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 Kapitel 103-104

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BeitragThema: Kapitel 103-104   Do Feb 09, 2012 2:58 am

103. Kapitel Lucius und Severus

Severus Sicht

Dieser nervende, langhaarige Idiot, was wollte er von mir?

Blöde Frage, das wusste ich, aber warum setzte er mir derart penetrant die Pistole auf die Brust? Warum immer ich?

Ach, das wusste ich auch, wenn ich ehrlich zu mir war. Er hatte etwas gefunden was ihn fesselte! Etwas was ihn ansprach, was ihn sehr reizte und sie war eine enorme Herausforderung, aber was für eine und ein richtig großes Kaliber, denn sie war brutal stur.

Lucius wusste nur einen Bruchteil von dem, zu was Hermione, alias das Biest, fähig war!

Ich bezweifelte, dass ich auch nur im Ansatz alles wusste, was sie derweilen verbrach. Aber warum sollte ich seinen Informanten spielen und ihm dabei jedwede Information auf dem silbernen Tablett servieren?

So weit käme es noch! Nie und nimmer, schwor ich mir!

Denn ich tat mir leid, wenn ich diesen immer fanatischer werdenden Irren ansehen musste, dem die Gier sie besitzen zu wollen fast aus den kalten, grauen Augen sprang. Eigentlich sollte sie mir sogar fast leidtun, denn sie war ab jetzt seinen latenten Avancen permanent ausgesetzt und das musste zermürbend sein.

Nur gut, dass ihr doch recht ansehnlicher Schädel fast so verbohrt und verstockt war wie seiner. Eigentlich hatten sich die beiden verdient, sollte Lucius sich doch verrennen, denn in ihr könnte er seine Meisterin finden, daran zweifelte ich nicht. Meinen Respekt hatte sie sich zu meinem Leidwesen vor langer Zeit erworben, nur zugeben würde ich das nie. Meine innere Kapitulation verschloss ich tief in mir, sehr tief.

Selbst ich konnte sie nicht ausmachen, das war gut!

Doch dann half leider nichts mehr, denn obwohl ich mich bisher erfolgreich hatte unsichtbar machen können, war meine Glückssträhne nun zu ende. Er hatte mich heute Abend her befohlen und dies unter der Forderung der „Rechten Hand“. Tja, wie sollte ich mich diesem Befehl entziehen?

Es war zum Verzweifeln!

Denn ob man es fassen konnte oder nicht, nun bearbeitete mich seine hochmütige Herrlichkeit schon seit Stunden, endlosen Stunden wohlgemerkt, in seiner enervierenden Unnachgiebigkeit. War das zu fassen?

Dieser Mann hatte eine Ausdauer, das war nicht zum Aushalten. Er quatschte und quatschte, Schweigen Fehlanzeige, hielt einen ellenlangen Monolog. Ich rollte genervt mit den Augen!
Ich hatte es bisher geschafft, ihm den Montag über zu entkommen und fast den ganzen Dienstag, aber am Abend hatte er, wie gesagt, alle Register gezogen. So ungeduldig, so übereifrig kannte ich ihn gar nicht. Ich hatte mir eine Woche ausgerechnet, die ich mich würde erfolgreich verstecken können, bis er zum letzten Mittel greifen würde, meiner habhaft zu werden, aber falsch gedacht. Das alles schien Lucius sehr herumzutreiben.

Nun saß ich seit über zwei Stunden hier und er quengelte, jammerte und nörgelte in einer Tour und drang in mich, weil ich ihm endlich von meiner Geschichte mit ihr erzählen sollte. Das Biest brachte doch echt nichts als Ärger und ich nahm es ihr übel.

Er drang immer wieder zermürbend in mich und jammerte fortwährend weiter, bis er mich soweit hatte, dass mein Glas wieder mal auf ihn zuflog und er flink, wie er war, auswich und es an der Wand hinter ihm zerschellte. Danach zeigte sich ein viel zu zufriedenes Grinsen auf seinem aristokratischen Gesicht, denn er wusste, er hatte mich nun so lange genervt, dass ich bald aufgeben würde. Wie konnte ein einzelner Mensch nur so nerven?

„Severus, ich habe das Recht, zu erfahren, wenn du mit dem neuen Mitglied der Familie im Bett gelandet bist!“, ging es fröhlich, viel zu aufdringlich von ihm weiter.

„Und jetzt hast du mich auch wieder tätlich angegriffen, aber ich will doch nur wissen, was war! Sag es mir!“, forderte er amüsiert und ich konnte den aufziehenden Kopfschmerz hinter meinen Schläfen fühlen, deswegen schloss ich gequält die Augen.

„Severus, muss ich dich daran erinnern, dass ich immer alles für dich getan habe, auch in deiner Jugend? Ich habe mich immer gut um dich gekümmert, da ist es wohl nicht zu viel verlangt, dass du mir diese kleine Intimität erzählst, so unter Freuenden und alten Weggefährten!“, zog er diesen letzten Trumpf, aber mein Gesicht war noch immer verkniffen, denn der Mann ging mir manchmal so auf den Senkel. So sensationsgeil konnte keiner sein!

„Wusstest du, dass sie was mit diesem Sirius Black hatte? Aha, ich hab ein Blitzen in deinen so verschlossenen, schwarzen Augen gesehen, du wusstest es also. Warum?“, freute er sich diebisch, dass er endlich noch mehr Reaktionen von mir bekam, als ein auf ihn zufliegendes Geschoss. Daraufhin brummte ich nur genervt auf.

Dieser Mann war eine wandelnde Katerstrophe, eindeutig und er würde mein Grab sein. Am liebsten hätte ich nun mit dem beständig zunehmenden, pochenden Schmerz meinen Kopf in brutaler Regelmäßigkeit an die kalte Steinwand geschlagen, dann hätte ich vielleicht meine Ruhe vor dem mich belästigenden Kleinkind bekommen.

„Severus, ich kenne dich zu gut. Es ist nicht normal, dass du so verstockt bist. Na gut, ich meine, du bist nie besonders gesprächig, wenn ich was wissen will, aber so wortkarg…“, verkündete er samtig, dabei schüttelte er affektiert das weißblonde Haupt und lächelte maliziös, frohlockend weiter, weil er genau wusste, er würde mich knacken und ich hasste mich dafür, dass ich wusste, dass er wusste, dass er seinen Willen bekommen würde.

„Ich muss schon sagen, wenn du noch fester auf deine Zähne beißt musst du aufpassen, dass du nach dem Gespräch noch welche hast!“, gab er zu bedenken, dabei amüsierte es ihn aufrichtig und mich ärgerte es immer mehr. Ich hörte das bedenkliche Knirschen meiner Zähne, als ich sie noch fester zusammenbiss.

„Severus, gib auf, du weißt, dass ich es aus dir raus bekomme! Nun komm schon!“, drängte er weiter. War das zu fassen? Das war wie im Kindergarten. Ich presste meine Lippen verstimmt aufeinander, sie waren nun nur noch ein dünner, missbilligender Strich.

„Was hast du mit ihr angestellt? Ich meine, du bist doch sonst so beherrscht!“, änderte sich nun seine Tonlage. Jetzt klang er besorgt, aber er bohrte trotzdem immer weiter. Leidlich fragte ich mich, wurde ihm sein Monolog nicht mal langweilig? Ich wollte gleich frustriert schreien, das war nicht auszuhalten, da ich mich noch immer strikt weigerte, auch nur ein Wort zu sagen.

„Also, ich finde ja, dass ich das Recht habe, es zu wissen und ich bitte dich noch einmal im Guten, fang an zu reden!“, insistierte er quengelig. Wie konnte ein einzelner Mensch nur so bohren?
Ich tat mir mehr als unsäglich leid. Warum musste ich ihm etwas erzählen auf das ich nicht sonderlich stolz war?

Nicht nur da ich mich vergessen und meine Beherrschung verloren hatte, sondern auch unter dem Aspekt betrachtet, dass ich so bescheuert blind gewesen war und nicht hatte sehen wollen, wer sie tatsächlich war! Dies war keine meiner Glanzstunden in der Geschichte meines Lebens gewesen.

„In Ordnung, dann erzähl mir, was du über Black weißt. Ich habe erfahren, dass sie die Beine für ihn breitgemacht hat! Was sie da geritten hat, ist mir wahrhaftig schleierhaft!“, stellte Lucius fest, dabei verzog er abwertend und angewidert sein schönes Gesicht.

„Du bist das schlimmste Kind, das ich kenne, Lucius!“, erhob ich zum ersten Mal die Stimme, die sehr rau und heiser klang.

Denn ich dachte nicht gerne an die Zeit, als sie noch mit Black das Bett oder die Freuden des Fleisches, wie auch immer, geteilt hatte! Ich hatte dies als kurzzeitige Geschmacksverirrung ihrerseits verbucht. Vor meinem inneren Auge erschien die Szene in der Bibliothek, die ich beobachtet hatte – ja, ich wüsste auch gerne, was sie da geritten hatte, es mit diesem Flohhaufen zu treiben.

„Ach was, das stimmt doch nicht, du bist nur genervt, aber das macht nichts, nun sag schon…“, bohrte er fordernd weiter. Er wusste, er hatte mich fast und das schmeckte mir gar nicht.

Ich rollte absolut genervt mit den Augen. Nein, ich wollte nicht. Warum konnte er so was nicht akzeptieren?

„Severus, dann halt anders, ich bin der älteste unserer Familie, du bist mein nächster Verwandter und nun befehle ich dir, mit der Sprache herauszurücken, oder du lernst mich kennen!“, drohte er nun entschieden, mit entschlossener Miene, dabei hatte er sich wie der Gockel, der er war, in seinem Sessel aufgerichtet und stierte mich provozierend nieder. Kampfgockel traf es wohl eher, schoss es mir zynisch in den Sinn.

Warum wusste… nein, anders! Warum nützte er immer alles was er fand, auch die letzte Möglichkeit um an Informationen zu kommen?

Er war wie ein Bluthund, einmal dran ließ er nicht mehr los und so schloss ich ergeben und geschlagen die Augen. Familie ging vor, immer und es war halt nicht von der Hand zu weisen, dass er in dieser Hinsicht leider der Boss war, verdammt aber auch. Manchmal, aber nur ganz selten, hasste ich es, ein Teil von Lucius‘ Familie zu sein.

„Sie hat sich als Hure ausgegeben!“, knurrte ich so störrisch leise, dass Lucius sicher nicht alles verstanden hatte und seine akzentuierte Frage bestätigte mir dies.

„Wie? Hab ich dich richtig vernommen? Wieso sollte sie sich als Hure ausgeben?“, klang er sichtlich konsterniert und bohrte unerbittlich weiter.

Er hatte sich weit zu mir gebeugt und seine langen, seidigen Haare fielen ihm malerisch ins Gesicht. Im Schein der Kerzen funkelten seine Augen aufgeregt. Er schien sehr mit seiner Leistung zufrieden zu sein, mich erfolgreich in den Wahnsinn getrieben zu haben und mich nun so weit zu haben, dass ich aufgab und zu reden begann.

Severus Sicht ende

Lucius Sicht

Was war das, hatte ich das richtig wahrgenommen? Warum sollte sie das tun? Meine Neugier, all dem auf den Grund zu gehen, war sehr angestachelt! Das waren unglaubliche Neuigkeiten, eine Hure, eine Prostituierte? Was war da passiert? Das war spannend und interessant, aber auch besorgniserregend. Hatte sie dies bei mehreren getan, oder nur bei Severus? Viele noch unbeantwortete Fragen!

Ich bemerkte, dass Severus sich wieder verschloss, sich wieder in sein Schneckenhaus zurückzog und wieder die absolute Kontrolle über sich zurückerkämpfte. Und jetzt würde er wieder schweigen, weil er nicht reden wollte, aber das konnte ich nicht zulassen. Ich wollte Antworten und jetzt würde ich erst recht nicht nachgeben. Ruhig, bestimmt fragte ich deshalb nach:

„Warum, Severus? Was ist da vorgefallen, dass sie dir die Hure gibt? Sie ist käuflich für dich? Für alle? Sagst du mir jetzt endlich, warum sich die liebe Hermione von dir kaufen lässt?“

Mein Gegenüber wollte mich nicht an seinem Wissen teilhaben lassen, aber ich hatte vorhin schon bemerkt, dass Black ein wunder Punkt zu sein schien, also würde ich da unerbittlich nachbohren.

Severus hatte demonstrativ die Arme vor der Brust verschränkt, um seine Missbilligung zu untermalen und starrte mir ausdruckslos entgegen. Ich verfolgte, wie sehr er seine Lippen vor Wut aufeinander presste, sodass sie ganz weiß wurden, aber ich würde ihn knacken, ohne Zweifel.

„Frag das doch dein neues Spielzeug, du scheinst ja sehr angetan von ihr…“, zischte er zornig.

Ich seufzte, resigniert und affektiert, dabei blickte ich ihn tadelnd an.

„Sie ist ja augenblicklich wohl eher dein Spielzeug und leider das meines Sohnes, wirklich bedauerlich…“, kam es aufrichtig klagend von mir.

Ich lehnte mich nun wieder nach vorne, fasste Severus fest ins Visier, was seine dunkle Augenbraue misstrauisch in die Höhe schießen ließ.

„Aber sag mir, Severus, wie konntest du auf sie reinfallen, gerade du? Sie wird sich dir doch sicher nicht als Hermione präsentiert haben, oder?“, forschte ich verschwörerisch nach, dabei hob ich fragend eine Augenbraue.

Er knurrte nur verstimmt, antwortete jedoch zuerst nicht, schien schwer mit sich zu kämpfen, bis er tief aufstöhnte.

„Frag doch sie, warum sie das getan hat!“, schnarrte er böse und irgendwie vorwurfsvoll und ich konnte erkennen, dass da der Stolz meines alten Freundes mehr als leicht angeknackst war.

Oh, er versuchte weiterhin, nichts zu offenbaren, aber das kannte ich von unserem wortkargen Severus ja schon, also blieb ich dran.

„Und für Black, hat sie für den auch die Hure gegeben?“, hauchte ich provozierend.

Denn so wie Draco heute reagiert hatte und von ihrem amüsanten Streit beim Frühstück wusste ich einfach, dass da mehr gewesen war, sonst hätte er sie wohl kaum in sein Testament aufgenommen, aber davon wusste Severus ja nichts.

„Nein!“, knurrte er verstimmt zwischen den Zähnen hervor und ich sah schon, ich musste mehr provozieren.

„Von Black hat sie sich also freiwillig ficken lassen und es hat ihr gefallen? Und von dir?“, stichelte ich bösartig. Ich schmunzelte zufrieden, als ich registrierte, wie unserem eigentlich so beherrschten, mürrischen Severus die Gesichtszüge entglitten. Und ich triezte ihn weiter:

„Aber ich bin mir sicher, noch lieber macht sie für Draco die Beine breit. Sie genießt es sicher, wenn er nur annähernd so gut ist wie ich!“, reizte ich ihn maßlos, sah meinen Erfolg schon, bevor er sprach. Jetzt hatte ich ihn, dabei unterdrückte ich das befriedigte Gefühl, das in mir aufsteigen wollte.

Der Unmut, der sich nun auf seinem Gesicht zeigte, war nur zu deutlich und auch, dass er kurz angeekelt das Gesicht verzog. Unser lieber Severus hatte doch am Ende nicht sogar Gefühle für seine Schülerin entwickelt? Das Mudblood wurde immer interessanter und unwiderstehlicher. Es zu schaffen, sich unter Severus‘ Eisschicht zu kämpfen, war eine ernstzunehmende Leistung. Er fauchte, während er sich abrupt erhob und nun unruhig durch den Raum tigerte.

„Ja, verdammt, sie hatte was mit ihm, vollkommen freiwillig und es ekelt mich an, daran zu denken, wie er sie in seiner Bibliothek auf dem Sofa genommen hat!“

Er lief aufgebracht weiter hin und her und schimpfe vor sich hin, doch ich unterbrach ihn nicht, obwohl mich diese neuen Informationen schon überraschten aber nicht annähernd meine Neugierde befriedigten.

„Sie hat diesen Hund doch wirklich an sich herangelassen. Freiwillig! Und offensichtlich hat es ihr auch noch Spaß gemacht!“, sprach großes Erstaunen aus meiner Stimme. Im nächsten Moment landete auch sein neues Glas schwungvoll an der Wand, weil er mit voller Wucht ausgeholt und es geworfen hatte. Ich hatte wirklich einen empfindsamen Nerv getroffen und wusste, jetzt würde er reden, daher fragte ich ungeduldig:

„Und was ist mit dir? Du hattest sie nur als Hure? Warum?“, dabei ging ich auf seinen Wutausbruch gar nicht ein.

Jetzt fuhr er aufgebracht herum und funkelte mich gefährlich an. Seine schwarzen, kinnlangen Haare umwehten sein blasses Gesicht, während ich nur ruhig verharrte.

„Ja, verflucht, dieses Biest hat mich reingelegt. Mich! Ich hab sie in einer Kneipe, im Eberkopf aufgelesen, ich war so blöd und dachte, sie wäre eine Hure! Pfff… sie hatte sich verzaubert und da hab ich sie mir genommen. Ich hätte gleich stutzig werden sollen, denn sie war komisch in ihrem Verhalten, sie war nicht auf einen Kunden aus und dann schien sie auch noch ihren Spaß daran zu haben, als ich sie in der Gasse gevögelt habe und sie ist sogar gekommen…“, ging er unerwartet tief, dabei blinzelte ich pikiert, als er schon fortfuhr: „So was tun Huren nicht bei ihren Kunden... wie konnte ich nur so dumm sein…?“, war die tiefe Verachtung für sich selbst aus jedem seiner Worte herauszuhören und das war wohl auch der Knackpunkt, er vergab es sich nicht, dass er auf sie reingefallen war.

Derart in Rage hatte ich ihn noch nie erlebt!

Diese Vorfälle schienen wirklich an seinem Ego zu knapsen und da musste noch mehr vorgefallen sein, sonst würde er nicht derart aufgebracht reagieren. Meinem Ego tat das hier jedoch sehr gut. Sie hatte nicht wirklich freiwillig mit Severus geschlafen, also zählte das irgendwie auch nicht.
Wenn ich sie bezahlen würde, könnte ich sie auch haben! Aber dann konnte ich sie alle haben, doch so wollte ich sie nicht und ich glaubte nicht, dass sie mein Geld annehmen würde, denn brauchen tat sie es an sich bestimmt nicht. Rein theoretisch könnte ich sie auch zwingen, mich ihr mit Gewalt aufdrängen, aber das wollte ich nicht und Draco hatte mich darum gebeten, dies nicht zu tun und das konnte ich, wenn auch widerwillig, respektieren!

So war es gegeben, dass ich sie erobern musste. Aber die Information, dass sie die Beine für Severus in einer Gasse in Hogsmeade breit gemacht hatte, fand ich dann doch sehr erstaunlich.

Ich hingegen wollte, dass sie mich einfach wollte und Spaß daran hatte. Ich wollte nicht, dass sie Gefühle für mich entwickelte, wie sie diese offensichtlich für Draco hatte, das wäre an sich nur hinderlich für den Spaß, den ich suchte!

Aber wenn es soweit wäre, dann würde sie freiwillig in mein Bett kommen und sich mir willig hingeben, auch wenn ich sie dazu überreden musste, mit meinen ganz eigenen Methoden.

Dieses kleine Biest reizte mich wirklich ungemein.

Ich stieß weiter in die Wunde, die Severus so untypisch entblößt hatte, denn wenn wollte ich wirklich alles wissen.

„Und dann, wie oft hattest du sie? War sie damals hinter dem Geld her? Kann sie jeder haben?“, schoss ich meine Fragen scharf hervor und er schien zu überlegen.

„Drei Mal, mehr nicht! … Dann, … dann hab ich das Mal entdeckt! Und nein, sie braucht kein Geld, ihre Familie hat Geld! Oh und nein, sie ist wählerisch, wenn würde mir nur noch Krum einfallen, mit dem sie sich hätte einlassen können, ansonsten lässt sie keinen an sich ran, nur Black, ich und Draco hatten die Ehre…“, erklang es verbittert und ungewohnt emotional von meinem sonst so gefühllosen Freund.

Was kein Geld, aber was trieb sie sonst dazu an, sich abends in Gassen herumzutreiben und doch anscheinend so wählerisch zu sein? Selbst, wenn ich über Black die Nase rümpfte, so waren doch alle ihre Erwählten aus einer puren, reinblütigen, hochangesehenen Familie gewesen und vier Männer waren jetzt auch nicht die Welt.

„Potter und Weasley?“, fragte ich geschäftig und nippte an meinem Drink, woraufhin sofort Severus‘ Haupt hochschoss und er mit der Zunge schnalzte.

„Würde mich wundern, wenn die zwei Chaoten überhaupt wissen, dass sie da unten etwas haben…“, ätzte er gewohnt gehässig und ich tadelte ihn mit einem wedelnden Gehstock.

„Severus!“

„Was? Stimmt doch! Nein, ich denke nicht, dass ihre Beziehung intim ist oder es jemals war, in dieser Beziehung würden die beiden Kinder sie langweilen!“, erklärte er nüchtern und da vertraute ich auf seine Einschätzung und nickte ergeben.

Meine Neugierde war allerdings noch lange nicht befriedigt. Ich wollte Details, schmutzige Details und so ließ ich nicht locker.

„Sie war gut, oder? Was hast du getan, als du das Mal entdeckt hast? Herrgott, Severus, lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen!“, begehrte ich ungeduldig auf.

Woraufhin er mich wütend ansah, abwehrend den Kopf schüttelte und ich erleben konnte, wie er endgültig aufgab, da seine Schultern herabsackten. Jetzt würde er mir alles erzählen, wirklich alles. Ich triumphierte und fragte weiter:

„Du hast sie nie als Hermione gefickt?“, zierte ein teuflisches Lächeln mein Gesicht.

Und jetzt bemerkte ich etwas, das ich niemals für möglich gehalten hätte, Severus ließ die Schultern richtiggehend hängen und gab wirklich komplett auf. Er ließ die Schultern nicht nur kurz hinabsacken, sondern verharrte in dieser Haltung. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn so tief getroffen hatte und vor allem nicht, dass ihm etwas so nahe ging, dass er etwas Unwahrscheinliches wie Gefühle haben könnte. Was hatte er also getan? Was hatte dieses Biest mit ihm gemacht? Zu was hatte sie ihn getrieben? Ich wartete angespannt auf seine Antwort.

„Ich habe sie... recht brutal... genommen…“, wisperte er so leise und resignierend, dass ich ihn fast nicht verstand.

Ich erstarrte bei dieser ungeheuerlichen Offenbarung, denn das hatte ich nicht erwartet. Dass der kalte, beherrschte Severus derart die Kontrolle über sich verloren hatte, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Oder hatte er es in vollem Bewusstsein ganz absichtlich und kalkuliert getan?

Dies waren die ersten Gedanken, die mir nach dieser so unglaublichen Eröffnung durch den Kopf schossen und ich sprang nun erregt auf.

„Du hast was? Wie kommst du dazu, eine deiner Schülerinnen zu vergewaltigen? Ein Mitglied meiner Familie?“, klirrte es kalt von mir, denn das war sie zu diesem Zeitpunkt gewesen!

Ich war pikiert, ach was, ich war angepisst, ich mochte keinen allzu großen Zwang beim Sex auch Severus sah dies sonst eigentlich genauso wie ich.

Wir drückten uns regelmäßig vor den abartigen Feiern der niederen Death Eater. Dies war unter meiner oder bisher auch unserer Würde. Natürlich zwang ich manchmal Frauen mit mannigfaltigen Facetten in mein Bett, aber wenn sie mal drin lagen, gab ich ihnen keinen Grund, es zu bereuen.

Na gut, die ein oder andere Dummheit hatten wir beide in unserer Jugend begangen, im ersten Krieg, aber das lag Jahre, fast Jahrzehnte zurück und natürlich, ich räume es ein, es hätte mich nicht derart irritiert oder auch erregt, wenn sie kein Mitglieder meiner Familie gewesen wäre, aber das traf auf sie nicht mehr zu!

Denn sie war ab nun eine Malfoy!

„Denkst du, ich bin stolz darauf? Es ist einfach mit mir durchgegangen. In dem Moment war ich nicht ich! Ich war durch und durch der Death Eater! Hermione, sie… ich habe erst danach wirklich kapiert, was ich getan habe und glaub mir, das Biest hat danach sogar noch provokant gewollt, dass ich weiter mache, nur um zu reizen. Ich hatte sie enttarnt, sie zurück verwandelt und sie wusste, sie war aufgeflogen und trotzdem hat sie weiter gemacht, obwohl ich ihr sichtlich wehtat. Sie hat sich nicht einmal gewehrt…“, erzählte er sehr emotional, ausführlich und sank dann zusammen.

Ich betrachtete die sonst so stolze Gestalt von Severus kühl, aber ich war nicht sauer, weil er einer Frau seinen Willen aufgezwungen hatte, nein, derart moralisch über ihn erheben würde ich mich nie, das stand mir schon lange nicht mehr zu, aber ich war entsetzt, weil er die Kontrolle verloren hatte und das auch noch bei ihr!

Severus verlor nie die Kontrolle über sich. Ich ließ mich irgendwie ermüdet in den Sessel sinken.

„Aber sie ist Dracos Freundin, wie konntest du nur?“, flüsterte ich rau, darüber schockiert, dass dies wirklich passiert war und sie es alle schafften, dies so nonchalant zu überspielen.

Nun spuckte er seine Antwort förmlich vor Hohn triefend aus.

„Und was ist mir dir? Du hast sie gebissen und du willst sie doch auch ficken! Ich sehe doch, wie du sie ansiehst. Komm mir nicht mit Moral!“, zischte er boshaft.

Ich lachte laut auf, das war ja wohl zu gut, war er etwa eifersüchtig? Ich lehnte mich entspannt in meinem Sessel zurück, überschlug die Beine lässig, gönnte mir einen großen Schluck von meinem Whiskey und antwortete dann bedächtig.

„Aber ich würde sie nie beim letzten Punkt zwingen. Wenn sie mich will, dann ist das halt so, da kann selbst Draco nichts gegen tun, aber du weißt, sie so zu nehmen, dazu hattest du nicht das Recht. In dieser Hinsicht bist du nur der dritte in der Reihe, das weißt du! Draco hat sie gezeichnet, theoretisch gehört sie ihm, wobei ich immer noch einen Anspruch habe und erst dann kommst du, falls sie dich will…“, kam es zum Schluss autoritär von mir und das verwies ihn auf seinen Platz.

„Pah, wir müssen eher aufpassen, dass sie uns nicht alle nach ihrer Pfeife tanzen lässt, Lucius. Du verkennst sie! Sie ist gefährlich! Sie hat sich Draco schon vollkommen vereinnahmt, er merkt es noch nicht, will es nicht zugeben, aber sie hält die Zügel in der Hand und er tut, was sie will. Und das ist ja nicht alles, sie ist nicht nur interessant, sie ist hintertrieben, listig und wirklich gefährlich. Sie ist noch jung, aber wenn sie sich weiter so rasant entwickelt, kann sie locker mit uns mithalten, Lucius. Ich habe gesehen, wie mächtig sie ist, das geht weit über das hinaus was sie jetzt können dürfte. Sie ist unvorstellbar intelligent und schrecklich schlau, aber sie kann noch viel mehr, sie ist einzigartig…“, erklärte mir Severus erstaunlich involviert und eindringlich, aber das machte sie nur noch reizvoller, interessanter und Severus schwärmte fast von ihr, wäre nicht sein böswilliger Ton gewesen, der seine Beschreibung untermalte.

Sie gehörte zu meiner Familie, langsam begriff ich, was Draco in ihr gesehen hatte, Macht und Stärke, die wir gut brauchen konnten.

Ich lachte trocken, verächtlich auf und prostete ihr imaginär zu.

„Severus, du willst mir doch nicht weißmachen, dass wir, gestandene, erfahrene und kampferprobte Männer, es nicht mit dieser kleinen Wildkatze aufnehmen können, oder? Sie ist noch eine Schülerin, ein an sich dummes Ding, begehrenswert und hübsch, aber wir sind Death Eater! Die wichtigsten überhaupt, die Rechte und Linke Hand des Dark Lords!“, tat ich seine Worte lapidar ab.

„... Wenn sie Draco noch umgarnen kann, ja, der ist noch viel zu anfällig und jung und unerfahren, aber uns doch nicht. Du darfst dich nicht so gefühlsmäßig einfangen lassen, Severus, aber das brauche ich dir ja nicht zu sagen, gerade du bist doch nie mit Gefühlen involviert. Sie ist ein nettes Spielzeug und wenn ich sie erst mal im Bett hatte, sehe ich weiter, vielleicht habe ich ja dann auch schon kein Interesse mehr an ihr, in dieser Hinsicht, dann kann Draco sie gerne wieder haben, ganz für sich alleine!“, erklärte ich ihm nonchalant, dabei schenkte Severus mir fast ein zynisches Zähnefletschen wegen meiner Einschätzung.

Ich verstand seine Einstellung nicht , denn ich spürte zwar deutlich, dass sie mächtig war, aber mit uns würde sie jetzt noch nicht mithalten können, davon war ich überzeugt. Severus übertrieb schamlos.

Ich sah, dass Severus nur ungläubig den Kopf schüttelte.

„Lucius, sie ist nach Draco die zweite Instanz in Slytherin! Sie beherrscht das Haus, wenn er nicht da ist und selbst wenn, dann steuert sie ihn, oder er auch sie, da du auch Draco unterschätzt, bei den beiden kann man sich nie sicher sein. Verkenne die zwei da bloß nicht und somit hat sie durch ihn immer noch die Fäden in der Hand und dabei ist sie nicht mal eine Slytherin. Sie hat den Posten, den bisher Zabini als Dracos Rechte Hand innehatte, längst übernommen!“, warnte er mich eindringlich.

Nun war ich wahrlich überrascht, das konnte doch gar nicht sein, die Slytherins würden sich niemals von einer Gryffindor etwas sagen lassen. In dieser Frau musste wahrlich viel stecken und ich war gewillt rauszufinden, was es war. „Wenn sie was sagt, dann kuscht Slytherin!“, resümierte Severus widerwillig.

„Aber wie?“, fragte ich konsterniert. Ich erlebte nun, dass Severus diabolisch grinste.

„Nun, sie ist eine ausgezeichnete Verwandlungskünstlerin und dein Sohn hat sie in ihrer Tarnung in die Schlangenkerker gebracht und sie zur „ Untouchable“ erklärt. Er hat den Slytherins eingebläut, dass sie zur Familie Malfoy gehört und sie diese zu respektieren haben. Nur Blaise Zabini traut sich, sie anzusprechen. Sie hatte den Respekt zuvor schon, durch Draco, aber mittlerweile haben die Slytherins wirklich Angst, sie erzittern regelrecht vor ihr, vor Abraxina! Es ist jämmerlich…“, spuckte er den Namen verächtlich aus.

„Abraxina?“, echote ich ungläubig, erneut hatte er mich kalt erwischt. Was hatte sie getan um sich unter den kalten, so schwer lenkbaren Slytherins Respekt zu verschaffen? Für Angst zu sorgen, das war nicht einfach. Wobei mich aber die Namensgebung erst mal mehr schockte.

„Unfassbar, nicht wahr! Aber Draco scheint noch immer seinem verstorbenen, selten bis gar nicht gesehenen Großvater Abraxas nachzutrauern, indem er seiner gedenkt!“, schnarrte Severus gehässig und prostete in die Luft, aber ich wedelte nur gleichgültig ab, da mich etwas anderes noch viel mehr interessierte, vor allem, da Draco eigentlich nicht mal wusste, dass Abraxas verstorben war, gesagt hatte es ihm jedenfalls niemand. Severus grinste süffisant und wechselte vollständig das Thema.

„Sie hat einen Cruciatus an Parkinson geübt und ich denke, er war recht wirkungsvoll!“, erklang es sehr hämisch von Severus, der sichtlich in Erinnerungen schwelgte.

Er schmunzelte fies und sie wurde von Mal zu Mal interessanter, je mehr unglaubliches ich über sie erfuhr, desto unwiderstehlicher wurde sie. Diese Frau war wirklich ein Mysterium, aber es schockte mich doch schon etwas, dass sie so viel Kraft und Stärke hatte und das, wo sie nur ein einfaches, gewöhnliches Mudblood war.

Hinzu kam, nun hatte ihr mein Sohn auch noch mehr Macht gegeben und sie in meine Familie aufgenommen. Wie war er nur auf diese Idee gekommen? Hatte er nur ihre Kraft gesehen? Was hatte Draco getrieben, denn Malfoys taten nie etwas selbstlos, es gab immer Gründe und dass wir einfach immer Macht anhäuften war sicher nicht ausreichend als Grund.

Severus erhob wieder seine Stimme und ich brauchte ihn nicht ansehen, mein Blick war starr ins Feuer gerichtet, weil ich nachdachte. Ich grübelte intensiv, aber ich hörte, wie ungläubig amüsiert er soeben war.

„Du hättest sehen müssen, wie sie in den Gemeinschaftsraum der Slytherins gerauscht ist, in ihrer Tarnung und herrisch nicht nur die Slytherins angefahren hat, sogar Zabini, sondern auch mich. Mich! Kannst du dir das vorstellen? Wie sie mir sagt, ich solle warten und das vor allen und ich konnte nichts dagegen tun… manchmal könnte ich deinem Sohn dafür den Hals umdrehen, dass er sie aufgenommen hat. Als er sie nur gevögelt hat, sie bestenfalls seine Freundin war, konnte ich sie wenigstens noch bestrafen, aber das hat ihr nicht mal was ausgemacht. Sie erträgt alles immer mit erhobenem Haupt, wenn es nicht so absolut ärgerlich wäre, könnte man sie dafür bewundern. Behalte einfach im Hinterkopf, dass sie nie so harmlos ist wie sie wirkt und hinter allem was sie tut Berechnung steckt. Sie ist ein eiskaltes Biest. Ich denke, ihre einzige Schwachstelle ist Potter, … vielleicht auch Draco!“, zuckte er abwertend mit den Schultern, während seiner Einschätzung, außerdem verzog er den Mund als hätte er auf eine sehr saure Zitrone gebissen.

„Was ist mit ihren Eltern?“, fragte ich urplötzlich und runzelte die Stirn. Was war mit diesen Muggeln? Ich hatte sie bisher vergessen, aber sie musste Eltern haben. Ich dachte, mich sogar erinnern zu können, sie vor langer Zeit einmal zusammen mit den Weasleys und ihren Eltern in der Diagon Alley gesehen zu haben.

„Keine Ahnung, ich denke nicht, dass die von Belang sind!“, kam es kalt von Severus, aber mit seiner abwehrenden Haltung vermittelte er den Eindruck, als würde ich da wieder auf Granit beißen. Bis ich ihn wieder soweit haben würde, dass er mit der Sprache rausrückte, würde es zu spät sein. Nein, für heute war es genug. Ich würde es schon noch erfahren, warum ihre Eltern so außen vor waren.

Das waren mehr Neuigkeiten für einen Abend als ich erhofft und gravierendere als ich vermutet hatte. Wenn ich mir so etwas gestatten würde, wäre ich wohl schockiert gewesen. Was hatte sie dazu getrieben, so zu werden?

Vielleicht hatte Severus doch recht, ich würde sie auf jeden Fall im Auge behalten und ich hatte schon einen Plan, wie ich sie noch mehr auf meine Seite ziehen konnte, sie von mir zu überzeugen, sie zu umgarnen, sodass sie mir nicht mehr widerstehen konnte.

So wie Draco beim Frühstück reagiert hatte, war er sicher nicht kalt geblieben, als er von Severus‘ Tat erfahren hatte, das würde ich noch für mich nutzen. Ich erkannte eine Chance, wenn sie vor mir lag. Ich hatte für heute genug gehört, alles andere würde ich das kleine Mudblood selber fragen müssen und sie würde mir Rede und Antwort stehen, dafür würde ich schon sorgen. Mit einem leichten Winken meiner Hand, während ich noch in den Kamin starrte und einem kurzen „Du kannst gehen, Severus, das wäre es für heute. Du bleibst, wir sehen uns morgen beim Frühstück“, entließ ich Severus lässig, der daraufhin wirklich den Raum verließ. Das ließ mich kurz verwundert aufblicken, da dies nicht seine gewohnte Art war. Er konnte es nicht ausstehen, wenn ich ihn so behandelte, aber Hermione schien Severus wahrlich zu beschäftigen, tja und nicht nur ihn, sondern auch mich.

Lucius Sicht ende

Severus Sicht

Sehr viel mehr als Lucius vor diesem verschlagenen Biest warnen konnte ich auch nicht tun, auch wenn ich eindeutig gesehen hatte, dass Lucius das nicht richtig ernst nahm.

Er maß dieser Warnung nicht die Bedeutung bei, die ihr gebührt hätte, denn eins hatte ich schon vor langer Zeit durchschaut, ich wusste zwar nicht, was für Pläne das Biest verfolgte, aber sie verfolgte sie. Und ein Mann wie Lucius, der immer weiter in ihre Falle glitt, ihr immer mehr zu verfallen drohte, da er sie und ihre Anziehungskraft und ihr unglaubliches Repertoire , über das sie verfügte und mit dem sie beeindrucken konnte, nicht einmal im Ansatz überblicken konnte, das war gefährlich.

Genau, einmal wollte er sie in seinem Bett haben und dann hätte er genug und würde sie wieder großmütig Draco übergeben, da er keinen Gefühle hätte, dass ich nicht lachte, hierbei entwich mir ein sarkastisches Schnauben, auf dem Weg in meine Gemächer in Malfoy Manor. Dieser Mann konnte so weitsichtig sein und hier war er so blind, wie leider auch ich es zu Anfang gewesen war.

Aber ich wusste, sollte sie sich auf ihn einlassen, wäre das keine einmalige Sache, oh nein, Hermione hatte etwas, das gerade uns fesselte, sie bot alles was wir genossen, bewunderten und besitzen wollten. So wie ich sie kannte, würde sie alles tun um ihm zu entwischen. Der gute Lucius würde noch verrückt werden, aber sie würde die Beine bei ihm geschlossen halten, als würde sie einen Keuschheitsgürtel tragen. Das war die beste Möglichkeit, Lucius zu kontrollieren und das wusste das Biest bestimmt schon längst und sie würde dieses Spiel, das Lucius zu spielen bereit war, auch noch genießen.

Aber noch mehr sagen und warnen konnte ich ihn nicht, das ließ dieser vermaledeite Zauber, den sie erfunden hatte, nicht zu und dann musste Lucius, der alles immer besser wusste, halt selbst sehen wo er blieb.

Ja, nicht zu fassen, ich kam immer noch nicht darüber hinweg, dass sie derart komplexe Zauber erfand. Sie, eine Person, die erst mit 11 Jahren überhaupt von der Existenz dieser Welt erfahren hatte und nun schon die meisten reinblütigen Zauberer vom Können her weit hinter sich ließ. Die wenigsten Hexen und Zauberer entwickelten in ihrem Leben einen Zauber, geschweige denn so einen und das war nicht der einzige, das wusste ich so sicher, wie dass der Dark Lord wieder auferstanden war.

Eins wusste ich nur zu gut, als ich die Tür meines Zimmers schloss, ich hatte Kopfschmerzen dank ihr und es würden nicht die letzten sein, dank ihr!

Toll, ich freute mich auf morgen, ganz toll und ab Donnerstag durfte ich sie wieder trainieren und mir hatte Lucius‘ teuflisches Grinsen nicht gefallen, daher durfte ich auch noch aufpassen, ganz klasse…

Snapes Sicht ende


Zuletzt von queenie am Do Okt 03, 2013 10:08 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: 104. Testament   Do Feb 09, 2012 2:59 am

104. Kapitel Testament

Ich stand vor dem Schrank und starrte mit einem gewissen Unglauben auf die Massen von Kleidung und konnte mich nicht entscheiden, was man zu so einem Anlass trug.

Schwarz… okay, und was konnte ich hiervon anziehen? Nein, ganz schwarz gehörte zur Beerdigung. Ich wollte kein schwarz, nein, das hätte er nicht gewollt und dann fand ich es ganz plötzlich.

Es war ein luftiges Kapuzenkleid, das würde mir den Umhang ersparen, denn ich wollte bei dem Wetter keinen tragen, da hätte ich mich eingeengt gefühlt. Die Farbe war ein gedecktes Petrol und es war ein schlichtes Wickelkleid mit kleinen Ärmchen, etwas über das Knie fallend in der Länge und die Kapuze würde gut mein Gesicht verdecken, da sie weit ins Gesicht hereinfiel. Perfekt, dazu band ich meine Haare locker hoch. Komplettiert wurde das Ganze von Pumps in derselben Farbe wie das Kleid. Sie hatten nur einen kleinen Absatz und ich hatte diese mit Bedacht gewählt, da ich es schon vor mir sah, wie ich Snapes ausufernden Schritten hinterherjagen durfte. Mit einem dezenten Makeup würde ich sehr edel wirken und dem Anlass angemessen gekleidet sein.

Als ich aus der Tür kam, nahm mich Draco bei der Hand und drehte mich bewundernd vor sich hin und her:

„Du siehst fantastisch aus, Liebling, eine Zier unseres Hauses, schlicht, aber edel! Wie fühlst du dich heute?“, lobte er mich, dabei zeigte er sich gleichzeitig sehr besorgt und legte mir eine Hand an die Wange. Göttin waren sich die beiden ähnlich!

„Schön, dass ich dir gefalle… sehr gut, der Tag in großer Ruhe hat gut getan, nun kann ich wieder Bäume ausreißen!“, bekräftigte ich, während wir händchenhaltend losgingen.

„Geht es oder belastet es dich, dass du da heute hinmusst?“, fragte er widerwillig nach. Es passte ihm immer noch nicht.

„Nein, keines davon! Ich bin eigentlich eher froh, dass ich diese Geschichte nun endgültig abschließen kann!“, erklärte ich bekräftigend, während ich ihn zu beruhigen versuchte.

„Verstehe, das meine ich wirklich und ich weiß, dass ich letztens wegen Black überreagiert habe. Auch für mich ist die Situation gewöhnungsbedürftig…“, räumte er entschuldigend ein. Wow, das hatte ich nicht erwartet und so griff ich seinen Arm fester.

„Draco, lass uns darüber nicht mehr reden, vergeben und vergessen… ich hätte da noch eine kleine Bitte. Ich müsste mit dir heute Abend verschwinden, denn ich will ihn ins Cottage bringen!“, flüsterte ich verschwörerisch, als wir auf dem Weg zum Frühstück die Flure entlangliefen.

„Ähm, okay, war ja so abgemacht, dass du ihn holst, natürlich! Ich begleite dich. Ich warte unsichtbar draußen, wenn ihr rauskommt appariere ich und werde die anderen in den Garten bringen, von dem du mir so vorgeschwärmt hast, damit du Zeit hast, mit ihm zu reden und ich meinen Auftritt bekomme. Ich glaube, ich habe die ganze Zeit keine so gute Laune gehabt, wie ich sie gerade bekomme! Danke, Hermione“, zog er mich gutgelaunt auf. „Ich werde Vater kurz bevor wir gehen darüber informieren, dass wir die Nacht außer Haus verbringen!“, perfektionierte er unseren Plan.

„Danke dir, Draco und ich glaube auch, dass der Abend so einige Überraschungen bereithalten wird!“, raunte ich mit Unbehagen, denn auch ich war gespannt und aufgeregt, zusätzlich sorgte ich mich ein wenig, wie Harry reagieren würde. Ob er mir vergeben würde?

„Er wird durchdrehen, aber darauf freue ich mich echt!“, kam Dracos gehässige Seite voll zur Geltung.

Ich stöhnte laut bei Dracos Aussage auf, weil sich zwischen den beiden sicher nie etwas ändern würde. Unterdessen traten wir durch die Flügeltüren und auf die üppig geschmückte Tafel zu. Kurz hielten wir an, als wir den wie immer dunkel gewandeten, miesepetrig schauenden Snape ausmachen konnten, der an der rechten Seite von Lucius saß. Lucius hingegen trug heute Silbergrau und seine Haare waren zu einem Zopf geflochten. Ich erstarrte förmlich, als ich das maliziöse Lächeln bemerkte, das Lucius zur Schau trug.

Verdammt aber auch, er hatte Snape erwischt und durch die Mangel gedreht, da war ich mir sicher, so genervt wie der gute Professor aussah.

Da hatte ich gleich schon wieder gute Laune, aber zum Glück fühlte ich mich heute wieder voll auf der Höhe, das Spiel mitmachen zu können und durfte erkennen, dass dies keine Sekunde zu früh passierte. Der große Blonde hatte schon wieder neue Informationen mich betreffend erhalten, dank unserem Plappermaul, wie ich Snape gerade gehässig in Gedanken nannte. Ich gönnte ihm alles, was ihm in Lucius‘ gierigen Klauen widerfahren war.

„Guten Morgen, bitte nehmt doch Platz! Warum seid ihr so gut gelaunt?“, bat Lucius sofort höflich und zeigte seine Zähne, wie ein Tier, das seine Beute gefunden hatte.

„Guten Morgen!“, antworteten wir beide brav. Als wir schließlich saßen, konnte ich die Spannung regelrecht mit dem Messer schneiden, auch Draco wusste, was es bedeutete, dass Snape der geartet dasaß.

„Professor Snape…“, wollte ich beginnen, als mich Lucius mit einem affektierten Schnalzen unterbrach.

„Tse… nein, Hermione! Dies ist für dich Severus, es wäre doch eine Farce, würdest du ihn weiter mit seinem Nachnamen ansprechen!“, befahl er überheblich und ich schluckte.

Aber dann reckte ich mich noch ein Stück mehr und wollte Lucius zeigen, dass ich mich nicht so leicht würde niedermachen lassen.

„Nun, wenn Sie das wünschen, Lucius! Severus, ich hoffe, es stört dich nicht?“, meinte ich sehr punktiert und duzte ihn auch gleich noch sehr forsch.

Dabei hatte ich nun meinen Blick stur auf die schwarze Gestalt gerichtet, welche die Lippen zu einem dünnen Strich zusammenpresste, aber zu meiner Überraschung nickte er nur knapp. Währenddessen lehnte sich Lucius lässig gegen die Stuhllehne und gab sich recht autoritär, als würde er uns alle an Fäden halten und er wäre der große Marionettenspieler. Ich trank meinen Kaffee und knabberte lustlos an meinem Toast, da ich nicht viel Hunger hatte.

„Ich hatte gestern ein sehr informatives und überraschendes Gespräch mit Severus! Hermione, dann sind wir uns ja schon im Geköpften Henker begegnet. Dort durfte ich dann wohl deine Schauspielkunst kennenlernen, als du mir so glaubhaft vorgespielt hast, dass du ein Kind hast, Hut ab! Du bist gut!“, lobte er überheblich, dabei beobachtete er mich wie ein Raubtier, woraufhin ich leicht zu kichern begann, was sowohl Severus als auch Draco mich erstaunt ansehen ließ.

„Danke, Lucius, aber ich perfektioniere meine Kunst seit jüngster Kindheit!“, gab ich gerne Auskunft und nahm das Lob als Kompliment. Dies schien Lucius mehr zu verwirren, denn mit dieser lässigen Reaktion hatte er nicht gerechnet und ich wirkte überlegener als mit jedem empörten Aufbrausen.

Snap… Severus wirkte, als würde er denken, „wusste ich es doch“, sie provoziert mal wieder absichtlich und Draco verkniff sich sein Schmunzeln regelrecht heldenhaft.

„Nun, erfreulich…“, wollte Lucius pikiert aussehend weitermachen, als sich Snape schwungvoll erhob.

„Ich denke, wir sollten nun aufbrechen!“, fuhr er kühl dazwischen.

„Aber der Termin ist doch erst später!“, merkte Lucius konsterniert an.

„Lucius, wie du dir denken kannst, wollte ich noch einige Dinge besorgen und da du sie mir aufs Auge gedrückt hast, entscheide ich, wann wir gehen! Also, entschuldige uns!“, erklärte er recht barsch und wenig kompromissbereit.

Ich musste ja eines zugeben, wenn Sna… Severus so war, dann konnte ich ihn glatt mögen. Er rettete mich aus dieser peinlichen Lage.

Also erhob ich mich sofort und nickte. Die Herren des Hauses erhoben sich auch, Mann, wie mir dieses vornehme Getue auf die Nerven ging. Ich knickste Lucius eilig zu und wandte mich an Draco, der mir die Stirn küsste und mir die petrolfarbene Kapuze fürsorglich über das Haar zog und mir ein schönes Lächeln schenkte.

Das schien dem Professor entschieden zu langsam zu sein, da er schon an der Tür stand und nun grollend rief:

„Komm, ich habe nicht ewig Zeit und Draco wird es überleben!“ Ich sah nur noch schwarze Roben wallen, denn er eilte mir mit großen Schritten voraus, sodass ich ihn fast nicht mehr einholte.

„Professor Snape, so warten Sie doch!“, rief ich, als er aus dem Eingangsportal auf die Auffahrt mit dem großen Brunnen trat, dann fuhr er in seinen aufbauschenden Roben herum. Er trug heute einen schmal geschnittenen, ärmellosen Umhang, unter dem seine Jackenärmel hervorragten, sodass er die Hände trotzdem in den Falten der Robe verbergen konnte.

„Willst du mich beleidigen, Hermione?“, schnarrte er ölig, wie eh und je.

„Nein, Sir! Bitte, ich verstehe nicht!“, kam es atemlos, aber ruhig von mir.

„Du hast die Erlaubnis, mich bei meinem Namen zu nennen! Dann tue es auch!“, fuhr er energisch fort, ach, Mist, Draco hatte mich ja gewarnt, dabei schielte ich in seine missbilligend verzogene Miene.

„Entschuldige… Se… Severus, ich war mir nicht sicher, ob es Ihnen, dir recht ist, da dies Lucius‘ Intention war!“, entschuldigte ich mich wortgewandt und sah ihn fragend an.

„Er hätte es nicht getan, wenn er nicht wüsste, dass es mir recht ist, nun komm!“, knurrte er knapp und wollte schon in irrem Tempo weiter eilen.

„Aber Sir… äh, Severus, wenn wir da sind sollte keiner mitbekommen, dass wir zusammen da sind! Das wäre kontraproduktiv!“, gab ich rasant zu bedenken, während ich ihm hinterher hetzte und meiner Voraussicht bezüglich meiner Schuhwahl, dankte.

„Da stimme ich dir zu!“, sagte er lässig im Gehen.

„Auch werde ich versuchen, Harry kurz zu sprechen, wenn es geht. Es wäre am besten, wir machen einen Treffpunkt aus…!“, entgegnete ich diplomatisch und kam nun endlich neben ihm an, wobei er mich taxierend von oben bis unten anstarrte.

„Wie recht du hast! Wehe dir, du lässt mich zu lange warten! Du kennst doch den Geköpften Henker? Gut, dann ist dies unser Treffpunkt!“ Autsch, das tat weh, da er dies sehr hämisch sagte und irgendwie grinste er sehr fies. Ich wusste, er konnte nicht unter die Kapuze schauen, da ich den Kopf gerade gesenkt hielt, aber die Erinnerungen blitzten trotzdem auf, doch ich nickte zustimmend, ohne zu zögern. Auch wenn er zu provozieren versuchte, wenn man bedachte, was mir dort zugestoßen war, oder besser auch „wer“, würde ich mich trotzdem nicht von ihm kleinkriegen lassen.

„Komm“, hielt er mir nun seinen gut eingepackten Arm entgegen und ich fasste beherzt danach, ließ mich von ihm apparieren, sodass wir in einer Seitengasse in einem entlegenen Winkel der Diagon Alley auftauchten.

Als er sich nicht gleich rührte, blickte ich fragend zu ihm auf und sah seinen überlegenden Blick auf mir liegen. Sofort legte ich den durch den Stoff geschützten Kopf schief.

„Pro… Severus?“, fragte ich unsicher und er hatte nun seine Hand bestimmt auf meine gelegt, sodass ich sie nicht von seinem Arm lösen konnte, dabei überlief mich eine gewisse Gänsehaut, auch wenn ich mir nichts anmerken zu lassen versuchte.

„Das könnte unschön werden, da drin! Unter Anbetracht, was du mit ihm angestellt hast!“, erinnerte er mich an das Ende meiner Beziehung zu Sirius aber auch daran, dass sie alle von Sirius und mir nichts wussten und äußerte seine Bedenken recht offen.

„Ich weiß, aber ich hatte die letzten Tage Zeit, mich zu rüsten, um den eventuellen Vorwürfen gewappnet gegenüberzustehen. Sagen wir mal so, ich bin auf alles vorbereitet, es wär nur hilfreich wenn Sie… du mir vertrauen würdest, Severus und wir uns an den Plan halten, uns erst später alleine im Pub zu treffen“, entgegnete ich ihm überlegt und versuchte, Reife auszustrahlen, auf dass er mir vertraute.

„Du bist wie immer erstaunlich gefasst und kalt!“, resümierte er feststellend, dabei taxierte er mich und hob minimal eine Augenbraue.

„Ich versuche nur, realistisch und pragmatisch zu sein und das nehme ich jetzt als Kompliment, Severus!“, meinte ich kokettierend, ehrlich und erhielt nur ein dunkles Knurren.

„Du gehst vor, ich folge dir und vergiss nicht, dich zu benehmen! Lucius wird von mir einen Bericht erwarten und es würde ihm nicht gefallen, wenn der Ruf der Familie leiden könnte. Seine Repressalien würden dir nicht behagen!“, warnte er mich noch eindringlich, aber das brauchte er nicht, das wusste ich auch so, ich war ja nicht von gestern und dass mit Lucius nicht zu spaßen war, das war gewiss.

„Danke für die Warnung. Ich werde sie beherzigen, auch wenn keiner weiß, dass ich der Familie Schande bereiten würde, nicht wahr?“, kicherte ich affektiert auf, um dann sanft meine Hand hervorzuziehen und einem spontanen Impuls folgend, weil er mich gewarnt hatte, ging ich auf die Zehenspitzen und hauchte einen raschen Kuss auf seine blasse Wange, was ihn sofort erstarren aber mich befriedigt schmunzeln ließ. Ich hatte es diesmal geschafft, ihn zu überraschen und aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Ich wandte mich ab und ging die schummrige Gasse entlang. Um zehn würde die Eröffnung sein, nun war es halb und Snape wollte noch die Zeit nützen, um etwas zu kaufen, daher steuerte ich zielstrebig Gringotts an.

Ich würde die halbe Stunde ebenfalls für meine Belange nutzen, denn ich wollte herauszufinden, wer das Testament verlesen würde und da mich niemand unter der Mütze erkannte, lief ich die weißen, in der Sommersonne glitzernden Treppenstufen zur Bank frohgemut hoch und warf noch im Laufen einen raschen Blick auf das aufwendig gestaltete Schaufenster von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze.

Der Scherzartikelladen der Twins befand sich in einem windschiefen, schmalen Haus mit der Nr. 93, in der Diagon Alley. Es fügte sich nahtlos an die anderen schiefen und krummen Häuser an. Ich registrierte, dass die Front des Weasleygeschäfts knallrot gestrichen und das Schaufenster grell und üppig gestaltet war und davor konnte ich ganz viele karottenrote Köpfe ausmachen. Okay, was machten Ron und Ginny auch hier, fragte ich mich irritiert, während ich den Wachkobolden ein sanftes Neigen meines Hauptes zukommen ließ.

Tja, zwei Tage im Manor und es ging mir ins Blut über und so schritt ich in die prachtvollen Hallen des Geldhauses.

Ich kannte den Weg und ich konnte das bestimmte Klackern meiner hohen Schuhe auf dem Marmor vernehmen, als ich an einen Schalter trat.

„Was kann ich für Sie tun, Mrs.?“, kam es irgendwie recht hämisch von dem kleinen Giftzahn hinter dem Tresen.

„Ich möchte gerne zu dem zuständigen Bearbeiter, der heute das Testament von Sirius Black verliest!“, forderte ich gesichtslos unter meiner Kapuze, aber durchaus mit harter Tonlage.

„Dies ist Mr. Rangok! Er hat leider davor keine Zeit!“, knurrte der kleine Mann wenig freundlich und funkelte mich mit zu Schlitzen verzogenen Augen an.

„Oh, Rangok, er macht es, wie erfreulich! Für mich hat er Zeit, melden Sie mich!“, befahl ich in scharfem und harschem Ton, dabei wurde deutlich, dass er nicht in die Gänge kommen wollte.

„Jetzt!“, zischte ich nun in bester Sna… Severus-Manier los und alles an mir schien meine Entschlossenheit zu suggerieren, als ich ihm kommentarlos meinen Schlüssel vorlegte, der mich für Rangok identifizieren würde.

Ich durfte daraufhin beobachten, wie der Kobold verärgert ob der schroffen Behandlung mit hässlich verzogener Miene abzog und verschwand.

Nach kurzer Zeit erschien er wieder und winkte mich missmutig durch die Tür.

„Mr. Rangok erwartet Sie!“, ätzte er böse, drückte mir den Schlüssel in die Hand, zeigte auf eine Tür und war weg. Sehr höflich, dieses Männchen, mit dem hatte ich nicht den richtigen Ton gefunden.

Ich klopfte bestimmt an und trat danach eilig ein.

„Mr. Rangok, wie erfreut!“, meinte ich auch schon aufrichtig und beobachtete, wie sich ein verschlagenes Lächeln auf seinen Zügen zeigte und seine so spitzen Zähne wie bei einem liebenswürdigen Haifischlächeln aufblitzten.

„Miss Granger, wie erfreulich! Kommen Sie doch herein, für Sie habe ich doch immer Zeit, vor allem sind Sie auch geladen, da können Sie gleich hier warten!“, erwiderte er geschäftig über meine respektvolle Verbeugung hinweg und ich nahm dankend Platz, ließ aber die Kapuze auf.

„Danke für das Angebot, das freut mich sehr, ich wollte fragen ob… nun, Sie wissen schon…!“, war es mir unangenehm, mein Anliegen klar zu umreißen, aber bei dem wie immer so schlauen, kleinen Kobold blitzte das Verstehen auf, woraufhin er mir eilig zunickte.

„Aber natürlich, Miss Granger! Sie sind wohl gelandet und alles läuft zur vollsten Zufriedenheit, von der finanziellen, wie von der privaten Seite, könnte es nicht besser laufen, wenn es das war, was Sie wissen wollten!“, fragte er eifrig nach und bestätigte mir meine Hoffnung, dass es meinen Eltern in ihrer neuen Heimat gutging.

„Danke, genau dies war meine Intention! Gut, sehr gut. Was schulde ich Ihnen noch für Ihre Dienste?“, fragte ich höflich und verfolgte, wie er betriebsam in seinen Unterlagen blätterte und wühlte.

„So… haben Sie schon einen Informationsüberblick von dem Anwalt, zwecks der Lebensversicherungen erhalten?“, wollte er eifrig erfahren, während er suchte.

„Ähm, nein, noch nicht, Sie?“, zeigte ich mich perplex.

„Ja, aber nur eine kurze Benachrichtigung, dass der Antrag auf Auszahlung von Ihrem Anwalt, Miss Granger, eingereicht wurde!“, meinte er lapidar, dabei blickte er gar nicht auf und ich zuckte mit den Schultern.

„Mhm, gut, das ist gut. Wie gesagt, über eine Eule bin ich gut zu erreichen“, war ich zufrieden.

„Ah, also ich habe es gefunden und ich habe alles detailliert aufgeführt… was wir Ihnen für Dienste geleistet…“, gab er sich diensteifrig, bis ich ihn eilig unterbrach.

„Mr. Rangok, Sie brauchen mir das jetzt nicht aufzugliedern! Ich glaube, dazu fehlt uns die Zeit, sagen Sie mir die Summe!“, bat ich ihn nüchtern, wobei er mich kurz skeptisch anblickte, aber dann warf er doch einen Blick auf die Uhr, nickte knapp und gab mir stumm recht.

„Nun, ich würde sagen 500.000 Galleonen! Dies sollte eine angemessene Bezahlung für die Mühen von Gringotts sein!“, bot er hinterlistig an und wie immer würde ich auch bei dieser doch horrenden Summe nicht zu feilschen beginnen, nicht hier, nicht mit den Goblins, die ja im Prinzip so viele meiner Geheimnisse kannten.

So nickte ich nur zustimmend und beugte mich rasch zu der Blutfeder, die in ihrem Halter stand, was er verwundert, da er die Stirn runzelte aber auch sichtlich wohlwollend, zur Kenntnis nahm, was wiederum mich schmunzeln ließ.

„Was, Mr. Rangok, ich werde nicht feilschen! Sie haben fantastische Arbeit geleistet und alles, was so vorzüglich ausgeführt wird wie Ihre Arbeit, ist nie umsonst, so zahle ich gerne diesen Preis!“, erklärte ich mein Handeln, dabei zauberten meine so salbungsvollen Worte ein seliges Lächeln auf das hämische Gesicht des Kobolds, was ihn seltsam surreal aussehen ließ, da dieser Ausdruck so gar nicht zu diesen Wesen passte.

„Es ist immer wieder ein Vergnügen, mit Ihnen Geschäfte zu machen, Miss Granger, meine Verehrung!“, setzte er ungewohnt galant hinterher. Ja, ich sollte nach der Schule in das Bankwesen wechseln, so gut wie ich mit den Kobolden zurechtkam, dachte ich süffisant und unterschrieb das mir nun von Rangok hingeschobene Dokument schwungvoll mit meinem Blut. Ich musste bei der Summe schon schwer schlucken, aber wie gesagt, das war es mir wert, denn Vater und Mutter waren in Sicherheit, das musste es mir wert sein.

„Da fällt mir noch etwas ein, am Montag wurde ich überraschend zu unserem Direktor gerufen. Ich vertraue Ihnen dies nun an, Miss Granger! Mr. Malfoy Junior war da, für sein jährliches Gespräch und er hatte nach mir gefragt, er wollte mich kennenlernen. Das war ungewöhnlich, denn die Malfoys sprechen nur mit dem Direktor, Sie verstehen? Nun, er hat sich erkundigt… nach Ihnen, nach Ihren Anlagen und versuchte, mich in die Mangel zu nehmen. Ich habe natürlich nichts gesagt, aber ich wollte Sie informieren, dass von dieser Seite Interesse an Ihnen bekundet worden ist!“, erzählte er mir mit verschwörerisch leiser Stimme und ich erstarrte vor Schreck, ob dieser Offenbarung.

Ich wollte nicht, dass Rangok Ärger bekam. Er durfte Draco unter keinen Umständen verärgern, dann konnte er ungemütlich werden und das hatte Rangok nicht verdient. Er sollte nicht aufgrund von Unwissenheit in die bösartigen Fisimatenten meiner neuen Familie hineingezogen werden, das wäre nicht fair gegenüber diesem Wesen, das mir in vielen Lebenslagen sehr geholfen hatte und ohne das einige meiner Pläne nahezu unausführbar für mich gewesen wären.

So unterbrach ich ihn mit einer bestimmten Geste und erhob mich, zielte mit dem Zauberstab auf meinen Bauch und sprach: „Invisus Lemma“, und schon wurde der Stoff an meinem Bauch an dieser Stelle durchsichtig. Ein rundes Loch bildete sich und offenbarte das Zeichen der Malfoys, das in meine Haut auf ewig eingebrannt war.

Rangok stieß einen erstickten, für einen Kobold völlig untypischen Schrei der Überraschung aus und als ich aufblickte, sah ich, wie er seine Hände in die Tischkante krallte und kurz vor einem Herzinfarkt schien, so wie er durch und durch entsetzt, mit weit offenem Mund zu mir blickte.

„Das… das… Miss… Malfoy! Eine Tochter des Hauses!“, stotterte er erschüttert, dabei bescherte ich dem Armen den Schock seines Lebens, wie es schien.

„Mr. Rangok, dass dies keiner wissen darf, ist klar!“, strich ich mit meinem Finger über das Mal, „aber wenn Draco etwas über meine finanziellen Mittel wissen will, sagen Sie es ihm, legen Sie sich nicht mit ihm an, er hat das Recht dazu, ebenso wie Mr. Malfoy Senior…“, presste ich widerwillig hervor, aber was blieb mir anderes übrig?

„Natürlich, Miss Gra… Malfoy… natürlich, Sie sehen mich nur erstaunt. Das letzte Mal, dass dieses Ritual zum Einsatz kam, liegt Jahrzehnte zurück und dann an Ihnen? Das kommt unerwartet, dieses Zeichen, von dieser hochverehrten Familie… ich… ich werde Sie an den Direktor verweisen!“, kam es regelrecht hektisch von ihm, dazu verneigte er sich zu jedem Satz, den er sprach.

Wenn man betrachtete, wie die Zauberwelt mit Malfoys umging, war es kein Wunder, dass alle von ihnen so snobistische, eingebildete, arrogante Schnösel waren.

„Auf gar keinen Fall! Ich gebe es Ihnen gerne schriftlich, ich vertraue Ihnen, Mr. Rangok, nur Ihnen, nicht dass ich Ihrem Direktor etwas unterstellen möchte, aber nein, Sie bleiben meine Nummer eins!“, bestimmte ich meine Wünsche rigoros und sah ihn ernst an und konnte erkennen, dass es ihn freute, dass ich ihn wollte und nur ihn.

„Danke, Miss Malfoy, ich danke Ihnen, dass Sie solches Vertrauen in mich haben!“, schmiss er sich fast zu Boden.

„Aber vergessen Sie nicht, da draußen bin ich Miss Granger!“, erinnerte ich vorsichtig, denn ich schmunzelte über den sonst so beherrschten und nun doch recht konfusen Kobold.

Ah, Göttin, war das zu fassen, dass es einige derart auffassten, dass ich nun Malfoy hieß? Das war zum Schießen, soweit hatte ich bisher noch nie gedacht. So schüttelte ich über die vertrackte Situation innerlich den Kopf.

„Natürlich, wie Sie wünschen, ganz wie Sie es wünschen!“, sprach er ernsthaft, dabei straffte sich seine ganze Gestalt.

„Dann ist ja alles geklärt, wie schön!“, schloss ich ab.

„Wie schön, dass dies nun erledigt ist und jetzt geht es los. Kommen Sie bitte, Miss Malfoy, dies wird eine große Verlesung, deshalb haben wir uns für den großen Besprechungsraum entschieden!“, erklärte er, dabei hatte er sich erhoben und wuselte geschäftig zu einer Tür. Ich folgte ihm in meinem Kapuzenkleid und zog noch die Kapuze zurecht, sodass sie mir wieder leicht ins Gesicht hing und mich niemand sofort erkannte.

„Mr. Rangok, da fällt mir noch was ein, ich müsste noch kurz nach der Verlesung mit Harry sprechen und ich hätte da vielleicht noch einen Auftrag, Harrys Erbe betreffend, könnten sie es so deichseln, dass Harry und ich noch alleine bei Ihnen im Zimmer verbleiben können und alle anderen davor warten, oder gehen?“, bat ich eindringlich und rasch. „Es ist wirklich wichtig!“, unterstich ich meine Bitte noch mal.

„Ich werde sehen, was ich tun kann, Miss Malfoy!“, erklärte er eifrig. Ich gab mich damit zufrieden und lächelte leicht, als er die Tür öffnete.

Ich sah, wie sich in dem vollen Saal alle Augen auf uns richteten, da wir aus der internen Tür traten und nicht von außen hereinkamen. Ich bemerkte aus den Augenwinkeln, wie Snape beruhigt, lässig die Beine überkreuzte, als ich nun den Raum betrat. Offenbar hatte er sich wohl schon gewundert, wo ich abgeblieben war.

Alle anderen starrten irritiert zu mir, der Frau, die unter einer Kapuze verdeckt den Raum berat und ich hörte sofort ihr leises Wispern und Flüstern, verfolgte, wie Harry die Stirn runzelte und mich skeptisch maß. Mir kam es so vor, als ahnte er etwas. Dumbledore dagegen beobachtete mich nur misstrauisch über seine Brille hinweg, sagte aber nichts, das übernahmen die anderen, die sich sehr argwöhnisch zeigten.

Ich registrierte, wie alle in einem Halbkreis, in mehreren Reihen vor dem Schreibtisch saßen. Nur Harry und ein Stuhl neben ihm standen gesondert, quasi im Kreis, direkt vor dem großen Schreibtisch. Links hinter Harry saß Dumbledore, der wiederum von Remus und Tonks flankiert wurde. Neben Snape, der sich auf den äußersten Stuhl nahe der Tür in der letzten Reihe geflüchtet hatte, saßen die Twins, die mich sofort erkannten und sanft zu lächeln begannen. Dieses Lächeln stellten sie sofort ein, als Severus ihnen einen bestimmten, durchbohrenden Blick zuwarf. Es war immer wieder lustig, zu sehen, was für einen Respekt die zwei vor Severus hatten, aber auch er hatte gezeigt, dass er durchaus was von den Twins hielt, sonst hätte er sie nie freiwillig zusätzlich in seiner Freizeit unterrichtet.

Neben den Twins saßen die Weasleys, Ron, Ginny und ihre Eltern, was mich verwundert die Stirn runzeln ließ und dazu kam nun ich, das war die gesamte Erbengemeinschaft, die sich hier versammelt hatte.

Ich bemerkte, wie Rangok mir bedeutete, mich neben Harry auf dessen rechte Seite zu setzen und ich tat, wie von ihm gefordert. Harry sah relativ gut aus. Er wirkte nicht mehr wie der Zombie aus dem Zug, der mit den dramatischen Informationen und dem ihn ständig begleitenden Tod fast nicht mehr zurechtgekommen war. Er schien sehr gefasst zu sein, aber ich erkannte auch, als er aufsah, einen grimmigen, verbissenen und entschlossenen Zug um seinen Mund und auch seine Augen sahen einen nicht mehr jugendlich, unbefangen an, sondern eher misstrauisch. Nun blickte er stur in meine Kapuze, konnte aber mein Gesicht nicht ausmachen, weil ich keine Zeit hatte, mich zu zeigen, da Rangok sofort begann und somit alle Aufmerksamkeit auf sich zog.

„Wir haben uns alle hier in Gringotts versammelt, um die weltlichen Güter von Sirius Orion Black, dem letzten, männlichen Nachkommen des Hauses Black, nach seinem letzten Willen zu verfügen und zu verteilen!“, hatte Rangok seine sachliche Stimme erhoben und thronte nun, ganz der Herrscher in diesem Reich, auf dem hohen Stuhl, hinter dem beeindruckenden, opulenten Schreibtisch.

Ich verfolgte, wie Harry bei diesen Worten seine Hände, die er im Schoß hielt, verkrampfte und sie zu festen Fäusten schloss.

„Zuerst zu den Anwesenden; ist die Erbengemeinschaft mit der Anwesenheit von Albus Dumbledore einverstanden?“, fragte Rangok gewichtig und am liebsten hätte ich Einspruch eingelegt, aber vom Orden war nichts zu erwarten und Harry reagierte auch nicht, somit schwieg auch ich mit knirschenden Zähnen, bevor sich Rangok aufraffte und loslegte.

„Nun, dann verlese ich jetzt das Testament! Wundern sie sich bitte nicht, Mr. Black hat zu jedem Erben noch eine Aussage hinterlassen, die mit verlesen wird…“, klärte er uns sachlich auf und ich verspannte unwillkürlich meine Nackenmuskeln. Das war nicht gut, gar nicht. Nun blickte Rangok noch einmal geduldig in die Runde.

„Ich, Sirius Orion Black, geboren am 02.09.1959, bestimme im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, dass sich mein Erbe im Falle meines viel zu frühen Todes wie folgt aufteilt: Molly Weasley, dir möchte ich für deine Hilfe dabei das Haus meiner verkorksten Ahnen etwas aufzumöbeln, 2500 Galleonen hinterlassen. Hab Dank, auch für deine vorzügliche Küche…“, kam es monoton und absolut neutral von Rangok und wir konnten einen leisen, verwunderten, aber auch glückseligen Ausruf vernehmen, der von Molly gekommen war. Sie schien überraschend bedacht worden zu sein und Harry drehte sich um, lächelte dabei sanft über seine Schulter.

Ich rührte mich nicht, was würde Sirius getan haben, hatte er mit mir abgerechnet?

„Nymphadora Tonks, dir, meine liebe Cousine, möchte ich ebenso 2500 Galleonen vermachen, da du die einzige nicht degenerierte Verwandte bist, die ich noch hatte und die Zeit mit mir verbracht hat, als ich in meinem eigenen Haus eingesperrt war. Ich hoffe, du weißt sie gut anzulegen!“, zierte ein leichtes, aber auch trauriges Lächeln das heute normale und unscheinbare Äußere von Tonks.

„Nun zu dir, Remus John Lupin, meinem Freund und dem einzigen der noch von uns Maraudern übrig ist, bis auf diesen Verräter, aber auch der wird seiner gerechten Strafe nicht entgehen. Ich möchte dir, Remus, 50.000 Galleonen vermachen, sodass du dir ein paar neue Sachen zulegst, um ein paar Frauenherzen höher schlagen zu lassen. Gib es ihnen und achte auf Harry!“, konnte ich sehen, wie sich Tränen in den Augen von Remus sammelten, der kurz davor stand, einem Herzinfarkt zu erliegen. Ein absolut ungläubiger Ausdruck zierte seine geschockte Miene und Tonks hatte die Hände vor den Mund geschlagen, als sie die Summe vernommen hatte.

„Als nächstes ist es mir ein besonderes Vergnügen, euch zwei Chaoten zu danken, dass ihr mir an Weihnachten diesen verschlagenen, kleinen, heimtückischen Kobold vorstellt habt, der alles so umgesetzt hat, wie von mir gewünscht. Ihr zwei seid Genies, geht unbeirrt euren Weg, ihr seid, wie ihr seid, lasst euch da nicht dreinreden, denn ihr tut das Richtige! Ich freue mich sehr für euch und hoffe, ihr werdet glücklich mit all euren Träumen. Auch euch werde ich etwas vermachen, aber ich habe eine schlichte Bitte, achtet auf sie! So, und nun seid ihr je 5.000 Galleonen reicher und gebt sie ruhig mal aus, Fred und George Weasley und versteckt sie nicht gleich wieder unter eurem Kopfkissen!“, konnte ich das zufriedene Lächeln, das Sirius dabei im Gesicht gehabt hatte, richtig sehen. Nachdem Rangok diesen Punkt verlesen hatte, ertönte von Molly ein lauter, entrüsteter Schrei wegen der Summe von 10.000 Galleonen für ihre Söhne.

Ich wandte mich zu den Twins, die sich mit Taschentüchern übertrieben die Augen betupften, aber doch sehr überrumpelt wirkten, während Snape angewidert, wegen dieses Theaters, die Augen verdrehte. Aber ich fand die aufmunternden Worte von Sirius sehr lieb, hatte er doch nicht wirklich auf ihr Geschäft angespielt, sondern auf ihre Beziehung, nur hatte er es sehr diskret getan und ich wusste, die Twins waren für seine aufmunternden Worte und die Akzeptanz dankbar.

„Nun beruhige dich doch, Molly!“, vernahm ich nun Arthurs gesetzte Stimme.

„Aber Arthur, das ist für die Kinder viel zu viel Geld!“, warf sie erregt ein, dabei musste ich mir ein Schauben verkneifen, nur das Gesicht von Ron, da er nicht bedacht worden war, gefiel mir nicht. Der leichte Neid stand ihm ins Gesicht geschrieben, aber ich verstand ihn ein bisschen. Anscheinend war Molly geladen worden, hatte aber die ganze Familie mitgeschleppt. Woher hätte die Gute auch ahnen sollen, dass die Twins so reichlich bedacht wurden? Das förderte die Rivalität unter den Geschwistern auf negative Weise.

„Weiter im Text…“, versuchte nun Rangok seine Autorität herauszukehren, was wirkte, da wieder Ruhe einkehrte.

„… Nun zu dir, Harry James Potter, mein geliebtes Patenkind, du weißt, ich hätte es geliebt und genossen, viel mehr Zeit mit dir zu verbringen, aber wie es das Schicksal wohl wollte, sollte das nicht sein! Trauere dem nicht hinterher, höchstwahrscheinlich bin ich durch meine eigene Dummheit draufgegangen und sind wir ganz ehrlich, du… du warst fast alles was mich hier noch gehalten hat. Ich habe dich mehr in diesem neuen Leben nach Askaban gebraucht als du mich. Du bist stark, Harry, und du brauchst mich nicht! Und ich gebe es offen und ehrlich zu, ich habe mir so oft den Tod gewünscht, um bei meinen alten Freunden zu sein, dass es mir gar nicht mehr schlimm vorkommt, wenn ich denn nun tot bin. Also, tu mir den Gefallen und trauere nicht um mich, okay, weinen darfst du schon, aber nicht lange, verstanden? Was hinterlasse ich dir? Nun, du bist der Haupterbe, wie man so schön sagt. Du erhältst diesen hässlichen, alten Kasten, mein Geburtshaus Grimmauld Place Nr. 12, mit allem Inventar… aber mit einer Ausnahme, doch dazu später mehr…. Mit Sicherheit kann man die alte Bruchbude renovieren. Nur eine Bitte hätte ich, lass den Orden weiter hinein, stelle ihnen das Haus weiter als Versammlungsplatz zur Verfügung!“, unterbrach Rangok kurz, dann sah er Harry an, was dieser mit großen Augen erwiderte, bis Harry mit den Schultern zuckte und dann vorsichtig, zustimmend nickte, worauf Rangok zufrieden schien. Ich beobachtete, wie sich Professor Dumbledore befriedigt über seinen langen silbrigen Bart strich.

„… Harry, noch ist es nicht zu Ende, meine Familie hat das Geld gehortet und dies ist das Einzige, was ich für dich tun kann. Du wirst dir um Geld nie Sorgen machen müssen, ist doch auch schon was, sieh es positiv! Rangok wird dir gleich eine Zahl nennen, die ich mir nicht merken kann…“, erklangen, typisch Sirius, laxe Worte und nun war ich versucht, über ihn die Augen zu rollen, als nun Rangok von dem Testamentstext abwich und Sirius‘ Forderung nachkam, die Zahl zu nennen.

„Wie von Mr. Black gewünscht, habe ich beziehungsweise haben wir, Gringotts, eine Bestandsaufnahme im Familienverlies der Blacks vorgenommen und so konnten wir ein Barvermögen von 8.347.530,10 Galleonen feststellen sowie einige Schmuckgegenstände und andere goldene, oder silberne Gegenstände, eine genaue und detaillierte Auflistung ist hinterlegt!“, führte der kleine Kobold geschäftig aus und das Keuchen über diese unvorstellbare Summe hallte in dem Zimmer wider.

Darauf rückte sich der Kobold zurecht, um mit der Testamentsverlesung weiterzumachen: „Es geht weiter, freu dich, Harry und geh einkaufen. So, nun behalte mich in guter Erinnerung und stell dich allem, was sich dir in den Weg stellt tapfer und mutig. Ich werde immer bei dir sein!“

Jetzt erstaunte mich Harry, da er einfach emotionslos dasaß und dem Ganzen absolut lethargisch zuhörte, aber vielleicht war seine Lethargie auch nur seine Art, mit der Trauer umzugehen, ich wusste es nicht und war nicht sicher, ob ich beruhigt sein sollte.

Ihm war nicht anzusehen, was er dachte. Er hatte soeben ein Vermögen erhalten, aber er tat nichts. Darüber regte sich schon Stolz in mir, denn fühlen tat er mit Sicherheit etwas, aber er zeigte es nicht! Ein immer größer werdendes Raunen hatte eingesetzt und einige zeigten ihr Erstaunen bei dieser Summe, was verständlich war. Ron und Ginny waren einem Kollaps nahe, Mrs. Weasley schüttelte missbilligend den Kopf, dass ein Kind so viel Geld, in ihren Augen zu viel Geld, erbte, aber Rangok fuhr nach einer kurzen Pause resolut fort:

„Nun, weiter im Text…“, versuchte er seine Autorität zu nutzen, was wirkte, da sich die Erbengemeinschaft wieder beruhigte, wenngleich sich alle zuvor hatten baff und erstaunt über Harrys immenses Erbe hatten äußern müssen.

Wobei, Sirius hatte immer was in Petto gehabt, schließlich hatte er es nicht umsonst geschafft, aus Askaban zu entkommen, so auch jetzt!

„Dir, Severus Tobias Snape, hinterlasse ich auch was… ja, stell dir vor, das muss dich maßlos ärgern, vielleicht mache ich es deswegen? Nein, mal Scherz beiseite, ich möchte dich um zwei Sachen bitten, wovon ich weiß, dass du eine Sache gerne tun wirst! Als erstes möchte ich dich bitten, ja, du hast richtig gehört! Ich, Sirius Black, bitte dich, Severus Snape, Remus Lupin weiterhin mit dem Trank zu versorgen, dafür hinterlasse ich dir 50.000 Galleonen, sodass du ihn monatlich damit versorgst!“, schnappten einige aufgeregt nach Luft und ich durfte erleben, wie sich Sna… Severus als einziger absolut Nichts anmerken ließ.

Bestimmt dachte er, es sei eine unverschämte Anmaßung von Sirius, ihn selbst im Tod zu belästigen! Ich schmunzelte wohlverborgen unter meiner Kapuze, während Remus Severus anstarrte wie eine Erscheinung. Wie sagte man so schön, die Maske saß und hielt!

Wie es dagegen im Inneren aussah, da mochte ich zweifeln, dass es ihm gefiel, bestimmt tobte er gerade, toll, dann würde ich später eine super Begleitung haben, danke Sirius!

„Meine zweite Bitte kommt gleich, gedulde dich kurz…“, blickte Rangok nun durchdringend zu mir und ich setzte mich gleich gerader hin, fühlte die musternden Blicke, die mir die anderen zuwarfen. Bei Harrys Blick war ich mir inzwischen sicher, dass er vermutete, dass ich, ich war, oder besser, dass er es wusste.

„Meine Liebe, ich weiß, du wirst mich gleich abgrundtief dafür hassen, was ich tue, aber ich tue es, weil ich nun tot bin und du mich nicht mehr verhexen kannst, es muss doch einen Vorteil haben! Ich muss dir danken, für die schönste Zeit in meinem Leben. Du hast mir den Sommer versüßt, auch wenn du es nicht hören willst: Ich liebe dich!“, kam es wieder absolut reglos von Rangok, aber ich konnte ein betroffenes Zusammensacken echt nicht verhindern.

War ich so blind? War ich so blind gewesen?

Draco hatte recht gehabt. Ich hörte, wie Sna… Severus hinten in meinem Rücken verächtlich ausschnaufte und vereinzelte, ungläubige, entsetzte und aufgebrachte Rufe und Schreie erklangen. Ron plärrte gleich: „Was? Wen?“, Harry hingegen warf mir nur einen taxierenden, misstrauischen und erstaunten Blick mit erhobener Braue zu, denn er hatte mich schon lauernd im Visier.

„Oh, ja, du hasst es abgrundtief und ich sehe dich gerade vor mir, wie du deinen Mund verächtlich und widerwillig verziehst. Hermione, es tut mir leid, dass ich deinen Maßstäben nicht gerecht werden konnte, auch wenn die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben, nicht nur mir Spaß gebracht hat!“

Nun sogen viele der Anwesenden scharf die Luft ein, denn Sirius hatte bestätigt, dass ich die Frau unter der Kapuze war, aber sie kamen gar nicht dazu sich aufzuregen, weil Rangok weitermachte:

„So und nun meine ich es auch ehrlich, anders als damals an Weihnachten, es tut mir aufrichtig und ganz furchtbar leid, dass ich dich geschlagen habe…“

Bei diesen Worten brach ein lauter Tumult los und Harry starrte mich nun nicht mehr böse, sondern nur noch blank schockiert und ehrlich entsetzt an. Zum Glück hatte ich die Kapuze aufgelassen, schüttelte sie aber leicht und beruhigend zu Harry hin, selbst Dumbledore hatte das fröhliche Blinken aus seinen Augen verloren. Alle zeigten sich über Sirius‘ Eingeständnis erschüttert. Remus war aus dem Stuhl entfesselt aufgesprungen und Tonks sprach beruhigend auf ihn ein und Severus, der rollte nur genervt mit den Augen. Den Vogel schossen die Weasleys ab, allen voran Molly, Ron und Ginny. Ron sah aus als wolle er implodieren, so hochrot war sein Schädel, Molly zeterte rum und Ginny blickte mich wirklich schockiert an.

Die taten alle so als hätte ich nicht zurückgeschlagen, aber gut, davon wussten sie ja nichts.

„Ruhe bitte! Ruhe!“, forderte Rangok harsch und so waren noch immer alle erregt, aber sie setzten sich und er fuhr fort „… Das hätte ich nie tun dürfen. Ich hätte nie, unter keinen Umständen, die Hand gegen dich erheben dürfen, egal was du wieder angestellt hast, aber ich habe auch erkannt, dass ich dir nicht gewachsen bin! Du brauchst jemand anderen, der dir zur Seite steht und dir das geben kann, was du brauchst und das ist mit Sicherheit keine Eifersucht… Du weißt, ich habe und hatte viele Vermutungen, wegen wem du mich abserviert hast und ich bin über die Wahl, die sich mir hier aufdrängt, alles andere als begeistert, hoffe irgendwie inständig, du hast das kleinste Übel gewählt. Doch so sicher bin ich mir da in vielerlei Hinsicht nicht, … aber nun gut, ich hoffe, er ist dir gewachsen und macht dich glücklich, mehr als ich es konnte. Ich habe mich entschieden, dass meine Liebe zu dir so tief ist, dass ich nur das Beste für dich will und deshalb vermache ich dir, Hermione Jean Granger, die Blackbibliothek, als Andenken daran, dass wir in dieser einen so amüsanten Sommer verbracht und begonnen haben. Ich hoffe, es freut dich!“

Nun presste ich die Kiefer aufeinander, denn ja, verdammt, das tat es. Ich war bewegt ob dieser Geste. Mir hatte die Zeit mit Sirius sehr gefallen. Ich hatte den dummen Hund gemocht und jetzt war er nicht mehr da!

„Rangok hat alles veranlasst: In der Minute meines Todes hat sich die Tür versiegelt und der Raum wird in deinem Elternhaus auftauchen, wenn das Erbe verlesen ist, da Rangok ja auch dein Bankberater ist, war er so frei, dein Haus so umzugestalten, sobald es nötig werden sollte. Dies trat wohl nun früher als erhofft ein. Schockiere ich dich, Hermione? Endlich einmal bin ich es, der dich schockt und nicht immer anders herum! Auch vermache ich dir 1 Million Galleonen. Ich will, dass du unabhängig bist in deinen Entscheidungen und Geld kann man nie genug haben! Ich weiß, auch das wird dir nicht gefallen, aber ich will es so, streite nicht, auch wenn du gut darin bist, so wie du in allem gut bist! Klingt das jetzt zweideutig… tja, kann man nichts machen… so, nun zu meinen letzten Bitten! Severus, das geht wieder an dich, kümmere dich um sie, verdammt nochmal! Das tust du eh seit langer Zeit besser als ich. Ich will, dass sie überlebt, also streng dich an, alter Junge! Twins, passt auf sie auf, wie bisher, dann bin ich zufrieden und nun meine Bitte an dich, Hermione, pass auf Harry auf. Er braucht dich in der Zukunft und solltest du jemals deine Spielchen mit ihm spielen wollen und das nicht zu seinen Gunsten, dann komme ich über dich und zwar als Geist und ich kann mir vorstellen, dass sich dann die ein oder andere Schlange im Grabe umdreht!“, drohte er mir noch zum Schluss doppeldeutig und ich lachte schallend auf, zwar versteckt unter meiner Kapuze aber trotz allem amüsiert. Zum Glück hörte es fast keiner, weil so eine große Unruhe herrschte, aufgrund von Sirius‘ Offenbarungen! Tja, da hatte der Gute für einen Rundumschlag gesorgt. Sehr gut, dachte ich sarkastisch. Das Chaos, das sich hier abspielte, war unglaublich.

„Hermione!“, flüsterte plötzlich Harry neben mir und legte seine Hand auf meine, die auf der Stuhllehne gelegen hatte.

„Ja, Harry?“, flüsterte ich zurück.

„Warum trägst du eine Kapuze?“, raunte er nun interessiert.

„Ich bin alleine hier. Ich dachte, so offen sollte ich mich nicht in der Zauberwelt zeigen, schließlich herrscht Krieg!“, erklärte ich und da zog ich mir den Stoff vom Kopf, entblößte meine hochgesteckten Haare und fühlte viele Augenpaare auf mir.

„Wahr gesprochen, Miss Granger!“, entgegnete Dumbledore ruhig, der plötzlich auch bei mir stand.

„Professor Dumbledore, Sir!“, blickte ich über meine Schulter.

„Eine erstaunliche Testamentseröffnung. Sirius war immer für Überraschungen gut, aber Sie anscheinend auch, meine gute Miss Granger?“, versuchte er, mich zum ersten Mal genau unter die Lupe zu nehmen und ich dachte wieder an meine starke, wehrhafte Mauer, die auch ihm standhielt.

„Danke, Professor, das nehme ich dann mal als Kompliment!“, zeigte ich mich beherrscht, nickte leicht mit dem Kopf und wandte mich wieder ab, was ihn leicht irritierte, da er nicht hatte in meinen Geist eindringen können, aber er war augenblicklich nicht wichtig für mich, jetzt zählte Harry.

„Harry, kommst du? Ich bringe dich zurück!“, forderte da der Professor kompromisslos.

„Ja, Professor!“, kam es von Harry regelrecht antriebslos und er wollte sich schwerfällig erheben.

„Ähm, das tut mir leid, Professor, aber ich brauche noch die beiden Haupterben kurz hier zur amtlichen Klärung!“, kam es geschäftig und gewichtig von Rangok, womit er Harry in seiner Bewegung stoppte und ich war glücklich, dass Rangok meiner Bitte wirklich nachkam. Ich mochte den kleinen Kobold wirklich.

„Nun gut, dann tun Sie das!“, wies ihn Dumbledore recht brüsk an.

„Sir, es tut mir leid aber ich muss alle bis auf die Haupterben bitten, den Raum zu verlassen, denn was sie mit ihrem Geld machen unterliegt dem Bankgeheimnis!“, zierte ein fast gemeingefährliches Grinsen die Miene dieses kleinen, hinterlistigen Kobolds und ich bemerkte sehr wohl, wie sich der alte Professor widerwillig abwandte, da er dagegen nicht argumentieren konnte.

„Gut, ich warte dann, Harry!“, trat er auf den miesepetrigen Sna… Severus zu und verwickelte ihn auf dem Weg in ein Gespräch. Ron stierte zu Harry und mir und zuckte mit den Schultern hoch zu Harry, aber mich erdolchten seine Blicke. Meine Affäre schien er nicht so gut aufzunehmen, Harry hingegen hielt sich noch zurück.

Als sich die Tür schloss und wir alleine waren, wandte sich Harry irritiert an den Kobold.

„Was wollen Sie, das ich tue?“, fragte Harry gleich drauflos und Rangok hob bei der Frage die Hand und zeigte auf mich und ich schmunzelte leicht.

„Ganz ruhig, Harry, ich erkläre es gleich. Mr. Rangok, das Verlies der Blacks ist, wie ich vermute, ein Hochsicherheitsverlies mit Blutschutz?“, fragte ich zielstrebig und bemerkte, wie mich Harry, der leicht blass um die Nase wirkte, anstarrte und sein Mund erstaunt aufklappte, als er verstand, dass ich dafür gesorgt hatte, dass wir nun alleine waren. Er wurde immer besser.

„Ja, korrekt, Miss Granger!“, antwortete Rangok gefällig. „Aber es gilt hier das Bankgeheimnis…“, schränkte er gleich ein

„Ich will nur grobe Angaben. Und das Verlies der Potters?“, forderte ich daher weiter, aber Rangok sah mich ohne Regung an und ich verstand.

„Harry, willst du wissen, was das Potterverlies ist?“, er nickte bloß und schien keine Worte zu finden, aber Rangok akzeptierte diese stumme Einwilligung.

„Nein, ist es nicht. Mr. Potters Verlies ist recht umfangreich, mit fast 2 Millionen, die ihm seine Eltern hinterlassen haben, aber es ist ein Standardverlies, was ich Ihnen damals schon nie so empfohlen hätte. Warum eine so alte Familie wie die Potters nie ein Hochsicherheitsverlies hatten, weiß ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass sie nie großes Barvermögen hatten und es deshalb nicht als nötig erachteten, falls es Sie interessiert, Mr. Potter, … ah hier sind Ihre Unterlagen, fast 700.000 Pfund kamen von Ihrer Mutter, das war das Erbe ihrer Muggeleltern. Der Rest kam vom Vater, aber vieles hat sich erst in den vergangenen 16 Jahren angehäuft, da das Geld lag und für Sie gearbeitet hat!“, hatte er wie immer nüchtern die Fakten aufgeführt.

„Gut, dann sollten 1, 5 Millionen ins Blackverlies gehen, der Rest sollte im Potterverlies bleiben und Harry gibt noch für den Blutschutz sein Blut, dann sollten wir los!“, bestimmte ich resolut und erhob mich entschlossen, zog Harry an der Hand hoch, der etwas überfordert wirkte.

„Erklärst du mir das? Ich sehe dich und bekomme schon wieder Bauchschmerzen, toll, Hermione, ganz toll!“, gab er resigniert, aber auch anklagend von sich und verzog etwas schmerzlich das Gesicht. Er tat mir schon ein bisschen leid, aber da musste er jetzt durch.

„Ja, gib´s mir ruhig, Harry! Was, du bist sauer wegen Sirius? Hätte ich es dir gesagt, was hättest du getan?“, fuhr ich ihn böse an, denn für mich war das gerade auch nicht leicht. Rangok führte uns, während wir uns unterhielten, derweil schweigend weiter zu den Wagen, die uns in die Tiefe brachten.

„Ich hätte mich aufgeregt, genau wie ich mich auch jetzt aufrege. Warum erzählst du mir so was nicht? Und er! Was soll das? Was muss ich noch alles erfahren? Ich habe mich erst gefangen und alles verarbeitet und nun das!“, brüllte Harry laut und funkelte mich wütend an, zum Glück pfiff der Wind, und der kleine Kobold tat, als würde er kein Englisch verstehen, sehr diskret.

„Ahrrr… Harry, nicht jetzt!“, bat ich laut und etwas verzweifelt.

„Er hat dich geliebt und du…!?“, hakte er doch weiter unerbittlich nach. Ich verstand, dass er neugierig war, aber jetzt ging es wirklich nicht. Er musste bis heute Abend warten, daher sagte ich energisch:

„Nicht hier!“

„Warum hat er dich geschlagen?“, ließ er nicht locker. Oh Mann, bitte nicht hier, Harry.

„Harry, bitte nicht hier, ich habe nicht gewusst, dass er mich geliebt hat, das ist auch nicht einfach für mich! Dies ist auch für mich aufwühlend!“, brachte ich ihn damit zum Verstummen, als ich eingestand, dass auch ich durcheinander war.

Als wir ankamen gab Harry wie selbstverständlich sein Blut und staunte über die schiere Menge des Goldes. Er nahm sich einen Beutel mit, der meinem gleich war und weil auch hier Rangok Harrys Blut hineintropfen ließ, hatte er nun immer Zugriff auf sein Geld. Danach fuhren wir wieder zurück. Der Geldbeutel, der nie leer werden würde, schien Harrys Laune etwas zu heben.

Wir kamen zurück in das Büro, dort hielt ich Harry auf.

„Harry, ich werde heute Abend kommen. Passt dir 19 Uhr, oder möchtest du nicht mehr mit mir kommen?“, fragte ich lieber noch mal nach, denn so sicher war ich mir da gerade nicht, schließlich war er ziemlich verärgert.

„Was ist das für eine bescheuerte Frage? Klar komm ich mit. Ich werde dann fertig sein, aber dann will ich endlich Antworten und Ehrlichkeit, von vorne bis hinten! Mir reicht’s, verdammt nochmal!“, zischte er aufgebracht und warf die Tür hinter sich mit einem lauten Knall zu und ich wandte mich an Rangok.

„Ich danke Ihnen, für Ihre Hilfe, Mr. Rangok!“, verneigte ich mich höflich.

„Doch immer gerne, Miss Malfoy!“, zwinkerte er mir doch glatt übermütig zu.

„Eine Frage noch… das mit der Bibliothek, haben Sie deshalb Grophok hochgeschickt um die Koffer meiner Eltern zu holen?“, war ich wirklich neugierig.

„Wie immer sehr weitsichtig, Miss Malfoy, ja aber nun ist da auch eine Tür, durch die Sie den Raum betreten können!“, erklärte er hämisch und sichtlich zufrieden.

„Ich mag Ihre Art, Dinge anzugehen, wirklich, Mr. Rangok!“, gab ich unumwunden zu.

„Dann beruht dies wohl auf Gegenseitigkeit, Miss Malfoy, bis zum nächsten Mal!“, verabschiedete er mich freundlich. Für ihn würde ich wohl nun immer eine Malfoy sein, daher ergab ich mich in mein Schicksal.

Ich nickte nur, atmete einmal tief ein, straffte mich und verließ tiefbewegt die Bank.
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