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 Kapitel 431-432

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 431-432   So Dez 01, 2013 9:41 pm

431. Kapitel Schatten der Vergangenheit

Dracos Sicht

Genervt wollte ich am liebsten den Teller von mir schleudern. Ich blickte bitterböse durch die Gegend, hatte eine gute Sicht auf das fröhliche Getümmel in der Burg, denn ich saß in der Halle und brütete über meinen negativen Gedanken.

Noch eine Nacht ohne den blassesten Schimmer, was nach Thomas‘ Story noch alles passiert war, weil mich meine werte Familie im Unwissen ließ und mich Severus wegen irgendwelcher Brandverletzungen nicht zu ihr lassen wollte. Das war unfassbar, als ob mir ihr Äußeres, egal wie es gerade aussah, etwas ausmachen würde!

Auf der anderen Seite kannte ich sie und war mir sicher, wenn sie derart gezeichnet aussah, würde sie mich nicht sehen wollen, also ging ich!

Ich war also nur wegen ihr gegangen, nicht weil Severus das so wollte!

Wohlweislich hielt ich mich von der Höhle und dem Rudel fern, denn ich wollte nicht das Augenmerk darauf lenken, dass ich nichts wusste!

Darüber verzog ich meine Mundwinkel zu einer Grimasse, vor allem als sich auch noch Potter, Mr.-ich-bin-der-neue-Lehrling-von-dem-tollen-ex-Dark-Lord-Gellert, neben mir niederlassen wollte.

„Mann, Malfoy, Alter, Gellert bringt mich noch um! Warum zeigt der Typ mir das alles?“, plumpste der von mir nicht eingeladene Potter tatsächlich nieder. Warum sprach er mich an?

Als würde es mich interessieren, was dieser schrullige Alte mit ihm veranstaltete.

Sprach der Neid aus mir? Nie! Zumindest versicherte ich es mir eilig!

„Ja, das frag ich mich auch… glaub mir, ich weiß echt nicht, was er in dir sieht!“, hisste ich gemein. Doch auf meine Bosheit erntete ich nur ein sanftes, fast schon nachsichtiges Lächeln, das mir die Weißglut in die Adern trieb.

„Wie schön, wenn wir schon zu zweit sind!“, murrte Potter düster und sofort legte sich wieder diese eisige Abneigung zwischen uns, denn gegen diese kamen wir einfach nicht an. Potter rieb sich unterdessen seine Arme, als würden sie ihn schmerzen.

Was nur, zum verdammten Magier, brachte ihm der Alte bei?

„Was sagt eigentlich Daphne, dass du dich hier immer rumtreibst?“, umging ich meine Neugierde und ärgerte ihn mit einem anderen, sehr delikaten Thema.

„Sie nörgelt! Aber…“, stieß Potter leidlich aus, woraufhin ich ihn eilig unterbrach.

„Oho, das hört sich ja nicht sonderlich positiv an!“ Dabei zierte ein gar nicht gehässiges Grinsen meine Züge.

„Lass mich doch mal ausreden, ABER sie hat Verständnis, schließlich ist sie nicht blöd und weiß sehr genau, auf was wir uns hier alle vorbereiten…“, sprach er ernst und funkelte mich eindringlich an, während das gewohnte Chaos um uns tobte.

„Wissen wir das?“, zog ich ihn mit der langgezogenen Frage auf.

„Malfoy, du kannst einem gefährlich auf den Sack gehen!“, brauste Potter nun doch ungehalten auf. Wie gut, dass er nicht leicht zu durchschauen war, ging da mein Sarkasmus mit mir durch, aber ich war halt von Grund auf mies drauf.

„Ach, du hast einen? Manchmal bin ich mir da echt nicht sicher!“, lachte ich bitterböse, dafür erhielt ich einen harten Schlag auf den Oberarm, der mich aber nicht weiter tangierte.

„Sehr witzig, ehrlich! Ich lach mich fast tot!“, giftete Potter.

„Schade, dass es nur fast ist!“, gab ich gewohnt fies kontra.

„Was kann ich dafür, wenn ich nicht sterbe?“, murrte er anklagend und seine grünen Augen blitzten mich unheilverkündend durch seine Brillengläser an.

„Tja, siehst du mal, du bist der erste Mensch, der zu doof zum Sterben ist… ein Armutszeugnis, Potter!“, warf ich hämisch ein, doch dann wurde unser Disput unterbrochen, weil eine schlanke, von oben bis unten in schwarz gekleidete Gestalt eintrat.

Diese huschte durch die offene Tür, zusätzlich mit Mantel und Kapuze geschützt und erregte sofort unsere Aufmerksamkeit.

Die Person hielt zielstrebig auf die Mitte des Saales und somit auf Potter und mich zu. Natürlich fiel diese finstere Gestalt sofort auf, das ließ sich in dem bunten Treiben gar nicht vermeiden, denn sie sah auch nicht aus wie die VenTes, wenn sie ihre Uniformen trugen.

Unter DeathEatern mochte diese Person nicht auffallen, hier tat sie es durchaus.

„Hermi… Schönste?“, stotterte Potter unsicher, damit kam er mir zuvor.

Schon stoppte sie vor dem Tisch und nickte schlicht. Ich war skeptisch, aufgrund der Kapuze, und vergaß Severus‘ Worte nicht. War es so schlimm? Sorge flackerte in meinem Blick auf.

„Ist was passiert? Warum kommst du so verhüllt?“, wollte Potter unwohl erfahren und ich war auf das Schlimmste gefasst.

„Nein, Harry, es ist nichts!“, raunte sie heiserer als sonst, aber dann überraschte sie mich, denn schon streifte sie wacker und ohne zu zögern den Stoff zurück, offenbarte etwas, was es schaffte, dass mir doch eine Regung entwischte, denn mir blieb wenig intelligent der Mund offen stehen.

Aber nicht nur mir, die Halle war mit einem Schlag still und ruhig.

„Fuck… was?“, wagte Potter wenig schmeichelhaft von sich zu geben, wenngleich ich es mir versagte, eine Meinung zu haben.

„Charmant, Harry! Aber sei froh… gestern sah es noch dramatisch aus! Ich muss sagen, ich mag meine kurze, stoppelige Pracht!“, kam es absolut ernst und vollkommen gleichgültig von ihr, während sie sich über ihr raspelkurzes, dunkelblondes Haar strich.

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Schauspielerte sie, oder war es ihr wirklich gleich? Aus ihrem Gebaren war nichts zu lesen, das nicht ihre Aussage unterstrichen hätte.

Sie sah extrem anders aus, nicht schlecht, nur gewöhnungsbedürftig. Das kurze Haar gab ihr ein burschikoses Auftreten und ließ sie vielleicht zum ersten Mal so hart wirken, wie sie war, denn das lange, lockige Haar nahm ihr die Strenge und ließ sie sanfter und weiblicher erscheinen als gerade eben.

Außerdem trug sie ein Kropfband, das bei ihrem kurzen Haar befremdlich wirkte. Als sie aber zu Potter blickte verstand ich den Grund, aus dem sie es trug, denn man konnte ihren Nacken sehen, das bedeutete, man sah nun auch ihr Dark Mark!

„Wie zur Hölle konnte das passieren?“, hauchte Potter ergriffen.

„Fasst es gut zusammen, vor dir steht ein Brandopfer! Oder aber auch, ich bin den Flammen entstiegen“, kokettierte sie offensichtlich, dabei wackelte sie mit ihren Augenbrauen.

„Aber, aber… das bleibt jetzt nicht immer so?“, stieß die erschrockene Padma aus und deutete auf Hermiones neue Pracht, während sie sich sichtlich betroffen näherte.

„Wie Feuer?“, „Bist du verletzt?“, „Geht es dir gut?“

„Mein Haar ist abgefackelt, nicht weiter schlimm, als wäre das meine größte Sorge!“, stieß sie irgendwie verächtlich aus, während sie von allen durchwegs ergriffen gemustert wurde, was sie schrecklich zu nerven schien. „Aber ehrlich, mir geht es schon viel besser, ich war gestern noch komplett kahl und mit einer wenig ansehnlichen Glatze gesegnet, dagegen ist das hier fast so was wie Wildwuchs! Zwei bis vier Wochen und sie sind wieder so lang wie sie waren!“, erklärte sie der Masse, um sie zu besänftigen, doch dabei sah sie mich die ganze Zeit an, worauf ich sachte nickte.

„Dann konnte dir Severus helfen!“, stellte ich mit Genugtuung fest, woraufhin sie enthusiastisch nickte.

„Ja!“

„Hättest du gewollt, dass ich dich gesehen hätte?“, fragte ich dann doch offen und ehrlich, denn ich wollte, nach unserer Aussprache, dass weniger zwischen uns stand und irgendwo musste man mal anfangen, sonst würde sich unsere Beziehung nie ändern und es war mir gleich, ob die anderen es hörten.

„Nein! Ich bin froh, dass du es nicht gesehen hast. Als ich es sah, konnte ich nicht aufhören zu lachen… es war surreal!“, gestand sie aufrichtig und ich war froh, dass sie ehrlich war und auf der anderen Seite erleichtert, dass ich richtig gehandelt hatte und gegangen war. „Aber wie gefalle ich dir denn jetzt?“, wollte sie völlig die eitle Frau erfahren und drehte und wendete sich vor mir und ich blinzelte, die Halle war immer noch still und jeder schien auf meine Antwort zu warten.

„Äähh… Hübsch, aber unpraktisch!“, räumte ich ziemlich ehrlich ein, vor allem war sie hübsch, rank und schlank, deshalb passte es, aber mit den langen Haaren gefiel sie mir besser. Hey, ich war ein Malfoy und schon alleine deshalb war mir das Äußere wichtig!

„Mann, Malfoy!“, stöhnte Potter.

„Was?“, fuhr ich ihn an. „Ich werde nicht lügen!“

„Ja, das dachte ich auch“, grinste sie mich schelmisch an und fuhr sich über die extrem kurzen Haare.

„Moment! Was meinst du mit unpraktisch?“, wollte Potter erfahren.

„Oh, Mann, Potter, du bist so…“, rollte ich überheblich mit den Augen.

„Was?“, herrschte er mich recht giftig an.

„Was… was? Was wohl? Wenn ich sie von hinten nehme, kann ich nicht mehr in ihr Haar fassen!“, rieb ich ihm süffisant unter die Nase, da ich ihm eine Breitseite verpassen wollte und erreichte dies malerisch, da er wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft schnappte.

„Oh lala, von der Seite habe ich es noch gar nicht betrachtet! Aber du hast absolut recht!“, kicherte sie erheitert los und die Augen der Masse huschten zu ihr.

„Was? Soll ich herumlabern und behaupten, dass ich ihre inneren Werte schätze, ihren Charakter, dass es doch egal ist, wie die Haare aussehen?“, fragte ich provokant, worauf Potter wütend zu einer Erwiderung ansetzen wollte, doch Hermione wedelte mit der Hand und kam ihm zuvor.

„Was für Werte?“, fragte sie herausfordernd, bevor ich in Gelächter ausbrach, das für einige befremdliche Blicke sorgte, während ganz andere, die eingeweihter waren, eher besorgt aussahen.

„Ihr seid unmöglich!“, murrte Potter wenig begeistert, wurde dann aber sehr ernst. „Aber jetzt sag, wie konnte das überhaupt passieren? Du bist doch sonst so vorsichtig“, unterbrach Potter sie und diesmal war es mir sehr recht, dass er das tat, denn somit sprach er meine tiefempfundene Frage aus, die ich seit Tagen mit mir herumtrug.

„Tja, es brannte und es wurde leicht brenzlig… ist nicht weiter tragisch!“, wedelte sie die Frage hinfort und Potter sah mehr als zweifelnd aus, aber er ließ in anderer Art und Weise nicht locker.

„Aber Snape? Warum der?“, forderte er zu erfahren, worauf sie rau auflachte.

„Warum? Weil er, er ist… erklärt es gut, oder?“, wirkte sie irgendwie gelöst, nicht wie jemand, der tief getroffen vom Verlust seiner Haare, oder der verletzt aus dem Feuer herausgekommen war.

Sie strahlte durch dieses vollkommen neue Aussehen regelrecht eine gewisse, ungeahnte, frische Leichtigkeit aus, bevor sie sich fing und dann mit funkelnden Augen zu Potter sah, der nicht wirklich zufrieden mit ihrer Antwort wirkte.

„Vielleicht weil er mich immer zusammensetzt? Harry, ich bin nicht Wonder Woman!“, gab sie leise zu bedenken.

„Wer ist Wonder Woman?“, rief jemand dazwischen und Potter machte eine unwirsche Geste.

„Muggelkram! Und das weiß ich doch, nicht umsonst mache ich mir immer Sorgen!“, warf Potter unzufrieden ein.

„Und das ist eben unnötig. Ich lebe schließlich noch immer! Und ich bin bei Snape in den besten Händen. Draco kennt das, schließlich macht er das auch bei ihm“, erklärte sich Hermione geschickt und ich nickte zustimmend.

„Himmel, deine schönen Haare!“, quietschte eine hohe Frauenstimme.

„Die kommen wieder, Lav!“, drehte sich Hermione zu der betroffen aussehenden jungen Frau um, die auf sie zueilte.

„Klar kommen die wieder und jetzt mit diesem Bubi-Kopf siehst du auch gut aus, aber ich denke, ich will gar nicht wissen, wie es aussah, wenn du sagst, es hat dir die Haare weggebrannt… das ist einfach schrecklich…“, schüttelte es sie aufrichtig mitleidend und mitfühlend, aber beide Frauen lächelten sich ungewohnt verständig an.

„Tut bloß nicht so rum, als wäre ich vorm Siechtum, das bin ich nicht! Ich bin für sonstige Verhältnisse echt gut weggekommen! Und ich bin gesund! Freut euch!“, begehrte Hermione auf, denn sie hasste es, wenn man auf ihre Wehwehchen einging.

So wedelte sie wieder mit ihrer Hand, weil das Thema für sie abgehakt war. Vor allem sah sie so völlig anders aus mit den kurzen Haaren, dass sie jeder gebannt anstarrte.

„Aber genug von mir, ich bin nicht zum Vergnügen hier… hey, Dean!“, zuckte genannter erschrocken zurück und wurde trotz seiner Hautfarbe blässlich, denn auch wenn er sie die ganze Zeit genau im Blick behalten hatte, schien er ein wenig Muffensausen zu haben, als sie ihn direkt ansprach.

An sich kein Wunder, wenn man wusste, was in seinem Wohnhaus vorgefallen war, wusste, dass sie einen DeathEater brutal vor seinen Augen ermordet hatte. Somit konnte ich seine Furcht, die sich in seinen dunklen Augen spiegelte, durchaus nachvollziehen und verstehen.

„Wassss?“, kam es furchtsam von ihm und es wirkte, als wollte sich der mutige und tapfere Gryffindor am liebsten gleich unter den Tisch flüchten.

„Ach, Dean, ich fresse dich doch nicht auf!“, tat sie reichlich ironisch ab, aber er blickte weniger überzeugt aus der Wäsche.

„Soll ich mir da so sicher sein?“, fragte er leise wispernd, sehr zögerlich und da außer der Cottage Connection nur Marcus und Adrian von allem wussten, konnte sich niemand so recht einen Reim auf seine krasse Reaktion machen.

„Ich wollte nur wissen, ob noch was im Safe war, was mich interessieren könnte!“, fragte sie zielstrebig, dabei überging sie sein Verhalten und er machte große Augen.

„Ähm… naja, wenn du so fragst… ähm, also meine Mum hat sich zum Beispiel sehr über das Geld, die Galleonen, aber auch den Schmuck gefreut, aber sie meinte, das gehört alles mir und hat es mich nach Gringotts bringen lassen… also, wenn du es sehen willst, dann muss…“, ratterte der farbige Junge gehetzt herunter. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn, während er sich in ihrem Fokus sah.

„Nein, das meinte ich nicht. Etwas Spezielleres?“, stoppte sie ihn, indem sie nun sehr doppeldeutig nachfragte. Sie sprachen leise und waren damit relativ gut vor den neugierigen Ohren der anderen geschützt.

„Mhm… Moment… ja, da könnte was sein!“, konnte man richtig verfolgen, wie es in seinem Hirn ratterte.

„Und was, Dean? Es wäre wirklich wichtig!“, drängte sie, darüber runzelte ich die Stirn, denn ich konnte mir nicht erklären, was Thomas haben könnte, das Hermione brauchte.

„Also, da war noch ein Fotoalbum! Das hatte zuerst Fotos von Hogwarts und dem Zuhause von meinem Vater, aber zum Ende werden die Bilder komisch und sehr seltsam“, erklärte der junge Gryffindor unsicher. Eine Spur Furcht war durchaus in seinem Ton zu vernehmen, während Potter genauso gespannt lauschte wie ich.

„Was meinst du, Dean?“, forschte Hermione sachte weiter.

„Uhhhh… wie beschreib ich das? Ich kenn den Ort nicht, aber er ist mir unheimlich… er wirkt komisch, selbst über die Bilder… vielleicht weil es sich bewegt?“, fröstelte er und rieb sich unbewusst über die Arme.

„Weiter?“, drängte sie ungeduldig.

„Wie gesagt, der Ort sagt mir nichts… und ich verstehe auch nicht, warum man so was fotografieren sollte! Er hat einen Bogen mit einem irgendwie durchsichtigen Schleier fotografiert, natürlich magisch, deshalb bewegt sich das total komisch… echt unheimlich, selbst übers Bild!“ Sofort ging Hermiones Blick zu Potter und dieser schluckte sichtbar schwer, aber es war, als würde dort mehr passieren als uns anderen gegenwärtig war. „Ich bekomm ständig Gänsehaut, wenn ich mir das ansehe!“

Mir war nicht ganz verständlich, warum sich diese beiden derart wissend ansahen, denn diese Beschreibung sagte mir gar nichts.

„Ich denke, die Bilder werden wir brauchen!“, wisperte auf einmal Potter etwas blässlich um die Nase, woraufhin sie sichtbar unglücklich nickte.

„Echt? Ihr wollt sie? Die helfen euch? Na, das sind die einzigen Seiten, auf denen er etwas geschrieben hat… da stand… ähm, ja, Moment.“ Ich wollte den dummen Gryffindor am liebsten wild schütteln, auch durch Hermione und Potter schoss ein Ruck, denn das schien sie regelrecht zu verzaubern.

„Was? Was stand da?“, „Dean, mach es nicht so spannend!“, kam es dann auch ungewohnt eifrig von beiden.

„Ohh, ist ja gut, Moment, da stand… mhm… ja, genau: „Sie kamen durch die Schleier“, flüsterte Thomas, sah aber total überfordert aus, ähnlich wie es mir ging, weil ich keinen blassen Schimmer hatte, was damit gemeint sein könnte, während Potter und Hermione sich hintersinnig musterten.

Doch anders als in Potters Antlitz, aus dem nun ebenso großes Unverständnis herauszulesen war, spiegelte sich in Hermiones großen, braunen Augen das abrupte Verstehen. Sie schien sofort zu erfassen, was das für ein Hinweis war, aber er behagte ihr gar nicht, derart wie sie gerade die Stirn krauszog und sich kurz durch das Haar fuhr.

„Wer?“, hauchte Potter ergriffen und auch mein Blick lag forschend auf ihr.

„Dementoren!“, räumte sie schließlich widerwillig ein und wandte sich dann recht brüsk um und ich sackte leicht atemlos zurück, ähnlich wie Thomas, der kurz vor einem Herzinfarkt zu sein schien.

„Mein Dad hatte mit diesen Monstern zu tun? “, fragte er auch schon atemlos.

„Tja, dein Dad war ein Unsäglicher, sagt das nicht alles?“, warf sie ihm geradezu lapidar zu.

„Okay, aber woher sollen diese Wesen dann gekommen sein?“ Ich hätte ihm dafür wirklich gratulieren können, denn das war noch eine Frage, die mir auf der Zunge brannte.

„Wenn wir die Bilder sehen, dann können wir es mit Sicherheit sagen, aber aufgrund deiner Beschreibung würde ich sagen, aus der Mysteriums Abteilung des Ministeriums, aus der Halle des Todes!“, sprach sie widerwillig, aber auch bedeutungsschwanger, während Potter in diesem Moment mehr als bleich aussah.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Harry war danach hochgeschossen, wie von der Akromantula gestochen, hatte mich übergangslos an der Hand gepackt und hinausgezerrt, während Draco ebenfalls eilig hinterherlief, dabei fand ich es erstaunlich, wie selbstsicher Harry Dracos Besprechungszimmer ansteuerte.

Ich wurde mehr oder weniger sanft auf einen Sessel geschleudert.

„Sorry, Malfoy, aber du kannst später kommen!“, donnerte Harry Draco die Tür wortwörtlich kompromisslos vor der Nase zu und sperrte ihn gekonnt aus. Das saß!

Aber ich wusste, wie Harry sich fühlte und deshalb protestierte ich nicht dagegen. Ich konnte nachvollziehen, dass Harry Draco gerade nicht um sich haben wollte. Die schockierende Erkenntnis, die Harry gerade gehabt hatte, war einfach zu privat und zu schrecklich, als dass er sie gerade mit jemand anderem teilen konnte.

Vielleicht fragte man sich, warum ich offen und laut ausgesprochen hatte, was die Bilder anscheinend zeigten, doch da Dean nur Neville, Luna oder Ginny von einem Bogen mit einem fast unsichtbaren Schleier erzählen bräuchte, damit sie es auch wüssten, war es vollkommen egal. Das war an sich kein Geheimnis in unserer Gruppe, was aber nun kommen würde schon!

Auf der anderen Seite war ich selbst zu geschockt gewesen, als dass ich sehr weitsichtig hätte handeln können.

Aber jetzt würden wir detaillierter reden, weswegen wir auch alleine waren. Ich sah betrübt auf einen geknickten Harry nieder.

„Dementoren?“, hauchte er mehr als betroffen, aber auch total furchtsam, dabei verzog ich schmerzlich meine Züge und nickte nur stumm, denn in diesem Punkt gab es nichts zu beschönigen.

Irgendwie war es ein instinktives Wissen, das mir sagte, dass es nur das sein konnte, nachdem Deans Vater sich mit diesen Wesen beschäftigt hatte und wenn er das zu dem Bild geschrieben hatte, gab es auch logisch betrachtet keine anderen Rückschlüsse.

Harry schlug sich plötzlich seine Hände vors Gesicht, um dann genervt seine Brille hinunterzureißen und wegzuschleudern, erst dann hob er wieder die Hände vor sein Gesicht, um sich dahinter zu verstecken. Seine Ellenbogen knallten hörbar auf die Tischplatte.

Selbst in meinen Gedanken wirbelte es nervös herum. Wie sollte es dann erst Harry gehen? So fuhr ich mir über mein so ungewohnter Weise fast nacktes Haupt und stöhnte schwer auf, weil alles noch viel schlimmer und dramatischer war als erwartet.

„Harry… Harry… es…“, verlor sich mein halbherziger Versuch, da er nicht reagierte. Schließlich legte ich ihm leicht verzweifelt meine Hand auf die Schulter und wartete, bis er sich fangen würde.

„Was? Was denkst du… ist Sirius… ist er nun… so ein Monster?“, fragte er furchtsam, wobei ich nur den Kopf schüttelte. Woher zum Henker sollte ich das wissen?

Es könnte sein, es könnte tatsächlich möglich sein, aber es musste nicht, weswegen ich mich an meine Begegnung mit den Dementoren im Dark Manor zu erinnern versuchte, aber ich hatte damals nicht gefühlt, dass dieser Dementor mal ein Mensch gewesen war!

Zum Teufel, ich hatte gar nichts in diese Richtung gefühlt, nur dass ein Dementor ein Dementor war! Es war eine beunruhigende Vorstellung! Schickte das skrupellose Ministerium Menschen hinter den Schleier um dann Dementoren zu erhalten?

Ab hier verbot ich mir weiter darüber nachzudenken!

„Ich weiß es wirklich nicht, Harry!“, gestand ich leise. Mir tat es im Herzen weh, ihn enttäuschen zu müssen.

„Aber du weißt doch sonst immer alles!“, jammerte er auch schon wenig erwachsen, dabei hörte er sich fast wie ein kleines Kind an. Das zauberte mir ein sehr nachsichtiges Lächeln auf die Lippen, denn es erinnerte mich an früher. Schließlich sah Harry plötzlich gehetzt auf.

„Das hörte sich grad schrecklich an, oder?“, kam es betroffen von ihm und ich zuckte nur gleichgültig die Schultern.

Natürlich behagte mir der Gedanke, Sirius könnte ein Dementor geworden sein, auch nicht, aber meine Betroffenheit wie Harry zu zeigen half auch nicht weiter und ich hielt mich daran fest, dass wir dafür keine Beweise hatten.

„Weißt du, ich ertrage den Gedanken nur nicht, dass Sirius nicht einfach nur tot ist… ach… das ist doch scheiße, da muss ich mich schon freuen, wenn er wirklich richtig tot ist! Auf dass er total tot ist… jetzt bin ich verwirrt!“, stieß er bitter hervor und presste seine Handflächen an seine Schläfen, als hätte er Kopfweh.

„Dann lass es meine Sorge sein! Ich werde schon dahinter kommen“, versprach ich und drückte seine Schulter fester.

„Mhm… Dean sagte, du hättest eine Akte mitgenommen… steht da mehr?“, setzte er an, aber ich hob rasch meine Hand und schloss kurz die Augen.

„Harry, das ist die schlechte Nachricht“, räumte ich widerwillig ein, doch bevor ich weitersprechen konnte kam er mir zuvor.

„Die Akte ist verbrannt?“, schloss er rasant seine eigenen Schlüsse.

„Ein wenig und ein wenig nass… aber das wirklich Schlechte ist, sie liegt beim Lord!“, schluckte ich schwer, als ich mein Versagen eingestehen musste.

„Ja, spinnst du? Hast du sie ihm gegeben?“, ging mich Harry unerwartet forsch an, dabei ruckte er hoch und meine Hand fiel von ihm runter.

Deswegen funkelte ich in mehr als perplex an, worauf er zu denken anfing, da er sich langsam, aber sicher wieder fing.

„Willst du mich wütend machen, Harry? Denkst du, ich bin blöd? Nein, natürlich nicht! Als das passiert ist hab ich noch Rösthühnchen gespielt!“, fauchte ich ihn ungehalten an und dabei hatte er die Freundlichkeit, pikiert auszusehen.

„Verzeih mir, ich bin unmöglich! Aber das alles ist so… so schrecklich! Es lässt mich mein Benehmen echt vergessen… die Sorge“, versuchte er sich stotternd zu artikulieren und ich hob die Hand.

„Nein, bist du nicht, ich ärger mich doch auch kolossal, dass ER die Akte hat. Jetzt muss ich über die Krümel froh sein, die er mir daraus zugestehen wird“, murrte ich düster. „Aber ich glaube nicht, dass Sirius das da geworden ist.“ Zumindest hörte man Hoffnung in meiner Stimme und ich war wahrlich froh, dass Harry Draco ausgesperrt hatte, denn das hätte diesem gar nicht gepasst, dass wir uns um Sirius‘ Seelenheil im Jenseits sorgten.

„Dein Wort in allen Ohren… es wäre schrecklich, wenn! Das… das würde ich niemandem wünschen, selbst meinem ärgsten Feind nicht!“, flüsterte Harry ängstlich, aber auch besorgt.

„Auch dem Lord nicht, Harry?“, zweifelte ich offen und runzelte die Stirn.

„Nein, auch dem nicht, wobei der eh fast kein Mensch mehr ist! Aber Sirius… Himmel… dieser Ort war so unheimlich! Was sollen wir, was können wir tun?“, fragte er eilig und sein Temperament schimmerte durch.

„Nichts! Was willst du tun? Ins Ministerium stürmen?“, fragte ich recht provokant, da ich ihn von unbedachtem Handeln abhalten wollte. Schlussendlich kannte jeder Harrys ungestümes Verhalten.

„Das hatten wir schon mal, nicht?“, meinte er recht unglücklich und ließ dabei die Schultern hängen.

„Eben, so leid es mir tut, aber ich denke, es macht von der Zeit her erst mal keinen Unterschied, oder?“, forschte ich weiter, worauf er sachte nickte.

„Ja, du hast zu meinem Leidwesen absolut recht!“, beeindruckte Harry mit seiner Beherrschtheit.

„Es wird so weitergehen, erst mal werde ich den Lord befragen… zur Akte, vielleicht kann er uns Auskünfte geben! Ansonsten werde ich versuchen, dem auf den Grund zu gehen… versprochen!“, bot ich an, weswegen mich seine grünen Augen intensiv musterten und dann setzte er sich wieder seine Brille auf und holte tief Luft.

„Dass immer wieder derartige Horrornachrichten über einen hereinbrechen! Das ist schlimm“, schüttelte er sich entschieden, bevor er mich nun sehr entschlossen ansah. „aber ich werde dir vertrauen und abwarten, was du herausbekommst… aber dann werden wir handeln!“

„Wow, Harry, du bist so erwachsen geworden!“, lobte ich erfreut, worauf er plötzlich fies lächelte und auf meine neue Haarpracht wies.

„Deine neue Haare sehen krass aus… dadurch verändert sich deine ganze Erscheinung und… nicht dass du dadurch nun hässlich wärst, denn das bist du nicht, aber es lässt dich noch härter und abgeklärter wirken. Es nimmt dir das Verspielte“, wechselte er abrupt das Thema.

„Tja, und da gehen wir glatt konform. Ich mag meine längeren Haare, aber eigentlich ist es mir egal, ob es kinnlang, schulterlang oder noch länger ist! Hauptsache ich seh nicht kahl aus! Und ich kann wieder ohne irgendwelche Sachen um den Hals rumlaufen, das nervt dezent!“, meinte ich leidlich und zerrte an dem Stück Samt, das meinen Hals bedeckte und eng um ihn lag.

„Das ist alles fulminant scheiße! Aber so richtig! Aber, warum dein Hals?“, schüttelte Harry unglücklich das wirre Haupt.

„Mein Dark Mark! Bisher war es immer verdeckt, nun nicht mehr! Ich muss aufpassen!“, rief ich ihm ins Gedächtnis und er schlug sich gegen die Stirn. Anscheinend beschäftigte Sirius noch immer seine Gedanken.

„Shit, dein Zeichen! Das hab ich ja total verdrängt… wie gut, dass du immer an alles denkst!“, grinste er mich verhalten an. „Das Kropfband sieht aber schick aus!“

„Danke, Harry!“, meinte ich leicht süffisant. „Aber ist alles nicht weiter dramatisch, wie pflege ich stets zu sagen? Denk immer positiv, Harry! Denk an Dean, seine Familie konnte gerettet werden!“

„Tja, Dean… Boah, ja, der freut sich wie ein Verrückter! Er weiß, dass es verdammt knapp war… seine Mum ist mit Mann und Kind nun bei Seamus‘ Mutter! Hier in Irland wollen sie nun erst mal bleiben“, nahm Harry das neue Thema auf und setzte mich ins Bild.

„Vielleicht keine dumme Idee“, wandte ich überlegt ein, als mich ein sehr nachdenklicher, sehr hintergründiger Blick von Harry traf.

„Sagt keiner, aber Dean hat uns allen, also der Connection, der BL sowie Marcus und Adrian, eben allen Wichtigen hier, alles sehr genau erzählt, was sich dort abgespielt hat! Das mit dem Spiegel fand ich inspirierend und eine Glanzleistung, aber sagen wir es so, deinem Ruf hat das mit dem toten DeathEater nicht wirklich geholfen. Das war schon krass… als er es beschrieben hat, das Messer in seinem Schädel“, lamentierte Harry etwas hilflos.

„Krasser als der geköpfte Werwolf?“, fragte ich spöttisch und grinste ihn süffisant an.

„Hahaha… du bist schrecklich, weißt du das?“, lachte er jetzt aufrichtig und schüttelte wieder den Kopf.

„Naja, ich versuche, das Beste draus zu machen!“, gab ich milde lächelnd zu, während ich ernst zu ihm aufsah, denn die Zeit lief wie zumeist gegen uns.

„Was sagst du mir nun? Diesen Blick kenne ich…“, meinte er nachdenklich und wich etwas vor mir zurück. Er hatte gelernt, die kleinsten Anzeichen richtig zu deuten und dafür würde ich Gellert, der ihn drillte, danken müssen.

„Schlechte Nachrichten für dich, Harry!“, bekannte ich sofort, dabei tätschelte ich mitleidig seinen wirren Schopf. „Du wirst gleich mit mir kommen! Es geht für dich direkt zu den Dursleys!“, erklärte ich kompromisslos hart und erntete große, grüne Augen hinter runden Brillengläsern.

„Bitte? Warum?“, hauchte er sichtbar entsetzt.

„Morgen ist der Tag der Tage… es wird Zeit, die Scharade beginnt!“, erklärte ich vehement und drehte mich von ihm weg.

„Fuck, das hab ich ja total verdrängt!“, raufte er sich durch sein wirres Haar.

„Ja, das dachte ich mir fast, denn in so was bist du brutal gut und nun komm, es wird Zeit!“, wies ich zur Tür und legte meine Hand an die Klinke.

„Was ist mit Lucien, Daphne…? Sie erwarten mich… ich komme immer heim!“, begehrte er sofort auf, sein Widerwille mit mir zu kommen, war deutlich in seine Züge geschrieben.

„Heute nicht, heute kommst du nicht heim… aber morgen!“, versuchte ich zu beschwichtigen, dabei lag mein unbeugsamer Blick auf ihm, bis er schlussendlich geschlagen nickte.

„Dein Wort in Merlins Ohr!“, hauchte er voller schlechter Vorahnungen, was alles schiefgehen könnte, aber er akzeptierte, dass es für ihn nur ein Vorwärts, kein Zurück gab.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

„Severus… wie schön, dass du uns beehrst, nach deinen Angaben würde es morgen losgehen… wenn ich mich recht entsinne!“, wisperte der Lord gewohnt samtig mit seiner unmenschlich blechernen Stimme.

„Wohl wahr, My Lord!“, kam Severus ohne zu zögern einer Antwort nach und wirkte mehr als selbstsicher.

Denn es war gewagt, auf unserer Seite würde alles vorbereitet werden und sich die Trupps formieren. Sollten sich dann die Informationen als falsch erweisen und der Orden Potter doch nicht verlegen, wäre das gar nicht gut.

Der Lord würde ungeduldig auf das Signal warten, um ebenfalls zum Trupp zu stoßen, somit würde es nicht gut und nicht schön für Severus werden, sollten seine Informationen nicht korrekt sein und die Mission deswegen fehlschlagen.

Aber ich vertraute wie immer seinem Können und seinen Gaben und dass er alles zur vollsten Zufriedenheit arrangiert hatte.

„Sage mir, wird unser Mudblood an der Aktion beteiligt sein? Oder liegt sie nach der Feuersbrunst darnieder?“, fragte der Lord sachte, aber mit einer gewissen, lauernden Hinterhältigkeit nach, die sein Interesse offenbarte. Schlussendlich wusste er, sowohl von Bellatrix als auch Scabior, was in East End mit ihr passiert war.

„Ja, sie wird teilnehmen! Sie ist wieder mehr oder minder genesen! Sie ist augenblicklich in die Vorbereitungen des Ordens involviert, weshalb ich derart sicher bin, dass meine Informationen sehr viel zutreffender sein werden als die von Yaxley!“, setzte Severus gewohnt nüchtern hinterher und verschränkte eindrucksvoll, mit wallender Robe seine Arme vor der Brust.

„Ahhhh… ja, es hätte mich gar sehr erstaunt, wenn sie sich dies hätte entgehen lassen, vielleicht sollten wir es ihr verbieten?“, schmunzelte der Lord überheblich und verzog sein Schlangenantlitz zu einer gehässigen Fratze und ich stockte. „Ja, es wäre bedauerlich, wenn ihr wieder etwas passieren würde und hilfreich ist sie uns auf dieser Seite auch nicht.“

„Korrekt erkannt, My Lord, aber so würde ich das nicht umschreiben! Sie wird nichts gegen uns tun! Und sollte etwas grob verkehrt für uns laufen, würde sie UNS immer informieren!“, schob ich mich nun gewichtig in das Gespräch und warf ihm ein arrogantes Lächeln zu.

„Dann findest du, dass sie unabdingbar bei Potter ist?“, fragte der Lord zweifelnd.

„Unbedingt, außerdem würden er und die Ordensleute misstrauisch werden, sollte sie fehlen und das wollen wir doch nicht, wiegen wir sie in ihrer seligen Unwissenheit!“, sprach ich nachdrücklich und ein fieses Grinsen legte sich auf die verunstalteten Züge des Lords.

„Dann ist alles geplant!“, stellte er herrschaftlich fordernd fest.

„Natürlich, alles läuft, es sollte mich wundern, wenn er uns nicht ins Netz geht!“, kam es überheblich von mir und der Lord blitzte uns zufrieden, aber auch vorfreudig, mit rotleuchtenden Augen an.

„Potter…“, hisste er böse auf und seine Hände verkrampften zu Fäusten.

„Gehört rein Euch, My Lord!“, flüsterte ich zustimmend und Severus unterstrich meine Aussage mit einer zuvorkommenden Geste.

„Endlich!“, murmelte der Lord inbrünstig, dabei hörte man die Gier aus seiner Tonlage heraus.

„Und der Orden hat absolut keine Ahnung, dass wir von dem vorverlegten Fluchtzeitpunkt wissen! Was für Trottel!“, entgegnete Severus ungehalten, dabei verzogen sich seine Züge in sarkastischen Spott.

„Severus, Severus, so lange es uns in die Hände spielt!“, tadelte der Lord gutmütig und grinste leicht irrsinnig.

„My Lord, soweit wir informiert sind, hat der letzte Auftrag, bei dem das Mudblood verletzt wurde, trotzdem für Zufriedenheit bei Euch gesorgt?“, fragte ich respektvoll und versuchte, auf die verlorene Akte zu sprechen zu kommen.

„Lucius… passt es dir immer noch nicht, dass Bellatrix mir die Akte überreicht hat?“, fragte er hinterhältig und ich richtete eilig die Hand gegen mich und schüttelte konsterniert das Haupt.

„Mhm… das nicht, eher passt es mir nicht, dass sie meine Leute bei der Arbeit behindert, indem sie immer denkt sich einmischen zu müssen! Und die Akte wäre Euer gewesen, egal wer sie überreichte!“, parlierte ich gewohnt geschmeidig und der Lord neigte mir sein kahles Haupt entgegen.

„Wohl gesprochen! Bellatrix untersteht euch, mir ist es gleich, ihr sorgt für die Ordnung unter ihnen… und die Akte war zu meinem Leidwesen nicht mehr einwandfrei und wenn ich das höre, war sie daran nicht ganz unschuldig, meine Verstimmung ist ihr trotz deiner Strafe weiterhin sicher!“, setzte er gewichtig auseinander und ein mehr als maliziöses Lächeln breitete sich auf meinen aristokratischen Zügen aus, als ich erkennen durfte, dass sie noch immer einen schweren Stand bei ihm hatte.

„Ich danke Euch, My Lord!“

„Die Akte ist beschädigt?“, schaltete sich nun Severus ungehalten ein, woraufhin der Lord nur sachte nickte. „Wie schlimm?“, setzte er nach und versuchte, nicht zu involviert zu klingen.

„Ärgerlich schlimm, aber sie ist intakt genug, dass ich noch etwas damit anfangen kann… aber das ist ein Thema, was weniger interessant für euch sein dürfte! Es ist hypothetisch“, kanzelte uns der Lord schlicht und ergreifend ab. „Wie hast du Bellatrix bestraft, Lucius, lass uns an einer detaillierten Schilderung teilhaben!“, hauchte der Lord samtig und ich tat ihm den Gefallen, indem ich ausführlich von der Folter berichtete.

Kurz danach brachen sowohl Severus als auch ich ins Manor auf, um noch kurze Zeit im Garten spazieren zu gehen. Dies war eine Tätigkeit, der wir seltener nachgingen, aber es konnte durchaus passieren, während wir uns absprachen.

„Er wird uns nichts sagen“, resümierte Severus soeben grimmig und mein Gehstock kam im Kies auf.

„Wohl wahr, Severus, aber IHR wird er es zeigen“, fasste ich unerfreut zusammen.

„Sieht so aus… ob mir das gefällt?“, fragte sich Severus selbst und ich zuckte die Schultern.

„Tja, das wird nicht an uns liegen! Ich könnte Bellatrix jetzt noch würgen! Wie geht es Hermione?“, fragte ich daher explizit nach ihrer Verfassung.

„Gut! Ihr geht es gut, sie ist an sich genesen. Auch ist sie, wie gesagt, schon aufgebrochen. Wir werden sie erst wiedersehen, wenn die Flucht von Potter zu Ende ist!“, setzte er mich gewohnt sachlich ins Bild und nickte mir knapp zu.

„Hast du das so beabsichtigt?“, hob ich taxierend eine Braue und maß ihn genau.

„Ja, das habe ich! Ebenso wie ich nicht will, dass Draco teilnimmt, oder du! Es reicht, wenn ich dabei bin… und sie auf der anderen Seite“, erklärte er nun entschieden, woraufhin ich abrupt auf dem Gehweg anhielt und mein Gehstock hervor schoss um auf Severus‘ Arm zu landen, weil ich diese unerwartete Forderung vernahm.

„Bitte? Findest du das gut? Ich könnte aufpassen“, forschte ich perplex nach.

„Lucius, mach dir nichts vor! Sollte Potter entkommen… wird den Teilnehmern die Wut des Lords sicher sein, ich… ich bin seit Dumbledore so gut wie unantastbar! Aber wenn wir alle, seine besten Leute, daran teilnehmen und Potter entkommt, könnte er misstrauisch werden… harre mit dem Lord dem Signal entgegen, er wird sich über Gesellschaft freuen“, erklärte Severus und seine Argumente ließen sich nicht wirklich von der Hand weisen.

„Spar dir deinen Zynismus… der Lord schätzt Gesellschaft sehr selten!“, ging ich nur auf seine letzten Worte ein, was seine Zähne aufblitzen ließ, da er sehr wohl erkannte, dass ich ihm nicht dreinredete.

„Unfug, deine holde Gesellschaft genießt er immer sehr!“, schmeichelte Severus ironisch und erntete einen indignierten Ausdruck aus meinen sturmgrauen Augen.

„Also bleibe ich brav, wie eine Hausmutter, daheim“, resümierte ich pikiert, aber was blieb mir anderes übrig? Es galt, genau abzuwägen.

„Tja, wenn du dich als so etwas sehen willst“, ging Severus‘ Hohn und Spott eindeutig mit ihm durch und ich wandte mich resigniert ab.

„Du bist unmöglich mir gegenüber, Severus!“, flüsterte ich leise, während wir uns dem Manor näherten .

Soeben defilierte ein Pfauenpaar an uns vorbei. Ich verlor mich in ihrer weißen Pracht und vernahm Severus, wie er mehr als sarkastisch lachte.

„Hahaha…“

Lucius Sicht Ende




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BeitragThema: 432. Dein Aug und Ohr, dein treuer Spion!   Do Dez 05, 2013 10:48 pm

432. Kapitel Dein Aug und Ohr, dein treuer Spion!

Hermiones Sicht

„Da bist du ja endlich!“, „Ja, was hat da soooo lange gedauert?“, „Ich dachte, du wolltest schnell los von hier?“, wurde ich von allen Seiten in dem vollen Haus enthusiastisch begrüßt.

„Sorry, ihr kennt Harry, er war absolut nicht geneigt, auch nur einen Zeh freiwillig in das Haus zu setzen!“, stöhnte ich leidlich.

„Schade, dass ich euch wirklich nicht helfen kann!“, empfingen mich betretene Worte, dabei blickte die junge Frau seufzend auf Lucien hinab um dann wieder mich anzuvisieren. „Aber Hauptsache, Harry kommt heil zurück!“

„Es ist schwer genug für ihn, da ist es besser, wenn du nicht dabei bist! Es fällt ihm dann leichter!“, gab ich kalt zurück.

„Das weiß ich auch, viel Glück… aber so… mhm.“, stöhnte Daphne unwohl.

„Nerv nicht, Daphne!“, murrte ich düster und nicht wirklich bereit, auch nur einen wertvollen Nerv an Daphne zu verschwenden.

„Ja, was denn? Was wissen wir denn, was alles passieren kann? Und die Twins sagen auch nichts darüber was der Orden plant!“, begehrte sie auf und rang sichtbar mit ihren Gefühlen.

„Ja, liegst du denen denn auch in den Ohren?“, fragte ich sehr offensichtlich perplex und erntete unterschiedliche Reaktionen. Die Twins, die sich ein High Five gaben und dreckig grinsten, über Daphne, die betont brüskiert eine Strähne ihres Haares aus dem Gesicht pustete bis hin zum gehässigen Getuschel der anderen im Cottage.

„Boah, Schönste, du triffst so was von immer ins Schwarze, dass es fast schon wehtut!“, sprach Ron wenig taktvoll, als mich Astoria in Augenschein nahm.

„Jetzt lasst Daphne mal, sie will doch nur wissen was los ist!“, bat Astoria schließlich und zeigte, dass sie sich nach dem Fiasko neulich, um unseren Vierer, offenbar mit ihrer Schwester ausgesöhnt hatte. „Zieh mal die Kapuze ab!“, forderte sie nun recht forsch und wandte sich damit an mich.

„Warum?“, murrte ich nur.

„Na, mach schon… Blaise hat was verlauten lassen und ich will es sehen!“, zeigte sie sich eifrig, wie ein kleines Kind und ich freute mich in der Minute einfach, dass sie noch locker sein konnte, deshalb zuckte ich gleichgültig die Schultern.

„Was meinst du, Astoria?“, war Daphne fragend zu ihrer jüngeren Schwester herumgefahren, während ich Astoria einfach den Gefallen tat und den Stoff vom Haupt zog.

„Um der Magier willen!“, „Himmel, ihr Zauberer!“, „Drama… dein schönes Haar!“, kamen nun die betroffenen Meinungen, aber auf die Besten wartete ich noch gespannt:

„HAMMER geil!“, „Wahrlich genial!“, „Du bist und bleibst ein Buch mit sieben Siegeln!“, „Wenn dir mal langweilig ist, rasch die Haare ab… zu geil!“, „Find mal eine Frau, die so locker flockig einen Kahlschlag macht!“, „Du bist unsere Erleuchtung!“, „Ich will auch!“
„Ihr beide könnt solche Spinner sein, echt!“, beschied ich den Twins amüsiert, die aber nur diabolische Grimassen schnitten und mir frech zublinzelten.

„Ich hoffe nur, dass dir bei deiner Feuersbrunst wirklich nichts passiert ist“, meinte nun Blaise eher besorgt und brachte sie alle zum Verstummen.

„Geht… ich weiß davon nicht mehr allzu viel… die Wölfe nahmen mich mit“, bekannte ich, daraufhin erntete ich große Augen, denn jetzt kapierte wirklich jeder, dass ich nicht freiwillig mein Haar geopfert hatte.

„Wow, und du lebst noch? Erfreulich!“, stand allen der Mund offen, bis sich Ron laut räusperte: „Ähm, da fällt mir ein, dein Draco fand es gar nicht lustig, dass du mit Harry zuerst zum Reden verschwunden bist und dann auch noch mit ihm auf und davon bist… vielleicht solltest du noch zu ihm“, kam es regelrecht besorgt von Ron und das war ungewöhnlich, denn anscheinend hatte er ein wenig mit Dean geplaudert, auch wenn er während ich da war nicht in der Halle gewesen war, was nicht hieß, dass er sich nicht auch in der Burg aufgehalten hatte.

„Bitte? Mhm… es ging noch um etwas anderes, Ron! Etwas Wichtiges, was Harry mit dir besprechen wird, wenn er wiederkommt… er wird es dir sagen, was ihn belastet! Niemand sonst wird es erfahren!“ Ich erntete bei diesen sehr entschiedenen Worten sehr echauffierte Mienen. „Ja, schaut nicht so und nein, Daphne, nerv Harry hier bloß nicht, es ist an sich nicht wichtig, geht aber niemand anderen etwas an“, entschied ich, denn ich wollte nicht, dass Harry wieder alles durchkauen musste, bis Daphne im Bild war, wobei Daphne einfach der Mund vor Empörung offenstand.

Hinzu kam aber noch, dass es indirekt auch mich und die Dementoren betraf, ein gefährliches Gebiet und es musste reichen, dass Ron und Harry eingeweiht wären.

„Bitte, es geht mich nichts an? Aber euch drei schon?“, begehrte sie auf. „Warum schließt ihr mich kategorisch aus Harrys Leben aus?“

„Daphne, es gab für Harry ein Leben vor dir!“, warnte ich samtig.

„Und er hat mir alles erzählt, ich bin über alles im Bilde! Ich will ihm helfen, eine Partnerin für ihn sein, wie soll ich das schaffen, wenn ich derart außen vor bin? Außerdem ist es doch Harrys Entscheidung, was er mir erzählt und was nicht und nicht deine, das steht dir nicht zu, wenn es ihn persönlich betrifft!“, rechtfertigte sich Daphne, doch das bezweifelte ich insofern, weil ich mir sicher war, dass Harry mit niemandem über Sirius sprach und nach der neuesten Erkenntnis erst recht nicht.

Dieser vergangenen Zeit gehörte sie nicht an, wie sollte sie somit verstehen, was wir mit den beiden erlebt hatten? Das ging nicht, das konnte man nicht und so seufzte ich nur leise, wobei ich nicht nur annahm, sondern wusste, dass Harry nicht mit Daphne über seine Sorgen, Sirius und die Dementoren betreffend, reden wollte. Die Geschehnisse der Mysteriumsabteilung waren von ihm immer mit Schweigen kommentiert worden.

„Das bezweifele ich, dass er dir alles gesagt hat!“, murrte ich finster, dabei erdolchten mich ihre Blicke fast.

„Oh, aber dir und Ron schon?“, warf dann Astoria wacker ein, denn Daphne wirkte sprachlos.

„Ja!“

„Na, dann bin ich gespannt!“, schien Ron wenig begeistert, da er sehr wohl intensiv versuchte, in meinen Augen zu lesen. Er schien zu denken, dass es nichts Gutes sein konnte. „Denn ich schwöre euch, Harrys Gesichtsausdruck war mörderisch, als ihr beiden die Burg verlassen habt“, zog er recht sicher die richtigen Schlüsse.

„Na, glücklich sieht anders aus! Du hast uns gesehen?“, stimmte ich leise zu, denn leider war das richtig, alles was mit Sirius zu tun hatte löste noch immer bei Harry Depressionen aus, dazu kam noch, dass er nun, wenn auch nur für eine Nacht, bei den Dursleys war.

Schließlich klatschte ich in die Hände, da sich eine unwohle Stille über alle legte.

„So Leute, verabschiedet euch, das heißt Aufbruch für uns Hübschen!“, deutete ich nacheinander auf Ron und die Twins, während Blaise, Astoria und Daphne hierbleiben würden.

„Jo, auf geht es!“, „Auf in den Kampf!“, „Ja, lasst uns aufbrechen!“, „Sie erwarten uns!“

„Hey… wovon wissen wir nichts?“, „Wo wollt ihr hin?“, „Was passiert hier?“, fragten Daphne, Astoria und ja, auch Blaise perplex, denn bisher waren sie nicht eingeweiht. Je weniger Personen etwas wussten, desto besser.

„Ähm… ja, nun… äh… Schönste, dein Part!“, reichte Ron eilig an mich weiter.

„Hey, warum bekomm ich immer den Schuh an? Neee!“, jammerte ich leidlich, da mir die Augen der Mädels neugierig entgegenfunkelten. „Macht halt ihr, in kurzen Worten…“, wiegelte ich ab.

„Dann passt es, dass ich dir was sagen muss“, ertönte es plötzlich und schon packte mich Blaise recht grob am Arm.

„Hey!“, kämpfte ich um mein Gleichgewicht, weil er mich weiter in den Flur zog, während die anderen uns überrumpelt ansahen, sich dann aber gleich auf die Twins und Ron stürzten.

„Was soll das, Blaise?“, begehrte ich auf, bevor ich beobachtete, wie er den Zauberstab schwang, sodass uns niemand belauschen konnte. Ich war gespannt, was er zu sagen hatte, also wartete ich ab und stellte einen Fuß auf die Treppe, während er sich lässig an das Geländer lehnte.

„Erstens, sorry für diese Entführung, aber du bist ein schwer zu erwischendes Gut, lass dir das gesagt sein! Wenn man mit dir reden will, sollte man sich vielleicht am besten einen Termin geben lassen! Nur wo ich den eintragen soll, das sagt mir keiner! Also sorry, aber ich sah meine Chance gekommen… und ich bin zu sehr Schlange, um es nicht zu nützen“, erklärte er wenig reumütig, wobei mir ein nachsichtiges Grinsen entkam und ich mit einer vergebenden Geste abwinkte.

„So schwer?“, fragte ich eher betroffen.

„Schwerer, denn ich will seit dem Debakel mit Daphne mit dir reden und bekomme nie eine Möglichkeit… das ist deprimierend!“, stöhnte er auf und strich sich über sein kurzes Haar. Ich musste mich erst daran erinnern, dass er das Drama meinte, als Daphne das mit der Dusche rausgefunden hatte.

„Seit damals… oh… bin ich so gefragt?“, wandte ich tatsächlich sprachlos ein, denn das sollte mir wirklich zu denken geben, schließlich war Blaise jemand, der mir an sich nahe stand. Wie ging es dann wohl anderen?

„Wenn man es so sieht, anscheinend, Schönste! Aber ehrlich, ich will mich seit damals bei dir aufrichtig entschuldigen und dir sagen, dass auf mich Verlass ist, auch wenn ich mich habe reizen lassen! Und dann muss ich, nach dem Chaos mit der Wandlung von Astoria, auch noch danke sagen!“, verkündete er ernst und blickte mich eindringlich an.

„Wow, aber Blaise, wenn ich dir nicht vertrauen würde, wärst du doch nach all dem schon lange nicht mehr da“, wandte ich herunterspielend, aber auch sehr aufrichtig ein, denn ich wollte nicht, dass er zu Kreuze kroch, das war nicht nötig.

„Oh, diese Worte bedeuten mir gerade echt viel… aber…“, bekannte er sichtbar erleichtert und ich horchte sofort misstrauisch auf.

„Blaise, was ist? Du bist ein guter Mann und hier auch so etwas wie Dracos und mein Aug und Ohr, läuft es nicht gut? Gibt es Probleme? Wenn ja, musst du es mir sagen… wieder Astoria?“, fragte ich mit sorgenvoll gerunzelter Stirn und er spannte sich etwas an, bevor er eilig den Kopf schüttelte.

„Naja, wo fang ich da an? Astoria und ich haben uns gut zusammengerauft! Sie hat erkannt, dass ihre Eifersucht ausgemachter Unsinn ist, wir arbeiten nun gemeinsam an ihrem haarigen Problem und es macht Spaß! Also mach dir hier bitte keine unnötigen Sorgen! Den Twins geht es mehr als gut, sie lieben sich heiß und innig! Frag bitte nicht, wobei ich sie letztens in der Küche gestört habe… meine Augen tuen heute noch weh davon“, kamen nun die Fakten, wobei er bei den Twins gutmütig lächelte.

„Oh, du Armer, ja solche Bilder kenne auch ich noch von früher… man vergisst sie niemals!“, tröstete ich ihn grinsend.

„Eine Leidensgenossin! Super! Gut, dass Daphne sie nicht überrascht hat! Und da ist das Problem… ein verständliches Problem… sie ist außen vor, von allem! Sie darf nicht nach Irland… sie sitzt hier fest!“, gab er zu bedenken.

„Moment, da hat sie selbst schuld… ich sag nur Lucien!“, blieb ich hart.

„Lass mich bitte ausreden. Selbst Harry geht mittlerweile mehr als oft nach Irland, schon alleine weil ihn Gellert jetzt immer gängelt und das macht dem alten Haudegen eine Menge Spaß!“, kam in Blaise der Slytherins durch und er zeigte viel zu viele Zähne.

„Haha… das glaube ich sogar, bei Harry hat er Potential sich auszutoben! Er wird einen wahren Meister aus ihm formen!“, sprach ich hoffnungsvoll, denn wenn Gellert eines war, dann wissend in der Magie und im Kampf.

„Dein Wort in Morganas Ohr, er verändert sich, sichtbar! Und spürbar, Harrys Macht und Größe lässt sich nicht mehr leugnen… vielleicht siehst du es nicht, weil du dir nicht die Zeit nimmst… aber Daphne lastet es auf dem Gemüt, diese Veränderungen, an denen sie nicht teilnimmt… was verständlich ist! Selbst innerhalb der Gemeinschaft der Slytherins ist sie nun immer eine totale Außenseiterin, als nicht DA und BL Mitglied, denn zu den anderen Slytherins gehört sie auch nicht. Sie kann einem echt leidtun“, versuchte mir Blaise Daphnes Situation verständlich zu machen, da ich einfach zu weit von allem entfernt war um es überschauen zu können und außerdem nie wirklich Lust verspürte, mich mit Daphne zu beschäftigen, weswegen ich trotz allem den Kopf schüttelte.

„Ich verstehe, aber sie ist selbst schuld… durch dieses… durch Lucien. Ich kann nichts daran ändern!“, wies ich wenig einfühlsam von mir.

„Du bist zu hart zu dir und dadurch auch zu anderen! Natürlich ist sie das! Aber leichter macht es ihr das auch nicht“, bemühte er sich an mein Mitleid zu appellieren, aber dafür war ich nicht in Stimmung und Daphne gegenüber gleich noch weniger, deswegen bedeutete ich ihm mit einer Geste, auf den Punkt zu kommen.

„Was willst du mir sagen? Um was muss man sich sorgen?“, versuchte ich hinter die Bedeutung seiner Worte zu sehen, denn umsonst wollte er mich nicht vorbereiten.

„Das kann ich dir auch nicht beantworten… nur… chrmm…“, haderte er unsicher mit sich, dabei leckte er sich nervös über seine Lippen und blickte mich von unten herauf abschätzend an, was mich sehr misstrauisch zurückließ.

„Ohhh… was weißt du, was die anderen nicht wissen?“, flüsterte ich lauernd und er bekam große Augen.

„So offensichtlich?“, fragte er erschrocken, dass ich in ihm lesen konnte.

„Naja, gerade eben warst du nicht wirklich ein Geheimnis! Aber wenn es dir dann leichter fällt schwöre ich dir, dass ich nichts sagen werde!“, kam ich ihm entgegen.

„Puhhh… ja, es weiß niemand! Aber nun… dir werde ich es sagen müssen… oder?“, fiel es ihm sichtbar schwer, wobei meine innere Unruhe stieg, wenn Blaise sich so zierte, dann war das nicht gut!

„Das weiß ich nicht, Blaise? Sag‘s!“, fasste ich vorsichtig, aber auch sehr geduldig nach und er hob beide Hände und leckte sich über die trockenen Lippen. Es war ihm unangenehm und das war nicht gut.

„Okay… okay… frisch nochmal die Zauber auf, bitte! Wir haben gelernt, Vorsicht ist besser als Nachsicht!“, bat er umsichtig und machte es somit extrem spannend, aber ich tat wie gewünscht und als ein Twin den Kopf neugierig in den Flur steckte, schickte ich ihn bestimmt zurück. Ihm entging meine ernste Miene nicht und er tat, worum ich ihn stumm bat, die anderen aufzuhalten.

Ich blickte mit einer gewissen Ungeduld auf Blaise, der nun auf seiner Lippe rum kaute und sehr tief luftholte.

„Okay, also… als Harry damals in die Burg kam, naja, da wollte ich dich ja schon sprechen, aber du hast dich durch den Kamin verdrückt… jetzt schau nicht so, bitte! Ich wollte halt mit dir reden, aber wie das so ist… hab ich halt etwas anderes beobachtet und nun, ja, also…“, wedelte er mit seinen Händen durch die Luft und ich rollte mit den Augen, da ich damals zu Gellert gegangen war.

„Blaise!“, tadelte ich, denn wir waren unter Zeitdruck, wir mussten aufbrechen.

„Ja, ist ja schon gut! Also, ich konnte Harry, der sich aus dem Saal entfernte, beobachten“, stieß er hervor, aber daran konnte ich nichts Verwerfliches finden.

„Und?“, eröffnete mir seine Aussage noch nicht die Schrecklichkeit seines Tuns.

„Naja, puh… ich komm mir vor, wie eine Petze, das tu ich sonst nicht!“, wandte er nun besorgt ein.

„Warum tust du es dann jetzt?“, fragte ich überlegt nach. Das schien ihm einen Stoß zu geben, da er sich sogleich aufrichtete und grade hinstellte.

„Weil ich will, dass du es weißt, aber du musst ja nichts tun, wodurch ich dann genau genommen keine Petze bin“, fabulierte er hinterlistig und schenkte mir ein schiefes Grinsen.

„Ist das jetzt ein slytherinhafter Gedankengang?“, wollte ich ironisch wissen.

„Spar dir bitte den Zynismus, Schönste… also, unser Goldjunge verschwand im ersten Stock und naja… tadatada als er wieder rauskam, sah er etwas derangiert aus und jetzt rate mal, wer danach aus dem Zimmer rauskam“, wisperte er nun eindringlich und musterte mich durchdringend, deshalb bekam ich große Augen bei seiner doppeldeutigen Anspielung.

Ich runzelte die Stirn immer mehr und sagte erst mal nichts, bevor ich den Kopf schüttelte, denn Blaise ließ sich Zeit.

„Das muss nichts, absolut nichts bedeuten… wer?“, wollte ich nun doch entschieden erfahren, während ich die Arme abwehrend vor der Brust verschränkte.

„Pansy“, wisperte er nervös.

„Pansy? Wow, na gut, aber das muss wirklich nichts bedeuten!“, war ich wie vor den Kopf geschlagen wegen dieser Offenbarung.

„Jupp, seh ich ähnlich! Aber…“, wiegte er seine Hand unsicher in der Luft.

„Aber… was für ein aber? Was war der Grund, dass du nun doch damit rauskommst?“, wollte ich resolut von ihm erklärt bekommen, denn ein einmaliges Treffen mit einem Mädchen in einem Raum musste nichts bedeuten, wenn ich mir ausmalte, mit wem ich alles irgendwo alleine hinging, dürften meine Männer kein Auge mehr zumachen.

„Tja, ich hab mir gedacht, auch wenn ich es keinem sage, so halte ich mal die Augen offen… und sagen wir es so, immer wenn Harry da ist, verschwindet er für einige Zeit mit Pansy! Sie sind geschickt, es bekommt keiner mit, aber sie verschwinden mal länger mal weniger lang! Sie sind weg und das zusammen!“, entgegnete er wispernd, als würde es gegenständlicher werden, wenn er es laut aussprach. Eigentlich war er gerade echt süß!

Doch beunruhigend war diese Nachricht nun schon eher!

„Aber halt, Pansy ist mit Theo zusammen… sie sind doch noch zusammen, oder?“, warf ich nun eilig ein. Daraufhin nickte er eifrig.

„Ja, ja, sie ist mit Theo zusammen und ich würde auch sagen, sie sind glücklich aber hey, ich sag dir nur was ich sehe, nicht was ich denke! Maße mir selten an, etwas zu bewerten! Aber Pansy hat eine turbulente Vergangenheit, ähnlich mir! Sie war nicht nur mit Ron im Bett, oder mit Draco, sondern… ähm, egal“, hüstelte er affektiert. Ich starrte ihn bei dem Gestotter an und hob eine Braue, interessant, nicht dass ich das von Ron und Draco nicht wüsste, aber dass auch Blaise einmal das Vergnügen gehabt hatte war unerwartet. Es schien ihm auch peinlich zu sein, aber trotz allem waren seine Neuigkeiten beunruhigend.

„Und ja, glücklich sind Harry und Daphne auch, wenn sie hier gemeinsam zusammen sind!“, erklärte er gewichtig.

„Was soll ich jetzt tun?“, wollte ich nach einer kurzen Pause von ihm wissen.

„Nichts… ja, und jetzt braus nicht auf, ich will nur, dass du von Harry alles weißt! Es kann alles bedeuten und nichts, meistens sind es die anderen, die das Schlechteste denken, vielleicht bedeutet es nichts“, verkündetet er nun sehr weise und ich nickte, denn ich lobte mir gerade seine Weitsicht, die mir gefiel.

So oder so waren es verwirrende Neuigkeiten und so ärgerte ich mich, aber nicht über Blaise.

„Mist! Und nein, du hattest recht, ich muss so was wissen! Aber ich will Harry erst mal nicht fragen und Pansy will ich mir auch nicht kaufen! Wenn wir daraus etwas Großes machen und es ist nicht der Rede wert, dann ist das auch schlecht!“, entschied ich, worauf mich Blaise verschwörerisch angrinste und seine Hand hob um mir nach einem vorsichtigen Blick in die Augen an die Wange zu fassen, sie sanft umschloss.

„Und genau deswegen habe ich es dir erzählt!“, sagte er leise, während er mir intensiv in die Augen sah und um so viel mehr bat, weswegen ich sachte nickte und ihm wirklich seine Indiskretion vergab. Es legte sich große Erleichterung in seine Züge.

„Ich werde dein Aug und Ohr sein und aufpassen!“, versprach er flüsternd. „Und ich muss dir sagen, diese neue Frisur hat was… nicht dass mir das vorher nicht besser gefallen hätte, aber das hier ist sexy!“, raunte er leise, bevor er sich auch schon leicht vorbeugte, um mir einen zarten, fast nicht zu spürenden Kuss auf die Lippen hauchte.

Es war gewagt, vor allem nach letztens, aber ich fühlte, dass er es eher als Bestätigung brauchte, um zu glauben, dass zwischen uns tatsächlich alles gut war, dafür war er anscheinend auch bereit, sich weit vorzuwagen und Lucius sowie Severus zu vergessen.

Schon entschwand er rasch, mit einem erleichterten Ausdruck auf dem Gesicht, wobei er sich sofort umdrehte und erstarrte, denn hinter uns standen zumindest Ron und die Red Devils, die allesamt mehr als frech grinsten. Doch wir hatten Glück, dass Astoria bei ihrer Schwester geblieben war.

Ich ließ in aller Seelenruhe die Zauber fallen und ging hinüber.

„Können wir?“, fragte ich die karottenrote Gruppe lakonisch und überging das was sie gesehen hatten schlicht.

„Oh, von unserer Seite aus schon lange!“, „Wir sind bereit!“, „Aber wir müssen uns auch nicht derart intensiv verabschieden!“, „Sag, wollen wir wissen, um was es ging?“, plapperten meine Begleiter wüst durcheinander, während wir das Haus hinter uns ließen.

„Hätten wir uns verhext, wenn wir Zuhörer hätten dabeihaben wollen?“, meinte ich recht nüchtern.

„Ahhh, Geheimnisse!“, „Du bist ein Fragezeichen!“, „Wie ungemein spannend!“, „Blaise ist ja auch ein heißes Teilchen!“, „Ja, wenn er nicht so unsäglich hetero wäre…“, „Arrr… er hat uns letztens erwischt und ich bin mir fast sicher, dass er gerne mitgemacht hätte!“

„Ihr seid solche Idioten!“, resümierte ich, während Blaise bemüht locker ins Wohnzimmer zu seiner Freundin marschierte und über seine Freunde den Kopf schüttelte.

Somit brachen wir wohlverborgen unter unseren Umhängen zu viert auf und als wir ankamen, starrten wir alle leicht gedankenverloren auf das Haus vor uns.

„Ich bin echt gespannt, was sie sagen werden!“, flüsterte Ron nervös.

„Nicht nur du…“, „Aber sie sagten, die Jugend…“, „Und hey, was seid ihr denn anderes als die Jugend?“, „Weil ihr so schrecklich alt seid…“, spielten sich die Brüder abwechselnd die Bälle zu. Ich stieß mich ab und hielt entschlossen auf die Treppenstufen zu.

Immer wenn ich hierherkam, um mich mit dem Orden zu treffen, überfiel mich eine gewisse, melancholische Traurigkeit, weil ich dann immer an Sirius denken musste und gerade jetzt, mit den neuen, beunruhigenden Erkenntnissen, war es nicht unbedingt leichter hierher zurückzukehren.

Ich öffnete die Tür und ließ zuerst die Twins durch, dann Ron und zum Schluss folgte ich, wobei es hier noch immer genauso aussah wie damals. Hier sah es immer noch aus wie zu dem Zeitpunkt, als wir hier kurzzeitig gewohnt hatten und Sirius noch am Leben gewesen war.

„Endlich, meine Jungs! Wie geht es euch?“, „Ohhh… und Ron, was tust du denn hier?“, „Ronald?“, „Warum bringt ihr ihn mit?“, plapperte alles wirr durcheinander und selbst das ließ mich denken, es wäre fast keine Zeit vergangen, seitdem ich hier gewohnt hatte.

„Okay, warum bringt ihr SIE mit?“, brauste Bill auf, während ich nun recht verhalten die Küchentür passierte.

„Hallo, Schätzchen!“, schallte es mir gutgelaunt entgegen und ich grinste.

„Mr. Moody!“, verkündete ich gewohnt charmant und überging den chaotischen Ordenshaufen überheblich, indem ich sie nicht weiter beachtete, weil der Alte auffordernd auf den Sitz neben sich klopfte.

Ich blickte langsam auf die Ansammlung des Ordens, bestehend aus den Weasleys, Arthur und Molly, plus Bill und Fleur, Andromeda und ihrem Mann Ted Tonks, Mad-Eye, Hagrid, Hestia Jones, Kingsley Shacklebolt, sowie Dädalus Diggel und zu meiner Verwunderung Lee Jordan, wobei sich als letztes Mundungus ganz gut in die Ecke verkroch und versuchte, unsichtbar zu werden. Dies gelang ihm jedoch nicht.

Dann halt eben noch ich, die Twins und Ron und damit waren wir vollzählig versammelt.

„Jetzt hört auf so zu glotzen… und setzt euch“, murrte der alte Ex-Auror ungehalten, schließlich hatten das Moody und ich so abgesprochen, während das große Stühle rücken anfing, denn mit 17 Leuten wurde es recht eng in der Küche des Blackhauses.

„Alastor, was soll das? Ron und Hermione haben hier nichts zu suchen, sie sind keine Mitglieder!“, warf Molly erstaunlich ruhig, aber doch auch nachhaltig ein.

„Da hat sie recht!“, „Absolut!“, „Wir besprechen heikle Themen!“, „Hochbrisante! Es geht um Potters Sicherheit!“, schlossen sich die anderen Ordensmitglieder gleich gewissenhaft mit an.

Da zog ich den Stoff meiner Kapuze nur minimal zurück, damit man meine Augen sehen konnte, legte den Kopf leicht schief und rollte mit den Augen zu Moody.

„Sagen Sie nur, die haben hier immer noch nicht kapiert, dass ich für Harry keine Bedrohung bin?“, raunte ich ihm vertraulich zu und sein vernarbter Mund verzog sich zu einem zynischen, sehr hässlichen Grinsen.

„Mhm… keinen blassen Dunst… einen Drink?“, bot er eher lapidar an, da ihm die Meinung der Anwesenden am Allerwertesten vorbeizugehen schien.

„Aus Ihrem Flachmann? Spinn ich? Nein, DANKE!“, schüttelte es mich über dieses gewagte Angebot und ich war mir durchwegs bewusst, dass die Meute unsere sehr vertraute Interaktion mehr als nur interessiert beobachtete.

„Noch immer Angst vor dem Veritaserum, Schätzchen?“, höhnte er gehässig, dabei leckte er sich versucht aufreizend über die Lippen und ich grinste ihn teuflisch an.

„Bei Ihnen? Immer!“, schmeichelte ich dem alten Haudegen doch gerne, während Bill und Kingsley fast die Augen aus dem Kopf fielen.

„Hört zu und lernt, Leute!“, strahlte Moody zufrieden, woraufhin sich sein vernarbtes Antlitz zu einer regelrecht genüsslichen Grimasse verzog.

„Sie sind ein ganz schöner Schmeichler, Sie Schwerenöter! Wie gut, dass Sie nie mein Lehrer waren“, gab ich sehr gehässig und hinterhältig zu bedenken, da er schließlich fast ein Jahr in einem Koffer gelegen hatte, wobei mir Bartys Antlitz wieder vors Auge trat und ich ein Schütteln unterdrückte, denn eine weitere Konfrontation mit ihm stand mir auch noch bevor.

„Das klingt fast, wie eine Drohung!“, holte mich Moodys gut gemeinter Spott wieder in die Gegenwart und ich kicherte affektiert.

„Sag mal, ist mir was entgangen, oder seit wann seid ihr sooo dicke?“, warf nun Kingsley leicht genervt ein und schaute Moody vorwurfsvoll an.

„Wie meinen? Ich unterhalte mich nur, während ihr unnützes Zeug gackert“, grollte Moody gewohnt freundlich zurück, dabei rollte sein magisches Auge wie irre in der Höhle.

„Wo ist McGonagall?“, warf Ron nun ablenkend ein und erntete damit die kalkulierenden Blicke der Erwachsenen, wobei Molly und Arthur nichts mehr wegen mir, oder Ron hatten verlauten lassen und zu akzeptieren schienen, dass wir anwesend waren.

„Professor McGonagall kann derzeit die Schule nicht verlassen, da sie der neue Schulleiter mit mehreren Aufträgen betraut hat!“, ätzte Diggel bitterböse, sein Hass auf Severus war sprichwörtlich mit Händen zu greifen.

„Eine Frechheit sondergleichen!“, „Gerade jetzt brauchen wir sie hier bei uns!“, erschallte die einheitliche Meinung, als es losging, dass man sich über Severus echauffierte. „Was denkt er sich dabei?“, „Am liebsten würde ich diese Fledermaus…“, keifte der Orden und ich war versucht, meine Schädel auf den Tisch zu schlagen. Waren sie so blind?

Erkannten sie wirklich nicht, warum Severus dies tat? Für mich war es logisch, für sie anscheinend nicht, wobei ich doch nicht die einzige war, denn Schützenhilfe nahte.

„Hooh… er ist sooo cool!“, „Ja, er ist echt geil! Snape kettet unseren werten Professor an die Schule!“, „Wie absolut gemein!“, „Aber auch brillant!“, ergingen sich die Twins in ihrem Zynismus und ernteten mehr als betretene Blicke dafür, dass sie es ganz anders sahen als die anderen.

„Jungs, reißt euch am Riemen!“, mahnte Arthur. „Genau darüber macht man sich nicht lustig, das ist tragisch!“, warf auch Bill gewichtig ein.

„Hörrrrt auf euren Väterrr und Brüder…!“, artikulierte sich Fleur grausam und ich wünschte mir inbrünstig diesen Übersetzungszauber von Pucey herbei.

„Nun, der unglückliche Umstand, dass gerade ER der neue Schulleiter geworden ist, sollte nicht der Gegenstand unserer Unterhaltung sein!“, kam es nun sehr tadelnd von Kingsley, während ich sehr wohl Dungs zusammenzucken beobachtete, als er die Anspielungen auf Severus vernahm.

„Nun, aber man sollte sich vor Augen halten, dass er bestimmt weiß, was er tut…“, wagte ich rasch einzuwerfen, was natürlich sofort alle verstummen ließ.

Aber mir bereiteten ihre unbedachten Aussagen eher Sorge, denn sie waren so blind!

Ich verstand ihn, wobei ich nicht damit gerechnet hatte, dass Severus McGonagall sofort derart fest an Hogwarts band und gar nicht mehr raus ließ. Ich hatte eher damit gerechnet, dass er sie nur von den Aktivitäten des Ordens ausschloss, aber nicht auch von den Besprechungen.

„Wie meinen?“, „Versteh ich nicht?“, „Ich tappe auch grad im Dunkeln!“, kam es von Hestia, Andromeda und Ted irritiert. „Was wollen Sie damit sagen?“

„Nun, ich denke, er will seine Lehrerschaft schützen… oder muss ich an Burbage erinnern?“, präzisierte ich somit meine Aussage.

„Burbage?“, fragte Kingsley auf der Stelle lauernd, während ich mit meiner Hand durch die Gegend wedelte.

„Ja, was ist mit Burbage? Sie gilt als verschwunden, was wissen Sie, Miss Granger?“, fragte Hestia Jones begehrlich, dabei behielt ich eiskalt die Nerven und erwiderte stoisch die misstrauischen Blicke. „Sagen Sie es, sie ist eine Freundin von mir!“

„Ich weiß eben nichts“, machte ich ihre Hoffnungen schonungslos zunichte „ich weiß nur das, was in der Zeitung steht und dass eben damit ein weiterer Lehrposten in Hogwarts zu vergeben ist! Stellen sie sich vor, einem weiteren Lehrer geschieht etwas und dann auch noch einem Hauslehrer, das wäre nicht gut!“, gab ich eindringlich zu bedenken, während mir Moody mehr als interessiert lauschte. Er verstand, was ich meinte und was Severus trieb. Auch Molly und Arthur wirkten sichtlich gespannt, so wie sie auf ihren Plätzen dasaßen.

Ein kurzes Schweigen breitete sich aus, während meine Informationen sackten, bevor wieder Leben in die Mitglieder Einzug hielt.

„Ich denke, man kann diesem Doppel-doppel-dreifach-Spion nicht trauen! Vor allem nicht, nachdem er Dumbledore eiskalt ermordet hat!“, gab Kingsley zu bedenken. „Er spielt Spielchen, so was kann ich nicht leiden!“

„Ja, genau… und dann auch noch von dem Mann, der ihm vertraut hat!“, rief nun Bill inbrünstig, während Dung nur noch mehr in seinem Sitz zu verschwinden versuchte. Auch das magische Auge von Moody lag auf den Bemühungen des kleinen Diebes, sich unsichtbar zu machen, wenngleich kein anderer diesem Versuch Aufmerksamkeit schenkte.

„Mensch, Leute, hört doch mal, was sie zu bedenken gibt… bin ich nur von Blindfischen umgeben?“, stöhnte Moody tragisch auf und nahm selbst einen großen Schluck aus seiner Pulle, zur Beruhigung, da sie wirklich nicht bemerkten, auf was ich hinweisen wollte.

„Moment, bedeutet Ihre Aussage, dass Sie meinen, Snape hilft uns?“, wollte Ted erfahren und machte eine ernste Miene.

„Naja, indirekt!“, stimmte ich nickend zu.

„Geht es noch undeutlicher?“, fragte Bill genervt.

„Oui, ich verstähe, das auch nich…“, lispelte Fleur und Moody schüttelte betrübt das zottige Haupt.

So raffte ich mich auf, deutlicher zu antworten, denn mit Subtilität schien ich hier an der falschen Adresse zu sein.

„Ach Göttin, solange McGonagall nichts passiert, hat der Orden immer ein Mitglied in Hogwarts!“, stellte ich deutlich klar und erntete betroffene Mienen wegen dieser Offenbarung, während Moody affektiert in die Hände klatschte.

„Bravo und Prost!“, kommentierte er reichlich trocken.

„Das solltet ihr nicht gefährden wollen, somit wollte ich nur sagen, dass ich es begrüße, dass die alte Dame nicht hier ist… und ich hatte gehofft, dass ihr es ähnlich seht!“, fuhr ich aus der Haut und das betretene Schweigen hielt weiterhin an, weil sie sich ihrer Begrenztheit gegenübersahen und auch Moodys sehr spöttisches Applaudieren verklang langsam aber sicher.

„Endlich… Ruhe, auch mal angenehm!“, murrte Moody hämisch, bevor er umständlich in seinem Umhang wühlte und einen Briefumschlag herauskramte, um ihn mir dann über die Tischplatte zuzuschieben.

„Was?“, fragte ich sachte mit erhobener Braue nach.

„Mhm… tja, anscheinend meinte ein sehr nerviger und vor allem penetranter, kleiner Mann, ich soll Ihnen das mitbringen! Ich wusste auch noch nicht, dass ich zu einem Boten, der einer Eule gleicht, degradiert wurde“, beschwerte sich der pensionierte Auror in seiner schnarrenden Art, der sehr wohl in die Aktivitäten mit eingebunden gewesen war und nur wieder seinen Frust abreagieren wollte.

„Oh, wie nett, ich dachte schon, es wird nicht mehr rechtzeitig fertig!“, freute ich mich und begutachtete zufrieden das Siegel, das meine Vermutung und seine kryptische Aussage bestätigte.

„Was ist das?“, forderte Bill, der das Siegel durchaus erkannte, schließlich war es das von Gringotts, seinem Arbeitgeber, nun harsch.

„Etwas, was es uns erleichtern sollte… dass morgen alles glatt läuft!“, meinte ich recht brüsk, bevor ich den Brief wegsteckte.

„Was redet sie da?“, fragte nun Shacklebolt neugierig. „Seit wann bist du mit der Kleinen so eng, Alastor?“, fasste er wieder aufgebracht nach, stellte diese Frage erneut, weil er zuvor schon keine Antwort erhalten hatte.

„Bitte? Schätzchen, sind wir eng?“, überging Mad-Eye gekonnt die Frage und provozierte weiter.

„Keine Ahnung, Sie alter Tunichtgut, aber bei Ihnen bin ich doppelt wachsam! Und ich hoffe für Sie, dass Harry die kommenden 24 Stunden sicher ist… dort, wo er ist“, ging ich kokett auf sein Spiel ein.

„Das habe ich Ihnen versprochen. Wachen sind postiert! Die Schutzzauber sind noch aktiv! Die Scharade kann beginnen… wie sieht der Plan genau aus?“, riss Moody das Wort an sich und die Planung begann.

Es ging bei der Ausarbeitung des Fluchtplans hoch her und auf und ab. Es war grausam, denn als der Plan im groben stand, kam die planmäßige Umsetzung und da wurde das Geschrei mehr als laut. Ich fragte mich, warum ich nicht, wie bei den DeathEatern, Angst und Schrecken verbreiten konnte, denn wenigstens spurte mein Trupp vor mir und meinen Wünschen.

Wer behauptete nochmal, dass eine Demokratie gut war?

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