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 Kapitel 485-486

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BeitragThema: Kapitel 485-486   Di Okt 28, 2014 9:40 pm

485. Kapitel Disharmonie

Hermiones Sicht

Ich atmete schneller, angestrengter. Es war, als würde ich einen Dauerlauf hinlegen, wenngleich mir nicht einfiel, warum ich derart gehetzt davonlief. Immer schlimmer wurde es und meine Bedrängnis steigerte sich und damit auch mein Wunsch, dem Ganzen schnell zu entkommen, eine gelungene Flucht hinzulegen. Ich stolperte plötzlich, wedelte rudernd mit den Armen, aber konnte mich nicht fangen, fiel und fiel und fiel bis ins Endlose, schlug aber nicht auf.

Abrupt wachte ich endlich von einer Sekunde auf die Nächste auf und blinzelte irgendwie verstört und atemlos keuchend in die Dunkelheit.

Halb sitzend wurde ich sofort an eine harte Brust gedrückt und konnte nun selbst meinen rasselnden Atem vernehmen, während ich versuchte, mir die verschwitzten Haare aus der Stirn zu wischen, was missglückte, da ich noch immer festgehalten wurde.

„Ganz ruhig, du bist hier, bei mir!“

„Severus?“, hauchte ich stockend und ließ zu, dass ich ihn und seinen Körper neben mir spürte, mich mehr an ihn schmiegte und nicht sofort weg hechtete. Wobei dies mein erster Impuls war, von ihm wegzugehen, warum auch immer.

„Wer sonst…“, raunte er schläfrig.

Doch schlagartig fiel mir wieder ein, vor was ich davonlief.

Vor Lucius!

Und dann kam mir auch, zu meinem Leidwesen, in den Sinn, was passiert war. Was Severus gestern Abend mal wieder an mir verbrochen hatte, indem er mir auf hinterhältige und absolut listige Art und Weise einen Trank einflößt hatte. Sofort erstarrte ich in seinen Armen, als die Erinnerung kam.

Er schien zu bemerkten, dass ich mich erinnerte, weswegen er leise seufzte.

„Wenn du mir das nun vorhalten willst, würg ich dich. Du hättest nie und nimmer geschlafen. Es hat dir gut getan zu schlafen und das weißt du, wenn du bereit bist dein Hirn wieder einzuschalten!“, ging er augenblicklich in die Offensive und wirkte auch gleich wacher als bisher. Mir blieb die Zunge im Hals stecken, während seine Worte in mir sackten.

„Mhm…“, erschlafften meine Glieder bei seiner leider so wahren aber nicht weniger gehässigen Aussage. Meine Aufgabe registrierte er sofort und ließ es zu, dass er sich nun ebenfalls wieder entspannte und mir etwas mehr Raum zum Atem gab, indem sich seine Arme um mich lockerten.

„Na, immerhin hast du eines!“, lobte er mich daraufhin, auf dass es mir schon wieder die Sprache verschlug. Ich akzeptierte es aber, dass er sein Kinn auf meinen Schopf bettete und mich weiterhin festhielt. Er strahlte eine zugängliche Stimmung aus und das musste ich dann doch nützen.

„Severus, verkauf mich nicht für dumm. Warum bist du gewillt, mich absolut wütend zu machen, wenn du so was mit mir tust? Wegen meines Wohlbefindens? Wohl kaum. Es war an sich unnötig. Ich bin nicht blöd. Was war der wahre Grund, dass du mich ausgeschaltet und betäubt hast?“, hakte ich daher, die Gelegenheit nutzend, sofort nach.

„Du willst mich beleidigen?“, knurrte er, dabei versuchte er sich hinter seiner nicht vorhandenen Integrität zu verstecken und ich schnaubte auf.

„Severus!“, rief ich jetzt drängend und hieb ihn unsanft in die Seite, woraufhin er keuchend nach Luft schnappte und mich fester an sich presste, sodass ich dies nicht wiederholen konnte.

„Lucius war hier“, gab er schlussendlich knapp und bündig zu, wobei der Widerwille, dies zuzugeben, in jeder Silbe zu vernehmen war. Ich schnaubte schon wieder und fühlte mich schrecklich bestätigt.

„Ha!“, schlug ich ihm mit meiner Faust kurzentschlossen trotz der Beengung gegen die Brust und er japste leise. „Und da setzt du mich lieber Schachmatt“, kam es grollend von mir.

„Ja, was hättest du tun wollen?“, gab er lapidar zu bedenken.

„Oh, glaub mir, da würde mir gerade unfassbar viel einfallen!“, ätzte ich los, aber rührte mich nicht mehr. Es war schön warm an seiner Seite und passiert war passiert.

Wenn ich mir ausmalte, wie ich mich auf dem Boden gebärdet hatte, konnte ich seine Wahl, mich zu betäuben, sogar nachvollziehen. Dass ich eine Furie gewesen war, wäre noch eine sehr nette Umschreibung.

„Du denkst, dich mit Lucius zu prügeln wäre schlau?“, fragte Severus sofort zweifelnd, wobei er meinen Wunsch sehr gut in Worte fasste. Aber aus seinem Mund hörte es sich so zwecklos an und irgendwie war es leichter, dieses Gespräch an seinem Hals zu führen, als ihm ins Antlitz blicken zu müssen, vor allem nicht in diese alles sehenden, so schwarzen Augen.

„Danke aber auch. Was du von mir denkst“, wehrte ich brüsk ab.

„Nur das Beste“, stand sein Zynismus meiner Empörung in nichts nach.

„Sehr witzig, aber keine Ahnung, es wäre vielleicht befriedigend“, ließ ich fragend verlauten, „ihn zu schlagen?“

„Du weißt genau, dass er gewinnen würde. Es wäre somit selten dämlich“, dämpfte er meine Hoffnung, indem er sich gewohnt schnarrend in seiner aufrichtigen Gehässigkeit gab und mir entschlüpfte ein frustrierter Schrei.

„Ach, musst du immer so sein?“, fragte ich genervt.

„Wie?“, tat er völlig unschuldig und ich konnte mir gut ausmalen, wie seine Braue dabei in die Höhe wanderte und der Spott in seinen Augen blitzte.

„Soooo, soooo rechthaberisch“, stieß ich jämmerlich aus, aber es prallte an ihm ab.

„Ich habe recht“, äußerte er hart.

„Das mag ja sein, aber ich finde es nicht erbaulich, mit einem Mann zu schlafen, der mich betäubt!“, gab ich nicht nach und offenbarte meinen Unmut darüber, wie er mich behandelte.

„Davor war ich dir für deine Zwecke, dich zu ficken, auch gut genug!“, bekannte er so verschnupft, wie er auch schon in der Dusche gewesen war. Dann ließ er mich abrupt frei und rollte sich von mir weg.

In einer fließenden Bewegung stand er auf, während ich erst mal irgendwie leicht betäubt liegenblieb und stöhnte. Er war schrecklich sauer und verdammt beleidigt, weil ich ihm vorhielt, wie bestimmend er mit mir umging.

Dass er das nicht so sah, war irgendwie verständlich und doch auch erschreckend. Severus hatte sich entwickelt und er hatte sich verändert. Am Anfang wäre es ihm egal gewesen, warum ich zu ihm gekommen war, Hauptsache ich war da um mich von ihm ficken zu lassen. Aber jetzt hinterfragte er, warum ich ihn erwählte und diskutierte, ließ mich sogar stehen, weil er sich auf die Füße getreten fühlte.

Natürlich war und blieb er fies, in allem was er tat. Er war wahrlich kein netter Mann, aber ich durfte an der Aufrichtigkeit seiner Worte nicht zweifeln. Augenscheinlich hatte er sich in seinem Rahmen Sorgen um unser beider Leben gemacht, weil er wusste, dass Lucius und ich in der Lage waren, uns gegenseitig umzubringen, deswegen hatte er mit dem Trank die an und für sich sicherste und bequemste Variante gewählt.

Das Komische war, so wütend war ich gar nicht auf ihn, wie ich hätte sein können. Zu meinem großen Leidwesen verstand ich ihn sogar, denn meine Laune war brutal und das wusste er. Wenn mir Lucius wirklich gestern über den Weg gelaufen wäre, hätte ich mich auf ihn gestürzt, um ihn zu Hackfleisch zu verarbeiten. Das Problem war nur, dass ich zum Schluss wirklich selbst das Hackfleisch gewesen wäre. Gegen Lucius kam ich nicht von Angesicht zu Angesicht an, dafür war er zu überlegen und das musste ich lernen zu akzeptieren, so schwer es mir auch fiel. Dass unser nächstes Zusammentreffen deswegen friedlich ausfallen würde, glaubte ich trotzdem nicht. Ein Kampf würde es so oder so werden.

„Ich mag nicht aufstehen“, bekannte ich plötzlich in die nur von einer Kerze spärlich erhellte Dunkelheit des Schlafzimmers.

„Mhm…“, grummelte er zu mir, noch immer seine miese Laune pflegend, als ich ausmachte, dass mehr von meiner Seite nötig wäre, um ihn mir gewogen zu machen.

„Du hattest recht…“

„Hatte ich?“, trampelte er unsanft auf meiner mir schwer abgerungenen Entschuldigung herum, dabei hielt er inne und war als Schatten fast nicht auszumachen.

„Ja, hattest du. Schon schlimm, dass du mich derart kreativ ausschalten musstest. Schmeichelt mir das nun oder doch eher nicht?“, fragte ich selbstvergessen und zog die Beine unter der Decke an.

„Du bist wirklich bereit dein Hirn einzuschalten? Unerwartet, aber sehr angenehm! Wirklich.“ Ich konnte es nicht erkennen, aber mir war, als läge sein steter Blick auf mir. „Und na ja, das wirst du selbst entscheiden müssen, ob es dir zur Ehre gereicht oder nicht“, ging mal wieder seine Ironie mit ihm durch und ich lachte freudlos auf.

„Hahaha… sei nicht immer derart trocken“, gab ich bockig zurück.

„Ich bin nicht trocken, ich bin realistisch!“, schränkte er eilig ein und schnalzte mit der Zunge.

„Wenn du es sagst, Severus“, hauchte ich, dabei leckte ich mir über meine Lippen, da ich nervös war. „Ich muss heute zu den anderen. Ich will nicht zu den anderen!“, gestand ich dann kleinlaut wie ein Kind.

Es war anders als sonst. Ich fühlte mich verwundbarer als gewöhnlich, da man mir wieder eine Schicht meiner Maske genommen hatte. Jetzt wussten wirklich alle, dass ich zur Familie Malfoy gehörte. Meine Kameraden wussten sogar, dass ich zwischen Vater und Sohn gefangen war. Ein Gedanke, der mir zuwider war, da es mir vorkam, als würde damit Dracos Ansehen in Mitleidenschaft gezogen werden. Um seinetwillen hatte ich nun ein schlechtes Gewissen.

„Verdient das eine Antwort?“, hauchte Severus irgendwie spottend. Das klang amüsiert und schrecklich zynisch, zu meinem Verdruss.

„Sehr witzig, ich bin die Verlobte von Lucius Malfoy! Ich möchte brechen!“, würgte ich tatsächlich hinaus, erstickte fast an dieser Tatsache und schlug frustriert auf die Bettdecke. „Ich fasse es immer noch nicht! Arrrrghhhh!“

„Was ist so schlimm daran?“, wollte Severus zu meiner Verwunderung plötzlich sehr ernsthaft erfahren und blickte auf mich runter. Erst da bemerkte ich, dass er wieder nah an das Bett herangetreten war.

„Bitte? Wir, du, ich, uns, Draco, alles!“, ruckte ich in eine sitzende Position hoch und stützte mich auf meine Arme. Unterdessen starrte ich ihn mit offenem Mund an, da ich nicht fassen wollte, dass er es so lässig sah.

„Wenn du es sagst“, wandte er sich danach wenig eloquent und recht wortkarg ab und verließ mich und sein Schlafzimmer ohne weitere Worte.

Ich war irritiert. Was wollte er damit sagen?

Es war schlimm! Warum fand er es nicht schlimm? Ich verstand gar nichts mehr und so plumpste ich kaum elegant zurück in die Kissen und ließ mir, hingegen zu ihm, extra lange Zeit mit dem Aufstehen. Nichts zog mich nach draußen und ich fand es mal ganz angenehm, dass er mich tatsächlich machen und trödeln ließ, so lange wie ich wollte. Hätte ich von meinem aktuellen Schulleiter zwar nicht erwartet, aber es war schön.

Nichts, sprichwörtlich nichts trieb mich in den Unterricht!

Aber, wie ich schon früh gelernt hatte, ich würde mich nicht vor dem realen Leben verstecken können. Vor allem war es sinnlos. Man konnte nicht seinem Schicksal entgehen und bitte, wenn ich dem Lord in sein hässliches Angesicht sehen konnte, während er mich folterte, sollte ich mit den neugierigen und gespannten Mienen der Bewohner des Schlosses noch leichter klarkommen.

Irgendwann würde auch Severus kommen und mich hinaus zerren, ob ich wollte oder nicht. So musste ich doch noch aus eigenem Antrieb die gemütlichen Räume verlassen, doch auf halbem Wege verließ mich mein wankelmütiger Gryffindorheldenmut und ich mied alles andere als heldenhaft die Große Halle.

Meine Lust, mich, die Attraktion, dort sehen zu lassen, tendierte arg gegen Null, nach dem gestrigen Auftritt, der alle meine anderen, bisherigen Auftritte doch schon sehr bedeutend in den Schatten stellte.

Himmel, ich war vor der ganzen Schule verlobt worden!

Und das auch noch gegen meinen Willen, in aller Öffentlichkeit. Die Tatsache sackte immer noch nicht so recht in mir, auch nicht, was dies nun in seinem vollen Umfang für mich bedeuten würde. Ich wagte nicht, es zu Ende zu denken, aus Furcht, dann wieder wegrennen zu wollen.

Wie gesagt, ich huschte wie auf der Flucht durch das weitläufige Schloss, dabei stets auf der Hut, dass ich niemandem in die Arme lief. Es war mir ungewohnt peinlich und unangenehm, dass ich gestern die Contenance verloren hatte und nicht früher gegangen war, sondern meinen Disput mit Lucius vor allen ausgelebt hatte.

Ich verstand mich nicht. Sonst passierte mir nie so etwas Unbedachtes, oder gar so etwas Emotionales. Aber gerade als ich an einem der hohen Fester hielt, um unglücklich in die Landschaft hinauszublicken, da stellte ich mich kurzentschlossen meinen Gefühlen und erforschte, was mich derart bewegte. Ich erkannte, dass es mich unerwartet tief traf, dass mir Lucius diese Bevormundung tatsächlich angetan hatte!

Bedeutete Familie zu haben keine eigenen Entscheidungen treffen zu können?

Dann konnte ich darauf echt verzichten. Alter, längst vergangener Groll stieg urplötzlich in mir auf und hier traf meine Wut nicht mal Lucius, sondern eher Draco, weil dieser durch das Mal, das er mir eingebrannt hatte, große Schuld mit daran trug, wo wir heute standen. Er hatte mich dazu verdammt, auf ewig und immerdar ein Mitglied eben jener Familie zu werden. Somit war er, Draco, schuld!

Verdammt, ich wollte nicht heiraten und schon gar nicht Lucius!

„Arrr“, entschlüpfte mir ein frustrierter Laut.

Wenn ich an Lucius dachte, wurde ich aggressiv. Ich wollte Draco nicht hergeben, warum auch?

Ich war mit ihm zusammen und ich brauchte ihn! Er war mein Anker und ich konnte mich glücklich schätzen, dass er jemanden wie mich an seiner Seite haben wollte!

Lucius wollte mich doch nur, weil ich für ihn zu einer fixen Idee geworden war, eben weil ich mich zierte. Hätte ich zu Beginn brav meine Beine für ihn breit gemacht, wäre ich jetzt schon langweilig und aufs Abstellgleis gefahren worden. Aber so konnte der Tyrann es natürlich nicht auf sich sitzen lassen, dass ich ihn verschmäht hatte. Nur jetzt hatte sich Lucius derart geschickt positioniert, dass ich ihm fast nicht mehr entkommen konnte, aber wenn er dachte, dass mich dies einschüchterte, kannte er mich nicht!

Bei diesen Gedanken schlug ich immer wieder mit meiner Faust gegen den rauen und kalten Stein der Wand.

Lucius, Lucius, Lucius!

„Da bist du ja endlich!“, „Joooo, ich hab schon gedacht, du bist untergetaucht!“, „Oder dass du gar nicht mehr zurückkommst!“, „Wo warst du?“, kam es aufgeregt von meinen Kameraden, die vor dem Klassenzimmer eintrudelten und mich aus meinen verwirrenden Gedanken rissen.

„Wie geht es dir?“, „Ist alles in Ordnung?“, „Schönste!“, bestürmten mich die Jungs und eilten besorgt auf mich zu, da ich mich bisher noch nicht umwandte. Der Grund dafür war einfach, ich arbeitete an meiner reglosen Maske.

Da zuckte mein Blick durch die Masse zu Draco, der schon ein paar Schritte auf mich zukam, aber immer langsamer wurde, weil ich derart von Gryffindors bestürmt wurde.

„Alles in Ordnung“, murmelte ich daher nur nichtssagend.

Mir war zwar meist die Meinung anderer gleich, aber die durchdringende Musterung meiner Kameraden war dann doch störend.

Sie wussten nun, oder dachten eher es zu wissen, was Lucius und ich trieben. Das war zu peinlich. Na gut, peinlich wäre das falsche Wort, aber unter Anbetracht, dass viele wussten, dass ich mit Draco liiert war, konnte ich ein sonderbares Gefühl nicht abwerfen, dass ich nicht von Lucius geadelt worden war mit seinem Ring, sondern eher in den Dreck gezogen wurde und nun das Stigmata einer familieninternen Hure trug!

Ich gab es ungern zu, aber ich war unsicher. Gerade wollte ich mir eine Locke aus der Stirn streichen und stockte, denn das Licht brach sich in dem grünen Stein, der mein Verderben war. Harry fing meine Hand geschickt auf, während ich sie schon erschrocken zurückziehen wollte.

„Hab ich dir nicht gesagt, dass du aufpassen sollst?“, wisperte Harry zu mir und beugte sich vor, doch die Meute war so neugierig, dass sie auf alle Fälle verstanden was er zu mir sagte. „Gerade bei diesem Mann?“

„Haha! Sehr witzig!“, hisste ich leise zu ihm.

„Er nimmt sich einfach was er will, wenn er es nicht bekommt!“, kam es recht selbstgefällig von Harry und ich schnaubte, während er meine Hand hielt und sich den Ring an meinem Finger genau besah.

„Tja, du bist wohl einer der wenigen, der das glaubt, alle anderen werden genau das Gegenteil denken! Dass er es schon längst hatte“, murrte ich widerwillig und zog sachte an meiner Hand.

„Ich dachte immer, die anderen sind egal!“, provozierte Harry eiskalt und ließ fast schon ostentativ langsam von meiner Hand ab. „Außerdem weiß ich die Wahrheit, wie noch der ein oder andere hier und ich vertraue dir!“

„Hallo… Stiefmutter!“

Hier erstarrte ich nun zu einer Salzsäule. Draco war jetzt schlussendlich bei uns angekommen und grinste mich mit einer unleserlichen Maske, die alles bedeuten konnte, an, während seine Worte mir den nächsten Tiefschlag verpassten, über den ich dann doch getroffen blinzelte. Alle anderen hielten bestürzt die Luft an, da schließlich unser gesamter Jahrgang mehr oder weniger in der Burg gewesen war, somit wussten sie um unsere Verbindung zueinander und waren nun doch sehr irritiert und fragen sich, was sein Vater in dieser Beziehung zu suchen hatte.

Dies war irgendwie verständlich.

„Unheimlich witzig!“, kommentierte ich daher auch recht trocken, was Draco aber keine Miene verziehen ließ, während er sich herabließ, mir zu antworten.

„Gib zu, es entbehrt nicht einer gewissen Komik“, blickte er mir sehr tief in die Augen, „und jetzt sag bitte nicht, dass ich dir nicht seit langem sage, dass er das vorhat!“, entgegnete Draco reichlich abgeklärt, woraufhin mir der Mund aufklappte. „Er ist ein Malfoy!“

„Das erklärt natürlich alles!“, brauste ich auf. Jetzt wusste ich wieder sehr, warum ich zu Severus gegangen war und Draco mied. Ich wollte mir die Vorwürfe ersparen, Lucius unterschätzt zu haben.

Aufgrund meines Ausbruches erntete ich von Draco nur ein schrecklich überhebliches Mienenspiel, während nun Harry versuchte mich zu betatschen.

„Lass das“, meinte ich undankbar und riss meinen Arm zurück.

„Beruhige dich“, bat Harry.

„Und ja, Draco… Ja… ja, du hattest Recht, nun zufrieden?“, rief ich lauter als beabsichtigt, dabei konnte ich ausmachen, dass sich unsere Kameraden bemühten, sich dezent in Luft aufzulösen.

„Zufrieden? Nicht wirklich“, bekannte er dann doch leise mit schwindender Stimme.

„Pfff, nicht wirklich! Ich ärgere mich und ja, du kennst ihn halt doch noch besser als ich! Aber…“, biss ich mir gerade noch auf die Zunge und unterdrückte den Wunsch, zu sagen: Aber wenn es nach ihm ginge, liegt und läge es bald anders. Dass ich ihn besser kenne als du jemals. Hierbei schoss mir sofort Syon ins Gedächtnis, aber es wäre gemein und unfair, Draco dies unter die Nase zu reiben. Gerade jetzt war es wichtig, dass uns Lucius nicht entzweite.

„Was, aber?“, fragte Draco unerwartet drohend und steckte eine Hand betont lässig in seine Hosentasche.

„Nichts“, winkte ich daher rasch ab.

Er blickte mich starr an, wobei er dann ganz plötzlich zu meiner positiven Überraschung sachte sein Haupt neigte, um anzuzeigen, dass er nicht weiter bohren würde.

„Gut, dann also nichts“, kommentierte er noch sein Zugeständnis, nur um dann einen abrupten Schritt auf mich zuzumachen. „Dann eine andere Frage: Wo zur Hölle warst du?“, wisperte er ganz leise, während Harry und Ron uns ein wenig von den anderen absonderten, um uns so etwas Abstraktes wie Privatsphäre zu verschaffen.

„Ich wollte zu dir, aber dann… ich…“, stockte ich unwohl und wandte mich etwas von ihm ab. Wie sollte ich ihm erklären, dass er Lucius zu ähnlich sah?

„Dann gingst du zur Alternative?“, setzte er kühl, aber auch weitsichtig hinten an, als er seine Vermutung mit einer gewissen stoischen Ruhe bestätigt haben wollte, wobei mich sein gefasstes Verhalten noch mehr traf und mir wieder die Sprache raubte.

„Denkst du, du kommst heute Abend?“, fragte er, als wäre meine Sprachlosigkeit Antwort genug.

„Natürlich“, begann ich, wurde jedoch unterbrochen, dabei hatte ich noch mehr sagen wollen.

„Was soll diese Versammlung hier?“, schritt McGonagall harsch auf unsere Gruppe zu, als fürchte sie eine offen auf den Gängen ausgetragene Streiterei. „Oh, Miss Granger? Mr. Malfoy… Mr Potter, Mr. Weasley“, kam es erstaunt von ihr, als sie vor uns hielt, dabei musterte sie unsere kleine Gruppe skeptisch über ihre Brille hinweg. Anscheinend zweifelte sie, ob wir uns nicht gleich an die Gurgel gehen würden. „Ist alles in Ordnung bei ihnen?“

„Natürlich, Madame, alles wunderbar!“, schaltete sich Harry geschäftig ein und schenkte ihr ein absolut unehrliches Lächeln, während mir bei ihrem taxierenden Blick, der auf mir und Draco lag, die Worte im Hals stecken blieben.

Ich fühlte mich so nackt und entblößt wie schon lange nicht mehr. Ich erkannte, wie sehr ich es hasste, mich so zu fühlen. Fast sofort ruckte mein Kinn in die Höhe und ich reckte es arrogant vor.

„Wirklich? Schön wäre es“, nuschelte die alte Dame in ihren nicht vorhandenen Bart, bevor sie mir ein mehr als zynisches Lächeln schenkte. „Wenn Sie das meinen, Mr. Potter“, sprach sie nicht zu ihm, erst jetzt drehte sie ihr Haupt zu Harry und schnalzte mit der Zunge. „Tse… da fällt mir ein, Mr. Potter, wegen gestern, als Sie Mr. Malfoy diese horrende Summe geboten haben, war das nicht etwas voreilig und unüberlegt von Ihnen?“, schnarrte ihre Stimme und machte Severus dabei fast Konkurrenz.

Wobei, was für eine Summe?

Ich runzelte aufgrund dieser kryptischen Aussage die Stirn, während sich Ron, Harry und Draco kurz einen für mich sichtbar besorgten Blick schenkten. Sie machten sich nicht schlecht, aber ich bemerkte sofort, dass dieser Blick mir galt. Augenblicklich war ich auf der Hut und fragte mich misstrauisch, was ich gestern Elementares verpasst hatte.

„Das sehe ich anders. Es musste sein und war wohlüberlegt, Professor. Lassen Sie es gut sein, Madame!“, bat Harry sehr geschäftig und wirkte leicht fahrig. Man könnte auch schuldig sagen. Meine Augen verengten sich zu Schlitzen, als ich bemerkte, wie McGonagall Harry dabei mit diesem durch und durch zweifelnden Blick maß, den sie immer drauf hatte, wenn sie etwas absolut nicht guthieß.

Was hatte Harry Lucius geboten? Eine Summe? Warum?

„Was meint Professor McGonagall?“, wollte ich nun auch mit ungutem Gefühl erfahren und trat einen entschiedenen Schritt auf die ältere Dame zu.

„Nichts, gar nichts!“, „Ist absolut nicht wichtig!“, riefen Harry und Ron eilig. „Ja, lasse es“, servierte mir auch noch Draco, was mich noch misstrauischer werden ließ. Was hatte Harry getan?

„Na, Mr. Potter bot Ihre Mitgift“, war McGonagall aber nicht zu bremsen und verpasste mir den erhofften, oder eher erwarteten Schwinger, der mich fast in die Knie zwang.

„MEINE WAS?“, echote ich ungläubig und wandte meinen aufbrausenden Blick auf Harry, während ich immer wieder meinen Kopf schüttelte.

„HARRYYYY!“, kreischte ich ungehalten, denn gerade gingen mit mir wieder alle Pferde durch, die ich bisher zurückgedrängt hatte.

Wie konnte er es wagen? Anscheinend hatte er vor allen in der Großen Halle Lucius eine Mitgift für mich geboten. Ging es dreister? Was bildete er sich ein? Unsere Kameraden konnten eine gewisse Sensationsgeilheit und Lüsternheit nicht verbergen, als ich fast auf Harry losgehen wollte, da sich in meinem Geist das Geschehen sehr malerisch darstellte.

„Miss Granger, mäßigen Sie sich. Derart aufgebracht kenne ich Sie gar nicht!“, bremste mich die harsche Stimme unserer Lehrerin. Sie war in ihrer Forderung resolut und strafte mich mit einem mehr als tadelnden Blick. „Und außerdem sollten Sie sich geehrt fühlen, dass Mr. Potter sich derart für Sie einsetzt!“

„Geehrt?“, erstickte ich fast an dem Wort und würgte daran herum, dabei beachtete ich McGonagall gar nicht.

„Warum gilt für dich anderes als bei mir?“, rief Harry noch anklagend, während er vor mir weg ins Klassenzimmer rannte.

„Ich bring ihn um!“, fauchte ich kein bisschen schmeichelhaft und nahm die Verfolgung auf, wenngleich Harry schon längst Reißaus genommen hatte und weit ins Klassenzimmer zurückgewichen war.

„Was hat dieses ausgesucht kindische Verhalten zu bedeuten?“, erhob McGonagall ihre Stimme, während keiner auf sie achtete und die anderen Schüler vor uns zurückwichen.

„Das wirst du nicht!“, packte nun Draco entschlossen meine Hand vor allen und drückte fest zu, hielt mich zurück, Harry umzubringen. Das Gesicht unserer Lehrerin hätte ich jetzt gerne gesehen. Bestimmt dachte sie, vom Glauben an die Magie abfallen zu müssen. Kein Wunder, wann hätte man jemals damit rechnen können, dass ein Malfoy in aller Öffentlichkeit Partei für einen Potter ergreifen würde?

„Das sagt der Richtige“, hisste ich auch schon auf, woraufhin er sich betont lässig eine hellblonde Strähne aus der Stirn pustete.

„Als meine zukünftige Stiefmutter musst du schon was Wert sein!“, konnte man ihm nicht eine gewisse Grundgehässigkeit absprechen, während er mir eindeutig einen blauen Fleck am Handgelenk verpasste.

„Mr. Malfoy!“, brauste die Professorin auf und schritt eiligen Fußes auf uns zu.

„Was? Wir dürfen Miss Grangers doch sehr fragwürdige Abstammung nicht aus den Augen verlieren!“, lebte Draco regelrecht in seiner Überheblichkeit auf. Fehlte nur noch, dass er mich hier vor allen sein Mudblood nannte, dann würde Minerva durchdrehen.

„Hören Sie sofort auf, derart abwertend über die Zukünftige Ihres Vater zu reden!“, stand die Lehrerin kurz vorm Wüten, wie ein Drache, ihre Nüstern bebten verdächtig, als ich jetzt Draco hart ansah. Nun brachte er Minerva schon dazu, seinen Vater ins Spiel zu bringen. Die Wut, die ich mit Severus‘ Hilfe ein wenig abgebaut hatte, brodelte gerade wieder in mir hoch.

„Ja, Draco!“, betonte ich derart vertraulich und intim seinen Namen, dass McGonagall empört nach Luft schnappte, „hör gefälligst auf mich zu reizen, ganz ehrlich, ich geh in die Muggelwelt und steck meinen Kopf in einen Jane Austen Roman und spiel eine Runde brechen!“, drückte ich nun ebenfalls seine Hand und versuchte sie zu quetschen. „Mitgift, Pfff!“

Mit Erfolg, wie seine widerwillig verzogene Miene offenbarte.

„Du bist zu lustig, als könnte man deinen Wert in Galleonen messen“, überschüttete er mich mit Spott. „Und jetzt komm, sonst werden Punkte abgezogen!“, zog er mich unnachgiebig weiter in den Klassenraum, da er sich nicht aus der Ruhe bringen ließ, während ich mit dem Gefühl kämpfte, vollkommen bloßgestellt und gedemütigt worden zu sein.

Ich war wie betäubt, als ich mich brav setzte, wobei ich nicht aus den Augen verloren hatte, wo ich saß, nämlich vor Ron und Harry.

So saß ich da und in mir arbeitete es. Wirkte ich schwach? Wirkte ich verletzlich? Wirkte ich, als bräuchte ich Hilfe, oder gar Bevormundung?

Wenn ich mir vorstellte, Lucius gestern, Severus mit seinem Trank, Draco und jetzt das mit Harry, das war die absolute Höhe. Ich musste aufpassen, kein Schleudertrauma zu bekommen.

Vor uns stand McGonagall und lamentierte über ein unfassbar uninteressantes Thema, dabei lagen immer wieder versteckte Blicke der anderen auf uns, bis ich es nicht mehr aushielt und mich umdrehte.

„Was hast du dir dabei gedacht?“, fragte ich jetzt vorwurfsvoll, aber bedeutend ruhiger, während Neville, der mit undurchdringlicher Miene neben mir saß, erstarrte und sich augenscheinlich weit weg wünschte. „Hast du dabei überhaupt gedacht?“

„Pah… Dasselbe, was du dir gedacht hast, als du die Dursleys bestochen hast“, haute mir Harry unbarmherzig um die Ohren und alles an ihm sagte aus, dass er gerade auf sehr stur schaltete.

„Pffff, das ist ganz was anderes!“, wehrte ich entschieden ab.

„Sehe ich nicht so“, kam es wie erwartet sehr verbockt von diesem Sturschädel und mir gingen wahrlich logische, oder gar schlagkräftige Argument aus.

„Wie viel?“, stellte ich daher eine sehr wichtige und interessante Frage, die mich besonders arg quälte.

„Ist das nicht egal?“, wiegelte er auch sofort ab, was mich aufhorchen ließ.

„Wie viel?“, beharrte ich eisern, während ich erleben durfte, wie Ron seinen Kopf rücksichtslos auf die Tischplatte schlug. Dabei war er mit sich selbst wenig zimperlich und der dumpfe Schlag sicherte uns die Aufmerksamkeit aller.

Mal wieder, was für eine Neuigkeit!

„Miss Granger, 5 Punkte von Gryffindor, richten Sie Ihr Augenmerk auf den Unterricht und damit zu mir!“, forderte McGonagall rigoros und plötzlich zuckte so etwas wie Mitleid über ihre ältlichen Züge. „Ich glaube Ihnen, dass Sie die Geschehnisse von gestern aus der Bahn geworfen haben, aber es entschuldigt nicht, dass Sie den Unterricht stören!“, zeigte sie sich verständig, wobei ich nicht wirklich gewillt war, mich ihr zuzuwenden.

„Mhmpf!“

„Bitte!“, schnarrte ihre Stimme durch den Klassenraum, als sie mir meine wenig respektvolle Art nicht durchgehen lassen wollte und ich den Jungs nur nach und nach den Rücken zudrehte.

„Natürlich, Professor“, meinte ich daraufhin wenig überzeugend, woraufhin sie sich wieder zur Tafel drehte.

„Wie viel?“, fragte ich daher wieder zu Harry, wandte mich aber nicht ganz um.

„Mann, Harry, tu es, sag es ihr doch endlich“, beugte sich nun Dean von hinten zu den Jungs vor.

„Die gibt sonst keine Ruh“, kommentierte auch Neville leidlich begeistert neben mir.

„Harry! Rede“, befahl ich ungeduldig. Warum sperrte Harry sich so?

Als sich Harry immer noch nicht rührte, sondern mich nur mit verschlossener Miene ansah, schien es jemandem zu reichen, da er etwas lauter stöhnte, bevor er sich noch weiter vorlehnte.

„Er hat eine Million geboten, seitdem steht die Schule Kopf!“, erklärte Dean großzügiger Weise. Anscheinend hatte die Rettung seiner Familie so etwas wie Dankbarkeit in ihm mir gegenüber aufleben lassen, denn Ron schlug schon wieder seinen Kopf laut knallend auf die Tischplatte, während ich nicht in Ohnmacht zu fallen versuchte.

„Harryyyyy“, hisste ich getroffen auf. Ich stand kurz vor einem Herzinfarkt und presste meine Hand an meine Brust.

„Dean“, maßregelte Harry unglücklich, bevor er mir einen recht kalten Blick schenkte. „War´s zu wenig?“, wagte Harry es, mich frech anzugrinsen, während er mich eindeutig provozierte.

„Ich bring dich um!“, rief ich nun eindeutig zu laut, aber die Zeit der Beherrschung war vorbei, zumindest bei mir.

Eine Million Galleonen. Hatte er einen Schaden?

Diese Summe einem Mann in den Rachen zu schmeißen, der genügend Geld hatte um sich alles und jeden zu kaufen, war Irrsinn! Und hinzu kam, dass er das Geld gar nicht wollte. Schlussendlich gehörte ich schon zu ihm, das war ähnlich unnötig wie diese ganze Verlobungsgeschichte!

Fuck aber auch!

„Miss Granger, Mr. Potter, mir recht es!“, fauchte unsere Lehrerin jetzt zu uns und schlug mit ihrer Hand auf den Tisch, dabei erinnerte sie schon sehr an ihre Animagusgestalt.

„Ruhe, verdammt, ich weiß nicht, was hier vor sich geht“, funkelte sie in ihrer Anklage zweideutig zu uns, „aber wie es auch immer sei, rechtfertigt oder entschuldigt das ihr Verhalten in meinem Unterricht nicht auch nur im Ansatz! Eins verspreche ich ihnen aber“, dabei setzte ein leises Wispern ein, das sichtbar an den Nerven von Minerva zehrte.

„Das endet nun! SO etwas hat Hogwarts noch nicht gesehen! Nachsitzen, alle beide!“, entschied sie schlussendlich wütend, aber mir war es gleich, da das Blut noch immer in meinen Ohren rauschte und ich mich eisern zusammenriss, Harry nicht doch noch an die Gurgel zu springen.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

„Es ist empörend!“, piepste der kleine Halbkobold aufgeregt und schlug die Hände peinlich berührt vor die Augen.

„Es ist nicht empörend, Filius, es ist unvorstellbar!“, schränkte die sichtlich betroffene Sprout ein, deren mächtiger Busen unter ihrer Erregung erbebte.

„Eben, sag ich doch!“, kam es sehr spitz von dem kleinen Magier. „Unvorstellbar empörend, was wir hier erleben müssen!“, dabei blickte er nun auffordernd in die Runde der um den Tisch versammelten Professoren.

„Was hätte Albus Dumbledore nur gesagt, wenn das unter seiner Ägide noch geschehen wäre?“, warf Babbling hörbar traurig ein und schüttelte betrübt ihr Haupt, während sich Trelawney geräuschvoll schnäuzte, um ihre anhaltende Trauer über diesen Verlust auszudrücken.

Was für ein abartiges Schauspiel, dass sich hier alle in ihrer selbstgerechten Art gaben. Es war zum Grausen.

„Es wäre unter Dumbledore eben nie passiert, Bathsheba!“, herrschte Septima Vektor bestimmt, wobei sie hoffnungsvoll und zustimmungsheischend in die Runde stierte.

„Sehe ich ähnlich!“, „Ja, dem kann ich nur zustimmen“, „Er hätte es nie zugelassen!“, „Wäre er doch nur wieder da!“, kam es wild, aber auch sehr inbrünstig vom Kollegium.

„Ich kann deutlich im Teesatz erkennen, dass er sehr unzufrieden wäre, wenn er wüsste, was hier gerade passiert“, orakelte unsere allseits hochverehrte und geschätzte Wahrsagelehrerin bedeutungsschwer, während sie auf den Tassenboden starrte und unverständige Blicke kassierte.

„Dafür brauche ich keine Teeblätter, um zu wissen, dass sich Dumbledore im Grab umdrehen würde, wenn er sehen würde, was Snape hier verbricht, Sybille!“, rümpfte Minerva abwertend die Nase.

„Und was hätte Ihrer Ansicht nach Schulleiter Snape tun sollen?“, schaltete sich nun mein werter Stellvertreter Carrow lauernd ein, der urplötzlich das Lehrerzimmer betrat und es mit seinem unerwarteten Auftritt schaffte, dass die anderen sichtbar ertappt zusammenzuckten.

„Tja, mehr als er tat!“, schnarrte Aurora Sinistra versucht unbeeindruckt zurück und kritisierte dabei fröhlich meine Entscheidung.

„Was hätte er den tun sollen?“, wiederholte der neue Verteidigungslehrer forsch.

„Unsere Schüler schützen, das wäre seine Aufgabe“, zeigte sich Filius ungewohnt spitz und bissig, was mir ein zynisches Lächeln ins Antlitz zauberte.

„Er hat doch was getan, er hat Malfoy geholt“, murrte Rolanda Hooch weitsichtig. „Oder, das war doch sein Verdienst, dass der aufgetaucht ist?“, sprach die Verachtung aus jedem ihrer Worte, was sie empfand, doch alle zuckten daraufhin mit den Schultern, denn wissen tat es keiner. Sie vermuteten nur heiter in ihrer Unwissenheit vor sich hin.

„Ich frage mich noch immer, was sich Malfoy dabei denkt, das Mudb…!“, ertönte es kaum begeistert von dem Mondkalb, was mich wehleidig die Mundwinkel verziehen ließ, als sie ihrem Bruder auf dem Fuße ins Zimmer folgte.

„Alecto!“, begehrte Amycus tadelnd auf, erreichte aber nur, dass seine Schwester ihm einen abschätzigen Blick schenkte.

„Was? Du weißt, ich kann dieses minderwertige Weib nicht ausstehen!“, schnarrte sie lustlos und despektierlich zurück.

„Miss Carrow!“, schrie Minerva auch sofort empört auf, während der ein oder andere sehr wohl registrierte, dass die Carrows Hermione besser kennen mussten, als man es erwarten könnte.

„Was? Madame? Wollen sie behaupten, dass dieses Weib nicht arrogant und eingebildet ist?“

„Mmpf“, stieß unsere alte, löwenartige Stubentigerkatze aus, denn das wirklich zu widerlegen fiel ihr scheinbar unendlich schwer und bescherte mir einen amüsanten Moment.

„Sie ist eine Schülerin und hat einen Namen, der Respekt gebietet es, dass wir alle so ansprechen wie es sich gehört und „Weib“ fällt gewiss nicht darunter!“, forderte Sprout eindringlich.

„Ach, die Schl… upffff“, schritt ihr Bruder ein und rammte ihr den Ellenbogen rücksichtslos hart zwischen die Rippen, was ihr die Luft aus den Lungen trieb. „Autsch!“, beschwerte sie sich nun bei dem Attentäter, wandte dann aber ihre Aufmerksamkeit auf die anderen. „Sie müssten es selbst am besten WISSEN, dass diese Aktion mehr als merkwürdig ist und war!“, offenbarte dieses bescheuerte Mondkalb schon sehr, dass sie Hermione mehr und besser kannte als sie sollte.

„Da hat sie leider recht, Minerva!“, murmelte Hooch ganz leise.

„Ja, tragisch, aber wahr“, stieß Babbling leidlich stöhnend aus.

Für diese Aussagen ernteten die beiden Frauen einen bitterbösen Blick von Minerva, nur gegen die blanken Tatsachen kam man fast nicht an. Denn natürlich war es merkwürdig, dass sich ein Mann wie Lucius eine junge Frau wie Hermione nahm, die gesellschaftlich ansonsten für ihn nicht in Frage kommen würde, schon allein aufgrund ihrer Abstammung.

Oder vielleicht war es gar nicht so merkwürdig, warum er sie erwählt hatte, aber nur, wenn man das echte Biest kannte!

„Wie schön, wenn man mir zustimmt! Hihihi…“, kicherte Alecto dämlich, freute sich aber diebisch, dass sie Unfrieden säen konnte.

„Sie ist ein schönes Mädchen“, murmelte Slughorn zusammenhangslos über seinen Schmerbauch hinweg.

„Schön? Schön, wo ist die schön, bähhh?“, rief Alecto kindisch und ihr Bruder rollte mit den Augen, während Flitwick den Kopf schüttelte, konsterniert über das despektierliche Verhalten seiner Kollegin.

„Miss Granger ist hübsch“, wandte Sprout entschieden ein. „Da hat Horace schon recht.“

„Genau, sie ist hübsch, aber nicht schön“, murmelte Hooch vor sich hin und rieb sich die Schläfen, als hätte sie Kopfschmerzen, während sich meine Augen zu Schlitzen verengten. Waren das nicht Spitzfindigkeiten?

„Äußerlichkeiten“, rügte Minerva und sprach das an und vor allem aus, was ich dachte.

Bisher hatte ich nie darüber nachgedacht. Sie gefiel mir und das war das Einzige, was für mich zählte, wobei man sich fragen konnte, was Lucius in ihr sah. Mit der strahlenden Schönheit von Narcissa hatten die wenigsten Frauen mithalten können und doch fesselte das Biest ihn in ihrer Facettenhaftigkeit mehr als es seiner Gattin je möglich gewesen war.

„Diese Attribute sind aber für Männer durchaus wichtig, Minerva, das wissen wir doch alle“, tadelte Sinistra verspielt.

„Aurora“, rügte Minerva und legte ihre Hand an ihren Hals.

„Ja, auch Malfoy ist ein Mann, aber er ist viel zu alt für sie! Und die Frage muss gestattet sein, was ein Mann wie Malfoy von einem Mädchen wie Miss Granger will!“, kam es recht überlegt von Babbling.

„Was wohl?“, höhnte Amycus leise, aber doch hörbar und Flitwick kicherte wohlverborgen sehr gehässig hinter seiner kleinen Hand.

„Die kleine Schlampe!“, nuschelte Alecto wütend.

„Miss Carrow!“, rügte McGonagall sofort und strafte die junge Frau mit einem mehr als kühlen Blick.

„WIE BITTE?“, fasste Sprout sichtlich pikiert nach.

„Unerhört so was zu sagen… zu behaupten, es auszusprechen“, schaltete sich Vector empört ein.

„Alecto“, rügte nun auch ihr Bruder flüsternd, was Alecto schon eilig abwinken ließ, da ihr Bruder aussah, als würde er ihr gleich einen Fluch auf den Hals hetzen.

Es war nie gut, die Verlobte der Rechten Hand als Schlampe zu bezeichnen. An sich war es sogar ausgesucht dämlich, aber was wunderte es mich, dass ich von solchen Armleuchten umgeben war. Leider konnte man sich sein Umfeld nicht aussuchen!

Moment, man konnte schon, nur mir war es verwehrt!

Ich sollte in einen Streik treten.

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BeitragThema: Re: Kapitel 485-486   Di Nov 04, 2014 10:46 pm

486. Kapitel Ist der Ruf erst ruiniert, lebt´s sich reichlich ungeniert


„Moment, meine Damen, wir wollen nicht unfair werden. Diese Frage muss tatsächlich gestattet sein“, schaltete sich Slughorn gewichtig ein, während er sein Patschhändchen hob. „Aber ich denke, wir alle kennen den Grund, warum ältere Männer mit jungen Dingern zusammenkommen!“, gab er aufrichtig zu bedenken und hob seinen mit Cognac versetzten Tee an, während Sinistra daraufhin ihre Züge schmerzlich verzog.

„Aus Sicht des Mädchens oder des Mannes, Horace?“, kam es schnippisch von Hooch und ihre Adleraugen funkelten den alten Panscher aggressiv an.

„Ich hätte mir nie im Traum einfallen lassen, dass Miss Granger heiraten will, nicht so schnell und schon gar nicht… ihn… also… Was verspricht sie sich?“, setzte sich der Hauslehrer der Ravenclaws ernstlich mit diesem Thema auseinander.

„Gute Frage, Filius“, schnarrte Minerva mit deutlichem Widerwillen im Gebaren.

„Jeder will Malfoy“, kam es schlicht von Alecto und man konnte aus ihrem Ton ihren Neid mehr als gut heraushören, denn selbst Amycus verdrehte gerade genervt die Augen.

„Soooo ist sie, Miss Granger, nicht“, meinte die in allem das Gute sehende Pflanzenfrau entschieden, während Vector verächtlich zur gleichen Zeit „Wer will denn den schon?“ fragte.

„Woher willst du das so genau wissen, Pomona?“, wisperte Minerva tonlos und beachtete Septimas Einwurf gar nicht.

„Du hast mir selbst erzählt, dass das Mädchen nicht arm ist, um Geld kann es somit nicht gehen“, entgegnete die ziemlich blasse Sprout.

„Ansehen? Sie will ihre Minderwertigkeit ausbügeln?“, reizte Alecto absichtlich.

„Verdammt nochmal, Professor Carrrow, Miss Granger ist in keiner Weise und in keiner Hinsicht minderwertig“, brauste McGonagall, der es sichtlich gegen den Strich ging, wenn man andere aufgrund ihres Blutes diskreditierte, frustriert auf.

Hierbei erinnerte ich mich an eine Auseinandersetzung zwischen uns beiden Hübschen in Hermiones zweitem Jahr, als Draco begonnen hatte, sie ein Mudblood zu schimpfen. Die alte Kratzbürste hatte mir die Höhle heiß gemacht, was für ein Hauslehrer ich war, dass meine Schüler mit derartigen Beleidigungen aufwarteten.

Ja, die Erinnerung an unseren Schlagabtausch im Lehrerzimmer zauberte mir ein vergnügtes Lächeln aufs sonst so ausdruckslose Antlitz.

„Ihr Wort in Salazars Ohr“, höhnte gerade das Mondkalb abwertend und stand überheblich mit der Hand in der Hüfte vor den anderen da. Wenn man mich fragte, sah man Alecto die Inzucht der Reinblüter an. Sie sollte lieber ganz still sein.

Aber wie so oft, würde eh keiner auf mich hören.

„Soll das eine Doppelzüngigkeit sein?“, hisste Minerva gefährlich leise, worauf der ein oder andere Lehrer begütigend die Hände hob.

„Streitet doch nicht, Minerva“, bat Sprout tadelnd und erntete doch nur finstere Blicke, als nun jemand ganz anders sich räusperte.

„Miss Granger hin oder her, das erklärt immer noch nicht, was sich Malfoy davon verspricht“, warf Hooch grimmig ein und ihre Adleraugen verengten sich zu misstrauischen Schlitzen.

„Das hatten wir doch schon, Rolanda, Männer“, piepste Flitwick und trug ein koboldisches Grinsen im Gesicht, das ihn gefährlich fies aussehen ließ und offenbarte, dass er nicht immer gutmütig sein konnte. Ja, von seinem Aussehen sollte man sich nicht täuschen lassen.

„Ob das reicht, Filius? Malfoy kann viele Frauen haben, viele! An sich alle“, gab Slughorn widerwillig zu bedenken, was einige der hier anwesenden Frauen in ihrer Abneigung verächtlich schnauben und mich fast laut lachen ließ.

Die Truppe hier war zu komisch. Wenn sie wüssten, was wirklich abging zwischen uns, sie würden sich selbst in ihren Gräbern noch umdrehen, sogar in Jahrzehnten. Wenngleich sich die Frauen hier im Raum maßlos in ihrer Überheblichkeit überschätzten, denn sie würden zu ihrer Schande erkennen müssen, wenn auch nur eine einzige von ihnen in Lucius‘ Fokus stünde, wäre jede von ihnen verloren. Auch wenn sie es jetzt nicht so sahen, aber unser schöner Manipulator konnte alles und jeden verführen, wenn er es sich in seinen aristokratischen und versnobten Kopf setzte.

Aber er konnte auch Menschen in unnachahmlicher Manier vor den Kopf stoßen, mit seinem Wunsch, alles nach seinem Willen auszurichten und so auch hier, vor allem bei Slughorn und das war eine unglaubliche Leistung gewesen, die man durchwegs honorieren musste. Das schaffte nicht jeder und es war immer wieder schön zu erleben, dass Slughorn und mein Tyrann nie zueinander gefunden hatten.

Eine absolut einzigartige Premiere, aber Lucius hatte es mit seiner jugendlichen, eingebildeten Art geschafft, seinen Hauslehrer zu vergraulen. Indem er Slughorn rasch klargemacht hatte, dass er seinen Professor nicht als Protegé brauchte, schließlich hatte ein Malfoy dergleichen nicht nötig und dieses Ressentiment trug der alte Professor ihm noch immer nach.

„Und er will sie“, schallte es blechern von einer bemüht mystischen Wahrsagerin daher, „nur sie, sie, nur sie… die eine und einzige“, während ihre Glubschaugen hinter ihrer Brille riesig wirkten.

„Sybill!“, rief Babbling erregt und schob ihr ein Glas Wasser zu, da nicht zu kaschieren war, dass Sybille eben etwas zu tief ins Glas geschaut hatte und doch ließen ihre mir wahrhaftig zu richtigen Worte einen Schauer über den Rücken laufen.

„Chrm… Ich fand unsere Schüler merkwürdig!“, murmelte Sinistra flott und lenkte damit von dem Problem ab, das wir mit Trelawney hatten.

„Wie meinst du das, Aurora?“, fragte Bathsheba Babbling genauer nach und beugte sich näher zu ihrer Kollegin.

„So wie ich es sage, Bathsheba. Das was Miss Granger abgezogen hat, erstaunte die wenigsten von ihren Kameraden!“, gab die Lehrerin von Alte Runen weitsichtig zu bedenken. „Habt ihr nicht bemerkt, wie ruhig, besonnen und überlegt die Schüler in ihrem Verhalten waren? Dafür, dass es mir einen Herzinfarkt beschert hat, was ich an dem Morgen erfahren habe?“

„Stimmt! Das war mehr als sonderbar“, sprang Vektor ein und runzelte die hohe, schwarze Stirn.

„Fast schon unheimlich“, zeigte Sprout Nerven, dabei rieb sie sich ihren feisten Nacken.

„Mir kommt es schon lange so vor, als würden wir nicht mehr bemerken, was vor unserer Nase passiert!“, murrte Flitwick hoch erregt und tippte mit seinem Zauberstab ungeduldig auf den Tisch.

„Ich frage mich, wieso Miss Granger es wagte, derart forsch mit Mr. Malfoy zu sprechen. Das habe ich noch nicht erlebt, dieser Mann, dieser Mann!“, echauffierte sich Hooch immer mehr.

„Verbreitet eine gewisse Macht!“, säuselte Alecto brechwürdig und Minerva rollte genervt mit ihren Augen.

„Nein, das meinte ich nicht!“, schaltete sich wieder Hooch ein. „ Dieser Mann verbreitet eine gewisse Unantastbarkeit seiner Person, eine gewisse Distanziertheit! Und da verwundert es umso mehr, dass er sich von einem jungen Ding wie Miss Granger derart in aller Öffentlichkeit über den Mund fahren lässt!“

„Mhm, das hatte er schon als Schüler, Rolanda!“, zeigte sich Minerva bedächtig in ihrem nüchternen Gebaren und Flitwick nickte eilig, während Slughorn sich jedwede Aussage verkniff und an seinem Flachmann naschte. „Er war niemand, mit dem man sich anlegen wollte, oder sollte und das wussten schon damals alle!“

„Leider“, nuschelte Slughorn verlegen, wirkte ganz und gar unglücklich und streichelte seinen kugelrunden Wohlstandsbauch.

„Und jetzt tut es ein kleines Mädchen?“, fragte Septima Vektor leise zweifelnd, aber durchaus hörbar beeindruckt, wobei ihr niemand den Zweifel übel nehmen konnte.

Es war an sich immer wieder erstaunlich, wie es das Biest schaffte, ihre Jugend hinter sich zu lassen und selbst für einen Mann wie Lucius eine Herausforderung darzustellen. Aber dasselbe galt zu meiner Überraschung auch für mich, wie ich mir mit aufgebendem Zynismus eingestehen musste.

„Nun, anscheinend darf sie es, zumindest erschienen sie sehr vertraut im Umgang miteinander“, murmelte Sinistra und der Unglaube stand ihr ins Antlitz geschrieben.

„Zueinander und Miteinander“, unterbrach Trelawney plötzlich und trieb meine Augenbrauen in ungeahnte Höhen. „Ohhhh…. Mhm… unglaublich, ich sehe beide zusammen, vereint im Namen! Mein Bodensatz zeigt mir das!“, verkündete sie verträumt, während sich eine steile Falte auf meiner Stirn bildete. Diese Schreckschraube schaffte es, mir Kopfschmerzen zu bescheren.

„Ach, Sybill, ich bitte dich!“, brauste Minerva ungehalten auf und das Kollegium verdrehte über die eigenwillige Person die Augen. Wie gut, dass sie sie nicht ernst nahmen, das war das einzig Positive an der Situation.

„Wie geht das alles zusammen?“, fragte Babbling nervös. „Sie ist Potters beste Freundin, ich verstehe nicht, wie das mit Mr. Malfoy harmonieren soll“, sprach sie aus, was alle dachten und was keiner von ihnen wirklich verstand und wenn es nach mir ginge, würden sie es auch nie erfahren.

„Warum? Mr. Malfoy ist ein hochangesehenes Mitglied unserer Gesellschaft?“, schaltete sich der alte Slughorn wichtigtuerisch ein.

Dabei durfte man nicht vergessen, dass das Biest seinem Club angehörte, auch wenn er selbst gar nicht wirklich mit den Malfoys auf gutem Fuß stand, aber das waren Schlangen, wie sie im Buche standen und er, der Hausvorstand von Slytherin, tat das einzig Richtige. Denn so gehörte sich das, dass man die Mitglieder seines Hauses vor anderen verteidigte, selbst einen Lucius Malfoy.

„Bitte, Horace. Wir alle wissen noch um die Feindschaft zwischen Draco Malfoy und Harry Potter und puff, ist das plötzlich weg. Wie soll das gehen? Und wir alle wissen genau, dass Lucius Malfoy in den meisten Augen sehr wohl dubios ist“, zeigte Filius ungewohnt resolut Zähne.

„Was wollen Sie damit behaupten, Professor Flitwick?“, schaltete sich sofort Amycus ein und der Mund des kleinen Zauberers klappte zu, während Sprout aufgrund des rüden Tones ein betroffenes Gesicht zog.

„Nichts, Professor Carrow, Filius wollte nichts behaupten! Bleiben Sie ganz ruhig, aber dass vielen Mr. Malfoy unheimlich ist, das bleibt Tatsache, wobei wir hier seine Integrität nicht in Frage stellen!“, kam es umgehend beschwichtigend von Pomona, die ihr schlichtendes Gemüt ausgrub.

„Dann ist es gut!“, murmelte mein Stellvertreter brummend und starrte unversöhnlich in die streitbare Runde, die sich aber in ihrer Tratschsucht nicht aufhalten ließ weiterzumachen.

„Ich frage mich eher, woher sich Lucius Malfoy und Hermione derart innig kennen?“, fragte plötzlich der bisher so schweigsame Hagrid mit mürrischer Miene und drehte seinen krausen Bart selbstvergessen. Er schien weit weg in seiner eigenen Welt versunken. Wobei ich ihm glaubte, dass er geistig abgemeldet war, denn der Riese war wahrlich geschockt von den Erlebnissen in der Halle.

„Pfff, das würdet ihr alle nie glauben!“, warf Alecto hochmütig in den Raum.

„Alecto!“, schlug nun Amycus hart auf den Tisch und sie zog eilig ihren runden Kopf ein, da sie eindeutig zu indiskret wurde.

„Wollen Sie uns etwas sagen?“, hängte sich Minerva sofort daran auf, wie eine Katze, die eine Maus am Schwanz packen wollte.

„Sie geben ein ungewöhnliches Paar ab!“, schüttelte Alecto bei Amycus Worten nur zustimmend das Haupt und schwieg endlich einmal.

Ich selbst schüttelte über so viel gelebte Blödheit nur mein schwarzes Haupt. Sollte sie halt gleich erzählen, dass sie sich ab und an in der Höhle der DeathEater oder bei den Feiern im Gewölbe über den Weg liefen, aber wenn das passierte, würde keiner, und vor allem ich nicht, Gnade gegenüber Alecto walten lassen. Dann hätte ihr letztes Stündlein geschlagen!

„Sie kennen sich aber, das hat man an ihrem Verhalten sehr wohl bemerkt, Rubeus!“, räumte nun Septima wieder skeptisch zu dem Halbriesen ein, der sehr unglücklich wirkte, als würde für ihn eine Welt untergehen und sein braves Mädchen zu einer Furie mutieren.

Aber das war das Biest. Sie konnte nur überraschen und den Menschen Schocks der besonderen Art bescheren!

„Ich verstehe das alles nicht. Miss Granger hat sich mit dem jungen Malfoy auch gut verstanden heute! Das ist mir alles völlig schleierhaft!“, erklärte daraufhin Minerva ungehalten. Sie wirkte alles in allem sehr aufgeregt und eine leichte Röte zierte ihre ansonsten so gestrenge Miene.

„Pfff!“, kommentierte Alecto abwertend und erhielt wieder einen mahnenden Blick ihres Bruders, der, anders als seine Schwester, doch noch ein Hirn sein eigen nannte.

„Am meisten erstaunt mich Potter. Er ist so besonnen und ruhig!“, warf Flitwick vorsichtig ein.

„Besonnen und ruhig? Die Zwei haben sich in die Haare bekommen und die Quittung kassiert, beide haben sich bei mir Strafarbeit eingehandelt!“, erklärte daraufhin eine mehr als nachtragende McGonagall und erntete betroffene Rufe der anderen Lehrer über diese unerwartete Offenbarung, dass Potter und mein Biest sich in die Haare bekommen hatten.

Ich war gespannt auf den Grund, der diese beiden streiten ließ.

„Warum das denn, Minerva?“, wollte Filius auch sofort sprachlos piepsend erfahren.

„Tja, die Mitgift schien Miss Granger mehr zu interessieren als alles andere!“, meinte die alte Lehrerin sehr pikiert, dass man sie und ihren Unterricht nicht würdigte.

„Mr. Potter hat sich hier auch weit aus dem Fenster gelehnt“, räumte Sinistra mehr als mitgenommen ein, da sie sich anscheinend gerade wieder an die Szene erinnerte und sich eilig Luft zufächelte.

„Eine horrende Summe“, kam es natürlich von Slughorn, dem die Höhe sichtbar zu imponieren schien und ich rollte abwertend mit den Augen, genauso wie Minerva. Hierbei waren wir uns einig, Horace würde immer derselbe bleiben, ein alter Blender, der nur zu gerne selbst blendete.

„Das war unglaublich!“, zeigte sich Babbling tratschsüchtig und lehnte sich weit vor in ihrem Bedürfnis, sich auszutauschen.

„Ich hätte ja eher damit gerechnet, dass Potter Malfoy zu einem Duell fordert, aber dass er ihm Geld bietet ist unerwartet“, murmelte Filius fassungslos.

„Sehr viel Geld!“, wandte Sprout ebenfalls kopfschüttelnd ein.

„Für dieses Weib auf alle Fälle viel zu viel!“, hisste dieses Mondkalb verbittert auf und ich konnte spüren, wie es in mir zu gären begann, denn dass man für sie diese Summe nie bieten würde, stand außer Frage.

Aus ihr sprach der Neid, aber ich wollte mich, bösartig wie ich war, an ihr und ihrem gelebten Zorn ergötzen, denn jetzt ging sie gerade entschieden zu weit. Es stand ihr nicht zu, den Wert von irgendeinem von uns zu bewerten.

„Alecto, wenn Malfoy dich hören könnte“, versuchte wieder ihr Bruder sie zu bremsen, aber dafür war es zu spät.

„Oder aber Snape!“, vollendete ich den Satz provokant, während ich nun lautlos von meinem geheimen Eingang heraus eintrat und dieses Geschnatter wirkungsvoll mit meinem Auftritt beendete.

Dabei erlebte ich die Befriedigung, dass meine beiden DeathEater gehorsam die Köpfe einzogen und die Güte hatten, schuldbewusst auszusehen. Es stand ihnen absolut nicht zu, über Lucius‘ Wahl zu richten.

„Sir“, „Schulleiter“, „Schulleiter Snape“, schallten mir die überraschten und überrumpelten Rufe zu meiner Begrüßung entgegen, die alles andere als erfreut waren.

Aber ich achtete vorwiegend auf diese beiden Idioten. Der Lord hatte schon seinen huldvollen Segen erteilt und sich erfreut gezeigt, dass das Biest noch mehr in die Familie integriert werden würde, damit war diese Aktion über jeden Zweifel erhaben. Was bildeten sich diese beiden Kretins ein? Wobei, sie bildeten sich zu viel auf ihren reinblütigen Stand ein, das war es und ließ mich meine Lippen etwas fester zusammenpressen.

„Ohhh, beehrt uns auch einmal der Schulleiter?“, schnarrte Minerva meiner durchwegs würdig. „Wo waren Sie gestern?“, fragte sie aufreizend und zog meine Kompetenz mit nur einer einzigen Frage effektiv in Zweifel.

„Zur rechten Zeit zur Stelle!“, war ich nicht gewillt, eine Rechtfertigung vor meiner Belegschaft abzulegen und setzte mich in aller Seelenruhe an meinen Platz, den ehemaligen von Albus Dumbeldore, und genoss es, wie sich ihre Mienen in Abneigung verzogen.

„Aaahhh, ich verstehe, Sie haben Malfoy geholt? Oder?“, kam es recht forsch von dem umtriebigen und durchtriebenen Filius.

Darüber lüpfte ich nur taxierend eine Braue. Der kleine Magier war schon immer nicht ohne Grund der Führer der schlauen Raben gewesen und hob sich, genauso wie Minerva, nicht grundlos von der restlichen Belegschaft ab.

„Sie haben Schützenhilfe benötigt?“, zeigte sich die ehemalige Stellvertreterin von Hogwarts zänkisch und versuchte, mich aus der Reserve zu locken.

Was für ein süßer, fast knuffiger Versuch, als ob ich Fluffy wäre!

Während die anderen gespannt bis in die Fingerspitzen abwarteten, ob ich auf diese demonstrative Herausforderung eingehen würde, legte ich nur langsam mein schwarzes Haupt schief und schwieg beharrlich über diese Anmaßung.

„Verstehe, Sie haben dazu keine Meinung“, meinte sie schnippisch, aber ich hielt sie nicht auf. „So erkläre ich Ihnen die Außenwirkung, die es auf mich hat, denn ich frage mich, wird dies nun der neue Führungsstil in Hogwarts? Dass Mädchen gegen ihren Willen verlobt werden?“, grollte mir Minerva sichtlich und musterte mich mit unverhohlener Verachtung und Abneigung, die ich stoisch erwiderte.

Seitdem ich Dumbledore ermordet hatte, schlug mir im Lehrerzimmer offene und gelebte Abneigung entgegen. Oh, welch Wunder, ging mein Sarkasmus mit mir durch, aber es wirkte wirklich putzig, wie sie ihren Protest zu unterstreichen versuchten, dass sie es nicht gut fanden, dass ich die Macht in Hogwarts hatte.

„Genau, landen wir wieder im Mittelalter?“, echauffierte sich Septima umgehend wie eine überzeugte Suffragette und verschränkte ihre Arme aggressiv vor der Brust.

„Eine Zeit, die selbst die magische Gesellschaft hinter sich gelassen hat!“, erinnerte Sprout traurig, während sie ihren stämmigen Körper wiegte. „Zumindest möchte man das glauben.“

„Malfoy sollte sich schämen!“, resümierte Hooch schnaubend und ihre adlerartigen Augen funkelten mich durchdringend an. „Das arme Mädchen.“

„Woher wollen sie wissen, dass all dies gegen Miss Grangers Willen geschah?“, akzentuierte ich süßlich und fragte mich ungläubig, wie man das Biest derart verkennen und unterschätzen konnte. Arm war sie auf vielerlei Weise nicht.

„Das sah man“, hauchte Sinistra sprachlos über meine Aussage.

„Haben Sie keine Augen im Kopf, Sn… Schulleiter?“, rutschte es Minerva in ihrer Respektlosigkeit unbedacht heraus. Sie schien kurz davor, mir an die Gurgel zu gehen, während sich Alecto und Amycus bis jetzt raushielten.

Seitdem ich da war, schienen sie ihre Stimmen verloren zu haben, während ich meine Kontrolle trotz der permanenten Provokationen eisern behielt und die Hände gut sichtbar für alle auf die Tischplatte legte. Das geschah nicht um meine Umgebung zu beruhigen, sondern um mich davon abzuhalten, Dummheiten zu begehen.

„Ich muss Minerva aber recht geben, Miss Granger sah nicht allzu beglückt aus!“, schaltete sich nun Horace vorsichtig mit ein, als er sein schütteres Haupt betreten schüttelte.

Und natürlich hatten sie absolut recht, die beinah Ohrfeige vom Biest gegenüber Lucius ließ fast keinen anderen Schluss zu, dass dies alles eben nicht wirklich ihre uneingeschränkte Zustimmung fand. So galt es für mich, dieses Gespräch in die rechten Bahnen zu lenken.

„Sie hat der Verlobung zugestimmt!“, resümierte ich hart. „Oder wollen sie behaupten, dass der Ring sich auf ihren Finger gestohlen hat?“, wollte ich langgezogen erfahren und hielt meine Gehässigkeit nicht zurück. „So wie ich Frauen kenne, bevorzugte sie nur nicht diese offizielle Verkündung auf diese weniger schöne Art und Weise!“

„Sie kennen Frauen?“, meinte da Minerva mehr als despektierlich und einige machten bedenklich große Augen aufgrund dieser gewagten Anspielung, aber vor allem Amycus sah aus, als würde er sich gleich auf die alte Dame stürzen, da sie mich beleidigte.

„So schwer es für Sie auch vorstellbar sein mag, aber ja, Madame, mir sind die gängigen Stimmungsschwankungen dieser Spezies zu meinem Leidwesen gegenwärtig!“, hielt ich mich in meinem Spott nicht zurück, was Alecto affektiert kichern ließ und Amycus in seinen Schranken hielt.

„Sie sind unmöglich!“, hisste Aurora beleidigt auf, während Minerva nur ihre Mundwinkel verzog, da ich schlussendlich alle Frauen verunglimpfte und mir nur ein recht zynisches Kräuseln meiner Lippen abrang.

Das war eine Feststellung, die nicht erst seit heute feststehen sollte!

„Was bitte erwarten Sie von mir? Dass ich bei den Schülern daheim und in den Ferien Wunder vollbringe?“, fragte ich daher auch die richtende Runde blasiert. „Ich kann nicht bei allen unseren Schützlingen vorstellig werden…“

„Dann wollen Sie behaupten, dass sich Miss Granger und Mr. Malfoy wirklich in den Ferien verlobt haben?“, drang Hagrid nun erstaunlich vertraulich in mich und wrang seine riesigen Hände nervös.

„So sagten sie“, gab ich geflissentlich Kontra, während die Frauen betrübt die Köpfe schüttelten.

„Das geht doch nicht, hat Miss Granger denn niemanden, der sie leitet?“, wollte die sichtlich mitgenommene Sprout mit weinerlicher Stimme erfahren.

„Pomona, Miss Granger ist schon länger volljährig“, mahnte Minerva unglücklich über diese Tatsache und an meinem Mundwinkel zuckte ein Lächeln, als ob sie sich von irgendwem groß Vorschriften machen lassen würde.

„Man müsste die Kinder besser schützen!“, erregte sich Flitwick und schnalzte resignierend mit der Zunge.

„Das macht Hogwarts!“, kam es nun wieder mit einer überheblichen Wichtigkeit, die mir Brechreiz verursachte, von Alecto, während ich versuchte, sie nicht zu beachten.

„Unter Severus, ja genau“, ätzte Aurora so leise, dass ich gewillt war, es ihretwegen zu überhören. Aber auch nur deshalb, da Aurora und ich schlussendlich alte Kameraden gewesen waren und ich bemerkte sehr wohl den tadelnden Blick, den Minerva Aurora sandte und diese verlegen wegsah, als ich diesen Fauxpas zu überspielen versuchte.

„Ich kenne die Stellenbeschreibung meines Postens sehr genau und ich weiß, dass es nicht mir als Schulleiter obliegt, die Kinder in den Ferien zu überwachen und auf der anderen Seite werden sie alle hier unverschämt, denn sie legen gegen mich die Voreiligkeit des Minister aus, der die Fakten, aufgrund denen er eine Anklage führt, nicht prüft!“, schnarrte ich gewohnt ölig und genoss die betroffenen Gesichter, die mich zweifelnd anstarrten.

„Das ist das Nächste was skandalös ist und war“, begehrte Vektor auf, „das Vorgehen des Ministers!“

„Wohl an, Septima, die Minister sind schon merkwürdig“, schüttelte Babbling das Haupt und wirkte von Stunde zu Stunde älter.

„Das Ministerium sollte nicht unsere Schüler anklagen, Sachen zu tun, die sie gar nicht begehen und auch gar nicht tun können!“, ergriff Slughorn gewichtig das Wort. „Ihre Aufgabe wäre es, sie in diesem Krieg zu schützen, nicht sie zu beschuldigen!“

„Wohl gesprochen“, tönte Filius und klatschte in die Hände.

„So kenn ich dich ja gar nicht, Horace“, kam es ernst von Minerva und Slughorn war so nett und lief rot an, aber deutlicher hätte er es nicht sagen können, dass er Hermione ungerne an der Seite von Lucius sah.

„Das Ministerium ist auch der letzte Heuler!“, grollte Hagrid unversöhnlich und streichelte immer wieder nervös seinen Bart „Dieses Mädchen nach Askaban! Einfach so! Unerhört!“, wusste schlussendlich der Riese aus leidvoller Erfahrung wovon er sprach und das auch, weil das Ministerium voreilig gehandelt hatte.

„Du musst es ja wissen, nicht?“, hisste Alecto gemein zu Hagrid, aber dieser ging in seiner Gutmütigkeit gar nicht auf diese fiese Provokation ein.

„Das fand ich auch die Höhe“, übertönte Pomona alles und jeden, dabei fuchtelte sie wild mit ihren Händen in der Luft rum.

„Ohne Beweise, ohne Anhörung, eine Frechheit! Ein Kind, was denkt der Minister?“, grollte Filius und man durfte den kleinen Mann wirklich nie unterschätzen, da er in seinem heiligen Zorn größer wirkte als er tatsächlich war.

„Kenne ich, kenne ich“, winkte Hagrid deprimiert ab. „Bin froh, dass ihr das erspart bleibt.“

„Oh Hagrid“, murmelte Bathsheda Babbling mitleidig und tätschelte seine Schulter.

„Ja, das ist das Ministerium! Aber wirklich mit Lorbeeren haben sie sich nicht bekleckert, als sie in der Halle standen. Malfoy hat Scrimgeour ganz schön vorgeführt!“, kicherte Septima böse.

„Wenn ich Malfoy nur leiden könnte, dann hätte ich applaudieren können!“, räumte die schwarzhäutige Aurora widerwillig ein.

„Ich bin von Rufus so enttäuscht, ich dachte wirklich, er würde mehr leisten als Cornelius!“, schnaubte Minerva sichtbar abfällig und auch traurig, dabei schüttelte sie, betroffen über so viel gelebte Inkompetenz, ihr graues Haupt.

„Das sind halt die Politiker, glitschig und von der öffentlichen Meinung abhängig!“, raunte Hooch anklagend.

„Da hast du aber recht, Rolanda“, zeigte Horace Gefühl und prostete ihr mit seinem Flachmann zu, als ob er anders war, darüber konnten sowohl Minerva als auch ich das erneute Rollen unserer Augen nicht verhindern.

„Die Schleier lichten sich und offenbaren die Verbindungen“, hauchte Trelawney aus dem Hintergrund, ohne jeglichen Zusammenhang, und doch traf sie in mir einen Nerv, der mich handeln ließ.

„Es tut mir persönlich gar nicht wirklich leid, meine Herrschaften, aber ich muss ihren Kaffeeklatsch unterbrechen, wir haben hier eine Schule zu führen! Somit würde ich sie nun bitten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren…“, löste ich diese unheilige Versammlung mit gewohnter Gehässigkeit auf.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Ich fass es nicht, du kollaborierst mit Lucius!“, überschlug sich meine Stimme und brach zum Ende hin empört ab.

„Das tu ich nicht“, kam es inbrünstig von meinem Gegenüber. „Aber dank Daph… dank gewisser, einschneidender Erfahrung weiß ich nun, dass das in unserer mittelalterlichen und komischen Gesellschaft wichtig ist und da wird dich niemand doof ansehen! Zumindest nicht, wenn ich es verhindern kann!“, zeigte sich Harry vehement in seiner Verbohrtheit und in seiner ganzen Haltung war zu erkennen, dass er stur bleiben wollte.

„Unfug!“, wiegelte ich energisch ab und wedelte mit meiner Hand.

„Bei uns jungen Leuten vielleicht, aber in der Generation von Malfoy senior, nie und nimmer!“, ätzte es gewaltig von Harry und er ging mich recht grob an. Unser Streit schien an seinen Nerven zu zerren.

„Und was soll der Lord denken?“, fauchte ich ungehalten und zog mich brutal an meinen Haaren, um mich zur Ruhe zu zwingen.

Was Harry hier veranstaltete, konnte nur in einer Strafe für mich enden. Sah er das denn nicht?

„Dass ich doof bin und nicht sehe, was vor meinen Augen passiert?“, bot Harry mit lapidarer Gleichgültigkeit an, die mich die Augen verdrehen ließ.

Er erkannte wirklich nicht die Gefahr, die für mich vom Lord ausgehen konnte, oder dramatisierte ich? Oder sah Harry es einfach zu locker? Gerade fühlte ich mich etwas ankerlos. Als Verlobte von Lucius Malfoy war ich mir nicht so sicher, wie ich agieren und reagieren sollte!

„Ich will da heute nicht rein!“, verkündete ich inbrünstig und meinte es sehr ernst.

„Hermione, ich wachse noch, du hast uns schon um das Mittagessen gebracht, ich hab schlicht Hunger!“, begann Ron vor sich hin zu maulen, woraufhin ihn ein verächtlicher Blick von mir traf.

„Du verfressenes Etwas, lass uns halt in die Küche gehen!“, hoffte ich, dass mein Vorschlag Anklang finden würde.

„Nein!“, zerstörte er schlicht meine aufkeimenden Hoffnungen auf so etwas Triviales wie zum Beispiel Mitleid!

Mein Merlin, wie tief ich gesunken war, seit Jahr und Tag legte ich auf dergleichen wie Rücksichtnahme keinen Wert mehr und jetzt gerade wollte ich mich am liebsten im Selbstmitleid suhlen, aber es war so schwer, so unendlich schwer für mich, mich wieder aufzuraffen um mich dem Chaos zu stellen.

Warum kämpfte ich die ganze Zeit so entschlossen und vehement gegen Lucius‘ Verführung, wenn doch alles sinnlos war?

„Harry!“, stöhnte ich geschlagen auf und hoffte auf ihr Entgegenkommen, mich nicht alleine zu lassen, denn ich hatte Angst vor meinen Gedanken. Aber ich würde auch alleine, ohne sie gehen, das war mir gleich, schließlich war ich es gewöhnt, für mich selbst zu sorgen.

„Was? Dir ist sonst auch immer alles egal, warum das jetzt nicht?“, kam es unnachahmlich von Harry und seine so grünen Augen straften mich hinter seinen runden Brillengläsern mit Tadel wegen meinem Versuch,  der Realität zu entfliehen.

„Erkennst du nicht die weitreichenden Konsequenzen?“, fauchte ich ihn ungehalten an und rieb mir über die schmerzenden Schläfen.

„Oh, natürlich erkenne ich, wenn du von Lucius sprichst, dass er dir sehr geschickt Ketten angelegt hat. Aber ich sehe auch, dass du diese Ketten, oder auch den Ring, wie immer du willst, nicht lösen wirst können, also zeig allen, dass du darüber stehst!“, blitzten mich seine Augen aggressiv an und Harrys wahre Worte ließen mich tief getroffen straucheln. „Du wirst auf die Schnelle an den Gegebenheiten nichts ändern können und davor weglaufen ist deiner wirklich unwürdig, meine Schönste!“

Ich konnte an den Tatsachen wirklich absolut nichts ändern, obwohl ich wieder ungläubig auf den Ring an meiner Hand starrte und mir wünschte, diesen mich so beengenden Reif einfach abschneiden zu können, auch mit meinem Finger, von mir aus mit der ganzen Hand oder dem ganzen Arm, nur weg damit!

„Du hast ja recht“, gestand ich geschlagen und biss mir auf die Unterlippe.

„Du hast Angst“, wisperte Harry in plötzlicher Erkenntnis und zu meinem Erschrecken hatte er recht.

„Unfug.“

„Nein, Harry hat recht, du sorgst dich. Wovor? Nur wegen Malfoy?“, fragte Ron besorgt nach und schottete uns gut gegen die anderen ab. Seit der Verkündung der Strafarbeit von McGonagall war mein Wunsch, Harry zu ermorden, weniger geworden und ich fühlte mich nur noch müde und verbraucht. „Oder vor den anderen, der öffentlichen Meinung?“

Ich schüttelte bei den letzten Worten meinen Kopf, denn natürlich sorgte ich mich wegen Lucius, wir waren verlobt!

Das gab ihm noch viel unglaublichere Rechte an mir, als die Tatsache, dass er das Oberhaupt der Familie war. Nicht mal mehr, dass mich Draco gezeichnet hatte, half mir hierbei, das war die Crux!

Und wenn war meine Sorge, wie ich zu Draco halten sollte, wenn Lucius mich mit Ketten an sich band, die nicht zu lösen waren.

„Es ist, oder es wäre gut, wenn du endlich vor diesem Mann Angst hättest, denn ich weiß, du weißt, an sich weiß jeder, wie gefährlich er ist! Und wenn du endlich ehrlich zu dir wärest, dürfte es dich nicht überraschen, was er da veranstaltet hat. Dieser Mann wollte dich schon die ganze Zeit und jetzt bekommt er dich! Aber die Frage ist: Wie? Noch ist nichts genau besprochen“, weckte seine bedachte Aussage die Kämpferin in mir.

Denn es stimmte, wo war meine gewohnte Natur, die nie aufgab? Wenn ich Lucius nicht wollte, dann war es so. Ich würde ihm die Stirn bieten, bis zum bitteren Ende und wenn es mein Untergang war. Also warf ich meinen Kopf in den Nacken, um wieder Haltung anzunehmen, mich nicht mehr so lustlos hängen zu lassen.

„Genau!“, wisperte ich leise, wie in einem Mantra, vor mich hin und ließ die Jungs auf dem Weg zum Essen stehen.

„Hey, was hat sie denn jetzt?“, rannte Ron gehetzt hinter mir her, sichtbar überrascht von meinem Abgang.

„Woher, zum Teufel, soll ich das wissen? Komm!“, rief Harry und beide spurteten sie los um mich einzuholen, dabei legte sich ein zufriedenes Lächeln auf meine Lippen.

Genau so sollte es sein. Es war klar, dass meine Pläne wie so oft fulminant in die Hose gegangen waren, war schließlich nicht so, als hätte ich mich in den vergangenen Jahren nicht daran gewöhnt. Ich musste aus der Situation halt nur das Beste machen und gerade bedeutete dies, mich mit der Aufmerksamkeit der Bewohner von Hogwarts auseinanderzusetzen.

Denn natürlich blieb unsere eilige Ankunft in die proppenvolle Halle nicht unbemerkt.

Sofort traf uns Severus‘ tadelnder Blick, der vor allem mich fokussierte, aber er war mir gleich und so plumpsten wir drei auf die Bank und bedienten uns an den aufgetischten Speisen.

„Na, alles geklärt zwischen euch?“, kam es dann plötzlich recht forsch von Neville, dabei musterte er uns drei sehr gründlich.

„Wie meinen?“, nuschelte Ron und ließ es sich heißhungrig schmecken.

„Die BL möchte ein paar Antworten!“, gab Neville zwischen zwei Bissen wenig friedfertig Auskunft.

Ich schickte ein Stoßgebet an die Götter und fragte leidend, was noch alles passieren sollte, bis ich meine wohlverdiente Ruhe finden würde!

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