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 Kapitel 465-466

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 465-466   Mi Jun 11, 2014 7:13 am

465. Kapitel Morgenstund – Are you kidding me?


„Keine Ahnung, du musst mich auf irgendeine Weise angesprochen haben, sonst hätte ich es nicht getan… ich mache dergleichen gewöhnlich nicht… nicht so“, runzelte er seine hohe Stirn und schien ernsthaft nachzudenken.

„Ohhhh, jetzt fühl ich mich geschmeichelt“, schmunzelte ich verborgen, während ich zu ihm blinzelte, da seine Lippen einen dünnen wütenden Strich bildeten.

„Tja, ich mich nicht, denn deine Verkleidung war nicht im Ansatz perfekt, eigentlich hätte ich dich erkennen müssen!“, grollte er nachtragend. Dass er mich nicht gleich identifiziert hatte ärgerte ihn augenscheinlich immer noch.

„Du hast es nicht sehen wollen, meinst du das?“, stellte ich mich seiner miesen Laune und beendete das Thema noch nicht.

„Ja, das meine ich… du hast mich gereizt… nach deinen Auftritten im Grimmauld Place wohl wahrlich kein Wunder!“, verzogen sich seine Mundwinkel missbilligend und ich war zu Hundertprozent sicher, dass er sich daran erinnerte, wie ich mit Sirius in der Bibliothek geschlafen und er uns beobachtete hatte.

„Ich hab dich beschäftigt“, grinste ich hinterhältig, das schmeichelte mir ungemein.

„Was fandest du an Typen wie mir und Black?“, spuckte er ungehalten aus.

„Mhm… ich weiß nicht, aber ihr seid wahrlich spannender als Harry oder Ron“, gab ich zu.

„Hahaha… deine Freunde würden sich bedanken, dass du mich und Black ihnen vorgezogen hast!“, spottete Severus schrecklich zynisch.

„Sie drehen immer noch am Rad, aber davon abgesehen, habt ihr mich auch gereizt. Es ist nicht so, als hätte ich es nicht genossen, dass du mich kaufen wolltest!“, kicherte ich übermütig. „Das in der Gasse war ein denkwürdiger Moment“, gestand ich flüsternd und blickte ihn von unten herauf aus gesenkten Lidern an.

„Mir hat es gefallen“, bekannte er leise und erstaunlich offen.

Solche Gespräche zwischen uns waren dringend nötig gewesen und es war umso schöner, dass wir sie führen konnten, ohne uns an die Gurgel zu gehen und so unterhielten wir uns den ganzen Abend entspannt weiter, was sehr angenehm war.

Als er mich auf einmal am nächsten Morgen ohne viele Worte, mit einem sichtbar veränderten Verhalten ins Vestibül dirigierte und mit mir apparierte, war ich perplex, dass er mit mir im Malfoy Manor aufschlug, aber gut, warum nicht!

„Du hast es vermisst, oder?“, fragte ich einer Eingebung folgend, während er sich nach einem durchdringenden Blick wortlos von mir entfernte und mich mit dem Gefühl zurückließ, dass vielleicht auch Lucius der Grund sein könnte.

Morgenstund von Sevfan

Im gesamten Manor war es mucksmäuschenstill und ich genoss es, wieder hier zu sein, wenn auch nur für kurz. Es war noch recht früh am Morgen, draußen dämmerte es gerade und scheinbar hatte keiner meiner Männer heute etwas Wichtiges zu tun. Gut, das musste auch einmal sein. Man konnte schließlich nicht immer 110 Prozent geben. Auch DeathEater brauchten ihren Schlaf, vielleicht schliefen Draco und Lucius noch.

Nahezu ironisch nicht? Wenn man bedachte, dass man im Schlaf nicht wirklich unterscheiden konnte, auf welcher Seite derjenige stand. Wie hieß es so schön: Im Tod waren alle Menschen gleich? Nun, das galt wohl auch für den kleinen Bruder des Todes, den Schlaf.

In ein luftiges Sommerkleid gekleidet streifte ich durch die dunklen, aber sehr prächtigen Gänge und genoss den starken Kontrast zu Prince House, hier herrschte Stein vor, dort Holz, dadurch wirkte es sofort anders. Ich erkannte, ich hatte Malfoy Manor wahrlich vermisst und ich würde auf meine drei Herren der Schöpfung warten, denn ich hatte heute Lust, in Gesellschaft zu frühstücken.

Diese ereignisreichen Zusammentreffen waren immer erinnerungswürdig und auf die hatte ich bei Severus zu lange verzichten müssen, aber ihm schien es ähnlich zu gehen, man vermisste regelrecht die Dramen um unser gemeinsames Mahl. Und es kam selten genug vor, dass wir drei locker zusammen sitzen konnten. Zumal bald die Schule begann. Severus würde den großen bösen DeathEater-Schulleiter - zum Leidwesen sämtlicher Häuser, die nicht Slytherin hießen - spielen und Lucius wäre gar nicht erst anwesend.

War es da wirklich abwegig, dass ich diese seltenen Momente hin und wieder doch genoss?

Langsam schritt ich in einen der unzähligen Salons. Erst auf den zweiten Blick erkannte ich die dunkle Gestalt, die es sich auf dem großen Sofa bequem gemacht hatte und augenscheinlich in ein Buch vertieft war.

„Severus!“, grüßte ich ihn mit einem freundlichen Nicken, nachdem er so abrupt verschwunden war, wandte mich den Regalen zu und strich selbstvergessen über die Buchrücken.

Etwas Leichtes, nur zum Zeitvertreib, sollte es dieses Mal sein, auch wenn es mich verwunderte, dass er hier die Ruhe fand, die er anscheinend gesucht hatte, sonst hätte er mich schließlich nicht hierhergebracht, oder?

Er hatte nichts gesagt, nur kurz aufgeblickt und genickt.

Tja, so war das eben, wenn einen erst einmal ein Buch gefangen hatte und seit Prince House war unser Verhalten zueinander noch entspannter geworden, warum war er dann jetzt so zurückhaltend? Nun, vielleicht lag es an der Lektüre? Ich war aber beim Lesen nicht sehr viel anders, behaupteten zumindest die Jungs schon seit Jahren, also störte mich seine mangelnde Aufmerksamkeit mir gegenüber nicht. Meine Wahl fiel auf ein Werk über magische Pflanzen.

Es war schon irgendwie Ironie des Schicksals. Ich war bei ihm auf seinem Anwesen gewesen, was nicht einmal seine heiß geliebte Lily gedurft hatte und doch war ich nicht seine Freundin, oder Frau, sondern vielleicht ein Partner?

Nein, das war zu hoch gegriffen, oder? Was war es dann, was zwischen uns war? Ein Zeitvertreib, oder dergleichen? Oder gab es mittlerweile schon ein eigenes Wort dafür? Freundeplus?

Naja, wir waren in dem Sinn ja eigentlich keine Freunde. Also eher Bekannteplus, Familieplus? Ach, das war doch zu kompliziert, seit Prince House konnte ich es nicht mehr benennen, es hatte sich für mich vieles verändert. Blieben wir einfach bei hübsch anzusehendem Zeitvertreib.

Was war ich für ihn?

Ja, auf eine gewisse Weise war ich für jeden meiner Männer ein Zeitvertreib, auch für Draco musste ich einer sein, denn zu mehr wäre ich nie mehr in der Lage. Denn seien wir doch einmal ehrlich: ich führte mit keinem von ihnen eine Beziehung im klassischen Sinne.

Nicht einmal mit Draco, denn das würde ja bedeuten, dass ich ihn regelmäßig mit seinem Patenonkel betrog. Und dann diese bedrohlichen Zusammentreffen mit Lucius, seinem Vater!

Hach, was war das alles verzwickt. Aber ich hatte es mir ja mehr oder weniger so ausgesucht und jetzt würde mich keiner von ihnen mehr freigeben. Bevor ich im mentalen Selbstmitleid versank, schritt ich langsam durch den Salon.

Ich ließ mich gespielt entspannt neben Severus auf dem bequemen Sofa nieder. Da er das eine Bein lässig angewinkelt und aufgestellt, während er das Andere locker von sich gestreckt und das Buch darauf abgelegt hatte, konnte ich mich praktischerweise an sein Bein anlehnen. So schob ich mir ein Kissen in den Rücken, sein Knie drückte doch etwas, und begann zu lesen. Severus selbst blickte bei dieser Aktion nicht einmal auf, wir hatten uns in Prince House gefunden, das musste man sagen. Aber auch zu sehr war er von seinem Buch gefangen. Er war eben ein Bücherwurm.

Mein Buch hingegen war nicht wirklich dazu geeignet, mich derartig zu fesseln. Es war einfach nur stinklangweilig. Mehr als das, es war ungefähr so spannend wie der Geschichtsunterricht bei Binns es war.

Apropos Binns.

„Severus?“

Ich drehte den Kopf nach hinten, um ihn ansehen zu können.

Ein tiefes Brummen verriet mir, dass ich seine Aufmerksamkeit mehr oder weniger widerwillig erlangt hatte, während er sorgfältig das Lesezeichen zwischen die Seiten legte, das Buch zuklappte und mich dann letzten Endes doch mit seinen dunklen Obsidianen musterte. Etwas genervt könnte man meinen. Aber was erwartete ich auch, wenn ich ihn in aller Frühe von seinem Buch fern hielt.

„Wer wird denn alles als neue Lehrer dieses Jahr in Hogwarts sein?“, grinste ich ihn schelmisch an und setzte ein provokantes „Direktor“ hinterher, das sich aus meinem Mund mehr als verrucht anhörte.

Auch wenn ich wusste, dass der Tod von Charity Burbage beabsichtigt gewesen war, war mir noch unbekannt, wenn er erwählt hatte, auch wenn mir die beiden Fächer recht präsent waren, die vakant waren und besetzt werden mussten.

Denn damit waren Muggelkunde und der Posten, den Severus freigemacht hatte, den des Verteidigungslehrers, unbesetzt!

Das Direktor betonte ich extra, war es doch zu lustig. Severus war zwar ein begnadeter Tränkemeister und auch guter Trainer in Verteidigung, aber von Pädagogik und Erziehung verstand er ungefähr so viel wie ich vom Wahrsagen. Nun gut, er hielt von Pädagogik wahrscheinlich auch so viel wie ich von diesem Teetassenschwachsinn.

Erst schlief ich mit einem Lehrer, jetzt schon mit dem Direktor, das war auch eine Art des Hochschlafens!

Dass dieser ein und dieselbe Person war, war doch nebensächlich und so konnte man das doch durchaus als karrieretechnischen Aufstieg werten. Er kräuselte seine Lippen. Die Bezeichnung schien ihm nicht wirklich zu gefallen.

„Nun, die Löwenmama, den Giftzwerg, den trotteligen Riesen und die Kräuterhexe werde ich wohl nicht loswerden. Beim Rest… lassen Sie sich überraschen, werte Miss Granger!“, erwiderte er genau in dem ölig schnarrenden Ton, in dem er den Gryffindors immer zu verstehen gegeben hatte, dass sie ihn gefälligst nicht anzusprechen hatten.

„Wie Sie wünschen, Herr Direktor!“, säuselte ich mit demütiger Mädchenstimme, was ihm immerhin ein amüsiertes Funkeln der dunklen Augen entlockte und mich erfreute, da es zeigte, nur weil wir im Manor waren, hatten wir unsere neue Verbindung nicht verloren.

In diesem Moment erklang von der Türe her Dracos Stimme.

„Ach ja, der Herr Direktor und eine seiner Schülerinnen! Schon zurück? Warum?“

„Lucius“, murrte Severus wortkarg und ich hob eine Braue, ebenso wie Draco.

Dieser musterte uns zwei aufmerksam, es war fast eine Woche vergangen, dass ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Scheinbar gefiel ihm nicht, was er da sah, denn immerhin lag ich noch an Severus gelehnt auf dem Sofa, eine sehr intime Haltung, die nicht normal für uns war.

Jeder, der uns nicht kannte, hätte vielleicht sogar behauptet, wir würden kuscheln!

Wah!

Severus kuschelte nicht! Und ich auch nicht! Wir waren doch keine Katzen, denen man über den Kopf streicheln musste, oder gar schwanzwedelnde Hunde! Wir hatten es uns lediglich bequem gemacht, oder vielmehr hatte ich es mir bequem gemacht, Severus saß einfach nur im Weg. Nun egal. Zurück zu dem Jüngsten der Malfoys, meinem Freund, den ich sehr wohl vermisst hatte, wie mir gerade ein deutlicher Stich ins Herz mitteilte.

Draco hielt uns mit seinen sturmgrauen Augen genau im Blick, als er auf uns zukam. Er erinnerte in seinem Auftreten, der Gangart und Körperhaltung in diesem Moment doch mehr denn je an Lucius. Geschmeidig ließ er sich auf dem Sessel uns gegenüber nieder. Die Arme majestätisch auf die Armlehnen drapiert, die Beine in einer dominanten Geste geöffnet, den Rücken durchgestreckt wirkte er, als throne er uns gegenüber. Er gab sich wie ein Herrscher, während Severus und ich mit unserem Sofagelümmel wie sein niederes Gefolge wirkten.

Natürlich war dem nicht so und gerade wegen seines tadelnden Blicks wollte ich mich aufraffen und meine äußerst bequeme Position aufgeben, aber Severus ließ es nicht zu, da er mich ostentativ festhielt, was Draco natürlich bemerkte und eine Reaktion aus ihm heraus kitzelte.

„Apropos, Herr Direktor: Sex im Büro ist dann wohl vorbei, oder stehst du auf Zuschauer, Hermione?“, hisste er da schon leise und blickte mir direkt herausfordernd in die Augen.

„Mhm… ich nicht, aber du stehst doch aufs Zuschauen!“, zischte ich zurück, denn ich wollte keinen Streit, warum mussten sie mich zu ihrem Spielball machen?

Erinnerungen kamen in mir hoch, so war Draco es immerhin gewesen, der damals wie ein Spanner am Fenster gestanden und beobachtet hatte, wie Severus mich nahm oder der uns auch unter die Duschen zu Blaise und Astoria gebracht hatte. Seine Augen blitzten mich herausfordernd an. Wir waren uns beide bewusst, dass Severus uns einen mehr als nur kritischen Blick zuwerfen musste. Seit der Veelamission und dem Stab, Lughnasadh, Harrys Offenbarung und der darauffolgenden Trennung durch Severus war irgendwie wieder alles schwerer geworden… zu meinem Leidwesen!

Severus wirkte perplex, immerhin wusste er nicht, worum es ging. Und das war etwas, was meinen Tränkemeister doch mehr als nur störte. Aber ehrlich gesagt hatte ich auch nicht das Bedürfnis, ihm zu erklären, dass ich sein Patenkind dazu gebracht hatte, uns wie ein Spanner beim Sex zu beobachten, oder dass wir einen flotten Vierer unter den Duschen gehabt hatten. Irgendetwas sagte mir, dass ihm das nicht so wirklich gefallen würde, nicht nachdem er sich nach den Höhlen meinen Männern gegenüber als gar nie nicht eifersüchtig geoutet hatte. Ich wollte schon etwas nachsetzen, doch leider kam mir eine weitere Stimme zuvor.

„Sex vor den Augen sämtlicher alter Direktoren? Was für eine köstliche Vorstellung! Ich muss dabei sein! Ich will das Gesicht des alten Zausels sehen, wenn ihm klar wird, dass sein Mörder die neue Miss Malfoy flachlegt!“

Lucius schritt mit einem blasierten und sehr überheblichen Schmunzeln auf dem aristokratischen Antlitz herein und ließ sich fließend auf einem anderen Sessel nieder. Sein Auftritt war wie immer meisterhaft dramatisch, genau zur rechten Zeit, dabei lag sein Augenmerk ebenfalls auf unserer ungewöhnlichen Haltung.

„Ich würde viel tun, um das Gesicht dieses gutgläubigen, alten Trottels erleben zu dürfen, wenn du unser Mudblood vor seinen Augen nimmst!“ Ein amüsiertes Lächeln auf den edlen Zügen blickte er eindringlich zu Severus.

Es war wie eine Anspielung auf die Szene nach dem Fechten, als uns Lucius zugesehen hatte, während mich Severus im Gang nahm und als er das Angebot von Severus erhalten hatte, mich während der orientalischen Gartenparty zu nehmen, ein Umstand, der mich etwas verstockter werden ließ, nur dass er es diesmal viel provokanter forderte. Vor allem wusste Draco von dieser Party nichts und ich war nicht gewillt, ihm zu sagen, was für ein böses Spiel Severus und Lucius dort gespielt hatten.

Plötzlich richtete sich Severus hinter mir auf. Dabei zog er sein Bein weg, sodass ich, meiner Rückenlehne urplötzlich beraubt, nach hinten fiel und nun mit dem Kopf in seinem Schoß zu ihm aufblickte. Es war so klar gewesen, dass er es für mich richtig unbequem machte, wenn Lucius auftauchte.

„Ich will dich nicht in der Schule sehen, Lucius!“, seine Stimme enthielt eine deutliche, betonte Warnung.

Er hielt es scheinbar nicht für nötig, mich, oder die Position, in der ich mich befand, weiter zu beachten. Unverwandt sah er den ältesten Malfoy stoisch an.

„Du - wie auch jeder andere Gefolgsmann des Lords - hältst dich gefälligst von der Schule und den Schülern fern. Ich kann es nicht gebrauchen, dass die Löwenmama mir den ganzen Tag über den Aufstand probt, wenn sie dich oder andere in der Schule sieht. Von den Schülern mal abgesehen. Diese Bälger sollen immerhin etwas lernen! Das gilt besonders für die Slytherins!“ Er warf Draco, der uns mit eisiger Miene musterte, einen spöttischen Blick zu.

„Bildet euch nicht ein, dass ihr, nur weil ihr Verwandtschaft in den Diensten des Lords habt, eure Ausbildung vernachlässigen könnt!“

Das war typisch Severus. Er würde es nicht dulden, dass einer seiner Schüler, besonders einer der Jüngeren, die Schule vernachlässigte. Niemand, keine der unendlich vielen Seiten dieses Krieges, konnte Zauberer vertragen, die nicht mehr konnten als ein Erst- oder Zweitklässler!

„Also mein guter Severus, ich muss doch bitten! Die Kinder würden sich bestimm freuen, wenn sie eine solch gewichtige Persönlichkeit wie mich einmal persönlich treffen dürften. Ich habe immerhin einen Ruf in der magischen Welt!“, konterte der ältere Blonde und auch seine Lippen zierte etwas, das man durchaus als süffisantes Amüsement werten konnte. Severus seufzte geplagt.

„Bitte, Lucius, spiel dich nicht derart unerträglich auf!“ Hierbei unterdrückte ich ein gehässiges Schmunzeln, schließlich schien er aber genau das vermisst zu haben, sonst hätte er uns heute in aller Herrgottsfrühe nicht hierhergebracht.

Es war immer mehr als nur amüsant, wenn Severus und Lucius sich auf ihre ganz eigene Art und Weise neckten. Manchmal waren sie bitterböse zueinander. Und dann ärgerten sie sich hin und wieder, so wie gerade eben, relativ gutmütig für ihre Verhältnisse. Ich hatte lange genug gebraucht, um die Beziehung der beiden zueinander auch nur im Ansatz zu durchschauen und auch jetzt gab es noch einige Dinge, die ich nicht wusste, oder nicht gänzlich verstand.

Aber so waren die beiden eben! Ach was, so waren wir alle vier! Nur nicht zu viel verraten und nur nicht zu viel preisgeben. Traue jedem nur so weit, wie die Reichweite deines Zauberstabes ist, wie es so schön hieß.

Lucius wandte mir den taxierenden Blick zu.

„Na komm schon, meine kleine Lady! Lass mich dabei sein!“ In den blauen Augen funkelte es amüsiert, als er mich frech aufforderte ihm doch tatsächlich zu gestatten, uns beim Sex zuzusehen, er war einfach schrecklich dreist.

Wenngleich es wie gesagt nicht das erste Mal wäre, dass es passierte. Severus gab einen empörten Laut von sich, den man mit viel Phantasie als entnervtes Stöhnen deuten konnte und Draco musterte seinen Vater, als zweifle er an dessen Geisteszustand.

Aber auf der anderen Seite, Lucius war schon mehrfach dabei gewesen… Meine drei Männer waren heute Morgen definitiv zu kindisch gelaunt!

Musste ich mir da etwa sorgen machen? Hatte Severus vielleicht irgendeine Trankzutat eingeatmet und die anderen beiden auch mal dran schnüffeln lassen? Sie besprachen hier mein Sexleben und taten so, als dürfte jeder mal gucken, das ging mir zu weit und ich schenkte einem jeden von ihnen einen strafenden Blick.

„LORD Malfoy, ich weiß, Ihr wünscht Euch nichts sehnlicher, als meinen LORD Prince und mich in Aktion zu sehen“, dabei umschiffte ich, dass er schon einmal aus einiger Entfernung einen Blick gewagt hatte, denn dies wusste Draco nicht und meine Augen huschten zu Draco und in Gedanken setzte ich ein: „immerhin seid Ihr der Einzige von uns vieren, der noch nie mit mir zu Gange gewesen war und ich werde hart bleiben“, sprach jedoch salopp weiter:

„Aber Ihr müsst verzeihen, wenn wir Ihnen dieses Privileg nicht zugestehen können. Wir werden Ihnen als Entgegenkommen das Gesicht des alten Zausels natürlich detailgenau beschreiben!“

Ich hatte mich jetzt resolut aufgesetzt und saß nun neben Severus, während meine provokanten Worte verklangen, da ich klar die Linie ziehen musste, nachdem Lucius wusste, dass ich wusste, was er nicht getan hatte und das rechnete ich ihm immer noch hoch an.

„Ich hoffe, du kannst dich damit zufrieden geben.“

Ich klimperte verführerisch mit den Wimpern und blickte ihn um Zustimmung heischend, grinsend an, als er sich gewohnt nonchalant fing:

„Nun, Mylady, wenn Ihr mir Eure eigene Erinnerung, nur dieses kleinen Ausschnittes, mit dem Gesicht des alten Mannes zukommen lasst, so könnte ich mich zufrieden geben!“

Das war eine ungewohnte Forderung, aber was wunderte ich mich überhaupt noch und solange ich wirklich nur die Szene mit dem Gesicht dieses alten Manipulators erwischte, war doch nichts dabei, wenngleich; wollte ich das wirklich?

Irgendwie war es utopisch, sich vorzustellen, dass ich mit Severus in seinem Büro Sex haben würde, wir sprachen hier rein hypothetisch.

Und selbst wenn, Lucius und Severus waren schon so oft bei den Feiern der DeathEater gewesen, da würde ich keinem der beiden etwas Neues zeigen. Lediglich Draco könnte nicht ganz so begeistert davon sein, sollte ich in der Szene Severus durchblitzen lassen. Oder das tiefe Gefühl der Befriedigung, das er immer wieder gekonnt in mir hervor rief, von diesem Gefühl des Geachtetwerdens und in gewisser Weise auch der Geborgenheit einmal abgesehen. Eigentlich könnte ich mir das wirklich einmal überlegen.

Also ehrlich! Ich würde mich von niemandem daran hindern lassen, mich mit Severus zu treffen, erst recht nicht von diesem lästigen Alten. Wir hatten ihn doch nicht um die Ecke gebracht, damit er uns nun wieder im Weg herumstand, er hatte genug Ärger verursacht. Wobei mir erst jetzt auffiel, wie schwer es werden könnte, sich regelmäßig zu sehen. Wo würde er leben?

„Ich hoffe, dein Schreibtisch ist aufgeräumt!“, sage ich daher in ernstem, geschäftigem Ton und blickte skeptisch zu Severus neben mir auf.

Nicht dass er auf die glorreiche Idee kam, wir könnten uns nur kurz oder kaum noch sehen. Wobei, ich sprach hier von Severus. Er würde vermutlich noch eher als ich einen Notstand bekommen, also war es doch eher unwahrscheinlich, dass er ernsthaft darüber nachdachte.

Lucius lachte trocken und kurz auf. Draco schnaubte nur irgendwie ungläubig, was ihm einen doch sehr amüsierten Blick seines Vaters einbrachte. Hatte ich schon erwähnt, dass meine Männer manchmal solche Kindsköpfe waren? Ich wandte meinen Blick wieder zu dem düsteren Mann neben mir.

„Womit habe ich euch verdient?“, knurrte dieser da entnervt auf.

Ich hätte ja Mitleid mit ihm gehabt, wäre ich zu solchen Gefühlsregungen noch fähig gewesen. Sein schöner, gemütlicher, ruhiger Morgen mit einem Buch wurde einfach so zur Familienkomödie, armer, armer Severus!

Und doch hatte er es so gewollt, sonst wäre ich heute nicht hier, so grinste ich gehässig, genauso wie Lucius. Da setzte der hauseigene Tränkemeister seine leidlichen Gedanken fort:

„Auf der anderen Seite, das Gesicht dieses alten, penetranten Quälgeistes wäre es wirklich wert. Um also auf deine Frage zu antworten, Draco: Wohl doch Sex im Büro!“ Süffisant, um nicht zu sagen provokant blitzten seine tiefdunklen Augen den jüngsten Malfoy an, während er besitzergreifend einen Arm hinter mir auf die Lehne legte und meine Schulter tätschelte.

Oh, ich wusste, wie sehr er es gerade genoss, Draco zu zeigen, dass er durchaus Ansprüche auf mich anmeldete. Der Besuch im Prince House war da ja nun mehr als deutlich gewesen. Draco schnaubte erneut und blickte dann zu mir.

„Wie ihr meint!“

Er wusste ganz genau, dass er keine Chance hatte, wenn er versuchte, mir Severus zu verbieten oder auszureden und so klang er mehr als gleichgültig. Also erwiderte ich gleichmütig den Blick und lehnte mich auf dem Sofa zurück, überschlug die Beine und blickte die beiden Blonden uns gegenüber an. In Gedanken schweifte ich ab.

Nein, weder Draco noch das Portrait eines Albus Dumbledore würden mir Severus vorenthalten können. Dafür war mir der Schwarzhaarige einfach zu wichtig und vor allem, ich war Severus dazu viel zu wichtig.

Er würde mich genauso wenig wieder hergeben, wie Draco und auch Lucius.

Nein! Keiner meiner Männer würde dies tun. Sollte ich mich einmal für einen von ihnen entscheiden, so würden die anderen zwei dies wohl nie und nimmer akzeptieren. Doch solange dies noch nicht geschehen war, gehörte ich zu allen und doch zu keinem.

Ich gehörte genau genommen nur mir!

Oder machte ich mir hier etwas vor?


Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Nachdem wir uns aus dem Salon zurückgezogen hatten um zu Frühstücken, und dann ein kleines Training absolviert hatten, nahmen wir jetzt nach diesem harten Tag und zur Feier des Tages, dass wir dem Manor einen Besuch abstatteten, das Essen auf der Terrasse ein, wo wir den Sonnenuntergang des Sommertages in vollen Zügen genießen konnten.

„Was ist das?“, fragte ich enerviert. Nicht schon wieder diese elendigen Viecher von Lucius, die sich einfach viel zu schnell und viel zu gebärfreudig für meinen Geschmack vermehrten. Doch was war das?

Ich erblickte doch tatsächlich Farbe an diesen ehemals so farblosen Viechern. Anscheinend hatte er doch nicht die Violetten entsorgt, sondern sie leben lassen, wie epochal.

„Das hast du verbrochen!“, beschuldigte Lucius soeben das Biest anklagend, das ihn und das Bild, das sich ihr bot, konsterniert musterte.

„Was?“, wollte sie nach dem vorwurfsvollen Ton besorgt wissen, während der Gehstock schnurgerade auf die Jungen und bunten Pfauen deutete.

„Na, das! Jetzt laufen hier überall diese fleckigen Pfauen rum!“, jammerte Lucius eindrucksvoll und ich verkniff mir ein gehässiges Auflachen, darüber konnte auch nur er sich aufregen. Sie verstand augenscheinlich nicht, dass ihm das wirklich im Herzen wehtat.

„Bitte?“

„Sie hin… da, da… schrecklich!“

Erregt deutete er auf den Garten und von der Terrasse hatten wir einen guten Blick auf das Desaster, was Lucius belastete und ihm so große, unvorstellbare Pein bereitete, aber ehrlich, ich fand sie prächtig und außergewöhnlich bunt und einzigartig auf ihre mannigfaltige Art. Keiner war gleich und langweilig weiß, aber der Gockel neben mir sah es wohl ganz anders, wenngleich sie eher meiner Ansicht war, so wie ihre Mundwinkel gerade zuckten, einer Ansicht, die ich nie laut verkünden würde.

„Oh, ich verstehe, Lucius, sie haben sich vermehrt, sich gepaart und Kinder bekommen, das ist doch putzig! Nun hast du etwas Besonderes Lucius, das sind gescheckte Pfauen!“, bekundete sie geschäftig und wirkte etwas aufgedreht, da sie sich stur weigerte, seine negative Sichtweise zu berücksichtigen, sondern einfach nur gutgelaunt ihre Kinderchen begutachtete. Er knurrte etwas Unverständliches, woraufhin sie fortfuhr. „Was? Sie sind schön.“

„Sie sind fleckig!“, brauste er auf und ich vernahm in meinem Rücken leise, sehr leise hustende Laute, die auch ein Lachen von Draco andeuten konnten.

„Nein“, wollte sie beginnen, hitzig zu widersprechen.

„Doch!“, brauste Lucius vehement auf und deute wieder ungläubig auf die sehr bunten Tiere.

„Sie sind nicht fleckig, Lucius! Sie sind scheckige Pfauen“, belehrte sie gewichtig und ließ sich von ihm nicht beirren, dabei bewunderte sie das prächtige Wagenrad, das soeben einer ihrer Violetten schlug.

„Bähhh… getupfte Pfauen!“, rümpfte Lucius affektiert die adelige Nase.

„Gescheckt, nicht getupft, Lucius!“, warf sie wieder stöhnend ein, dabei schüttelte sie betrübt das Haupt, weil er so stur war.

„Aha… das macht es nicht besser“ meint er verschnupft. „Warum hast du das getan? Was passte dir nicht an meinen anderen Pfauen?“, wollte er anklagend erfahren.

„Sie sind weiß!“, entgegnete sie wegwerfend.

„Ja, sie sind reinrassig, weiß!“, fuhr er ambitioniert auf und da erstarrte sie in der Bewegung und ich dachte nur schlicht; falsches, ganz falsches Thema. Sie riss sich sichtbar zusammen und überspielte, dass er ihr auf den Fuß getreten war und antwortete beherrscht:

„Ach… sie sind so nichtssagend weiß… diese Gescheckten sind was Besonderes.“
„Besonders bunt!“, gab er gehässig Konter und sein Blick bohrte sich in die Beleidigung, die vor ihm hochmütig auf und ab stolzierte, denn stolz waren diese Mischlinge allemal. „Und nicht reinrassig!“

In dem Moment klirrte das Besteck und schaffte es, dass aller Augen auf ihr lagen, während sie sichtlich mit funkelnden und blitzenden Augen zu Lucius sah.

„Dann weiß ich persönlich nicht, was du von mir willst, wenn du so viel Wert auf diese Attribute legst“, kam es erschreckend ruhig von ihr, während Lucius seinen Fauxpas nun erkannte. „ Diese Tiere da haben mehr mit mir gemein als eine gemischte Abstammung!“, schrie sie nun doch und erst jetzt drehte sich Lucius zu ihr, wohl wissend, was er mal wieder angerichtet hatte, aber bevor er nur ein weiteres Wort sagen konnte, war sie auf dem Absatz umgedreht, rauschte wieder ins Manor und ließ ihn stehen oder auch uns sitzen. Man konnte es sehen wie man wollte, aber diese Tatsache ließ ihn mit den Zähnen knirschen.

„Lass es gut sein“, gab ich ihm gutmütig meinen nicht gewünschten Rat.

http://www.pfauenzucht.eu/Farben.html

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Nach diesem hitzigen Gefecht hatten wir das Manor verlassen und es nicht mehr bis ins Schlafzimmer geschafft. Ich lag wenig komfortabel über der Rücklehne des Sessels und hinter mir hämmerte sich Severus enthusiastisch in mich, während ich mich an der Armlehne abstützte und versuchte, seinem Ansturm standzuhalten.

„Fuck...“, presste er plötzlich durch zusammengebissene Zähnen hervor, während er sich noch einmal vehement tief in mich bohrte, um dann mit einem tiefen Grollen zu kommen.

Das war total überraschend für mich, da wir an sich erst begonnen hatten. So kannte ich das bisher nicht, das war noch nie passiert!

Was geschah hier? Noch immer krallten sich seine Finger schmerzhaft hart in mein Fleisch an der Hüfte, aber es ging alles so schnell, dass ich gar nicht mitbekam, wie er auch schon von mir abließ.

Ich stand noch immer mehr als unelegant über den Sessel gebeugt da und wandte mich nun leicht empört wegen dieser rüden Behandlung zu ihm um, nur um völlig perplex zu erkennen, dass Severus komplett angezogen vor mir stand und mich mit unleserlichem Blick musterte.

„Wo willst du hin?“

„Nach Spinners End“, verkündete er mehr als knapp, bevor er vor meinen Augen verschwand, ohne weitere Worte.

Ich blieb also wie bestellt und nicht abgeholt zurück und starrte noch immer sprachlos lange Zeit auf den nun leeren Flecken hinter mir, wo er zuvor gestanden hatte, bevor ich mich überwand, mir nicht allzu benutzt vorzukommen. So richtete ich mich langsam vollständig auf, dabei bemerke ich jetzt erst, dass Severus‘ Hinterlassenschaft langsam, aber sicher an meinem Oberschenkel hinunterlief, was mich die Nase unwillig verziehen ließ. Also raffte ich mich auf, um mich ins Bad zu begeben, damit ich mich frisch machen konnte.

Es dauerte lange, bis ich mich komplett hergerichtet hatte und als ich wieder in Severus‘, halt nein, in unser Schlafzimmer trat, bemerke ich zu meinem Unwillen, dass ich noch immer alleine war.

Okay, ich war verstimmt, was sollte das? Ich gestand mir ein, dass ich mir vorkam, wie ein ausrangierter Rennbesen.

Ich wog meine Optionen ab, wie lange es dauern konnte, bis Severus zurückkam, denn nicht viele wussten von Spinners End! Wenn meist nur DeathEater, Lucius, Draco, ich und so langsam fragte ich mich schon, wer es schaffte, ihn nun schon mindestens eine halbe Stunde von hier fern zu halten, vor allem unter Anbracht dessen, bei was derjenige uns unterbrochen hatte.

Weitere mehr als zähe Minuten vergingen, bevor ich entnervt mit den Schultern zuckte, um meinen Entschluss in die Tat umzusetzen.

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht waghalsig wäre, außerdem packte mich die Neugierde, die Ron, Harry und mich seit unserem ersten Schuljahr fest in ihren Klauen hatte und so verschwand ich eilig ins Vestibül, nur um Sekunden später aus diesem engen Schlauch ausgespuckt zu werden, der mich an einen anderen Ort transportierte.

Hierbei offenbarte sich, dass das Mal an meinem Oberschenkel, das mir Severus eingebrannt hatte, doch etwas Gutes hatte, denn anders als alle anderen konnte ich direkt in das Haus von Spinners End apparieren und musste nicht davor landen.

Das war eine unerwartete Überraschung, aber was sollte ich sagen, es war gut... zumindest dachte ich dies jetzt noch!

Nur, das was ich dann vorfand ließ mich sofort zweifeln, ob es wirklich gut war, dass ich derart unerwartet hereinplatzen konnte, denn was sich mir hier bot, hatte ich nicht wirklich zu sehen erwartet, unter keinen Umständen. Ich fragte mich sofort, warum ich doch immer wieder so ein unsägliches Glück hatte.

Ich wollte das nicht sehen!

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich hasste es, abgrundtief!

Jetzt störte man mich schon bei der nun doch schönsten Nebenbeschäftigung, die man sich vorstellen konnte und belästigte mich, indem meine Zauber anschlugen und mir anzeigten, dass jemand vor Spinners End stand. Ich fragte mich, womit ich das verdient hatte.

Ich war sauer, nach Lucius‘ „Einladung“ heute ins Manor hatte ich mich auf einen geruhsamen Abend vor dem Kamin eingestimmt, dass man mir nun derart in die Parade fuhr, ließ meine Laune in tiefe Tiefen stürzen.

Deshalb entschloss ich mich, dass es für mich nicht umsonst gewesen sein sollte und legte an Tempo zu, um in ihr zu kommen. Sofort grub ich mich noch tiefer in sie und schnappte nach Atem, nur um dann mit leisem Bedauern aus ihr zu gleiten und mich magisch zu bekleiden.

Ein kurzes und auch zu schnelles Ende, denn ich durfte ihre Empörung ausmachen, als sie mir ihren Kopf ungläubig zuwandte, weil diese Zusammenkunft mehr als abrupt und vor allem für sie unbefriedigend endete.

Aber was sollte ich tun? Nur wenige Menschen kannten diesen exponierten Ort und wenn jemand dort auftauchte, sollte… ach was, musste ich nachsehen, ob ich wollte oder nicht!

Und mein Unwille sollte gerade nicht zur Debatte stehen.

Der vorwurfsvolle Ausdruck verschwand nicht aus ihren Augen und als sie nachfragte, wohin ich ging, log ich nicht. Woher sollte ich auch nur im Ansatz ahnen, dass mein Besucher nicht zum gewohnten Idiotenverein gehörte?

Und es bessere wäre, es geheim zu halten?

Eben, das konnte ich nicht wissen, das konnte ich auch nicht ahnen, aber wer war ich, dass ich am Schicksal zweifelte?

Eben, niemand, und so kam es, wie es kommen musste.

Da mein so exquisiter Gast, wie erwartet, weder Punkt noch Komma in seinen, ausschweifenden Erzählungen platzierte, wunderte es nicht, dass sie nach zu kurzer Zeit vor uns stand und uns mit gewissem Entsetzen in den sonst so abgebrühten Augen anblickte, als sie das ungewohnte Bild, das wir abgaben, in sich aufnahm.

„Was macht ihr hier?“, fragte sie dann schlussendlich empört, nachdem sie wieder ihre Sprache gefunden hatte.

Doch mein Gast wandte seinen durchdringenden Blick auf mich und bevorzugte es, sie nicht zu beachten, immer eine ganz schlechte Idee.

„Severus... wer ist das?“, wollte sie desweiteren eindringlich erfahren, dabei erinnerte sie mich soeben an das Gör, das sie mit elf Jahren gewesen war, aber zu verdenken war ihr ihre Konsterniertheit nicht. Ich selbst war mehr als unangenehm berührt, dass sie uns in dieser mehr als kompromittierenden Situation vorfand.

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queenie
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BeitragThema: Re: Kapitel 465-466   Di Jun 17, 2014 11:35 pm

466. Kapitel Bäumchen wechsel dich


Doch so schnell konnte ich gar nicht antworten, wie der Gast sich berufen fühlte, etwas zu erwidern:

„Nun, dasselbe könnte ich Sie fragen, Sie junges Mädchen. Wer sind Sie und was wagen Sie sich, uns zu stören?“, schnarrte der Gast nun auch schon provokant zu ihr und wandte dem Biest das markante Gesicht zu, das mir persönlich für meinen delikaten Geschmack viel zu nahe gewesen war.

Ich rollte mit den Augen. Das war vielleicht ein Drama. Nun zog sie gerade ihre Nase kraus, als würde es in meinem Heim stinken, bevor sie überheblich das Kinn in die Höhe reckte.

„Die Dame des Hauses“, meinte sie unnachahmlich arrogant, daraufhin lüpfte ich sofort eine Braue, dass sie dergleichen in Prince House sagen würde, konnte ich verstehen, aber hier?

Und dass sie dies dann auch noch in diesem selbstherrlichen und so souveränen Ton tat, war beeindruckend, denn ihr war augenscheinlich nichts peinlich und mein Besucher sah es ähnlich.

„Tatsächlich?“, hauchte er überrascht, wie forsch und sicher sie auftrat und der Blick wanderte abwertend über den heruntergekommenen Raum meines Elternhauses, schließlich wusste er nichts von Prince House.

„Immer doch, aber warum liegen Sie fast auf Severus... man könnte mehreres vermuten, nur nichts davon gefällt mir“, fletschte Hermione regelrecht die Zähne und ich runzelte die Stirn, dachte sie wirklich, ich könnte mich nicht wehren, wenn ich müsste?

„Vielleicht dürfte ich die Herrschaften bekanntmachen?“, raffte ich mich daher nun auf, diesem affigen Verhalten ein Ende zu bereiten.

Ich schob die mich belästigende Person mehr oder minder weniger sanft von mir und erhob mich geschmeidig von der Couch, während der Gast auf seine vier Buchstaben plumpste. Natürlich war das Bild, das wir abgaben, befremdlich, wir zusammen auf der Couch und Radu, der mal wieder seine Finger nicht bei sich behalten konnte, oder wollte!

„Ich bitte darum“, hauchte sie provokant.

„Hermione... das ist Radu“, wedelte ich mit einer lässigen Geste zu ihm und er versank in einer eleganten, angedeuteten Verbeugung mit dem Oberkörper und sie blinzelte.

„Ein Vampir“, hauchte sie im Erkennen, wer mein Gast tatsächlich war.

„Hat er von mir erzählt?“, blitzten die Zähne des Vampirs grell im Schein der Kerzen auf, als er fast schon begehrlich diese Information erbat.

„Oh, nein“, meinte sie derart verächtlich, dass es wehtat, und schenkte ihm dabei ein strahlendes Lächeln. „aber Sie strahlen ähnlich wie Sanguini etwas aus“, gab sie süßlich zurück, daraufhin wurde ich sofort hellhörig, denn das musste etwas mit der Nekromantie zu tun haben. Gewöhnliche Magier spürten nicht, dass ein Vampir etwas „ausstrahlte“!

„Oh, wie schade… ich denke so gerne an Severus und wie gut er sich in unseren Reihen machen würde… erzählt er Ihnen vor seinen Aufenthalten bei uns?“, lag liebenswürdige Gehässigkeit in seiner durchdringenden Tonlage, die einem bis ins Mark gehen konnte, woraufhin sie nur sichtbar wenig inspiriert eine Braue hob.

„Radu… wissen Sie, … nein“, lächelte sofort Radu selbstgefällig über ihr zögerliches Eingeständnis, dass ich ihr nicht alles sagte und offenbarte, aber der Glanz in ihren Augen gefiel mir gar nicht. „denn dann müsste ich ihm auch erzählen, was ich alles so treibe!“, löschte dies etwas seine Begeisterung. Sie war wahrlich ein Biest. „Ich weiß, dass er bei Ihnen dort alles im Griff hat und darauf kommt es an.“

„Wie Sie meinen, meine Liebe... Sie sind etwas ganz Außergewöhnliches, wenn Sie derart wenig Neugier in sich tragen und dann auch noch bemerken, dass wir etwas „ausstrahlen“, wahrlich, beeindruckend“, sprach Radu zwar neutral, aber alles an ihm wirkte wie zum Angriff bereit. Irgendetwas stimmte hier eindeutig nicht, beide Parteien belauerten sich misstrauisch.

Natürlich, Vampire waren nie einfach, aber derart angespannt hatte ich Radu noch nie erlebt.

Ich behielt beide ganz genau im Blick, bereit, meinen Zauberstab jederzeit zu zücken. Ich traute diesem wackeligen Frieden nicht, konnte aber noch nicht ausmachen, was diese schlechten Vibrationen verursachte, schließlich kannte sich Radu, dank der geifernden Weiber, mir der weiblichen Penetranz aus.

„Hahaha… Nun, da wir uns nun alle kennen, warum wollten Sie Severus besteigen?“, fragte sie wenig taktvoll.

„Mon Dieu, was für ein barbarisches Wort... „besteigen“, wo denken Sie hin? Wobei… er ist… ach“, setzte er immer wieder neu an und ihre Augen verengten sich zu Schlitzen, „aber nein, leider! Ich hatte ihn nur endlich fast so weit, mir endlich die Ehre zukommen zu lassen, ein wenig von ihm zu naschen“, huschte Hermiones Blick ungläubig zu mir und so etwas wie Ekel lag darin, dass ich mich als Futter zur Verfügung stellen könnte.

„Nie und Nimmer!“, grollte ich sofort und sah Radu an, als wäre er übergeschnappt, denn bevor es dazu gekommen wäre, hätte er das Fliegen gelernt, aber wenn er es glauben wollte, bitte, sollte er sich etwas einreden.

„Na, dann ist es ja gut, dass ich gekommen bin“, blieb sie vollständig kontrolliert und überging meinen Einwurf. „Was passiert nun?“, fragte sie und ich winkte ab.

„Würdest du mir bitte ein Glas Wasser aus der Küche holen?“, befahl ich mehr als dass ich bat.

Sie sah pikiert aus, dass sie einen Hauselfen imitieren sollte. Vor allem blickte sie mich an als wäre ich eine Erscheinung, aber sie verstand den Wink mit dem Zaunpfahl sehr wohl, dass ich mit Radu kurz alleine sein wollte.

Denn sie tat dann doch kommentarlos, was ich forderte und machte auf dem Absatz kehrt, um ohne weitere Worte abzurauschen. Sofort war Radu mit seiner lautlosen, raschen Art wieder viel zu nah bei mir und beugte sich vertraulich zu meinem Ohr.

„Mein alter Freund... im Guten, halte sie von Sanguini fern... wenn die Verhandlungen beginnen“, raunte er sehr leise, aber auch sehr eindringlich, woraufhin eine steile Falte auf meiner Stirn entstand.

„Wieso? Sie gehört zu uns“, wandte ich vorsichtig ein und durfte nun die verbissene Miene eines Vampirs aus der Nähe erleben. Seine markanten Gesichtszüge wirkten plötzlich viel schärfer geschnitten, wie gut, dass ich Nerven aus Stahl hatte und nicht vor seiner Fratze zurückzuckte.

„Wie gesagt, es ist ein gutgemeinter Rat... sie ist... nicht normal“, umschrieb er dezent die Gefährlichkeit des Biestes und sein Augenmerk lag auf der Tür, durch die sie verschwunden war.

„Was du nicht sagst...“, meinte ich spöttisch, als ob ich nicht schon längst wüsste, dass an ihr nichts, aber auch rein gar nichts normal war.

„Du weißt, was ich meine, sei vorsichtig“, raunte Radu schon wieder besorgt, dabei runzelte ich die Stirn. Er lehnte sich weit aus dem Fenster, oder bei ihm eher ins Sonnenlicht, für einen Vampir.

„Du weißt, was sie ist?“, setzte ich daher an, denn ich wollte es wissen, ich musste es wissen. Hier ging es um mehr, das sagte mir mein untrüglicher Instinkt.

„Nein, das weiß ich nicht, kannst du es mir sagen?“, fragte Radu offen und ehrlich, das bestätigte, was mir Vlad schon damals in Transsilvanien gesagt hatte, die Vampire kannte sich mit SoulGatherern tatsächlich nicht aus, aber ich würde es Radu nicht zu leicht machen und so schüttelte ich nur entschuldigend mein Haupt und er stöhnte wenig überzeugt auf.

„Mhm… wie auch immer, ich habe Zeit.“ Tja, Vampire und ihre ewigliche Zeit, diese Aussage ließ mich schnauben. „Aber sie ist mir nicht geheuer… halte Abstand zu dieser Person!“, kam es nun wieder selbstherrlich von ihm und ich konnte ein überhebliches Grinsen nicht unterdrücken.

Ich ahnte, wie sie diese warnenden Worte aufnehmen würde. Es wäre für sie ein nettes Kompliment, das selten jemand von einem derart gefährlichen magischen Wesen wie einem Vampir bekam.

Denn welcher Vampir gab zu, dass ihm, dem ewig lebenden Wesen, etwas nicht geheuer war? Das war ein sehr spannender Aspekt.

„Wie gut, dass sie mir nahesteht!“, klang meine Antwort wie eine gefährlich Warnung an den Blutsauger, der nun geräuschvoll durch die Nase einatmete, da er sehr wohl bemerkte, wie ich ihn in seine Schranke wies. „Oh, und Radu... wenn du hättest von mir kosten wollen“, wollte ich nochmal klarstellen, dass er dabei war, sich etwas Großes einzureden.

„Hätte ich nur nett fragen müssen, dessen bin ich mir bewusst, alter Freund!“, grinste er raubtierhaft nah an meinem Gesicht und ich konnte nicht verhindern, dass ich dieses gemeingefährliche Grinsen leutselig erwiderte.

„Störe ich schon wieder?“, kam sie durchaus eindrucksvoll zurück.

Sie hielt das Glas Wasser wie eine Waffe in der Hand, die sie zu werfen bereit wäre, als wir langsam, mit gewissem Bedacht auseinandergingen.

„Nein, auf gar keinen Fall, Dame des Hauses!“, benützte er mehr als süffisant ihre Worte und man konnte die gegenseitige tiefe Abneigung, die nun im Raum lag, fast mit Händen greifen. „Sie können gar nicht stören, ich bin nur auf dem Sprung.“

„Ich denke, ich gehe dann, ein Bankett harrt meiner, Sanguini hält mir zu Ehren eines ab… Lust, Severus?“, raunte er mir viel zu doppeldeutig zu und ich unterdrückte jede Regung, die bei den Gedanken an ein solches Banketts in mir aufleben könnte.

„Immer gerne, nur gerade etwas ungünstig“, log ich ohne Probleme.

„Schade… und euch beiden... noch viel Vergnügen“, säuselte er künstlich und alles an seiner Haltung versprach das Gegenteil von dem was er sagte.

„Und ich bin froh, dass du kommen konntest um mich zu informieren“, wandte ich besänftigend und begütigend ein.

„Für dich doch immer, Severus… ich habe deine Gastfreundschaft genossen.“

„Radu.“

„Du weißt, dass dir unser Heim immer offen steht“, gab er mehr als zweideutig bekannt.

„Eine Ehre!“, neigte ich mein Haupt, während er in der unnachahmlichen Art der Vampire in einer mehr als geschmeidigen Bewegung zurückwich und lautlos mein Haus verließ. Als ich die Tür hinter ihm schloss, lag ein Seufzen auf meinen Lippen.

„Was hat er dir gesagt, wofür du ihm danken musstest?“, fragte sie irgendwie ätzend, so undiplomatisch kannte ich sie sonst nicht, unterdessen ich wieder ins Wohnzimmer ging, das sie recht harsch bevölkerte, da sie auf und ab lief.

„Radu war so freundlich, mich zu informieren, dass mein Auftrag voranschreitet. Bald haben wir die fortführenden Gespräche mit den Vampiren“, setzte ich sie geschäftig ins Bild und erntete einen irgendwie spöttischen Blick von ihr.

„Natürlich, da tut es kein Brief“, entgegnete sie recht sarkastisch.

Wir beide maßen uns, sie legte ihr Haupt provozierend schief und schien auf etwas zu warten, so verschränkte ich die Arme unter ihrem reglosen Blick, doch sie reagierte nicht und so überwand ich mich und reckte ihr eine Hand entgegen. Es war wie ein großer Akt zwischen uns, aber sie müsste wissen, dass ich von diesem Ort verschwinden wollte, mich hielt hier nichts.

Langsam, fast demonstrativ herausfordernd ließ sie das Glas Wasser rücksichtslos fallen. Es fiel klirrend zu Boden und verteilte seinen Inhalt über den Boden, bevor sie dann ihre nun leere Hand zu mir hin ausstreckte. Es war wie ein Test, ein Test, wer zuerst nachgeben würde.

Wobei ich keine Reaktion auf diese Provokation zeigte, denn das Bild, was wir mit unseren ausgestreckten Händen abgaben, wollte ich mir gar nicht vorstellen und dann passierte das, womit ich schon gar nicht mehr gerechnet hatte, irgendwie gleichzeitig traten wir einen Schritt aufeinander zu und als meine Finger ihre Hand ergriffen, apparierte ich uns sofort von hier weg.

Ankommend in Prince House lösten wir uns schnell voneinander, als wäre dieser zuvorkommende Schritt aufeinander zu fast zu viel für uns gewesen, weswegen sie sich auch schon abwandte.

„Was sollte das? Der Typ war komisch“, fing sie dann doch an. Nachdem wir die Ortschaft gewechselt hatten, schien es ihr leichter zu fallen.

„Er ist ein Vampir, die sind alle eigenartig und vor allem eigenwillig“, steuerte ich den linken Salon an und die Bar, um uns etwas zu trinken einzuschenken, dabei folgte sie mir unaufgefordert.

„Klar, natürlich sind sie anders, aber ich meine seine Augen, sie haben mich stets im Blick gehabt, so als würde er jederzeit mit einem Angriff von mir rechnen!“, fasste sie in Worte, was auch ich so beobachtet hatte. „Er war wie ein lauerndes Raubtier!“

„Du strahlst nicht wirklich eine friedliche Aura aus“, gab ich recht nüchtern zu bedenken.

„Sehr witzig, Severus, du weißt genau, dass es weit mehr war als das“, kam es aufrichtig besorgt von ihr und ich zuckte mit den Schultern und nippte selbstvergessen an meinem Drink. Wenigstens verstand sie es, eine Bedrohung ernst zu nehmen, denn das was Radu angedeutet hatte, war besorgniserregend und in der Tat sonderbar.

„Er war auch nicht von dir begeistert“, gestand ich dann leise und sie schnaubte in ihr Glas, während sie vor der Fensterfront auf und ab ging.

„Beruhigend, zu wissen, dass es auf Gegenseitigkeit beruht!“, meinte sie zynisch, bevor sie wieder zu mir herumfuhr und mir scharf ins Antlitz blickte. „Etwas anderes, er steht echt auf dich… und das weißt du… oder? Er war wirklich fast auf dir! Es wundert mich, dass du dich nicht gewehrt hast... hat es dir womöglich gefallen? Er ist scharf auf dich und du?“, stellte sie widerwillig fest, dabei sprudelte es ungewöhnlich erregt aus ihr heraus und vor allem das Ende ihrer Frage hörte sich für mich zu unsicher an, da sie meine Absichten in Frage stellte.

Aber ich konnte diese Anspielung von ihr nicht wirklich auf mir sitzen lassen, stellte mich ihr in den Weg, hielt ihren Lauf auf und fasste sie grob an der Schulter, zog sie hart zu mir, auf dass sie mir ins Antlitz blicken musste.

„Wagst du das jetzt noch einmal zu behaupten?“, fragte ich trügerisch sanft.

„Was?“, wollte sie gespielt unschuldig wissen.

„Das weißt du genau!“, grollte es knurrig aus meiner Kehle, da ich dergleichen Andeutungen überhaupt nicht zu schätzen wusste.

„Okay, ist ja schon gut! Was dich betrifft zweifele ich wenig, aber dieser Vampir ist eindeutig vom anderen Ufer“, winkte sie mit ihrer Hand ab, wobei ich ihr weniges Zweifeln schon ziemlich dreist fand.

„Zu gütig, dass du bei mir nicht zweifelst!“, ätzte ich daher auch, über meine Wut schaffte sie es doch tatsächlich, mich schelmisch anzuzwinkern.

„Naja, soll ich zweifeln?“, erkundigte sie sich forsch und da ich sie noch immer an den Schultern hielt, stand sie mir sehr nahe und das nützte sie aus, um mir wenig subtil in den Schritt zu fassen, daraufhin gruben sich meine Finger fester in ihr Fleisch.

„Willst du spielen?“, raunte ich sehr tief und als sie nur sachte das Haupt schüttelte, packte sie zu keiner Sekunde zu kräftig zu, sodass ich mich ruckartig von ihr löste und von ihr zurücktrat. „Ja, Radu ist schon etwas eigenwillig, aber das sind sie alle... das ist eine sehr spezielle magische Rasse, durch ihr langes Existieren probieren sie alles aus und ich weiß nicht wieso, aber auf mein Blut waren sie schon immer alle ziemlich scharf, aber ich hätte ihn nie trinken lassen, unterschätz das nicht“, erklärte ich ihr entschlossen die Gegebenheiten und unterstrich dies auch mit einer zusätzlichen Geste, da ich es sehr ernst meinte.

„Oh, Severus“, funkelte es in ihren Augen unheilverkündenden auf, „du schaffest es immer, mich zu überraschen, du nützt all deine sich dir bietenden Möglichkeiten… dann ist es ein Spielchen zwischen euch?“, sprach sie zwar laut, aber es klang, als würde sie es mehr zu sich als zu mir äußern, kurz bevor sie mich fest ins Visier nahm und wieder auf mich zutrat, sodass ich erneut meine Hände auf ihre Schultern legte.

„Nütze es aus, solange er auf dich steht“, riet sie mir keck und kurz gruben sich meine Finger ganz hart in ihr Fleisch und sie verzog minimal die Mundwinkel.

„Du bist unglaublich“, raunte ich erregt. Sie kalkulierte ähnlich skrupellos wie ich. Welche Frau riet ihrem Liebhaber zu dieser durchtriebenen Tat?

Das schaffte nur das Biest!

„Bemühe mich täglich um unglaubliche Einzigartigkeit... aber schön, dass du es zu schätzen weißt und nun komm und mach dort weiter, wo wir vorhin aufgehört haben“, forderte sie lasziv mit rauer Stimme.

Sie leckte sich auffordernd über die Lippen und ich ließ mich nicht zweimal bitten, hob sie entschlossen hoch und brachte sie durchaus willig in unser Bett.

Nachdem ich mein vorhergehendes Vergehen, einfach abzuhauen, an ihr ausführlich wiedergutgemacht hatte, lag ich neben der zufriedenen und befriedigten Hermione, die tief und fest schlief, während ich nicht den Segen des Schlafes fand.

Denn es beschäftigte mich doch minimal, was mir Radu anvertraut hatte. Waren sich diese beiden Rassen, die der SoulGatherer und die der Vampire, nun wohlgesonnen, oder nicht?

War es nur auf dem Unwissen beruhend was sie war, oder nicht?

Radu schien sie so oder so nicht zu mögen, das könnte aber auch sein, weil sie eindeutig klar gemacht hatte, dass ich zu ihr gehörte, da war er eigen und deshalb konnte ich seine Aussage nicht vollständig ernst nehmen.

Denn die Entscheidung der Vampire für Britannien traf Sanguini und sonst niemand. Schließlich blickte ich mit einem kleinen, aber feinen Lächeln auf das in meinen Armen schlafende Biest, welches eben auch nie eifersüchtig war!

Sie passte wirklich erschreckend gut in die Familie Malfoy.

Severus Sicht Ende

Dracos Sicht

„Na, wen haben wir denn da?“, „Ohhh, was für ein netter Anblick in all diesem Müll“, „Wenn das nicht unser Hochverehrtester ist!“, wechselten sie sich gewohnt schwachsinnig ab.

„Seid leise!“, murrte ich düster und starrte in mein Glas, als ich zu meiner Verwunderung bemerkte, dass sie nicht nur zu zweit waren.

„Was machst du hier ganz allein in dieser Kneipe?“, fragte George jetzt eher sorgenvoll klingend nach.

„Meine Ruhe suchen?“, grollte ich. Nach dem Besuch von Severus und Hermione im Manor war meine Laune grottig schlecht. „Aber sehe ich richtig, dass du der bist, der ich denke, dass du es bist?“

„Na, die wirst du hier aber nicht finden!“, „Ruhe? Hier? Bitte, wovon träumst du nachts?“, echoten die Twins ungläubig.

„Malfoy, du bist unerträglich in deiner blasierten Art!“, entlockte mir der Begleiter der Twins nur ein Schnauben.

„Und warum sollte ich hier nicht meine Ruhe finden? Bisher hat mich jeder hier alleine gelassen“, ätzte ich genervt. „Und ich bin, wie ich bin!“, murrte ich zu dem Unsäglichen zurück. „Was hat er hier überhaupt zu suchen?“, deutete ich anklagend auf den Vermummten, der meine Laune noch tiefer schickte.

„Na, du bist doch ein viel zu süßes Schnuckelchen, um alleine gelassen zu werden!“ „Und wer braucht Ruhe?“, „Wer will Ruhe, wenn er unsere Gesellschaft haben kann?“, „Jetzt ist nichts mit Ruhe, weil wir jetzt da sind!“, raunten Fred und George abwechselnd, dabei schienen sie durchwegs mit sich zufrieden zu sein. Fred ließ sich nieder und sein verwandeltes Gesicht grinste selbstgefällig, während sie etwas zum Trinken bestellten.

„Jetzt sprich, warum schaust du so missgelaunt?“, fragte George.

„Ja, was ist passiert? Du wirkst geknickt“, schob Fred hinterher und ich verzog die Mundwinkel.

„Ihr könnt nicht mal im Ansatz mein Gesicht sehen“, murmelte ich zurück und zupfte zur Sicherheit noch mal an der Kapuze, die mir tief ins Antlitz hing.

„Mhm… okay, aber ich weiß, wie muffig du gerade schaust, das hab ich im Gespür!“, „Joooo, augenblicklich bist du echt kein Geheimnis!“, kommentierten sie und ich rollte über die Red Devils mit den Augen, die konnten aber auch nerven.

„Wo sie recht haben, Malfoy, deine prächtige Stimmung schwappt auch bis zu mir, sodass auch ich mir sicher bin, dass du ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter machst!“, gab der dritte von sich.

„Ach, halt doch du deinen Mund. Was hast du überhaupt hier zu suchen? Das ist selten dämlich, nicht dass du jemals etwas anderes als was selten Dämliches tun würdest!“, giftete ich wieder, woraufhin der Junge unter der Mütze diese ein wenig zurückschob, so offenbarte sich ein ebenfalls völlig anderes Antlitz, genauso wie bei den Twins und er grinste dabei frech.

„Sagt keiner, dass ich die größte Leuchte am Horizont bin, aber was ich hier tue? Mir die Zeit vertreiben, vor allem ist hier soooo wunderbare Gesellschaft, ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen!“, säuselte er unerträglich in ungewohntem Sarkasmus.

„Sehr witzig!“, spuckte ich verächtlich aus und hätte Potter am liebsten gewürgt. „Aber ernsthaft, ich weiß, warum ich hier bin!“

„Warum?“, fragte Fred sofort, wie aus dem Zauberstab geschossen, nach.

„Weil ich gerade bei meinen Leuten war, ich kann mich nicht immer drücken!“, gestand ich schweren Herzens und nach der Höhle brauchte ich meist etwas Abstand und es hatte mich aus unerfindlichen Gründen hierher getrieben.

„Na, Prost, und darauf brauchst du einen Drink?“, murmelte Potter wenig begeistert und ich nickte nur, während er sein nerviges Haupt schief legte und mich ernst aus braunen Augen musterte.

„Aber das ist nicht alles, oder?“, fragte er viel zu vertraulich und ich fletschte die Zähne, aber als ich registrierte, dass die Twins ansetzen wollten, etwas zu sagen, war ich schneller:

„Ja… mich nervt, dass ich SIE jetzt schon seit einer Woche nicht gesehen habe und dann, als sie mit ihm gestern ins Manor kam, war es…“ Ich stockte kurz, „ach… da waren keine Worte möglich“, murmelte ich düster und ich durfte ein mitleidiges, nachsichtiges Lächeln von Potter erleben, am liebsten hätte ich ihm eine geklebt. „Es war seltsam.“

„Komm, bald sind die Ferien vorbei, dann seid ihr wieder in der Schule!“, „Eben, die paar Wochen hältst du noch durch“, „Und ehrlich, besser Snape als dein Vater!“, mischten sich die Teufel abwechselnd ein.

„Oh Mann, wie das werden wird… unter IHM!“, stöhnte ich leise und überging die Erwähnung meines Vaters, sondern erinnerte mich an das Gespräch, was wir im Manor gehabt hatten, bezüglich des Sex im Direktorenbüro, und schüttelte mich.

„Warum… was soll Snape denn machen?“, kam es flott von Fred, während Potter inbrünstig stöhnte.

„Es wird nicht mehr sein wie früher… leider…“, meinte Potter entrückt und ich stimmte ihm zu, nicht dass ich Severus nicht mochte, aber seine disziplinierte Art und Weise alles zu handhaben konnte man mit der chaotischen Freundlichkeit Dumbledores nicht vergleichen.

„Trauerst du dem Alten nach?“, echote ein Twin ungläubig.

„Nein, auf keinen Fall, das kann man nicht sagen… aber, aber… Snape, er ist brutal“, gab Potter zu bedenken.

„Ja, Snape ist was ganz Eigenes!“, „Was ganz Besonderes!“, „So finster und so dunkel!“, „Rrrrrrr… George, halt mich, da bekomme ich Gänsehaut!“, „Düster, er ist düster und er ist unser Retter, boah der Mann versteht es, dass es einem durch und durch geht.“

„Ihr seid solche Spinner!“, schüttelte selbst Potter betrübt das Haupt wegen derart viel Schwachsinn. „Vater habt ihr zum Sahneschnittchen ernannt und Severus zu was? Dem finsteren Rächer? Ups, nein dem düsteren Retter… Was bin dann ich?“

„Fordere sie nicht raus, Malfoy, sonst sagen sie, dass du ein geiles Frettchen bist… oder so was“, witzelte Potter auf meine Kosten.

„Boah, das ist eine Anmaßung, Mr.-ich-bin-vom-Markt“, „Wobei Draco wahrlich nicht vom Bett zu stoßen ist… bist immer herzlich eingeladen.“

„Er hat recht, ihr seid Spinner vor dem Magier, aber es wird nie mehr so sein wie früher, sondern ein raues Regiment wird Einzug halten… ich sehe es kommen!“, prophezeite ich geringfügig begeistert und überging ihre Spinnereien.

„Ja, mit Snape ist nicht gut Butterbier trinken“, „Er kann ein Tyrann sein“, „Aber er hat was in seiner Düsternis!“, rollte ich mit den Augen und Potter tat es mir nach. Die beiden waren schlimm, sehr schlimm.

„Aber Hogwarts wird es unter ihm besser haben als unter jedem anderen!“, kam es dann unerwartet vehement von Potter und das überraschte mich dann doch kurz. Ich musste ihm stumm recht geben, kein anderer DeathEater würde die Schüler besser schützen können als er.

„Moment!“, hauchte ich da plötzlich überrumpelt und blinzelte. Ich hob die Hand, um die drei zu unterbrechen, denn ich dachte, ich sah gerade nicht recht. „Ist das da euer Bruder? Der mit den Drachen?“, wollte ich perplex erfahren. Meiner bescheidenen Ansicht nach gab es eindeutig zu viele Rotschöpfe als dass man sie leicht auseinanderhalten könnte.

„Joooo, du hast einen Adlerblick!“, grinste Fred dümmlich. „Ist er nicht eine Augenweide?“, „So maskulin und männlich!“, gackerten die beiden wie die schlimmsten Hühner und nippten feuchtfröhlich an ihrem Drink.

„Wer ist das da neben ihm?“, meinte ich vorsichtig und die Twins reckten wie auf Kommando ihre Hälse.

„Ohhh, sooo blass wie der ist, schätze ich, dass es ein Vampir ist!“, meinte George recht lässig und ja, der Typ neben dem Roten war eindeutig mit Blutarmut gesegnet.

„Stimmt, jetzt fällt es mir ein, er macht das ja für den Orden!“, erinnerte ich mich verspätet, worauf ich gehässig grinste. „Der Typ hängt aber gefährlich nah am Hals eures Bruders!“

„Johhh, aber Charlie wirkt recht relaxt!“, zierte Freds Miene keine Sekunde lang Sorge. Er wirkte viel eher gefesselt von dem Anblick. „Uhhhh, ich hätte gesagt unser Brüderchen steht auf Gefahr!“, zwinkerte er übermütig zu seinem sonstigen Ebenbild.

„Tja, dort Drachen, da ein paar Vampire… er mag es eindeutig riskant!“, kommentierte Potter recht trocken und ich gab ihm recht, der junge Mann schien es gerne spannend und unkalkulierbar zu mögen.

„Wem´s gefällt!“, zuckte ich mehr als irritiert mit den Schultern. „Moment, halt… was hat das Strähnchen bei denen zu suchen?“, hisste ich dann doch misstrauisch auf, da Hermiones Mann um die Ecke kam und auf das Paar zuhielt.

Ich konnte kaum glauben, was ich beobachtete, dass Scabior sich gerade wirklich zu diesen beiden setzte, dabei funkelte er den Vampir relativ angriffslustig an, woraufhin sich dieser wiederum etwas vom Halse des Weasleys zurückzog.

Was sollte das? Woher kannte Scabior diesen rothaarigen Bruder überhaupt?

Oder war er wegen dem Vampir da? Aber das wäre nicht gut, nur Severus verhandelte mit diesen magischen Wesen, jedwede Störung konnte dramatische und weitreichende Folgen haben.

Das wäre dreist!

Als ich zu meinem Misstrauen aus den Augenwinkeln bemerkte, wie die Twins unscheinbar zu wirken versuchten und ich wusste nicht, wie ich es sagen sollte, aber das machte sie umso verdächtiger in meinen zweifelnden Augen.

„Was wisst ihr, was ich nicht weiß?“, fragte ich daher lauernd und Fred machte große, unschuldige Augen, deutete empört mit einem Finger auf sich selbst, während George versuchte, völlig unbeteiligt auszusehen, aber das alles ging reichlich schief.

Selbst Potter hatte einen sehr wachsamen Gesichtsausdruck aufgesetzt und ließ die Teufelsbrut keine Sekunde aus den Augen.

„Lasst es, es lässt euch nur noch schuldiger aussehen!“, befahl ich barsch. „Also, raus mit der Sprache, was geht da ab?“, forderte ich, dabei wanden sie sich unter unseren harten Blicken.

„Mann, Draco… bleib mal ruhig!“, „Das ist, naja… delikat!“, „Und eben, das hat nichts mit dem Krieg zu tun“, ratterten sie ertappt herunter und ich kniff die Augen zusammen.

„Alles hat mit dem Krieg zu tun“, meinte ich daher hart und kompromisslos.

„Das stimmt und so leid es mir tut, aber Red Devils… alles hat damit zu tun! Und sorry, ein Vampir, ein Ordensmitglied und einer der fröhlich bei den DeathEatern mitmischt… das ist verdächtig und vielleicht auch gefährlich!“, warf Potter sehr richtig zusammenfassend ein.

Potter sprang mir ungebeten und sehr unerwartet bei, aber er erreichte, dass sich die Twins mehr als schuldige Blicke schenkten, während ich sie derart fest ins Visier nahm, dass sie regelrecht klein wurden, auch wenn sie meine Augen gar nicht sahen, da sie nicht hochblickten.

„Okay, okay… ihr habt ja…“, fing plötzlich einer an stockend zu reden, als der andere ihm die Hand vor den Mund schlug.

„Stopp, George, das ist nicht dein Ernst! Wir haben versprochen, nichts zu sagen!“, erregte sich Fred darüber, dass sein Bruder auspacken wollte.

„Ich weiß das wohl, aber ER hat nicht so unrecht, es ist wichtig!“, wandte George, als der Besonnenere der beiden, entschieden ein.

„Aber du hintergehst damit Charlie“, begehrte Fred weinerlich auf, worauf sein Twin traurig das veränderte Haupt schüttelte.

„Aber anders als Charlie denkt, denn es hat nichts damit zu tun, was seine Privatsphäre betrifft!“, wägte George ab, woraufhin ihn Fred betreten anblinzelte.

„Bitte? Wenn das nicht privat ist, was dann?“, „Fred, er ist selbst schuld, wenn er sich solche Bekanntschaften sucht“, „Trotz allem hintergehst du sein Vertrauen“, „Ich muss abwägen“, hielten sie sich gegenseitig vor und sowohl Potter als auch ich lehnten uns vor Anspannung zurück und warteten, wie das enden würde.

„Du lässt dich nicht abhalten, dann nimm aber meinen Protest zur Kenntnis!“, zeigte sich Fred affektiert und er verschränkte die Arme hochtrabend vor der Brust.

„Natürlich, mein Schatz!“, säuselte der gesetztere Twin milde lächelnd, bevor er sich mir ernst zuwandte.

„Du… ihr werdet schweigen, oder?“, fragte er zwar mich direkt, warf aber auch Potter einen langen Blick zu, bis dieser in einer aufgebenden Geste die Hände hob und ich zustimmend nickte.

„Natürlich!“, meinte ich daraufhin ernst, da es den Red Devils viel zu bedeuten schien und wenn ihnen etwas wichtig war, war ich bereit, darauf Rücksicht zu nehmen.

„Also, naja weißt du…“, druckste nun George ungewohnt unelegant herum, bis er sich ein Herz fasste und sich straffte. „Charlie hat was mit Scabior am Laufen!“, schlugen seine Worte für Potter und mich wie eine Bombe ein.

„WAS?“, keuchte ich atemlos.

Sofort huschten unsere Augen zurück zu den ungleichen drei Typen an dem Tisch und lagen wie gebannt auf ihnen.

„Wow!“, hauchte Potter ergriffen und selbst ich blinzelte mehrfach, während ich jede Geste, jede Haltung und jede noch so kleine Bewegung genau registrierte.

„Nicht so auffällig“, „Ja, haltet euch zurück!“, beschwerten sich die Twins eilig, aber das war leichter gesagt als getan. Die Familie Weasley war anscheinend immer wieder für einen Heuler gut.

„Das Strähnchen?“, presste ich schlussendlich raus. „Er ist schwul? Das hätte ich ja nicht gedacht“, murmelte ich, denn ich hatte ihn schon zu oft mit Frauen erlebt, wie er mit ihnen seinen Spaß hatte, auch im Gewölbe mit den anderen. „Seid ihr euch ganz sicher?“

„Na, ob das Strähnchen nur auf Männer steht?“, resümierte George selbst zweifelnd und runzelte die Stirn. „Das weiß ich nicht!“

„Neeee Gred…. Er wirkt nicht so… das bezweifele ich sehr“, kam nun der recht involvierte Fred daher, der sich nah zu mir beugte. „Also bei Scabior bin ich mir absolut nicht sicher, wie er gepolt ist… ABER bei Charlie bin ich mir sicher, der steht nur auf Männer!“, offenbarte Fred nun ebenfalls sein großes Wissen und Potter wirkte wahrlich erschüttert, aber mir ging es ähnlich.

Scabior ging mit einem Mann ins Bett, das war unerwartet, ob das Greyback wusste? Ob das Hermione wusste?

„Eure arme Mum!“, flüsterte Potter aufrichtig betroffen und brachte mich damit fast zum Loslachen, da die Twins reichlich betreten dreinsahen. „Das hätte ich echt nicht erwartet… Charlie.“

„Na bravo, dass ihr nicht die einzigen in eurer Familie seid, die am anderen Ufer siedeln!“, fasste ich mir ein Herz und lenkte ab, indem ich eine erneute Runde bestellte, jeder braucht nach der Offenbarung eine Stärkung.

„Ich hab gewusst, dass du dich für uns freust, danke Mann“, „Bedeutet mir viel!“, „Ich bin gerührt!“, „Ja, tut echt gut, das von dir zu hören!“, meinten die beiden weinerlich und ich grinste wohlverborgen, während Potter noch mit seinem Schock kämpfte.

Nachdem alle einen tiefen Schluck getrunken hatten, lagen meine Augen noch immer auf den dreien und ich schüttelte sachte das Haupt.

„Aber ich sehe durchaus Konfliktpotential! Deshalb, Fred, bin ich froh, dass sich George durchgesetzt hat, das ist nicht nur privat… es ist gefährlich!“, lag mein tadelndes Augenmerk auf Fred, weil er die Umstände derart persönlich nahm und nicht bereit war, sie aus der pragmatischen Sichtweise zu betrachten.

„Warum?“, wagte George zu fragen.

„Weil nur Severus mit den Vampiren spricht, jetzt sitzt aber Scabior gerade fröhlich dort mit am Tisch und das noch mit dem Abgesandten des Ordens… wird etwas wirr und Vampire, die sind ganz eigen“, sprach ich aus der Erfahrung mit den Veela, die ich auch als durchwegs schwierig beschreiben und bezeichnen würde.

„Ich verstehe, was Malfoy sagen will!“, murmelte der zutiefst nachdenkliche Potter. Niemand konnte behaupten, dass die erlebten Dramen spurlos an uns vorübergegangen waren.

„Na und, was wollt ihr?“, „Oder besser, was erwartet ihr?“, „Ja, was sollen wir tun?“, „Hinstürmen und Strähnchen wegziehen?“, fragten die Twins abwechselnd.

„Nein, das wäre ja noch auffälliger, behaltet das im Auge… in zweifacher Hinsicht, … passt auf euren Bruder auf… denn ja, ich weiß ja nicht, aber ich würde mich schon bedanken, wenn mich dieser Typ auch nur mit der Kneifzange anfassen würde!“, sprach ich meine zutiefste Verachtung darüber aus, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie jemand Scabior auf diese Weise mögen könnte.

Aber wer war ich schon? Ich verstand noch nicht mal ansatzweise Hermione, die sich mit diesem schleimigen Aufsteiger aufrichtig gut verstand.

„Ja, wir Weasleys haben halt einen ganz eigenen Geschmack!“, „Genau und Charlie hat eine ganz einzigartige… äh… Orientierung“, „Jupp!“, „Exquisit“, „Erlesen.“

„Nicht euer Ernst?“, flüsterte Potter betroffen und die Red Devils sahen sich plötzlich tief und unglücklich in die Augen, bevor sie tragisch berührt ihre veränderten Häupter schüttelten.

„Okay, ist ja schon gut, ihr habt leider recht“, „Ein besonders glückliches Händchen scheint er echt nicht zu haben!“, „Vielleicht kein Wunder, dass er noch keine feste Beziehung hat, oder so!“, „Ja, bei den Verwirrungen!“, „Irrungen und Wirrungen!“

„Naja, vielleicht ist er ja gut im Bett?“, wagte ich frech einzuwerfen, dafür erntete ich drei sichtlich betretene Gesichter. „Was?“

„Vorübergehende Geschmacksverirrung!“, räumte Potter hoffnungsvoll ein und es legte sich eine bleierne Stille über uns, bis ich es nicht mehr aushielt, den komischen Tisch zu beobachten, sodass ich die nächstbeste Frage stellte, die mir einfiel:

„Wie geht es eurer Familie nach dem Angriff bei der Hochzeit?“

„Gut!“, „Jaaaa, haben alle gut weggesteckt!“, „Schließlich konnten sich ja alle in Sicherheit bringen, aber dafür mault Mum die ganze Zeit rum, dass der Orden ein lascher Haufen ist und sie will, dass Dad den Fidelius auf den Fuchsbau wirft!“, erklärten die Twins abwechselnd.

„Nicht etwas spät, die Einsicht?“, fragte ich dezent.

„Jupp, meiner Ansicht nach schon! Ich weiß ja nicht, was sie sich jetzt noch davon verspricht!“, murrte Fred.

„Ob es noch wirklich sinnvoll ist? Schließlich wissen die DeathEater nun, dass der Fuchsbau hinterm Wieselkopf liegt!“, „Aber Mum lässt sich davon nicht abbringen, sie will den Zauber und meint, dann können die Angreifer davor stehen und ihn nicht sehen! Das wäre auch schon etwas und besser als nichts… sie will ihr Heim nicht verlieren… aber dass es damit für immer sicher ist, bezweifele ich sehr!“

„Besser als nichts… sie sollten sich beeilen!“, warf Potter sorgend ein und die Twins nickten zustimmend.

„Das war vielleicht ein Gekeife im Orden, seid froh, dass ihr da nicht dabei wart!“, kicherte Fred böse. „Sie hat vielleicht geschimpft und getobt. Dad ist fast unter den Küchentisch verschwunden! Aber Ron war da und hat sie alle umgehauen!“

„Ja, unser kleiner Bruder war der Hammer!“, warf George frenetisch ein.

„Was hat er getan?“, fragte Potter mit glänzenden Augen.

„Hihihi… das war urkomisch!“, „Das war episch, Ron wächst über sich hinaus!“, zeigten sich die Twins gerührt, sodass selbst ich gespannt war, was er hier getan hatte. „Er hat ihnen todernst und trocken vorgeworfen, dass sie keinen Fidelius über den Fuchsbau geworfen haben.“

„Nein, zu geile Vorstellung“, brüllte Potter amüsiert auf, dabei schütteten sich die Twins ebenfalls in ihrer Bosheit aus.

„Doch, glaub uns, das war erinnerungswürdig““, lobte Fred, während George weitererzählen wollte.

„Es war beeindruckend, wie sich Ronilein gemacht hat“, nickten sie beide. „Mum ist fast vor Stolz vergangen, aber sie hat auch gefährlich gegen den Orden gewütet… war nicht schön.“

„Eure Mum versteht es, Angst und Schrecken zu verbreiten!“, zeigte Potter ein fieses Grinsen.

„Tja, die Hochzeit wurde ja auch absonderlich gesprengt!“, grinste ich schwelgend in Erinnerungen, wie ich zum ersten Mal meine VenTes in Aktion hatte beobachten können.

„Mit Moody wäre das nicht passiert!“, warf George wehmütig ein und strich sich über sein fehlendes Ohr, das von seinem langen mausbraunen Haar verdeckt wurde, als Potter noch ruhiger wurde.

„Apropos Hochzeit, endlich ist es soweit!“, lagen aller Augen auf dem nun etwas errötenden Potter.

Dracos Sicht Ende

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