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 Kapitel 461-462

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 461-462   Di Mai 13, 2014 8:48 pm

461. Kapitel Portrait of a Manipulator


Severus Sicht

Das lief besser als erhofft. Sie war derart entspannt, dass sie sogar zu Späßen aufgelegt war und meine heimliche Hoffnung, dass wir es gemeinsam in dem alten Gemäuer aushalten würden, stieg.

Es war ein Wagnis, dass ich mit ihr in meinem Refugium war. Ich hoffte sehr, im Nachhinein nicht zu bereuen, sie derart nah an mich herangelassen zu haben. Leider zwang mich Lucius‘ Penetranz dazu, mehr von mir preisgeben zu müssen, als ich gewöhnlich zu offenbaren bereit war. Dies hätte ich diesem Gockel wahrlich übel nehmen müssen, aber gerade hoffte ich für meinen ironischen Geschmack viel zu viel, aber was sollte man machen?

Ich hielt das Seufzen auf meinen Lippen nicht zurück, wenn es zwischen uns allerdings nur im Ansatz so lief wie in Hogwarts, dann standen die Chancen recht gut, dass wir es schaffen konnten, uns nicht zu nerven, was für mich elementar wichtig war!

Mein ausgeglichenes Seelenheil stand hier auf dem riskanten Spiel und da musste ich einfach mit größtem Bedacht vorgehen.

Was hatte mich trotz des guten Beginns derart eilig von ihr weggetrieben? Sehr wichtige Gespräche, nach ihren Offenbarungen, die ich nicht aufschieben wollte, da sie, selbst auf die lange Bank geschoben, nicht schöner oder gar erfreulicher werden würden.

„Snape!“, knurrte plötzlich zu nah neben meinem feinen Ohr eine hörbar wütende Frauenstimme und ich hielt abrupt inne, sichtbar verstimmt über diese unerwünschte Störung meiner gewichtigen Gedanken.

„Was kann ich für Sie tun?“ Alles an meinem schnarrenden Ton sagte aus: „oder auch gegen Sie“, wenngleich ich es mir heldenhaft verkniff, meinem Sarkasmus Tür und Tor zu öffnen.

„Sie… gedenken die nächsten Tage von hier weg zu sein? Ich soll also Ihre Arbeit tun, wie Sie mir heute Morgen derart großzügig mit Ihrer Eule mitzuteilen gedachten?“, meinte sie aufgebracht und ihre ganze Haltung sprach von ihrer Entrüstung, weil ich es wagte, ihr Befehle zu erteilen.

„Das ist korrekt, Madame!“

„Und ich soll folgen wie ein Schulkind?“, keifte sie inbrünstig, während ich betont freundlich blieb. Schlussendlich war ich der Boss und sie ein Befehlsempfänger. Was erwartete diese Frau von mir?

So sagte ich erst mal nichts auf ihre Provokation, indes sie wie ein Löwe schnaubte: „Was erwarten Sie von mir, Snape? Das Schreiben der Einladungsbriefe?“

„Nein, ich habe das schon übernommen!“, winkte ich lässig ab.
Ich würde niemanden dieses magische Buch öffnen lassen, das war bei dem Namenshickhack der Kinder untereinander lebensgefährlich, wenn herauskäme, wer schon alles anders hieß. Gleichzeitig machte mich ihr abruptes Einlenken auch misstrauisch.

„Tatsächlich!“

„Ach bitte, versuchen Sie nicht, mich für dumm zu verkaufen, das wäre unter Ihrer Würde“, blickte ich hämisch auf sie hinab.

„Sie versuchen, sich Zugang zu meinem Büro zu verschaffen, aber seien Sie unbesorgt, sobald sich mein Vorgänger eines Tages dazu bequemt, zu erwachen, werde ich Sie umgehend holen lassen“, schnarrte ich süßlich. „Schließlich habe ich nichts zu verbergen.“

„Pffff!“, knatterte ihre Stimme vollständig vor Unglauben. „Aha, wer´s glaubt.“

„Sonst noch etwas?“, fragte ich unwirsch und steuerte die sich selbstständig bewegenden Treppen an. Ich ließ sie einfach so stehen und vernahm hinter mir keinen Ton, da sie wohl wegen meiner Anmaßung verstummt war. Also stieg ich hinauf, ohne einen Blick zurück.

Dann war es soweit, dass ich mein Büro mit einer gewissen gespannten Grunderwartung betrat. Es war bedrückend still, denn selbst die anderen Gemälde waren endlich mal leise. Ich schritt hoch erhobenen Hauptes zu meinem Schreibtisch auf dem Podest und wandte mich dann erst mit einer aufmerksamkeitsheischenden Drehung meines Gehrocks zu den Portraits um.

Erst dann blickte ich hoch über den Kamin und durfte erleben, dass er mich tatsächlich zum ersten Mal, seitdem ich hier herrschte, mit offenen Augen anstarrte.

Wir sagten erst mal nichts und maßen uns nur gegenseitig mit großem, lauerndem Misstrauen!

Die anderen Gemälde hielten gespannt ob dieses Duells, zu meinem größten Vergnügen, endlich mal die vorlauten Münder.

„Severus!“, überwand sich der alte Mann schlussendlich und ich neigte sachte mein Haupt in akzeptierender Erwiderung seiner mehr als kühlen Begrüßung.

„Albus!“

„Du wurdest also tatsächlich erwählt!“, stellte er absolut unnötigerweise fest. Anscheinend war er leicht überfordert mit der Tatsache, wie wir nun weitermachen sollten, aber leicht würde ich es ihm nicht machen, schließlich blickte er seinem Mörder ins Antlitz. Wenngleich es auf seinen Wunsch hin geschehen war, machte es das nicht einfacher oder gar angenehmer.

„Wie geplant!“

„Pffff“, kam es verächtlich vom Bild und ich lüpfte eine pechschwarze Braue, denn so hatten wir es geplant. Was wollte er? „Geplant? Ihr habt mich alle hintergangen… ich fasse es nicht, dass du auf diese Schlampe hereinfällst!“, galoppierten mit dem Alten eindeutig die Thestrale durch.

„Ich wäre verbunden, wenn Sie Beleidigungen unterlassen könnten!“, forderte ich mit schneidender Schärfe.

Aber gerade nach ihrer Offenbarung, dass sie seinen Geist mit Muffins attackiert hatte, wunderte es mich gar nicht mehr, dass dieser sonst so konträr erscheinende Mann bei ihr verbal abrutschte. Sie konnte einen zur Weißglut treiben, das wusste ich aus leidvoller Erfahrung ebenfalls nur zu gut.

Ich hätte es gerne erlebt, wie die drei, das Biest, Gellert und Albus, aneinander geraten waren. Die Lautstärke war bestimmt ohrenbetäubend gewesen. Vielleicht würde ich sie eines Tages um diese Erinnerung bitten können.

„Ohhhh, Sie nehmen sie in Schutz, Severus? Dass ich das noch erleben darf, dass Sie sich für jemanden einsetzen… schade, dass es bei einer derartigen Person passiert!“, ätzte das Portrait gehässig, aber er hatte sich so weit gefangen, dass er wieder höflicher erschien in seinen Aussagen.

„Nein, ich muss sie nicht schützen! Ich möchte nur nicht, dass Sie ein Familienmitglied von mir beleidigen, das ist alles!“, tat ich seine Feststellung eilig ab und setzte mich mit eindeutiger Nonchalance auf den Sessel hinter meinem Schreibtisch.

„Ohhhh… ja, Familienmitglied… man möchte brechen, Severus… Sie wollen also nicht, dass ich Ihre Schnalle beleidige?“, glitt der ehemalige Schulleiter schon wieder für mich in ungewohnte Tiefen der verbalen Entgleisung ab und ich fragte mich dezent, ob ihm Gellert oder Hermione nicht gut getan hatten. „Wie tief ist Hogwarts nur gesunken, dass es einen Professor anerkennt, der eine ihm Schutzbefohlene flachlegt!“, offenbarte sich der Alte zum ersten Mal in all seinem Zorn, wirklich in all seiner Pracht, schoss wie Zerberus aus seinem gemalten, hochlehnigen Stuhl und ballte die Hände zu aggressiven Fäusten.

„Wie bitte?“, „Das ist ein Skandal!“, „Das gab es noch nie!“, „Oder?“, „Sag niemals nie… ich weiß Geschichten!“, „Trotz allem ist es empörend!“, „Und vor allem ist es verboten!“, ereiferten sich die Rechtschaffenden der ehemaligen Schulleiter, während Black sich stoisch zurückhielt, mir aber missbilligende Blicke zuwarf.

Ich selbst verzog unter dem entrüsteten Ansturm keine Miene. Meine gleichgültige Maske saß perfekt und so blieb ich unter ihrer Wut erst mal stumm, denn an sich hatte Albus, zu meinem besonderen Leidwesen, in diesem einen, ganz besonderen Punkt ganz schrecklich recht.

Das war auch das Ärgerliche daran, denn ich sah es ähnlich. Ich war ein Lehrer und sie eine schutzbedürftige Schülerin, da gab es unüberwindliche Grenzen. Grenzen, die ich nie überschritten hätte. Ich hätte mich niemals auf das Biest eingelassen, wenn ich zu Beginn nicht erst Minna in ihr gesehen hätte und da lag die Crux begraben. Heute gestand ich mir selbst ein, dass ich sie nicht in Minna hatte sehen wollen, um ungestraft tun und lassen zu können, was ich wollte und danach, als die Wahrheit ans Licht gekommen war, war es schon gleich gewesen!

Denn aus der verworrenen Geschichte gab es kein Rauskommen. Passiert war passiert und besser, richtiger oder moralischer machte diese Einsicht, dass es von Grund auf falsch war, es aber noch lange nicht. Es zu beenden war für mich jedoch keine Option mehr gewesen!

„Das ist ein Skandal!“, „Wenn das an die Öffentlichkeit kommt, verliert Hogwarts seine Reputation!“, „Snape, wie konnten Sie?“

Ich seufzte leise, gestattete mir aber keine Geste unter diesem Ansturm, bevor ich mich wieder erhob um dieses Geschnatter zu beenden, dem Albus mit einem wohlwollenden, zu gewichtigen Gesichtsausdruck zusah, der mich schrecklich nervte.

„Sie haben es getan und mich erwählt, so wie es Ihr Plan war, Sie werden damit leben müssen“, raffte ich mich schlussendlich schwer dazu auf, dies völlig unbeteiligt von mir zu geben, dabei war mein Gesicht eine nichtssagende Maske, womit ich sie alle unterbrach und mit der unschönen Tatsache konfrontierte, dass Hogwarts mich ebenfalls gewählt oder auch erwählt hatte.

„Jeder macht Fehler, der eine Größere, der andere Kleinere, aber niemand ist fehlerlos. Ihnen zu trauen war einer meiner größeren Patzer!“, stieß Dumbledore wehleidig aus und ich fletschte die Zähne.

„Ja, das Leben kann so schrecklich unfair sein!“, kam schon wieder mein Sarkasmus durch und ich unterdrückte ein abfälliges Schnauben. Wenn ich es schaffte, den stets misstrauischen und paranoiden Lord zu täuschen, dann war Dumbledore der eindeutig leichtere Part.

„Sparen Sie sich Ihren Spott!“, giftete er angriffslustig zurück. „Sie wissen gar nicht, was für eine Natter Sie sich angelacht haben, Sie haben keine Vorstellungen von ihren finstersten Geheimnissen.“

„Mhm… aber Sie?“, fragte ich mit gut vernehmbarer Häme.

„Mehr als Sie! Sie sind verblendet! Dieses Weib geht über Leichen… wortwörtlich, ich warne Sie, dieser Person ist nichts heilig… sie…“, setzte er seine Litanei fort und ich rollte mit den schwarzen Augen. Was dachte er, mir über das Biest erzählen zu können, was ich noch nicht wusste? Der Alte wusste gar nichts!

„Schluss jetzt... Hermione steht nicht zur Debatte!“, schnappte sein Mund sprachlos wegen der entschlossenen Härte in meinem Ton zu.

„Gut!“, erklärte er dann beleidigt. „Wollen Sie dann über Potter sprechen? Wäre Ihnen das dann genehmer?“, fragte er und ich hob nur eine dunkle Braue. Es klang nicht so, als wäre meine explizite Meinung wichtig und ich behielt Recht, denn schon legte er los:

„Ich bin schockiert, auf was für schiefen Bahnen dieser Bengel wandert… ich habe ihn verkannt, er ist ein geborener Schauspieler, er tut so, als könnte er kein Wässerchen trüben, dabei hat er es faustdick hinter den Ohren!“, keifte der Alte in vollkommen ungewohnter Manier negativ über seinen Helden. Ich blinzelte irritiert wegen dieser Meinungsänderung.

Warum mussten die Leute immer erst sterben, bevor sie meine genialen Einschätzungen zu würdigen lernten?

„Halleluja, das sage ich Ihnen seit Jahren über das Balg!“, klatschte ich begeistert in die Hände, bevor ich wieder auf meinem Stuhl platznahm, während mich Albus vorwurfsvoll maß. „Bitte, er ist James Potters Sohn, was haben Sie erwartet? Ein Unschuldslamm?“

„Nun… nicht einen verblendeten Jüngling, der dieser Natter auch noch hinterherläuft!“, verkündete das bewegte Gemälde beleidigt.

„Wie gesagt, das Leben ist unfair, Sir!“, parierte ich polemisch und zuckte mitleidlos mit den Schultern.

Wobei ich Potter sogar verstand, dass er der Natter hinterher lief, denn Hermione tat für ihn mehr als jeder andere, der jemals mit ihm zu tun gehabt hatte. Und dass Dumbledore sich für das Wohl des Jungen ein Bein ausgerissen hatte, konnte man nun nicht behaupten und so schnaubte ich abwertend auf, was mir einen fiesen Blick einbrachte.

„Was? Was erwarten Sie, Dumbledore? Die Leute werden, wie man sie behandelt! Und Potter wurde nie besonders gut behandelt, auch von Ihnen nicht… Reaktion erfolgt auf Aktion.“ Hier sprach ich aus leidvoller Erfahrung, wenn man meine eigene Vergangenheit betrachtete.

„Sie müssen es wissen, nicht wahr?“, wollte er provokant in Frage stellen, denn dumm war der Alte noch nie gewesen.

„Sie sagen es“, gab ich eilig Kontra, ohne zu zögern, denn es stimmte, meine Jugend war wahrlich nicht einfach gewesen und meine Eltern nicht der Rede wert, aber trotz allem würde ich mich von ihm an dieser Stelle nicht reizen lassen. „Aber zu etwas ganz anderem… ich als neuer Schulleiter von Hogwarts vertraue darauf, dass ich auf Ihre absolute Verschwiegenheit und Zusammenarbeit vertrauen kann… Albus!“, genoss ich es in vollen Zügen, dass er so aussah, als würde er an seinen Säuredrops ersticken.

Ich verstummte und wartete und als nichts von ihm kam, seufzte ich theatralisch auf.

„Wie heißt es so schön… einer für alle, alle zusammen!“, verkündete ich gemein, auch wenn ich das Sprichwort etwas veränderte, denn der gelebte Widerwille stand im Gesicht von Albus geschrieben.

„Dumbledore, das geht so nicht! Sie können sich nicht drücken, wir sind alle miteinander verbunden!“, sprang mir Black ungefragt zur Hilfe, während uns alle Gemälde bisher keine Sekunde aus den Augen gelassen hatten, aber jetzt Dumbledore strenge Blicke zuwarfen.

„Mmpf“, kommentierte der Getadelte missbilligend, bevor er mich mit Todesverachtung anvisierte.

„Ich erkenne ihn an, Hogwarts erkennt ihn an!“, stieß er anklagend aus und man erlebte regelrecht, wie er gar fürchterlich an diesen Worten würgte.

„Danke!“, presste ich durch zusammengebissene Zähne, als ich seinen Schwur mir zu dienen vernahm, dabei musste ich mir ein hämisches Grinsen verbeißen.

Aber es war egal, er wäre so oder so gebunden gewesen, aber diese Worte machten es irgendwie rund. Ich erhob mich wieder in einer geschmeidigen Bewegung. „Bevor ich es vergesse, Minerva wünscht, Sie aufs Dringlichste zu sprechen, ich denke nicht, dass ich etwas dagegen haben werde, solange Sie meine Interessen wahren, dazu gehört Ihr Schweigen über alles was mich, Hermione, die Malfoys und selbst Potter betrifft. Ich denke, Sie werden das meistern!“, verabschiedete ich mich jovial und eilte somit befriedigt davon, ein Umstand, der ihn mit Sicherheit noch mehr ärgerte als alles andere.

Als ich wieder in mein Haus zurückkehrte, trat ich mit einer gewissen Spannung in meine Suite und zu meiner Genugtuung fand ich sie tief schlafend in unserem Bett vor. Egal wie sehr es sie erstaunt hatte, ich war nicht wie andere, ich wollte meine Frau in meinem Bett haben und sie nicht über den Flur in einem anderen Bett suchen gehen.

Gab es etwas Snobistischeres, oder gar Verblendeteres, als in das Bett der Frau zu klettern, um danach wieder zu gehen und in sein eigenes Bett zurückzukehren?

Ich fand das affig und lehnte es strikt ab, deshalb gefiel es mir, dass sie sich an meinen Wunsch hielt!

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Unser Zusammensein verlief unerwartet harmonisch und am nächsten Morgen saßen wir zusammen im Esszimmer und versteckten uns einträchtig hinter unseren Zeitungen, bis ich es lauter rascheln hörte, aber mich selbst nicht von dem Text lösen konnte, während ich an meinem Kaffee nippte.

„Sag mal, wächst dieses Gesetz zur allgemeinen Schulpflicht für alle jungen Hexen und Zauberer auf deinen, oder Lucius‘ Mist? Zumindest steht hier, dass du es gestern verkündet hättest?“, klebten meine Augen am Text.

„Weder noch… Pius hatte die Idee und hat sie Scrimgeour schmackhaft gemacht. Der ging zu Lucius, als Leiter des Elternbeirates, und naja, er hat in meinem Namen die Erklärung verfasst“, kam es ungewohnt offenherzig von Severus, was dafür sorgte, dass ich doch kurz zu ihm linste, nur um festzustellen, dass seine Augen weiter über den Text huschten, unterdessen er gerade mit mir sprach.

„Aha… warum über deinen Kopf hinweg?“

„Ich hab Urlaub!“, meinte er knapp, so als würde es alles erklären.

Anscheinend vertraute er hierbei Lucius vollumfänglich. Das war auch eine interessante Erkenntnis.

„Ohhh, ich verstehe!“ Und ich verstand wirklich. „Aber das Gesetz erscheint mir brisant!“, wagte ich zu bedenken.

„Das soll es auch sein. Es wird gefährlich für alle, die nicht konform sind!“, bescherte er mir damit so einiges zum Nachdenken, während wir in stillem Einverständnis unser Mahl genossen und ich sinnierte über Severus nach, der nun wieder schwieg.

Es war erstaunlich, wie sehr Severus und ich uns ähnelten. Niemand käme auf die Idee, dass Severus in vier, oder nein, fünf Leben tanzte.

Da wäre zum einen sein Leben im Manor mit Lucius, außerdem das Leben im Schloss als Professor, sein Besitz in Spinners End, der sehr viel besser zu einem Mann seines Auftretens passte und das war, was man von einem mürrischen Mann wie Severus erwartete. Dann gab es sein Leben beim Lord als dessen Linke Hand und infolgedessen als ein Anführer der DeathEater und das Leben beim Orden als Spion, aber auch dieses hochherrschaftliche Leben in Prince House, das er durchaus zu genießen schien!

„Hermione, kommst du, bitte!“, rief er mich plötzlich in einen der Salons im Entree und ich musste meine Versunkenheit aufgeben, sodass ich eilig auf die Füße kam, dabei blickte ich zu ihm, wie er vor dem Kamin saß und ein silbernes Etui in der Hand hielt.

„Was gibt es?“, fragte ich vorsichtig.

„Das hier“, schlug er es auf und offenbarte ein Spritzenbesteck.

„Und was ist das?“, wollte ich skeptisch erfahren. Es war nicht so, dass ich einen Grund hätte, ihm nicht zu vertrauen, aber das Leben hatte mich gelehrt, vorsichtig zu sein, egal bei wem.

„Eine Impfung“, verkündete er lapidar und erschien leicht ungeduldig wegen meiner Nachfrage.

„Was willst du mir spritzen?“, wollte ich es diesem Despoten nicht zu leicht machen.

„Etwas, was ich sowohl mir selbst als auch Draco und Lucius schon verabreicht habe!“, bekannte er sichtbar widerwillig, da seine Kiefer arbeiteten.

„Das wäre?“

„Könntest du nicht einfach deinen Rock heben und mich die Nadel in deinen Oberschenkel rammen lassen?“, war sein Geduldsfaden nun endgültig gerissen.

Seine finsteren Augen funkelten mich drohend an, aber ich reckte nur mein Haupt arrogant in die Höhe.

„Oh, ja, das könnte ich wohl, aber erst wenn ich weiß, was es ist und dann könnte ich es sogar selbst machen!“, gab ich daher spitz zurück.

„Du bist unerträglich!“, grollte er nachtragend und seufzte malerisch.

„Aber genau das ist es was du willst!“, warf ich ihm ein laszives Lächeln zu, worauf er betrübt sein Haupt schüttelte und seine schwarzen, langen Haare sein Kinn streiften. „Also?“

„Eine Resistenz gegen Nagini!“, kam er mir entgegen und zog mir wortwörtlich den Boden unter den Füßen weg.

„Ernsthaft?“, sank ich kraftlos auf das Polster. „Wie? Warum?“

„Oh, seit der Geschichte mit Arthur Weasley erprobe ich das Serum und mir ist erst letztens der Durchbruch gelungen“, verkündete er zwar neutral, aber einen gewissen Stolz aufgrund seiner Leistung konnte er nicht aus seiner Tonlage verbannen. Ich blickte das Serum in der Spritze mit so etwas wie Ehrgefühl an. Wie hatte Severus das nur hinbekommen?

„Moment, für Erprobungen, wie du so schön sagst, brauchst du Material. Wie kommst du an Gift von Nagini? Das scheiß Vieh ist glitschig und wendig wie ein Aal und handzahm wie sau“, ereiferte ich mich, während ich an meinen beschämenden Auftritt dachte, als ich über diese blöde bodenkriechende Kreatur gestolpert war.

„Deine Ausdrucksweise ist beängstigend“, tadelte Severus wie ein gestrenger Professor und ich rollte über ihn mit den Augen.

„Dein Ausweichen auch!“

„Du machst Lucius gerade große Konkurrenz!“, verzogen sich seine Mundwinkel in gelebtem Widerwillen.

„Was für ein Kompliment!“, kokettierte ich und strich mir lasziv durch mein Haar.

„Nagini mag mich“, murrte er finster in seinem Geständnis, das mich kurz stocken ließ.

„Oh, wie süß!“, quietschte ich dann doch und klatschte übermütig in die Hände. Dass ich seine zarten Nerven strapazierte war mir hierbei gegenwärtig, aber ich wollte mich nicht zurückhalten, schließlich offenbarte diese jahrelange Forschung doch seine Sorge gegenüber der Familie!

„Hör auf!“, raunzte er da auch schon ungehalten, als ich mich ihm intensiv blickend zuwandte.

„Ich bewundere die Idee, ein Serum zu erfinden, das umzusetzen, ich finde das spannend. Wie kommt es?“, wollte ich ihm meine aufrichtige Freude vergegenwärtigen.

„Lucius und ich haben es uns einst zur Aufgabe gemacht, so viele Resistenzen wie möglich zu erlangen!“, gestand er nach kurzem Überlegen und ich kam nicht mehr aus dem Staunen heraus.

„Bitte? Das hört sich nach einem mehr als ehernen Ziel an!“

„Es ist auch ein sehr langer, sehr kräftezehrender und sehr beschwerlicher Weg, den man, wenn man ihn beschreitet, sehr überlegt angehen muss. Es hat Ewigkeiten gedauert, bis die ersten Erfolge einsetzten!“, ließ er zum ersten Mal wirklich tief in ihre Vergangenheit blicken und machte mich wirklich sprachlos.

„Das… wow, bei was?“

„Du bist zu neugierig!“, blitzte fast so etwas wie Amüsement in seinen dunklen Augen auf. „Aber da du zu Schweigen weißt, will ich nicht so sein. Wir haben Resistenz gegen Zwangmagie, also den Imperius und Wahrheitselexiere, dazu noch einige Tränke, oder aber spezielle Zutaten bei mir, aufgrund meiner Brautätigkeit, das war es im Großen und Ganzen“, kam es reichlich spärlich von ihm, während mir jetzt wahrhaftig der Mund wenig manierlich offen stand.

„Ich bin sprachlos!“, hauchte ich mitgenommen.

Das waren beunruhigende, aber auch berauschende Neuigkeiten. Es machte Severus und Lucius in ihrer Macht und ihrem Können nur noch gefährlicher, aber ich bewunderte sie dafür auch inbrünstig. Schließlich sah er mir überraschend hart ins Antlitz und ich entschloss mich rasch dazu, das Thema zu wechseln, indem ich mir unzüchtig langsam den Rocksaum hochzog.

„Dann pieke mich mal mit deiner Nadel!“, wisperte ich derart verführerisch, dass es gar nicht anders als doppeldeutig zu verstehen war.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Sie war nach der Spritze schlicht ohnmächtig geworden und auf dem Sofa zusammengebrochen. Sie zeigte von uns allen die größte Gegenwehr gegen das Serum, indem sie leicht zu fiebern begann.

Ich hatte sie geistesgegenwärtig aufgehoben, nachdem sie auf dem Stuhl zusammengebrochen war und mich dann gezwungenermaßen in Lucius‘ sonstige Rolle gedrängt gesehen und sie heldenhaft ins Bett getragen, dabei hatte ich sie kurzentschlossen nackt hineingelegt und sie unprätentiös zugedeckt, denn Sorgen über den Verlauf der Impfung machte ich mir keine. Sie würde diesen Vorgang einfach wie eine Prinzessin verschlafen.

Ich selbst hatte mich daraufhin in meinen Teil des Hauses verzogen und gelesen, bis ich mich spät nachts zu ihr legte. Sie atmete freier und ihre Temperatur war auch wieder normal, weswegen ich völlig beruhigt war.

Der einzige, der sich in dieser ganzen Zeit nicht beruhigt hatte, war mein verräterischer Körper und als sie sich mit ihrem nackten Leib immer näher an mich presste, zeigte dies durchaus Wirkung auf mich, ein Umstand, der mich ärgerlich schnauben ließ.

Was sollte das?

Derart meinen Gelüsten unterworfen war ich gewöhnlich nicht, daran war nur das Biest schuld. Somit drehte ich mich zu ihr, wobei sich sofort ihr Rücken aber vor allem ihr Po verführerisch hart an mich schmiegten, an sich hätte sie nun spüren müssen, dass sich mein halb erigierter Penis begehrlich an sie drückte. Aber sie gab kein Anzeichen, als würde sie irgendetwas bemerken und so seufzte ich leise wegen dermaßen viel impertinenter Ignoranz und senkte meinen Kopf, um sachte ihre nackte Schulter zu küssen, doch sie reagierte nicht groß auf meine sanften Bemühungen, sie langsam zu wecken.

So schnell gab ich jedoch nicht auf, deshalb begann sie langsam, sich doch zu regen und ihr Becken drängender an mich zu pressen, dabei stimulierte sie meine nun mehr als harte Erregung. Eine Tat, die mich leise aufstöhnen ließ. So musste ich gar nicht viel mehr tun, da ich bereits in ihren feuchten Unterleib glitt und das Gefühl genoss, wieder tief in ihr zu versinken.

Während sie kurz laut nach Luft schnappte, als dies passierte, gab ich ihr einen kurzen Moment, indem ich abwartend verharrte, denn ich war mir sicher, dass sie weiterhin noch sehr fest schlief. Plötzlich erzitterte sie und es durchlief ein Schauer ihren Leib, als ich mich aufmachte, um ein weiteres Mal mit einem lauernden Gefühl in sie zu stoßen. Es war mehr als ungewohnt, da sie sonst aktiv beteiligt war, wenn ich sie beschlief. Kurz schloss ich genüsslich meine Augen, um diesen unüblichen Augenblick auszukosten, indem ich mich nur auf mich konzentrierte und versuchte, sie nicht zu wecken.

Doch nur kurze Zeit später verlor ich gegen meine Begierde und meine Hüftbewegungen wurden schneller und härter, lange würde sie nicht mehr ignorieren können, dass ich sie nahm, wobei mir ein dunkles Grollen vor unterdrückter Lust entwich.

Urplötzlich zuckte ihr Kopf zu mir herum und sie blinzelte undeutlich zu mir.

„Ahhh!“, stieß sie aus leicht geöffneten Lippen aus, während sie mich in dem diffusen Licht der Nacht auszumachen versuchte.

Das war der Augenblick, ab dem ich mich nicht mehr zurückhielt und noch fester zustieß, unsere Blicke trafen sich über ihre Schulter und ich musste scharf einatmen, denn der Ausdruck ihrer Augen war schwer zu beschreiben, vor allem da sie mich nun aus strahlend weißen Augen anfunkelte. Wegen dieses Anblicks durchrieselte mich ein unglaublich erregendes Gefühl und ich keuchte spannungsgeladen auf.

Ihre Augen strahlten mir aus der Dunkelheit wie zwei hell leuchtende Sterne entgegen und feuerten meine Erregung nur noch mehr an.

Nie hätte ich erwartet, dies in einem derartig intimen Moment mit ihr zu teilen!

In dem Moment drehte sie ihren Kopf weiter über ihre Schulter zu mir und ich kam ihr ohne zu zögern entgegen, unsere Lippen legten sich aufeinander und bewegten sich leidenschaftlich. Als sie auch ihre Zunge einsetzte, um mich zu reizen, verschmolzen wir zu einem heißen Kuss und meine Hüfte stieß weiterhin ungebremst vor. Ihre Finger gruben sich in mein schwarzes Haar, um mich so nahe wie möglich an sich zu ziehen, während sie schwer in unseren Kuss keuchte, worauf ich mit einem besonders vehementen Stoß antwortete.

Schon wurden die Bewegungen meiner Hüfte schneller, härter, aber gleichermaßen unkontrollierter, meine Finger krallten sich fest in ihre Hüfte und dann kam ich auch schon, schoss grollend, mit langen, kräftigen Schüben meinen Samen tief in sie.

Erneut wurde sie bis in ihr Mark erschüttert, während ich mich so tief in ihr begrub wie es nur ging. Daraufhin löste sie sich sachte von mir und wandte mir wieder vollständig den Rücken zu, allerdings presste sie sich nah an mich und rückte nicht von mir ab. Ich selbst fühlte, wie sich mein Brustkorb unruhig hob und senkte, bevor sie unsere Finger miteinander verschlang und wir in der Löffelchenstellung liegen blieben und ich darüber nachdachte, wie sehr mich doch ihre neue Gabe und vor allem ihre Augen fesselten, während ich nun rundherum befriedigt mit ihr einschlief, ohne das wir uns voneinander trennten.

Severus Sicht Ende

Dracos Sicht

Ich wusste, sie war bei Severus und fragte mich dezent, was sie die ganze Zeit in Spinners End tun könnten!

Gleichzeitig hatte ich überhaupt keine Zeit, mich mit dergleichen auseinanderzusetzen, ich war Vollzeit beschäftigt und so was schimpften sich Ferien, ich kam mir fast wie ein Schulleiter vor!

Und ganz sachte empfand ich Mitleid für Severus, während ich durch den belebten Innenhof ging um in die Burg zu gelangen. Ich hatte beschlossen, Marcus‘ recht neu ergänzten VenTes-Trupp bei ihrer Patrouille heute Nacht zu begleiten.

Für dieses Vorhaben meinerseits gab es mehrere Gründe. Ich hatte noch nie an einer normalen Patrouille der VenTes teilgenommen, sie noch nie im alltäglichen Einsatz erlebt, zudem wollte ich selbst überprüfen, wie sich unsere besonderen Neuzugänge machten, denen sich Marcus angenommen hatte.

Er hatte Oliver Wood, der, seitdem er uns zum Fuchsbau begleitet hatte, wohl oder übel dabei war und letztendlich sogar den Problemfall Krum übernommen, wobei das seiner Anführerkollegin Clearwater wohl gar nicht so ungelegen kam. Sie schien ein Faible für den jungen Mann entwickelt zu haben.

Die drei altgedienten Mitglieder seines Teams, die für die drei Neuankömmlinge den Platz hatten räumen müssen, waren der Grundstock für ein neues Team, dessen Anführer und neue Mitglieder sie nun bildeten. Laut Marcus bedurfte Scamander noch einigem, vor allem körperlichem Training, denn er als Bücherwurm und Forscher hing den sehr aktiven Profiqudditchspielern natürlich in puncto Fitness hinterher.

Für Wood war der Angriff auf den Fuchsbau der Anstoß gewesen, endlich sein Zögern zu überwinden. Er war kein „Krieger“ eher ein Pazifist, aber auch er hatte erkennen müssen, dass er sich diesen Luxus in unseren Zeiten nicht leisten konnte. Marcus hatte keine Zeit verloren und dafür gesorgt, dass seine zwei neuen Teammitglieder in den letzten zwei Tagen schon ordentlich mit trainierten. Er wollte keine Zeit verlieren, um sie einsetzen zu können und Wood war auch mit Eifer dabei, den ihm vorher keiner zugetraut hätte, aber ihn trieb ja auch die Sorge um seine Freundin an.

Krum stand auf einem ganz anderen Blatt. Er besaß eine hervorragende Fitness, war bestens ausgebildet, auch in schwarzer Magie, nicht umsonst war er für Durmstrang beim Trimagischen Turnier angetreten. Das Problem bei ihm war nur, dies war nicht sein Krieg, hier ging es für ihn nicht um seine Familie, oder gar sein Land. Wobei ich mir sicher war, dass der Lord auch vor dem Kontinent nicht haltmachen würde, wenn er erst mal England unterworfen hätte. Ihn davon zu überzeugen, sich genau so ins Zeug zu legen und es zu seinem persönlichen Kampf zu machen, die Leute zu beschützen, bedurfte einiger Geduld und offenbar Clearwaters Überredungskünste. Offensichtlich hatte sie jedoch Erfolg damit gehabt und so fügte sich Krum widerstrebend ein, soweit das bisher zu beurteilen war, nach gerade mal zwei Tagen, aber er war weit davon entfernt, einen Aufstand zu machen, wie bei seiner Ankunft.

Entschlossen betrat ich die große Halle, hier war Marcus‘ Trupp. Sie saßen am Ende der Halle, Marcus und Clearwater am Kopf des Tisches und Clearwater erhob sich gerade, sie hielt jedoch inne, als sie mich erblickte.

„Mach weiter!“, forderte ich sie jovial auf und blieb am Tisch stehen, woraufhin sie mit einem Schulterzucken loslegte.

„Wir werden heute wie gewohnt aufbrechen und mehrere Dörfer besuchen, aber seid besonders aufmerksam, denn wir haben unsere zwei neuen Mitglieder dabei“, grölten die anderen los und schlugen sowohl Krum als auch Wood wohlmeinend auf die Schultern, was diese weniger begeistert über sich ergehen ließen.

„Jaja… Jungs, freut euch nicht zu sehr, wir wissen alle, wie gefährlich so ein Einsatz werden kann! Erste Priorität ist Vorsicht und dass wir unversehrt zurückkommen, verstanden?“

„Ja, Mama!“, „Geht klar, Pen“, „Jo, mach dir mal nicht so viele Sorgen, dafür sorgt schon Alicia genug.“

„Ruhe“, dröhnte Marcus über die Masse hinweg und sofort verstummten die zum Teil sehr übermütigen Rufe.

„Wunderbar, warum klappt das bei mir nicht?“, murrte das Mädchen zu Marcus hin, bevor sie sich wieder zu der Meute wandte. „Oliver, du gehst mit mir und Rolf, du gehst mit Higgs. Viktor geht mit Marcus, alle anderen Teams bleiben wie gehabt. Seid wachsam und riskiert nichts. Wir sind da, um die Leute zu schützen. Wir stürzen uns nicht in überflüssige Kämpfe, vergesst das nicht!“, betete sie die Vorgaben wie ein Mantra hinunter.

Als sie geendet hatte, erhoben sich auch die anderen neun Mitglieder des Teams und sie wirkten wirklich motiviert. Jedes VenTes Team bestand, wie gesagt, aus zehn Personen, die in Zweierteams aufgeteilt kämpften und je von einem Zauberer und einer Hexe angeführt wurden.

Unser Team wurde von Marcus und Clearwater geleitet und bestand jetzt aus Oliver Wood, Viktor Krum und allen, die seit Beginn an dabei waren: Justin Kirsch, Terence Higgs, Elisa Brandstone, Rolf Scamander, Marcus Belby und Cormac McLaggen. Ich war sehr skeptisch gewesen, als McLaggen Anfang der Ferien von Marcus in sein Team geholt worden war, aber Marcus fand, dass er ein guter Kämpfer war und offenbar hatte er gelernt, sich zu fügen, obwohl er Potter und Weasley in der DA gegenüber oft eine große Klappe riskiert hatte. Wenn Marcus ihn für geeignet hielt, war ich gerne bereit, ihm eine Chance zu geben, trotz aller Differenzen in der Vergangenheit und bisher machte er sowohl seinen Job im Team als auch als Spion im Ministerium für Contino mehr als gut.

Alle trugen schon ihre schwarzen VenTes Uniformen, genau wie ich, und zogen nun ihre Pelerine hervor, während wir die große Halle verließen.

„Du willst Krum überwachen?“, fragte ich Marcus gedämpft im Gehen, während wir in den Hof traten.

„Ja, vorerst, noch traue ich ihm nicht!“, gab er genau so leise und zu mir gebeugt zurück, indes die anderen sich aufstellten.

Sie sollten ursprünglich gemeinsam apparieren, in Zweiergruppen, Rücken an Rücken, aber letztendlich hatten sie beschlossen, das gesamte Team im Kreis aufzustellen, sodass sie einen Abwehrzirkel bildeten, sofort kampfbereit, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass sie in einen Hinterhalt gerieten. Unsere Patrouillen folgten keinem nachvollziehbaren Schema, sondern wurden von den Teamchefs immer aufs Neue und vor allem spontan festgelegt. Alle Regionen Großbritanniens, in denen Magier lebten, ausgenommen die Großstädte, wurden abgedeckt, aber bis es losging wussten immer nur die Teamchefs, wo es an diesem Abend hinging.

Wir gingen nicht davon aus, Verräter in unseren Reihen zu haben, aber Vorsicht war besser als Nachsicht und wir waren bei all unseren Aktionen derart umsichtig.

Als alle Aufstellung bezogen hatten, gab Marcus die präparierten Kiesel heraus, die als Portschlüssel für das erste Ziel dienen würden und dann brachen auf sein Zeichen hin alle auf. Wir kamen in einem kleinen, ziemlich im Dunkeln liegenden Dorf an, welches an der Küste liegen musste, denn ich konnte sofort den frischen Duft der salzigen Meeresluft in meiner Nase spüren und hörte sogar leise die Brandung der Wellen aufschlagen. Die bereits erhobenen Zauberstäbe waren einsatzbereit, als alle auseinander stoben.

Sie waren gut und agierten ohne Worte, denn das Wichtigste war das Überraschungsmoment und wir waren alle stumm und lautlos unterwegs.

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BeitragThema: 462. Patrouille   Di Mai 20, 2014 7:14 pm

462. Kapitel Patrouille


Zauberstäbe wurden entzündet und alle blickten sich suchend um, bis Marcus schließlich stumm Befehle erteilte.

Die Zweierteams schwärmen aus und durchkämmten systematisch die Straßen des Dorfs. Immer zwei Teams blieben in Sichtweite und nahmen sich gemeinsam eine Straße vor. Die meisten kleinen Dörfer, die wir im Laufe dieser Nacht besuchten, waren recht ähnlich aufgebaut.

Es gab einen zentralen Dorfplatz, der so gut wie immer an der Hauptstraße lag, die mittig durchs Dorf führte. Davon ab gingen immer einige, meist nicht mehr als fünf bis zehn kleinere Seitenstraßen. Zwei Teams würden jeweils die Hauptstraße in beide Richtungen vom Hauptplatz weg abgehen und dann auf dem Rückweg die Seitenstraßen erkunden.

Somit waren vier von fünf Zweierteams damit beschäftigt, während das fünfte Team auf dem Hauptplatz blieb und alles im Auge behielt.

Die Nachhut bildeten heute wir drei, also Marcus, Krum und ich.

Natürlich hatte Marcus diese Entscheidung nicht aus einer Laune heraus getroffen, sondern sie mit bedachtem Kalkül gefällt.

Wir sahen uns im dämmrigen Umfeld um, während wir uns Licht spendeten und steuerten gerade auf den düsteren Friedhof zu, als wir vor uns den Strahl des Relaschio ausmachen konnten, den sie als Hilferuf vereinbart hatten.

„Fuck“, zeigte dieser Zauber doch an, dass ein Teil von uns aufgeflogen war.

„Schnell, die brauchen Hilfe!“, trieb Marcus uns sofort zur Eile an, während ich spüren konnte, dass auch die Münzen, welche die VenTes als Kommunikationsmittel besaßen, zu glühen begannen.

So schnell wir konnten rannten wir nebeneinander als Dreierkette die Straße hinab, bis wir zu der Gasse kamen, über der zuckende Lichtblitze einen Kampf verkündeten.

„Deckung“, wies Marcus leise an.

Sofort schlug ein Zauberspruch über ihm ein und ließ Putz über seinen wohlverborgenen Kopf hernieder regnen.

Wir bauten unsere Schutzschilde auf, während wir uns an die Mauer in unserem Rücken pressten und uns nun vorwärts schlichen.

Schon nach wenigen Schritten konnten wir ausmachen, dass sich Higgs und Scamander hinter einer Mauer verschanzt hatten und in ernsthafte Bedrängnis geraten waren. Sie kämpften gegen fünf gut vermummte, Masken tragende DeathEater, die ihre Flüche völlig unkoordiniert schleuderten.

Ich konnte nur die unpersönlichen, silbernen Masken der unteren DeathEater erkennen und so kämpften sie auch, leicht chaotisch und nicht wirklich wehrhaft, eher aus der Defensive, nicht wie gewöhnlich nur auf Angriff getrimmt.

Marcus machte eine kreisende Geste mit seiner Hand und ich war bereit, mich zu fügen, schlussendlich waren sie ein Team und ich war nur der fremde Zuschauer.

„Krum, rüber! Warte auf mein Zeichen!“, wisperte er, während wir auf die andere Seite auswichen, es war zwischen mir und Marcus klar, dass ich nur einen beobachtenden Part einnehmen würde, weil ich eben sehen wollte, wie meine Leute agierten.

Marcus wollte die DeathEater von zwei Seiten in die Zange nehmen, eine gute Entscheidung, deshalb eilte ich schnell auf die andere Straßenseite und achtete darauf, nicht von irgendwelchen herumschwirrenden Flüchen getroffen zu werden, oder die Aufmerksamkeit der Angreifer zu erregen.

Der Kampf war hart, keiner wollte zurückweichen und die Flüche waren kreativ, wenngleich die DeathEater überfordert schienen und sehr hektisch wirkten.

Der VenTes-Trupp musste einfach schneller sein. Ich vernahm, wie unsere Leute aus den anderen Richtungen lärmend daher kamen und rollte mit den Augen.

Während ich mein Ziel gerade erreichte, beobachtete ich, dass ein Fluch von Higgs, den ich durch seine breiten Schultern und seine Größe gut von Scamander unterscheiden konnte, sein Ziel fand und einen der DeathEater traf. Dieser kippte übergangslos in seiner hockenden Position zur Seite und blieb reglos liegen.

„Scheiße!“, „Stick wurde getroffen!“, „Warum greifen die uns an? Wer sind die überhaupt?“, „Was sind das für Typen? Scheiße!“, konnte ich seine Kumpanen brüllen hören und offenbar war dies nötig gewesen, damit die DeathEater ihre Deckung mehr aufgaben und zum gehetzten Angriff übergingen.

Also war meine Vermutung, dass die höheren DeathEater den niederen nichts von ihrem Versagen bei den Willkins verraten hatten, richtig und lediglich die Truppen des Inneren Kreises suchten aktiv nach den VenTes..

Intuitiv drehte ich mich um und konnte beobachten, wie Krum gerade mit einem Hechtsprung auf die Straße hinaus sprang, sich abrollte und dabei unentwegt violette und grüne Flüche auf die DeathEater abschoss.

„Keine Alleingänge!“, hörte ich Marcus noch wütend brüllen und ich verstand nicht, was der Bulgare hier zeigen wollte.

Das war völlig unnötig, denn mit dieser unbedachten Aktion hatte er nicht nur die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, sondern natürlich auch Marcus‘ Plan, die DeathEater aus dem Hinterhalt von zwei Seiten aus anzugreifen, zunichte gemacht.

Es kam mir vor, als würden die folgenden Ereignisse in Zeitlupe ablaufen.

Krum hatte meinen Deckungsposten schon fast erreicht und zwei seiner Gegner erfolgreich ausgeschaltet, als er einen der letzten, violetten Flüche auf die verbliebenen DeathEater abfeuerte. Diese hatten mittlerweile ihre Überraschung überwunden und wurden somit nicht wie ihre Kumpanen von der Fluchsalve überrumpelt, sondern schafften es nun ihrerseits, sich gerade noch in Sicherheit zu bringen und die Flüche abzublocken, wobei einer der DeathEater einen Zauber unerwartet gekonnt umlenkte.

Im nächsten Augenblick konnte ich nur noch fassungslos wahrnehmen, wie der Fluch, der in seiner Farbe und angesichts dessen, dass ihn Krum abgefeuert hatte, nichts Gutes bedeuten konnte unweigerlich rückwärts flog.

Er sauste in irrer Geschwindigkeit direkt auf Marcus zu. Dieser war völlig unvorbereitet, da er immer noch damit beschäftigt gewesen war, Krum anzubrüllen, hierbei hatte er in seiner Rage seine Deckung ein Stück weit verlassen, als ihn auch schon der Fluch mitten in die Brust traf.

Ich war geschockt, aber ich war zu gut trainiert, um mich davon irritieren zu lassen und eröffnete nun meinerseits das Feuer, als die restlichen VenTes zu uns stießen und ebenfalls zu feuern begannen. Aber trotz allem kamen wir nicht zu einem alles entscheidenden Schuss. Unsere Gegner hatten sich regelrecht verbarrikadiert, aufgrund unserer gezeigten Übermacht.

Marcus‘ Schmerzensschrei, der erklungen war als er fiel, dröhnte mir noch in den Ohren, nachdem er nun verstummt war, was ich als ganz schlechtes Zeichen deutete. Krum kam in diesem Augenblick neben mir wieder auf die Füße und hockte sich, zufrieden zu den gefallenen DeathEatern blickend, hin. Offenbar hatte er nicht mitbekommen, was sein Fluch angerichtet hatte.

„Zwei hab ich erledigt!“, kommentierte der Bulgare zufrieden und wandte dann irritiert seinen Blick hinüber zu Higgs und Scamander, bei denen Marcus wie leblos dalag.

„Du Idiot“, murrte ich düster.

„Scheiße, was…?“, wollte Krum fortfahren und sah mich mit großen Augen sprachlos an.

Ich traf meine Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde, es musste sein!

„Runter, Granate!“, schrie ich über den Kampflärm hinweg und im nächsten Augenblick warf ich eine ein paar Zoll messende, kleine Glaskugel in die Richtung der verbliebenen zwei DeathEater.

Ich selbst schmiss mich rasant auf den Boden, hielt mir die Ohren zu, öffnete den Mund und schloss die Augen in Erwartung der Detonation, woraufhin die brutal laute Explosion alles um uns herum erbeben ließ und Krum neben mir laut schreiend zu Boden ging.

Dieser Trottel, was hatte er nicht gemacht? Hatte er sich nicht die Ohren, oder nicht die Augen zugehalten? War sein Mund nicht rechtzeitig geöffnet gewesen?

Ich hatte diese neue Entwicklung der Twins genutzt, die sie, wie sie sagten, nach dem Muggelvorbild einer Blendgranate entwickelt hatten. Die Glaskugeln explodierten, wenn sie aufkamen, davor aktivierte man sie durch einen festen Druck mit der Hand.

Dann blieben einem nur Sekunden, um sie zu werfen, bis sie explodierte und ihre verheerende Wirkung entfaltete. Sie sandte, mit ein bisschen Show kombiniert, einen Zauber aus, der einen, solange man sich nicht schützte, bewusstlos werden ließ. Der laute Knall verursachte zudem bei allen nicht geschützten Personen ein Knalltrauma.

Die Getroffenen würden zwar wieder erwachen, aber mit einer Verletzung des Mittelohres, was verschiedene, temporäre Beeinträchtigungen des Gehörs zur Folge hatte, die in manchen Fällen sogar dauerhaft, wie eine Taubheit, waren. Ob die Heiler in der Lage sein würden, das wieder zu richten, wusste ich nicht; bisher war das der erste ernsthafte Einsatz für die Granate. Die Twins hatten den Zauber, der einen ausschaltete, noch mit einem sehr hellen, extrem blendenden Blitz kombiniert, der die Augen angriff, mir sollte es recht sein.

Ich rappelte mich hoch und konnte bei einem kurzen Blick über die Mauer, die ich als Deckung nutzte, erkennen, dass die verbliebenen DeathEater ausgeschaltet waren, aber auch Krum schien es erwischt zu haben, was mir gerade relativ egal war.

So ignorierte ich ihn und als ich zu Marcus rannte, blickte Scamander zu mir auf. Als er mich erkannte, schienen seine Schultern sich ein Stück mehr zu verspannen.

„Scheiße, er verblutet, ich kann das nicht stoppen!“

Offenbar hatte Higgs seine Augen nicht geschlossen gehabt, denn er jammerte immer wieder, dass er nichts sehen könne, aber Scamander schien ihn dazu gebracht zu haben, seine Ohren zu schützen und in Deckung zu gehen.

Scamander hingegen war noch immer über Marcus gebeugt.

„Er war schon vorher bewusstlos, ich habe ihn geschützt, aber ich kann ihm nicht helfen“, informierte Scamander mich erstaunlich flott und klar, das Adrenalin schien ihn zu pushen.

Marcus‘ Uniform war über der Brust zerfetzt und er blutete aus vielen, tiefen Schnitten. Fast schon panisch erkannte ich die Ähnlichkeit dieser Verletzungen und wandte mich sofort an Scamander.

„Bring ihn und Higgs zurück, schnell, ich hole Krum!“

Ich wartete nicht auf eine Antwort, sondern eilte zum bewusstlosen Krum zurück, den ich am liebsten zurückgelassen hätte, aber er wusste einfach zu viel und verdient hatte er es auch nicht, so leid es mir tat, das einzugestehen. Ich aktivierte noch im Laufen die Münze und gab so den Rückzugsbefehl und sobald ich Krum erreicht hatte, brachte ich uns mit dem Portschlüssel zurück in die Burg, wo ich den Bewusstlosen achtlos liegen ließ.

„Was ist mit Viktor?“, eilte Johnson auf mich zu.

„Ich denke, ihn hat meine Bombe erwischt“, ließ ich sie stehen und eilte weiter.

„Er stirbt, verflucht, helft mir!“, rief Scamander in dem Moment, als ich den leblosen Marcus erreichte. Unsere verfrühte, so chaotische Rückkehr hatte sofort alle in Aktion versetzt, wie es aussah.

„Ist jemand von der Connection da?“, brüllte ich laut und zauberte schon verzweifelt gegen den schwarzmagischen Fluch an.

Aber ich ahnte, dass alle Heilmagie, die ich, oder auch die, die hier ausgebildet wurden, beherrschten, nicht ausreichend geschult sein würde, um ihm zu helfen. Woher, zum Teufel, kannte Krum diesen Fluch? Selbst die DeathEater kannten ihn nicht? Fragen über Fragen. Unterdessen verlor Marcus in beängstigender Geschwindigkeit eine viel zu große Menge Blut.

„Marcus“, eilte Alicia aufgelöst herbei, die von Adrian abgefangen wurde und er hielt die sich stark sträubende Frau von ihrem Mann fern, wofür ich ihm absolut dankbar war.

„Ja, ich!“, trat Potters ewiglicher Schatten eilig hervor und ich sah den Rothaarigen durchdringend an.

„Schaff sie… unsere Heilerin hierher… mit Kapuze!“, befahl ich und er machte große, runde Augen, dann fiel sein Blick auf Marcus‘ Brust und er zog scharf die Luft ein.

„Weasley, schnell!“, murrte ich wütend, worauf er dann herumfuhr und davoneilte, ohne weiter mit mir zu diskutieren.

„Marcus! Lass mich los, Adrian“, bellte Alicia.

„Lass sie los“, befahl ich, denn ich wusste nicht, ob wir Marcus würden retten können, sofort eilte sie zu mir und plumpste neben mir nieder.

„Was? Was ist passiert… Draco?“, schniefte sie und grabschte nach der leblosen Hand ihres Mannes.

„Wir waren ganz normal auf Patrouille!“, antwortete Scamander statt mir, dabei legte ihm seine Freundin ihre Hand auf die Schulter und strahlte eine große Ruhe aus, während ich weiter versuchte, Marcus Zeit zu verschaffen, denn mehr konnte ich nicht tun. Verdammt, wo blieben sie? „Es… es war brutal… ich… ich, oh meine Götter.“ Seine Stimme war immer hysterischer geworden, offenbar sackte bei ihm langsam was passiert war und er schien kurz vor einem Schock zu stehen.

„Ganz ruhig, Rolf! Du hast schlimmes gesehen, aber alles wird gut!“, flüsterte Lovegood in ihrer ganz eigenen Weise.

„Marcus, verlass mich nicht, halt durch!“, wimmerte Alicia.

„Ganz ruhig, Alicia, er ist ein Troll, der kann gar nicht draufgehen!“, meinte ihre Freundin Angelina wenig taktvoll und erntete auch nur ein unglaublich schmerzhaftes Jaulen von der jungen Ehefrau, die bald Witwe werden könnte.

Endlich stürmte der junge Weasley mit einer in einen Umhang gehüllten Frau heran, die sich eilig neben mir niederließ. Sie verschwendete keine Zeit, sah nur kurz auf die Wunden, zog zischend die Luft ein, beruhigte sich dann aber schnell, um sogleich mit ihrem Zauberstab einen leisen Singsang anzustimmen, der mir bekannt vorkam, aber doch anders war.

„Ist das der, den Harry bei…“

„Nein!“, fuhr ich dem roten Ungeheuer über den Mund.

„Ähnlich, nein, nicht ähnlich, genau gleich… wie kann das sein?“, murmelte die Heilende, als sie geschickt die tiefen Schnittwunden geschlossen hatte und es stimmte, es war der Sectumsempra, er war gleich.

„Woher sollte Krum von dem Fluch wissen?“, meinte ich aufgelöst, war aber froh, dass ich ihr alles überlassen konnte. „Niemand kennt diesen Fluch!“

„Karkaroff“, schaltete sich Weasley ein und ich blinzelte zu ihm, manchmal überraschte mich dieser Junge, aber ja, er war ein Bekannter von Severus gewesen, das könnte wahrlich sein.

„Puh, gerade noch rechtzeitig, er wird es schaffen!“, resümierte sie schließlich, als sie ihren Singsang beendet hatte und ihre Schultern erschöpft herabsanken.

Danach sank sie kniend zurück auf ihre Füße und fuhr sich mit den Händen über das noch unter der Kapuze verborgene Gesicht. Offenbar hatte der Zauber sie sehr angestrengt. Alicia war, je länger der heilende Singsang angedauert hatte, immer ruhiger geworden und hatte mit wachsender Aufmerksamkeit alles genau beobachtet.

„Zeig mir, wie das geht!“, bat Alicia schließlich neben mir.

Die Heilerin nickte matt und begann, ihr zu erklären, was sie getan hatte. Alicia riss sich heldenhaft zusammen, während Marcus von Adrian in die Burg gebracht wurde. Offenbar war Alicia klar, dass sie gerade nicht mehr für Marcus tun konnte, aber dass es wichtig war, das zu können, was ihren Mann gerettet hatte.

Nun, nachdem die Gefahr für Marcus Leben gebannt war, fiel auch die Aufmerksamkeit auf die anderen Verletzten. Higgs schien noch immer blind zu sein, jammerte aber vor sich hin, während Scamander noch immer paralysiert wirkte, währenddessen kümmerte sich seine Freundin Lovegood um ihn und redete leise auf ihn ein. Er stand eindeutig unter Schock, aber er würde von alleine wieder werden.

„Viktor“, sprach Clearwater sorgenvoll, als auch der Rest des Teams nun ankam.

Diejenigen, die schon länger im Team waren, wirkten zwar angespannt, aber sie wussten, dass es jederzeit zu Zusammenstößen mit den DeathEatern kommen und die Patrouille gefährlich werden konnte, aber Wood, der zum ersten Mal dabei gewesen war, wirkte deutlich mitgenommen.

Sie eilte sofort zu Krum und war erstaunlich pflichtvergessen.

„Er ist schuld, dass Marcus verletzt ist. Der Idiot hat nur die Granate abbekommen, viel zu wenig, wenn du mich fragst. Marcus wäre fast gestorben!“, donnerte ich eisig. „Dieser Quidditchstar sollte eher mal lernen, was Demut bedeutet! Hier jubelt ihm niemand zu, wenn er den großen Macker geben will!“, grollte ich nachtragend.

„Er hat es nicht mit Absicht getan, oder mit Vorsatz!“, rief Clearwater erregt.

„Krum wird lernen müssen, dass er Befehle zu befolgen hat! Bring es ihm bei, Adrian“, befahl ich sehr harsch.

„Ich muss zu Ginny!“, hörte ich dann Wood neben mir murmeln, als er an mir vorbeikam und auf dem Weg in die Burg war.

Ich hielt mich unterdessen nur schwer zurück, nicht gegen Krum vorzugehen, verletzt hin oder her, aber ich musste es tun, denn ich hätte angesichts dessen, dass gerade einer meiner besten Freunde aufgrund seiner Dummheit fast draufgegangen wäre, nicht dafür garantieren können, dass Krum den Tag überlebte. Ich war gewillt ihn umzubringen.

Krum führte sich viel zu sehr auf, dafür dass er hier nichts, absolut gar nichts zu melden hatte.

„Hier gibt es nichts mehr zu sehen!“, wetterte ich genervt, dabei fuhr ich mir über die eigene vernarbe Brust und erinnerte mich daran, wie Potter den Fluch an mir angewandt hatte, an die Schmerzen, und wünschte mir, dass Severus niemals diesen Fluch erfunden hätte.

Widerwillig schlichen die Bewohner der Burg davon, verließen den Hof und gingen wieder in die Burg. Hinter mir stand noch immer Alicia und ließ sich in der Heilkunst unterweisen.

Marcus‘ Frau hatte gelernt, Prioritäten zu setzen, sie würde noch erfahren wollen, was genau mit ihrem Mann passiert war, aber gerade nutzte sie die vielleicht einmalige sich bietende Gelegenheit, mehr über das zu lernen, was ihn gerettet hatte.

„Die DeathEater haben wir eliminiert und dann aus dem Dorf geschafft! Sie sind nicht mehr zu finden“, berichtete mir Kirsch geschäftig, dabei wirkte er aufgeräumt und ich fand es gut, dass wir keine Gefangenen machten. Vor allem da es sinnlos war, Askaban und das Ministerium waren nicht existent und wir selbst waren nicht in der Lage, unsere Gegner einzusperren, somit blieb uns keine andere Wahl.

Eigentlich wäre diese Koordination Clearwaters Aufgabe gewesen, aber sie hatte gerade nur noch Augen für Krum.

„Gut!“, nickte ich schlicht und entließ ihn, woraufhin auch er in der Burg verschwand.

„Danke! Das bring ich sofort einigen Leuten bei!“, enteilte als letzte Alicia, bevor sich die Kapuze zu mir wandte.

„Hier seid ihr also immer! Es ist schön hier!“, bekannte sie leise seufzend und sah sich genau um.

„Gut, dass du so schnell da warst!“, ging ich nicht darauf ein, aber dankte ihr auf meine Weise, dass sie geholfen hatte und legte ihr meine Hand auf den Arm.

„Immer doch, wenn ich dir helfen kann!“, erkannte sie meine Worte auch als Dank. „Ich mag Flint! Lass mich auch herkommen, denn ich könnte deinen Leuten dabei helfen, besser im heilen zu werden! Ich kann viel mehr als sie“, kam die Slytherin in ihr durch und ich verstand natürlich ihren Wunsch, aber es war nicht meine Entscheidung, jedenfalls nicht ausschlaggebend. Ich hob meinen Stab und legte einen Zauber über uns, der uns vor neugierigen Zuhörern schützen würde.

„Das ist nicht mehr meine Entscheidung. Potter ist bald dein Mann und so leid es mir tut, er hat sich von Anfang an sehr entschieden dagegen ausgesprochen, dass du hierher kommst, egal ob du mehr kannst als sie“, erklärte ich sehr klar, dass ich mich nicht über den Wunsch ihres Zukünftigen hinwegsetzen würde.

„Wo ist Harry überhaupt?“, fragte sie irritiert und blickte sich im Hof um. „Und was heißt überhaupt, er entscheidet?“

„Woher soll ich das wissen?“, fragte ich perplex, bevor ich fortfuhr. „Und er entscheidet, so wie ich es sage. Es war Potters Wunsch und auch wenn es mir gleich wäre, kann ich den Strohkopf in dem Fall sogar verstehen. Er will halt dich und das kleine Bündel weit weg von allem wo er ist, wo es gefährlich sein könnte!“

„Er stellt also die Regeln auf?“, hauchte sie verärgert. „Aber zum Retten bin ich gut genug?“

„Mir fiel auf die Schnelle kein anderer ein!“, gab ich schulterzuckend zu.

„Tja und nun habe ich meine Pflicht erfüllt, nicht wahr!“, entgegnete sie schnippisch.

„Ja, genau, Weasley bringt sie wieder weg!“, hob ich den Zauber auf und rief ihn laut zu mir. Sofort eilte der Angesprochene aus der Eingangstür der Burg, wo er bisher recht blass aussehend gewartet hatte.

„Kommst du?“, bat er und schon entschwanden sie, während ich mir dachte, wie brutal schief doch dieser Einsatz gelaufen war.

Wir waren ganz eindeutig im Vorteil gewesen und dann kam ein selbstverliebter Typ wie Krum daher und schaffte es, dass fast einer von uns draufging!

Potter war zu ähnlichen Taten fähig, in seinem Bestreben, den Helden markieren zu wollen, wobei er gerade lernte, sich zurückzunehmen. Dies würden sie auch Krum noch vermitteln müssen. Ich strich wieder mit meiner Hand über meine Brust und sann darüber nach, wie bösartig dieser Fluch doch war. Krum hatte durch sein Handeln beinahe einen meiner engsten Vertrauten getötet, das würde ich ihm nicht so leicht nachsehen.

Weshalb Krum den Fluch beherrschte, oder warum ihn Karkaroff wohl gekannt hatte war mir schleierhaft, denn nicht mal mir hatte Severus den Fluch beigebracht. Es war mir wirklich ein Rätsel.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Am nächsten Tag summte ich entspannt unter der Dusche, denn Severus verstand es, dafür zu sorgen, dass es in seinem Haus nicht langweilig wurde.

Dass ich nichts mehr davon wusste, was nach der Spritze passiert war, nahm ich als gegeben hin. So etwas konnte bei so einem Serum schon geschehen, aber dass er mich danach mit hemmungslosem Sex aus meinem Schlummer gerissen hatte, war gewagt, aber nichtsdestotrotz umso schöner gewesen!

Ich hatte es wirklich genossen und vor allem war es eine Premiere, da ich zum ersten Mal mit meiner anderen Wahrnehmung Sex gehabt hatte und es war schlicht und ergreifend geil gewesen, sehr intensiv und völlig anders. Das Schöne war, dass Severus weder Scheu noch Zögern gezeigt hatte, als er meinen White-Eye-Effect bemerkte hatte, eher schien es, als hätte es ihn noch mehr erregt.

Das schätzte ich an Severus sehr. Er nahm mich wie ich war und ich erfreute mich daran, dass es derart locker zwischen uns sein konnte.

Der Tag war schon weiter vorangeschritten, da ich nach meiner Dusche bisher im Garten gewesen war und jetzt erst das frühe Dinner rief und so eilte ich wieder frischgemacht hinunter.

Dabei bemerkte ich sehr wohl, wie heimisch ich mich hier nach dieser kurzen Zeit schon fühlte. Es war übersichtlich, aber nicht zu klein um sich wohl zu fühlen, auch die Einrichtung war zurückhaltend und es war wundervoll, wenngleich ich langsam, aber sicher die Dramen zu vermissen begann, die sich im Manor abspielten.

Ich glaubte, Draco und Lucius hatten keine Ahnung, wie unterhaltsam sie sein konnten. Erst jetzt verstand ich so einige doppeldeutige und sehr spitze Anspielungen, die Severus manchmal von sich gab.

„Da bist du ja. Der Garten scheint dir zu gefallen“, begrüßte er mich mit einer nachsichtigen Zurückhaltung, die er sonst selten zeigte.

„Oh ja, Severus, es macht Spaß, draußen zu sein. Du musst dich nicht die ganze Zeit im Inneren verkriechen!“, grinste ich übermütig und zwinkerte ihm zu.

„Ich würde es eher so beschreiben, dass du schwer zu greifen bist!“, entgegnete er zweideutig und hob eine seiner dunklen Brauen.

„Soll ich mich mehr zur Verfügung stellen?“

„Das war keine Beschwerde!“, gab er sofort nach und verwirrte mich mit dieser bisher unbekannten Umgänglichkeit. In dieser Zeit servierten die Elfen das Mahl, welches ich sehr genoss.

„Hätte mich auch gewundert, aber Severus, du weißt, ich verstehe es, mich selbst zu beschäftigen!“, gab ich milde lächelnd zurück.

„Wohl wahr“, verfielen wir kurz in Stille, nur das Klirren von Besteck war zu vernehmen, bis bei ihm die Geräusche immer leiser und ich darauf aufmerksam wurde.

Als ich aufblickte, bemerkte ich, dass er mich nachdenklich musterte und seine Finger auf etwas ruhten, das neben seinem Glas lag.

Ich war versucht, nachzufragen, was ihn bewegte, sagte aber dann doch nichts, sondern hob nur eine Braue, worauf er mir plötzlich entschlossen das „Etwas“ zuschob und ich ihn genau beobachtete.

„Was? Ohhh…“, wollte ich ansetzen, doch da erkannte ich es und erstarrte umgehend. „Uhhh.“

Mir war der Appetit von der einen zur anderen Sekunde gründlich vergangen und ich legte mein Besteck ab, woraufhin ich die Stoffserviette von meinem Schoß hob, um mir manierlich die Mundwinkel abzutupfen. In Wahrheit aber eher, um eine Sekunde zu haben, in der ich mich fangen konnte, denn das kam mehr als unerwartet.

Er hingegen ließ mir alle Zeit der Welt, nur seine obsidianfarbenen Augen lagen wie Magnete auf mir. Ich überlegte, wie ich angemessen reagieren sollte, denn ich wollte und durfte jetzt nichts falsch machen und entschied mich für gespielte Leichtigkeit. So fasste ich mein Weinglas und prostete ihm betont neutral zu.

„Das hast du also aus dem Grimmauld Place geholt, warum?“, warf ich überlegen ein. „Oder besser, warum zeigst du es mir nun?“

„Du weißt es?“, lag eine ruhige, aber gewichtige Nuance in seiner Stimme, als ich offenbarte, dass ich weitreichender informiert war.

„Harry hat es gefunden, also den anderen Teil… von dem da“, wedelte ich zu dem Bild, das nun vor mir lag und stellte mein Glas leise klirrend ab.

„Du hast nicht von dir aus gefragt“, fasste er nun doch sehr bestimmt nach, denn anscheinend war er erstaunt darüber, dass ich nicht sofort zu ihm geeilt war und ihn belästigt hatte.

„Nein, hätte ich fragen sollen? Warum du ein Bild deiner alten, schon lange verstorbenen Affäre suchst?“, klang ein gewisser, hämischer Spott in meiner Frage mit durch und ich biss mir selbst auf die Zunge. Verdammt, ich hatte nicht gehässig sein wollen, aber über Lily zu reden fiel mir dann erstaunlicherweise doch nicht so leicht.

„Mhm…“, schien er mit meiner Entgegnung alles andere als zufrieden und so fasste ich mir ein Herz und wollte über meinen Schatten springen, um mich dann doch zu rechtfertigen.

„Also, ich dachte, du sagst es mir, wenn du willst und wenn nicht, dann halt nicht“, bekannte ich ihm gegenüber aufrichtig, was ich schon zu Harry gesagt hatte, denn es war mir ernst gewesen. Ich war nicht gewillt, dass sich der Geist einer Verstorbenen hier einmischte und alles war immer bloß so wichtig wie man es nahm und vielleicht lag es daran, dass ich ein SoulGatherer war, aber in Toten sah ich einfach keine ernstzunehmenden Gegner.

Er sinnierte lange, er schwieg mich an, dabei schien er mich nur durchwegs interessiert zu begutachten.

„Du bist einzigartig!“, raunte er dann leise, anscheinend hatte er nicht mit meiner abwartenden Akzeptanz gerechnet, ganz nebenbei erschien er erleichtert, aber auch nervös. Das hatte ich von Severus nicht erwartet. Er schien dem hier eine ganz besondere Bedeutung beizumessen.

„Bemühe mich jeden Tag darum… also?“, versuchte ich es locker zu nehmen und zwinkerte ihm wieder aufmunternd zu. „Was treibt dich wirklich um?“

„Du überlegst, warum ich das hier tue?“ Ich nickte nur, worauf er seufzte. „Du musst nicht antworten, ich versuche, es zu erklären. Ich habe kein Bild noch sonst etwas aus der Zeit als Lily und ich unsere „verbotene“ Beziehung aufnahmen… gar nichts… aber ich wollte sie dir zeigen“, erklärte er zu meiner Überraschung ungewohnt involviert und ich schielte auf das Bild, sah mir die junge Frau zum ersten Mal in meinem Leben sehr aufmerksam an.

Ich machte eine strahlende junge Frau aus, die mit dunkelrotem, langem, glattem Haar gutgelaunt durch die Gegend hopste. Sie strahlte eine weiche und sanfte Schönheit aus. Der Blick aus ihren so grünen Augen war lebenslustig, aber auch verführerisch. Sie war eine durchwegs hübsche Frau mit ebenmäßigen Gesichtszügen gewesen. Ich registrierte mit Pragmatismus, was einem Mann an Lily Evans, oder hier auch schon Potter, gefallen konnte.

Und jetzt, im direkten Vergleich zu mir, wirkte ich, obgleich ich ohne Kinder war, wohl älter und verhärmter, meiner Ansicht nach würde ich schlechter abschneiden und sie statt meiner wählen.

„Du hast das extra für mich geholt?“, fragte ich daher nun auch zweifelnd. Es war nicht schön, einen Vergleich zu ziehen und unter den eigenen Aspekten schlechter abzuschneiden, daher verzog ich mein Gesicht zu einer Grimasse. „Jetzt frage ich wirklich, warum und wieso?“, offenbarte ich mein ganzes Unverständnis über seine Tat in meiner hilflos ausgestoßenen Frage.

Er wartete kurz ab, während er mich wissend musterte. Seine Ruhe war bewundernswert, wenn man bedachte, dass das Thema gerade sehr heikel war, aber für mich wirkte er angespannt, trotz allem gespielten Gleichmut.

„Es gibt Gründe. Es gab bisher nur eine Frau, die mich näher kannte, mit der ich länger zusammen war als ein paar bedeutungslose Nächte… und das war sie“, kam es mehr als knapp und nüchtern von ihm und strafte seine vorherige Angespanntheit, die ich zu erkennen geglaubt hatte, Lügen und eine meiner Brauen wanderte sehr weit hoch. Was bezweckte Severus?

Was wollte er mir vergegenwärtigen? Er tat nie etwas ohne einen eklatant wichtigen Grund.

„Sie sieht unschuldig aus“, versuchte ich mein Glück, dabei lag mein Augenmerk auf dem Bild.

„Das Aussehen kann täuschen, auch du kannst aussehen wie ein Unschuldslamm“, warf er eilig ein und ich blickte von unten zu ihm auf, ein falsches Lächeln auf den Lippen.

„Ist das ein Kompliment?“

„An deine Schauspielkunst… wenn du so willst“, lobte er mich wie selten, daraufhin neigte ich geschmeichelt mein Haupt, als er auch schon fortfuhr. „Aber auch Lily war eine gute Schauspielerin und nicht so gut und aufrichtig wie angenommen! Sie hat es ebenso verstanden, alle zu täuschen, sie saß im Orden, oder in der vertrauten Runde der Marauder und hat getan als ob nichts wäre, obwohl ich sie gevögelt habe… das waren erinnerungswürdige Tage… wenn wir uns im Orden trafen!“

„Schwelgst du gerade in Erinnerungen?“, zeigte ich mich leicht bissig, aber welche Frau hörte es gerne, wie der Mann vor ihr von seiner Ehemaligen erzählte, die er nach Lust und Laune flachgelegt hatte?

Vor allem saß er in seiner schwarzen Pracht vor mir und wirkte rundum zufrieden mit sich, während er den Rand seines Glases mit seinem Zeigefinger nachfuhr.

„Ja, ich habe es genossen, alle an der Nase herumzuführen, während sie die Beine für mich bereitmachte“, gestand er abwesend und ich zog innerlich eine Fratze, wie schön für sie.

„Ja, das muss ein schönes Gefühl gewesen sein, gewusst zu haben, dass du sie hattest und haben konntest, während die anderen damit nie im Traum gerechnet hätten. Das war deine Rache“, versuchte ich, mich aufrichtig in ihn hineinzufühlen und ich verstand wirklich, was ihn getrieben hatte.

„Potter und Black wären tot umgefallen!“, gestand er mit einem rauen Lachen, das man mehr als selten von ihm vernahm. Diese Gedanken schienen ihn wirklich zu beschäftigen.

„Remus nicht zu vergessen!“, warf ich dann noch ein, denn trotz dieses diffizilen Themas gefiel es mir, wie ruhig wir darüber reden konnten. Das wollte ich zu keiner Zeit gefährden.

„Oh ja, der Gutmensch, wie hätte ich diesen vergessen können… aber auch Molly und Minerva… wären vom Glauben abgefallen“, erging er sich in seiner nachtragenden Süffisanz. Er schien es aufrichtig zu bedauern, dass niemals jemand erfahren hatte, was in Wahrheit hinter den Kulissen abgelaufen war.

„Ich würde selbst heute noch gerne ihre Gesichter sehen, wenn ihre Ikone Lily Potter wankt! Nur schade, dass Lupin nicht dabei war als Harry erfahren hat, dass seine Mutter deine Gesellschaft der ihres Mannes vorgezogen hat. Allein schon Lupins Gestammel, als Harry ihn nach seinem Vater gefragt hat, war erhebend“, meinte ich schrecklich schadenfroh, bevor ich sehr ernst wurde. „Nur eines verstehe ich nicht, warum tat sie es?“

„Weil sie es wollte. Lily hat immer nur das getan, was sie wollte und ich glaube, es war ein interner Wettstreit gegen ihren Mann!“, bekannte er, wobei es ihn minimal zu ärgern schien, dass es trotz allem wieder nur um Potter gegangen war.

„Weil dieser sie betrog?“, warf ich nachdenklich in den Raum.

„Ja, die Isolation an sich, während des Widerstandes, hat keinem von ihnen gut getan!“, erklärte er mir sehr aufgeschlossen die Gegebenheiten des ersten Krieges.

„Okay, okay, das verstehe ich, aber was mich wundert… nachdem Potter sie hatte… du hast sie echt genommen… wie das?“, fragte ich sprachlos erstaunt, dass er sich damit zufrieden gegeben hatte, als Zweitmann zu fungieren. Natürlich, ich war auch zuerst an Sirius hängen geblieben, aber konnte man das vergleichen? Ich wusste es nicht. „Ernsthaft, Severus, konnte sie dich fesseln? Ich meine, sie mag ihren Mann betrogen haben, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Harrys Mutter eine skrupellose Schlampe war!“

„Bezeichnest du dich gerade als skrupellose Schlampe? Um in deinem Jargon zu bleiben“, war er gewohnt sarkastisch, doch ich überging es gleichgültig.

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Kapitel 461-462
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