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 Kapitel. 489-490

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queenie
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BeitragThema: Kapitel. 489-490   Di Nov 25, 2014 11:06 pm

489. Kapitel Olympus Has Fallen

Lucius Sicht

Als sie ging, schluckte ich schwer und flüsterte ihr ungehört hinterher: „Wohl eher früher als später“

Wut übermannte mich, als ich an die Ohnmacht dachte, die von uns Besitz ergriff. So schleuderte ich mein Glas ins Feuer und lauschte dem Klirren der Scherben, aber auch dem Zischen der Flammen und starrte geradezu blind vor Wut und Frustration in den Kamin.

Mein Kiefer mahlte, während ich zu verarbeiten suchte, dass das Biest einfach zu gut war und mich inzwischen zu gut kannte. Anstatt weiter ihre offene Fehde gegen mich zu führen, versuchte sie es mit Diplomatie, als wäre ich dumm oder naiv genug um darauf einzugehen.

Danach ekelte ich mich für meine Schwäche so sehr selbst vor mir, dass ich zuerst den Lord und dann die DeathEater aufsuchte, um mich dem hinzugeben, was ich am besten konnte, Angst und Schrecken zu verbreiten.

Und ja, es machte mir Spaß und brachte mir die ersehnte Ablenkung, die ich suchte. Endlich nach einer arbeitsreichen Nacht war es soweit und unter Anbetracht dessen, was er letztens abgezogen hatte, konnte ich es kaum erwarten, zur Tat zu schreiten und meine Rachsucht zu befriedigen.

„Es ist soweit“, verkündete ich somit sehr gewichtig, dabei stand ich geschmückt mit meiner Maske in der Höhle und hatte alle Ministeriumsleute, die DeathEater waren oder aber unter dem Imperius standen, um mich versammelt und blickte kühl auf die Schergen vor mir.

„Was ist soweit?“, raunte Crouch hörbar gespannt neben mir. Er war der Einzige aus dem Inneren Kreise, den ich erwählt hatte mit mir zu kommen.

Als ich ihm mein eisernes Antlitz ganz sachte zuwandte, war ich mir meiner Wirkung durchaus bewusst.

„Rufus hat ausgedient. Der Fall des Ministeriums wird heute eingeleitet!“, schlugen meine Worte ein wie ein Donnerfluch. Kurz stockte allen der Atem, weil der Tag endlich gekommen war, dann zog Jubel auf, den ich nach einem kurzen Aufbrausen mit dem Heben meiner behandschuhten Hand gekonnt bändigte.

„Aus verlässlichen Quellen weiß ich, dass Rufus heute noch im Ministerium ist, um sich auf das Gamot vorzubereiten“, verkündete ich salbungsvoll und lächelte versonnen, aber wohlversteckt.

Ich genoss das hier zu sehr, doch Rache war immer noch zu süß und musste immer unter allen Umständen genossen werden. Sicher konnte ich Rufus nicht vergeben, dass er Hermione derart bloßgestellt hatte und sie einfach so hoppla hopp nach Askaban hatte verfrachten wollen. Doch was sollte es? Im Vergeben war ich noch nie besonders gut gewesen.

„Und warum darf ich dann nicht mit?“, murrte Bellatrix laut über die bewegte Masse hinweg „Und der da schon?“, deutete sie aufrührerisch auf Crouch.

„Weil der da im Ministerium aufgewachsen ist und ich an das Fiasko erinnern möchte, dass wir hatten, als du in der Mysteriumsabteilung dabei warst. Und ganz schlicht, weil ich es wünsche“, setzte ich unnachgiebig mit frostiger Tonlage entgegen.

„Das war so klar, du willst die Lorbeeren!“, stieß Bellatrix verächtlich aus. „Außerdem erkennt ihn jeder“, ätzte sie gemeinhin und ich drückte soeben Barty einen ihn verändernden Vielsafttrank in die Hand und schnaubte abfällig über ihr Verhalten.

„Bellatrix, wenn du nicht gleich verflucht werden willst, solltest du schweigen. Ich bedenke alles“, entgegnete ich kalt, während sich Crouch neben mir erstaunlich still, leise und ergeben in Percy Weasley, den persönlichen Sekretär des Ministers, verwandelte.

Es war verwunderlich, dass er eben nicht würgte, aber ein Mensch, der fast ein Jahr lang ständig diesen Trank geschluckt hatte, gewöhnte sich wohl an alles.

„Was willst du mit sechs Leuten erreichen?“, fragte nun auch noch Rodolphus vorsichtig nach und blickte zweifelnd zu mir. Dabei hob ich versteckt eine Braue und fragte mich, ob sie dachten, dass ich auch nur im Ansatz derart inkompetent war wie sie.

„Das wirst du dann schon sehen“, erklärte ich versnobt, bevor ich selbst abwägend auf Dawlish, Runcorn, Thicknesse, Yaxley und Crouch blickte.

Sie waren ein Auror, ein leitender Mitarbeiter einer der vielen Abteilungen des Ministeriums, sowie der Leiter der Abteilung für Magische Strafverfolgung und sein Stellvertreter und zu guter Letzt der verwandelte, persönliche Sekretär des Ministers. Wer sollte sich uns in den Weg stellen?

Mit einem Wink folgten mir damit die Männer durch die fast ausgestorbene Höhle und ließen diese hinter uns.

Wir apparierten ins Manor, indem sich die gesamte Bagage an meinem Gehstock festhielt war dies möglich. Von dort konnten wir den großen Kamin benutzen, der mit Flohpulver direkt ins Ministerium führte und es uns ersparte, dass einige von uns sich registrieren lassen müssten.

Schnell spuckten mich lodernde, grüne Flammen aus und ich stieg mit unnachahmlicher Noblesse und eben ohne Maske aus dem schwarzgekachelten Kamin. Ich wartete nicht weiter, sondern ging zügig den ebenfalls schwarz gefliesten Flur zwischen den hektisch herumlaufenden Angestellten entlang. Zielstrebig hielt ich auf den goldenen Brunnen zu, dabei achtete ich mit der mir innewohnenden Arroganz gar nicht auf meine Begleitung.

Mein Plan war schlicht wie auch genial in seiner Einfachheit!

Meine Begleiter waren alle hoch positionierte Angestellte des Ministeriums und ich selbst war ebenfalls ständig hier Gast, als ein Gamotmitglied und Gönner des Ministeriums, sowie einflussreicher Geschäftsmann. Wir alle durften hier sein und das war unser entscheidender Trumpf.

Meine Truppe folgte mir schweigsam, während sich die Hexen und Zauberer vor uns wie das Meer vor dem muggelstämmigen Jesus teilten, weil wir wie ein Bollwerk auf den obersten Stock zuhielten und durch die Tür zum Büro des Ministers drängten.

„Oh, Mr. Malfoy, wie geht es Ihnen?“, fragte seine Sekretärin sofort höflich, als sie aufblickte und mich erkannte, während ich mich nicht dagegen erwehren konnte und sie musterte.

Die kleine Schlampe, diese Edgecombe, Marietta Edgecombe um genau zu sein, die Tochter der Frau, die ich mir dank Hermiones Hilfe einverleibt hatte, bekleidete nun diesen Posten.

So antwortete ich nicht sofort und ihr sanftes Lächeln verrutschte etwas.

„Chrm… Mr. Malfoy, der Minister erwartet Sie und die anderen“, verkündete sie daher unsicher, während sie aufsprang und uns eilig die Türen zum Büro des Ministers, der sichtlich überrumpelt wirkte, als wir zu sechst hereindrängten, öffnete.

„Lucius, wie ungewöhnlich. Habe ich einen Termin vergessen?“, fragte er leutselig und meine Augen verengten sich. Was bildete er sich ein?

Dass er meine Verlobte angehen konnte, und ich würde das jovial vergessen?

„Rufus, immer wieder eine Freude, Sie zu sehen“, ging mir die Lüge leicht über die verlogenen Lippen. „Haben Sie herausgefunden, wer Sie mit der Verleumdung meiner Verlobten aufs Kreuz legen wollte?“, ließen meine anklagenden Worte den Minister versteinern, während der unechte Weasley hustete, als hätte er einen Lachanfall, den er vertuschen musste.

„Weasley, Sie sollten sich untersuchen lassen“, klirrte es kühl von seinem Chef, bevor er sich mir wieder mit leicht rosa gefärbten Wangen, die sich mit seiner löwenartigen Mähe bissen, die er sein Haar nennen durfte, zuwandte. „Natürlich, natürlich! Ich habe sofort unsere besten Leute darauf angesetzt und… Moment…“, wühlte er auf seinem Schreibtisch herum, nur um dann eine Akte siegesgewiss in die Höhe zu stemmen. „Hier, der Bericht kam vorhin, alles deutet daraufhin, dass die Nachricht von einem Warrington kam!“

„Warrington“, wisperte ich lautlos, denn das erklärte natürlich alles, oder auch nichts, denn die Familie konnte man nicht mehr zur Rechenschaft ziehen, schließlich gab es sie schlicht nicht mehr.

Was ein wahrer Jammer für mich war. An wem sollte ich nun meine diffizile und so ausgereifte Kunst, die ich auf die höchsten Höhen des Könnens stilisiert hatte, ausleben?

„Ja, Warrington!“, bestätigte der Minister nochmals nickend.

Was wiederum das tiefe Luftholen so einiger meiner Begleiter nicht leiser erscheinen ließ, denn sie waren geschockt, wie es eine Familie, die zu uns gehörte, wagen konnte, jemanden aus meiner Familie zu denunzieren.

„Wir werden ihn zur Rechenschaft ziehen, Lucius, das verspreche ich Ihnen“, verkündete Rufus pathetisch und meine so hellen Brauen zuckten zweifelnd in die Höhe.

„Danke, ich weiß Ihre Bemühungen zu schätzen“, lag ein eiskaltes Lächeln auf meinen edlen Zügen. „Aber es hilft nicht über Ihre Voreiligkeit in der ganzen Sache hinwegzutäuschen und leider, leider ist das… inakzeptabel“, gab ich gekünstelt von mir und stöhnte übertrieben, woraufhin er seine Stirn, aufgrund der unverhohlenen Drohung in meinem letzten Wort, in Falten legte.

„Was soll das werden, Lucius?“, fragte er nun auch schon schroff und ungeduldig. Mit der Situation kam er augenscheinlich nicht gut zurecht. „Die Herren werden mich nun entschuldigen müssen“, erklärte er weiterhin entschieden zu den anderen, die mit mir im Raum standen, was mich leise auflachen ließ.

„Das denke ich nicht, denn es wird eher Zeit für dich, dies zu tun“, ging ich dazu über, ihn weniger formal anzusprechen, was ihn sichtlich blass werden ließ.

„Um was zu tun?“, echote er sprachlos.

„Deinen Platz zu räumen“, kam ich ihm freundlich entgegen.

„Bitte? Lucius, Sie sprechen für mich in Rätseln“, ruckte er hoch und reckte seine Brust heraus. „Und Sie nehmen sich eindeutig zu viel heraus. Verlassen Sie auf der Stelle mein Büro. Dawlish, geleiten Sie Mr. Malfoy hinaus“, forderte er befehlend und wedelte mit seiner Hand.

Seine Augen wurden fast rund, als sich niemand rührte und so trat ich, mit meinem Gehstock auf den Boden aufschlagend, einen entschiedenen Schritt vor.

„Weißt du, Rufus, das mit Hermione kann ich dir nicht so leicht vergeben“, erklärte ich ihm sehr freundlich und schnalzte affektiert mit der Zunge.

„Möchten Sie eine formelle Entschuldigung?“, stieß er atemlos hervor.

„Damit wird es leider nicht getan sein. Mein Freund hier hat mir erzählt“, schlug ich dem in den jungen Weasley verwandelten Barty Crouch jr. auf die Schulter, „dass du es warst, der ihn nach Askaban brachte.“

„Lucius, Weasley war nie Askaban, was ist heute nur los mit Ihnen?“, klang hörbare Sorge in seiner Stimme mit, als er sich an seine Angestellten wandte „Und ich frage mich auch, was sie hier wollen!“

„Ach, Rufus mit mir ist nichts“, wedelte ich mit meiner noch immer behandschuhten Hand wegwerfend durch die Luft. „Aber mit Ihnen wird gleich etwas sein“, fletschte ich die Zähne und nun ging es Schlag auf Schlag.

Crouch alias Weasley zog umgehend seinen Stab, woraufhin Rufus erschrocken, aber auch sehr reaktionsschnell zurücksprang und sich überrumpelt aber auch wehrlos an die Brust fasste, da ihn Yaxley soeben geschickt entwaffnet und seinen Zauberstab aus der Luft gegriffen hatte.

„Was?“, zuckte sein panischer Blick von einem zum anderen. „Pius? Weasley? Dawlish? Runcorn? Yaxley? Was geht hier vor?“, verlangte er nun aufbrausend zu erfahren und baute sich hoch auf.

Dawlish stand derweil an der Tür, versiegelte sie geschickt und legte die Zauber für unsere Privatsphäre darauf, sodass niemand hörte, was hier vor sich ging.

„Ich… ich verstehe nicht?“, kam es nun stotternd von dem Minister, der zu meiner Zufriedenheit sichtbar für uns alle anfing zu schwitzen.

„Du, mein lieber Rufus, wirst deinen Platz räumen müssen“, verkündete ich unendlich überheblich, dabei fiel Rufus‘ Maske und er starrte mich plötzlich sehr hasserfüllt an.

„Für Sie?“, hauchte er plötzlich gehässig, als würde er erkennen, dass ich der war, den er in mir vermutet hatte und dass ich noch viel schlimmer war, als er bisher gedacht hatte.

„Nein“, meinte ich aufrichtig, woraufhin er auf meine Antwort hin schnaubte, alles an seiner Haltung sagte aus, dass er dachte, ich würde ihm Lügen erzählen, während Pius eilig mit erhobener Hand vortrat.

„Für mich“, sorgte sein Einwurf dafür, dass Rufus zu ihm herumwirbelte, um ihn entsetzt anzustarren.

„Pius? Das kann nicht dein Ernst sein. Du lässt dich wirklich vor seinen Kahn spannen? So blind kannst du nicht sein, Pius“, lamentierte er los und ich rollte verächtlich mit meinen Augen und ließ Pius, der soeben über seinen Spitzbart strich, antworten.

„Rufus, das Ministerium gehört ihnen doch schon längst!“, gab er sich lehrmeisterlich.. „Du bist nur noch die letzte Instanz, die ausgeschaltet werden muss“, sagte Pius unfassbar freundlich. Es klang, als würde er zu einem kleinen Kind sprechen, das zu minderbemittelt war, um zu verstehen, was um ihn herum geschah.

„Genug von dem Gequatsche“, trat Barty Crouch junior rachsüchtig mit entschlossenen Schritten vor. „Ich bin dran und sie schulden mir genug!“

„Was soll ich Ihnen getan haben? Weasley!“, ereiferte sich Rufus und starrte völlig perplex auf den ihn wild anstarrenden Percy Weasley, der ihn mit Wut nieder stierte, dabei stieß immer wieder seine Zunge rasant zwischen seinen Lippen hervor.

„Ihm nichts?“, deutete Barty auf seine rothaarige Gestalt. „Aber mir, Barty Crouch junior, ganz viel“, lag so viel Gefühl in seiner Stimme, wie ich noch nie in meinem Leben vernommen hatte.

Bisher hatte Crouch nie zuvor derart tief blicken lassen, aber dass Rufus ihm damals in Hogwarts den Dementor, der ihm den Kuss gegeben hatte, auf den Hals gehetzt hatte ließ selbst Barty regelrecht überbrodeln.

„Crouch“, kam es ungläubig von Rufus. „Unmöglich!

„Warum? Weil ich geküsst wurde? Tja, da sieht man es mal, mein Lord kann mehr als sie sich jemals vorstellen können und Überraschung, ich bin wieder da! Mich wirst du nicht so leicht los“, schlängelte sich wieder seine Zunge ostentativ zischend zwischen seinen Lippen hervor „Cruci…“

„Crouch! Hör auf zu spielen!“, mahnte Yaxley genervt.

„Weil du mir was zu sagen hast?“, ätzte er spuckend zurück.

„Er vielleicht nicht, ich aber schon und nun mach“, forderte ich unduldsam und schlug mit meinem Gehstock auf den Boden. Sogleich schaute mich Weasley verbiestert blickend mit einem wahnsinnigen Glanz in den Augen an, nickte dann aber abrupt.

„Avada Kedavra“, brüllte er daraufhin inbrünstig, sofort surrte der giftgrüne Strahl auf den Minister hinter seinem Schreibtisch zu.

Rufus blickte starr, mit riesigen Augen auf den Zauber, der unaufhaltsam auf ihn zuflog, aber er machte keine Anstalten, auch nur einen Schritt auszuweichen. Bewundernswert, diese Weitsicht, aber er wusste, es wäre sinnlos, denn sechs gegen einen und dann auch noch wir und er ohne Zauberstab war eine aussichtslose Situation für ihn. Ja, er tat gerade seine letzten Atemzüge und sein Tod würde sehr freundlich sein.

Eines musste man ihm lassen, er schritt wenigstens stolz und hoch erhobenen Hauptes aus dem Leben, indem er weder bettelte noch sich sonst wie demütigte und lächerlich machte.

Brachial schlug der Todeszauber in seine Brust ein und augenblicklich klappte sein lebloser Körper zusammen und schlug mit dem Oberkörper laut krachend auf dem Schreibtisch auf. Doch ich wartete nicht ab, bis er auf den Boden fiel, sondern wirbelte herum und riss übergangslos die Tür auf.

„Miss Edgecombe“, rief ich über die Bewegung hinter mir hinweg und offenbarte ein sichtbar schockiertes Antlitz.

„Sir?“, kam es überrumpelt von der Frau, die eilig auf die Beine kam.

„Einen Heiler, rufen Sie einen Heiler! Rufus hatte einen Herzanfall“, behauptete ich wohlgemut, denn wo war der große Unterschied?

Sichtbar auf den ersten Blick war mal gar nichts und das wusste ich für mich zu nützen.

„Was?“, quietschte das erschrockene Mädchen, dem nun ihre Betroffenheit ins junge Gesicht geschrieben stand. Sie stürzte hirnlos zur Tür herein, um selbst zu sehen, wie sich Runcorn soeben an Rufus‘ Leiche zu schaffen machte, um ihn zu „retten“.

„Ja, Mädchen, eilen Sie sich!“, mahnte ich leise, worauf sie schluchzend davoneilte um Hilfe zu holen.

So wirbelte ich auf dem Absatz herum und mein langer Mantel umwehte malerisch meine Beine, während sich eine große Zufriedenheit über mich legte und ich den letzten Akt dieser Scharade aufzuführen gedachte.

„Wunderbar!“, deutete ich mit dem Gehstock auf meine Gehilfen. „Yaxley, berufen Sie das Not-Gamot ein, Britannien kann in einer derart delikaten Lage nicht ohne Oberhaupt verbleiben, das geht nicht“, sagte ich laut, klar und deutlich. Wir würden dieses Spiel bis zum Ende hin durchziehen und so nickte der Angesprochene ehrerbietig.

„Natürlich, wie Sie wünschen, Mr. Malfoy“, rauschte der Stellvertreter von Pius eilig von dannen.

„Pius!“, wirbelte ich zum nächsten herum, worauf ich leise zu ihm sprach und ihm meine Anweisungen erteilte: „Sie bereiten sich auf Ihren Auftritt vor, dies hier ist schon bald Ihr Büro!“ Am Ende zuckte ein kaltes Lächeln über meine Züge, das Pius mit vorfreudig glitzernden Augen erwiderte und sich schon gierig die Hände rieb. Augenscheinlich konnte er es gar nicht abwarten, diesen Platz einzunehmen. „Crouch, sieh zu, dass du verschwindest, am besten sofort. Es dürfen hier keine zwei Weasleys rumrennen!“, forderte ich schroff. „Oh was? Jajajaja, Sie haben etwas gut bei mir, Malfoy, für diese besondere Gunst!“, stierte er mich mit diesem so eindeutigen Ausdruck des Irrsinns an, dass es einem kalt den Rücken hinab laufen könnte, was bei mir natürlich nicht zutraf.

„Ich hoffe, ich konnte damit dem delikaten Wunsch nach Rache entsprechen“, waren meine Worte nur eine leere Hülle, denn es tat mir im Grunde meines Herzens leid, dass ich mich nicht für Hermione hatte rächen können, aber selbst ich erkannte, dass der Kuss schwerer wog und noch ein anderes klitzekleines Kalkül hatte mich bewogen, eben Crouch den Vortritt zu lassen. Ich sah es, wenn sich mir Chancen boten und seine besondere Beziehung zu meinem Biest war etwas, was es zu beobachten galt und was wäre hier besser, als einen Trumpf für die Zukunft in der Hand zu haben. So konnte ich fast nichts gegen das höhnende Lächeln tut, das sich auf meine Mundwinkel schleichen wollte.

„Ich sehe schon, wir verstehen uns, Crouch, und nun ab mit dir. Wir wollen schließlich keine zwei Weasleys haben, oder schlimmer, dass der Trank seine Wirkung einbüßt, bevor du verschwunden bist, Crouch.“

„Damit ist das Ministerium nun unser“, kam es wichtigtuerisch von Runcorn, der aufhörte an Rufus rumzuspielen und sich wieder zu uns gesellte.

„Wenn Sie es sagen“, murmelte Pius plötzlich unsicher und kaute nervös an seiner Lippe. Ich stöhnte innerlich über derart viel Unsicherheit. „Lucius, ich weiß noch nicht, wie Sie es schaffen wollen, dass ich gewählt werde“, offenbarte er nun vollständig sein labiles Gemüt und ich reckte mein Kinn in die Höhe.

„Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, Pius, welche andere Wahl hätte das Gamot?“, sprach ich salbungsvoll und schlug mir innerlich an die hohe Stirn. Sobald die Menschen schon die Aussicht hatten, Minister zu werden, schwand ihr Intellekt in Millisekunden. Wobei ich Pius generell nicht extrem viel davon zusprach und auch wusste, dass er trotz seines arroganten und selbstsicheren Auftretens steuerbar war, gerade deswegen hatten wir ihn ja ausgewählt.

„Da… kommen Sie schnell“, vernahm man schon von weitem die hektischen Rufe. „Rufu… oh, der Minister, so helfen Sie ihm doch“, stürmte nun die völlig aufgelöste Miss Edgecombe herein und ging vor ihrem Liebhaber in die Knie.

Selbst der Heiler zeigte sich hektisch, wobei ich schmunzelte, denn auch dieser gerufene Heiler war einer, der unter unserem Imperius stand und somit bestimmt nichts über den Avada Kedavra verlauten lassen würde, nur eben, dass Rufus Scimgeour schlicht tot war.

Aber bevor es in den Räumen des Ministers wie in einer Eulerei zuging, zog ich mich zurück und überließ das Feld Dawlish und Co., wobei sich herauskristallisierte, dass auch das, was danach kam, wie in einem schlechten Schmierentheater ablief, dessen Souffleur ich war!

Jetzt kam der entscheidende Auftakt, als offiziell verkündet wurde, dass der amtierende Minister von uns gegangen war und Panik unter den Angestellten ausbrach. Somit wurde meinem Wunsch nachgegeben und am Nachmittag die Notsitzung einberufen, sodass das Wizengamot nun in aller Eile zu einer Notfallsitzung zusammengerufen wurde.

Diese kam mir Zupass und hatte ich erreicht, indem ich dies mit einem Ausnahmezustand rechtfertigte, da sich die Welt der Zauberer und Hexen in einem schwelenden Krieg befand!

So saßen wir nun beisammen und blickten uns besorgt, betroffen, aber auch überrascht an. Ungläubiges Wispern und aufgeregtes Tuscheln war über die Bänke zu vernehmen. Sie konnten alle noch gar nicht fassen und hofften immer noch, dass die Information falsch war, dass schon wieder der Platz des obersten Führers unserer Welt zu besetzen war.

„Meine Damen und Herren des Gamots“, erhob sich eine ernste Stimme verstärkt mit einem Sonorus über die unruhige Versammlung. „Ich bin bestürzt über die unerwarteten Geschehnisse“, legte sie gekonnt eine Kunstpause ein, die dafür sorgte, dass es endlich leiser wurde. „Ich leite heute diese überraschend anberaumte Sitzung und möchte Sie bitten, unserem verstorbenen Minister, Rufus Scimgeour, die letzte Ehre zu erweisen!“

Nun legte sich betrübtes und betroffenes Schweigen über uns, als alle die offizielle Bestätigung erhielten, dass die Gerüchte wahr waren, die seit ein paar Stunden durch die Hallen des Ministeriums huschten. Schließlich raffte sich die rüstige, alte Dame auf und räusperte sich nach der Gedenkminute.

„Chrmmm… es ist ein tragischer Verlust für unsere Gesellschaft, gerade in diesen gefährlichen und so düsteren Zeiten und wir können es uns nicht leisten, in Untätigkeit zu verharren.“

„Wer soll der neue Minister werden?“, „Helfen Sie uns.“, „Ja, machen Sie es doch wieder“, „Bitte!“, rief die Masse plötzlich erregt und wirkte mehr als bewegt, woraufhin die alte Dame ihre Hand erhob und wartete, bis wieder Ruhe einkehrte.

„Ich fühle mich geschmeichelt und auch wenn mich schon einige Personen im Vorfeld dieser Sitzung angingen, so muss ich, als ehemalige Ministerin, leider abwinken und ablehnen, denn ich fühle mich aufgrund meines Alters nicht mehr in der Lage, den Anforderungen dieses Amtes in diesen schweren Zeiten gerecht zu werden“, verkündete Millicent Bagnold, welche die Vorgängerin von Cornelius gewesen und seit 1990 im Ruhestand war. „Wir brauchen eine starke Führung!“

Doch die Masse wollte ihre Absage nicht akzeptieren, denn sie galt etwas, vor allem nach Cornelius‘ Fall. Bagnold wäre eine Person, die diesem hohen Amt gerecht wurden würde, die den Glanz von früher wieder bringen könnte, denn noch immer stand Cornelius‘ Prozess aus und Rufus war in seinem Büro tragisch zugrunde gegangen. Man konnte fast ausmachen, wie sie unter dem Ansturm schwankte, weswegen es Zeit für mich wurde, das politische Parkett zu betreten.

„Madame Bagnold, wenn Sie gestatten?“, erhob ich mich von meinem Sitz, was umgehend dazu führte, dass die Versammlung verstummte.

„Das war so klar, wollen Sie gleich Ihre Bewerbung um das Amt öffentlich machen?“, fauchte mich Odgen aufbrausend und mit großer Gehässigkeit an.

Gespielt tadelnd hob ich affektiert eine Braue und legte mir unschuldig die Hand aufs Herz, regelrecht betroffen über derartig unhaltbare Anschuldigungen.

„Ich muss doch sehr bitten, wie kommen Sie auf dergleichen? Natürlich sind wir alle erschüttert, aber bei Merlin und Morgana, nie und nimmer, ich strebe nicht dieses hohe Amt an“, lag ein offen hörbarer Tadel in meiner Stimme, während man uns mit großer Spannung lauschte. „Wie gesagt, wenngleich ich mich nicht selbst vorschlagen will, so habe ich doch eine andere Idee. Ich wollte nur vorschlagen, dass wir einen ähnlich gestandenen Mann brauchen, wie Rufus einer war, einen Mann, der verstand, was es bedeutet an der Front ganz vorne zu stehen und keinen Theoretiker, wie Cornelius einer war“, ließ ich meinen Satz eindringlich ausklingen und durfte erleben, dass wirklich viele erstaunt waren, dass ich meinen Namen nicht selbst in den Topf warf.

Was für Ignoranten, als ob mir dieser Posten gut zu Gesicht stehen würde, diese Stellung, die nichts weiter war als die einer Marionette.

„Wahre Worte, Lucius“, verkündete auf einmal die gut 200-jährige Griselda Marchbanks recht laut, da sie inzwischen trotz des einen oder anderen Zaubers verdammt schlecht hörte.

„Ich danke Ihnen, Mrs. Marchbanks“, neigte ich leicht mein Haupt zu ihr.

„Aber auch sehr ungewohnt, dergleichen von Ihnen zu vernehmen“, setzte sie ihren Zweifel an der Aufrichtigkeit meiner Person gleich hinterher und ich verkniff mir gekonnt ein Auflachen.

„Sie haben einen Vorschlag?“, wollte der sehr skeptische Elphias Doge erfahren und ich hob wegen dieser rhetorisch klingenden Frage exaltiert eine Braue, da sein ganzes Gebaren davon sprach, dass er dachte, dass ich, wenn ich mich schon nicht selbst dazu ernannte, meinen Mann küren wollte. „Nein“, brachte meine Verneinung große Überraschung in den Mienen vieler Mitglieder hervor, während ich mich genüsslich langsam setzte, wobei Doges Vorwurf an sich auch stimmte. Aber ich wäre wohl sehr leicht zu durchschauen, wenn ich derart offensichtlich handeln würde.

„Nicht?“, entschlüpfte es auch soeben Marchbanks mehr als verwundert.

„Und wen sollen wir dann nehmen?“, echote es von weiter hinten fast schon ängstlich.

„Wer will schon diesen Job?“, „Einen schlechten Job hat Scrimgeour nicht gemacht.“, „Er hat ihn ins Grab gebracht…“, „Aber Malfoy hat Recht, es sollte ein Macher sein.“, „ Das wird schwer.“, „Wahrlich schwer.“, „Wir bräuchten eine durchsetzungsstarke… einflussreiche Person.“, „Wer soll das bitte sein?“, ereiferten sich immer mehr die Gemüter und ich hielt mich stoisch zurück.

„Es sollte jemand aus dem Gamot sein, damit er oder auch sie sofort die Zügel in die Hand nehmen kann“, schallte es von Yaxley laut über die Menge.

„Also jetzt aus der Notfallbesetzung“, wisperte Bagnold. „Wenn müssen wir jetzt handeln.“

„Das denke ich auch, das Schleifen lassen könnte dem Lord in die Hände spielen“, gab ich weitsichtig aus dem Hintergrund zu bedenken.

„Sie haben sich gerade selbst aus dem Rennen geworfen, Lucius“, warf man mir durchaus vorwurfsvoll vor und ich zückte gespielt geschmeichelt die Schultern.

„Wir sollten logisch an die Dinge rangehen“, warf die rüstige Bagnold entschieden ein. „Alle, die älter als 70 sind, sollten auch von vornherein rausfliegen. Rufus war nicht mal annähernd in dem Alter und bezahlte diesen Posten nun schon mit einem Herzinfarkt“, gab sie entschieden zu bedenken. „Wir brauchen einen Mann, aber keinen alten Knacker“, zeigte sie sich gewohnt herrisch und wenig um den heißen Brei herumredend.

„Warum ein Mann?“, fragte Mafalda Hopfkirch hochtrabend.

„Weil alle Damen hier älter als 70 sind und ganz ehrlich, schon zu meinen Zeiten, als ich Ministerin war, war es kein Spaß, jetzt dürfte es das noch weniger sein“, ereiferte sich die altgediente Marchbanks.

„Pfff“, ging der Protest von Hopfkirch unter und damit ging die Diskussion fröhlich weiter.

„Also doch ein Mann“, „Und… wer?“, „Sie haben die Wahl“, kam es von Bagnold wegwerfend in die Runde.

„Moment! Malfoy, wollen Sie vielleicht nicht doch?“, „Ja, Lucius, geben Sie sich einen Ruck!“, „Sie müssen der Gesellschaft Rechenschaft tragen“, „Wir bitten Sie“, setzte ein wahres Crescendo ein, das mich fast sprachlos machte.

Sie mussten wahrlich verzweifelt sein, wenn sie sogar über meine Person hinwegsehen konnten und mich unbedingt wollten. Doch ich wusste, wenn ich mich zuvor engagierter oder williger gezeigt hätte, die Nachfolge von Rufus anzutreten, wären ihre Reaktionen niemals derart begeisternd für mich ausgefallen. Ich hasste es, wenn Menschen derart berechenbar waren, zu meinem Leidwesen, aber auch zu meinem Vorteil, waren sie es.

Bis auf den Lord, das Biest und selbst ab und an Severus, schafften es leider nur wenige, mich zu überraschen.

„Meine Damen und Herren, ich bitte sie…“, wollte ich großmütig mit erhobener Hand beginnen, als man mir energisch ins Wort fiel.

„Winden Sie sich nicht Lucius, wir brauche Sie.“, „Sie müssen es tun.“, „Zieren Sie sich nicht.“, „Das passt gar nicht zu Ihnen.“

„Verehrte Gamotmitglieder“, versuchte ich erneut, mir Gehör zu verschaffen, als ich mich endgültig zur vollen Größe reckte und streckte. „Ihre Intervention ehrt sie sehr, ich bin geschmeichelt… aber…“

„Wie wollen Sie sich jetzt aus der Verantwortung stehlen?“, kam es doch glatt erbost von einer gesichtslosen Stimme, woraufhin ich doch erstaunt eine Braue hob. Die wollten mich unbedingt. Sollte ich mich wirklich geschmeichelt fühlen?

„Wohin denken Sie, mein Lieber?“, fragte ich daraufhin jovial. „Das habe ich nicht vor, aber ich muss eines zu bedenken geben, seien wir ehrlich zueinander, bin ich, ich, Lucius Malfoy, wirklich der beste Mann für das Amt des Ministers?“, drehte ich mich bei meinen Worten um die eigenen Achse und blickte in die mich musternden Gesichter.

„Doch, das sind Sie“, „Mir fällt niemand anderes ein.“, „Sie sind besser als keiner.“, „Lieber Sie als irgendjemand“, schallte es mir entgegen und ich seufzte leise auf.

„Sie schmeicheln mir wirklich. Ich bin gerührt und mir fehlen fast die Worte, aber ich möchte sie darauf aufmerksam machen, dass ich kein Ministeriumsmann bin. Ich habe hier nie gearbeitet“, setzte ich an, eine Erklärung abzugeben und verzog nun ärgerlich die Mundwinkel, als man mich erneut unterbrach.

„Das macht doch nichts.“, „Als ob das ein wichtiges Kriterium wäre.“, „Sie winden sich ja doch.“, „Erstaunlich.“, „Geben Sie sich endlich einen Ruck.“

„Werte Mitglieder, kommen wir auf Madame Bagnolds Aussage zurück, denn sie haben freie Wahl aus allen Anwesenden, warum also nicht die offensichtliche Wahl treffen? Eine Wahl, die mich eindeutig deklassiert, aufgrund meiner offensichtlichen Defizite, da ich die Interna des Ministerium eben nicht selbst erlebt habe“, sprach ich bedeutsam zum Gamot und erreichte, dass es endlich leiser wurde, als ich ihnen eine andere Möglichkeit offerierte.

„Eine Wahl… die da wäre?“, wagte Marchbanks zweifelnd laut einzuwerfen.

„Ihn hier, Pius Thicknesse“, lagen meine Augen hart auf meinem Mann, der sich bisher, wie verabredet, brav zurückgehalten hatte und nun gespielt schockiert zu mir starrte. „Pius Thicknesse ist eine gestandene Person. Er ist vertraut mit den Abläufen des Ministeriums! Anerkannt von allen Mitarbeitern, seit Jahren im Gamot vertreten. Pius hat Erfahrung damit, Männer im Kampf zu leiten. Somit verfügt er also sowohl über theoretische wie auch praktische Erfahrung. Pius war schon der Nachfolger von Rufus um ihn als Leiter der Strafverfolgung erfolgreich abzulösen, also warum sollte er Rufus nun nicht auch als Minister folgen?“, folgte eine bleierne Stille nach meiner Lobhudelei.

„Und wer sollte dann in diesen Zeiten diesen wichtigen Posten belegen, der dann in der Strafverfolgung vakant wäre?“, wagte sich Bagnold vor, während Odgen fast vom Glauben abfiel, da man mich bisher nie und nimmer mit Pius in Verbindung gebracht hatte.

„Pius? Welche Person wäre angemessen, um Ihnen in Ihrem augenblicklichen Amt nachzufolgen?“, hielt ich mich wohlweislich zurück und wandte mich hilfesuchend an den spitzbärtigen Mann, der es fast nicht erwarten konnte, endlich die ersehnte Aufmerksamkeit zu erhalten.

„Yaxley“, meinte er gespielt zögerlich und ich neigte mein Haupt, während leise das Gewisper wieder um uns herum aufbrauste.

„Mhm…“, „Er hat nicht unrecht, das wäre eine Lösung.“, „Was ist besser, Malfoy oder Thicknesse?“

„Was denken Sie darüber, Pius? Würden Sie diese Bürde tragen wollen?“, forschte soeben Bagnold vorsichtig nach und überging die Rufe, die durch den Raum schallten.

„Nun… puhh… eine gute Frage, ich meine, das kommt alles so überraschend!“, spielte er mehr als gekonnt und ich war gewillt, mit den Augen zu rollen. „Ich habe damals mit Enthusiasmus das Amt des Leiters der Strafverfolgung übernommen, das Amt des Ministers… wäre…“, stockte Pius kurz und ich vernahm von meinem Nachbarn wenig Nettes.

„Schon immer etwas, was zu ihnen passen könnte“, raunte Odgen derart abfällig, dass ich mir das Auflachen wirklich verkneifen musste.

„… wäre etwas, was eine riesige Verantwortung wäre… aber ja, ich wäre… wäre…“

„Der Sie bereit wären sich zu stellen?“, wollte Bagnold hoffnungsvoll hinterfragen und Pius nickte knapp und sie klatschte laut in die Hände.

„Gut, dann werfe ich hiermit Ihren Namen in den Topf“, erklärte die alte Dame resolut und erhob sich bestimmt. „Pius Thicknesse, ich nominiere Sie hiermit zum neuen Zaubereiminister! Ich bitte alle Mitglieder des Gamots, ihre Hände zu erheben, die mit dieser Wahl einverstanden sind.“

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Kannst du das fassen, Harry?“

„Mhm, was Ron?“, wollte Harry sichtbar müde erfahren, der nach dem Lauf und seiner Tasse Kaffee immer noch nicht richtig wach wirkte und so völlig durch den Wind zu sein schien.

„Dass sie so einen spitzbärtigen Typen wählen?“, meinte unser rothaariger Freund fassungslos, schüttelte betrübt das farbige Haupt und haute frohgemut auf die sich bewegenden Bilder im Propheten.

„Für was wählen? Spitzbart?“, wollte Harry abwesend und tranceartig erfahren. Eindeutig schlief sein Verstand noch.

„Er schläft noch, Ron, er bekommt die Hälfte nicht mit“, ätzte ich böse. Nach meinem so erfolglosen Gespräch mit Lucius und dem ereignislosen gestrigen Schultag war meine Laune ungebrochen grottig und meine Nächte ungefähr so erholsam wie es ein Spaziergang mit Fenrir im Mondschein wäre. Harrys grüne Augen funkelten mich sogleich vorwurfsvoll an.

„Sorry, Leute, aber der Prophet erzählt nur Schwachsinn“, verteidigte Harry sein geringes Auffassungsvermögen oder die Lust, eben nicht auf das Geschriebene einzugehen.

„Das stimmt wohl, aber heute ist es Hammer was drinnen steht“, informierte Neville wichtig. Das war ärgerlich und so zog ich die Zeitung zu mir, überflog selbst die Zeilen und blickte auf die sich hektisch bewegenden Bilder.

Wobei ich gar nicht so sehr auf den neuen Minister achtete, sondern eher auf den Mann, der raschen Schrittes das Gamot verließ und mit seinem langen blonden Haar selbst im Hintergrund auffällig war.

Interessant, wenn Lucius gestern das Ministerium gestürzt hatte, musste seine Laune nach meinem Abgang noch mieser gewesen sein als meine. Das war mal eine Leistung!

„Gib her“, grabschte nun auch Harry ungeduldig nach der Zeitung und las den Artikel. Dabei grunzte er ab und zu und stieß verächtliche Laute aus, während ich einen Blick zur Tafel der Lehrer riskierte. Dort bemerkte ich Betroffenheit bei den alten und verhaltene Freude bei den neuen Professoren.

Nur Severus verstand es mal wieder, nicht in sich lesen zu lassen. Er stach nur gewohnt mürrisch auf sein Essen ein und hielt sich ansonsten aus allem raus. Er spielte blind, taub und desinteressiert mit einer Raffinesse, dass man es ihm fast abnehmen könnte.

„Ich glaub es nicht. Sind die echt alle derart blind, doof und hirntot?“, schimpfte Harry fast mit meinen gedachten Worten spielend los und schlug wütend auf die Zeitung ein.

„Was willst du damit sagen?“, wagte sich Dean fast schon kühn zu fragen.

„Dass Rufus Scrimgeour umgebracht wurde. Das ist doch so was von sonnenklar! Herzinfarkt, dass ich nicht lache“, schnaubte er auf und schüttelte betrübt das Haupt. „Auf der anderen Seite denke ich nicht, dass es um ihn besonders schade ist.“

„Harry“, rief Ginny tadelnd, was ihr einen blitzenden Blick einbrachte.

„Was? Das einzig Gute an ihm war, dass er kein DeathEater war, aber das war´s auch schon! Seine Gespräche mit mir, eine Farce und last but not least, der Auftritt hier mit Hermione war wohl unter aller Kanone!“

„Wo er auch Recht hat“, murmelte Dean zu den anderen und zog einen Schmollmund, wobei ich dachte, eine feine Schnapsnote wahrzunehmen und runzelte die Stirn, war das nicht etwas früh am Morgen? Wobei, wenn es ihm half den Kummer zu ertragen? So ein Schluck in meinem Kaffee, ja, das wäre was.

„Pius ist ein Wichser“, ertränkte ich mich und meine Verachtung mit leider alkoholfreiem Kaffee, während mich einige meiner Mitschüler pikiert über meinen ordinären Ausbruch anstarrten. „Was?“, murrte ich unfreundlich, als ich absetzte und ihre fragenden Gesichter ausmachen durfte.

„Du kennst ihn?“, fragte Neville mit seiner neu gewonnenen Selbstsicherheit nach und ich rollte mit den Augen.

Mir kamen Begebenheiten in den Sinn, beginnend beim Gewölbe, als er zu uns ins Séparée gekommen war, dann als er am Tisch im Manor gesessen hatte, als Burbage umgebracht worden war, oder wie er gewichtig bei den Festen von Lucius durch die Gänge gegangen war. Mann, war mir übel, da hatte man fast sofort keinen Hunger mehr. Wie gut, dass es Kaffee in rauen Mengen gab.

„Leider“, stöhnte ich somit leise.

„So schlimm?“, wollte Ron näher wissen und ich wendete eilig den Blick ab.

„Er ist eine willenlose Marionette, mehr nicht, aber er denkt wirklich, er ist toll… dabei ist er nichts weiter als ein notgeiler Depp“, gab ich verächtlich von mir.

„Will ich wissen, womit er sich diese schmeichelhafte Einschätzung von dir erworben hat?“, kam es weitsichtiger Weise sehr leise von Harry.

„Nein“, antworte ich nur knapp und trank von meinem Kaffee. Zu meinem Erstaunen akzeptierten alle meinen Wunsch zu schweigen und so versanken alle wieder in brütender Stille, die erst spät von Ginny gebrochen wurde.

„Wundert mich eigentlich schon, dass Malfoy nicht der Minister wurde“, meinte sie sehr versonnen und ich runzelte sofort wieder die Stirn, wenn das so weiterging, würde ich noch Kopfweh am frühen Morgen bekommen.

„Lucius?“, hauchte ich daher mit unterdrücktem Lachen und meine Lippen zuckten vor Vergnügen. „Ginny, das Ministerium ist eine Farce, der Minister ist nur ein Handlanger. Lucius ist kein Handlanger, das war er nie und wird er nie sein“, schüttelte ich mich, als ich ausmachte, dass ihn die anderen wirklich derart verkannten und keine Ahnung hatten, was für ein Mann Lucius war.

So erhob ich mich mit diesen bitteren Worten, da uns unsere erste Stunde in Muggelkunde bevorstand und ich mit einem mehr als mulmigen Gefühl diesen Stunden entgegenging. Die erstaunten Blicke der anderen, die aus meinen Worten nur zu deutlich erkannt hatten, wie gut ich Lucius wirklich kannte, ignorierte ich geflissentlich.

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BeitragThema: 490. Schaumparty   Di Dez 02, 2014 9:54 pm

Heute startet unser Kalender, an dem wir seit August arbeiten!
Ich muss den drei Mädel´s die mit mir zusammen hier daran rum werckeln, aufrichtig für ihr Engagement danken!
Erstmal einen riesengroßen Dank an Katrin S, ohne die es die bearbeiteten Bilder nicht gäbe.
Dann einen großen Jubel auf Zareyja, die die Lieder und Gedichte selbst ersonnen und geschrieben hat.
Aber "last but not least", kommt das beste zum Schluss, ein sprachlosmachendes Dankeschön an unser CookieMonster, die doch tatsächlich die Lieder für uns eingesungen hat und uns nun auch noch musikalisch die Adventszeit versüßt.
Wir hoffen so sehr, das euch dieser einmalige Kalender gefällt und er großen Anklang finden wird, viel Spaß wünschen wir Euch
Eure
Z, CM, KatrinS und queenie

Ich möchte Euch gerne einladen unseren arbeitsreichen WHF-Adventskalender 2014 anzusehen,

[link href="http://whfff.forumieren.net/t803-whf-adventskalnder-2014#6390"]http://whfff.forumieren.net/t803-whf-adventskalnder-2014#6390[/link]

oder hier ein link zu unserem kalender in musikalisch, bildliche form
[link href="https://www.youtube.com/watch?v=yGrJkwKzPz8"]https://www.youtube.com/watch?v=yGrJkwKzPz8[/link]


490. Schaumparty

Severus Sicht

„Das Ministerium ist gefallen“, begrüßte mich am frühen Morgen als erstes Dumbledore mit unergründlicher Laune und ich rieb mir wenig begeistert über das mürrische Gesicht, denn nachdem ich Lucius verlassen hatte, war ich noch ein wenig Kräuter einsammeln gewesen.

Einige wichtige Tränke galt es zu brauen und leider hielten sich manche Pflanzen nicht an vernünftige Zeiten, um gepflückt werden zu können. An sich war es eine Zumutung, aber ich war Kummer ein Leben lang gewöhnt. Ich hatte somit keine wirkliche Nacht, geschweige denn Schlaf gehabt, sondern war zielstrebig in die Große Halle zum Frühstücken gegangen und hatte Zeitung gelesen. Dies hätte ich besser gelassen, denn die Nachrichten waren nicht schön und dabei war ich damit beschäftigt, eine Horde wütender und oder hämischer Lehrer zu hüten, wobei auch die Schüler nicht wirklich begeistert über die Informationen gewirkt hatten.

Um es kurzum zu sagen, die Stimmung war richtig mies gewesen und nun durfte ich erleben, dass die Portraits mal wieder einen Tratsch gehalten hatten und sich mir nun mitteilen wollten, ob ich wollte oder nicht.

Wunderte es, dass sie so umfänglich informiert waren und derart wissbegierig aus ihren Rahmen zu mir spähten? Bei einigen hatte ich Sorge, dass sie bald aus dem Rahmen purzeln könnten.

„Jaaaa“, meinte ich daher nur langsam und setzte mich vorsichtig, mit steifen Gliedern gesegnet, an meinen Schreibtisch. Ich wurde alt!

Kam das wirklich durch das Alter, oder schlimmer noch, durch diesen Posten?

„Haben Sie dazu nicht mehr zu sagen?“, kam es reichlich spitz von Dumbledore und mein Blick hing an seinem Portrait.

„Der Lord ist gar erfreut“, versuchte ich es mal.

„AH, das ist witzlos“, giftete der Alte auch schon los.

„Warum wurde nicht Malfoy der neue Minister?“, platzte es aus Dyllis heraus und mir entkam fast ein schallendes Lachen. Diese Ignoranten wollten alle nicht erkennen, wie Lucius tickte. Als ob er öffentlich eine Marionette spielen würde, nie und nimmer!

So winkte ich nur ab, während mir Albus‘ Musterung auf den Keks ging. „Ich frage mich nicht dergleichen. Ich weiß, dass Lucius nie diesen Posten angestrebt hat, dann hätte er schon Cornelius beerben können“, erklärte er und ich dachte nur sehr sarkastisch: Halleluja, endlich einer, der wenigstens ein bisschen Menschenkenntnis besaß. „Ich frage mich eher, warum gerade Thickenesse.“

„Woher zum Merlin soll ich das wissen?“, knurrte ich unwillig.

„Wäre das nicht Ihre Aufgabe?“, warf Albus mit funkelndem Blick vorwurfsvoll ein.

„Albus! Ich habe anderes zu tun als beim Lord auf dessen Schoß zu sitzen, aber ich vermute schlicht und ergreifend, dass Thicknesse doof genug war, mit der Hand zu wedeln und hier zu schreien, als man es ihm anbot?“, gab ich wenig begeistert Antwort.

„Damit gehört das Ministerium nun vollständig dem Dark Lord“, resümierte der zutiefst betrübte Dippet.

„Ja“, gab es nichts zu beschönigen.

„Was haben wir von Thicknesse zu erwarten?“, kam es unverwandt drängend von Dumbledore.

„Nichts! Er wird das tun, was Lucius ihm befiehlt, der wiederum darauf wartet, was der Lord will“, erklärte ich genervt, was in meinen Augen nur logisch war, also warum fragte der Alte überhaupt nach.

„Also ist er die perfekte Besetzung“, schüttelte Albus betrübt sein Haupt und ich rang mir nicht mehr als ein Augenrollen ab.

„Der Orden muss sich stärken, Mitglieder werben und neu formieren“, forderte er nun von mir eindringlich weiter und ich schnaubte auf.

„Und ich soll das weitergeben? Sie denken, sie werden auf mich hören? Oder soll ich McGonagall zu Ihnen schicken?“, bot ich hoffnungsvoll an, bis wir unterbrochen wurden, da ein Gong in meinem Büro ertönte, der anzeigte, dass der Greif hinunterfuhr um jemanden zu meinem Büro vorzulassen, was die Portraits verstummen ließ.

Wer wollte mich derart früh schon stören? Die erste Lehrstunde war um. Meine Überlegungen erübrigten sich dann aber und ich unterdrückte das leidliche Verziehen meiner Gesichtszüge.

„Schulleiter, das geht so nicht, das ist inakzeptabel“, schallte es mir unerträglich laut entgegen und ich war versucht, meinen Kopf auf den Schreibtisch zu schlagen, vielleicht würde es eine erlösende Ohnmacht nach sich ziehen? Ich hatte gewusst, dass ich meine geliebte Einsamkeit auf diesem Posten verlieren würde.

Ich hasste es abgrundtief!

„Professorin Carrow, was kann ich für Sie tun?“, klebte ein künstliches Lächeln auf meiner Maske.

„Sie“, zischte sie so böse, dass ich dachte, sie spräche Parsel.

„Aha, sie… wer?“, fragte ich genau Punktiert nach und wünschte mir so sehr, dass meine Vorahnung falsch war.
„Wer wohl, das Mud…“, hoben sich ganz sachte meine Brauen, worauf sie es sich anscheinend doch noch mal anders überlegte, zu wem sie über wen wie sprach. „Sie halt, diese aufsässige Göre, Miss Granger“, ereiferte sie sich weiter. Tja, was sollte man darauf antworten, all das war mein Biest.

„Im Guten, ich muss Sie daran erinnern, dass Sie über die zukünftige Mrs. Malfoy reden“, gebot ich ihr harsch Einhalt, leider war Raffinesse an dieser Person verschwendet.

„Arrrr… das ist es ja, gestattet ihr diese Rolle, sich derart vor den Schülern zu gebärden? Darf sie meinen wertvollen Unterricht unterminieren? Ich unterrichte einen von unserem hochverehrten Lord als nötig und vor allem als wichtig angesehenen Stoff, der unseren Kindern, dem Nachwuchs, vermittelt werden muss“, redete sie sich weiter in Rage und schmiss lamentierend ihre Hände in die Luft. Ich hasste es abgrundtief, mit Fanatikern zu sprechen, da war der Lord an sich schon fast eine Erleuchtung, da ich mir sicher war, dass er den rassistischen Unfug, den er manchmal verzapfte, selbst nicht glaubte.

Wenn man wusste, woher er kam und dann erlebte, was für krude Thesen er vertrat, musste man an seiner Intelligenz zweifeln, auf der anderen Seite, wenn man ausmachte, wie diese Reinblüter auf den Unfug ansprangen, den sie selbst zum Besten gaben, dann war der Dark Lord wohl eher als mehr als schlau zu bezeichnen. Auch wenn, oder wohl eher gerade weil er so einen Unfug erzählte, hingen sie, degeneriert wie sie waren, regelrecht an seinen Lippen, wenn er solchen Schwachsinn heraus posaunte.

Schade, Intelligenz bekam man halt doch noch nicht geschenkt und ich musste mich damit rumschlagen, einfach wunderbar!

„Hören Sie zu, Schulleiter“, wollte sie fortfahren, doch dann brachte sie mein tiefer, durchdringender Blick bei dieser Respektlosigkeit zum Verstummen, denn ich musste gar nichts, ich war die Linke Hand, ich war der Schulleiter, sie war so oder so meine Untergebene.

„Wenn Sie mit Ihrer Litanei fertig wären und mir die Zeit ließen zu antworten, dann…“, ließ ich meine harschen Worte drohend ausklingen und trauerte meinem wachmachenden Kaffee hinterher.

„Was hat sie getan?“, fragte ich somit aufs Neue mit einer gewissen resignierenden Akzeptanz, da ich die Zukunft erschreckend plastisch vor mir ausmachte und sich mir die unerwünschte Frage aufdrängte, würde dies das ganze nächste Jahr über jeden Tag passieren?

Was sollte mich vor diesem unerträglichen Schicksal erretten? Mein unverschämter Zynismus? Oder mein schräger Sarkasmus?

„Sie… sie… sie hat zu mir gesagt, ich soll endlich mal still sein, sie hätte Kopfschmerzen und meine Stimme würde das verschlimmern“, kreischte sie so empört, dass auch meine Synapsen ansprangen und ein stechender Schmerz in meine Schläfen fuhr.

„War sie höflich?“, wollte ich daher recht nüchtern erfahren.

„Was?“, stockte die Furie in ihrer Tirade und blinzelte mich verständnislos an.

„Ich fragte, ob sie höflich war? Hat sie den gebotenen Respekt gezeigt? Sprich, hat sie das „Sie“ und die Anrede Professor Ihnen gegenüber verwendet?“, wurde ich präziser und faltete die Hände auf meinem Schreibtisch, bis mir einfiel, dass dies eine von Albus‘ alten Posen gewesen war, daher versuchte ich, mich schnell wieder aus ihr zu befreien.

„Äh… ja“, stand Unverständnis in ihrer hässlichen Visage.

„Dann verstehe ich nicht, wo Ihr Problem liegt“, meinte ich recht schnöde und war gewillt, den Cruciatus gleich an Ort und Stelle zu verwenden. Man störte mich und meine geheiligte Ruhe nicht wegen dergleichen Nichtigkeiten.

„Sir“, kam ihr deutlich zweifelnd über die Lippen.

„Raus“, deutete ich unduldsam auf meine Tür und starrte durch sie hindurch. Das war ein Kindergarten und auf dieses niedere Niveau würde ich mich nicht hinab zerren lassen.

„Aber Sir“, wollte sie nun doch vehementer protestieren.

„Raus!“, donnerte ich ungehalten los und meine Hände schlugen auf das Holz des Schreibtisches vor mir, was sie umgehend blass werden ließ.

Eilig sah sie zu, dass sie Land gewann und damit legte sich Stille über meine Räume, die natürlich nicht lange anhalten dürfte, das stand außer Frage.

„Dieses Weib bringt nichts als Ärger“, grummelte Albus vor sich hin und ich wusste instinktiv, dass er nicht Alecto meinte.

„Wie meinen, Dumbledore?“, hakte ich gespielt freundlich nach, gab mir aber nicht die Mühe, mich zu ihm zu wenden.

„Diese Kanaille wird Ihnen noch große Kopfschmerzen bereiten“, weissagte Albus dann lauter in unerträglicher Weisheit und ich ahnte, dass er diese Bezeichnung der Kanaille nur für unser Biest reserviert hatte.

„Wie gut, dass es mein Kopf ist und nicht Ihrer“, warf ich zynisch zurück und blickte nun doch kurz zu dem nervigen Porträt des alten Mannes.

„Ich verstehe Sie nicht, Snape… Severus, wie können Sie sie schützen? Diese Person sät nur Unfrieden. Und diese Verlobung… diese Verlobung ist eine Farce!“, lamentierte Albus deutlich unzufrieden weiter und ich schüttelte fast schon betrübt mein schwarzes Haupt, denn das stimmte so nicht.

„Unerhört, so was hat Hogwarts noch nicht gesehen“, ereiferte sich das ein oder andere Portrait eifrig. „Eine gewagte Aktion.“, „Ich fand es eigenwillig.“, „Er ist so alt, sie ist so jung.“

„Es war unterhaltsam“, kommentierte ich trocken und schmunzelte, als ich mich an die einzigartige Zurschaustellung vor all dem Publikum erinnerte.

Lucius war in Höchstform gewesen und das war immer wieder sehenswert.

„Ihren Geschmack hätte ich gerne.“, „Absonderlich.“, „Das ist ja mal nicht Ihr Ernst“, ereiferten sich die ehemaligen Schulleiter und ich stand abrupt auf.

„Sie werden mich nun entschuldigen, meine Tränken warten“, floh ich regelrecht aus dem verhassten Raum, der mir nicht gefiel und der mein Schicksal sein sollte.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Dieser Tage hatte scheiße begonnen und war es da ein Wunder, dass er brutal schlecht vorangeschritten war?

Mann, war ich genervt, dort die Lehrer, wobei ich Alecto und Amycus nicht als diese Spezies ansehen konnte. Sie waren einfach Nullen, denen man schon fast die Erlaubnis auf Existenz auf unserem Planten absprechen konnte.

Ich hatte mich natürlich mit Alecto angelegt, wen wunderte es, sie konnte mich nicht riechen und ich sie nicht!

Aber bisher hatte ich noch keine Strafe erhalten. Anscheinend hatte ihr Protest bei Severus nichts gebracht, oder sie war doch nicht zu ihrem Chef geeilt. Eventuell weil sie ihr Hirn eingeschaltet hatte? Denn aufgrund meines Standes, sowohl bei den DeathEatern, als auch weil mir Lucius einen unvorstellbaren Stand innerhalb der magischen Gesellschaft als seine Verlobte verschafft hatte, war ich so gut wie unantastbar. Aber wer wusste schon, was in dieser Schnepfe vor sich ging?

Mich interessierte es ungefähr so viel, wie wenn ein Sack Reis in China umfiel.

Wie auch immer, Alectos Bruder hatte sich in seinem Kurs in der Verteidigung sogar besser geschlagen als Umbridge und das wollte etwas heißen. Wobei die Ironie mit mir durchging und dies nicht ernst gemeint war. Der Typ war unterirdisch, aber dennoch, gegen seine Schwester war er regelrecht erträglich.

Es war die reine Zeitverschwendung und konnte als Witz angesehen werden, was sie uns dort mal wieder beibringen wollten, oder halt eben auch nicht. An sich grenzte es an Verdummung, aber er war wenigstens nicht ganz so unerträglich, wie die Kröte in ihrer affektierten Art.

Dagegen zweifelte ich keine Sekunde daran, dass es seine Schwester schaffen würde, sogar Umbridge in den Schatten zu stellen und jeder wusste hoffentlich noch, wo die Kröte geendet war. Mann, war ich mordlustig, wenn ich an Alecto dachte.

Zu meinem Leidwesen ging mir noch mehr auf die Nerven, denn hier in Hogwarts war noch immer die BL und die DA, die meine unendliche Geduld übermäßig strapazierten mit ihrem Wunsch, mehr von mir und über mich zu erfahren. Ihre Gier nach Wissen und ihr Willen, Neues zu hören, brachten mich schier um den Verstand, da ich es hasste, mich zu rechtfertigen, egal vor wem.

Um es schlicht zu sagen, sie nervten alle unerträglich und trieben mich regelrecht aus Hogwarts hinaus. Und noch einfacher, ich ergriff bei der erstbesten Möglichkeit die Flucht.

„Hey, mein großer böser Wolf, freust du dich, mich wieder zu sehen?“, trat ich raschelnd aus dem dunklen Schatten des dichten, nächtlichen Waldes hervor und musterte das gewohnt verlotterte Aussehen des Wesens vor mir.

„Püppchen? Was machst du hier?“, meinte er reichlich irritiert.

Das war verzeihbar, da nichts an stand und ich mich seit meiner offiziell bekanntgegebenen Verlobung allgemein rarmachte, oder aber er erinnerte sich mit Unwohlsein an den schicksalhaften Vormittag nach Lucius‘ unvergesslichem Auftritt in der Großen Halle. Nachdem ich versklavt und meines freien Willens beraubt worden war, hatte ich mich austoben müssen und mich schlussendlich dem Rudel angeschlossen. Ich hatte sie kurzentschlossen zu einer Hetzjagd der allerersten Güte begleitet, um mich abzureagieren.

„Willst du wieder jagen?“, bestätigte seine zweite Frage meine Vermutung, dass er dieser Idee weniger begeistert gegenüberstand. Ich runzelte die Stirn, da mir sein Ton durchaus nicht gefiel, denn das klang so doppeldeutig.

„Bitte? Warum so zurückhaltend? Das klingt, als möchtest du das nicht“, fasste ich meine Verwirrung in Worte, worauf er leicht ertappt zusammenzuckte.

„Okay, einige der jüngeren Wölfe haben Angst bekommen, als du dich derart brachial über das Wild hergemacht hast“, gestand er dann reumütig ein.

„So zartbesaitet, deine Untergebenen?“, provozierte ich spöttisch grinsend, daraufhin knurrte er bei meiner Abfälligkeit auf. „Das muss gerade mein Herzfresser sagen.“

„Püppchen“, warnte er knurrig.

„Was? Stimmt doch“, gab ich süßlich mit leicht zur Seite geneigtem Kopf zurück.

„Das mach ich aber nicht vor den Jungen“, meinte er dann verschnupft und zeigte mir seine Zähne im Schein der Sterne.

„Ohhh, du zeigst Gefühl“, meinte ich betroffen, hörte mich aber mehr als stichelnd an, während ich das Haupt schüttelte. „Du verhätschelst sie zu sehr.“

„Du hast dich in deiner Wut gehen lassen!“, tadelte mich Fenrir und jetzt war es an mir zu grollen, denn dass ich die Kontrolle auch nur eine Sekunde wegen Lucius verlieren könnte behagte mir absolut nicht, aber recht hatte er leider.

„Hör auf damit und schau mich nicht so an, ich sage nur die Wahrheit!“, nahm er mir zu meinem Leidwesen den Wind aus den Segeln.

„Weißt du was? Aufgrund deiner Dreistigkeit hätte ich nicht übel Lust, wirklich zur Jagd zu blasen“, ätzte ich wenig freundlich, woraufhin er in einer aufgebenden Geste die Hände hob.

„Was willst du wirklich?“, überging er meinen Einwurf einfach und wechselte das Thema.

„Dich holen, komm mit“, drehte ich knapp ab, da es keinen Sinn hatte, zu streiten. Vor allem hatte ich mich in meiner Wut damals wirklich gehen lassen, so unschön es war, sich das einzugestehen.

So stapfte ich durch das Dickicht und erwartete einfach, dass er mir folgte.

„Steht was an?“, vernahm ich eine gewisse Empörung in seiner Stimme, darüber, wie ich über ihn bestimmte. „Hey, habe ich was verpasst?“, kam Ungeduld in seinem Ton auf, da ich nicht sofort reagierte.

„Nein, nicht dass ich wüsste“, rief ich lauter zurück als nötig. „Und jetzt folge mir, ich verspreche dir, dass es dir gefallen könnte“, lockte ich ihn wenig subtil von seinem Rudel weg.

Er schien mir nicht zu trauen, da er mir scheele Blicke zuwarf, als wir gleichauf waren.

„Du weißt, dass es Schlafenszeit ist und du in deinem Bettchen liegen solltest?“, fragte er lasziv und ich rollte mit den Augen.

„Denkst du wirklich, ich habe einen Babysitter nötig?“, entgegnete ich aufreizend und erntete ein heiseres Lachen von ihm.

„Ich denke, du willst nicht wissen, was ich denke“, zog er mich auf und ich zog mir meine Kapuze tief ins Antlitz und packte seinen Arm, um mit ihm gemeinsam zu apparieren.

Das ließ er alles ohne Widerworte mit sich geschehen und folgte mir nun, als ich zielstrebig den Ort ansteuerte, den Fenrir sich nicht im Traum vorstellen konnte. Schon kurze Zeit später gingen wir einen langen Flur entlang, bis mich ein leises Grollen über die Schulter blicken ließ.

„Warum sind wir im Tropfenden Kessel?“, fragte er jetzt missmutig.

„Lass dich überraschen, es könnte dir, wie vorhin schon gesagt, gefallen“, schloss ich die Tür zu unserem Zimmer auf.

„Was, gefallen? Dass wir gemeinsam in ein Hotelzimmer einchecken?“, kam es aufreizend von ihm und ich hüstelte.

„Hey, Püppchen, wenn deine verrückten Männer wüssten, dass du mit mir mitten in der Nacht in einem gemieteten Zimmer bist, wäre der wilde Werwolf los“, murrte er düster vor sich hin, während ich eintrat.

„Verrat es ihnen nicht“, kam es leichthin von mir, dabei strich ich mir meine Kapuze zurück und legte den schweren Mantel ab.

„Wirklich witzig“, kommentierte er wenig freundlich und baute sich breit wie eine Mauer im Türrahmen auf.

„Mach die Tür zu, es zieht“, beschied ich ihm besonders arrogant, während er sich in dem geräumigen Schlafraum misstrauisch umblickte, als würden Severus, Lucius oder Draco plötzlich mit gezücktem Stab aus einer dunklen Ecke springen um ihn anzufallen.

„Okay“, verkündete er mürrisch und trat sichtbar widerwillig ein. „Ich weiß einen weichen Waldboden zu schätzen, ich kann mich auch mit einer Matratze anfreunden… also, was wollen wir in dem Zimmer?“, forderte er eindringlich, während er die Tür mit Wucht zuknallte. Anscheinend zweifelte er wirklich an meinen ehernen Absichten.

Dachte er, dass ich ihn vernaschen wollte?

„Ich weiß sogar, dass du blanke Steine magst“, verzogen sich meine Mundwinkel vor Grauen, gefangen in der Erinnerung, wie er und Bella zusammen in den Höhlen ihre Spielchen gespielt hatten.

„So schlecht war das nicht“, wagte er mehr als frech einzuwerfen.

„Hör auf zu träumen und spinn dir keinen Unfug zusammen“, bat ich versnobt. „Keine Frau würde unter, oder auf dich krabbeln, solange du derart grausam stinkst“, stieß ich verächtlich, aber auch gemein hervor.

Dabei deutete ich mit einer abwertenden Geste zu seiner Person und wedelte mit der Hand, als könnte ich seinen Duft nicht lange ertragen, unterdessen verengten sich seine Augen gefährlich.

„Willst du mich beleidigen? Ich habe genügend Weibchen unter mir“, konterte er knurrig und richtete sich zur vollen, beeindruckenden Größe, die er zu bieten hatte, auf, während ich gespielt laut auflachte.

„Die armen Mädels“, ließ ich gnadenlos meine Laune an ihm und seinen Stolz aus, aber leid tat es mir nicht wirklich, denn ich sprach die Wahrheit.

„Hey! Halt mal, heute bist du echt eine reine Anmaßung“, servierte er sichtbar mies gelaunt zurück. Er mochte solche Spielchen gar nicht und begann, sich noch größer vor mir aufzubauen.

Erstaunlich, er konnte noch mehr wachsen. Verdammt, ich brauchte aber seinen guten Willen. Ich sollte mich minimal zurücknehmen und ihn nicht vollständig verschrecken.

„Ich? Eher deine Erscheinung und jetzt schau hin und staune“, konterte ich daraufhin und lugte selbst hinter den unspektakulären, mit dunklem und fleckigem Stoff bezogenen Paravent, in der Hoffnung, alles so vorzufinden wie von mir gewünscht. „Oh, schau, du alter, mürrischer Wolf! Tom hat wie versprochen meine Wünsche erfüllt“, grinste ich regelrecht teuflisch und blickte anscheinend gemeingefährlich über meine Schulter zu Fenrir, da dieser wirkte, als wäre er auf der Lauer vor mir.

„Was soll daran ein Wunsch sein?“, deutete er auf das Möbelstück und ich trat schwungvoll zur Seite und klappte eine Seite des Paravents zu.

„Du gehst da rein“, beschied ich einem mehr als widerwilligen Zeitgenossen, der mich anstierte, als wäre ich nicht mehr ganz dicht.

„Warum sollte ich in diesen Zuber klettern?“, meinte er auch schon mehr als unkooperativ, woraufhin ich mit der Zunge schnalzte.

„Tse… Weil ich es sage?“, bot ich generös an und erhielt ein empörtes Kopfschütteln.

„Ich denke nicht daran!“, wich er weiter zurück, was mich veranlasste, mit den Augen zu rollen, er tat rum als wäre Wasser für ihn das, was das Weihwasser für Vampire in den Muggelfilmen war.

„Ehrlich, Fenrir, was ist schlimm daran?“, ging ich auf ihn zu und trug eine aufrichtig besorgte Miene zur Schau.

„Nein!“, murmelte er vehement und wich noch weiter zurück, jetzt fletschte er sogar die Beißerchen.

„Warum so aggressiv, mein Lieber? Ich verstehe es nicht, das ist Wasser, kein Teer!“, versuchte ich es erneut und trat weiter auf ihn zu.

„Nein“, knurrte er etwas lauter und behielt seine absolut abwehrende Haltung bei.

„Göttlicher Beistand wäre magisch! Stell dich doch nicht so an“, war ich kurz davor, meinen Zauberstab zu ziehen und ihm seine verdreckten Sachen vom Körper zu hexen. Er verhielt sich gerade so, als würde ich zu viel verlangen.

„Nein, ich will das nicht“, deutete er mit ausgestrecktem Finger auf den Zuber, als wäre eine ansteckende Krankheit darin.

„Was willst du nicht? Dich ausziehen? Zierst du dich? Schämst du dich?“, fragte ich provozierend.

Ich meine, war er eine Jungfer?

Aber ich bekam keine Antwort, nur ein tiefes, sehr angsteinflößendes Grollen aus seiner Kehle.

„Du willst lieber stinken?“, ließ ich mich keine Sekunde von ihm ins Bockshorn jagen, sodass ich nicht mal mit einer Wimper zuckte.

„Ich stinke nicht, ich setze eine Duftmarke!“, beschied er mir umgehend, mit sehr bestimmendem Ton und verschränkte beleidigt seine Arme vor seiner breiten Brust.

„Boah, wenn das eine Duftmarke sein soll… ihhh…“, zeigte ich mich affektiert und rümpfte malfoyhaft die Nase.

„Püppchen, Püppchen, du willst es heute echt auf die Spitze treiben? Wenn du mich nackt sehen willst, sag es doch gleich, das ließe sich einrichten“, erwiderte er reichlich von oben herab, starrte aus seiner hohen Höhe mit einer gewissen Arroganz zu mir hinab und kurz blieb mir die Spucke weg.

Einbildung war schließlich auch eine Bildung!

„Ich will dich nicht nackt sehen, ich will dich da drinnen sehen“, überging ich sein Machotum dann doch, wie ich hoffte, wortgewandt und deutete resolut auf das dampfende Nass.

„Warum? Noch nie hat jemand was gesagt“, wandte er abweisend ein und erschien absolut überfordert mit meiner Forderung.

„Weil sie sich nicht trauen…“, servierte ich absolut ehrlich und erntete große Augen von ihm. „Aber du bist widerlich“, erklärte ich rundheraus, wieder naserümpfend, woraufhin sich eine steile Falte zwischen seinen buschigen Brauen bildete.

„Ich bin furchterregend“, konterte er überheblich, ruckte mit seiner Nase in die Höhe und schnüffelte.

„Du bist eklig! Wo ist der Lord ungepflegt? Und bei dem geht einem die Düse vor Furcht und der würde nie müffeln!“ Mit dieser Aussage nahm ich ihm ein wenig seiner vorlauten Klappe, weswegen sich seine Miene sichtlich verdüsterte.

„Was soll der Shit?“, gab er sichtlich sprachlos auf und warf die Hände aufgebend in die Luft.

„Willst du jetzt die ganze Zeit reden, bis das Wasser in dem Zuber kalt ist, oder muss ich dir unbedingt an die Wäsche gehen?“, roch ich regelrecht meine Chance und zog umgehend meinen Zauberstab.

Gerade vermittelte ich ihm, dass ich keinen Spaß machte. Wenn er nicht willig war, so wollte ich Gewalt gebrauchen, um ihn dort zu haben, wo ich ihn wollte.

„Ich will nicht“, meinte er so stur wie das größte Kleinkind, das man sich vorstellen konnte und starrte betont böse meinen Zauberstab an. Wenn es hart auf hart käme, hätte er keine Chance gegen meine Magie und das wusste er und das ärgerte ihn maßlos.

„Wasserscheu, oder eine Wasserallergie?“, fragte ich nun betont ruhig, aber unerbittlich und noch immer drohend mit meinem Stab bewaffnet, der auf seine Brust zielte.

„Nein, ich sehe nur die Notwendigkeit nicht“, murrte er bockig.

„Okay! Verstehe, du hast zwei Optionen“, begann ich ernst und sah ihn eindringlich an. „Ich schwöre dir, ich werde es tun und unseren Kameraden erzählen, dass du ein riesengroßer Angsthase bist und das Wasser scheust wie die Fliegen das Feuer. Die werden sich wegwerfen vor Spott“, drohte ich böse und erhielt als Dank wütend blitzende Augen, „oder aber, Fenrir, wir können darum kämpfen. Du tust mir weh, ich dir, aber ich verspreche dir, am Schluss hockst du dort im Wasser“, grollte ich zum Ende versprechend und gab mich optimistischer als ich war, dabei trieb ich ihn mit meiner Anmaßung sichtlich zur Weißglut.

Sein Blick war mörderisch, seine Zähne waren gefletscht und er sah alles in allem sehr furchterregend aus, aber ich wankte nicht unter dieser Bedrohung, sondern lächelte ihm eher sachte ins hässliche Antlitz.

Es war wie das Austesten, wer gewinnen würde. Wer zuerst reagieren, zucken oder sonst wie agieren würde, könnte dieses Machtspiel verlieren. Es vergingen Minuten, in denen wir uns anschwiegen, bis er sich plötzlich regte und in einer mehr als unwirschen Reaktion das speckige Hemd packte und es sich in einer einzigen Bewegung vom Leib riss.

Jetzt stand er mit seiner beeindruckend breiten, behaarten, aber unanständig verdreckten Brust vor mir und schnaubte wie ein Büffel.

Es war so, als würde er versuchen, mich mit den nackten Tatsachen zu verschrecken. Es gelang nicht. Schlussendlich war er nicht der erste Mann, den ich nackt sah und wie gesagt, ich kannte ihn schon und so zeigte ich mich souverän in meiner Verächtlichkeit.

„Bitte, nicht zu stürmisch… und nur zur Info, dein bestes Stück kenn ich schon…“ Sogar in Aktion, bekannte ich in Gedanken, wobei mich die Tatsache, in was für Löchern Fenrir schon versumpft war, gruselte. Er fletschte nur noch mehr die Reißzähne.

„Jetzt wird geplantscht“, trat ich vollkommen selbstsicher und todesmutig auf den dampfenden Zuber zu und hoffte einfach mal, dass er sich in meinem Rücken gänzlich von seinen Kleidungsstücken verabschiedete und als ich nichts vernahm, begann ich erneut: „Wo bleibst du? Du bist keine Katze, du furchteinflößendes Wesen.“

„Sehr witzig, ich habe keine Lust“, beharrte er verbockt auf seiner Weigerung sich zu waschen und ich stöhnte leidlich auf.

„Du hast keine Lust, den Gestank von Jahren, oder Jahrzehnten zu verlieren“, echote ich ungläubig, bevor ich seinen Einwand als unbedeutend beiseite wischte. „Und ich habe keine Lust, ihn zu ertragen, also jetzt rein mit dir!“, ließ ich meine Hand kompromisslos auf das Wasser fahren, sodass es schön platschte.

Ich will es kurz machen, diese unleidlich unendliche Geschichte, ich gewann schlussendlich. Vielleicht nicht mit ganz fairen Mitteln, aber ich bekam meinen Willen und kurze Zeit später saß das sich sträubende Wesen widerwillig, aber brusthoch im heißen Wasser und starrte wütend zu mir.

Im Nachhinein war es ein Wunder, dass wir uns nicht gegenseitig umbrachten und während er mich nun anstierte hätten vielleicht eher zartbesaitete Wesen als ich behaupten können, dass er mich wahrlich mordlüstern ansah! Aber ich blickte großmütig darüber hinweg und schenkte ihm nur ein mildtätiges Lächeln.

Ich hatte meinen Willen und eilig griff ich mir nun eine lange Bürste, die ich, als ich mich zu ihm wandte, wie eine Waffe hochhielt, was bei seinem verheißungsvollen Zähnefletschen vielleicht auch besser so war.

„Ich vollbringe hier große Magie an dir, also halt still“, versuchte ich ihm über sein Geknurre zu befehlen, Ruhe zu geben und mich zu honorieren, nicht dass ich auch noch in dem braunen Gebräu landete. „Und schätze es, was ich für dich tue und zu tun bereit bin!“

„Bleib mir fern“, schrie er gerade recht unmännlich und das Wasser spritzte nur so in die Höhe, als er zurückwich und ich mich ohne Rücksicht auf Verluste in die Schlacht mit dem Dreck, der ihm wie eine zweite Haut anhaftete, warf.

Der Schaum wollte zu Beginn gar nicht aufkommen, aber ich gab nicht auf und kämpfte um jedes Quäntchen Sauberkeit. Während ich seine Haut schrubbte wie irre und viel zu viel Seife zum Einsatz bringen musste, verdiente das Wasser den Namen schon gar nicht mehr. Es war eine Brühe und an sich voll ekelig, dazu kam seine Gegenwehr.

Aber was tat man nicht alles? Eben, ich war jetzt schon klitschnass, dabei war von seinen Haaren noch gar nicht zu reden, denen ich mich erst später mit Inbrunst widmete. Denn das war eine Aufgabe für sich, sein Haar akkurat zu schamponieren, das war Schwerstarbeit und ein bockiger Werwolf war dazu nicht wirklich einfach zu bändigen. Kurzzeitig war ich versucht, ihm einfach eine Glatze zu verpassen.

„Hör auf, verdammt!“, brüllte er nun mit tönender Stimme und brachte die Wände des Kessels zum Erzittern.

„Was ist? Zu mimosenhaft?“, fragte ich atemlos und schob mir eine nasse Strähne hinter das Ohr, nur um ihm dann das Shampoo zum fünften Mal auf seiner Kopfhaut einzureiben.

„Fuck, ja! Du schrubbst mir die Haut vom Knochen und die Haare vom Kopf!“, beschwerte er sich ernsthaft, dabei wischte ich mir soeben das Wasser, das er um sich herumspritzte, aus meinem eigenen Gesicht.

„Oh, echt? Tja, da ist so viel Schmutz drauf, da musst du nun durch und ich bin zärtlich. Du übertreibst schamlos“, wiegelte ich lässig ab, was ihm ein Schnauben entlockte. „Weißt du, Fenrir, es ist widerlich, dass Bellatrix dich an sich ranlässt“, murrte ich böse und schüttete eine weitere Kanne klaren Wassers über seinen eingeschäumten Kopf, was ihn gurgeln ließ.

In dieser Zeit wechselte ich, zum wiederholten Male, gekonnt das Wasser der Wanne mit einem magischen Wink meines Stabes.

„Grrrr, ich komm gleich aus der Wanne“, prustete er Wasser durch den Raum und spuckte kleine, tanzende Seifenblasen aus. Ich musste kurz kichern. Er sah wie ein begossener Pudel aus, wobei er immer noch eine starke, animalische Präsenz ausstrahlte, aber trotzdem fand ich es urkomisch.

„Jetzt habe ich Angst“, entgegnete ich nicht wirklich eingeschüchtert und schäumte ihn erneut unbarmherzig ein.

„Püppchen, das solltest duuuuu…“, tauchte ich ihn rabiat unter, indem ich mich auf seine Schultern stützte und einfach hochsprang. Dabei nützte ich mein Gewicht, um ihn hinunter zu zwingen, daraufhin verschluckte er sich an dem nun trüben Schaumwasser. Als er prustend und wenig beeindruckend wieder auftauchte und nach Luft schnappte, würgte er noch mehr Blubberbläschen hervor.

„Hey, spinnst du?“, fauchte er nun aufgebracht, da ich soeben mit einem Evanesco den Zuber lehrte, um ihn dann wieder mit warmem Wasser zu füllen.

„Wir machen das Spiel so lange, bis das Wasser klar ist“, verkündete ich süßlich. Dabei kam ich nicht über den Anblick hinweg. Irgendwie wirkte niemand mehr ehrfurchtgebietend, wenn kleine Bläschen aus seinem Mund aufstiegen.

„Okay… Schluss, aus, ich mag nicht mehr“, beschied er absolut aufgebracht und stand abrupt auf.

Das Wasser schwappte aus dem Holztrog und er präsentierte sich mir ohne Scheu in seiner tropfnassen Pracht.

Mit Gleichmut starrte ich auf sein bestes Stück, das vor mir auf meiner Augenhöhe rum baumelte, da ich vor dem Zuber kniete. Aber das brachte mich nicht aus der Ruhe und so legte ich langsam mein Haupt musternd schief.

„Ich würde es begrüßen, wenn du das da“, deutete ich auf die tieferen Regionen seines Leibes, „selbst waschen könntest“, wurden seine Augen richtig groß. „ABER ich bin mir nicht zu schade, mit DEM da“, hob ich drohend die Bürste, „dort auch ein wenig zu schrubben und zu rubbeln“, drohte ich ihm seelenruhig mit eisiger Ruhe.

Er sah mich mit ungläubig geweiteten Augen an, während er sein Haupt zu mir hinab beugte, vor allem da er wusste, dass ich nie ohne Hintergrund drohte. Er überlegte augenscheinlich fieberhaft, ob ich das wirklich ernst meinte, nur um dann mit einem großen Platschen wieder in den Fluten zu versinken. Natürlich bespritzte er mich dabei, aber trotz allem musste ich fast übermütig kichern. Dies war aber eine Reaktion, die ich mir wohlweislich versagte, indem ich mir rücksichtslos in die Lippe biss.

„Wir verstehen uns, du schrubbst dein Ding unter Wasser“, verbot ich mir, zu erleichtert zu klingen und so fuhr ich lässig fort: „Häng mal derweil deine Füße über den Rand“, forderte ich forsch und sah darüber hinweg, dass ich mich an sich unglaublich für ihn erniedrigte, indem ich ihn wusch.

„Was… vergiss es“, murrte er düster.

„Mach mich nicht wütend, dieses Drama hier wäre längst vorbei, wenn du kooperieren würdest… oder bist du kitzelig?“, giftete ich zurück, worauf er unter hörbarem Missmut nachgab und mich seine absolut widerlichen, schwieligen und verhornten Füße massakrieren ließ.

„Püppchen, wenn du dafür keinen guten Grund hast, werde ich dich leiden lassen“, knurrte er dabei und ich schnaubte atemlos wegen der Anstrengung, die es bedeutete, diesen Mann zu reinigen.

Eins musste man ihm lassen, er verbiss sich heldenhaft jedes Lachen, oder lächerliches Kichern, während seine Hände brav unter Wasser beschäftigt waren.

„Ist mir bewusst“, starrte ich mit Todesverachtung auf seine rotglänzenden Füße, nachdem ich das grausame Gefecht gewonnen hatte.

Atemlos wechselte ich mit einem Schwenk meines Zauberstabes wieder das dreckige Wasser. Diesmal sagte er nichts mehr.

Da es langsam, aber sicher klar wurde, erlaubte ich mir ein erleichtertes Seufzen und hielt ihm dann ein sehr großes Handtuch hin. Dabei war ich versucht, es wie eine Friedensfahne zu schwenken und als er sich erhob, versteckte ich mich mehr oder minder hinter dem Handtuch.

Ich versuchte, seinen stechenden Blicken zu entgehen, mit denen er mich sehr lauernd ansah, während er sich gemächlich abtrocknete.

„Hiervon wird niemals jemand erfahren“, erklärte er mir inbrünstig, während er das Handtuch um seine Hüften schlang.

„Bist du irre? Als würde ich damit hausieren gehen. Dein… mein… ach… unser Ansehen hängt davon ab, wenn jemand wüsste, dass ich dich bürste…“, kicherte ich plötzlich amüsiert los und seine Augen verengten sich zu gefährlichen Schlitzen, aber ich fand es zu köstlich. Nach getaner Arbeit und nachdem ich meinen Willen bekommen hatte, fiel die Anspannung von mir ab.

„Treib es nicht zu weit, Püppchen“, lagen seine Augen auf meinen durchnässten Sachen.

„Hihihi, sorry, ich weiß, aber das hört sich so lustig an“, gab ich von mir, bevor ich abrupt meinen lächerlichen Lachanfall abbrach und mir die Tränen aus den Augenwinkeln wischte. „Aber ernsthaft, Fenrir, meine drei Männer dürfen das nicht erfahren, du erkennst, wir haben ein Patt. Dein Rudel darf nichts erfahren, die DeathEater erst recht nicht und ich denke, wir haben ein kleines, aber feines Geheimnis“, schmunzelte ich zufrieden und nachdem es mir immer kälter wurde, zauberte ich mich trocken.

„RRRrrr“, knurrte er wenig erfreut und stapfte durch den Raum. „Und nun?“

„Da, neue Klamotten“, deutete ich lässig auf das Bett.

„Du denkst doch nicht, dass ich auf Strähnchen mache“, brauste er pikiert auf, was mich mit den Augen rollen ließ, denn das war ja mal eine dämliche Aussage. Scabior würde noch einen Schal und eine Weste brauchen, bevor er nur im Ansatz befriedigt wäre.

„Verdammt nochmal, bin ich blöd? Das sind Imitate deiner verdreckten Sachen“, murmelte ich beleidigt, als würde ich Fenrir nicht kennen. „Ich würde nie wagen, dich zu verkleiden und damit du siehst, wie sehr ich dich achte, habe ich deine alten Klamotten nicht mal verbrannt“, zeigte ich mich verschnupft und starrte angeekelt auf das Bündel am Boden.

„Pfff“, kommentierte er wegwerfend.

„Bitte… ich habe sie nicht mal gewaschen… wenn du denkst, du musst dich wieder dreckig machen, bitte, aber erst später, dann könntest du sie sogar wieder anziehen“, deutete ich nun wieder mit gelebter Verachtung auf das Bündel, während er plötzlich zum Bett ging, auf dem ein sauberes Hemd, eine dunkle Hose und eine Weste lagen und dort hinab starrte.

„Manchmal bist du ein Rätsel. Was bezweckst du damit?“, fragte er mies gelaunt.

Ich selbst ging zum Fenster und blickte gedankenverloren auf die triste und düstere Gasse und erkannte die fröhliche und ehemals gut besuchte Diagon Alley fast nicht mehr wieder in ihrer Tristesse.

Gerade lag ein leises Seufzen auf meinen Lippen, aber das Spiel ging immer weiter und so drehte ich mich zu ihm um und stockte.

„Da.. und… wow“, kommentierte ich wenig eloquent seine neue, seine so ungewohnte und vor allem saubere Erscheinung.

Mein Meisterwerk haute mich fast selbst um. Er sah ganz anders aus. Nicht, dass er schöner wurde, an Fenrir war nichts Schönes, aber unter der Schicht des Drecks lag durchaus eine repräsentable Erscheinung.

„Und nun?“, fragte er vorsichtig und sichtbar besorgt aufgrund meiner großen Augen und besah sich nun selbst von allen Seiten skeptisch im Spiegel.

„Wirst du nun eitel?“, fragte ich vorsichtig, worauf seine Mundwinkel unheilverkündend zuckten.

„Sehr witzig“, knurrte er schon wieder, worauf ich ihm bedeutete, mir zu folgen. „Was kommt jetzt?“

„Geduld, Geduld, du wirst überrascht sein! Vertrau mir und ich sagte dir, es könnte dir gefallen“, war ich nicht bereit, mehr dazu zu sagen und eilte vorweg.

„Pfff, ich kann dir versichern, es hat mir nicht gefallen“, gab er knurrend, wie die ganze Zeit schon, von sich.

„Wer sagte, dass dies meine Überraschung war?“, fragte ich verheißungsvoll und zog mir die Kapuze über den Kopf.



Vergesst nicht unsere Weihnachts-Challanges 2014
Einsendeschluss bis 28.12.2014

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