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 Kapitel 457-458

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 457-458   Di Apr 15, 2014 7:06 pm

457. Kapitel Unschöne Wahrheiten


Ich ergriff und öffnete ihn eilig, heraus fiel ein zerrissenes Bild, aber zuerst las ich den Inhalt. Es war ein Dankesbrief an Sirius, in dem sich Lily für den Kinderbesen zu Harrys erstem Geburtstag bedankte. Als ich zum Bild griff und ein magisches Foto sah, das James zeigte, der dem auf besagtem Besen fliegenden Harry hinterher eilte, lächelte ich, denn Harry zischte auf dem kleinen Besen wild hin und her, aber ein Teil fehlte, auf dem anscheinend noch eine Person gewesen sein musste, Lily!

Kurz war ich wie vor den Kopf geschlagen und schluckte schwer. Warum wollte Severus von seiner alten Affäre, von Lily, ein Bild?

„Ja, so ähnlich wie du habe ich auch geschaut, als ich verstanden habe, was er gesucht und gefunden hat!“, zierte Harrys unechtes Antlitz aufrichtige Anteilnahme.

„Ich weiß es nicht, Harry“, presste ich bemüht neutral hervor und schob Harry wieder den Brief, plus zerrissenem Bild zu. „Aber…“

„Du wirst ihn fragen?“, bohrte er weiter, während er die Sachen wieder einsteckte.

„Nein!“, meinte ich sehr leise, aber auch sehr bestimmt, das ließ ihn sofort scharf zu mir herumfahren.

„Warum nicht?“

„Weil er es mir sagen wird, wenn er es will und wenn nicht… dann ist es nicht wichtig“, entgegnete ich überzeugt und faltete meine Hände.

„Nicht wichtig? Das hier? Äh… also, das sehe ich anders“, deutete er auf seine Brusttasche und glubschte mich ungläubig an.

„Harry, Severus ist mein… ja, was?“, stockte ich selbst kurz und mein Blick irrte im Schankraum umher, gut geschützt unter unseren Zaubern konnte ich vielleicht offene und ehrliche Worte finden.

„Nicht dein Freund?“, fragte Harry regelrecht wacker, aber ich schüttelte mein Haupt.

„Nein, das ist er nicht, ich kann es nicht benennen“, biss ich mir unsicher auf die Unterlippe.

„Er ist mehr für dich!“, übernahm Harry das Ruder und mein unsteter Blick zuckte wieder zu ihm.

„Bitte? Naja, ich gehe mit ihm ins Bett… was erwartest du?“, wehrte ich mit einer Gegenfrage ab.

„Keine Ahnung, aber er ist nicht nur so eine Affäre wie Sirius, das sehe ich, das spüre ich, das fühle ich… das weiß ich!“, fasste er recht beeindruckend zusammen und ich schnaubte auf.

„Steigere dich nur nicht rein!“, spottete ich süffisant.

„Ich geh außerdem noch weiter, du bist sogar verknallt!“, kam es forsch von ihm, daraufhin erstarrte ich.

„In Severus?“, stieß ich überrumpelt aus, verlor etwas von meiner Maske und machte große Augen.

„Nein, nicht in Snape, in Lucius Malfoy!“

„Spinnst du?“, hauchte ich fragend und blinzelte nun, einer Eule ähnlich. Diese Anschuldigung war ein unerwarteter Hammer.

„Ich? Nein, wohl eher nicht, vielleicht eher du?“, zweifelte er ironisch und fasste sich an sein Kinn. Er wirkte gerade sehr überlegen.

„Ich bin nicht in Lucius verliebt. Wie kommst du darauf?“, wies ich rigoros von mir, während es in meinen Ohren rauschte.

„Wie ich darauf komme? Mhm… könnte sein, dass ich die ganze Zeit dort hinten saß und euch beobachtet habe und ganz ehrlich, mir ist die Diskrepanz zwischen eurem Verhalten, als ihr alleine wart und als Draco kam, mehr als aufgefallen“, erklärte er total abgeklärt und mir ging mein Mund kurz auf, bevor ich mich wieder fing.

„Wow, halt mal. Diskrepanz, du kennst das Wort?“, ätzte ich böse. „Und seit wann… Draco?“

„Sehr witzig! Ich kann auch „Unterschied“ sagen, bitte, du nervst seit Jahren mit deiner hochgestochenen Sprechweise, das bleibt haften, also bist du Schuld und das andere, seitdem ich Vater und Sohn auseinanderhalten muss“, hielt er mir schlussendlich irgendwie eindringlich vor.

„Das sind haltlose Unterstellungen!“, begehrte ich auf und fasste nach meinem Bierkrug.

„Ändert trotzdem nichts daran, dass du es bist!“, blieb er schrecklich gönnerhaft, aber auch standhaft in seiner Feststellung.

„Harry, reiz mich nicht!“, forderte ich harsch, denn er trieb mich an meine Grenzen und meine bisher recht gute Laune geriet arg in Schieflage, wegen dieser Ungeheuerlichkeit, die Harry hier von sich gab.

„Weil ich recht habe!“, gab er lapidar wieder und ich verstand nun Severus‘ jahrelangen, sehr tiefsitzenden Wunsch, Harry an die Gurgel zu gehen. Augenblicklich war ich auch gewillt, ihn zu würgen.

„Weil es Unsinn ist! Soll ich dir was sagen?“, fragte ich süßlich nach und er nickte langsam. „Liebe ist nur eine chemische Reaktion des Körpers, völlig nutzlos und in etwa so erstrebenswert wie kotzen!“, kam es nachdrücklich und wenig manierlich von mir, aber in mir brodelte es vehement.

Für diese patzige Aussage erntete ich einen irre komischen Gesichtsausdruck von Harry, während er sich sichtlich schwer fing, aber seine Retourkutsche überraschte mich dann doch.

„Tja, dann viel Spaß beim Kotzen!“, ließen mich seine gehässigen Worte kurz sprachlos zurück, denn er beharrte felsenfest auf seiner provokanten Meinung und ich versuchte, sie, diese Wahrheit, nicht zu sehr in mich eindringen zu lassen, oder sie gar zu hinterfragen.

„Das stimmt doch nicht!“, zeigte ich mich nach einer Schrecksekunde empört und reckte mein Kinn angriffslustig in die Höhe.

„Dass du nicht in Draco verliebt bist, kannst du nicht bestreiten!“, setzte er erneut nach, dabei wedelte er lapidar mit seiner Hand durch die Luft.

„Das Wort an sich ist mir im Allgemeinen zu groß!“, stellte ich klar, dabei fragte ich mich, wie dieses Gespräch derart aus dem Ruder hatte laufen können, als mir Harrys nachdenklicher und auch irgendwie verletzter Ausdruck auffiel und mich verstummen ließ.

„Ich habe dir einmal gesagt, dass ich dich liebe!“, hielt er mir vorwurfsvoll vor und ich rollte genervt mit meinen heute grauen Augen, denn ich erinnerte mich an die Szene, als wir in einem Bett geschlafen hatte und ja, es hatte sich gut angefühlt, es von Harry zu hören.

Denn es war von ihm ehrlich und ohne jede Forderung gekommen, aber jetzt gerade half mir das unglaublich wenig.

„Ja, und ich habe es umgangen, es auszusprechen!“, ätzte ich böse zurück, da ich ihm den Druck, den er gerade verbal ausübte, verübelte. Er musterte mich unterdessen mit tief gerunzelter Stirn.

„Du sagtest: Ja, ich dich auch, Harry! War das gelogen?“, hielt ein eisiger Hauch in seiner Stimme Einzug und ich sah ihn nun offen und ehrlich an, begreifend, dass ich ihn soeben sehr verletzt hatte.

„Natürlich nicht, ich meinte es ernst… Jetzt wirst du unfair!“, rief ich ungehalten aus, denn mehr war ich halt nicht in der Lage zu bieten. Ich wusste, ich stellte mich kolossal an, aber ich konnte nicht über meinen Schatten springen.

„ICH?“, zeigte sich Harry entrüstet, aber eine gewisse Erleichterung war aus seiner Miene herauszulesen, dass wir uns nicht anlogen, da er regelrecht angespannt gewirkt hatte, aber gleich darauf schüttelte er sein ungewohnt aussehendes Haupt.

„Du bist unfair, aber nicht mir gegenüber“, klang sein Vorwurf durch, dass er dies auf Draco bezog und ich verzog meinen Mund zu einem Schmollmund.

„Ich verstehe ja nicht, was du gesehen haben willst, aber da war nichts… nichts!“, glitt ich ab mich mit Plattitüden zu rechtfertigen, da ich bodenlos entsetzt war. Was mir Harry hier vorwarf, erschien mir so absurd.

„Du glaubst das wirklich?“, hauchte er fassungslos und strich sich durch sein langes Haar.

„Was?“, meinte ich irritiert.

„Das da nichts ist! Dass das normal ist zwischen euch?“, fasste er unsicher nach und ich zog die Schultern hoch. „Du weißt nicht, wie es wirkt?“

„Ich steh vollkommen auf dem Schlauch“, bekannte ich nun.

„Okay, also dann wäre es am besten, du würdest mal meine Erinnerungen ansehen, aber hier ist es schlecht. Ich versuch es mal mit Worten, solange ihr alleine wart, bist du anders dagesessen, ihm zugeneigt, deine Augen, auch wenn sie nicht deine normalen braunen sind, haben geleuchtet, regelrecht gestrahlt. Du bist dir durch dein Haar gefahren“, sprach Harry soeben mit Händen und Fußen und ich lauschte aufmerksam.

„Hey, das mach ich oft, um mir die Strähnen zurückzustreichen!“, unterbrach ich ihn eilig, aber er winkte lässig ab.

„Ohhh, glaub mir, zwischen streichen und streichen gibt es enorme Unterschiede!“, tadelte Harry wichtigtuerisch mit erhobenem Finger.

„Wenn man euch beobachtet hat, war es wie ein Tanz, er berührt dich, wenn nur flüchtig, und du ihn auch, nie zu viel, aber als müsstet ihr einander ab und an spüren. Es wirkte für mich, als würde es knistern“, sprach Harry einfühlsam und mir rieselte eine unangenehme Gänsehaut über den Rücken, während ich atemlos lauschte.

„Du redest dir was ein“, wisperte ich vor mich hin.

„Warte und lass mich ausreden!“, verlangte er ungehalten. „Dann kam Draco. Du bist gerader dagesessen, nicht Draco zugewandt und du hast niemanden mehr berührt, nicht mal flüchtig, erst als er seine Hand auf deine legte, aber er ließ sie liegen. Deine Augen waren klar und fixiert, nicht mehr so losgelöst… du hast auch nicht mehr gelächelt… und jetzt sag mir nicht, dass das nicht prägnant ist!“, schloss er seine Beobachtungen ab und hatte ein irgendwie trauriges Lächeln im Gesicht.

„Himmel, Harry! Die Stimmung zwischen den beiden war schlecht, soll ich da wie eine Irre grinsen?“, ging ich in Abwehr, denn es stimmte, das ging ja gar nicht.

Aber ich erinnerte mich an das Gespräch, das Lucius, Draco und ich geführt hatten und das war nicht zum Lachen gewesen. Damit versuchte ich eilig, mich selbst davon zu überzeugen, dass Harrys Einschätzung falsch und meine richtig war.

„Das mag sein, trotz allem warst du abweisender. Nächstes Beispiel: während Lucius deine Hand zum Abschied geküsst hat, saß dir ein Lächeln in den Mundwinkeln, bei Draco jedoch bist du vom Gesichtsausdruck, als er deine Wange geküsst hat, neutral geblieben!“, offenbarte er ernste Züge und ich blinzelte.

„Bist du in uns reingekrochen?“, wollte ich ungläubig erfahren. Waren wir für ihn ein Studienobjekt?

„Ich lass es dich schon noch sehen“, tippte er drohend an seine Stirn, „aber sieh den Tatsachen ins erschreckend hässliche Antlitz! Was letztendlich aus deiner Verleugnung wurde, haben wir erst vor ein paar Tagen in Irland erlebt!“, hielt er mir schmerzlich vor.

Dass dieses Drama an Lughnasadh alle entsetzt hatte, konnte nicht von der Hand gewiesen werden, aber ich dachte, dass wir das vorhin abgehakt hatten, anscheinend doch noch nicht richtig, denn offensichtlich beschäftigte es ihn noch immer.

„Ach, deshalb bist du also doch noch sauer!“

„Ja, das könnte man dezent so sagen! Du bist fast vor unser aller Augen verreckt! Selbst Gellert war völlig durch den Wind… Du hast zu viele Geheimnisse vor deinen Freunden, Schönste!“, wandte er sehr inständig, aber auch überzeugend ein.

„Das, das… arrrr… das ist doch nicht auszuhalten!“, rief ich verstimmt und wollte mir am liebsten die Haare raufen.

„Sehe ich ähnlich!“, nickte er gönnerhaft. „Wir sollten bei Lucius und Draco bleiben!“ Mich durchlief eine Gänsehaut, wenn ich diese Namen aus Harrys Mund vernahm. „Ich mag beide nicht! Aber Draco ist das kleinere Übel, im Vergleich zu Lucius! Denn mal im Ernst, denkst du, Lucius würde dir Snape lassen?“

„Bitte?“, hauchte ich perplex. Harrys Gedanken gingen absonderliche Wege, die meine noch nie gegangenen waren. „Das spielt doch überhaupt keine Rolle!“, wandte ich fast schon verzweifelt ein, da ich nicht vorhatte, Draco gegen Lucius einzutauschen, folglich würde das mit Severus nie von Bedeutung sein und nie zur Disposition stehen.

„Nochmal, eine simple Frage, würde er ihn dir lassen?“, überging Harry meine ablehnende Aussage, drang weiter beständig in mich und es fiel mir verdammt schwer, darauf etwas zu sagen, weil ich mir noch nie gestattet hatte, auch nur ansatzweise in diese Richtung zu denken.

Ich versank im tiefsten Schweigen und grübelte. Es war nicht leicht für mich, mir das überhaupt in seiner Tragweite vorzustellen, eben weil ich es nie zuließ, auch nur im Ansatz darüber nachzudenken und so schüttelte ich langsam den Kopf.

„Dazu kann ich absolut nichts sagen, da es nie passieren wird!“

„Verbohrt und stur, das waren Gellerts Worte zu seinem Sonnenschein und ich setz noch ein naiv und verblendet hinten dran!“, zeigte sich Harry von einer ungewohnt forschen Seite und ich verzog leidlich die Miene.

„Harry, ich werde Draco das nicht antun… Punktum!“, unterstrich ich meine Worte mit einer harschen Handgeste.

„Du vielleicht nicht, aber er?“, warnte Harry. „Was, wenn er dir keine Wahl lässt?“

„Das werde ich nicht zulassen!“, begehrte ich vehement auf.

„Du unterschätzt Lucius Malfoy und das ist dein Untergang!“, resümierte Harry schlicht und ergreifend und wirkte dabei sogar noch überlegen.

„Du weißt nicht, was ich schon alles mit Lucius erlebt habe… ich würde es nie wagen, ihn zu unterschätzen, er ist zu allem fähig, zu wirklich allem! Aber gerade deshalb weiß ich, dass ich ihm widerstehen kann!“, flüsterte ich betroffen.

„Wenigstens gibst du zu, dass es dir schwerfällt, zu widerstehen“, höhnte er verächtlich.

„Du drehst mir die Worte im Mund herum, das macht keinen Spaß!“, stieß ich vorwurfsvoll aus.

„Jeder von euch erzieht mich, um mehr aus mir herauszuholen, jetzt beschwert euch nicht, wenn es Wirkung zeigt!“, bockte Harry sofort pikiert auf und ich schnaubte nur, denn es war die Wahrheit. „Er reizt dich, sehr sogar… gib es zu.“

„Pfff“, versteckte ich mein Gesicht hinter dem Krug, den ich anhob.

„Okay, Hermione, hör zu, selbst wenn alles so bleibt wie es ist und du dir einredest, da ist nichts, vergegenwärtige dir, dass zwischen dir und ihm mehr ist als jemals zwischen dir, Draco, oder Snape zu Beginn war“, gab er besorgt zu bedenken und ich konnte gar nicht mehr meinen Mund schließen, wegen der Dinge, die Harry gerade behauptete, denn ich fragte mich, wie er von den Anfängen wissen wollte, da er damals noch vollkommen ahnungslos gewesen war und so sprach er einfach weiter: „Schau nicht so, ich sage extra zu Beginn, da ich weiß, dass nun viel mehr zwischen dir, Snape und auch Draco ist als davor… als es zwischen euch!“, zeigte er einen dramatischen Tiefgang, bevor er fortfuhr: „Du musst auch noch wissen, es war beeindruckend, als er kam um dich zu retten.“

„Severus kam?“

„Du weißt es gar nicht?“ Ich schüttelte den Kopf auf diese Frage.

„Nicht genau, ich sehe seine Augen, aber ich weiß es nicht sicher!“

„Okay, also ja, Draco holte ihn und dann war er da, er kann schrecklich aufbauschend sein, wenn er will und das war er wieder, aber er hat sich mit Gellert sofort super gut verstanden, eine Wellenlänge, haben davon gefaselt, dass Snape sich in dem Metier gut auskennt und so… aber das Beeindruckende war, wie er für dich da war, der lässt dich auch nicht so einfach gehen… aber egal… mir geht es um etwas anderes.“

„Warte, was willst du sagen?“

„Lucius, dass es bei Lucius genau umgekehrt ist… ich denke, er ist der erste Mann, der es geschafft hat, dass du dich in ihn“, blickte er mir ernst in die Augen und absolute Überzeugung sprach aus ihnen, „VERLIEBST…“, hallten seine schicksalhaften Worte dröhnend in meinen Ohren wider.

„Wow, jetzt wird mir wirklich übel!“, tat ich seine eindringlichen Worte mit Ironie ab und stürzte mein Getränk eilig hinab, um alles hinwegzuschwemmen, denn Harry irrte sich, musste sich irren.

Ich schluckte schwer und blickte ihn wieder kopfschüttelnd an; er schwieg, ebenso wie ich, es legte sich eine gespannte Stille über uns, die das Pochen in meinen Schläfen verstärkte und so riss ich mich aus dieser ungeheuerlichen Anschuldigung.

„Zu etwas anderem, was tust du überhaupt hier? Also in der Gasse?“, fragte ich somit was ganz anderes. „Ich meine, nach dem Grimmauld Place, was trieb dich hier her?“

„Na, wenn du ablenken willst, sag es ruhig!“, gönnte mir Harry ein sehr gehässiges Grinsen, das ich ihm am liebsten mit einem harten Schlag aus dem Gesicht gewischt hätte. „Ich war noch bei Tonks und Remus.“

„Ohhh, die hab ich ganz vergessen!“, lenkte mich diese Eröffnung doch tatsächlich sofort wieder ab.

„Jaaa, man könnte auf den Gedanken kommen!“, grinste er regelrecht verschlagen und offenbarte mir tatsächlich einen ganz neuen Harry, auch ihn schien mein Drama in Irland nicht unberührt gelassen zu haben, er wirkte noch abgeklärter und noch reifer als bisher und so fuhr er geschäftig fort: „Sie werden das Kind behalten und Remus fragte, ob er Tonks heiraten könnte.“

„Bitte?“

„Jupp, ich habe ihm meinen Hochzeitstag auch als seinen angeboten!“, entgegnete Harry absolut ruhig und ich verschluckte mich fast.

„DUUUU hast WAS? HARRY!“, rief ich auch sofort mehr als nur empört aus.

„Was? Ob der Druide ein, oder zwei Paare traut dürfte doch völlig gleich sein!“, wiegelte er lakonisch ab. „Und die beiden wissen über alle im Cottage Bescheid und andersrum auch, da ist es doch dann völlig in Ordnung, wenn sie bei der Hochzeit dabei sind!“

„Dein Wort, du machst mich wahnsinnig! Ich muss Rangok gleich einen Brief schreiben, ich muss…“, wurde ich regelrecht geschäftig und geriet in Wallungen wegen dieser neuen Umstände.

„Nur runterkommen!“, unterbrach er mich und grinste selten dämlich.

„Sehr witzig, aber ich verspreche dir, dass das Daphne nicht gefallen wird!“, prophezeite ich düster.

„Es ist nötig!“, offenbarte sich eine gewisse Sturheit, die ihm noch immer zu Eigen war.

„Ihre Hochzeit zu teilen? Harry, du bist so ein Mann… Männer!“, stöhnte ich geschlagen auf. „Sag mir lieber, was dich dann hier her getrieben hat!“, wollte ich mir Daphne nicht in Gedanken ausmalen und mit der neuen Leichtigkeit entschied ich, dass das allein Harrys Bier war, sich mit seiner zukünftigen Gattin darüber auseinandersetzen zu müssen, dass sie ihren Hochzeitstag teilen musste.

„Daphne ein Hochzeitsgeschenk kaufen!“, servierte er völlig unbekümmert, wobei ich dachte, dass ihn bestimmt doch ein kleines schlechtes Gewissen trieb, nachdem er soeben eine Doppelhochzeit aus seiner eigenen gemacht hatte.

„Aha… Du stolperst durch deatheaterverseuchtes Gebiet, um ihr eine Brautgabe zu besorgen? Das ist sooo…“, fehlten mir wirklich die Worte.

„Schön, einfallsreich und liebenswürdig?“, gab er mir gehässig vor und richtete seine Brille.

„Irre, doof und absolut unnötig!“, schlug ich nachtragend zurück und wischte mir eine Locke aus der Stirn.

„Wie schön, wenn wir beide einer Meinung sind!“, lächelte er mich jugendlich freundlich und nachsichtig an.

„Was gefunden?“, fragte ich sofort, als er sein Haupt hin und her wiegte.

„Jupp!“, meinte er sehr knapp und wirkte verschlossen.

„Aha, du willst es mir nicht sagen!“

„Jupp!“, zwinkerte er verschwörerisch.

„Dir tun die Twins nicht gut!“

„Jupp, die tun gar keinem gut!“, schoss er lässig zurück und überschlug seine Beine.

„Was ist mit deinem Sohn?“, wollte ich provokant erfahren.

„Dem tun sie gut, das ist das Erstaunliche, sie wären gute Eltern! Schade, dass sie nie welche werden…“, brachte er melancholisch hervor und schon dieses Thema über Kinder brachte mich fast wieder dazu, meinen Eintopf von mir geben zu wollen. Diese Geschichte verfolgte mich zu penetrant, das war tragisch, denn Harry beobachtete mich ab jetzt genau, um zu registrieren, sollte ich ein Zeichen der Reue in mir offenbaren.

„Die Twins treffen nie Entscheidungen, die nicht gut überlegt waren, sie werden genau abgewogen und sich festgelegt haben. Nun etwas hinterher zu trauern, das passt nicht zu ihnen“, parierte ich sofort betont neutral und gab meine eigene Einstellung preis.

„Genau, das stimmt, was wären wir nur ohne diese beiden Querköpfe …die ähnlich denken wie ich?“, zum Ende hin war mir Harry mit seinem Oberkörper näher gekommen und visierte mich eindringlich an, als er mir den nächsten Schlag verpasste.

„Wie bitte, was?“, kam ich gerade nicht hinterher, was er von mir wollte.

„Bezüglich des Mannes, den du „nicht“ in Verliebtheit verfallen bist!“, entgegnete er sehr zynisch und ich blinzelte peinlich berührt wegen der Tatsache, dass er behauptete, dass die Twins so dachten wie Harry, das zog mir fast den Boden unter den Füßen weg.

„Nicht dein Ernst!“

„Mhm… doch, wie ich es sage!“, machte er mich gerade wieder sprachlos, dass die Twins mit Harry über mich sprachen und dass dann ein der gearteter Unsinn dabei herauskam.

„Wie kommen sie darauf?“, zeigte ich mein Unverständnis.

„Indem auch sie Augen in ihrem Kopf haben? Aber wie auch immer, nun komm, wir müssen gehen!“, verlangte Harry zu meiner Verwunderung.

„Wohin?“

„Gellert, er will dich sehen!“

„Und das sagst du jetzt? Wie kommt dir das so plötzlich?“, schielte ich zu ihm hinauf, denn ich war etwas überfahren von seinem sprunghaften Gebaren.

„Nun, er sagte, wenn ich dich das nächste Mal sehe, soll ich dich zu ihm bringen und naja, das andere war wichtiger. Aber nur keine Sorge, Gellert und ich, wir haben noch genügend Fragen an dich!“, zierte so etwas wie Spott seine Züge und ich verzog meine Miene leidlich.

„Warum komme ich mir irgendwie gekidnappt vor? Lucius erwartet mich im Manor, nachdem ich ihn und Draco weggeschickt habe!“

„Schreib ihm einen Brief, heute Abend wirst du in deinem Prinzessinnen Bett schlafen, da mache ich mir keine Sorgen!“, entgegnete er schrecklich überheblich und ich stand widerstrebend, weil ich das unbestimmte Gefühl hatte, Harry in der Burg nicht mehr zu entkommen, auf.

Wir waren nach Irland gegangen, in das kleine Büro von Draco im ersten Stock, und ich hatte mich so gefreut, als ich bemerkt hatte, dass das Wispern verschwunden war und zwar vollständig.

Es war zwar nicht so, als würde es sich hier nicht anders anfühlen, denn das tat es, aber nicht mehr nervend oder gar bedrohlich. Es war eher so, dass wenn ich mit meiner Hand eine Bewegung machen würde, ich eher lockig flockig durch die Schleier schreiten könnte, wenn ich wollen würde, was ich natürlich nicht vorhatte. Ich war nicht gewillt, die Túatha unbedingt öfters zu besuchen als wirklich nötig.

Das Schöne war gewesen, dass Harry und ich unbeobachtet in die Burg hatten schlüpfen können, ein Umstand, der mich freute, bewahrte er mich doch vor den Augen der Wissenden, die wie Harry in dem Altarraum dabei gewesen waren und mit diesen wollte ich mich nicht auch noch auseinandersetzen.

Ich war doch froh, hier zu sein, da ich mich sofort meiner neuen Akzeptanz stellte und nicht wieder abzurutschen drohte, nachdem sich nun Harry meiner annahm und mir Dinge in seinen Erinnerungen zeigte, die ich nicht sehen wollte. Und wie so oft ließ mich jedoch leider mein Glück im Stich und nun saß ich wie vor den Kopf geschlagen auf dem kalten Steinboden, weil ich völlig geschockt von meinem Stuhl gerutscht war!

Bebend hielt ich mir meinen schmerzenden Schädel und überhörte wegen dem Rauschen in meinen Ohren Harrys erschrockene Rufe:

„Hey, Schönste, alles in Ordnung, hör auf, du machst mir Angst… was ist denn?!“ Dies vernahm ich von ganz weit weg, wobei er mich wenig zärtlich an der Schulter rüttelte.

Aber für mich war es nicht einfach, es war gerade sehr viel, was mir offenbart worden war. Ich musste immer noch verdauen, was ich durch Harrys Gedanken hatte sehen und auch erkennen müssen.

Seine Anschuldigung stimmte, ich war Lucius zugeneigt, während ich Draco zumindest im Kessel abgeneigt gewesen war!

Ein inakzeptabler Umstand!

War ich derart leicht zu beeinflussen, oder was auch immer?

Das war besorgniserregend!

Aber nun gut, ich ahnte, dass ich mit meiner neuen Leichtigkeit auch das schaukeln würde und als ich dies dachte, ging es mir schon bedeutend besser. Es gab für alles einen Ausweg und es lag nur an mir, dies richtig zu handhaben.

Endlich ließ Harry von mir ab und ich vergrub meinen Kopf nur noch tiefer in meinen Händen. Das Leben konnte so unsäglich scheiße sein, das glaubte man manchmal gar nicht. Vielleicht sollte ich einfach grundsätzlich allen Malfoys abschwören und mich nur noch auf Severus konzentrieren?

Daher überwand ich nun doch Harrys Offenbarung recht flott, da ich mir einzureden versuchte, dass mich Lucius nicht kalt ließ, weil ich es nicht gelten lassen wollte, dass ich etwas derart profanes wie Verliebtheit empfinden könnte!

Bei diesem Gedanken zuckten meine Mundwinkel versteckt, da ich den Gedanken urkomisch fand.

Auf der anderen Seite schüttelte ich vehement den Kopf, denn es stimmte nicht, was Harry sagte, ich war nicht verliebt!

Ja, natürlich, er reizte mich auf verbotene Art und Weise. Er faszinierte mich in seinen Facetten. Er verschaffte mir ein wohliges Kribbeln, indem er mich herausforderte, aber mehr war da nicht!

Das andere war einfach absurd und deswegen wies ich es auch weiterhin rigoros von mir.

„Alles in Ordnung, Schönste?“, fragte Harry vorsichtig und legte mir wieder seine Hand auf die Schulter, während ich noch immer auf dem Boden saß. Ich konnte ein verräterisches Zucken meiner Schultern nicht mehr unterdrücken. „Weinst du?“, wollte er ehrlich und aufrichtig besorgt erfahren und da konnte ich nicht mehr, ich bog mich vor Lachen, was dafür sorgte, dass er von mir zurücktrat und mich ansah, als hätte ich den Verstand verloren.

„Hahahahaha… Harry… vielleicht solltest du mir die Kugel geben… hahaha!“ Ich fand es köstlich, mir vorzustellen, wie Lucius und ich ein verliebtes Pärchen mimen sollten, das war so gar nicht harmonisch in meinen Gedanken zu vereinbaren, da es nur lächerlich wirkte, während ich mir die Tränen aus den Augenwinkeln wischte.

„Wirst du jetzt verrückt?“

„Neeee… lass mal! Aber ich stell mir vor, wie Lucius mir auf den Knien eine Serenade schmettert… hihihi…“, beruhigte ich mich langsam. „Aber mal im Ernst… ich passe mich an, du musst mich verstehen, immer wenn Lucius mit dabei ist, bin ich angespannt, passe ich auf und achte ich doppelt darauf, was ich tue und wie ich es tue und ich will alles von ihm bekommen was ich kriegen kann… unterbewusst weiß ich anscheinend sehr genau, wie ich das von ihm bekommen kann und ich gebe es ihm…“

„Du willst mir weismachen, du spielst ihm das vor?“, echote er ungläubig.

„Zum Teil und zum Teil nicht… ich versuche zu sagen, dass ich selbst nicht weiß, was echt ist und was nicht“, bekannte ich nun zum ersten Mal offen und ehrlich.

„Gut, das ist gut, solange du es dir eingestehst und das weißt, bin ich zufrieden!“

„Ja… ändern wird es trotzdem nichts“, stellte ich verbissen fest.

„Sicher?“, zweifelte er dezent.

„Ja, ich bin mit Draco glücklich und ich lass mir das nicht kaputt machen!“, stoppte ich abrupt und rappelte mich hoch, als es klopfte. „Wer?“, ging schon die Tür auf und ein stoppeliger Haarschopf schob sich in unser Blickfeld.

„Sonnenschein!“, schlüpfte Gellert schon frohgemut in den Raum und blieb mit einer gewissen gespannten Erwartung vor mir stehen, während ich mich nicht rührte. Es war ein eigentümliches Gefühl, meinem Retter gegenüberzustehen, während er mich genau betrachtete.

Seine Miene war sehr ernst und hochkonzentriert, dabei starrte er mir fest in die Augen, wobei ich mich in der Burg wieder in mich selbst zurückverwandelt hatte. Auch Harry sah wieder normal aus.

Während wir uns so maßen, breiteten sich langsam, aber sicher Lachfältchen um die alten Augen von Gellert aus und ich konnte es mir auch nicht mehr verbeißen und musste anfangen, verschwörerisch zu grinsen, bevor ich ihm ungewohnt bewegt um den dürren Hals fiel und befreit auflachte. Es war selten, dass ich derart stürmisch war, aber gerade fühlte ich mich regelrecht befreit und das verdankte ich auch Gellert, ohne ihn wäre ich verloren gewesen.

„Du fühlst dich gut, Sonnenschein!“, erwiderte er meine Umarmung aufrichtig erleichtert, weil wir das überstanden hatten.

„Ja, so gut wie seit Monaten nicht!“, bekannte ich über seine Schultern und konnte ein Strahlen nicht unterdrücken. Mir war so leicht ums Herz wie schon lange nicht mehr.

„Dann hast du es nun im Griff?“, fragte er interessiert und noch leicht zweifelnd nach und ich löste mich eilig von ihm.

„Im Griff, gar keine Frage, ich bin heute schon in der Früh kurz abgetaucht und es war ein erhebendes, ein unbeschreiblich einmaliges Erlebnis. Mir steht die Welt in mehrfacher Hinsicht offen, mir ist nun vieles so klar und verständlich… ich, ich… ich bin frei und ich beherrsche meine Gabe!“

„Das wollte ich hören!“, lächelte er milde. Er schien mit sich sehr zufrieden zu sein. „Aber es war knapp“, flackerte ein besorgter Zug um seine eingefallenen Züge.

„Ohne Sie, Gellert, und Ihren Gesandten wäre ich verloren gewesen. Ich schulde Ihnen mein Leben“, wisperte ich ergriffen. Ich wusste, dass ich dies nicht von ihm hatte erwarten können oder gar sollen, umso dankbarer war ich, dass er sich meines Vertrauens würdig erwiesen hatte.

„Wir sind quitt, Sonnenscheinchen, mein Leben habe ich dir auch geschuldet“, wiegelte er recht lapidar ab, aber ich bemerkte, dass ihm meine Dankbarkeit durchwegs gefiel, wenngleich es stimmte, wir hatten uns gegenseitig gerettet.

„Gut“, nahm ich an und reichte ihm meine Hand, die er schüttelte, während ich mich irritiert umblickte, da eindeutig etwas oder auch jemand fehlte. „Wo ist Albus?“

„Das weiß ich nicht, er kam nicht mit dir zurück… erinnerst du dich nicht mehr, das hast du mich schon gefragt… wo er ist… er kam nicht wieder“, murmelte er leise und ich konnte durchaus so etwas wie Wehmut aus seinen Worten vernehmen.

„Bitte? Ist das Ihr Ernst? Wie geht das denn? Und nein, ich erinnere mich nicht“, bekannte ich sprachlos, denn anscheinend hatte er mir mehr geopfert als man auf den ersten Blick erkennen konnte.

„Ich weiß es nicht, was da bei euch passiert ist. Er ist weg! Er kam nicht mehr mit dir wieder! Fühlst du ihn nicht mehr?“, fragte er nun durchaus gespannt und ich senkte sofort mein Haupt und konzentrierte mich.

Sofort setzte mein White-Eye-Effect ein, aber ich ließ die Augen geschlossen und fühlte nur in dieser anderen Umgebung Irlands so viel intensiver und eindringlicher, wie mich die Schleier umgaben. Doch jetzt war das Wispern für mich nicht mehr nervend, sondern eher beruhigend und angenehm und ein sanftes Lächeln trat auf meine entspannten Züge.

Aber schnell riss ich mich von dieser glückseligen Versunkenheit los und streckte meine Fühler nach Albus aus, aber da war nichts. Er war nirgendwo!

Erst jetzt fiel mir auf, dass ich ihn anscheinend wirklich losgelassen hatte. Wir hatten uns endgültig getrennt, wir waren schließlich nie wirklich zusammen als Seelensammler verschmolzen. Es war mehr ein missglücktes Versehen meiner außer Kontrolle geratenen Fähigkeiten gewesen und jetzt waren zwischen uns wieder alle Fäden durchtrennt, die ihn bisher an diese Welt gekettet hatten, das nahm ich nun ganz deutlich wahr.

Doch ich spürte auch, dass Albus nie ganz auf der anderen Seite sein würde, sondern dass Hogwarts weit weg von hier eine große Anziehung auf ihn gehabt hatte und nickte leicht im Verstehen, bevor ich mich aus dieser anderen Welt riss, wieder im Hier und Jetzt landete und die Augen schlagartig öffnete.

„Shit…“, hatten wir Harry bei unserem Wiedersehen total vergessen.

„Was?“, fragte ich deshalb auch reichlich irritiert.

„Er meint wunderbar…“

„Was?“, setzte ich nochmal nach.

„Du warst in einen lichten, grauen Nebel gehüllt, wahrlich beeindruckend“, erklärte mir Gellert generöser Weise und ich bekam große Augen, daher hatte es sich also so angefühlt, als würden mich Schleier umwehen. Es war tatsächlich so gewesen, wie cool war das denn? Die Twins würden austicken, sollte ich ihnen diesen Trick mal vorführen.

„Ehrlich? Wow… okay, das war mir nicht gegenwärtig!“

„Das hat man mitbekommen“, nuschelte Harry in seinen nichtvorhandenen Bart.

„Wie auch immer, verratet es nicht! Die anderen werden mich so schon schief genug ansehen… und wegen Albus… es tut mir leid, Gellert. Er ist tatsächlich weg, denn er ging nun endgültig! So wie es sein sollte, ein Teil von ihm ist jetzt in seinem Gemälde in Hogwarts, der andere hinter dem Schleier“, erklärte ich, dabei wandte ich mich ihm voll zu, während er versuchte, besonders desinteressiert zu wirken.

„Es ist nicht schlimm“, kam es fast schon trotzig von ihm, wobei er mit seiner gichtigen Hand durch die Gegend fächelte.

„Nicht? Sie sind nicht traurig?“, fragte ich vorsichtig.

„Nun, er konnte nerven“, sprach Sehnsucht aus seiner Stimme, „aber nun geht alles wieder seinen geregelten Gang und das ist gut so“, verkündete er, bevor er tief stöhnte. „Natürlich werde ich ihn vermissen… wie immer… wie immer…“

„Ich weiß“, wisperte ich leise zurück. Es tat mir leid, dass sie nur diese verhältnismäßig kurze Zeit zusammen gehabt hatten.

Hermiones Sicht Ende

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BeitragThema: 458. Good bye my lover    Di Apr 22, 2014 6:19 pm

458. Kapitel Good bye my lover


Dracos Sicht

Ich war nach der spontanen Stunteinlage mit meinem Vater, vollkommen unvorbereitet zu Gringotts zu gehen, in die Burg zurückgekehrt, um von dem schlotternden Dean Thomas zu erfahren, dass Harry Potter zusammen mit Hermione in die Burg geschlichen war.

Ein Umstand, der interessant war, so rauschte ich die Stufen hinauf und fand ein fröhliches Trio in meinem kleinen Büroraum vor, das mich, nachdem ich forsch eingetreten war, irgendwie bedröppelt ansah.

„Draco“, kam es ein wenig überrumpelt von Hermione, genauso wie vorhin im Kessel, und ich lüpfte eine Braue. Während sich Potter erstaunlich im Hintergrund zu halten schien, musste man bemerken, dass die Atmosphäre hier gespannt, um nicht zu sagen spannungsgeladen war.

„Ja, der bin ich…“, meinte ich daher auch langgezogen.

„Seid ihr schon fertig?“, fragte sie leicht spitz.

„Sieht so aus, oder?“, gab ich nicht weniger freundlich zurück und ließ ein unechtes Lächeln erkennen.

„Mist, dann muss ich zurück“, meinte sie recht forsch, aber das sah ich ein wenig anders und so trat ich gänzlich ein, dabei schmiss ich die Tür ins Schloss und packte ihr Handgelenk.

Sie wirkte überrascht, deshalb zog ich sie energisch an mich und sie stolperte in meine Arme.

„Nicht so eilig, Liebling! Du bleibst noch kurz und dich, Potter, und Sie, Gellert, euch würde ich bitten, unten zu warten, ich möchte noch mit euch sprechen, aber erst nachdem ich mit meiner Freundin geredet habe, ist das möglich?“, blieb ich betont höflich, nett und freundlich und erntete zum Teil urkomische und betretene Mienen.

„Ähhh, klar, Malfoy, wie du willst!“, „Ja, Jüngelchen, wir sind dann unten!“, verabschiedeten sich Potter und Gellert rasch und kurz darauf klickte die Tür hinter ihnen, worauf ich bereits meine Lippen hungrig auf ihre drückte.

„Draco… Draco, was?“, begehrte sie auf und ich ließ kurz von ihr ab.

„Was?“, fragte ich energisch und drängte sie stetig zurück, bis ihr Po gegen den Tisch drückte.

„Was wird das hier?“, fragte sie perplex.

„Nach was sieht es aus?“, kam es recht provokant, aber auch rau von mir.

„Du willst mich flachlegen!“, hauchte sie atemlos durch den stürmischen Kuss.

„Wenn´s so wäre?“, wollte ich mit einem Schmunzeln erfahren.

„Und was ist mit reden?“

„Später“, drängte ich entschlossen gegen sie.

„Mhm…“, eroberte ich wieder ihren Mund zurück.

Gleichzeitig strichen meine Hände gierig zu ihrem Po, schnell hob ich sie in einer fließenden Bewegung hoch, setzte sie auf der Tischplatte ab und ließ mich nicht weiter beirren, denn sie schien nur überrascht, dass ich sie wollte, nicht dass ich es einfach tat und mir holte, was ich begehrte.

Sofort schob ich ihr Kleid über ihre Schenkel, strich den störenden Stoff weit hinauf, während sie mit einem erstickten Ton luftholte. Sie wirkte noch immer überrumpelt, aber sie fing sich, da sie nun mein Gesicht mit ihren beiden Händen umfasste und mich eine Sekunde zwang, ihr hart in die Augen zu blicken. Stoisch, fast schon ungeduldig, erwiderte ich diesen Blickkontakt und ich wusste nicht, was sie in dem Meinigen fand, aber irgendetwas schien sie zu überzeugen, denn abrupt legte sie eine Hand in meinen Nacken und zog mich ruckartig an ihren Körper, drückte meinen Kopf hinab zu sich und suchte gierig mit ihren Lippen meinen Mund.

Wir teilten einen leidenschaftlichen Kuss, versanken in dem erotischen Spiel, während ich die Enden ihres Slips fand und diesen ungeduldig nach unten zog. Sie hatte es nicht weniger eilig und befreite mich schon eilfertig von meinen störenden Hosen.

Sie gab sich, wie ich es von ihr gewöhnt war, rückhaltlos und feurig, ehe sie sich von mir losriss und sich fast schon übermütig zurückfallen ließ, um dann auf ihren Armen zu ruhen, dabei starrte sie mich mit lustverhangenem Blick von unten herauf an.

„Auf was wartest du?“, fragte sie provokant und spreizte spielerisch lasziv ihre Beine. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, vor allem, da ich es vor Erregung gar nicht mehr abwarten konnte, mich wieder mit ihr zu vereinen.

Nicht, nachdem ich sie an Lughnasadh fast verloren hatte!

Der Rest war mir gleich. Ich hatte mich seit den Veela dazu entschieden, die Gegebenheiten zu nehmen wie sie kamen und das gehörte dazu. Was sollte ich philosophieren über Tatsachen, die unabänderlich waren?

Sie war sie und sie gehörte zu mir, das zählte!

Aber das hier war echt und darauf kam es an!

Als ich ihre Hüften umfasste, um mich mit einem gezielten und tiefen Stoß in ihr zu versenken, stöhnten wir gemeinsam rau auf und sie ließ sich endgültig auf den Rücken fallen, zog sogar noch etwas ihre Beine an und ich blickte mit glutvollem Blick auf sie, bevor ich mich in ihr zu bewegen begann.

Währenddessen trafen sich unsere Blicke und wir hielten den Kontakt, kurz flackerte der ihre und ich erinnerte mich an diese krassen weißen Augen und stöhnte wieder auf, kurz bevor sie ihren Rücken durchbog und mir ihre noch gut verpackten Brüste lüstern entgegen reckte. Ich vergrub meine Finger noch fester in ihren Seiten, um mich noch vehementer in ihr zu verlieren.

„Du weißt schon, dass das eine ganz schön heiße Nummer war!“, kicherte Hermione losgelöst mit einer alten, fast schon vergessenen Leichtigkeit. Sie wirkte durchwegs zufrieden und auch befriedigt, dabei drückte sie sich von hinten ganz eng an mich, während ich gerade meinen Gürtel schloss.

Nun schlich sich ein dreckiges Grinsen auf meine Züge und ich drehte ihr nur halb meinen Kopf zu.

„Du bist ja auch ein heißer Besen!“, zwinkerte ich ihr übermütig über meine Schulter zu.

„Ach Draco, ihr und euer doofes Quidditch! Aber das gerade war wirklich schön, so locker, so leicht… so müsste es immer sein“, war sie plötzlich ernst und barg ihr Gesicht an meinen Schultern und ich griff instinktiv nach ihren Händen, die sie zurückziehen wollte und zog sie nach vorne, sodass sie noch fester gegen meinen Rücken gepresst wurde und faltete ihre Hände auf meiner Brust.

„Dann lass uns daran arbeiten, dass es so bleibt… okay?“, spürte ich eine zaghaft nickende Bewegung an meinem Rücken, die irgendwie unsicher erschien. „Hey, mein Mudblood, mach dir nicht so viele Gedanken… und du wolltest reden, dann lass uns reden… oder hör mir erst mal zu.“

„Wie du willst!“, wisperte sie hinter mir und ich verstand sie. Es war leichter, das was gesagt werden musste auszusprechen, wenn wir uns nicht ansahen.

„Das letztens war ein grausamer Stunt, aber ich hab ehrlich gesagt weniger Interesse daran, aber ich weiß, dass du mir zu viel verheimlichst, was dieses Thema angeht…“

„Draco, ich…“

„Schschsch…“, unterbrach ich herrisch. „Ich bin dran. Ich weiß, dass du dich mit der Nekromantie eingelassen hast, gefällt es mir? Nein! Kann ich was dran ändern? Nein!“, rief ich fast schon ungehemmt stürmisch, denn das offenbarte meine wirren Gefühle, die hier eine Rolle spielten, aber gleichzeitig konnte ich mich beherrschen und streichelte ihre Handrücken in einer sanften Liebkosung.

„Mhmhm!“

„Eben! Dass du damals mehr als unglückliche Entscheidungen getroffen hast, weißt du selbst am besten, … es ist nicht mehr zu ändern… aber ehrlich, ich glaube, was deine Schmerzensschreie verursacht hat, hat gereicht, um dir das selbst sehr malerisch vor Augen zu führen. Was du erlebt hast… ich finde es tragisch, dass du das verloren hast… aber ich kann es akzeptieren... ich muss es akzeptieren!“, erklärte ich mit einer gewissen rationalen Verbitterung. „Mir bist du wichtig, sonst nichts…“

„Danke…“, murmelte sie wieder hörbar erleichtert und ich wusste, ich hatte das Richtige getan. Vorhaltungen und Zurechtweisungen hätten sie nur zu Vater getrieben und ich war nicht der dumme Junge von früher und so war es gut, dass sie mir nicht in mein Antlitz sehen konnte, sonst hätte sie den durchaus berechnenden Ausdruck wahrnehmen können, der sich einfach nicht mehr unterdrücken ließ.

Kurz darauf begleitete ich sie hinunter und verabschiedete sie, doch sie wollte noch einige Augenblicke hier bleiben, worauf sie dann aber ins Manor zurückkehren musste, damit Vater keinen Suchtrupp losschicken würde.

„Potter, Gellert… kommt ihr?“, rief ich gewohnt herrisch und lotste sie wieder hinab in die Kerker.

„Was willst du, Malfoy?“, fragte Gellert recht schnöde, als er sich in einem der Sessel in der unterirdischen Bibliothek niederließ.

„Alles!“, deutete ich mit erhobenem Zeigefinger auf den Alten und Potter; dieser hob hinter seiner Brille taxierend die Braue.

„Von was?“

„Was wir von dem was mit ihr passierte nicht wissen und ich will alles wissen, was er oder du schon wisst und was er oder du nicht weißt. Ich will Gleichstand, oder besser; ich bestehe auf Gleichstand!“, forderte ich hart.

„Okay, damit kann ich leben!“, blinzelte ich kurz überrascht, als mir Potter ins Wort fiel, wenngleich es durchaus positiv war, dass wir mal einer Meinung waren aber es verwunderte mich und das erkannte Potter auch, denn auf einmal kicherte er hämisch.

„Überrascht?“, wollte er provokant erfahren und grinste unerträglich selbstgefällig.

„Könnte man so sagen!“, presste ich vorsichtig hervor.

„Tja, ich hab die Wahl zwischen Cholera und Pest und ehrlich, Malfoy, dann entscheide ich mich eindeutig für die Cholera…“, dabei blickte mich die Brillenschlange sehr durchdringend an.

„Ich und Cholera, willst du mich beleidigen?“, gab ich ätzend Kontra.

„Nein, eigentlich nicht, denn mal ehrlich, die Pest ist selbst heute noch in bis zu 60-80 Prozent tödlich, wohingegen bei Behandlung nur ein Prozent der Erkrankten an der Cholera draufgeht, also von der Seite gesehen bist du richtig human!“, kam es schrecklich besserwisserisch von Potter und ich zog eine Grimasse. Mit einer tödlichen Krankheit verglichen zu werden, war nicht schmeichelhaft.

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/156996/pest-oder-cholera-das-ist-die-klugere-wahl

„Aha und mein Vater ist die Pest, nehme ich mal an?“

„Du bist echt ein ganz schneller!“, grinste Potter dümmlich, andere würden sagen überheblich.

„Es freut mich, dass sie beide einer Meinung sind“, blinzelten sowohl Potter als auch ich unseren alten Totenkopf an, während er die Hände wie zum Gebet faltete. „Sie müssen wissen, sie sind beide wichtig! Sowohl für diese Burg und die Leute, die in ihr Leben, als auch für SIE! Und nur gemeinsam werden sie stark sein. Der finstere Mann von letztens hat einen hohen Stellenwert, alleine könnte es einsam und sehr schwierig werden…“

„Das war nicht mein Vater!“, wollte ich jedem Missverständnis vorbeugen.

„Bei dem Aussehen dachte ich mir das fast!“, spottete Gellert sachte. „Ich frage mich aber dennoch, wer der andere war und in welcher Beziehung er zu euch steht?“

„Er ist unser Professor… äh, und neuer Schulleiter!“, kam mir Potter in seiner unnachahmlichen Art zuvor und ich rollte mit den Augen, da Gellert mich intensiv ansah, denn augenscheinlich hatte er etwas anderes wissen wollen und so stöhnte ich leise.

„Mein Patenonkel!“, gab ich wortkarg zu.

„Ohhh? Das kommt unerwartet“, gestand Gellert perplex und er versuchte es nicht mal zu kaschieren.

„Schön, wenn wir Sie auch mal überraschen können!“, ätzte ich böse.

„Nur erkenne ich das recht, dass ihr… also dass… ihr drei, du, sie und er… dass ihr“, deutete er umständlich mit seinen alten Händen und Fingern durch die Luft und versuchte, etwas zu erklären, was er nicht wirklich in Worte fassen konnte.

„Er heißt Snape!“, warf Potter lakonisch ein.

„Ja… ja, dies war Albus‘ Mörder… ich erinnere mich… ein sehr interessanter Charakter!“, wisperte der Alte irgendwie selbstvergessen. „Ihr habt alle eine Beziehung zueinander?“

„Ja, Sie erkennen recht!“, murrte ich düster darüber, was Gellert sich hier laut auszusprechen gezwungen sah, um seine Neugierde zu befriedigen.

„Tatsächlich?“, fragte er aufdringlich, dabei glubschte er mich mit seinen so hellen blauen Augen durchdringend an. „Und den wirst du nicht mehr los?“

„Ich bin nicht lebensmüde!“

„Wenigstens erkennst du deine Möglichkeiten… realistisch… aber sagst du es wegen seinen Fähigkeiten, oder weil sie es nicht zulassen würde?“, wollte das alte Männlein zu neugierig erfahren, weswegen sich meine Augen zu Schlitzen verengten.

„Beides…“, entgegnete ich widerwillig.

„Interessant… aber ich kann sie verstehen, er ist eine durchaus faszinierende Persönlichkeit und der Nachfolger von Albus! Sie war schon immer von Pragmatismus geprägt.“

„Sie erscheinen gut informiert…“

„Oh, man tut was man kann!“, räumte er widerstrebend ein, aber ein betretener Ausdruck lag auf seiner faltigen Miene.

„Mit Snape und dem da hier haben wir uns alle arrangiert“, deutete Potter irgendwie anklagend auf mich, während er zur Unterstreichung sein wirres Haupt schüttelte. „Sie müssen wissen, Gellert, wer die Gefahr ist, das ist sein Vater!“

„Ich bin ganz Ohr!“, funkelten sofort die hellblauen Augen des Greises neugierig auf.

„Hey, ich wollte mehr über dieses Schleierzeug erfahren!“, brauste ich auf. „Und nicht über uns reden.“

„Geduld, ich würde sagen, eine Hand wäscht die andere… wobei ich betonen möchte, dass ich das Vertrauen des Sonnenscheinchens nicht hintergehen werde… es gibt Dinge, die ich euch nicht sagen kann und nicht sagen werde… eben weil ihr keine Nekromanten seid… Ehrenkodex… nehmt an, oder vergesst es!“, stellte Gellert knallhart seine Forderung und seine Loyalität musste man bewundern, als ich mich kurz zu Potter wandte und wir uns tief in die Augen blickten, bevor wir uns verständigten um gleichzeitig zu nicken. Das war akzeptabel.

„Wunderbar!“, klatschte der Alte wie ein Kleinkind in die Hände. Er wirkte so gefährlich wie ein Teddybär, wie sehr man sich doch täuschen konnte, denn seine Augen nahmen einen mehr als verschlagenen Ausdruck an. „Also, ich will alles von ihr und den beiden anderen Männern erfahren!“, hörte sich jede Silbe, die er sprach, durchtrieben an.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich hatte eigentlich nach den Twins sehen wollen und war deswegen durch die Burg gelaufen um sie zu suchen, aber bisher hatte ich sie nicht finden können, sondern war nur Luna in die Arme gelaufen, was mich auf dem Absatz hatte kehrt machen wollen lassen, leider ließ sie es nicht zu.

„Oh, dir geht es wieder gut, das ist schön!“, gab sie mit einem leisen Singsang in der Stimme als Begrüßung von sich.

Dabei schien sie erst nicht direkt mich anzusehen, sondern um mich herum die Luft abzusuchen. Schließlich sah sie mich dann jedoch direkt an, während ich mich fragte, ob sich schon die Schleier hoben? Luna war komisch, so oder so!

„Ja, geht es!“, gab ich knapp Antwort.

Natürlich erinnerte ich mich noch daran, dass Luna in der Höhle dabei gewesen war, aber was gerade sie mit ihrer Gabe, welche auch immer das war, gesehen hatte oder inwieweit sie involviert gewesen war, wusste ich nicht wirklich.

„Wir hatten alle große Angst um dich! Deine Schreie, sie waren schrecklich, weißt du, aber ich musste die Luft anhalten vor Angst, als deine Aura so geflackert hat, fast warst du weg, du warst ab und an ganz weg… wie tot, weißt du?“, sprach sie leise und einfühlsam mit mir und trat näher auf mich zu. „Wir hatten Angst um dich.“

Bei ihren Worten erstarrte ich und mir zog eine Gänsehaut auf, schließlich war es nicht so, dass ich mich gerne an die Anderswelt erinnerte.

„So schlimm war es nicht!“, wiegelte ich recht schroff ab, während ich den Drang hatte, einen Schritt zurück zu machen, weil Luna nun auch noch nach meinen Händen griff und mich berühren wollte.

„Du kannst alle täuschen, aber mich nicht. Der Grad, auf dem du wandeltest, war sehr schmal, wärest du auch nur einen Schritt fehl gegangen, wärest du gestorben oder bestenfalls geblieben, wo auch immer du warst!“, sprach sie völlig ernst, aber in meinen Augen total wirr und unpassend hochgestochen, während sie mich eindringlich ansah.

Ihre Hände verharrten in der Luft, ergriffen meine nicht, so als hätte sie bemerkt, dass ich dies nicht wollte.

Ich erwiderte nichts, sah sie nur stumm an, während ihr Blick geradezu hypnotisierend in seiner Eindringlichkeit wurde, bis sie schließlich kurz die Augen schloss und als sie mich wieder ansah war ihr Ausdruck wieder so unstet und verträumt wie immer.

„Weißt du, Hermione, Rolf fördert meine Gaben, er spornt mich an, sie zu nutzen!“, wechselte sie abrupt nickend das Thema, genau so schnell wie sich ihr Blick geändert hatte, Luna verpasste einem ein Schleudertrauma.

„Ja und?“, fragte ich daher perplex, da ich weder wusste, auf was sie hinaus wollte noch verstand, was dieses schon immer eigenartige und nun noch eigenwilliger gewordene Mädchen von mir wollte.

„Oh, das wirst du schon noch sehen!“, antwortete sie erheitert und mit einem zufriedenen Grinsen auf den Lippen, dann wirbelte sie einmal um die eigene Achse, lief aber letztendlich an mir vorbei und ließ mich stehen.

Irritiert blickte ich ihr hinterher, wie sie mit leichten, beschwingten Schritten den Korridor entlang lief und ab und an in die Luft sprang. Kurz bevor sie aus meinem Blickfeld verschwand hob sie noch eine Hand und winkte, ohne sich umzudrehen.

Stirnrunzelnd und irritiert, aber auch völlig überfordert blickte ich ihr hinterher. Diese Begegnung war mehr als seltsam gewesen, doch ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken, denn ich musste mich auf den Weg machen, wenn ich nicht wollte, dass Lucius sich an meiner Abwesenheit störte.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

„Ich hoffe, ich störe nicht euren gemütlichen Plausch“, schnarrte ich gewohnt spöttisch und platzte in ein gemütlich wirkendes Gespräch zwischen Hermione und Lucius, die es sich unter einem Pavillon im Park gemütlich gemacht hatten.

Als sie sich zu mir umwandte, sandte sie mir ein unerwartet strahlendes Lächeln, mit einem Feuereifer in ihren Augen, den ich lange nicht mehr wahrgenommen hatte. Der mich aber nach den unterirdischen Erlebnissen in der Burg überraschte, das hatte ich nicht erwartet, wenn man bedachte, in was für einer Verfassung sie gewesen war, als ich sie ins Manor gebracht hatte.

„Severus…“, hauchte sie ernsthaft erfreut und in wachsender Skepsis zog ich eine Braue in die Höhe.

„Heute in derart ungewohnt guter Laune?“, fragte ich gedehnt, erntete aber nur ein lächerliches Kichern von ihr, das in meinen empfindsamen Ohren übermütig klang.

„Meinem holden Retter mit weniger als einem Lächeln zu begegnen wäre wohl mehr als undankbar!“, sprang sie leichtfüßig auf die Beine und eilte beschwingt zu mir, dabei fiel sie mir mehr oder minder übereifrig in die Arme.

Ich war fast steif, denn eine derartige Begeisterung kannte ich von ihr nicht und während ich, aufgrund dieses ungewohnten Gefühlsausbruchs von ihr, den amüsiert hüstelnden Gockel ertragen musste, legte sie mehr als unerwartet einfühlsam ihre Lippen an meine und küsste mich gefühlvoll.

Trotz aller Beobachtung ließ ich mich dazu hinab und erwiderte den Kuss kurz, bevor ich mich entschlossen von ihr löste.

„Ihr habt Spaß?“, fragte ich betont neutral und nach einem Blick machte ich aus, dass sie schon wieder Kakteenchampagner tranken. Ich rollte wegen dieser Entdeckung mit den Augen, aber vielleicht erklärte dies ihren Überschwang.

„Nun, sagen wir so, ich wollte mich gebührend verabschieden!“, räumte Lucius exaltiert ein und das Biest fuhr zu ihm herum.

„Du gehst?“, fragte sie hörbar verunsichert. „Jetzt?“

„Ich nicht!“, stellte er sofort richtig und nickte mir zu.

„Das verstehe ich jetzt nicht!“, bekannte sie und sah wieder zu mir.

„Er meint, dass ich dich entführen möchte und er hat recht… verabschiede dich von Lucius, du wirst die nächsten Tage mit mir verbringen!“, erklärte ich ihr bestimmt, weswegen sie ihre Stirn runzelte.

„Bitte? Wie das?“, fragte sie verwirrt und blickte zwischen uns beiden hin und her. „Ich habe dir doch gesagt, dass ich mit dir reden möchte und nun“, zog sich ein unwilliger Ausdruck über meine Miene. Ich mochte ihren Argwohn gerade gar nicht.

„Aber wo? In Spinners End?“, fragte sie indiskret nach und ich antwortete nicht, sondern starrte sie nur mit meinen tiefschwarzen Augen verstimmt an.

„Sei doch nicht zu neugierig, Liebes, sonst verdirbst du ihm doch nur die Freude!“, mischte sich nun meine Nervensäge mit ein, was sie wiederum zu ihm herumfahren ließ. Sie erkannte, dass sie mich indirekt beleidigt hatte, aber ich war nicht gewillt, ihr eine Reaktion zukommen zu lassen.

„Muss ich packen?“, riss sie sich nach der Zurechtweisung eilig am Riemen und ich blickte sie irritiert an.

„Nein, nur mitkommen!“, meinte ich recht knapp.

Sie konnte mittlerweile wahrlich mit den Gockeln mithalten, wäre mein Heim nicht gut genug für sie? Von einem verächtlichen Schnauben begleitet bot ich ihr meinen Arm an und sie wagte es nicht, noch weitere Widerworte zu geben. Aber sie kam nicht sofort zu mir, davor entschwebte sie schnell zu Lucius, da ihr dieser mit einer sehr bestimmten Geste bedeutet hatte, dass sie nicht ohne vorherige Verabschiedung gehen durfte und ich rollte schon wieder mit meinen schwarzen Augen wegen dieser unnötigen Dramaturgie.

Während wir ins Foyer gingen, blickte sie mich mit sichtbar gemischten Gefühlen von der Seite her an.

„Was?“, fragte ich indigniert.

„Ich bin wirklich gespannt, Severus“, bekannt sie erstaunlich offen.

„Das solltest du auch sein!“, stoppte ich und fasste sie fester, bevor ich uns Seit-an-Seit-apparierte.

Wir kamen in einem kleinen, aber feinen Vestibül an, das vorwiegend aus dunklem Holz bestand.

http://www.schloss-wahn.com/repraesentationsraeume/vestibuel/index.html

Das Parkett, die Treppe, die halbe Wandverkleidung und die Türen waren aus diesem Material gefertigt, nur die Wände und die Unterseite der großen Treppe mit reich geschnitzter Balustrade waren in schlichtem Weiß gehalten.

Natürlich gab es hier im Eingangsbereich auch noch einen großen offenen Kamin, eine alte Ritterrüstung und die sich bewegenden Gemälde an den Wänden, aber es wirkte doch sehr viel schlichter und kleiner als Malfoy Manor, wenngleich durchaus repräsentativ.

„Okay, Severus, wo sind wir hier?“, fragte sie langsam, fast schon vorsichtig, mit einem taxierenden Blick, der die Gegend absuchte.

„Hier?“, gab ich eine unnötige und widerwillige Gegenfrage zurück und mein Blick schweifte langsam durch die Umgebung. „Du bist in Prince House!“, verkündete ich dann betont neutral und sie stockte.

„Prince… nicht dein Ernst, du hast noch ein Haus?“, stieß sie dann doch hörbar irritiert aus.

„Soll ich nun beleidigt sein, dass du mir Spinners End als Endstation andichtest?“, gab ich unnachahmlich schnippisch zurück, da mir ihre Reaktion, aus welchem Grund auch immer, nicht gefiel.

„Nein, versteh mich bitte nicht falsch, aber das… das habe ich überhaupt nicht erwartet“, öffnete sie ihre Hände in Erstaunen. „Das ist unerwartet, beeindruckend aber auch… ich weiß nicht, ich sehe dich nicht als Herrenhausbesitzer“, knabberte sie leicht überfordert an ihrer Unterlippe. „Weiß Draco davon?“

„Nein, nicht dass ich wüsste, die wenigsten wissen, dass es Prince House gibt, geschweige denn, dass ich es geerbt habe“, ließ ich mich dazu herab, ihr die Fakten zu nennen, während sie sich immer noch gefesselt umsah.

„Lass mich raten, Lucius weiß es!“

„Ja!“, meinte ich schmal, woraufhin sie mir ein übermütiges Lächeln zuwarf.

„Es passt zu dir“, meinte sie plötzlich aufgeschlossen und eilte an meine Seite.

„Du hast doch noch gar nichts gesehen!“

„Ja, aber der Beginn passt schon, so schön düster, aber doch heimelig!“, drehte sie langsam ihr Antlitz mit diesem doppeldeutigen Grinsen zu mir und zwinkerte vergnügt. „Tja, dann fang mal an!“, meinte sie gutgelaunt und das ließ ich mir nicht zweimal sagen, vor allem, da ich es als lästige Pflicht ansah, die ich rasch hinter mich bringen wollte.

Von außen war es ein roter Backsteinbau, nichts Berauschendes oder gar Protziges, aber es war ein nobles Herrenhaus. Ich begann die Führung im Erdgeschoss, zeigte ihr die große Küche mit den Abstellkammern, in der die einzigen beiden Hauselfen werkelten, die hier lebten und die ich ihr vorstellte.

http://www.schloss-wahn.com/architektur/ensemble/index.html

Es gab einen großen Hauptsaal, dessen Terrassentür über eine geschwungene Freitreppe in den Garten führte. Dieser nachweislich älteste Raum hatte deckenhohe magische Gemälde und holzgeschnitzte doppelflügelige Türen mit eingelassenen Bildern.

Außerdem befanden sich links und rechts zwei kleinere Salons, die eher als gemütlichere Wohnsalons dienten. Aus dem ehemaligen Refektorium hatte ich eine Bibliothek gemacht. Da es hier unter meiner Ägide keine großen Gesellschaften gab, brauchte ich keine derart große Banketttafel und der protzige Marmorkamin erschuf ein gemütliches Feuer beim entspannten Lesen, was viel eher meinen Ansprüchen nachkam als alles andere.

Ich hatte das Anwesen nach und nach meinen Wünschen angepasst. Es gab noch ein Musikzimmer, das ich durchaus zu schätzen wusste, und daneben das als Wiener Zimmer bezeichnete, aber von mir als Speisesaal genützter Raum.

Es war bei weitem nicht so weitläufig wie das irrwitzig große Manor von Lucius aber genügte mehr als meinen Ansprüchen. Natürlich gab es einen Keller, in dem auch ein Labor untergebracht war, aber anders als man vielleicht annehmen würde, war ich fast nie dort unten, denn wenn ich hier weilte, genoss ich anderes als meiner Trankbrauleidenschaft nachzugehen, denn das konnte ich sowohl in Hogwarts als auch im Manor.

So führte ich die sehr in sich gekehrt wirkende Hermione in den ersten Stock, der nochmal zehn Zimmer beherbergte und für eine Person fast schon dekadent anmutete.

Aber ich hatte diesen Prince Besitz nie in Frage gestellt, er gehörte mir. Hier oben befand sich das große Büro meines Großvaters mit dem seltenen Denkarium, in dem mir Lucius vor so langer Zeit die denkwürdige Szene vom Ende meines Muggelvaters vorgeführt hatte. Selbst heute noch erinnerte ich mich gerne an diese Stunden zurück, in denen mir und meiner Mutter Gerechtigkeit von Lucius‘ Seite widerfahren war, eine schlichte Tatsache, die ich ihm selbst heute noch hoch anrechnete.

Nun zeigte ich ihr wenig involviert die Schlafzimmerfronten, um dann zuerst eine holzvertäfelte Tür auf der linken Seite aufzustoßen.

„Das ist dein Reich“, präsentierte ich ihr ihren kleinen Salon.

Er war regelrecht winzig, wenn man sich ihre Suite ins Gedächtnis rief, aber es passte in die Dimensionen dieses Hauses. Ebenso dominierten hier wieder recht gesetzte dunkle Farben, wie sie im ganzen Haus zu finden waren. Hier bei mir herrschten ein dunkles Grün, tiefdunkles Rot und wenn nur sehr kräftige Blautöne vor, die vereinzelt ihre Akzente setzten.

„Schön“, wollte sie beginnen, als ich den Raum mit großen Schritten durchlief um die Verbindungstür zu dem größten Schlafzimmer des Hauses zu öffnen, das über dem Hauptsaal des Erdgeschosses lag.

„Das ist die Mastersuite?“, hauchte sie plötzlich überraschend leise hinter mir und ich wandte mich ihr lauernd zu.

„Jaaa?“, kam es langgezogen von mir, denn ich war mir nicht sicher, ob mir gefallen würde, worauf dies hier hinauslief, da sie mir mit gefurchter Stirn entgegen sah.

„Wir teilen uns ein Bett?“, raffte sie sich auf, klare Worte zu finden.

„Jaaaa“, meinte ich mit ausdrucksloser Miene. „Das tun wir in Hogwarts auch“, fühlte ich mich bemüßigt, hinterher zu setzen, nachdem sie alles andere als erfreut wirkte.

„Ja, aber willst du das denn hier auch?“, fragte sie sichtbar unwohl nach, während ich sehr wohl etwas wie Unwillen in mir aufsteigen fühlen konnte. Was für ein Spiel sollte das hier werden?

„Würde ich es dir sonst bieten? Ich wünsche, dass du in diesem Haus bei mir schläfst“, gab ich schnarrend von mir, unterdessen sie mich genau beobachtete.

„Du musst das nicht tun!“

„Wer sagt das?“, schaffte sie es tatsächlich, mich vollständig mit ihrem Verhalten zu verwirren, denn ich fragte mich unwillkürlich, ob sie nicht bei mir schlafen wollte, oder was sie mit ihrer Rede bezweckte.

„Severus, du erträgst es kaum, jemanden allzu lange um dich zu haben, ich kenne dich! Du musst das also nicht tun… es macht mir nichts aus“, versuchte sie ihre Bedenken zu erklären, was mich langsam, aber sicher verstehen ließ, was sie bewegte. Sie wollte mich nicht ärgern oder gar brüskieren, sie versuchte, es mir recht zu machen, woraufhin ich meine Lippen zu einer dünnen Linie zusammenkniff.

„Ich würde es dir nicht anbieten, wenn ich nicht wollen würde“, grollte ich dunkel, „lass uns eines richtig stellen, Hermione! Ich wünsche dich hier in meinem Bett! Punktum, willst du darüber diskutieren?“, drohte ich fast schon seidig, indes ich sie mit durchdringenden Blicken maß.

„Ohhh, wirst du grummelig?“, fragte sie provokant und drehte sich schwungvoll zu mir, dabei klemmte sie ihre Zunge nervös zwischen ihre Lippen. „Ja, du bist gerade mies drauf! Aber ich will dich doch nicht ärgern, ich habe nur Sorge, dass ich dir auf die zarten und so beanspruchten Nerven gehe!“, kam sie mir mit beißendem Spott entgegen.

„Deine Sorge rühmt dich“, tat ich gehässig ab. „Links sind deine Räume, rechts meine, in der Mitte ist das Schlafzimmer! Du hast schon recht, rechts will ich dich an sich nicht haben, aber dort drin auf alle Fälle!“, konnte ich nun ein leichtes Schmunzeln nicht mehr unterdrücken, da sie nach dieser Aussage von mir fast schon zu erleichtert wirkte, um nicht beleidigend zu wirken.

„Na, das beruhigt mich jetzt ungemein, du bist noch immer du! Aber da das jetzt geklärt ist, lass mich dir sagen, mein Guter“, fing sie mit einem zynischen Grinsen im Gesicht an, alle Unsicherheit schien von ihr abgefallen zu sein, da sie sich mir soeben mit wiegendem Schritt näherte, „dass es ein unbeschreiblich schönes Gefühl ist, zu wissen, dass du mich gar nicht mehr hergeben willst… wie ist es… wollen wir es testen?“

„Was?“, fragte ich anzüglich, nachdem sie jede Scheu verloren zu haben schien. Ich verstand ihre vorhergehende Anspielung auf Lughnasadh durchaus.

„Das Bett!“, lachte sie hell auf, war mit einem übermütigen Satz in der Mitte der Matratze gelandet und deutete mit einem ausgestreckten Zeigefinger drohend auf mich. „Wie soll ich sagen, Severus… mhm… ich habe dich vermisst… komm zu mir!“, kam es rauchig von ihr, dabei lockte sie mich verführerisch zu sich. Diese Aufforderung musste ich nicht zweimal hören.

Ich betrachtete sie, wie sie lasziv auf dem Bett kniete, legte mit Bedacht mein schwarzes Haupt schief und ließ das befriedigende Gefühl zu, zu wissen, dass sie nun hier bei mir war. Hierbei stieg ein selten gefühlter Besitzanspruch in mir auf und es wurde mir regelrecht ein Bedürfnis, dem nachzukommen und ihr zu zeigen, dass sie hier zu mir und eben auch in dieses Bett gehörte.

Somit hielt ich mich nicht mit den störenden Stoffen unserer Kleidung auf, sondern zauberte sie uns einfach vom Leib. Ich ging rasch auf sie zu und stieg auf das Bett, das unter mir nachgab. Nachdem sie mir bisher mit größter Ruhe entgegengesehen hatte, wurde sie nun wie gewohnt aktiv und schlang ihre Arme begehrlich um meinen Nacken, zog mich ungeduldig über sich. Meine Hände vergruben sich fahrig in ihrem Haar, meine Lippen senkten sich hungrig auf ihre und ich genoss es, sie hier in meinem Heim endlich zu besitzen.

Es war ein ganz anderes Gefühl und zu meinem Erstaunen fühlte es sich verdammt gut und vor allem richtig an, sie an diesem Ort bei mir zu haben, wenn man bedachte, dass ich es im Allgemeinen sonst hasste, jemanden um mich zu haben. Ihre Sorge vorhin war begründet gewesen und sie kannte mich wahrlich zu gut, es stimmte, sonst mochte ich Gesellschaft gar nicht, aber gegen das hier, gemeinsam mit ihr, konnte ich absolut nichts haben.

Ihr Aroma, ihr einzigartiger Geschmack lagen mir auf der Zunge und ich genoss es ungewohnt langmütig, sie nur zu berühren, zu spüren und zu küssen, drang verspielt mit meiner Zunge in sie ein und sie passte sich mir sofort an, wenngleich sie sich begehrlich an mich schmiegte.

Dabei genoss ich es, dass sie sich mir willenlos hingab und sachte in meinen Mund stöhnte. Doch uns übermannte die unbändige Lust, uns leidenschaftlich zu vereinen und unsere Bewegungen wurden wilder und ungestümer.

Hermione erkundete mit fahrigen Bewegungen meinen Körper, während ich sie unter mir in die gewünschte Position brachte, und mich kurz darauf bereits in sie schob, unterdessen erbebte sie wollüstig unter mir und ein gemeinsames tiefes Stöhnen erfüllte den bisher für derlei noch nie genützten Raum.

Sie erschauerte und blickte mir tief in die Augen, bis sie diese plötzlich verdrehte und mir überwältigt die Nägel in den Rücken krallte. Ich keuchte schmerzverzerrt auf und stieß noch ein wenig tiefer vor, woraufhin sie ihre Beine fest um meine Hüften schlang. Sie reckte mir gierig ihr Becken entgegen, nahm mich noch mehr auf und bescherte mir ein unglaubliches Gefühl, als ich regelrecht frenetisch getrieben über sie herfiel.

Einen Moment später stockte ich in meinen rhythmischen Bewegungen und starrte ungläubig auf sie hinab, mir war es, als würde ich erst jetzt wieder registrieren, was es bedeutete, dass sie hier war, hier unter mir lag, aber sie ließ mir keine Zeit, dem Bedeutung beizumessen, denn schon blinzelte sie zu mir hoch und legte eine ihrer Hände in meinen Nacken, zog mich mit einem sehr entschlossenen und festen Griff zu sich hinab, da sie gierig meinen Mund suchte.

Severus Sicht Ende

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Kapitel 457-458
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