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 Kapitel 497-498

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 497-498   Di Jan 27, 2015 10:45 pm

497. Kapitel Ist der Ring erst losgelöst…

„Die Wahrheit?“, legte ich mein Haupt auf die Küchenplatte, da nicht nur durch den Schlag von Bellatrix und die magische Erschöpfung mein Schädel pochte und er mir plötzlich zu schwer vorkam.

„Ich bitte darum“, meinte er aufreizend generös.

„Beschissen“, stöhnte ich nur auf.

„Wegen des jungen Malfoys?“, kam Gellert mal wieder sofort auf den Punkt und ich schüttelte meinen Kopf auf der Theke, während ich nicht aufblickte. „Oder wegen deinem Verlobten?“

„Ich will Lucius nicht“, entgegnete ich reichlich kindisch und ballte die Hand mit dem Ring zur Faust.

„AHA, sicher? Oder hast du eher Sorge, weil du ihn so sehr willst, dass du Angst davor hast?“, stach Gellert sehr zielgerichtet zu. Ich erstarrte bei seiner wackeren Behauptung. „Könnte es sein, du entsagst ihm gerade deswegen? Könnte es das sein?“, fragte er gespielt liebenswürdig und ich presste meine Augen fest zusammen und hob meinen Kopf nicht an.

„Das ist eine krude Behauptung, die jeder Grundlage entbehrt!“, richtete ich mich mit einem entschlossenen Ruck wieder auf.

„Behauptest du, aber ich denke, ihr steuert in dieser Familie schon länger auf dergleichen zu und dafür habe ich den jungen Malfoy gut genug kennengelernt, um zu wissen, dass er anders ist… als du… zum Beispiel, oder sein Vater“, erläuterte mir Gellert ungefragt sehr leutselig.

„Sie kennen Lucius nicht einmal“, hielt ich ihm vor.

„Wohl wahr, aber ich kannte den ein oder anderen Malfoy… Malfoys sind Malfoys und werden es immer bleiben“, gab er zu bedenken.

„Und doch sagen Sie, dass Draco anders ist“, entgegnete ich entschieden und musterte ihn abwägend.

„Nicht jeder kann der Familie immer treu bleiben und außerdem frage ich mich, wenn du diesen Lucius nicht willst, wie es kommt, dass du dich so gefangen fühlst?“, blieb er hartnäckig und ich war immer mehr genervt.

„Warum?“, hielt ich meine Hand mit dem Ring anklagend hoch. „Deshalb…“, begann ich ihm mein Leid bezüglich des Rings zu klagen, weil mich die Magie dazu verdammte. Als Gellert nur anfing zu lachen, raubte es mir die Sprache.

„Was ist daran zum Lachen?“, hauchte ich derart eisig und böse, dass ihm seine Spucke im Hals stecken blieb und er nun prustend uns spuckend zu husten anfing.

„Weil ich glaube, dass du gefangen werden wolltest“, setzte er mir keuchend vor.

„Hat Ihnen der Knast das Hirn geraubt?“, hisste ich ätzend auf und blickte sichtlich angewidert zu ihm, während er schon wieder lauthals gackerte.

„Köstlich“, spottete er weiter, woraufhin ich beleidigt wegblickte. „Hallo, erkennst du nicht den Weg?“

„Ja was denn für einen Weg?“, fragte ich ihn wirklich irritiert, denn was er andeuten wollte, war mir ehrlich rätselhaft.

„Du wandelst zwischen den Welten, wenn du möchtest, würdest gerade du es schaffen, dieser Magie Herr zu werden. Du sagtest: Der Ring geht nur beim Tod eines Verlobten ab. Schon alleine wegen deines „Seins“ muss seine Magie massiv beeinträchtigt sein“, meinte er recht überzeugt.

Wie eingefroren starre ich nun auf den Ring. Sollte es so einfach sein? Er würde abgehen, da ich in der Lage war, zwischen den Welten der Lebenden und der Toten zu wandeln? Aber einen Versuch wäre es wert!

„Ahhhh, wie schön, du erstrahlst wieder im so weißen, so hellen Glanz, mein Sonnenschein“, rieb sich Gellert sichtbar zufrieden die Hände, während ich ihn nur von weit weg vernahm, denn ich war augenblicklich in meiner eigenen Welt versunken, in dieser anderen Welt, in die mir kein anderer folgen konnte und so hob ich langsam, wie unter Trance, meine Hand an. Die Finger waren weit abgespreizt, wobei sich nun der funkelnde Smaragd mit dem eingebrannten Wappen der Familie Malfoy auf meiner Augenhöhe befand und mich mit seinem Glanz verhöhnte.

Während ich ihn fokussierte existierte sonst nichts mehr für mich und mit stockendem Atem fassten mein Daumen und mein Mittelfinger den magischen Reif und ich versuchte es. Ich musste es testen. Hatte Gellert recht und er würde tatsächlich abgehen?

Kurz stockte mir der Atem, gespannt bis zu den Zehenspitzen berührten meine Fingerspitzen das warme, goldene Metal und ich zog atemlos an dem bisher bewegungslosen Kleinod. Zu meiner Verzückung löste sich der Ring tatsächlich mit Leichtigkeit von den einzelnen Gliedern meines Fingers. Von unfassbarer Freude erfüllt, dass ich auf derart leichte Weise wieder frei war, spielte ich mit dem lästigen Ding und warf es übermütig in die Luft, bevor ich Gellert grinsend wieder ansah und mit einem Schwups ins Hier wechselte und wieder normale Augen hatte.

„Gellert Sie… Sie“, wollte ich gerade übersprudelnd beginnen und seine Genialität loben, als ich bemerkte, wie er missmutig die Mundwinkel verzog. Ich hielt erschrocken inne.

„Das war wohl nix“, bemerkte er brummig und alles an ihm erzählte von seinem Ärger, während ich die Stirn runzelte.

„Was?“, meinte ich noch perplex und da schaute ich mit meinen nun normalen braunen Augen wieder auf meinen Finger, der so frei und leicht gewesen war, nur um gleich danach meine Augen wieder zu schließen. „Warum?“, hauchte ich den Tränen so nahe wie selten zuvor.

„Tja, gute Frage, wenn du deine Gabe ausspielst, kannst du den Ring loswerden, ohne sterben zu müssen. Aber wenn du normal und hier bist, bist du von dem Zauber nicht frei. Was sagt uns das?“, präzisierte er die Fakten.

„Das mir mein Sein nicht hilft, immer und überall frei zu sein“, meinte ich recht trocken und blinzelte.

„Oder du hast nur noch nicht den Schlüssel gefunden, beides zu verbinden. Du bist halt nicht tot, sondern nur im Diesseits. Da gelten andere, magische Regeln“, fasste er die Fakten zusammen.

„Ach… das ist doch alles Shit und ich dachte schon… ach…“, fauchte ich angespannt und sprang wütend auf die Beine, dabei ignorierte ich die Kopfschmerzen. „Ich muss gehen“, stieß ich gehetzt aus.

„Ja, geh du ruhig, du hast viel nachzudenken und vergiss Potter nicht. Er ist auf einer Reise, in der er sich verlieren, oder finden kann. Versuche, ihn zu beeinflussen“, riet er mir noch eindringlich und ich schluckte schwer aufgrund dieser Verantwortung, die er mir mit diesem einfachen Satz aufbürdete.

„Als wäre ich ein gutes Vorbild“, presste ich schweren Herzens hervor und dachte kurz daran, wie sehr ich mich verändert hatte und was ich nun, nach einer langen Reise, war.

„Bis jetzt sehe ich nichts Negatives an dir“, sorgten seine Worte bei mir für einen fast schon krankhaften Lachschock, der beinahe in Tränen endete, weil ich an Cho, Daphne, Narcissa und die Warringtons dachte und trocken würgte. Anscheinend war Gellert verblendet, wenn es um mich ging, und seiner Weisheit beraubt.

Gellert half mir ohne weitere Worte wieder zu mir zu finden, indem er mich nur stoisch musterte und so mühte ich mich, wieder eine Basis zu finden, die mich nicht hysterisch wirklich ließ, bevor er mich zur Tür brachte und mir einen fast schon als traurig zu bezeichnenden Blick sandte, der mich eilig in die Flucht schlug. Kurz wirkte es, als würde er mich umarmen wollen.

Ich konnte noch nicht nach Hogwarts, auch sonst stand mir zu nichts der Sinn offen, aber ich war nach diesem wenig berauschenden Gespräch noch nicht bereit, in ein Bett zu gehen.

Diese neuen Erkenntnisse beschäftigten mich sehr, nicht nur was mit dem verfluchten Ring passiert war, auch das mit Harry verwirrte mich und mein unüberlegtes Experiment im Raum der Wünsche erst recht, von Bellatrix und Lucius nicht mal zu reden. Es war so viel, was mir im Geist umging, dass ich nicht zurück nach Hogwarts wollte.

Also überlegte ich, wohin ich gehen könnte, wen ich besuchen könnte und einer spontanen Eingebung folgend, stand ich kurze Zeit danach vor der nächsten Tür.

Zu meinem Leidwesen hätte ich es besser wissen sollen, ich durfte mit verfolgen, wie sich ein recht weißer Hintern immer wieder mit schwungvollem Enthusiasmus nach vorne schob. Gerade beugte er sich hinab und leckte über die keck in die Höhe ragende Brustwarze. Ich rollte mit den Augen. Was hatte ich erwartet? Das lustvolle Stöhnen der beiden erfüllte das ganze Haus.

„Fester, verdammt ist das gut“, wurde nun eindringlich gefordert und wieder einmal konnte ich beobachten, wie sie es sehr leidenschaftlich miteinander trieben.

„Verflucht, ihr habt ein Kind im Haus“, trat ich endgültig ins Wohnzimmer und warf meinen Mantel auf die Couch, dabei zuckte die roten, fast identischen Schöpfe der beiden zu mir, sie blickten aber weder besonders beschämt noch ertappt zu mir, noch ließen sie sich in ihrer Vereinigung stören.

„Hallo?“, fragte ich nach, als ich wieder nur ein tiefes Stöhnen von Fred, der unten lag, vernehmen konnte.

„Was?“, fauchte George atemlos, erhitzt plötzlich böse zu mir und warf mir düstere Blicke über die Schulter zu. „Und was? Dürfen es Mama und Papa dann nicht mehr miteinander treiben?“, presste er noch immer arbeitend hervor und ich machte große Augen.

„Mama und Papa in spe…“, kam es keuchend von Fred, dessen Hände sich in die Kante des Esstisches krallten.

„Eben, also dürfen wir dann nicht mehr miteinander ins Bett?“, entgegnete George und stieß wieder vor.

„Ja, wenn der Tisch denn ein Bett wäre!“, fauchte ich und irgendwie war ich böse, warum auch immer. Diese Stimmungsschwankungen waren brutal. Während ich das Bild vor mir studierte, wie George vor Fred stand, der mit hoch angezogenen Beinen auf dem Tisch vor ihm lag und von seinem Bruder sehr glücklich gemacht wurde, hörten sie nicht auf. Das war das Schärfste an der ganzen Sache. Ihnen war nie etwas peinlich und schon gar nicht vor mir. Sie ließen sich nicht wirklich von mir stören, sondern frönten fast noch enthusiastischer dem Sex.

„Red Devils, ihr seid furchtbar“, beschied ich entschieden und so ging ich zur Bar, nahm mir einen dringend benötigten Drink und plumpste dann wie Dekorationsmaterial auf das Sofa und legte den Kopf weit zurück auf die Lehne, um trotz des Lärms, den sie beim Vögeln verursachten, Ruhe zu finden. Ich sollte mich nicht aufregen, schließlich war es bei uns noch nie anders gewesen. Sie mochten es immer wieder, wenn ich ihnen zusah. Das schien sie anzuspornen. Also lauschte ich den Ahh´s und Ohh´s, die sie von sich gaben und versuchte, endlich einmal an gar nichts zu denken.

Als sie endlich fertig waren und sich aufrafften, sich mir ohne Scheu und in ihrer nackten Pracht zu präsentieren, konnte ich nur das Glas auf Ex trinken und genoss das brennende Gefühl, das meine Kehle in Flammen aufgehen ließ.

„Kommst du her um deine miserable Laune an uns auszulassen?“, kam es salopp von Fred, der sich gerade anzog und mit einer sehr seligen Miene zu mir lächelte.

„Oder bist du eifersüchtig und trauerst der Zeit hinterher, weil du nun als Malfoyverlobte nicht mehr auf einem Tisch flachgelegt werden wirst?“, zeigte George seine bösartige Gehässigkeit und kurz fühlte ich mich wie vor den Kopf geschlagen.

„Wie kommst du denn darauf?“, fragte ich perplex.

Denn Lucius wäre hier nicht wählerisch, wenn ich ihn lassen würde, dann würde er es mit mir treiben, wo er könnte. Vor ihm war keine Wand, kein Baumstamm, kein Esstisch, noch ein Boot, noch eine Picknickdecke, noch seine verfluchte Couch, oder gar eine Zelle in seinen Kellern sicher.

„Weiß nicht, ist das Sahneschnittchen dafür nicht zu vornehm?“, richtete auch George soeben seine lässige Kleidung.

„Oh, das möchte ich mir gerade, ganz ehrlich gesagt, gar nicht vorstellen und deshalb bin ich auch nicht hier“, winkte ich ab und hielt Fred auffordernd mein Glas hin, damit er es doch bitte auffüllen würde.

„Jaaaaa, du bist hier um mit uns Spaß zu haben und unsere sexuellen Eskapaden noch reizvoller zu machen?“, spöttelte Fred lustig, während er mir rasch das Glas abnahm und diesmal für uns alle ein Glas einschenkte.

„Hahaha, sehr witzig, ich versuche eher, bei euch Lucius‘ Intrigen zu vergessen“, gab ich murrend zurück und griff zu dem wieder vollen Glas.

„Das solltest du aber nicht“, „Auf alle Fälle solltest du das ernst nehmen. Der Orden brodelt“, „Der Orden und seine Mitglieder stehen fast Kopf“, wechselten sie sich rasant ab und Fred teilte die Gläser unter uns auf, bevor er mich im schummrigen Licht des Kamins stärker unter die Lupe nahm und mit Kennermiene auf mein Veilchen blickte.

„Tut er das? Er könnte mir nicht gleichgültiger sein!“, verzogen sich meine Mundwinkel. Was ging mich der bescheuerte Orden an? Wenn ich an Kingsley dachte, wie er mich in der Halle hatte abführen wollen, diese Nervensäge von Auror, wallte sofort wieder eiskalte Wut durch meine Adern.

„Oh ja, alle!“, „Wirklich alle, Kingsley ist fast am Ausrasten und Mum und Dad sind sichtbar sprachlos“, „Mum faselt was von wegen, so alt und so jung“, „Und Dad schüttelt immer nur seinen Kopf“, „Von den anderen gar nicht zu sprechen“, „Sie sagen, du hast uns hintergangen“, „Lauter so einen Scheiß halt“, wechselten sich die Twins wüst ab. „Die Gesellschaft kann es nicht fassen“, „Das Sahneschnittchen hat sich weit aus dem Fenster gelehnt.“

„Wie meinen? Als sollten sie nicht andere Probleme haben?“, schüttelte ich aufrichtig betroffen mein müdes Haupt und nippte diesmal nur an meinem Glas.

„Die Diagon Alley, die Knockturn Alley, ich weiß ja nicht, wie ich es dir sagen soll, aber die beben“, erklärte nun George schon etwas gutmütiger, während er mich sichtbar studierte. „Und ich kann verstehen… warum.“

„Er könnte dein Vater sein“, „Und das erhitzt die Gemüter“, „Warum machen wir um uns so ein Geheimnis“, „Der Aufschrei wäre unvorstellbar“, „Wie laut würden sie schreien, wenn sie wüssten, dass Draco dein Freund ist?“, „OHHH ja, und im Ministerium kocht die Gerüchteküche. Ihr seid das Thema Nummer eins und wenn die alle nur im Ansatz von Draco wüssten, dann… tja, dann wäre die Hölle erst richtig los“, wedelten beide erregt mit ihren Armen durch die Gegend.

„Wie beruhigend, zu wissen“, glitt ich tiefer ins Sofa und starrte blicklos in mein noch volles Glas. Ich musste aufpassen, nicht bald ein schwerwiegendes Alkoholproblem zu bekommen, wenn das so weiterging, denn soeben hob ich es an und trank das nächste Glas in einem Zug leer.

„Du siehst scheiße aus“, „Richtig mies um genau zu sein“, „Wo ist unsere Schönste?“, „Du siehst müde aus und irgendwie verquollen“, unterstrichen sie ihre schmeichelhaften Worte mit aussagekräftigen Gesten und ich unterdrückte den Wunsch, mir über mein Gesicht zu fahren, stattdessen hielt ich Fred wieder mein Glas auffordernd entgegen.

„Charmant! Red Devils, ihr seid wirklich nicht die Richtigen um einer Frau Komplimente zu machen“, verkündete ich reichlich verschnupft. Ich wusste nur zu gut, wie fertig ich heute aussah. Woraufhin mir wenigstens Fred ohne weitere Fragen, aber dafür mit erhobener Augenbraue nachschenkte.

„Ihr gebt ja eh keine Ruh“, gab ich murrend zu. Ich sank wieder zufrieden mit meinem neuen Drink zurück und ergab mich in mein Schicksal. „Ich habe mich geprügelt.“

„Ohh, uiiii!“, applaudierte Fred übermütig und zog seine Beine an. „Wie aufregend, du hast dich in den Ring geworfen.“

„Mit wem? Und ich will hoffen, derjenige schaut schlechter aus als du“, kam es wesentlich besonnener von George, der mich genauestens studierte, während Fred seine Faust in seine Handfläche schlug und sein Twin ihm dann liebevoll die Hand auf sein Knie legte und es sanft zu streicheln begann.

„Kinder“, mahnte ich, nicht dass ich gleich wieder Zeuge einer erneuten Vögelei werden würde.

„Wer?“, „Wir?“, „Wir doch nicht“, „Wir sind doch keine Kinder mehr, wir haben ein Kind“, machten sie einen wie immer liebend gerne verrückt.

„Boah, ihr macht einen blöd!“, schlug ich mit einer Hand auf die Kissen ein. „Ich habe Bellatrix den Arm ausgekugelt“, zuckte dann doch so etwas wie Zufriedenheit über meine Miene, da ich es genoss, wie sie mich ansahen.

„Hammer geil“, „Epochal“, „Und da ziehst du so einen Flunsch?“, „Warum hast du ihr nicht gleich den Arm ausgerissen?“, „Moment“, schrie Fred plötzlich. „Hat sie dir auch noch mehr getan?“, „Ja genau“, schlug sich George an die Stirn. „Du siehst wirklich total fertig aus.“

„Naja, ich… äh…“, wollte ich stockend ansetzen, kam aber nicht weiter, da sich plötzlich rechts und links von mir diese beiden teuflischen Red Devils aufbauten.

„Und wir bestimmen nun!“, kam es resolut von George, der sich vor mir sehr groß machte und mir das leere Glas aus der Hand rupfte.

„Hey“, griff ich automatisch danach und wollte noch weiter protestieren, als Fred meine Schulter festhielt.

„Dobby“, rief er umgehend und es ploppte sofort. „Lass Wasser in die Badewanne ein“, „Oh und Dobby, bring dieses eine Öl, das ganz Spezielle, das Sauteure!“, „Und du kommst mit mir“, packte jetzt George nach meiner Hand und zog mich widerstrebendes Wesen einfach auf meine Füße. „Fred, mach du den Kakteenchampagner auf“, verlangte mal der eine, mal der andere und ich blickte nur verwirrt zwischen ihnen hin und her, da Fred freudig in die Küche eilte und Dobby sofort gehorsam von der Bildfläche verschwand. George begann umgehend, an meiner Kleidung rum zu nesteln und meine Bluse aufzuknöpfen.

„Was denkst du, was du da tust?“, fragte ich akzentuiert und verbot es mir, so lächerlich zu sein und seine aufdringlichen Hände wegzustoßen.

„Ich? Nun… du darfst dich auch selbst ausziehen, Schönste“, zwinkerte George frech und leckte sich aufreizend über die Lippe, was meine Augenbraue in ungeahnte Höhen beförderte.

„Bitte was? Warum sollte ich? Öl? Wanne? Wasser? Ausziehen? Und lass die Pfoten von mir“, meinte ich leicht konfus und klopfte nun doch auf seine Finger, als er gerade meine geöffnete Bluse aufzog und meinen BH präsentierte. „Was soll der Shit, was habt ihr vor?“

„Hast schon richtig verstanden. Du entkommst uns nicht“, raunte George mehr als aufdringlich und zog nun an dem Stoff, sodass ich die Hälften ergriff und sie über meiner Brust zusammenraffte.

„Komm schon, Schönste, oder hast du Angst?“, tauchte der teuflische Rotschopf aus der Küche auf und hielt eine Flöte mit perlender Flüssigkeit in Händen. „Oder noch schlimmer, hat das Sahneschnittchen es schon geschafft, dass du eine rechtschaffende Verlobte bist?“, fragte er, nachdem er meine abwehrende Haltung registrierte.

„Oder das Schlimmste, vertraust du uns nicht?“, wollte George von mir betroffen zurückweichend erfahren und ich starrte fast benommen auf sein verschandeltes Ohr und schüttelte langsam meinen müden Kopf.

„Ich wäre blöd, würde ich es tun“, entgegnete ich entschlossen, gleichzeitig zwang ich mich aber auch dazu, die Bluse loszulassen und meine Hände zu senken.

Unter keinen Umständen wollte ich den Anschein erwecken, als würde Lucius auch nur im Ansatz Einfluss auf mich ausüben, dabei dachte ich mit Wehmut an den Moment, wo ich ohne Ring dagestanden hatte. Hätte ich mich ohne diese Last wirklich anders verhalten?

„Schönste, du kannst selbst so schrecklich charmant sein. Dein Kompliment von vorhin kann ich nun zurückgeben“, knurrte George recht nachtragend und kam mir noch näher. „Runter mit den Klamotten“, forderte er weiterhin stur und Fred hielt mir das Glas nun fast schon an die Lippen. „Oder hast du doch vor uns Angst? Auf einmal?“

Meine Augen verengten sich verärgert. Ob ich Angst hatte? Ich! Also bitte, was für eine unverfrorene Aussage. Während ich vor ihnen mit an den Schultern halb herabgezogener Bluse, meinem schlichten, weißen BH und dem Schulrock dastand, überkam mich fast verlorengegangener Übermut, den ich auch schon früher, immer bei den Twins, in mir hatte aufsteigen fühlen. So hob ich die Hand und drängte das Glas, das Fred hielt, aus meiner Nähe und wandte mich von George ab und trat nun sehr, sehr langsam auf Fred zu.

Ich wusste nicht, was anders war, aber gerade riss er seine Augen weit auf und konnte eine gewisse Besorgnis im Blick über meine Reaktion nicht verhehlen. „Was? Angst?“, hauchte ich lasziv, als ich ganz nah vor ihm stand und er mich mit großen Augen anstarrte. Sein Kehlkopf hüpfte nervös, aber bevor er antworten konnte, hatte ich ihm das Glas entrissen und nippte gierig an ihm.

„Also Red Devils, was habt ihr mit mir vor?“, fragte ich jetzt geschäftig, dabei kümmerte mich meine Blöße vor ihnen nicht wirklich.

„Wie ich sagte, runter mit deinen Klamotten“, tauchte jetzt George wieder fordernd hinter mir auf und zog mich entschlossen an meinen Hüften haltend Richtung Treppen. Ich schüttete fast das kostbare Nass aus, bevor es mir Fred eilig aus den Fingern angelte.

„Versteh gar nicht, was du dich so zierst, als ob wir dir je böses wollen würden“, echauffierte sich Fred inbrünstig. „Und ehrlich, es kann dir wirklich nicht schaden, ein wenig verwöhnt zu werden und gerade von sooo kundigen und einfühlsamen Händen wie den unseren“, plapperte Fred aufgeregt hinter uns her.

„Ihr macht mir wirklich Angst, wenn ihr das so doppeldeutig sagt“, murrte ich und ergab mich dem festen Griff um meine Hüften, während wir die Treppe hinaufstiegen.

„OH, was für ein Kompliment. Wir sind ihr unheimlich!“, „Da freu ich mich glatt doppelt“, „Und was ist wenn ich eher eindeutig bin?“, legten sie, wie gewohnt, los.

Da ich mir nicht nachsagen lassen wollte, nun verklemmt zu sein und ich mich noch zu gut an Fenrir erinnerte, sodass ich nicht derart lächerlich vor ihnen stehen wollte, verlor ich meine Kleider mit Würde.

Nackt wie ich geschaffen worden war, landete ich in einem schrecklich heißen Bad und zum guten Schluss landete ich nicht in irgendeinem, sondern in ihrem Bett und wurde unerbittlich von vier Händen von oben bis unten durchgeknetet. Sie gaben sich wirklich Mühe mit mir und ich konnte nicht bestreiten, dass mir die Wanne nach meinem Kampf mit Bellatrix mehr als guttat, oder dass die Massage verschwendet wäre, da sie wirklich zum ersten Mal seit Tagen den stetigen Kopfschmerz vertrieb. Unterdessen füllten die beiden Teufel mich beständig mit Champagner ab und ich musste eines zugeben, es tat mir gut, was sie mit mir anstellten und ich ließ sie mich willig von vorn bis hinten verwöhnen und überlegte nicht weiter, schob alle lästigen Gedanken einmal konsequent von mir.

Irgendwann wusste ich nichts mehr und als ich am nächsten Morgen in den Spiegel im Flur des Cottages starrte, wirkte ich erstaunlich erholt, ausgeruht und entspannt wie selten in der letzten Zeit.

In der Küche erwarteten mich die beiden schon, gewohnt munter und fröhlich.

„Morgen, Schönste, und jetzt sag uns nicht, dass du die Nacht mit uns nicht total genossen hast“, grinste Fred so schelmisch, dass es schon fast wehtat und seine verehrte Miene an den Joker bei Batman erinnerte. Aber ich gab mir einen Ruck und trat an Fred heran und gab ihm einen sachten Kuss auf die Wange, während ich mit der Hand seine andere Seite hielt.

„Hey, und was ist mit mir?“, beschwerte sich George, der soeben das Rührei in der Pfanne rührte.

„Du kommst auch noch dran“, lächelte ich nachsichtig, als ich mich auf meinem Platz niederließ und Fred mir meinen Kaffee über der Platte zuschob. Ich nahm ihn gerne an und trank genießend. „Wo ist Lucien?“

„Noch oben mit Dobby, wir dachten, dass wir deinem zarten Gemüt ein Kleinkind gerade nicht zumuten können“, erklärte er rücksichtsvoll, dabei wendete George gekonnt die gelbe Masse in seiner Pfanne und gab nun gerade alles auf drei Teller auf.

„Wie freundlich von euch“, kam es zögerlich von mir.

„Naja, schau nicht so zweifelnd, der Kleine ist momentan quengelig unterwegs, kein Wunder, Mama weg, Papa weg, die liebe Tante auch. Es ist ruhig hier geworden und der kleine Mann vermisst einige Leute schon…“, bekannte George und es war deutlich Mitleid für Harrys Sohn in seiner Stimme zu vernehmen.

„Und deshalb darf er nicht runter?“, fragte ich abwägend, balancierte meine Tasse in einer Hand und ergriff mit der anderen die Gabel und verspürte seit Tagen zum ersten Mal wirklich richtigen Hunger.

„Schönste, wir kennen dich“, erklärte Fred fast schon liebevoll und klopfte mir sanft auf die Schulter. „Und eben weil wir dich kennen, kommt es uns etwas merkwürdig vor, dass du dir das alles so sehr zu Herzen nimmst!“

„Was? Lucius‘ Verlobte zu sein?“, fragte ich schluckend und sprach das Erstbeste an, was mir einfiel, da ich mit dem anderen nach dem Aufwachen wirklich abgeschlossen hatte. Ich hatte ein Experiment gewagt. Es war zum Glück gut gegangen, aber nochmal würde ich mich nicht auf derartig dünnes Eis begeben.

„Ja, genau das“, „So was sollte dich nicht aus der Ruhe bringen“, „Ja, dich nicht.“

„Wie bitte?“, fragte ich perplex nach.

„Naja, dann fickst du eben auch ihn, was macht es schon?“, zuckte Fred wegwerfend mit den Schultern.

„Eure Moral lässt, wie gestern, sehr zu wünschen übrig“, rügte ich leise und nahm noch einen Happen von meinem Ei.

„Sie ist dehnbar, aber das weißt du nur zu gut“, „Und was ist Moral? Belastendes Beiwerk“, wechselten sie sich ab.

„Das könnte ich Draco nicht antun“, beharrte ich und legte die Gabel ab, um einen tiefen Schluck zu trinken.

„Oh falsche, ganz falsche Antwort, Schönste“, „Ja, hast du dir gerade selbst zugehört?“, „Gred, sie erkennt es wirklich nicht?“, „Dramatisch“, „Hoch dramatisch“, ließen sie sich aus und fassten sich theatralisch ans Herz und an die Stirn, wie die Spinner, die sie waren.

„Was meint ihr?“, blickte ich verwirrt zwischen ihnen hin und her.

„Deine Aussage, dass du das Draco nicht antun könntest, implizierte, um deinen Wortschatz zu gebrauchen, dass du es dir sehr wohl zumuten könntest“, „Wenn es denn Draco nicht gäbe“, warfen sie mir abwechselnd zu.

„Achhh, das stimmt doch gar nicht“, begehrte ich auf und donnerte meine Tasse auf den Tisch.

„Da bin ich mir nicht sicher.“, „Ich mir auch nicht.“, „Du magst ihn.“, „Lüg dich nicht selbst an.“, „Wir waren im Manor.“, „Wir haben euch zusammen erlebt.“, „Und Harry denkt es auch“, warfen sie sich wieder die Bälle zu, dass mir fast schlecht wurde. Sie raubten mir jedwede Illusion, wenngleich ich mir nie so sicher gewesen war wie eben. Ich würde Lucius nicht verzeihen und ihm nachgeben, komme was da wolle!

„Setzt dir das so sehr zu?“, drang Fred nun in mich, legte seine Hand auf meine und ich blickte auf und sah ihm intensiv in die Augen.

„Ja, Fred, das tut es! Ich fühle mich so gefangen wie noch nie. Selbst durch die Zeichnungen auf meiner Haut habe ich nicht im Ansatz dieses beengende Gefühl, wie es dieser Reif mir vermittelt!“, erklärte ich aufrichtig, hielt meine andere Hand hoch und präsentierte ihnen das Corpus Delicti.

Mit großer Enttäuschung erkannte ich, dass mir mein Sein im ersten Schritt nicht wirklich half, dieses Gefängnis loszuwerden, aber ich akzeptierte es, mit dem mir seit langem antrainierten Gleichmut.

„Das Eingeständnis ist ein Weg zu Besserung“, kam es schrecklich erwachsen von George, der nun meine Hand nahm und einen sachten Handkuss darauf hauchte, wie man ihn, wenn wirklich nur von einem echten Malfoy kannte, aber nicht von einem Weasley.

„Inwiefern?“, fragte ich somit auch etwas berührt und griff wieder zur Gabel, um etwas in der Hand zu haben.

„Ich habe keine Ahnung, Schönste“, bekannte George. „Denn ich bin weder alt noch weise, aber ich denke, du wirst das Kind schon schaukeln.“ Dabei grinste er diabolisch und zwinkerte mir zu.

„Du hast schon ganz anderes geschafft“, warf Fred ein und strich mir mit der Hand über die Wange. „Wir sind aber gerne immer für dich da.“

„Immer, aber das weißt du selbst“, entgegnete nun auch George, als ich aufsprang und mich eilig zu George beugte und ihm nun einen richtig fetten Kuss auf den Mund gab, der ihn erstaunt an meine Lippen stöhnen ließ.

„Ich muss gehen, der Unterricht beginnt bald“, löste ich mich von dem überrumpelten Twin, der leicht rötlich schimmerte, während sein Bruder einem bösartigen Lachanfall erlag und vor sich hin prustete.

„Hahaha, ein Traum wird für ihn wahr“, klopfte Fred auf den Tisch und schmiss mit Küsschen um sich.

„Du versuchst, mit unfairen Mitteln abzulenken“, wandte George ein, nachdem er sich gefangen hatte und mir ins Wohnzimmer folgte, wo ich meinen Mantel vom Sofa aufnahm und umlegte. „Wann wirst du es leid sein, dieses Spiel zu Ende zu bringen?“, fragte er provokant.

„Gute Frage, George, gute Frage“, wandte ich mich langsam von ihm ab und lief hinaus zur Tür, in den frühen Morgen hinein, bis mich ein hoher Schrei innehalten ließ.

„HERMIONE!“

„Was?“, stoppte ich erschrocken und blickte in die frechen Antlitze der Twins.

„Happy Birthday!“, „Happy Birthday“, „Und alles Gute zum Jubeltag, Schönste, ich hoffe, diese Nacht hat dir als unser Geschenk gefallen“, gingen mir die Augen über, da ich vollständig verdrängt hatte, dass schon wieder mein Geburtstag war und so schlug ich die Hände zusammen.

„Himmlische Göttin nochmal, schon wieder ein Jahr älter… und… danke, dass ihr an mich denkt“, winkte ich ihnen zum Abschied und sprang in die Apparition hinein.

„Oh Merlin und Morgana, trübt mich mein eines Auge? Halluziniere ich?“, wurde ich recht dumpf mit einer gehörigen Prise Ironie begrüßt, während der stämmige Mann sich von der dampfenden Tasse, die vor ihm stand, zurücklehnte.

„Tja, Ihre altersschwachen Augen sehen doch noch recht gut“, entgegnete ich schlicht und schmiss mich auf den Schemel am Küchentisch.

„Schätzchen, das kann doch nicht dein Ernst sein. Du lässt dich wochenlang nicht blicken, hältst mich in dieser Einsamkeit und Schwupps bist du da und ich soll das so einfach glauben?“, gab er sehr zynisch zurück.

„Ich kann auch wieder gehen“, bot ich schnöde an, jedoch zog ich aus meinem Mantel eine kleine Schachtel, die ich mit großer Sorgfalt vor mir ablegte.

„Wegen mir? Nicht doch, das wird nicht nötig sein“, wedelte eine Hand wegwerfend durch die Luft.

„Na dann, ich habe Kreacher angewiesen, dass Sie die Zeitungen der magischen Welt erhalten“, erklärte ich geschäftig und blickte entschlossen zu ihm.

„Das ist recht… und ich bekomme sie… ich werde aber nicht danke sagen“, knurrte er unheimlich charmant und grinste böse mit seinem schiefen Mund, was mir ein Schnauben entlockte. „Und mir gefällt nicht, was ich lese“, murrte der Alte missmutig weiter.

„Wem gefällt schon, was in der doofe Zeitung steht?“, fragte ich süßlich.

„Super Antwort von unserer zukünftigen Mrs. Malfoy. Wobei, oh Wunder, du trägst ja schon diesen altehrwürdigen Namen, tragisch. Ich frag mich nur, war es immer der Alte, oder der Junge, der dein Interesse geweckt hat?“, schien er sich wirklich Gedanken gemacht zu haben und blieb mir zu sehr an diesem Thema hängen.

„Ich lach mich gleich schlapp“, tippte ich auf die schwarze Schachtel und wunderte mich über mich selbst, warum ich hier war.

Vielleicht, weil der alte Knacker die Zeitung bekam und er eben nicht auf dumme Gedanken kommen sollte, wie zum Beispiel kopflos von hier abzuhauen und zum Orden zu eilen?

Ja, das war ein Argument! Ich betrieb Konfliktentschärfung.

„Willst du auch etwas?“, bot er mir sehr abrupt, sehr generös von seinem Grog an, aber ich winkte dankend ab, das wäre um die späte Mittagszeit dann doch etwas früh, während sein Einäugiger, so sezierender Blick auf meinem Ringfinger lag, an dem Lucius‘ Reif saß.

„Er hat es wirklich getan, dieser alte Bastard! Lucius Malfoy“, schüttelte er sein ergrautes Haupt. „Ich weiß ja gar nicht, was ich über ihn denken soll“, murmelte er mit einer gewissen widerwilligen Hochachtung im Ton vor sich hin und nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Tasse, der anscheinend dringend nötig war.

„Tja, er ist gerne ein Rätsel“, wehte ich eilig ab, das war ein Thema, was ich nicht mit jedem besprechen würde. „Aber deshalb bin ich nicht hier, beziehungsweise wollte ich Ihnen sagen, dass sich deshalb nichts ändert“, versuchte ich die Befürchtungen zu zerstreuen, er könnte auf Dummheiten kommen.

„Sicher? Ich hätte gesagt, alles ändert sich“, gab er mit einem Schnappen von sich und musterte mich mit scharfem, scannendem Blick.

„Nein“, erwiderte ich rigoros.

„Aha, naja, vielleicht willst du es nur nicht wahrhaben?“, stach er penetrierend mit einem ausgestreckten Zeigefinger in meine Richtung und grinste unverschämt.

Hier kämpfte ich mit mir, nicht an die Decke zu gehen und atmete erst mal tief durch, bevor ich weitersprach: „Wie geht es Ihnen? Werden Sie langsam wieder?“, wollte ich schnell von diesem delikaten Thema wegkommen. „Kommen Sie zu Kräften?“

„Langsam… ist ein gutes Wort, ja, sehr langsam, früher ging das alles schneller“, war er so freundlich, darauf einzugehen, dabei wiegte er sich hin und her. „Dank Crouchs einjähriger Gefangenschaft erhole ich mich nicht mehr so schnell wie früher“, brummte er unzufrieden und trank einen großen Schluck von seinem Grog.

„Alles hinterlässt seine Spuren… Barty“, murmelte ich leise, aber sehr betroffen vor mich hin und versuchte,  nicht über ihn und die Dementoren nachzudenken. Noch eine Baustelle, die mich nicht wirklich reizte.

„Was?“, fragte er leicht flegelhaft und ich konnte über seine Ohren nur staunen und legte ein künstliches Lächeln auf meine Lippen.

„Nichts“, winkte ich wieder ab und maßregelte mich.

Er durfte nicht misstrauisch werden, denn vorsichtig war er schon genug, das erzählte mir seine durchaus angespannte Haltung.

„Aha“, glaubte er mir kein Wort. „Wie läuft es in Hogwarts unter der Fledermaus?“, fragte er nun frei heraus und musterte mich mit seinem einen Auge genau, wobei ihm die schwarze Augenklappe ein verwegenes Aussehen gab.

„Ohhh, wenn er das hören könnte, nicht nett!“, kicherte ich plötzlich losgelöst und warf ehrlich erheitert den Kopf in den Nacken.

„Snape? Pffff… komischer Kauz“, erklärte er angewidert und kräuselt die Lippen, während ich verhalten schmunzelte.

Was würde er gar sagen, wenn er wüsste, was Severus und mich verband?

„Er ist für die Schüler weniger das Problem, eher die Carrows“, verzogen sich vor Widerwillen meine Mundwinkel, schrecklich diese Typen, wie eine personifizierte Strafe, dass ich diese beiden Deppen ertragen musste und plötzlich tat mir Severus aufrichtig leid.

„Mein Beileid, diese zwei sind ganz schön gehirnamputiert, arme Minerva“, war wirklich deutlich Mitleid aus der knurrigen Stimme das Alten herauszuhören.

„Sparen Sie sich das, denn den Schülern sollte Ihr Mitleid gelten“, entgegnete ich schlecht gelaunt und dachte mit Grausen an die Lehrmethoden, welche die beiden bestimmt noch für uns auf Lager haben würden.

„Wir streben unschönen Zeiten entgegen. Sollte ich nicht vielleicht doch aktiver werden?“, fragte er nun wesentlich involvierter und ich schüttelte sofort meinen Kopf.

„Allgemeinhin wird angekommen, dass Sie von uns gegangen sind. Wir sollten diesen Joker in der Hinterhand behalten, außerdem könnte Ihr plötzliches Auftauchen für unangenehme Fragen sorgen“, hielt ich ihm besorgt vor und sah meine Vermutung bestätigt, es brannte ihm unter den Nägeln, sich ins Gefecht zu werfen.

„Angst?“, fragte er sofort provozierend und grinste frech.

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BeitragThema: 498. Des Nachts auf dunklen Fluren   Mi Feb 04, 2015 2:27 am

498. Kapitel Des Nachts auf dunklen Fluren

„Ich?“, deutete ich fast schon empört auf mich selbst. „Wünschen Sie sich was anderes, Sie alter Haudegen. Sagen Sie mal, wollen Sie gar nicht wissen, was das hier vor mir ist?“, tippte ich jetzt provokant mit dem Finger auf die kleine Schachtel vor mir.

„Dachte, du würdest es mir sagen, Schätzchen, wenn du bereit dafür bist“, offenbarte er ein sehr spöttisches Grinsen und ich lachte rau auf, als ich ihm mit einem Schubs das Paket zukommen ließ und es schlitternd über den vernarbten Küchentisch sauste und von ihm am Ende gekonnt gestoppt wurde.

„Na los, öffnen Sie es, es ist nicht verzaubert“, deutete ich sein Zögern richtig, da er minimal ertappt mit dem einzelnen Augen zu mir blinzelte und sich dann aber einen offensichtlichen Ruck gab und den Deckel wagemutig anhob, nur um Sekunden später wieder mit so etwas wie Unverständnis im Blick zu mir zu sehen.

„Gefällt es Ihnen nicht?“, fragte ich leicht säuerlich, da meine Gabe nicht anzukommen schien.

„Was bezweckst du damit?“, wertschätzte er mein Geschenk nicht „Dieses Glasding bringt mir auch nicht mehr Sehkraft“, hob er das Glasauge an und drehte es zwischen seinen Fingern hin und her.

„Dass Sie ein wenig Zeit zum Spielen haben?“, bot ich langsam an und erntete ein Stirnrunzeln.

„Und wie? Ohne Magie? Mein Augapfel war ein Unikat“, beschwerte er sich jammernd, denn bei seinem Sturz vom Besen war ihm auch sein Zauberstab abhanden gekommen, wie ich nur zu gut wusste.

„Tja, wer sagt, dass ich mit leeren Händen komme?“, wandte ich aufreizend zu ihm ein und fasste unter meinen Mantel um eine Kiste mit einer groben Auswahl an Stäben zu zücken, die ich ihm nun ebenfalls zuschob.

Er beobachtete mein Tun mit einem sehr skeptischen Blick, augenscheinlich war er von meinem Verhalten überrascht und vielleicht auch im Ansatz überfordert, eine Reaktion, die mir fast ein liebliches Lächeln entlockte.

„Wie gesagt, Sie sind kein Gefangener, Moody. Ich appelliere nur an Ihre Vernunft, zu bleiben, und es uns dort draußen nicht noch schwerer zu machen, auf der anderen Seite hoffe ich sehr, dass Sie, wenn wir Sie brauchen, zur Stelle sein werden“, klappte er mit offenem Mund die Kiste auf und starrte sichtbar fassungslos auf meine Gabe. „Denn Ihre Zeit wird kommen“, versprach ich ihm bedeutungsschwer.

Das hatte er anscheinend unter keinen Umständen erwartet.

„Du schaffst es tatsächlich, mich zu überraschen“, verkündete er nach einiger Zeit, in der er einfach nur stumm auf seinem Stuhl gesessen und mich gemustert hatte. Nun zuckte sein Blick zu mir und er studierte mich mit seinem einen Auge, das seinem alten, magischen fast Konkurrenz machte, so wie es mich sezierte.

„Besser als wenn ich langweilig wäre, oder?“, gab ich kokett zurück.

„Dasselbe wird der alte Malfoy auch denken“, tat er höhnisch auflachend kund und lockerte die bisher so angespannte Stimmung mit einem Schlag.

„Ist das ihr Dank, für das da?“, zeigte ich reichlich gespielt verschnupft auf die Sachen vor ihm auf dem Tisch.

„Nein, ich möchte dir aufrichtig danken, aber das andere war nur ein Hinweis, ohne irgendwelche Zwischentöne, die du anscheinend aber heraushören willst“, gab er immer noch glucksend von sich und prostete mir nun sichtbar gutgelaunt mit seiner Tasse zu.

„Ach… jetzt schauen Sie schon, welcher am ehesten zu Ihnen passt“, stöhnte ich eher aufgebend als beleidigt und er warf sich wortwörtlich ins Gefecht, denn einen passenden Stab zu finden war leider nicht leicht.

Nach einer etwas mitgenommenen Küche und einem griesgrämigen Kreacher, der aufräumte, fand Moody endlich sein Stäbchen, das mir reichlich kurz und ziemlich dick erschien, aber ihm augenscheinlich recht gute Dienste leistete.

„Puhhh… jetzt brauch ich einen Schluck“, verkündete Moody auch schon geschafft und holte aus den Tiefen seiner Hose seinen heißgeliebten Flachmann hervor und nahm einen tiefen, sehr gierigen Zug.

Wobei ich gar nicht wissen wollte, was da für ein Gift drinnen war.

„Sie müssen was für Ihre Kondition tun“, maßregelte ich ihn und verfolgte, wie er schnaufte, woraufhin er mir nur einen sehr langen Blick zuwarf.

„Schätzchen, ich bin vielleicht noch lange nicht so alt wie Albus es war, aber mein Beruf hat mich einiges gekostet, unter anderem meine blühende Gesundheit. Viele der magischen Flüche, die ich abbekommen habe, waren nie vollständig zu heilen und jedes weitere Mal lässt mich länger an den Folgen zehren“, erklärte er widerwillig, verzog seinen schon schiefen Mund zu einer Grimasse und ließ seinen Zauberstab über seine rechte Hand tanzen, da er es zu genießen schien, wieder Herr eines Stabes zu sein.

„Mhm… ich weiß, was Sie meinen“, erwiderte ich nur leise, vor allem da ich schon genug Narben auf meinem Körper trug um das wirklich zu wissen.

„Das weiß ich wohl, dass du das weißt“, musterte er mich wieder und es lag wahrlich Verständnis in seinem Blick und kurz war ich davor zu würgen, ich wollte sein Mitleid nicht, als er es erkannte und schnell weitersprach. „ Ich werde die nächste Zeit darauf verwenden, einfach genial zu sein und mir wieder meinen Augapfel zu basteln und dein Muggelding hier wird dafür ein guter Anfang sein“, beschied er nun auf einmal sehr freundlich, als ich mich mit Blick auf die Küchenuhr erhob.

„Halt, nein warte!“, stoppte er meinen Aufbruch, indem er selbst hastig auf die Füße kam und mich am Arm fasste. „Bleib, bleib zum Essen“, lag in seiner rauen Stimme eine versteckte Bitte, die wohl die Einsamkeit mit sich brachte und so überlegte ich kurz, bevor ich knapp nickte.

Ich wollte ihm den Gefallen tun und heute war Sonntag, niemand musste mich in der Schule haben! Bis vielleicht, dass ich halt eben Geburtstag hatte, aber das Entscheidende war, ich wollte nicht feiern. Es gab für mich nichts zu bejubeln. Die Twins hatten das genau richtig gemacht, denn ich wollte nichts und ich hatte die Befürchtung, dass das einige in Hogwarts anders sehen könnten.

So kam mir diese Bitte an sich recht gelegen!

So versumpften wir beide etwas weniger manierlich, wenn man es milde ausdrücken wollte, aber es war schön, mal nicht über größere, weltbewegende Probleme nachdenken zu müssen. Zwar umlauerten wir uns weiterhin misstrauisch und wir würden nie die großen Freunde werden, aber wir hatten einen angenehmen Abend, an dem er sich vor mir brüstete und mir von seinen früheren Heldentaten als Auror erzählte. Es war interessant, ähnliche Geschichten zu hören, wie von Fenrir, die er uns im Orden geschildert hatte.

Ich war eine dankbare Zuhörerin, vor allem da ich fand, dass man nur aus solchen Erzählungen etwas lernen konnte, dabei kam er auch schonungslos offen zu seinen Misserfolgen, seinen Verletzungen und seinen Fehlschlägen. Am besten war die Geschichte, wie er damals an Lucius gescheitert war und wie dieser sich nach dem ersten Fall des Lords aus seiner Anklage herausgewunden hatte. Das hatte Mad-Eye sich selbst immer noch nicht verziehen, während ich nur müde lächelte. Das war Lucius, mich wunderte es nicht.

Aber wir logen uns auch nichts vor. Wir beide wussten, wer, wo, wie hingehörte und das war das Angenehme an dieser Unterhaltung und als ich Moody gestand, wie ich Lucius damals in der Mysteriumsabteilung gerettet hatte, erntete ich nichts weiter als ein Heben seiner Braue und ein sachtes Nicken, bevor er in seinen nicht vorhanden Bart nuschelte.

„Das hast du wohl tun müssen, Schätzchen“, lag nichts in seinem Ton, das seine recht mühsam gesprochenen Worte Lügen strafen könnte.

Er wusste, aufgrund meines Zeichens, dass ich wirklich und wahrhaftig Lucius verpflichtet war, auf ebenso vielfältige Art und Weise, dass es diesem Reif an meinem Finger gar nicht wirklich bedurfte.

Moody wusste meine Gesellschaft zu schätzen und ich die seine, dabei bewirtete Kreacher uns mürrisch und schimpfend, wobei mir auffiel, dass Moody sich mit dem Elfen gut arrangiert zu haben schien, ein erfreulicher Umstand.

Und so war es wahrlich spät, als ich die dunklen und verlassenen Flure von Hogwarts entlang eilte. Die Uhr hatte schon weit nach Mitternacht geschlagen und ich freute mich darauf, mein Bett gleich zu sehen, als ich in unserem, dem siebten Stock ganz plötzlich einen lauten Schmerzschrei vernahm, der mich stoppte.

Mein Kopf ruckte hoch und die wohlige Wärme verpuffte sofort, als ich sofort bis in die Zehenspitzen angespannt meinen Stab zückte und an die Wand noch weiter in den Schatten wich.

„Bitte… arrrrrr, NEEEINNNN“, schrillte es noch lauter als beim ersten Mal und die schluchzende Stimme hallte jammernd von den steinernen Wänden wider.

Ich lauschte angestrengt, wandte mich neugierig dem rechten Gang zu und huschte in der Dunkelheit entlang dem Krach entgegen. Was ich dann sah, ließ mich sehr langsam werden. Was waren das doch für Helden, die mir hier nun immer über den Weg laufen würden.

„Hören Sie auf damit“, forderte ich auf einmal harsch und trat entschlossen in den schwachen Schein des Mondes, der durch eines der Fenster hereinfiel.

Wie sehr ich sie doch verachtete. Zu den Füßen von Alecto zuckte der unter einem Cruciatus leidende Dennis Creevey.

„Hast du mir was zu befehlen?“, kam es gehässig von unserer Professorin für Muggelkunde über ihre Schulter hinweg und ich hob nur sachte eine Braue.

„Habe ich, denn für Sie brauche ich weder RECHTS, noch LINKS und erst recht nicht meinen Zauberstab“, drohte ich wenig subtil und bedeutete ihr herrisch, den Zauberstab zu senken.

„Mud… Granger“, zuckte Alecto etwas zurück, als sie meine drohende Haltung erkannte und durch diese Ablenkung konnte sie ihren Zauber nicht mehr aufrecht erhalten. „Das geht Sie nichts an, Granger. Gehen Sie in Ihren Gemeinschaftsraum“, versuchte sie sich zu fangen und mir entwischte ein zynisches Schnauben.

„Hau ab, Dennis“, ließ ich meine Lehrerin nicht aus den Augen, während ich Dennis, einem Mitglied der BL, befahl, sich auf der Stelle vom Acker zu machen, auch wenn er angeschlagen war und ihm das Blut aus dem Mund tropfte. Augenscheinlich hatte er sich selbst gebissen, aber er versuchte es umgehend und zog sich zitternd auf die wackeligen Beine.

„Wer hat Ihnen erlaubt, sich zu bewegen? Bleiben Sie da, ihre Strafe ist noch nicht zu Ende“, kreischte unsere sogenannte Professorin los und der geschockte Junge stockte in seiner Bewegung.

„Geh“, wiederholte ich meinen Befehl, was Alecto wutentbrannt zu mir herumfahren ließ.

„Ich bin hier der Lehrer und ich sage, die Strafe ist noch nicht beendet“, wütete sie und ihre Augen quollen fast hervor, so sehr steigerte sie sich rein und ich schüttelte meinen Kopf.

„Und was kommt dann? Es muss doch noch eine Steigerung geben? Nicht wahr? Was hat er verbrochen?“, fragte ich provokant und versuchte, von ihm abzulenken, während er vorsichtig und langsam einen Fuß unsicher vor den anderen setzte.

„Sperrstunde“, meinte sie reichlich knapp. „Und ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig“, spuckte sie aufgebracht.

„Das rechtfertigt diese Behandlung… natürlich“, gab ich süßlich zurück und ging gar nicht auf sie ein.

„Werden wir weich? Aber Sie dürfen gerne den Platz des Flüchtigen einnehmen“, blickte sie gehässig zu Dennis, der gerade an der Wand sicheren Halt suchte, da er kaum gerade stehen, geschweige denn gehen konnte. „Es wäre mein Vergnügen, es dir heimzuzahlen… du hättest es verdient du arrogantes Weib“, giftete sie indiskret in meine Richtung und meine Augenbrauen gingen in die Höhe, bei dem gelebten Hass, der mir ungefiltert entgegenschlug.

„Ohhh, sagen Sie mir nicht, Sie sind sauer, weil ich Bellalein vermöbelt habe“, forschte ich schon fast amüsiert nach.

Das war fast putzig, wollte sie Rache für ihre geschlagene Chefin nehmen? Vor allem, da die Geschwister bisher in Bellatrix‘ Trupp gewesen waren und auch damals bei Dumbledores Ermordung zu den Eindringlingen gehört hatten und es mich nicht wunderte, dass sie schon die Kunde erhalten hatten, was sich in den Höhlen der DeathEater zwischen Bellatrix und mir abgespielt hatte.

„Schlampe“, fauchte sie los und ich fasste mir mit der einen Hand affektiert an mein Herz.

„Oh, das trifft mich jetzt wirklich hart, aber wir sollten in dieser Umgebung die Form wahren“, gab ich kalt zurück. „Nicht wahr, Madame?“

„Dann kusch vor mir, du scheiß Mudblood. Ich habe hier das sagen, als deine Professorin!“, fauchte sie ungehalten und fuhr zu dem Flüchtenden herum. „Und du kleiner Drecksack bleib stehen“, schrie sie, da Dennis jetzt alle Kraft zusammen nahm und versuchte, schneller vorwärts zu stolpern.

„Oh, und ich dachte, wir wahren die Form“, spottete ich fies und sie drehte sich wieder zu mir und ich nutzte die Gunst der Stunde und holte aus.

So schnell konnte sie gar nicht schauen, wie ich ihre Nase traf und sie knirschend und knackend unter meiner harten Faust brach.

„Ahhhhh“, schrie sie gepeinigt auf, als das warme Blut meine Faust bespritzte und sie über und über mit Rot besudelte.

„Miss Granger? Professor Carrow? Mr. Creevey?“, krächzte ganz plötzlich eine raue Stimme und eilige Schritte kamen auf uns zu. „Was… was geht hier vor?“, wollte die alte Dame sichtlich erschrocken erfahren, während sich Alecto wimmernd und jammernd ihre blutende Nase hielt und so wandte ich mich nur minimal McGonagall zu, da ich niemals Alecto meinen Rücken präsentieren würde. „Um Merlins Willen“, hauchte die Ankommende hörbar entsetzt.

„Madame“, kam es sehr höflich, aber auch sehr aufgeräumt, ob der absurden Situation, von mir. „Professor Carrow und ich unterhalten uns gerade formidabel“, deutete ich mit einer gewissen Süffisanz auf uns beide und McGonagall wurde merklich blasser, desto näher sie kam, dabei fokussierte sie immer mehr meine blutige Faust und ich versteckte sie eilig hinter meinem Rücken und wischte sie an meinem Mantel ab.

„Wassss?“, wollte sie beginnen, doch ich deutete auf den blassen und kränklich aussehenden Dennis.

„Wären Sie so freundlich und würden Dennis in die Krankenstation bringen? Ich komme sofort nach“, bat ich befehlend und die Augen der alten Dame gingen sichtlich über.

„Miss… Miss Granger“, fing sie sichtlich irritiert erneut an und stockte immer wieder.

„Uhhhh“, kam es leidgeplagt von Dennis, der sich gerade wenig schmeichelhaft auf dem Boden übergab und Alecto litt immer noch an ihrer Nase und versuchte, die Blutung zu stillen und die Sauerei klein zu halten, die sie verursachte, während sich nun die Augen von McGonagall misstrauisch zu Schlitzen verzogen, wobei ich versuchte, so unschuldig wie möglich auszusehen.

Wir alle musterten uns irgendwie abschätzig und ich hielt die Luft an, das alles könnte nun sehr, sehr unangenehm werden, als sich McGonagall zu einer Entscheidung durchzuringen schien und sich räusperte.

„Chrmm… Mister Creevey, stützen Sie sich ab“, fasste zu meiner Überraschung McGonagall ganz plötzlich sehr fürsorglich nach Dennis und zog ihn, nach einem langen, bedeutungsschweren Blick zu mir, mit sich, ohne weiter zu forschen und genau das hätte ich nie und nimmer von ihr erwartet und so überraschte mich die alte Dame sehr.

Sehr positiv, wie ich mir eingestand!

Ich vernahm nun das Geräusch, wie sich Alecto mit einem Ferula selbst heilte und ihre Nase wieder brachial einrenkte und einigermaßen richtete, wobei ich hoffte, dass ihr Zinken schief bleiben würde.

„Ahhhh“, schrie sie gequält unter dem Knirschen auf und ein schlechtes Gewissen wollte sich bei mir nicht regen, in dieser Zeit entfernten sich die anderen beiden beständig, bis ich dann jedwede Zurückhaltung fallen ließ und mich auf Alecto stürzte und die überrumpelte Frau zu fassen bekam.

Ihr Zauberstab flog ihr sofort klappernd aus der Hand und rollte auf dem unebenen, steinernen Boden davon. Meine Hand schloss sich währenddessen um Alectos Kehle, als ich sie mit Wucht gegen die Wand donnerte.

„Wahhh“, entwich ihr kläglich und sie keuchte nach Atem, da ich ihr die Luft abdrückte.

Kalt starrte ich ihr in ihre vorquellenden Augen, dabei bemerkte ich sehr wohl das ängstliche Flackern in ihnen und verzog meine Miene zu einem gehässigen Grinsen.

„Hör mir mal gut zu, es mag sein, dass uns erlaubt werden wird, derartige Flüche auf Schüler anzuwenden, jetzt kommt aber das Entscheidende… noch ist es nicht soweit. Das Ministerium ist gerade erst gefallen und Hogwarts muss den Schein der Selbstständigkeit wahren und wenn du nur im Ansatz die Pläne des Lords mit deiner Lust zu foltern durchkreuzt, wird es mir ein Vergnügen sein, für deine Bestrafung zuständig zu sein“, hisste ich gepresst und hielt ihr schonungslos die Konsequenzen ihres Handelns vor.

„Brrrr“, gurgelte sie atemlos und ich starrte ihr in ihre vor Schreck weit aufgerissenen Augen. Wie sehr wünschte ich mir in diesem Moment, bis zum Ende zudrücken zu können und fast hätte mich nichts bremsen können.

„Was geht hier vor?“, vernahm ich, zu meiner Enttäuschung, aus der Entfernung und rollte genervt mit den Augen, war man selbst des Nachts in Hogwarts nicht ungestört? „Lassen Sie sie los“, forderte die Stimme besorgt und mittlerweile spurteten die Schritte auf uns zu, aber ich gab Alecto immer noch nicht frei, die wild fuchtelnd um Atem rang.

„Frag das deine bescheuerte Schwester!“, begrüßte ich meinen nächsten Professor, der anscheinend an Schlafstörungen litt und jetzt aufgebracht und besorgt neben uns anhielt.

„Lass sie los“, forderte er wieder sehr harsch, aber doch mit Vorsicht im Ton und ich wandte ihm langsam mein Antlitz im Mondschein zu.

„Und wenn nicht?“, wollte ich provokant erfahren.

„Dann gehe ich zu Snape“, erklärte er frei heraus und hob immer wieder seine Hand, bevor er sie unverrichteter Dinge fallen ließ, aber er zückte nicht seinen Stab, das musste man ihm lassen. Die Intelligenzvergabe innerhalb der Familie war sehr ungleich und sehr unfair verteilt.

„Uhhhh… Jetzt soll ich Angst haben?“, troff die Ironie von meinen hämisch verzogenen Lippen, aber ich wusste zu meinem Leidwesen, dass er leider, leider Recht hatte. „Ich warne dich, Amycus, bring es Alecto bei, ich will nicht, dass meine Kameraden den Crutiatus bei keinem wirklichen Vergehen erleiden“, ließ ich abrupt von der prustenden, keuchenden und lilablassblauen Alecto ab.

Sofort eilte ihr Bruder fürsorglich zu ihr und hielt sie an ihren Schulten fest, da sie sich weit vorbeugte und versuchte, Luft in ihre gequetschte Röhre zu bekommen.

„Aber es wird als Bestrafung gehandhabt, denn die Kinder müssen lernen…“, belehrte er mich nun unwirsch, während er den Rücken seiner Schwester tätschelte.

„Stopp, du bist zu überstürzt. Noch ist nichts davon durch, also reißt euch am Riemen“, befahl ich schnappend. Dass sie aber auch immer so voreilig sein mussten war grausam!

„Spielst du dich gerade so auf, weil du denkst, Bellatrix nieder gemacht zu haben? Malfoy war dabei. Du verkriechst dich doch nur hinter ihnen!“, keifte das Weib unerträglich mit rauer Stimme los und holte rasselnd Atem.

Himmel, Alecto erinnerte mich in zu großen Maßen an Umbridge und was ich mit der getan hatte, ja, daran erinnerte ich mich zu gerne. Plötzlich zuckte sie vor mir zurück, als ich gespielt wieder einen Satz zu ihr hin machte.

„Hahaha, mir ist gleich was ihr beiden denkt, denn ich habe gewonnen und das ohne Hilfe!“, drehte ich auf dem Absatz ab und ließ Dumm und Dümmer einfach stehen, wobei ich meine Sinne die ganze Zeit auf sie gerichtet hielt, da ich ihre hasserfüllten Blicke in meinem Rücken durchaus wahrnahm.

In Wahrheit war ich schockiert, wohin Hogwarts steuerte und konnte die aufkeimende Sorge nicht mehr überspielen. Während ich den Weg zur Krankenstation ansteuerte, trauerte ich der schon wieder verfliegenden Ruhe, die ich bei den Twins gefunden hatte, hinterher.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Mist!

Mein Arm schmerzte plötzlich und meine Hand fuhr zu dem mich zeichnenden Mal. Auf einmal rief er mich nun doch noch zu sich und es brannte. Ich hatte mich schon gewundert, weshalb Hermione der Ruf ereilt hatte, mich aber nicht, denn schlussendlich war ich ebenfalls ein ranghoher DeathEater!

Auf der anderen Seite war es mir genehm gewesen, nicht sofort mitgehen zu müssen, da ich mich mit der BL beschäftigen musste und wollte. Hermione ahnte es vielleicht nicht, aber sie hatte die Mitglieder zutiefst erschüttert, sie unendlich getroffen und ihnen furchtbare Angst gemacht.

Nachdem irgendwann Potter und Weasley entschwunden waren, kümmerte ich mich um sie und versuchte so etwas Ähnliches wie ein Psychologe für sie zu sein und sie wieder aufzubauen. Denn selbst Blaise wirkte aufgrund seiner Erfahrung mit den Inferi ungewohnt bewegt.

Aber wie auch immer, jetzt im Gemeinschaftsraum brannte mein Arm, ein paar Stunden nachdem sie weg war und eilig raffte ich mich auf, um meinen Pflichten nachzukommen.

Ich hetzte durch die Geheimgänge, um im Verbotenen Wald apparieren zu können.

Was fühlte ich, als ich mit Mantel und Maske im windumtosten und so finsteren Dark Manor aufschlug und die düsteren Flure, begleitet von dem Zischeln zu vieler Schlangen, entlangging?

Widerwillen, verdammt, ich wollte nicht vor dem nasenlosen Lord herumkriechen wie eines seiner Haustiere! Das war so unglaublich unwürdig und machte mich rasend. Ein Malfoy unterwarf sich nie!

Früher war der Dark Lord anders gewesen, charismatisch, charmant und wortgewandt, das wusste ich von meinem Großvater, aber heute, nach seiner Auferstehung war er nicht nur um ein vielfaches hässlicher, nein, auch noch aufbrausender und herrschsüchtiger als früher und unkalkulierbar in seinen Launen!

Wir alle hatten seine Gefährlichkeit erkannt und versuchten, uns damit zu arrangieren. Zu meinem Verdruss kam Hermione erschreckend gut mit ihm klar. Jeder andere wäre schon von ihm zu Tode gefoltert worden, aber sie nicht, sie lag mit bisher nur einer einzigen, schmerzhaften Bestrafung durch die Hände des Lords mit mir gleich auf.

„Junger Malfoy, es dauerte gar lang“, empfingen mich seine eisig gehauchten Worte, die es in dem ansonsten leeren Thronsaal zu mir trug.

„Verzeiht, My Lord“, weigerte ich mich, wie alle Mitglieder meiner Familie auch, mich auf den Boden zu schmeißen, sondern entfernte mit einem Wisch meine Maske und legte meine Hand auf mein Herz, bevor ich mein Haupt tief vor ihm verneigte und all meine Gedanken wohlweislich tief in mir vergrub. „Hogwarts ist noch immer ein Gewirr, das ich erst verlassen muss, selbst ohne den Alten“, bedeutete er mir mit einer wegwerfenden Geste, meinen Kopf zu heben.

„Ja, es ist gar eine Schande, dass meine besten Leute in dieser Schule festhängen“, räumte der Lord mit rotglänzenden Augen lakonisch klingend ein.

„Vater ist es wichtig“, kam es prompt von mir, wie auswendig gelernt.

„Ich weiß, was Lucius wichtig ist!“, kam es knapp, aber auch sehr entschieden von ihm und ich wagte es, ihm einen scharfen Blick zuzuwerfen, der ihn eine haarlose Braue heben ließ. „Und tun wir nicht alle alles um Lucius glücklich zu machen?“, wollte der Lord mit einem hinterhältigen Grinsen erfahren, dabei warf er den kahlen Schädel in den Nacken und lachte künstlich, ein Ton, der mir das Blut in den Andern gefrieren ließ.

„Wie auch immer“, schnellte das Haupt des Lords wieder zu mir und seine rotglühenden Augen durchbohren mich. „Lucius ist an mich heran getreten, dass sein Erbe nicht zu sehr an erster Front stehen sollte… die Verpflichtungen der Familie, du verstehst?“, meinte er nicht wirklich explizit, aber ich verstand nur zu gut was er meinte und meine Kiefer arbeiteten.

Es war, als würde ich zu einem unmündigen Kind degradiert werden.

„Nicht, nein… My Lord, ich will Euch dienen“, brauste ich daher vehementer auf als eigentlich gewollt und ärgerte mich über meinen Vater. Was bildete er sich immer wieder ein?

„Es hat niemand gesagt, dass du das nicht tun wirst, mein Junge“, verkündete der Dark Lord so seidig, dass es mir kalt den Rücken hinablief, aber doch saß meine ausdruckslose Maske perfekt.

„Wie darf ich Euch dienen?“, würgte ich fast an meiner Unterwürfigkeit und ich fragte mich schon, wie Hermione das immer so gut hinbekam, ohne an ihrem Stolz zu ersticken.

„Ich habe einen ganz besonderen Auftrag für dich…“, fing er sichtlich erregt an, dabei lagen nun seine Hände an seinem schlichten Thron und seine langen Fingernägel schlugen einen Takt, der mich minimal nervös machte. „Du wirst den Trupp anführen und versuchen, mehr über diese mysteriösen Kapuzenleute rauszufinden. Der Trupp von Bellatrix hat mich bei dieser Aufgabe enttäuscht, nun hast du deine Chance“, verklangen seine schicksalhaften Worte und ich schluckte.

„My Lord“, hauchte ich gepresst, in mir tobte ein Sturm nach seiner so bedeutungsschweren Aussage.

Ich war hin und her gerissen und von Sorge getrieben. Das hier gäbe mir die Möglichkeit, die VenTes zu schützen, auf der anderen Seite würde ich ihnen Fallen legen müssen, um gut vor dem Lord dazustehen. Ich war von Stund an in einer Zwickmühle gefangen, die nun zuschnappte, weswegen ich gerade sprachlos war.

Ich sinnierte noch lange darüber nach, selbst als ich das Dark Manor hinter mir ließ und in Hogwarts wartete, denn ich hatte genügend Zeit zum Nachdenken, denn sie war immer noch weg!

Und blieb wie vom Erdboden verschluckt!

Nach dem großen Durcheinander bei der BL und ihrem Ruf durch den Lord war sie und blieb sie die ganze Zeit verschwunden. Keiner von uns wusste, wo sie sich rumtrieb, oder was sie tat, aber sie war und blieb weg!

Ich war schon lange wieder in Hogwarts, nachdem mir der Lord meinen Aufgaben zugewiesen hatte, aber sie nicht.

Es war Montagmorgen und sie war immer noch nicht aufgetaucht. Wo steckte sie nur?

Der Unterricht würde gleich beginnen und gerade jetzt wünschte ich mir, dass sie da wäre um ihren nervigen, besten Freund von Dummheiten abzuhalten. Mir waren die Hände gebunden, denn wenn ich eingreifen würde, oder gar einer der Slytherins, würden die Carrows nur erst recht misstrauisch werden.

„Potter, gehen Sie weg, Sie lungern auf den Fluren herum. Was haben Sie vor?“, baute sich gerade die sichtbar schlecht gelaunte Alecto vor Potter auf und er hatte wirklich nichts weiter getan als doof rumzustehen.

„Ich? Gar nichts“, entgegnete Potter in der ihm eigenen Leutseligkeit leicht trottelig und ich wusste genau, was sie antworten würde, noch bevor sie es schon genüsslich tat.

„Professorin“, verkündete das Fettgesicht wichtig und ich besah sie mir genauer.

Im selben Moment stupste mich Blaise an und deutete auf die geschwollene und dicke Nase, die ihr an sich schon wenig hübsches Gesicht noch unvorteilhafter aussehen ließ und so nickte ich nur. Sie sah aus, als wär sie ihr vor kurzem gebrochen worden. Vielleicht kam daher ihre schlechte Laune?

„Was?“, kam es auch prompt wenig manierlich von Potter, der absolut keine Lust zu haben schien, auf seine Lehrerin einzugehen.

„Professorin, Potter, wenn ich bitten darf“, hisste sie auch nun schon böse auf und starrte ihn wütend an.

„Oh, Sie dürfen“, verkündete er nun spitz und richtete sich seine Brille mit einem Fingerzeig.

„Wie bitte, Potter?“, fehlten Carrow die Worte bei seiner Anmaßung. „Sie zeigen nicht den Respekt, den man erwarten sollte. Der morgendliche Appell sollte bald Wirkung zeigen“, fletschte sie aggressiv ihre Zähne.

„Was denn für ein Appell?“, fragte die müde, zerzaust und zerrupft aussehende Brown, die ein wenig apathisch wirkte, nachdem sie auch den Sonntag auf versteckten Pfaden verschwunden und erst sehr spät wieder aufgetaucht war, wie ich aus sicheren Quellen erfahren hatte.

Ich war extrem gespannt, wohin Hermione sie gebracht hatte. Was hatte Brown in Hermiones Plänen zu tun und warum, zum Merlin nochmal, weihte sie mich nicht ein?

Als Brown nach ihrem späten Eintreffen am Samstag im Raum der Wünsche, nachdem Hermione verschwunden war, erschien und dort verkündete hatte, dass sie nun ganz aus der BL austreten würde, war wieder ein riesengroßer Aufschrei durch die Reihen gezogen, der dafür gesorgt hatte, dass ich Kopfweh bekommen hatte. An Brown schien die Aufregung aber abgeprallt zu sein, vor allen da sie den Tag darauf auch sofort wieder verschwunden war, ohne Erklärungen zu liefern.

„Der ihnen allen endlich einmal Disziplin und Ordnung beibringen soll“, flötete diese Nervensäge von unnötiger Lehrerin zu uns. „Der Schulleiter wird schon bald einige Neuerungen verkünden und Potter, mäßigen Sie den aufmüpfigen Ausdruck in Ihrem Gesicht“, schoss sie sich wieder auf den nun schweigenden Helden ein, der nun eher weinerlich seine Miene verzog.

„Was? Ich kann nichts für mein Gesicht, oder was Sie darin hinein interpretieren was es ausdrückt“, kam es dann doch wieder provokant von ihm.

„Bei der Visage kann man das nur zurückgeben“, murmelte Weasley leider nicht leise genug und Alecto ging ab wie ein Doxy, den man ausräuchern wollte.

„Was fällt Ihnen ein, Weasley? Man muss ihnen allen erst mal Manieren beibringen!“, fauchte die neue Professorin die beiden haltlos wütend an und ich rollte wieder mit den Augen. Konnte die nicht einmal in ihrem Leben ihre Klappe halten? „Ich denke, sie haben keine Ahnung, wie es nun hier laufen wird, nachdem dieser alte, senile Opa endlich von uns gegangen ist. Ich wäre erfreut, wenn ich die Person bin, die sie dies lehrt!“

„Mannnnn, dieses Gekreische am frühen Morgen ist unerträglich in meinen zarten Ohren“, erklang es auf einmal giftig aus dem Nichts und ganz plötzlich tauchte sie um die Ecke auf und zog mit ihren so frechen und respektlosen Worten die Aufmerksamkeit auf sich.

Anfänglich wirkte Alecto sprachlos ob ihrer Anmaßung und öffnete empört ihren Mund, nur um ihn kurz darauf wieder wortlos zu schließen und in meinen Augen den Kopf sprichwörtlich vor Hermione einzuziehen. Was war da denn schon wieder passiert? Denn natürlich war es offensichtlich, dass Hermione gerade zu selbstherrlich und zu selbstständig auftrat, ohne den nötigen Respekt einer Schülerin gegenüber ihrer Professorin.

„Oh, Miss Granger, der Hochmut kommt vor dem Fall“, kam es bösartig, aber verhalten von der überzeugten Anhängerin des Dark Lords.

„Wie meinen, Professorin Carrow?“, fragte Hermione ungläubig klingend, als plötzlich ein fieses Grinsen auf ihre Züge trat. „In den letzten Tagen sah ich irgendwie zu viele fallende Leute und ich gehörte nicht dazu“, dabei klatschte sie mit ihrer geschlossenen Faust in die Hand und es brauste ein Wispern unserer Klassenkameraden auf und selbst ich runzelte meine hohe Stirn und starrte auf die geschwollene Nase, auch von den anderen zuckten die Augen von Nase zu Faust und ich konnte ausmachen, wie Alecto damit kämpfte, nicht dem Impuls nachzugeben, an ihr Riechorgan zu fassen.

Subtilität war wahrlich anders, aber ihre Worte ergeben keinen Sinn, da ging es um etwas anderes, wovon sprach sie? Denn zu meinem Missmut wirkte Carrow sehr wohl wissend, um genau zu sein, und irgendwie kam ich mir, was meine Freundin betraf, uninformiert vor! Ein unerträglicher Zustand, während Carrow noch immer um ihre Beherrschung rang.

„Die… die zu schnell hoch steigen, können umso schneller fallen“, presste die kleine Dicke durch zusammengebissene Zähne hervor.

„Sie sprechen aus… persönlicher… Erfahrung?“, provozierte meine Freundin ungemein lässig und lenkte damit ab, dass unsere Professorin auf Hermione und ihre Verlobung mit meinem Vater anspielte, woraufhin ich Hermione anstierte. Warum tat sie das so ostentativ?

„Du minderwertiges und überbewertetes Mud… gestern war schon zu viel“, sprudelte es regelrecht aus der anderen Frau heraus und nur gerade noch so riss sich unsere neue Lehrerin zusammen, als das zischende Luft hohlen der Schüler ihre Selbstgerechtigkeit durchdrang. „Ich lasse mir nicht alles gefallen, von niemandem, auch nicht von Ihnen, MISS GRANGER!“

„Ich… was?“, reizte sie weiterhin absichtlich und grinste kühl zu Carrow.

Diese zweite Kröte konnte ihr an sich gar nichts und das wusste Hermione nur zu gut, ob dies auch Alecto verinnerlich hatte, war eine andere Sache.

„Sie sollten nicht vergessen, dass ich Ihre Professorin bin“, presste sie versucht tapfer hervor und Hermione schnaubte daraufhin abwertend, während es fast schon keinen mehr von unseren Schulkameraden wunderte, wie das bei ihr und dem ein oder anderen ablaufen konnte.

Das hörte sich für mich so an, als würde Hermione „Dann tu auch was dafür“ sagen wollen, aber sonst stand sie nur da mit einer Hand, die sie locker in ihre Hüfte stützte.

„Und ich werde Ihnen zeigen, dass ich es bin, die hier mit strenger Hand die Schüler unterrichtet! Strafarbeit für Sie, Weasley und Potter wegen unerträglicher Anmaßung der Lehrerschaft gegenüber! Sie können zu Filch gehen, Miss Granger und Mr. Weasley, während ich Mr. Potter übernehme, folgen Sie mir, Potter“, versuchte diese Nervensäge einer Möchtegern-Lehrerin wieder die Führung zu übernehmen, aber selbst ich spannte mich an, als sie Potter von uns isolieren wollte.

„Moment!“, kam Hermione jedem Protest zuvor und selbst Potter hielt still, ihre Stimme klirrte eisig über den Flur. „Ich wünsche, den Direktor zu sprechen“, verkündete sie absolut kalt.

Alecto wirbelte mit gezücktem Stab herum und auch wenn sie es in diesem entscheidenden Moment nicht bemerkte, aber in dieser Sekunde war jedes Mitglied der BL und DA dieser Klasse selbst mit seinem Zauberstab bewaffnet und zielte versteckt auf die Professorin, auch ich.

„Sieeeee“, hisste Alecto rau vor Zorn auf. „Sieeee, Sieeeee wünschen?“, spuckte sie wie irre und fuchtelte mit ihrem Finger durch die Luft.

„Ja, ich… ich wünsche und Mr. Potter folgt mir und Sie, wenn Sie wollen, auch gleich. Ich denke, dass alles was Mr. Potter betrifft unseren Schulleiter interessiert“, zeigte Hermione ihre vehemente Seite und legte Potter besitzergreifend eine Hand auf den Arm.

„Wie kommen Sie, Sie… darauf?“, hauchte Alecto empört und ich rollte mit den Augen.

„Weil ich immer mehr wissen werde als Sie, Professorin Carrow!“, schnauzte Hermione und ich warf ihr einen tadelnden Blick über die Masse zu, den sie durchaus wahrnahm aber schlicht ignorierte.

„Wenn Sie sich da mal nicht im Schulleiter täuschen, das gestern war schon eine Anmaßung und Snape wird das ähnlich sehen“, giftete Alecto zurück und schien sich ihrer Position sehr sicher.

Da schon wieder, diese Anspielung. Was hatten wir verpasst? Potter und Weasleys Miene spiegelten meine eigene, nur besser versteckte, Unwissenheit wider.

„Wir werden sehen“, murrte Hermione, deren Verbindung zu Severus unter den normalen DeathEatern weitestgehend in ihrer gesamten Weite unbekannt war.

Draco Sicht Ende


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Kapitel 497-498
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