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 Kapitel 467-468

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 467-468   Di Jun 24, 2014 9:40 pm

467. Kapitel The Big Fairytale Day


Hermiones Sicht

Heute war der große Tag von Harry und Daphne.

Severus und ich hatten Prince House verlassen, unsere gemeinsame Zeit war zu Ende!

Aber es stand fest, wir würden immer mal wieder dorthin zurückkehren, um die Zweisamkeit zu genießen. Es war nicht so mein Zuhause wie Malfoy Manor, auch für Severus nicht, es war eher ein Rückzugsort, an den man fliehen konnte, wenn einem alles zu viel wurde, oder wir einfach Zeit für uns brauchten.

Es erinnerte mich wirklich sehr an Syon. Ich schmunzelte darüber, wie sehr diese beiden Männer einander doch hierin ähnelten! Beide schufen sich ein Refugium fern ab von allem, um sich ab und an dort vor der Realität zu verstecken.

Doch hatte ich auch bemerkt, wie zufrieden Severus gewesen war, als er wieder in seine Räume im Manor zurückgekehrt war. Er hatte es aufrichtig vermisst, Lucius auf die Nerven zu gehen, oder besser ausgedrückt, ihm war es anscheinend regelrecht abgegangen, wie Lucius ihm auf die zarten Nerven ging.

Das war jedoch egal, es war der Ausgleich, der das rechte Maß war und hier sprudelte ein Lachen aus meiner Kehle, während ich in meinem Ankleidezimmer stand, denn einerlei was alle sagten, die Tage hatten mir gutgetan. Aber ganz ehrlich, die Einzige, die wohl nie ganz zur Ruhe kommen würde war ich. Dort Draco und Irland, hier Lucius und Syon, dann jetzt noch Severus und Prince House und schließlich Harry und das Cottage und nicht zu vergessen der Lord im Dark Manor, denn den verdrängte ich vehement, genauso wie die Höhlen und meine Truppe.

Wer sagte, dass das Leben einfach war? Eben! Aber anders als noch vor ein paar Wochen fühlte ich mich diesen Anforderungen mehr als nur gewachsen. Ich sprühte nur so vor Tatendrang.

Heute war der 18.08. und das Tragische war, ich hatte nicht wirklich große Lust, aber es musste sein und nach einem entspannten Frühstück sowie einem langen, noch entspannenderen Bad ging es auf die Mittagszeit zu und ich musste mich zurechtmachen. Heute Vormittag hatten mir die Twins ein Kleid zugesandt, in das ich mich nun gerade kleidete.

Es war ein im Mermaid-Stil gehaltenes Kleid, knielang mit einem gerafften Oberteil in einer graugrünen Farbe, die mir schmeichelte und anbei lag ein Schreiben, in dem stand, dass Astoria dasselbe tragen würde, nur in lang. Sollte mir auch recht sein, dachte ich noch, derweil ich meine wieder längeren Haare locker hochsteckte, sodass einige Strähnen heraus fielen.

http://www.brautkleiderverkaufen.de/4477-large/seidig-mermaid-stil-u-ausschnitt-knielang-geraffte-oberteil-grau-abendkleid-jabp0015.jpg

So besah ich mich in meinen passenden Pumps und gefiel mir, deshalb strich ich mir über die weich fallenden, seidigen Seitennähte, bevor ich in meinen Salon schritt und von meinem Kaffee nippte. Als es klopfte, wurde die Tür geöffnet, bevor ich auch nur einen Ton von mir gegen konnte.

„Morgen Liebling… wow, du siehst hinreißend aus!“, strahlte mir der nicht weniger edel gekleidete Draco entgegen, der mich mit heißhungrigen Blicken aufaß. Er trug einen Zaubererfrack, sehr sommerlich gehalten, aber in dunklen Tönen, außerdem einen Umhang. Alles in Allem war sein Outfit sehr klassisch gehalten, weswegen es sicher nicht die Twins ausgesucht hatten.

„Dir auch einen schönen Morgen! Du überraschst mich, derart gut gelaunt, obwohl du heute ins Cottage musst?“, zog ich ihn niederträchtig auf, während ich mit wiegenden Hüften auf ihn zuhielt.

Heute war alles viel leichter als bei unserer kurzen Visite hier. Damals hatte eine sonderbare Stimmung geherrscht, die heute nicht in der Luft lag, eher freute ich mich wirklich, Draco zu sehen, vor allem als er nun meine Schultern festhielt und mir einen sachten Kuss auf die Stirn gab.

„Na weißt du, ich vertraue darauf, dass die Twins wissen was sie tun und wenn die zwei eines können, dann ist es feiern! Das wird mit Sicherheit was ganz anderes als die Hochzeit in Irland!“, schmunzelte er an meiner Stirn, während ich mich an ihn schmiegte und leise seufzte. Es war so viel leichter, wenn uns Severus oder Lucius nicht beobachteten.

„Dein Wort in der Götter Ohren!“, entgegnete ich daraufhin, denn meine Sorge vor einer theatralischen Hochzeit nahm immer mehr Formen an.

„Ja, du wirktest damals leicht leidend!“, lachte Draco gehässig laut auf, indes er mich ein wenig von sich wegdrückte, damit er mich wieder genau ansehen konnte, dabei loderte so etwas wie Leidenschaft in seinem grauen Blick auf.

„Na, fandest du es nicht auch ein wenig… tja… viel… zu viel?“, fuchtelte ich mit meinen Händen vor seinem Gesicht rum, um meine Emotionen zu umschreiben.

„Romantik? Friede-Freude-Eierkuchen?“

„Genau, das Gesäusel war kaum zu ertragen“, wimmerte ich fast, aufgrund der Angst, die mich befiel, wenn ich an heute dachte.

„Ich darf dich daran erinnern, dass du die Zeremonie geplant hast!“, meinte Draco noch immer amüsiert, woraufhin er nun weiter in den Salon trat.

„Ja, natürlich, aber alles darum herum… ich hab nicht mal einen Schimmer, was heute passieren wird! Oder dieses Kleid, das kam heute Morgen, das haben alles die anderen geplant!“, erklärte ich, während er mir wieder eine taxierende, sehr schelmische Musterung zuteilwerden ließ.

„Tja, da bin ich schon einen Schritt weiter“, erklärte Draco und griff sich eine der Trauben, die in einem Obstkorb angerichtet waren und warf sie sich spielend leicht in den Mund.

„Wie das?“, fragte ich perplex.

„Ich habe gestern Potter und unsere Unruhestifter in der Knockturn Alley getroffen!“, gab er bereitwillig Auskunft.

„Ohhh, warum hat Harry in letzter Zeit solche Flöhe im Hintern?“, brauste ich fragend auf, als ich das hörte, woraufhin Draco nur die Schultern hochzog.

„Du bist süß… mein schönstes Mudblood!“, trat er nun wieder nah an mich heran und zog mich zu einem langen Kuss zu sich. Als wir uns atemlos lösten grinste er verführerisch. „Schön, dass du wieder da bist… bei mir!“

„Ich freu mich auch… und Severus ist auch glücklich darüber, wieder hier zu sein“, war es mir ein Bedürfnis, Severus anzusprechen, warum auch immer, eine Tatsache, die Dracos Mundwinkel etwas entgleiten ließ.

„Was? Du träumst, er ist mit einer Leidensbittermiene vorhin in seinem Labor verschwunden, nachdem Vater ihn mal wieder malträtiert hat!“, war Dracos doch süffisante Erwiderung.

„Eben, ich sag es doch… er hat es vermisst!“, meinte ich lachend und erlebte Dracos ungläubige Miene.

„Und nun, mein Lieber, müssen wir uns schon wieder trennen“, schmiegte ich mich wieder begehrlich in seine Arme.

„Warum?“, fragte er irritiert.

„Weil ich zwei wichtige Personen abholen werde und du gehst schon vor“, bot ich nachsichtig lächelnd an.

„Natürlich, ich vergaß, verzeih“, erinnerte er sich wieder und strich sich über die hohe Stirn.

„Macht doch gar nichts. Ich denke nur, dass Rangok es nicht zu schätzen wüsste, wenn ich nicht alleine auftauchen würde!“ So griff ich zu einem farblich passenden Pashmina, damit ich nicht gar so auffällig in der Muggelwelt unterwegs sein würde und schwebte zusammen mit Draco die Treppen des Manors hinunter.

„Wie gut, dass Vater schon in sein Büro musste!“, kam es plötzlich von Draco und ich lachte perlend auf.

„Tja, Glück muss der Mensch haben. Er hätte bestimmt gefragt, warum wir heute so schick sind… hat Lucius eigentlich noch was gesagt?“, wollte ich betont uninteressiert erfahren.

„Nichts Besonderes, eigentlich jammert er noch immer wegen der gefleckten Pfauen rum!“, zeigte sich auch Draco von seiner gewohnt bösartigen Seite und genoss, dass sich sein Vater in seinem Selbstmitleid suhlte.

„Fang du nicht auch an, Draco! Gescheckt!“, wies ich ihn eindringlich zurecht, woraufhin er laut auflachte und dabei sein Haupt schüttelte.

„Das ist nicht komisch… vor allem, sag ihm das nie, aber ich hatte darauf gehofft, dass sie sich vermischen. Ich fand diese Art der Farbgebung einfach himmlisch ausgefallen!“, bekannte ich leise, denn ehrlich, dieses Violett mit dem Weiß, das hatte einfach etwas sehr Eigenes und Schönes.

„Sieht Vater irgendwie anders!“, kicherte er noch immer gemein und ich schaute ihn sparsam an, bevor ich Sprang und in der Gasse ankam, in die mich damals auch Severus und Lucius verfolgt hatten, nachdem ich aus dem Manor ausgebrochen war.

Somit schaute ich mich um. Die Gasse war noch genauso dreckig wie früher. Ich zog den Stoff des Schals enger um meine Schultern und eilte dem Friedhof entgegen, auf dem meine Eltern lagen. Als ich durch das schmiedeeiserne Tor ging, fühlte ich regelrecht Magie über mich gleiten und blickte mich aufmerksam um.

Kurz flimmerte es vor meinen Augen und erst dann erlaubte es mir die Magie, die zwei Personen auszumachen, die schon auf mich warteten.

„Rangok!“, begrüßte ich den kleinen Kobold, der in einer schicken Uniform vor mir stand und sehr zackig wirkte, ehrerbietig.

In dieser Zeit versuchte ich, den in ein schlichtes, braunes Gewand gekleideten Mann daneben erst mal nicht groß zu beachten, da er mir noch nicht vorgestellt worden war.

„Wie immer ein Vergnügen… Miss…“, überlegte sich Rangok es doch noch anders und sprach nicht aus, wer ich war, bevor er neben sich deutete und ich auch hier mein Haupt tief neigte. „Darf ich vorstellen, der Druide Adair aus dem Coven der Malahide.“

„Es ist mir eine Freude“, fehlten mir die Worte und er trat auf mich zu, mit gestreckter Hand und ergriff meine Finger vorsichtig, wie um mich einzuschätzen.

„Adair reicht völlig!“, kam mir der Druide entgegen.

Er war groß gewachsen, schlank und trug eine helle, graue Kutte, die mit grünen, keltischen Zeichen, die wie eine Borte am Rand der Kapuze und hinab über die Brust liefen, bestickt war. Außerdem trug er ein langes Lederband mit einem keltischen Kreuz aus Bronze sowie eine dicke, geflochtene, lederne Schnur als Gürtel. Seine Kapuze schlug er kurzentschlossen zurück, als er nun entschieden weiter auf mich zutrat.

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„Hermione!“, blickte ich einem eigentlich noch recht jungen Mann ins Antlitz, etwas älter als Lucius, mit hellbraunem Haar und Vollbart gesegnet war er leicht angegraut. Vielleicht um die 50 Jahre schätzte ich ihn ein, aber es war schwer zu sagen.

Doch auf jeden Fall war er nicht mal ansatzweise so alt wie Albus oder Gellert, ganz anders als man sich eben einen Druiden vorstellte.

„Ich freue mich, dass Sie sich entscheiden konnten, diese Trauung vorzunehmen!“

„Oh, nun, mein Coven ist sehr speziell, wir trauen alle magische Wesen und Geschöpfe, dafür verstehen wir uns mit dem Ministerium nicht allzu gut… obgleich der magische Bund durch uns erst rechte Gültigkeit erlangt… dieses Ministerium… mit ihren aufgeweichten Trauformeln!“, ereiferte sich der Druide und ich erinnerte mich fast schmerzlich an das Buch in Lucius‘ Bibliothek, das diese frauenverachtenden Eide enthielt und verbot mir ein mitleidiges Seufzen.

„Natürlich, das Ministerium ist ein Trauerspiel ohne gleichen, aber wie auch immer, Sie werden erwartet… dürfte ich nun um… naja, die Sache bitten?“, wollte ich den Blutstropfen nicht laut in den Mund nehmen, unterbrach aber den Druiden, woraufhin gelebter Widerwille über beide Gesichtszüge von Rangok und Adair zuckte, während ich ihnen zwei präparierte Münzen als Portschlüssel hinhielt, die durch ihr Blut aktiviert werden würden.

„Ich weiß ihr Verständnis mehr als zu schätzen!“, setzte ich an und da fasste sich Rangok sein Koboldherz und trat entschlossen vor. „Nach dem zweimaligen Benützen dieser Münze wird die magische Wirkung des einzelnen Tropfen verwirkt sein!“, versprach ich nochmals. „Auch wird die Münze in ihrem Besitz verbleiben… sie sehen, ich habe versucht, an alles zu denken und es auch für sie sicher zu machen.“

Rangok nahm somit die Münze entgegen und stach sich beherzt in den Finger, bevor er sich vor unseren Augen in Luft auflöste.

Erst dann trat schließlich auch Adair vor, dabei wurde ich regelecht von seinen braungrünen Augen durchleuchtet.

„Sollten Sie versuchen, uns zu hintergehen, werden Sie verflucht sein, junge Dame!“, drohte er mit sanfter Stimme und ich blickte ihn fast schon amüsiert an.

„Autsch… ich hasse es, bedroht zu werden… aber in Ihrem Fall akzeptiere ich es sogar und schwöre auf meine Magie, dass ich Ihnen wohlgesonnen bin, solange Sie uns wohlgesonnen sein werden!“, leuchteten seine Augen bei meinen sehr bedachten, sehr zweideutigen Worten auf.

„Schlaue Antwort!“, meinte er nüchtern und ich schmunzelte. Zu meiner Überraschung lächelte er mit einem gewinnenden Schmunzeln zurück, bevor er ein kurzes Messer aus seinem Gürtel zückte und sich ebenfalls flink in den Finger stach, sodass ich es ihm bei mir mit meinem Zauberstab gleich tat und damit auf dieselbe Weise wie unsere Gäste reiste.

„Ich freue mich, Ihnen… wow!“, kamen wir beide gleichzeitig im Vorgarten des Cottages an und ich zuckte bei dem Anblick des Häuschens kurz zurück, ebenfalls war von Rangok weit und breit nichts zu sehen.

„Beeindruckend!“, grinste der Druide erheitert. „Das nennt man dann wohl eine Mottoparty und ich muss Ihnen ein Kompliment machen, die Farbe des Kleides passt hervorragend zu dem Thema!“

„Sie sind mir vielleicht ein Spaßvogel!“, murmelte ich erschüttert und schüttelte über die Twins den Kopf. Das ganze Haus war über und über mit Blüten bedeckt, die in voller farbenfroher Pracht standen, an sich war das Haus nicht mehr auszumachen unter dem üppigen Blütenmeer.

„Da hat sich jemand Mühe gegeben!“, kommentierte der Druide trocken.

Was für ein Kitsch, somit ersparte ich mir jeden weiteren Kommentar, als er einem Weg folgte, der mich noch perplexer stehen ließ. Wir standen auch auf einem Blütenteppich, der den Kiesweg bedeckte und um das Haus herumführte. Die Steine waren nicht mehr zu erkennen, da bunte Blütenblätter in gelb, rot, weiß, lila und pink den Weg verbargen. An seinem Rand standen hohe Vasen, die mit Wasser gefüllt waren und in denen ebenfalls Blütenblätter schwammen, aber der Clou war, dass sie phosphoreszierend waren und abends den Weg beleuchten würden. Dies wusste ich jetzt noch nicht, aber später würde ich es herausfinden, das war fast nicht zu toppen.

Schließlich fasste ich mir ein Herz und folgte dem verschlungenen Weg, der sich malerisch durch das Grün der Wiese schlängelte.

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„Hermione!“, kreischte es erfreut, als ich halb um das Haus herum war und Astoria mir entgegen eilte und mir überschwänglich um den Hals fiel. „Endlich… wow, das Kleid steht dir super. Wie gefall ich dir?“, fragte sie hektisch, da ich Rangok und Adair suchte.

„Wo sind…?“

„Keine Sorge, Draco hat sich die beiden schon unter den Nagel gerissen!“, ratterte sie sichtbar aufgeregt herunter und als ich das vernahm, nahm ich mir Zeit, sie in Ruhe zu begutachten. Wie schon im Brief gestanden hatte, trug sie dasselbe Kleid wie ich, nur in lang, da sie die Brautjungfer ihrer Schwester sein würde.

„Du bist wunderschön, damit musst du aufpassen, dass du der Braut nicht die Show stiehlst!“, raunte ich daher leise und sie kicherte fröhlich und frei, wie das junge Mädchen, das sie sein sollte.

„Oh, übertreib mal nicht“, wehrte sie mit roten Wangen ab, doch ich zwinkerte ihr nur freundlich zu.

„Hat Blaise dich schon gesehen?“, fragte ich kokettierend nach.

„Nein, er treibt sich bei Daphne rum, sie hat mich rausgeschmissen, weil sie meinte, sie könnte meine überschäumende Art gerade nicht gebrauchen!“, zog sie eine wunderschöne, schmollende Schnute, die ihr sehr gut stand, wohingegen ich die beiden anderen verstehen konnte. Astoria war in so vielem sehr viel temperamentvoller als Daphne, doch verwirrte mich, dass Blaise bei Daphne sein sollte. Es war mir nie aufgefallen, dass diese beiden besonders eng miteinander waren.

„Blaise und Daphne?“

„Nein, Blaise und Lucien, die zwei haben es in letzter Zeit miteinander… total süß, wenn du mich fragst!“, bestätigte sie auch schon meine Vermutung. „Hey, wo willst du hin?“, schrie sie plötzlich.

„Zu den anderen“, deutete ich auf den Garten, den ich erobern wollte.

„Nichts da… den Pavillon siehst du erst später“, hielt sie mich resolut an der Hand fest und zog in die entgegengesetzte Richtung.

„Pavillon?“, runzelte ich die Stirn. „Du meinst die Gartenlaube?“

„Pfff… lass dich überraschen! Draco hockt auch mit den beiden Ankömmlingen im Wohnzimmer“, erklärte der kleine Wirbelwind, der mich somit auf die Vordertür des Cottages zuzog.

„Wo sind die anderen?“

„Die Twins? Keine Ahnung, die wuseln mit Dobby durch die Gegend, Ron und Apolline helfen auch noch in der Küche“, erzählte sie freudig weiter.

„Apolline ist hier?“, hauchte ich überrumpelt und blinzelte, während ich mir eine Locke aus der Stirn wischte.

„Ja, die Gute ist da, sie hat sich sehr gefreut, dass wir sie eingeladen haben… freust du dich nicht?“

„Oh doch, wenn nicht Rons Freundin dazugehört, wer dann? Und wo ist Harry?“

„Ja, der holt das nächste Paar ab“, meinte sie verschwörerisch und legte ihre Finger an die Lippen.

„Ohhh, weiß es Daphne?“, zuckte Astoria nur auf diese Frage hin ihre Schultern, derweil wir den Flur durchquerten und auf das Wohnzimmer zusteuerten.

„Draco, bitteschön, hier ist Hermione!“, kamen wir nun bei Rangok und dem Druiden an.

„Zauberhaft wie alles hier, ich hoffe, dass ihnen der heutige Tag gefallen wird“, parierte Draco gewohnt charmant.

„Auf alle Fälle, Mr. Malfoy, lassen Sie sich sagen, dass dieser Ort zauberhaft ist“, gab Rangok schmeichlerisch zurück.

„Dieses Lob gebührt wohl wenn Hermione“, deutete er dabei auf mich.

Kurz darauf ploppte es und Dobby machte in einem abstrakten, schiefen, schwarzen Sakko, das eindeutig uralt war, seine Aufwartung. Wo der Elf nur immer seine Klamotten herbekam?

„Es ist alles bereit, wenn die Gäste nun zum Pavillon gehen wollen?“, verneigte er sich ehrerbietig mit schlackernden Ohren.

„Astoria, der Garten ist himmlisch!“, verkündete Draco sichtbar angetan und eines musste man dem verrückten Haufen lassen, Mühe, Arbeit und Fleiß standen bei dieser üppigen und ausgefallenen Dekoration absolut nicht zur Debatte. Sie mussten Tag und Nacht daran gearbeitet haben.

„Das Thema ist Fairytale!“, hauchte sie verzückt und klatschte freudig in die Hände.

„Fairytale? Wer kommt auf so was?“, meinte ich recht profan und bekam gerade noch die Kurve, was mir sofort den ein oder anderen tadelnden Blick einbrachte.

„Ich und die Twins! Was gibt es passenderes? Es ist einfach perfekt, total lieblich und verrückt, feenhaft schön… luftig und leicht… lasst uns Spaß haben!“, rief sie aufgedreht und ich machte mir ernsthafte Sorgen, sollte Astoria heute noch Alkohol zu sich nehmen. Erneut ploppte es neben uns und Dobby drückte uns beiden Goldlackbowle in die Hand. Es war, als würden sich meine Gedanken sofort in die Tat umsetzen, somit nahm ich einfach einen tiefen Schluck und entschied mich, nicht zu viel zu denken.

„Es ist unbestreitbar schön. Was passiert abends?“, wandte Draco fragend ein, der sich bisher auf dem Weg mit Rangok unterhalten hatte.

„Da wird es irre romantisch, lass dich überraschen!“, flüsterte Astoria schelmisch und führte mich nun einen anderen Blumenweg entlang, bis sich vor mir der nun eher an einen griechischen Monopteros erinnernde Pavillon erhob. Ein Rundbau mit glatten Säulen, die ebenfalls aufwendig mit Blumengirlanden geschmückt waren.

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„Dort werden sie getraut?“, fragte ich unsicher, da mir im Vergleich die Burg in Irland fast nüchtern gegenüber diesem Kitsch erschien.

„Ja, ist das nicht wunderschön?“, wollte Astoria aufgedreht wie ein junger Welpe erfahren und da drehte sich mir Draco zu.

„Ja, Hermione, ist das nicht wunderschön?“, fragte er provokant, dabei erdolchten ihn meine Augen.

„Zauberhaft, feenhaft“, wisperte ich leise, woraufhin Draco laut auflachte, aber auch Astoria lächelte selig über mein vermeintliches Lob. „Ein bisschen wie Walt Disney?“

„Was hat Severus hier zu suchen?“, raunte Draco plötzlich und ich blickte atemlos und völlig konfus auf die schwarzgewandete Gestalt, die in diesem feenhaften Reich der bunten Blüten absolut fehl am Platze wirkte und auch recht ungläubig auf die Pracht starrte, die ihn jetzt umgab. „Wusstest du es?“

„Ich? Ich bin ahnungslos!“, gab ich bestimmt zurück, denn irgendwie sah mich Draco vorwurfsvoll an.

„Ganz ruhig, der kommt durch uns!“, meinte George lapidar, der gerade auf uns zuhielt, gewandet in ein wundervolles, buntes Gewand, vor allem war seine Weste mit einem wilden Blumenmuster verziert. Es tat in meinen zarten Augen weh. „Und nein, dieser Gast ist nicht für dich, Schönste… wo denkst du hin?“, winkte Fred lässig ab.

„Das ist für Harry!“, hauchte ich in spontaner Erkenntnis, dafür erntete ich zwei strahlende Gesichter.

„Sie ist zu schlau, Bruderherz!“, „Ich wusste immer, dass sie eine ganz Besondere ist!“

„Warum?“, wollte Draco immer noch irritiert erfahren und wirkte alles andere als zufrieden.

„Das tun sie für Harry, weil Severus der einzige ist, der Lily kannte! Wirklich kannte… in jeder Beziehung!“, erinnerte ich mich an unsere Unterhaltung in Prince House, als er mir das Bild von seiner ehemaligen Affäre gezeigt hatte. So löste ich mich von Dracos Hand und eilte auf Severus zu, der mir mit unleserlichem Blick entgegen sah, dabei umschmeichelte mich die Seide meines mintgrünen Kleides.

„Danke!“, wisperte ich vorsichtig zu Severus, als ich bei ihm ankam.

Beinah hätte ich ihn küssen wollen, weil er es wirklich für Harry tat und hier aufkreuzte. Ich hatte ihn nicht eingeladen, weil ich mir die Abfuhr hatte ersparen wollen, aber der eindringliche Blick seiner so tiefschwarzen Augen hielt mich dann doch davon ab, meine Begrüßung richtig zu Ende zu bringen. Ich verstand sogar, dass er das nicht wollte, auch wenn er nichts sagte, sondern nur schnaubte, aber das war Severus.

„Kommst du?“, fragte ich und hielt ihm meine Hand auffordernd hin.

„Hier sieht es aus, wie in einem sehr verbotenen Wald, den man nicht betreten sollte“, kam es recht trocken von Severus, dem das Grauen kurz in den finsteren Augen stand und ich kicherte.

„Was erwartest du?“

„Ehrlich? Nicht das… das ist so…“, wedelte er mit einer knappen Geste über den blühenden Garten.

„Kitschig? Ich bitte dich, die Twins haben das Regiment übernommen!“, gab ich zurück.

„Warum tue ich mir das noch mal an?“, fragte er zynisch nach und jetzt schnaubte ich.

„Tja, das frage ich mich auch, wie kannst du nur Severus?“, grinste ich ihn schrecklich süffisant an, packte aber nun seine Hand und zog ihn mit mir mit.

„Moment“, meinte er plötzlich und stoppte abrupt. „Was hat Lupin da unter dem Pavillon zu suchen?“

„Überraschung“, versuchte ich, es ihm leicht zu verkaufen, erntete aber nun eine sehr kühle Musterung. „Bitte, schau wie ungläubig er dich anstiert… das ist es doch schon fast wert, dass du hier bist!“, versuchte ich begütigend auf ihn einzureden.

Dann erstarrte Severus vollständig, weil Harry in einem Frack auf uns zu hetzte, weg von Remus.

„Professor“, rief er aufgeregt, währenddessen er noch immer auf uns zulief. „Danke! Ich freue mich sehr… ich hätte nicht gedacht, dass es Fred und George wirklich wagen“, sprudelte es atemlos aus ihm.

Er sah wirklich sehr gut aus, aber trotz allem war er immer noch Harry und ein leichtes Lächeln schlich sich auf meine Züge.

„Potter, denken Sie, dass Sie jemals Ihr Temperament in den Griff bekommen werden?“, stöhnte Severus leidlich auf, als er Harrys leicht derangiertem Äußeren ansichtig wurde, der zusätzlich zu dem Ganzen auch noch gerade seinen Sohn auf den Armen balancierte. Das Kind brabbelte vor sich hin und schien den Sprint genossen zu haben, so begeistert wie er zahnlos lächelte.

„Was? Uhuh, Sir, sorry, ich… heute ist es wirklich chaotisch“, strich er sich mit einer Hand die langen wirren Strähnen aus der Stirn und offenbarte seine blitzförmige Narbe. „Ich bin nur total baff und freu mich tierisch, wirklich… ich hab mal so nebenbei was zu den Twins gesagt, aber nicht gedacht, dass sie es tun… blöd, nicht? Man ist immer versucht, sie zu unterschätzen“, meinte Harry mit einem sehr charmanten Grinsen, was Severus nur das pechschwarze Haupt langsam schütteln ließ.

„Hey, Harry, komm mal her!“, brüllte jetzt Ron über den Rasen, da er mit Rangok und Adair ganz hinten beim Pavillon stand.

Harry reagierte schnell, dabei warf er erst mir einen abschätzigen Blick zu, woraufhin ich im Nachhinein nicht wusste, ob ich beleidigt sein sollte oder nicht, denn plötzlich wandte er sich Severus zu und drückte diesem übergangslos sein Kind in die Arme.

„Potter“, knurrte Severus wenig begeistert und hantierte damit, das Kind richtig unter den Armen zu fassen.

„Sorry, Sir, nur ganz kurz, bin gleich wieder da!“, hetzte er auch schon eilig davon und Severus stand recht verloren da, mit dem in Parsel zischenden Kind auf den Armen.

Harrys Mut war immer wieder bewundernswert.

„Was fällt dieser Impertinenz ein?“, grollte Severus wütend und Lucien fand Severus‘ Stimme offenbar ganz toll, denn er legte sofort begeistert seine Hand auf Severus‘ Kehle, was Lucien einen Todesblick einbrachte. Ich lachte schlicht laut auf.

„Brrrpfff… sorry, göttliches Bild, schau nicht so… soll ich nicht beleidigt sein, dass er seinen Sohn lieber dir als mir in die Hand drückt?“, gab ich atemlos zu bedenken und legte mein Hand auf Severus‘ Schulter, während dieser das fröhliche Kind anders packte, um es besser halten zu können.

„Ja, ich frag mich, was das soll. Was hat Potter hierbei für Hintergründe?“, kam es ernsthaft bedrückt von Severus, der sofort wieder eine Verschwörung witterte.

Wobei ich weniger über Harrys Wahl pikiert war, dann es gab mehrere Möglichkeiten. Dass Harry seine Freude ausdrücken wollte, dass Severus da war, dass er ihn fesseln wollte, damit er nicht mehr an Flucht dachte, oder er war geschockt, nach dem was in Irland passiert war, weswegen er mir nicht seinen Sohn geben wollte, was völlig in Ordnung wäre. Aber egal welchen Grund er hatte, es war einer Diskussion würdig.

„Nimm es als Kompliment, dass du seine Wahl warst“, meinte ich ernst und er ging tatsächlich auf mich ein, indem er nickte, bevor er etwas anderes ansprach, was ihn anscheinend beschäftigte.

„Sag mir, täuschen mich meine Ohren, oder parselt der Junge?“, wollte er umständlich erfahren, aber diese Tatsache schien ihn gerade gewaltig zu fesseln, wobei ich mich immer sofort an den Lord erinnerte, oder Nagini, aber das machte es auch nicht besser.

„Lucien kann wahrlich Parsel.“

„Wie ist das möglich? Dieses Können erfolgt über die Weitergabe der Vererbung“, legte er natürlich umgehend wissenschaftlich nach, dabei wanderte eine meiner Brauen in die Höhe.

„Ich weiß es nicht“, murmelte ich leise.

„Ungewöhnlich… vor allem, dass er derart früh anfängt!“, überlegte Severus laut.

„Oh, das liegt an Apsis!“, erklärte ich gerne.

„Apsis?“, fragte er irritiert.

„Harrys Schlange“, erklärte ich schulterzuckend.

„Macht er auf Dark Lord? Na, wie auch immer, und ich hätte eher gedacht, es liegt an den Deppen, mit denen das Kind hier verkehren muss!“, schüttete Severus mal wieder seine Gehässigkeit über uns aus, aber an mir prallte sie ab.

„Charmant, wie eh und je!“, verkündete ich noch nonchalant, als mich von hinten Arme umschlossen.

„Severus… wie ich sehe wirst du missbraucht… willkommen im Club!“, tauchte Dracos Haupt über meiner Schulter auf und er grinste gehässig zu dem seine Mundwinkel verziehenden Severus.

„Nehmt mal alle Platz!“, schrie Blaise laut über die Köpfe der Leute hinweg und deutete aufgeregt auf die Stuhlreihen vor der veränderten Gartenlaube.

„Na komm!“, fasste mich Draco sanft am Arm und geleitete mich zu den Reihen.

„Moment!“, raunte Severus.

„Warum? Komm auch! Du machst das wunderbar!“, meinte Draco spöttisch, sein Blick lag dabei auf Lucien.

„Meine Damen und Herren, kommt… kommt!“, wies uns Fred mehr als schick unsere Sitzplätze zu. Seine Blumenweste war noch schriller und greller als die von George. Die Twins übertrafen sich in silber-, gold- und bronzefarbenen Tönen in ihren aufwändigen Gewändern.

„Sir, eine Freude, und Lucien steht Ihnen ganz ausgezeichnet!“, wagte sich George kühn hervor, woraufhin Severus fest die Zähne zusammenbiss, aber er rang mir Respekt ab, da er Lucien bisher tapfer trug.

„Wenn Sie mir nicht sofort das inkontinente Wunder hier…“, drohte Severus mit seidigen Worten, indes er Lucien mit weit ausgestreckten Armen von sich gestreckt hielt, aber da wurde er unterbrochen.

„Ohhh, sorry Sir… da ruft jemand!“, ertönten aus dem Haus wirklich laute Rufe und die Twins hetzten hinfort und ließen Severus mit seiner Fracht zurück.

Das Bild war göttlich und Draco unterdrückte schwer sein gehässiges Lachen.

Wir nahmen derweil Platz, somit saßen wir nun zu dritt wie die Hühner auf der Stange, inzwischen Harry, Ron, Remus und Rangok sowie Adair miteinander unter dem extra geschaffenen Tempel aufeinander einredeten. Apolline und Astoria gackerten zusammen gutgelaunt, während Blaise zu ihnen schlenderte, da diese ebenfalls schon saßen, sodass Severus ihnen finstere Blicke schenkte und Apolline, die er nicht kannte, genau im Blick hatte. Aber noch immer thronte Lucien auf Severus‘ Oberschenkel, ein erinnerungswürdiges Bild.

Nur Dobby war noch zusammen mit Daphne im Haus, als Harry hektisch und sichtbar nervös auf uns zulief. „Okay, es geht los… ich hol die Braut!“, kam es atemlos von Harry und Schwupps war er auch schon weg, bevor Severus auch nur im Ansatz seine Fracht hätte wieder loswerden können, derweil Ron und Rangok ihre Plätze einnahmen.

„Hat Potter was falsch verstanden?“, ätzte Severus böse, als die Musik stimmungsvoll erklang und Remus mit sichtbar stolzgeschwellter Brust unter dem Tempel neben dem Druiden stand und bewegt den Blumenblätterweg entlang sah.

Lieblich stiegen goldene Luftballons auf und spielten sanfte Lieder, genau wie bei Fleurs und Bills Hochzeit. Den Gag, der hier passieren würde, kannten sowohl Remus, Tonks als auch Severus und Daphne noch nicht.

Wir wandten uns alle um und konnten nun mitverfolgen, wie Harry hinaustrat und an seinem Arm die sichtlich ergriffene Tonks führte.

„Nicht euer ernst?“, erstarrte Severus neben mir und ich zeigte ein verschmitztes Zwinkern.

„Leider doch, er hat sie geschwängert!“, murrte ich derart finster, dass Severus sich zum Glück jedes weiteren Kommentars entbehrte, da er es selbst sehen konnte.

Sie trug ein weißes Spitzenvolantkleid, das ihre Schultern freiließ, mit breiter schwarzer Schärpe. Es war kurz und ihre hohen Schuhe unterstrichen ihre schlanken Beine. Ihr ganzer Auftritt war damit ungewöhnlich und nicht der Norm entsprechend, zusätzlich hatte Tonks auf einen Schleier verzichtet und auch ihr Brautstrauß war nur ganz klein und schlicht. Sie überspielte mit der Spitze und dem Band ihre Schwangerschaft, während sie vorfreudig, mit mildem Lächeln auf Remus zuhielt, mit einer zufriedenen Miene im Antlitz.





Remus schien absolut gebannt. Er hatte weder mich noch meinen Sitznachbarn eines Blickes gewürdigt, sondern starrte seiner Zukünftigen verliebt entgegen.

Als Harry Tonks gewissenhaft übergab und sich zu uns setzte, begann Adair gewichtig unter dem Pavillon die Zeremonie, die angenehm kurz gehalten wurde und nachdem sie den magischen, sie verbindenden Schwur gesprochen hatten und die Magie sie in ihrem satten goldenen Licht umhüllt hatte, durfte der Bräutigam die Braut endlich küssen.

Als sie sich lösten, strahlten sie zu uns hinunter. Es wirkte, als könnten sie tatsächlich vergessen, dass sie in meinem Haus gefangen gehalten wurden, da fasste Remus nun seine Frau an der Hand, um sie unter unserem Applaus hinab zu geleiten.

Sie wirkten wirklich glücklich und zufrieden, als sie sich nach unseren Glückwünschen auf die kleinen, zierlichen Gartenstühle zu uns setzten. Wir waren ja noch nicht fertig, jetzt ging es eigentlich erst richtig los.

„Ich fasse es nicht, dass Lupin diesen Trampel heiratet!“, wisperte Severus und hielt Lucien erstaunlich gekonnt, indem er diesen auf seinen Knien balancierte. „Beziehungsweise… wie kann er es wagen und ein Kind in die Welt setzen?“, lehnte sich Severus zu mir, da ich zwischen meinen beiden Männer zu sitzen geruhte.

„Gut erkannt, Severus, ich weiß zum Beispiel, dass sich Fenrir für diesen Umstand brennend interessieren würde!“, gestand ich ihm flüsternd, woraufhin seine Braue in die Höhe wanderte.

„Wirklich?“, raunte er, indes landete auch schon eine Kinderhand auf seiner Wange, woraufhin er seine Augen enerviert rollte.

„Ja, du musst wissen, dass bei Werwesen…“, schmunzelte ich über das Bild, das sich mir bot, als ich anfangen wollte, Severus die interessanten Gegebenheiten zu erklären, da das Thema aber auch zu spannend war.

„Könnt ihr zwei vielleicht mal aufhören!“, fuhr uns Draco unterbrechend an und Severus und ich zuckten etwas ertappt auseinander.

Ich blickte über meine Schulter und erkannte nämlich, dass nun die Musik erneut ertönte und ich erst jetzt bemerkte, dass Harry den Platz getauscht hatte und nun er unter dem Tempel stand. Er war sichtbar nervös.

Das malerische Licht der spätnachmittäglichen Sonne malte ein gar prächtig weiches Bild von der blütenreichen Szene und Harry sah in seinem Hochzeitsfrack mehr als nur schick und elegant aus.

Doch da wurde meine geistesabwesende Musterung unterbrochen und ich schrak zusammen, weil nun doch tatsächlich Fanfaren einsetzten und selbst Draco warf den sichtlich zufrieden aussehenden Red Devils fragende Blicke wegen dieser Tröterei zu.

Plötzlich schoss von vorne eine große; runde und vor allem durchsichtige Kugel durch den Garten und erst als sie langsam am anderen Ende des Wegs hinunter schwebte, erkannte ich zu meinem absoluten Grauen, dass mich dies an den Kürbis aus Cinderella erinnerte, nur in ihm saß Daphne. Das war irre!

Auf der durchsichtigen Kuppel thronte ein beeindruckendes Blumenmeer als Schmuck.

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Zwar sah es schön aus, aber wie kamen die Twins, die sich gerade mehr als zufrieden abklatschten, auf dergleichen? Es gab nur eine Erklärung, die mir vorhin schon kurz durch den Geist geschlichen war, aber dass sie das so umsetzten, hätte ich trotz allem so nie erwartet.

„Sie haben den Film angesehen und waren danach inspiriert!“, wisperte mir nun Blaise zu, der anscheinend bemerkte, wie sprachlos ich war, während Severus nur sachte sein Haupt schüttelte, so als könnte er nicht fassen, was er sehen musste.

„Dein Part, komm schnell, Draco!“, forderte Blaise, dabei packte nun auch schon Astoria Dracos Hand und dieser ließ sich widerwillig mitziehen, um Daphne aus dem glitzernden Kürbis zu helfen.

Das alles hier wirkte magisch und zauberhaft, aber halt eben auch ein bisschen kitschig. Das waren die Twins, das war nicht nur Harrys und Daphnes Hochzeit, das war auch die Traumhochzeit dieses verrückten Paares, das sich hier austobte und auslebte.

Sie, die Erzieher von Lucien!

Gerade wurde Daphne für ihren Gang zu ihrem Zukünftigen zurecht gezupft, in dieser Zeit sorgte Ron noch immer dafür, dass Harry sich nicht zu seiner Braut umdrehte, während sich Draco mit seinem Schicksal abfand und in formvollendeter Manier um Daphnes Arm bat. Sie strahlte ihn mit einem unglaublich schönen Lächeln an. Sie sah zauberhaft aus.

Ihr Kleid war genau passend für sie, eine wunderbare Spitzenkreation, ohne großen Reifrock, leicht fallend, aber mit sehr langer Spitzenschleppe. Lange Spitzenärmel betonten ihre schmale Figur und das wunderschöne V-förmige Dekolleté zeigte viel Haut ihrer Schultern, da es sich weit öffnete. Unter der Brust war das Oberteil durch ein ebenfalls spitz zulaufendes, silbernes Band vom Rock unterteilt, sodass ab dort der lange, weiße, weit fallende Spitzenrock beginnen konnte und sie größer wirken ließ als sie war. Aber auch sie hatte auf einen Schleier verzichtet.

http://www.1001hochzeiten.de/typo3temp/fl_realurl_image/manuel-mota-brautkleider-2012-eclipse-b-Ma.jpg

http://www.1001hochzeiten.de/typo3temp/fl_realurl_image/brautkleid-spitze-manuel-mota-Br.jpg

Sie und Draco schritten gemächlich über die Blütenblätter, begleitet von den goldenen, leise eine Musik klimpernden Ballons. Nun tippte Ron Harry an und ging selbst zu seinem Platz zurück, denn nun war es soweit und Harry durfte sich sichtbar nervös umwenden. Er erstarrte beim Anblick seiner Braut.

Draco schritt selbstherrlich einher, derweil ich mit meiner Aufmerksamkeit abschweifte und mir genau Tonks und Remus besah. Tonks tupfte sich sichtbar gerührt die Augen. Ihr schien es zu gefallen und sie war aufrichtig ergriffen, Remus schien auch milde gestimmt, aber er lag auf der Lauer, in mehrfacher Hinsicht, wie ich aufgrund seiner angespannten Haltung ausmachen konnte.

Schließlich schritten Draco und Daphne die wenigen Treppenstufen mit unnachahmlicher Eleganz hoch und die prächtige Schleppe von Daphne kam beeindruckend zur Geltung. Draco spielte seine Rolle perfekt und legte nun die Hand von Daphne gekonnt in Harrys. Ganz plötzlich glänzten Harrys Augen vor Glück und ich stieß leise die angehalten Luft aus.

Gleich würde es passieren und Daphne eine Potter werden!

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BeitragThema: 468. My Big Fat Wizarding Wedding   Di Jul 01, 2014 7:26 pm

468. Kapitel My Big Fat Wizarding Wedding


Sollte sich dies alles doch noch gelohnt haben? Schön wäre es, denn soeben wisperte Harry etwas in das Ohr seiner Angebeteten und sie errötete malerisch.

„Versammelte Gemeinde, lasset uns das Handfasting begehen!“, übernahm Adair erneut das Zepter.

Das Ritual begann, schon alleine dadurch, dass sich die Stimme des Druiden eindrucksvoll über uns erhob. Als er seine Hände hob, schwebten augenblicklich einige Blütenblätter empor und wirbelten in einem Kreis um die drei, bis sich die Blütenblätter als Kreis um sie legte, unterdessen beendete der Druide die Schließung des Kreise mit einer Athame.

„Wer bist du, Magier, der du gekommen bist, um in Gegenwart der Magie mit deiner Gemahlin verbunden zu werden?“, wandte er sich nun direkt an Harry.

„Mein Name ist Harry James Potter!“, entgegnete Harry entschlossen fest und straffte seinen Rücken.

„Und wer bist du, Hexe, die du gekommen bist, um in der Gegenwert der Magie mit deinem Gatten verbunden zu werden?“, wandte sich Adair an die Braut.

„Daphne Greengrass!“

„Seid willkommen!“, dröhnte seine eindringliche Stimme. „Kniet nieder!“, befahl Adair und legte zuerst Harry und dann Daphne die Hand auf die Stirn.

„Ich binde euch aneinander, sodass ihr eins werdet in eurer Liebe und ihr die Worte in euren Herzen vernehmet. Ihr seid die Sonne, die aufgeht und leuchtet und stirbt, der Wandel der Zeiten, die Flut und die Ebbe, das Glück und die Pein. Ihr seid die Sanftmut und Liebe, ich umfasse euch in Schmerz und in Freud. Seid eins miteinander, seid eins im Namen der Magie“, gab sich dieser Druide anders als der in Irland.

„Mögest du dein Weib ehren, als Geliebte und Gemahlin.“

„So soll es sein“, verkündete Harry inbrünstig.

„Mögest du deinen Mann ehren, als Geliebten und Gemahl.“

„So soll es sein“, wisperte Daphne rau.

Dann bat Adair die noch immer Knienden um ihre Hände, um sie zusammenzuführen. Er legte die umschlungenen Hände in seine eigenen und sah das Brautpaar eindringlich an, bevor er mir kurz einen langen Blick zuwarf. Ich versuchte, nicht zu ertappt auszusehen, da sein Blick für mich einen kleinen Tadel enthielt.

„Dann willst du also Daphne zu deiner Frau nehmen?“, fragte er knapp und recht brüsk.

„Ja, ich will!“

„Und dann willst du Harry zu deinem Mann nehmen?“

„Ja, ich will!“, verkündete Daphne im Brustton der Überzeugung.

Und hier kam nun die von mir so vehement vorgeschlagene Trauformel zum Tragen, dabei war allen der vorwurfsvolle Blick des Druiden, der auf mir lag, aufgefallen und zu meinem Leidwesen war er wirklich keinem entgangen. Aber sorry, die anderen Sprüche gingen gar nicht, deswegen hatte ich mich durchgesetzt, ganz schlicht, ganz prägnant und ohne großes Drumherum, so wie ich es mir gewünscht hatte.

„Möge die Magie euch segnen!“, verkündete Adair salbungsvoll und reichte ihnen jetzt das Kissen mit den schlichten, goldenen Eheringen, die sie sich gegenseitig ansteckten, während der Druide ihre nun ineinander ruhenden Hände mit dem Band vielfach umschlang, bevor er die Hände erhob und sich ein sanftes Licht über dem Brautpaar ausbreitete.

Es war getan, Harry war verheiratet, es gab wieder eine Mrs. Potter!

Als sich Harry und Daphne erhoben, platzten die Ballons lautstark, so dass die zahlreichen Paradiesvögel daraus hervorschossen. Sie stießen dabei ihr fröhliches Trällern aus und die Glöckchen bimmelten freudig, während Harry und Daphne vor uns einen enthusiastischen Hochzeitskuss tauschten.

Lucien klatschte aufgrund des Spektakels aufgeregt mit den Händen, als wüsste er, was für ein großer Tag heute war.

„Das war knapp und bündig!“, murrte Severus verträglich neben mir.

„Ja, erstaunlich knapp… bist du daran schuld, Liebling?“, fragte Draco mit einem Zwinkern in den grauen Augen.

„Ihr solltet mir danken!“, meinte ich recht schnippisch.

„Ich fand es angemessen, diese Ewiglichkeit der Schwüre ist grausam… warum mussten wir dann das Brimborium bei Lupin und Tonks über uns ergehen lassen?“, schob Severus schnarrend hinterher.

„Hey, ich finde es gut…“, wandte Draco ein, bis ich ihm das Wort abschnitt.

„Tonks und Lupin sind mir egal… aber kennt ihr die Sprüche, die Lucius und Narcissa getauscht haben?“, wollte ich sehr involviert erfahren, da mir der Text noch immer Bauchschmerzen bescherte.

„Woher denn, da war ich nicht mal geboren!“, blinzelte mich Draco wie eine Eule an.

„Natürlich, ich war sein Trauzeuge!“, zeigte Severus eine leichte Grimasse, als wäre die Erinnerung an die damalige Hochzeit grenzwertig und nicht wert, sich daran zu entsinnen.

„Tja Draco, da entgeht dir eindeutig was, denn diesen Spruch müsstest du auch mit deiner Zukünftigen wechseln, oder du lässt dich von meinem knappen Ja inspirieren!“, verzog Draco leidlich die Züge, als ich ihn recht rüde an die unschöne Zukunft erinnerte. „Und ehrlich, ich rate dir dazu.“

„Weiß Lucius, dass du seine Trausprüche kennst?“, wagte Severus einzuwenden, der noch immer souverän mit Lucien hantierte.

„Natürlich, er hat sie mir selbst vorgelesen“, verstummten wir drei unwohl und jeder hing seinen trüben Gedanken nach.

Unter unserer aller Jubel, den flatternden und fliegenden Blüten sowie bunten Funken traten zwei glückstrahlende Personen hinab, denen die Sprüche herzlich egal zu sein schienen und wenn ich mal wieder gewusst hätte, was schon bald passieren würde, hätte ich es vielleicht mehr gewürdigt, oder auch genossen, Harry derart glücklich und selig zu sehen, wie er zu diesem seltenen Zeitpunkt tatsächlich war.

Somit erhoben wir uns alle, als das Brautpaar auf uns zuschritt.

„Hier Potter, nehmen Sie endlich Ihr Balg!“, knurrte Severus und reckte mal wieder Lucien in die Luft.

„Oh, danke Ihnen Professor, dass Sie gut auf den kleinen Mann aufgepasst haben!“, packte Harry seinen Sohn, dabei überging er die Unhöflichkeit und hielt Lucien Daphne hin.

„Na Lucien, gefällt dir die Mama?“, lächelte Daphne selig sanft und drückte ihrem Sohn einen Kuss auf die Wange.

„Glückwunsch… du bist eine bezaubernde Braut!“, fiel Tonks Daphne in den Arm, während Remus die Hand von Harry ergriff.

„Du bist wahrlich erwachsen mein Junge… ich freue mich für dich… euch…“, kam es recht aufgeräumt und ehrlich von Remus, der sich heute mal augenscheinlich im Griff hatte.

„Danke Remus, Tonks… wie geht es dem Baby?“, zeigte sich Harry von seiner nachsichtigen Seite.

„Gut, danke, bisher läuft alles normal, auch wenn Remus vor Sorge fast vergeht!“, antwortete Tonks begierig und legte ihre Hand schützend auf ihren sich wölbenden Bauch, dabei starrten Draco als auch Severus gebannt auf den für sie unerwarteten Babybauch.

„Severus, ich bin erstaunt, dass du hier bist!“, wandte sich nun Remus ruhig zu Severus und maß ihn mit verengten Augen.

„Nicht nur du, Lupin!“, ätzte Severus in unnachahmlicher Manier.

„Leute… kommt, die Tische formieren sich!“, brüllte Fred aufgeregt und unterbrach die Musterung der ehemaligen Schulkameraden.

Jetzt nach der Trauung veränderten sich die Stuhlreihen, ähnlich wie damals in Irland und bei Fleur. Es bildeten sich fünf runde Tische mit bodenlangen, beigefarbenen, Brokattischdecken und bequeme, breite, schwarze Metallstühle, über deren Rücken sich Rosenranken schlangen. Große, runde Blumenbouquets standen in der Mitte und Porzellan und Kristall, das ich aus der Sammlung meiner Großmutter kannte, schmückte die Tische. Das alles konnte man durchaus als edel bezeichnen. Der Tisch passte vollkommen in das Thema, wirkte verspielt, lieblich und romantisch.

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Harry, Daphne, Ron, Astoria und ich saßen um einen Tisch versammelt. Draco, Blaise und die Twins saßen mit Apolline an einem anderen Tisch.

Remus, Tonks, Adair, Rangok und Severus teilten sich den letzten Tisch unserer illustren Runde, wodurch wir in unserer sehr intimen Gesellschaft doch noch auf stolze 15 Personen kamen. Dann kam auch schon Dobby angelaufen, um den gähnenden Lucien zu nehmen. Er legte ihn in eine malerisch weiße Liege, die ebenfalls mit Blumen umwunden war und in der Nähe des Brautpaares stand.

An sich war es zu schön um wahr zu sein!

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass ich der Aufforderung dieser teuflisch rothaarigen Brut wirklich gefolgt war. Unfassbar war, dass ich den Portschlüssel genützt hatte und mir dabei sogar einen wertvollen Tropfen Blut abgerungen hatte.

Aber jetzt saß ich hier mit Blick auf sie, in ihrem sehr passenden und mehr als extravaganten grüngrauen Kleid, die neben Potter und einer wirklich zauberhaft feengleichen Braut saß, während ich selbst an den Katzentisch verbannt worden war.

Dass die Kinder mich hier dabei hatten haben wollen kam unerwartet und ließ mich irgendwie sprachlos zurück. Nicht nur, dass ich die Trauung mit einem Kind auf dem Schoß hatte überstehen müssen, eine an sich unglaubliche Dreistigkeit, fesselte mich auch noch die Tatsache, dass Lupin tatsächlich auch mehr als nur einen Bock geschossen hatte.

„Und du hast es echt geschafft, jemanden zu schwängern?“, konnte ich es nicht lassen und zog den Weichwolf in bitterböser Gehässigkeit auf, dabei wirkte er, als hätte er Blähungen, oder zumindest starke Bauchschmerzen.

„Das ist nicht lustig, Snape!“, warnte Tonks knurrig und mit Schwangeren war absolut nicht zu spaßen, wenngleich ich mich noch an Tonks erinnern konnte, als ich sie in Hogwarts unterrichtet hatte.

„Oh, unter Anbetracht, was da aus dir rauskrabbeln kann… finde ich es durchaus spannend!“

„Klirrr“, sauste die Hand von Lupin auf den Tisch, worauf das Geschirr und die Gläser zu wackeln begannen.

„Professor Snape, wie gedenken Sie nun Hogwarts zu führen?“, schaltete sich Rangok rasant ein, um jedem Disput zuvorzukommen und schenkte mir ein koboldisches haifischartiges Grinsen, als ich den Blick des Koboldes bemerkte und ausmachte, was ihn in Wirklichkeit fesselte. Nach dem Klirren hatte sich das Biest erhoben und schwebte zu uns herüber, denn anscheinend hatte sie Rangoks Frage mitbekommen und kam mir bei der Beantwortung selbiger zuvor.

„Oh, mit strenger Hand… mit strenger Hand!“

„Was ist mit strenger Hand?“, fragte ich da auch schon provokant, als sie sich von hinten zu mir beugte, Nähe suchte und es damit schaffte, dass Lupin und Tonks zu uns sahen, wie erstarrt.

„Wirst du Hogwarts führen, Severus“, lächelte sie ironisch auf meine Worte und legte ihre Hand auf meine Schulter. „Was sonst und da wir gerade über strenge Hände reden, sage ich euch guten Leuten an diesem Tisch, dass ich eine strenge Hand auspacken werde, wenn ihr drei“, dabei lag ihr bohrender Blick auf Tonks, Lupin und mir, „euch nicht am Riemen reißt… verstanden? Das ist Harrys Hochzeit! Und sollte einer von euch denken, nur weil ihr eure Fisimatenten nicht eine Sekunde vergessen könnt, diese Party dadurch zu stören, dann verspreche ich euch, werdet ihr meinen Zorn zu spüren bekommen“, drohte sie wenig subtil, aber mit der lieblichsten Stimme, die man sich vorstellen konnte. Dass der Druide sein Lachen im Champagnerglas zu verstecken versuchte konnte ich ihm fast verzeihen, während Rangok offen teuflisch grinste.

„Rangok, mein Bester, Sie sind so lieb und passen doch auf, dass diese Herrschaften hier nichts Dummes tun? Und sollten sie sich doch soweit vergessen und sich die Köpfe einschlagen, wäre es nett, wenn Sie darauf achten, dass sie es richtig tun, damit ich mir danach nicht noch die Hände schmutzig machen muss!“, verkündete sie zuckersüß, worauf dieser Druide sich verschluckte und der gemeingefährlich lächelnde Kobold dem Mann kräftig auf den Rücken klopfen musste.

„Natürlich, meine hochverehrte Miss Malfoy, immer wieder ein Vergnügen mit Ihnen!“, schenkten sich diese beiden ein seltenes, aber sehr inniges Lächeln, das ihr Einvernehmen hervorhob, bevor sie sich so nah zu meinem Ohr beugte, dass mich ihr Atem kitzelte.

„Sei erwachsener als er, bitte!“, flüsterte sie wispernd und ich holte tief Luft, als sie mir sachte über den Rücken strich um dann wieder zu entschwinden.

„Eine ganz besondere, junge Dame!“, kam es atemlos von Adair, da er immer noch hustete, unterdessen lagen all unsere Blicke auf ihrer entschwindenden Person.

„Das sagte ich Ihnen doch!“, stimmte Rangok sofort zu und grinste hämisch.

„Pfff…“

„REMUS!“, mahnte Tonks ihren Mann.

„Was? Sie ist alles… aber vor allem gemeingefährlich!“, ätzte er böse, wobei, wenn man bedachte, was Lupin mit ihr in den Kerkern von Malfoy Manor erlebt hatte, konnte ich es sogar nachvollziehen. Es war nie leicht, seinem Foltermeister zu vergeben.

Man musste sich vor Augen halten, sie hatte ihm Unmenschliches angetan, das hinterließ tiefe Narben auf der Seele, die nie mehr heilten!

„Wie inspirierend!“, murrte ich düster und Rangok runzelte die Stirn, während er mich lange musterte. „Was kann ich für Sie tun?“, fragte ich dann nach, nachdem es mir reichte.

„Nun, ich denke eine Gratulation ist wohl angemessen… dass Sie ernannt wurden, aber eine wichtige Frage, die uns Kobolde durchaus beschäftigt, Mr. Snape, denken Sie, es ist schlau, wenn Potter und Co. nach Hogwarts zurückkehren?“, kam der Kobold zum Thema Hogwarts zurück, was weitaus weniger Konfliktpotential bot als Remus‘ Nachkommenschaft und seine damit einhergehende Dummheit.

„Noch regiert Scrimgeour“, gab ich überlegt zu bedenken.

„Sie sagen es… noch“, zögerte Rangok kurz, woraufhin ein Mundwinkel von mir zuckte.

„Und solange das ist, wird Hogwarts für diese Personen sicher sein“, antwortete ich langsam.

„Die Zeiten sind finster und doch geht das Leben immer weiter… ein wiederkehrender Kreislauf“, meinte Adair sanft in einer salbungsvollen Manier und schenkte dem Babybauch von Tonks einen sachten Blick, während die Musik malerische Klänge anstimmte. „Ouroboros.“

Es waren poetische Worte, denen nichts hinzuzufügen war.

Das Essen, das dieser unsägliche und illoyale Hauself von Lucius servierte, war delikat und langsam, aber sicher versank alles im träumerischen Rot der untergehenden Sonne.

„Sooo, jetzt kommt mal alle her, es gibt Kuchen… bitte, beide Brautpaare!“, brüllten diese roten Teufel plötzlich ohrenbetäubend laut über die Gesellschaft und brav folgten wir ihrer Aufforderung, den Traditionen Folge zu leisten.

Unter einem Baum war ein Tisch aufgebaut, der mit Blumengirlanden verziert war. Beleuchtet wurde er von magisch schwebenden Lampions.

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Darauf standen zwei große Torten sowie andere süße Nachspeisen prächtig dekoriert. Es war ein wahrhaft schöner Anblick und wäre mit Sicherheit eine Inspiration für Lucius.

http://studiocakes.com.au/wp-content/uploads/Studio-Cakes-Garden-Wedding-101.jpg

Hinter einer weißen Torte, die mit braunem Zuckerguss übergossen worden war, gekrönt mit Wiesenblumen, nahmen Tonks und Lupin Aufstellung, daneben bezogen Potter und seine Frau Stellung. Ihre Torte war eine wahrlich kitschige, sehr märchenhafte Ausgabe und erinnerte an diesen unsichtbaren Kürbis.

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Es war ein weißes, detailverliebtes Schloss, verziert mit echten Blüten. Potter stand wacker, wie ein echter Mann, hinter dem Ungetüm, während seine Angetraute ganz gerührt schien über dieses Meisterwerk der Backkunst.

„Na los, schneidet an, ich verhungere!“ Das konnte wahrlich nur Weasley von sich geben und ich schaute ihn auch dementsprechend abwertend an, sodass er ganz rote Ohren bekam.

Als die Tortenstücke rumgereicht wurden und ich wusste nicht, wie ich es sagen sollte, wenn ich ein Stück von der Torte des Wolfes gegessen hätte, hätte ich brechen mögen, so hielt ich mich großzügiger Weise an Potter.

Es schmeckte wirklich sehr gut und während Draco das etwas widerspenstige Biest fütterte, welches wenig begeistert aussah, veränderten sich die Tische wieder und sie wurden zu nur noch einer langen Tafel. Damit war nun Platz, um den üblichen Tanz zu beginnen.

Ich hielt mich in dieser Zeit im Hintergrund und beobachtete alles, jeder und alles tanzte mit jedem, aber nicht mit mir!

Während Hermione gerade mit Potter das Tanzbein schwang wurde meine illustre Einsamkeit empfindlich gestört.

„Severus.“

„Was willst du, Draco?“, murrte ich nach diesen anstrengenden Stunden leicht enerviert.

„Wegen Irland…“

„Schweig still!“, fuhr ich ihn unterbrechend an und wirbelte zu ihm herum.

Ich warf ihm einen tadelnden Blick zu. Was dachte er sich? Man machte doch alles nur noch schlimmer, wenn man das Offensichtliche aussprach!

Ich war weder dumm noch minderbemittelt, was man von meinem direkten Umfeld nicht behaupten konnte, wie ich mir mit widerwillig verzogenen Zügen eingestand. Aber ich hatte schon vor den Ferien geahnt, dass Draco die Schüler über dieses Camp wegbrachte. Dass er sie in einer Burg in Irland sammelte, war mir gleich. Diese Brut war somit weit weg und in Sicherheit, was sollte ich mich weiter mit ihnen tangieren? Also warum noch weiter mit delikatem Wissen belasten?

Das leidenschaftliche Horten von Geheimnissen lag eher in Lucius‘ Metier denn in meinem Interesse!

Das Einzige was mich fesselte war Gellert Grindelwald, ein hochspannender Mann und diese unterirdischen Katakomben, deren Mystik mit Händen zu greifen war. Aber ich war ein Mann, der sich zügeln konnte.

„Warum?“, unterbrach nun Draco meine verlorenen Gedanken.

„Weil es unnötig ist, mich in Kenntnis zu setzen“, zuckte er bei meinen rauen und wenig aufmunternden Worten zusammen und runzelte über mich die Stirn, was mir ein Seufzen entlockte und mich dazu brachte, ihm meine Hand auf die Schulter zu legen.

„Draco, sei dir gewiss, dass du dort Großes vollbringst! Nur halte es weiter unter Verschluss“, riet ich ihm.

„Ich hätte es dir nie offenbart, wenn SIE nicht fast…“

„Das ist mir bewusst“, gab ich flüsternd von mir, während meine Hand von seinen Schultern glitt und ich mich zurückzog.

Was mich jedoch interessierte war, wie viel Lucius vom Treiben seines Sohnes wusste und wie er reagieren würde, wenn er erfuhr, in welch andere Richtung als er selbst sich sein Sohn entwickelte. Aber ich war geduldig und diese Fragen würden warten können.

Die Sonne erhellte den Garten kaum noch, aber die magischen Lampions gaben sehr sanftes Licht ab und bald wurde es mir gar zu sehr romantisch. Der dunkle Nachthimmel erstrahlte schließlich wie eine Kuppel von kleinen Lichtern über dem Fest. Auch die Baumstämme waren beleuchtet, alles sehr stimmungsvoll. Als ich bemerkte, wie Hermione mit Rangok und Adair um das Haus herum verschwand, war der passende Moment gekommen.

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Ich trat auf Potter zu, der gerade mit den teuflischen Twins scherzte.

„Die Hochzeit ist himmlisch, ihr beide habt euch wirklich selbst übertroffen!“, lobte er überschwänglich und die Blumenwesten der jungen Männer wurden bedenklich eng.

„Potter!“, knurrte ich, was ihn sofort zu mir herumwirbeln ließ.

„Sir“, meinte er bei meinem Anblick recht zaghaft.

„Die Herrschaften haben anderes zu tun“, bestimmte ich, daraufhin sahen die Twins zu, dass sie sich trollten. „Potter, ich möchte mich verabschieden!“

„Sir, natürlich, Sir, ich freue mich, dass Sie derart lange geblieben sind“, zeigte sich Potter von einer neuen Seite, einer Seite, an die ich mich gewöhnen könnte, so wedelte ich abfällig mit meiner Hand zu ihm.

„Nur keine Sentimentalitäten“, murrte ich daher und griff in die Innentasche meines eingeschnittenen Gehrocks und hielt ihm einen Briefumschlag entgegen, dabei blinzelte Potter hinter seiner Brille wie eine blinde Eule.

„Sir?“, kam es sehr unsicher von ihm, woraufhin ich mit den schwarzen Augen rollte.

„Ihr Hochzeitsgeschenk von mir… absolut nichts Besonderes, also denken Sie sich nichts dabei“, schnauzte ich daher ungehalten und wandte mich brüsk ab, entschwand eilig, aber im Augenwinkel nahm ich wahr, wie Hermione neben Potter auftauchte und beide den Umschlag öffneten.

Gerade erreichte ich die Vorderseite des Cottages, da hechtete ein grüngraues Kleid schillernd durch die Dunkelheit der Nacht auf mich zu.

„Severus, warte!“, rief sie laut.

„Was willst du?“, knurrte ich nur genervt auf und warf ihr einen todesverachtenden Blick zu, auf dass sie schweigen sollte. Natürlich konnte sie dies als plapperndes, weibliches Wesen nicht, das verstand sich von selbst.

„Dich“ meinte sie übermütig und schlang ihre Arme um meinen Nacken. Sofort fassten meine Hände ihre Hüfte und ich hielt sie ein wenig auf Abstand. „Danke, Severus, das war ein wohlüberlegtes, ein gebührendes Geschenk!“, haspelte sie hervor, dabei hob ich langsam meine Braue, während sie sich noch immer eng an mich zu pressen versuchte.

„Es freut mich, wenn es deinen Zuspruch findet!“, erklärte ich daher ruhig, etwas überrumpelt durch ihre überschäumende Reaktion, während sie sich von mir losriss, um mir mit großen braunen Augen in die meinen zu blicken.

„Und du wolltest es wirklich hergeben?“, fragte sie leise, mit hörbarem Zweifel im Ton.

„Ja… schließlich wollte ich es verbrennen“, rief ich ihr recht sparsam in Erinnerung.

„Nein, das wolltest du nicht!“, meinte sie daraufhin sehr ernst und schüttelte ihr lockiges Haupt, worauf ich nichts erwiderte, sondern ihr zum Abschied nur lange in die Augen blickte, denn ich meinte es, wie ich es sagte, was auch immer sie sich einredete.

„Du könntest mir beizeiten mal ein Bild von dir geben!“, zeigte ich mich selbst für mich überraschend leutselig und schmunzelte süffisant, da sie sichtlich sprachlos war. Ein Umstand, der nicht allzu oft vorkam und bevor sie reagieren konnte, verschwand ich und verließ endgültig das Fest.

Severus Sicht Ende

Dracos Sicht

„Puhh, diese Hochzeit war mir vielleicht zuckersüß“, kam es leicht ermattet von mir, während wir am runden Frühstückstisch saßen und das Licht durch die offenen Terrassentüren meiner Villa in Dublin fiel, da ich sie am späten Abend hierher entführt hatte.

„Naja, sie war weniger protzig als das, was wir in Irland erlebt haben“, murmelte sie müde, weil die Nacht eher zum frühen Morgen geworden war.

„Dass Severus da war, hat mich gewundert. Warum bist du ihm hinterhergelaufen?“, kam ich nun zu der Frage, die mich die ganze Zeit beschäftigt hatte, nachdem ich beobachtete hatte, wie Potter ungläubig in den Umschlag gestarrt hatte. Und vor allem, nachdem sie einen Blick hineingeworfen hatte und dann Severus hinterhergeeilt war, wollte ich wissen, was er Potter gegeben hatte.

„Draco?“

„Ja…?“, kam es sehr zweifelnd von mir, da mir ihr Blick nicht gefiel.

„Das ist eine Sache zwischen Harry und Severus… und ja, ich weiß es zwar, aber mir steht es nicht zu, darüber zu sprechen… und nein, unterbrich mich nicht! Das hat nichts damit zu tun, dass ich es dir nicht sagen möchte, oder dergleichen… sondern nur, dass es nicht mein Butterbier ist! Wenn es dich interessiert, frage Severus, oder eben Harry“, verkündete sie mit einer sehr endgültigen Miene.

„Das hört sich geheimnisvoll an“, murmelte ich unzufrieden, während ich mit der Kaffeetasse vor mir spielte.

„Das ist es nicht… nur Vergangenheit und eben nicht meine“, schien sie wirklich aufrichtig, während sie mit einem Fuß auf dem Stuhl lümmelte und eine Locke lässig auf ihrem Zeigefinger rollte.

„In Ordnung… wenn du es wünscht, aber dir ist bewusst, dass du, seitdem du mit Severus weg warst, anders mit ihm umgehst? Wo wart ihr? In Spinners End… kann es da gemütlich sein?“, fragte ich eindringlich und wurde mir ihrer sofort abweisenden Miene bewusst.

Es gefiel mir nicht, zu erleben, wie vertraut sie seit neuestem mit Severus wirkte. Sie schien mit ihm eine Basis gefunden zu haben, die wir langsam zu verlieren schienen und an deren erneutem Aufbau ich seit meiner Rückkehr von den Veela zu arbeiten versuchte, dennoch fragte ich mich zweifelnd, ob es an mir oder an Vater lag.

Als sie bedächtig von ihrer Tasse nippte, um mir dann fast mit einem wehmütigen Lächeln entgegen zu sehen, wurde mir gegenwärtig, dass sie mir nicht antworten würde und rümpfte die Nase, aber ich wollte nicht weiter insistieren.

So verbrachten wir angenehme Stunden gemeinsam in schöner und trauter Zweisamkeit, bis wir zusammenschraken, da es im Kamin, der im Salon stand, rauschte.

Sofort sprang ich auf, denn das konnten nur schlechte Nachrichten sein, die da kamen. Nur Marcus hatte Zugang durch das Flohnetzwerk hierher in mein Haus.

„Fuck!“, murrte ich, während sie mir besorgt sofort folgte. „Marcus!“, brüllte ich schon los, wenngleich ich ihn noch nicht sehen konnte, das war die Crux an großen Häusern.

„Draco… ich lass die VenTes ausrücken“, rief er mit seiner tiefen Stimme schon volltönend zu uns.

„Warum?“, schlitterten wir um die Kurve, als ich mich gedanklich von der gemütlichen Zeit mit meiner Freundin verabschiedete und den Krieg zum Teufel wünschte.

„Weil die Twins sich gemeldet haben… die Kacke ist am dampfen!“, sah er schrecklich aus, blass und übernächtigt, während er sich durch sein Haar fuhr, das wirr von seinem Kopf abstand.

„Warum?“

„Also, heute war ein überschwänglich positiver Nachruf von Elphias Doge im Tagespropheten“, wedelte er mit der Zeitung vor meiner Nase rum. Ich grabschte daraufhin danach, warf einen raschen Blick darüber und stöhnte laut auf.

Aus dem Artikel ging hervor, dass Dumbledore und Doge nach ihrem Schulabschluss eine gemeinsame Weltreise geplant hatten. Doch diese Reise hätte Elphias Doge allein antreten müssen, weil Albus' Mutter kurz davor tödlich verunglückt war und Albus für seine jüngeren Geschwister hatte sorgen müssen. Dabei dementierte Doge vehement die von der Presse geschürten, nachträglichen Zweifel an Dumbledores Integrität und stellte sich selbst nach dem Erscheinen der Biographie vollständig auf die Seite des ehemaligen Schulleiters.

„Wie kann man nur so hohl sein?“, rief ich aufgebracht über diese bodenlose Provokation, die dieser Zeitungsbericht darstellte und schmiss das Papier Hermione zu, die es geschickt fing.

„Was passiert?“

„Nun, ich weiß nur das, was der Patronus der Twins sagte, ich hab da nicht so ganz durchgeblickt… deshalb hört genau zu. Sie meinten: „Dass ihr BESTER Bruder zu ihnen kam, da er ein Treffen mit einem Strähnchen gehabt hätte, als dieser sauer ankam und meinte, dass einige Freunde von ihm planen würden, diese positiven Typen, die nicht wüssten, wenn sie schweigen sollen, mal etwas Feuer unterm Hintern zu machen!“

„Charlie und Scabior!“, riefen ich als auch Hermione gleichzeitig, wie aus einem Mund.

Anscheinend hatten die zwei sich wieder getroffen und Scabior hatte Nachrichten, die Charlie anscheinend gleich an seine Brüder weitergegeben hatte, die wiederum die VenTes informierten, das nannte ich mal durchorganisiert.

„Wir kommen mit!“, bestimmte ich sofort und Hermione ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sie es ähnlich sah.

„Das dachte ich mir“, zeigte Marcus auch eine gewisse Resignation.

„Draco… ich komme mit, aber auf der Seite der DeathEater… das ist meine Seite… geh du zu deinen Leuten“, rissen mir diese Worte fast den Boden unter den Füßen weg.

„Hermione…“, hauchte ich entsetzt.

„Du weißt, dass ich recht habe, oder?“, meinte sie eindringlich und berührte mich an der Schulter. „Nur dort kann ich besser helfen.“

„Doge wohnt in Godrics Hollow!“, raunte Marcus dazwischen, dem nicht entging, dass wir nicht einer Meinung waren.

„Na gut, dann beeile dich… wir sehen uns dort!“, gab ich mich geschlagen, da meine pragmatische Seite die Oberhand gewann.

Begeistert war ich nicht, denn als Gegner würden wir uns somit gegenüberstehen, als sie sich in ihre Klamotten zauberte und Marcus recht sprachlos auf die maskierte Hermione starrte, die ihn mit schief gelegtem Kopf maß, während ich mich in das Outfit der VenTes hüllte.

„Wow“, murmelte Marcus ergriffen, als sie sich zu mir wandte.

„Pass auf dich auf!“, meinte ich noch inbrünstig.

„Immer doch, Draco“, raunte sie mir zu, dabei konnte man ihre Freude, sich ins Gefecht zu werfen, fast mit Händen fassen und das war unfassbar.

„Komm, Marcus… lass uns gehen“, meinte ich dann irgendwie wehmütig, denn Hermione war schon appariert, während ich mit Marcus hinweg zur Burg eilte.

„Du weißt, sie ist nicht ganz richtig… oder?“, sprach mich Marcus dann ungefragt von der Seite her an und meine Augen verengten sich zu Schlitzen.

„Marcus!“, drohte ich seidig.

„Hey, sie freut sich darauf!“, meinte er dann recht brüsk.

Damit nahm er mir den Wind aus den Segeln, denn zu meinem Leidwesen stimmte es. Anscheinend war die Hochzeit gestern mit zu viel Zuckerguss für sie gewesen, sodass sie sich nach etwas Action und Aufregung sehnte, aber eine wirkliche Erklärung war das auf keinen Fall für ihre unpassende Freude daran, in den Kampf zu ziehen, ganz gleich auf welcher Seite.

„Sie mag halt Abwechslung!“, versuchte ich, es lapidar abzutun und erinnerte mich an die Jagd im Wald. Sie genoss diesen Kick aus vollem Herzen und auch ich konnte dem Nervenkitzel durchaus etwas abgewinnen, dafür hatte schon meine Erziehung gesorgt, die Jagd gehörte für mich seit frühester Jugend dazu.

Nur dass Hermione derart auf den Kampf abfuhr, war unerklärlich!

„Leute umbringen? Alles klar, Dean Thomas hat nach dem in den Katakomben und was sie in seiner Wohnung abgezogen hat noch immer einen mächtigen Schaden!“, schob Marcus auch schon unnachgiebig hinterher und ich knurrte unter meiner Pelerine auf.

„Sie hat seine Familie gerettet!“, stieß ich böse hervor, als Marcus boshaft auflachte.

„Rede es dir nur schön!“, schüttelte mein Stellvertreter sein bedecktes Haupt. „Hier, fass an, die anderen sind schon unter Adrians und Blaises Führung nach Godrics Hollow gegangen!“

„Dann los!“, sprangen wir und kamen am noch beschaulichen und ruhigen Ortseingang von Godrics Hollow an und doch wies uns schon das Dark Mark den Weg.

Wir liefen rasch, aber auch lautlos los, nur lange mussten wir nicht suchen, da das Haus des alten Doge am Dorfeingang stand und sich die VenTes schon in ein heftiges Gefecht mit den DeathEatern geworfen hatten.

Ich machte Hermione aus, wie sie ihren Zauberstab schwang und einen meiner Leute recht grob ausknockte und ihn hart gegen die Wand prallen ließ. Da er, oder sie, umgehend zusammenbrach entging er, oder sie, wenigstens dem Avada, den Crabbe Senior gerade sprach, wobei somit der grüne Strahl des Fluches ins Mauerwerk einschlug.

Es waren die üblichen Verdächtigen, die sich hier tummelten und es wunderte mich nicht, dass Hermione schnell zu den DeathEatern gefunden hatte. Das kleine Haus brannte schon lichterloh und Menschen schrien in dem Chaos wild durcheinander.

Die DeathEater hatten mit dieser Gegenwehr und dem Erscheinen von uns nicht gerechnet, das bemerkte man aufgrund der Verhältnisse. Soeben warf sich ein VenTes wagemutig in die Schlacht, um seinem Kameraden zu helfen. Die Zauber blitzten rasant durch den Himmel und natürlich richtete sich die Wut meines Mannes gegen Hermione, da sie einen VenTes in die Bewusstlosigkeit geschickt hatte.

Sie lieferten sich ein blitzendes Gefecht, aber sie schien sich nicht wirklich anzustrengen und mit spielender Leichtigkeit die Oberhand zu behalten.

Doch meine Beobachtung wurde unterbrochen, da ganz plötzlich ein Fluch ganz nah über meinen Kopf entlangfuhr und mich nur mein Schutzschild vor einer Verfluchung schützte. Ich reagierte sofort und schickte einen Stupor auf meinen Angreifer, welchen ein zweiter DeathEater parierte und mich dann mit einem Bombarda in den Hintergrund drängte, da ich ausweichen musste.

Der DeathEater richtete diesen Sprengfluch auf den Boden und als der Fluch einschlug, barst die Erde auf und Klumpen rieselten hart auf uns nieder.

Sofort raffte ich mich auf und schickte rücksichtslos einen Avada auf den Aggressor, der so selten dämlich war, mehr oder weniger hilfreich in den grünen Fluch hineinzustolpern. Der leblose Körper fiel dumpf auf den Boden, sofort lärmte ein schriller Schrei in meinen Ohren.

„Arrrr, NEIN… ich bring dich um!“, brüllte irgendjemand auf.

Dieser jemand stürzte sich Flüche schleudernd und rachsüchtig auf mich. Ich reagierte und agierte und doch trieb mich dieser Zweikampf immer mehr zu den Bäumen am Waldrand zurück, bis mir eine fiese Idee kam. Warum nicht, wer nicht wagemutig war, würde diesen Kampf nicht gewinnen, so ließ ich ein starkes Schutzschild entstehen, drehte mich rasant um und hastete wenig heldenhaft davon. Ich rannte ein Stück auf die Bäume zu. Es wirkte, als hätte ich die Flucht ergriffen.

„Du Feigling!“, keifte auch sofort mein Häscher hinter mir her, da er mich natürlich, wie erhofft, verfolgte.

Schließlich stoppte ich abrupt und wirbelte herum, dabei ging ich geschmeidig in die Knie und zielte auf mein nächstes Opfer.

Nacheinander schoss ich drei Starke Flüche in rasanter Reihenfolge ab. Ein wahrer Salvenregen ging auf den DeathEater runter. Den Ersten Fluch konnte er noch mit einem wackeren Sprung zur Seite ausweichen, aber der zweite donnerte grell aufleuchtend gegen sein Schutzschild und sprengte es schließlich in seine Einzelteile, während der dritte bunte Strahl ebenfalls ins Leere einschlug, da er diesem mit einer Drehung auswich.

Aber ohne innezuhalten schoss ich weiter und als mein Araneum-Zauber aus meinem Stab herausbrach und silbrig leuchtend auf ihn zu sauste, schlug dieser brachial in seinen ungeschützten Rücken ein.

„Arrrrr!“, schrie der Getroffene gepeinigt auf.

Sofort zierte meine verdeckten Züge ein fieses Lächeln, als der Fluch seine Wirkung tat, da sich die silbernen Fäden in unglaublich rascher Geschwindigkeit ausbreiteten.

Abertausende von Fäden schossen hervor, wörtlich bedeutete der Zauberspruch Spinnennetz. Viele dünne Fäden gingen sternenförmig von seinem Körper weg und die Fäden suchten sich ihren Weg zu den Bäumen, zogen ihr Opfer unbarmherzig in die Luft und nahmen ihn wie eine Fliege im Netz gefangen.

Das Schwarzmagische an dem Fluch war, dass die Fäden sich wie Widerhaken in seine Haut eingegraben hatten, aber dies Millimeter neben Millimeter an den Rändern seines ganzen Körpers entlang, sodass der Getroffene an sich wie von abertausenden von Nadeln durchlöchert wurde und sich die Haken durch seine Haut bohrten, während die dünnen silbernen Fäden ihn zur Bewegungsunfähigkeit verdammt in der Luft hielten.

Es war schmerzhaft und seine gepeinigten Schmerzensschreie übertönten selbst den Kampfeslärm, während er akkurat von meinem Zauber aufgenäht wurde und ich mein glitzerndes Werk bewunderte.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich kämpfte, denn ich hatte kein Sekunde gezögert, mich ins Gefecht zu werfen als ich ankam und verfolgte gerade, wie sich in dem dunklen Waldhain zu meiner rechten ein silbriges, spinnennetzartiges Gewebe manifestierte, das einen Mann in seiner Mitte gefangen hatte. Ein durchwegs beeindruckendes, aber umso schmerzhafteres Kunstwerk, wie die gequälten Schreie malerisch dokumentierten.

„Shit, mein Port geht nicht!“, erkannte ich sofort Lees Stimme soeben hinter mir, als er mit dem mehr oder minder ohnmächtigen Doge aus dem lodernden Haus stolperte, um dann mit einem mehr als lauten Plopp zu apparieren.

Sofort war ich herumgewirbelt, aber er hatte schlauerweise nicht gewartet und anscheinend waren die DeathEater noch nicht dazu gekommen, eine Anti-Apparitionssperre zu zaubern, oder aber es war eine Falle! Was auch immer, ich musste schnell sein.

„Ich verfolge sie!“, schrie ich eilig, bevor ich mich geschwind aufmachte, denn wenn der Port nicht ging, mussten wir aufpassen, dass er nicht aufgespürt wurde. Aber ich hatte im Gespür, wohin Lee gehen könnte.

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