicken geschützt. Nun konnte ich mit unbändiger Freude Scabior, Fenrir, Rabastan, Avery und noch den ein oder anderen Haudegen ausmachen, der sich hier vergnügte, doch da sie auf einmal bemerkten wie wir auf sie zukamen, verstummten sie und grüßen recht verhalten oder auch zurückhaltend, das lag einzig und allein an meiner Erscheinung.

„Na, wo versteckt sich das angetraute Weib? Wenn ihr beiden hier seid, kann sie nicht weit sein!“, flüsterte ich zu meinem Begleiter Rodolphus, der heiser auflachte, während er seinem Bruder zuwinkte.

„ANGST, Püppchen?“, zog mich Rodolphus auf.

„Vor eurer geballten Macht? Zu dritt? Mir schlottern wahrlich die Knie!“, spottete ich sanft und erntete ein süffisantes Lächeln, da wir uns verstanden.

„Pass nur auf, dass wir dich nicht eines Tages überraschen…“, drohte er samtig und ich fragte mich, ob er meinte, dass sie vielleicht eines Tages wieder so etwas Brillantes angehen könnten, wie die Longbottoms verrückt zu foltern um dann selbst geschnappt zu werden oder dies an mir zu versuchen, aber ich wagte es nicht, es laut anzusprechen.

„Na, wen haben wir denn da? Was für ein Glanz in dieser dreckigen Hütte! Was führt euch her?“, begrüße mich Avery mehr als doppeldeutig und Rodolphus glitt zu diesem, während ich mich in die Mitte zwischen Fenrir und Scabior quetschte und gerade lauschte, wie Rodolphus unsere Geschichte dramaturgisch untermalt zum Besten gab.

Hermiones Sicht ende

Lucius Sicht

Still wartete ich im Salon auf meinen Sohn. Ich trug eine Lederuniform, die extra für mich gefertigt worden war. Die Schilde waren verstärkt und Zauber eingewebt worden. Es war mit das Beste, was man käuflich erwerben konnte!

Der schwarze, seidige Alltagsmantel lag darüber, während ich meinen Zauberstab stöhnend aus meinem Schlangengehstock zog und von dem auffälligen Kopfteil widerwillig zu einem ganz schlichten, langen Gehstock wechselte. Es sollte niemand sagen, dass ich nicht alles zu tarnen versuchte, aber verzichten wollte ich auf das Detail eines Gehstockes dann doch nicht.

Mein Haar war in einem strengen Zopf geflochten. Als ich aufsah, da sich die Tür soeben rasch öffnete, stand ich Draco gegenüber, der ebenfalls zweckmäßig gekleidet war. Er blickte mir geduldig entgegen.

Dabei kam ich nicht umhin, seine große Ähnlichkeit mit mir zu bemerken. Seine Augen, die etwas heller, mehr graublau waren, im Vergleich zu meinen eigenen silbrigen, dunkelgrauen Augen, dann sein hellblondes, fast weißes Haar, das seidig um sein Haupt lag, welches aber einen leichten blonden Touch in Richtung Narcissas Haar hatte, darin glichen und unterschieden wir uns doch gleichzeitig. Sein Haar war wesentlich kürzer und reichte nicht im Ansatz an meine langen, sehr weißblonden Haare heran. Seine reichten, wenn überhaupt, bis über die Ohren, wobei mir die sehr langen Haare ein extravagantes Aussehen verliehen. Ich verdankte es meiner verstorbenen Mutter Aenor, dass ich Zeit meines Lebens mit langen Haaren durch das Leben ging, da sie dafür gesorgt hatte, dass ich sie mir nicht schnitt und irgendwann gefiel es mir selbst sehr gut und ich ließ es.

Das Haar harmonierte gut mit meinen markigen und kantigen Gesichtszügen, denn hätte Draco so langes Haar getragen, es würde nicht passen, da er spitzere, zierlichere Züge aufwies als ich. Sein Gesicht hatte noch nicht komplett alles „kindliche“ verloren, wenngleich es sein Blick schon hatte.

Ich trat, im Gegensatz zu Draco, noch kälter, härter und entschlossener auf, meine Bewegungen waren zielgerichteter aber auch geschmeidiger, alles in allem war ich autoritärer als Draco.

Was an sich leicht fiel, da ich doch noch um einiges Größer war als Draco, auch waren meine Schultern und mein Kreuz wesentlich breiter als Dracos, aber das würde mit dem Alter bei ihm kommen, wobei an Körpergröße würde er mich nie überragen, aber alles andere würde sich noch ergeben.

„Draco!“, begrüßte ich meinen Sohn gewohnt distinguiert.

„Vater…“, entgegnete er leise, dabei glitt sein fragender Blick über mich.

„Du siehst richtig, ich habe vor, die Sache etwas anders anzugehen!“, beäugte er skeptisch meinen Aufzug, denn nur noch selten geschah es, dass ich noch aktiv teilnahm.

„Dann bin ich gespannt!“, zeigte er sich pragmatisch genug und hielt mir höflich die Tür auf und ich schritt rasch an ihm vorbei.

„Wohin bringen wir ihn?“

„Hierher, es wurde von den Elfen schon alles in den unteren Etagen für ihn hergerichtet!“, informierte ich geschäftig.

„WAS? Wieso willst du ihn hier gefangen halten?“, fragte Draco etwas lauter.

„Warum nicht?“, fragte ich indigniert, da ich in Frage gestellt wurde, ein Umstand, den ich nicht schätzte.

„War nur überrascht!“, erhob er in gespielter Kapitulation die Hände, aber beim besten Willen, dieser Mann war in meinen Augen eine wichtige Persönlichkeit unserer magischen Welt.

Gut, ich kannte seinen Sohn, dieser war auch nicht mehr der Jüngste und dessen Sohn, der Enkel Ollivanders, war gerade bei einem anderen Zauberstabmacher auf dem Festland in der Lehre und selbst ich konnte mir nicht vorstellen, dass kleine Erstklässler in die Knockturn Alley zu Mr. Stocks gingen um sich ihren ersten Zauberstab zu holen, das war absurd, damit galt er als schützenswert.

Für mich war dieser 100-jährige Zauberstabladen eine Institution, ähnlich dem Ministerium, Hogwarts und Gringotts!

Wo sonst sollte ich diesen erfahrenen und auf seinem Gebiet versierten Mann unterbringen? In den Höhlen, im Dark Manor, bewacht von Schlangen, einer Ratte und einem verrückten, ehemals Seelenlosen?

Aber vor allen Dingen hoffte ich, dass Draco meinen und Severus‘ Vorschlag verstanden hatte und einige elementare Vorkehrungen getroffen hatte. Ich würde mich überraschen lassen und sehen, ob er es schaffte, meinen Ansprüchen zu genügen.

Beide zogen wir in einem eigentümlichen Einverständnis die Kapuzen an, verzichteten aber auf die Eisenmasken.

Wir apparierten in einen Teil der Knockturn Alley und eilten sofort, ohne abzuwarten den Zickzackkurs der verwahrlosten Gasse entlang, bevor wir scharf in die Diagon Alley abbogen.

Es war Nachmittag und früher wären wir in unserer finsteren und undurchsichtigen Tracht aufgefallen, aber heute war dem nicht mehr so. Alle Farbe schien so gut wie verschwunden zu sein!

Ein Umstand, der uns zurzeit sehr recht war.

Als wir vor dem Laden erschienen, aus dem ich nicht meinen ersten Stab hatte, denn den hatte ich aus dem Fundus unserer Ahnen, eilte ich voraus. Dennoch hatte ich sowohl einen Stab von Ollivander, als auch einen aus der Knockturn Alley. Ich beliebte es, vorzusorgen und die zu mir passenden Stäbe zu horten, denn man wusste nie, wann man sie brauchen konnte.

„Warst du schon einmal hier?“, wisperte ich zu Draco und er schüttelte das mir so ähnliche Haupt.

„Nein, mein Stab ist der von daheim, hier war ich nie!“, bekannte er.

„Dann hast du etwas verpasst!“, erklärte ich leise und offenbarte ein süffisantes Lächeln.

„Ich hab ihn beim Turnier in Hogwarts gesehen… ein schrulliger Typ!“, warf Draco schnarrend ein.

Somit winkte ich ihn näher und wir betraten nacheinander durch die hölzerne Tür. Das immer gleiche helle Glockenläuten erklang und begrüßte uns. Nichts hatte sich verändert, noch immer wirkte der Raum wenig einladend und recht spartanisch eingerichtet.

„Was kann ich für sie tun, die Herren?“, ertönte es mit rauer Stimme aus dem hinteren Teil, in dem sich vermutlich die Werkstatt befand.

„Mr. Ollivander, wir hätten eine Bitte an Sie!“, rief ich autoritär, während sich Draco neben mich gesellte und abwartete.

Schon trat ein älterer Zauberer, mit großen, blass silbernen Augen, die einen eher starr und forschend fokussierten, wobei er nicht zu blinzeln schien, aus dem Hinterzimmer hervor und musterte uns

„Mhh, ja. Natürlich, einen Moment bitte. Ich wundere mich, denn dem jungen Mann neben Ihnen habe ich noch keinen Stab verkauft… doch ihnen… schon, nur Sie tragen ihn heute nicht! Mr. Malfoy, was führt Sie zu mir? Soll Ihr Sohn heute endlich seinen ihm bestimmten Stab erhalten?“, fabulierte er leise murmelnd und tippte sich überlegend mit dem Zeigefinger an die Lippe.

Wie so viele Magier war auch dieser hier ein eigenwilliges Subjekt. Das machte die Magie, sie machte sie wunderlich und machte leicht übersinnlich, so auch diesen hier, weshalb ich wohlweislich auf große, versteckende Aufmachung verzichtet hatte, denn es wäre doch nutzlos gewesen.

„Nein, deswegen sind wir nicht hier! Ich wollte Sie höflichst ersuchen, uns zu begleiten. Wir hätten da einige gar wichtige Fragen an Sie!“, säuselte ich seidig, dabei hatte ich meine Kapuze zurückgeschlagen, um mein aristokratisches Antlitz zu präsentieren.

„Bitte?“, kam es perplex von dem schrulligen alten Mann.

„Sie haben meinen Vater schon genau verstanden!“, schnarrte mein Sohn in schnippischer Manier und dann ging es rasant, als Draco seinen Stab zückte und ein nonverbaler, roter Stuporstrahl auf den verwirrten, alten Mann zuraste.

„Was… was?“, kam er noch dazu überrascht zu brabbeln, bevor ihn der rote Fluch traf und dafür sorgte, dass er umgehend das Bewusstsein verlor, worauf er unsanft in das hinter ihm stehende Regal prallte, das daraufhin bedenklich wackelte.

Sofort eilte Draco zu ihm und bückte sich, nahm den Zauberstab des Alten an sich und blickte mich dann gebückt an.

„Hier, bring ihn weg!“, flog auf ihn ein Handschuh zu, der von mir als Portschlüssel präpariert worden war und er packte den Ohnmächtigen. Sogleich war er von einer zur anderen Sekunde verschwunden, auf dem Weg in die Kerker des Manors.

Ich blickte mich zufrieden in diesem magischen Laden um und war froh, dass alles derart ruhig abgelaufen war. Nichts war zerstört worden, alles sah aus wie immer, als wäre der Besitzer einfach heimgegangen. So genoss ich meine Missionen, wenn es perfekt lief und keine Spuren auf eine Tat hindeuteten.

Zufrieden war ich bisher auch mit Draco, er hatte rasant gehandelt, ohne zu zögern, so wie man es erwarten sollte und niemand hatte bemerkt, was sich hier abgespielt hatte.

BUMMMM… BUMM…, erschallte es donnernd.

Diese ohrenbetäubende Explosion ließ mich herumwirbeln. Die Schaufensterscheiben erbebten und das Kreischen und Schreien der Menschen in der Diagon Alley war lärmend.

Ich verharrte kurz ruhig, trotz des Durcheinanders, um die Lage durch die Fensterscheiben des Ladens zu sondieren, da sie durchwegs als chaotisch beschrieben werden konnte.

Mit vor Wut zu Schlitzen verengten Augen erkannte ich, dass Rauch aus Florean Fortescues Eissalon, dem bunten, fröhlichen Platz, der seit langem nur noch schlecht besucht war, aufstieg. Im nächsten Moment erspähte ich durch zusammengekniffene Augen einen kleinen Trupp, sofort konzentrierte ich mich auf mein Dark Mark, erfühlte, welche Idioten da gerade wieder einen Radau veranstalten, der nicht autorisiert war.

Ich verzog verächtlich meine Gesichtszüge und zog mir die Kapuze entschlossen ins Gesicht und mit einem Wisch trug ich meine goldene DeathEatermaske, dann riss ich die Tür auf und eilte dem Chaos entgegen.

Ich war sauer, ich war wütend, aber ich war ruhig. Selbstsicher, autoritär und arrogant schritt ich auf die Blitze werfende Gruppe zu. Jetzt konnte sie mich durch die Rauchschwaden ausmachen und sogleich zuckten sie ungläubig bei meinem Anblick zusammen, auch wenn sie mein Antlitz nicht sehen konnten, so konnte man durchaus meine dunkelgrauen Augen ausmachen, die stechend scharf den Truppenführer durchbohrten.

Das laute, hämische Rufen und das gehässige Hetzen der DeathEater verstummten als man meine präsente Gestalt wahrnahm. Nur selten erschien ich noch persönlich in Natura bei Aktionen, umso nachhaltiger war es wenn ich mich doch mal zeigte.

Übergangslos und souverän packte ich in die krausen und viel zu langen Zotteln von Bellatrix und wand mir diese grob um die behandschuhte Hand, worauf sie gequält aufkreischte.

„Was planst du hier?“, wisperte ich leise. „Wo ist Fortescue?“, schüttelte ich ihr Haupt, da ich viel größer als sie war und sie plärrte schmerzerfüllt. „Was soll das?“, fauchte ich genervt als sie sich fing.

„Was denn? Mein herzallerliebster Schwager? Ich besorge dem Lord, was er begehrt!“, bekannte sie nun ketzerisch gegen mich gepresst mit ihrer schwachsinnigen Stimme, während langsam aber sicher die Auroren erschienen.

„Und du weißt, was er will?“, hisste ich ihr leise zu und zog noch etwas fester an ihrem krausen Haar, was sie quietschen ließ.

„Jaaaa… ich hörte, wie er Ollivander forderte! …“, erklärte sie rasch und ich zog noch einmal fester und sie schrie gepeinigt auf.

„Woher?“

„Bevor die Türen zugingen…“, säuselte sie glücklich und kicherte verrückt trotz der Schmerzen.

„Aber wieso Fortescue?“, forschte ich nach und erkannte die Verbindung, die diese verrückte Black zog nicht wirklich.

„Oh oh, die süße, kleine Bella hat da als Kind immer ein leckeres Eis gegessen und als ich meinen Zauberstab gekauft habe, erzählte mir der alte Eismacher ganz stolz, dass er sehr ENG mit dem alten Ollivander befreundet sei, was natürlich der Nähe der beiden Geschäft geschuldet ist, aber er erzählte auch, er kenne Ollivander sogar aus Hogwarts… als dieser nach Ravenclaw ging! Und so wie ich den Zauberstabmacher kenne, schadet es nicht, ihn mit dem Leben seines alten Freundes zu erpressen!“, verkündete sie nun kindlich stolz und ich rollte ob ihrer irren Art, gerade zu grinsen, die Augen.

„Wo hast du ihn hingebracht?“, fragte ich souverän und konnte ihrer verqueren Logik nicht mal etwas absprechen.

„In die Höhlen!“, bekannte sie und da vernahm ich schon das heranstürmende Fußgetrappel der Auroren, die sofort auf uns zu feuern begannen und so stieß ich Bellatrix grob von mir und sie ruderte plötzlich in der Luft mit den Armen, bevor sie unprätentiös auf ihrem Hintern landete.

Ich nützte mit einem dünnen Lächeln auf den versteckten Lippen den aufbrausenden Kampflärm, um zu apparieren und landete wieder am Ausgangspunkt in der Knockturn Alley. Rasch verschwand mein schwarzer, langer Mantel, denn darunter trug ich meinen enggeschnittenen, heute schwarzen, hochgeknöpften Gehrock und meine Maske löste sich ebenso auf.

Nun war ich wieder Lucius Malfoy, dem niemand nachsagen konnte, etwas Illegales zu tun. Ich war nicht gegangen, denn noch war ich hier nicht fertig. Ich wollte noch weiter beobachten und sprach einige Verschleierungs- und Ablenkungszauber auf meine Person, bevor ich mir einen Weg durch das enge Straßennetz bahnte.

Ich hatte diese irre Truppe ihrem Schicksal überlassen, weil sie ohne Befehl oder gar Erlaubnis gehandelt hatten. Sollte mir gleich sein, was mit ihnen geschah, da stand ich darüber, denn mein Augenmerk lag auf etwas anderem. Schließlich stoppte ich abrupt und nutzte geschmeidig meinen Schwung, um in einem herunterkommenden Hauseingang Schutz zu finden.

Dort vorne, am Eingang der Gasse, standen das Biest, augenscheinlich in Begleitung von Rodolphus, Scabior und Fenrir, wobei sich das Biest sowie Scabior am nahesten ans Geschehen herantrauten, da sie nicht gesucht wurden oder bekannt waren.

Das Getöse in der Diagon Alley wurde immer lauter, aber keiner von ihnen machte den Eindruck, eingreifen zu wollen.

So kannte ich diese Truppe, der Zusammenhalt war herzergreifend. Als sich das Biest leicht zurückzog, schaute sie hinter sich und ich war konsterniert und dachte, sie würde mich ausmachen, doch dann bemerkte ich selbst, was ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Mehrere Menschen huschten gut getarnt auf die Rückseite von Ollivanders Laden zu, darunter war doch tatsächlich einer. unter dessen Kapuze etwas wie sehr hellblond wirkendes Haar hervorschaute, als ihm die Kopfbedeckung leicht verrutschte und bei einem anderen dachte ich, eine verdächtige Rotschattierung auszumachen.

Somit beobachteten wir beide, das Biest und ich, augenscheinlich, Draco und seine Komplizen. Sie nützten das Tohuwabohu aus. Eins musste man ihnen lassen, sie waren schnell, denn nach nur 5 Minuten bemerkte ich, wie sie ihre Köpfe wieder aus der Hintergasse steckten und im gleichen Augenblick trat Rodolphus seinen Rückweg zusammen mit Fenrir an, weil sie anscheinend die Schlacht langweilte.

Ich hatte den eindeutig exponierten Platz und von dort aus alles im Blick, aber auch das Biest schien alles genau beobachten zu können und so konnte ich im nächsten Moment sehen, wie sie zu Scabior, Fenrir und Rodolphus eilte und sich den beiden letzteren mehr oder weniger an den Hals warf, während Draco dadurch weiter unbehelligt seinen Raubzug fortführen konnte. Doch ihr durchaus aktiver Einsatz, wie sie die beiden ablenkte, gefiel mir ganz und gar nicht.

„Mein Guter, du überlässt dein treues Weib dem Mob! Und du Fenrir, so leicht lässt du dir dein kleines Lustmädchen nehmen? Wo ist eure Kollegialität?“, fragte sie dann aufreizend gehässig, mittlerweile dauerte das Gefecht so lange, dass die Auroren es sogar geschafft hatten, einen Anti-Apparierfluch zu zaubern, der zwar nur auf ein kleines Stück der Ladenzeile begrenzt war, aber immer noch eine Flucht der Zauberstabdiebe verhinderte.

„Das sagt die Richtige!“, ätzte Fenrir in Anspielung darauf, dass sie ihn in der Gasse damals auch im Stich gelassen hatte.

„Ach, bist du nachtragend!“, tat sie lapidar ab und stöhnte dann.

„Also, ihr werdet nicht die Kavallerie auspacken? Was habt ihr dann vor?“, fragte sie provokant.

„Hier warten!“, „Neee, ich geh zurück was trinken!“, brummte es ihr entgegen nur einer schwieg.

„Und wenn ich mitmische, schaut ihr dann zu?“, kokettierte sie verrucht und alle drei himmelten sie und ihre aufreizende Art an. Sie wollte sich wirklich ins Gefecht werfen, nur damit die anderen drei verschwinden konnten? Ich wusste nicht, ob ich so viel Mut bewundern oder verurteilen sollte.

Die Kakophonie des Kampflärms war nicht mehr zu überhören. Es war eine blutige Auseinandersetzung um Leben und Tod, dank Bellatrix‘ Beteiligung.

„Warum solltest du das tun?“, raunte Fenrir skeptisch und sie grinste frech, wedelte mit dem Stab vor ihrem Gesicht und schon blickte eine eiskalte Maske zu ihnen, während sie ihre Kapuze noch tiefer zog. Sie ging gar nicht auf die Frage ein, sondern drehte auf dem Absatz um und stürmte davon. Die drei Männer waren derart perplex, dass sie Sekunden brauchten, bis sie verstanden, dass das Biest das ernst meinte und sie sich soeben zu ihrer erklärten Todfeindin ins Getümmel warf.

Der diebischen Bande stand der Unglauben ins Gesicht geschrieben, keiner der drei hatte geglaubt, dass sie sich derart für Bellatrix in Gefahr begab, ich auch nicht, aber im Gegenzug zu diesen hatte ich sehr wohl ihr Antlitz beobachtet, bevor sie sich die Maske anzaubert hatte.

Sie hatte es genossen. Sie hatte es fast nicht erwarten können, sich dort ins Gefecht zu werfen. Wenn tat sie es auch für den Spaß an der Sache. Draco reagierte rasch. Er bedeutete seinen Kumpanen, sofort das Weite zu suchen, was diese mit scheinbar magisch vergrößerten Taschen auch taten, während mein Sohn seinen Kapuze zurechtrückte und dann geschmeidig auf die verständnislose Gruppe an Männern zu schlenderte, die alle gebannt in die Diagon Alley starrten, um auch nichts von dem Geschehen, das sich dort abspielte, zu verpassen. „Na, was verpasse ich?“, fragte mein Sohn lässig, während ich aufgrund eines Zauber mehr als gut lauschen konnte.

„Junior!“, rief Scabior erheitert und mir tat Draco ja fast leid, wegen des langen Schattens, den ich und auch Severus warfen, als er langsam sein Haupt über diese demütigende Begrüßung schüttelte.

„Was soll das werden…?“, echote Draco sichtbar entsetzt als er um die Ecke linste. Offenbar ging es hoch her, aber diese Sichtweise ergab sich mir nicht.

„Spaß…“, „Ja, schau hin!“, „Das passiert, wenn Wahn und Logik aufeinandertreffen!“, echoten die Männer und ich verfluchte gerade meinen schlechten Platz. „Ja, episch!“, „Da wird man rattenscharf…“

Aber gerade als ich mich entschloss, meine Position aufgeben zu wollen, passierte es und die Gruppe um Bellatrix rannte angeführt von dem Biest um die Ecke, brach durch, während das Biest mit glitzernden, braunfunkelten Augen voranlief. Nachfolgend trugen zwei DeathEater aus Bellatrix‘ Trupp einen verwundeten Mann, während sie augenscheinlich einen zurückließen, der vielleicht schon tot war. Bellatrix schickte laut kreischend Flüche und selbst die Beobachter um meinen Sohn herum nahmen nun die Füße in die Hand und sahen zu, dass sie in dem Gewirr der Gasse verschwanden.

Auf der Flucht streifte der Mantel des Biestes mich fast. Ihr Anzug war etwas angesengt und sie hatte einen Cut am Oberschenkel, aber ansonsten schien sie heil zu sein. Meine Zauber hielten, denn keiner entdeckte mich, als sie an mir vorbei eilten. Selbst als Draco mit den anderen dazukam und sie schlussendlich apparierten, blieb ich unentdeckt. Ich blickte ihnen versonnen nach, bevor ich nun auch den Weg gemessenen Schrittes zurücklegte, damit auch ich apparieren konnte.

„Ich dachte, deine Zeit ist zu kostbar um zu spionieren!“, stoppte mich die ölige Stimme, die vor Hohn nur so triefte.

Langsam wandte ich mich um, schließlich hatte jeder gesehen, dass Lucius Malfoy ebenso wie Severus Snape nichts mit dem Durcheinander in der Diagon Alley zu schaffen hatten, also verhielten wir uns auch nicht wie Verdächtige, sondern wie besorgte Mitbürger, die soeben unerwartet von dem Kampf überrascht worden waren.

„Was konntest du beobachten?“, fragte ich distanziert, ahnend, dass sein Blickwinkel ein anderer gewesen sein könnte.

„Ich… mehr als du, auf alle Fälle!“, weidete er sich an meiner Frage „Na gut, ich war in der Diagon Alley!“, bekannte er nun genüsslich und ich lüpfte einen elegante Braue.

„Wollen wir eine Kleinigkeit im Henker trinken gehen?“, bot ich samtig an und unterstrich dies mit einer auffordernden Geste.

„Wie immer du wünschst!“, nahm er sarkastisch grinsend an und folgte mir wie der Schatten, der er war.
Lucius Sicht ende

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BeitragThema: 377. „Willst du mich nehmen, mich lieben und ehren?“   Mo Mai 27, 2013 6:49 am

377. Kapitel „Willst du mich nehmen, mich lieben und ehren?“


Severus Sicht

Es war erhellend, ich war auf dem Weg, mir meine seltenen Zutaten aus der Apotheke zu besorgen und geriet mitten in einen Kleinkrieg.

Da war man wahrlich mal ganz unschuldig unterwegs und dann so was. Es war, als würde ich so etwas anziehen, Dramatik pur!

Gerade zerlegte ein wildgewordener Trupp den Eissalon und ich glaubte, meinen übermüdeten, übernächtigten und rotgeäderten Augen nicht zu trauen, als ich eine wahrhaft herrschaftliche Erscheinung in souveräner Ruhe zu dem Chaos schreiten sah. Aber ich fantasierte noch nicht, es war ER, wie ER dann schließlich Bellatrix demütigte, indem er sie grob an ihrem Schopf packte und nur mit einer Hand beherrschte. Es war erfüllend, dies zu beobachten.

Wenn ich etwas an Lucius mochte, dann seine dominierende, charismatische und souveräne Erscheinung und wie er es schaffte, andere mit nur wenig Aufwand einzuschüchtern und zu Tode zu ängstigen.

Aber leider wusste jene dort und auch Bellatrix nur zu gut, dass sie bei Lucius auch ganz schnell in seinem Folterkerker landen konnten, schließlich war sie letztens in seinem Salon, mit seinem Cruciatus, noch gut davongekommen.

Lucius mochte diesen Folterfluch nicht so gerne, da er an seiner Effektivität zweifelte, ein Paradoxon an sich, weil der Fluch einem die körperlichen Schmerzen nur suggerierte, ohne die damit einhergehenden Verletzungen und gerade die waren es doch, auf die Lucius es absah.

Verständlich also, dass dieser Fluch nicht sein bevorzugter war, da er weniger Genugtuung daraus ziehen konnte.

Daran erkannte man auch, Lucius war ein Widerspruch in sich selbst, natürlich war sein Cruciatus stark, denn wenn er diesen Fluch anwandte, stand seinem Vorhaben, jemandem Qualen zuzufügen, nichts im Wege, aber er hatte keine sadistische Freude daran, zu erleben, wie sich seine Opfer vor ihm zu Füßen wanden, er fand es schlicht einfallslos!

Es reichte ihm nicht, dass sich ihr Leid nur in ihren Gedanken abspielte. Er war ein Visionär und wollte es visuell vor sich haben, um mitfühlen zu können, was seine Opfer erlebten, natürlich zeigte einem dies sehr offensichtlich und sehr deutlich, welche Defizite er hatte, was Emotionen betraf, aber es erklärte auch seine mannigfaltigen Ideen.

Es war für ihn ungenügend, dass die Opfer genau genommen körperlich unversehrt wegkriechen konnten, wenn man seinen Zauberstab senkte.

Gerade schleuderte er Bellatrix von sich um umgehend zu verschwinden, anscheinend überließ er sie sich selbst, während nun die Auroren, gewandet in ihren roten Umhängen, mit gezückten Stäben herangestürmt kamen. Sie legten sofort los und verwandelten die Diagon Alley in ein Schlachtfeld. Die flüchtenden Einkaufenden trugen zusätzlich dazu bei, während ich in dem Seiteneingang gespannt verharrte und mir die Kämpfe ansah.

Dann passierte etwas, was sich meinem Verständnis entzog. Die Auroren schafften es tatsächlich, die DeathEater zu bedrängen, doch dann stürmte eine filigrane und sehr zierliche Figur mit flatterndem Mantel in die kämpfende Menge.

Kurz dachte ich, dass meine trügerischen Augen mir einen halluzinativen Streich spielten, denn welchen unvorstellbaren Grund sollte das Biest haben, der wildgewordenen, aber unterlegenen Bellatrix zu helfen?

Sie wurde wie selbstverständlich in der Gruppe aufgenommen und kämpfte herzhaft mit, wenngleich sich nun das Kräfteverhältnis wieder veränderte und die Auroren ins Hintertreffen gerieten.

Eines musste man ihr lassen, sie bewegte sich rasch, verharrte nie zu lange an einem Ort und wirbelte wie ein Orkan von Stelle zu Stelle, dabei blieb sie stets in Bewegung und bückte sich auch, wenn sie schoss oder rollte sich ab, anders als Bellatrix, die einfach verrückt durch das Bild hüpfte und wüst ihre Zauber brüllte, obschon auch dies durchaus seinen Effekt hatte.

Als aber erneut ein Trupp von Auroren heranstürmte wurde es eng für die Gruppe und das Biest, das gerade unter Beschuss geriet, sah sich gezwungen, während einer Rolle vorwärts einen Druckwellenfluch gegen die Agitatoren zu schleudern. Dann schleuderte sie auch noch im Flug ihren Dolch gezielt auf einen der Auroren, der laut kreischend und getroffen zu Boden ging. Dieser Zustand sorgte unter den Auroren für Unruhe, da die Klinge des Dolches tief in seinen Oberschenkel eingedrungen war.

Natürlich hätte sie ihn töten können, aber sie hatte es absichtlich nicht getan. Sie rollte geschmeidig ab, um davonzurennen . Gehetzt lief sie aufgrund der Überzahl aufgebend weg, jedoch nicht ohne ihren Dolch magisch wieder zu sich zu rufen, der mit einem widerlich schmatzenden Geräusch rücksichtslos und von lautem Gejaule begleitet aus dem Bein des Aurors gerissen wurde, dabei spritzte das Blut dunkelrot im hohen Bogen aus der tiefen Wunde. Sie war sich nicht zu schade, zu flüchten und achtete nicht darauf, ob die anderen DeathEater ihr folgten oder nicht, etwas was diese aber taten, denn auch sie hatten die Ausweglosigkeit ihrer Situation erkannt. Sie hatten eh einen Mann verloren, der von einer Mauer erschlagen worden war und zwei Verletzte im Schlepptau, wenngleich ihr Schnitt damit besser war, als der der Auroren.

Rasch verließ ich mein Versteck und eilte hinterher, ließ damit auch das Schlachtfeld hinter mir, um dann noch einmal überrascht zu werden und Lucius zu stellen, der spionierte. Er beorderte mich zu einem Drink, wobei ich ihm meine Sichtweise darstellen musste. Er lauschte andächtig, ihm schien ihr Vorgehen zuzusagen, wenngleich sich mir noch immer nicht ihr Grund erschloss, bis er sich netter Weise dazu herabließ, mich sehr generös darüber aufzuklären, was mir entgangen war.

Angesichts dessen was ich erfuhr, musste ich sagen, ihr Eingreifen passte zu ihr. Ich knirschte mit den Zähnen, denn ich hasste das. Früher hatte ich immer angenommen, dass Potter und Weasley für diese hirnrissigen Pläne und übermütigen Ideen zuständig waren, sich einfach in eine vertrackte Situation zu werfen, aber seitdem ich sie kannte, hatte ich meinen fulminanten Irrtum erkannt und meine Ansichten revidiert!

SIE war schuld! Wie immer! An allem!

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Verdammt, verdammt, verdammt!

Das war doch alles Schrott. Ich humpelte gerade zur Zimmertür herein. Zu ärgerlich, ich hatte nicht nur eine Verletzung am Oberschenkel, nein, ich hatte mir auch noch den Fuß verstaucht, als ich um die Ecke des Apparierplatzes gebogen war.

So schnell es ging, war ich magisch verschwunden und dann unsanft im Foyer aufgekommen und jetzt kämpfte ich mich in meine Räume. Leidlich verzogen sich meine Züge vor Schmerz, während ich in mein Schlafzimmer humpelte.

Ich zerrte ruckartig meine Stiefel von den Füßen, wobei ich kurz wimmerte. Scheiße, tat der rechte Knöchel, der immer dicker anschwoll, weh.

Daraufhin begann ich, mir die verrauchten, verrußten, verschwitzten und dreckigen Klamotten vom Leib zu reißen.

Ich beobachtete mich dabei im bodentiefen Spiegel und konnte es nicht fassen, dass ich Seite an Seite mit dieser irren Schnepfe gekämpft hatte, mit der Frau, die Sirius auf dem Gewissen hatte!

Ein Gedanke, den ich nur sehr selten zuließ, da ich mir für Sirius durchaus etwas anderes gewünscht hätte als diesen zu raschen Abgang vor 2 Jahren.


Als ich dann endlich vollständig nackt dastand, bemerkte ich, wie doch ein Lächeln an meinen Mundwinkeln zupfte, dann berührte ich vorsichtig einen blauen Fleck an meiner linken Hüfte, der gerade richtig schön erblühte, um dann das klaffende Loch an meinem Oberschenkel zu bewundern. Das Blut rann an meiner weißen Haut herab und ich zauberte rasch einen Episkey auf die Wunde und es ziepte, zog und schmerzte schon arg, als die Blutung langsam stoppte, bevor ich wieder leicht schmunzelte, denn trotz allem war es lustig gewesen und hatte die Männer effektiv von allem abgelenkt, was sie nicht hatten bemerken sollen. Somit hatte Draco mit den Twins tun können, was auch immer sie vorhatten.

Ich verstand zwar noch nicht so ganz, was sie in Ollivanders Laden zu schaffen gehabt hatten, wenngleich mir die Worte des Lords noch in den Ohren klangen, dass er eben jenen Zauberstabmacher begehrte, aber ich dachte mir, dass ich es bald erfahren würde, während ich nun ins Bad humpelte, um im warmen und wohltuenden Wasser zu versinken. Später konnte ich den Knöchel noch immer heilen, aber erst musste der Dreck von mir runter, das war ganz wichtig!

Danach ging es mir wesentlich besser und nach einigen Zaubern, einem Trank und einer Salbe beruhigte sich auch mein Knöchel wieder und ich fiel mehr tot als lebendig ins Bett. Natürlich bemerkte ich, dass sich die Tür insgesamt 3 Mal an diesem Abend öffnete und schloss, aber das war mir gerade so was von egal, denn ich wollte schlafen und ich würde schlafen, dies waren meine letzten, sehr sturen Gedanken, bevor ich tief und fest einschlief.

Der nächste Morgen begann verheißungsvoll, nämlich zu spät!

Was bedeutete, dass ich mir sicher war, dass kein Frühstück mehr stattfand, etwas was mir durchaus recht war und als ich aus dem Bett sprang, ging es auch mit meinem Fuß. Ein kleiner, sehr feiner Schmerz zuckte zwar noch durch meinen Körper, aber mehr nicht. Dieser Schmerz sorgte aber dafür, dass ich mir zu meinem frühlingshaften Kleid flache Schuhe leistete und leicht humpelte.

Ich wollte mir gar nicht ausmalen, was gerade bei den DeathEatern los war, nachdem das mit dem Überfall auf die Wilkins‘ rauskam. Ich begab mich gut gelaunt in die Bibliothek. Ähnlich wie in Hogwarts vermittelte mir dieser riesige, mit herrlichen alten Büchern angefüllte Raum eine unglaublich prächtige Ruhe.

Ich beschloss, Draco über meine Erfahrungen einen Bericht zu schreiben, sprich über Wilkins und hinzuzufügen, dass ich gerne mehr über die mysteriösen Männer erfahren wollte. Dazu kam auch noch, dass Dolohow den Überfall der Rechten Hand melden würde und ich auf dessen Reaktion gespannt war!

Als letztes berichtete ich Draco, dass ich rausgefunden hatte, dass Crabbe und Goyle die Truppen anführten, welche die magischen Dörfer angriffen, zu denen noch mindestens Rookwood und Rosier dazugehörten.

Geschäftig arbeitete ich mich durch die Briefe und mein Ps. hatte es in sich, denn natürlich wollte ich wissen, was das alles mit Garrick Ollivander, dem Zauberstabmacher, auf sich hatte.

Zu guter Letzt versiegelte und verzauberte ich den Brief, sodass wirklich nur Draco ihn würde lesen können, denn die Informationen waren doch sehr delikat.

Ich genoss es wieder mal, entspannt und ohne Hetze, gedankenverloren die Buchreihen entlang zu gehen und mit den Fingerspitzen über die prächtigen Buchrücken zu gleiten, dabei inhalierte ich diesen ganz eigenen Duft nach Leder, Pergament und Tinte.

Doch dann stoppte ich und rief mich zur Ordnung, schließlich war ich nicht zum Spaß an der Freude hier, leider. Ich bückte mich, als ich an der richtigen Stelle angekommen war, zog die dicken Schinken hervor und tat mir minimal leid, mit was für unmöglichem Unsinn ich mich nun befassen musste.

ABER ich hatte es bewusst keinem aus dem Cottage aufgetragen und das aus mehreren, guten Gründen.

Ich wollte, dass Harry die richtige Hochzeit bekam und wie bei den Muggeln gab es auch hier mehrfache Möglichkeiten und ich wusste, er würde es zu schätzen wissen, wenn ich mich darum persönlich kümmerte.

Aber das Wichtigste war, eben weil die Hochzeit im Cottage stattfinden und Harry der Bräutigam sein würde, dass es ein Sicherheitsrisiko gewesen wäre, Harry etwas organisieren zu lassen und deshalb gingen die Verhandlungen wegen dem Druiden und Rangok nur über mich. In dieser Beziehung traute ich niemandem, das war einfach zu gefährlich und ich zu paranoid.

Ich hing jetzt über einer Flut von Folianten, die alle wild aufgeschlagen um mich herum lagen und kämpfte mich durch diese öden Rituale, die alle etwas anderes bedeuteten!

Ein anderes Wort, eine andere Bedeutung und Schwupps galt der Schwur anders, das war gemeingefährlich!

Heiraten war wahrlich brandgefährlich, das erkannte ich gerade mit einem Magengrummeln und ich bewunderte Alicia und Flint für ihren hochtrabenden Mut, ihre schmalzigen Schwüre zum Besten zu geben. Was sie da getan hatten war sprichwörtlich IRRE!

Ich tendierte ja dazu, zu sagen, entweder NIE heiraten oder aber dabei so wenig wie möglich zu sagen, das war das Schlaueste! Sprich ein kurzes, kleines und sehr schmerzloses JA müsste von meiner Seite ausreichen, denn einen ellenlangen Schwur, der einen auf unsägliche Weise an das Schicksal und an einen zweiten Menschen band, fand ich dann doch sehr leichtsinnig!

Auch fand ich es mehr als bedenklich, dass sich Zauberer es zur Aufgabe gemacht hatten, Bücher, Bände mit den verschiedenen Abarten der Schwüre zu füllen! Das war brutal!

Warum ging es nicht auch einfach? Ich stöhnte leidlich und notierte hier und da ein Ritual, verwarf das Nächste als total inakzeptabel und war kurz davor, ein besonders bescheuertes Buch an die Wand zu donnern, da mir dieses doch sehr mittelalterlich erschien!

In diesem verachtenswerten Schinken, der hübsch anzusehen war in dem goldenen Einband, ging es um Endogamie und Konnubium! Grässlich altertümlich und veraltet für ein Muggelmädchen wie mich, ich schüttelte mich über diese schändlichen Entdeckungen.

Schließlich kam mir ein Gedanke. Gab es vielleicht eine gewisse Zeremonie, an die sich die Malfoys hielten? Nach welchem Ritus hatten wohl Narcissa Black und Lucius Malfoy vor langer Zeit geheiratet? Das hätte mich ja mal brennend interessiert und natürlich war es so, wenn man vom Teufel sprach, tauchte er auch auf. Und dabei wollten wir bitte auch mein unbeschreibliches Glück nicht aus den Augen verlieren!

„Was tust du denn hier, Liebes? Umräumen? Gefiel dir die Ordnung nicht?“, ruckte ich bei dieser distinguierten Stimme hoch und herum, während er lässig in seinem weinroten, engen Gehrock auf mich zuschritt.

Dabei sah er fantastisch souverän aus, ein Umstand, der ihm gegenwärtig war, da er mir ein maliziöses Lächeln schenkte und ich wieder zu meinem Arbeitsplatz an dem langen Mitteltisch herumwirbelte und erkennen musste, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, diesen sehr großen Tisch fast vollständig mit offenen Büchern zu bedecken.

Fast ertappt trat ich zurück, da ich nicht gesessen sondern über die Bücher gebeugt dagestanden hatte, immer bereit, einem neuen Querverweis nachzugehen.

„Äh… nein, Lucius, was tust du denn hier? Komm, wollen wir eine Kleinigkeit zu uns nehmen?“, fasste ich mich rasch und wollte schon auf ihn zueilen, um ihn von meiner Lektüre fernzuhalten, als mich ein harter, strafender Ausdruck aus diesen silbrig grauen Augen traf, die zeigten, für wie plump er meinen Versuch erachtete, ihn davon fernhalten zu wollen. Dann trat er auch schon an den Tisch und deutete mit dem silbrigen Schlangenkopf seines Gehstockes auf eine der aufgeschlagenen Seiten.

Beim Überfliegen ging seine aristokratische und akkurate, hellblonde, fast weiße Augenbraue ein Stück in die Höhe.

„Du überlegst, zu heiraten?“, echote er ungläubig, aber sehr gefasst und nahm mich wieder fest in seinen Blick, während ich nur sehr lässig mit den Schultern zuckte. „Ahh… und wen? Wenn man fragen darf? Auf wen fällt denn deine Wahl?“, kam es nun sehr süßlich, aber auch sehr unnachgiebig von ihm und ich verteufelte doch mein Glück.

„Lucius, das…!“, machte ich eine hilflose Geste zu meiner Recherche, da gerade sein Schlangenkopf das Papier unter dessen Giftzähnen festnagelte und er es mit einer lasziven Geste zu sich zog und seine Augen darüber huschten. Beim Lesen umspielte ein fast amüsierter Zug seine Mundwinkel.

„Eine sehr eigenwillige Wahl, die du da triffst! Du weißt schon, dass, wenn man sich entscheidet, jemanden zu ehelichen, man sich nicht 1.000 Hintertüren offen halten kann? Dann könnte man es auch gleich lassen! Deine Auswahl zeugt von einer gewissen… Torschlusspanik?“, spottete er ungemein freundlich und sah nun süffisant zu mir, während ich versuchte, mich reglos zu verhalten.

„Lucius, das ist nicht so, also schon, ich… ich wusste gar nicht, dass es so ein magisches Thema überhaupt gibt. Ich bin über ein paar Bücher gestolpert und je mehr ich las, desto fassungsloser war ich und hier, hier… dieses Buch hier!“, wühlte ich erregt in dem Stapel und fand das frivole Ding, das ich doch tatsächlich am liebsten lieber vernichten wollte und hielt es anklagend hoch, „das hier sollte verboten werden! Ich fand es interessant und wollte forschen!“

„Aha, forschen nach einer Auswahl?“, fragte er scheußlich blasiert und klang dabei schrecklich lauernd, als sich plötzlich seine Augen verengten und er das Buch in meinen Händen doch genauer besah und dann auf einmal eines seiner seltenen, aber echten Lacher ausstieß, ein Ton, der es schaffte, dass mir sofort heiß und kalt zugleich wurde und ein Umstand, den mein Kleid leider nicht verbergen konnte, schon gar nicht bei dem Raubtier, das Lucius war.

So glitt er auch schon geschmeidig, wie ein Tier auf der Jagd, zu mir und ich wich einem Instinkt folgend sofort zurück, da mir das Thema an sich mehr als unangenehm war und gleichzeitig gefiel mir Lucius‘ lauernder Blick überhaupt nicht. Leider endete jeder Raum, so auch dieser, weswegen irgendwann mein Rücken recht unsanft mit einem Regal Bekanntschaft machte. Unterdessen spiegelte sich Lucius‘ Amüsement in seinen so einmaligen Augen wieder, während er kurz vor mir stoppte und sich dann sehr affektiert das Buch aus meinen schlaffen Fingern schnappte.

Ich hatte keine Angst vor ihm, aber dieses Thema war eine brandgefährliche Sache, hatte ich das schon mal gesagt? Na, wie auch immer und ich traute Lucius nur soweit ich ihn werfen konnte und das war wahrlich nicht weit.

„Ah… das ist die Malfoy-Bibel! Hier, schau…“, flüsterte er eindringlich, dann blätterte er in dem prächtigen Buch mit den „dreckigen“ Seiten herum, bis er das Kapitel gefunden hatte, das er suchte, denn dann hielt er es mir hin. „Da, das da ist der Schwur, den wir Malfoys seit Jahrhunderten unseren Bräuten geben!“, verkündete er samtig.

Das war so klar gewesen, klarer ging es nicht mehr, dachte ich geschlagen, klappte kurz die Augen zu und schloss Lucius‘ starke, provokante Präsenz vor mir aus.

In diesem Werk ging es, wie vorhin gesagt, um die Endogamie, hierbei wurde auch die Ehe innerhalb einer bestimmten Gruppe gefordert, sodass man nur jemanden aus den eigenen Reihen heiratete. Ein durch und durch rassistischer Gedanke, selbst wenn man es großzügig auslegte, schloss es nur die Muggel und eventuell noch die Squibs aus. Die Muggelgeborenen wurden nicht sofort verurteilt, da man hier die Partner nur unter magischem Aspekt betrachtete.

Hexe blieb halt an sich doch Hexe, egal welches Blut!

Dem folgte eine Abhandlung über das Konnubium, eine Bezeichnung für die Verbindung zwischen ursprünglich voneinander abgegrenzten, gesellschaftlichen Gruppen durch Heirat, beispielsweise zwischen Reinblütern und gesellschaftlich aufgestiegenen Halfbloods, oder auch Mudbloods. Das Konnubium galt als wichtiger Indikator für Annäherung und gegenseitige Anerkennung beider Gruppen. Bezogen auf einzelne Familien galt es als Maßstab für die soziale Stellung einer Familie.

Wobei dies selbst bei den Malfoys nur selten vorkam, da sie oft genug das sogenannte „geschlossene“ Konnubium betrieben, also Heiraten nur in der eigenen, sozialen Gruppe. Sie nützten die Eheschließung, um sich gegenüber anderen Gruppen abzugrenzen.

„Was ist? Gefällt dir der Spruch zu unserem Ehegelöbnis nicht? Ich muss sagen, ich fand ihn Narcissa gegenüber prächtig passend! Moment, du scheinst etwas angegriffen, ich lese es dir vor!“, bot er schrecklich spöttisch an und da ich noch immer die Augen geschlossen hielt, nahm er wieder das Buch, dann holte er Luft, um sogleich mit dieser so beherrschenden Stimme die aussagekräftigen Zeilen des Sakraments vorzulesen:

„Also nehme ich dich, „Narcissa“, um dich zu haben, zu besitzen und zu bewahren. Ich werde dir als meiner Frau geben, was dir gebührt, dich leiten und dir Halt bieten. Ich schwöre, unsere Familie zu schützen, wie ich auch alles schütze was mir gehört, in guten und in schlechten Zeiten, im Glück und im Unglück, bei Tage und bei Nacht, in Krankheit und Gesundheit, denn ich gelobe dies vor der Magie. Ich werde auf ewig auf dich achten, bis dass der Tod uns scheidet“, erfüllte sein Versprechen, das er seiner ehemaligen Frau gegeben hatte, die Bibliothek, während ich noch immer die Augen geschlossen hielt und es leise von dem umblätternden Pergament raschelte und er luftholte, um fortzufahren:

„Ich werde dir treu und untertan sein, „Lucius“ und ich werde ehrlich zu dir sein. Ich werde dich respektieren und dir vertrauen, dir helfen, dir zuhören und für dich sorgen. Ich werde mein Leben mit dir teilen, in der Fülle der Reinheit und im Mangel der Magie. Ich werde unsere Traditionen ehren und ihrer Einhaltung und Fortführung dienen, sowie ich meiner Familie stets dienlich sei. Ich werde dir vergeben, gehst du fehl, denn sollte ich straucheln und fehl gehen, mögest du und die Magie mich strafen und auf den lichten Weg zurückführen.“

Ich schluckte, als ich diese so völlig anderen Trauformeln als die in Dublin vernahm, während ich ihn leise seufzen hörte und rasch die Augen aufschlug.

„Mhm… das war ein grauenhafter Tag!“, resümierte er sinnierend und man war tatsächlich versucht, dem schönen Mann tröstend die Hand auf den Arm zu legen.

„Das sind grauenhafte Sprüche!“, hauchte ich tief entsetzt.

„Na, dass sie dir nicht gefallen, glaub ich dir aufs Wort!“, kam es ungewohnt locker von Lucius und er grinste mich doch tatsächlich frech und jugendlich wirkend an. „Aber wahrlich praktisch, denn so ist die Gemahlin ihrem Gemahl untertan - wie es in der Trauungsformel heißt. Der Gatte, also ich, besaß somit die Vormundschaft über die Frau, was sich besonders auf Rechtsangelegenheiten auswirkt. Das war zu der Zeit wahrlich von Nöten, denn damit hatte ich, also der Ehemann, allein das Nutzungsrecht des ehelichen Vermögens, das natürlich auch ihre Mitgift mit einschloss!“

„Wow, da freut man sich wahrlich, wenn man dich heiraten soll…“, ging mein Sarkasmus mit mir durch und ich schüttelte sichtbar konsterniert mein Haupt.

„Soll das eine Einladung sein?“, wisperte er zweideutig und etwas nicht zu Benennendes leuchtete in seinen grauen Augen auf, das es schaffte, mir doch Angst zu machen.

„Göttin bewahre… das ist nicht witzig, Lucius!“, rief ich erschrocken aus und schubste ihn grob von mir weg, flüchtete aus der Beengung und hastete etwas von ihm weg.

„Naja, beim ersten Mal vielleicht nicht, aber man gewöhnt sich daran, beim zweiten Mal fällt es wesentlich leichter…“, kam er wieder zu mir und teilte mir dies enervierend jovial mit.

„Deine Art von Humor hätte ich gerne!“, ätzte ich zurück.

„Das kommt mit dem Alter!“, entgegnete er salopp und seine Augenbraue ruckte ironisch in die Höhe.

„Wahrlich, dann kein Wunder, dass du schon so alt bist!“, giftete ich, aber er schien ungewohnt locker darüber zu stehen, dass ich ihn derart harsch anfuhr, denn er reagierte lediglich mit einem nachsichtigen Lächeln.

„Lucius… mal ernsthaft, wie hat der Lord auf die Information über die Wilkins Familie reagiert?“, schlug ich ein unverfängliches Thema an.

„Ohhh und ich begann mich schon zu wundern, dass du deine unbändige Neugierde derart lange unterdrücken konntest, wobei ich darüber informiert bin, dass du erstaunlicherweise live dabei warst!“, grinste er recht maliziös.

„Korrekt! Dolohow war ja bei dir!“, schob ich schnell sehr unschuldig hinterher. „Erzählst du mir, was du weißt?“, bat ich rasch und zog eine leichte Schnute.

„Immer so neugierig, naja, der Abend wurde beim Lord für mich und Severus noch etwas länger… aber ja, der Lord zeigt sich erfreut!“, bekannte er mit seidiger Tonlage und sein unbewegtes Augenmerk lag auf mir.

„Erfreut? Warum? Unbekannte haben eine Familie angegriffen!“, echote ich ungläubig.

„Tja, wohl wahr, aber die Wilkins‘ gehörten nicht in den Schoß der Familie der DeathEater… verkenne nicht den Lord, wären sie DeathEater, wäre sein Zorn gar gefährlich, aber so ist er eher erfreut, auf diese Weise neuen Zuwachs erwarten zu können, da sich zum Beispiel Leute wie die Wilkins‘ Schutz von uns erhoffen!“, erklärte er bereitwillig und fasste mich ungewohnt ernst ins Visier.

Und ich erkannte die Crux an der ganzen Sache, dass wir dem Lord und den DeathEatern gerade in die Hände spielten, aber ich hätte auch keinen anderen Ausweg für Ella gesehen als diesen.

„Dann ist der Lord erfreut?“, entschlüpfte es mir fassungslos.

„Nicht nur das, er ist auch erfreut, da wir seinen Auftrag zu seiner Zufriedenheit erfüllt haben und sich nun Ollivander in unserer Hand befindet…“, erklärte er weiter und meine Augen weiteten sich.

„Wo? Hier?“, fragte ich rasch hinterher und mein Blick huschte zum Boden, worauf er nur die Augenbraue lüpfte, was mir fast Antwort genug war.

„Ach… auch egal…“, winkte ich eilig ab und erntete nur das skeptische Schieflegen seines Hauptes. „Und was sagte er zu Bellatrix‘ Überfall auf den Eissalon?“

„Oh, nichts, er legt dies in meine Hände! Sie rechtfertigte sich damit, dass Ollivander und Fortunes miteinander befreundet sind!“, gab er überraschend bereitwillig Auskunft.

„Und wo ist Fortunes?“, kam ich mir wahrlich bescheuert vor, dass ich derart vorsichtig jedes Detail erfragen musste.

„Den hat sie vor dem ganzen Chaos von einem ihrer Männer in die Höhlen transportieren lassen!“, schmunzelte Lucius sehr wohl, der genau erkannte, dass ich ablenkte und mich zu meinem Leidwesen durchschaute.

„Ohhhh…“

„Ja und der Lord freut sich sehr über deine Einmischung, er hat uns einen Vortrag über Zusammenhalt gehalten und mir und Severus aufgetragen, dies unseren Kameraden näherzubringen…“, führte er weiter aus und sein Lächeln wurde immer hinterlistiger.

„Ohhhh…“, entschlüpfte es mir abermals, das hatte ich eigentlich nicht vorgehabt.

„Ja, sehr eloquent von dir, aber im Namen des Lords, fühl dich von mir gelobt!“, goss er seinen beißenden Spott über mich aus. „Mal ernsthaft, Hermione, wer heiratet?“, fragte er weiter und ich kam damit vom Regen in die Traufe, weil er zum fulminanten Gegenschlag ausholte und mir wegen dieser Ernsthaftigkeit seiner Tonlage der Mund aufklappte.

„Lucius, kommst du nun?“, fauchte urplötzlich Severus, der in der Bibliothek auftauchte und in seiner schwarzen Pracht alles vereinnahmte.

Er blickte jedoch mit erhobener, tiefschwarzer Braue zu uns. Sein allessehender Blick huschte zu den offenen Büchern und ich erkannte das verstehende Aufblitzen, als er die ersten Sätze entzifferte. Er konnte sich grob denken, wer heiraten würde.

„Ja, ja… warte noch kurz, ich eile dir sofort hinterher! Geh…“, war der indirekte Befehl nicht zu überhören, dass Severus uns alleine lassen sollte und nach einem langen, intensiven Blickaustausch beider, wirbelte Severus auf den Fersen herum und entschwand, um dann aber in der Tür doch nochmal zu stoppen.

„Lucius, ich warte nicht ewig!“, grollte er drohend und ein abfälliges Schnauben in meinem Nacken vermittelte mir Lucius‘ Reaktion.

Im nächsten Moment beugte sich Lucius vertraulich über meine Schulter zu mir, sodass sein Aftershave verführerisch duftend zu mir drang und seine Haare über meine Schulter hinab fielen und mich kitzelten, worauf er mir leise zuraunte und sein warmer Atem der mein Ohr traf, mir eine unübersehbare Gänsehaut bescherte.

„Wenn nicht du diejenige bist, die daran denkt, den Schwur abzulegen…“, betonte er bedeutungsschwanger und bei dem tiefen Timbre, das seinen Stimme anschlug, vibrierte ich fast, als er leise weiter wisperte, „… beziehe die Gefühl der anderen mit ein!“

So verstummte er, dabei beugte er sich weiter über mich, berührte mich mit seiner kräftigen Brust im Kreuz und streckte sich. Ich erstarrte, aber er legte das prächtige kleine Buch nur auf den Wust der den Tisch bedeckte, dann trat er zackig von mir zurück und entschwand. Als ich herumwirbelte, konnte ich beobachten, wie sein dunkelroter Gehrock aus dem Türrahmen verschwand und ich nun alleine dastand.

Ich stieß die angehaltene Luft aus. Eine schreckliche Spannung hatte in der Luft gelegen, so bedeutungsschwer. Ich schüttelte mein Haupt und war noch immer total perplex darüber, wie er es gesagt hatte. Ich denke, er wusste oder ahnte zumindest, dass Harry heiraten wollte!

Diese neue, absonderliche Begegnung mit Lucius gerade hatte mich mehr verwirrt als viele andere unserer unseligen Zusammenstöße!

So ein Thema wie Eheschwüre in Lucius‘ bedrängender Nähe behagte mir gar nicht. Er war hier immer so doppel- und zweideutig und seine letzten Worte verfolgten mich, schließlich hatte er gesehen, dass Harry und ich einen Verlobungsring gekauft hatten. Bestimmt ahnte er, für wen ich diese Bücher wälzte, denn weder vergaß Lucius Dinge noch war er dumm. So fiel mein Blick wieder auf dieses grausame, frauenverachtende Buch, das die unvorstellbar blödesten Eheschwüre enthielt, die man sich auch nur im Ansatz vorstellen konnte.

An Narcissas Stelle hätte ich mich strikt geweigert, das zu sagen, da hätte ich mir lieber die Zunge abgebissen, als dass ich mich derart meinem Mann ausliefern würde. Das bescheuerte Zeichen auf meinem Bauch, das mich an Konventionen kettete, die nicht die meinen waren, war schon genug der Strafe!

Aber Lucius hatte leider recht, nicht ich heiratete jemanden, oder dachte auch nur im entferntesten daran, eine Ehe zu schließen, somit sollte ich in Betracht ziehen, dass Harry und Daphne einander liebten und sich vielleicht andere Sprüche wünschen könnten, als ein schlichtes und sehr pragmatisches „Ja“!

So saß ich nun da und schrieb meinen gewohnt übersichtlichen Brief an Rangok, um die Details pedantisch festzulegen und zu meiner brutalsten Erkenntnis, konnte ich mich um Harrys willen fast nicht zu mehr als einem bescheidenen „Ja, ich will!“ für ihn und sie durchringen. Natürlich würde ich ihnen noch eine Auswahl vorlegen, aber raten würde ich ihnen zu diesem sehr schlichten Schwur!

Er war einfach am unverfänglichsten und mit der Magie war wahrlich nicht zu spaßen, wer konnte das besser bestätigen als ich?

Meine Briefe waren auf dem Weg, während die Zeit nur so verflog und so sah ich mich am nächsten Morgen doch tatsächlich damit konfrontiert, zu Gellert gehen zu müssen, weil ich wusste, dass ich ihn nicht guten Gewissens mit Albus allein lassen konnte. Aber trotz allem erschien es mir, wie der Gang zu einem Schafott!

Hermiones Sicht ende

Dracos Sicht

Mich hatte Hermiones Brief erreicht. Sie informierte mich darüber, was sie erfahren hatte und es waren durchaus interessante Neuigkeiten!

Ich war immer noch ergriffen von ihrer Vorstellung um die Twins zu decken, während diese dafür gesorgt hatten, dass Ollivanders Laden leer war nach unserem Streifzug und dass die Stäbe in Irland in Sicherheit gebracht wurden. Marcus hatte die Stäbe wie einen Schatz versteckt, gesichert und hütete sie nun wie seinen Augapfel.

Noch war ich leider nicht dazu gekommen, meinen Kuhhandel mit Gellert abzuschließen und ihm wie verspochen seinen Stab zu geben und damit mehr zu erfahren, weil für heute Abend die nächste Aktion an stand und diese Vorrang hatte.

Nach der Wilkins-Aktion, die Marcus geleitet hatte, folgte nun die zweite, welche die VenTes anging und zwar wollten wir das Dorf der Whitbys kontrollieren und gleichzeitig einige andere, abgelegene magische Orte ansehen, um diese zu überprüfen.

Wir hatten mit Hilfe aller Kinder, Schüler und Abgänger eine recht übersichtliche Karte der magischen Dörfer von England, Schottland und Wales angelegt. Damit hatten wir eine Grundlage, um gezielt danach zu suchen, ob nicht noch jemand oder etwas übersehen worden war.

Es war Donnerstag und ich fühlte mich, als hätte ich seit mindestens drei Tagen nicht geschlafen. Das waren keine Ferien, das hier war eine Ausnahmesituation!

Ich fühlte mich etwas verlassen und einsam, denn ja, ich vermisste Hermione, deren Aktivitäten sie eindeutig von mir fernhielten. Es war dramatisch, wie schwer es war, sie einmal in der Nähe zu haben um mit ihr schlicht und einfach nur zu reden.

Nicht mal wegen Ollivander hatte ich bisher mit ihr gesprochen.

Gerade trat ich auf meine gut ausgebildete Gruppe zu. Nicht alle, die bei Contino arbeiteten, wollten aktiv etwas tun, aber diejenigen, die dazu bereit waren, wurden nach allen Regeln einer militärischen Einrichtung dahingehend getrimmt, sowohl offensiv als auch defensiv im Kampf agieren zu können und bildeten in kleinen Trupps die VenTes. Ich war zuversichtlich, dass diese Gruppe mit der Zeit immer größer werden und es noch deutlich mehr VenTes Trupps geben würde.

Hier hatten wir für unsere Einheiten absichtlich auf Muggeltechniken zurückgegriffen, die doch so häufig von den Zauberern missachtet wurden und das obwohl die Muggel einiges in petto hatten was uns wirklich nützte.

Meine VenTes trugen einen schwarzen, funktionellen und praktischen Kampfanzug der Standard für alle Trupps war. Diesen Anzug hatten all die bekommen, die schon aktiv den VenTes beigetreten waren und kämpfen wollten. Entwickelt worden war er von einigen meiner Leute in Irland und den Twins, die durch Hermiones und meinen Kampfanzug aber auch Severus‘ Jacke schon Erfahrung mit solchen Dingen gesammelt hatten und außerdem immer gute Ideen bereithielten.

Der Kampfanzug bestand aus einer schwarzen, engen Hose aus festem Stoff, der jedoch auch genug Bewegungsfreiheit bot, dazu ein einfaches, schwarzes, langärmliges Oberteil. Über dem schwarzen Oberteil trugen sie einen eng anliegenden, ledernen Brustpanzer, welcher bis auf die Oberschenkel reichte und keine Ärmel hatte. Er war aus einzelnen Lederplatten zusammengesetzt und war dadurch sehr flexibel.

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Meine Leute hatten sich bei der Zusammenstellung des Anzuges in viele Richtungen inspirieren lassen und nicht nur historische Vorbilder zurate gezogen, sondern auch militärische Muggelideen, die eher der Literatur entstammten, doch es hatte sich gelohnt. Sie hatten den perfekten Mix aus Nahkampfanzug und Magierkampfanzug gefunden.

Der Oberkörperpanzer war magisch verstärkt worden, so wie die Twins unsere Kampfanzüge schon verstärkt hatten, nur nicht in den Stoff eingewebt, sondern eher aufgelegt auf das feste Leder, aber so konnten einfache Flüche dem Träger nichts anhaben. Über den Unterarmen trugen die VenTes schwarze Armschienen aus Leder, die ebenfalls magischen Schutz boten und so im Kampf geschickt dazu genutzt werden konnten, um einfache Flüche abzuwehren, während man mit der anderen Hand, die den Stab hielt, gleichzeitig feuerte, was einem einen guten Vorteil bringen konnte.

Diese Lederschoner reichten spitz zulaufend bis auf den Handrücken und liefen am Ellbogen genauso spitz zu. Ballte man die Hand zur Faust, oder winkelte den Arm an, um zum Beispiel einen Schlag mit dem Ellbogen nach hinten auszuführen, ragte die Spitze der Armschiene über den Arm hinaus. Diese Enden waren verstärkt mit geschwärztem Metall, zwar nicht scharf, aber spitz, sodass es einem Angreifer deutlichen Schaden zufügte, wenn er so getroffen wurde.

Über der Lederrüstung trugen alle breite Gürtel, die mit allerlei Gemeinheiten der Twins bestückt waren und mit Wurfsternen, wie wir sie Weihnachten auch der Cottage Connection geschenkt hatten. Diese Idee war nicht von ungefähr gekommen, denn schon damals hatten meine Leute an dem Kampfanzug gearbeitet.

Komplettiert wurde das Ganze durch schwarze Lederstiefel, die einerseits im Kampf Halt boten und andererseits das perfekte Versteck für kleine, handliche Stiefeldolche waren, ähnlich wie Hermione sie hatte. Hinzu kam ein Holster an jedem Oberschenkel. Eines war reserviert für den Zauberstab, in dem anderen steckte ein deutlich größerer Dolch oder ein Messer. So bewaffnet waren unsere Leute für jeden Kampf gewappnet, blieb nur noch das Problem, dass jeder sie erkannt hätte.

Hierfür hatte Fred eine geniale Idee gehabt. Sie hatten eine recht weite Kapuze à la einer Pelerine entwickelt, die jedoch in einem engen Kragen endete, der am Brustpanzer fest gemacht wurde. Die Kapuze war magisch so verändert worden, dass sie, sobald sie aufgesetzt wurde, das Gesicht des Trägers in völlige Schwärze hüllte, sodass er nicht mehr zu erkennen war, außerdem konnte sie nur vom Träger selber hinabgezogen werden und so wurde verhindert, dass irgendwer im ruppigen Kampf versehentlich enttarnt wurde.

Ich blickte zufrieden auf die eindrucksvolle Gruppe. Sie sahen wehrhaft auf, aber sie verbreiteten nicht sofort den Schrecken, den der Anblick einer DeathEater-Maske suggerierte. Aber wir verzichteten auch auf den unheimlich wirkenden Mantel, schließlich wollten wir nicht wie eine Nachahmung der DeathEater wirken. Alles in allem waren sie eine schnittige Erscheinung.

Aber ich würde sie nicht begleiten, da sie lernen musste, ohne mich zu agieren, schließlich stand ich auf der anderen Seite, ich würde in einem Kampf rein theoretisch gegen die VenTes kämpfen müssen!

Sie sollten sich gar nicht an mich als Führer gewöhnen. Die Zeit verging viel zu schnell und ich hatte noch viel zu tun. Seitdem die Burg aus allen Nähten zu platzen schien, überlegte ich, dass wir endlich die Höhlen unter der Burg öffnen mussten, um den Leuten mehr Platz zum Lernen und zum Üben zu bieten, so wie es ja auch angedacht war.

Als die Gruppe der VenTes, bestehend aus 6 Leuten, nach Stunden ermattet, erschöpft und mit gezeichneten Mienen in die Halle stolperten, wusste ich sofort, dass Whitby mehr als nur die Wahrheit gesagt und das wahre Ausmaß der Katastrophe für sein Zuhause gar nicht erkannt hatte.

Aber sie hatten offenbar noch 3 verängstigte Personen gefunden und mitgenommen, die sich jetzt furchtsam und verschreckt zusammenrotteten.

„Oh um der Magier willen! Kommt her!“, eilte Alicia einer Glucke gleich auf das Mädchen mit dem Kleinkind auf dem Arm und den etwa 8-jährigen Jungen zu, als auch schon Whitby aus der Halle raste und dem etwa 13-Jährigen Mädchen um den Hals fiel.

„Du kennst sie, Whitby?“, fragte Marcus mit rauer Stimme, während er seine Mütze abzog.

„Was… ja, ja… Sarina, wie geht es dir?“, fragte er das schlotternde Mädchen, das sich nun an seine Brust warf. Aber das Mädchen sagte nichts, heulte nur, während Penelope das schreiende Baby nahm, das zweite an der Zahl, das wir nun hier beherbergten. Alicia umsorgte unterdessen den kleinen, verstörten Jungen.

„Wer sind sie?“, fragte nun Marcus wieder.

„Meine anderen Verwandten… wo habt ihr sie gefunden?“

„Aber sie ist keine Hogwartsschülerin!“, warf Alicia ein, die das ältere Mädchen musterte, das in seinen Armen hing.

„Ja, sie ist eine Squib! Aber sie ist trotz allem meine Cousine zweiten Grades…“, bekannte John wispernd, während das Mädchen an seiner Schulter schluchzte.

„Wir haben sie im Wald ausfindig gemacht…“, erzählte der sehr in sich gekehrte Marcus, während er mich ansah. „Draco, kommst du?“, rief Marcus fast gräulich aussehend und steuerte ohne zu warten in den zweiten Stock der Burg, wo mein kleines Besprechungszimmer lag.

Als ich eintrat saß er und hing an einer Flasche reinsten Whiskeys, wie an einem Heiltrank, den er in sich schüttete.

„Marcus…?“, fragte ich vorsichtig, nichts erinnerte an den sonst so souveränen jungen Mann.

„Das machst DU? Und SIE auch? Wie könnt ihr euch überhaupt im Spiegel ansehen?“, wollte er zusammenhangslos wissen, aber ich verstand seine Anspielung und seufzte auf, bevor ich mich langsam setzte.

„Marcus, gedenkst du nun, den Moralapostel zu spielen? Vor allem dein Großvater und dein Bruder und deine Cousins sind DeathEater, was willst du von mir?“, wehrte ich ab.

„Eben, mein Vater nicht und ich auch nicht! Und komm nie auf den Gedanken, dass ich den hirnrissigen Ansichten dieser Berserker glauben werde!“ ätzte er, bevor er mich vorwurfsvoll anstarrte und einen großen Schluck trank.

„So schlimm?“, wagte ich mich zögerlich vor.

„Schlimmer… keine Worte, die totale Vernichtung! Sie haben aber auf das Dark Mark am Himmel verzichtet… daher ist es wohl noch nicht vom Ministerium entdeckt worden… vielleicht eine neue Masche? Naja, alles tot, mausetot! Viele von den VenTes haben sich übergeben, das was sie gesehen haben wird sie immer begleiten, abgebrannte Häuser, verkohlte Leichen, zersprengte und zerfetzte Menschen. Whitby und dem Mädel ist ein Wunder geglückt, so viele und sich selbst zu retten!“, krächzte er rau, bevor er sich über die rotgeäderten Augen rieb.

„War das wirklich alles oder verschweigst du mir was?“, fragte ich zweifelnd und blickte ihn eindringlich an, denn mich musste er nicht schonen. Die anderen Leute vielleicht, aber mich nicht!

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