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 Kapitel 505-506

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BeitragThema: Kapitel 505-506   Di Apr 07, 2015 6:53 pm

505. Kapitel Flucht

Blaise und Ron waren inzwischen dazu übergegangen, uns nur mehr als gespannt zu beobachten, wobei Ron zwischendurch ganz offensichtlich eher sorgenvoll wirkte, während er die neuen Informationen von Harry verdaute. Blaise hingegen ließ keine Regung erkennen, aber ich war mir zu hundert Prozent sicher, er würde Draco von all dem haarklein berichten.

„Blaise, geh“, befahl ich einer verspäteten Eingebung flüsternd, als ich mir seiner wieder bewusst wurde und wie erhofft drehte er sich ohne Widerworte um und verließ eiligen Schrittes den Raum der Wünsche.

Mir ging es nur darum, dass das so nicht ging, Harry sollte, außer vor Ron und mir, nicht seine Geheimnisse, die ihm anscheinend so viel Wert waren, offenlegen. Irgendwie wusste ich mir gerade gar nicht zu helfen, woraufhin ich schließlich widerwillig auf das blickte, was ich in Händen hielt. Einerseits widerstrebte es mir nach Harrys eindringlichen Worten und vor allem seiner verletzten Aussage über seine Privatsphäre, es zu tun. Ich kämpfte schwer mit mir, aber schließlich flog mein Blick über die offene Schachtel. Ich sah Briefe und eine Menge von Fotos. Auf den meisten lachten und grinsten zwei Mädchen gutgelaunt in die Kamera. Da waren Fotos, die sie als Kleinkinder zeigten, dann älter, bis sie schließlich erkennbar Teenager waren.

„Das sind Daphne und Pansy!“, stellte ich schließlich leise fest.

„Ja, sind sie“, schnaubte Harry, während er sichtbar wütend das Haupt schüttelte. „Pansy war mal ihre beste Freundin, weißt du, bevor sie anfangen musste, so viel geheim zu halten. Pansy war sehr traurig darüber, dass Daphne sich von ihr entfernt hat“, erklärte Harry nun doch auskunftsfreudiger und ich sah kurz auf und erkannte, wie schwer es ihm fiel, über Daphne zu reden.

„Und das sind Briefe von Daphne an Pansy?“, hielt ich die Pergamente hoch, die ich niemals lesen würde.

„Ja, denke ich, ich habe sie mir noch nicht angesehen… du bist die Erste“, sprach Hohn aus Harry und ich schluckte schwer. „Pansy hat mir alles kopiert, was sie von Daphne hatte… für… naja, sie meint, ich hätte so was nicht, keine Fotos… und Pansy mag viel sein, aber total hirnlos ist sie nicht. Sie hat erraten, wer meine Freundin sein könnte, wobei ich es ihr nie bestätigt habe!“, begann er schon sehr traurig mit der Erklärung, wobei er sich mir sichtlich widerwillig öffnete.

„Und nein, es tut mir nicht leid, denn dies hier ist für Lucien… für später…!“, ruckte sein Haupt hoch und als die Worte verklungen waren, hatte ich das Gefühl, es würde noch stiller werden, man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so kam es mir vor.

„Für Lucien?“, brachte ich schließlich gefährlich leise über die Lippen. Er wollte Erinnerungen an dessen verlorene Mutter schaffen, die er von seiner eigenen nie gehabt hatte.

Harry und Lucien konnten einem leidtun!

„Keine Sorge, Schönste, sie kann niemandem etwas sagen, wir haben alle erdenklichen Zauber auf sie gelegt!“, sprang Ron schnell ein, bevor Harry etwas erwidern konnte.

„Sie weiß von Lucien und von Daphne? Seit wann?“, fragte ich völlig geplättet und noch über die Tragweite der soeben erhaltenen Information nachdenkend.

„Tja, von Daphne aber von Lucien weiß sie nicht! Von meinem Sohn weiß niemand, er ist mein größtes und wichtigstes Geheimnis! Ich spreche nie über ihn und das nur aus diesem einen Grund! Er muss unter allen Umständen geschützt werden“, entgegnete er so entschieden, dass mir eine Gänsehaut über den Rücken lief. Aus seiner ganzen Haltung sprach die große, innige und absolut grenzenlose Liebe zu seinem Sohn. „Und seit wann? Da muss ich überlegen, irgendwann in diesen Ferien, vielleicht ein paar Wochen vor meinem Geburtstag!“, schien Harry wirklich nachzudenken und kratzte sich am Kopf.

Offenbar hatte er mit anderen Fragen gerechnet.

„In Ordnung, also schon einige Zeit“, atmete ich durch und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. „Ist sie so vertrauenswürdig? Warum sie, Harry?“, wollte ich genauer erfahren, wie es der ehemalige Wanderpokal Pansy geschafft hatte, sich in Harrys Vertrauen zu schleichen.

„Was? Warum zweifelst du an ihr? Sie ist ein Mitglied der BL! Oder weil sie eine Slytherin ist?“, fuhr mich Harry auf einmal aufgebracht an. „Was sind dann bitte Draco, Snape, alias Mr. Oberschlange, Malfoy, und, und, und… eben alle, mit denen du dich ja so gut verstehst? Von den DeathEatern, deinem Trupp und dem Rudel gar nicht zu reden. Daphne war auch eine Slytherin, falls du es vergessen hast. Also bitte, das spielt doch nun wirklich keine Rolle mehr!“, ging er mich aufgebracht an.

„Nein, eine Fremde, wollte ich sagen, eine Fremde!“, wies ich die Vorwürfe rigoros zurück und hatte sehr wohl irritiert aufgenommen, dass Harry in seine Aufzählung nicht nur meine Männer eingefügt hatte. Er sah wirklich zu viel, für meinen Geschmack!

„Für dich vielleicht, für mich nicht!“, fauchte er mich plötzlich an. „Du warst fast nie in Irland. Sie ist Pansy, eine Freundin, sogar eine gute Freundin mittlerweile!“, verteidigte Harry sie in meinen Augen etwas zu vehement.

„Was für eine Freundin, um genau zu sein? So eine, die für dich immer da war? Hast du Daphne hintergangen, als sie noch da war und Theo? Denn dass ihr sooo gute Freunde seid geht ja schließlich schon länger!“, schoss ich mit Blaises Beobachtungen zurück, denn diese Frage war für mich noch nicht vollumfänglich geklärt, denn nur weil er nicht mit ihr schlief, was ich, wie bereits festgestellt, durchaus zu glauben bereit war, hieß das noch lange nicht, dass rein gar nichts Unangebrachtes gelaufen sein musste.

„Nein, verdammt, Pansy ist nicht so eine, sie liebt Theo und du weißt, ich hätte Daphne so was niemals angetan!“, fauchte er jetzt entschieden zu mir und verteidigte Pansy noch mehr. „Und Pansy würde so was niemals tun.“

„Dafür ist sie aber durch viele Betten gehüpft und in körperlichen Belangen soll sie äußerst geübt sein!“, stellte ich klar und warf einen kalkulierenden Blick zu Ron, woraufhin Ron mit feuerrotem Gesicht den Kopf senkte.

Offenbar wollte er nicht wirklich daran erinnert werden, wie er damals zu Halloween, reichlich angetrunken, mit Pansy verschwunden war.

„Jeder hat eine Vergangenheit!“, kommentierte Harry meine anzügliche Aussage nur lapidar. „Ich vertraue Pansy!“, stellte er dann an mich gewandt sehr deutlich klar.

„Warum, Harry, erkläre es mir. Ich verstehe das wirklich nicht. Womit verdient sie dein Vertrauen? Du hast so viele Freunde, von dir und Daphne wissen zu viele und von Lucien wissen auch an sich ebenfalls zu viele. Alleine alle im Cottage, die wissen alles. Ginny, Luna und Neville, als sie damals im Wald waren, wissen von Daphne, ganz zu schweigen von den Weasleys, die zumindest von Luciens Existenz ebenfalls Kenntnis haben. Schlussendlich Severus und sogar Lucius ahnt etwas! Von Tonks und Remus rede ich nicht mal. Warum vertraust du ihr?“, gab ich kleinlaut und mit ein wenig Verzweiflung im Ton zu, was Harry aber zum Glück überging.

„Das werde ich dir nicht sagen, das ist Pansys Sache, sorry! Auch ich halte mein Wort. Akzeptiere das bitte!“, bat er sehr entschieden und nach einer kurzen Zeit des Nachdenkens neigte ich meinen Kopf.

„Gut, ich respektiere, dass Pansys Geheimnisse ihre bleiben“, log ich wie gedruckt, denn das Mädel würde ich mir kaufen. „Daran habe ich nie gezweifelt, dass du Wort hältst… aber, warum weiß es Ron und ich nicht?“, wollte ich noch unzufrieden erfahren.

„Wann hätte ich es dir sagen sollen, Hermione? Wir haben uns in den Ferien kaum gesehen, entweder ging es um Leben und Tod, oder um wichtigere Dinge. Wir hatten alles im Griff und du kannst nicht erwarten, dass du immer alles weißt, wenn du die meiste Zeit bei den Malfoys abtauchst!“, verteidigte er sich energisch und ich musste eingestehen, dass er zu meinem Leidwesen irgendwie recht hatte und ich seufzte leidend.

„Ich bin eine Malfoy!“, gab ich daher nur sehr spitz von mir, was Harry sofort abfällig schnauben ließ.

„Jaja, und bald bist du Mrs. Malfoy!“, winkte Ron unerwartet leger ab, als er sich nun doch einschaltete. „Aber das ist doch jetzt egal. Wir gehen jetzt, ich hab Hunger und Harry hat sich schon genug vor dir entblättert. Das hätte nicht sein müssen, Hermione!“, tadelte mich Ron überraschend autoritär und stand Harry bei, was mich von einer raschen Antwort abhielt.

„Ja!“, sagte ich daher nach einiger Zeit nur schlicht und entließ sie einsilbig, indem ich Harry das Kästchen eilig in die Hände drückte.

Harry warf mir einen letzten, für mich undeutbaren Blick zu, der mich nachdenklich stimmte, und packte das für ihn so wertvolle Geschenk eilig weg.

„Puh…!“, sackte ich förmlich geschafft zusammen, als die Tür hinter ihnen zufiel und ich fuhr mir mit beiden Händen übers Gesicht, ich rieb mir über die Haut, in der Hoffnung, wieder Blut hineinzubekommen. „Das hatte ich wirklich nicht erwartet!“, gestand ich schließlich seufzend und schüttelte mich unglücklich, dabei war noch immer mein Gesicht in meinen Händen vergraben.

„Ich auch nicht, ich auch nicht!“, ruckte mein Haupt wie von der Acromantula gebissen hoch und ich blickte in Blaises Gesicht, das mich betont neutral musterte.

„Du bist nicht gegangen?“, wollte ich erstaunt wissen, nachdem ich mich zusammenriss und zur Tür sah und wieder zurück.

„Doch klar, aber ich war so frei, vor der Tür zu warten und jetzt bin ich wieder reingekommen“, erklärte er freundlich und musterte mich mit durchdringendem Blick.

„Eher reingeschlichen“, mokierte ich mich leicht über ihn.

„Oder so“, grinste er spitzbübisch und zwinkerte mir zu.

„Dann haben sie dich noch gesehen?“, wollte ich unsicher erfahren.

„Nein, ich kann mich recht gut unsichtbar machen, wenn ich will“, kam es reichlich hochtrabend von ihm, während ich ihn einen langen Augenblick musterte, bevor es aus mir herausbrach.

„Du erzählst alles Draco?“, fragte ich schließlich eine für mich rhetorische Frage, da die Antwort für mich feststand.

„Hm…!“, ließ mich dieser Ton zu Blaise herumfahren, da ich eine derart unbestimmte Reaktion nicht erwartet hätte, wobei mich sein Anblick stocken ließ. Dabei schlich sich von Sekunde zu Sekunde mehr ein diebisches Funkeln in seinen Blick, der mich aufgrund aufkeimender Hoffnung unruhig werden ließ. „Naja, ich muss ihm nicht ALLES und SOFORT erzählen“, ließ er mit einem Zwinkern hin alles offen und trat plötzlich auf mich zu, bis er mir ganz nahe war. „Aber dann bist du mir was schuldig!“, beugte er sich weit zu mir, bis ich seinen Atem an meinem Ohr fühlen konnte, dabei offenbarte er sich gleich wieder als der kalkulierende, verschlagene Slytherin, der er war.

Er wusste genau, dass ich mit meiner Frage auf Harrys Vorwürfe bezüglich Lucius anspielte und dass Blaise eigentlich, schon alleine weil er Dracos Freund war, ihm davon berichten musste, was Harry sich einredete. Der feine Unterschied zwischen Harrys und Dracos Meinungen lag darin, dass Draco seit Beginn meiner Zeit im Manor darauf beharrte, dass Lucius mich unter allen Umständen wollte, aber hier behauptete Harry, dass ich Lucius verfallen wäre.

„Gut!“, nickte ich daher zustimmend und wich keinen Millimeter vor ihm zurück.

„Schön, wir sehen uns!“, wirkte Blaise daraufhin verdächtig zufrieden, was mich fast sofort wieder misstrauisch werden ließ und so fuhr er so schnell, dass ich gar nicht dazu kam, zu reagieren, zu mir herum, küsste mich sachte auf die Wange und ließ mich dann leicht überrumpelt stehen.

Meine Hand glitt unstet zu meiner Wange, während ich nun meinen Ohren kaum traute, da er pfeifend den Raum verließ. Hoffentlich hatte ich nicht zu viel zugesagt mit dem Gefallen, außerdem hing Blaise offenbar nicht sehr an seinem Leben, wenn man bedachte, wie wenig Lucius ihn leiden konnte und er mich schon wieder geküsst hatte, wenn auch nur auf die Wange.

Das Chaos nahm auch nie ein Ende.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich harrte wartend gleich hinter der ersten Säule, bei der Großen Halle, dabei stand mir meine gelebte Ungeduld sehr ungut zu Gesicht, da ich mit den Schuhspitzen unruhig auftippte. Ich fragte mich, wie man dieses dröge Mahl nur derart in die Länge ziehen konnte, das war ja unfassbar. Wie hungrig konnte man sein?

Wobei, pubertierende Kinder hatten irgendwie immer Appetit, wohingegen mir diese triste Atmosphäre gefährlich auf den Magen schlug und ich keinen Hunger verspürte. Anscheinend gab es aber gerade hier den Schlag Menschen, der dann erst recht reinhauen konnte! Als ich es schon gar nicht mehr glauben wollte, dass das Essen sein Ende finden könnte, begannen die Schüler endlich, aus der Halle zu strömen.

Als das Trio mich bemerkte, stockte es kurz und als eben sie einen Schritt auf mich zu machen wollte, schüttelte ich kurz mein Haupt und mein kinnlanges Haar wippte mit, während ich mit einem Fingerzeig auf ihre gesamte Gruppe zeigte und ihnen bedeutete, dass sie gefälligst gesammelt zu mir zu kommen hätten.

Wie diese Geste anmutete, wollte ich mir gar nicht ausmalen, aber Weasley sah so beglückt aus, wie wenn er einer Spinne begegnete, dennoch war ich positiv überrascht, denn sie verstanden meine Anspielung und kamen dann doch rasch auf mich zu geeilt.

„Severus?“, fragte sie mich, nachdem ich meinen Zauberstab nach vollendeter Arbeit, um unsere Privatsphäre zu garantieren, wieder weggesteckt hatte. „Was willst du?“, wollte sie neugierig erfahren und trat sehr nah zu mir, wobei sich Potter und Weasley zurückzuhalten versuchten, um mir in der engen Nische nicht zu nahe zu kommen.

Sie stand nun gespannt und erwartungsvoll vor mir und hatte den Kopf schief gelegt und kurz holte ich sehr tief Luft.

„Es ist soweit“, meinte ich mit tiefer, dunkler Stimme sehr geschäftig, aber auch sehr endgültig.

Dabei sah ich ihr direkt, sehr fest in die Augen und sie blinzelte sichtbar überrumpelt, aber ich dachte auch, das Verstehen aus ihrem Blick lesen zu können. Sie war wahrlich unheimlich schnell in ihrer Auffassungsgabe.

„Was? Jetzt schon? Wieso?“, schaffte sie es dann, ihre Überraschung in wirre Fragen zu packen. Sofort traf sie der strafende Blick aus meinen so schwarzen Augen, weil sie in Frage stellte was ich kundtat. Sie stockte, nickte dann nur noch betroffen, denn an meiner Aussage, dass es soweit war, gab es nichts zu rütteln, noch stand es zur Diskussion.

„Was ist soweit, Sir?“, wandte nun Potter betont höflich ein und ich sah ihn abschätzig an. Ich würde mich nie daran gewöhnen können, von diesem Mann mit Respekt behandelt zu werden.

„Sie verschwinden“, setzte ich knapp an. „Sofort“, servierte ich nach, nachdem ihm der Mund weit aufgegangen war. Nun starrten mich doch wirklich alle drei mit großen, ebenfalls weit aufgerissenen Augen an.

„Wie sofort, wie jetzt?“, krächzte Weasley wenig melodisch in zu hoher Tonlage daher und ich nickte nur bestimmt.

„Was ist mit unseren Sachen?“, wandte Potter leicht blässlich ein und strich sich über seine gezeichnete Stirn, während Weasleys Finger in Richtung Decke ging, als wenn er sich melden wollte, um dasselbe anzumerken.

„Nein“, kam es schlicht von mir, denn dafür war auf gar keinen Fall Zeit.

„Harry“, griff nun Hermione nach seinem Arm. „Du hast doch alles Wesentliche in Hagrids Geschenk und immer bei dir, so wie ich es von dir verlangt habe, oder?“, fragte sie umständlich und ich hatte keinen blassen Dunst, was der tollpatschige Riese Potter geschenkt haben könnte.

„Ja“, entgegnete Potter aber brav, wenngleich sichtbar überfordert und fasste sich, einem Instinkt folgend, Richtung Brust, was mich vollends verwirrte.

„Puhhh“, „Gut“, „Dann bin ich beruhigt“, „Dann haben wir alles Wichtige“, meinten mein Biest und der Rothaarige abwechselnd erleichtert, dass auch Potter mal was richtig machen konnte, woraufhin nun Hermione ihre Schultasche auf den Boden schmiss, davor auf die Knie ging und darin herumwühlte. Zu meinem Entsetzen zog sie auf einmal eine potthässliche Perlenhandtasche hervor und hielt diese triumphierend in die Höhe.

„Ja“, meinte sie auch schon freudestrahlend.

„Was ist das?“, entfleuchte es mir ungewollt pikiert und sie warf mir einen amüsierten Blick zu.

„Das ist mein Notfallset, Severus“, erklärte sie verschmitzt. Ihr schien das Drängen der Zeit eher zu gefallen als sie in Panik zu versetzen und so hielt sie nun die Tasche auffordernd zu Weasley hin.

„Hier, Ron, nimm, da ist alles drin, was ihr brauchen könnt“, erklärte sie bereitwillig. Nach einem komischen Blick der Jungs nahm Weasley mit erstaunlicher Gleichmut das Täschchen in seine großen Hände, was lächerlich anmutete.

„Alles?“, untersuchte er die kleine Tasche zweifelnd, indem er sie vor seine Augen hielt. „Auch Sachen für mich, für Harry?“, wollte der sichtbar geschockte Junge dann doch besonnen und ruhig erfahren.

„Alles und noch mehr… da ist sehr viel drin“, erklärte sie sehr ernsthaft und da zog er die Schultern hoch, während eine meiner Brauen in die Höhe rückte, da hatte jemand wieder mit Weitsicht gezaubert.

„Okay“, meinte er reichlich nüchtern und hielt daraufhin die Tasche nun sehr fest in seinen großen, vernarbten Händen. Er wirkte mit diesem Täschchen lächerlich, aber wer wäre ich, Hermiones Wahl in Frage zu stellen?

„Und was nun?“, wollte Potter unwohl erfahren und linste um die Säule herum, dem Strom der Schüler entgegenblickend.

„Zu Sirius‘ altem Haus“, umschrieb das Biest den Standort und ich spitzte die Lippen, eine wahrlich interessante Wahl, hielt mich aber weiterhin zurück.

„Aber…“, wollte Weasley beginnend einwenden und auch Potter ging im Protest der Mund auf, als ihn Hermione wenig freundlich, aber auch wenig subtil auf den Fuß trat. „Autsch!“ Ich rollte verächtlich mit den Augen, selbst für mich war nun offensichtlich, dass sie etwas vor mir am Grimmauld Place verbargen und mein höhnischer Blick lag auf der Truppe und Hermiones biestiges Gesicht war zu amüsant.

Was könnte es geben, was sie mir nicht offenbaren wollten?

„Sirius‘ Haus“, bekräftigte sie nochmal vermehrt und zuckte zu mir hin die Schultern, ihr war es gegenwärtig, dass ich Lunte gerochen hatte und ein fast schon gehässiges Grinsen zupfte an meinen Mundwinkeln. Aber ich konnte mich durchaus in Geduld üben, bevor ich dieses Geheimnis ergründen würde.

„Okay, okay, ist ja schon gut, wir gehen da hin und was dann?“, fragte Potter mit einem unwohl verzogenen Gesicht.

„Dann verstecken Sie sich dort!“, servierte ich gemein und konnte mir mein sehr gehässiges Grinsen nicht verkneifen.

„Ist das nun eine Flucht?“, krächzte Weasley, wobei mein Augenmerk zu Potter fuhr.

„Ja, ab nun sind sie auf der Flucht“, erklärte ich mit einer gewissen endgültigen Wehmut, die ich selbst mit meiner schnarrenden Stimme nicht überspielen konnte.

So blickte ich mit gemischten Gefühlen dem entschwindenden Trio hinterher und überlegte mit kühler Präzision, was noch alles zu tun war.

Momentan war die einzige Möglichkeit, noch zu erklären, warum Potter jetzt die Flucht ergriff. Der Lord wäre zwar nicht glücklich, aber aufgrund von Carrows Cruciatus und meiner Bestrafung konnte ich mich herausreden, warum er jetzt doch ging und die Flucht ergriff!

Ich würde Alecto und Amycus die Nachricht überbringen lassen und dann verspätet erscheinen, frisch von der glücklosen Jagd kommend! Das würde eine schöne Überraschung für diese Nervensägen werden.

„Snape, wo ist Potter?“, vernahm ich in meinem Rücken die zu indiskrete Stimme von meinem Stellvertreter und ruckte mit einer mehr als mieser Laune, aufgrund der Tatsache, dass er dachte, mich derart vertraut ansprechen zu können, herum.

Wo waren wir hier?

„Das weiß ich nicht, ich dachte, Sie wollten sich darum kümmern, Professor Carrow?“, betonte ich die Anrede sehr pedantisch, um ihn auf seine Vergesslichkeit aufmerksam zu machen und dass ich es nicht tolerieren würde, wenn er weiter derart salopp mit mir sprach.

„Sir, er verschwand von einer zur nächsten Sekunde im Getümmel, Sir“, verkündete er deutlich unsicherer, dabei riss er sich ziemlich zusammen, um nicht zu ungeduldig zu erscheinen und doch entgingen mir seine hektisch hin und her zuckenden Augen nicht.

„Tja… ich dachte mir, es sollte Ihnen ein leichtes sein, Potter zu erwischen… Haben Sie schon Ihre Schwester informiert?“, fragte ich trügerisch sanft und frohlockte aufgrund ihrer unvorstellbaren Unfähigkeit.

„Ja, sie sucht zusammen mit Filch die Flure ab“, entgegnete er unwohl. „Aber er ist wie vom Erdboden verschluckt. Wir müssen ihn finden, Sir“, lag nun etwas Gehetztes in seinem Ton.

„Na, dann walten Sie Ihres Amtes und finden Sie Potter, damit Sie ihm zum Lord bringen können“, befahl ich unheimlich generös und gratulierte mir gedanklich zu meiner guten Planung.

„Und was tun Sie, Sir?“, fragte er jetzt unerwartet unverschämt und musterte mich daraufhin schneidend.

„Sie schaffen es nicht? Wollen Sie mir das damit sagen? Soll ich das dem Lord sagen? Ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig, darüber was ich tue, aber ich will nicht so sein. Ich halte Ihnen die anderen Lehrer vom Hals und seien Sie sich gewiss, dass ich sie beide zum Lord vorschicken werde, sollten sie versagen“, drohte ich seidig mit gebleckten Zähnen und durfte erleben, wie Amycus große Augen vor Angst machte.

„Aber… aber…“, stotterte er sichtbar besorgt, jedoch hob ich meine Hand und deutete mit einem Fingerzeig die dunklen Flure hinunter. Es gab nichts mehr zu sagen.

„Was?“, kam es somit scharf von mir. „Nun los… und ab!“, befahl ich schnarrend und durfte erleben, wie er auf dem Absatz kehrt machte und mit erhobenem Zauberstab davon stürmte, während ich kurz betroffen das schwere Haupt schüttelte um dann eilig die Slytherins aufzusuchen, mir blieb nicht mehr viel Zeit.

Severus Sicht Ende

Dracos Sicht

„Severus?“, entwich es mir überrascht.

„Schulleiter Snape für dich“, raunzte er mich vor der gesamten Mannschaft an und sofort fuhr mein Kinn angespannt in die Höhe. So sprach er gewöhnlich nicht mit mir vor den anderen.

Die anderen, das waren die Slytherins in unserem Gemeinschaftsraum, der nach dem Essen in der Großen Halle rappelvoll war. Alle wichen gerade vor der schwarzgewandeten Person zurück, die wie eine Naturgewalt über uns hereinbrach.

„Was kann ich für dich tun?“, fragte ich daher angespannt und konnte nur mit Mühe eine gewisse Sorge, die ganz plötzlich in mir aufstieg, da er sonst nicht so hereinstürmte, in mir zurückdrängen. Severus‘ Gebaren war grundlegend anders als sonst. Er wirkte etwas fahriger und nicht so ruhig, kühl und gleichgültig wie normalerweise.

„Nicht hier, komm mit!“, forderte er auch schon unduldsam und eilte in meinen Schlafraum und noch bevor ich die Tür hinter mir schloss, zog er schon im Gehen eine Pergamentrolle hervor, die er immer wieder in seine andere Hand schlug.

„Severus, was ist passiert?“, fragte ich jetzt wieder vertraulich, nachdem wir unter uns waren und alle anderen ausgesperrt hatten.

„Viel… sehr viel“, meinte Severus seltsam wehmütig. „Potter haut gerade ab“, verkündete er dann geschäftig, dabei flatterte sein Mantel aufbauschend um ihn herum, da er mit großen Schritten mein Zimmer durchschritt.

„WASSSSSS?“, konnte ich nicht an mich halten und äußerte ziemlich überrumpelt meine Ungläubigkeit und so fasste ich Halt suchend nach der Lehne meines Stuhls.

„Recht vernommen, Potter verschwindet aus Hogwarts“, klang er so schrecklich endgültig, dass ich hart schluckte. Ab nun würde nichts mehr so sein, wie es auch nur im Ansatz gewesen war. Das war fast noch schlimmer als Dumbledores Abgang. „Ja, morgen in der Früh werde ich die neue Doktrin von Hogwarts verlesen und ich rate dir, schaff noch heute Nacht gefährdete Muggelstämmige weg.“

„Ich soll was? Ernsthaft?“, war ich derart perplex, dass ich nicht wirklich nachdachte, was ich sagte, sondern mir ziemlich überfordert eine Strähne aus dem Gesicht strich.

„Wäre ich sonst hier?“, donnerte er daher und maß mich missbilligend, dabei sah ich jetzt die Pergamentrolle, die fast schon drohend auf mich gerichtet war.

„Wohin, wie stellst du dir das vor? Wie sollte ich das derart aus dem Ärmel schütteln?“, versuchte ich auf unschuldig, dabei maß er mich zu lange aus diesen so finsteren Augen, dass es mir kalt über den Rücken lief.

„Draco!“, mahnte er sehr leise. „Wenn nicht du, wird es niemand tun“, stellte er rundherum klar, dabei lag sein Fokus weiterhin beständig auf mir. „Hier ist eine Liste, mach damit was du willst, deine Entscheidung“, warf er plötzlich die Rolle durch die Luft und ich fing sie gekonnt auf, während er schon mit wehenden Roben aus meinem Zimmer entschwand und mir die Verantwortung so mir nichts dir nichts überließ und sich selbst mit unnachahmlicher Gleichmut aus selbiger stahl.

Na toll, ich stand da wie bestellt und nicht abgeholt. In Wahrheit wusste ich nichts, nicht mal ob Hermione mit ihm, mit Potter, ging oder nicht. Viel zu viele Fragen waren nach dieser mehr als kurzen Stippvisite offen und ich wusste mal wieder gar nichts!

Schlussendlich streifte ich diese nagenden Vorwürfe ab, die würden mir auch nicht weiterhelfen. Es gab gerade wahrlich Wichtigeres und so entrollte ich von Neugierde erfüllt, aber auch von Unruhe ergriffen, das Papier, warf einen Blick darauf und las, meine Augen huschten über die Schrift.

Nervös biss ich plötzlich auf meiner Lippe herum, denn in mir arbeitete es und dann traf ich einen Entschluss und eilte zu meinem Schreibtisch, um die Namen zusammenzufassen.

Severus hatte mir Arbeit abgenommen und nur die muggelgebürtigen Schüler aus Hogwarts herausgeschrieben und zwar wirklich alle!

Kurz erlaubte ich mir eine Schwäche und sackte auf dem Stuhl hinter mir zusammen, schloss die Augen und versuchte, mich zu sortieren.

Okay, ich musste reagieren und das schnell, aber nicht übereilt, sondern sinnvoll und so aktivierte ich mit Bedacht die Münzen und rief die BL-Mitglieder zusammen, denn alleine wäre diese Aufgabe unschaffbar und von der Connection war kaum noch jemand hier, aber genau für solche Notfälle hatten wir die BL. Fast sofort wurde meine Tür von Blaise aufgerissen.

Die Frage war durchaus berechtigt, ob er seit Severus‘ Abgang vor der Tür stand und darauf brannte, hereinzukommen.

„Draco, was wollte Snape?“, bestätigte sich meine Vermutung und trotz all der Hiobsbotschaften zuckte mein Mundwinkel.

„Blaise, ich habe nicht viel Zeit, es drängt, wir müssen sehr schnell agieren“, sprach ich eindringlich zu ihm, was ihn zu meinem Schreibtisch eilen ließ, um sich davor aufzubauen.

„Was soll ich tun?“, war es eine Wohltat, zu erkennen, dass ich mich wirklich zu hundert Prozent auf ihn verlassen konnte, da Bereitwilligkeit, alles zu geben, in seinem hübschen Gesicht auszumachen war.

„Potter flieht“, kam ich auf das Wesentliche und erntete eine selten von Blaise gezeigte, sehr dämliche Miene.

„WAS? Nicht dein Ernst?“, zeigte er mir seine Betroffenheit und stützte sich jetzt mit beiden Händen auf meinem Schreibtisch ab. Er war sichtbar mitgenommen und ja, ich konnte es verstehen, es war irgendwie weltbewegend und auch, wenn ich nicht wollte, dass es mich berührte, es tat es irgendwie doch. „Und was nun?“

„Doch, das ist mein Ernst… aber wir haben nun Dringenderes zu tun als uns um Potter zu sorgen!“, mahnte ich und durfte erleben, wie er sich umgehend straffte und sich wieder aufrichtete. „Severus gab mir eine Liste mit Muggelgebürtigen, die nach den neuen Regeln gefährdet sein werden.“

„Neue Regeln?“, fragte er empört und ich wollte ihn schon tadeln, als er in derselben Sekunde abwinkte. „Ach… vergiss es! Gefährdet? Sollen die auch abhauen? Und wenn, wie viele wären das?“ Es war schön, zu erleben, wie schnell mein Freund getaktet war.

„Für die DA würde es einen Verlust von zehn Mitgliedern bedeuten und bei der BL immerhin vier Stück. Natürlich ist kein Gefährdeter bei den Slytherins“, beschränkte ich mich nüchtern auf die Fakten und strich über meine Zusammenfassung, während Blaise mir einen sehr langen Blick sandte, den ich recht stoisch erwiderte.

„Mhm… Draco, natürlich wäre es ein Verlust, aber was soll ich tun? Was fragst du mich wirklich?“, fasste er nach und offenbarte sein Einfühlungsvermögen, denn es stimmte, ich wollte seine Meinung hören und so griff ich mir in einem Zeichen der Entscheidungslosigkeit in den Nacken und blickte zu ihm auf.

„Ob es klug ist, sie zu retten?“, formulierte ich unglücklich und zog meine Unterlippe ein, während ich auf seine Reaktion wartete.

„Wegen dem Lord? Ich würde nicht zögern, es zu tun“, entgegnete er unerwartet entschlossen, aber auch sichtlich überzeugt, worauf ich seufzte und langsam nickte. Er hatte recht, wir konnten ihm nicht unsere Leute so mir nichts dir nichts ausliefern und so stemmte ich mich aus meinem Sitz in die Höhe.

„Dann sei es so“, beschloss ich jetzt und er schenkte mir ein zufriedenes Lächeln. „Die aus der DA werden evakuiert, ob sie wollen oder nicht, die aus der BL werden gefragt!“, entschied ich noch im Gehen und so stürmten wir aus meinem Raum, hinunter in den Gemeinschaftsraum.

Dort wurden wir schon von Astoria, Greg, Vincent, Pansy und den anderen aus DA und BL erwartet. Sie hatten es geschafft, den Gemeinschaftsraum mit ein wenig Überzeugungkraft zu leeren. Augenscheinlich waren wir alle zu schlau und sie hatten aus Severus‘ mehr als merkwürdigem Besuch als auch meinem Ruf eins und eins zusammengezählt und eigenverantwortlich gehandelt.

„Beeindruckend“, meinte ich dann auch überrumpelt, aber durchaus zufrieden, zu sehen, wie selbstständig die BL agierte.

„Was passiert hier?“, wollte Astoria sorgenvoll erfahren, während sie ihre Hände rang und ich hob autoritär die Hand, um mir die Aufmerksamkeit aller zu sichern.

„Hört zu, wir müssen schnell handeln! Es eilt“, versuchte ich, ihnen die brenzlige Situation nahe zu bringen, denn ich war mir sicher, auf den Fluren von Hogwarts sah es gerade ganz anders aus als in unserem sicheren Haus. „Eure Kameraden aus der DA sind in Gefahr, wir müssen die Muggelgebürtigen evakuieren“, präzisierte ich, während mich meine Kameraden mit großen Kulleraugen musterten und ihnen ihre Münder aufgingen.

„Alle?“, wisperte Pansy erschrocken. „Was passiert gerade da draußen?“, ging ihr Finger zu unserem Eingang.

„Nichts Schönes… Hogwarts ist nicht mehr das, was es mal war und kein Muggelgebürtiger ist ab sofort hier noch sicher.“

„Nein“, hauchte Greg betroffen und fasste sich an seinen Kopf „Nicht dein Ernst, das ist so…“

„Mein voller Ernst und jetzt hört auf, das immer zu sagen“, erinnerte ich mich daran, dass Blaise das auch schon gesagt hatte und raufte mir kurz die Haare. „Die Zeit läuft gegen uns, aber auch vor allem gegen die Leute, die wir retten wollen.“

Tatendrang trat in den skeptischen Blick der Slytherins, denen soeben der volle Ernst der Lage gegenwärtig wurde.

„Wir sind ganz Ohr“, murmelte Vincent ernst.

„So viele sind das gar nicht aus der DA“, wollte ich beginnen, als ich unterbrochen wurde.

„Moment, Draco, aber was ist mit den Kleinen aus den ersten drei Jahrgängen?“, wandte Astoria vorwitzig ein, dabei musste ich kurz meinen Kopf schütteln, denn die hatte ich verdrängt. Das waren Kinder, keine Kämpfer und somit waren sie eigentlich noch mehr gefährdet als unsere Teammitglieder aus der DA und BL.

„Stimmt… sie hat recht, die können wir nicht einfach da lassen“, schlug sich Blaise heldenhaft auf die Seite seiner Freundin und ich seufzte.

„Sag uns erst mal die Namen der DA“, wollte Greg überlegt erfahren und ich wandte mich ihm schnell zu.

„Aus der DA sind es zehn Stück! Fünf Gryffindors, drei Hufflepuffs und zwei Ravenclaws“, erklärte ich geschäftig, dabei blickte ich auf meine Liste. „Aus der BL vier Leute, Colin und Dennis Creevey aus Gryffindor, Terry Boot aus Ravenclaw und Justin Finch-Fletchley aus Hufflepuff“, endete ich und sah in die Gesichter meiner treuesten Leute.

„Puhhh… gib mir die Liste“, verlangte plötzlich Astoria und ich tat, wie sie verlangte, woraufhin sie ihren Zauberstab zückte und das Papier mit einem Zauber vervielfältigte.

„Passt bloß auf, diese Liste darf niemandem in die Hände fallen, sie muss vernichtet werden“, warnte ich eindringlich.

„Geht klar, Chef, einen Feuerzauber bekommen wir alle gerade noch so hin“, sah mich Greg resigniert an, als wollte er denken, für wie blöd ich sie hielt. „Wie teilen wir uns auf?“

„Moment, was ist mit den Kindern?“, wandte Astoria abermals gewichtig ein.

„Nicht jetzt, erst das Eine, dann das andere“, bestimmte ich und nach einer Sekunde des Nachdenkens nickte sie dann entschlossen, aber ich sah an dem sturen Ausdruck in ihren Augen, dass das Thema noch nicht gegessen war. „Blaise und Astoria gehen zu den Gryffindors“, setzte ich nun befehlend an, „Greg und Vincent gehen zu den Ravenclaws“, konnte ich verfolgen, wie diese zwei Teams schon davonrannten, um keine Zeit zu verschwenden, „Theo und Pansy, ihr schnappt euch die Hufflepuffs.“

„Geht klar“, wirbelten auch sie herum und entschwanden Richtung Ausgang.

„Und was machen wir?“, fragte Tracey Davis und blickte auf den restlichen Haufen der DA Mitglieder aus Slytherin.

„Wir? Ihr nehmt die Notfallportschlüssel, die ich dabei habe, und bereitet sie für ihren Einsatz vor, wir müssen dann alle gesammelt über einen Geheimgang zum Honigtopf nach Hogsmeade lotsen… Tracey, hol sie aus meinem Zimmer“, befahl ich ihr und sie entschwand schnell. „Und jetzt muss ich Marcus informieren, dass er Besuch bekommt und ihr beide“, deutete ich auf Loyle Pritchard und Jake Farley, „ihr werdet mir helfen, um falsche Spuren der Flüchtenden zu legen… ich werde sie dann auslegen“, keimte in mir die Hoffnung auf, dass wir alles schaffen konnten, denn an sich arbeiteten DA und BL perfekt zusammen.

Doch trotz allem fühlte ich eine gewisse Unsicherheit, vor allen Dingen, da wir ab und an großen Krach außerhalb unseres Hauses vernehmen konnten, eine Tatsache, die uns noch schneller arbeiten ließ.

Noch während ich den Patronus versandte, stolperten die ersten Mitglieder der DA aus Gryffindor ziemlich atemlos durch die Tür herein und sahen sich furchtsam um. Von ihnen war noch niemand in unseren heiligen Hallen gewesen und ich war mir sicher, hier sah es ganz anders aus als oben im Turm.

„Was passiert hier?“, flüsterte jemand gerade ängstlich, den ich nicht ausmachen konnte.

„Ruhig, beruhigt euch“, versuchte Astoria, souverän aufzutreten, während ich zu meiner Verwunderung feststellte, dass auch die kleine Weasleyschwester mit hinuntergekommen war, aber sie schien durchaus für Ruhe unter den besorgten Gryffindors zu sorgen, als beständig weitere DA-Mitglieder aus den anderen Häusern zu uns hereinkamen.

„Was passiert hier?“, wollte nun der sichtbar nervöse Colin Creevey erfahren, der entschlossen aus der Gruppe hervortrat.

„Sind alle da?“, rief Blaise herrisch in die Runde und sah sich um, glich die Liste mit raschen Blicken ab.

„Die Ravenclaws fehlen noch“, entgegnete Vincent, der ebenfalls durchzählte.

„Könnten wir bitte erfahren, was hier passiert?“, schaltete sich wieder irgendjemand ein.

„Das werdet ihr gleich“, zeigte Astoria Nerven, indem sie den Fragenden regelrecht barsch anfuhr.

„Astoria“, legte ihr die kleine Schwester von Hermiones bestem Freund die Hand auf Schulter. „Denkt ihr, die anderen brauchen auch Hilfe, damit sie Filch und Carrow nicht in die Hände rennen?“

„Was bedeutet das?“, fragte ich über die vielen Köpfe hinweg.

„Oh, wir hatten ein paar Probleme beim Durchkommen. Ginny hier hat uns geholfen, Unruhe zu stiften“, erklärte mir Blaise und grinste eindeutig zu fies.

„Dann warst du für den Lärm verantwortlich?“, schaute ich das rothaarige Mädchen an, das mir frech zuzwinkerte.

„Jupp, war ich, und ich hab noch einige Scherzartikel von meinen Brüdern, ich seh mal nach, ob die anderen Hilfe brauchen“, verkündete sie übermütig.

„Tu das, Ginny“, befahl Blaise in das Durcheinander hinein und schon schlüpfte sie rasch durch die Tür und lief davon. Wenn sie nur im Ansatz so geschickt und böse war wie ihre teuflischen Brüder, würde sie uns wirklich helfen können.

Plötzlich donnerte es so laut, dass es mir sogar so vorkam, als schwankte Hogwarts erschüttert bis in seine Grundfeste, was natürlich bei den verunsicherten Menschen zu lauten Rufen und Schreien führte.

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BeitragThema: 506. Dracos Liste   Di Apr 14, 2015 7:09 pm

506. Kapitel Dracos Liste


„Ahhhh“, „Was?“, „Fuck, hab ich Angst“, „Was geht hier nur vor sich?“, wechselten sie sich alle ab.

„Wo bleibt der Rest?“, wagte sich Pansy vor.

„Darauf können wir jetzt keine Rücksicht nehmen. Okay, hört zu, ihr verschwindet“, deutete ich auf die anwesenden Muggelgebürtigen, die mich selten dämlich musterten.

„Was?“, „Raus aus Hogwarts?“, „Wieso?“, „Weshalb?“, „Warum?“, bombardierten sie mich regelrecht mit Fragen, die meine Züge verhärteten, denn dafür hatten wir keine Zeit.

„Zu gefährlich, hier wird es für euch zu heiß“, verkündete ich lautstark.

„Wie meinst du das?“, schob sich Dennis Creevey vorwitzig nach vorne.

„Ihr seid alle Muggelgebürtige und die will man hier in Hogwarts ab nun nicht mehr haben“, servierte ich bösartig, aber die Zeit ließ kein Mitgefühl zu, während ich neben dem Kamin Stellung bezog und mich lässig am Sims anlehnte um Souveränität zu suggerieren.

„Boah“, „Krass“, „Nicht dein Ernst“, „Wir sollen gehen?“, „Jetzt sofort?“, „Wo sollen wir hin?“, wechselten sich die Versammelten ab und wirkten bleich, bis käsig und einige sanken recht kraftlos auf die Treppenstufen.

„Ja“, meinte ich sparsam. „Und keine Sorge, wir kümmern uns!“, versuchte ich im Ansatz, sie zu beruhigen.

„Und was ist mit unseren Sachen?“, fragte eine kleine Hufflepuff überfordert und wedelte mit ihren Händen durch die Luft.

„Unwichtig“, beschied ich entschieden, jetzt ging es um bedeutend mehr als Besitz, hier ging es um ihr unbeschadetes Überleben.

„Hey, das ist nicht unwichtig“, kam es entschieden von Trinity Lynn, einer Fünftklässlerin aus Gryffindor.

„Also, ich hoffe, dass du dein Leben höher einschätzt als deine Besitztümer“, nahm mir zum Glück Blaise die Antwort ab, da meine sehr viel harscher ausgefallen wäre, aber so grinste ich sie nur höhnisch an, während sie weiß wie die Wand anlief.

Diese Auseinandersetzung wurde unterbrochen, denn auf einmal ging unsere Tür auf und die Ravenclaws purzelten etwas wüst aussehend herein.

„Was ist denn mit euch passiert?“, wollte sofort Astoria sorgenvoll wissen, während sich Greg hustend den Ruß aus dem Gesicht wischte, dabei wurden die anderen noch blasser, aufgrund der Tatsache, was sich gerade dort draußen abspielte.

„Diese scheiß Katze“, fluchte er rum und seine Freundin Padma, die auch mitgekommen war, warf ihm einen tadelnden Blick zu, wenngleich sie nicht weniger angesengt aussah als die anderen.

„Greg, ohne das Feuer wären sie immer noch hinter uns her“, tadelte sie auch schon keuchend los und hustete zum Schluss hin beeindruckend, worauf Pansy ihr ein Glas reichte, das sie dankbar annahm.

„Jaja… aber Feuer? Das da haben wir diesen bescheuerten Weasley Twins zu verdanken“, deutete er anklagend auf die angekokelten Gewänder und die verschmierten Gesichter, während die Ravenclaws prustend und hustend versuchten, sich zu reinigen.

„Erfahren wir, warum du Lisa, Kevin und Terry hier haben wolltest?“, fragte Padma Patil forsch, während ihr Blick kalkulierend über die anderen Schüler glitt, die keine Slytherins waren.

„Ja, sie müssen gehen, jetzt“, gab ich ihr unumwunden zu verstehen und jetzt konnte sie sich von den Mitschülern losreißen und zu mir herumfahren.

„Ohhh, ehrlich?“, verwunderte mich diese Nervensäge positiv, indem sie nichts mehr sagte außer: „Wohin?“

„Dahin, wo ihr in den Ferien schon in Sicherheit wart“, umschrieb ich großzügig und bedeutete meiner Umgebung, dass die Zeit drängte.

„Moment, wir bleiben“, meinte nun der vorwitzige, ältere Creevey entschieden, trat auf mich zu und ich blinzelte aufgrund dieser vehement vorgebrachten Weigerung konsterniert.

„Bitte?“, meinte ich recht derbe, als ich mich selbst zurückhielt. „Halt, Stopp“, beendete ich jedwede Diskussion. „Blaise, führ die 10 aus der DA weg, du kennst den Weg, nimm als Hilfe mit, wen auch immer du willst“, bat ich geschäftig und blickte über die zum Teil verängstigte und überrumpelte Ansammlung hinweg.

„Geht klar! Kommt“, gehorchte er auf dem Fuße und die Mitglieder folgten ihm verschüchtert und brav, während ich abwartete, bis nur noch ich, die Creevey Brüder, Justin Finch-Fletchley und Terry Boot aus der BL mit mir im Slytherin Gemeinschaftsraum zurückblieben.

Doch als ich ansetzen wollte, machte ich gerade noch Padma Patil aus, die uns von der Tür aus beobachtete und noch nicht gegangen war. Anscheinend gefiel ihr unser Aufenthaltsraum so gut, dass sie sich davon gar nicht trennen konnte, oder aber sie stand an dem Eingang schmiere, mir sollte es gleich sein, deshalb lenkte ich mein Augenmerk auf die Jungs vor mir.

„Also ihr vier, was meint ihr, wollt ihr alle bleiben?“, fragte ich ernst und blickte ihnen nacheinander in die Augen.

„Warum dürfen wir wählen und die anderen nicht?“, wollte Terry Boot involviert erfahren und runzelte seine Stirn.

„Ihr seid BL!“, entgegnete ich unumwunden und unterstrich dies mit einer erhobenen Braue, für mich machte das durchaus einen Unterschied.

„Keine Ahnung, aber ich und mein Bruder schon“, trat der ältere Creevey wieder vor und deutete auf sich als auch auf seinen Bruder, aber ich wollte eine derart wichtige Entscheidung von jedem einzelnen bestätigt bekommen, hier ging es um wahrlich viel.

„Dennis?“, wandte ich mich daher an den Jüngeren, der mir nur ein vorwitziges Lächeln schenkte und fast schon zu übermütig nickte. „Boot, Finch-Fletchley?“, fragte ich, mich zu diesen beiden wendend, nach und die beiden sahen sich kurz abwägend an, während sich Boot als Ravenclaw mit einem Seufzen aufraffte, das Wort zu ergreifen. „Ihr könnt gerne gehen, ihr müsst nicht bleiben!“

„Wenn wirklich alle von uns gehen, fällt das auf, ein paar sollten bleiben, nur um unsere Familien solltet ihr euch kümmern“, woraufhin der Hufflepuff Finch-Fletchley die Arme hob und dann doch lieber schwieg.

„Was denkst du Patil?“, wandte ich mich an das an sich sehr schöne, indische Mädchen, das uns aufmerksam beobachtete und nun eine Braue taxierend hochzog.

„Oh, ist meine Meinung erwünscht?“, kam es leicht schnippisch von ihr und ich schüttelte entnervt mein Haupt, die Zeit war immer noch unser größter Feind.

„Jaaaaa“, entwich es mir somit auch schon genervt und sie schenkte mir ein flüchtiges, sehr zynisches Grinsen.

„Nun, Malfoy, sie haben nicht Unrecht, außerdem sind sie die BL, wenn sie bleiben wollen, lass sie bleiben“, zeigte sie sich sehr aufgeräumt, aber auch sehr hart, woraufhin ich kurz meine Augen zum flackernden Kamin wandte und nachdachte.

„Ich würde gerne nach meinen Eltern sehen“, wandte nun Justin Finch-Fletchley sehr leise ein, als wäre es ihm peinlich, dass er doch lieber gehen wollte und ich drehte nur minimal mein Gesicht zu ihm, um ihn zu mustern.

Ich konnte ihn verstehen, hier zu bleiben würde kein Zuckerschlecken werden. Man wäre die Zielscheibe als minderwertiges Wesen. Kurz ballten sich meine Hände. Ob sie wirklich wussten, auf was sie sich einließen?

War es in Ordnung, sie diese Entscheidung treffen zu lassen?

„Hast noch nicht die letzte Prüfung verdaut? Hey?“, kam es wenig einfühlsam von Dennis, dem vorlauten Gryffindor und ich rollte die Augen, nicht jeder konnte ein Held sein, und spitzte die Lippen.

„Wenn er gehen will, wird er gehen“, bestimmte ich daher schroff und richtete mich mit Schwung auf. Die Entscheidung war gefallen, ich würde niemanden zwingen, hier in Hogwarts zu bleiben. „Und ja, wir werden uns um die Eltern und Familien aller kümmern“, setzte ich noch nach, da Terry Boot wieder etwas sagen wollte.

„Dann ist das geklärt“, schaltete sich wieder Patil ein, die sehr besonnen agierte und ich nickte bloß, als ich das Papier in meinen Händen wieder anhob.

„Was passiert mit den Jüngeren?“ Während ich darauf blickte, nahm ich mit Erleichterung zur Kenntnis, dass es erschreckend wenig Muggelgebürte in den unteren Klassen gab. Entweder sie waren nicht mehr wiedergekommen, oder aber sie waren fürs erste Jahr von Severus gar nicht angenommen worden, da es keine Erstklässler gab, die diesen Makel aufwiesen.

Und dabei war ich mir sicher, dass er diesen Familien ans Herz gelegt hatte, ihre Kinder nach Beauxbatons zu schicken und vielleicht am besten gleich selbst die Koffer zu packen, anders ließe sich dieser Schwund auf Null nicht erklären.

„Wie viele?“, fragte sie interessiert und trat näher.

„Nur, aus der zweiten und dritten Klasse“, zählte ich eilig zusammen. „Fünfundzwanzig, es sind nur Fünfundzwanzig. In der vierten und fünften Klasse sind es insgesamt nur 9, die nicht in der DA sind.“ Ich sah hoch und konnte einen erleichterten Ton aus meiner Stimme beim besten Willen nicht heraushalten. „Warum sind es nur so wenige?“, fragte ich mich noch perplex, aber schon ging es weiter.

„Weil nicht alle so dumm waren und wieder zurückgekommen sind?“, meinte Patil angriffslustig, als sie eilig abwinkte. „Okay, gib mir die Namen, die Häuser und einen Portschlüssel, dann schaffe ich die noch weg“, erklärte Patil geschäftig, aber auch bestimmt, dass sie sich nicht engagierte konnte niemand behaupten.

„Gut, Patil, das ist gut, hier Finch-Fletchley, du hilfst ihr und haust dann mit denen allen zusammen nach Irland ab“, bestimmte ich, während mich alle abwartend ansahen.

„Zu Befehl“, meinte er unterwürfig, aber aufrichtig glücklich, von hier weg zu können, das konnte er nicht verhehlen.

Dabei maßen ihn seine ab nun ehemaligen Kameraden aus der BL wenig freundlich.

„Danke, Patil“, reichte ich ihr die Namen und blickte ihr kurz sehr tief in die Augen und hier zeigte es sich, auch sie errötete leicht und blinzelte.

„Immer wieder gerne… Komm, Justin, wir müssen uns beeilen“, kam Leben in die junge Frau und so zogen nun diese beiden von dannen und ich wandte mich den tapferen Mitgliedern der BL zu, die sich entgegen aller Vernunft entschieden hatten, zu bleiben.

„Ihr drei müsst nur eines verstehen, nach dieser Massenflucht wird Hogwarts dicht sein, wie ein Knast… wenn ihr Finch-Fletchley folgen wollt, ist das kein Drama, ihr müsst euch eurer weitreichenden Entscheidung bewusst sein! Wenn ihr bleibt, gibt es keinen Ausweg mehr für euch… es ist nicht feige, zu gehen!“, warnte ich eindringlich und versuchte, ihnen klar und deutlich vor Augen zu führen, dass es dann für sie keine weiteren Optionen mehr geben konnte. Dabei lief ich unruhig auf und ab und wägte noch immer ab, bis mich diese drei stoppten und ich sie nur noch anstarren konnte.

„Wir werden das Kind schon schaukeln“, „Alle können nicht gehen, dann haben so einige keine Ausrede mehr“, „Das ist zu auffällig“, „Schlimm genug, dass so viele gehen“, „Und sorry, ich bin nicht umsonst in der BL“, „Und es ist feige, zu gehen“, hauten sie mir ihre Zoten um die Ohren, wenngleich ich auf einmal ein fast schon fieses Grinsen nicht mehr unterdrücken konnte.

Diese Truppe war einmalig!

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Lauft“, bestimmte ich soeben unerbittlich und wollte mich eilig umwenden, als der Lärm immer lauter wurde.

Wir waren schon in die Kerker vorgedrungen und näherten uns meinem Geheimgang, der in den Verbotenen Wald führte.

„Da hinten kommt Carrow… komm“, „Beeil dich“, „Hermione, wo bleibst du?“, riefen die Jungs abwechselnd und sahen sich immer wieder zu mir um, während ich mit gezücktem Stab bereit war, alles und jeden aufzuhalten, der unsere Flucht aus Hogwarts verhindern wollte.

„Ich bleibe“, spürte ich ganz plötzlich das Brennen meiner Münze und wurde von einer Sekunde zur nächsten ganz ruhig und drehte mich um.

„Spinnst du?“, fauchte Harry sofort los, bremste ab, stoppte und setzte zu mir, hielt mich nun an meiner Schulter zurück.

„Harry! Ich komme nach… aber jetzt lauft“, meinte ich aufrichtig gehetzt und deutete in den langen Geheimgang, der sie in den Verbotenen Wald führen würde. „Geht, Harry, ich kann bleiben, ihr nicht!“, erklärte ich atemlos und wusste, ich musste zurück, nur mit Harrys Flucht wäre es nicht getan.

„Ron“, begehrte Harry hilflos auf und schaute zu unserem besten Freund, aber der schüttelte nur genervt den Kopf, noch immer meine kleine Tasche in der großen Hand und den erhobenen Stab in der anderen und deutete auf den Eingang zum Geheimgang.

„Nichts, Ron“, servierte Ron auch schon unnachahmlich. „Hermione gehört zu ihnen, ihr passiert nichts… jetzt komm, wir müssen hier weg.“ Gedanklich meinte ich dazu: Ihr passiert wenn nichts sonderlich Schlimmes, aber dass DeathEater unter Ihresgleichen nett, lieb und zärtlich miteinander umgingen, oder gar der Lord, das konnte man nicht gerade behaupten. Als ich den Geheimgang öffnen wollte, prickelte es in meinem Nacken und ich wirbelte herum. Gerade wollte ich einen Zauber schleudern, da eine große Gestalt auf uns zustürmte.

„Yeah, ganz ruhig, ich bin´s!“, rief er plötzlich und hob beide Hände hoch, als er die Gefahr erkannte und ich senkte sofort etwas den Zauberstab.

„Was machst du hier?“, hisste ich böse und starrte über seine Schulter hinunter in den so finsteren Flur und öffnete trotz seiner Gegenwart den Gang, da die Zeit immer noch drängte.

„Ich war hier unterwegs, wollte mich mit einigen Schlangen treffen, wir haben eine Lerngruppe und tja, sie kommen nicht und ich fragte mich warum und suchte sie! Und dann sehe ich euch hier entlang schleichen und hey, ganz plötzlich brennt meine Münze und ein Krach jagt den nächsten im Schloss, also was ist… wartet doch auf mich“, lief der hochgewachsene, schwarzhäutige junge Mann nun komplett zu uns und blickte sehr neugierig in den Geheimgang hinein, während ich ihn irritiert musterte.

„Dean, was tust du noch hier, geh hoch?“, war ich kurz perplex.

„Alles beobachten, hier passiert gerade was… Filch, die Carrows, alles scheint in Aufruhr, was ist?“, sprudelte es regelrecht atemlos aus ihm hervor.

„Wir müssen fliehen!“, „Genau, und nun geh.“, „Wir sind gleich weg.“, „Ja, Dean geh“, kam es abwechselnd von den Jungs und mir: „Die Mudbloods sind hier nicht mehr sicher und damit auch Harry nicht.“

„Ihr flieht?“, hauchte er entsetzt und starrte uns wie eine Fata Morgana an.

„Geh zurück, Dean“, meinte ich noch gutmütig, aber er schüttelte ganz plötzlich sehr vehement seinen Kopf.

„Nein, ich geh nicht zurück, ich werde mitkommen“, bestimmte er stur und ich stutzte.

Wieso wollte er nicht zurück? Seine Reaktion überraschte mich völlig und ich war nicht die einzige, da auch die Jungs nun vollends zu ihm herumfuhren.

„Warum?“, echote Ron überrascht. „Du willst mit?“

„Wollt ihr das so genau wissen? Jetzt?“, deutete Dean anklagend den Flur hinunter, dabei riss ich nun meine Augen auf, da ich Rauch wahrnahm.

Es brannte?

„Ja“, wandte Harry bockig ein und ich rollte die Augen.

„Ich musste nachsitzen und… naja, unschöne Story, aber wenn ihr flieht, ist es für mich auch nicht mehr sicher, denkt an meine Familiengeschichte… East End… darauf habe ich nicht nochmal Bock… und meine Familie kam schon mal in den Fokus, da habe ich wirklich nicht noch mehr Lust auf solche Besuche, echt nicht… später mehr…“, packte Dean Harry entschlossen am Kragen, da sich dieser immer noch zierte und zog ihn durch den Geheimgang, den er eigentlich gar nicht kannte.

„Hermione muss mitkommen“, wehrte sich Harry gegen Deans Griff, wobei Ron schon in den unebenen Gang vorging um ihn mit seinem Lumos zu erleuchten.

„Ich bleibe, Harry“, versuchte ich so viel Autorität wie möglich in meinen Ton zu legen.

„Ich habe sie erlebt und die Schöne hier kann wirklich auf sich selbst aufpassen“, entgegnete Dean verbissen wirkend. Ihn schien es nicht aus der Ruhe zu bringen, dass er alles in Hogwarts zurückließ, nur um von hier zu verschwinden.

„Eben und jetzt geht und pass auf, dass Dean nach Irland geht. Es muss geheim bleiben, wo ihr untertaucht“, riet ich ihnen, dabei hielt ich den Verschleierungszauber, den ich nach Deans Auftauchen geworfen hatte, aufrecht, damit niemand den Ausgang bemerkte.

„Fuck, du bist schlimm“, riss sich Harry bei diesen wütend ausgestoßenen Worten von Dean los und schlug seine Faust in den Stein. „Verstanden und pass auf dich auf“, murrte er zum Abschied düster und folgte den beiden anderen Jungs.

„Bis später“, rief ich noch erlöst und schloss nun eilig den geheimen Zugang, dabei überkam mich eine große Erleichterung, dass wir es tatsächlich geschafft hatten, Harry und Ron von hier wegzubekommen!

Puhhh… jetzt hieß es nur noch, den Lord zu überleben!

So kam es, dass ich relativ beschwingt dem Ruf der Münze folgte und zu den Slytherins eilte, bis mich großer Lärm und zum Schluss zwei erhobene Zauberstäbe stoppten.

„Mudblood.“, „Da bist du, wo ist er?“, „Wo sind sie?“, fragten mich Bruder und Schwester abwechselnd drängend. „Rede!“

Dabei versuchte ich, über ihre äußerlich sehr derangierte Erscheinung hinwegzusehen, denn ein Lachen juckte mich in meinem Hals. Sie sahen einfach zum Schießen komisch aus, gerade so als wären sie einem Feuer entkommen. Über und über mit Ruß beschmiert, waren ihre Klamotten wirklich leicht angekokelt. Dazu kam, dass sie auch noch triefend nass waren.

„Sind wer?“, fragte ich absichtlich ziemlich dämlich und kämpfte noch immer gegen die zuckenden Mundwinkel. „Na, wer wohl?“, „Sie!“, „Potter und Weasley!“, „Versuch es nicht mal“, drohten sie nun vehement und kamen bedrohlich auf mich zu, während ich jetzt doch alle Zurückhaltung fahren ließ und ein gehässiges Grinsen aufsetzte, während ich keinen Millimeter vor ihnen zurückwich.

„Was?“, blieb ich lässig, wenngleich ich jederzeit meine Dolche und meinen Zauberstab zücken könnte, um mich gegen diese beiden Dilettanten zur Wehr zu setzen.

„Du vereitelst die Ergreifung Potters.“, „Das wird dem Lord nicht gefallen.“, „Ohhhh ja, also raus mit ihm.“, „Gib ihn uns“, hielten sie mir vor und forderten dies eindringlich, dabei stand ihnen die kalte Furcht ins hässliche Antlitz geschrieben und doch zuckte nur meine Braue abwägend in die Höhe.

„Bitte, der Lord weiß, dass ich ihm niemals Harry liefern werde, noch kann“, wandte ich entschieden ein und rollte über die Idioten ziemlich ostentativ mit den Augen, nicht dass es sie etwas anginge und doch war es an sich im Inneren Kreis kein Geheimnis. Zwar waren diese beiden davon noch kein Mitglied, aber aufgrund ihrer Nähe zu Bellatrix waren sie bestimmt nicht vollständig ahnungslos.

„Pah, was hält ihn dann davon ab, dich zu vernichten?“, provozierte Alecto unerträglich und ein gieriges Funkeln lag in ihren Schweinsäuglein, als würde sie nun etwas neues Erfahren und ich seufzte.

„Tja, das werde ich euch ganz gewiss nicht verraten“, konterte ich absichtlich wütend, denn es stimmte, keiner würde es verstehen können, dass ich für den Lord sehr wertvoll war, fast so wichtig wie Harry!

Aber nur weil ich ihm Harry aufgrund meines Schwurs nicht liefern konnte, bedeutete das eben nicht, dass ich entbehrlich war. Ich war seine Verbindung zur anderen Welt. Ich war sein Nekromant und sein SoulGatherer, das machte mich in meiner Einzigartigkeit sehr kostbar für ihn, denn keiner seiner reinblütigen, indoktrinierten Anhänger würde je den Weg gehen, den ich gegangen war, zu sehr wurde ihnen von Kindesbeinen eingebläut, dass man das, was ich getan hatte, einfach nicht tat. Ich hielt nicht nur seine Inferi und konnte die Dementoren in Angst und Schrecken versetzen, sondern er erhoffte sich noch mehr von mir, aber selbst für mich war bisher nicht ersichtlich, was genau er sich versprach, aber das war nicht verwunderlich, denn der Lord ließ sich sehr ungerne in seine Karten blicken.

„Seht ihr beiden Harry bei mir?“ fragte ich somit demonstrativ und deutete mit meinen Händen um mich herum. „Außerdem, warum seht ihr so mitgenommen aus?“

„Nein, das nicht, aber du weißt, wo er ist!“, fauchte mich Alecto aggressiv an, dabei knurrte sie sogar. „Und das andere braucht dich nicht zu interessieren.“

„Sind wir siamesische Zwillinge? Eher nicht, vielleicht ist er in Gryffindor… was soll er hier unten überhaupt?“, wehrte ich entschieden ab und warf den beiden indignierte Blicke zu. „Und… dann halt nicht“, wollte ich mich abwenden.

„Was machst du denn dann hier?“, schleuderte mir meine Professorin entgegen, woraufhin eine meiner Brauen ungeahnte Höhen erreichte.

„Ihr zwei nervt, was werde ich hier unten suchen?“, wollte ich provokant erfahren, denn war das nicht offensichtlich?

Aber ich fragte extra nach, wie bei Minderbemittelten, als sie mich immer noch unverständig ansahen, klopfte ich mir selbst schmerzhaft an die Stirn. „Draco“, entgegnete ich daraufhin knapp.

Aufgrund von Lucius‘ Aktion war das doch völlig logisch, dass ich ab und an meinen zukünftigen Stiefsohn aufsuchen würde, wobei niemand behaupten konnte, dass ich wirkte, als würde ich etwas planen. Alles lief an sich sehr gut, solange sie sich mit mir aufhielten. Nur eines beunruhigte mich, dass die Münze sich beständig in mein Fleisch brannte und so setzte ich mich in Bewegung und ließ die beiden eher unterirdisch dunklen Leuchten hinter mir zurück.

Sie entschieden sich dazu, mich nicht mehr aufzuhalten, sondern hasteten davon, nur auf dass ich kurze Zeit danach wieder tiefes Donnern vernehmen konnte und mich schon fragte, wer den beiden derart böse zusetzte.

„Draco?“, trat ich mit einer gewissen Anspannung durch die Tür, die in den Gemeinschaftsraum der Slytherins führte und blieb aufgrund seiner Leere überrumpelt stehen. Wo waren alle?

„Ja“, ertönte es aus Richtung des Kamins und ich blickte zu dem leicht derangiert wirkenden Draco, dessen Haare, offenbar vom vielen Hindurchfahren mit seinen Händen, recht wirr aussahen, ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheit.

„Wo zum Teufel sind alle?“, trat ich eilig auf ihn zu und er warf mir ein irgendwie unstetes Lächeln zu.

„Die, die nicht zu uns gehören, die jungen, in ihren Zimmern, die DA-Mitglieder aus Slytherin passen auf, dass sie dort bleiben und nichts hören“, begann er geschäftig und stieß sich vom Sims ab um nervös vor mir auf und ab zu gehen.

„Aha, beruhigend… und warum?“, fragte ich vorsichtig, da sich mir die Gründe nicht offenbarten, weshalb es nötig war, die Slytherins einzusperren.

„Wo warst du?“, kam es jetzt recht anklagend von ihm und der Ton gefiel mir gar nicht, weshalb sich meine Stirn in Falten legte.

„Ich bin doch da, die Münze brannte, beziehungsweise brennt, deshalb bin ich da“, fasste ich zusammen, setzte mich auf die Kante der Couch und atmete zum ersten Mal seitdem die Flucht begonnen hatte durch.

„Wo warst du?“, stoppte er und warf mir vorwurfsvolle Blicke zu und ich legte meinen Kopf ihn musternd schief. „Ich habe Harry und Ron in Sicherheit gebracht“, servierte ich ungerührt.

„Oh ja, ich verstehe, darüber hast du alle anderen vergessen, wir hätten dich gebraucht… Jetzt ist es zu spät“, hielt er mir mit regloser Miene vor, während ich versuchte, mir seine Worte nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen und so seufzte ich leise.

„Bitte? Inwiefern? Was wirfst du mir hier vor, Draco? Du kennst meine Prioritäten!“, zeigte ich mich nun hart und faltete meine Hände im Schloss, um mich selbst am Riemen zu reißen. Es war gerade nicht leicht. „Und doch verstehe ich immer noch nicht, was du getan hast!“

Ich selbst hatte immer noch nicht ganz Severus‘ überraschenden Befehl verdaut und vermutete, dass es Draco ähnlich ging. Augenscheinlich stand die Schule gerade Kopf.

„Was ich getan habe? Mit Hilfe der BL habe ich gerade alle muggelstämmigen Schüler verschwinden lassen und nur die BL bleibt… naja, die drei, die halt eben bleiben wollen“, gab er jetzt aufgebracht von sich und wirkte untypisch emotional.

„Alle? Wow, eine tolle Leistung, Draco“, meinte ich nun aufrichtig beeindruckt und raffte mich auf, zu ihm zu gehen, dabei schenkte ich ihm ein ehrliches Lächeln. Ich fand es toll, dass er es schaffte, noch an andere zu denken, wo ich nur noch einen sehr begrenzten Blickwinkel mein eigen nannte. „Und wie es aussieht habt ihr es wunderbar ohne mich hinbekommen. Was mich interessiert, wie kamst du darauf, dass sie auch flüchten müssen?“, umfasste ich nun mit meinen beiden Händen seine Wangen und er nahm es an, barg sein Gesicht in meinen erhobenen Händen, während ich sehr wohl die dunklen Schatten unter seinen Augen wahrnahm und mit meinen Daumen darüber streichelte.

„Severus“, gestand er leise und ich lächelte ein sanftes Lächeln, das Draco entging, da er die Augen geschlossen hielt.

„Na, siehst du und der hat mir ebenfalls aufgetragen, Harry verschwinden zu lassen. Zweifle nicht an mir, aber ich kann mich nicht zweiteilen und du scheinst ja alles im Griff zu haben und… Harry ist bedeutend wichtiger“, setzte ich zum Schluss hin an, worauf er sich mit einem Ruck von mir löste und ich wie bestellt und nicht abgeholt dastand und auf seinen sehr geraden Rücken starrte.

„Potter“, stieß er irgendwie anklagend aus. „Sag lieber nichts weiter“, befahl er schroff und ich verstand nicht ganz, was Draco sauer aufstieß, ließ aber nun meine Hände sinken.

„Weißt du mehr? Weißt du, was passieren wird?“, kam ich seinem Wunsch nach und befasste mich mit den anderen Themen, die durchaus auch spannend waren.

„Wie? Ich dachte, Severus hat dich eingeweiht?“, ruckte er jetzt wieder zu mir herum.

„Nein, er sagte, Harry hat zu verschwinden, mehr war da nicht“, erklärte ich nochmals und drehte nun selbst ab um mich wieder zu setzen.

„Bleibst du?“, fragte er mich da plötzlich rau und als ich aufsah, konnte ich ausmachen, wie er mich intensiv musterte.

„Ich weiß es nicht… ist das schlau, wenn sich die halbe Schule in Luft auflöst? Ich weiß es nicht, gerade bin ich etwas durch den Wind“, gab ich aufrichtig zu und fuhr mir fahrig durch meine Locken. „Gibt es noch was zu tun?“, wollte ich fast hoffnungsvoll erfahren, denn dann könnte ich mich ablenken.

„Puhh… naja, vielleicht solltest du wirklich hoch in den Turm gehen und mit den anderen sprechen? Die wissen von nichts…“, gestand er widerwillig, dabei stand ihm sein Unwille, mich gehen zu lassen, ins hübsche, so blasse Antlitz geschrieben und ich wollte gerade zu einer Antwort ansetzen als die Tür aufflog.

„Alles erledigt, Boss“, trampelten die Slytherins der BL herein und schienen gesammelt von ihren Aufträgen wiederzukehren. „Puhhh…“, „Das war knapp!“, „Bin ich geschafft!“

„Haben sie euch gesehen?“, fragte Draco bestimmt, während ich interessiert auf die Gruppen sah.

„Niemand“, „Dafür werden wir doch ausgebildet.“, „Alle sind weg.“, „Wunderbar“, kam es von den Jungs und Mädels. Sie stürzten sich in die Aufgabe, alles zu berichten und ich durfte erleben, wie sie sich um Draco versammelten und so nützte ich die Gunst der Stunde, mich in Luft aufzulösen.

Auch ich hatte Menschen zu informieren, nur zu meiner Verwunderung war der Gemeinschaftsraum bei uns Löwen genauso leer und verlassen wie bei den Schlangen!

Ich blickte mich suchend um und versuchte, das Gefühl zu verdrängen, dass mir die neuen Umstände gar nicht gefallen wollten. Als ich zum Schlafraum hinauf ging, fehlten auch hier meine Kameradinnen und so kam es, dass ich einmal seit langer Zeit frühzeitig in meinem Bett lag und nachdachte.

Wobei ich gar keine Lust hatte, nachzudenken!

Wow, jetzt war ich allein und Harry und Ron auf und davon!

Was wohl Mad-Eye sagen würde, wenn die zwei Jungs seine Einsamkeit so plötzlich stören und dabei noch nicht mal überrascht aussehen würden, weil sie ihn lebend wieder sahen?

Schade, dass ich nicht dabei sein und das live erleben würde!

Von Minute zu Minute erfüllte mich größere Unruhe und so wälzte ich mich hin und her und wünschte mir beinah schon schmerzlich Ablenkung herbei. Selten hatte ich eine derart unruhige Nacht hinter mich gebracht, denn es war nur eine Frage der Zeit, bis der Lord rief und der daraus resultierende Ärger.

Irgendwann musste ich doch eingenickt sein und als ich wieder die Augen aufschlug, graute schon der neue Tag und so sah ich keinen Grund mehr, noch liegen zu bleiben, doch nun lief es andersherum, denn ich kam fast nicht mehr aus den Federn hinaus. Erstaunlich, dass es mir vorkam als hätte ich einen Muskelkater, offenbar war meine Nachtruhe wahrlich erholsam gewesen.

Als ich meine nackten Füße auf den kalten Boden stellte, überfiel mich umgehend eine eiskalte Gänsehaut, weswegen ich leise seufzte. Woraufhin ich mir jetzt den verspannten Nacken massierte, dabei strichen meine Fingerspitzen über das Dark Mark und ich konnte ein Schütteln meines Körpers nicht mehr unterdrücken, während ich wegen des schalen Geschmackes den Mund verzog .

Sie waren weg… Harry und Ron hatten Hogwarts verlassen und ich war geblieben!

Diese unguten Gedanken begleiteten mich bei meiner Morgentoilette. Es war ein Samstag und ich wollte nicht hinunter und mir die fragenden Gesichter der anderen ansehen, die mir mit Sicherheit einen deutlichen Vorwurf machen würden, dass ich noch hier war, während die Jungs über alle Berge entschwunden waren.

Somit kam eine fast schneckenhafte Langsamkeit über mich, während das Wasser der Dusche über mich prasselte und mich nicht wirklich wärmte. Vielleicht spielte auch das Wissen mit, dass ich heute früher, oder später dem Lord würde gegenübertreten müssen.

Na, wie auch immer, meine Begeisterung, mich der Welt dort draußen zu stellen, tendierte arg gegen Null. Aber wie immer biss ich die Zähne gewohnt eisern zusammen und marschierte hoch erhobenen Hauptes in die volle Halle. Wohlwissend, dass alle Augen auf mir lagen, aber ich war selbst schuld, denn ich war eindeutig so was von spät dran.

Gerade hatte Severus anfangen wollen, eine Rede zu schmettern, aber ich unterbrach ihn. Ach… was war ich doch für ein Glückskind. Eben, ein unfassbar Großes, denn mein verspäteter Auftritt verzögerte diese und natürlich musterte mich jeder, selbst er hob mit tadelnder Arroganz eine Braue.

Dabei stand er, wie ein geborener Rachegott, hinter seinem beeindruckenden, prächtigen Standpult mit der wunderschön gestalteten goldenen Eule und warf mir mehr als düstere Blicke zu, während ich versuchte, betont unbeeindruckt weiter zu gehen. Dabei achtete ich darauf, nur nicht zu schnell, sondern extra langsam voranzukommen.

„Sind denn nun endlich alle versammelt?“, durchbohrte er mich fast mit seiner düsteren Musterung. „Oder haben wir noch mehr Schwund zu verzeichnen?“, donnerte seine Stimme geradezu in die Stille der Halle hinein, wobei diejenigen, die davon wussten durchaus der Zynismus in seiner Aussage nicht überhören konnten, schließlich hatte er uns genau zu diesem Zweck gewarnt. Als ich endlich eine mir passende Lücke ausmachte, glitt ich neben Neville, der mir rasch Platz gemacht hatte, auf die Bank.

„Wie vielleicht dem ein oder anderen geneigten Schüler, oder auch Lehrer, aufgefallen sein mag, hat Hogwarts gestern eine Welle der Flucht ergriffen“, sorgten seine irgendwie sarkastisch klingenden Worte für kurze Unruhe und die Schüler als auch die Lehrer musterten die an sich immer noch voll wirkenden Reihen der Schüler, während Ginny in dieser Zeit so aufmerksam war, mir meine rabenschwarze und bis oben hin gefüllte Kaffeetasse zuzuschieben, was ihr ein sehr sanftes Lächeln meinerseits einbrachte.

„Ich hätte nicht gedacht, dass du da bist“, wisperte sie mir noch zu und ich hob nur die Schultern. Ich würde nichts sagen, bevor ich nicht eine ganze Kanne in mir hatte, so zumindest mein munterer Vorsatz, als ich an dem dampfenden Getränk gierig nippte und hoch zum Lehrertisch schielte.

„Viele sind getürmt und das kann nicht sein, lassen sie mich… sie darauf aufmerksam machen, dass das zukünftig nicht mehr passieren wird“, meinte Severus sehr ernst und das tiefe Timbre seiner Stimme summte in mir nach, während sein Augenmerk kurz auf Draco lag, bevor es die Tische entlang huschte. „Ich meine das sehr ernst“, versuchte er allen klar zu machen. „Die Geheimgänge wurden gestern Nacht von mir versiegelt, die normalen Ein- und Ausgänge, Türen und Tore mit Flüchen belegt, niemand, absolut niemand von ihnen wird mehr einen Weg hinausfinden“, insistierte er mit unleserlicher Miene und ich wollte für ihn hoffen, dass er meinen Geheimgang in den Wald unangetastet gelassen hatte, sonst würde ich Severus eine Szene hinlegen, die sich gewaschen hatte. Das versprach ich mir und schüttete munter aus der Kaffeekanne nach. „Die gesamten Zugänge werden ab nun zusätzlich strengstens von Dementoren bewacht, die das Schlossgelände ebenfalls überwachen“, erklärte Severus weiter, dabei ließen seine eindringlichen Worte meine Hände plötzlich ganz schwach werden und ich stellte schnell die wackelnde Kanne ab.

Ich meine, warum? Warum ich? Das bedeutete, dass Barty hier irgendwo rumturnte und ehrlich, weder ich noch die Dementoren legten Wert darauf, uns über den Weg zu laufen.

Ich wollte sofort weg, auf und davon!

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