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 Kapitel 413-414

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 413-414   Mo Sep 30, 2013 3:36 am


413. Kapitel Just for fun


Augenscheinlich hatte sie, verbissen wie sie gewesen war, nicht bemerkt gehabt, dass ich eingetreten war. Sie erschrak nur gering, aber das reichte, dass sie ganz kurz in ihrem Streich verharrte, wenn auch wirklich nur für einen Sekundenbruchteil. Ihre minimale Unaufmerksamkeit reichte jedoch aus, um das Blatt für sie dramatisch zu wenden.

Sie hätte genau in dieser Sekunde Lucius‘ neusten Angriffsversuch stoppen müssen. Doch ihr Degen stand still, reglos und nutzlos für eine Millisekunde in der Luft, sodass Lucius ungehindert an ihrer Waffe vorbeikam. Sein Degen sirrte unbeirrt auf sie zu und als sie erkannte, dass sie agieren musste, war es schon zu spät, denn im gleichen Augenblick traf die scharfe, harte Klinge seines Degens ihr weiches Fleisch und schnitt spielend leicht hindurch.

Die Klinge hinterließ einen langen, präzisen Schnitt, der von ihrer Wange, am äußeren Rand ihres Auges, bis fast hinunter zu ihrem Kinn verlief und sofort stark zu bluten begann.

„Schhh…!“, holte sie tief Luft, als sie der Schmerz traf und verzog ihr Gesicht zu einer Grimasse.
Aber sie ging sofort in Abwehrhaltung, mit erhobenem Degen.

Sie ließ sich von ihrer Verletzung nicht ablenken, indem sie aufhörte zu kämpfen, oder aber nach ihrer Verwundung griff. Sie war eine geborene Kämpferin, der Schmerz bei einem Kampf nicht fremd war.

„Du sollst dich nicht ablenken lassen!“, bellte Lucius sogleich ungehalten über diesen Fauxpas, während er bereit war, ebenfalls weiter zu kämpfen und keinerlei Regung von Schuld oder ähnlichem zeigte, weil er sie in einem an sich sportlichen Duell verwundet hatte. Aber sie forderte es auch gar nicht, während das Blut auf ihre weiße Bluse tropfte und diese dunkelrot verfärbte.

„Dann soll er uns nicht stören!“, zischte sie böse und wegen seiner Rüge sichtlich ungehalten.

Schon im nächsten Augenblick landete der teure, edle Degen, den sie bisher in Händen gehalten hatte, leise klirrend auf der Planche. Sie hatte ihn einfach wütend von sich weggeschmissen. Eindeutig war sie noch immer auf mich und ihn sauer, weil wir etwas wussten und es ihr nicht mitteilten, wodurch der Heuler für sie noch immer ein Mysterium war.

„Mir reicht es für heute! Da dies ja keine Übungsstunde mehr war, nehme ich an, dass ich gehen kann?“, herrschte Hermione ihn sehr frech an und wollte sich schon brüsk zum Gehen wenden, als Lucius blitzschnell vorschoss und sie hart am Arm fest hielt.

„Behandle meinen Besitz mit mehr Respekt!“, forderte er süßlich, aber doch auch kühl, dabei war er ehrlich erbost und fuhr dann eindringlich fort: „Und du vergisst, was ich dir im Bezug darauf, mich einfach stehen zu lassen, gesagt habe!“, verstand ich seinen letzten Satz nicht im Kontext, aber ich wusste, dass er es hasste, wenn man ihn nicht genügend beachtete.

Da kam der Pfau raus, der tief in ihm verwurzelt war. Wirklich schade, dass sein langes, blondes Haar kein Rad schlagen konnte!

War ich gehässig? Nie!

„Und was ist dann mit MIR?“, wollte sie sehr provokant wissen und ging nur auf seine erste Anklage und Forderung ein, dabei deutete sie, ihn beschuldigend, seinen Besitz zu verletzen, auf den blutenden Cut. Ich hätte fast sarkastisch applaudiert und zwang meine Mundwinkel rigoros unter Kontrolle, da sie belustigt zucken wollten!

Dass sie schon so weit war, ihm vorzuwerfen, sich auch als seinen Besitz anzusehen, nach diesen fast zwei Wochen, war schlicht und einfach brillant! Ihre Dispute mitzuerleben war herrlich und lenkte mich von meinem Schicksal als zukünftiger Leiter einer Irrenanstalt erfolgreich ab.

Lucius schaffte es immer wieder, mich in Erstaunen zu versetzen, wie schnell er zu gewissen Dingen in der Lage war, Leute von etwas zu überzeugen. Dass er besitzergreifend war, war eindeutig, denn auch ich hatte früh lernen müssen, dass er alles vereinnahmte was sich ihm bot, mich eingeschlossen, schloss ich gedanklich mit einem leisen Seufzen.

Hingegen, dass Hermione derart gemein provozierte, hätte ich nie anders erwartet. Doch dass sie sich mit einem Degen verglich, war wirklich einmalig in ihrer Ironie. Ich sollte die beiden nicht alleine lassen, dann verpasste ich die besten, humoristischen Einlagen.

Unterdessen blickte Lucius sie nur stoisch und maskenhaft an, als sie sich abrupt schüttelte, um sich aus seinem Griff zu befreien.

„Schon gut, ist ja schon gut!“, versuchte sie, beschwichtigend die Hände zu heben, da er sie nicht losließ.

„Dürfte ich jetzt gehen? Ich will… das da behandeln!“, deutete sie auf ihren blutenden Schnitt, während sie widerstrebend fragte. „Es brennt!“, meinte sie genervt, als er nicht reagierte.

„Dann geh!“, verkündete Lucius plötzlich huldvoll und behielt somit das letzte Wort, wobei hier sehr viel mehr passiert war, als nur die wenig gesprochenen Worte , die gefallen waren, das war an der gespannten Atmosphäre zu erfühlen.

Er ließ sie nun doch widerstrebend los und sie rauschte ohne ein weiteres Wort davon, sie rannte fast. Doch als sie an der Tür an mir vorbeikam und mir einen giftigen Blick schenkte, griff ich kurz entschlossen zu ihrem Oberarm und nun hielt ich sie entschlossen fest. Ihr Schwung durch den schnellen Gang half mir und ich nützte ihn und zog sie in den Flur, wobei die Tür laut donnernd hinter uns zuschlug.

Sogleich übernahm ich die Führung und nutzte unseren Schwung, um sie gegenüber der Eingangstüren des Saales an die Wand zu nageln, dabei drückte es ihr die Luft aus den Lungen.

„Was…?“, zischte sie aufgebracht.

Doch sie unterbrach sich, als sie beobachten konnte, wie ich meinen Zauberstab zückte und kommentarlos anfing, den Cut an ihrer Wange zu heilen. Darüber verzog sie ihr Gesicht zu einer Grimasse, da es schrecklich piekte und ziepte, so etwas zu heilen. Das taten diese Heilflüche bei Schnitten immer, denn auch Zauberei war kein schmerzloses Wunder.

„Bitte!“, warf ich zynisch über ihre Freude, dass ich ihr half, ein, da sie noch immer aussah, als hätte sie auf eine Zitrone gebissen, doch ich entließ sie nicht aus ihrer Gefangenschaft, sondern hielt sie immer noch entschlossen zwischen mir und der Wand fest.

„Ich bin noch immer sauer auf dich!“, schimpfte sie ungehalten.

Darüber konnte ich nur abfällig schnauben. „Weswegen?“, warf ich spöttisch fragend ein, dabei hob ich abwartend eine Braue, blieb unbewegt.

„Ich bin mir sicher, dass du weißt, worum es geht und du sagst mir nichts!“, fauchte sie vorwurfsvoll, aber ich blieb ruhig.

„Draco absichtlich in eine Falle laufen zu lassen ist absolut indiskutabel, wenn er einen so schwierigen Auftrag hat und zu alledem, glaubt er auch noch, dass ich sie ihm gestellt habe! Und ich weiß nicht mal, was überhaupt gemeint ist… boykottierst du Draco?“, lamentierte sie empört weiter und ich rollte mit den Augen, darauf blitzte es gefährlich in ihren auf. Am liebsten hätte sie mir nun die Augen ausgekratzt, das sah ich nur zu deutlich.

„Es geht um den Trank…“, flüsterte ich und in meinem Geist tauchte eine Szene vor meinen Augen auf, in der ich sie sehr wohl gewarnt hatte, aber auf meine ganz eigene Art und Weise.

„Bei einem so brillanten Kopf, wie dem deinen, ging ich davon aus, dass du weißt, was du tust! Es war nicht an mir, mich einzumischen!“, erwiderte ich nur schlicht, was sie noch mehr aufbrachte.

Es begann, immer gefährlicher in ihren Augen zu Funkeln und ich fragte mich, ob sie mein Kompliment an sie registriert hatte, oder ob es nicht zu ihr durchgedrungen war und da sie noch immer Unverständnis offenbarte, wollte ich ihr auf die Sprünge helfen.

„Erinnere dich an meine Worte!“, rief ich ihr meine letzten, bedeutsamen und so schicksalhaften Worte von damals, in der letzten Brauphase des Trankes, wieder in den Sinn: „…dass eben nicht jeder Trank so wirkte, wie man es gerne hätte? Habe ich das gesagt oder nicht?“, fragte ich provokant und sie wirkte kurz sprachlos.

„Ich fasse es nicht… das ist unglaublich… wie wirkt er?“, rief sie energisch aus.

„Frag das Draco. Ich habe keine Studien zu diesem Trank angefertigt!“, meinte ich lapidar.

Sie wollte gerade frustriert die Hände in die Luft werfen, doch ich reagierte sofort, ergriff ihre Handgelenke bestimmt mit meinen und hob sie kurzerhand über ihren Kopf, hielt ihre Arme mit einer Hand fest an die Wand gepresst. Sofort riss sie empört die Augen auf, aber ich ließ gar nicht zu, dass sie zu schimpfen beginnen konnte, sondern presste meine Lippen hart und fordernd auf ihre.

Ich war ungeduldig und fühlte, dass sie mir fehlte, eine Erkenntnis, die mir nicht gefiel, aber als meine Lippen ihre berührten, spürte ich, wie das Begehren umgehend durch mich strömte. Das war wahrlich kein Wunder, denn schließlich sah ich sie augenblicklich viel seltener als gewohnt. Sie drehte ihren Kopf energisch zur Seite, sodass meine Lippen auf ihre vorherig verletzte Wange trafen, die noch von einem verheilenden roten Streifen geziert wurde.

Ich zog irritiert mein Haupt zurück und musterte sie kritisch. Wollte sie sich mir nun ernsthaft verweigern, wegen dem Trank? Weil ich ihrer Ansicht nach nicht genug auf die Gefahren hingewiesen hatte? Das sollte nicht ihr Ernst sein, denn mir war absolut nicht nach Spielchen zumute!

„Nein, keine Küsse! Ich küsse nicht… mehr! Nicht…“, bat sie fast schon flehentlich, was mich sehr perplex zurückließ. Es erinnerte mich an damals, als ich es mir immer versagt hatte, Minna zu küssen, aber über dieses Hindernis waren wir längst hinaus, schlussendlich küssten wir uns oft, aber es hörte sich so an, als ginge es auch nicht wirklich um den Trank, sondern nur ums Küssen!

Ich musterte sie genau, aber ich konnte keine List oder ähnlich Trügerisches in ihren Augen ausmachen, nur Ernsthaftigkeit, was mich noch perplexer werden ließ. Was für einen Grund könnte sie haben?

War sie damals beim Frühstück deshalb ausgewichen, weil sie schon an dem Tag nicht hatte küssen wollen? Hatte dies gar nichts direkt mit Lucius zu tun gehabt? Trotz allem erschloss sich mir ihr Grund noch nicht ganz!

„Was? Warum das? Zu viel Zeit mit Lucius verbracht, wirkt er ansteckend in seiner Abneigung, das Küssen betreffend?“, höhnte ich schließlich sarkastisch, weil ich nur zu genau wusste, Lucius küsste nicht gerne und an sich nie.

In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie erlebt, dass er irgendeine Frau geküsst hätte!

Er tat und machte viel mit ihnen. Er hatte viele Frauen gehabt, aber selbst Narcissa, seine Ehefrau, hatte er nicht küssen wollen. Er hatte ihr immer nur die Hand geküsst, selbst als seine Braut. Und auch bisher hatte er nie gezeigt, das Biest in dieser Beziehung anders zu behandeln als andere Frauen, denn ich hatte nie erlebt, dass sie sich richtig geküsst hätten.

„Nein, wie? Wie, echt… warum?“, stotterte sie sichtlich überrumpelt ob dieser Offenbarung.

Sie schien regelrecht aus dem Gleichgewicht gebracht. Meine Aussage, dass Lucius nicht küsste, schien sie zu verwirren und deswegen verengte ich misstrauisch geworden die Augen. Sollte das wirklich bedeuten, was ich dachte, dass es hieß?

Er küsste sie? So richtig? Seit wann? Wie kam es, dass mir das bisher entgangen war? Ging ja schlussendlich gar nicht.

Plötzlich wurde mir bewusst, was es auf der anderen Seite bedeutete. Anscheinend ließ sie es zu? Aber bei mir jetzt nicht?

In mir begann es gefährlich, wegen dieser Vermutung zu gären und es würde nicht gut mit mir Kirschen essen sein, sollte sie versuchen, hier Unterschiede zwischen uns zu machen.

Sofort war ich auf der Lauer und beobachtete sie nur noch genauer, als sie sichtlich konsterniert, aber auch entschieden den Kopf schüttelte.

„Und nein, Lucius, so ein Unsinn… es, die, also naja… die Dementoren…!“, stotterte sie dann leicht wirr vor sich hin und überraschte mit diesem Grund auch mich.

Kurz starrte ich sie perplex an und mein Griff um ihre Handgelenke verfestigte sich. Dieses Dummerchen, das sie durchaus sein konnte, wenn sie denn wollte.

Jetzt verstand ich es! Dieser triviale Grund der Nekromantie stand ihr im Weg und ich war viel zu sehr auf verschlungenen Wegen der Verschwörung gewesen, aber es waren keine abgekarteten Spielchen, die sie und Lucius hier spielten. Meine Sorge, dass sie sich mir entziehen wollte, war unbegründet, denn es war das Offensichtliche, was sie hemmte!

Sie fürchtete sich vor sich selbst und konnte anscheinend nicht vergessen, was damals mit dem Dementoren vorgefallen war. Aber ich gestand mir ein, dass mir nun erst das Bild von damals, als sie die Seele in sich aufgenommen hatte, um sie danach wieder auszuhauchen, in den Sinn kam.

Für mich war dieses Erlebnis ein sehr interessantes und durchaus faszinierendes gewesen, aber nicht mehr oder auch nicht weniger. An sich war ihr Gedankengang urkomisch, wenn sie wegen diesem Umstand dachte, dass ich oder auch Lucius sie nicht mehr küssen wollten, durften oder sollten? Wenn Lucius denn entschieden hatte, sie küssen zu wollen, bei ihr eine Ausnahme zu machen, würde er sich von solchen Gedanken nicht abhalten lassen.

Warum? Um uns zu schützen? Wovor?

Dieser Gedankengang, der so vollkommen Gryffindor war, war so hirnrissig, dass es fast schon wieder wehtat. Gerade war ich tatsächlich versucht, ihr rigoros Punkte abzuziehen!

Severus Sicht ende

Lucius Sicht

Ich war schlicht und ergreifend verärgert, dass sie den Degen einfach so bockig, wie ein kleines Kind, auf den Boden geworfen hatte und derart unangebracht, wie ein beleidigtes Balg, abgerauscht war, nachdem sie selbst Schuld war, weil sie nicht aufgepasst hatte. Aber andererseits, ich hatte ihr wenigstens noch mitgeteilt, dass es mir missfiel, wie sie sich gebärdete.

Aber vor allem ärgerte ich mich über Severus‘ unangekündigtes Erscheinen. Warum störte er uns?

Ich hob den wertvollen Degen lustlos auf und verstaute meinen und auch ihren wieder in dem Schrank, dabei sinnierte ich über ihre Aussage, dass sie auch mein Besitz wäre, der respektvoll behandelt werden sollte.

Sie verstand es wie keine zweite, zu provozieren, denn trotz allem was sie dachte, seit jenem tragischen Tag in meinen Räumen, als sie zu mir gekommen war, um den Verlust ihres Trupps zu gestehen, sah ich sie so nicht mehr, deshalb hatte mich ihr hier unbegründeter Vorwurf unerwartet tangiert!

Ich sah sie weder als Gegenstand noch als Besitz. Es war ungewohnt, das gab ich gerne zu, aber ich gestand es mir wenigstens ein.

Denn ich versuchte, auf ihre Wünsche Rücksicht zu nehmen. Ich versuchte, sie nicht einfach zu übergehen und ich versuchte, eine Basis zu schaffen, da halfen derartige Vorwürfe, die sie herabsetzten, wahrlich nicht.

Darüber ärgerte ich mich gerade ernsthaft und presste meine Zähne hart aufeinander. Seit diesem Heuler lief es wieder schlechter zwischen uns und das obwohl ich ihr ehrlich gestanden hatte, dass ich nicht mit ihr spielte.

Frustriert schüttelte ich den Kopf, denn ich sollte mir ihre zornige Aussage nicht zu sehr zu Gemüte führen. Mich ärgerte der Cut, den ich ihr verpasst hatte, selbst. Er hatte ihr ein gewagtes Aussehen verliehen, aber ich war nicht bereit gewesen, aufgrund dessen in unserem Duell einzuhalten.

Denn selbst wenn ich mehr auf sie eingehen wollte, Rücksichtnahme würde nie meine Priorität werden, nicht bei so was wie sportlicher Betätigung, außerdem wusste ich, sie wollte hierbei keine Rücksicht, genau wie beim Training. Ich sah in ihr etwas anderes als eine Frau wie Narcissa, die wie eine Prinzessin behandelt werden wollte und die mir nicht das Wasser hatte reichen können. In ihr sah ich eine Partnerin, die mit mir Schritt halten konnte, egal in welchen Bereichen. Ich unterdrückte das wütende Knurren, welches aus meiner Kehle drängte und eilte auf die Türen zu.

Gerade als ich hinaus eilen wollte, stoppte ich abrupt, denn ich erkannte, dass die beiden noch nicht weg waren. Sofort ruckte eine meiner blonden Brauen in die Höhe, denn ich bemerkte, dass Severus gegenüber der Tür an der Wand auf der anderen Seite stand und mir den Rücken zuwandte. An seiner Haltung machte ich aus, dass er offenbar Hermione zwischen sich und der Wand gefangen hielt.

„…? Zu viel Zeit mit Lucius verbracht, wirkt er ansteckend in seiner Abneigung, das Küssen betreffend?“, vernahm ich Severus leise, dabei kam mir in den Sinn, dass wohl auch Severus gerade versucht haben musste, sie zu küssen und sie sich anscheinend wieder zierte.

Amüsant, das versprach erheiternd zu werden und so entschloss ich mich, ein stummer Beobachter zu werden und mir das ganze mal anzusehen. Mich unterhielt, dass sie zu einfältig und moralisch war, was das betraf, als ob uns dieser faszinierende Vorfall mit den Dementoren davon abhalten würde, sie zu küssen. Denn noch war Severus auf der falschen Fährte, was den Grund für ihre Weigerung betraf.

„Nein, wie? Wie, echt… warum?“, vernahm ich ihr hilfloses Stottern „Und nein, Lucius, so ein Unsinn… es, die, naja… die Dementoren…!“, gestand sie schlussendlich gepresst.

„Das ist nicht dein Ernst!“, lauschte ich nun Severus‘ noch zynischem Wispern, das sich anhörte, als könnte er nicht glauben, was sie ihm offenbarte.

Danach ging alles ganz schnell, denn gerade wollte sie zu einer Erklärung ansetzen, was Severus unterband, indem er den kürzeren Weg wählte und sie erst mal mundtot machte. Er beugte sich hinab und presste seine Lippen auf ihren Mund und diesmal war ihm offenbar mehr Erfolg vergönnt in seinem Bestreben, sie zu küssen.

Doch dann erkannte ich, dass sie sich erneut wehrte, denn er hielt wohlweislich ihren Kopf am Kinn gefangen, somit erlaubte er ihr nicht, zu entkommen. Er küsste sie hart und fordernd und da sie sich weiterhin sträubte auch etwas brutal. Ich verengte über diesen Anblick die Augen zu Schlitzen, aber ich hatte nicht die Absicht, mich einzumischen oder mich zurückzuziehen, sondern lehnte mich nun an den Türrahmen, um entspannt weiter zu beobachten, was noch zwischen diesen beiden passieren würde.

„Sev… Sever…“, versuchte sie immer wieder, in den Kuss hinein, ihren Einwand vorzubringen, woraufhin er sich schließlich mit einem entnervten Seufzen von ihr löste.

„WAS?“, fauchte er ungehalten und sie wollte gerade ansetzen, aber er ließ sie nicht zu Wort kommen. „… Merke dir eines, das hält mich nicht ab! Nichts tut das!“, bestimmte Severus nach dem Kuss etwas atemloser, aber die Eindringlichkeit war nicht zu überhören. Schade dass ich ihr Gesicht nicht sehen konnte, denn leider sah ich nur seinen Rücken, das war aber auch eine tragische Crux.

„Warum?“, stieß sie selbst kurzatmig hervor. „… Lucius hat das auch gesa… sagt…!“, war ihre vernehmbar unsichere Antwort nur ein Hauchen und es klang zum Ende hin etwas erschrocken, so als hätte sie das eben Gesagte nicht wirklich offenbaren wollen. Denn es implizierte, für den größten Idioten, dass wir uns geküsst hatten. Ich selbst fand es nicht so prickelnd, dass sie es Severus gegenüber kundtat, denn der gute Junge musste wahrlich nicht immer alles wissen.

„So weit also?“, murrte Severus leise, dabei kam mir in den Sinn, dass er nun schon mehr in den letzten Tagen mitbekommen hatte, als für mich erbaulich war. Erstens mein Nachgeben nach dem Heuler, als ich zugab, nicht mit ihr zu spielen, dann mein Bekenntnis nach dem Pfauengeschenk, dass ich noch nicht alles besaß und die Szene im Salon, als ich Hermione überredete, mir zu gratulieren und sie vor mir auf dem Tisch gelegen hatte und letztendlich das Frühstück, nachdem mich Hermione am frühen Morgen in meiner Suite besucht hatte und ich fast in alte Verhaltensmuster zurückgefallen war und versucht hatte, sie sehr stark in meine Richtung zu manipulieren. Nur gut, dass er nicht wusste, wie nachgiebig ich ihretwegen den Weasleyszwillingen gegenüber gewesen war.

„… Lucius hat dich also… tatsächlich geküsst…“, stellte Severus auch schon etwas ungläubig, aber sehr ruhig fest.

Leider, zu meinem Leidwesen, kannte mich Severus wie kein zweiter und wusste um die Bedeutung dieser Tat von Anfang an, aber bisher war es ihm verborgen geblieben, dass ich bei ihr immer wirklich sehr viel mehr gewollt hatte, als von anderen, aber er riss mich aus meinen Überlegungen.

„Sieh an…“, höhnte er bissig, aber er legte gleich nach. „… und nun? Unbefriedigt?“, fragte er lasziv. Dabei zeigte sich Severus urplötzlich wieder gewohnt einfühlsam und nahm einfach sehr impertinent an, dass es mehr als ein paar Küsse nicht gegeben hatte, was für ein eingebildeter Snob.

Kannte er sie so gut, dass er wusste, sie würde nicht weitergehen, oder hatte er dies aus meinem Verhalten der letzten Tage geschlossen?

Aber wie auch immer, in Severus zu lesen war verdammt schwer und dann ging es auf einmal sehr schnell und meine helle Augenbraue wanderte in die Höhe!

Denn soeben drückte er ihr wieder seinen Mund auf und sie schien von seinen Worten wie losgelöst. Leider hatte ich nicht sehen können, wie ihre nonverbale Kommunikation abgelaufen war, aber so musste ich verfolgen, wie sie sich heftig, regelrecht gedankenlos in den Kuss stürzte, als würde sie verhungern. Vielleicht war es tatsächlich so, wie er ihr unterstellte, dass sie „unbefriedigt“ war!

Denn ihre ganzen Sorgen bezüglich des Küssens schienen wie weggeblasen zu sein.

Sie begannen einen getriebenen, leidenschaftlichen Kuss, während dem Severus auch ihre Hände, die dann sogleich flink über seine Kleidung huschten, aus seinem festen Griff entließ und schon glitt sein schwarzer Gehrock über seine Schultern zu Boden. Man konnte nicht behaupten, dass sie zurückhaltend oder scheu vorging.

Es war, als hätte man einen Schalter umgelegt und ich trauerte der Erkenntnis hinterher, dass sie sich bei mir immer derart strikt zurückhielt.

Sie war äußerst geschickt darin, ihn aus den unendlichen Lagen Stoffes, die er um seinen Leib legte, zu befreien. Schnell hatte sie auch schon einige Knöpfe seines Hemdes in ihrer Hast geöffnet, dann zerrte sie den störenden Stoff gierig von seinen Schultern. Das Hemd war augenscheinlich noch nicht mal ganz offen, aber es schien ihr zu reichen, da sie sich nun an seinen nackten Schultern festhielt, während Severus sie weiter heftig und stürmisch küsste und offenbar wie nebenbei zauberte.

Im nächsten Augenblick war sie untenrum auch schon völlig entkleidet, was ich erkannte, als ich vorsichtig an Severus vorbei sah, um zu erkunden, was er gezaubert hatte, denn das Wirken von Magie hatte ich gespürt. Meine Mundwinkel zuckten amüsiert über diesen unbeherrschten und sichtbar ungeduldigen Severus. Ihre Sportkleidung, die für solche spontanen Situationen sicher deutlich unpraktischer war als ein Kleid, war auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Ich selbst war neugierig, beugte mich erneut leicht zur Seite und konnte einen Moment an Severus vorbeischauen. So erkannte ich, dass sie nun bis auf die weite, vollgeblutete Bluse völlig nackt war.

Interessant!

Severus verstand es doch, verrucht vorzugehen.

Rasant glitten Severus‘ Hände rücksichtslos und gierig unter das weite Hemd, dabei sprangen einige Knöpfe unbeachtet ab. Sofort strichen seine Hände fahrig über ihre nackten Rundungen, ihre straffen, kleinen Brüste, von denen ich leider nur wenig zu sehen bekam, ihre Taille entlang und dann griff er unter ihren Po und hob sie federleicht hoch.

Sie stöhnte hörbar, als er sich zwischen sie drängte und noch mehr an die Wand pinnte.

Diese bösartige Kellerassel hatte ihr absichtlich die Bluse gelassen, nur um mich zu ärgern. Er musste wissen, dass ich hier stand und zusah, denn ihm entging so was nicht! Umso mehr war es eine Frechheit, dass er ihr absichtlich dieses weiße Stück Stoff ließ und mir damit viel zu viel der Fantasie!

Das tat er nur, um mich zu ärgern!

Was mich dies annehmen ließ?

Dass sie eben auch unter der Bluse befreit war von lästigem Stoff, indem sie keinen BH mehr trug, deutete darauf hin, dass er ihr sehr bedacht das Hemd angelassen hatte. Leider war Severus ein zu guter Zauberer.

Ein kehliges, tiefes Stöhnen ertönte gerade von ihm und ein helleres von ihr, sowie dass sie jetzt ihre Beine willig um seinen noch immer bekleideten Leib schlang, um ihn zu sich zu ziehen.

Aber ihre Töne sagten mir, dass es anscheinend schon zur Sache ging, ohne langes oder gar ausdauerndes Vorspiel. Schnell und getrieben vereinigten sie sich. Nun warf sie ihren Kopf in den Nacken. Jetzt, wo sie sich an Severus‘ Schultern festhielt und er sie angehoben hatte, konnte ich sie noch besser beobachten. Sie gab sich ihm begierig, begleitet von einem kleinen atemlosen Keuchen, hin, das mir sehr klar suggerierte, dass er nun schon in sie eingedrungen sein musste.

Bei diesem klaren Bild vor mir ballte ich die Hände kurz zu schmerzhaften Fäusten und mir kam unweigerlich die sehnsüchtige Frage in den Sinn, ob sie sich immer so gaben, oder ob ihr ungeduldiges Verhalten wirklich daher rührte, dass sie ausgehungert und unbefriedigt war, weil Draco nicht da war und ich sie auch noch in den letzten Tagen immer wieder bewusst angestachelt hatte, mit meinem absichtlich verführenden und sinnlichen Gebaren.

Ihre Vereinigung war roh, fast brutal und bar jeder Finesse, doch sie schien es zu genießen. Sie hatte den Kopf zurück an die Wand gelehnt, hielt die Augen geschlossen, ihre Hände auf Severus‘ zum Teil entblößten Schultern und ihre Nägel krallten sich durchaus rücksichtslos in seine Haut und sie ließ sich heftig von Severus nehmen. Seine Hüften ruckten in einem stetigen, sehr schnellen Rhythmus nach vorne und sie nahm es an. Dass ihm diese Art gefiel, war mir gegenwärtig, denn er war kein Freund von langen, aufhaltenden Vorspielen oder ähnlichem. Er fand vieles eine Zeitverschwendung. So, wie er im normalen Umgang auch war, kam er, wenn überhaupt, gern zielstrebig zur Sache.

Er konnte sehr geduldig sein, wenn es um eine Mission oder einen Trank ging, aber wenn er Sachen besaß und sie haben wollte, dann sah er es selten ein, lange zu warten!

Und bei ihr war ich mir sehr sicher, dass er sie als zu sich gehörig betrachtete!

Sein Atem war unstet und heftig, genau wie ihrer, aber viel lauter wurden sie nicht. Es hätte zu diesem Paar auch absolut nicht gepasst, jetzt in ekstatische Schreie auszubrechen, während er sie weiter bestimmt an ihrem Po und ihrer Hüfte festhielt und sich vehement in ihr versenkte.

Einen kleinen Augenblick erinnerte mich diese Szene daran, wie ich sie und Draco in den letzten Ferien in seiner Suite erwischt hatte, als er sie gegen die Türe genommen hatte, aber Draco hatte sich viel weniger roh und feurig gebärdet, als Severus nun. Draco hatte zwar auch leidenschaftlich gewirkt aber sehr viel zärtlicher und aufmerksamer ihr gegenüber.

Diesmal hatte sie mich auch noch nicht entdeckt, doch ich war gewillt, eine sehr große Summe zu wetten, dass Severus sehr wohl wusste, dass ich hinter ihnen stand und zusah, doch wie immer störte er sich herzlich wenig daran.

Sie steuerten immer mehr auf den Höhepunkt zu. Severus legte noch mal zu, intensivierte seine Bemühungen, sich rhythmisch in sie zu bringen und in diesem Augenblick lehnte sich Hermione seufzend nach vorne, wollte wohl ihre Stirn auf seine Schulter betten, dabei öffnete sie die Augen, die sichtbar verschleiert blickten und sah mir sogleich direkt in meine grauen.

Sie waren zu weit in ihrer Leidenschaft, als dass sie ernstlich in Betracht gezogen hätte, es abzubrechen, nur weil ich ihnen dabei zusah. Dazu ließ ihr lustverhangener Blick direkt in meine Augen keine Regung erkennen, weder Peinlichkeit noch Scham oder Empörung waren auszumachen.

Sie betrachtete mich bloß neutral, eine peinlich berührte, verschämte Reaktion kam nicht, während ich weiter sichtbar entspannt, mit vor der Brust verschränkten Armen, in der Tür lehnte und sie meinerseits stoisch maß, während Severus tief in ihr vergraben war.

Es war ein unbestimmter, sehr eigenwilliger Moment, mit einer angespannten Atmosphäre. Ich hob lediglich fragend und provozierend eine Braue, um sie aus der Reserve zu locken, doch sie schloss daraufhin nur wieder die Augen in einer lasziven und viel zu langsamen Bewegung. Sie ließ nun doch noch ihre Stirn auf Severus‘ Schulter sinken, bis sie wenige Sekunden später heiser aufstöhnte, weil sie nun, eher als Severus, von ihrem Höhepunkt überrollt wurde.

Bei dem Anblick schluckte ich trocken und meine Lider flatterten, denn sie dabei zu beobachten, wie sie ihr echter, intensiver Orgasmus überrollte, hatte auch etwas Fesselndes und Faszinierendes. Anders als damals im Gewölbe, als ich es ihr durch die Sklavin aufgezwungen hatte, oder vor einigen Tagen in meiner Suite, wo ich mit meinen Zielen und meiner Beherrschung beschäftigt gewesen war, war dieser hier freiwillig, nachhaltig und von ihr gewollt. Sie schien regelrecht zu glühen, während sie genüsslich stöhnend verkrampfte.

Ich seufzte auf, denn leider war ich für diese Sensation nicht verantwortlich und es fiel mir nicht leicht, mich zurückzuhalten, aber ich war ein strebsamer Mensch und arbeitete durchaus hart an meiner Contenance.

Ich hatte angenommen, sie wäre eigentlich noch in ihrem Höhepunkt gefangen, als sie aber schon wieder entschlossen aufblickte und die braunen Augen weit aufriss, um mich nun erstaunlich klar zu fokussieren, dabei dachte ich zu meiner Verwunderung, fast so etwas wie Boshaftigkeit in ihrem Blick ausmachen zu können.

Ich runzelte die Stirn, aber ich war zu abgelenkt, denn es war sehr anregend und durchaus erregend, sie beim Sex mit Severus zu beobachten. Auch oder gerade das Wissen, was sie da taten, war spannend und aufregend, als mich aber das, was sie im nächsten Augenblick tat, fassungslos über ihre Provokation zurückließ. Ich kämpfte sehr damit, meine Maske aufrecht zu erhalten. Das hätte ich nie von ihr erwartet und das schaffte es, dass ich meine legere Haltung aufgab und mich etwas versteifte.

Sie schien völlig klar zu sein, ein gefährliches Funkeln trat in ihre Augen und in dem Augenblick, als Severus etwas lauter keuchte und sich besonders hart in sie stieß, um dabei seinen Höhepunkt zu erleben, senkte sie zeitgleich und blitzschnell ihren Kopf. So konnte ich miterleben, wie sie fest und ohne zu zögern ihre Zähne tief in Severus‘ Fleisch an der Schulter versenkte, was ihn kehlig keuchen ließ und seinen Höhepunkt nur verlängerte.

Ich leckte mir instinktiv über die plötzlich sehr trockenen Lippen, als sie provokant aufblickte. Noch immer fest in seiner Haut vergraben, starrte sie mich herausfordernd an.

Unweigerlich sah ich die Bilder vor mir, wie ich sie im Ministerium auf dem Ball in dem Vorraum der Waschräume bedrängt und wie ich sie selbst rücksichtslos bis aufs Blut gebissen hatte und mir schwirrte durch den Kopf, was sie mir nun beweisen wollte.

Dabei rauschte das Blut laut in meinen Ohren, wobei ich meine aufkeimende Erregung fast nicht mehr unterdrücken konnte.

Mir entfloh ein leises, fast wehmütiges Seufzen!

Wollte sie mir zeigen, dass sie auch daran dachte, dass sie das nicht tangiert hatte, oder dass sie genauso sein konnte?

Es war unvorstellbar provozierend!

Ich wusste es nicht und sie verwirrte mich, vor allen Dingen, als sie nun doch den Biss abbrach und ihre Zähne aus seinem Fleisch löste. Unterdessen sandte sie mir einen unergründlichen, unleserlichen und starren Blick. Fast sofort verzogen sich ihre von Severus‘ Blut roten Lippen zu einem unglaublich süffisanten Grinsen, dabei fiel mir auf, dass wohl meine Züge einen durchaus gierigen Ausdruck angenommen haben mussten.

Severus hatte unterdessen nicht nur laut stöhnend, sondern auch vom plötzlichen, tiefen Biss und Schmerz überrascht, seinen Höhepunkt ausdehnen und ausleben können. Dass er es nicht schlimm fand, Schmerz zu empfinden, das wusste ich ebenfalls und dies war weder ihm noch mir fremd, das hatte sie mit uns gemeinsam.

Doch anstatt jetzt laut auf ihren Biss zu reagieren, oder sonst wie, ließ er das Biest, das nun auch seine Beine um ihn löste, sachte hinabgleiten, bis sie auf ihren eigenen Beinen stand. Er selbst blickte nun flüchtig auf seine malträtierte, blutende Schulter, dabei streifte sein düsterer Blick mich kurz und sandte mir einen unleserlichen Ausdruck, bevor er mir wieder in aller Seelenruhe den Rücken zuwandte. Danach zog er sein halbgeöffnetes Hemd über seine Wunde und schloss es langsam, während sie beide einander nun wieder wortlos in die Augen blickten.

„Zieh mich nicht in deine Probleme mit Draco oder in die mit Lucius rein!“, hörte ich ihn noch gefährlich murmeln.

Augenscheinlich spielte er auf ihre Provokation mit dem Biss an, dann wirbelte er herum, hob seinen Gehrock in einer geschmeidigen Bewegung auf und mit einem ungerührten „Lucius!“ als Gruß und einem mehr als knappen Nicken, während er seine Robe überwarf, verschwand er mit einem einmalig rauschenden Abgang seiner schwarzen Roben, wie nur er es konnte.

War klar, Severus hatte es nicht tangiert, dass ich da war und sie stand nun etwas verloren vor mir, noch mit ihrer zerknitterten und vollgebluteten, von ihren Händen zusammengehaltenen Bluse bekleidet, die gerade so zu ihren Oberschenkeln reichte, im Gang. Ich konnte sogar Severus‘ Zeichen auf ihrer Haut am Oberschenkel ausmachen. Alles in allem sah sie so mehr als gerupft oder auch benutzt aus.

Ihre kleine, feine Gestalt war viel zu gut auszumachen. Die langen, schlanken Beine, die nackten, sehr kleinen Füße. Wie sie gerade unwohl an dem Saum der Bluse zupfte und ihr verführerischer Anblick und das Wissen um ihr vorheriges, verruchtes Gebaren, ließen mich ganz und gar nicht kalt.

Ihre Wangen waren durch den vorangegangen Sex gerötet, ihre Augen jedoch schimmerten befriedigt und fokussierten mich ein wenig unsicher. Nun, da Severus weg war und er sie mit einer gewissen Bösartigkeit sich selbst überlassen hatte, schien sie etwas vorsichtiger zu sein. Weil auch ihr Zopf unter Severus‘ Behandlung schwer gelitten hatte, wirkte sie noch mehr derangiert, sodass sich ihre Locken sinnlich wirr um ihr Gesicht kringelten. Ich entschloss mich nun dazu, meinen eigenen Auftritt zu haben, doch sie war schneller.

„Hat es dir gefallen?“, fragte sie nun doch gewohnt provokant und leckte sich aufreizend über die vom Blut geröteten Lippen. Ich selbst schluckte daraufhin schwer, bevor ich mich entschlossen von der Tür abstieß und mich in Bewegung setzte.

„Dixie…“ Es ploppte, dabei warf ich dem Wesen nur einen langen Blick zu und schwupps war es weg, die Elfen verstanden meine Wünsche blind.

Ich war derweil mit großen, ausholenden Schritten bei ihr und noch im Gehen materialisierte sich vor mir der von mir gewünschte, grünseidene Morgenrock. Sofort warf ich die Seide dramatisch hoch und in einer einzigen Geste über ihre Schultern. Sie war so erschrocken über diese unerwartete Aktion, dass ich ihre Irritierung über mein Tun nützte und sie genauso an die Wand drängte, wie Severus es zuvor getan hatte.

Jetzt lag über ihr und der Bluse noch mein Morgenrock. Langsam, andächtig, hob ich eine Hand und ließ meinen Daumen lasziv über ihre blutigen Lippen gleiten, während sie mich starr anblickte. Ich genoss es, alles an ihr wahrzunehmen. Dann glitten meine Finger unzüchtig hinab an ihren Hals, bis zur Halsbeuge, wo ich sie sanft ruhen ließ, um den Pulsschlag aufreizend unter meinen Fingern zu fühlen. Jetzt erst beugte ich mich sinnlich vor und legte meine Lippen sanft auf ihre geschwollenen. Dies war ein anrüchiger Akt, der sie erschrocken keuchen ließ.

Ich küsste sie nur kurz und sehr sanft, nicht fordernd, dabei wanderte meine Hand weiter verspielt hinab, glitt über den Stoff der Bluse und umfasste zärtlich eine ihrer Brüste in einer besitzergreifenden Geste.

„Lass das…“, murmelte sie sofort gegen meine Lippen, während sie ihre Hände hob und bestimmt gegen meine Brust presste, aber ich knurrte nur tief auf und sie erstarrte unter mir.

Ich hatte sie noch nie so völlig entblößt vor mir gehabt, nie die Möglichkeit gehabt, sie so in Ruhe und genießend zu berühren, aber das lag auch an mir, weil ich mich zuvor in solchen Situationen immer von meiner Lust hatte übermannen lassen. Nur meine Liebkosung von Severus‘ Mal in den Kerkern war anders gewesen und vor ein paar Tagen in meiner Suite hatte ich anderes im Blick haben müssen als ihre weiche Haut unter meinen Fingern zu genießen, sonst hätte ich mich wohl nicht beherrschen können. Trotzdem musste ich mich auch jetzt eisern zusammenreißen, vor allem nach dem gerade Gesehenen und Erlebten, nicht weiterzugehen.

Es wäre ein Leichtes für mich gewesen, sie hochzuheben und sie ebenfalls zu nehmen, endlich!

Denn schlussendlich stand sie doch noch immer mehr als nackt vor mir, trotz dieser Bluse und dem langen Morgenrock!

Ich schloss die Augen und kämpfte schwer mit mir, wog kurz mit meiner Hand die schöne, sie ausfüllende Brust, knetete sie sanft und ließ dann meine Finger zu ihrem noch hervorstehenden Nippel gleiten. Ich löste den Kuss widerstrebend und blickte sie dann intensiv an.

„Du hättest nur etwas sagen müssen, ich hätte dir auch Befriedigung verschafft!“, raunte ich versprechend heiser, dabei zwirbelten meine Finger kurz ihren sensiblen Nippel und sie sog scharf die Luft ein.

Aber dann entfernte ich auch schon bedauernd und von einem tiefen Seufzer begleitet meine Hand von ihrer Brust und schenkte ihr noch einen eindringlichen Blick, während ich es mir nicht nehmen ließ, zurückzutreten, um die Gürtelschlaufen des viel zu langen Morgenmantels zu fassen und ihn ihr akribisch umzulegen. Dabei sah ich durchaus, dass der Rock so lang war, dass sie ihn würde anheben müssen beim Gehen, um nicht darüber zu stolpern.

„Den will ich morgen wiederhaben und nun geh, mach dich frisch… die Feier beginnt bald!“, wies ich noch weniger brüsk an und bemerkte die Erleichterung bei ihr, aber auch, dass sie es fast nicht glauben konnte, mir zu entwischen. Sie stand wie erstarrt vor mir.

Somit wirbelte ich selbst herum und verließ den zweiten Stock, um auch mich umzuziehen, dabei bekam ich fast Angst vor mir und meiner eigenen Kontrolle!

Lucius Sicht ende

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BeitragThema: 414. Lets get down to business    Do Okt 03, 2013 9:53 pm

414. Kapitel Lets get down to business


Hermiones Sicht

Ich stand noch immer wie bestellt und noch nicht abgeholt da und versuchte gerade, alles zu erfassen.

Ich erinnerte mich nach Severus‘ Worten an das Geschehen, regelrecht eindringlich hallte sein Satz in mir wider, „dass nicht jeder Trank so wirkte, wie man es gerne hätte“.

Gepeinigt schloss ich die Augen und jetzt stand ich hier, mit einem grünen, viel zu langen Mantel um die Schultern und lehnte mich atemlos gegen die Wand hinter mir. Ich fasste es nicht, die Last zu erleben, dass ich Schuld an dem trug, was auch immer Draco geschehen war.

Gleichzeitig schlug die Erkenntnis über mir ein, wie benutzt ich hier rumstand und wie verdammt knapp es gewesen war, viel zu knapp!

Wenn man bedachte, wie nah mir Lucius gerade wieder gekommen war, in seiner provokanten, auf Konfrontation getriebenen Art.

Natürlich, dass ich derart ungeschützt und nackt im Flur zurück geblieben war, war meine eigene Schuld, denn dies war Severus‘ Art, mir eindrucksvoll zu offenbaren, dass ich ihm gegenüber, in seinen Augen, mit meinen Anschuldigungen zu weit gegangen war!

Er hatte mich, seinem Verständnis nach, genug gewarnt, sogar schon mehr als er es den meisten anderen Menschen zugestanden hätte und ich fasste mir betroffen an meinen Kopf, weil ich so blind gewesen war und nicht hellhörig, dass es fast schon fahrlässig zu nennen war!

Ich kannte Severus, ich war selbst schuld. Diese Offenbarung bestürzte mich!

Und dann war da mein Affront, als ich Lucius entdeckte und ihn hatte reizen wollen, in meiner Wut darüber wie er mich behandelte. Mir war nichts Blöderes eingefallen, als Severus so zu beißen, wie Lucius mich einst im Ministerium gezeichnet hatte. Das Schreckliche war, dass sich Severus dieses Umstandes bewusst war, daher auch seine Reaktion.

So hatte mich Severus einfach benützt und nachdem wir fertig waren, war er verschwunden. Er hatte mich allein zurückgelassen, mich in einer absolut unwürdigen Aufmachung vor Lucius stehen lassen. Was für ein unglaublich frecher, rachsüchtiger und gehässiger Mann Severus doch sein konnte. Ich wollte ihn würgen!

Aber so beliebte er sein Missfallen auszudrücken und das wussten sowohl ich als auch Lucius.

Auf der anderen Seite brauchte ich Severus, wie nie zuvor und das hatte er anscheinend instinktiv gespürt. Nur hatte er aber, anders als ich, von Anfang an vermutet, dass wir einen Zuschauer hatten, denn er hatte mir großzügiger Weise meine Bluse gelassen und Severus tat nie etwas ohne Grund.

Nur als ich dann doch Lucius verspätet bemerkt hatte, hatte mich zu meiner eigenen Schande eine Erregung überschwemmt, die mir Angst machte und mich meine Augen schließen ließ, wobei ich es hasste, zu erkennen, dass er es schaffte, dies in mir auszulösen.

Es hatte aber auch Widerstand in mir wachgerufen, der mich meine Augen wieder hatte öffnen lassen. Ich hatte ihn schocken wollen und zeigen, dass ich mir von ihm nichts vormachen ließ.

Nicht nach den Geschehnissen in seiner Suite, als ich auf ihm gelegen hatte. Das war eine Episode, die mir noch heute die Röte ins Gesicht treiben konnte und auch sein Handeln und seine Worte zuvor beim Fechten hatte ich nicht unbeantwortet stehen lassen wollen.

Ich hatte dagegen aufbegehren wollen, dass er immer derjenige war, der die Kontrolle hatte, daher war mir die böse Idee gekommen, die ich sofort umgesetzt und ohne zu überlegen meine Zähne in Severus‘ Schulter gegraben hatte. Dieser mochte sich benehmen wie er wollte, aber ich hatte im Gefühl, dass es ihm gefiel. Ich hatte bemerkt, dass er mir einen Blick aus den Augenwinkeln zuwarf und ich war mir sicher gewesen, dass er mitbekam, dass ich Lucius anvisierte, trotzdem hatte er keine weitere Regung gezeigt, als dass er sich immer härter in mich trieb.

Und ganz ehrlich, was mir Lucius‘ sonst so maskenhaftes Gesicht offenbart hatte, war es tatsächlich wert gewesen. Zuerst hatten eindeutig Unglaube und Verwirrung auf den aristokratischen Zügen gelegen, während ich zugebissen hatte, dann Betroffenheit, nur um sich dann für einen Sekundenbruchteil in eine Mischung aus absoluter Gier, Sehnsucht und Verlangen zu ändern.

Das waren ungewohnte Reaktionen, die mir schlagartig Angst vor meiner eigenen Courage beschert hatten.

Noch immer hatten meine Zähne in Severus‘ weichem Fleisch gesteckt, was ihn regelrecht in mir explodieren ließ und es schaffte, dass ich nochmal einen leichten Höhepunkt verspürt und lauter an seiner Schulter gestöhnt hatte, bevor ich mich zurückgezogen und lasziv über meine blutigen Lippen geleckt hatte.

Als sich Severus dann von mir, nachdem er sowohl sich als auch mich magisch gereinigt hatte, mit einem harten Kuss löste, hatte er sich nicht verkneifen können, sich mit strafenden Worten an mich zu verabschieden.

Danach hatte ich mich doppelt nackt unter den begehrlichen Blicken der sturmgrauen Augen im Hintergrund gefühlt und Severus‘ gewohnt dramatischer Abgang hatte mich sprachlos zurückgelassen.

Lucius‘ Betragen, der Blick, der mich musterte in meiner zu kurzen Bluse, die ich vor mir zusammengerafft hatte, danach der Seidenrock, den er mir umgelegt hatte, der leichte Kuss, das Begrabschen meiner Brust und seine Aussage, dass er mich befriedigen würde, brachten mich fast dazu, zu bereuen, dass ich ihn mal wieder absichtlich gereizt hatte.

Lucius spielte sehr wohl auf die Szene in seinen Räumen an!

Aber eine wirklich ungesunde Verrücktheit trieb mich immer wieder dazu an, Lucius die Stirn zu bieten, immer!

Mir entfloh ein inbrünstiges Seufzen. Ich hoffte so sehr, dass, wenn Draco endlich wieder da wäre, ich dann wieder geerdeter und gefestigter sein würde, was Lucius und seine Avancen betraf. Draco war wirklich ein Ruhepol und Anker für mich, der mir hier jetzt gerade sehr fehlte und Severus war wahrlich nicht geeignet, diesen Platz einzunehmen. Denn dafür war er viel zu wenig einfühlsam!

Ich klammerte mich daran, dass es wieder einfacher sein würde, Lucius nicht so zu verfallen, wenn Draco wieder da wäre und somit raffte ich mich auf und entschwand in meine Gemächer.

Hermiones Sicht ende

Dracos Sicht

Das Rascheln von Flügeln weckte mich an diesem Morgen und ich blinzelte gegen die hellen Sonnenstrahlen.

Ich fühlte mich seltsam erholt und doch auch erschöpft, dabei lag meine Erinnerung wie wattiert in weiter Ferne. Doch ich stemmte mich hoch und als ich meinen Kopf durch die langen Stoffbahnen vor dem Zelteingang steckte, erblickte ich Orange missgelaunt auf dem Boden vor dem Zelt sitzen. Als die Eule mich erblickte, schuhte sie leise sowie vorwurfsvoll und hob ihr Bein auffordernd an.

Mit gemischten Gefühlen starrte ich auf das sichtlich erschöpfte Tier, bevor ich mir ein Herz nahm und mich hinab beugte, um ihr den Brief rasch abzunehmen, dann schwang ich meinen Zauberstab und ließ eine Schale mit Wasser erscheinen, bevor ich mich ins Zelt zurückzog.

Es war der Antwortbrief von Hermione auf meinen Heuler und er brannte, nach gestern, wie Feuer unter meinen Händen.

Seufzend, aber auch entschlossen öffnete ich ihn. Kurz flackerte das verbotene Bild vor meinen Augen auf, wie Wena und ich spätnachts, nach einem Nachmittag voller Sex, ins Lager zurückgekehrt waren und wie enttäuscht die Veela gewesen war, dass ich sie nicht in mein Zelt gebeten hatte. Aber ich brauchte sie nicht mehr und da ich nur noch Schlaf im Sinn gehabt hatte, war sie schlussendlich wegen meiner Abweisung mit betretener Miene entschwunden. Jetzt, am nächsten Morgen, redete ich mir wieder gut zu, nichts Falsches getan zu haben, da dies hier mit Hermione bestimmt so oder so unerfreulich werden würde.

Sicher reagierte sie erbost auf meinen anklagenden Heuler und ich ahnte, dass sie nicht sonderlich begeistert davon war, dass ich ihr einen geschickt hatte, aber ich war wirklich außer mir gewesen, nachdem ihr Trank mich auch noch so in Bedrängnis gebracht hatte, indem ich für die Veela regelrecht unwiderstehlich wurde, ganz zu schweigen von Vater. Erneut, so wie gestern, kämpfte ich meinen aufsteigenden Zorn hinunter.

Somit las ich gespannt, in Erwartung eines bitterbösen Briefes:

Mein Draco,

ich verstehe, dass du in einer einzigartigen Situation unter diesen magischen Wesen bist!

Ich denke, du bist verwirrt und es muss wirklich etwas Schreckliches passiert sein, dass du so aus der Art fällst und mir einen Heuler schickst. Das bist gar nicht du!

Aber hab ein wenig Vertrauen in mich, auch wenn es selbst für mich hier Zuhause nicht leicht ist, so versuche ich doch nach bestem Wissen und Gewissen, mit kleinen, weniger bedeutenden Umwegen, den Weg nicht zu verlassen und vergiss nicht, ich helfe dir immer!

Denn ich vertraue dir… bis auf den Stab… immer!

Nun zu deinem Vorwurf, ich bin erstaunt, dass der Trank anders wirkt als erwartet. Aber ist seine Wirkung so schrecklich schlimm daneben, oder hilft er dir eventuell bei deinem Auftrag? Auch wenn es dir vielleicht nicht gefällt, was er bewirkt, vielleicht ist er ja doch hilfreich.

Ich muss dir leider mitteilen, dass mir keiner der beiden Despoten hier sagt, wie die Wirkweise des Trankes ist und ich deswegen immer noch völlig ratlos bin, was dir dort widerfahren sein könnte!

Wie auch immer, ich meinte es gut und gab ihn dir lediglich mit dem Gedanken, dich zu unterstützen, sodass du deinen Auftrag zur Zufriedenheit ausführen kannst. Ich hoffe inständig, wenn du dich beruhigt hast, erkennst du dies!

Ich bin in großer Unruhe und Sorge. Es macht mich mehr als nervös, zu erfahren, dass offenbar bei deinem Auftrag etwas dermaßen schief gegangen ist… nur was?

Lucius weigert sich, etwas zu oder gar über den Namen Yakor zu sagen. Du weißt ja, wie er sein kann!

Das einzige was ich dir versprechen kann ist, dass wenn du wieder hier zurück bei mir bist, meine Aufmerksamkeit nur dir gehören wird und ich bereit bin, auf meine Magie zu schwören, dass mich keine Rache treibt!

Du kennst mich und weißt, dass ich die Schuldigste unter den Schuldigen bin und es mir nicht zusteht, den ersten Stein zu werfen! Viele meiner Vergehen kennst du und die anderen sollten immer im Verborgenen bleiben…

Komm bald und gesund heim. Ich denke immerzu an dich, alles Gute und viel Kraft.

Deine Hermione

PS. Ich vertraue dir, Draco! Ich weiß, du würdest nie etwas im Zorn oder aus einer Laune heraus tun und damit weiß ich auch, dass was auch immer du tust, oder gezwungen bist tun zu müssen, … geschieht während des Auftrages!

Somit erteilte sie mir versteckt Absolution, hielt mir aber auch vor, dass mein Handeln gestern absolut untypisch für mich gewesen war. Ich schloss gepeinigt meine Augen, der Brief in meinen Fingern zitterte, dann seufzte ich erneut schwer, nur um schlussendlich mein Gesicht in meinen Händen zu bergen und das Papier zu zerknittern.

Warum… warum, warum…?

Warum konnte sie nicht einmal so reagieren, wie man es kalkulierte oder gar erwartete?

Warum musste sie die Erwartungen immer übertreffen, im Guten wie im Schlechten?

Wieso stand dort kein einziges Wort des Vorwurfes, nur aufrichtige Sorge, Verständnis, Absolution und große Irritation aufgrund meines Verhaltens? Und ich konnte hinter jedem Wort lesen, dass sie es ernst meinte, dass sie unschuldig war und ahnungslos und so knurrte ich frustriert auf.

Dass Vater und Severus zu allem schweigen würden, war ja klar gewesen. Von denen konnte man nichts anderes erwarten und in ihnen sah ich daher die echten Schuldigen!

Aber ich verdrängte die Gedanken an diese Tyrannen tief in mich und richtete mein Augenmerk wieder auf Hermione, denn ihr PS. an mich war wie ein Freifahrtsschein und im Rückblick auf gestern wohl Vertrauen in mich, welches ich schon enttäuscht hatte, schließlich hatte ich im Zorn mit Wena geschlafen und Hermione betrogen. Es frustrierte mich ungemein und ich versuchte, mich an ihren letzten Satz zu klammern, dass dies bei meinem Auftrag passiert war und somit hier bleiben und uns nicht tangieren würde. Auftrag war Auftrag.

Trotzdem wurde ich sofort überschwemmt vor einer Woge der Sehnsucht und der Reue sowie einem schrecklich schlechten Gewissen, das alle Rechtfertigung hinwegfegte und mich plagte, dabei zerknüllte ich den Brief in meinen Händen.

Ich hatte einen selbstgerechten Fehler begangen. Ich war schuld und ich war ein Idiot!

Ich musste das verheimlichen. Ich konnte ihr das nie und nimmer gestehen.

Ich würde ihr den Tag mit Wena nicht offenbaren oder gar beichten wollen, das… das konnte ich nicht. Ich schluckte aufsteigende Galle runter und würgte.

Es war ein regelrechter Kampf, aber nach dem Brief hörte es sich so an, als wäre es noch nicht zu spät, als hätte Vater daheim noch nicht gewonnen, aber wenn ich jetzt zugab, dass ich Hermione einfach so betrogen hatte, ob es dann noch so wäre?

Ich zweifelte und schnaubte schwer, aber dann ruckte mein Haupt auch schon stur hoch, denn von Gewissensbissen würde ich mich sicher nicht hier und jetzt drangsalieren lassen, dafür hatte Hermione selber zu viel verbockt, und ich brauchte einen freien Kopf, um meinen Auftrag zu Ende zu führen.

Der leise nagende Zweifel jedoch, dass ich es war, der uns in letzter Zeit auseinander trieb, wollte nicht verschwinden.

So, jetzt hatte ich doch ein schlechtes Gewissen, weil ich es mit dieser Wena getrieben hatte!

Dramatisch, denn es war zwar nett, aber nicht weltbewegend gewesen, einfach eine ermattende, aber völlig belanglose und unwichtige Vögelei und für so etwas gefährdete ich meine Beziehung. Ein wütender Schrei stieg in meiner Kehle auf.

Verdammt, warum konnte Hermione nicht einmal etwas falsch machen?

Warum musste sie mir gerade jetzt mit Verständnis, Nachsicht und Toleranz kommen, statt dass sie mir Vorhaltungen machte?

Andererseits, wer wusste schon, was sie mit Vater während meiner und Severus‘ Abwesenheit getrieben hatte und was sie für ein schlechtes Gewissen trieb, mir dieses mehr als eindeutige PS. zukommen zu lassen! Oder war ich zu misstrauisch?

Es war zum Verrückt werden. Fest rieb ich mir über das Gesicht und fuhr mir durch die Haare. Ich wollte hier weg und zwar so schnell wie möglich.

Bilder blitzten in meinem Geist auf, die mich unruhig werden ließen. Vater und Hermione waren zusammen und ganz alleine, er mit seinem neu entdeckten Charme, ich wollte mir gar nicht vorstellen, was sie getan haben mochten und sogleich brodelten wieder andere Zweifel in mir, die nicht mich, sondern Hermione betrafen. In letzter Zeit war ich sehr zerrissen und machte mir das Leben selbst schwer.

Ein frustrierter Schrei lag mir erneut auf den Lippen, denn gerade dieser beschissene, großmütige letzte Absatz lag mir bleischwer im Magen. Bedeutete dies, sie vermutete, dass so etwas wie mit Wena passiert war, oder geschehen würde? Oder aber bezog er sich darauf, dass bei ihr auch mehr passiert war?

Mir wurde fast schwindelig, denn meine Gedanken drehten sich beständig im Kreis. Also glättete ich den Brief und las ihn nochmal genau, um ruhiger zu werden. Mir fiel einiges auf, was ich zuvor in meiner Hast überlesen hatte, so kam mir ihr Verweis von oben, dass sie es mehr oder minder geschafft hatte, nicht vom Weg abzuweichen, mit kleinen, weniger bedeutenden Umwegen, verdächtig vor!

Was bedeutete das? Dass „klein“ eben klein und nicht „groß“ war?

Also konnte es wiederum mit diesem beschissenen Postskriptum nur bedeuten, dass sie sehr kalkulierend annahm, dass ich sie betrogen hatte, was ich tatsächlich auch getan hatte, nur dass sie dachte, es wäre nötig gewesen und eine Tat, die mir gezwungener Maßen abverlangt worden war. Leider beruhte dies halt absolut auf falschen Annahmen, denn es war aus purer Eitelkeit, Egoismus und Selbstsucht geschehen.

Verdammte Scheiße!

Während ich mich langsam wieder beruhigte und das Rauschen aus meinen Ohren wich, fiel mir zum Abschluss noch das „Im Verborgenen bleiben“ ins Auge und es kam mir so vor, als meinte sie, sie wollte es gar nicht wissen. Oder?

Ich drehte mich im Kreis und schlussendlich schob ich die unschönen Gedanken von mir und begann stattdessen, mich für den Tag herzurichten. Es standen wichtige Verhandlungen an und ich hoffte inständig, dass dieser Auftrag bald erledigt war und ich dieses Refugium wieder verlassen konnte, um mich wichtigen Dingen zu widmen, wie zum Beispiel meiner Beziehung, die drohte, wenn wir so weiter machten, den Bach runterzugehen.

Das wollte ich mit allen Mitteln vermeiden, denn ich brauchte sie und sie brauchte mich!

Wir luden alle viel zu viel Schuld auf uns. Wir mussten reden und dann zusehen, dass wir wieder die Einheit wurden, wie wir sie schon einmal gewesen waren, um diesen verfluchten Krieg zu überstehen und zwar gemeinsam. Mir war nach all dem aber eines klar geworden, ich würde gelassener mit Hermione umgehen müssen als ich es sonst getan hatte, wenn es um sie und Vater gegangen war.

Mir reichte es langsam absolut. Auch nach Irland zog es mich gerade nicht wirklich, wartete dort doch nur noch mehr Arbeit auf mich. Im Prinzip war ich urlaubsreif, aber einfach frei nehmen konnte ich mir momentan nicht leisten, dies war ein wahrer Luxus, den ich seit langem nicht mehr genossen hatte.

Warum hatte ich mir auch nur eingebildet, halb Hogwarts, oder am besten gleich die ganze, nächste Generation, vor dem Lord retten zu wollen?

Hier kam fast der Punkt, an dem ich es bereute, das alles aufgezogen zu haben. Selbstlosigkeit passte nicht zu mir!

Aber ich wurde aus meinen tristen Gedanken gerissen, denn eine Dienerin brachte mir Frühstück und teilte mir dann mit, dass ich bald abgeholt werden würde, weil die Anführerin mich erwartete. Endlich, konnte ich nur denken, endlich!

Kommentarlos hielt mir Brana den Eingang auf und wandte sich dann genauso wortlos um und ließ mich mit der Anführerin, die an der langen Festtafel saß, alleine.

Mit langen, festen Schritten ging ich auf Zorica zu, während sie in einer ätherisch anmutenden Bewegung auf den Stuhl zu ihrer rechten deutete und ich zu verdrängen suchte, dass dies das Zelt war, in dem Yakor seine Männlichkeit verloren hatte, somit das Urteil vollstreckt worden war.

„Setzt Euch, Draco, es ist Zeit!“, verkündete sie hoheitsvoll und endgültig, worauf ich mich erfreut niederließ. Endlich!

„Nun, junger Malfoy, ich werde Euch ein Abkommen anbieten, das weit mehr dem entsprechen dürfte, was Ihr wirklich erreichen wollt und weniger dem, auf dem Ihr bisher so kompromisslos beharrt habt! Wir Veela werden uns nie in die Belange von Eurem Lord und euren Krieg einmischen und ich denke, ein Nichteinmischungsabkommen kommt dir, junger Malfoy, sehr entgegen, nicht wahr?“, fragte sie wissend, hintergründig lächelnd und behielt mich genau im Blick, wobei meine Augenbraue in die Höhe wanderte.

Sie kam ohne langes Vorreden zum Punkt, was mir zeigte, die Ereignisse der letzten Tage mussten auch sie beschäftigt haben und offenbar hatte der unschöne Vorfall mit Yakor sich tatsächlich zu meinen Gunsten ausgewirkt.

„Wir bieten Neutralität!“, fasste sie nochmal zusammen, dabei schlich sich ein fast maliziöses Lächeln auf meine Züge.

Es war genau das, was mir am besten erschien, denn ein Eintreten der Veela in den Krieg auf Seiten des Lords zu erreichen, war zwar meine Aufgabe, aber nicht das, was mir wirklich vorschwebte und mir selbst zum Vorteil gereichte, daher breitete sich sehr wohl ein zufriedenes Gefühl in mir aus.

„Schön, aber sagt, warum bietet Ihr dies auf einmal an? Und wie kommt Ihr darauf, dass ich das möchte? Ich diene meinem Lord loyal!“, beharrte ich aber ihr gegenüber sofort sehr stur auf dieser Farce, während mich ihre so wissenden, blauen, tiefgründigen Augen genau musterten.

„Mein Junge, ich und meine Sippe kennen Eure Familie schon so lange, wir wissen wie ihr taktiert. In euren Adern fließt ein Teil unseres Blutes und das nicht ohne Grund“, bekannte sie und ich blinzelte, als sie nun auf dieses völlig andere Thema kam, aber sie ließ sich nicht stören und fuhr fort:

„Ja, jeder eurer Nachkommen besucht uns in etwa Eurem Alter, auf der Schwelle vom Jungen zum Mann. Ich erinnere mich noch gut an deinen Großvater…“, erzählte sie versonnen und ich setzte mich noch gerader hin. „… Meine Mutter, Zorana, berichtete mir oft davon, denn Abraxas erwies sich als wirklich besonders. Er kam her mit einem so starken Willen, schon als junger Mann, geschickt von seinem Vater, und er schaffte es geradezu verblüffend leicht, dem stärksten Sirenengesang meiner Großmutter Zarina und Zorana, meiner Mutter, zu widerstehen und er demonstrierte diese Stärke jedes Mal aufs Neue, wenn er in unseren Hallen wandelte…“, sprach sie ehrfürchtig, dabei bekam ich große Augen.

„Er kam öfters?“, fragte ich perplex wegen dieser Offenbarung, denn mich würden keine zehn Abraxaner mehr hierherbringen.

„Ja, natürlich. Abraxas fühlte sich wohl bei uns, aber er war so beherrscht. Niemals hat er nachgegeben, wenn er nicht wollte, oder zeigte er sich beeindruckt durch unsere Magie. Ihr müsst wissen, wir prüfen jeden, der etwas von uns will, auf seinen Geist und seine Willensstärke, doch bei euch Malfoys sehen wir immer sehr genau hin!“, führte sie in Erinnerungen versunken träumerisch aus, bevor sie mich wieder in ihren Fokus nahm und eindringlich fortfuhr:

„Aber Lucius war bisher der prächtigste und überraschendste von allen! Er stellte Euren schon beeindruckenden Großvater fast spielend leicht in den Schatten. Ich denke, er hat einzigartiges vollbracht!“, kam es sehr verträumt von ihr, sie erschien fast schwärmerisch.

Unwillig presste ich den Kiefer zusammen, immer Vater, wohin man blickte!

Er war der Beste, der Schönste, der Tollste, der Einzigartige, man mochte brechen!

„Warum testet Ihr uns besonders?“, fragte ich leicht irritiert und lenkte absichtlich von Vater ab.

„Weil wir euch in grauer Vorzeit dazu erwählt haben, dass ihr unsere Verbindung in die Welt der Zauberer sein sollt. Seit Jahr-Jahrhunderten strömt Veelablut durch eure Adern und wir achten darauf, dass es nie zu sehr verwässert, dass ihr euch immer bewusst seid, dass ihr einen Teil eures Ansehens, eurer Fähigkeiten und auch eurer Macht alleine uns verdankt und dies niemals vergesst!“, eröffnete sie mir explizit, mit einer eindringlichen, lieblichen Stimme.

Nun war ich kurz davor, sie mit offenem Mund anzustarren, wenngleich sie gerade die Güte hatte, jegliche Magie beiseitezulassen, auf dass ich diesen Offenbarungen meine volle Aufmerksamkeit schenken konnte, aber so oder so zog es mir den Boden unter den Füßen weg.

Wir waren Mischlinge!

Ich wusste zwar aus den alten Aufzeichnungen, dass wir ab und an Frauen hatten, die nicht so rein waren, aber die letzten 100-150 Jahre hatten die Malfoys nur reinblütig geheiratet. Und ich war fest davon ausgegangen, dass die weniger reinblütigen Frauen wenigstens menschlicher Natur gewesen waren. Diese von Zorica ausgesprochene Offenbarung führte mir erst jetzt eine Tatsache vor Augen, die ich bisher gut verdrängt hatte.

Wo war da das Reinblut? Das schlug dem Fass den Boden aus, deshalb gab es nirgends im Manor einen eigenständigen Stammbaumwandteppich, wie bei den Blacks. Wir verschleierten seit Anbeginn unsere Wurzeln, das war in seiner Wichtigkeit überraschend und unerwartet! Wir waren gar nicht reinblütig, aber wie es aussah, wusste das wirklich keiner!

Sollte mich bei den Vorfahren wohl nicht wirklich überraschen, alles Verbrecher in einer langen Reihe von Verbrechern, das schweißte zusammen! Mir war es an sich scheißegal, wobei hätte es nicht etwas anderes als diese Geier sein können? Das Schicksal war schon so eine wankelmütige Hure!

Als ich nicht offen reagierte, sondern nur maskenhaft stumm dasaß, riss sie wieder das Wort an sich und legte nach.

„Dieses Bündnis wurde wohlüberlegt eingegangen, denn eure Familie war schon mächtig und außergewöhnlich, bevor wir uns mit euch verbanden! Ihr hattet immer einen ausgeprägten Sinn für Stärke und Macht, aber keine andere, reinblütige Familie alter Tradition wäre wohl so flexibel gewesen wie die deine, um diese Macht zu festigen und sich immer in den höchsten Rängen zu halten!“, bekannte sie und sah mich durchdringend an, wobei ich versuchte, abgeklärt zu erscheinen und nicht geschockt.

„Ja, wir testeten auch Euren Vater, Lucius, als er das richtige Alter erreicht hatte. Abraxas schickte ihn mit einem ähnlichen Auftrag zu uns, wie Ihr ihn nun habt. Ihn wollte meine Großmutter Zarina selber testen. Da sie von Abraxas‘ Fähigkeiten so beeindruckt war und sein Widerstandswille derart unerwartet stark gewesen war, hatte sie sich vorgenommen, Lucius aufs Härteste zu prüfen…“, bekannte sie sinnierend, dabei leuchtete sie regelrecht von innen und ich blickte sie versonnen an, bevor ich den Kopf schüttelte und sie glockenhell auflachte. Sie schwelgte gerade in Erinnerungen an meinen Vater. Innerlich verzog ich das Gesicht zu einer leidlichen Grimasse, da ihr Charme gerade durch das Zelt flirrte, so ergriffen schien sie in der Erinnerung an ihn.

„Ich erinnere mich noch genau, ich war damals etwas älter als Euer Vater, hatte gerade begonnen, an der Seite meiner Großmutter zu regieren, als er uns besuchen kam. Im ersten Augenblick wirkte Lucius genauso selbstsicher und unnachgiebig wie sein Vater, doch meine Großmutter erkannte schnell, Euer Vater schien noch viel besonderer zu sein als Abraxas! Er hatte eine immense innere magische Kraft, aber auch einen unbeugsamen Willen, hinzu kam, er schien auf uns die gleiche Wirkung zu haben wie wir auf ihn!“, erzählte sie weiter und ich konnte bei ihren letzten Worten nur denken, dieser beschissene Trank, als sie aber auch hörbar begeistert von dieser Tatsache fortfuhr:

„Wir fanden heraus, dass er einen sehr komplizierten Tank zu sich genommen haben musste, um diese unerwartete Wirkung auf uns zu haben! Euer Vater ging sehr eigenwillig mit der Situation um, als er erkannte, welche Wirkung er dadurch auf uns hatte. Erst schien er auch überrascht, nicht wirklich geschockt und dann war es, als fühle er sich wegen dieser Art der Aufmerksamkeit erst recht wohl!“, legte sie eine kleine, amüsierte Kunstpause ein. Das war so logisch, dass Vater anders reagiert hatte als ich und sich ins Getümmel geworfen hatte. Ich wollte mir die Orgien, die hier stattgefunden hatten, gar nicht ausmalen.

Dagegen waren die Gewölbe bestimmt noch harmlos!

„Selten… ach, was sage ich…, nie passiert es, dass wir einmal das unbändige Verlangen verspüren, jemanden besitzen zu wollen, es ist sonst immer umgekehrt! Bald breitete sich in diesen Hallen eine bis dahin unbekannte Wollust aus und er beherrschte uns wie sonst keiner. Er genoss es in vollen Zügen, das Objekt der Begierde zu sein. Er wurde von allen umgarnt und er lehnte nicht ab! NIE! Wobei er immer derjenige war, der bestimmte, kommandierte und befahl...“, kam es ungewohnt bewegt von ihr, während sie ihr sinnliches Haupt schüttelte. „Fast schien es, als sei er unserer Magie erlegen, wenn ihn die Veela in ihr Bett einluden, doch so war es ganz und gar nicht… eher andersherum… wir waren ihm verfallen!“, bekannte sie mit einem theatralischen Seufzen, das so viel mehr offenbarte als jedes Wort.

Dabei zeigte sie sich sogar etwas betrübt, dass Vater es geschafft hatte, den Spieß gänzlich umzudrehen, bevor sie mit einem versonnenen Lächeln, das sie sich sichtlich nicht verkneifen konnte, fortfuhr:

„Er entschied wahrlich selbstbestimmt und frei und dass auch in ihm das Veelablut noch stark sein muss, erkannten wir nur zu deutlich daran, dass er selbst nach über einer zusätzlichen Woche ohne Trank noch mit heilem, gesundem Verstand unser Lager verließ, nachdem er ständig unserer bezaubernden Magie ausgesetzt war. Jeder normale Zauberer, der Tagelang einem solchen Bombardement unserer Magie ausgesetzt gewesen wäre, wäre verrückt geworden, nicht so Euer Vater!“, fuhr sie weiter fast verliebt klingend fort, wobei ihre Stimme immer verklärter und ihr Ausdruck immer nachdenklicher geworden war, fast als schwelge sie wirklich in einzigartigen Erinnerungen und mir kam in den Sinn, dass auch sie damals etwas mit Vater gehabt haben könnte. Auszuschließen war es jedenfalls nicht.

„Das ist interessant!“, kommentierte ich wenig begeistert ihre Geschichte, denn es gab mir doch viel nachzudenken. Dass die Veela in unserem Stammbaum kein Zufall sein sollten, sondern dieses Volk darauf achtete, dass sie immer wieder ihr Blut in unserer Linie erneuerten, war ein Hammer, der mir gar nicht gefallen wollte.

„Aber was hat das mit meinen Absichten zu tun? Mich habt ihr auch getestet!“, geriet nun auch ich ins Grübeln und ließ den letzten Satz halb fragend, halb feststellend in der Luft hängen.

„Oh ja, schon in Irland. Ihr habt Euch hervorragend geschlagen, junger Drache. Ihr habt dem wirklich mächtigen Sirenengesang von Vesnas Hof getrotzt, was wirklich kein Leichtes war. Sie haben Euch sehr gefordert und jeder normale Magier hätte nicht, wie Ihr, auf eigenen Beinen unser Refugium verlassen und letztendlich habt Ihr es auch noch geschafft, Euch von dem Kuss von Dafina loszureißen, die sich nicht zurückgehalten hat und all ihre Magie auf Euch hat wirken lassen. Das war beeindruckend und sie danach sehr gekränkt! Wir sind uns sicher, Ihr tragt gerade noch genug von uns in dir, aber es wäre gut, wenn Ihr es vielleicht auffrischen würdet, aber spätestens die nächste Generation sollte wieder unsere sein!“, resümierte sie überlegend, danach verstummte sie und musterte mich aufmerksam.

Ich saß da und versuchte, diese neue Offenbarung reglos auszusitzen, bis mir aufging, was ihre letzte Aussage wirklich für mich bedeutete.

„Ihr meint, ich… also ich soll?“, schob ich den Gedanken rasch beiseite, dass ich eine Veela ehelichte und richtete mich auf den anderen Punkt, der nicht weniger gewagt war. „… Nein, oder aber Ihr meint… Ihr könntet meinen Sohn wollen? Warum sollte ich ihm, falls ich denn je einen haben werde, eine Veela zur Frau geben?“, fragte ich hörbar widerwillig, irritiert und leicht überfordert. Sollte das bedeuten, ich bekam nur mein Abkommen, da ich hier um das Ehegelöbnis meines zukünftigen Erben schacherte?

Das war dreist, beziehungsweise, das wäre selbst für einen Malfoy dreist! Armes Kind, so ich denn einen Nachkommen zeugen sollte!

„Keine Sorge! Ganz ruhig, diese Diskussion hat nichts mit unserem Abkommen zu tun und bezüglich Eures Sohnes, das warten wir erst mal ab, die Mutationen sind immer sprunghaft, es könnte sein, dass Euer Sohn wehrhafter uns gegenüber ist als Lucius und Abraxas zusammen, aber ich möchte Euch darauf hinweisen, dass es auch anders sein könnte. Es ist nur so, ich habe so ein Gefühl, dass es wieder an der Zeit sein könnte… nicht mehr und nicht weniger… und bevor Ihr einwendet, dass man das nicht wissen kann, lasst mich Euch versichern, ich bin mir sicher, auch Ihr werdet einen Sohn haben. Bei den Malfoys war es nie anders, es gibt immer einen Sohn, meist als Erstgeborenen!“, erklärte sie und es verwirrte mich, dass sie so sicher war und zeigte dies nun auch in meinen Zügen, als sie leise lachte.

„Das macht unsere Magie!“, erklärte Zorica fast triumphierend.

„Was macht die Magie?“

„Dass die Malfoys immer Söhne haben…“ Ich starrte sie überrascht an, darüber erntete ich ein helles, erheitertes Lachen von Zorica. Und dann legte sie mir begütigend eine Hand auf meine, dabei durchzuckte mich sofort ein Stromstoß allererster Güte.

„Mein Drache, habt Ihr Euch nie gefragt, warum ihr immer zuerst einen Sohn bekommt, nie zuerst eine Tochter? Das ist die Magie, so wie wir Veela fast nur weibliche Nachkommen bekommen und wenn selten als Nachgeborene eventuell mal einen Sohn, beeinflusst unsere Magie euch hingegen so, dass ihr größere Chancen habt, Söhne zu bekommen als Töchter. Und glaubt mir, es gibt keinen Trank oder Fluch, der dies bewirkt, oder warum glaubt Ihr, kriegen die meisten anderen Reinblutfamilien mehrere Kinder und hoffen so sehr auf einen Sohn, während es bei euch einfach als gegeben vorausgesetzt wird?“, fragte sie mich zärtlich neckend und nun verschlagen grinsend, während sie sich entspannt zurücklehnte und zu meinem Glück von mir abließ.

„Moment, Hyperion hatte zuerst eine Tochter, Honoria, … erst dann kam Abraxas!“, rief ich triumphierend aus, da ich ihre These soeben erfolgreich terminiert hatte, wobei sie generös abwinkte.

„Nein, das erste Kind war auch ein Sohn, der leider kurz nach der Geburt verstarb… was Hyperion, laut meiner Großmutter, sehr verbittert hatte und was er seiner Frau als Versagen anlastete!“, staunte ich nicht schlecht, wie gut sie sich bei uns auskannte, denn es stimmte wirklich, zu doof aber auch.

Sie wirkte mehr als zufrieden mit sich, denn sie hatte mir wirklich etwas zu denken gegeben, weswegen ich nichts weiter erwiderte, da sie mir gerade auf unschöne Art und Weise offenbart hatte, wie elementar wichtig es war, dass ich einen Erben produzierte.

Es ging nicht nur um die Erhaltung der Familie Malfoy, sondern auch um das stillschweigende Abkommen zwischen Veela und Magiern! Ich schluckte bei dieser bitteren Erkenntnis sehr schwer! Hier ging es mehr als nur um mich und mein Sein, hier ging es um Politik und Verantwortung den magischen Rasse der Veela und der Zauberer gegenüber!

Zum ersten Mal in meinem Leben verstand ich meinen Vater und auch Abraxas in ihrer strikten Art und Weise, die Familie rücksichtslos und ebenso gewissenhaft zu führen!

„Aber nun zu etwas anderem!“, unterbrach sie meine Überlegungen und wandte ihren Blick wieder zu mir.

„Ihr seid anders als Lucius, nun erklärt mir bitte, was Euch dazu getrieben hat, uns selbst unter der Wirkung des Trankes um jeden Preis widerstehen zu wollen? Wir haben alle sehen können, wie heroisch Ihr mit Euch gerungen und gekämpft habt, aber es ist weder die Sturheit und der eiserne Entschluss und Wille, der Abraxas antrieb, wenngleich auch er schlussendlich kapitulierte, noch das vehemente Ego, welches Lucius dann doch über Bord geworfen hat, als er gemerkt hat, er ist uns ebenbürtig und steht uns mit dem Trank auf Augenhöhe gegenüber, nein, Euch treibt etwas anderes! Aber was?“, resümierte sie sinnierend.

Dabei schenkte sie mir erneut ein hintergründiges, aber auch forderndes Lächeln, das ihre mich eingehend musternden Augen nicht ganz erreichte. Sie schien wahrlich ergründen zu wollen, was ich dachte und was in mir vorging. Ich fühlte mich geradezu entblättert, bis auf die Tiefen meiner Seele, so wie sie mich intensiv betrachtete und das gefiel mir gar nicht.

„Wie kommt Ihr darauf, dass ich nicht auch einfach nur stur bin?“, fragte ich statt zu antworten, denn so wirklich wollte ich nicht darüber sprechen, dass ich nicht nachgeben wollte, weil ich Hermione hatte treu sein wollen. Sie lachte erneut erheitert auf.

Weil Ihr, junger Drache, dem Wesen Eures Großvaters kein bisschen ähnelt. Außerdem ist Euer Charakter keineswegs so dominierend wie der Eures Vaters, Lucius. Für ein Wesen, wie ich eines bin, dem das Beeinflussen und Erspüren der Gefühle ihres Gegenübers im Blut liegt, sind die wahren emphatischen Merkmale einer Person wie ein offenes Buch. Ihr mögt Euch gut verschließen, versteht zu verstecken, was Euch antreibt, Draco, doch ich sehe tief in Euch Zuneigung, Treue und Loyalität und ich denke, das hatte Euch kämpfen lassen. Wobei es ungewöhnlich ist, für einen Malfoy, derart zu fühlen… wie gesagt, Ihr seid auf ganz andere Weise etwas Besonderes!“, machte sie mir ein Kompliment.

„Sie muss Euch viel bedeuten, wenn Ihr diesen Kraftaufwand trotz des Trankes weiter auf Euch genommen habt!“, sprach sie ins Blaue und lächelte mich milde an.

„Ja!“, entschlüpfte mir dieses Zugeständnis ungewollt und ich räusperte mich rau, denn mein Betrug an ihr lag mir immer schwerer auf der Seele.

„Sie muss eine starke Persönlichkeit sein, wenn sie einen Malfoy so fesseln kann!“, säuselte Zorica melodisch, dabei war ich gefangen von ihren tiefen, wissenden und noch immer verständnisvoll lächelnden Augen.

„Vielleicht sind meine Vermutungen für die nächste Generation doch nicht so zutreffend, wenn eine solch starke Persönlichkeit euer Blut stärkt!“, warf sie überlegend ein.

Doch ich schüttelte, wie als wenn ein Schleier auf meinen Gedanken liegen würde, den Kopf, nicht nur um zu antworten, sondern auch um meinen Kopf wieder freizubekommen. Irgendwie kam es mir vor, als würde sie sich bei ihren Plänen von Hermione bedroht fühlen.

„Nein, das denke ich nicht!“, erwiderte ich schließlich irgendwie ungewollt und doch entkamen mir die Worte, woraufhin Zorica mir erst einen überlegenden und misstrauischen Blick schenkte. Schließlich blitzte die Erkenntnis in ihren Augen auf.

„Oh, sie ist unpassend! Wie schade, denn das könnt selbst ihr euch in diesen Zeiten nicht erlauben!“, fasste sie sehr klar zusammen, aber hörte sich in meinen argwöhnischen Ohren irgendwie zufrieden an. Dann fügte sie irgendwie gehässig hinzu:

„Eine Muggelgeborene! Das hätte ich nicht erwartet!“ Und jetzt sah sie ein wenig wie ein Geier aus, aber sie schien wirklich überrascht zu sein.

„Oh nein, sie ist die Richtige! Die Einzige! Und sie ist nicht UNPASSEND!“, brauste ich wegen ihrer überheblichen Art auf, biss mir aber sogleich wieder auf die Zunge und ärgerte mich, dass ich mich zu dieser Reaktion hatte hinreißen lassen.

Ich fand sie herablassend und alles was sie sagte unangebracht, denn ihre Schlussfolgerungen stimmten so nicht ganz, Hermione war nicht unpassend in meinen Augen, eher lag es daran, dass sie sich vehement weigern würde, ein Kind mit mir zu zeugen. Wobei hier noch nicht das letzte Wort gesprochen war.

Aber ich war nicht dumm genug, um dies Zorica gegenüber zu gestehen, denn dann wäre der Teufel los und so biss ich mir schon auf die Zunge, um ihr dies nicht auf die hübsche Stupsnase zu binden.

„Was dann?“, fragte sie sofort interessiert nach und ein großes Fragezeichen lag in ihrem Tonfall.

„Das ist privat!“, knurrte ich unwillig, woraufhin sie einen hinreißenden Schmollmund zog.

„Jetzt weiß ich aber noch immer nicht, warum Ihr meint, dass ich nicht das Ziel habe, euch in diesen Krieg hineinzuziehen?“, forderte ich erneut zu erfahren und kam auf das Geschäftliche zurück. Das andere Thema wurde mir zu heiß. Während ich tief durchatmete, kicherte sie geradezu glockenhell auf.

„Hihi, nicht so ungeduldig, junger Drachenmann, ich beantworte Euch Eure Frage schon noch, doch lasst mich Euch zuerst von Wena grüßen…“, kam es mir sehr kalkuliert vor, dass sie gerade jetzt diesen Namen nannte und sofort war ich noch mehr auf der Hut und blickte sie aus gesenkten Augen lauernd an. „Wena lässt ausrichten, dass ihr euer Nachmittag sehr gefallen hat und lass dir gesagt sein, sie ist wählerisch!“, schmunzelte Zorica irgendwie hinterhältig am Ende und blickte mich vielsagend, aber auch verschlagen an. Etwas, was ich erwidern konnte, denn soeben grinste ich fies zu ihr.

„Ähm, ja. Danke…!“, fehlte mir der Enthusiasmus, denn ich wollte daran gar nicht mehr denken. So etwas wie Widerwille ergriff mich, als ich an Wena dachte und dies hielt ich auch nicht aus meinen Zügen heraus, weswegen Zorica die Stirn kraus zog.

„Es hat dir nicht gefallen?“, hauchte sie sprachlos, bevor sie sich aufraffte, da ich nichts erwiderte. Mein Schweigen war auch Antwort genug.



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