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 Kapitel 378-379

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BeitragThema: Kapitel 378-379   Fr Mai 31, 2013 2:40 am

378. Kapitel Vorwürfe


„Du kennst mich zu gut, oder Draco? Nur Adrian und ich haben das gesehen, danach hab ich es verschwinden lassen…“, stieß Marcus ungewohnt bewegt hervor und rang seine Hände, bevor er den nächsten tiefen Schluck nahm.

„Was… was war es?“, wollte ich einfühlsam erfahren.

„Ganz, ganz schnell weg damit…“, bekannte er sinnierend und unterstrich dies mit einer unwirschen Handbewegung, dabei ließ ich ihm alle Zeit, die er brauchte um die rechten Worte zu finden und wartete ruhig ab.

„Gehäutet, gehäutete Leiber und mir will die Vermutung nicht aus dem Kopf, dass es bei lebendigem Leib passierte… und eine Leiche, deren innere Organe malerisch verteilt waren, ausgeweidet… es war widerlich… durchwegs grausam… und unnötig…“, bekannte Marcus stockend und gräulich grün im Gesicht, bevor er die Flasche erneut gierig ansetzte.

„Wow, das ist… naja… kommst du damit klar und kommen sie damit klar?“, wollte ich wahrlich besorgt erfahren, aber ich wusste, ich hatte schon ähnliches, wenn gar noch schlimmeres gesehen.

„Draco, ich hab schon viel gesehen und weiß um die Realität, aber glaub mir, selbst ich hab Angst vor der Nacht und den Träumen…“, bekannte er unwillig und trank wieder direkt aus der Flasche, dabei waren seine Augen sehr leer.

„Man gewöhnt sich dran…“, flüsterte ich leise, dies sorgte dafür, dass er mir einen kalkulierenden Blick zuwarf.

„Früher hätten viele mit dir dein… ach so tolles Leben tauschen wollen! Aber gerade glaube ich, dass keiner bereit wäre, es auch nur im Ansatz in Erwägung zu ziehen!“, verkündete Marcus verächtlich und Widerwille huschte über seine markanten Züge.

„Das wäre dann weise, denn ich wünsche keinem dieses Leben!“, bekannte ich ungewohnt offen, bevor ich sehr gewohnt nachschob, „naja, augenblicklich! Sonst ist es nicht schlecht!“, dabei zuckte Marcus mit den Schultern und rollte die Augen.

„Draco es ist gut, dass du dich in deiner Arroganz nie ändern wirst!“, raunte er ergeben und prostete erneut mit seiner Flasche zu mir, bevor er abermals trank.

„Mhm… liegt den Malfoys im Blut!“, brachte ich mit meiner Blasiertheit etwas Normalität in dieses Gespräch, worauf Marcus traurig und mit hängenden Schultern das Haupt schüttelte.

„Ich versteh das nicht, als wir ankamen, ist es dort so unheimlich gewesen… kein Ton, kein Geräusch störte die lastende Stille! Verstehst du? Es ist als wäre dort alles tot. Wie kann das Ministerium das noch nicht aufgeräumt haben?“, fragte er zittrig und nuckelte weniger schön schon wieder an der Flasche.

„Percy Weasley hat mir gemeldet, dass das Ministerium aufgrund der Unruhen in der Diagon Alley und den Angriffen auf magische Siedlungen und Dörfer nicht mehr hinterherkommt, dazu noch andere Probleme und Straftaten… und da die DeathEater nicht mehr überall ihr Dark Mark hinterlassen!“, fing ich geschäftig an, die Fakten darzulegen, bis mich eine unwirsche Geste unterbrach.

„Sie sind überfordert… diese Witzveranstaltung von einem Ministerium! Wir müssen jeden Tag oder noch besser jede Nacht Kontrollen schieben… wer sagt dir, dass es dort draußen nicht viele solcher Orte gibt? Du weißt, wie abgelegen einige von uns leben und wer sagt uns, dass sich nicht dort auch einige verstecken und sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten?“, sagte er sehr hoffnungsvoll, aber auch sehr unglücklich, bevor er erneut die Flasche anhob.

„Eben, niemand, Marcus! … Keiner, aber wenn ihr, als VenTes, dies angehen wollt, tut euch keinen Zwang an, seid nur vorsichtig und scheut die offene Konfrontation. Ich war gestern noch mit einigen Männern in der Knockturn Alley trinken und sie haben mir von den Wilkins‘ erzählt und naja, passt auf!“, meinte ich ausweichend, aber er schien noch zu sehr in seinen Erinnerungen gefangen.

„Kinder… wenn ich mir vorstelle, dass da Kinder durch die Gegend laufen… ganz allein, als wir die verängstigte Gruppe gefunden haben, das war grauenvoll…“

„Marcus, dafür haben wir das alles hier! Du erhältst jede Unterstützung, die du dir wünschst und bekommst alles, was man sich für Geld kaufen kann!“

„Draco… trotz allem bist du ein guter Mann!“, lallte er nun bedenklich und wurde rührselig.

„Hahaha… bitte nicht so theatralisch, sonst muss ich brechen. Ich mach das nicht aus Nächstenliebe! Und hör zu, wenn ich dir sage, dass die DeathEater nicht froh sind, dass nun noch andere mitmischen! Durch Ella Wilkins sind die VenTes in Erscheinung getreten. Du musst wirklich vorsichtig sein… versprochen?“, drang ich beschwörend in ihn und er blinzelte mich nun durchaus ernst an.

„Versprochen! Ich pass auf alle hier auf, ich werde keine Kamikaze-Aktionen starten, aber das mit Ella war leider die einzige Möglichkeit! Oh ja… das war ein denkwürdiger Einstieg, das war ein Akt, zu herrlich. Ella ist fast nicht mehr von Adrians Armen geklettert, sie war wie ein Klammeraffe, fand Katie gar nicht lustig!“, erinnerte er sich nun doch erheitert an dieses Erlebnis und schmunzelte leicht, bevor er wieder gierig trank.

„Rowle ist stinksauer, dass seine zukünftige Verlobte verschwunden ist! Ihr müsst gut aufpassen und eure Spuren gewissenhaft verwischen!“, gab ich zu bedenken und sein Blick flackerte empört zu mir.

„Ja, das ist schon klar, aber ich schwör dir, die Aktion war gut! Rein, raus! Wir waren gut!“, kam es überzeugt von ihm. woraufhin ich die Stirn runzelte und ihn tadelnd ansah.

„Und das Feuer?“

„Das war ihr bescheuerter Bruder!“, stieß er verächtlich aus.

„Tja, ihr habt Glück, der Lord ist beglückt, da sich der bescheuerte Bruder gleich bei nächster Gelegenheit das Brandmal holen will!“, hisste ich genervt auf. Wie dämlich musste man eigentlich sein, nur weil er seine Schwester aus den Klauen des „Bösen“ befreien wollte, sich den DeathEatern anzuschließen?

„Wie hohl!“, schlug sich Marcus auf die Stirn, bevor er wieder einen Schluck nahm.

„Tja, das sag zu einem, der es trägt!“, entgegnete ich gestraft und hob sachte meinen linken Arm, den das schwarze Dark Mark zierte und ich erhielt ein entschuldigendes Grinsen.

„Sorry, Mann… das ist alles so scheiße!“, prostete er mir wieder mit der Flasche zu und nahm einen tiefen Schluck.

„Gibt schlimmeres!“, tat ich lapidar ab.

„Du… als wir gingen, hab ich davor keine Zeit gehabt… aber in den Zeitungen steht überall ganz groß, dass Ollivander entführt und ein Laden beim Kampf in der Diagon Alley in Mitleidenschaft gezogen wurde, aber zur Verwunderung aller, sei alles weg. Nachdem mir die Twins gestern Unmengen von Zauberstäben gebracht haben… da frag ich mich… naja, … warum?“, druckste Marcus ungewohnt unsicher herum und ich starrte ihm fest ins Antlitz.

„Der Lord wollte Ollivander… und naja…“, umschrieb ich ungenau und wedelte abwägend mit der Hand.

„Dann kamst du auf die Idee, den Laden leerzuräumen…?“, wollte er sehr interessiert wissen.

„Ja, stell dir vor, jetzt wären zig Stäbe kaputt, oder die DeathEater fielen darüber her! Besser wir haben sie als die anderen!“, erklärte ich, aber gleichzeitig wusste ich auch, dass ich Lorbeeren einheimste, die nicht mir sondern Severus und Vater zustanden.

„Du bist einer, Draco!“, lachte Marcus nun irgendwie hohl, denn natürlich wusste er, dass es Ollivander nicht gut gehen konnte, aber er sagte nichts weiter.

„Erinnere mich daran… jetzt müssen wir nur noch rausfinden, wie wir die Stäbe zu den Erstklässlern bekommen!“, stöhnte ich auf und er nickte sachte.

„Lass das meine Sorge sein!“, verwunderte er mich mit seinem Angebot aber ich nickte, bevor ich den Kopf schüttelte.

„Als hättest du nicht genug Sorgen! Besauf dich nicht so, dein holdes Weib wird dir sonst die ganze Nacht die Ohren vollweinen!“, wollte ich ablehnen, da ich mir dachte, er lud sich gerade zu viel auf.

„Unsinn, du verkennst meine Alicia, sie wird gar nichts sagen, mir nur ihre liebevolle Umarmung bieten!“, säuselte er selig, worauf er geistig kurz wegsackte um dann hochzuschrecken und mich mit unruhigen Augen zu fokussieren.

„Was ist?“, fühlte ich mich bemüßigt zu fragen.

„Deine Kleine, die bringt echt nichts als Ärger! Das hab ich total vergessen! Sie stürmte eines Tages hierher und dann ging es rund. Ihr Typ hat etwas ganz Komisches gesagt… warte … jaja… genau, das war es, er sagte: „DU veränderst HIER die Atmosphäre, reiß dich gefälligst zusammen!“ Wir haben nichts verstanden und pufffff waren sie weg. Er hat unsere Schilde kaputt gemacht, der Depp, das war eine Heidenarbeit, die wieder aufzubauen, so eine Frechheit. Die zwei sind zusammen echt komisch!“, lallte er zum Ende hin immer mehr und ich schloss müde die Augen, denn das hörte sich gar nicht gut an. Was bedeutete das alles?

Während sich Marcus endlich seinem Rausch hingab, nachdem an sich alles gesagt war, überlegte ich angestrengt, wie ich einen passenden Stab für Gellert finden konnte, oder ob ich ihn hierherholen sollte, damit er den passenden fand? Durch das Gespräch mit Marcus war mir wieder klargeworden, dass ich noch mehr Fragen hatte als ich gedacht hatte und es zwingend nötig war, Gellert mit allen Mitteln zum Reden zu bringen.

Draco Sicht ende

Hermiones Sicht

Ich stapfte gerade mal wieder über den bepflanzten Innenhof des großen Dubliner Wohnkomplexes und hielt auf die wahrlich veränderte Wohnung zu. Vollkommen verrückt war, dass ich jetzt erst richtig registrierte, was Alicia aus diesen Räumen gezaubert hatte. Es sollte mich wohl nicht wundern, dass es wie eine Kopie meines Hauses wirkte!

Denn das tat es! Sie hatten es geschafft, selbst eine Treppe zu einem bisher nicht existenten 1. Stock zu zaubern, sodass in der Wohnung das Aussehen eines Hauses nachgeahmt wurde. Er hatte wirklich begonnen, mein Elternhaus als Heim zu betrachten.

Es war fast wie ein Kompliment an mich und komischerweise hatte ich ihn lieber in meinem ehemaligen Zuhause gehabt, als Tonks und Remus nun dort zu wissen.

Natürlich war Remus Harry wichtig, aber ich fragte mich vorsichtig, wie er sich wohl mit Gellert verstehen würde?

Vielleicht wären sie in ihrer Abneigung Dumbledore gegenüber vereint? Das Gute war, dass Harry auf jeden vorurteilsfrei zuging, aber das waren hypothetische Gedanken.

„Endlich… ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr, Sonnenschein!“, schallte es mir anklagend aus der Küche entgegen, wo er gewohnt mit einer Schürze bekleidet rumhantierte, nur dass dieses Exemplar in schwarzweiß gehalten war und sie ein Totenkopf mit der Überschrift „Toxic“ zierte. Es wirkte, als würde der Koch als giftig bezeichnet werden und ich fragte mich, ob dies Alicias Humor geschuldet war.

„Sie lassen sich wahrlich Zeit, Miss Malfoy!“, ätzte mir auch ein noch immer gräulicher, genervter Albus entgegen und rauschte auf mich zu und ich tat mir sofort unsäglich leid.

„Ich habe noch anderes zu tun!“, verteidigte ich mich vehement, über diese beiden alten Männer hinweg. „Glauben Sie mir, die Lebenden bereiten mir genug Scherereien… aber ich würde Sie nie vergessen… Gellert, was machen Sie da?“, hisste ich zunächst Albus entgegen, überging ihn dann jedoch arrogant und wandte mich, wie gesagt, den Lebenden zu.

„Oh… Cupcakes für die Burgbewohner… einige der Jüngeren sind ja total verhungert…“, murmelte er engagiert, dabei glitt ein glückseliger Zug über das verlebte Gesicht, während er blau gefärbte Kokosnussraspeln über dem Gebäck verstreute. Er genoss es, endlich für viele zu backen.

„Da werden Sie sich bestimmt freuen!“, ging ich auf ihn ein und erntete ein schelmisches, aber auch echtes Grinsen.

„Oh ja… einige sind…“, fing er leutselig an, während er nun zu den rosafarbenen Streuseln griff.

„HÖRT AUF! Das ist ja unerträglich, dieses sinnlose Geplapper!“, brüllte ein schäumender Albus und sowohl ich als auch Gellert blickten ihn nur kühl an.

„Tja, da sehen Sie mal, wie wir uns über die Jahre gefühlt haben, wenn Sie uns Ihre bescheuerten Zitronensäuredrops angeboten haben!“, servierte ich sofort heimtückisch und bescherte damit Gellert einen ausgewachsenen Lachanfall, während der fast Geist empört den Mund aufriss.

„Hahahaha, zu herrlich, Sonnenschein, na… da schweigst auch du endlich mal, du altes Plappermaul!“, kicherte Gellert atemlos und hörte sich sehr gehässig an, anscheinend musste er arg unter Albus leiden.

„Ist es mit ihm sooo schlimm?“, fragte ich entschuldigend, während Dumbledore ein beleidigtes Schnauben ausstieß und bevor er uns unterbrechen konnte, verhexte ich ihn schnell, was ihn nur noch unbeherrschter schreien und wüten ließ, nur dass wir es nun nicht mehr permanent hörten. Lediglich kurzzeitig bekamen wir Albus‘ Ausbruch mit, wenn die Schilde flackerten, die ich um ihn gelegt hatte.

„Schlimmer… er geht mir gefährlich auf den Keks… und ohne Stab kann ich ihn mir nicht vom Hals halten und er nervt, er redet und redet und er hat für alles eine Antwort parat, oder eine weitschweifige Erklärung, Palaver hier und dort…“, klagte mir Gellert sein Leid.

„Ja, Dumbledore hatte schon immer irgendwie eine Antwort auf alles!“, stimmte ich geschlagen zu und beobachtete das in der Wohnung herumsausende, gräuliche Gespenst.

„LEIDER!“, stöhnte Gellert geplagt.

„Haben Sie eine Idee, was ich tun oder verändern muss… kann?“, fragte ich recht überfordert, setzte mich ermattet an den Tisch, zog mir so einen bunten Cupcake heran und zupfte daran herum.

„Ideen ja, Sonnenschein, aber noch nichts Ausgereiftes! Lass dir erzählen, diese Burg ist fantastisch… hat dir dein kleiner Freund schon gezeigt, was sich alles dort unten verbirgt?“, fragte er eindringlich, dabei schielte er mich skeptisch unter gesenkten Lidern an.

„Bitte? Den Keller? Der sieht mich nicht nochmal!“, wehrte ich rasant ab.

„Oh, da unten geht es noch viel weiter rein, du hast ja keine Ahnung. Unter der Burg befindet sich eine prähistorische Befestigung und ich weiß mehr als du ahnst…“, bekannte er bedacht und ich starrte ihn überrumpelt an. Was sollte das heißen? Das ging da weiter? Jetzt sickerte die Information erst in mich ein, Draco schien noch mehr zu verbergen!

„Spannen Sie mich nicht auf die Folter! Was ist dort? Was für eine Erklärung haben Sie dafür gefunden, dass es dort für uns Nekromanten derart ungemütlich ist?“, ratterte ich eilig herunter und sprang fast auf, da mich nichts mehr hielt.

„Nicht so ungeduldig, Sonnenschein, beiße erst mal in den Cupcake…“, brummte er gelassen und werkelte weiter, aber wenn ich eines gelernt hatte, dann dass Geduld alles war. Unterdessen ließ es sich der sichtlich schlechtgelaunte Albus nicht nehmen, vorwurfsvoll vor uns auf und ab zu marschieren, dabei murmelte er in seinen durchaus vorhanden Bart.

Ich biss in das wahrlich gelungene Gebäck und wartete, während Gellert pfeifend und augenscheinlich die Ruhe genießend vor sich hin hantierte und endlich bereit schien, zu erzählen.

„Sooo dann wollen wir mal. Ich hab eine Führung erhalten, sehr spannend. Dein Freund, Sonnenschein, hat mir gezeigt, auf was die Burg gründet. Die dort lebenden Druiden sahen dies dort als eine vorzügliche Stätte an, um ihre Rituale abzuhalten. Wenn du unten bist, verstehst du was ich meine… denn sie hatten recht, die Linien vereinigen sich dort und naja, ich hab ein Experiment gewagt, es war der perfekte Moment für mich, das „Ausgleichsritual der vier Elemente“ zu vollziehen!“, erzählte er und zum Schluss strahlte er wie ein Kleinkind und ich bekam immer größere Augen. Endlich verstand ich, warum diese Stätte eine derartig schlechte Umgebung für mich war!

Und wow, von dem Ritual hatte ich schon gelesen, aber ich war noch nie dazu gekommen, es zu vollziehen!

Es war ein sehr wichtiges Ritual für einen Nekromanten, um das Gleichgewicht zu erhalten, nur bei mir hatte Gellert es als zu „normal“ verworfen, als wir damals auf der Suche gewesen waren. Es hätte mir bei meinen gierigen und gefräßigen Inferi nicht helfen können.

„Ohh, … das klingt unglaublich toll! Aber verstehe ich recht, Sie haben sich damit wieder in Einklang gebracht… und jetzt sind die Rufe und das Flüstern für Sie verklungen?“, formulierte ich meine Frage mit Bedacht und er nickte aufgeregt.

„Ja, genau, das sind sie! Für mich ist die Burg nun nicht mehr schadhaft, ich habe meinen Tribut bezahlt und mich nach langer Zeit der Abstinenz wieder mit dem Totenreich ausgesöhnt. Doch ob das bei dir auch so hinhaut, weiß ich nicht und ich möchte stark bezweifeln, dass das reicht. Aber spannend ist, ich habe viel Material in einem anderen Bereich dieser weitverzweigten Höhlen gefunden, ich muss es sichten, ich werde dich rufen, wenn ich dir mehr sagen kann!“, schien Gellert regelrecht aufzublühen. Er wirkte durchwegs engagiert!

„Das ist dann wohl gut!“, unterbrach mich ein lautes „Plopp“ als meine Zauber platzten und es dröhnend laut zu uns wehte:

„Eine Unverschämtheit! Ich befehle Ihnen, sich von nun an von Harry fernzuhalten!“, ereiferte sich Dumbledore und wir fuhren bei dem Krach zusammen.

„SIIIIIIE Leichenfledderer! Sie abartige, kleine Schlampe!“, beschimpfte mich Albus wüst und wild.

„Wie bitte?“, echote ich entsetzt darüber, dass Dumbledore nun wusste, was ich war, also dass er sich so sicher war.

„Hören Sie nicht zu, Miss Mal… ach, Miss Granger!? Sie sind eine Gefahr für Harry POTTER!“, ätzte er und rauschte auf uns zu, jetzt, wo ihn keine Zauber mehr hielten, dabei verzog sich sein Gesicht zu einer Fratze.

„Er ist doch für Sie nur Ihr scheiß Auserwählter, der zu einem von Ihnen bestimmten Zeitpunkt verrecken kann!“, rief ich ihm verächtlich ins Gesicht und durfte erleben, wie ihm leicht die Gesichtszüge entglitten.

„Was maßen Sie sich an, zu denken, dass Sie irgendetwas über mich wissen?“, brüllte er erregt zurück, als er sich fing, über die Tatsache, dass ich Bescheid wusste.

„Das möchten Sie gerne wissen, oder? Wenn ich Ihnen sage, dass ich alles weiß…“, hauchte ich provokant und zwinkerte ihm lasziv zu.

„Sie sind zu arrogant, Sie Möchtegern-Schlaumeierin… da färbt Ihre neue Familie eindeutig auf Sie ab! Aber schließlich weiß auch ich von Ihren nekromantischen Spielchen und weiß, dass Draco Malfoy keinen blassen Schimmer hat, was Sie da tun! Sonst würde er Gellert nicht so in den Arsch kriechen! Und nun meine Frage, weiß es Severus SNAPE?“, hisste mir Albus aufgebracht entgegen und seine Augen funkelten mich wütend an. Ich verengte meine Augen zu Schlitzen, während ich mir affektiert an die Brust fasste.

„Ohhh, jetzt haben Sie mich aber tief getroffen und Sie vergessen eines… Ihr Mörder, den Sie inständig ersuchten, Ihrem Befehl nachzukommen, ist mein Liebhaber! Haben Sie diesen FAKT im Sturm der Entrüstung verdrängt? Ich weiß mehr als Sie denken!“, hielt ich ihm provokant unter die Nase.

„Severus… ja, das hätte ich nie erwartet! Dass er es wagt, mich derart zu hintergehen! Severus ist wahrlich eine Enttäuschung! Malfoy-Snape, das ist unsäglich… Snape… wie konnte er mich nur so hintergehen und darum muss ich auch in mein Portrait, damit ich mit ihm reden kann!“, brüllte Albus zum Ende hin erregt.

„Damit Sie ihm das sagen? Was er eh schon weiß… über mich?“, fragte ich nach und zeigte, dass ich seine Logik für etwas verquer hielt, wobei ich hoffte, dass Severus eben nicht alles so genau wusste, aber sicher war ich mir nicht und mir vorzustellen, dass Albus ihm alles sagte, was dieser hier erlebt hatte, ließ mir eine Gänsehaut aufzuziehen.

„Oh… unterschätzen Sie Severus nicht wieder, ich denke, er weiß es…“, schien doch etwas in Albus‘ selbstgerechter Art zusammenzubrechen, worauf er einzuknicken schien.

„Sie kennen Severus nicht, haben es nie getan und das auf dem Turm muss Sie arg getroffen haben! Aber Sie waren echt geil drauf, als sie Severus mit seinem Gewissen daherkamen: „Lily, Ihrer einzig wahren und großen Liebe!“, hihihihi, als würde mein Severus jemanden LIEBEN. In dem Business, in dem wir uns bewegen, wäre es wohl brutal und selten dämlich, eine solche Gefühlsregung zuzulassen, aber das hat er Ihnen ja selbst gesagt…“, flüsterte ich gemein und gehässig. Ich konnte es echt nicht lassen, Albus sein Versagen aufgrund seiner Fehleinschätzung unter die Nase zu reiben.

„Ich komme nicht über die Tatsache hinweg, dass sich ein Professor auf eine Schülerin eingelassen hat, das ist indiskutabel, moralisch verwerflich und verboten!“, erwiderte Albus nun deutlich leiser und ehrlich gebrochen wirkend. Und hier warf mir Gellert einen langen Blick zu, bevor er sich wieder ostentativ seinem Gebäck widmete.

„Ja, das stimmt wohl, hilft es Ihnen, wenn ich Ihnen gestehe, dass es eine Verkettung von unglücklichen Umständen war, die dazu führte, dass unser Verhältnis inniger und intimer wurde?“, wusste ich nicht was mich dazu brachte, ihm dies zu offenbaren, vielleicht nur der Wunsch, dass er nicht zu schlecht von seinem Mörder dachte, da dieser ehrlich nicht etwas mit mir angefangen hätte, wenn er gewusst hätte, wer ich war als er mich in der Gasse gekauft hatte!

„Um Worte waren Sie wohl noch nie verlegen!“, konterte Albus verächtlich und glaubte mir offenbar kein Wort.

„Wohl nicht, aber ehrlich, ich kann Ihnen bezeugen, dass Severus nie eine Schülerin begehrte! Und das mit mir war unglücklich und dass es mehr wurde kam auch erst später, als er erkannte, wer ich bin oder wie ich bin!“, erzählte ich und erntete einen düsteren Blick aus farblosen Augen, die mich unverwandt musterten.

„Er leidet eindeutig an einer sehr, sehr schlimmen Geschmacksverirrung… und teilen muss er sie schließlich auch noch!“, ätzte Albus gemein und Gellert rollte mit den Augen, während ich mir an die Brust fasste.

„Autsch… das tut weh, aber ich kann Sie beruhigen, wir finden dieses Arrangement durchaus befriedigend und es bleibt trotz allem Familie! Und schlussendlich ist Severus das Teilen gewöhnt, wenn Sie schon so schön auf Lily anspielen, dann kann ich das auch…“, touchierte ich geschickt und leckte mir lasziv den Zuckerguss von den Lippen, worauf Gellert böse kicherte, denn ihm schien der Disput große Freude zu bereiten.

Da traf Gellert das vorwurfsvolle Glitzern aus farblosen Augen und dieser zuckte unter dem Blick die Schultern.

„Sorry, Albus, aber sie hat recht und auch wenn es dir nicht gefällt, sie ist taff und ich mag sie…“, erzählte er treudoof und erntete ein abgrundtiefes Stöhnen.

„Über deinen zweifelhaften Geschmack ließ sich schon immer streiten!“, giftete der Tote zurück und da verstummte der amüsierte Gellert und schluckte sichtbar schwer.

„Oh ja… das kann man wohl sagen!“, flüsterte er nur sehr leise, getroffen über diese Feststellung und ich wusste, er fragte sich, was er jemals an Albus gefunden hatte, aber dieser bekam das gar nicht richtig in seinem Tobsuchtsanfall mit, denn jetzt brüllte er auf und schlug sich mit der grauen Hand auf die Stirn.

„Jetzt erkenne ich es erst! SIE wollten, dass Harry meinen Tod besiegelt! Aber Harry ist verblendet, was haben Sie dem armen Jungen angetan, dass er Ihnen noch immer vertraut! Sie wollten, dass er mich, dass dieser Junge mich ermordet…“, warf mir nun Albus vor und starrte mich mordlüstern an.

„Gellert, schockierend, anscheinend führt der Tod zu einer langen Leitung!“, parierte ich verächtlich und da prustete Gellert über meinen Witz los.

„Harry darf nicht töten, Sie törichtes Weib!“, brüllte Albus nun so laut, dass mir das Trommelfell fast platzte.

„Sie unerträglicher Idiot, Harry hat schon längst getötet!“, brüllte ich nun nicht weniger laut zurück, nur dass ich den halben Cupcake in die Hand nahm und ihn schmiss. Er traf voll in Albus‘ Gesicht, nur leider glitt er ohne Probleme durch den Geist hindurch, wobei er wenigstens dafür sorgte, dass Albus mit einem erschütterten Ausdruck verstummte oder waren es doch eher meine Worte gewesen? Nahezu wirkungslos plumpste der Cupcake hinter dem Geist zu Boden.

„Was, wie, wann, wen, warum, wieso, wo…?“, stolperte er zurück und wirkte gebrochen, als ich nicht reagierte legte er los.

„Sie schlampenhaftes Flittchen erzählen mir Lügen… hören Sie auf, sich in Dinge einzumischen, die Sie nicht verstehen!“, giftete er und Gellert hob begütigend die Hände.

„Albus, beleidige sie nicht!“, kam es besorgt von Gellert, aber soeben dampfte ich gefährlich und da riss meine Geduldsschnur.

„BITTE? Hören Sie auf, mich zu beschimpfen! Was wissen Sie überhaupt? Ich war es, die Sie damals aus der Hütte der Gaunts gerettet hat, Sie IDIOT!“, brüllte ich aufgebracht zurück und wünschte mir, ich hätte ihn damals dort verrotten lassen.

Diese Offenbarung ließ ihn abrupt verstummen, dann schenkte er mir einen kalkulierenden Blick.

„Deshalb war ich bei Severus als ich erwachte… wegen Ihnen!“, kam es nun von einer zur nächsten Sekunde völlig ruhig von ihm.

„Natürlich, warum sonst?“, gab ich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

„DANN HABEN SIE DEN RING!“, kreischte er urplötzlich schrill und darauf gab ich mal gleich keine Antwort, denn Gellerts gieriger Blick entging mir nicht, erinnerte mich doch daran, dass er sich zusammen mit Albus auf der Suche nach den Heiligtümern befunden hatte und nur weil mir Gellert half, traute ich ihm noch lange nicht.

„Ich weiß nicht, was Sie meinen, was für ein Ring? Ich weiß nur, dass Sie in Ihrer Brillanz selten dämlich und selbstgefällig sind! Harry tut das, was nötig ist! Sie haben in Ihrer Borniertheit schon längst den Überblick verloren, mit Ihrer Taktik, niemanden einzuweihen! Harry ist für Sie verloren!“, entgegnete ich nur lapidar und winkte lässig ab.

„Und Sie geben ihn dem Lord!“, beschuldigte mich Albus erneut.

„Wenn Sie das glauben…“, murmelte ich leise.

„WO IST MEIN ZAUBERSTAB?“, brüllte Albus nun schon wieder und dieser Alte nervte mich unsäglich.

„Reißen Sie sich endlich am Riemen!“, hisste ich leise und er erdolchte mich mit Blicken.

„Ich werde Ihnen das Leben zur Hölle machen!“, schwor er inbrünstig.

„Werden Sie das? Ohhh… Überraschung, ich könnte von einer Sekunde zur Nächsten Ihr Andenken zerstören, Sir!“, zeigte ich mich unerbittlich, trotz seiner Drohung, wenn er dachte, er müsse mir blöd kommen, selbst im Tod, dann konnte ich es auch!

„Oh und wie sollten Sie dergleichen bewerkstelligen können?“, ätzte er provokant zurück und ich verengte die Augen zu Schlitzen.

„Oh, Dumbledore, begehen Sie nicht den Fehler, mich herauszufordern!“, erwiderte ich trügerisch sanft.

„ALBUS!“, kam es nun sachte von Gellert, der sorgenvoll zu uns starrte.

„Du halt dich da raus!“, fuhr Albus Gellert grob über den Mund.

„Verbieten Sie ihm nicht den Mund, nicht Sie!“, ätzte nun ich beschützend, einem urplötzlichen und unerklärlichen Instinkt folgend.

„Sie können mir gar nichts, Sie Angeberin!“, drohte Albus mir erneut und schnaubte hörbar.

„Und wie kommen Sie darauf? Sie unterschätzen mich!“, fletschte ich aggressiv die Zähne, über seine schrecklich voreingenommene Art entsetzt, dabei konnte er schließlich fast mit Lucius konkurrieren.

„Sie überschätzen sich!“, warf er mir vor. Wir steigerten uns beständig und schaukelten uns gegenseitig hoch, als meine Abneigung und meine Wut über seine Arroganz und Überheblichkeit, dass er nie etwas falsch machte, mich den Entschluss fassen ließ, mein vor langer Zeit gegebenes Versprechen umzusetzen.

„Kinder, ihr seid ja unerträglich!“, fauchte nun der Zweitälteste in unserer Runde empört.

„Wer ich? Wir? Du spinnst doch, Gellert!“, konterte Albus sauer und hörte sich wahrlich an wie ein Kleinkind. „Und wenn ihr beide nicht mit dem umgehen könnt, mit den magischen Kräften, mit denen ihr hier rumspielt, dann seid ihr noch blöder als ich dachte! Was für eine nekromantische Scheiße läuft hier?“, echauffierte Albus sich weiter und ich zog wütend die Augenbrauen zusammen, als könnte ich etwas dafür, dass ich keine normale Hexe beziehungsweise keine normale Nekromantin war. Weil seine Pläne derart fulminant funktionierten, der musste mir gerade Vorwürfe machen.

„Von was redet er?“, wollte ich wissen und Gellert zog die mageren Schultern hoch.

„Ich glaub, von dem Ritual…“, wisperte Gellert gerade zu mir, als ein spitzer Schrei uns empört unterbrach.

„Dieses Ritual, was sollte das?“, funkelte Albus Gellert erregt an.

„Das war ein gutes Ritual, wenngleich ich mir mehr erhoffte…“, wandte Gellert enttäuscht ein.

„Sie... Sie wollten ihn loswerden?“, fragte ich einer plötzlichen Eingebung nach stotternd.

„Hat nicht hingehauen…“, bekannte er traurig und mit wehmütigem Blick zu seinem unfreiwilligen Verfolger.

„Was ist fehlgeschlagen?“
„JAAAA, was hast du geplant… oder besser versucht?“, fauchte Albus misstrauisch zu Gellert.

„Oh, könnt ihr nerven, ich wollte ihn nur bannen, ihn daran hindern, mich mit seinem ewigen Geplapper in den Wahnsinn zu treiben! Das war alles, dass ich ihn nicht von mir lösen kann, das wusste ich aus mehreren Gründen, die du kennst, Sonnenschein, deshalb wäre es idiotisch, sollte ich dergleichen versuchen… aber ich hatte gehofft, seine Präsenz bannen zu können, auf dass er mich nicht mehr nervt!“, erzählte Gellert offen und ich warf ihm einen aufmunternden Blick zu.

„Zu ärgerlich…“, grummelte ich, denn Gellert tat mir aufrichtig leid.

„Was soll das heißen? Bin ich SCHULD, wenn Sie Mist bauen, Miss Granger?“, hielt mir Dumbledore anklagend vor. „ Und jetzt sagen Sie mir endlich, was Sie mit meinem Stab gemacht haben…!“, verlangte er enervierend zu erfahren.

„Das ist mein Stab…“, murrte Gellert.

„GEWESEN!“, konterte Albus.

„Nun ist es auch Ihr Stab gewesen!“, säuselte ich böse, als er versuchte, mich totzustarren.

„Wie können Sie es wagen…?“, brauste er auf.

„Ich kann alles und ich werde alles… Ihre scheinheilige Art, mich und Gellert zwecks der Nekromantie zu verurteilen ist heuchlerisch, denn mal ehrlich, was sind die Heiligtümer des Todes Wenn nicht nekromantische Artefakte!?“, brüllte ich nun richtig wütend und erkannte in dem Moment, dass ich soeben offenbarte, dass wir wussten, was diese beiden Prachtburschen Zeit ihres Lebens zu vereinen versucht hatten.

„Sie wissen davon?“, echote Albus und auch Gellert schaute überrascht hoch.

„Dass Ihr Stab der sogenannte Elderstab ist oder besser war?… Ja!“, bekannte ich nun ruhiger, wenngleich ich das Wissen um den Ring von mir gewiesen hatte und auch nichts wegen Harrys Tarnumhang sagen würde. „Und ich bekenne, dass ich diese ganzen Geschichten als großen Unsinn ansehe, ich glaube nicht an diese Artefakte und wenn doch… so interessieren sie mich nicht!“

„Heuchlerin…“, ätzte Albus mir verächtlich entgegen.

„Warum? Nur weil Sie ihnen verfallen sind?“, schleuderte ich ihm anschuldigend entgegen, denn ich erinnerte mich sehr wohl an den irren Glanz in seinen Augen als er den Stein der Wiederauferstehung in Händen gehalten hatte. „Sie selbstgerechter, unangenehmer Hypokrit!“

„ICH?! Was sind dann Sie? Sie hinterhältige Natter! An dem armen, unschuldigen Jungen…!“, keifte Albus zu mir.

„Alter, scheinheiliger, selbstgefälliger Pharisäer!“, presste ich wütend durch meine schmalen Lippen. Ich eine Natter, was war er? Er wollte Harry wie ein Schwein zur Schlachtbank führen, er behandelte Harry wie einen Bauer auf dem Schachbrett, ohne ihm die Chance auf Selbstbestimmung zu geben.

„Sie sind eine ganz miese Agitatorin!“, warf er mir vor und da platze mir fast der Kragen, unter Anbetracht, wie er versucht hatte alle zu manipulieren, als hätte ich Harry tatsächlich noch gegen ihn aufwiegeln müssen, das schaffte der Alte ganz von alleine.

„Ich und eine Aufwieglerin… ich zeig Ihnen gleich…“, war ich kurz davor, handgreiflich gegen ihn vorzugehen.

„SCHLUSSSSSSS, ihr beiden seid ja schlimmer als er und ich zusammen! Hört auf!“, brüllte nun Gellert aufgebracht und derart durchdringend, dass wir abrupt verstummten, da er sich wutschnaubend, mit hochnotrotem Kopf über die Theke beugte und aggressiv seine flachen Hände auf die Platte klatschte.

„Brutal, wie schön, dass wir alle zivilisiert sind, unter Anbetracht, dass euch bestimmt die Hälfte aller Menschen in euren hochgestochenen, wortgewandten und schlagfertigen Beschimpfungen nicht mehr folgen kann! Aber wir können gerne weitermachen, bis euch die Fremdwörter ausgehen…“, zeterte Gellert weiter und selbst mir kam es vor, als würden wir versuchen, uns auf eloquente Weise mundtot zu machen.

Das führte dazu, dass wir diesen unseligen Disput abbrachen. Mein Hass auf Dumbledore nahm sekündlich zu und das bemerkte auch Gellert, da er mich mehr oder weniger mit den Worten „… dass er sich um den alten, zänkischen Zausel kümmern würde“ abservierte.

Vielleicht hatte er recht, denn mein Racheakt stand sehr klar in meinen Gedanken. Ich musste meine Wut auf Albus Dumbledore kanalisieren, damit ich mich endlich in diesen Ferien dem Wesentlichen Stellen konnte, um dieses Desaster zu beenden.

„Hermione, was tust du hier?“, fragte mich von der Tür ein überraschter Draco und ich blinzelte konsterniert, noch in meinem Zorn gefangen.

„Bitte…?“, hauchte ich perplex.

„Hast du Zeit?“, wollte er erfreut wissen und beugte sich zu mir, um mich zärtlich auf die Stirn zu küssen, während ich aufstöhnte. Ich hatte es vermisst, jemandem nah zu sein, aber mit dem taxierenden Albus in meinem Rücken verging mir die Lust, mich mit Draco zu beschäftigen.

„Nein, ich muss gleich weiter, was willst du von Gellert?“, fragte ich daher nach.

„Oh… nun ja, ich muss Grindelwald in die Burg holen, dort brauch ich ihn…“, wand er sich sichtlich unter meinem scharfen Blick.

„Ähm Sorry, Jüngelchen aber ich müsste deine Angebetete noch etwas fragen…“, warf Gellert mit erhobenem Zeigefinger ein und schien mir aufrichtig interessiert, mir noch etwas mitzuteilen.

„Nicht jetzt… Hermione, bitte!“, wiegelte Draco ab, dabei wägte ich ab und nickte langsam.

„Wenn das so ist…“, gefiel mir die zu große Distanz zwischen uns gar nicht, aber sie war nicht zu leugnen.

„Was planst du?“, forschte ich nach, denn Gellert war nicht allein, das war gefährlich, auch wenn Albus bis jetzt mit niemandem Kontakt aufnehmen konnte, sein Portrait würde es irgendwann können.

„Mhm… du weißt von Ollivander und dass wir die Stäbe geholt haben, ich will ihm einen geben…!“, bekannte er leise, mit Blick zu dem Mann in meinem Rücken.

„GELLERT?“, schrie ich und schon schob sich sein neugieriger Kopf in den Türrahmen.

„Ja, was dagegen, Sonnenschein?“, stellte er eine sehr süßliche, sehr rhetorische Frage. „Und das war eigentlich das was ich dich noch Fragen wollte…“, erklärte er zahnlückig vor sich hin strahlend.

„Ich fände das sehr dumm von Ihnen, Miss Granger und das, was den jungen Malfoy reitet, ist nicht koscher!“, plapperte Albus äußerst enervierend dazwischen.

„Halt dein Maul!“, brüllte Gellert wegen Albus und Draco zuckte zusammen, sah zu Gellert als wäre er irre und verrückt und ich erkannte, wie Gellert in der Burg wirken musste, aber Albus verstand es auch vortrefflich, einen in den Irrsinn zu treiben. Hierbei obsiegte nun mein Mitleid, da ich schlussendlich schuld an der vertrackten Situation war.

Hierbei erinnerte ich mich an Nurmengrad zurück und Gellerts gewichtige Worte, damals:

„Ich, Gellert Grindelwald, verspreche, den Zauberstab zurückzugeben, sobald wir Nurmengard verlassen haben und nichts zu unternehmen, MIR KEINEN ANDEREN STAB ANZUEIGNEN!“

Und diese listige Schlange, die er geworden wäre, wenn er jemals Hogwarts besucht hätte, grinste verschlagen um die Ecke zu mir, da er nicht dumm genug war, ohne meine Erlaubnis einen Zauberstab anzunehmen, selbst wenn Draco ihn ihm großzügig anbot.

„Gut, beeil dich! Ich hoffe, ihr findet schnell einen passenden!“, gab ich somit mein spontanes Einverständnis, aus meiner Schuld geboren und hoffte, es nie zu bereuen!

„ECHT?!“, „Sonnenschein!“, „Sind Sie jetzt vollkommen verblödet!?“, waren die Reaktionen von Draco, Gellert und Albus!

Der erste erstaunt, der zweite erfreut und der dritte fassungslos.

„Was schaut ihr so? Du hast recht, aber ich möchte Ihnen sagen, Gellert, dass ich Ihnen vertraue, missbrauchen Sie mein Vertrauen in Sie bitte nicht und machen Sie keine Dummheit…“, warnte ich ganz sachte und freundlich.

„Drohst du mir?“, fragte er vergnügt und tänzelte auf mich zu.

„Nein, aber Sie wissen, was ich kann und machen würde, sollten Sie mich vor die Wahl stellen…“, stellte ich nüchtern richtig und auf Dracos unleserlicher Maske konnte ich ausmachen, dass er gerade gar nichts verstand.

„Warum sollte ich mein Licht löschen wollen?“, gab Gellert doppeldeutig, mit zahnlückigem Lächeln von sich.

„Schön, dann viel Spaß euch!“, küsste ich Draco rasch auf die Wange und entschwand mit dem zweigeteilten Gewissen, ob ich richtig handelte oder nicht.

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BeitragThema: 379. Kapitel The Thrones of Passion   Mo Jun 03, 2013 12:25 am

379. Kapitel The Thrones of Passion, Die Qualen der Leidenschaft

Mit wehenden Kleidern flog ich meiner Suite entgegen, noch im Rausch der Wut gefangen, den Albus in mir geschürt hatte. Ich durchwühlte meinen Hogwartskoffer und als ich endlich das Kleinod gefunden hatte, eilte ich mit dem Schatz in meine Bibliothek, die mir auch als Studienzimmer diente und die Lucius mir zu Weihnachten geschenkt hatte.

Entschlossen ließ ich mich auf meinem Stuhl, hinter meinem filigranen Schreibtisch, nieder und schlug entschlossen das kleine schwarze, unscheinbare Buch auf.

Fast wehmütig blätterte ich die Seiten um und erinnerte mich widerstrebend zurück an das Ende meines vierten Jahres. Ich dachte an die Ferien dieses Sommers, als meine Eltern noch bei mir gewesen waren. Alles hatte damals begonnen und meine Vorbereitungen waren in die heiße Phase gegangen und irgendwann hatte es kein Zurück mehr gegeben, für niemanden und erst recht nicht für mich.

Seit damals hatte sich so unglaublich viel getan! Ich dachte über alles nach. Über so viele Tote, meine Eltern, Sirius und Dumbledore, aber auch Rita, Francis Greengrass, mein Trupp, oder Hannahs Dad und Mum, also Mr. und Mrs. Abbott, Umbridge genauso wie Bole, mein erster Toter und Jugson, den es im Ministerium erwischt hatte.

Dann über Gellerts Flucht aus dem Gefängnis Nurmengard oder meinen Beitritt bei den DeathEatern, als Dienerin des Dark Lords!

Über die Geburt, die ich durchzuführen gezwungen bis hin zur Folterung von Remus oder Lavenders und nun auch Bills Schicksal, als verkrüppelte Werwölfe! Ich fühlte mich fast gehetzt, in meinen schrecklichen Erinnerungen, da es beinahe zu viel war, was ich erlebt hatte.

Davon mal abgesehen gab es noch mein neues Leben im Manor, oder die stetige Bedrängung durch meine drei Männer. Ich würde sagen, Dracos Zeichnung und dann Severus‘ Zeichen waren die absoluten Höhepunkte, zweier sehr unübersichtlicher Jahre, aber selbst das konnte ich noch toppen.

Man durfte den Lord nicht vergessen, dessen Dienerin ich geworden war, aber wie immer wuchs ich weit über mich hinaus und schaffte es, auch dies in den Schatten zu stellen. Mir entwich ein leises Wimmern, denn auch die Nekromantie sowie das SoulGatherer-Dasein kamen dazu, um die Katastrophe komplett zu machen.

Geschlagen schloss ich die Augen und überlegte, erinnerte ich mich in all dieser Zeit an etwas Schönes? An etwas wirklich Erhebendes, das nicht mit Mord und Totschlag, der Vernichtung und Zerstörung zutun hatte?

Ich erinnerte mich nicht und ich wollte gar nicht zu genau nachdenken, weswegen ich nun Ritas Buch endgültig aufschlug. Ich hatte es vor viel zu langer Zeit aus ihrer Wohnung gestohlen und es hatte mir große Dienste erwiesen, bei meiner Suche nach der Vergangenheit.

Genauer gesagt bei der Vergangenheit von Albus Dumbledore aber auch die von Gellert, eigentlich hatte Gellert und mich erst dieses Buch zusammengebracht!

Ohne dieses hätte ich mich nie auf die Suche nach ihm gemacht und hätte mich, ohne seine Hilfe, in der Nekromantie vollständig verloren und wäre ohne Ausweg vielleicht zum Dark Lord geflüchtet und wer weiß, ob mich dieser jemals wieder aus dem Dark Manor entlassen hätte?

Dieses Buch enthielt viele Wahrheiten und vielleicht war nun die Zeit gekommen, einige der Öffentlichkeit kundzutun!

Nicht alles, aber einiges und das war schon genug und so begann ich, mein letztes Verspechen an Rita Skeeter zu erfüllen und den Weg zu gehen, ihr Buch zur Veröffentlichung fertig zu schreiben.

Ich vertiefte mich und arbeitete rasch, gründlich und routiniert. Bald stand ein grobes Gerüst, was ich als Biographie zu veröffentlichen gedachte.

Schließlich legte ich mit Bedacht meine Feder beiseite und ließ einen selbstvergessenen Blick über mein Reich schweifen. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass die Zeit rasch dahineilte und es mittlerweile finsterste Nacht war. So legte ich nun mein Haupt schief und mir fiel ein, dass ich weder Lucius noch Severus auch nur im Entferntesten gesehen hatte. Man bemerkte, dass die „echten“ Ferien noch nicht begonnen hatten, dass vieles noch nicht erledigt war und alle noch arg beschäftigt waren, aber ich würde mich nicht beschweren, schließlich genoss ich, dass ich Zeit für mich hatte.

Ich erhob mich müde und versteckte noch schnell unter einem von mir gelösten Fensterbrett, das ich verzauberte und sicherte, meine Unterlagen, bevor ich mich ins Bett legte und nachdachte, was für Konsequenzen es hätte, Dumbledores Andenken zu demontieren.

Schließlich kam ich, nach reiflicher Überlegung, dazu, dass es keinen Unterschied machen würde, denn die Meinungen waren gebildet und festgefahren und es würde einfach auch eine Genugtuung für mich, aber auch für Harry sein!

Ich sah regelrecht Dumbledores graues Gesicht vor mir, wenn ich ihm das Buch unter die zu lange Nase halten würde. Der fassungslose Ausdruck, die geschockte Miene, die ihm entgleisenden Züge, dieser Anblick würde episch sein.

Schlussendlich wälzte ich mich in meinen Laken unruhig hin und her, denn so recht wollte mich der Schlaf nicht überkommen und auch wenn ich kurz einnickte, schrak ich atemlos wieder auf und lauschte meinem schnell schlagenden Herzen. Nun reichte es mir, entschlossen stand ich auf und warf mir über mein langes, seidenes, silbergraues Nachtgewand, mit silberner und roséfarbener Stickerei den passenden Morgenrock über.

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Die kühle Seide glitt geschmeidig über meine erhitzte Haut und ich blickte rasch auf die Uhr, 3 Uhr morgens. Irgendetwas ließ mich unruhig sein, kein Wunder, denn ich lebte seit langem wie eine Nonne, das setzte mir zu, ich vermisste Dracos und Severus‘ Nähe. Hier, zu Hause, war sie mir in den letzten Wochen ferner gewesen als in der Schule.

Meine Füße steckten in silbernen, passenden Pantoletten, während ich huschend durch das schlafende Manor lief. Ich wusste nicht, wohin es mich in meiner Aufmachung trieb und man hätte mich durchaus für ein Schlossgespenst halten können, weil ich in der Dunkelheit hell erstrahlte.

Das lange Nachtkleid und der Morgenrock wehten raschelnd um meine Beine. Ab und an hielt ich an einem der Fenster an und blickte selbstvergessen in den nachtschlafenden Park, der von leichtem Mondlicht beschienen wurde.

Mein innerer Unfrieden ließ sich nicht abstreifen, während ich über Umwege im Erdgeschoss landete und von hinten den Weg Richtung Foyer einschlug. Gerade wollte ich forschen Schrittes die Eingangshalle durchqueren, als ich das Öffnen der Tür zum Kerker gerade mitbekam und deswegen rasch bremste, um in der Nische links von mir Schutz zu suchen.

Gespannt verfolgte ich, wie zuerst Severus aus dem unterirdischen Gewölben schlüpfte, gefolgt von einem erstaunlich und unerwartet mitgenommen wirkenden Lucius. Also verharrte ich stumm und wartete.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

„Du wirst alt…“, warf ich ihm ironisch vor.

„Schmeichelhaft, wie eh und je!“, erwiderte Lucius zynisch, aber dann doch mit ungewohnt müder Stimme.

„Oder was beschäftigt dich? Sonst schaust du nicht derart mürrisch aus, wenn du deiner liebsten Beschäftigung nachgehen kannst, oder darfst!“, erinnerte ich ihn mit so etwas wie beißendem Spott an sonst gegebene Tatsachen, weil er gerade seine gewohnt finstere Seite verleugnete, indem er wirkte, als hätte es ihm zum ersten Mal keinen richtigen Spaß gemacht, das zu tun, was er wahrlich gut konnte!

Schmerzen zuzufügen! Leiden zu lassen! Und jemanden zu quälen!

„Das ist es nicht! Keine Bange, Severus, dass mich eine derart unerwartete Gefühlsregung wie Mitleid überschwemmen oder gar hemmen könnte! Aber mir ist gegenwärtig, dass er da unten kein leichtes Material ist… verbohrt und stur… nicht leicht zu überreden! Ich werde wohl auf Bellatrix‘ Fang zurückgreifen müssen…“, stöhnte er leidlich und wirkte widerwillig.

„Wie meinen? Du bist besorgt, weil er gerade beim Lord derart unkooperativ war?“, forschte ich insistierend nach.

„Mehrere Gründe… erstens sind Zauberstabmacher rar, zweitens sind sie durchaus magisch nicht unbegabt! Sieh, er konnte der Legilimentik durchaus widerstehen, was bedeutet, dass man ihn brechen muss, damit sein Geist Zugang gewährt…“, erklärte er dann doch und seufzte, während er sich eine seiner Strähnen zurückstrich.

„Ein leichtes für dich!“, räumte ich schnell ein.

„Ich fühle mich unsäglich geehrt, dass du meine Begabung anerkennst!“, ätzte er wenig begeistert.

„Ich hatte nie behauptet, dass du auf einigen Gebieten KEINE Koryphäe bist!“, zeigte ich mich süffisant unterhalten und schränkte mein Kompliment auch gleich ein, dass er nicht universal begabt war. Er sah aus, als hätte er auf einen von Dumbledores Zitronendrops gebissen.

„Naja, wo war ich… der Lord will ihn im Ganzen, also darf man ihn nicht zu hart rannehmen, da er schon alt ist und sterben könnte, also muss ich es anders versuchen und da kommt mir dieser Fortescue nur recht, ich brauche ihn hier, als Anschauungsmaterial für den Schweigsamen…“, murrte er genervt, dass er diesen so schrecklich beschwerlichen Umweg gehen musste.

„Bösartig! Du willst ihn über Fortescue brechen…“, flüsterte ich überlegend und nickte wenig begeistert.

„Tja, diese Guten sind so schrecklich berechenbar in ihrem Verhalten…“, säuselte Lucius arrogant und öffnete im Gehen seinen stramm geknöpften Gehrock.

„Wir, als die Bösen, aber auch!“, schnarrte ich sarkastisch zurück und gab diesen wunden Punkt zu bedenken und strich mir eine schwarze Strähne hinters Ohr.

Darauf verfiel ich in Schweigen, denn besonders gefiel es mir nicht, was sich hier anbahnte. Ollivander war wichtig, ihn zu verlieren wäre schlecht, sehr schlecht. Wenigstens waren die Stäbe in Sicherheit, aber das Gute war, dass Lucius dies alles in der Hand hatte. Ich vertraute ihm blind, dass er es hinbekommen würde, dass Ollivander redete aber nicht dabei starb!

Als wir das zu große Foyer auf dem Weg in den Salon durchquerten, überraschte mich Lucius. Doch diesen Umstand hielt ich gut hinter meiner gleichgültigen Maske versteckt.

Er packte übergangslos in eine Nische, davor befand sich ein Stützpfeiler und er zog grob etwas Silbriges, Seidiges hervor.

„Tse Tse…“, schnalzte er tadelnd. „Wen haben wir denn da auf gefährlichen Abwegen?“, blickte er drohend auf sie, bevor er leise flüsternd fortfuhr: „Noch einer, den du befreien willst?“

Bei diesen Worten von Lucius ruckte meine Braue hoch, da er ihr gegenüber zugab, dass er von Lupin wusste, aber sie registrierte es gar nicht richtig, weil sie sich gegen Lucius sträubte, der sie fest in seinen Armen hielt. Sie ließ sich nicht bändigen.

Aber mit ihrer Aktion schaffte sie es nur, dass sich seine Hände fester um sie schlangen und er sie noch näher zu sich zog, aber auch meine Augenbraue wanderte unweigerlich noch weiter in die Höhe, wenig begeistert über die Tatsache, dass sie es wagte, uns derart dreist zu belauschen.

„Lass los, Lucius!“, begehrte sie auf und überhörte oder überging dabei seine Anspielung auf Lupins Befreiung durch sie, was vielleicht auch besser so war, dachte ich noch erleichtert, denn darüber mit Lucius zu diskutieren war sicher keine gute Idee.

„Warum sollte ich?“, fragte er regelrecht erquickt, denn gerade warf er mir über seine Schulter einen frechen Blick zu, die vorhergehende Müdigkeit schien wie von ihm abgefallen zu sein.

„Severus…“, presste sie empört heraus. Bitte, was sollte ich tun? Was erwartete man von mir?

Sie war doch selbst schuld, wenn sie zu neugierig war. Meine Züge musste meine Meinung kundtun, denn sie seufzte ergeben auf.

„Lucius, ich habe nicht gelauscht… naja…“, fing sie an und hielt nun endlich still.

„Tse Tse…“, schnalzte er auf den missglückten Erklärungsversuch und sie setzte von vorne an.

„Naja, ich konnte nicht schlafen und bin herumgewandert und dann… als ich gerade hier ankam, ging die Tür auf… das war ein Reflex…“, verteidigte sie sich wenig glaubhaft und schien uns die Schuld zuzuschieben, da wir die Tür geöffnet hatten. Was für ein freches Biest!

„Ein Reflex, zu lauschen?“, entschlüpfte es mir ungläubig und somit erntete ich von ihr einen finsteren Blick, während Lucius‘ Rücken verdächtig erbebte vor unterdrücktem Lachen.

„Das ist nicht komisch!“, beschwerte sie sich empört und zu meiner Verwunderung wurde sie nur noch enger zu Lucius gezogen, bis dieser seine Lippen auf ihre Stirn presste.

„Ähm…!“, murmelte sie überrumpelt in seine Halsbeuge, unter der sie sich befand. Ich erahnte, wie sehr sie ihre Größe gerade verachtete.

„Du erkennst, dass dem Lord sein Gefangener sehr wichtig ist! Er will seine Informationen, sein Wissen… jegliches Entwischen, Verschwinden oder sonstiges Einmischen von anderer Seite, wäre fatal!“, wisperte erso leise eine Warnung an ihre Stirn, dass ich es fast nicht hatte hören können, bevor er sich brüsk von ihr löste und entschlossen mit zackigen Schritt seinem bevorzugten Salon entgegenstrebte, ohne sie oder mich weiter zu beachten.

Sie stolperte, als sie so plötzlich ihrer Stütze beraubt wurde und meine Hand ging automatisch nach vorne, umfasste ihren in Seide verpackten Unterarm und erntete einen etwas benebelten Blick von ihr, was meinen Mundwinkel zucken ließ.

„Du wirkst verstört…“, flüsterte ich ironisch wegen des Grundes, der sie verwirrte, während sie sich rasch fing und sich mir nun gegenüberstellte. Ich genoss durchaus den Anblick, der sich mir bot.

„Er… verwirrt mich… manchmal!“, gestand sie widerwillig und schüttelte missbilligend das Haupt.

„Dieses Kompliment dürfte er dir bei Zeiten zurückgeben können!“, fasste ich recht ungerührt zusammen, während ihr Blick zur Tür ging, hinter der er schon lange entschwunden war.

Schließlich erhielt ich ihre Aufmerksamkeit, indem ich mein schlanker Zeigefinger sachte über ihren Kiefer hinab zu ihrem Schlüsselbein gleiten ließ, nur um dann lasziv dem Spagettiträger zu folgen, was sie zu mir herumfahren ließ.

„Was…?“

„Er hat recht, das weißt du, sollte Ollivander verschwinden, wäre dies… weniger geschickt!“, murmelte ich leise und selbstvergessen und konzentrierte mich eher auf das Gefühl ihrer zarten Haut unter meinen Fingerspitzen.

„Natürlich…“, entgegnete sie rüde, dabei blickte ich ihr intensiv in die Augen, denn sie hatte sehr wohl meine Zweifel bemerkt, daher nickte sie unterstreichend, „Ich habe verstanden!“

„Gut…“, stimmte ich zu, als hätten wir eine Vereinbarung getroffen, dass sie sich nicht einmischen würde, egal wie schwer es ihr fiel!

„Gehst du noch zu ihm?“

„Wohin sollte ich sonst gehen?“, fragte ich sie sarkastisch, worauf sie mir einen langen Blick schenkte und ich tief und entschuldigend seufzte. „Verzeih, aber nach Lucius werde ich in die Höhlen gehen, um Fortescue herzubringen. Lucius wird eine Verzögerung nicht zu schätzen wissen!“, erklärte ich ihr schweren Herzens, denn ihr Blick hatte durchaus gezeigt, dass sie sich etwas anderes wünschte.

„Natürlich…“, kam es ein klein wenig verschnupft von ihr und ich unterdrückte das Schmunzeln, dafür streichelte ich nun federleicht ihr Dekolleté.

„Du weißt, dass ich dir bald etwas zeigen möchte? Dann habe ich mehr Zeit… wir müssen reden!“, murmelte ich, wobei mir diese Zusage sehr schwer über die Lippen kam, da ich mich immer noch fragte, warum ich ihr mein wahres Heim zeigen wollte!

Auf der anderen Seite stand es ihr zu, von Prince House zu erfahren, wenn ich bedachte, dass sie mein Zeichen auf ihrem Körper trug.

„Ich bin gespannt!“, bot sie sofort an, während ich nun meine Hand zart über ihre Brust und unter ihrem Arm hindurch wandern ließ, sie auf ihr Schulterblatt legte, um sie dann abrupt, aber fest zu mir zu ziehen. Ich presste meine Lippen auf ihren Mund, den sie mir bereitwillig entgegenreckte.

Nach einem langen, harten Kuss lösten wir uns schließlich atemlos und ich drehte ihr jäh den Rücken zu, bevor ich am Korridor stoppte und ihr mit scharfem Blick hinterher sah, denn sie schien sich wieder in ihre Gemächer zurückzuziehen und ich beobachtete ,wie sie das lange Kleid mit dem Morgenrock auf der Treppe hinter sich herzog. Es war ein sehr prächtiges Bild, doch als sie am Ende der Treppe entschwand, wandte ich mich ab und betrat den Salon.

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Wow, was für ein Abgang von dem einem Despoten und nicht weniger spektakulär der von dem anderen, aber ich verstand die Information dahinter sehr wohl.

Remus und sein Tod, oder auch sein Verschwinden, waren dem Lord gleichgültig gewesen, aber von Ollivander versprach er sich mehr und damit würde man sich seinen unheiligen Zorn auf ewig zuzuziehen, wenn man einschritt.

Natürlich hatte ich verstanden, was Lucius‘ Aufgabe sein würde. Verurteilte ich ihn, dass er Fortescue foltern und höchstwahrscheinlich dabei töten würde, um Ollivander zu brechen? Ich wusste es nicht, denn wenn man mir diese Aufgabe übergeben würde, wie würde ich Prioritäten setzen?

So wie ich Lucius zu kennen glaubte, machte er eine reine und sehr emotionslose Kosten-Nutzen-Rechnung auf und bei der schnitt der Eisverkäufer gegen den Zauberstabmacher enorm schlecht ab.

Wie in Trance öffnete ich meine Türen und streifte meinen Morgenmantel gedankenverloren ab und schlüpfte ausgekühlt, wie ich nun war, unter die wärmende Decke, wenngleich mich selbst diese nicht zu wärmen vermochte. Dann schlief ich doch noch rasch mit der Erkenntnis ein, dass es immer etwas Neues zu entdecken gab.

Später am Morgen, unter der Dusche, versuchte ich, eine Entscheidung zu treffen, ob ich hier sein wollte, in dem Wissen was in den Kerkern geschehen würde und gleichzeitig wissend, dass ich nicht würde eingreifen können, oder ob ich gehen sollte. Noch um eine Entscheidung ringend, ging ich in mein Ankleidezimmer und traf dann meine Wahl. Aufgrund meiner Entscheidung kleidete ich mich für Lucius‘ Verhältnisse und Ansichten sehr eigenwillig.

Und genau dieses Unverständnis über meine Aufmachung durfte ich dann auch auf den fast schon geschockten Mienen meiner beiden Tyrannen ausmachen.

„Bitte, was ist das… da?“, kam es auch schon reichlich pikiert von Lucius, der sich gerade affektiert die Lippen abtupfte.

„Wartet doch kurz, ich erklär es gleich, erst mal einen guten Morgen!“, zwitscherte ich locker und setzte mich in meiner Jeans, die schrecklich derb wirkte, auf den teuer gepolsterten Stuhl und zog nun gerade mein praktisches, schlichtes T-Shirt zurecht.

„Ich warte…“, forderte er blasiert.

„Ich auch!“, warf Severus mit samtiger Stimme ein. Er wirkte aber merklich entspannter, da ihn meine Aufmachung gemeinhin weniger tangierte, aber er war ein bitterböser Mann, der es genoss, uns zuzusehen.

„Da, wo ich gleich hinwill, ist das hier genau richtig… und nun, wegen dem was ich gestern gehört habe, wollte ich fragen, ob es in Ordnung geht, wenn ich für ein paar Tage ganz weg bin…“, stieß ich zum Schluss hin wacker aus.

„Wohin?“, schoss sofort die lauernde Frage von Lucius daher.

„In die Wildnis…“, setzte ich an.

„Zu Greyback?“, wollte Severus sofort wissen, aber ich blickte ihn überrumpelt an und schüttelte entschieden meinen Kopf.

„Nein… zu einer „Freundin“, der ich etwas beibringen möchte…“, entgegnete ich ausweichend, aber wie mein Blick sagte durchaus ehrlich und Severus schien „Freundin“ und „Wildnis“ sehr wohl mit Lavender gleichzusetzen, denn ein sehr durchtriebenes Funkeln leuchtete in seinen tiefschwarzen Augen auf.

„Und was ist mit Draco?“, verlangte Lucius eindringlich zu erfahren.

„Oh, der ist mit seinen Geschäften beschäftigt! Und er weiß hiervon auch nichts… das geht ihn nichts an, das ist eine Geschichte zwischen IHR und mir…“, bekannte ich und Severus lehnte sich nun sehr entspannt zurück, da ich seine Vermutung damit eindeutig bestätigt hatte.

„WER?“, forderte Lucius unbeugsam, worauf ich mich unwohl wand, doch da schritt Severus zu meinem Schock ein.

„WER?“, fragte Severus an sich unnötigerweise und legte mir nun auch den Zauberstab auf die Brust und mir klappte der Mund auf, mir entglitt meine Maske, weil er mir nicht half, mein Geheimnis zu wahren, sondern von mir verlangte, zu bekennen!

Ich schüttelte vollkommen perplex mein Haupt, dafür musste es einen Grund geben. Vielleicht dachte er, das war nicht so wichtig, um geheim bleiben zu müssen?

Auf alle Fälle sah ich die ernsten Mienen und ich kapitulierte vor dieser geballten Macht.

„Lavender!“, presste ich schmallippig hervor.

„Gut!“, kam es dann auch sofort von Severus, wie aus dem Zauberstab geschossen, schließlich wusste er was mit ihr war, während Lucius konsterniert wirkte, da er anders als Severus mit diesem Namen nichts anzufangen wusste.

„Lavender, wer?“, wollte er auch schon distinguiert wirkend wissen.

„Lavender Brown, eine Gryffindor!“, informierte Severus knapp und Lucius neigte sachte über Severus‘ Erlaubnis das Haupt.

„Eine Freundin?“, schien Lucius tatsächlich überrumpelt, bevor er sich fing. „Aha, für wie lange?“

„Ein paar Tage? 3-5 vielleicht? Wenn etwas ist, bin ich über den Patronus oder mein Dark Mark zu erreichen!“, bot ich rasch an und erkannte zu meinem Widerwillen, dass Severus Lucius‘ Klaviatur perfekt spielen konnte, sodass ich ohne viele Fragen meine Erlaubnis bekam. Severus hatte mir also doch in die Hände gespielt, auch wenn ich erst gedacht hatte, dass er mich auflaufen ließ, indem er mir ein Geheimnis nicht lassen wollte.

Ich ärgerte mich unsäglich, dass ich, eine volljährige Hexe, wie ein Kind, ein Kleinkind um Auslauf bitten musste!

„Ist dies eine Flucht?“, legte Lucius gewohnt präzise seinen Finger auf die Wunde, so dass es wehtat und ich nippte an meinem Kaffee, um mein Unwohlsein zu überspielen.

„Naja, wenn du es wünschst, werde ich dir natürlich bei deiner anstehenden Aufgabe assistieren…“, bot ich reichlich nüchtern an und erntete zwei hochgezogene Brauen, eine hellblonde und eine schwarze.

„Sorge, dass man dich für zu weich halten könnte?“, amüsierte Lucius sich königlich über mich.

„Das war ich nie!“, schränkte ich sofort nachdrücklich ein.

„Unfug… es werden sich andere Aufgaben finden, bei denen du deine Fähigkeiten unter Beweis stellen wirst!“, beschied Severus ungewohnt energisch und sah mir dabei kein einziges Mal ins Gesicht, sondern behielt Lucius fest im Blick. Ich hatte keine Ahnung, über was sie kommunizierten, aber sie taten es und sie verstanden sich augenscheinlich.

„Dann wäre das geklärt, süperb!“, beendete Lucius diese Diskussion und ich konnte immer noch gar nicht fassen, dass es mir so leicht gelungen war, die Erlaubnis zu erhalten und das sogar mit, oder gerade wegen der Wahrheit.

Hermiones Sicht ende

Lucius Sicht

Es war finstere Nacht desselben Tages, als ich hinunter in die Kerker ging. Ich trug nur ein schwarzes Hemd und eine schwarze Stoffhose. In der Hosentasche steckten meine hauchdünnen, schwarzen Handschuhe, die ich vor meinem Opfer langsam und sehr genüsslich überziehen würde.

Dies war wie ein Ritual, das ich jedes Mal zelebrierte!

Ich war alleine im Manor, denn auch Severus bevorzugte es, heute außer Haus zu sein, wobei IHR Versuch dem hier zu entkommen schon fast einen Preis verdiente!

Wie sie derart leger in den Frühstücksalon hereingeschneit war, um zu verkünden, dass sie gerne für einige Tage verschwinden wollte, hatte auch ich ihren tiefen Wunsch erkannt, dem zu entfliehen, was sie gestern erfahren hatte und sich heute hier abspielen würde. Dieses Anliegen zeigte deutlich, dass sie sich nicht einmischen würde, aber dann auch konsequent vor dem hier die Augen verschließen wollte.

Wieso sollte ich mich dem entgegenstellen, wenn sie endlich einmal das tat, was man von ihr verlangte und wenn sie den Wunsch verspürte, nicht anwesend zu sein, warum sollte ich es ihr versagen? Severus‘ BITTE am Esstisch war eindringlich genug gewesen, um mich davon zu überzeugen, dem allem ungewohnt großzügig und großmütig zuzustimmen.

Insgeheim erheiterte mich ihr Lauschangriff vom Abend sehr, vor allem ihre Aussage des unendlichen Reflexes war amüsant, aber gut, bei ihr musste man damit rechnen, wenn wir das nicht wollten, dann mussten wir uns vor ihr schützen, deshalb trug ich es ihr, in meiner neu gewonnen Gelassenheit, nicht nach.

„Mr. Ollivander, erfreut Sie zu sehen. Ich hoffe, Sie fühlen sich in meiner Gastfreundschaft wohl?“, grüßte ich den Mann höflich und schrecklich jovial, wobei ich ihn abwägend maß, da der auf dem feuchtnassen Boden Kauernde nun erschrocken zu mir hochsah. Er blinzelte, bei den abrupt aufflackernden Fackeln, mit seinen irisierend hellgrauen Augen weil er geblendet war.

Er hatte vor sich hingedämmert, aber bei der tristen Umgebung verständlich.

„Was… was… Malfoy…“, plapperte er verwirrt und die strähnigen, verdreckten, weißen Haare fielen in sein mageres, faltiges und altes Antlitz.

Er hatte schon zwei Tage Gefangenschaft hinter sich und nun war auch schon seit seinem ersten, für ihn erschütternden Zusammentreffen mit dem Lord ein Tag vergangen. Also war er zwar erst kurz in unserer Gewalt, aber es hatte gereicht um ihn sichtlich zu zeichnen.

Der Gefangene selbst war in einer der geräumigeren Zellen untergebracht und seine Unterlage bestand aus groben Binsen. Während sein rechter Fuß an eine kurze eiserne Kette gebunden war, war er ansonsten recht frei in seinen Bewegungen. Es ging ihm hier vergleichsweise richtig gut!

„Wie Ihrem Lord, sage ich es Ihnen auch nochmal, ich habe Ihnen nichts zu sagen…“, fauchte der Alte müde, aber verbockt und sofort umspielte ein nichtssagendes Lächeln meine Lippen, eine Tatsache, die ihn etwas zusammenzucken ließ. Denn ganz ehrlich, das sagten sie immer!

Florean Fortescue kam gerade an, er wurde von der Magie widerwillig mitgeschleift, grob und rücksichtslos zog es ihn durch die dunklen Gänge und Treppen der Kerker. Dicke Tränen rannen ihm über die eingefallenen Wangen. Dann stieß die Magie ihn durch eine Tür in die Zelle, die von Fackeln beleuchtet wurde und in der wir auf ihn gewartet hatten.

„Wassss…?“, stieß ein überrumpelter Ollivander aus.

Schmerzlich wimmerte sein Freund auf, bevor er verwirrt, ob des Ortwechsels, das Haupt hob, aber er konnte kaum etwas durch seine in Tränen schwimmenden Augen erkennen.

Wir hatten ihm erst etwas Ruhe gönnen müssen, nachdem Severus ihn noch am Abend aus den Gefängnissen im Gewölbe geschafft hatte, da sich Bellatrix einigen Spaß daraus gemacht hatte, mit diesem armen Mann hier zu spielen. Aber ich brauchte ihn lebend, also hatte Severus ihn etwas aufgepäppelt, trotzdem sah er schon sehr gezeichnet von seiner Gefangenschaft aus.

„Florean!“, wisperte Ollivander ungläubig, der bisher von jedweder schlechter Behandlung verschont geblieben war.

„Florean!“, schrie Ollivander nun immer lauter, bis der Angesprochene unkontrolliert am ganzen Körper zu zittern begann.

„Garrick… Garrick… du bist auch hier…!“, keuchte der fassungslose Eisladenbesitzer.

„Es tut mir schrecklich leid, dieses so beschauliche Wiedersehen zu stören!“, säuselte ich affektiert und bemerkte den furchtsamen Blick in den starrenden Augen meiner Gefangenen, während sie wieder registrierten, dass ich immer noch da war.

Ich musste Wege finden, um Ollivander meinen absoluten Willen, an sein Wissen ranzukommen, klarzumachen, gleichzeitig aber musste ich den Eisladenbesitzer so lange als möglich am Leben erhalten und hier kam mir die glorreiche Idee, um Aufmerksamkeit zu erzielen, dass die „aufwändige“ Suche nach dem sogenannten „Hexenmal“ genau das wäre, was wir brauchten, um Eindruck bei dem Alten zu schinden.

In der Muggelwelt gab es die Meinung, dass es unempfindlich Stellen am Körper gäbe, die bei Nadelstichen resistent seien und kein Blut abgaben, wenn man eine Hexe war.

Hierbei wurde jeder Leberfleck, jede Warze oder sonstige geringe Abweichungen in der Beschaffenheit der Haut als verdächtig angesehen. Diese verdächtigen Stellen wurden mit einem spitzen Instrument angestochen, um das vermeintliche Teufelsmal zu finden und zu offenbaren. Es war eine makabre, schöne Show, um eindringlich zu zeigen, wie qualvoll es für den Gefolterten war, wie ein Nadelkissen angestochen zu werden, aber auch gerade für denjenigen, der gezwungen wurde, dieser Szene zuzusehen.

Fortescue begann zu verkrampfen, als ich ihm mit einem Schlenker meines Zauberstabes die verdreckten Kleider vom Leib zauberte und er sich der Scham ausgeliefert sah, nun nackt vor uns zu stehen. Sogleich schlangen sich die Stahlketten um seine Fuß- und Handgelenke, um ihn magisch zu fixieren, während, wie von Zauberhand, mein Tisch mit meinen mannigfaltigen Utensilien vor mir erschien.

„Was… was haben Sie vor, Malfoy…? Nein, nicht…!“, schrie Ollivander in meinem Rücken immer panischer werdend und es raschelte laut, da er versuchte, auf allen vieren von hinten nach vorne zu krabbeln, bis seine Kette spannte, während ich ihn zu ignorieren geruhte.

Ich wählte mit großer Präzision meine Gerätschaften aus und entschied mich nun für eine sehr schmale, aber sehr spitze Nadel.

Fortescue wehrte sich vehement gegen die Fesseln, so sehr er konnte. Er schrie und trampelte verzweifelt, nur nutzte es nichts, dabei überbrüllte er die flehenden und bettelnden Worte seines Freundes.

Ich stellte mich in Position, ihm direkt gegenüber und ließ meine gleichgültigen grauen Augen über seine ältliche, faltige und von Altersflecken übersäte Haut huschen, bevor ich meine ersten Ziele suchte und fand. Die ersten Stiche brannten immer wie Feuer. Also stach ich zuerst exakt in eine Warze an seinem Rücken und dann passgenau in ein Muttermal an seiner Brust.

Er schrie und brüllte wie von Sinnen, stieß unartikulierte Bitten aus, dass ich aufhören möge, aber das tat ich nicht. Immer wieder bohrte ich die Nadel mitleidlos in sein Fleisch und beobachtete interessiert, ob es blutete, was bedeutete, dass ich immer wieder kleine Kunstpausen einlegte, was gemein war, da er sich wieder an den Schmerz gewöhnte, aber dann fand es ein abruptes Ende, bevor ich erneut fortfuhr und es für ihn wieder wie das erste Mal war.

Ich arbeitete mich vorwärts, stach in Füße, Bauch, Brust, Anus und Penis.

Benommen von Schmerz und Scham überzog nun ein Taubheitsgefühl seinen Körper. Dieses „gute“ Gefühl des Nichtfühlens verschwand und dann kam der Schmerz umso intensiver wieder. Ich kannte mich in dieser Kunst, den Schmerz zu einer unermesslichen Qual zu steigern, zu gut aus.

Ollivander hinter uns brüllte nun ebenso hektisch und panisch, wie der Gefolterte, lautstark am Spieß.

Fortescue erreichte nun einen neuen Punkt, ihm wurde übel und er musste sich im hohen Bogen übergeben, während ich die Vorzeichen erkannt und in seinem Rücken Schutz gesucht hatte. Irgendwann gingen mir die Stellen aus und so beendete ich diese Methode. Ich legte sinnierend und mit Bedacht die Nadel ab und betrachtete versonnen die dünnen, roten Fäden Blut, die über seinen bleichen Körper hinabliefen und aus seinem vor Schmerz verkrümmten, weißen Leib, ein abstraktes Kunstwerk machten.

Gleichzeitig roch ich das Erbrochene, das vorne auch an seinem Körper hinablief und sich vor ihm in einer Pfütze sammelte. Es war weniger schön und so ließ ich die Bescherung naserümpfend verschwinden.

„Sehen Sie, Ollivander, dies passiert, wenn Sie den Wünschen des Lords zuwiderhandeln, Sie sollten froh sein, dass dies hier nicht Ihr Sohn ist…“, sprach ich, der Inquisitor, sehr freundlich zu dem Mann hinter mir, während Fortescue in einem tranceähnlichen Zustand gar nicht richtig zuhörte.

Der Sabber lief ihm über die blutig gebissenen Lippen, die Augen waren ihm schon fast aus den Höhlen getreten und wir waren erst am Anfang, daher fragte ich mich besorgt, wie weit ich mit diesem Objekt vor mir gehen konnte, ohne ihn zu töten, denn das wäre die tatsächliche, hohe Kunst!

Diesen Mann so lange am Leben zu erhalten, während die grausamsten und unvorstellbarsten Schmerzen über ihn kamen. Jemanden zu töten war immens leicht, das konnte wahrlich jeder, aber diese delikate Raffinesse, diese haarfeine Finesse und besondere Feinheit, den schmalen Grat zu finden, jemanden leiden zu lassen, aber gleichzeitig nicht seinen Tod herbeizuführen, das war es, was mich faszinierte! Hinzu kam der menschliche Körper und Geist, die, wenn sie in Extremsituationen waren, erstaunlich viel aushielten, dies war schon fast übermenschlich… ein Faszinosum!

Ich wartete noch kurz, bis ich entschlossen meinen Stab schwang und der abrupte Schmerz wieder unerbittlich über Fortescue einbrach. Es war ein alles vernichtender Schmerz, der ihn kreischend laut aufbrüllen ließ, wobei ich taub zu werden drohte, denn seine Schultergelenke drohten soeben, herausgerissen zu werden. Und es war tatsächlich so, dass sie sich auskugelten, denn ich hatte seine Arme ruckartig mit Magie auf dem Rücken zusammengebunden und jetzt zog ihn ein Seil von selbst langsam, aber stetig in die Höhe, so dass er nur noch an seinen Handgelenken hing. Seine Arme wurden wahrlich brutal hinter dem Körper nach oben gezogen und sein eigenes Gewicht lastete jetzt nur noch voll auf seinen Schultergelenken.

Da ich auch nebenbei seine Beinketten gelöst hatte, versuchte er nun, wie wild zu strampeln, doch der mörderische Zug an den Gelenken steigerte sich für ihn damit ins Unermessliche. Er schrie aus Leibeskräften. Die unglaublichen Qualen drohten ihn bewusstlos werden zu lassen, aber dafür beherrschte ich die Kunst des Folterns zu gut, als dass er es wurde und so blieb er hier bei uns.

Ein rascher Blick hinter mich zeigte mir, dass Ollivander gebrochen am Boden kauerte und bitterlich weinte über den Horror, den er gerade erlebte.

„Hören Sie auf!“, wisperte er über das Gebrüll hinweg. „Ich bitte Sie, Malfoy hören Sie auf…“, kam es wie ein Gebetsmantra, sehr flehentlich, von ihm, aber leider nicht genug.

Soeben hatte Fortescue das Schrein aufgegeben und war wimmernd verstummt, da ihm die permanenten Schmerzen die Kraft zu rauben schienen, als ich mich frohgemut an die nächste Aufgabe machte. Ich hängte nun sehr leichte Gewichte an seine Füße, was ein tosendes Brüllen nach sich zog. Ein markerschütternder Schrei gellte durch die Kerker, als ich fertig war.

„NEIN! NEIN! GNADE!“, brüllte der Gefolterte schließlich heiser, dabei mobilisierte er seine letzten Kräfte, aus den Tiefen seines alten, geschwächten Körpers, bis er abrupt verstummte und keuchend aufschlug, da ich ihn mit einem Wisch magisch losgelassen hatte. Er fiel von der Decke, lag nun zusammengesunken auf dem Boden und eine lastende Stille legte sich über die Zelle, nur unterbrochen vom Stöhnen und Weinen der beiden Männer.


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