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 Kapitel 447-448

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BeitragThema: Kapitel 447-448   So Feb 16, 2014 8:37 pm

447. Kapitel Spion wider Willen


„Was war das jetzt?“, kam es reichlich lapidar von Ron.

„Ja, wenn ich das wüsste!“ Wir drei starrten auf die Gaben, die vor uns lagen und ich nahm kurzentschlossen das Buch auf und strich über den Einband.

„Der Alte war immer für Überraschungen gut, aber das hier haut mich fast um… wow!“, durchblätterte ich das Märchenbuch durchaus vorsichtig und staunte nicht schlecht, denn das Buch war wirklich sehr alt.

„Der haut nicht nur dich um!“, „Wo er dir doch so in Freundschaft zugetan war!“, ärgerten mich Ron und Harry und ich dachte nur, wenn die beiden wüssten, wie sehr mich Albus gerade jetzt mochte, nachdem er gegen seinen Willen an Gellert festklebte. „Was hat ihn nur geritten, dir was zu hinterlassen?“

„Ach… er liebt halt Überraschungen, habt ihr gesehen, wie Scrimgeour gehofft hat, dass eine Berührung von dir den Schnatz auslöst?“, überging ich ihren bösen Spott, indem ich auf das Wesentliche anspielte.

„Hat mich eh verwundert!“, warf Harry zu meiner Verwunderung recht abgeklärt ein und ich musterte ihn rasch.

„Wie meinst du das, Harry? Denn ich war schon auch überrascht, dass sich da nichts tat, denn ein Schnatz erinnert sich immer an die Haut, an die Berührung von dem, der ihn einfing, deshalb spielt jeder Schnatz auch nur einmal! Damit soll geklärt werden, wer den Schnatz wirklich als erster fing“, sprudelte es aus mir hervor und ich fragte mich dezent, warum ich, die ich diesem Sport nicht wirklich etwas abgewinnen konnte, das wusste, aber die Jungs, die diesem Zeitvertreib mit Hingabe frönten, mich gerade wie von einem Lumos geblendet anstarrten.

„Boah, du Lexikon, war mir bisher voll egal“, zeigte sich Ron sehr hilfreich. „Aber was ist mit meinem Lichtspender?“

„Und schon Ideen?“, wollte Harry wissen.

„Null Schimmer, Kumpel“, spielte Ron schon mit dem Mechanismus des Deluminators und machte das Licht klickend im Wohnzimmer an und aus.

„RON, hör auf!“, rief ich genervt.

„Hä, was?“, meinte er ziemlich belämmert, während Harry den Schnatz in seiner Hand wie eine neue Offenbarung anstarrte.

„Das heißt „wie bitte“ und das nervt mich gerade gewaltig!“, wandte ich brüsk ein, während ich das Buch durchblätterte.

„OH, sorry!”, steckte er schuldbewusst das feuerzeugähnliche Teil in seine Hosentasche, indes Harry seinen Schnatz immer wieder in die Luft warf und geschickt fing.

„Was nun? Gehen wir wieder raus?”, wollte Harry wissen, wirkte aber alles andere als begeistert von dieser Option.

„Nee, keine Lust, gehen wir in mein Zimmer… wir müssen uns eh noch umziehen“, grummelte Ron, der nicht mal zu Apolline rauswollte, was auch eine Aussage war, somit erhoben wir keinen Einspruch.

Etwas später saß ich auf Rons Bett und sah dabei zu, wie sich die Jungs für ihre Verhältnisse recht ungewohnt in Anzüge mit Weste und Gehrock kleideten. Zeitgleich blätterte ich durch das Buch, welches bisher nichts weiter als ein Kinderbuch zu sein schien, das nette Geschichten enthielt..

Ich stockte und beugte mich näher zu dem Buch herunter, das war interessant; über dem Titel des Märchens „Das Märchen von den drei Brüdern“ befand sich ein runenartiges Symbol. Es fiel im Kontext nicht auf, da das ganze Buch mit Runen versehen war, aber da ich das Zeichen kannte, fiel es mir ins Auge.

„Also, er will mich, oder auch uns, auf die Spur der Heiligtümer bringen… nur dass wir diese schon haben… zu süß von ihm, findet ihr nicht?“, tippte mein Finger gerade auf ein Symbol, das ich am Rand entdeckt hatte und das dezent hinein gemalt worden war. Es zeigte ein Dreieck mit dem Stab darin und einem Kreis außen herum. „Er scheint dieses Symbol zu lieben!“, fuhr ich es verspielt nach und hatte das Bild von Gellert und Albus in jungen Jahren vor Augen, auf dem sie ihre Roben stolz mit dem Zeichen als Applikation getragen hatten.

„Tja, er hat sich diesen Dingen anscheinend verschrieben“, warf Harry vehement mit seiner Weste kämpfend ein und band jetzt gerade sehr kreativ seine Krawatte.

„Na, jetzt kannst du es wenigstens mal lesen!“, stöhnte Ron, da er gerade seine Weste knöpfte und seinen an sich mittlerweile sehr durchtrainierten Bauch dabei einzog. „Bist ja in Kinderbüchern nicht wirklich firm.“

„Sehr witzig!“

„Was?“, drehte sich Ron zu mir. „Was? Jedes Kind kennt den Barden, des Hexers haariges Herz, oder Babbelhäschen und sein schnatternder Stummelschwanz!“

„Wie bitte?“, „Ron das ist nicht dein Ernst, oder?“, „Babbelhäschen?“, „Stummelschwanz?“, „Haariges Herz?“, kicherten Harry und ich los und prusteten atemlos, während Ron leuchtend rot wie eine Tomate anlief.

„Was? Das ist magisches Wissen!“, murrte er peinlich berührt, sah sich im Spiegel an und beachtete uns nicht weiter, dabei schenkte mir Harry einen tränenfeuchten Blick. Langsam, aber sicher beruhigten wir uns.

„Mhm“, zog ich meine Zähne über meine Unterlippe und fand wieder zum eigentlichen Thema zurück. „Manchmal frag ich mich, was der Alte im Kopf hatte, denn mal ehrlich“, hielt ich das Buch ärgerlich wedelnd über mein Haupt, „ohne unsere eigenen Recherchen hätte ich keinen Schimmer, was er mir damit sagen will!“

„Nun, wir haben den Umhang und den Stab… da fällt mir ein, wo ist der Stab?“, fragte mich Harry nun zum ersten Mal direkt, doch ich schenkte ihm nur einen ewig langen Blick, ohne etwas zu sagen, da ich nicht bereit war, den Gedanken an den Stab zuzulassen, aber auch, da es umso besser war, je weniger Personen um seinen Aufenthaltsort wussten. „Na, auch egal, wir haben mehr oder weniger alle Gegenstände!“

„Das unterschreibe ich, Harry!“, meinte ich süßlich, denn ich war, was den Stab betraf, immer noch nicht gut auf Harry und Draco zu sprechen.

„Er war echt besessen von den Heiligtümern, oder?“, warf Ron ein, schüttelte das rote Haupt und versuchte, seine Haare zu stylen.

„Sieht so aus. Er war besessen, aber er hat sie nie alle besessen! Und wir haben den Stein im Ring!“

„An sich hat Harry recht, sie sind komplett… warum vereinen wir sie nicht?“, fragte Ron unbedarft und sowohl Harry als auch ich sahen ihn perplex an.

„Ist das eine gute Idee?“, hauchte Harry besorgt.

„Nicht solange der Ring ein Horkrux ist! Das wäre sonst viel zu gefährlich!“, warf ich eilig ein und unterdrückte ein Schaudern.

Wenn ich an diese unheimliche Ausstrahlung des Elderstabes dachte, wollte ich mir die des Steins nicht mal im Ansatz ausmalen, vor allem für mich, seit meinem neuen Sein als Wiederauferstehungsrelikt, und schließlich gab es dann noch den Tarnumhang.

Wobei dieser, als Versteck vor dem Tod, das Einzige war, bei dem es mich wahrlich interessieren würde, wie ich speziell auf diesen reagieren würde, aber jetzt war dafür nicht der rechte Zeitpunkt.

„Ich denke auch, dass es so oder so gefährlich ist, diese drei Dinge auf einmal zusammenzuführen“, wandte Harry überlegend ein und strich sich ebenfalls über sein Haar, um es zu glätten; ein glückloses Unterfangen.

„Zum jetzigen Zeitpunkt, wo eines ein Horkrux ist, auf alle Fälle!“

„Aber Harry hat seinen Tarnumhang heute mal dabei“, gab Ron zu bedenken und bescherte uns eine nachdenkliche Stille, während derer in mir zwei Herzen schlugen; eines schlug aus Freude, da Harry endlich alles zu bedenken schien, er wurde langsam, aber sicher erwachsen. Das zweite Herz schlug aus Angst, da ich mich sofort vor dem Tarnumhang fürchtete. Wenn er, wie der Stab, auf mich Auswirkungen hatte, wollte ich diesem Relikt nicht nahe sein.

„Nein das stimmt so nicht, ich habe ihn immer dabei, jetzt zum Beispiel packe ich ihn in Hagrids Geschenk!“, sprach Harry schelmisch und mir stockte der Atem, da er den Umhang nun schon in Händen hielt, ihn soeben umpackte.

Ich erstarrte in dieser Zeit auf dem Bett, musste aber zu meiner unendlichen Erleichterung erleben, das auf die Entfernung, ohne ihn zu berühren oder zu benützen der Umhang augenscheinlich keinen Einfluss auf mich hatte.

„Da ist er wenigstens gut aufgehoben und es ist lobenswert, dass du ihn ständig dabei hast!“, murmelte ich vor mich hin. „Ich finde, Dumbledore lehnt sich weit aus dem Fenster, mit seiner geheimnisvollen Art.“

„Er hat Glück, dass wir schon so viel wissen, sonst würden wir doof aussehen!“, trat Ron nun grollend vor das Bett und ließ sich von mir in seiner ganzen Pracht bewundern.

„Wir sehen zum Teil immer noch doof aus, wir treten auf der Stelle.“

„Neee, ich sehe nicht doof aus, Harry, eher gut, aber okay, hast ja recht, geht mir mit dem Lichtausknippser ähnlich!“, murrte Ron wenig begeistert und warf den Gegenstand nun in die Luft, anstatt mit dem Licht zu spielen, woraufhin er ihn gewissenhaft in seine Weste steckte.

„Wohl wahr, der Knippser ist zwar nett aber nicht besonders spannend, was soll ich mit dem? Sehr ominös, was er uns damit sagen will!“, stimmte Harry resignierend zu.

„Und was ist mit deinem Schnatz, mein Sucher?“, höhnte Ron und wischte einen Fussel von Harrys langem Gehrock.

„Ohhh, ich hab da so eine Ahnung“, zeigte sich Harry nun etwas forscher und fischte den Schnatz grinsend aus seiner Hosentasche.

„Was meinst du, Harry?“, fragte ich sofort gespannt und richtete mich auf dem Bett auf. Was hatte ich übersehen?

„Naja, ich habe halt zugehört, als du uns den Wissensspender gemimt hast und ich denke, wir können hier ebenfalls rausfinden, was das soll, denn nun… ich habe in meinem ersten Spiel den Schnatz nicht mit der Hand gefangen“, erklärte er geflissentlich, dabei zierte ein schalkhaftes Grinsen seine Züge und ich verengte meine Augen vor Konzentration.

„Wow, ja Mann, wie konnte ich das vergessen? Du hast ihn verschluckt!“, schlug sich Ron aufgeregt gegen die Stirn, was Harry laut auflachen lief.

„Danke, Ron, ich habe ihn mit dem Mund gefangen, ich habe ihn nicht VERSCHLUCKT!“, entgegnete Harry pikiert, während er die kleine goldene Kugel in die Höhe hielt und drehte und wendete.

Er hob den Schnatz an und presste seine Lippen auf das kleine glänzende Kügelchen.

„Und tut sich was?“, wollte Ron neugierig wissen, nachdem Harry den „Kuss“ beendete.

„Ja… wartet, da im Gold steht was… ich öffne mich zum Schluss… hey, wow, der geht ja jetzt schon auf!“, staunte Harry, als sich die kleine Kugel teilte. „Da ist ein Stück Pergament… wartet!“, fischte es Harry eilig heraus, woraufhin sich der Schnatz sofort wieder schloss und er starrte auf den Zettel, bis Ron ihn aus Harrys Hand schnappte, ihn leicht deprimiert las und ihn dann mir reichte.

„Vernichte den Horkrux des Rings! Lass den Stein ganz, denn du braucht ihn am Schluss!“, verkündete das Papier. Ich untersuchte es, um es anschließend in Feuer aufgehen zu lassen.

„Na bravo, das sind doch mal genaue Anweisungen, ganz prächtig!“, stöhnte Harry und ich nahm mir vor, Albus mal danach zu fragen, wie er sich das alles so vorstellte.

„Boah, das heißt dann wohl, dass wenn wir den Horkrux vernichten, wir den Ring an sich nicht zerstören dürfen? Wie soll das gehen?“, kratzte sich Ron am Kopf. „Was sagt die Lektüre? Basiliskengift oder koboldgefertigte Waffen, die mit dem Gift behandelt worden sind und Dämonenfeuer, falls ich was bei der fast schier riesigen Auswahl an Möglichkeiten vergessen habe, meldet euch!“, feixte Ron fast schon mit Galgenhumor.

„Super, gute Frage!“, schaute mich Harry ratlos an und ich selbst stand vor einem Rätsel.

„Puhh, Dumbledore ist mit seinen orakelhaften Nachrichten echt nervig!“

„Das einzig Gute ist, Jungs, er hat uns ein angemessenes Versteck für den Ring gegeben, denn den sollte Harry, genauso wie den Umhang, ab nun fast immer bei sich haben“, gab ich zu bedenken, schlussendlich wussten wir nie, wann das Ende über uns hereinbrechen würde.

„Okay, aber erst nach den Ferien, dann verstecke ich den Ring im Schnatz und nehme ihn mit nach Hogwarts!“

„Okay! Aber dass Dumbledore mal so doof sein würde, hätte ich nie erwartet!“

„Ohhhh, ja!“ Und wenn sie wüssten, wie nervig der Alte als Geist sein konnte, dann würden sie Augen machen; er war frustrierend. Manchmal fragte ich mich, ob er selbst ebenfalls keine Ahnung hatte und dies nur sehr gekonnt zu verschleiern versuchte. Sollte mich nicht wundern, wenn es so wäre.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Bisher hatte ich es durchaus genossen, immer wieder in Irland nach dem Rechten zu sehen, denn alles lief mehr oder weniger chaotisch, aber von meinen Leuten geregelt und gesteuert, seinen gewohnten Gang.

In dieser durchaus spannungsgeladenen Atmosphäre, der gemischten Hogwartshäuser, mischten nur Potter und Grindelwald ab und an die Burg gefährlich auf.

Aber noch war alles sehr gut unter Kontrolle und bald würde es vorerst überstanden sein, denn schon in einem Monat würde es wieder nach Hogwarts gehen. Viele der jetzigen Bewohner der Burg würden wieder mit uns nach Hogwarts zurückkehren, aber gleichzeitig galt es, alles für die Zukunft noch weiter auszubauen, denn schließlich waren dies nicht die letzten Ferien, die uns erwarteten.

Gerade vermisste ich Irland mit jeder Faser meines Seins, denn eines hasste ich abgrundtief, so auch jetzt, da ich viel lieber bei meinen Leuten in Irland gewesen wäre und nicht bei den Idioten, die sich auch mein Trupp schimpften, in den Höhlen der DeathEater auszuharren.

Zu meinem Leidwesen war es nötig, mir ihre hirnverbrannten Storys anzuhören, um eventuell die Aktionen der VenTes besser und vor allem sinnvoller steuern zu können.

Ich gestand es mir ein, ich war ein grottiger und vor allem lustloser Doppelspion. Mit dem Herzen war ich nicht dabei, das war eindeutig Severus‘ Metier, aber nicht das Meine. So zu tun als wäre ich mit diesem Gesocks auf einer Ebene war mir zuwider, doch es musste sein, damit ich meine eigenen Ziele effektiver verfolgen konnte. Je mehr wir wussten, desto wirkungsvoller waren die Patrouillen der VenTes und außerdem konnte ich so auch die Gefahr für meine Leute, in einen Hinterhalt zu geraten, deutlich minimieren.

Zudem konnte ich, wenn ich hier so saß und den Idioten lauschte, absolut nicht nachvollziehen, wie es kam, dass Hermione sich derart aufrichtig gut mit dem Strähnchen, dem Wolf oder Rodolphus verstehen konnte. Das war in meinen Augen abwegig und abartig.

Wenn ich sie aus der Ferne still beobachtete, in den Reihen von ihnen, wirkte sie heimisch und als würde sie sich bei ihnen aufrichtig wohlfühlen. Es war, als würde sie in ihre Gesellschaft passen, ein Umstand, der mir durchaus Sorge bereitete und den ich nicht nachvollziehen konnte.

Severus hingegen verschwand so in den Schatten, dass man regelrecht vergaß, dass er da war. Er passte sich derart gut an, dass er unterging und jeder übersah, auf ihn zu achten.

Vater hingegen wirkte immer überlegen und wurde geachtet, wo er stand und ging, aber er verstand es auch, von den meisten aufrichtig bewundert zu werden und somit schafften sie alle es, auf die eine oder andere Weise zugehörig zu erscheinen. Aber bei ihm war es offenbar außerdem, dass er über diesem Pöbel stand und sich ihnen nie so zugänglich oder umgänglich geben würde, wie Hermione es erscheinen ließ.

Ich jedoch fühlte mich hier immer ein wenig fehl am Platz und bisweilen angeekelt! Mir war einfach Vaters doch dann maßlose Arroganz, über allem zu stehen, und Severus‘ mit Leidensmiene ertragener Pragmatismus nicht zu eigen. Ich wollte ganz einfach Dinge, die mich so abstießen wie dies hier, einfach nicht tun. Nein, ich tat mir nicht leid, ich fühlte mich einfach nur gequält und belästigt. Diese degenerierten DeathEater standen mir in allem nach, weit unter mir, und ich gehörte hier einfach nicht her.

Mein Platz sollte nicht hier sein, aber ich sah gezwungener Maßen ein, dass ich nur über diesen Weg nach oben kommen und damit wie Vater und Severus die lästigen, täglichen DeathEater-Pflichten los werden konnte, also biss ich die Zähne zusammen und ertrug all dies hier stoisch, so wie jetzt, als einige zotige Witze die Runde machten, die mir nichts gaben.

„Na, Barty, wie ist es so, wieder unter den Lebenden zu sein?“, fragte Avery neugierig und wenig zurückhaltend.

„Lebend? Eher, wieder unter den geistig vollständigen!“, grölte Dolohov.

„War Barty jemals da oben ganz?“, „Hahahaha, wie ist es eher, wenn deine Seele in einem Dementor hockt?“, „Jaaaa, erzähl mal, wie fühlt es sich nun an?“, wechselten sich alle ab, wobei mir dieses Thema deutlich lieber war als ihre hirnverbrannten Ideen, wie sie Muggelgeborene und Muggel jagen könnten, was sie zuvor diskutiert hatten und wobei sie sich mit haarsträubenden Ideen überboten hatten.

„Wie soll es schon sein?“, kam es wenig mitteilsam von dem unheimlichen Mann, der irgendwie von einer seltsamen, nicht zu benennenden Aura umgeben wurde, die mir suggerierte, ihm besser fernzubleiben.

Aber das war eher eine irrationale Gefühlseingebung, denn Barty sah wirklich gut aus, aber irgendwie wirkte er geheimnisumwittert und nicht besonders gesellig.

„Tja, eben das wissen wir doch nicht, Alter. Ich dachte, du sagst es uns, du bist jetzt ja was ganz Besonderes, Mann!“, raunte Rookwood zwischen Neid und Furcht angesiedelt.

„Ich hab gehört, du darfst sogar im Dark Manor leben“, raunte Mulciber und irgendwie hörte man seine Abneigung heraus, denn auch er schien sich nicht entscheiden zu können, ob es eine Ehre war, oder eher eine Strafe.

Die meisten, die sich hier rumtrieben, waren Feiglinge vor dem Magier, zum Verachten und so wie Barty gerade geheimnisvoll lächelte, war ihm bewusst, dass er allen nicht geheuer war.

„Oh ja, ich habe die große Ehre, mich bisher dort aufhalten zu dürfen und ganz ehrlich, es ist sehr viel leichter für uns, uns zu treffen und zu unterhalten. Ihr würdet alle schlottern, in dem Moment, in dem SIE auftauchen“ genoss er es regelrecht, Angst und Schrecken zu verbreiten, als er wenig subtil auf seine Treffen mit den Dementoren anspielte.

„Dann stimmt es?“, „Ja, ehrlich, du bist resistent?“, raunten die DeathEater ergriffen. „Du kannst bei den Viechern sein und… und du behältst die Nerven?“

Daraufhin schüttelte Barty im Schein der Fackeln und des Feuers vor uns betrübt sein Haupt, woraufhin sich sofort eine bleierne, gespannte Stille über alle legte. Jeder hing regelrecht an seinen Lippen, denn er war schlussendlich eine Kuriosität.

„Nein, was ist resistent? Das gibt es nicht… mir persönlich macht es nur nichts mehr aus, aber anders als jeder andere bin ich vor ihnen sicher!“, verkündete er derart überzeugt und selbstsicher, dass nicht nur mir der Atem stockte.

Es trat ein nahezu versonnener Ausdruck in die so intensiv glänzenden Augen und irgendwie konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass er an meine Freundin dachte.

„Weil der Lord da ist?“, wollte somit Carrow eifrig erfahren. „Weil unser Meister dich schützt?“, drang seine Schwester weiter in Barty.

Sie wurden daraufhin beide von einem langen, unleugbar leeren Blick von Barty getroffen. In dieser ganzen Zeit sagte er nichts, was mir fast Bestätigung genug war, dass es eben nicht der Lord gewesen war, der für dieses Wunder verantwortlich war. Und ich hatte noch immer im Hinterkopf, wie wir alle rausgeworfen worden waren, als die Dementoren unter anderem Barty ins Dark Manor gebracht hatten, wovon außerhalb des Inneren Kreises aber niemand wusste. Hermione, Vater und Severus waren die einzigen gewesen, die hatten bleiben dürfen und Hermione war mitten im Geschehen gewesen, was auch immer dieses gewesen war, ein weiteres Geheimnis, das sie mir nie offenbart hatte.

„Du wirkst komisch“, warf nun selbst Rookwood zweifelnd ein und kassierte eine scharfe Musterung.

„Und woher willst du das wissen?“, giftete Crouch aggressiv und ruckte hoch.

„Bitte, du kannst es uns sagen.“, „Ja, wir interessieren uns für dich!“, „Wenn du aufgrund deiner Besonderheit Probleme hast, sind wir für dich da!“

„Hey, ich kenn dich noch aus der Schule und sonst hast du immer mit Regulus rumgehangen. Wenn du jemanden zum Reden brauchst, schlussendlich hast du viel mitgemacht die letzten Jahre“, bot Yaxley schmeichelnd an.

„Regulus, was ist mit ihm passiert?“, ging Barty nicht darauf ein und ich fragte mich dezent, von welchem Typen die hier sprachen. Ich hatte noch nie von einem Regulus gehört, oder?

„Verschwunden!“, „Jupp, von heut auf morgen!“, „Keiner weiß, warum!“, fragte ich mich, von wem zum Teufel diese Leute sprachen. Ich kannte keinen Regulus, aber er schien jedem hier etwas zu sagen. Daran erkannte man wohl, wie jung ich war. „Plötzlich war er weg.“

„Wer ist das?“, fragte ich daher in die Stille und plötzlich lagen aller Augen auf mir, bevor ich Barty genau in Augenschein nahm und ausmachte, dass er mich durch meine Maske hindurch erkannte.

„Das war Black, Junior!“, raunte Dolohov und ich hasste, wie er mich betitelte, als ich verstand, dass sie von Regulus Black sprachen, meinem entfernten Verwandten, den jüngeren Bruder von Sirius Black. Hierbei kam mir auch dunkel das Gespräch, welches wir im Cottage über ihn geführt hatten, wieder in den Sinn. Ich hätte also darauf kommen können, doch ich hatte derzeit wahrlich Wichtigeres im Kopf.

„Ach, du bist es, da ist ja das Frettchen“, bestätigte sich meine Vermutung, dass er mich erkannt hatte und ich fletschte wohl verborgen meine Zähne, denn das erinnerte mich an den demütigenden Moment in meinem vierten Jahr, als mich der falsche Moody verwandelt hatte.

„Dafür hättest du dir noch eine Abreibung verdient!“, hisste ich düster auf.

„Frettchen?“, wollte gleich Dolohov mehr als involviert erfahren und mein eiskalter Blick sagte Barty, dass er auf keine dummen Gedanken kommen und jetzt hier zu einer großen Erklärung ansetzen sollte.

„Du hattest es verdient. Man legt sich nicht mit dem Auserwählten an!“, grinste Barty nun dümmlich und schnalzte mit seiner Zunge. Dieser Tick machte mich ganz wahnsinnig.

„Du hast mich nur überraschen können, da ich dachte, dass du ein normaler, bescheuerter Ex-Auror gewesen bist!“, konterte ich wenig geschmeichelt, dabei beachtete ich die anderen nicht weiter, denn der Verrückte ließ sich nicht aufhalten.

„Eine falsch Einschätzung von dir, tragisch. Du warst so süß, so schön weiß und rein und klein, ganz putzig. SIE hat damals auch gelacht und wie!“, hörte er sich zum Ende hin regelrecht schwärmerisch an, woraufhin sich, wegen dieser Offenbarung, meine Augen zu Schlitzen verengten, weil er nur von Hermione sprechen konnte.

„Lass die Pfoten von IHR!“, befahl ich daher fordernd, da ich zu viel Gefühl bei diesem Irren ihr gegenüber erkennen konnte, wenn er so von ihr sprach.

„Was willst du überhaupt mit ihr? Sie gehört uns, UNS, nur uns!“, hatte er mir angriffslustig sein Gesicht zugewandt, während er den Schluss eher trällernd sang und mich nun provozierend anstarrte.

Unterdessen waren die anderen um uns herum verstummt und verfolgten unseren Disput genüsslich. Mit Sicherheit ahnten sie sehr wohl, dass es um Hermione ging.

„Häää, sag mal spinnst du? Sie gehört nicht euch. Wer ist überhaupt UNS?“, fragte ich mit klammem Gefühl, aber kompromisslosem Ton nach.

„UNSSSSSSSSSSSSSSSSSS!“, gab er mit so derart verrücktem Ton von sich, dass es mir kalt den Rücken runterlief, als er in Gelächter ausbrach, das niemand nachvollziehen konnte.

Denn zu meinem Leidwesen war es nicht auszumachen, ob er sich und den Lord meinte, oder sich und die Dementoren, oder sich und meinen Vater und Severus, da sich schlussendlich damals alles hinter verschlossenen Türen abgespielt hatte. Dabei hasste ich den Umstand, dass ich außen vor war, aber mit der mir neuen Gelassenheit legte ich mein Haupt schief und zwang mich dazu, seine Schulter gönnerhaft zu tätscheln.

„Natürlich!“, sprach ich sanft und führte sein spleeniges Verhalten ad absurdum und einige der anwesenden DeathEater kicherten daraufhin gehässig über Barty. „Das verstehe ich völlig!“, sprach ich wie zu einem Kind.

Barty wollte gerade aufbrausen, als sich aber Mulciber vordrängelte.

„Moment, Moment, du hast den jungen Malfoy echt in ein Frettchen verwandelt, Barty? Wie, wann und wo?“, fragte er so durchwegs interessiert, dass ich gewillt war, ihn zu verfluchen, aber ich zog mich wohlweislich etwas in die Schatten zurück, damit konnte ich leben, denn es war an sich kein Geheimnis, was damals in dem Innenhof von Hogwarts vorgefallen war.

„Ja, das war lustig… ich habe…“, begann er in Erinnerungen zu schwelgen.

Ich hingegen überlegte, wie ich am besten von hier verschwinden konnte, bis ich dann doch wieder die Ohren spitzte, da plötzlich viele neue Leute in die Höhlen hereindrängten und großen Lärm mit sich brachten. Alle Gespräche kamen zum Erliegen.

„Mann, Cassius, reg dich ab… dein Bruder ist eine alte Nervensäge!“, lauschte ich dem hereineilenden Trupp.

„Warum denkt jeder, dass die Warringtons nicht mehr von Bedeutung sind?“, begehrte der junge Mann, der in Hermiones Trupp war, wütend auf.

„Äh, ja, das frag ich mich auch!“, zog ihn Rookwood bösartig auf, aber bei dem Namen Warrington lauschte ich immer besonders intensiv, wenn man bedachte, was wir seinem Bruder angetan hatten. „Vielleicht weil so einige wissen, dass deine Familie mit so einigen wichtigen Personen auf Kriegsfuß steht?“, kicherte Travers.

„Halt dein Schandmaul, Rookwood!“, brüllte Cassius Warrington erregt, bevor er herumwirbelte. „Und du auch, Travers!“

„Jetzt hört auf!“, brüllte Avery entschieden zurück, während Warrington wichtigtuerisch vor Avery Stellung bezog.

„Sir, leider ist meine Führerin nicht anwesend, aber meine Informationen sind wichtig!“, erklärte er selbstgefällig, ihm schien es recht zu sein, dass Hermione nicht da war und das weckte mein Misstrauen, was so wichtig sein könnte, dass Warrington sich derart einmischte.

„Aha und was soll das sein, Cassius?“, fragte Avery locker als Mitglied des Inneren Kreises. Ich hielt mich betont im Hintergrund.

„Die Weasleys feiern Hochzeit. Mein Bruder weiß es direkt aus dem Ministerium, direkt von Arthur Weasley höchstselbst!“, verkündete er stolz, dabei warf er sich sichtlich in die Brust und blickte heischend in die finstere Runde.

„Tja, schön für sie… und?“, kam es dann sehr ernüchternd von Avery, der Cassius wie eine Erscheinung musterte, mit der er nicht besonders viel anfangen konnte, während ich besorgt die Augen verengte. Es war gar nicht gut, dass diese Information derart rumging, wäre Hermione nicht verpflichtet gewesen, ein derartiges Ereignis anzukündigen?

Die Weasleys verkehrten gewöhnlich nicht in unseren Kreisen, weshalb es unwahrscheinlich war, dass man auf ihr Fest wirklich aufmerksam wurde. Woher hätte man ahnen können, dass der alte Weasley seinen Mund nicht halten konnte?

„Wer ist der beste von Freund von Potter?“, fragte Warrington da auch schon sehr provokant. „Na… na…? Eben, ein Weasley!“, krähte er, während Avery zu ihm starrte und einiges Gemurmel einsetzte.

„Wir sollen die Pfoten von Potter lassen. Diese Hochzeit ist für die Rechte und Linke Hand bestimmt keine neue Information!“, kam es schrecklich ruhig von Dolohow, der mir mit seinem klugen Einwurf so einige Sorgen von den Schultern nahm.

Cassius kam schließlich eilig vor Antonin zum Stehen und ein fast schon anzügliches Grinsen schlich sich auf seine Züge.

„Ja, ja, du hast ja recht, aber das ist ja gar nicht das, was ich will… ich meine Potter ist verschwunden, niemand weiß, wo Potter ist, niemand kann sagen, ob Potter da ist, das weiß mein Bruder doch auch nicht, es geht lediglich um den Spaß an der Sache!“, raunte Cassius verschwörerisch. „Wir sollten sie aufmischen! Die haben keine Ruhe verdient, den Spaß sollten wir uns nicht entgehen lassen!“

„Spaß? Was für ein Spaß?“, trällerte Bellatrix vergnügt, die gerade in voller Montur in die Höhle tänzelte. „Ich habe Spaß. Ich und meine Truppe, wir haben einen Auftrag, die Gegend um Devon erwartet unseren Besuch…“

„Moment! Kommt ihr auch wegen der Hochzeit?“, fragte Cassius verwirrt, anscheinend hatte er sich schon sehr gut informiert, wo die Wieselhöhle lag. Das gefiel mir ganz und gar nicht. Wenngleich ich selbst noch nie dort gewesen war, hatte mir Hermione erzählt, wo genau die Heimat der Weasleys lag.

„Ähhh, was für eine Hochzeit?“, kam es unnachahmlich unwissend von Bellatrix. „Neee, wir haben die Info, dass sich dort gerade zu viele Auroren rumtreiben, wir wollen sie aufmischen… das wird ein Spaß!“, rieb sie sich vorfreudig die Hände und strahlte uns alle nacheinander an.

„Tja, da seht ihr es, die Auroren sind nicht umsonst da“, echauffierte sich Warrington zufrieden, während Bellatrix‘ Männer ihr schon eilig folgten, da diese mit wehendem Mantel davonstob, um ihrem Vergnügen zu frönen.

„Du hast mein Ohr…“, verkündete plötzlich Rabastan, der nicht sofort mit Bellatrix gegangen war und sich soeben aus der Dunkelheit löste und sofort blitzten die Augen von Warrington auf, weil er endlich jemand fand, der offenes Interesse bekundete.

Ich selbst stand wie unter scharfem Beschuss, da mich alles drängte, sofort meine Leute zu informieren, dass Devon, als ein durchaus magisch dicht besiedeltes Gebiet, gefährdet war und Besuch von einigen tollwütigen DeathEatern bekommen würde.

„Ich will nur die Hochzeit aufmischen und mein Bruder möchte mit. Nachdem er letztens nicht zugelassen wurde, um das Dark Mark zu empfangen, will er sich seine Sporen verdienen und ganz ehrlich, diese Typen haben doch ein ruhiges Fest gar nicht verdient!“, schleimte Warrington widerwärtig und zappelte vor Nervosität, ob man ihn unterstützen würde, unruhig hin und her.

„Da hat er nicht unrecht“, murrte Crabbe missgelaunt in die anhaltende Stille hinein und damit schien die Sache besiegelt, da plötzlich Bewegung in die Truppe kam. Alle rafften sich auf, loszuziehen.

„Aber mein Bruder will mit!“, strahlte Cassius und klatschte begeistert in die Hände.

„Ist mir schnuppe!“, murrte Crabbe gleichgültig und ich sah zu, unsichtbar zu werden.

Sprich, ich eilte aus der Höhle und noch während dieses Abgangs aktivierte ich, ähnlich Hermiones Münzen, meinen Familienring, den ich verzaubert hatte, um Kontakt zu Marcus und Adrian zu haben. Denn eines galt, wenn ich diesen betätigen würde, bedeutete dies, dass die Kacke so richtig am Dampfen war und somit würden beide umgehend Alarm auslösen.

Ich schaffte es zum Glück, ungesehen vor den anderen die Höhlen zu verlassen und apparierte sofort nach Irland.

„Marcus, Adrian!“, brüllte ich mit einem Sonorus verstärkt durch die Burg, die ich gehetzt betreten hatte und erwartete, sie schon bereit vorzufinden.

Aber zu meiner Verstimmung war dem nicht so. Sie waren zu langsam, ich hörte nur das Trappeln viel zu vieler Füße, denn die Mitglieder sammelten sich soeben in ihrer Montur. Mein Ruf war anscheinend erhört worden, aber noch nicht umgesetzt. Unsere Maßnahmen für einen reibungslosen Ablauf griffen noch nicht umgehend, das war verbesserungswürdig, sie würden das üben müssen.

„Wie lang dauert das noch?“, rief ich unduldsam durch die Burg.

„Ich bin schon hier“, keuchte Adrian, der außer Atem wirkte und nun abrupt vor mir im Lauf bremste, seine Pelerine in der Hand.

„Hey, Draco, was gibt‘s?“, stieß Alicia, die von oben herab in die Halle stürzte, atemlos hervor. Die Sorge stand ihr ins Gesicht geschrieben.

„Ärger!“, murrte ich, als soeben der Kamin aufleuchtete und Marcus, der anscheinend in Dublin im Büro der Firma gewesen war, dem grünen Licht entstieg.

Zu meiner Zufriedenheit trug auch er schon seine komplette Uniform, während sich die restlichen Leute mit entschlossenen Zügen in den Mienen um uns scharten. Es war das erste Mal, dass jemand den Alarm ausgelöst hatte und alle wussten, dass es bedeuten würde, dass die VenTes in ein Gefecht zogen.

„Was gibt‘s?“, fragte er betont ruhig, aber wirkte sehr angespannt und bereit, sofort loszuschlagen. Sein Auftreten war in sich sehr gewichtig.

„Ärger… großen Ärger, schnapp dir einen Trupp und ab durch die Mitte… mehr später!“, stieß ich eilig hervor, da ich vor den anderen beim Wieselheim ankommen wollte.

„Erfahre ich jetzt schon mehr?“, wandte er bestimmt ein und ich nickte nur, während mir Alicia, wie die sorgenvolle Hausmutter der Burg, meine VenTes Uniform hinhielt, als ob sie fragen würde, ob ich den Trupp begleiten würde, was ich normalerweise nicht tat. Doch diesmal nahm ich den Anzug und hexte in mir an.

„Die Hochzeit der Weasleys wird von den DeathEatern besucht werden!“, stieß ich aus und war mir bewusst, dass auch die Schüler Hogwarts, die zur BL und DA gehörten, hier in der Vorhalle der Burg rumgeisterten und nun erstarrten.

„WASSSSS?“, „Nein, WIE?“, „WAS?“, „Verdammt!“, riefen Oliver Wood und Rolf Scamander geschockt aus, denn schließlich wussten sie, dass ihre Freundinnen Ginny Weasley und Luna Lovegood auf der Feier anwesend sein würden.

Während ich beobachtete, wie Longbottom, Patil und Abbott versuchten, die anderen zu beruhigen, da sie nichts tun konnten, außer darauf zu warten, was wir nach unserer Rückkehr berichten würden, gesellten sich weitere VenTes in voller Montur zu uns.

„Oh… okay! Nicht gut, Trupp eins und zwei sollen mitkommen“, bestimmte Marcus weitsichtig. „Leute, sammelt euch und dann ab… das haben wir alles trainiert! Trupp drei wird hier weiterhin in Bereitschaft aufpassen und sich um Verletzte oder dergleichen kümmern! Wir geben gleich die Koordinaten zur Apparition aus!“, befahl Marcus gewohnt routiniert und klar und alle lauschten ihm sichtbar nervös, aber auch bereit, sich ins Gefecht zu werfen. Während alles um uns herum in Geschäftigkeit verfiel, trat er auf mich zu und sah mich durchdringend an.

„Ich hoffe, dass wir eine Chance in der direkten Konfrontation haben, Draco!“, wisperte er mir zu und ich bemerkte, da ich ihn so gut kannte, deutlich die Sorge in seinem Blick, die er die anderen nicht sehen ließ.

Wir würden mit 20 Personen losziehen und das erste Mal ganz gezielt in einen Kampf rennen, bei dem sie nicht nur auf ein paar angetrunkene, oder versprengte DeathEater treffen würden, sondern auf eine vergleichsweise große Gruppe, die auch noch für ihre Verhältnisse recht organisiert vorging.

„Das hoffe ich auch, wir werden es sehen!“, murmelte ich, denn bisher lief alles wie am Schnürchen.

„Hey, Leute, kennt sich jemand in Devon aus? Wir brauchen Koordinaten!“, brüllte in dieser Zeit Adrian durch die Gegend und seine Freundin Katie Bell hüpfte um ihn rum und flüsterte erregt auf ihn ein.

„Ja, ja, hier!“, eilte Sarah Fawcett auf Adrian zu, der Bell nun sehr entschieden an den Schultern zurückschob, woraufhin diese ihn wütend anfunkelte. „Ich kenn mich dort gut aus, es ist meine Heimat… wir sind Nachbarn!“

„Gut, dann leg los!“

„Hier… wir sollten dort am Waldrand von Ottery St. Catchpole ankommen, denn das ist in der Nähe des Wieselkopfes, das ist ein kleiner Berg!“, kam es geschäftig von Fawcett, während sie auf einer Karte herum deutete.

„Das ist sehr gut, dann übernimmt Trupp zwei, mit dir als Späherin, die Auskundschaftung!“, bestimmte Marcus sofort und Sarah machte sich geschwind an die Ausgabe der Daten in dieser Truppe.

Unterdessen turnte Oliver Wood, der kein VenTes war, mehr als übermütig aussehend um uns rum, bis er sich schließlich dazu durch rang, sich vor mir aufzubauen.

„Leute, ich komm mit!“, rief er auch schon, als würde er nicht direkt vor mir stehen und ich ihn nicht sehr gut verstehen, denn noch funktionierte mein Gehör ausgezeichnet, somit wanderte eine nur sehr blonde Braue von mir in die Höhe.

„Du bist nicht bei den VenTes!“, warf Adrian harsch ein und war damit sehr viel schneller als ich, während Scamander sehr wohl seinen gewohnten Platz in Trupp zwei einnahm und soeben seine Pelerine, die sein Gesicht geradezu magisch verschwinden lassen würde, aufzog.

„Nein, ich weiß das Adrian!“, grollte Wood. „Aber meine Freundin ist da und damit freut euch, ihr habt ein neues Mitglied!“, herrschte Wood seinen Vorgesetzten wütend an, da Adrian auch sein Chef beim Quidditch war, was ihm einen tadelnden Blick einbrachte, aber dem ehemaligen Gryffindor schien das berühmt-berüchtigte, löwenartige Temperament durchzugehen.

„So geht das nicht, Wood! Du bist nicht eingegliedert!“, trat Penelope Clearwater sichtbar beruhigend vor und schüttelte missgestimmt das Haupt. Denn sie kannte sich aus, sie war mit Marcus zusammen für den ersten Trupp verantwortlich und kannte die Strukturen der VenTes.

Wood lief daraufhin rot an und erinnerte mich brutal an Weasley und Potter von früher und auch wenn ich ihr Recht gab, kannte ich meine Gryffindors zur Genüge und so hob ich entschieden die Hand, da uns die Zeit davonlief und jede Sekunde zählte. Außerdem würden wir so wahrscheinlich auch Wood, den ich als durchaus guten Magier einschätzte, endlich in die Reihen der VenTes bekommen und die Wahrscheinlichkeit, dass ihm seine Weasleyfreundin folgen würde, stiegen regelrecht ins Unermessliche. Je mehr gute Leute wir für die VenTes gewinnen konnten, umso besser.

„Nehmt ihn mit! Der macht sonst einen Alleingang!“, kam es entschieden von mir und Marcus nickte, denn er sah es ähnlich, auch er verstand es, Menschen einzuschätzen.

„Aber danach, Wood, wirst du bei den VenTes ohne Widerworte mitmachen, verstanden? Ihr müsst als Ganzes funktionieren und du wirst genau das tun, was ICH dir sage!“, herrschte ihn Adrian an. „Wood kommt zu mir, ich pass auf ihn auf!“, bestimmte er weiter und Graham Montague aus dem vierten Trupp schmiss ihm seine Kapuze zu, da wir die vierte Einheit nicht für diese Aktion verplant hatten und sie an sich nur in stiller Bereitschaft abwarteten. Zuvor würde außerdem erst, wenn überhaupt, Trupp drei an der Reihe sein, in das Geschehen einzugreifen. Deshalb trennte er sich flott und ohne Aufforderung von seiner Kopfbedeckung und das freute mich, zeigte es doch, dass unsere Leute selbstständig mitdachten. Außerdem warf ihm Montague noch seine Kampfjacke zu, die Wood sogar passte. Sie enthielt Schutzzauber und einige sehr hilfreiche Utensilien. Wood nahm alles mit einem Nicken an und schon waren wir auf dem Weg zur Hochzeit.

Jeder Trupp bestand aus insgesamt zehn Leuten, wobei zwei davon immer Führer waren. Somit führte jeder dieser beiden vier Leute an, was sich schon in der BL als eine sehr gut funktionierende sowie schnell und effektiv agierende Gruppengröße erwiesen hatte. In Trupp eins waren Marcus und Penelope die Anführer und Trupp zwei, dem Spähtrupp, bestand aus Adrian und Sarah als Wortführer.

Wir legten Wert darauf, je einen Mann und eine Frau als Vorsteher in der Gruppe zu haben, da vor allem die Frauen besser auf die verängstigten Opfer, die sie fanden, eingehen konnten, deshalb dieser durchaus beabsichtigte Mix.

https://www.dropbox.com/s/s9ifalw4gd0phh1/VenTes.docx

Nachdem wir uns nacheinander, wohlgemerkt leise, nicht so stümperhaft wie viele DeathEater, materialisiert hatten, breitete sich vor uns die hügelige und unschuldige Landschaft von Devon aus. Wir konnten diesen kleinen Berg, mit dem malerischen Namen Wieselkopf, ausmachen, während uns Sarah auch schon stumm vorwärts winkte.

„Hier, dazwischen liegt der Fuchsbau versteckt“, erklärte sie geschäftig und deutete mit ihrem ausgestreckten Zeigefinger in die Ferne.

„Was machen wir nun?“, fragte auch schon der sichtbar aufgewühlte Oliver Wood involviert und ich rollte mit den Augen, dieser Hitzkopf, während wir uns dem Heim näherten.

„Warten, verteilen und Stellung beziehen!“, bestimmte Marcus, dabei unterband er ein Aufbegehren von dem Wildfang mit einer harschen Handbewegung.

„Wir sollten nicht vorher die Pferde scheu machen. Geduld gehört dazu, lernt man bei der Ausbildung der VenTes und nun Ruhe, wir wollen nicht auffallen, solange unser Eingreifen nicht nötig ist“, hisste Adrian hörbar genervt auf.

„Ist ja gut“, murrte Wood mürrisch.

„Gut, dann verteilt euch!“, befahlen Adrian und Marcus ihren Leuten bestimmt.

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BeitragThema: 448. Weasley-Wedding   Do Feb 20, 2014 7:22 pm

448. Kapitel Weasley-Wedding


Sofort kam Bewegung in Trupp eins und zwei, die VenTes suchten, durch Zauber verborgen, hinter Bäumen und Büschen zusätzlichen Schutz. Sie waren gut. Hätte ich nicht gewusst, wo sich jeder einzelne versteckt hatte, hätte ich sie nicht finden können. Dass die VenTes im Besonderen, aber auch jeder andere, der sich in der irischen Burg befand und der es wollte, sich gezielt aus- und weiterbilden konnte und wir verschiedenste Bereiche gezielt trainierten, brachte uns eindeutig einen Vorteil gegenüber den DeathEatern als auch dem Orden.

Das war in meinen Augen ein großer, überheblicher Fehler ihrerseits. Nur weil ein Zauberer seine schulische Ausbildung abgeschlossen hatte, hieß das noch lange nicht, dass er in Verteidigungs-, Angriffs- oder Ausspähtechniken bewandert war. Dazu kam die katastrophale Vernachlässigung rein körperlicher Fähigkeiten, die fast alle Zauberer betrieben, jedoch im Kampf einen entscheidenden Vorteil bieten konnten; denn Schnelligkeit, Wendigkeit und Kraft waren durchaus nicht zu verachtende Attribute. Ich hoffte, all dies und das Überraschungsmoment würden uns einen ausreichenden Vorteil gegenüber den DeathEatern bringen.

Ich versteckte mich selbst hinter einem Gebüsch, betrachtete taxierend das Heim der Weasleys und fragte mich dezent, wie es sein konnte, dass es nicht zusammenbrach. Selbst durch Magie schien es eine Meisterleistung zu sein. Was für ein Gebilde war das genau, was ich da vor mir sah?

Es wirkte unten wie ein zu großer Schweinestall, der wild aufgeschichtet worden war; vollkommen krumm und schief türmten sich fünf wackelige Stockwerke aufeinander. Ich zählte alleine vier dampfende Schornsteine. Es war ein wahres Meisterwerk der Zauberkunst, das sah man nicht aller Tage. Ich war mir sicher, Flitwick würden vor Stolz Tränen in die Augen schießen, wenn er diese magische Glanzleistung sehen könnte.

Kein normaler Mensch würde es wagen, diesen schiefen Turm zu betreten, geschweige denn dort seine Kinder großzuziehen, aber die Weasleys taten es trotzdem, enorm mutig!

Bei meiner Musterung erkannte ich auch noch einen großen Schuppen und ein provisorisches Quidditch-Spielfeld am Rande eines großen Tümpels. Auf diesem schwammen kleine Schwäne herum und wirkten in ihrer Anmut hier völlig fehl am Platz.

Wobei in dem großen Garten ein riesengroßes, weißes Festzelt aufgestellt worden war und eigentlich dieses provinzielle und idyllische Bild störte. Nun ließ sich Marcus mit einem leisen Seufzen neben mir nieder.

„Nett… das Zelt!“, murmelte er zu mir und ich nickte mechanisch.

In Wahrheit fand ich nicht, dass es in diese Umgebung passte, denn es erhob sich ein magisches, schneeweißes Festzelt, dessen Tragsäulen mit goldenen und weißen Blumen geschmückt waren, was den Garten als auch den chaotisch wirkenden Fuchsbau dominierte.

Wir verfolgten gerade, wie die goldenen Ballons, die bisher über der Szenerie im Zelt geschwebt hatten und eine liebliche Melodie dudelten, die bis zu unserem Aussichtspunkt zu hören war, am Ende der Zeremonie platzten und zahlreiche singende Paradiesvögel aus ihnen empor stiegen. Dazu kamen auch noch klingelnde, goldene Glöckchen, die in der Luft tanzten und auch noch ab und an magische Effekte mit einbrachten.

„Wow, das hätte Alicia auch gefallen!“, kommentierte Marcus trocken und ich erstickte ein Kichern im Keim, während nun Vögel und Glöckchen schrecklich kitschig durch das Innere des Zeltes schwebten.

„Oh Mann, Marcus, immer noch nicht genug von Hochzeiten?“, ätzte Adrian, dem Katie augenscheinlich schwer in den Ohren lag, dass sie auch geheiratet werden wollte, weshalb ich minimal gehässig meine Lippen unter meiner Haube verzog.

Dass ich dieses Problem mit Hermione hatte, konnte man nicht behaupten, hierbei war sie so völlig anders als die anderen.

„Ist da jemand gestresst?“, zog Marcus ihn sofort unendlich gemein auf.

„Pfff… du hast es hinter dir! Wenigstens weiß ich nun, woran die Twins mit den bescheuerten Ballons rumgebastelt haben“, grummelte er anklagend und ich war mir sicher, dass sein verborgener Blick angeekelt von der Pracht war.

„Wie meinen?“, fragte ich interessiert. Alles was sich die Twins in ihrem verteufelt brillanten Verstand ausdachten, war erwähnenswert.

„Wie ich es sage, das da ist eine Erfindung der unsäglich teuflischen Twins! Sie haben mit diesem feuerwütigen Irren… wie heißt er noch?“, stockte Adrian in seiner Erklärung, aber da konnte ich helfen.

„Seamus Finnigan!“, warf ich hilfreich ein.

Schlussendlich verbrachte ich Jahr um Jahr mit dem Typen und erlebte eine Explosion nach der anderen, der pyromanische Junge brachte es wahrlich in jedem Unterricht zustande, etwas in die Luft zu jagen, egal ob Zauberkunst, Verwandlung, Verteidigung, oder Zaubertränke, aber er schaffte es, wie auch immer!

„Jaaa genau, das Feuerteufelchen“, schienen auch schon die Bewohner der Burg die Ehre gehabt zu haben, das eine oder andere Feuer von Finnigan löschen zu dürfen. „Wie gesagt, sie wollten nie mit der Sprache rausrücken! Aber das könnte ein Verkaufsschlager werden, jede Frau fährt bestimmt darauf ab“, erklärte Adrian. Ja, das kannte ich, die Red Devils waren Geheimniskrämer, wenn es um ihre Erfindungen ging.

„Was machen die denn nun?“, fragte Wood, der ebenfalls urplötzlich neben mir kauerte, ungeduldig und unterbrach uns und unsere Würdigung der Twins.

Offenbar hatte Adrian ihn mitgeschleift, damit er, alleine in seinem Versteck sitzend, nicht auf Dummheiten kam. Ich hob meine Hand und brachte alle damit zum Schweigen, denn eines der wenigen, patrouillierenden Ordensmitglieder lief gerade in einigen Metern Entfernung an unserem Versteck vorbei. Ich kannte den Zauberer nicht, aber er wirkte bei weitem nicht so aufmerksam, wie ich es von jemandem erwarten würde, der zum Schutz der Gesellschaft abgestellt war. Außerdem fragte ich mich, warum der Orden sich offenbar nicht, ähnlich wie wir, verbarg oder versteckte Posten aufgestellt hatte. Bisher war mir nicht aufgefallen, dass jemand im Verborgenen Wache hielt und ich ging nicht davon aus, auf noch jemanden zu stoßen.

Wie fahrlässig sie sich doch verhielten, oder wähnten sie sich so sicher vor Angriffen?

Stumm verfolgten wir nun, wie sich das verzauberte Festzelt im Handumdrehen magisch umgestaltete. Die bisher aufgereihten, goldenen Besucherstühle, auf denen der Halbriese Hagrid nicht wirklich Platz gefunden hatte, gruppierten sich um passende, runde, weiß gedeckte Tische herum, sodass sie zum Schluss eine große Tanzfläche in deren Mitte umringten. Auch die Live-Band, die in goldene Jacketts gekleidet war, zeigte sich spielbereit und für die Bewirtung der Gäste sorgten etliche Kellner in weißen Sakkos. Augenscheinlich war die Trauungszeremonie vorüber und das Fest begann.

„Warum warnen wir sie nicht?“, kam es nervös von Wood, der meine Aufforderung, nicht zu sprechen, missachtete und noch viel in puncto Gehorsam lernen musste, während wir nun unseren Beobachtungsgürtel enger zogen. Wir hatten zur Genüge beobachtet, wie die Ordensmitglieder ihre Runden drehten und konnten problemlos so Position beziehen, dass sie uns nicht sehen würden.

„Willst du es ihnen jetzt schon kaputt machen?“, „Außerdem halten sie uns dann für die Bösen und greifen an“, „Stimmt, darauf hab ich überhaupt keinen Bock!“, „Vielleicht passiert ja gar nichts“, „Genau, vielleicht finden die DeathEater das Wieselheim gar nicht!“, kam es wüst, gewispert von Marcus und Adrian, die unterdessen auch dabei waren, den anderen Teammitgliedern über die Münzen zu kommunizieren, weiter vorzurücken, aber erstmal abzuwarten.

„Wir warten!“, bestimmte ich energisch und damit kehrte Ruhe ein.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Leider endeten unsere hypothetischen Überlegungen zu unserem Erbe abrupt, denn der Lärmpegel im Haus stieg rasant an und ich eilte zum Fenster.

„Hey, Jungs, es geht los!“, rief ich und schon hatte ich zwei Köpfe neben mir, die neugierig hinuntersahen.

„Mist, die brauchen bestimmt Hilfe“, „Bestimmt und wenn wir nicht helfen, bekommen wir Ärger!“, „Du kennst ja Mum!“, „Ohhhh jaaaa!“, warfen die Jungs aufgeregt ein, während ich schon meine kleine Handtasche ergriff, um mein Kleid herauszuholen.

„Brauchst du unsere Hilfe, beim Zurechtmachen?“

„Harry, das ist jetzt echt nicht dein Ernst, oder? Ich denke, ich schaffe es, mich ohne euch in mein Kleid zu werfen… geht vor!“, schmiss ich die beiden Jungs raus, die wirklich sehr schick und einer Hochzeit angemessen aussahen.

Schnell hatte ich mich fertig gemacht, woraufhin ich auch schon zur Tür hinaustrat und fast überrannt wurde, denn die in einem grünen Festkleid gewandete Molly Weasley raste einer aufgemotzten, ältlichen Dame in Lila hinterher, die frohgemut vorweg stürmte, als würde sie hier wohnen.

„Muriel, ich danke dir, dass du das Diadem mitgebracht hast! ABER…“, rief Molly eindringlich und versuchte, der Frau habhaft zu werden.

„Tiara! Eine wertvolle von Kobolden gearbeitete Tiara… vergiss das bitte nicht, Molly!“, wurde sie gerügt und schluckte sichtlich schwer ihren Groll hinunter, während ein unechtes Lächeln auf ihren Lippen lag.

„Vorsichtig, Liebes!“, meinte sie zu mir, als sie gerade noch bremste. „Und wie könnte ich Muriel…“, kam es leicht säuerlich von Molly, als sie auffordernd die Hand ausstreckte und die Verwandte entschieden aufhielt. „Ich freue mich wirklich, dass du sie uns leihst, aber Fleur wird erst später zu sehen sein… gibst du sie mir, bitte?“, zeigte sich Molly wenig kompromissbereit und die Großtante schnaubte wenig damenhaft, wühlte aber dann in ihrer Tasche und zückte das begehrte Stück.

Es war eine hochaufragende, edel glitzernde Tiara, die reich mit Mondsteinen und Diamanten besetzt war. Muriel wachte eifersüchtig über das Kleinod, aber man sah, wie stolz sie darauf war, dass sie mit dergleichen angeben konnte, als sie das Schmuckstück übertrieben vorsichtig in Mollys Hände legte.

„Nun gut, Molly, aber vergesst nicht, es ist eine Leihgabe von mir, behandelt es vorsichtig!“, brüllte sie zum Schluss hin so laut durch das ganze Haus, dass es auch niemand überhören konnte.

Ich selbst war in dieser Zeit etwas in den Schatten zurückgewichen und als Muriel stolzierend abzog, bemerkte sie mich nicht weiter, während ich lauschte und hörte, wie Molly sachte an einer anderen Tür anklopfte.

„Fleur, meine Schöne, ich hätte hier etwas für dich… ich würde mich sehr freuen, wenn du es tragen möchtest!“, begann sie durch das Holz zu sprechen.

„Oui… komm rein“, trällerte es aus dem Raum und Molly holte noch mal tief Luft, um dann beherzt einzutreten.

Mir erschien es wie eine versöhnliche Geste von Molly, da sie zuerst nicht so von der Braut ihres Sohnes begeistert gewesen war und sie erst wirklich anerkannt hatte, als sie auch dem hässlichen Bill treu blieb, aber warum nicht, es war eine nette Idee. Soeben zuckte ich zusammen, denn Muriel war wieder zu hören, die irgendjemandem übertrieben laut zu plärrte, dass sie der Braut den Haarschmuck geliehen hatte.

Ich begab mich rasch in die Küche und landete übergangslos in den identischen, aber übertrieben farbenfrohen Armen der Twins.

„Boahh… siehst du zum Anbeißen aus!“, „Ja, göttlich schön, sündige Venus in Rot!“, raunten sie abwechselnd, bevor abermals Muriel von draußen zu vernehmen war und die Twins wegen des schrillen Tons zusammenzuckten.

„Ich bring das alte, so reiche und so wichtige, schnepfenhafte Wesen gleich um die Ecke!“, grollte Fred und wer ihn kannte, könnte glatt Angst um die Großtante bekommen.

„Gute Idee, vielleicht erbt Mutter dann das hässliche Ding!“, kam es reichlich despektierlich von dessen Spiegelbild, mit dem Makel, dass ihm ein Ohr fehlte und noch immer ein malerischer Verband seinen Kopf umwickelte.

„Jungs, alle anderen würden nun sagen… oder glauben, dass ihr Spaß macht, aber ich weiß es besser und so sage ich, hört auf! Ihr könnt nicht alles und jeden umbringen!“, mischte ich mich daher leise, aber mit Bestimmtheit ein.

„Aha, das sagt die Richtige, hörst du, Brüderchen? Man darf nicht alles und jeden, der einen nervt, um die Ecke bringen. Schmiere es dir hinter dein nicht mehr existierendes Ohr, George!“, „Was für eine Moral von unserem Moralapostel!“, kicherten die Red Devils fies.

„Haha!“, knurrte ich schnaubend, strich mir eine Strähne hinters Ohr und freute mich, dass meine Haare nun schon bis auf die Schultern fielen. Endlich wurde ich diese Kurzhaarfrisur langsam, aber sicher los.

„Na, wenn sie nicht so selbstgefällig wäre… aber keine Sorge!“, meinte Fred zu unschuldig in meinen misstrauischen Ohren.

„Siehst heute echt brav aus!“, „Jo, Schönste, aber hot!“, „Dabei ist gar keiner hier, der dich bewundern DARF!“, kam es absolut typisch von den Twins, während wir gemeinsam nach draußen gingen.

„Und ihr seid wieder in unverwechselbare Farbkombis gekleidet, sehr blindmachend!“, ging ich gar nicht auf sie ein, sondern lenkte vom Thema ab.

„Oh danke, was für ein liebes und süßes Kompliment!“, strichen sie sich über ihre lila- und senffarbenen Westen.

„Ich dachte mir schon, dass ihr euch darüber freuen würdet!“, wurde ich durch ein lautes Poltern aus dem riesigen und wuchtigen Zelt unterbrochen.

„Fuck, was war das für ein Krach?“, rief George, der sofort losrannte und ich folgte eilig, nur um zu beobachten, wie Hagrid gerade einen neuen Anlauf startete, mit seinen Ausmaßen auf einem der zierlichen, goldenen Sitzplätze Platz zu nehmen.

Es lagen schon sage und schreibe drei zerstörte Stühle rum und soeben machte er den vierten kaputt und landete wieder mit Wucht mit dem Allerwertesten auf dem Boden und sowohl die Twins als auch ich schmissen uns vor Lachen weg. Das Bild war göttlich, deshalb ging ich kichernd zu Hagrid, der irgendwie bedröppelt aussah, woraufhin ich in einer der letzten Reihen einen Stuhl magisch verstärkte und vergrößerte.

„Hier Hagrid!“, rief ich über die grölende Erheiterung der Red Devils hinweg. „Ich hab dir hier einen Stuhl verzaubert, nimm dann den!“

„Oh, Hermione, das ist so nett von dir, ich versteh das gar nicht…“

„Ich auch nicht, Hagrid!“, prustete Fred nicht nett. „Sorry, das ist zu komisch“, kicherte George böse, doch dann stimmte auch Hagrid selbst dröhnend in das Lachen mit ein und betrachtete das Chaos, das er angerichtet hatte.

„Verdammt, ich bin einfach zu groß… wie gut, dass Grawp nicht hier ist!“

„Oh Mann, lass stecken, Alter! Das sind doch nur Stühlchen“, „Das ist französischer Chic!“, machten sie sich alle über die Franzosen lustig. „Genau, die können mit deinen Maßen überhaupt nicht umgehen!“

„Aber ich hab eine Info für dich… Maxime wird auch hier sein!“, raunte Fred dem Halbriesen mit einem Augenzwinkern zu und dieser machte sehr große Augen.

„Olympe!“, kreischte Hagrid fast hysterisch. „Sie hat gar nichts gesagt!“, zog er schon hektisch an seinem krausen Haar, um es nervös zu glätten. Er konnte in seiner Unsicherheit schon immer sehr süß, aber auch reichlich trottelig sein.

„Geht ja gar nicht, diese Heimlichtuer!“, ging Georges Spott unter, denn Hagrid entschwand unheimlich leichtfüßig in eines der Bäder.

„Das war nicht nett!“, warf ich bemüht tadelnd ein.

„Oh doch, das war es!“, kam es ernsthaft von Fred, der sichtlich mit sich zufrieden war, als Ron mit einem mir fremden Jungen neben sich auftauchte. Sofort wandten sich auch die Twins den beiden zu und blinzelten affektiert.

„Wow, schicke rote Haare“, „Joooo, wenn ich nicht wüsste, dass wir nicht verwandt sind, würde ich es fast annehmen!“, „Wie sollen wir dich nennen, süßer Rotschopf?“, wechselten sie sich gewohnt chaotisch ab.

„Sehr witzig, Fred!“, fauchte Harry ungehalten und kratzte sich an seinem roten Haarschopf. Sofort verzogen sich meine Mundwinkel zu einem Schmunzeln.

„Was ist Cousin, Barny?“, frotzelte George und Ron fing an, vor unterdrücktem Lachen zu husten, was ihm einen bitterbösen Blick aus ehemals grünen Augen eingebracht hätte, so aber traf ihn ein weniger durchdringender Blick aus wässrig blauen Iriden.

„Der Trank mit dem Haar war grausig… schmeckte noch schlechter als Goyle und das will was heißen!“, schüttelte sich Harry.

„Har… Barny, sei dankbar, der Muggeljunge aus dem Dorf hat auf sehr schmerzhafte Art und Weise ein Haarbüschel gelassen!“, bekannte George und wirkte rundum mit sich zufrieden.

„Was habt ihr zwei Teufel getan?“, fragte Ron vorsichtig, denn das Grinsen der Twins war wahrlich beunruhigend.

„Hihihi… Aufrufungszauber!“, raunte Fred stolz und ich rollte wegen der Gemeinheit der Red Devils mit den Augen, der arme Junge.

Da schlug eine Tür auf und Apolline tauchte hergerichtet auf, um sofort auf Ron zuzueilen, der sie in seinen Armen willkommen hieß. Kurz darauf kam auch Ginny bedeutend langsamer heraus, da sie sich offenbar bisher aufgeregt mit Gabrielle unterhalten hatte und nun auf ihre Brüder zuhielt.

„Die Brautjungfrauen!“, „Ohhh, was für ein suggerierendes Wort!“ , „Wollen wir hoffen, dass sie gar noch welche sind!“, „Schlussendlich sind wir hier in Sodom und Gomorrha!“, witzelten Fred und George, während Gabrielle wegen ihrer zotigen Witze rot anlief, denn das Mädel war schließlich erst elf Jahre alt.

„Mann, Leute, ich habe euch ja so schrecklich lange nicht gesehen!“, rief Ginny dazwischen und befreite Gabrielle aus der Peinlichkeit, wobei sie sich schwer beherrschen musste, nicht los zu prusten, schlussendlich sah sie Ron wirklich fast jeden Tag und die Twins auch oft genug, aber vor ihren Verwandten und Gästen spielten sie perfekt. „Nur dich kenn ich nicht. Sollte ich?“, drehte sie sich aufrichtig zu Harry, denn anders als die Twins wusste sie nichts vom Vielsafttrank.

„Unbedingt, das ist unser lang verschollener Cousin Barny!“, kam ihr sogleich Fred gewichtig zur Hilfe und führte sie, gemein wie er sein konnte, aufs Glatteis, aber jetzt zeigte sich, dass Ginny eben auch kein Kleinkind mehr war, sondern ein Mitglied der BL und DA.

„Aha… schön dass du hergefunden hast, Cousin!“, zwinkerte Ginny dann erheblich übertrieben, da sie sehr wohl verstanden und kombiniert hatte, dass es sich dabei um Harry handelte.. „Jungs, ich bin vielleicht jung, aber nicht blöd, ich kenne alle Verwandten, wenn jedoch ein verlorenes Mitglied auftaucht, ist es mir herzlich willkommen“, schnaubte sie verächtlich und rauschte in ihrem schwarz-weißen Spitzenkleid ab, während die Twins ihr hinterher johlten.

„Schön schaust du aus, Schwesterherz!“, „Wirst halt doch erwachsen!“, „Zeig es uns Jungs!“, „Jooooo“ Und so lag auch mein Blick auf dem sehr hübschen Kleid, das ihr gut stand.

„Kinder, habt ihr schon die Tiara gesehen?“, rauschte gerade Muriel wichtigtuerisch auf uns zu. „Man muss auf sie aufpassen, diese Umgebung ist mir nicht geheuer! Sie ist wertvoll“, machte sie ein um Aufmerksamkeit heischendes Gesicht und musterte uns zweifelnd, als würden wir der Braut gleich das Schmuckstück vom Kopf reißen und es stehlen.

„Großtante, was ist dir nicht geheuer? Deine Verwandtschaft?“, fragte George süßlich, mit sehr bissigem Sarkasmus. „Das ist tragisch… dass man nicht mal mehr denen vertrauen kann!“, sprang auch Fred gleich ein.

„Bitte? Naja, man weiß ja nie, bei armen Leuten? Wer ist das da eigentlich?“, deutete sie auf den veränderten Harry, den sie angestrengt anblinzelte, als würde sie in ihrem Gedächtnis nach seinem Gesicht kramen.

„Das ist Barny, einer unserer Cousins!“, servierten ihr die Twins und ihre Stimme deutete an, dass sie befürchten würden, Muriel würde an Alzheimer leiden.

„Echt? Barny. Ich dachte, ich kenne alle von euch? Tse… tse… Wie auch immer, Barry, fass nur nicht die Tiara an!“, tadelte sie gewichtig und drohte mit dem erhobenen Zeigefinger.

„Oh, keine Sorge, Großtantchen. Er wird sich bestimmt Fleur an den Hals werfen, um sie ihres Haarschmucks zu berauben!“, kam es bierernst von Fred. „Barny ist ein ganz wilder.“

„Was?“, ging Muriel der Mund auf, bei so viel offen gezeigter Ironie, woraufhin Ron ungewohnt charmant einsprang.

„Muriel, darf ich dir Apolline vorstellen? Meine Freundin!“ Sie ließ sich gnädiger Weise ablenken und maß das adrette, sehr hübsche Mädchen vor sich.

„Bist du Engländerin?“, fragte die alte Dame nach.

„Non, Französin!“, ging zum Glück die Antwort darauf unter, denn nun wurde es ernst.

Die geladenen Gäste strömten in Scharen herbei, Luna kam mit ihrem Vater und blendete mich mit einer leuchtend gelben, rüschenbesetzten Kreation und mit glitzernden Radieschen in den Ohren. Ihre Haare trug sie offen, nur eine kleine Sonnenblume steckte hinter ihrem Ohr und schmückte sie.

„Hey Leute… wie entzückend, euch alle zu sehen, wie geht es euch an diesem freudigen Jubeltage?“, trällerte das ätherische Mädchen sanft und lächelte wohlwollend, während sie uns musterte. „Oh und Harry, Rot steht dir gar nicht!“, meinte sie in ihrer absolut eigenen träumerischen Art und man musste sich gar nicht fragen, woher sie so etwas wusste, das war einfach Luna.

„Was, ist es so offensichtlich?“, fragte Harry perplex, sichtlich irritiert darüber, dass man ihn so leicht als Harry identifizierte.

„Oh, was? Nein, nein“, winkte sie wegwerfend ab, „der Trank wirkt ganz fabelhaft, aber ich sehe statt auf den äußerlichen Schein, auf dein Wesen hier drin und das ist unverändert“, berührte sie ihr gelb verpacktes Herz.

„Das war so klar!“, murrte Ron und schüttelte wenig begeistert über Lunas Art den Kopf.

Auch für mich war diese Offenbarung verblüffend, wenngleich irgendwie verständlich, daher kamen also ihre nebulösen Andeutungen, meine eigene Aura betreffend. Dieses Mädel war brandgefährlich, deshalb lächelte ich künstlich; ich wusste schließlich aufgrund ihrer Aussagen, dass meine Ausstrahlung von grau, über schwarz, bis hin zu tiefschwarz reichte, das brauchte ich nicht hören, das wollte ich nicht hören.

„Ups, ihr entschuldigt mich, mein Vater verirrt sich“, war sie geschwind weg und zog ihren sich sträubenden Vater von einer Schar junger Französinnen weg, die kichernd und affektiert immer wieder auf die Lovegoods deuteten, da ihr Vater mit den lustigen Hühnern irgendetwas beredet zu haben schien. Ich betrachtete Mr. Lovegood genauer.

Wegen seiner erstaunlich hellen Haare sah er fast aus wie Lucius, auch wenn diese nur schulterlang waren, bestimmt kam das durch die jahrhundertelange Inzucht, schlussendlich war auch Luna eine Reinblüterin, so spleenig sie auch sein mochte.

Lovegood trug, seiner Tochter folgend, ebenfalls ein farbenfrohes gelbes Ensemble und präsentierte sich von seiner mondänen und modischen Seite. Sein Jackett war ein grausames Teil aus ockerfarbenem Samt mit gelben Ornamenten, darunter blitzten eine furchtbar bunte Weste und ein noch bunteres Hemd auf, was durch eine dunkelgelbe Hose komplettiert wurde. An dem Outfit stimmte nichts, außer dass es einen sonnenblind machte.

Mich ließ, dem Himmel sein Dank, erneuter Krach herumfahren und erlöste mich von dem Anblick, dem ich mich nicht zu entziehen vermocht hatte.

„Verzeihung… ich habe vergessen… also dass… Olympe!“, hatte Hagrid neben der großen Dame platznehmen wollen, da sie nach ihrer Ankunft etwas erschöpft auf einen Stuhl geeilt war. Sie trug ein blaues, sehr edles Kostüm und Hagrid wirkte mal wieder sehr liebenswürdig in seinem linkischen und unbeholfenen Gebaren, vor allen, da er gerade auf dem Hintern zu ihren Füßen saß.

http://harrypotter.wikia.com/wiki/Wedding_of_Bill_Weasley_and_Fleur_Delacour?file=Maxime.jpeg

„Oh Rubeus, wie schön, disch wiederzusehen… die Zeiten sind sehr stressig, da ist eine Hochzeit doch prächtischhh“, flötete sie und übersah ganz die große Dame, die sie war, sein Missgeschick.

„Ja, Olympe, wobei ich die Zeit mit dir auf Reisen sehr schön fand!“, haspelte Hagrid, der sich vom Boden aufrappelte, ungewohnt charmant. Er bemühte sich wahrlich.

„Oh, mein Merlin… sind schon alle Gäste da?“, stürmte plötzlich die in grünen Taft gewandete Molly fast schon aufgelöst das Zelt und blickte leicht irre wirkend umher.

Verfolgt wurde sie von einer schönen Dame in einem lilafarbenen Kleid, mit passendem Hut auf dem so blonden Haar und einem schwarzen Spitzenbolero um die Schultern, die eine eindeutig veelamäßige Ausstrahlung hatte. Ihr wiederum eilte ein besonders edel gekleideter, älterer, graumelierter Herr hinterher.

„Mr. Delacour, sind Sie schon aufgeregt?“, fragte nun Arthur höflich und trat an die erregten Mütter heran.

Wobei seine Lockerheit gespielt war, schließlich würde er selbst nur einmal die Ehre haben, seine einzige Tochter zum Altar zu geleiten, doch bis es für Arthur so weit war, würde es noch dauern. Monsieur Delacour hingegen platzte fast vor Stolz. Er war ein rundlicher, sehr charmanter und scheinbar immer gut gelaunter Herr, der sehr freudig, aber auch zufrieden durch das Festzelt sah.

Ob wohl auch mein Vater so etwas einmal bei mir hätte machen wollen?

Doofe Frage, ich hatte keine Eltern und meine Eltern keine Kinder!

Hier trat wieder mein Pragmatismus zutage und ich verbot mir eine Regung, die ich gewöhnlich nicht in mir besaß.

„Ja, Arthur, natürlich. Noch ist es für mich eine Premiere und ich werde es genießen, meine Tochter Ihrem Sohn zu übergeben!“, legte er bei diesen Worten seiner jüngeren Tochter Gabrielle die Hand auf die Schulter und auch die Mutter lächelte nachsichtig ihr schönstes Lächeln.

„Ich wollte mich nochmals für Ihre Hilfe bedanken, Apolline. Ohne Ihre tatkräftige Unterstützung mit den Haushaltszaubern hätte ich es nicht rechtzeitig geschafft!“, flötete Molly gerührt und Madame Delacour lächelte sanft.

„Oh, oui, anders als in Hogwarts lernen unsere Mädchen in Beauxbaton diese Art der Magie! Sehr intensiv“, erklärte die Madame geflissentlich, dabei war der leichte Tadel in ihrer melodischen Stimme zu vernehmen und ich war versucht, meine Zähne zu fletschen.

Wenn ich mir im Geiste ausmalte, wie man mir beibringen wollte, den Zauberstab für Haushaltszauber zu schwingen, zog mir eine Gänsehaut auf und ich hatte die Gewissheit, dass mich Beauxbaton niemals von innen sehen würde. Anders als bei Durmstrang, wo mich Viktors Erzählungen bezüglich der Ausbildung in der schwarzen Magie inspiriert hatten, sodass ich sogar diese Schule besucht hatte, verschreckte mich die französische Variante der Lehranstalt.

„Ernsthaft?“, hauchte Ginny entsetzt, die soeben Gabrielle holen wollte und auch die letzten Worte aufgeschnappt hatte.

„Natürlich, junge Dame, eine Frau muss doch wissen, wie ein Haushalt zu führen ist!“, setzte die Madame nach und Ginny schüttelte es sichtlich. Aus der jungen Frau war eine exzellente Kämpferin geworden, aber keine Hausfrau.

„Boah“, „Kannst du dir unser Schwesterherz mit dem Kochlöffel vorstellen?“, „Eher mit einem Besen!“, wieherten die Twins los und die Eltern der unholdischen Kinder versuchten, ihr Amüsement zu verbergen, denn sie wussten, dass sie keine vorbildlichen jungen Männer, oder auch Frauen erzogen hatten.

Doch dann schwenkten die Twins plötzlich in ihrem Gebaren um, wirkten ernster und sprachen leiser.

„Mal im Ernst, Leute… an sich ja egal, ob Löffel oder Besen, aber seit der DA und BL eher weniger“, „ Somit sehe ich sie jetzt eher mit einem Klatscher in der Hand vor mir!“, „Das schon eher…“, „Aber früher…“

„Scheiß Krieg!“, schüttelte sie betrübt ihre roten Häupter.

„Hey, ich finde es diskriminierend… Frauen können alles!“, wandte ich aufbrausend ein und erinnerte mich mit Schaudern an das Geschenk von Molly; das Buch mit den Haushaltszaubern, das ich irgendwo verlegt hatte.

„Das sollte uns nicht wundern, nicht wahr, Miss Granger?“, kam es plötzlich hinter mir von Andromeda, zu der ich mich langsam umdrehte, dabei durchbohrten mich ihre Augen regelrecht und ich musste an ihre Tochter denken, die gerade ein Enkelchen für sie ausbrütete, was sie wohl zu einem wölfischen Schwiegersohn sagen würde?

So lüpfte ich nur sachte eine Braue, kam aber nicht mehr dazu, etwas zu erwidern.

„Aus dem Weg… ich bin zu spät!“, rettete mich, oder auch Andromeda, das konnte man sehen wie man wollte, ein gehetzt wirkender Mann.

„Oh ja, endlich, Herr Zeremonienmeister, kommen Sie!“, eilte sofort Molly auf den in feierlichem Schwarz gekleideten Mann zu und umgluckte ihn sofort höflich, während sie ihn zum anderen Ende des Festzeltes lotste.

„Nehmt doch bitte alle schon mal Platz!“, rauschte wieder Molly nervös einher und wirbelte wie ein Derwisch durch das Zelt, wohingegen sich ihre Söhne nicht stören ließen.

„Und Cousin Barry?“, „Falsch, Fred! Barny!”, mahnte George.

„Barry, Barny, beides bescheuert. Und Tantchen hat recht, Barry harmoniert besser mit Harry!“, verteidigte sich Fred.

„Ist doch voll egal!“, warf sich Ron ins Gefecht und zog die in flatterige Seide gekleidete Apolline, die das Pech hatte, nach ihrer Tante benannt worden zu sein, hinter sich her, da sie als Brautjungfer entschwinden musste.

http://harrypotter.wikia.com/wiki/Wedding_of_Bill_Weasley_and_Fleur_Delacour?file=Delacour_cousins.jpg

„Oh ja, also Barny, freust du dich schon auf deinen großen Tag?“, zwinkerte Fred übermütig, während wir uns folgsam in Bewegung setzten.

„Ohhhh ja, klar!“, klang Harry weniger begeistert, aber gerade tänzelte die Schar der Gäste auch regelrecht erdrückend in das Zelt und konnte es einem schon verleiden. „Naja, ich stell es mir halt beschaulicher vor“, bestätigte Harry meine Vermutung, doch da rauschte Bill an uns vorbei und eilte ziemlich aufgelöst zum Zeremonienmeister.

„Es geht gleich los!“, posaunte nun jemand heraus und aufgeregte Stille legte sich über alle.

Dann war es soweit, die Brautjungfern kamen herein, gefolgt von dem Brautvater, der mit der prächtigen Braut am Arm das Zelt betrat.

„Wunderschön!“, „Zauberhaft!“, „Sie sieht fantastisch aus!“, war die einhellige Meinung über Fleurs Aufmachung. Sie trug ein wunderbares, sehr ausgefallenes Kleid, das selbst Lucius gefallen hatte, was mir, trotz des erhebenden Momentes, ein leicht gehässiges Schmunzeln bescherte.

Über dem weißen, langen Tüll lag eine Spitzenschicht, die schwarze Pfauen darstellte, die sich gegenseitig betrachteten. Es war exquisit, erlesen und eindeutig Paris, dazu ihr schönes blondes Haar und nicht zu vergessen Muriels Tiara.

http://harrypotter.wikia.com/wiki/Wedding_of_Bill_Weasley_and_Fleur_Delacour?file=Bill_and_Fluer.jpg

Dazu stiegen nun stimmungsvoll die goldenen Ballons auf und stimmten die passende Musik an, um den Einzug zu untermalen. Sie schwebte regelrecht an uns vorbei und Bill mit seinem zerfurchten und vernarbten Gesicht strahlte ihr gerührt entgegen, dabei sah auch er in seinem weinroten Gehrock mehr als prachtvoll aus.

Als sie ihn erreichte, nahm er die Hand seiner Braut entgegen, um sich dann dem unscheinbaren, kleinen Zauberer mit dem büscheligen Haar und den schlichten schwarzen Zauberroben zuzuwenden, der das akribische Abbild einer Person dieses Amtes war.

Er war sichtlich nicht persönlich mit den betreffenden Personen verbunden, sondern erledigte nur seinen Job. Nun setzte seine monotone Sing-Sang-Stimme ein und er leierte eine langweilige, sehr salbungsvolle Rede hinunter, die er augenscheinlich auswendig kannte und vollzog die dazugehörigen Zauber. Dabei schien es für ihn anscheinend keinen großen Unterschied zu machen, ob er einen traurigen, oder einen freudigen Anlass abhandelte, aber gut, es war durch den Druiden in Irland völlig anders gewesen. Man konnte ausmachen, wie sehr das Ministerium gewisse elementare Dinge der Magie absichtlich ins Vergessen schickte.

Dabei verfielen wir, die Festgesellschaft, in eine Art Trance und erst als diese öde Veranstaltung vorbei war, wurden wir aus unserer seligen Versunkenheit gerissen, da die goldenen Ballons urplötzlich platzten und zahlreiche singende Paradiesvögel aus ihnen hervorgeschossen kamen, die zusammen mit den klingenden, goldenen Glöckchen wieder Leben in die Gesellschaft brachten und mich beinah veranlassten, meinem Reflex zu folgen und meinen Zauberstab zu zücken. Nur in letzter Sekunde unterdrückte ich es.

„Coole Erfindung, Fred, George!“, meinte Ron ernst. „Beeindruckend!“

„Das wart ihr?“, fragte ich perplex und erkannte mal wieder, wie so oft, dass ich vom normalen Leben meiner Freunde mehr und mehr ausgeschlossen war.

„Ja, was hast du denn gedacht, Schönste?“, „Uns war klar, dass wir alle wieder aufwecken müssen!“, „Und ja, das wandert in unser Sortiment!“, „Hat sich soeben bewährt!“, erklärten die Twins eifrig allen und jedem, der es nicht hören wollte, und ich rollte wegen ihres Erfindergeistes mit den Augen, aber auch wegen ihrer Ähnlichkeit mit Tante, nein, Großtante Muriel. Ob ihnen diese Offenbarung gefallen würde?

Da erhoben wir uns alle klatschend und jubelnd, um das Brautpaar hochleben zu lassen und in dem magischen Zelt veränderte sich so einiges, als ich plötzlich einen strammen, hochgewachsenen jungen Mann auf mich zukommen sah und die Hände vor Überraschung vor den Mund schlug.

„Viktor!“, hauchte ich ernsthaft erfreut, ihn derart gut aussehend wiederzusehen, nach der langen Zeit in Bulgarien, als er wenig schmeichelhaft von uns geschockt worden war, aber er hielt mir auffordernd seine Hände entgegen und ich ergriff sie gerührt.

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