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 Kapitel 477-478

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 477-478   Mi Sep 03, 2014 6:01 am

477. Kapitel Eine Bootsfahrt, die ist lustig…

Hermiones Sicht

Nachdem Harry Warrington mehr oder weniger in seine Einzelteile zerschnitten und entweidet hatte, um sprichwörtlich in dessen Überresten zu baden, sahen ich als auch Ron ebenfalls aus wie in Blut getränkt, da wir ruhig neben Harry ausgeharrt hatten.

Nur wir zwei waren bis zum bitteren Ende im Dachgeschoss geblieben und hatten gewartet, bis Harry mit seiner Rache fertig war. Selbst Draco war irgendwann gegangen, mit den Worten, dass er die VenTes wegbringen würde, damit sie uns nicht derart blutbesudelt sähen und ihr Bild über uns, als die Rechtschaffenden der angeblich guten Seite, behalten könnten!

Dabei bat er Ron noch im Gehen, dass er darauf achten sollte, dass wir diese Sauerei aufräumen würden, damit niemand rausfinden könnte, was wir verbrochen hatten.

Ich gab ihm recht, niemand sollte wissen, dass Harry sich gerade den Namen „Jack the Ripper“ zu Recht verdient hatte!

Von Warrington war wirklich nicht mehr viel übrig!

Als wir nach einem letzten, sehr mitleidlosen Blick das Haus verließen und über die Toten der Schlacht stiegen, fanden wir noch die Lebenden aus dem Garten, die von den VenTes gefangen genommen, betäubt und im Foyer gefesselt worden waren. Keiner von uns schenkte ihnen Aufmerksamkeit, während wir durch die Tür nach draußen gingen und sie wimmernd und bettelnd zurückließen.

Wir drei verließen das Haus. Mittlerweile dämmerte der Abend und schließlich standen wir vor einem brennenden Haus, das lodernd und bedrohlich im Abendrot erstrahlte und die Beweise unserer bestialischen Tat an dieser Familie auslöschte. Während wir drei unbewegt auf die hellen Flammen starrten und uns nicht rührten, kam mir der Gedanke, dass es den Einsätzen der VenTes, die ich mitbekommen hatte, sehr ähnlich kam, denn damals hatten das Haus der Wilkins oder das von Doge am Ende auch lichterloh gebrannt.

„Und nun?“, wagte ich nach langer Zeit vorsichtig in die allumfassende Stille zu fragen, die nur durch das Knacken und Knistern des Feuers unterbrochen wurde.

Mittlerweile hatten wir schon Nacht und die Finsternis war drückend über uns hereingebrochen. Harry starrte weiterhin wie gelähmt auf das niederbrennende Haus, den in dem flackernden Licht tanzenden Ruß und die zu uns treibenden Aschepartikel, während Ron und ich weiter warteten, als Harry plötzlich die Stimme erhob.

„Ich brauche Abstand… Ruhe und das Alleinsein… ich kann jetzt nicht nach… nach… nach Hause… das… das geht nicht!“, stockte Harry, unterbrach damit sein langes Schweigen und ich warf Ron einen langen Blick zu, den er stoisch erwiderte und kommunizierte, dass er meinen Wunsch verstand und annahm. „Das ist unmöglich für mich.“

„Das ist nicht nötig, ich werde ins Cottage gehen und es allen sagen!“, bot Ron daraufhin gefasst an.

Ron würde es Astoria beibringen müssen, keine dankbare Aufgabe, aber er wirkte sehr fest und ein Dank war nicht nötig, denn Harry ließ nur geschlagen sein Haupt sinken, als würde ihm die Erleichterung, dass er es nicht tun musste, die letzte Spannung aus dem Körper nehmen.

„Ich werde pünktlich am Bahnhof sein. Sucht mich bitte nicht. Sollte etwas sein, habe ich die Münze und meinen Patronus!“, entgegnete er daraufhin wegwerfend und wir beide maßen ihn besorgt. Ich kämpfte gegen das Verlangen an, ihn beschützen zu wollen, ein absolut abstruser Traum.

„Wie du wünschst!“, sprach ich dem leidgeplagten Mann vor mir mein vollständiges Vertrauen aus, dann apparierte ich umgehend und hoffte, dass Ron ähnlich einfühlsam agieren und Harry allein lassen würde.

Ich stolperte nach meinem Sprung aufgrund einer gewissen Erschöpfung. Diesen Tribut forderten die letzten, nicht wirklich erholsamen Tage und Nächte.

Dabei wankte ich aufgrund so vieler mich belastender Fragen und ich wusste nicht, ob es richtig war, den trauernden, traumatisierten und leicht irren Harry sich selbst zu überlassen?

Aber was sollte ich tun? Auch an mir zehrten die letzten Erlebnisse, die als mehr als grenzwertig zu bezeichnen waren.

Ich wollte weiter auf unsicheren Beinen vorwärtskommen, doch da wurde ich schon aufgehalten, ein starker mich stützender und haltender Griff um meinen Oberarm hielt mich und ich sah mich Auge in Auge gegenüber von Lucius, der mich mit unleserlichem, sturmgrauem Blick maß, welcher mich unwohl schlucken ließ. Mich ihm jetzt mit meinem angeschlagenen Gemüt zu stellen war gewagt.

„Wo kommst du denn her? Und auch noch derart abstrakt bemalt?“, umschrieb er dezent die Blutspritzer, die mich über und über zierten, dabei war ihm nicht anzuhören, was er von meinem Aufzug hielt.

„Mhhhh!“, quälten sich aus meiner Kehle keine wirklichen Worte, da ich keine hatte und er verengte sofort misstrauisch die Augen.

„Was ist passiert?“, raunte er plötzlich hörbar besorgt.

Sofort presste ich meine Lider zusammen, um alles auszuschließen, worauf ich von ihm total überrumpelt wurde, denn im nächsten Augenblick fühlte ich den Sog einer Apparition und wankte gegen Lucius, der mich sehr fest hielt.

Ich spürte, wie ich übergangslos den Boden unter den Füßen verlor und wie eine zu leichte Puppe hochgehoben wurde, nachdem der Ortswechsel vorbei war.

Erschrocken riss ich die Augen auf, sah mich jedoch mit der Tatsache konfrontiert, an einem mitternächtlichen See zu sein, der recht groß, aber auch verwunschen wirkte, durch verknöcherte, alte, verwachsene Weiden am Ufer, die ihre langen Äste bis hinab auf die glatte Wasseroberfläche hängen ließen, während der Mond sein sanftes Licht auf diese idyllische Szenerie warf.

Was für ein starker, fast schon schmerzhafter Kontrast zu den blutroten Flammen vor ein paar Minuten, die sich auch in mein Herz gefressen hatten.

„Was? Wo?“, wagte ich überrumpelt zu fragen, während wir einen Steg betraten.

Zu meiner großen Verwunderung hielt er mit mir auf den Armen zielstrebig auf ein Boot zu, das grob in zwei Bereiche unterteilt war. Im hinteren Teil befanden sich sechs Ruder, die für den Antrieb sorgten und im vorderen Bereich konnte ich einen recht offenen Holzaufbau erkennen, der eher einem Pavillon an Land als einem Bootsaufbau glich, nur dass er weniger hoch war. Dieser Aufbau sollte nur dazu dienen, Schatten zu spenden, sich zu verkriechen, zu meiner Verfassung passend, denn darunter befand sich eine große Fläche, die mit opulenten Kissen ausgelegt war

Lucius reagierte weder auf meine Fragen noch ließ er mich herunter. Er sprang leichtfüßig ins Boot, das sofort auf magische Art und Weise ablegte. Das passierte viel zu schnell, wie ich fand, denn das Ufer entschwand in der Dunkelheit der Nacht und dann flog ich auch schon plötzlich nach Atem schnappend durch die Luft.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

„Ahhh!“, verschluckte es ihren lauten Schrei, da das Wasser hoch über ihr zusammenschlug.

Prustend und rudernd versuchte sie wieder an die Oberfläche zu stoßen. „Lucius!“, rief sie empört und keuchte und hustete Wasser. „Lucius, was sollte das?“, meinte sie sichtlich aufgebracht, als sie wieder auftauchte, während das Wasser auf ihr glitzerte und die Blutspitzer von ihr wusch.

„Du hättest dich sehen sollen, du musstest ins Wasser!“, erklärte ich reichlich blasiert und betrachtete dieses ungewöhnliche Bild einer nächtlichen Bootsfahrt.

„Und eine Dusche reicht nicht?“, fauchte sie erregt, wobei jetzt wieder etwas Leben in ihren Augen Einzug gehalten hatte. Dafür lohnte es sich, dass sich ihre Wut soeben auf mich fokussierte.

„Hätte dich eine Dusche aus deiner Lethargie befreit?“, fragte ich daher seelenruhig von oben herab.

Sie durfte behaupten was sie wollte, sie hatte die Anzeichen eines Schocks gehabt, da konnte mir einer erzählen was er wollte. Dergleichen erkannte ich doch noch immer, also war mein unorthodoxes Eingreifen erforderlich gewesen und ich war ihr doch zu gerne in allen Lebenslagen behilflich.

Nun begann sie sich über das Gesicht zu wischen und schwamm dann langsam auf mich und das Boot zu. Sie hielt sich an der kleinen Leiter fest und beim Einstieg half ich ihr gewohnt galant. Nachdem das eingetrocknete Blut von ihr verschwunden war, sah sie gleich weniger wild und ungebändigt aus im sanften Schein der Lampen und Fackeln, die das Boot erhellten, wenngleich sie das Boot zu ihren Füßen voll tropfte. Großzügig, wie ich war, hielt ich ihr nach einem Schnipsen mit meinen Fingern ein sehr großes Handtuch entgegen, das ich ihr noch fürsorglich umlegte.

Doch sie schrak ein wenig vor der Berührung zurück, was mich noch skeptischer werden ließ. Während sie sich nun etwas abwandte um sich abzutrocknen und ihr Blick in die Ferne der Nacht gerichtet war, hatte ich Zeit, unbemerkt von ihr, meinen Zauberstab aus meinem Gehstock zu lösen und auf sie zu zielen.

„Hey, was soll das?“, fuhr sie auch sofort zu mir herum, da ihr nicht verborgen bleiben konnte, was ich an ihr verändert hatte, während ein maliziöses Lächeln meine Lippen umspielte. „Lass das!“

„Ich finde es sehr ansprechend!“, verkündete ich zufrieden und betrachtete genüsslich ihren straffen und trainierten Körper in dem knappen Bikini, den ich so frei gewesen war, ihr anzuhexen und reichte ihr ein zweites Handtuch, da das total durchnässte mit verschwunden war.

„Sehr witzig!“, murrte sie und schlang nun das Handtuch eng um sich, um sich vor meinen Blicken zu bedecken.

Doch ich hatte noch das Malfoy M auf ihrem Bauch sowie das S von Severus an ihrem Oberschenkel erahnen können und dabei auch das ein oder andere Merkmal ausmachen können, das ihren Körper zeichnete und ihre ganz eigene Geschichten erzählte, auch der Biss des Vampirs stach etwas weißer als Narbe von ihrem Hals ab.

„Setz dich!“, befahl ich daher fordernd und überging ihren Protest nonchalant.

So deutete ich auf die mit opulenten Kissen ausgestattete Liegefläche im vorderen Teil des Bootes, während ich lässig zur versteckten Bar schritt um uns etwas zu trinken einzuschenken.

Das Boot schaukelte gemütlich unter uns und fuhr auf dem Wasser gleitend dahin. Es war die Nacht und der Beginn des letzten Ferientages und doch hing er anscheinend nur voll dunkler Wolken für sie.

Das erzählten mir alleine ihre leblos und unglücklich blickenden Augen. Irgendetwas bedrückte sie enorm. Es war für sie ungewohnt, ihren Gemütszustand so offen zu zeigen, oder aber nicht verstecken zu können, denn sonst konnte man nur sehr schwer in ihr lesen, aber gerade war es mir erschreckend einfach möglich.

„Trink und dann erzähle!“, setzte ich mich zu ihr, dabei drückte ich ihr sehr fest das Glas in die Hand.

„Lucius, lass es gut sein!“, bat sie leise, fast flehend, während sie wieder meiner Berührung auswich.

Sofort raffte sie das weiche Handtuch enger um ihren spärlich bekleideten Körper und zog die Beine an, sodass sie sich weiter hinten auf die Kissen setzen konnte.

„Sprich es aus!“, forderte ich dann nochmal, denn ich wusste, sie vergrub die Dinge nur zu gern in sich und dies erschien mir zu wichtig, als dass sie es so übergehen sollte.

„Ich will nicht!“, begehrte sie mit außergewöhnlich gereizten Nerven gesegnet auf.

Rasant war ich bei ihr, drängte sie mit meiner Körperlichkeit zurück, sodass sie einen Augenblick später auf dem Kissen lag und nun zu mir hinauf blinzelte. Als nächstes flog das Glas unbeachtet aus ihren Händen und lief aus, da ich es ihr aus der Hand geschlagen hatte.

„Im Guten, ich will wissen, was dich derart mitgenommen hat!“, hisste ich ihr entgegen, dabei drückte ich grob ihre Schultern nieder.

„Im Guten, ich werde es dir nicht sagen!“, offenbarte sie ihren sturen Schädel, wiederholte deutlich betont meine Worte und dabei entwischte mir ein fast höhnisches Lachen.

„Wage es nicht, mich herauszufordern“, drohte ich seidig, aber in meinen Augen musste sie erkennen können, wie ernst es mir war, denn plötzlich drehte sie ihr Haupt in einer ergebenen Geste zur Seite, als könnte sie meinem fordernden Blick nicht mehr standhalten.

„Harry…“, stieß sie daraufhin mit einem Hauchen aus, um sofort wieder zu verstummen.

„Potter?“

„Nein… ich… bitte… ich will es nicht sagen!“, bat sie flehentlich und wich meinem Blick weiterhin aus, während ich über ihr aufragte.

Ich konnte verfolgen, wie sie mit sich kämpfte. Ich erkannte, dass etwas Großes passiert sein musste, während ich mich ihr beständig näherte und sie sofort ihre Hände gegen meine Brust stemmte.

„Nicht!“, wisperte sie rau, dabei sah sie mich endlich wieder mit riesigen Augen an.

„Was denn, Liebes? Soll ich das nicht tun?“, wisperte ich tief und im nächsten Augenblick lagen meine Lippen auf ihren.

Schneller als sie in ihrem angeschlagenen Zustand reagieren konnte, begann ich sie bestimmt, leidenschaftlich und vor allem fordernd zu küssen.

Man bemerkte, dass ihr Verstand es ihr verbot, aber das Erlebte ließ sie nachgiebig werden. Sie ließ sich etwas sträubend in den Kuss fallen, erwiderte ihn im Verlauf geradezu ertrinkend, doch ihre Hände blieben untätig und vielleicht auch überfordert an meiner Brust liegen. Ich spürte, sie war sich unsicher, ob sie mich wegstoßen oder zu sich ziehen sollte.

Hin und her gerissen zwischen Moral und Leidenschaft!

Unser Kuss dauerte an, raubte uns beiden den Atem, dabei wurde sie immer williger unter mir, bis ich mich leicht atemlos von ihr löste.

„Siehst du! Versuche zu vergessen…“, bot ich das Einzige was ich geben konnte an, denn nichts würde ungeschehen machen, was passiert war, was immer es auch war.

Dann lagen meine Lippen fiebrig an ihrem Hals und glitten daran entlang, ich leckte über Sanguinis Biss und entlockte ihr ein Stöhnen, während ich ihre Hände an meiner Brust ergriff.

„Wir wollen das beide!“, stieß ich angespannt hervor.

„Lucius, nicht…“, begehrte sie auf, doch ich erstickte jedes Wort in einem erneuten Kuss.

Ich selbst versuchte mein überrumpelndes Vorgehen in mir zu rechtfertigen, indem ich ihr das Vergessen schenken wollte, dabei umfasste ich ihre Handgelenke, hob sie bestimmt über den Kopf, um sie dann dort mit einer Hand bestimmt festzuhalten und ihre Gegenwehr im Keim zu ersticken.

„Genieße es… denk an nichts“, flüsterte ich heiser zu ihr.

Dann küsste ich den Biss des Vampirs erneut, glitt mit meinen Lippen darüber und schon wanderte ich weiter, arbeitete mich küssend und sanft knabbernd über ihr Schlüsselbein weiter hinab, was dazu führte, dass sie sich unter mir wand und ich wieder hochkam, um ihre Lippen mit den meinen zu verschließen.

Sie war augenscheinlich innerlich zerrissen, einerseits wollte sie weg, andererseits presste sie sich an mich, bis sie ihren Kopf wegdrehte und ihre Lippen von mir losriss.

„Nein, Lucius, hör auf!“, forderte sie plötzlich atemlos und ich hob mich etwas an, vielleicht würde sie mir nun sagen, was ich wissen wollte.

„Gefällt es dir nicht?“, provozierte ich sie und drückte ihre Handgelenke, die ich über ihrem Kopf gefangen hielt, tief in die Kissen.

„Ich… das… bitte“, zerrte sie leicht daran und bewegte sich nach meinem Geschmack eher einladend unter mir.

„Was ist passiert?“, insistierte ich leise weiter und presste meine Lippen fest zusammen, um nicht sofort wieder über sie herzufallen.

„Mhmhmm“, wimmerte sie ungewöhnlich involviert, „Daphne… es hat Daphne erwischt… sie ist… sie ist…“, stieß sie dann atemlos aus, dabei schloss sie sichtbar erschöpft die Augen, woraufhin mir sofort ihre Augenringe auffielen, die sich dunkel unter ihren Lidern abzeichneten und ein eisiger Klumpen bildete sich in meinem Magen, bei ihren wenig aufbauenden Worten.

„Was ist mit Potters Mädchen?“, fragte ich daher lauernd und voll der Sorge, dass sie das implizierte, was ich vermutete, aber nicht hoffen wollte, da mir ihr unsteter Blick nicht entging.

„Sie ist nicht mehr!“, flüsterte sie ganz, ganz leise und meine Augen verengten sich vor Anspannung.

„Wie?“, fragte ich sofort hellhörig geworden nach.

Aufgrund der Tatsache, dass ein junges, an sich gut beschütztes Mädchen ihr Leben verloren haben sollte, war ich leicht konsterniert.

Sie aber presste daraufhin die Lippen fest zusammen und schloss gepeinigt die Augen. Es schien sie aufrichtig mitzunehmen, was der jungen Frau passiert war. Fast schon geschlagen, als wäre ganz untypisch alle Energie aus ihr gewichen, lag sie in den Kissen und daher entschloss ich mich, dass ich sie ablenken musste, weswegen ich ihr geschickt das feuchte Handtuch vom Körper zog und meine Hand federleicht und verführerisch sanft über ihre Haut fahren ließ.

„Nein… bitte, Lucius… nicht!“, hauchte sie schwach, zog an beiden Händen und machte einen halbherzigen Versuch, mich von ihrem Körper zu schubsen.

Der Druck meiner Hand verstärkte sich um ihre Handgelenke, während meine andere Hand hauchzart über ihre Arme strich, um dann sachte weiter fortzufahren. Meine Fingerspitzen glitten zärtlich über ihre Schulter, das Schlüsselbein hinab. Unterdessen verließen meine Lippen ihre Haut kaum. Ich küsste ihre Mundwinkel, dann glitt mein Mund zu ihrem Dekolleté hinab. Erst als sich meine Finger um ihre Brust schlossen, begann sie wieder unruhig zu werden.

„Nicht! Genieß es! Und vergiss alles… andere.“

„Uhh“, biss sie sich in ihre Unterlippe und sofort lagen wieder meine Lippen an ihrer erhitzten Haut und ich kam an dem kleinen Stoffdreieck ihres viel zu knappen Bikinioberteils an.

„Lucius, bitte!“, wandte sie heiser ein und klang weniger flehend als sie es wollte, eher bittend, was ich nur zu gerne falsch verstand, dabei verbiss ich mir heroisch das zufriedene Lächeln, das meine Mundwinkel kräuseln wollte.

Meine Hand fuhr unbeirrt die dünnen Träger des Bikinis entlang und erreichte nun ihre Brüste. Ich legte sie zielstrebig darauf und begann, sie einfühlsam zu kneten, während meine Lippen wieder die ihren gefunden hatten, um ihren Protest im Nichts zu ersticken.

Spätestens jetzt schaltete sie völlig ab und ich begann, durch den Stoff sanft ihre harten Nippel zu kneifen. Sie stöhnte in unseren Kuss, was mich dazu trieb, meine Hände weiter gleiten zu lassen und auch meine Lippen von ihren zu entfernen.

Der kühle Lufthauch bescherte ihr eine Gänsehaut, als ich eine Seite des Oberteils zur Seite zog und mein heißer Atem über ihre feuchte Haut der sensiblen Brust strich.

Sie gab nach, ich fühlte es deutlich, ihr Körper schmiegte sich geradezu in meine Berührungen. Sie genoss es und sie wollte vergessen und suchte diese Möglichkeit, alles hinter sich zu lassen, bei mir. Anscheinend hatte sie das Erlebte derart verunsichert, dass sie sich völlig vergaß.

Sollte ich das wirklich ausnützen?

Damit sie auch keinesfalls mehr vergaß, wohin sie gehörte? Nämlich zu mir!

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich war wie auf Wolken und schwebte, es war alles surreal und unwirklich, dabei übertrug sich das Schaukeln des Bootes auf mich und versetzte mich fast in eine Trance.

Ich war so müde und erschöpft!

Gerade hatte er einen Teil meines Oberteiles beiseite gezogen, pustete sanft über die gerötete Haut meiner aufgerichteten Knospe, was mich erschauern ließ. Als er seine Lippen um diesen verlockenden, sensiblen Punkt legen wollte, schoss mir das Blut ins Gesicht und ich fragte mich panisch, wie ich verhindern konnte, dass wirklich passierte, was hier gerade abging.

Doch auch jemand wie ich musste mal in diesem Leben weniger vom Pech verfolgt sein und zu meinem unvorstellbaren Glück zuckte er urplötzlich, ohne für mich erkennbaren Grund, vor mir zurück und ließ gänzlich von mir ab, wobei mir sofort schrecklich kalt wurde.

„Verdammt!“, stieß er grollend aus und sein Antlitz verzog sich zu einer widerwilligen Maske, während er weiter von mir zurückwich und ich endlich aus meiner geistigen Versunkenheit erwachte und hochschreckte.

„Was?“, fragte ich besorgt, auf die nächste Hiobsbotschaft wartend. „Was ist?“

Ich erkannte im nächsten Moment, wohin seine Hand gegriffen hatte, was mir umgehend die Erleuchtung brachte, was mich vor Lucius rettete.

„Geh!“, stimmte ich eilig zu, denn ich konnte mein Glück gar nicht fassen, während er mich mit einem für mich nur schwer einzuschätzenden Feuer in den sturmgrauen Augen maß.

Aber ich spürte nichts als übergroße Erleichterung, von jetzt auf gleich war mein Verstand wieder hellwach und da war ich endlich wieder der Verstandsmensch, der ich sonst immer war. Doch ich bemerkte noch, wie Lucius mehr als wütend über diese Unterbrechung aussah. Mit ihm war gerade gar nicht gut Kirschen essen, selbst der Lord würde sich vor seiner Laune in Acht nehmen müssen.

„Komm!“, befahl er daher hart, griff recht grob nach meinem Handgelenk und bevor ich reagieren konnte, hatte er mich schon in seine Suite appariert. Anscheinend war es dem Hausherrn durchaus möglich, im Anwesen überall hin zu transportieren, anders als mir und den anderen, wie durchwegs ärgerlich.

Er ließ mich recht abrupt los und ich stand verloren in meinem nassen Bikini in seinen luxuriösen Räumen. Lucius schwang unterdessen seinen Zauberstab, griff zur Maske und dem Umhang, die ihm entgegen schwebten. Kurz darauf verließ er wort- und grußlos das Manor und ließ mich wie bestellt und nicht abgeholt zurück und ich wankte auf unsicheren Füßen in meinem Bikini zurück in meine Räume.

Lucius schaffte es wirklich, mich alles vergessen zu machen!

Im Guten, wie im Bösen!

Es war eine Schande, dabei hatte ich mich so in Sicherheit gewiegt, dass ich gegen ihn ab nun immun war, da Draco wieder von den Veela zurückgekehrt war und ich Zeit mit Severus in Prince House verbracht hatte und ich Abstand von Lucius hatte nehmen können und jetzt dieses desaströse Desaster auf dem Boot.
Dann die Tage im Dark Manor und jetzt Irland, so dachte ich, dass sich das Verhältnis zwischen Lucius und mir wieder auf ein normales und erträgliches Maß „abgekühlt“ hatte.

Diese Nähe und die Vertrautheit, die damals in den Ferien entstanden waren, als wir alleine gewesen waren, hatten sich etwas verflüchtig, doch so ganz war es nicht wieder wie früher. Wir gingen anders miteinander um, was wohl auch daran lag, dass Lucius sich bemühte, mir eine völlig andere Seite von sich zu offenbaren, doch noch immer war ich mir nicht sicher, was er erreichen wollte, ob er mir alles vorspielte.

Langsam schüttelte ich über mich und meine wirren Gedankengänge den Kopf. Das war zu hoch gegriffen. Was sollte das denn jetzt, was bildete ich mir ein?

Als ob er sich wirklich wegen mir ändern würde!

Unfug, das tat ein Malfoy nicht und schon gar kein Lucius Malfoy!

Mein Verhältnis zu Lucius war schlicht gesagt verwirrend und zu vieles war ungeklärt, hinzu kam, das neuerliche Drama, das mir doch arg zusetzte, da ich mir vorkam, als hätte ich auf voller Länge versagt.

Es war der Anbeginn des letzten Ferientages, morgen würde es zurück in die Schule gehen und ich hatte einfach eine wahrlich schreckliche Zeit hinter mich gebracht! Wo das Ferien gewesen waren, konnte ich nicht erkennen, es konnte nun fast nicht mehr schlimmer kommen, oder nicht?

Alles was annähernd entspannend gewesen war, schien schon Ewigkeiten her zu sein, so lange, dass es sich nicht mehr anfühlte, als hätte es in diesen Ferien solche Momente gegeben.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

Ich apparierte direkt ins Dark Manor.

Mein letzter Blick hatte Hermione gegolten, wie sie noch nass, die Haare lockig, wirr und durcheinander mit dem verschobenen Bikinioberteil, das eine Brust nackt präsentierte, verboten sündig in meinen Räumen stand. Dieser Anblick hatte sich mir ins Gedächtnis eingebrannt.

Auch wenn dieser Ruf mehr als ungelegen kam, hatte ich doch das erreicht, was ich mir vorgenommen hatte, denn ich konnte in Hermiones Augen ihren wieder erwachenden und hellen Verstand ausmachen und nichts erinnerte mehr an die unsichere, unglückliche Frau, die sich mir noch Sekunden zuvor mehr oder weniger bereitwillig hatte hingeben wollen. Das war eines der Dinge, die sie so besonders machten. Sie konnte genauso schnell umschalten wie ich.

Nun galt es sich dem gefährlichen Lord zu stellen und unter Anbetracht, was Hermione mir offenbart hatte, vermutete ich grob, dass es darum gehen könnte.

Schnell eilte ich in den Thronsaal und fand ein überraschendes Bild vor. Vor dem Lord kniete Goyle, ein Mitglied des Inneren Kreises, furchtsam auf dem Boden, während der Lord geradezu gelangweilt auf seinem Thron saß und mit seinem Zauberstab, der durch seine knochigen Finger glitt, rumspielte. Ich neigte nur leicht mein Haupt, bevor ich zum Stehen kam.

„My Lord!“, grüßte ich geschäftig.

„Lucius, kümmere dich um dieses Ärgernis. Goyle besitzt die Frechheit, mich mit seinen Belangen zu langweilen!“, vernahm ich den gefährlich wankelmütigen Unterton vom Lord, worauf ich sofort nickte.

„Wie Ihr wünscht… komm mit!“, drehte ich auf dem Absatz um und winkte Goyle an meine Seite. Dieser strauchelte fast in dem Versuch, rasant auf die Füße zu kommen, während er aus dem Thronsaal hastete.

Kaum hatten sich die Türen des Saales hinter uns geschlossen, blieb ich stehen und packte Goyle grob an seinem Hemd und stieß ihn hart an die Wand, denn nicht nur der Lord fühlte sich belästigt, ich mich auch, wenn man bedachte, bei was für einer delikaten Angelegenheit er mich unterbrochen hatte.

Erst jetzt bemerkte ich recht mitleidlos, dass aus seiner Nase Blut lief. Auch wirkte sein Gesicht sehr blass, so konnte ich vermuten, dass der Lord ihn sogleich dafür bestraft hatte, dass er es gewagt hatte, ihn mit in seinen Augen Nichtigkeiten genervt zu haben, geschah ihm recht.

„Was sollte das?“, zischte ich ungehalten und musste mich zusammenreißen, Goyle nicht auch gleich noch einen Cruciatus zu verpassen, dafür dass ich wegen ihm DIE Gelegenheit, Hermione endlich mein Eigen nennen zu können, hatte sausen lassen müssen. „Ich hoffe, du hast wirklich gute Gründe, den Lord als auch mich zu belästigen!“, drohte ich ihm dann samtig und näherte mich ihm gefährlich, was den großen Mann vor mir schlottern ließ und eine für mich befriedigende Reaktion von ihm war.

„Die Warringtons… die Warringtons!“, bekam Goyle nun eher stotternd heraus und wirkte völlig neben sich stehend.

„Ja und? Was soll mit ihnen sein?“, fragte ich blasiert und stieß ihn von mir, sodass er wieder an die Wand anschlug und ich schüttelte meine Hände, als hätte ich Dreck an ihnen.

„Sie sind weg!“, schrie er nun aufgeregt, worauf ich mich beherrschen musste, die Augen nicht zu verdrehen und weiter regungslos und kalt zu ihm zu starren.

„Ja und? Dann sind sie halt unterwegs!“, wies ich ihn überheblich zurecht.

Ich verstand den Lord gerade gar sehr. Goyle strapazierte meine Nerven wahrlich gewaltig, aber langsam schien er sich etwas von der Bestrafung des Lords zu erholen und zu klareren Sätzen fähig zu sein.

„Nein… nein, sie sind alle weg… so versteh doch, die Familie ist verschwunden! Ihr Haus in England ist verlassen und ihre Villa in Irland ist abgefackelt, ich erreiche keinen einzigen Warrington mehr!“ Bei seiner hektischen Erzählung ging meine helle Braue immer mehr in die Höhe. Das hörte sich gar nicht gut an.

Hatte das mit der bisher unbekannten Gruppe zu tun, die ab und an auftauchte? Bis jetzt hatte man sie als leichtes Ärgernis abtun können, wenn sie aber nun Jagd auf ganze DeathEaterfamilien machten, wurde es gefährlich.

„Seit wann sind die Warringtons verschwunden?“, hakte ich daher etwas geschäftiger nach.

„Seit gestern, glaube ich!“, gab er schon kleinlauter zu und wischte sich über die Nase und verteilte ekelhaft das rote Blut.

„Wissen es die anderen DeathEater?“, fragte ich daher dünkelhaft die Nase krausend.

„Nein, noch nicht, ich habe alleine nachgesehen, aber das Verschwinden aller wird sich nicht ewig kaschieren lassen! Was denkst du, Malfoy? Was sollen wir tun?“, wollte er gutmütig erfahren und ich seufzte tief.

„Was?“, setzte ich daher auch nach und rieb mit kurz über die Nasenwurzel.

„Na, wer oder was war das?“

„Diese neue Gruppe? Die auch die Hochzeit des Weasley gestört hat und bei den Wilkins war?“, gab ich mit knallhartem Kalkül zu bedenken und erntete große Kulleraugen.

Unterdessen schrillten bei mir die Alarmglocken. Hatten die Warringtons und die Greengrass nicht eine enge Verbindung zueinander?

Hermione hatte verlauten lassen, dass Potters Liebchen, die kleine Daphne Greengrass, von uns gegangen war und jetzt erfuhr ich, dass die ganze Familie Warrington verschwunden war. War das ein Zufall?

Nein, das waren der Zufälle für meinen exquisiten Geschmack gar ein wenig zu viele und das machte mich skeptisch und misstrauisch. Die unbekannte Truppe würde als Sündenbock so oder so herhalten müssen, wenngleich ich große Zweifel hegte, dass diese wirklich dafür verantwortlich war, vor allem, wenn ich mir Hermiones blutige Erscheinung in Erinnerung rief.

Ja, ich zweifelte gar sehr an der Version, die ich hier gerade verbreitete!

„Wirklich! Darauf wäre ich nie gekommen… denkst du, dass sie sich derart weit vorwagen?“, zweifelte Goyle überlegend und mich mit großen Augen musternd.

„Das wäre es… ich kümmere mich darum. Du musst nur den Mund halten. Ich hoffe sehr für dich, dass du das zustande bringen wirst, Goyle!“, ruckte ich von ihm weg und hielt auf den Thronsaal zu, um dem Lord die weniger guten Nachrichten zu überbringen, die er, in weiser Voraussicht, gar nicht von dem tumben Mann hatte erfahren wollen.

Lucius Sicht Ende

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BeitragThema: 478. Gefeder   Sa Sep 13, 2014 5:51 am

478. Kapitel Gefedert

Hermiones Sicht

Nach dieser Aktion war ich mehr als froh, mich in meinen Gemächern verstecken zu können, um meine Ruhe zu haben.

Meine Glieder schmerzten und ich fühlte mich regelrecht krank, während ich den ganzen letzten Ferientag zu träge war, um mehr zu tun als mich gekonnt in meinen Räumen zu verbarrikadieren.

Draco war immer noch nicht wieder aufgetaucht, sondern kümmerte sich in Irland darum, dass alles so lief wie er es sich vorstellte und weihte bestimmt auch alle über das was passiert war ein. Daher war dort verständlicherweise viel los und er hatte keine Zeit für mich. Ihn beschäftigte bestimmt nicht nur das Drama um Warrington und Daphne, sondern auch die Abreise der Hogwartsschüler, die organisiert werden musste. Schließlich sollten morgen alle Schüler sicher am Bahnhof eintreffen. Die Rückreise musste reibungslos funktionieren. Auch Severus war für mich leider nicht greifbar, da er so kurz vor Beginn des neuen Schuljahres in Hogwarts zu tun hatte. Ablenkung von meinen unguten Gedanken war also nicht in Sicht.

Unterdessen kreisten meine Gedanken immer wieder um das Schlachtfest, welches Harry auf dem Dachboden veranstaltet hatte.

Ich lag nun zeitig im Bett und konnte nicht schlafen, ich dachte noch nicht mal über das Boot nach, sondern nur über Harry und doch drehte sich alles nur im Kreis in meinem Kopf und ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Wie sollte ich diese letzte Nacht nur hinter mich bringen?

Sobald ich die Augen schloss, sah ich Bilder vor mir, die mich nicht schlafen ließen, selbst Cho holte mich wieder ein und verursachte, dass ich nicht schlafen konnte, wobei mein Körper nach Schlaf lechzte.

Plötzlich ploppte es leise.

„Miss! Master Malfoy wünscht Sie sofort in seinen Räumen zu sehen!“, verkündete die kleine Hauselfe gewohnt unterwürfig, dann verschwand sie schon wieder und ich lag perplex da.

Was wollte Lucius jetzt noch von mir? Beziehungsweise wollte ich nach gestern zu ihm?

Ich trug schon ein langes, seidenes, dunkelrotes Negligee und hatte große Sorge aufzustehen; die Bilder würden mich überallhin verfolgen. Abgesehen davon, dass Lucius nach mir verlangte. Mir war jedoch eigentlich nicht danach, zu ihm zu gehen.

Ich fragte mich, seitdem ich heute alleine im Manor gewesen war, ob ich Daphne hätte retten können, oder sogar hätte retten müssen, als SoulGatherer!

Das Problem war nur, ich hatte nicht helfen können, denn durch diese magische Explosion gab es keinen Körper mehr, in welchen ich ihre Seele hätte zerren können. Auf der anderen Seite glaubte ich nicht, dass ich das wirklich gekonnt hätte, oder besser ausgedrückt, ob dies wirklich eine gute Idee gewesen wäre.

Wie auch immer, wir hatten Daphne verloren!

Das Bett versprach mir eine schlaflose Nacht und so war ich hin und her gerissen, ob ich wirklich so zu Lucius rüber gehen sollte, da er mir diesen Tiefschlag auf dem Boot verpasst hatte, aber schlussendlich reckte ich mich und griff kurzentschlossen nach dem dazu passenden Morgenmantel und eilte wie eine rote Flamme doch hinüber zu ihm.

Kurz klopfte ich an und sogleich vernahm ich gedämpft:

„Komm rein!“

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

Nach meinem Gespräch mit dem Lord bezüglich dieser komischen Kapuzentruppe, die uns schon länger Sogen bereitete, hatte ich unter den höheren DeathEatern Schadensbegrenzung der besonderen Art betrieben und ihnen den Auftrag überbracht, diese Typen endlich unschädlich zu machen.

Als ich dann spät ins Manor zurückkehrte, ging mir nicht aus dem Sinn, was mir Hermione anvertraut hatte und ich fragte mich, ob das Unglück um Potters Freundin und die Auslöschung der gesamten Familie Warrington wirklich in dem Zusammenhang stand, wie ich es mir ausmalte.

Sie hatte auf dem Boot so verloren gewirkt und deshalb wünschte ich sie zu sehen, nicht dass sie wieder in dieses Loch gefallen war, nachdem mich dieser Trottel weggerufen hatte.

Gleichzeitig trieb mich eine bis dahin unbekannte Wehmut, weil mir einfach nicht aus dem Kopf ging, wie wir die letzte Nacht der Sommerferien vor einem Jahr verbracht hatten.

Außerdem war ich bereit, mir einzugestehen, dass ich Hermione diesmal sicher mehr vermissen würde, wenn sie in Hogwarts war, als noch vor einem Jahr. Es klopfte leise und riss mich damit aus meinen widerstrebenden Gedanken. Ich bat Hermione herein, erhob mich von meinem Sitzplatz auf dem Sofa und schritt ihr galant entgegen.

„Du wollest mich sehen, Lucius?“, fragte sie sofort eilig, unterdessen musterte ich ihr bettfertiges Outfit, das der roten Sünde glich.

„Ja, komm!“, streckte ich ihr auffordernd eine Hand entgegen.

Natürlich bemerkte ich ihr Zögern, denn sie trat nicht sofort auf mich zu, sondern rang sichtlich mit sich, während ich bewusst abwartete und ihr die Entscheidung überließ. Aber schließlich gab sie sich einen Ruck und ergriff dann verhalten die dargebotene Hand, wobei ein süffisantes Lächeln an meinen Mundwinkeln zupfte und ich sie sogleich mit einem Ruck zu mir zog.

„Hey, was soll das?“, protestierte sie.

„Nicht so schüchtern!“, meinte ich recht gutmütig.

Sie stützte sich mit den Händen abwehrend an meiner Brust ab, während ich ihre Taille schnell umfing und sie so an mich gedrückt festhielt.

Mir war, als ich sie nun hatte kurz entschlossen rufen lassen, mehr als gegenwärtig, dass sie keinen Sex mit mir wollte, dass sie noch immer nicht so weit war, über ihren Schatten zu springen und ihren Gefühlen, die sie ganz offensichtlich für mich hatte, nachzugeben. Aber ich hatte auch nicht vor, sie dazu zu zwingen, denn der Zauber des Momentes auf dem Boot war verflogen und damit auch die Gelegenheit, diesen Umstand wollte ich nicht vergessen.

Die Chance von vorhin war mal wieder vertan!

Wobei ich mir meinen Spaß noch lange nicht nehmen lassen wollte, daher hielt ich weiterhin genüsslich ihren schmalen Körper umfangen. Sie legte den Kopf in den Nacken und blickte tadelnd zu mir herauf, während ich sie von oben mit verhangenem Blick musterte.

„Ich will mich nur richtig von dir verabschieden!“, murmelte ich leise, denn ich hasste es wirklich, die zukünftige Stille im Manor stets um mich zu haben.

Langsam senkte ich meinen Kopf ihr entgegen, dabei ließ ich eine Hand ihren Rücken hinauf gleiten, über die dünne, weiche leuchtend rote Seide hinauf, in ihre lockigen Haare hinein. Sanft hielt ich ihren Kopf fest, während sie mich mit großen Augen skeptisch ansah. Als meine Lippen auf ihre trafen, hielt ihre Starre wegen meines Tuns nur kurz an. Doch schon bald, als ich begann sie zart zu küssen, entspannte sie sich, kam mir aber immer noch nicht entgegen. Zufrieden nahm ich wahr, wie sich ihre Augen schlossen und ich folgte ihrem Beispiel und gab mich einfach diesem Kuss hin.

„Ich hatte diesen Tag anders geplant!“, wisperte ich ehrlich bedauernd, als unsere Lippen sich kurz trennten.

Leicht atemlos lösten wir uns schließlich aus diesem Kuss, vor allem da sie sich ganz bestimmt zurückzog, um mich dann maßregelnd anzublicken. Dabei konnte ich dieses eigentümliche Funkeln in ihren Augen erkennen, das sie mir schon nach unseren letzten Küssen gezeigt hatte und das offenbarte, dass sie sich gerade vollständig zurückziehen wollte.

„Bleib hier!“, bat ich einer spontanen Eingebung folgend sehr leise und auch etwas unsicher, wie bei ihr diese Forderung ankommen würde.

„Aber… nein, das geht nicht!“, hauchte sie auch umgehend sichtbar entsetzt, während ihr Blick zur Couch zuckte.

Sofort spürte ich einen leichten Druck ihrer Hände an meiner Brust, um mich endgültig wegzudrücken, doch schnell legte ich meinen Zeigefinger sanft auf ihre geröteten Lippen.

„Nichts aber, Hermione. Bleib, so wie letztes Jahr!“, klang ich nun eindringlicher, aber trotzdem nicht befehlend, nur bittend, während sie sachte ihr Haupt schüttelte.

„Nach dem, was auf dem Boot geschehen ist? Das kann ich nicht!“, gab sie ungewohnt offen zu und schüttelte ihr Haupt. „Das möchte ich nicht!“

„Bleib für dich, sonst wirst du die Nacht alleine verbringen!“, drohte ich an, denn Severus würde nicht zu ihr kommen, der saß in Hogwarts, und Draco bastelte in Irland vor sich hin, der hatte erst recht keine Zeit, zu ihr zu kommen um sie zu trösten und das wusste sie. „Das willst du nicht!“, drohte ich seidig, denn mir war der Grund, der sie zu mir getrieben hatte, durchaus bewusst. „Oder kannst du schlafen?“

Wäre sie wie sonst, hätte ich ein Billett erhalten, in dem knapp gestanden hätte, dass sie schon müde wäre oder dergleichen, so aber suchte sie Ablenkung. Sie suchte noch immer das Vergessen und schien Angst vor dem Alleinsein zu haben, verständlich, wie ich fand.

Sie begann unter meinem Finger überlegend auf ihren Lippen zu kauen, worauf ich nur schwer ein Schmunzeln unterdrücken konnte, doch schließlich nickte sie zögernd. Es war ihr Schwachpunkt, mit dem ich eiskalt kalkuliert hatte.

„Ich bleibe nur wenn du mir versprichst, dass NICHTS passiert und bis ich müde bin… dann gehe ich!“

„Ich verspreche, dass nichts passieren wird, was du nicht willst!“, gab ich charmant kontra und sie schnaubte auf.

„Das ist nicht das, was ich hören wollte!“, glitt sie aus meinen Armen und wollte abdrehen.

„Wie immer du wünschst!“, meinte ich nun eilig und sie stoppte abrupt, wandte sich mir wieder langsam zu, dabei zeichnete sich ihr Unglauben wegen meines raschen Entgegenkommens auf ihren Zügen ab.

„Und auf dein Wort ist Verlass?“, zweifelte sie offen und beleidigte mich indirekt, was mich innerlich ärgerte.

„Bitte, Hermione, was soll diese Frage?“, löste dies nur bei ihr ein skeptisches Heben ihrer Braue aus, aber ich wollte nicht derart verbohrt sein und so wollte ich diese Diskussion gar nicht aufleben lassen.

So ergriff ich wieder ihre Hand und geleitete sie zum Sofa und als ich ihr Unbehagen ausmachte, reichte ich ihr den eisgekühlten Champagner. Doch sie saß sehr starr vor mir, denn offenbar war ihr nur zu gegenwärtig was passiert war, als sie das letzte Mal hier auf dem Sofa mit mir gesessen hatte, aber sie musste sich keine Sorgen machen, diesmal würde ich sie nicht zu so etwas Verruchtem treiben.

Ich wollte mich an mein Versprechen halten!

Ich wollte, dass sie über diesen Abend noch lange nachgrübeln würde, dass sie daran denken würde, wenn sie in Hogwarts war und dass es sie selbst dann beschäftigte, wenn sie bei Draco war. Sie würde an mich denken und sich fragen, was ich bezweckte und genau das was mein Ziel. Aus den Augen, aus dem Sinn wollte ich bei mir nicht gelten lassen.

Ich würde dafür sorgen, dass sie sich mit mir beschäftigen musste, dass ich stets präsent in ihren Gedanken war.

„Bitte!“, prostete ich ihr mit dem Glas mit der prickelnden Flüssigkeit zu und ließ mich neben ihr nieder, was sie noch starrer werden ließ.

„Auf unsere Ferien und einige denkwürdige Tage!“, erklärte ich eindringlich, während ich ihr tief in die Augen sah und unsere Gläser leise klirrend aneinander stießen.

Sie nickte leicht abgelenkt und nippte dann durchaus als nervös zu bezeichnen an ihrem Glas, während auch ich trank und sie nicht aus den Augen ließ.

„Was soll das wirklich, Lucius?“, fragte sie schließlich sehr direkt und ihre Augen verengten sich zu Schlitzen, während sie mich musterte. „Was bezweckst du?“, hakte sie fordernd nach.

„Wie ich sagte, einen schönen letzten Abend und Ablenkung von Warrington!“, erklärte ich in meine Vermutung hinein und ließ sie nicht aus meiner misstrauischen Musterung.

„Natürlich…!“, begann sie stockend, sichtbar erschrocken bei der Erwähnung dieses Namens, während sehr wohl ein unbehaglicher Zug über ihre sonst unleserliche Miene huschte. Damit bestätigte sie meine Ahnung, auch sah sie leicht blässlich aus und soeben schüttete sie mal wieder das Glas beinahe auf Ex in sich.

„Siehst du und nun lass uns reden und entspann dich!“, bot ich leicht überheblich schmunzelnd an und lehnte mich demonstrativ zurück, während sie sich offenbar noch immer nicht entspannen wollte, oder konnte. Sie saß steif und sehr gerade auf dem Sofa und musterte mich skeptisch.

„Das Ensemble steht dir gut!“, schmeichelte ich ihr generös und fügte hinzu: „Alles was ich ausgewählt habe, sieht an dir süperb aus!“, lobte ich arrogant mich selber und wollte weg von dem heiklen Thema.

„Danke!“, erwiderte sie leicht spöttisch und kicherte leise, während sie über mich ihr Haupt schüttelte.

„Siehst du, geht doch, und nun erzähl, was planst du für dieses Jahr, vor allem mit einigen anderen DeathEatern an der Schule?“, plauderte ich und war wirklich gespannt, ob sie überhaupt antworten würde.

„Welche?“, fragte sie neugierig und ich schüttelte aristokratisch den hellen Schopf.

„Lass dich doch von Severus‘ Wahl überraschen!“, hüllte ich mich in Schweigen.

„Aber du bist im Bild?“, nickte ich sacht auf ihre Worte, woraufhin sie eine Grimasse zog. „Das war so logisch“, meinte sie gutmütig, bevor ihr Blick stechend scharf zu mir fuhr und die ruhige Stimmung von einer Sekunde zur Nächsten in Aggressivität umschlug.

„Was ist das hier?“, hisste sie verärgert auf, dabei ruckte sie hoch und ihr Glas zerschlug am Boden, klirrend ging es zu Bruch und die verbliebene Flüssigkeit verteilte sich auf dem Boden.

„Nichts Schlimmes, beruhige dich!“, blieb ich trotz ihres Echauffierens ruhig, ließ wie nebenbei die Glasscherben verschwinden und hob beschwichtigend die Hände.

„Beruhigen? Du gibst mir irgendwas“, lallte sie mehr, als dass sie normal sprach und wankte bedenklich in ihrem Zorn.

„Bitte, ich weiß, was du brauchst!“, bot ich gelassen an, während ich ebenfalls aufstand und die Arme für sie öffnete.

„Nicht so was… was ist es?“, versuchte sie mich gefährlich schwankend anzufahren, konnte sich aber nicht mehr wirklich artikulieren.

„Schlaf, nur Schlaf, du brauchst ihn und du könntest heute nicht schlafen und das einzig andere, das dich effektiv ablenken könnte, verweigerst du, also greife ich zu dem einzigen Mittel das mir bleibt, um dir Ruhe und Entspannung zu beschaffen!“, gab ich gebieterisch von mir.

„Du bist… un… unmöglich…“, stieß sie undeutlich, aber unüberhörbar anklagend aus, bevor sie stolperte und ich sie mir griff, sie schwungvoll hochhob und wie selbstverständlich auf die geöffnete Schlafzimmertür zuhielt.

Schweigend zog ich ihr ihren Morgenrock aus und legte sie auf meinem Bett ab, während sie sich noch einmal, stur wie sie war, gegen das Mittel wehrte und sich aufbäumte. Weit riss sie die Augen auf, während ich unter ihrem verschleierten Blick in aller Seelenruhe meinen Morgenrock ablegte und mich ostentativ neben sie ins Bett legte, genau wie damals vor einem Jahr. Ich hielt ihrem starren Blick stand, der aufgrund des Schlaftrunkes immer unsteter wirkte. Ihre Augen offenbarten, dass sie trotzdem versuchte, vollkommen auf der Hut vor mir zu sein.

Trotz aller Fortschritte der letzten Wochen war sie wieder auf der Hut, doch ich würde sie überraschen, das schwor ich mir.

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich starrte benommen auf den zwielichtigen Mann mir gegenüber!

Selbst der Trank, den er mir ins Getränk geschummelt hatte, schaffte es nicht, dass ich mich total entspannte, als ich neben Lucius im Bett lag. Natürlich war mir bewusst, dass er sich auch auf dem Fest zurückgehalten hatte, aber nach dem was auf dem Boot passiert war, glaube ich ihm das diesmal nicht mehr, schließlich war er auch nur ein Mann und ich nicht strohdoof!
Vielleicht hatte sich meine Haarfarbe in blond geändert?

Warum war ich noch mal seiner Aufforderung gefolgt? Genau, ich wollte nicht alleine sein, aber dass ich wieder derart auf ihn hereinfiel, lastete schwer auf meinem Stolz!

Wenig später fühlte ich Lucius in meinem Rücken, wie er sich zu mir ins Bett legte, dann schlang er seine Arme wie selbstverständlich um mich und zog mich eng an sich heran.

Ich verspannte mich noch mehr, vor allem weil ich wenig später auch noch seine Lippen, die mich zärtlich liebkosten, auf meiner Haut im Nacken fühlen konnte und diese mir einen Schauer über den Körper jagten. Ich lag steif da und focht einen inneren Disput mit mir aus, was ich tun würde, sollte er mit seinem Tun fortfahren, denn ob ich so stark war, dem Trank und damit dem Schlaf zu widerstehen, das bezweifelte ich doch stark. Schlussendlich spürte ich immer mehr die bleierne Müdigkeit in meine Muskeln einziehen.

„Schlaf gut, Liebes!“, vernahm ich ihn zu meinem Erstaunen auf einmal leise in mein lockiges Haar wispern.

Dann küsste er mich noch mal sanft auf die nackte Schulter, zog mich noch enger an sich, blieb aber erstaunlich brav liegen und erst als ich nach einigen Augenblicken realisieren konnte, dass er wirklich einfach nur vorhatte, zu schlafen, begann ich mich langsam zu entspannen und in einen erstaunlich erholsamen Schlaf zu sinken, den mir der Trank schenkte.

Als ich am nächsten Morgen schlagartig erwachte, blinzelte ich gegen die Helligkeit an und spürte sofort, dass sich das große Bett von Lucius ziemlich kalt und leer anfühlte. Ich fragte mich kurz ertappt, warum mich solche für mich total abwegigen Gefühle überhaupt beschlichen, denn eigentlich fühlte ich mich doch sonst auch nie einsam und verlassen in meinem großen Bett.

Vor allem sollte ich froh sein, dass er weg war und sich augenscheinlich an sein Versprechen, mich in Ruhe zu lassen, gehalten hatte. Sichtlich irritiert über mich schüttelte ich den benebelten Kopf und drehte mich herum, wobei mein Haupt auf Lucius‘ Kissen zum Liegen kam und unter mir etwas knisterte.

Ich rückte wieder weg und entdeckte auf dem Kissen einen großen Umschlag, auf dem in seiner klaren, aber geschwungenen Schrift mein Name prangte.

Er war wirklich weg!

Das überraschte mich sehr wohl, als ich mich suchend umsah und mir mein schweifender Blick durch seine Räume meine Annahme bestätigte. Gerade entwich mir ein erleichtertes Seufzen, das war weniger dramatisch verlaufen als erwartet, als ich gedankenverloren den Umschlag umdrehte. Dort fand ich das sehr opulente Siegel, welches das Malfoywappen zeigte.

Wie gut, dass ich es auch jeden Tag im Spiegel betrachten konnte, auf meinem Bauch.

Irritiert hoben sich meine Brauen, denn warum würde Lucius mir einen versiegelten, hochoffiziellen Brief hinterlassen und nicht wie sonst einfach eine Notiz?

Sehr merkwürdig!

Gespannt brach ich das Siegel, aber sobald es zerbrochen war und die Lasche des Pergamentes etwas aufklappte, spürte ich, dass dieser Umschlag mehr enthielt als nur einen einfachen und gewöhnlichen Brief, denn die Magie prickelte nur so unter meinen Fingern.

Sofort verfluchte ich mich und mein naives Verhalten. Wie blöd konnte man eigentlich sein? Immer wieder ließ ich mich einlullen und vergaß, dass meinen Männern nicht zu trauen war, dass sie mich ins Traumland beförderten war nicht das erste Mal und jetzt das!

Lernte ich denn nie etwas? Ich ärgerte mich über meine Dämlichkeit maßlos!

Im nächsten Augenblick fiel mir der Umschlag vor Schreck aus den Händen, denn plötzlich vernahm ich von überall und nirgendwo Lucius‘ melodische Stimme, die mir durch und durch ging.

„Lehn dich zurück, genieß es und erinnere dich daran, Liebes!“

Bitte? Ich sollte was? Was ging in dem Mann vor?

Ich blickte perplex auf den Umschlag neben mir und fragte mich noch dezent, was ich genießen sollte, als von Magie gezogen meine Decke zur Seite flog und ich erstarrte. Erst jetzt registrierte ich eine lange, lilafarbene Pfauenfeder, die aus dem großen Umschlag schwebte und tänzelnd und schillernd in der Luft hing.

„Lass dich darauf ein, es ist ein Geschenk von mir, sieh es als einen letzten Gruß!“, konnte ich Lucius‘ erneut eindringliche Stimme hören.

Ein letzter Gruß? Was sollte denn diese Theatralik?

Ganz gewiss nicht mit mir!

Daher wollte ich meine Füße aus dem Bett schwingen, aber zu meinem Widerwillen musste ich erkennen, dass ich kein Stück in die Höhe kam und mich die Magie regelrecht an das Bett klebte.

„WAS? Fuck!“, entfuhr es mir entrüstet, sofort lag ich wie stocksteif da, als die Feder schon freudig tänzelnd zu mir herüber schwebte und über meine nahezu nackten Schultern zu streichen begann.

Was für eine Abwegigkeit hatte Lucius vor?

Verächtlich rollte ich mit den Augen, was für ein komisches Spiel, doch dann fühlte ich, wie der Träger meines Nachthemdes von den Schultern glitt und ich riss meine Augen vor Unglauben weit auf. Das hatte er nicht vor!

Gerade hasste ich Magie regelrecht abgrundtief.

„Hör auf mit dem Shit! Ich finde das nicht lustig“, brüllte ich missgelaunt in den Raum.

Mein Negligee verschwand langsam, aber sicher von meinem Körper, was mich veranlasste, gegen meine unsichtbaren Fesseln aufzubegehren.

„LUCIUS, hör auf“, schrie ich nun etwas panischer, aber ich erreichte zu meinem abgrundtiefen Entsetzen nichts, denn Schwupp die Wupp ließ mich der Zauber nackt in dem großen Bett zurück, alle Versuche mich selbst wieder zu bedecken waren leider erfolglos!

Das war Lucius, die geborene Schlange, er schnappte zu wie ein Reptil, das zubiss und sich geradezu fest biss und nicht mehr losließ.

„Lass mich frei!“, forderte ich eisern, mit fester Stimme.

Und doch verhallte mein Wunsch, wie es schien, ungehört, war er wirklich nicht da? War ich wirklich vollkommen allein?

„Lucius, ich muss mich fertig machen! Ich muss aufbrechen“, rief ich weiter und wartete kurz, bevor ich mein Lamentieren erneut aufnehmen wollte.

„Lucius, wenn du dich hier irgendwo versteckst und zusiehst, dann kannst du Merlin darauf verwetten, dass ich stinksauer sein werde, das ist gar nicht nach meinem Geschmack“, meckerte ich weiter und konnte nicht fassen, in was für Fettnäpfchen ich doch trat.

Fast schon ergeben schloss ich die Augen und ärgerte mich über mich schwarz, doch ganz plötzlich stockte mein Atem, denn ich hatte die schwebende Pfauenfeder, die über mir schwebte, vergessen.

Sie glitt nun gerade hauchzart über meine Lippen, die ich sofort widerwillig zusammenkniff, während sie weiter über meinen Kiefer zu meinem Hals fuhr und meine Halsbeuge sachte streichelte. Diese federleichte, zarte Berührung prickelte nicht nur erregend, sondern kitzelte auch gefährlich an diesen so empfindlichen Stellen und ich unterdrückte ein Kichern.

„Pfff“, entwich mir ein unwilliger Ton aus Lachen und genervt sein.

„Na, na, nicht derart negativ! Verwehre dich nicht, entspann dich!“, perlte Lucius‘ sanfter Tadel aus dem Nichts.

„Wo bist du?“, rief ich und versuchte sofort hochzufahren, doch die Zauber hielten mich weiterhin an Ort und Stelle, jedoch verhinderten sie nicht, dass ich mich hektisch umsah.

War Lucius doch noch hier?

„Hahaha!“, vernahm ich sein tiefes, kehliges, wohlklingendes Lachen, dann fuhr er betont einfühlsam fort: „Keine Sorge, Liebes, du bist alleine, aber das war vorhersehbar. Jetzt entspann dich!“, befahl er zum Schluss trotz allem fordernd.

Wütend stieß ich einen mehr als frustrierten Schrei aus. Das war einfach Mist!

Warum widerfuhr so was immer mir? Ich ahnte, dass ich Lucius auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war.

Verdammt!

Ich schielte wütend auf die Feder und unterdrückte ein Zittern, das durch mich hindurchlief, als mich dieses Folterwerkzeug immer wieder hauchzart berührte, indem es zärtlich über die Haut meiner Schultern und über mein Schlüsselbein strich. Ich atmete hektisch, denn kurz darauf verharrte die Feder an meiner Kehle, verweilte dort. Dies ließ mich schlucken, dabei bemerkte ich die zarten Fasern der Feder an meiner Haut. Ich hatte das Gefühl, durch die Konzentration auf die Feder und die geschlossenen Augen noch sensibler dafür zu werden, wo die Feder war und was geschah.

Das beständige Kitzeln reizte mich permanent, daher reagierten auch meine Brüste fast sofort extrem sensibel, als die Feder sie in Kreisen zu umfahren begann und sich immer mehr meinen Knospen näherte, bis sie abwechselnd über meine mittlerweile verhärteten und viel zu empfindlichen Nippel strich. Ich wand mich qualvoll hin und her, wollte am liebsten die Feder wegstoßen und schreien, denn ihre Berührungen waren Vergnügen und Qual zugleich, doch auch davon hielt mich der Zauber ab und ich stöhnte gepresst.

„Das ist nicht dein Ernst?“, fragte ich erzwungen ruhig nach und stöhnte gequält auf.

Dass das gerade passierte war dramatisch, hielt mich aber von jeden anderen Gedanken ab. War das vielleicht seine Intention gewesen? Mich ablenken? Zu meinem Leidwesen gab er mir keine Antwort.

Die Feder umspielte unbeirrbar meine Knospen, bis ich vor Verlangen und Leiden die Hände mit aller Macht in die Laken krallte und mich mühsam hin und her wälzte, aber die magische Pfauenfeder ließ nicht von meiner Haut ab, sondern ging mit und der Klebezauber ließ mir fast keinen Spielraum, dem süßen Martyrium zu entkommen.

„Arrrr!“, protestierte ich wenig hilfreich.

Immer tiefer wanderte diese mich peinigende Freude aus Kitzel, Erregung und Verdammnis, welche mir Lucius „geschenkt“ hatte, bis die lila glänzende Pfauenfeder begann, über meine Scham zu gleiten um mich in den Wahnsinn zu treiben.

Warum tat er das?

„Fuck!“, entfuhr es mir atemlos.

Dieses Spiel mit der Feder würde mich in die Höhen der Leidenschaft, bis zur Agonie der Erleichterung treiben, aber die wirkliche Erlösung würde ich so nicht finden.

Lucius hatte mir ein zweifelhaftes Geschenk gemacht und beliebte gleichzeitig, mich subtil zu foltern. War es das, was er wollte? Er war ein unvorstellbar sadistischer Tyrann!

Ich hasste ihn in diesem Moment inbrünstig, vor allem da der Zauber nun tatsächlich auch noch meine Beine auseinander drängte und die Feder über meine empfindlichsten Stellen mit feinen Berührungen glitt. Vor quälender Pein der Lust schlug ich nun meine Nägel grob in meine Handflächen, während ich meine Hände zu kleinen Fäusten ballte und mir so fest auf die Lippen biss, dass sie bluteten. Es war so frustrierend. Immer schneller glitt die Feder reizend über meine erhitzte Haut und in diesem Augenblick wünschte ich mir andererseits jeden meiner Männer sehnsüchtig herbei, damit er diese Qual beendete und riss meine Augen auf.

„Arg…!“, frustriert schrie ich auf und donnerte meine Fäuste verzweifelt auf die Matratze. Ich wollte das beenden, jetzt und sofort und ich wollte hier so schnell es ging weg.

„Na, na, du sollst deine Augen geschlossen halten… Liebes!“, vernahm ich Lucius‘ viel zu vertrauliche Stimme erneut.

Ich stutzte, soweit ich das in meiner behinderten Bewegungsfreiheit sagen konnte, war ich alleine, aber die passgenauen Anweisungen machten mich misstrauisch. War Lucius‘ Zauber wirklich so ausgefeilt, dass er mit mir interagierte? Woher sollte Lucius derart genau wissen, wie ich reagieren würde? Oder sah er etwa doch zu und gab so diese Kommentare ab?

Mich beschlich ein ungutes Gefühl, da mir zum ersten Mal richtig ins Bewusstsein drang, wie obszön ich soeben in Lucius‘ Bett lag, nackt, mit weit gespreizten Beinen, doch um ehrlich zu sein war es mir fast schon egal, denn ich hechelte der Erlösung hinterher.

Die Feder kreiste nun schon seit gefühlt ewigen Stunden um und über mein sensibles Zentrum und trieb mich schier in den Wahnsinn, weil ihre Berührungen viel zu einfühlsam und viel zu prickelnd waren. Es war eine endlose Tortur. Ich wollte mehr, nicht nur dieses ewige hauchzarte Streicheln. Mir brach der Schweiß aus und keuchend entwich mir der Atem.

Ich ergab mich dieser Strapaze und schloss schicksalsergeben meine Augen, doch was ich dann spürte ließ sie mich gleich wieder geschockt aufreißen, nur um mich dann verwirrt umzublicken. In dem Moment, als meine Augen zugefallen waren, spürte ich warme, menschliche, ja männliche Hände auf meiner Haut, die sie streichelten, meine Brüste fest kneteten und mir das Gefühl gaben, dass ich endlich bekam was ich wollte. Doch als ich geschockt realisierte, dass dies Lucius sein könnte und deswegen die Augen öffnete, war da nichts, gar nichts und das Gefühl der Hände auf meiner Haut verschwand sofort.

Was für ein böser Zauber von Lucius!

Aber doch auch die Erhörung meiner Wünsche, um mich hier endlich zu befreien. Eilig schloss ich wieder die Augen und sofort spürte ich erneut die wohltuenden Hände auf meiner erhitzten Haut und noch mehr, ich hatte das Gefühl, ein männlicher Körper würde sich über mich beugen, mir immer näher kommen. Ich linste durch halb geschlossene Lider, aber da war nichts, keine Person, kein Widerstand, kein Körper, doch die Art, wie die magischen Hände über meinen Körper glitten, fühlte sich besser an als das ewige Reizen durch die Feder und ich hatte das Gefühl, wahrhaftig einen Mann zu spüren und gleichzeitig die Reize der Feder.

Ich hatte das Gefühl von leidenschaftlich küssenden Lippen auf meinen, Händen, die meine ergriffen und festhielten und dann, endlich, fühlte es sich an, als würden geschickte Finger mein Innerstes erkunden. Genießend stöhnte ich auf. Es tat gut, nun endlich feste, richtige Berührungen zu spüren, nicht mehr gequält zu werden von dem leichten Streichen der Feder. So dauerte es nicht lang, bis ich diese Geschichte hinter mich brachte und erlösend stöhnend zum Höhepunkt kam, den ich nicht zurückhielt.

„Draco!“, seufzte ich absichtlich sehr laut, als die Wellen meines Orgasmus über mich hinweg rollten und dafür sorgten, dass ich endgültig total erschöpft war.

Natürlich war ich ein Miststück, das absichtlich provozierte, denn niemals wäre mir Lucius‘ Name über die Lippen gekommen und auch wenn Lucius es nicht mitbekam, war es mir eine Genugtuung, Dracos Namen zu stöhnen, weil ich ahnte, dass ihm Draco immer mehr ein Dorn im Auge sein würde als Severus.

Tief durchatmend schlug ich die Augen auf und versuchte noch immer, zu Atem zu kommen, während ich instinktiv wusste, dass der Zauber wirklich beendet und ich frei war.

Die Feder lag nun reglos auf meinem Bauch und hob und senkte sich nur mit meinen tiefen Atembewegungen. Ich ergriff sie nun ungehindert und besah sie mir skeptisch, aber vor allem verärgert, ich strich mit den Fingerspitzen darüber. Es war eine Feder von den bunten Pfauen, die ich Lucius geschenkt hatte, was sicher seine Absicht gewesen war.

Schlussendlich angelte ich nach dem Umschlag, zuerst wollte ich ihn zerknüllen, doch dann wollte ich die Feder wieder darin verstauen, als mir noch etwas in dem Umschlag auffiel. Ich zog es heraus und hielt plötzlich zwei Pergamente in den Händen.

Auf dem Ersten konnte ich wieder Lucius‘ markante Schrift entziffern.

„Liebes,
hat dir mein kleines Geschenk gefallen und dich gut in den Tag gebracht? Hast du es genossen und voll ausgekostet? Diesen speziellen Zauber wollte ich schon lange ausprobieren, dies war die perfekte Gelegenheit, sodass du mich in Hogwarts nicht vergessen wirst.
Lucius

PS: Auch mein zweites Geschenk wird dir eine Erinnerung sein!“

Ich schüttelte noch immer wie benebelt das Haupt. Wie selbstverliebt konnte man sein? Dieser Mann schlug wirklich alles und jeden in seiner unglaublichen Arroganz.

Ich war schlicht sprachlos und so blieb ich auch stumm, während ich das erste Pergament beiseitelegte und auf das zweite Papier sah.

Kurz stockte ich, denn es war ein kleines Bild. Die Kohlezeichnung zeigte mich, in meinem Pfauenkleid, das ich bei der orientalischen Party getragen hatte und wenn ich die Signatur richtig deutete, hatte dies doch tatsächlich Lucius mit einigen wenigen Strichen mehr als gut gezeichnet. Ich war überrascht und beeindruckt zugleich, fragte mich aber auch, ob ich mich ärgern sollte, dass er mich so ohne mein Wissen auf dem Papier gebannt hatte. Anscheinend hatte er dieses spezielle Talent von seiner Mutter geerbt.

Ich würde mich später damit beschäftigen, was es für mich bedeutete, dass er mir diese Kleinigkeit offenbarte, die er sonst sehr geschickt versteckt hielt, aber gerade nach dem Erlebten wollte ich nicht zu intensiv über diesen Mann nachdenken und dann drängte heute auch mal wieder die Zeit. Wir würden zurück nach Hogwarts fahren und ich musste noch in meine Suite und die letzten Dinge packen sowie mich fertig machen, um den schweren Gang ins Cottage zu gehen.

Dabei drückte mich die Erkenntnis, dass ich persönlich schrecklich versagt hatte, nicht nur wegen Lucius, sondern vor allem wegen Daphne!

Sie war unser erster richtiger Verlust!

Der erste Verlust unseres vertrautesten Kreises, eine wichtige Person und das tat unerwartet weh!

Selbst mir, es nahm mich mit und belastete mich.

Insbesondere, dass ihr Ableben derart unnötig gewesen war und nicht hätte sein müssen, es kränkte mich und meinen Stolz unheimlich, dass es gelungen war, uns derart einfach zu übertrumpfen.

Mein Versagen fühlte sich in mir vollumfänglich und allumfassend an.

Und jetzt auch noch Lucius, der mich malträtierte!

Ein Seufzen kam mir über die Lippen, also steckte ich alles kurzentschlossen zurück in den Umschlag, stieg eilig aus dem Bett, schlüpfte rasch wieder in mein Negligee und warf mir den Morgenmantel über. Ohne mir einen beschämten Blick zurück auf das Bett zu erlauben, oder sonst wie peinlich berührt zu verweilen, verließ ich Lucius‘ Räumlichkeiten mit flatternden Röcken.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

Ich hatte das Manor heute sehr früh verlassen müssen, weil ich noch eine Telefonkonferenz mit einer ausländischen Niederlassung hatte und diese zu meinem Leidwesen nicht zu verschieben gewesen war.

Auf der anderen Seite hatte ich versucht, dies positiv zu sehen, da es Hermione leichter fallen dürfte, wenn ich nicht mit ihr erwachte, nachdem ich sie gestern mit dem Trank überrumpelt hatte.

Die Konferenz war schon einige Zeit beendet, als die Zauber anschlugen.

Ich war sofort angespannt und erwartungsfroh, was sich in meinen Räumen im Manor abspielte, denn sobald Hermione den Umschlag öffnete, aktivierte sie damit die Zauber, die ich ihr schenkte.

Natürlich, das Geschenk bot eine zweifelhafte Freude, sie würde erst wütend und sauer auf mich sein, bevor sie am Ende doch lächelnd in meinem Bett liegen würde, aber das war es mir Wert, ihren geheiligten Zorn auf mich zu ziehen.

So zückte ich einen Handspiegel, der bisher sicher in meiner Schublade geruht hatte und warf damit einen Blick in mein Schlafzimmer.

Das Schauspiel konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen. Mit dem großen Handspiegel sah ich durch den großen Prunkspiegel, der an der Wand meines Schlafzimmers hing und konnte einen fabulösen Blick auf mein Bett werfen.

Es war ein opulenter, reich verzierter, goldumrandeter Barockspiegel und fügte sich völlig ins Ambiente des Schlafzimmers ein, aber in Wirklichkeit gehörte er zu einem Zwei-Wege-Spiegel-System und sein Gegenstück hielt ich gerade in Händen und hatte eine faszinierende Aussicht auf alles, was sich in meinem Bett ereignete.

Ich beobachtete gespannt und dann zufrieden, wie sie reagierte, wie sie nachgab und mir mal wieder unwissend ihren Leib in all seiner Pracht präsentierte.

Ihre schmähenden Aussagen amüsierten mich ebenso wie ihr Widerstand, während ich sie studierte.

Ihre nackte Haut zu sehen, nachdem ich ihr auf dem Boot so nahe gewesen war und es fast geschafft hatte, sie endlich zu der Meinen zu machen, waren fast zu viel für mich und meine Contenance, denn meine Wut auf Goyle, welcher der Grund für die unselige Unterbrechung gewesen war, flammte sofort wieder auf.

Doch ich lenkte meine Aufmerksamkeit wieder gierig zu der Szene, die sich in meinen Räumen im Manor abspielte. Ich hatte den Zauber so gestaltet, dass ich über den Spiegel auf Hermiones Handeln reagieren konnte, indem ich ihr mit meiner Stimme Anweisungen gab.

Ich genoss es unbeschreiblich, wie sie nackt in den Laken lag, völlig ungeschützt und die bunt schillernde Pfauenfeder über ihren Körper zu streichen begann. Es war eine Herausforderung für mich, nicht direkt ins Manor zu apparieren und sie mit meiner Anwesenheit zu beehren, doch ich wollte, dass sie nach diesem Morgen in Sehnsucht nach mir verging, in Hogwarts, und so sehr schnell erkennen würde, dass ich es war, den sie brauchte, nicht Draco!

Ihr entkam fast kein Laut des Genusses, was mich minimal ärgerte, wobei die unterdrückten Töne, das widerwillige Stöhnen und das abgehackte Keuchen fast noch erotischer wirkten als wenn sie mehr von sich gegeben hätte. Es wunderte mich nicht, so beherrscht wie sie sonst auch war. Ich ahnte, dass es sie schrecklich ärgerte und frustrierte, dass die Feder nur so hauchzart über ihre Haut stich, dass sich der Genuss zu einer wahren Tortur ausbreitete. Der verdrossene Schrei, der ihr schlussendlich über die Lippen kam, bestätigte mich in der Annahme, dass ihr diese sachte Behandlung an die Konsistenz ging, schließlich hatte ich mittlerweile zur Genüge beobachten können, dass sie es durchaus härter und direkter beim Sex mochte, aber das hier war eher eine süße, aber feine Qual, die ich ihr bereitete.

Diese Stimulierung durch die Feder, diese federleichten, fast nicht spürbaren Berührungen mussten eine unbefriedigende, ungenügende Pein für sie sein, aber genau das hatte ich erreichen wollen. Ich genoss es, wie sie sich unruhig wand, wie sie sich hilflos hin und her warf und ihre kleinen Hände in die Laken krallte. Als ihr endlich wieder ein frustrierter Laut entwischte, bescherte mir dieser Ton ein sehr zufriedenes Lächeln.

Sie in ihrer Lust betrachten zu können, war eine wahre Freude. Wenn mir schon versagt gewesen war, sie endlich voll und ganz zu besitzen, so durfte ich mich nun wenigstens an diesem exquisiten Anblick erfreuen.

Meine Stimme aus dem Nichts schien sie zu verunsichern, da sie immer wieder ihre Augen aufriss, um sich zu vergewissern, ob ich nicht doch plötzlich vor ihr stand, vor allem, da sie nun meine magischen Hände auf sich fühlte. Unterdessen verteufelte ich es, dass es wirklich nur meine imaginären Hände waren und nicht meine echten, denn ich spürte nichts von dem Zauber oder gar sie.

Erregung durchlief mich, während ich zusah und ich holte tief Luft!

Der Zauber ließ ihren Gedanken freie Wege, aber sie hatte die Nacht über in meinen Armen gelegen, lag in meinem Bett, umhüllt von meinem Duft, so konnte sie nur an mich denken, außerdem war ihre Reaktion am Vortag eindeutig gewesen, sie hatte sich mir hingeben wollen.

Zumindest wenn sie ihren Höhepunkt erreichen würde, würde sicher ihre Beherrschung brechen und sie einen Ton von sich geben, den sie sich bisher verboten hatte. Ich fieberte geradezu gebannt diesem entscheidenden Moment entgegen, doch noch bewegte sie sich stumm, schien sich aber mit der Situation abgefunden zu haben und nun zu genießen, dass sie der Erlösung näher kam.

Schließlich drückte sie ihren Rücken durch, reckte ihre Brüste heraus und erstarrte. Sie überkam ihr Orgasmus, der durch ihren Körper lief und sie schüttelte und dann war es endlich soweit, sie entließ einen heiseren und atemlosen Ton.

„Draco…!“, stöhnte sie erlöst und befriedigt klingend.

Geradezu schockstarr starrte ich auf den Spiegel in meiner Hand. Ich dachte, mich verhört zu haben und konnte es nicht glauben. Geistig lief es in meiner Erinnerung wie in einer Endlosschleife ab.

Kalte, unbändige Wut, Enttäuschung, nein, ach was, mein Stolz war bis ins tiefste Mark verletzt, all das überfiel mich ganz plötzlich und ich verstärkte meinen Griff um den Handspiegel, bis mir die schönen Ornamente des Griffes geradezu ins Fleisch schnitten.

Mein Blick klebte geradezu in unbändiger Wut auf dem Bild, das der Spiegel von meinen Räumen zeigte und ich konnte nicht glauben, was er nun zeigte, denn ich sah ihre selbstzufriedenen Züge!

Sie wirkte hinterhältig und bis in jede Faser durchtrieben. Das hatte sie absichtlich getan!

Dieses Biest, sie wollte mir nicht die Genugtun lassen und das war ihre feine, wenig subtile Rache an mir.

Als ich erkannte, wie sie es schaffte, auch mich zu sabotieren, wurde ich dadurch nur noch aufgewühlter und wirbelte eilig aufstehend herum. Mein massiger, lederner Arbeitssessel kippte nach hinten und landete hart und laut auf dem Marmorboden, während ich noch in der Bewegung meinen Arm hoch riss, sodass der Handspiegel mit Schwung gegen eines der großen Fenster knallte.

Es war zum aus der Haut fahren, dass es ihr immer wieder gelang, mich in die Defensive zu drängen. Ich war mir so sicher gewesen, dass ich sie nun überzeugt hatte, dass ich zu ihr durchgedrungen war und sie sich mir zugewandt hatte, da kam diese kalkulierende Reaktion von ihr nur umso überraschender. Dass sie doch immer noch so stur und heuchlerisch war und weiterhin ihre Affinität zu mir leugnete, brachte mich langsam, aber sicher zur Weißglut.

Sie konnte nicht ernsthaft an Draco festhalten, wo sie doch wusste, was von ihm erwartet wurde. Außerdem, was sollte ich denn noch auffahren, um ihr klar zu machen, dass ich nicht spielte, dass es bitterer Ernst war?

Es war unglaublich frustrierend und ich betrachtete ihr Verhalten wie eine Kriegerklärung an mich.

Natürlich läge es mir fern, diese nicht anzunehmen! Wenn sie mit ihrem Meister spielen wollte, bitte, ich wollte ihr den Gefallen tun, ich würde es genießen, ihr ihre Grenzen aufzuzeigen.

Der späte Abend desselben Tages spielte mir in geradezu spektakulärer Weise in die Hände und zeigte mir mal wieder, wie wankelmütig das Schicksal doch sein konnte.

Die Fügung konnte doch manchmal ein launisches Biest sein und ich genoss es, dass ich hierbei durchaus die Strippen in der Hand hielt und begann, sofort zu planen.

Denn noch immer war meine Wut auf ihr absichtlich provozierendes Wesen nicht verraucht. Das schrie regelrecht nach Rache und meine Stimmung war am absoluten Tiefpunkt.

Ich musste mich wahrlich stark zusammenreißen, nicht nach Hogwarts zu apparieren und sie mir zu krallen, aber damit hätte ich auch verraten, dass ich alles beobachtet hatte und diese Blöße, dass ich den Voyeur gespielte hatte, wollte ich mir dann doch nicht geben.

Außerdem, wenn ich ihre Vermutung bestätigten würde, dass sie nicht alleine gewesen war, würde dies nur wieder ihren Kampfgeist gegen mich entfachen, also rief ich mich über den Tag immer wieder zur Räson. Wirklich an effektives arbeiten war leider nicht zu denken, weswegen ich, nachdem ich sicher sein konnte, dass Draco und Hermione das Manor verlassen hatten, zurück in selbiges gekehrt war und mich dort in mein weitaus privateres Büro zurückgezogen hatte, um vor mich hin zu brüten.

Wie gesagt, man meinte es gut mit mir, denn spät am Abend erreichte mich dann eine mehr als eilige Eule. Sie kam direkt von einem meiner Spione aus dem Ministerium und enthielt äußerst brisante Informationen.

Ich musste mich sogar erst eine Sekunde zurücklehnen, um diese allerneuesten Informationen verdauen zu können. Das würde heftig werden! Diese Neuigkeiten delikatester Art ließen jedoch bei mir fast sofort einen mehr als makabren Plan entstehen. Zugegebenermaßen, es waren keine guten Nachrichten, aber sie spielten mir so sehr in die Hände, dass ich sofort wusste, was zu tun war.
Ich wurde, wie so oft, früher als alle anderen darüber informiert, was am morgigen Tag, dem ersten Schultag nach den Ferien, am 02. September geschehen würde. Dieser Tag würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Geschichte eingehen.

Kurz gesagt, ich hatte einen Plan, es wurde ernst!

Lucius Sicht Ende


Wir möchten und herzlich bedanken, dass wir für dieses Kapitel eine Idee der lesenswerten FF „as black as sin“ von secret temptation entleihen durften.

http://www.fanfiktion.de/s/514992c70002ee6a06701389/1/as-black-as-sin

Wir hoffen, dir, secret temptation, gefällt, wie wir durch dich inspiriert worden sind. Vielen Dank, dass wir diese Idee adaptieren durften.

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