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 Kapitel 491-492

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 491-492   Di Dez 09, 2014 8:55 pm

491. Kapitel Ohne Sinn und Verstand


Nachdem ich Lavender zurückgelassen hatte, straffte ich mich, um mich der BL zu stellen, die meiner entgegen harrte und ich ärgerte mich immer noch über diese Bande, die nichts anderes im Hirn hatte, als über mich zu tratschen. Dass meine Aktion Lavender so gut wie zu entführen nicht gut ankam, stand für mich außer Frage, aber es war wichtig und nötig gewesen.

Gedankenverloren strich ich mir über meinen Hals und schluckte gegen meine Finger an, denn ich hasste die Stigmata, die mir Fenrir in seiner Wut aufgedrückt hatte. Kurz verlor ich die Kontrolle über meine Wahrnehmung und mal wieder flackerte es vor mir, ein Umstand, der mich wunderte, denn eigentlich hatte ich die totale Kontrolle erreicht. Doch als ich mit meiner anderen Hand die Tür zum Raum der Wünsche berührte, durchzuckte es mich und ich nahm die Welt von einer Sekunde zur anderen anders wahr und wusste, dass ich nun weiße Augen hatte.

Erschrocken ließ ich von der Tür ab und auch meinen Hals los. Was war das denn gewesen?

Kurz musste ich mich sammeln, um zu begreifen, dass mich wohl Fenrirs Attacke im Wald anscheinend doch mehr mitgenommen hatte als ich wahrhaben wollte. Außerdem hasste ich es, wenn mir jemand an die Kehle ging und diese Gemütsregung machte mich anfälliger für meine Gabe und nach dem Ritual hatte sich etwas geändert, ich erkannte und fühlte Gleiches!

Und dieser Raum war anders als alles was ich bisher berührt hatte. Vor mir tat sich regelrecht ein Gral auf. Ein Gral, der mir erlaubte, meine Stimmung auszuleben, da ich mich an meinen Kameraden für ihr Verhalten rächen wollte, für ihre Neugierde, die ihnen nicht zustand, für ihre Beurteilung meiner Person, die ihnen noch weniger zustand. Ein bösartiges Lächeln zierte meine Lippen und ich berührte nun fast schon sanft und mit einem genüsslichen Seufzer auf den Lippen das Holz der Tür. Ich schüttelte mich entschieden und drängte meine weißen Augen zurück, um dann mit hoch erhobenem Haupt die Tür zu öffnen. Ich wusste in diesem Moment, dass ich recht gehabt hatte, denn als ich wieder in den Raum der Wünsche trat, wollte ich sofort wieder umdrehen, da mir die aufgeregten und so selbstgerechten Stimmen der Gruppe entgegen hallten.

„Wir wollen mehr wissen“, „Was ist mit Cho?“, „Sie ist verschwunden!“, „Was geht hier ab?“, „Was ist mit Scrimgeour passiert?“, „Was soll man von diesem Thicknesse halten?“, „Und wo ist Cho?“, riefen alle durcheinander und bei dem Namen Cho wurde mir schlecht. Ich verabscheute es, an diese wenig erbauliche Zeit im Manor erinnert zu werden und biss mir auf die Zunge.

„Wolltet ihr nicht trainieren?“, brüllte Ron über den Lärm hinweg und schien sich die roten Haare raufen zu wollen.

„An sich schon… aber, wo ist Lavender?“, schrie Parvati gerade laut zurück. Als sie meiner ansichtig wurde, verstummte sie kurzzeitig, was für eine Wohltat.

„Sie kommt schon wieder“, blieb ich recht unbewegt ob der mich durchbohrenden Blicke, obgleich der Ansturm doch recht vehement war. „Geht es jetzt los?“, fragte ich an Harry und Ron gewandt, denn nach meiner neuen Erkenntnis wollte ich von unserem vorhergehenden Plan abweichen.

„Wenn dieser Sit-In aufgelöst werden kann, wären wir fertig“, kam es schrecklich trocken von Harry und seine so selten so offen gezeigte Boshaftigkeit ließ dem ein oder anderen den Atem stocken und sorgte für selige Ruhe.

„Was stellt ihr euch denn vor?“, wollte Neville erfahren und blickte kritisch zu uns.

„Geplant ist, wir werden zusehen, ihr werdet kämpfen“, kam ich Ron zuvor und sprach schneller als er und während ich endete sahen mich Ron und Harry betont neutral an, eben weil ich ihnen mit meinen Blicken versteckt mitteilte, dass ich einen ganz anderen Plan verfolgte und damit den Alten spontan über den Haufen warf.

„Was ganz Neues“, ätzte Hannah sofort los, woraufhin mein stechender Blick zu ihr fuhr und kurz ein furchterregendes Grinsen über meine Züge huschen wollte. Wenn ich mir vorstellte, was ich mir gerade für sie alle ausgedacht hatte, wurde mir warm ums Herz.

„Oh, nur nicht so überheblich, wir kommen immer mit neuen Sachen um die Ecke um euch zu testen und ich bin mir nicht sicher, ob ihr es diesmal alle schaffen werdet“, überging Ron gekonnt die Gehässigkeit des verbitterten Mädchens und lächelte ihr aufmunternd ins Antlitz. Dabei fand ich es erstaunlich, wie gut wir kommunizieren konnten, auch ohne Worte.

„Was kommt nun?“, versuchte erneut Neville tapfer auf sich aufmerksam zu machen, woraufhin sich Harry mit einem Blatt in der Hand zu ihm umdrehte und ich trat schnell auf Harry zu und blickte interessiert darauf.

„Gebt mir fünf Minuten“, bat ich rasch und eilte mit dem Wunsch alleine zu sein von den anderen weg. Meine Bitte wurde erhört, indem sich eine Tür vor mir öffnete. Ich brauchte nicht lange, um das zu bekommen, was ich mir vorstellte und als ich zurückkam, deutete ich auf die Tür hinter mir.

„Ihr geht zusammen als Teams nacheinander durch diese Tür“, erklärte ich der BL Gruppe, die aus 20 Personen bestand, wobei man heute Lavender abziehen musste, da diese sich im Wald vergnügte.

„Und die Teams sind?“, fragte Padma.

„Wir nennen euch die Teams“, antwortete Harry genervt und rupfte mir das Papier aus meiner Hand.

„Und jetzt Ruhe, wir rufen euch auf“, brüllte Ron in unnachahmlicher Manier und erlangte tatsächlich Gehör, während er sich neben uns aufbaute und aufs Blatt starrte „Neville, du und Justin, ihr bildet ein Team“, bellte er unerwartet harsch.

Kurz legte sich eine ungemütliche Stille auf den Raum, da der Widerwille, brav zu gehorchen, ihnen ins Antlitz geschrieben stand, bis dann schließlich doch ein Ruck durch Justin ging und er gehorsam zur Tür strebte. Dies schien auch für Neville der Startschuss gewesen zu sein und hier zeigte sich, trotz aller Gegenwehr und ihres vorhergehenden Gekeifes, sie waren immer mehr daran gewöhnt, in bestimmten Situationen einfach nur noch Befehle entgegenzunehmen und sie auszuführen, so auch jetzt.

„Ab durch die Tür“, kommandierte Harry trotzdem ungeduldig und beide zogen sichtbar verunsichert die Köpfe ein, bevor sie mit einem tiefen Blick, den sie sich noch einander zuwarfen, verschwanden.

Ihr Blick erzählte mir so viel, denn sie sorgten sich und das zu Recht. Unsere Tests waren jetzt schon legendär und trieben die Mitglieder der BL regelmäßig an ihre Grenzen und vielleicht diesmal noch darüber hinaus. Regte sich kurz die Sorge in mir, ob ich es nicht zu weit trieb?

„Weiter!“, ging es Schlag auf Schlag. „Astoria, Ernie und Dennis, ihr geht zusammen“, deutete Ron auf die genannten Personen und auch sie huschten eilig durch die Tür, stürzten sich regelrecht vorfreudig auf die Aufgabe, die vor ihnen lag. Als ich Astoria sah, kam wieder das schlechte Gewissen ob ich das Rechte tat. Bei Ernie konnte ich auch Unerfahrenheit erkennen, da er einer der Neuzugänge war, der zur BL gestoßen war um die ausgeschiedenen Siebtklässler zu ersetzen.

„Dann Padma und Theo, auch euch wünsche ich ganz viel Spaß“, grinste Ron teuflisch und ich wunderte mich. Anscheinend musste in meiner Abwesenheit im Wald so einiges vorgefallen sein, von dem ich nichts wusste und in dem Moment war ich mir wieder sicher, dass ich richtig handelte.

„Luna, Dean und Ritchie“, wandte sich Harry mit einem Blick zu diesen, während ihn Luna verträumt anlächelte.

„Ich freue mich, Harry“, murmelte sie versonnen und tänzelte leichtfüßig von dannen. Ich schüttelte über sie den Kopf.

„Hannah und Seamus“, überging Ron geschäftig diese eigenwillige Störung und wandte sich an das nächste Paar.

„Viel Vergnügen euch beiden, ich bin gespannt“, hauchte ich böse, da mir Hannah mit ihren Vorwürfen manchmal gefährlich auf den Zeiger ging und ich wusste, was sie erwarten würde.

„Ginny, Terry und Greg… und Schwesterchen… mach mich stolz“, bat Ron, dabei hörte er sich sehr hoffnungsvoll an und ich biss mir kurz auf die Lippe.

„Ich dachte, das bist du schon? Aber immer doch gerne“, straffte sich Ginny und wurde von den beiden Männern mitgezogen.

„Susan, Pansy und Colin“, ging es rasant weiter, indem Harry das Heft übernahm.

„Und da Lavender fehlt muss Blaise sich alleine ins Getümmel stürzen. Ich hoffe doch sehr, du brauchst niemanden, der mit dir Händchen hält“, zog Ron unseren Freund gemein auf, während Blaise seine schöne Miene zu einer Fratze verzog.

„Boah, Ron, willst du meine Faust in deinem Gesicht?“, fragte er somit aggressiv und ich kicherte, da er so typisch Blaise war, dass er es schaffte, dass sich mein Gemüt wieder erhellte.

„Ab durch die Tür“, bestimmte Harry resolut und als die Tür hinter Blaise, der begierig war sich zu beweisen, schloss, standen wir vor der bisher undurchsichtigen Wand, die jetzt für uns durchlässig wurde und an ein Gemälde erinnerte, welches in acht Minibilder unterteilt war, sodass wir alle gleichzeitig beobachten konnten.

„Hammer, was ist das?“, fragte Ron sprachlos und deutete auf mein Werk.

Alle Bilder zeigten ein ähnliches Szenario, eine Höhle, ähnlich der Höhle der DeathEater, verwinkelt, eng und düster.

„Lass dich überraschen“, bat ich, denn wir waren sofort mehr oder weniger im Geschehen. Jedes unserer Teams ging mit dieser beengten Situation und der ungemütlichen und ungastlichen Umgebung anders um. Fast sofort fesselte mich eine ganz bestimmte Szene besonders.

Padma und Theodore standen in einer sehr kleinen Höhle auf einem kleinen Plateau und blickten sorgenvoll in die Tiefe hinab. Unter ihnen befand sich nichts als undurchsichtiges, fast schwarz wirkendes Wasser. Ansonsten waren sie eingesperrt und wirklich einladend erschien das Wasser nicht. Plötzlich kam Leben in die beiden. Sie sprachen sich offensichtlich ab, um sich dann recht gekonnt Taucherglocken, ähnlich wie beim Trimagischen Turnier anzuhexen. Kurz tauschten sie auch noch ihre Kleidung gegen Badesachen, indem sie sie geschickt verwandelten.

Trotz allem Tatendrang konnte ich einen skeptischen Blick von Padma auffangen, der offenbarte, dass sie ganz und gar nicht davon begeistert war, ins Wasser zu müssen, bevor sie beide ohne groß zu zögern ins Wasser sprangen. Sie kamen platschend auf und sofort flackerte das Bild und änderte sich, zeigte nun den kahlen und felsigen Wassergrund der Höhle. Das trübe Wasser musste abartig kalt sein und beide konnten ein sichtbares Zittern nicht unterdrücken, als über ihnen das Wasser hoch zusammenschlug und sie umgehend ins Tiefe abtauchten, wo es immer dunkler und dunkler um sie herum wurde.

Die Szenerie war an sich unheimlich und beklemmend, doch sie wussten sich mit ihrem Zauberstab zu helfen und zauberten Licht herbei. Doch das hatte einen entscheidenden Nachteil für sie. Sie kamen mit dem Stab in der Hand etwas ungelenk in dem kalten Nass voran.

Sie kommunizierten mit Zeichensprache und offenbarten, dass sie wirklich gut als Team funktionierten, aber dann ging es sehr schnell und plötzlich waren sie umzingelt.

Auf einmal waren sie von einer wahren Vielzahl von Wassermenschen umringt. Die eher als hässlich zu bezeichnenden Wasserbewohner, mit ihrer schalen, grünen Haut und den wirren und stachelig abstehenden, grünen Haaren, sahen wild und kriegerisch aus. Die Wesen waren mit Speeren bewaffnet und bohrten sie bedrohlich in Richtung der beiden strampelnden BL-Mitglieder, die sofort erwartungsgemäß versuchten, in Kampfhaltung zu gehen, selbst unter Wasser, was ihnen schwer fiel. Wohingegen die Meermenschen spielend leicht im Wasser dahin tanzten, da sie von der Taille abwärts in ihren Fischschwänzen mehr als perfekt für ihre Umgebung ausgestattet waren.

http://brav0.de/bilder/508xx94/harry-potter-und-der-feuerkelch-auf-dvd-2-bild-38-3wj4-bEMr.jpg  
http://itsbader.files.wordpress.com/2012/05/merperson.jpg?w=510   (Wassermensch)

Dazu zeigten nun die Aggressoren ihre spitzen kleinen Haifischzähnchen, die sie mehr als drohend fletschten. Sie gebärdeten sich alles andere als friedlich.

Es war eine bedrohliche Situation, aber trotz allem zupfte ein abfälliges Grinsen an meinen Zügen, denn Padma und Theo wirkten im Gegensatz zu diesen geschmeidigen Kreaturen wie Trampel, während die Wassermenschen mühelos und mit großer Anmut durch ihr Element glitten.

Zuerst unternahm Theo noch einen schwachen Versuch, mit den Wasserlebewesen zu kommunizieren, aber er musste nach einem Speerwurf einsehen, dass diese nicht mit sich reden ließen. Theo und Padma waren hektisch kraulend ausgewichen und sahen sich nun mit zustechenden Waffen von allen Seiten konfrontiert, was dazu führte, dass auch sie das Feuer eröffneten, so gut es ging. Zu unserer Freude zögerten unsere Leute nicht. Beide schossen weniger nette Flüche auf die Angreifer, die blitzend und gar nicht langsam durch das trübe Wasser zuckten.

Aber das fremde Element arbeitete gegen unsere Leute. Die Wassermenschen waren sehr flink und wichen geschmeidig aus, während Theo und Padma kaum von der Stelle kamen. Fast schon beim bloßen Zusehen schwindlig machend umkreisten die Angreifer das kämpfende Paar, das sich verzweifelt vor den zustoßenden Speeren wehrte.

Es war spannend, zu beobachten, wie benachteiligt Theo und Padma doch unter Wasser waren. Das Wasser hemmte ihre Bewegungen schon sehr. Sie kamen nicht vorwärts und doch schafften sie es mit der Magie, den ein oder anderen zu erledigen, sodass einige der Wesen getroffen zum Grund sanken. Wobei ich es als Glückstreffer betiteln möchte, da die Zielsicherheit unserer Leute nicht mehr zur Debatte stand. Doch das machte es nicht besser, denn als die Wassermenschen einige ihrer Kameraden leblos zu Boden gleiten sahen, gingen sie noch unbarmherziger zum Angriff über.

Hektik brach bei unseren beiden Mitschülern aus, als die Wesen bedrohlich näher glitten, während Padma und Theo wie wild um ihr Leben paddelten um vorwärts zu kommen. Dabei schossen sie immer wilder um sich. Langsam aber sicher schienen sie die Orientierung zu verlieren und da passierte es auch schon. Ein verirrter Fluch von Theo erwischte fast Padma. Sie zuckte haarscharf erschrocken zurück und verlor an Höhe und sackte ab, woraufhin Theo betroffen mit großen Augen zu Padma sah. Dies war der Moment, der ihnen die Fluchtmöglichkeit nahm, da er sie trennte.

Sie waren abgelenkt und plötzlich packte etwas Theo am Bein, zerrte ihn noch weiter weg von Padma und rasend schnell in die Tiefe. Erschrocken riss er unter seiner Glocke den Mund auf und seine Arme gingen durch die hohe Geschwindigkeit, mit der er weggezogen wurde, in die Höhe. Sofort schrie Padma unter ihrer Glocke laut auf und zielte mit ihrem Stab, schoss eilig, um seinen Angreifer unschädlich zu machen, doch in diesem Moment traf sie ein abgeworfener Speer am Oberarm und lenkte ihren Fluch um. Der rote Blitz zuckte bedrohlich durch das Wasser auf Theo zu. Es passierte in einem Sekundenbruchteil, in dem man das Unheil regelrecht in Zeitlupe mitverfolgen konnte, denn Padmas Zauber traf, nur leider erwischte es Theos Taucherglocke. Sie explodierte in tausende von Scherben!

Wasser schwappte in seine Blase, dabei hatte er vor Unglauben und Schock seinen Mund weit aufgerissen und konnte es nicht fassen. Augenblicklich verlor er seinen Stab, der sofort in die Tiefen herabsank, wobei die grünen Finger des Meermenschen um sein Fußgelenk nicht locker ließen und ihn weiter mitleidlos hinabzogen.

Große Blubberblasen schossen aus Theos Mund heraus, während er nun Wasser einatmete und sich die Hände verzweifelt an die Kehle legte. Unterdessen, in diesem Schockmoment, traf Padma nun ein weiterer Speer, nur diesmal am Oberschenkel.

Sie schrie unter ihrer Taucherglocke auf. Ihr Oberarm und Oberschenkel wurden von Blutschlieren umwabert, aber sie gab nicht auf und feuerte verzweifelt weiter auf ihre Gegner.

Währenddessen lag mein unbewegtes Augenmerk auf Theo, der kurz vor dem Exitus war. Seine Gegenwehr war nun fast zum Erliegen gekommen, weswegen das Folgende überhaupt möglich war. Urplötzlich wurde ihm ein Speer direkt in seinen Bauch gerammt.

„Fuck“, „Hermione, sollte das so sein?“, „Schönsteeeeee“, riefen Ron und Harry erschrocken und noch in der Sekunde als Theo starb, leuchteten meine Augen strahlend weiß auf und die Jungs zuckten vor mir zurück.

„Es ist alles in Ordnung“, kam es blechern von mir, während ich mich gegen mein Sein nicht wehrte, sondern es regelrecht ungeduldig willkommen hieß.

„Sich… sicher?“, stotterte Ron furchtsam und ich nickte nur.

„Wir sollten sie bewerten“, entgegnete ich und Harry raffte sich sichtbar mitgenommen auf, aber er vertraute mir und meinen Worten.

„Das tat weh und erinnert mich daran, als ich im See war, dafür haben sie sich gar nicht soooo schlecht geschlagen“, „Das war autsch“, „Mhm… das war eher mittelmäßig“, kommentierten wir drei das Erlebte relativ unbewegt, nachdem die Jungs es geschafft hatten, ihre Sorge um Theo beiseite zu schieben.

„Was denkt ihr, waren sie überrascht, dass sie ins Wasser mussten?“, wollte ich mit schief gelegtem Kopf erfahren.

„Jupp, ich glaube, sie hätten sich besser geschlagen, wenn es an Land gewesen wäre“, zeigte sich Harry von seiner aufgeräumten Seite, dabei entging mir sein taxierender Blick aber nicht.

„Damit ist Padma raus?“, fragte Ron zögerlich, dabei blickte er unwohl auf das Bild vor uns.

„Naja, Theo hat sich jetzt auch nicht mit Ruhm bekleckert“, murrte ich düster.

Ich fand, sie hatten sich nicht gut geschlagen und fragte mich, ob ich mir etwas vormachte, oder ob ich die Wassermenschen besser hätte besiegen können.

Nach kurzem sinnen dachte ich, ja, das hätte ich tatsächlich!

Das waren alles Dilettanten, wenn wir ehrlich zueinander waren, und da wagten sie es, über mich zu richten und zu tratschen! Was war ich doch für ein rachsüchtiges Weib. Unterdessen beobachtete ich mit einer gewissen Kälte, wie sich die blutende und angeschlagene Padma mit letzten Kräften ans Ufer rettete und sichtbar schockiert und überfordert anfing zu weinen.

„Was habe ich getan! Theo!“, plärrte sie wie irre und schien sich selbst zu verfluchen, während sie auf dem Boden lag und nicht fassen konnte, was da gerade mit ihnen passiert war.

„Erbärmlich“, kommentierte ich dieses dramatische Szenario herzlos, was von meiner Begleitung aber zum Glück unkommentiert blieb und doch fielen mir ihre besorgten Mienen auf.

„Hier, da geht‘s weiter“, rief Harry nur kurze Zeit danach aus und deutete aufgeregt auf den nächsten Gemäldeteil, der einem Bildschirm gleich alles wiedergab.

Hier machten wir mehrere düstere Gestalten aus, die in ihren langen, zerfetzten Gewändern bedrohlich durch das Labyrinth der Höhle dahinglitten. Ihre Figuren wurden durch den schwarzen Stoff unheilvoll umwabert, während sie sich zielstrebig auf das Trio zubewegten, das sich hinter einem Felsen verschanzt hatte und hektisch miteinander sprach.

Einen Augenblick lang wurde mir beim Anblick dieser Wesen flau im Magen und ich war so unendlich dankbar, dass der Lord Barty zum Mittelsmann ernannt hatte und nicht mich, um zwischen und mit ihnen zu kommunizieren.

Ich war mir nicht sicher, inwieweit ich mit diesen Wesen zu tun haben wollte. Mein Wille tendierte eher gegen Null.

Anders als meine Inferi gehörten mir diese Kreaturen nämlich nicht. Sie waren ein wenig wie die Vampire. Geschöpfe eben, die sich mit mir auf der anderen Seite des Diesseits aufhielten und mit Seelen hantierten, aber sie mochten mich nicht, genauso wenig wie ich sie. Dies war ein wenig erbaulicher Gedanke. Ja, wir mochten uns alle nicht. Wir waren eher Konkurrenten und gerade diese Wesen fürchteten mich, aber auch ich war froh, wenn ich ihnen nicht begegnen musste. Sie nun aus dieser Entfernung zu sehen, reichte mir völlig aus, wobei mir auffiel, wie viel Angst, Kälte und Hoffnungslosigkeit sie bei ihren Opfern verbreiteten und ich erinnerte mich wehmütig, wie aus einem anderen Leben, an unser drittes Jahr, als ich umgeben von Dementoren Harry und Sirius verzweifelt dabei zugesehen hatte, wie sie beinahe ihre Seelen aushauchten. Ich konnte mich wie aus weiter Ferne an diese beängstigenden und hoffnungslosen Gefühle erinnern, die mir für immer abhanden gekommen waren. Ihre Magie berührte mich schon lange nicht mehr.

http://alexandrascomplaints.files.wordpress.com/2011/12/dementor-from-deathly-hallows-vg-harry-potter-16287968-498-790.jpg    Dementor

„Dementoren sind eklige Biester“, verzogen sich Harrys Züge schmerzlich und ich wusste, er dachte gerade selbst an das dritte Jahr zurück.

„Schade, dass ich damals nicht dabei war, als du sie in die Flucht geschlagen hast, Harry“, bekannte nun Ron gespannt, während er mit wahrem Horror auf das Bild vor uns starrte und sich seine vernarbten Arme rieb.

„Auf die Erfahrung hätte ich getrost verzichten können“, kam es auch schon wahrlich schnöde von Harry, der verächtlich schnaubte.

„Da schau“, deutete Ron auf das Bild. „Was passiert da?“, kommentierte er hektisch.

Das Dreier-Team dort unten hatte sich erhoben und zielte gerade gemeinsam mit ihren Zauberstäben mutig auf die unaufhaltsam vorwärtskommenden Wesen und dann brüllten sie alle zusammen wie aus einem Mund: „Expecto Patronum.“

Colin wuchs regelrecht über sich hinaus. Ein prächtiges Erdmännchen, das mit erhobenem Oberkörper weiß schillernd in der Luft Stellung bezog, brach aus seinem Zauberstab hervor. Pansys strahlend heller Kiwi flackerte hektisch in der Luft rum, während ihr die Furcht ins makellose Antlitz geschrieben stand.

„Was ist mit Susan los?“, fragte ich recht barsch, da mir ihre Vorwürfe noch in den Ohren klingelten, aber sie schüttelte ständig ihren Stab, als wollte sie ihren Patronus so herauslocken, was natürlich misslang. Bei ihr tat sich gerade gar nichts.

„Frag ich mich auch. Sie hat doch sonst keine Probleme mit dem Zauber? Oder?“, fragte Harry perplex nach und auch ich starrte fast schon entsetzt auf das Drama, das sich vor uns abspielte.

Susan überraschte absolut, indem sie total versagte!

Wobei es das erste Mal war, dass wir sie von Angesicht zu Angesicht mit diesen Wesen konfrontierten und anscheinend war die Gabe der Dementoren ihre Schwachstelle, an der es zu arbeiten galt. Ihr Albatros, den wir von vorhergehenden Übungen kannten, schaffte es nicht, sich zu manifestieren. Gerade sie war neben Hannah bisher immer eine der Stärkste gewesen und versagte soeben auf ganzer Linie.

Drohend kamen die Dementoren heran geschwebt. Das Erdmännchen gab sein bestes und Colin kämpfte schweißtreibend darum, den Zauber aufrecht zu erhalten, während Susan immer wieder von vorne den Spruch brüllte, um doch noch eine glückliche Erinnerung zu finden.

Doch sie wurde von Mal zu Mal hektischer und nervöser, statt ruhig zu bleiben und tief in sich zu gehen!

Natürlich war das leichter gesagt als getan, wenn man das Gefühl hatte als würde einem jede Lebensfreude entzogen werden. Als wäre alles nur noch Ödnis, doch so würde es nie etwas werden und die Kälte und Düsternis, die mit den Dementoren einherging, umwanderte die drei immer stärker.

„Mist, sie findet keinen guten Gedanken“, stöhnte Harry mitleidig, während Ron das rote Haupt betroffen wegen ihres so sichtlichen Versagens schüttelte.

„Und Pansy wirkt auch leicht überfordert“, murmelte ich kopfschüttelnd, währenddessen schielte ich taxierend zu Harry, um endlich zu erfahren, wie er zu ihr stand, aber er reagierte nicht groß auf meine abwertende Aussage.

„Stimmt! Ihr Patronus wackelt gefährlich! Denkst du, sie schafft es ihn zu stärken, oder wird er erlöschen?“, fabulierte dafür Ron interessiert, als mehrere Dinge gleichzeitig passierten.

Ein Dementor stob plötzlich mit Wagemut trotz des Patronus nach vorne, vorbei an Colins tapferem, kleinem Helfer und baute sich hochaufragend vor Pansy auf. Sie versuchte mit ihrem schwächlichen Patronus, die mit sich hadernde Susan zu decken. Pansy kreischte auf einmal auf, denn sie erschrak über den nun freigelegten, verschorften Schlund des Dementors so sehr, dass ihr Kiwi extrem nervös flackerte, um dann von einer Sekunde zur Nächsten ganz zu verlöschen.

Nachdem das helle Leuchten des Patronus verschwunden war, legte sich gleich ein riesiger Schatten über alle, denn Colin war einfach zu schwach, um alle Seiten zu gleichen Teilen abdecken zu können. Gerade erkannte Susan die Gefahr der Situation, da die an sich neu in die BL hinzugekommene Pansy vollkommen überfordert war. Somit lag es an Susan, sich in der Rolle der Anführerin dieser Gruppe zu beweisen. Sie war die Älteste und bisher Beste. Sie versuchte verzweifelt, ihrer Rolle gerecht zu werden und sprang beherzt vor, um die panische Pansy zu decken. Sie stellte sich erstaunlich furchtlos mit erhobenem Zauberstab tapfer dem Wesen in den Weg.

„Verschwindet! Haut ab“, schrie sie hallend und dann doch zitternd vor Kälte, denn natürlich ließ sich der Dementor nicht von ihrer Präsenz aufhalten, sondern kam immer weiter auf sie zu geschwebt.

„Expecto… Expecto… Ex…“, hauchte sie immer wieder in aufbäumenden Versuchen schwächlich.

Immer wieder zuckten nur kurze Lichtblitze aus ihrem Zauberstab, aber von ihrem Albatros war weit und breit nichts zu sehen und das war schlecht. Zu meiner Überraschung wuchs Colin regelrecht über sich hinaus und schaffte es, seinem nicht mehr ganz so hellen Erdmännchen, das nervös hin und her sprang, kurz zu neuer Helligkeit zu verhelfen. Es zeigte sofort Wirkung, denn der Dementor zuckte kurz geschlagen weg, aber als der flinke Patronus zu einem anderen Dementor sprang, nützte der andere sofort die Chance, die sich ihm bot, und krallte sich die schutzlose Susan.

„Arrrrr“, kreischte sie auf und verzog schmerzlich das Gesicht, als sich die krallenartigen Hände in ihr Fleisch drückten. „Lauft, lauft“, schrillte sie los und da zog ich wieder meinen Hut vor ihr, denn hier blieb sie wenigstens in ihrer Rolle.

„Toll, sie vergisst ihre Aufgabe nicht“, kommentierte auch Ron meine Gedanken, blieb aber recht leidenschaftslos, trotzdem wir nun mitverfolgen konnten, wie sich der Dementor über sie neigte, ihr seinen schorfigen Schlund offenbarte und noch weiter öffnete, bevor er zu saugen begann.

Wir sahen wortlos dabei zu, wie die kleine, goldene Kugel, die ihre Seele darstellte, langsam aus ihrem geöffneten Mund entwich.

„Susan!“, kreischte Pansy panisch, während sie fassungslos auf das Drama starrte und hilflos zusah, wie Susan ihrer Seele beraubt wurde. In den folgenden Sekunden zeigte sich nun, dass Pansy eben eine geborene Schlange war und somit konnte man ihr nicht vorwerfen, dass sie ihren Instinkten folgte und sich einfach umdrehte und floh. Nachdem sie die Schlacht als verloren ansah, rannte sie mit wehenden Fahnen davon und ließ das Grauen hinter sich.

„Tapfer“, meinte ich sarkastisch böse, während anscheinend Harry wohlweislich keinen Ton von sich gab und nur unwohl auf seine Unterlippe biss. Es war durchaus spannend, dass nun die Tugenden der einzelnen Häuser irgendwie durchaus zutage traten.

„Susan… Pansy, Susan!“, rief Colin zerrissen in seiner Verzweiflung.

Er war vollkommen bleich und stand geschockt in der Nähe der nun am Boden liegenden Susan, die starr und seelenlos durch die Gegend blickte und den über sich schwebenden Dementor gar nicht mehr registrierte. Er beobachtete das Unfassbare und versuchte sich daran, wieder seinen Patronus zum Leben zu erwecken.

„Scheiße, Expecto… Expecto…“, brach er immer wieder zu hektisch ab. „Avada Kedavra“, zielte er mit dem Zauberstab und dem Mut der Verzweiflung auf die bösartigen Kreaturen, aber natürlich surrte der giftgrüne Strahl bedeutungslos durch diese nicht zu tötenden Wesen hindurch, aber er gab nicht auf.

Es war fast schon tragisch zu nennen, dass Colin als Gryffindor zu mutig war und damit auch zu dumm um einfach wegzulaufen, wie eben Pansy es als listige Schlange getan hatte. So kam es wie es kommen musste und Colin folgte Susan ins Verderben, da er sich nicht entscheiden konnte zwischen Angriff, aufgeben oder abhauen.

„Nicht schön“, kommentierte Ron mitgenommen, während Colins jetzt seelenloser Körper, wie eine Marionette, deren Fäden durchtrennt worden waren, zu Boden glitt und neben der flach atmenden, aber blicklos starrenden Susan zum Liegen kam.

Die furchtsamen und besorgten Blicke der Jungs entgingen mir nicht und ich leckte mir kurz über die verschwitzte Oberlippe, aber versuchte Gleichgültigkeit aufgrund des Schicksals unserer Kameraden zu mimen.

Aber wir kamen gar nicht dazu, groß zu reden, denn von nun an ging es Schlag auf Schlag und es wurde sehr spannend für uns.

„Hier bin ich echt gespannt“, murmelte Harry und schielte noch immer taxierend zu mir, vor allem da ich weiterhin mit meinen unheimlich weißen Augen dastand, bevor ein lautes durch Mark und Bein gehendes Geheule ertönte, das durch die Höhle wie eine einzige bedrohliche Warnung zog.

„Scheiße, das hört sich schlimmer an als damals Remus im Wald“, presste Ron geschockt seine Hand aufs Herz und schien sich mit Grausen an die damaligen Ereignisse zu erinnern, aus denen er zu der Zeit weniger glimpflich davongekommen war.

„Hahaha“, kicherte ich amüsiert los und schüttelte belustigt das Haupt. Sie hatten noch nie Fenrir losheulen hören, dagegen hörte sich das wie ein laues Lüftchen an, wenn man mich fragte.

„Warum lachst du?“, fragte auch schon Ron betroffen und beleidigt.

Ich fand seinen Vergleich mit Remus einfach nur lachhaft, denn gegen richtige Werwölfe wirkte Remus, wie ein winselnder Welpe und so winkte ich nur lässig ab.

„Was… was? Rede“, drehte sich Harry fordernd zu mir und ich konnte an sich schon froh sein, dass sie meine Augen derart fraglos hinnahmen und so überlegte ich, was ich sagen könnte, aber bevor ich ansetzen konnte, wurde ich unterbrochen.

„Merlin, was sind das für Viecher?“, wirkte Ron recht blass und zuckte vor den Bildern zurück.

„Das sind Werwölfe“, beschied ich seelenruhig. „Und wenn ihr aufgepasst hättet, damals in unserem dritten Jahr, wüsstet ihr es. Die Bilder in den Büchern, die Severus uns damals gezeigt hat, sind recht gut getroffen“, kommentierte ich geschäftig und doch schüttelte ich tragisch bewegt mein Haupt, wie ignorant man sein konnte.

„Stopp, so sah Remus nicht aus“, warf Harry blässlich ein und deutete anklagend auf den ausgewachsenen, sehr großen und beeindruckenden Wolf, den wir drohend in seiner grausamen Aggressivität ausmachen konnten.

„Pfff, Remus ist auch ein Weichwolf“, spie ich verächtlich, denn anders als der schmächtige Remus, der mir andauernd Vorhaltungen machte, sahen normalerweise Werwölfe sprichwörtlich furchterregend aus.

Ich vermutete einfach, weil Remus alles tat um nicht wölfisch zu sein, zeigte sich auch seine Gestalt als verhungertes und hageres Etwas. Außerdem hatte es bestimmt auch was mit seiner mangelhaften Ernährung zu tun und als Wolf brauchte man halt viel Protein.

http://www.tattoo-bewertung.de/files/pic_1194018995_3.jpg   Werwölfe

Tja und dieses Team sah sich eben mit einem zu voller Pracht erblühten Werwolf gegenüber, vollständig gewandelt und absolut tödlich, offenbarte er drahtig beharrte Muskeln und einen Kiefer mit Reißzähnen der seinesgleichen suchte. Er war auf Jagd nach Frischfleisch.

„Hermione, Schönste, ohne Scheiß, mit diesen Viechern streifst du durch den Wald?“, stotterte Ron stockend und fasste sich an die Kehle. „Ich… ich meine, ich mach mir fast so schon in die Hose nur vom Zusehen“, kommentierte Ron wenig schmeichelhaft und auch Harry wirkte gequält, als gerade wieder ein tiefes Grollen zu uns wehte, weil der Werwolf mit weit geöffnetem Maul zu knurren begann.

„Nein, Ron, nicht an Vollmond! Ich bin nicht lebensmüde“, versuchte ich sein Unwohlsein zu zerstreuen.

„Man könnte fast anderer Meinung sein“, murmelte Harry betroffen und wenig freundlich. „Ich hatte damals schon vor Remus Angst, oder dem Typen der Lavender angeknabbert hat und da sagst du so lasch, dass du mit denen rumhängst“, klagte er weiter und ich war gewillt, meine Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen.

„Aber nicht wenn sie soooo aussehen“, deutete ich entnervt auf das Vieh, das gerade seine lange Nase in die Luft hob, um zu schnüffeln.

„Würg… das… das war damals mit Lavender so ekelhaft!“, schluckte Ron würgend, starrte aber weiterhin gefesselt auf das Bild vor sich. „Das war damals schlimm… aber, aber das da, das sind Albtraumwesen“, bekannte er aufrichtig mitgenommen.

„Mich interessiert eher, wie sich Hannah und Seamus schlagen“, deutete ich interessiert auf das Bild und besah mir dieses Zweierteam.

Soeben zog wieder das laute Heulen, das das Wesen ausstieß, wie eine bedrohliche Warnung durch die Höhle und ließ beide erzittern, bevor der Wolf in die Gänge kam und in einem irren Tempo um die Ecke stob.

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BeitragThema: 492. Ratten im Labyrinth   Mi Dez 17, 2014 1:30 am

492. Kapitel Ratten im Labyrinth


„Fuck! Lauf“, rief Seamus erschrocken und löste sich aus seiner ängstlichen Starre, bevor er los spurtete was das Zeug hielt, während auch unsere verbitterte Hannah davon stürmte. Sie liefen und liefen und zu meiner Verwunderung hielten sie kein einziges Mal an. Hannah schoss nur immer wieder über ihre Schulter einen Fluch ab, der aber meist ziellos surrend das tollwütige Wesen verfehlte, das sie erbarmungslos hetzte.

„Schneller“, stieß sie atemlos aus, als die beiden gerade noch so eine Kurve nahmen und sie laut aufschrien, weil der Wolf mit einem lauten Knall schlitternd in den Stein lief, da er so schnell und um so vieles breiter war.

„Sie laufen weg“, meinte Ron sichtbar sprachlos. „Sie kämpfen nicht“, machte er riesige Augen und selbst Harry schüttelte perplex den Kopf, während sich der Werwolf von seiner Kollision fing. Er schüttelte seinen großen Schädel, dann legte er den Kopf in den Nacken und begann damit, inbrünstig loszuheulen, nur um darauf erneut in großen Sprüngen seinen Opfern nachzusetzen.

„Er erwischt uns“, „Gleich hat er uns“, „Shit“, keuchten beide atemlos und sprangen im Gegensatz zu ihrem Verfolger extrem langsam über die Steine.

„Ziel auf die Decke“, brüllte da urplötzlich Seamus. „Schieß auf die Decke! Los!“ Hannah zögerte keine Sekunde und tat, was Seamus vorgeschlagen hatte.

„Defodio“, bellte sie und es gab einen lauten Knall, als sich nun Gesteinsbrocken von der Decke lösten und auf alles und jeden herab zu fallen begannen.

„Defodio“, brüllte nun auch noch Seamus ein ums andere Mal unermüdlich den Sprengfluch, der sich in das Gestein hinein fraß.

Warum, warum machten sie es sich so einfach? Ich fand, dass sie sich, zu unserer Schande, nicht wirklich mit dem Werwolf anlegten, sie lernten nicht, wie man sie besiegen konnte, wenngleich sie instinktiv das Richtige machten, denn sie flüchteten, aber trotzdem enttäuschten sie mich damit maßlos.

„Sie schaffen es echt, schaut“, lebte Harry sichtbar mit und zog soeben die Schultern hoch, als die Brocken auf den Boden donnerten und auch Ron holte gerade zischend Luft, während wir beobachteten, wie sie gerade noch so aus dem Ausgang schlüpften, bevor die ganze Decke hinab knallte und die Kreatur rücksichtslos unter sich begrub. „Unfassbar“, stieß ich wenig begeistert aus, denn beide kamen tatsächlich unbeschadet aus den Höhlen. Das hätte ich nie und nimmer erwartet. Sie hatten nichts, aber gar nichts geleistet in meinen bescheidenen Augen.

„Unser erstes Team, das überlebt“, wandte Ron schonungslos ehrlich ein und ich schnaubte, während ich regelrecht eine große Leere deshalb in mir fühlte, die mich kurz verunsicherte.

„Aber trotz allem keine Glanzleistung“, kommentierte Harry noch immer sichtlich geschockt wegen des Wolfes.

„Das war nicht die Aufgabe“, murrte ich düster.

„Was denn dann? Ins offene Messer rennen, sie hätten kaum Chancen gehabt, wenn sie sich dem Vieh gestellt hätten“, blickte er mich für meinen delikaten Geschmack zu vorwurfsvoll an.

„Ich dachte, Entkommen wäre die Aufgabe?“, kam es recht schneidend von Harry und kurz verengte ich verärgert die Augen, von einem Gryffindor und meiner größten Kritikerin in der BL erwartete ich irgendwie mehr, als nur wie ein Hasenfuß das Heil in der Flucht zu suchen.

„Überleben war doch was sie sollten, oder?“, drang nun Ron in mich und ich schnaubte auf.

„Sie sollen lernen, gegen solche Wesen zu kämpfen“, meinte ich recht anklagend.

„Und wie ohne Anleitung? Sie wurden ins kalte Wasser geworfen“, fragte Harry und ich hob die Schultern.

„Was ist mit der Peitsche?“, wandte sich Ron nun plötzlich eindringlich an mich. „Du weißt schon, mit der du Lavender gerettet hast“, ging er augenscheinlich auf meinen konsternierten Gesichtsausdruck ein.

„Pfff, das ist Severus‘, Dracos und meine Erfindung!“, wehrte ich eilig ab, dabei verschränkte ich meine Arme vor der Brust.

„Auf euren Snobismus können wir hier keine Rücksicht nehmen“, belehrte mich Harry sofort und ich musterte ihn verhalten.

„Das weiß ich selbst, aber der Fluch ist nicht leicht. Er erfordert sehr viel Kraft und er schwächt!“, kam ich langsam mit den Gründen für meine Ablehnung daher.

„Dann werden nur die Stärksten von uns ihn erlernen… Ich und Ron werden damit beginnen!“, überging er mit einer gewissen Arroganz meinen Willen und das war ich absolut nicht gewohnt, da alles an seinem Ton seinen Wunsch widerspiegelte, sich durchzusetzen.

„Harry… das… nein…“, wollte ich mit meiner Weigerung beginnen, als er mahnend seine Hand erhob.

„Nein, Schönste! Ich frage nicht, ich fordere es“, meinte er unerwartet hart und ich hob taxierend eine Braue, als er derart beanspruchend mir gegenüber auftrat. „Hermione“, lag ein großer Tadel in Harrys Ton, während sich Ron komplett aus unserem Disput raushielt und ich rang mit mir, dabei funkelten mich zu grüne Augen entschlossen durch runde Brillengläser an.

„Harry“, versuchte ich es erneut, doch der Ausdruck seiner Miene stoppte mich abrupt.

„HERMIONE“, betonte er jeden einzelnen Buchstaben meines Namens und ich stöhnte leise auf, das klang so vorwurfsvoll.

„Wie du wünschst“, stieß ich dann widerwillig aus, denn ich wusste, es würde nicht leicht für die Jungs werden, es zu erlernen, das war ein hartes Brot. „Aber ich bringe es nur euch bei“, kam ich nun seinem Einwand zuvor, indem nun ich meine Hand hob, auf dass er mit dieser sprach, denn es interessierte mich nicht, was er sich sonst noch wünschte. „Hör zu, Harry, ich werde es nur euch beibringen, sonst niemandem, wenn ihr euch andere wünscht, welche aus der BL, dann wünsche ich euch danach viel Spaß damit“, lag derart viel Widerwille in meiner Stimme, dass Rons Haltung Zweifel von vorn bis hinten ausstrahlte.

„So schlimm?“, wollte Ron unsicher erfahren und strich sich nervös durch sein so rotes Haar.

„Es ist wirklich kräftezehrend. Es ist überaus anstrengend, es ist schwer und ihn aufrechtzuerhalten ist noch mal eine ganz andere Sache“, gab ich sichtlich unwohl zu bedenken.

„Abgemacht“, schaltete sich Harry zufrieden grinsend ein und ich schüttelte mich. Ich hatte ein Monster erschaffen.

„Achtung, schaut, Astoria ist dran“, zeigte Ron gerade ziemlich nervös auf das nächste Gemälde.

„Krass, ist da viel Nebel. Woher kommt denn der?“, fragte Harry ziemlich besorgt und ich schmunzelte wegen seiner so plötzlich, so intensiv gezeigten Sorge.

Aber er konnte nicht verbergen, dass er auf sein Mündel, auf seine Schwägerin, mehr Acht gab als auf die anderen. Doch auch ihr würde er nicht helfen können. Astoria, Ernie und Dennis schlichen geduckt mit gezückten Stäben durch das unübersichtliche Gewirr der Höhlen und versuchten, nicht zu stolpern. Dabei bemerkte man, dass Ernie noch frisch in der BL und sichtbar unsicher war. Vor allem jetzt, da er kurzzeitig aufgrund der Unwirklichkeit der Kulisse vor Angst erstarrte, bis er von Astoria weitergezogen wurde. Doch weit kamen sie nicht.

„ARRRRRR!“, stieß Ernie einen schrillen Schrei in den höchsten Tönen aus und irgendwie konnte man ihn verstehen, denn auch wir waren kurz überrascht, was da auf sie zukam.

„Ernieeeeee“, hauchte Astoria entsetzt und schlug sich eine Hand vor den Mund, während ihre andere Hand drohend den Zauberstab hob.

„Boah, ist die hässlich“, brachte es Ron unnachahmlich auf den Punkt, dabei schüttelte er sich heftig.

Das Wesen stürzte sich wie eine Besessene auf den stolpernden Ernie, der sichtbar erschrocken auf seinem Hintern in der nebeligen Suppe landete. Er kreischte weiter und krabbelte hektisch auf allen Vieren in seiner unbequemen Position nach hinten weg, doch damit zog er erst recht ihre Aufmerksamkeit auf sich. Dies wurde untermalt von kreischenden Geräuschen, mit denen die geifernde Vettel die Verfolgung aufnahm.

Astoria und Dennis hingegen zuckten nur minimal vor der bodenlos hässlichen Visage der Sabberhexe zurück, zögerten aber ansonsten nicht und eröffneten den Kampf.

Die aschfahle und graue Fresse der Hexe erinnerte an eine runde Scheibe. Dazu kam ein extrem schiefer Mund mit einem breiten Kiefer. Dies vervollständigte das deformierte Gesicht. Diese Gattung der hässlichen und widerlichen, alten Weiber mit ihren fiesen, runzeligen Gesichtern verspeisten bekanntermaßen gern kleine Kinder. Die große, verunzierende Warze an ihrer Stirn trug nicht zu ihrer Schönheit bei, dabei gebärdete sie sich auch noch wie eine Wilde und riss immer wieder ihren Mund klappernd weit auf.

http://www.gamersunity.de/img/sys/2008-36/thumbs/chris4xkz.620-329.jpg Sabberhexe

Trotz ihrer gebeugten Gestalt war sie unerwartet flink und fauchte soeben wütend über ihre Schulter hinweg zu ihren Angreifern, um sie in die Flucht zu schlagen, da sie nicht von ihrem scheinbar wehrlosen, am Boden kriechenden Opfer lassen wollte.

Natürlich reichte das nicht, denn Dennis und Astoria waren sehr kreativ und findig in ihren Sprüchen. Dies zwang die Vettel, immer schneller zu agieren und wie verrückt hin und her zu springen.

Langsam rappelte sich Ernie wieder auf und schien sich zu fangen. Er hob entschlossen seinen Stab und schickte einen Blendzauber, der laut knallend unter der Höhlendecke explodierte und nicht nur der Sabberhexe durch seine absolute Helligkeit zu schaffen machte.

„Arrrr“, kreischte die Sabberhexe auch schon schrill, wegen des gleißenden Lichtes und riss ihren Arm hoch um ihre Augen zu bedecken, während ihre Spucke nur so durch die Luft flog.

Tja, somit hatte Ernie sich auch selbst geblendet und taumelte nun blind und unbeholfen durch die undurchsichtig diffuse Höhle und versuchte, nicht zu stolpern.

„Schnapp dir Ernie“, rief Astoria blinzelnd zu Dennis, sprang dabei gerade wagemutig auf die böse Hexe zu und kämpfte gekonnt mit ihr, indem sie ihr die Füße unter ihrem Körper wegtrat. Doch schnell war die Sabbertante wieder wild um sich spuckend auf den selbigen und attackierte nun Astoria mit ausgefahrenen Klauen, wenngleich sie immer noch nicht wirklich etwas sehen konnte.

Es ging rasant hin und her und Astoria offenbarte, dass sie wendig und flink wie eine Katze war. Geschmeidig rannte sie hin und her und sprang an den Wänden hoch. Anscheinend konnte man wirklich eine Affinität zu ihrem gestaltlichen Animagus ausmachen.

„Was ist mit dir?“, brüllte Dennis besorgt zurück und griff den blind rudernden und taumelnden Ernie am Oberarm. „Kommst du?“

„Ich komme gleich“, schrie sie zwischen drei schillernden Flüchen und zwei Sprüngen zu den Jungs.

Natürlich stoppte Dennis und versuchte ihr zu helfen, dabei war er wirklich pfiffig und feuerte einmal im Kreis um sich herum und zu meinem Erstaunen belegte er sich und den hilflosen Ernie recht lässig mit einem Unsichtbarkeitszauber. Somit konnte er die Sabberhexe, deren Rotz und Sabber auf ihrer Hatz nach Astoria gegen die Wände klatschte, verwirren.

Während Dennis den erschöpften und wehrlosen Ernie nun gut verborgen davon zog, kämpfte Astoria weiter, um die Vettel von den langsam Flüchtenden abzulenken. Sie war dabei äußerst gemein und erfinderisch in ihren Flüchen. Sie reizte diese Kreatur ab und an gefährlich, was diese extrem schrill kreischen ließ und jedem eine Gänsehaut über den Rücken jagte.

Noch immer ging es rasant hin und her, während Astoria den anderen folgen wollte und soeben leichtfüßig durch die Luft sprang, doch ganz plötzlich verzog sie das bisher so hochkonzentrierte Antlitz zu einer schmerzhaften Grimasse.

„Mist“, „Autsch“, „Achtung“, waren unsere unterschiedlichen Reaktionen, da wir durchaus mit ihr mitlebten und mitfieberten.

Wie aus heiterem Himmel war eine graue, gichtige Hand aus dem wabernden Nebel hervorgeschossen und hielt sie nun von hinten am Hals umklammert.

Vor Schreck ließ Astoria ihren Zauberstab fallen und ihre Hände fuhren aus einem Instinkt heraus an ihren Hals, zu den Händen der Sabberhexe. Astoria baumelte nun wie ein nasser Sack in der Luft und strampelte wie verrückt gegen den stahlharten Griff an.

„Hab ich dich, schönes Kind“, säuselte die schrille Stimme der Sabberhexe und der Speichel lief ihr aus ihrem schiefen Mund, während sich nun die zweite Hand von der bösen Hexe an Astorias schmale Kehle legte und erbarmungslos zudrückte. Astorias Gesicht verdunkelte sich zu einem ungesunden Lila, weil sie nur entsetzt und wenig erfolgreich nach Atem schnappen konnte.

Schmerzlich verzog ich die Mundwinkel, denn ich erinnerte mich an Bole, der mich ähnlich fertig gemacht hatte und es war keine Lüge, zu behaupten, dass ich bis heute gezeichnet war, wenn man meiner Kehle nahekam.

„Tja, das war´s dann auch mit Astoria“, presste ich hervor, denn sie gab auf, anders als ich damals, und somit rollte ich wenig mitleidig mit den Augen.

„Stopp! Das!“, befahl Harry rau, fuhr haltlos zu mir herum und zuckte kurz vor meiner Erscheinung zurück. Pure Panik lag in seinem Blick, wobei ich wieder zu der Szene blickte und zugab, dass es weniger schön war, zuzusehen, wie Astoria erdrosselt wurde.

„Sie wird wie alle anderen behandelt“, verkündete ich stur und sah ihn nicht weiter an.

„Deshalb deine anderen Augen?“, fragte Harry hoffnungsvoll. „Und ihr passiert doch nicht wirklich was, oder?“, hatte er mich zum ersten Mal an diesem Tag ungewohnt bewegt und sorgenvoll angesehen, während ich nicht antwortete, was ihn unruhiger werden ließ. Er fing an, auf den Fußballen auf und ab zu wippen. „Sie hat sich gut geschlagen, oder?“, setzte er nochmal an.

Dabei hatte ich natürlich bemerkt, dass er ein wenig vor meinem Anblick zurück gezuckt war. Aber ich war es leid, vor den Jungs diese Seite von mir zu unterdrücken, gerade wenn sie, wie jetzt, von Nöten war. Wobei ich mir eingestand, mit Sehnsucht daran zurückzudenken, wie Severus mich angesehen hatte, als wir Sex hatten und ich meine Augen ohne Scheu offenbarte. Er war nicht vor mir zurückgewichen, zu keiner Sekunde.

„Die Wahrheit? Es geht, Harry, denn wenn sie gewonnen hätte, dann hätte sie sich gut geschlagen“, wandte ich sehr trocken ein und versuchte zu überspielen, dass ich auf das was er noch gefragt hatte nicht antwortete.

„Bist du nicht zu hart, Hermione? Und ich bemerke sehr wohl, dass du ausweichst“, klagte der neue Harry weitsichtig an und ich krampfte meine Hand zur Faust.

„Bin ich das, Harry?“, wollte ich provokant erfahren und überging schon wieder sein Nachbohren und wandte ihm weiterhin stur den Rücken zu.

„Weiß ich nicht, Hermione“, fuhr er mich relativ aggressiv an. „Vielleicht bist du auch zu selbstsicher? Und überschätzt dich“, wagte er kühn einzuwerfen und ich runzelte über ihn missmutig die Stirn.

Eins musste ich zugeben, ich hatte nicht vorausgesehen, dass sie alle so fulminant versagen würden, sondern die Tests eigentlich nicht als übermäßig schwer angesehen. Umso mehr ärgerte es mich, doch noch gab es etwas Hoffnung, dass wenigstens unsere verbleibenden Teams sich besser schlagen würden.

„Könntet ihr nicht damit aufhören?“, fragte Ron genervt, dabei fuhr er sich ungehalten durch sein langes rotes Haar und offenbarte, wie sehr ihn das Gesehene doch mitnahm und bis ins Mark erschütterte, auch wenn er es zu überspielen versuchte.

„Warum? Warum sollte ich? Ich will wissen, was sie denkt“, kam es aufrührerisch von Harry, dabei legte sich ein störrischer Zug um seinen Mund; ich stöhnte auf.

„Und ich vertraue ihr“, brauste Ron ungehalten auf.

Gerade schien es ihn mächtig zu nerven, dass Harry Zweifel an mir anmeldete, weswegen ich schließlich geschlagen nachgab und wieder zu Harry sah.

„Okay, lass gut sein, Ron… also, mein lieber Harry, du willst die Wahrheit, dann kommt die nun, wenn ich jetzt das Werwolfsteam und das Sabberhexenteam so ansehe, schaudert es mich regelrecht. Denn wenn ich ähnlich in diesen Situationen gehandelt hätte, wäre ich heute schon nicht mehr hier“, deutete ich anklagend auf die bewegten Bilder und atmete heftig ein und aus. „Das glaub mir mal“, kam es inbrünstig von mir, denn ich meinte jedes Wort ernst.

„Wie meinen?“, drang Harry weiter unnachgiebig in mich, woraufhin nun Ron übertrieben mit den Augen rollte.

„So wie ich es sage“, stockte ich kurz, aber Harrys ganze Haltung deutete darauf hin, dass er mich nicht von der Angel lassen würde, ohne mehr Hintergrundwissen, und so seufzte ich tief auf, bevor ich fortfuhr: „Ich wurde auch mal gewürgt… ganz zu Anfang… war nicht schön, aber ich lebe und… und… Ich musste auch gegen die Werwölfe kämpfen. Sie hätte mich sonst nie akzeptiert und wäre ich davongelaufen… haaaa… dann hätte ich mich dort nie mehr sehen lassen können.“

Ich schüttelte mich bei dem furchtbaren Gedanken, wie untendurch ich bei dem Haufen gewesen wäre. Sie hätten ab dann immer versucht, mich bei jeder sich bietenden Gelegenheit umzubringen.

„Das hast du nicht getan, bist du irre?“, fauchte mich jetzt Harry regelrecht aggressiv an und leckte sich über die Lippen, während sein Blick zu Ron zuckte.

„Schönste, das war gefährlich… waren wenigstens andere DeathEater dabei?“, wollte Ron besorgt erfahren, irgendwie war es irrwitzig, dass er dachte, dass mir andere DeathEater Rückendeckung geben könnten, oder würden.

„Nein, ich war allein!“, blieb ich unbedachterweise bei der Wahrheit, was den Jungs gar nicht zu passen schien.

„Das ist krank! Eindeutig! Ich meine, hat es deinen holden Malfoy damals nicht auch bei den Werwölfen erwischt? Wenn er schon Schwierigkeiten hatte… dann…“, schaltete sich Ron sichtbar aus dem Gleichgewicht gebracht wieder ein, während es Harry augenscheinlich die Sprache verschlagen hatte. Unterdessen erinnerte ich mich an die Anfangszeit im Rudel zurück und dass ich nicht behaupten konnte, dass ich mich dort jemals so unwohl gefühlt hatte, wie zum Beispiel in dem Gewölbe der DeathEater.

„Pfff, weil Draco die Wölfe nicht mag, bedeutet das nicht, dass es jedem von uns so geht und ja, es ist korrekt, es hat ihn damals bei ihnen erwischt! Aber auch er ist nicht davongelaufen, er hat alle getötet!“, erklärte ich abgeklärt, denn selbst wenn Draco damals dabei verletzt worden war, so hatte er doch gezeigt, dass er sich gegen ein Team von Werwölfen wehren und behaupten konnte. Was wollte man mehr?

Ich hatte damals bei meinem ersten Kampf mit den Wesen auch nur gewinnen können, weil sie mich als Frau unterschätzt und deshalb das Kräfteverhältnis falsch einschätzt hatten. Auch hatten sie damals nicht mit meiner Kaltblütigkeit gerechnet, heute wäre das anders!

Niemand aus dem Rudel traute mir noch über den Weg. Das konnte gut sein, oder aber auch schlecht, wobei mich Fenrir von Beginn an sehr gut eingeschätzt hatte, anders als die anderen Mitglieder seiner Bande.

„Und ist dabei fast draufgegangen“, konterte Harry bitterböse und starrte mich vorwurfsvoll an.

„Aber ich nicht“, kam es fast schon provokant von mir und ich stemmte die Hände in die Hüften.

„Okay, vergiss es! Aber wegen Astoria und allen anderen… es… also, es geht ihnen allen wirklich gut?“, drang Harry wieder von Sorge überwältigt in mich und ich hob konsterniert eine Braue.

„Hermione?“, hauchte nun Ron mehr als besorgt, da ich mir Zeit ließ. „Ist das nicht etwas zu heftig? Sie müssen lebend aus einem Kampf herauskommen, niemand verlangt von ihnen das, was du im Rudel erreicht hast. Dein Urteil ist härter als nötig. Flucht kann auch eine kluge Option sein.“

„Sie sind hier um das Kämpfen gegen diese Wesen zu lernen, nicht wie man wegläuft… Lassen wir das, okay?“, forderte ich genervt und als ich einen Blick auf die nächste Szene warf, wusste ich, wie ich die Aufmerksamkeit der Jungs fesseln konnte. „Schaut, Ginny ist dran!“

Daraufhin murrte Harry sehr unzufrieden und Ron wirkte nicht mehr nur blass, sondern grün, als ich auf seine Schwester deutete. Fast sofort schien Ron mit dem Bild zu verschmelzen, während ich froh war, nicht weiter auf die Vorwürfe antworten zu müssen.

Diese Frage über die Unversehrtheit unserer Probanden machte mich unsicher und ich wollte erstmal nichts dazu sagen. Es war nicht ohne und das hier war ein Experiment und eben diese Tatsache machte es trotz allem gefährlich und ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich die BL so mies schlagen würde. Sie wussten doch in der Theorie alle, wie man diese Wesen bekämpfte, zum Teil sogar noch aus unserem lückenhaften und meist schlechten Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste, aber spätestens aus den DA und BL Stunden mussten sie wissen, was zu tun war. Ich war wie vor den Kopf geschlagen von ihrem kollektiven Versagen.

Aber ich vertraute mir und glaubte an mich, wobei sich sehr wohl ein gewisser Zweifel in meiner Haltung offenbarte, da ich eben abwarten wollte, ob ich die schiere Anzahl an Verlusten ausgleichen konnte.

Doch Ron und Harry ließen sich eben von Ginny, wie von mir gewünscht, ablenken. Es würde zu spannend sein, zu erleben, wie sich das Team um Ginny, Greg und Terry schlagen würde.

Die drei standen im Gegensatz zu den anderen in einer recht großen, breiten und weitläufigen Höhle und sahen sich recht interessiert um, bis plötzlich auf einmal dort drinnen alles erbebte und sie sich kurz lauernde Blicke sandten.

„Okay, was war das?“, flüsterte Ginny sehr leise, aber auch sehr vorsichtig und blickte immer wieder hektisch über ihre Schulter.

„Gute Frage“, hauchte Terry schluckend und hielt seinen sanft leuchtenden Zauberstab ein wenig höher.

„Ich hätte gesagt, es ist sehr groß“, murmelte Greg überlegend zurück und musterte seine Umgebung mit abschätzenden Blicken.

Als sie wieder eine Erschütterung spürten, taumelten deswegen die Mitglieder der Truppe wie betrunken hin und her.

„Was sollen wir tun?“, wisperte Terry hörbar piepsig und fuhr sich nervös durch sein Haar.

„Woher zum Teufel, soll ich d–“, begann Greg ungehalten, bis er zusammenzuckte.

„Vorsichtig!“, schrie auf einmal Ginny erschrocken laut, dabei wurde sie regelrecht bleich, während sie den Jungs bedeutete, auf die Kreatur zu achten, die plötzlich hinter ihnen hoch aufragte.

„Verdammte Scheiße, was ist das?“, fluchte Terry haltlos, dabei wirbelte er mit gezücktem Stab herum und starrte bodenlos entsetzt auf sein Gegenüber.

„Boah, ist das hässlich“, hauchte Ginny mit leidlich verzogener Miene und ich konnte ihr nur Recht geben, einen Schönheitswettbewerb würde dieses Ding nicht gewinnen, zu keiner Zeit.

„Krass, ist das riesig“, meinte Greg eher beeindruckt denn verschreckt und unterzog das Ding einer genauen Musterung. In seinem Blick lag durchaus so etwas Abstraktes wie Anerkennung und Gefallen.

„Dem hätte bestimmt auch damals der Troll gefallen“, murrte Ron anklagend über Gregs lässige Reaktion und Harry und ich kicherten leise aufgrund dieser Feststellung, die ich ähnlich wahrnahm.

„Tja, das ist Gregory Goyle“, meinte Harry dann sogar recht gutmütig, wobei man eines diesem jungen Mann lassen musste, er war so ganz anders als man auf den ersten Blick meinen konnte. Er hatte keine Angst, egal vor welcher Größe, war es nun die geistige Größe von Padma, oder die dieser Kreatur, an sich war das erhellend.

Selbst ich starrte beeindruckt auf diesen Oger!

Er war noch mal eine ganze Nummer größer und hässlicher als der Troll aus unserem ersten Jahr. Dies hier war ein menschenfressendes Monster, aber mit einer menschenähnlichen, überdimensional großen und fetten Gestalt. Seine zwei spitzen Zähne stachen unappetitlich in die Oberlippe, während er sein Antlitz zu einer hässlichen Visage verzog. Das Ungeheuer sah nicht nur kräftig aus, sondern wirkte auch noch leider sehr dumm, so wie es in den Büchern über ihn stand. Die Sprache, mit der Oger sich untereinander verständigen, war angeblich sehr begrenzt, da sie nur komische Grunzlaute von sich gaben und gerade grunzte er hier vor uns was das Zeug hielt. Seine Stärke unterstrich der Troll noch durch eine schwere Keule, die er lässig schwang und die im Gegensatz zu jener von dem Troll im ersten Schuljahr mehr als mächtig war.

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„Autsch und das ist Ginny“, kam es recht trocken von Ron, denn ein Wisch des Ogers mit der Keule und Ginny flog im hohen Bogen durch die Luft, sie segelte regelrecht davon. Durch den Schlag wirkte sie weiß wie eine Wand und auch völlig hilflos, während sie flog.

„Ahhhh“, schrie sie rudernd, während Terry aber so fix war und ein Luftpolster erscheinen ließ.

Dieses milderte zum Glück Ginnys Aufprall ab, wobei sie immer noch mit viel Wucht hinein donnerte. Sie würgte an dem Schlag der ihr die Luft geraubt hatte, doch sie war nicht jemand, der in der Stunde der Gefahr zögerte und so kam sie erstaunlich flott wieder auf die Beine und schüttelte sich, während der Troll laut grunzte.

„Puhh, danke Terry… das war knapp“, lief sie eilig weg, schien aber den Schock, zu einem Flugball verwandelt worden zu sein, sehr gut wegzustecken.

Auf der anderen Seite, sie mochte das Fliegen. Wem es gefiel. Doch Ginny hüpfte keine Sekunde zu früh weg, da der Oger mit der Keule ausholte und unabsichtlich gegen einen Stalaktiten donnerte, der spitz von der Decke der Höhle wuchs und nun brutal abgeschlagen wurde.

Ginny musste sich magisch vor den herabfallenden Steinbrocken schützen. Auch ihr Gegner wurde getroffen, was diese Kreatur laut aufbrüllen ließ. Er riss dabei sein Maul sperrangelweit auf und wirkte dabei als wollte er sie schlicht auffressen. Aber sie war zu flink und so machte er sich auf, Terry zu verfolgen, da dieser ihn mit Sprengflüchen bombardierte. Leider richteten sie herzlich wenig bei den baumstammgroßen Füßen des Angreifers aus.

„Vorsichtig“, ließ dies Greg aufbrüllen und erst jetzt sah man, was Padma an ihrem Freund liebte, er verlor nie den Überblick, aber Terry leider schon.

Denn in dem Moment erwischte es Terry. Auch er hob ab und flog wild rudernd durch die Luft. Sofort schien es, als würde Greg innerhalb von Sekunden noch größer werden, dabei drückte es ihm regelrecht seine Brust raus und durch seine massige Gestalt wirkte er nicht wirklich lächerlich, wie er daherkam, sondernd eher beeindruckend, da er nun lautstark Flüche schleudernd, wie ein wildgewordener Bulle losstürmte. Er hielt direkt auf das Monster zu und war so schnell, dass man gar nicht ausmachen konnte, was er rasant hintereinander weg schrie.

Da alle beschäftigt waren und rumliefen, konnte Terry nicht so sanft aufgefangen werden wie Ginny und er landete recht unglücklich mit der Schulter an einem Stein. Es knirschte bedenklich, worauf er erstmal benommen am Boden liegen blieb.

„Terry, Terry“, kam Ginny schlitternd neben ihm an und ging auf die Knie, um sich um ihn zu kümmern, unterdessen feuerte Greg noch immer auf den Oger. „Terry, ist alles in Ordnung?“

„Wow, der hat einen Wumms“, keuchte Terry plötzlich atemlos, dabei verzog sich seine Miene zu einer schmerzverzerrten Grimasse.

„Du bist so ein Idiot. Kannst du aufstehen?“, fragte sie hektisch und blickte besorgt über seinen leicht verdrehten Körper, während er stur nickte und dann doch aufgrund des Adrenalins relativ flott auf die Beine kam. Doch er hielt sich die schiefe Schulter und keuchte vor Schmerz als er stand und ich vermutete, dass seine Schulter von dem Aufprall ausgekugelt oder gebrochen war.

„Maximum Flederwichtfluch“, schickte nun Ginny ihre Spezialität auf das wütende Monster los, der ihn von Greg ablenkte, da er umgehend von einem Schwarm biestiger Bösewichte mit Fledermausflügeln überfallen und von deren spitzen Zähnen übel zugerichtet wurde. „Uhhhhhh“, brüllte er mit gefletschten Zähnen wütend und fuchtelte wie wild mit seinen riesigen Händen nach den schwarzen Angreifern. Er zerquetschte den ein oder anderen zwischen seinen zusammenklatschenden Händen.

„Kommt ihr klar?“, brüllte Greg über den Krach hinweg, weil Terry soeben ganz blass stolperte und auf die Knie fiel.

Seine Schulter schien ihm mehr Probleme zu bereiten als gedacht und da riss Ginny wieder den Zauberstab hoch und schien ähnlich ihrem Bruder das Erstbeste zu rufen, was ihr in den Sinn kam.

„Wingardium Leviosa“, zielte sie auf einen der Stalagmiten, der daraufhin bebend abbrach und den sie nun als einen Prügel verwendete.

„Oh schaut, wie ich damals“, schwelgte Ron auch sofort in Erinnerungen an unser erstes Jahr.

Sie schlug aber wesentlich zielgerichteter damit zu, was das Vieh dröhnen ließ. Aber im Grunde zerbrach der Stalagmit am steinharten Schädel des Ogers. Trotzdem war er abgelenkt und brüllte herum. Seine großen Füße kamen dabei dem Team immer wieder bedenklich nahe, weswegen Greg versuchte, Ginny und Terry zu schützen, indem er seinen Zauberstab hob und mit einem grimmigen Ausdruck im Antlitz zielte.

„Sectumsempra“, schrie Greg zu meiner Verwunderung inbrünstig.

Dieser Spruch ließ mich blinzeln und in dieser Sekunde schlug auch schon der Fluch ungehindert in den Oger ein, woraufhin seine Beine sofort mit aufplatzenden Schnittwunden übersät waren und sein grünes Blut in Strömen zu fließen begann.

„Arrrrr“, kreischte das Wesen wütend und versuchte, an sich hinabzusehen, während er bedrohlich zu schwanken begann.

„Wer hat dir den beigebracht?“, schrie Ginny über den Lärm hinweg und starrte angewidert auf das grüne Blut.

„Krum“, murrte Greg knapp, der nachdem er nun sah, wie der Fluch wirkte, jetzt doch etwas käsig anlief und sichtbar schwer schluckte.

„Krum? Viktor Krum? Der hat doch Flint alle gemacht! Woher kann der denn?“, verhaspelte sich Ginny fast vor Nervosität, während sie sichtbar geschockt zurückwich und malerisch mit grünem Blut bespritzt wurde. „Wähhh.“

„Karkaroff“, entgegnete Greg plötzlich entschlossen und schleuderte nun einen Sprengfluch vor die malträtierten Füße des Ogers, der wieder schmerzverzerrt aufbrüllte und nun wild mit den Armen fuchtelnd zusammenklappte, da ihn seine Beine nicht mehr trugen.

Die Erde der Höhle erbebte unter der Erschütterung des riesigen Leibes, der brachial zu Boden ging. Während der Oger erbärmlich grunzte, erinnerte er nun eher an ein geschlachtetes Schwein, als an ein beeindruckendes Monster.

„Na bravo, jetzt wissen wir, wie Snapes Fluch weitergegeben werden konnte, sodass Krum den Scheiß mit Marcus bauen konnte“, murrte Ron düster.

„Hä?“, fragte ich leicht von den Informationen überfordert, die soeben auf mich einströmten. Was hatte Viktor getan? Und seit wann war Flint Marcus? Und überhaupt Karkaroff?

„Tja, Schönste, da warst du nicht in der Burg. Du bist eh viel zu selten da“, vernahm ich durchaus den leichten Tadel von Ron. „Du verpasst zu viel und anscheinend weiht dich niemand ein, denn du weißt eben nicht, dass bei einem VenTes Einsatz Marcus verletzt wurde und zwar durch den mehr als übereifrigen Viktor Krum und das noch mit eben diesem speziellen Fluch“, verdeutlichte er ausschweifend und widerwilliger Weise wurden meine Augen riesengroß. Ich verlor den Fokus.

„Fuck, nein!“, entwich es mir bestürzt, denn es war nicht gut, dass dieser Fluch derart leutselig weitergegeben wurde, aber was ich über Viktor hören musste, machte mir Sorgen. „Was hat er getan?“, fragte ich sprachlos entsetzt und lauschte nun Harrys und Rons Erzählung sichtlich bewegt, denn an sich war es unverzeihlich, was Viktor für einen riesengroßen Fehler begangen hatte.

„Tja, du siehst, da ist viel passiert“, endete soeben Ron und ich schluckte unwohl, als ich Harrys so grüne Augen bemerkte, die mich genau anvisierten.

„Ähnlich wie du dann wohl nichts von Cho weißt?“, riss er mir fast den Boden unter den Füßen weg, indem er gerade auf sie zu sprechen kam.

„Cho, wie?“, lenkte ich sofort die Unwissende spielend und besonders auf der Hut seiend ab.

„Tja“, zuckte Harry unschuldig mit den Schultern, aber alles an ihm sagte mir, dass er mich genau beobachtete. „Cho, die verschwundene VenTes, Cho Chang, meine Beinah-Freundin, sag mal, Schönste, bekommst du auch nur im Ansatz was mit, was sich in Irland abspielt? Das mit Cho kann ich ja noch so im Ansatz verstehen, aber müsste dich Viktor nicht eher interessieren?“, traf er unerbittlich ins Schwarze und ich verzog widerwillig die Miene, da Cho noch immer mehr als heikel für mich war, auch gerade eben, gefangen zwischen zwei Ebenen, war das kein Thema, das ich zu sehr intensivieren wollte.

Kurzentschlossen wählte ich die einfachste Option, nämlich dass Angriff die beste Verteidigung war.

„Sag mal, Harry, weißt du, um wie viel ich mich kümmern muss?“, wollte ich provokant erfahren und stemmte meine Hände ostentativ in die Hüften.

„Äh, nein, du sagst uns ja nichts“, provozierte er gemein und mir platzte die Hutschnur.

„Die DeathEater, die Wölfe, dort Barty, von Fenrir und Scabior gar nicht mal gesprochen, dir, Ron und meinen Männern, die Schule, Gellert und der Orden, was soll ich noch alles gleichzeitig machen?“, fragte ich gereizt, an meinen Fingern abzählend, und schüttelte den Kopf, woraufhin Harry gequält zu mir sah, aber anscheinend auch keine Worte fand.

„Wenn man das so hört, solltest du beginnen, ein Zeitmanagement zu betreiben“, schlug Ron recht trocken vor.

„Sehr witzig, Ron“, giftete ich knapp zu ihm.

„Immer gerne“, gab er gespielt generös zurück, dabei überspielte er, dass er durchaus weiterhin mit seiner Schwester mitlebte und weniger uns lauschte, da sie gerade den Oger zusammen mit ihrem Team umkreiste.

„Severus wird nicht erfreut sein, wenn sein Fluch allgemein bekannt wird“, zuckte mein Blick zu den aufgeschnittenen und aufgeschlitzten Beinen, was die Jungs gar nicht mehr kommentierten.

Während unseres Disputs schlug sich das Dreierteam furios. Sie waren die Ersten, die wirklich gut waren und sie zeigten sich enorm bravourös in Form und töteten schlussendlich den Oger mit vereinten Kräften, ohne falsches Mitleid. Sie alle entkamen mit mehr oder weniger heiler Haut. Das war eine super Leistung, denn sie alle lebten und hatten sogar den Gegner ausgeschaltet und waren nicht nur geflüchtet.

„Geniale Leistung“, verkündete Harry beeindruckt und meinte sein Lob sehr ernst.

„Ja, sie haben sich gut geschlagen“, wandte Ron sich mit einem sehr zufriedenen Ausdruck zu uns. Der Stolz auf seine Schwester spiegelte sich in seiner ganzen Haltung wider.

„Und weiter geht‘s!“, deutete ich auf das nächste Team, welches nur aus zwei Leuten bestand.




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Kapitel 491-492
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