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 Kapitel 463-464

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 463-464   Di Mai 27, 2014 10:22 pm

Um eure lieben Reviews kümmere ich mich zu einem anderen Zeitpunkt, ich stecke bis zum Hals in Stress. Ich freue mich aber über jedes einzelne, wie ihr wisst! Smile

463. Kapitel Friede, Freude, Eierkuchen


„Ehrlich, hat sie dich mit ihrem Gewissen nicht eher belastet?“, hakte ich weiter nach und ließ mich nicht beirren.

„Mhm… ob sie mich gefesselt hat? Es war spaßig, wobei ich den Einwand gelten lassen würde, ob die Frage hier ist, dass es spaßig war, weil ich eben alle an der Nase herumgeführt habe. Oder hat es mir wirklich nur wegen Lily gefallen? Und natürlich, der Einwand ist gut, sie ist, wie gesagt, nicht mit dir zu vergleichen, denn ja, sie hatte durchaus ein vorhandenes Gewissen, Skrupel und Moral“, bekannte er ehrlich, warf aber auch neue Fragen auf.

„Elementare Emotionen, die uns nicht belasten?“, wollte ich kokett erfahren.

„Ein Gut, das uns abhandenkam“, schränkte er weitsichtig ein, wobei er diese Aussage mit einer gewichtigen Geste unterstrich. „Aber man darf Lily nicht glorifizieren, sie hat genug Skrupellosigkeit besessen, um ein schwarzmagisches Blutritual zu erlernen, um ihrem Sohn im Ernstfall das Überleben zu ermöglichen!“

Ich verarbeitete seine Information und runzelte die Stirn wegen dieser Offenbarung. Es war immer wieder eine Erleuchtung, alles aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

„Spannend, wann Menschen bereit dazu sind, wortwörtlich über Leichen zu gehen! Denn es war auch Selbstlosigkeit, wenn du das so beschreibst. War es ein Blutritual mit Opfergabe?“, resümierte ich grüblerisch.

„Wobei sie das großzügige Opfer war, korrekt!“, klang irgendwie etwas in mir an, das mich hellhörig machte und ich verengte meine Augen zu misstrauischen Schlitzen. „Ich wusste immer, dass du sehr verständig bist, was die theoretische Magie betrifft.“

„Tut es dir noch immer leid?“, fragte ich daher misstrauisch und überging sein seltenes Lob mal wieder, da er gerade sehr tief blicken ließ, meiner bescheidenen Ansicht nach.

„Das sagte ich nicht“, meinte er abweisend und wich meinem Blick aus.

„Oh, du hast es aber impliziert, denn da schwang gerade etwas mit. Verstehe ich das recht, wenn ich annehme, dass sie nicht hätte sterben müssen?“, wagte ich einen Versuch und schien zu treffen, denn er wurde ein minimales Stück starrer in seiner bisherigen Haltung.

„Du bist gut!“, presste er schließlich wenig erfreut hervor und ein fast trauriges Lächeln stahl sich auf meine Züge, denn manchmal wünschte ich, dass ich nicht derart gut wäre.

„Vermisst du sie?“, presste ich diese Frage mehr als schwer zwischen meinen trockenen Lippen hervor.

„Nein, wie kommst du darauf?“, meinte er aufrichtig erstaunt. „Anders als Potter, oder Black, deren Tod ich nicht im Geringsten bedauere, habe ich ihr nie den Tod gewünscht selbst wenn sie überlebt hätte… die Betonung liegt auf hätte… möchte ich glauben, dass unsere Beziehung sehr abgekühlt wäre… wir waren zu unterschiedlich in unseren Ansichten, Interessen als auch in unseren Begabungen“, führte er aus, bis ich ihn mit einer unwirschen Geste unterbrach:

„Unfug! Rede es nicht tot, bevor es anfing und trotz allem hat sie es geschafft, dass da mehr für sie war als nur… eine kurze Affäre.“ Mit glänzenden Augen musterte er mich und zögerte nicht.

„Natürlich, wir waren schon in unserer Jugend vor Hogwarts Freunde… das muss ich zugeben, das prägt“, gestand er ein, daraufhin zuckte ich mit den Schultern. Was sollte ich darauf antworten? Wir verfielen kurz in schwer lastendes Schweigen.

„Es tut mir leid für dich, aber noch verstehe ich nicht, was du mir damit sagen willst?“, meinte ich konfus und schob nun das Bild wieder zu ihm zurück, denn mir bedeutete diese Frau nichts.

„Warum? Weil ich dir zeigen und vergegenwärtigen will, dass Lily nur Spinners End kannte… nicht Prince House“, schlugen seine Worte für mich wie eine Bombe, oder eher wie ein Bombarda ein.

Ich kämpfte nicht mal dagegen an, dass ich meine Maske vor ihm verlor. Mir ging der Mund weit auf und meine Augen traten aus meinen Höhlen, damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Vor allem hatte ich es nicht im Ansatz in Betracht gezogen, dass er mir das damit klarmachen wollte.

Er schien sichtlich amüsiert über meine bodenlos entsetzte Reaktion, aber auf der anderen Seite zufrieden, dass ich die Botschaft sofort verstanden hatte, denn ich unterdrückte eine Gänsehaut vor überwältigender Freude, aber auch vollständigen Unglaubens, die in mir aufzogen, bis ich mich nicht mehr beherrschen wollte noch konnte.

„Ohhh“, hauchte ich ergriffen, während mich nun nichts mehr auf dem Stuhl hielt.

Ich krabbelte regelrecht getrieben von dem Wunsch, bei ihm zu sein, über den Tisch und fegte das ein oder andere Glas von der Platte. Kurz darauf landete ich eher stürmisch denn elegant auf seinem Schoß, worüber er nun mehr als nur perplex wirkte.

„Was hast du vor?“, fragte er atemlos, da ich wenig sanft auf ihn plumpste, aber das war mir egal, weil ich vor Erregung fast verging.

Ich angelte unter seinen Gehrock und zog ihn am Hosenbund, denn es konnte mir nicht schnell genug gehen. Ich wurde von dem Wunsch, ihm nah zu sein, fast verbrannt.

„Hier und jetzt“, erwiderte ich hitzig und wenig subtil, woraufhin ich mich von selbst ein wenig anhob, um mit meinem Po auf der Tischplatte Platz zu nehmen.

Dabei bestätigte mir sein durchdringender Blick, dass es trotz unserer häufigen Vereinigungen der letzten Tage nicht so war, als wäre er abgeneigt, meiner Aufforderung nachzukommen. Auch das, was ich unter meinen Händen erfühlte, bestätigte mich vollkommen.

Wie von selbst lagen seine Hände jetzt auf meinen Brüsten und begannen, sie zu massieren. Ungeduldig zog er den Stoff ein wenig nach unten und legte blasse Haut frei, während seine andere Hand unter meinem Kleid verschwand. Sogleich zog er mir den durchweichten Slip ungeduldig hinunter.

Geschmeidig erhob er sich und befreite sich selbst von der störenden Hose, aber eher notdürftig als richtig, da ich gar nicht so schnell schauen konnte, wie meine Beine auseinander gedrückt wurden. Fast umgehend versenkte er sich schnell und grob in mir, sodass wir beide kurz einmal laut keuchten.

Kurz kam mir in den Sinn, dass wir gerade eben recht ungewohnt laut waren, aber diese hitzige Zusammenkunft war von großer Gier getrieben. Ich krallte mich mit meinen Nägeln in das Holz des Tisches, als ich meinen rasch erlebten Höhepunkt hinausschrie, harmonisch untermalt von dem Klirren und Scheppern des verbliebenen Gedecks, während Severus nur ein paar Augenblicke später über die Klippe sprang und mir in meiner Erlösung folgte.

Er sah mir währenddessen intensiv in die Augen, wobei wir über unseren hektischen Atem noch dem Zerspringen eines Glases lauschen konnten, das wir in unserer Rücksichtslosigkeit der Vernichtung anheim gegeben hatten. Heftig atmend glitt er aus mir heraus und sprach rasch einen Reinigungsspruch auf uns beide, woraufhin auch ich mich aufrichtete und mir meine Kleider manierlich glatt strich.

Erst da bemerkte ich, dass er bei meinem Stuhl stand und etwas aufhob. Ich nahm an, dass es das Bild sein musste. Wir mussten es beim Sex vom Tisch gefegt haben. Ich konnte nicht ausmachen, wie seine Miene war, da seine langen Haare sein Gesicht verbargen, aber als er sich plötzlich mit einer knappen Geste zu dem kleinen Kamin wandte, dämmerte mir, was er vorhaben könnte und ich war rasant bei ihm und packte entschlossen seinen Arm.

„Unsere Vergangenheit macht uns aus… da gibt es nichts, was man auslöschen muss!“, flüsterte ich eindringlich, denn wegen mir musste Lily Potters Bild nicht von dieser Welt verschwinden, sie gehörte dazu, aber sie war tot und Vergangenheit. Er hielt ein und maß mich mit unleserlichem Blick.

„Es gibt so wenige Fotos von diesen Menschen, da muss das“, berührte ich das Bild in seinen Händen, „nicht auch noch vernichtet werden.“ Ich stellte mich auf die Zehen und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange, bevor ich mich rasch abwandte und eilig den Raum verließ. So wartete ich gar keine Reaktion von ihm ab, mehr konnte ich nicht tun, denn letztendlich war es seine Entscheidung.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Die Tage rasten nur so dahin und gerade hatte ich sie in die Höhlen mitgenommen, da ich meinen Verpflichtungen, den gefangenen Frauen gegenüber, hatte nachkommen müssen und sie hatte absolut nichts dagegen gehabt, Prince House für ein paar Stunden hinter sich zu lassen.

Vielleicht langweilte sie sich schon. Wenn man sich vor Augen hielt, wie abwechslungsreich das Leben unter den Gockeln dieser Menschheit war, konnte man mein Reich wahrlich nicht als Bühne betrachten, aber sie schien auch die Ruhe zu genießen. Augenscheinlich nahm sie das Leben seit einiger Zeit so wie es kam.

Aber wie gesagt, dieser Ausflug war eine willkommene Abwechslung. Schlussendlich war es nicht so, dass sich ihre Aufgaben in Luft auflösten, also hatte ich sie in der Haupthöhle zurückgelassen. Sie wollte nicht wirklich mit zu den Frauen, was ich nachvollziehen konnte.

Doch als ich wiederkam war sie zu meiner Überraschung verschwunden. Irritiert blinzelte ich, als mich Rodolphus mit einem generösen Wink zu sich bestellte.

„Was willst du?“, raunte ich ihm unter meiner Maske zu.

„Dir sagen, wo du sie finden kannst!“, meinte er irgendwie zu anzüglich in meinen empfindsamen Ohren.

„Was wäre ich nur ohne dich?“, ätzte ich ironisch und er grinste dreckig.

„Aufgeschmissen?“, meinte er unerträglich besserwisserisch, aber zum Glück erwartete er von mir keine Entgegnung, da er abwinkte. „Komm!“, setzte er sich auch schon in Bewegung und ich folgte ihm tiefer hinein in die Verzweigungen der Höhlen.

Da dachte ich plötzlich, etwas zu vernehmen, aber noch bevor ich etwas sagen konnte, wandte sich mir Rodolphus zu, legte sich den Zeigefinger auf den Mund und bedeutete mir, still zu sein.

Da wir derart abseits waren, ließ ich meine Maske verschwinden und zauberte uns beide lautlos, gleichzeitig ließ ich in weiser Voraussicht so etwas wie eine Blase um uns entstehen, denn ich hatte eine Vermutung, dies brachte mir ein fieses Grinsen von meinem Begleiter ein. Denn so waren wir gut geschützt und konnten alles beobachten.

„Du machst dich einfach zu rar!“, tönte es leise aus einer der vom Gang abgehenden Kammern, während ich meine Ohren spitzte. Das klang eindeutig zu vertraulich, so spähte ich um die Ecke und das was ich sah, gefiel mir gar nicht.

„Braucht ihr ein Kindermädchen? Ihr habt euch zwei, das ist doch auch was Schönes!“, überhäufte das Biest ihre beiden Leute mit gehässigem Spott, doch ein Knurren bestätigte mir, dass ich recht behalten hatte und sie dort drinnen zu dritt waren. Im nächsten Augenblick drängte sich auch schon Greyback ins Bild, indem er sich nah zu ihr hinab beugte.

Meiner Ansicht nach fand ich die beiden zu oft in Situationen vor, in denen sie sich zu nah kamen.

„Das ist etwas anders“, wollte die eine Stimme rasch abstreiten.

„Strähnchen, ich habe zu tun“, kam es hörbar genervt von ihr, während sie ihre Hand auf seinen Arm legte.

„Jaaaaaa“, „Genau“, „Du bist einfach zu beschäftigt“, „Und lässt Wichtiges liegen“, beschwerten sich beide wehleidig, bedrängten sie aber auch immer mehr.

„Und ihr seid das Wichtige?“, kam es viel zu vertraulich von ihr, da fasste dieses Mischwesen doch tatsächlich plump in ihr lockiges Haar und zog an einer Strähne.

„Sind wir unwichtig?“, „Das willst du uns doch nicht weißmachen, oder?“

„Was soll der doppeldeutige Ton?“, fragte sie streng und man müsste ob ihrer doch so eigenwilligen Begleitung erstaunt sein, dass sie nicht im Ansatz eingeschüchtert erschien, dabei standen diese drei so nah beieinander, wie sonst das Trio in Hogwarts. „Ich habe genug zu tun und bin beschäftigt, ihr braucht mich doch nicht immer, oder?“

„Ohhhh, diese Beschäftigung von dir wird bestimmt nicht mit Arbeit gleichzusetzen sein“, „Jaaaa… als ob Rechts und Links etwas anderes tun, als sich mit dir zu vergnügen!“, dabei pfiff einer von ihnen schlüpfrig, während ihre Aussagen schlicht anzüglich waren und ich biss meine Zähne fest aufeinander. Natürlich entging mir Rodolphus‘ frivoler Blick, aufgrund dieser anmaßenden Aussage, nicht.

„Ihr seid doch nur neugierig“, kokettierte sie mit einem mehr als lasziven Lächeln, das meine Miene versteinern ließ.

„Neugierig ist gar kein Wort“, „Um unsere Ungeduld in Worte zu fassen“, zog Greyback nun leicht an ihrer Locke und sie schlug spielerisch seine Hand weg. „Wie lebt es sich in einer Vierecksbeziehung?“

„Hört auf! Das geht euch absolut nichts an!“, fuhr sie erst jetzt ihre Gesprächspartner rüde, wenngleich auch mit rollenden Augen an, was ihrer Aussage wieder an Gewicht nahm.

„Hahaha, das müsstest du am besten wissen, Fenrir, mein Rudeltier“, lachte Scabior fies und ich persönlich fand, dass das jetzt auch nicht sein musste und entschieden zu weit ging. Hier ging es um mein Privatleben und dies ging diese Typen absolut nichts an, so durchbrach ich meine magische Blase.

„Wo sie recht hat!“, schob ich Rodolphus entschlossen zur Seite und betrat wie ein Racheengel den kleinen Raum, dabei fuhren die drei, die vertraulich nah beieinander gestanden hatten, auseinander.

„Severus“, hauchte das Biest eindeutig zu ertappt in meinen misstrauischen Ohren und so winkte nun ich Rodolphus lässig um die Ecke, da er auf der Stelle herkommen sollte.

„Rodolphus, geleite das Mudblood zum Eingang! Ich komme gleich nach!“, befahl ich, während sich die anderen nicht rührten, dabei sank die Stimmung auf Minusgrade.

Ich wusste, dass sie meine Einmischung nicht schätzte, denn ihre Augen funkelten wütend zu mir. Dabei registrierte ich sehr wohl, dass sie wie ich keine Maske trug, die sie sich erst jetzt mit einer unwirschen Bewegung anhexte, aber das war mir gleich. Nachdem wir sie aus dem Lager des Rudels geholt hatten, schien es einer Klärung der Fronten zu bedürfen und einer klaren Ansage, dass diese beiden Kretins die Pfoten von ihr zu lassen hatten.

Seelenruhig verharrte ich und wartete mit verschränkten Armen, bis wir alleine waren. Ich ragte hoch in meiner schwarz gewandeten Gestalt vor Scabior und Greyback auf, während sie mir gegenüberstanden und unsicher waren, was nun passieren würde.

Was mich trieb?

Nichts, was ich mir selbst groß eingestehen würde, aber es war soweit, dass ich mir diese beiden Hübschen hier kaufen und ihnen mal erklären würde, was es bedeutete, der Familie in die Quere zu kommen.

Nachdem ich einige elementare Dinge mit diesen minderwertigen Individuen zu meiner Zufriedenheit geklärt hatte, rauschte ich wieder in die große Höhle, in der sie mich schon ungeduldig erwartete und mir in den Weg trat.

„Du bist wütend? Gut!“, raunte sie düster. Es passte ihr gar nicht, dass ich ihr in die Parade gefahren war und das versuchte sie auch gar nicht, zu kaschieren.

„Wir gehen“, verkündete ich bestimmt „Jetzt.“

Ich apparierte uns in mein Reich, um dann vorweg zu stürmen, denn noch immer ärgerte ich mich maßlos über sie, aber sie war nicht gewillt, mir meinen Freiraum zu geben und verfolgte mich.

„Himmel, so schlimm kann es nicht sein! Über was regst du dich auf? Du machst mich vor meinen Leuten lächerlich!“, schimpfte sie wie ein Rohrspatz, daraufhin drehte ich mich in einer knappen und sehr geschmeidigen Bewegung zu ihr herum.

Erschrocken von meinem düsteren Gesichtsausdruck wich sie wohlweislich vor mir zurück, bis sie stoppte. Denn jetzt musste sie anhalten da sie die Bettkante aufhielt und mir widerstrebend in mein Antlitz sehen musste und hier erlaubte ich mir einmal, dass meine Maske nicht zu Hundertprozent saß. Denn das war von mir keine Stimmungsschwankung, sondern der echte Snape-Zorn, in absoluter Reinkultur. Für einen Moment schien sie wirklich zu denken, ich würde sie schlagen, da ein unsicherer Ausdruck in ihren Augen aufblitzte.

„Sei still!“, fuhr  ich sie mit erhobener Hand an „Halt einmal in deinen Leben deine vorlaute Klappe!“

„Warum sollte ich das tun?“, meinte sie unerträglich frech „Ich muss mich nicht rechtfertigen! Ich habe nichts falsch gemacht“, begehrte sie zornig auf und genau da traf sie einen delikaten Punkt, den ich so nicht als gegeben sah, denn ich machte es genau andersherum aus. Weshalb ich keinen Deut meiner drohenden Haltug aufgab und sie abrubt an ihre Arm fasste und mit eine harten Ruck zu mir zog. „Lass mich los, sofort, Severus!“, stieß sie leicht atmlos hervor, aber mir war absolut nicht danach, das zu tun was sie wollte, daher schüttelte ich sie grob durch, auf das ihre Locken nur so durch die Gegend flogen.

„Du verkennst total, wie du mit ihnen umgehen musst! Diese beiden bilden sich schon so viel zu viel ein!“, stieß ich vorwurfsvoll hissend zwischen zusammengepressten Zähnen hervor.

„Aber das machst du doch nicht besser, indem du meine Autorität untergräbst!“, hielt sie mir entschieden vor und sturrer Gryffindormut blitzte mir aus ihren Augen entgegen.

Über diese so vorlaute, unschuldig und naiv erscheinende Aussage lachte ich verächtlich auf und an ihrem empörten Gesichtsausdruck war auszumachen, dass ich zu weit gegangen war. Sie schlug mir mit ihrer anderen Hand vor die Brust und entriss mir ihren Arm, den ich bisher eisern umklammert hatte. Doch sie war noch nicht fertig, den sie holte aus und schlug mich mit ihrer ganzen Kraft mitten ins Gesicht und sie traf. Das Klatschen hallte laut von den Wänden meines Heims wieder.

Mein Kopf flog in dieser Zehntelsekunde trotz allem zur Seite, aber ich wankte nicht, nur meine schwarzen Haare umwehten mich, weswegen ich mir anschließend die Haare mit beängstigender Ruhe von meiner Wange wischte und sie aus meinem Gesicht strich, während ich sie mit abwägendem Blick maß.

Ihre Hand leuchtete knallrot auf und so wie sie sie ausschüttelte tat sie ihr weh, was ihr zurecht geschah. Aber alles an ihr und vor allen das gehässige Grinsen, das ihre Mundwinkel zierte sprach davon, dass ihr das Wert gewesen war. Gleichzeitig hieß ich es gut, dass sie mir nicht brachial die Faust auf die Nase gerammt hatte, sondern mir eine Ohrfeige verpasst hatte. Sie wollte gerade Frau sein und das verstand ich, das gestand ich ihr zu.

Meine Zungenspitze leckte dann mit aufreizender Langsamkeit das Blut von meiner Oberlippe, dabei schmeckte ich den metallischen und so typischen Geschmack.

„Das hättest du nicht tun sollen“, flüsterte ich säuerlich.

Niemand, absolut niemand gab mir ungestraft eine Ohrfeige. Als ich sie hart an ihren Schultern packte, denn egal was sie auch dachte, das ihr zustand und was sie sich herausnehmen konnte, sie war nicht unschuldig, nicht dass ich derartig niedere Gefühle besitzen würde, aber sie hatte ertappt ausgesehen, als ich hinzukam, und das nicht ohne Grund. Sie verstand sich mit diesen Subjekten einfach zu gut. Vielleicht gefiel ihr der ein oder andere von ihnen sogar.

Sie war ihnen gegenüber einfach zu lasch, ließ sich zu viele Respektlosigkeiten gefallen. Sie musste diesen Vertraulichkeiten als Malfoy Einhalt gebieten, schließlich repräsentierte sie quasi die Familie und hatte sich dementsprechend zu geben.

Hinzukam, dass sie des Weiteren noch immer nicht das Recht hatte, derart vertraulich und intim mit diesen Kretins umzugehen. Es war, als würde sie ihre erhöhte Stellung, innerhalb der Hierarchie, diesem Pöbel gegenüber vergessen. Sie ging mit ihnen fast schon kumpelhaft um.

Ganz zu schweigen davon, was diese Typen sich Lucius, Draco und mir gegenüber herausnahmen und sich einbildeten, auch nur im Ansatz eine Ahnung davon zu haben, was wir als Linke und Rechte Hand taten, ließen oder sonst was. Es stand ihnen nicht mal zu, auch nur im Traum daran zu denken, sich eine Meinung über uns bilden zu können.

Davon abgesehen war das Biest, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu meiner Familie, ein Tabu der besonderen Art und ich wollte nicht, dass sie unser Eigentum berührten noch groß ansprachen.

Außerdem, war SIE der Führer der Truppe, nicht Scabior oder Greyback, hierüber durfte nie ein Zweifel herrschen!

Noch immer quetschte ich sie in meinem Griff, dabei mussten meine mörderischen Gedanken auf meinem Gesicht zu lesen sein, denn plötzlich wurden ihre Augen groß, aber Furcht stand nicht in ihnen sondern eher eine Abfälligkeit  die mich endgültig Rot sehen ließ. Wir hatten so viel durchgemacht in der Vergangenheit, dachte sie wirklich mich so reizen zu können? Dachte sie wirklich, mich zu gut zu kennen, mich vollkommen einschätzen zu können und vollkommen sicher vor mir zu sein?

Als ich sie mit Schwung auf das Bett hinter ihr stieß und sie rudernd hineinfiel, ein durchwegs belustigender Anblick.

„Was willst du jetzt tun?“, forderte sie schreiend und kämpfte mit den Stoffmassen und Kissen, die sie begruben.

In ihrer Frage lag eine eindeutig schwerwiegende Doppeldeutigkeit, mit der sie auf unsere gemeinsame Vergangenheit anspielte, nämlich die Aussage: „Was willst du mir tun, was du nicht schon einmal getan hast?“.

Das war ein Umstand, der mich fast um meine Beherrschung brachte. Das Biest schaffte es immer wieder, mich an Grenzen zu treiben und so war ich mit eine Satz bei ihr im Bett, begrub sie unter mir und bekam ihre Hand zu fassen. Woraufhin sie unter mir erstarrte,  denn ich ließ nicht los sondern drehte diese gegen ihren Willen herum und küsste sie. Ich liebkoste die Hand die mich geschlagen hatte, legte meine Lippen auf die rote leuchtende Stelle und sprach an ihrer Haut.

„Denkst du, du weißt wirklich schon alles? Und denkst du, dass du wirklich schon alles erlebt hast? Wirklich?“, fragte ich wispernd und blickte dann von unten zu ihr auf.

Ich ließ ihr kaum Zeit, zu begreifen, was ich gesagt hatte, da ich schon ihre zweite Hand gepackt hatte und sie unter mich zog.

„Ufff“, entwich ihr ein Stöhnen, als ich mit ihr mitging und mein Knurren bedrohlich über ihr Ohr strich.

„Severus… hör auf, das ist nicht lustig!“, meinte sie aus rau, aber ich ließ mich nicht beirren und leckte über ihre ungeschützte Kehle.

Ihre Atemzüge wurden daraufhin kürzer, aber ab jetzt sprach sie kein Wort mehr. Sie wollte gerade nicht von mir genommen werden, schon gar nicht, wenn sie stinksauer auf mich war, weil ich ihrer Ansicht nach ihre Autorität untergraben hatte, aber was sie sich im Moment wünschte war mir peripher so was von gleich, das konnte man sich gar nicht vorstellen. Ich registrierte, wie ihr überall, wo ich sie berührte, eine Gänsehaut ausbrach. Ich presste meine Erregungumg fordernd gegen ihre Hüfte, während ich begann ihr Ohr mit meiner Zunge zu umkreisen und meine Hände begehrlich an ihren Seiten entlangwanderten.

Da erst bemerkte sie, dass ich ihre Hände nicht mehr festhielt und verpasste mir einen harten Stoß gegen die Schulter. Ihr mickriger Protest ließ mich gegen ihren Hals auflachen und ich biss zu, leckte über ihre Haut, dabei wusste ich, wie sehr sie es hasste, wenn sie gegen die reine, körperliche Stärke nicht ankam. Alsdann löste ich mich von ihr und zeigte ihr den Hunger, mit dem ich sie besitzen wollte.

„Du weist vieles noch nicht von mir... du kennst mich noch nicht... vollständig“, verkündete ich rau, mit einer gewissen Eindringlichkeit, die selbst mir nicht gefiel und da flackerte es zum ersten Mal besorgt in ihrem Blick auf.

Aber das schreckte mich nicht und so neigte ich mich abrupt hinab und küsste sie, dabei blieb etwas von meinem Blut auf ihren Lippen zurück und schon leckte ihre Zunge darüber und da stöhnte sie auf und bockte gegen mein Gewicht auf und als ich mich löste, nütze sie den Moment um mich von sich zu schieben.

Eilig wollte sie mir entkommen und robbte von mir weg, doch ich würde sie unter keinen Unständen entkommen lassen und ergriff ihren Fuss und brachte sie mit einem einzigen Ruck zurück, unter mich.

„Fuck!“, trat sie wütend nach mir aus, dabei rutschte ihr Kleid hoch und so drückte ich sie einfach nieder und hielt sie erneut umfangen und gefangen.

Das zwischen uns war so viel angestaute lustvolle Energie und der konnte selbst ich mich nicht entziehen, wenngleich ich noch immer wütend auf sie war.

„Was wird das wenn's fertig ist?“, wollte sie erzwungen ruhig von mir erfahren, dabei versuchte sie, furchtloser zu erscheinen als sie war. Wie gut, dass ich immer mehr heraushörte als sie bereit war zuzugeben und an sich war es eine unnütze Frage.

„Was denkst du?“, flüsterte ich aufreizend.

Sie wollte protestieren um mit Sicherheit etwas sehr Kluges oder sehr Schlaues von sich zu geben, aber genau da überrumpelte ich sie und küsste sie hart, fest und bestimmend, denn jedes weitere Wort würde in einer handfesten Auseinandersetzung enden und ich wollte mich nicht mit ihr streiten, schlagen, oder ihr an die Gurgel gehen wie Lucius das tat.

Ich nutzte das Gewicht meines Körpers, um ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken und zog ihr das lästige Kleid über den Kopf und dann betrachtete ich sie und unter meinem Blick wurden ihre Brustwarzen zusehens hart, denn was auch immer sie behaupten wollte, es gefiel ihr von mir Begehrt zu werden.

Stumm beobachtete sie mich, als ich mit der Zunge ihre Brustwarze umrundete, bevor ich sie in meinen Mund nahm. Ich ließ mir Zeit, fuhr mit meiner Nase über ihre Haut, atmete ihren Duft ein, um danach der anderen Brust dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken. Sie warf den Kopf von einer Seite auf die anderen, während ich den Kopf neigte um sie zu verwöhnen, aber sie wich mir immer wieder aus.

„Biest“, knurrte ich nachtragend und fing ihre Lippen ein.

„Mistkerl!“, entgegnete sie heiser, als meine Hand begierig ihren Körper hinab glitt. „Warte“, flüsterte sie, doch da umfasste ich ihren Slip und schlüpfte darunter und ihre Augen funkelten mich empört an.

Ich streichelte sie und sie stöhnte auf, als mein Zeigefinger ohne Weiteres in sie glitt. Sie war bereit für mich und mein Daumen fand ihren sensiblen Punkt, den ich stimulierte, während ich mich ungeduldig meiner Hosen entledigte.

„Sieh mich an!“, forderte ich von ihr, in dem Bestreben, das sie nur mich ansah und damit auch nur an mich dachte.

Seitdem ich erlebt hatte, welche Nähe sie zu diesen beiden Kretins pflegte und als dann auch noch Barty aufgekreuzt war, während ich mir diese Idioten gekauft hatte, hing meine Selbstbeherrschung an einem seidenen Faden.

„Das werde ich nicht tun!“, zischte sie gewohnt stur und ich starrte zornig auf sie hinab, bis sie ganz plötzlich irritiert blinzelte, als würde ihr etwas einfallen.

„Du bist nie… nicht… eifersüchtig!“, hauchte sie ergriffen, woraufhin ich die Augen zusammenkniff.

Plötzlich wollte ich abrupt von ihr ablassen, denn ich hasste es wenn man mich verspottete, aber da hielt sie mich nun mit ihren Beinen fest und sie raffte sich auf, zog sich hoch, um mich jetzt von sich aus zu küssen, ehe ich mich gänzlich lösen konnte. Daraufhin fuhren meine Hände in ihre Locken und ich erwiderte den Kuss. Ich legte meine Lippen verlangend auf ihre und küsste sie und meine Heftigkeit war beides, drängend und sanft, aber auch unendlich leidenschaftlich.

„Bleib...“, wisperte sie wertfrei, ohne zu fragen, ohne zu befehlen.

Sie sah mich an und versuchte, mich nur mit ihrem Blick zu überzeugen. So rückte ich ein Stück ab, und legte mich dann wieder auf sie, als sie erwartungsvoll zu mir sah und ich seufzte, wie sollte ich da wiederstehen?

„Hermione...“, meinte ich ernst „Damit gehörst du auch immer zu mir!“, war es mir ein Bedürfnis, das zu klären. „Du bist auch mein.“ verkündete ich endgültig, was sie sichtbar genervt die Augen verdrehen ließ. „Nimm das ernst, ich kann dich auch jagen... das kann nicht nur Lucius.“, warnte ich seidig, während ich entschlossen zwischen uns griff, um mich zu platzieren.

„Himmel, Severus? Bist du ein Malfoy? Fickst du mich jetzt endlich!“, brachte sie es mal wieder mit unnachahmlicher Derbheit auf den Punkt.

„Das endet nicht gut“, erwiderte ich ergeben, flüsterte die Worte kapitulierend und schon drang ich vorwärts.

Genau in der Sekunde als sie etwas hatte erwidern wollen, aber es kam nichts, außer das sie tief Atem holte, denn ich hatte mich in einer einzig geschmeidigen Bewegung komplett, mit meiner ganzen Länge, in sie gestoßen.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Nach einiger Zeit rollte er sich auf seinen Rücken und zog mich mit sich, so das ich nun auf ihm saß, dabei spürte ich ihn so unvorstellbar tief in mir und genoss dieses Gefühl.

Nach seinem zornigen Auftritt vorhin, hätte ich nicht erwartet, mich auf einmal oben vorzufinden, aber ich nahm es hin und lehnte mich nach vorne, stützte meine Hände auf seiner gezeichneten Brust ab. Seine Augen waren geschlossen, aber seine Hände wanderten über mich und er ließ immer wieder meinen Atem stocken, nämlich jedes Mal, wenn er sich unter mir bewegte.

Ich konnte nicht leugnen, wie gut wir zusammen passten; im Guten, wie im Schlechten. Was auch immer ihm für ein Niffler über die Leber gelaufen war, hier passten wir perfekt zusammen.

„Mhmm…“, keuchte er heiser. Er stieß ein letztes Mal hart nach oben und das war alles, was er noch brauchte um sich danach tief grollend in mir zu erlösen, während ich selbst auf ihm erzitterte.

Schlussendlich lag ich atemlos auf seiner Brust und haderte damit was mal wieder alles passierte war, er war so still, dass ich dachte, er wollte das nicht klären. Ich würde warten, ich wollte mir nicht die Blösse geben und beginnen, zumindest redete ich mir das ein. Aber als dann doch zu lange Zeit nichts kam, raffte ich mich dann doch auf.

„Severus, hier geht es nicht um meine Truppe, hier geht es um die Familie“, zeigte ich mich bestimmt und er erstarrte unter mir. „Dass auch jemand anders immer zu mir gehören wird, weißt du?“, spielte ich sorgenvoll auf Draco an, denn er stand nicht zur Disposition.

„Stand das je zur Debatte?“, fragte er letztlich neutral.

„Ich weiß nicht, tat es das?“, fragte ich vorsichtig und legte mein Haupt an seiner Schulter zurecht.

„Nein, ich bin froh, dass du“, ich bemerkte sein Zögern, „dass du ihn hast!“, lag in seinem Ton keine Zweideutigkeit, die seiner Aussage widersprochen hätte.

„Wer ist „ihn“?“

„Sehr witzig!“, meinte er gewohnt schnarrend, aber ich wusste, bei meinen Männern musste ich immer auf der Hut sein und genau auf das achten, was sie offen aussprachen und was sie unausgesprochen ließen.

„Severus, ich habe bei Lucius und dir noch nie durchgeblickt und ich bezweifele, dass ich das jemals werde… aber wenn ich bedenke, wie du dich ihm gegenüber verhältst, … hättest du gar keine Angst, wenn ich ihn erhören würde? ... Nicht dass das zur Debatte steht!“, erinnerte ich mich an das Gespräch von Harry und mir und stockte kurz unwohl in meiner Rede.

„Du überlegst?“, schaltete er sich sofort lauernd ein und ich lachte kurz rau auf.

„Naja, aufgeben entspricht nicht seiner Natur, das ist mir stets gegenwärtig, sonst wäre er nicht der Mann, der er ist!“, wandte ich überlegt ein. „Und ich frage mich… du wirst mir nicht gegen ihn helfen, oder?“

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Zuletzt von queenie am Mi März 14, 2018 10:31 pm bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel 463-464   Mi Jun 04, 2014 4:29 am

464. Kapitel Wie man sich bettet, so liegt man


„Nein!“, stimmte er sofort zu und es wunderte mich nicht wirklich, dass er mir seine Hilfe gegen ihn verwehrte.

„Aber ich verstehe dich nicht, es würde dir wirklich nichts ausmachen?“, schaffte ich es einfach nicht, darüber hinwegzukommen, dass es ihn derart gleichgültig zurückließ, dass wir über dergleichen sprachen und so rollte ich mich von ihm hinab und plumpste auf die andere Seite des Bettes.

„Was?“

„Was auch immer passieren würde? Wenn ich jemals schwach wäre, was rein hypothetisch ist“, wagte ich unsicher festzustellen und starrte sein Profil an, während er noch immer gelassen dalag und sich nicht rührte. „Da es nie passieren wird!“

„Oh, das meinst du… ich denke, dass dir die Antwort nicht gefallen könnte“, rückte er nun herum und rollte sich zu mir, stützte sein Haupt auf seine angewinkelte Hand und blickte mich mit diesen durchdringenden, schwarzen Augen an.

„Warum überrascht mich diese Aussage jetzt nicht?“

„Behalte deinen Spott, du Biest! Aber davon abgesehen, möchte ich behaupten, dass du zu stur bist, um jemals wirklich schwach werden zu können! Außerdem tut es ihm gut, dass er nicht alles bekommt was er will!“, stellte er zufrieden fest.

„Wow, du bist brillant in deiner Bosheit! Aber es könnte sein, dass du Lucius verkennst, denn trotz allem ist es dramatisch, wie er einen schwach zu machen versucht… er ist mehr als geschickt und macht es mir nicht leicht!“, bekannte ich sehr offen, während Severus leicht, zustimmend nickte.

„Oh ja, er ist ein großer Charmeur und sehr verführerisch, wenn er denn will!“, zuckten Severus‘ Mundwinkel süffisant und entlockte mir damit ein trauriges Lächeln.

„Draco ist aber auch nicht schlecht! Er ist so ganz anders als Lucius! Sie sehen sich zwar ähnlich, doch sind sie vollkommen verschieden!“, sprang ich für meinen Freund in die Bresche.

„Aber auch er ist nicht ungefährlich!“, gab Severus über Draco zu bedenken.

„Nein, das ist er nicht! Aber er ist wenigstens noch nicht so schrecklich selbstherrlich, unbeschreiblich arrogant und…“, hieb ich mit Wucht auf mein Kissen ein und ließ mich wieder fallen.

„Lucius eben!“, unterbrach er meine wenig schmeichelhafte Aufzählung, die nicht charmanter geworden wäre.

„Genau!“

„Und jetzt suchst du meinen Rat, wie du mit ihm umzugehen hast?“, fragte Severus nachsichtig, während er mir eine Locke aus der verschwitzten Stirn strich.

„Nein, einfach nur einen Zuhörer! Ich mache mir Sorgen“, gestand ich widerwillig.

„Warum hältst du dermaßen entschlossen an Draco fest und verschmähst Lucius? Hättest du es nicht leichter, ihm nachzugeben? Oder den beiden ganz zu entsagen?“, fragte er mit überlegtem Bedacht nach und ich fing seine Hand ein, hielt sie fest, während ich in ein lautes Lachen ausbrach.

„Haha, versuchst du gerade, beide auszubooten?“, spottete ich, erntete aber nur einen unleserlichen Blick. „Mochte ich es je leicht? Nein, Spaß beiseite! Draco ist für mich keine Spielzeugpuppe, die man beliebig auswechselt.“ Darauf brummte er nur etwas Unverständliches.

„Ich weiß, dass es nicht so wirkt, aber ich habe bisher nur mit Cedric, Viktor, Sirius, dir und Draco geschlafen und ich habe an sich nicht vor, an dem etwas zu ändern! Auch wenn es viele gibt, die es anders sehen, ich bin keine Schlampe!“, erklärte ich recht energisch und beobachtete genau, wie Severus reagieren würde.

„Das würde ich dir auch raten, dass du an keine anderen denkst!“, drohte er seidig und dabei flackerte etwas in den Augen des nie eifersüchtigen Mannes und ich hatte das Gefühl, dass noch immer was im Busch war.

„Naja, was lässt dich zweifeln? Vielleicht verhalte ich mich schlampig, weil ich zweigleisig fahre und dich sowie Draco habe? Ist es das? Aber mal ehrlich, es erscheint mir nicht so, als würde es dir groß etwas ausmachen, wenn ich mit der Annahme recht liege, hast du gar nichts dagegen, nicht zu oft belästigt zu werden!“, tat ich meine Zweifel daran kund, dass er alles gesagt hatte.

„Du kennst mich einfach zu gut!“, lag ein sachtes Schmunzeln in seinen Zügen, das mich verunsicherte. Sollte er wirklich etwas dagegen haben? War das ein Grund, weshalb er sich vorhin so komisch benommen hatte?

„Aber es stimmt?“

„Natürlich!“, stimmte er mir knapp, aber nicht weniger überzeugend zu, dass er an dem Status Quo nichts ändern wollte, während er auf die Offenbarung meiner Partner nichts gesagt hatte. „Aber vergiss Lucius nicht“, erinnerte er leise, woraufhin ich hoch ruckte, meine Beine anzog und mein Kinn auf meine Knie legte.

„Ich habe nicht vor, jemand zu sein, der den Sohn gegen den Vater austauscht, oder… oder auch nur darüber nachdenkt, einfach zum Spaß mal zu testen, wie das ist… das bin nicht… ich!“, erklärte ich stockend.

„Aber es zieht dich zu Lucius!“, stellte er kühl fest, doch er rührte sich nicht, lag immer noch auf die Hand gestützt da und beobachtete mich, während ich erstarrte.

„Nein!“

„Was… nein?“, legte er mal wieder wert darauf, das aus mir raus zu kitzeln, was ich nicht benennen wollte.

„Ich würde Draco nie verletzen wollen, egal mit was oder mit wem anderen, außer dir! Und nein, es zieht mich nicht zu Lucius!“, stellte ich verbissen fest und konnte in seinen dunklen Tiefen seinen offenen Zweifel lesen.

„Aber ich gebe es zu… Lucius macht mir Sorgen, er bereitet mir Angst, dass ich bei ihm die Kontrolle verlieren könnte!“

„Solange du dich selbst überzeugen kannst“, wandte er gewichtig ein. „Und nun, Lucius ist niemand, der jemand anderen die Kontrolle haben lässt! Er ist dominant!“

„Das heißt, er dominiert auch dich!“, verzogen sich Severus‘ Mundwinkel leidlich wegen meiner Feststellung.

„Er versucht es!“, gestand er dann leise, aber auch sehr aufrichtig.

„Oh, süß, und er schafft es… ich wäre…“, sprudelte es aus mir, worauf seine Hand auf die Bettdecke klatschte.

„HERMIONE!“

„Sorry!“, lenkte ich kleinlaut ein. Das schien ihm dann doch zu anmaßend gewesen zu sein. „Aber zurück zum Thema, nein, Draco gehört zu mir, aber es hätte mich brennend interessiert, wie du reagierst, wenn es anders kommen würde!“

„Wie kommt es? Ich dachte, das hättest du soeben ausgeschlossen?“

„Naja, ich zweifle… und ich will immer alles bedenken und ausloten“, bekannte ich widerwillig.

„Und du fragst dich, ob Lucius mich dir lassen würde?“, lachte er dunkel auf und schüttelte sein Haupt, dabei zog mir eine Gänsehaut auf, als ich es wagte und das, was mich seit Wochen beschäftigte, einfach laut äußerte:

„Warst das wirklich die ganze Zeit du auf der orientalischen Feier?“ Jetzt endlich durchbrach meine Sorge, was damals passiert war, meine Mauer und es sprudelte regelrecht aus mir heraus. Severus brach abrupt ab und zog sich ans Kopfende zurück.

Man konnte die Wandlung fast in Zeitlupe mit verfolgen, da sich seine Züge verschlossen und mir wurde schlecht, weil ich erkennen musste, auch wenn er noch nichts gesagt hatte, dass meine Zweifel wohl berechtigt waren, wenn er so reagierte. Ich ballte meine Hände zu Fäusten.

„Nein!“, bekannte er nach einiger Zeit ernst, aber auch ehrlich und ich erstarrte, presste die Decke noch fester an mich und schloss gepeinigt die Augen. Das Eingeständnis machte es nicht leichter, während mein Blut in meinen Ohren dahin rauschte.

In mir öffnete sich eine Falltür und ich dachte, zu stürzen und zu fallen. Es tat unerwartet weh.

„Nicht dein Ernst, ich habe dir vertraut“, hauchte ich verletzt und wagte es nicht, ihn anzusehen. „Du hast ihm geholfen… das war Absicht? Warum?“

„Ja!“, erklang es unberührt und mir wurde immer kälter, dabei biss ich mir grob auf die Lippe.

„Und was ist mit meinem Vertrauen, mein Vertrauen in dich?“, stieß ich wütend hervor, bodenlos entsetzt, wie sehr er mich hintergangen hatte!

Verdammt, dass ich mich nicht mehr vollständig an diese schicksalhafte Nacht erinnern konnte. Wie weit hatten sie ihr makaberes Spiel mit mir getrieben?

„Lass diese Dramatik! Du weißt genau, dass es euch geholfen hätte, diesen unguten Status, den ihr augenblicklich aufrecht erhaltet, zu klären!“, versuchte er sich in meinen Augen mehr schlecht als recht zu rechtfertigen, während meine Kiefer mahlten.

„Wage es nicht, Severus, und mische dich nicht in meine Angelegenheiten ein!“, fuhr ich ihn an, dabei starrte ich ihm nun kalt in die Augen. „Und was soll heißen „hätte“?“, fauchte ich aufgebracht, als er mit einem Schnipsen seiner Finger mehrere Kerzen entzündete um mir fest ins Antlitz zu blicken.

„Hätte… wie in hätte“, meinte er absolut trocken und ich fletschte die Zähne.

„Hat er nicht?“, stockte mir kurzzeitig der Atem, während er lässig sein Haupt schief legte.

„Na, was macht dir jetzt mehr Angst?“, grinste er mich schrecklich fies in seiner Überheblichkeit an, unter Anbetracht wie sehr er mich hintergangen hatte, eine wackere Selbstdarstellung.

„Er hat nicht? Also warst es dann doch du?“, stotterte ich hoffnungsvoll.

Die Aussicht, doch nicht gegen Lucius verloren zu haben, stieg derart schnell in mir auf, dass mir regelrecht schlecht wurde.

„Natürlich war es dann ich“, räumte Severus fast schon beleidigt ein, dabei zog ein unvorstellbar gehässiger Ausdruck in seine Augen ein. „Unglaublich, aber wahr, der große Lucius Malfoy hat dich wirklich abgelehnt! Du hättest meine Überraschung erleben müssen… es fiel ihm ganz und gar nicht leicht… aber er hat es getan.“

„Das… das!“, barg ich mein Gesicht erschüttert in meinen Händen, mein Herz klopfte wie verrückt und drohte, mir aus meiner Brust zu springen. Diese Offenbarung sprengte die Grenzen der Glaubwürdigkeit, das war nicht Lucius, zumindest nicht der Lucius, den ich kannte. Ganz ungewohnt für mich und untypisch überrollten mich intensive Gefühle, was ich mir doch sonst strikt verweigerte, aber ich konnte sie nicht bremsen.

Mein Lucius würde niemals ein derartiges Geschenk ablehnen, sonst könnte man dem Gedanken verfallen, dieser Mann hätte solch niedere Emotionen wie Moral, oder gar Gerechtigkeitssinn!

„Was hast du? Freu dich, es ist doch gut für dich ausgegangen, so wie du dich gerade gibst ist es nicht schmeichelhaft für mich!“, kommentierte Severus meinen inneren Kampf in gewohntem Sarkasmus, aber er verstand wohl zu gut, dass ich sehr wohl hinter die Ungeheuerlichkeit sah, dass das eben kein typisches Verhalten für Lucius Malfoy gewesen war und ich wusste eben nicht, ob ich mich wirklich freuen, oder ob ich mich vor Angst und Furcht vor diesem neuen Lucius nicht lieber verstecken sollte?

Als ich langsam, aber sicher diese Erkenntnisse verarbeitete, nahm ich nun wieder Severus fest ins Visier.

„Aber deinen Verrat macht es nicht besser!“, warf ich ihm verbittert vor.

„Wenn diese Angelegenheiten von euch die Sicherheit der Familie bedroht, werde ich es tun und mich einmischen!“, stellte er ungewöhnlich harsch fest und ich schluckte schwer, denn natürlich wusste ich, wie sich Lucius und ich aufgeführt hatten.

Severus hatte mit seiner Einschätzung der Gefahr wohl wirklich recht, aber es war kein einfaches Eingeständnis, umso mehr fragte ich mich, wie er darüber stehen konnte und so raffte ich mich auf und stellte die nächste Frage.

„Und es würde dir nichts ausmachen?“, meinte ich müde und absolut ausgelaugt.

„Lass uns schlafen!“, murrte er düster und ich schnaubte, rutschte aber tiefer, denn ich musste wenigstens seiner Ehrlichkeit Respekt zollen, wenn schon sonst nichts. Ich war eine Gefangene meines Daseins, denn wie man sich bettete, so lag man und ich lag gerade gefährlich unbequem.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Der Morgen und der Mittag verliefen in etwas frostiger Stimmung. Unter Anbetracht dessen, wie ich mich gestern aufgeführt und was ich ihr nach unserem Intermezzo offenbart hatte, verdiente ich es, von ihr ignoriert zu werden.

Wenn man bedachte, dass sie durchaus diesen räudigen Köter an sich rangelassen hatte, war es nicht so verwerflich, wenn man sich fragte, ob sie nicht ein bisschen zu sehr die ungewaschene Gestalt des Werwolfes ertragen konnte. Hinzu kam dieses selbstverliebte Strähnchen und seit neuestem Barty, Barty der Schreckliche, denn mir fielen die Blicke der beiden, die sie tauschten sobald sie in einem Raum waren, durchaus auf und sie mochten die anderen täuschen können, aber zwischen diesen beiden lief auf einer ganze anderen Ebene sehr viel ab.

Vergegenwärtigte man sich, von was ich Zeuge geworden war, wollte es mich nicht wundern, dass sie etwas verband! Sie hatte seine Seele besessen, aber aufgrund dessen gefielen mir seine Blicke, die er für sie bereit hielt, noch viel weniger.

Außerdem verstand sich niemand mit diesen Deppen, warum also gerade sie?

Aber sie mied mich wie der Teufel das Weihwasser und war auch ansonsten arg beschäftigt. Eulen flatterten geschäftig hin und her und da ich ab und an das Siegel von Gringotts ausmachte, nahm ich ganz wagemutig an, dass sie diese unsägliche Hochzeit organisierte, aber genau fragte ich nicht nach, sie würde mir ohnehin nicht antworten.

Als ich mich selbst in mein Arbeitszimmer im ersten Stock zurückzog, ahnte ich noch nicht, dass es mit der trügerischen Ruhe relativ flott vorbei sein würde, aber ich wurde eines besseren belehrt. Es ging immer schlimmer und als er in seiner ganz eigenen Pracht mein Zimmer erstürmte, sah ich mich mit der nächsten Nemesis konfrontiert.

„So allein?“, fragte er schon affektiert und ich stöhnte mit rollenden Augen, gerade nach gestern wäre sein Anblick nicht förderlich, um ihr temperamentvolles Gemüt wieder zu kühlen.

„Wenn du sie suchst, irgendwo hier ist sie“, wedelte meine Hand wegwerfend durch die Luft, sollte er sie doch suchen, wenn er was von ihr wollte, worauf mich ein zutiefst tadelnder Blick aus autoritär schillernden Augen traf.

„Und dafür musste ich sie gehen lassen?“, fragte er unnachahmlich pikiert. „Damit sie hier irgendwo ist? Alter Junge, ich hätte schon erwartet, dass du mehr Interesse an ihr zeigst!“, schnalzte er pretiös mit der Zunge und spielte sich unerträglich in seiner Überheblichkeit auf.

„Nicht dass dies dich etwas anginge, mein Guter“, zog ich meine Antwort ölig in die Länge, „aber ich kann dir versichern, dass wir weit mehr tun als du und sie… bisher“, meinte ich recht doppeldeutig und grinste gehässig zu ihm, da er sichtbar schwer um seine kühle Maske rang und seine Hand sich wütend um den Schlangenkopf an seinem Gehstock krampfte. „Wir reden nicht nur!“, konnte ich mir nicht verbeißen, ihn noch mehr zu provozieren.

„Das freut mich für euch!“, presste er zwischen mehr als dünnen Lippen hervor.

„Und das glaubt dir keiner!“, parierte ich eilig, unterdessen wedelte sein Stock durch die Luft und er nahm überheblich zu mir blickend Platz, aber bevor er auch nur im Ansatz dazu kam, etwas zu entgegnen, ging die Tür abrupt auf.

„Severus, wegen gestern, das ist doch affig, dass wir uns anschweigen! Ich bestehe auf eine Entschuldi-“, stoppte sie derart übergangslos, dass sie fast über den Teppich stolperte.

„Lucius!“, hauchte sie überrumpelt und starrte ihn wie einen Geist an. Kurz lag eine schwer lastende Stille über uns und ich hätte gelacht, wenn er nicht gerade das gehört hätte, was sie gesagt hatte, denn schon ging sein konsterniert Blick von ihr zu mir und er lüpfte eine dieser viel zu hellen Brauen in einer spöttischen Geste.

„Schweigen? Entschuldigung? Was ist passiert?“, fragte er mich entschieden zu neugierig.

Kurz flackerte etwas in ihrem Blick, das ich nicht benennen konnte, als sie sich straffte, mir noch einmal eine böse Musterung zuwarf, um sich dann vollständig von mir abzuwenden. Sie hielt nun auf Lucius zu, was dieser mit leicht geneigtem Haupt verfolgte, dann blieb sie fast provokant vor seinem Stuhl stehen und sank in einen wirklich hübschen, fast schon malerischen Knicks. Ihr Hintern kam dabei in dem Kleid gut zur Geltung, wie ich mir eingestand, denn diesen Ausblick hatte ich.

„Es ist schön, dich zu sehen, Lucius!“, begrüßte sie ihn artig wie schon langen nicht mehr, allerdings war seine Reaktion darauf die beste von allen.

Er war total perplex, womit er diese Unterwürfigkeit verdient hatte. Das Biest war aber auch eine verfluchte Manipulatorin, aber sie meinte ihre Aufwartung durchaus ernst, das hörte man, und spätestens nachdem sie wusste, dass er sie vielleicht unsittlich berührt, aber nicht gegen ihr Wissen genommen hatte, schien er in ihrer Achtung ins Unermessliche gestiegen zu sein.

„Ist es das?“, fragte er zweifelnd nach und gab nicht eine Sekunde die Rolle des Misstrauischen auf, aber ihre Haltung genoss er sichtlich, da er gerade etwas größer und noch hoheitsvoller wurde, dabei versuchte er, mich über ihre geneigte Gestalt hinweg auszumachen.

Ich rollte ostentativ mit den Augen, da mich Lucius gerade an ein Rad schlagendes, pfauiges Vieh erinnerte. Im nächsten Augenblick schoss sie vor und beugte sie sich zu ihm, um ihm ein rasches Küsschen auf die Wange zu hauchen, woraufhin sie sich dann sachte zurückzog. Nun hatte er freien Blick zu mir und konnte nicht verhehlen, dass ihn ihr Verhalten verwirrte.

„Tja, wenn ich immer so begrüßt werde, solltest du vielleicht öfters mit Severus verschwinden“, kam es unerträglich jovial von dem Gockel. „Was hat er gemacht?“, forschte er interessiert nach.

„Das tut doch jetzt überhaupt nichts zur…“, versuchte ich, mich geschäftig einzumischen, aber natürlich fuhr sie mir in die Parade.

„Zuerst? Mich vor meinen Leuten bloßgestellt“, beschwerte sie sich nachtragend, wobei ich anders als sie wusste, dass Lucius hier auf meiner Seite sein würde.

„Severus?“, lag jede Autorität, zu der er fähig war, in meinem Namen und veranlasste mich dazu, laut zu seufzen.

„Ja?“, meinte ich daher auch provokant.

„Nichts… ja! Ja, hast du das getan, oder was?“, wurde er ungeduldig, denn sein Gehstock schlug hart auf dem Boden auf und alles an ihm zeugte davon, dass er soeben die Rechte Hand des Lords war, die Hand, der auch ich zu meinem Leidwesen zu dienen hatte.

„Ja! Aber ich hatte mein Gründe!“, sah ich mich bemüßigt, richtigzustellen und mein durchdringender Blick sagte ihm, dass ich vor ihr nicht mehr zu ihm sagen würde. Sein kaum wahrnehmbares Nicken signalisierte mir seine Zustimmung, dies auf einen späteren Zeitpunkt unter uns zu verschieben. Manchmal war es mehr als gut, dass wir uns blind verstanden.

„Und das nächste, Liebes?“, überging er nun diesen Angriff von ihr auf mich, indem Lucius bestimmt das Wort ergriff und man konnte richtig miterleben, wie sie mit sich rang, um nicht mehr zu insistieren und darauf herumzureiten.

Aber was sich nun abspielte war spannend zu beobachten, da ich keine Sekunde einzugreifen versuchte, denn als sie gerade ihre nächste Beschwerde über mich anpacken wollte, öffnete sie den Mund nur, um ihn dann eine Sekunde später wieder zuzuklappen.

Dies ließ Lucius mehr als misstrauisch aus der Wäsche schauen.

„Was geht hier vor?“, wollte er sofort lauernd erfahren.

Sie wrang sichtlich unwohl ihre Hände und begann, unruhig in meinem Büro auf und ab zu laufen, während ich mich sehr ruhig zurücklehnte und meine Hände auf meinen Schreibtisch legte. Ich war gespannt, wie es nun weiterging.

„Er… er hat mir gestanden, was ihr beim Gartenfest mit mir… getrieben habt!“, grollte sie vorwurfsvoll, dabei wagte sie es aber nicht, einen von uns anzusehen.

„Hat er das?“, kam es rein rhetorisch von Lucius, dabei lagen seine sturmgrauen Augen kalt auf mir, wobei ich seinen Blick stoisch erwiderte.

„Habe ich, sie hat gefragt!“, stimmte ich rundherum aufrichtig zu.

„Hat sie das?“, meinte er daraufhin fast schon komödiantisch, mit einer phrasenhaften Gegenfrage und ich rollte schon wieder mit den Augen. Wenn er in der Stimmung war, war er unausstehlich.

„Ja, denkst du denn, ich bin minderbemittelt?“, fauchte sie ungehalten, aber zum Ende hin schien ihre Wut wieder so rasant zu verrauchen wie sie begonnen hatte. Sie wirkte eher bewegt wegen dem, was sich damals abgespielt hatte. „Und Lucius, das heiße ich nicht gut“, klagte sie an, doch bevor er etwas erwidern konnte, machte sie weiter, „aber danke… dass du… also dass… ach…“, brach sie das Gestotter sichtbar überfordert ab und eilte einfach, ohne ein weiteres Wort, mit wehenden Röcken von dannen.

Das waren doch mal ein dramatischer Auftritt und vor allem der possenhafte Abgang, der einer Malfoy würdig war. Ich war gewillt, zu applaudieren.

Wir beide hielten sie nicht auf, sagten nichts, blickten ihr nur irgendwie sprachlos hinterher. Erst nach einiger Zeit, als ihre Schritte verhallt waren, drehte er mir, fast wie in Zeitlupe, langsam sein schief gelegtes Haupt zu, um mich dann mit unleserlichem Blick zu betrachten.

„Sollte es mich wundern?“, fragte Lucius irgendwie belustigt und ich verbot mir eine Reaktion.

„Wie meinen?“, fragte ich daher betont nachsichtig.

„Dass du es hinbekommen hast, dass sie so ist wie sie gerade ist?“, schüttelte Lucius bei dieser Feststellung sein aristokratisches Haupt und sein langes silbriges Haar schimmerte dabei im Licht der Sonne.

„Tja, das nennt man Karma!“, meinte ich recht süffisant.

„Dann sollte ich das wohl nie vergessen und jetzt da sie weg ist… hast du sie wirklich bloßgestellt?“, kam er penetrant wieder auf das vorhergehende Thema zu sprechen und ließ den Rest zum Glück unkommentiert.

„Ich habe nur dem Strähnchen und unserem Wolf gesagt, dass sie ihre Pfoten bei sich zu lassen haben! Und das unmissverständlich!“

„War es nötig?“, verlangte er in gewohnt überlegener Souveränität zu erfahren und ich faltete meine Hände mit Bedacht.

„Unbedingt!“

„Ich vertraue auf deine Einschätzung… auch wenn sie es anders sieht!“, neigte ich aufgrund seiner weitsichtigen Bewertung meinen schwarzen Schopf.

„Sie versteht sich zu gut mit ihnen“, murmelte ich missmutig.

„Verstehe, nun, die beiden können es vertragen, sie bilden sich eh viel zu viel ein… vor allem seitdem sie sie aus dem Feuer gerettet haben!“, servierte mir Lucius, dass wir in unserer Beurteilung übereinstimmten und mal wieder in Eintracht waren, was das Biest anging.

„Ich wusste, dass du es ähnlich siehst“, erklärte ich leicht nickend.

„In diesem Fall… auf jeden Fall!“, warf er mir ein überhebliches Lächeln zu, das ich nur zufrieden erwidern konnte, denn es war zu befriedigend, zu wissen, dass wir uns wie so oft einig waren.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Wow!

Wenn das mal nicht fulminant in die Hose gegangen war, dann wusste ich auch nicht. Denn so war das nicht geplant gewesen. Als ich mich aufraffte, zu Severus zu gehen, hatte ich lange hin und her überlegt, wie ich mit allem umgehen sollte, aber wie wir beide heute miteinander umgingen war inakzeptabel, dieses provokante Anschweigen würde mich sonst in den Wahnsinn treiben.

Wie hieß es so schön, der Klügere gibt nach?

Und ich kannte diesen verstockten und verbohrten Typen ganz genau und zu gut, um zu wissen, dass er nie auf mich zukommen würde. Er würde nie freiwillig an mich heran treten, um sich und die Umstände genauer zu erklären, oder gar um sich dafür zu entschuldigen, was er sich zu tun erlaubt und erdreistet hatte.

Wobei ich den ganzen Tag schon sehr genau über seine Beweggründe nachgedacht hatte, denn es musste sie geben. Severus war kein Mann, der leichtfertig solche Angebote aussprach. Er schien sich Sorgen zu machen, um was auch immer, entweder um Lucius‘ oder mein Wohl!

Irgendetwas hatte ihn auf diese abwegige Idee gebracht.

Er dachte verquer genug, um dies als die Lösung aller Probleme anzusehen. Er meinte, dass diese Entscheidung von ihm die Tat rechtfertigen würde.

„Wenn diese Angelegenheiten von euch die Sicherheit der Familie bedrohen, werde ich es tun und mich einmischen!“, hatte Severus gesagt und dies kam mir gerade wieder sehr drastisch in den Sinn.

Das hatte für mich viel erklärt. Severus bedeutete die Familie Malfoy sehr viel, auch wenn er es nie offen zugeben würde und gegen diese konnte ich in Sachen Loyalität nur verlieren, das konnte ich verstehen, aber das mit dem Verzeihen war eine ganz andere Geschichte.

Auf der anderen Seite war ich zerrissen, denn es tat sich so viel zwischen uns, während ich hier in Prince House weilte. Ich erkannte, honorierte und achtete das, was Severus hier vor mir von sich ausbreitete, das war nicht normal, nicht gewöhnlich für diesen Mann. Gerade auch das mit dem Bild von Lily zeigte mir, er ging an seine Grenzen!

Das musste ich anerkennen, so schwer es mir gerade fallen wollte, aber es war so!

Dieser zurückhaltende, zurückgezogene, abweisende und nicht wirklich nette Mann überwand sich in mehrfacher Hinsicht für mich und versuchte, mich ein wenig in sein Leben zu integrieren und das hätte ich bisher nicht in meinen kühnsten Träumen zu hoffen gewagt.

Also war die pragmatische Hermione um die Ecke gekommen, die wieder erstaunlich gegenwärtig war, seitdem ich mich endlich mit meinen Gaben ausgesöhnt hatte. Ich hatte mich entschlossen, einfach knallhart das zu fordern, was ich von ihm wollte; eine aufrichtige Entschuldigung und das Versprechen, sich nie wieder derart zwischen Lucius und mich zu drängen und damit sollte die Sache vergessen sein, eben weil nicht mehr passiert war.

Doch dann der Schock!

Das Corpus Delicti hatte auf einmal da gesessen und das größte Problem war, ich konnte ihm nicht böse sein, da ich immer noch ganz perplex darüber war, dass er tatsächlich abgelehnt hatte. Seine Gründe, darauf zu verzichten, darüber wollte ich mir gar nicht den Kopf zerbrechen, da dieses Unterfangen Kopfweh der feinsten Sorte versprach.

Alles in allem hatte dies dann recht kurzentschlossen zu meiner Flucht geführt und so lief ich unruhig in meinen Räumen auf und ab, vollkommen erfüllt von dem Drama, was sich hier abspielte.

Als es sachte klopfte, fuhr ich herum, aber die Tür ging bereits ohne meine Aufforderung auf, sodass ich ihn ausmachen konnte.

„Er ist weg und lässt dich schön grüßen!“, verkündete Severus verhalten, dabei stand er auf der Schwelle und sah mich maskenhaft an.

„Mhm…“

„Hermione, ich weiß deinen Vorstoß zu schätzen und ich bin dazu bereit…“, verharrte ich gespannt, da er sichtbar mit sich rang, wobei seine kühle Maske keine Sekunde verrutschte. Was würde nun kommen?

„Ich entschuldige mich!“

Das kam derart kurz, knapp und bündig von ihm, dass ich gewillt war, mit den Augen zu rollen.

Er war über seinen viel zu langen Schatten gesprungen. Ich fühlte mein Herz in meiner Brust rasen und es war klar, dass da nicht mehr kommen würde und so nickte ich nur ergeben und wollte mir kurz den Genuss gönnen, dass ich ihn tatsächlich dazu gebracht hatte, seinen Fehler einzugestehen.

Schon wollte er sich erleichtert abwenden, denn das hier fiel ihm ganz und gar nicht leicht.

„Moment!“, rief ich daher eilig und er fuhr er, als könnte er es nicht fassen, dass ich noch mehr wagen würde. „Severus, versprich mir, dass du das nie wieder tust…“

„Nein.“

„Severus!?“, hauchte ich abgrundtief entsetzt über diese rüde Abfuhr.

„Na gut“, knirschte er sichtbar mit den Zähnen, „ich verspreche dir, dich Lucius zukünftig nicht ohne dein Wissen anzubieten!“

„Nicht dein Ernst!“, hauchte ich schon wieder atemlos wegen seiner erneuten Anmaßung.

Dabei entging mir nicht, wie explizit er sich gab. Er war nicht bereit, einen Deut mehr zu gewähren, als er dachte hergeben zu müssen. „Genauer hättest du es nicht formulieren können?“

„Ich bin ein vorsichtiger Mann!“ Dies sagte er, als hätte ich von selbst darauf kommen müssen.

„Arrrr…“, raufte ich mir doch tatsächlich mein Haar. Er sollte mich niemandem anbieten, auch nicht mit und schon gar nicht ohne mein Wissen!

Wir starrten uns an, die Stimmung stand eindeutig wieder auf der Kippe, bis er etwas tat, was ich so nie erwartet hätte und mir damit die Grundlagen zur Wut entzog.

„Kommst du? Die Elfen servieren Champagner vor dem Dinner!“, forderte er mich auf.

„Lass mich raten, Kakteenchampagner?“, brach ich in fast hysterisches Gelächter aus und es tat nach der Anspannung der letzten Stunden gut, denn was Besseres würde ich von Severus nicht bekommen und ich war gewillt, zu nehmen was sich mir bot, vor allem da das wie eine Friedenspfeife war, die er mir gewährte. Er führte mir sanft vor Augen, dass auch ich an den Vorfällen beim Fest nicht ganz unschuldig gewesen war, da ich zu naiv und gutgläubig gewesen war und mich schlicht besoffen hatte.

„Weißt du, was du für mich bist, Severus?“, stieß ich atemlos hervor, nachdem ich mich beruhigt und er lässig in der Tür stehend abgewartet hatte.

„Nein, was?“, wollte er hörbar vorsichtig erfahren.

„Wie der ruhende Pol im blonden Sturm!“ Daraufhin schenkte er mir ein klitzekleines, sehr spöttisches Lächeln.

„Ja, ich bin bei weitem nicht so dramatisch veranlagt!“, verkündete er dann irgendwie selbstzufrieden und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Das würde ich zwar so nicht unterschreiben, bedenke nur deine spektakulären Auftritte in der Schule, aber für mich bist du der beständigste Faktor!“, nahm ich dann seine Hand an und ließ mich auf einen Aperitif entführen.

Die Tage plätscherten nach diesen unschönen Ereignissen vergnügt dahin, wobei wir noch über einige andere banale Dinge sprachen, wie zum Beispiel, dass ich mich noch ab und an über den Zauber aufregte, als er damals derart brachial in Harrys Geist eingedrungen war und er Harry offenbart hatte, was mir alles widerfahren war. Nach anfänglichem Murren konnte er dann auch verstehen, was mich daran aufregte und nachdem er mir einen sehr langen Blick gesandt hatte, hatte es sich dann auch erledigt und war nicht weiter der Rede wert. Außerdem unterhielten wir uns über den Beginn, der mich schon immer rasend interessierte.

„Erinnerst du dich, als uns Lucius‘ Patronus bei unserem… naja, du weißt schon…unterbrochen hat? Da habe ich dich gerade nach unserem ersten Mal gefragt!“

„Jaaa?“, wollte er vorsichtig wissen, nicht ahnend, worauf ich aus war.

„Seit wann schläfst du mit Nutten? Ich weiß nicht… passt das zu dir?“, kam ich vorsichtig auf den Punkt, denn das beschäftigte mich schon eine Weile.

„Soll ich lieber mit Schülerinnen schlafen?“, gab er spöttisch zurück.

„Das ist nicht witzig“, wehrte ich ab und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Oh, das ist es durchaus nicht, das sehe ich ähnlich! Aber mal im Ernst… Warum? Die Schülerinnen, bis auf eine fatale Ausnahme, sind tabu, die Nattern in der Gesellschaft auch, die wollen andauernd geheiratet werden! Ich bin kein Mann dafür und das Gewölbe und die DeathEater versuche ich zu meiden… nun also zu den Nutten, sie nerven nicht!“, gab er schmeichelhaft ehrlich Auskunft, wie pragmatisch er sein Tun sah.

„In Ordnung aber ich sehe noch nicht, dass du durch die Gassen läufst und dir Frauen einsammelst, wenn sie dir gefallen“, gab ich zweifelnd zu bedenken und erinnerte mich sehr plastisch an unser erstes Mal.

„Korrekt, gewöhnlich habe ich die ein oder andere Bekannte vorgezogen, das muss genügen!“, wies er mich dezent in meine Schranken, dass mich das Wer, Wie oder Warum nichts anging und ich sah mein Bild von ihm bestätigt.

„Warum hast du mich damals in der Gasse gefickt?“, wollte ich es jedoch genau wissen und verbiss mir das Lachen, da er es hasste, wenn ich so ordinär wurde.

„Wie war das überhaupt für dich? Du warst eine Hure!“, schnarrte er wenig freundlich zurück.

„Du hast gerade selbst gesagt, dass du da wählerisch bist… äh, warst? Warum also ich, beziehungsweise Minna?“, deutete ich mit dem Zeigefinger entschlossen auf mich.

„Ich hatte Lust, ich wollte dich und ich habe dich bekommen, ich war spontan… soll vorkommen und du warst eine Hure!“, genoss er es regelrecht, so gehässig zu sein. „Ich habe bezahlt.“

„Ich war nur für dich eine Hure, jeden anderen hätte ich verprügelt!“, grinste ich verhalten, während ich meine Hände zu Fäusten ballte, als die Bilder dieser verbotenen Nacht vor mir Gestalt annahmen.

„Aha, nur bei mir hast du dich nicht getraut?“, meinte er recht anzüglich und hob eine dieser unsäglich schwarzen Brauen, dabei war er gerade schrecklich arrogant.

„Nun, bei dir musste die Tarnung bestehen! Und ich wusste, gegen dich würde ich nie gewinnen!“, gestand ich widerwillig, wobei ihm sichtbar gefiel, dass ich ihn schon damals richtig eingeschätzt hatte.

„So weitsichtig.“

„Nun?“, wollte ich auf meine erste Frage zurück. „Warum Minna? Warum ich?“

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