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 Kapitel 533-534

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BeitragThema: Kapitel 533-534   Mi Dez 09, 2015 2:56 am

533. Kapitel We’re gonna get you


„Vielleicht“, grinste er verschlagen und schien genauso unbeeindruckt von meiner Attacke, wie ich von seiner.

Was hatten wir doch für ein beeindruckendes Patt? Schließlich breitete sich ein höhnisches Lächeln auf meinen Lippen aus, da die Situation fast schon komisch anmutete, weil sich beinahe unsere Lippen berührten, wenn wir redeten.

„Was willst du? Kämpfen?“, bot ich ihm friedfertig, aber auch schicksalsergeben an und kurz blitzte es in seinen Augen. Es war ein Ausdruck, den ich zu meinem Leidwesen nicht lesen konnte.

War das Amüsement darüber, dass er mich in die Ecke trieb, oder Vorfreude, sich mit mir zu messen, oder war er von meinem Mut beeindruckt, es schien viel aussagen zu können. Es lag ein spannungsgeladenes Knistern in der Luft, während er abzuwägen schien und ich bereit war, alles zu tun, bis er zu meiner Überraschung plötzlich einen verkniffenen Zug um seinen Mund herum bekam und langsam seinen Kopf schüttelte.

„Deine Furchtlosigkeit wird noch dein Untergang sein“, meinte er plötzlich zornig und trat in einem Zug von mir weg. Es kam so überraschend, dass ich fast das Gleichgewicht verlor, nachdem seine bedrängende Körperlichkeit fehlte, aber noch bevor ich mich fangen und etwas fragen konnte, setzte er wieder an zu sprechen. „Demut… schon mal was von schamhafter Demut gehört, weil man auffliegt?“, schüttelte er noch immer sein stiernackiges Haupt.

„Wäre das die richtige Reaktion auf meine Schandtaten?“, fragte ich verächtlich, da ich nicht gewillt war, mich derartig zu verstellen, nicht vor ihm zumindest. Jedoch schien er aufrichtig verstimmt, dass ich so kalt und unberührt auf seine Enttarnung reagierte, das schien ihm unangemessen, doch ich wollte ihm mit Respekt begegnen, indem ich ihm nicht etwas vorspielte.

„Ich will das Mädchen“, erklärte er unumwunden mit markant hervorstechendem Kinn und überging meine Antwort.

„Lavender?“, hauchte ich sprachlos entsetzt, das kam unerwartet. Er hatte seinen Preis genannt, nur dass ich das nie erwartet hätte.

Was wollte er von ihr, dass er sie so sehr wollte, dass er über meine Verfehlung hinwegsehen konnte, oder aber würde? Denn das war es, es war ein Deal, den er mir jetzt vorschlug, der mich eiskalt erwischte.

„Ja, sie!“, konkretisierte er und ich steckte sowohl meinen Dolch, als auch meinen Zauberstab gut sichtbar für ihn wieder weg.

„Wie, du willst sie? Wieso, warum?“, versuchte ich meine Überraschung in Worte zu fassen, denn wie konnte das so wertvoll sein.

„Das hat dich nicht zu interessieren“, schnitt er gelassen ab, dabei baute er sich eindrucksvoll groß vor mir auf, während ich mit mir rang, da eigentlich niemand so mit mir umgehen sollte. Aber ich war zu sehr in seiner Hand, um groß darauf pochen zu können, was er von ihr wollte.

„Es steht mir nicht zu, sie zu verschachern… wie… wie ein Pferd“, echauffierte ich mich und ruderte empört mit meinen Armen, wobei ich große Erleichterung verspürte, nicht mit ihm kämpfen zu müssen. Das wäre unschön für uns beide ausgegangen, jetzt hieß es verhandeln.

„Hält dich sonst auch nicht von ab“, schnaubte er verächtlich und warf mir finstere Blicke zu, während ihn nichts auf der Stelle hielt und er ständig in Bewegung war.

„Wie erbaulich… was willst du mit ihr?“, fragte ich involviert nach, schlussendlich war ich schuld an all dem und ich fühlte mich ihr zu einem Teil verpflichtet, sodass ich versuchte, zu durchschauen, was ihn bewegte.

„Ich will sie…“, gestand er nun prompt und ich ruckte hoch. „Für mich!“, rissen mir seine Worte den Boden unter den Füßen weg.

„Nein“, stieß ich erschrocken aus, das konnte er Lavender nicht antun. „Fenrir, sie ist viel zu jung…“, begann ich eindringlich an sein Gewissen zu appellieren, wobei ich kurzzeitig vergas, dass ich mit jemandem sprach, der es genoss, noch schlagende Herzen zu fressen.

„Für wen? Für mich? Beleidigst du mich nicht gerade ziemlich?“, knurrte er jetzt lauter und ich zuckte mit den Schultern, aber ich konnte doch nicht ein Versprechen abgeben, das Lavender an Fenrir band.

Das war genau das, was Lucius mit mir getan hatte! Er hatte mich damals auch vor vollendete Tatsachen gestellt und ich konnte daher nachvollziehen, wie schrecklich es war, übergangen zu werden. Natürlich war mir bewusst, dass man uns nicht vergleichen konnte, mich verband etwas mit Lucius, während Lavender nichts von Fenrir wollte. Ich meine, nicht dass ich etwas von Lucius wollte, aber rein äußerlich war zwischen den beiden Männern ein enormer unterschied. Hinzu kam Fenrir war an sich viel, viel älter als Lucius und Lavender auch noch jünger als ich, das war… das wäre nicht richtig. Fenrir war für Lavender wenn überhaupt jemand, von dem sie etwas über ihre Instinkte lernen konnte, Lucius hingegen war für mich wenigstens Familie und trotzdem, oder gerade deswegen war es so schlimm für mich, was er getan hatte, das konnte ich Lavender nicht antun.

„Ich kann doch nicht zu ihr sagen, Fenrir will dich, geh zu ihm und mach die Beine für ihn breit“, klagte ich an und verzog mein Antlitz, denn die Bilder von Bellatrix und ihm schossen mir wieder in den Sinn.

„Warum nicht?“, schlug seine Stimmung langsam aber sicher wieder um, denn jetzt wurde er freundlicher und wackelte doppeldeutig mit seinen buschigen Brauen. „An was denkst du?“

„Das willst du gar nicht wissen“, entgegnete ich schnippisch und da schien es bei ihm klick zu machen, da das Verstehen in seinen Augen Einzug hielt.

„Ihr wird es schon gefallen“, meinte er jetzt unerträglich selbstzufrieden.

Woraufhin ich bei diesem verhängnisvollen Satz die Augen zusammenkniff und mich an unser Gespräch wegen Nachwuchs im Rudel erinnerte. Vielleicht hoffte er, mit Lavender das Problem zu lösen?

Meine Göttin, das verdiente niemand. Das konnte ich ihr nicht antun. Zu was würde mich das werden lassen? Vielleicht, nur vielleicht sollte ich doch gegen ihn kämpfen? Das war ein makaberer Gedanke, aber er kam mir trotzdem.

„Ich kann das nicht“, stieß ich gehetzt aus und anscheinend setzte mir meine eigene Zwickmühle mit Lucius mehr zu, als ich mir einzugestehen bereit war, sonst würde ich mit seiner Forderung wohl nicht so hadern.

„Komm!“, meinte er jetzt verschnupft. „Auf einmal Schuldgefühle? Ist es dafür nicht ein bisschen zu spät?“, musterte er mich eindringlich, als er vehement sein Haupt zu schütteln begann. „Leute umbringen kannst du, aber sie willst du mir nicht geben?“, knurrte er wütend, während ich begütigend meine Hand erhob.

„Fenrir, ich werde das nicht tun und Lavender zu so einem Leben verdammen“, begehrte ich auf und deutete auf den Wald hinter mir, doch seine Augen verengten sich zu misstrauischen Schlitzen.

„Ausrede!“, brüllte er zornig auf. „Ist es wegen meinem Alter?“, begehrte er immer verstimmter auf, wegen meiner beharrlichen Weigerungen, ihm Lavender zu überlassen. „Vor allem, da deine Männer, mit denen du spielst, auch bedeutend älter sind als du“, rief er mir bösartig Gedächtnis, während er einen durchaus wunden Punkt traf. Sie war ein Kind gegen ihn und er im Alter des Dark Lords, auch wenn man es ihm nicht ansah, zu keiner Zeit. Somit überging ich seine Behauptung und blickte ihn mit Nachsicht an.

„Fenrir“, versuchte ich es erneut, beinah schon flehentlich, von dieser schlechten Idee, die zum Scheitern verurteilt war, abzulassen.

„Ich will sie, ich bekomme sie“, brüllte er jetzt rigoros laut und ich kniff die Lippen zusammen wegen seiner Gier, Lavender in seine Klauen zu bekommen, dabei erinnerte er mich an einen Löwen.

„Oder was?“, wollte ich jetzt ernsthaft von ihm wissen. Ich musste in Erfahrung bringen, wie weit er zu gehen bereit war und verschränkte die Arme vor der Brust. Ich würde hier nicht weggehen, ohne eine Stellungnahme seinerseits.

„Dann hast du einen Feind mehr“, flüsterte er nun umso leiser, dabei glitzernden seine Augen gemeingefährlich, „und den kannst du beileibe nicht brauchen“, servierte er eiskalt die Tatsachen und ich verzog meine Mundwinkel zu einem gequälten Lächeln.

„Ufff“, stöhnte ich leidgeplagt auf. Er spielte mit harten Bandagen und leider hatte er Recht, aber wie sollte ich Lavender Fenrir schön reden? „Wie stellst du dir das vor?“, wisperte ich aufgebend. „Ich... ich meine... ich geh zu Lavender und sag, du gehörst nun Fenrir… dem großen bösen Wolf?“, riss ich nun meine Hände verzweifelt in die Luft und er schnaubte nur abfällig.

„Wie du das anstellst… ist mir gleich“, zeigte er sich sehr gleichgültig und zuckte mit den breiten Schultern. „Sie wird sich daran gewöhnen“, huschte ein zufriedener Ausdruck über seine Fratze, die mir gar nicht behagte.

Ich entschloss mich, nicht einfach so klein beizugeben.

„Tja, dann lass dir gesagt sein, nur weil du ein Auge auf Lavender geworfen hast, bedeutet das nicht, dass sie nicht unter meinem Schutz steht und nur weil du denkst, zu wissen, oder beweisen zu können, dass ich was mit dem Tod meines Trupps zu tun habe, lass dir gesagt sein, dass ich keine Angst habe… nicht vor dir… vor niemandem!“, bescheinigte ich ihm verbockt und reckte ihm mein Kinn streitlustig entgegen.

„Solltest du aber vielleicht haben“, knurrte er tief und zeigte eine unversöhnliche Miene.

„Warum? Wegen dem Lord? Ich vertrau dir was an“, kokettierte ich nun aufreizend und deutete mit dem Zeigefinger auf ihn, was Fenrirs eine Augenbraue in sehr hohe Höhen wandern ließ, „ich bin viel zu wertvoll für den Lord, als dass er an mir ein Exempel statuieren würde…“, flüsterte ich gefährlich leise und sehr vertrauensvoll, aber ich wusste, er würde mich auch so mit seinem exzellenten Gehör verstehen, als er ein zweifelndes Antlitz zeigte, was mich gekünstelt auflachen ließ.

„Oh ja, schau nicht so, ich hätte Schmerzen, Strafe und Folter zu erwarten, ja, auf alle Fälle, aber ich verspreche dir… nicht mehr…“, sprach ich eindringlich und meinte es absolut ernst.

Meine Offenbarung, wie wichtig ich war, sackte ganz plötzlich bei ihm und jetzt hatte er beide Augen weit aufgerissen. „Du kannst mir ruhig glauben, ich lüge nicht und jetzt ein Rat von mir... denn ab dann hättest du mich zum Feind, auf Ewig, also überleg es dir sehr gut, ob du dich mit mir anlegen willst“, drohte nun ich eiskalt mit schneidender Stimme.

„Ich sag dir mal was…“, fing er sich relativ schnell, als er mit drohend erhobenem Finger auf mich zuhielt. „Das Mädel ist nicht mehr normal… sie wird sich nie völlig in der Welt der Magier zuhause fühlen…“, zählte er auf einmal sich für Lavender einsetzend auf, woraufhin ich wenig beeindruckt eine Braue hochzog.

„Im Rudel aber auch nicht“, hielt ich daher entschieden mit erhobener Hand dagegen und kam mir vor, als würde ich bei einer Versteigerung feilschen.

„Aber ich habe ihre Abart kennengelernt, hier in all der Zeit, die sie mit mir hier verbracht hat, und ich weiß, sie könnte bei uns besser aufgehoben sein als anderswo…“, offenbarte er nun aufrichtiges Interesse, sofort presste ich die Lippen fest zusammen.

„Ein gutes Argument“, gestand ich ihm langsam mit großem Widerwillen zu. „Damit könnte ich ja sogar leben… aber nicht…“, sprach ich meine Sorgen aus.

„Mit mir?", schnitt er mir erregt das Wort ab. „Was ist so schlimm an mir?“, fragte er so engagiert, dass ich wusste, jede Aussage von mir würde ihn wütend machen. Irgendwie schien er verletzt zu sein und das wirkte sehr bedrohlich, da sonst nie etwas an seinem Stolz kratzen konnte.

„Fenrir, das da ist LavLav", deutete ich mit einer wegwerfenden Geste hinter mich. „Sie ist ein junges Mädchen mit Wünschen, Träumen und unglaublich unerreichbaren Vorstellungen“, versuchte ich nun sehr einfühlsam, ihm meine Bedenken darzulegen, er und ich, wir waren schon lange nicht mehr normal, aber ich erinnerte mich noch gut, was es hieß und bedeutete, es zu sein. „Versteh doch, sie ist nicht wie ich… oder Bellatrix…“, strich ich mir fahrig über die pochenden Schläfen.

„Ich bin kein Traummann?“, warf er nun schnöde ein und mir entwischte ein wenig schmeichelhafter Ton, der ihn knurren ließ.

„Du bist ein Traumwerwolf“, warf ich eilig ein und erntete doch nur ein abfälliges Schnauben. „Ehrlich, aber halt eher was für Werwolf-Weibchen, ich meine, wenn ich mir das vorstelle, wie du sie, also Lavender... also... ähm…“, schloss ich die Augen und hatte sofort die eindringlichen Bilder, wie es Fenrir mit Bellastrix trieb, vor mir. „Ganz ehrlich, ich weiß nicht… ob sie das aushält“, meinte ich reichlich fassungslos über das Thema, das wir hier diskutierten und darüber, wie ehrlich ich gerade zu ihm war.

„Wenn du dich und Bellatrix auf eine gleiche Stufe stellst, dann darf ich dich also ficken? Das ist interessant…“, wisperte er weich und mir kam beinah mein Essen wieder hoch.

„So meinte ich das nicht…“, wehrte ich eilig mit erhobenen Händen ab und er lachte trocken auf, was nicht nett klang, aber wenigstens sprachen wir wieder normal miteinander, ohne die unterschwellige Drohung eines sofortigen Kampfes.

„Warum hast du dann dich und Bellatrix als Beispiel herangezogen?“, insistierte er auch schon fragend. Er würde hier nicht locker lassen, wie das vorfreudige Funkeln in seinen Augen erzählte und das gefiel mir gar nicht.

„Weil Bellatrix und ich die Ehre hatten, das Gewölbe kennenzulernen und ich kann dir versprechen, dass Lavender kein Typ ist, dem das gefällt… sie ist der mädchenhafte, romantische, rosa-liebende Mädchentyp“, versuchte ich ihm verständlich zu machen, was mich davon abhielt, auf seinen Deal vorbehaltlos einzugehen.

„Genau“, stoppte er meine Erklärung schnaubend. „Weil ich so dämlich bin, zu glauben, dass das deinen Geschmack trifft, beleidige mich nicht in einer Tour, mein Püppchen“, drohte er seidig mit erhobenem krallenbewährten Zeigefinger, dabei deutete wieder sein Nagel auf mich und ich verbot mir, der langsam trocknenden Blutspur nachzusehen, die meine Haut verschandelte.

„Das mag sein“, gab ich widerwillig zu, denn so abartig konnte keine Frau sein, außer Bellatrix, um daran Spaß zu finden. „Aber ich verspreche dir, dass Lavender das nicht aushält, es überhaupt ansehen zu müssen und bei euch im Rudel geht es auch ziemlich ruppig zu. Du kannst dir jede aus deinem Rudel schnappen und über sie herfallen, ganz toll, ich meine… sie steht auf Kuscheln, Knutschen… Zärtlichkeit… LIEBE“, hielt ich ihm aufzählend vor.

„Das Gewölbe soll sie auch nicht sehen“, nahm er mir mit dieser Entgegnung kurzzeitig den Wind aus den Segel. „Sie ist für mich etwas Besonderes, auf das es aufzupassen gilt“, warf es mich regelrecht aus der Bahn, was er von sich gab. Ich wusste, dass Fenrir durchaus das Gewölbe mochte, da konnte er sich austoben, ohne Rücksicht auf Verluste, und das tat er auch, so war er, so war das Tier in ihm, dass er sie aber derart absondern wollte, war interessant.

„Fenrir, ob sie dich will oder nicht, wäre ihre Entscheidung… keine, die ich treffen kann“, gab ich schweren Herzens zu und bekannte nun Farbe, dass ich auf den Deal nicht so eingehen konnte, wie er sich das wünschte.

„Du hast also doch Prinzipien“, verkündete er widerwillig. „Ich könnte sie mir auch einfach nehmen“, schob er eingeschnappt hinterher und ich zog die Schultern hoch.

„Das könntest du“, sprach ich die Tataschen aus, die ich mir schon die ganze Zeit dachte. Wieso wollte er meine Absolution, gerade nachdem er mich in der Hand hatte. Diese Gedankengänge wurden immer spannender und waren sehr interessant.

„Sie hat durchaus eine gewisse Unterwürfigkeit in sich, mir, dem Alpha gegenüber“, bestätigte er, was Lavender auch schon erkannt hatte und da machte es bei mir klick, was er sich davon versprach.

„Ja, aber du willst meinen Segen, auf dass sie sich wirklich auf dieses neue Leben einlässt… pffff“, stieß ich die angehaltene Luft aus und nahm an, dass Fenrir auch in Slytherin gelandet wäre, wenn er denn nach Hogwarts hätte gehen können.

„Wenn du so willst, jaaaaa…“, erklärte er langgezogen mit einem hintergründigen Lächeln. „Ich würde dies als guten Preis ansehen um darüber hinwegzusehen, dass du einen meiner Männer, für den du die Verantwortung hattest, getötet hast“, akzentuierte er genau und funkelte mich aus zusammengekniffenen Augen an.

„Kämpfen?“, bat ich beinah verzweifelt und ziemlich ungewöhnlich für mich, woraufhin er jedoch die Frechheit hatte, laut aufzulachen.

„Du bist herrlich“, kicherte er noch immer gemein und ich verkniff mir einen giftigen Kommentar. „Bitte, gesteh dir ein, dass du hier verloren hast und ich die besseren Karten habe“, griente er gemeingefährlich und bellte vor bitterbösem Lachen, wodurch mir die Galle die Kehle hinaufstieg.

Da alles Unerfreuliche gesagt war, drehte ich mich abrupt auf dem Absatz um und stürmte den unebenen Weg zurück zur Lichtung, gefolgt von dem zufrieden dahin schlendernden Fenrir, der wusste, dass er gewonnen hatte. Wenn ich ihn auf meiner Seite, oder zumindest sein Wohlwollen und die des Rudels besitzen wollte, im richtigen Moment weniger bis nichts zu tun, würde ich versuchen müssen, Lavender ein Leben im Rudel schmackhaft zu machen und gleichzeitig würde ich noch wie gedruckt lügen müssen, damit sie nicht dahinter kam, dass Fenrir sie unter sich haben wollte. Das Leben konnte zum Kotzen sein.

„Hey, Hermione…“, stoppte mich ihre etwas schrille und atemlose Begrüßung. „Du blutest“, war sie sofort besorgt an meiner Seite und meine Hand zuckte zum ersten Mal zu der Verletzung, die mir Fenrir zugefügt hatte.

„Ach“, rieb ich am getrockneten Blut herum. „Das ist nicht schlimm, nur ein Kratzer“, wehrte ich ab.

„Wo wart ihr so lange? Ihr wart ganz schön lange weg…“, drängte sie weiter, woraufhin ich ihre Person genau betrachtete. Dabei fiel mir auf, dass sie mit extrem roten Bäckchen gesegnet war und ihr unsteter Blick furchtsam zwischen Fenrir und mir hin und her zuckte, während sie ein Tuch aus ihrer Tasche holte und an mir rumfummelte.

„Nichts… Großes… nur Geschäfte“, schnaubte ich abwertend und versuchte, sie von mir zu schieben, dabei war ich froh, dass Fenrir etwas weiter zurück lag, damit ihm nicht sofort auffiel, dass auch Patrick etwas zu unschuldig aus der Wäsche schaute um auch wirklich unschuldig zu sein.

Was auch immer diese beiden in unserer Abwesenheit getrieben hatten, ich mochte bezweifeln, dass es jugendfrei gewesen war. Das Problem war nur, Patrick war Fenrirs Stellvertreter und wenn er mal spitzkriegen würde, dass er sich an Fenrirs Auserwählte ranmachte, würde er als Betawolf den Schwanz vor seinem Alpha einziehen. Wenngleich Patrick so viel besser zu ihr passen würde. Er war noch relativ jung, eher sogar etwas jünger als Severus und Sirius und anscheinend war sie ihm nicht abgeneigt, aber nein, der Oberboss wollte sie. Einfach ganz wunderbar, doch mir ging es dabei nicht gut. Es ging darum, sie zu verschachern und ich sollte so richtig selbstherrlich über ein Leben bestimmen. Nur das fiel mir extrem schwer, denn ich fand, das war fast schlimmer als zum Beispiel bei Rita zu entscheiden, dass es Zeit war sie zu ermorden.

„Was habt ihr gemacht?“, fragte sie typisch plappernd weiter, ein Umstand, den sich Patrick niemals gegenüber seinem Oberhaupt erlauben würde. „Es ist schade, dass du nicht bei mir warst…“, ging es weiter, als ich sie an ihrem Arm ergriff und sie mit mir zog.

"Wow... wa...", stolperte sie überrumpelt hinter mir her.

„Sag mir lieber, was ihr beiden gemacht habt?“, flüsterte ich ihr scharf zu, während wir uns von den beiden anderen entfernten.

„Oh, ein wenig Unterricht und ein wenig gelaufen…“, kam es recht hektisch von ihr. „Das… das war mit Patrick total lustig und entspannend“, gestand sie gutmütig und mein zweifelnder Blick, dass das alles gewesen sein sollte, traf sie frontal.

„Dann bist du nicht entspannt wenn Fenrir da ist?“, raunte ich ihr fragend zu, als sie fast stolperte.

„Uhhh… er ist… so groß und mächtig und… einschüchternd und… gefährlich…“, hauchte sie furchtsam, dass es die beiden anderen hoffentlich nicht hören könnten.

„Ein Alpha“, erklärte ich knapp, denn das machte einen Anführer aus.

„Ja, das ist er, er macht mir Angst“, gestand sie ohne jede Scheu, ihren Stolz zu verlieren, wie schön war doch Naivität.

Ich musste immer so tun als würde mir nichts und niemand etwas ausmachen, denn natürlich hatte mich das vorangegangene Zusammenspiel zwischen Fenrir und mir mitgenommen. Es war pure Anspannung gewesen, diesen Konflikt nicht eskalieren zu lassen, aber anmerken konnte ich mir das nicht lassen, ohne mein Ansehen zu verlieren. Es war schon tragisch.

„Aber Patrick gefällt dir?“, fragte ich drängend nach.

„Uhhh“, kicherte sie so dämlich los, wie zu Rons besten Zeiten und ich verbot mir das genervte Augenrollen, aber ich mahnte mich selbst, denn auf diese junge Frau würde eine wenig schöne Zukunft zukommen, da verdiente sie zumindest meine Geduld.

„Sei vorsichtig… auch Patrick macht eklige Sachen, sonst wäre er nicht Fenrirs Beta“, warnte ich eindringlich. Es wäre fatal, wenn zwei Männer um Lavender buhlen würden, die sich in ihrem Rang aber absolut nicht gleichgestellt waren.

„Warum? Wie meinst du das, Hermione? Was?“, überforderte ich das Mädchen sichtbar, das mich mit großen unwissenden und verständnislosen Augen ansah.

„Wie ich es sage, alles Böse was Fenrir tut, tut Patrick auch, glorifiziere ihn nicht, nur weil er gut aussieht“, erklärte ich abgeklärt. „Aber wenn du ihn schon magst, solltest du wissen, dass du aufpassen musst, dass Patrick nicht was passiert, denn Fenrir könnte es missverstehen, wenn ihr euch beide zu gut versteht“, gab ich ihr einige Hinweise.

„Ohhh, okay… ja gut, ich bin vorsichtig…“, meinte sie sofort zuvorkommend und da war mir klar, dass sie die Bedeutung hinter meinen Worten nicht erkannte. „Sag mal, darf ich jetzt eigentlich die beiden weiter unterrichten? Ich meine, es ist ja nicht so, als wäre ich eine tolle Lehrerin, meine Noten in der Schule sind eher bescheiden“, kamen wir auf ein völlig anderes Thema.

„Ja, du wirst diese beiden weiter unterrichten und deine Fähigkeiten sind völlig ausreichend dafür… du sollst aus ihnen keine herausragenden Magier machen“, beschied ich ihr kühl, als sie langsamer wurde.

„Nicht?“, echote sie erstaunt und jetzt wollte ich mir die Hand vor die Stirn schlagen, das war so LavLav, dass es wehtat.

„Gibt es etwas, was ich ihnen nicht beibringen soll?“, erstaunte sie mich in ihrer rasenden Auffassungsgabe und ich erlaubte mir große Augen.

„Lavender, du machst dich…“, perlte der Sarkasmus von mir, aber zu meinem Leidwesen prallte dieser an ihr ab, das zeigte mir ihre verständnislose Miene. „Ja… ja, halte die schwarze Magie und die Unverzeihlichen von ihnen fern“, meinte ich dann ernst und sie nickte energisch.

„Mach ich glatt“, erklärte sie vergnügt und da wusste ich, ich konnte es noch nicht, ich konnte ihr nicht jetzt schon diese Freude und Seligkeit der Unwissenheit nehmen, das wollte ich nicht. Ich konnte Lavender einfach nicht sagen, was Fenrir von ihr wollte.

„Gut, dann lass uns zurück gehen“, schlug ich daher mit ihr wieder den Rückweg ein. „Würdest du gerne mal das Rudel erleben?“, plauderte ich unverfänglich drauf los.

„Mhm… vielleicht…“, entgegnete sie vorsichtig und strich sich unsicher die Haare aus ihrem Sichtfeld.

„Was bedeutet?“, verlangte ich ungeduldig zu erfahren, sofort schaute sie etwas verschreckt zu mir auf.

„Es ist schön, sich nicht so verstecken zu müssen wie in der Schule, hier kann ich mehr ich sein…“, gab sie widerwillig zu, fühlte sich aber bei diesem Geständnis sichtbar unwohl.

„Tja, dann solltest du vielleicht wirklich irgendwann mal darüber nachdenken, das Rudel zu besuchen, um zu erleben, ob es dort besser ist, oder nicht“, verachtete ich mich selbst dafür, dass ich ihr das alles tatsächlich schmackhaft redete.

„Mhm…“, murmelte sie unsicher.

„Was, Lavender?“ wollte ich wissen und wandte mich ihr wieder zu.

„Ich denk darüber nach“, meinte sie wenig begeistert.

„Tu das… tu das“, erkannte ich durchaus, wann man es gut sein lassen musste und es passte, denn gerade traten wir zu den beiden Wartenden, jedoch mussten wir ausmachen, dass Fenrir gerade weggehen wollte.

„Hey, wohin willst du?“, fragte ich Fenrir interessiert, vor allem, da sein Training noch nicht begonnen hatte.

„Ich muss mich noch mit den Snatchern treffen“, verkündete er schlicht, dabei legte Patrick seine Hand auf Lavenders Schulter, um sie davon abzuhalten, mehr zu fragen.

„Haben sie jemanden gefunden?“, fragte ich sofort involviert, als er mir ein wölfisches Grinsen schenkte, woraufhin Lavender sichtbar mitgenommen ihre Stirn kraus zog.

„Vielleicht“, meinte er wenig hilfreich, aber mir war gegenwärtig, er würde nicht gehen, wenn es nicht um Geld gehen würde und auf der anderen Seite, ich selbst musste auch irgendwann meinen Verpflichtungen den Snatchern gegenüber nachkommen, ob ich wollte, oder nicht.

„Ich komm mit“, kam es daher kurzentschlossen von mir und ein fast schon zufriedenes Lächeln zierte seine Züge, als wir uns gemeinsam auf den Weg machten und die beiden anderen wort- und grußlos auf der Lichtung zurückließen.

„Woher weißt du, wohin wir müssen?“, eilte ich neben ihm her, dabei war es sonderbar, dass wir nach unserem zuvor stattgefundenen Zerwürfnis doch wieder so locker miteinander umgehen konnten.

Denn ich nahm es ihm nicht übel, und er mir anscheinend auch nicht, wir hatten uns ausgesprochen, unseren Deal gemacht und gingen nun zur Tagesordnung über.

„Du wirst zu weich“, knurrte er mich mürrisch an und überging meine Frage.

„Ich?“, deutete ich irritiert auf mich.

„Ja, ich habe dich mit dem Mädchen beobachtet“, verkündete er heiser, woraufhin meine Braue unerwartete Höhen erreichte, aber er ging nicht auf mich ein, sondern suchte etwas in seiner Jackeninnentasche.

„Hier ein Portschlüssel, halt dich fest“, reckte er mir plötzlich eine leere Bierdose hin.

Eilig fasste ich nach seinem muskulösen Arm, woraufhin ich fast umgehend den Sog des Ports spüren konnte, der uns von den Füßen riss. Wir landeten recht unsanft und taumelten ein wenig, bevor wir uns fingen, doch ich ließ ihn nicht sofort los, was seine Aufmerksamkeit auf meine Hand lenkte.

„Ach bitte, hör mit dem Unfug auf“, begehrte ich über seine vorhergehende Aussage, dass ich weich wurde, auf. „Nur weil mir leid tut, was du…“, er warf mir einen sehr eindringlichen Blick zu, „… was wir mit ihr vor haben, werde ich weich?“, löste ich meine Hand eilig von seinem Arm und blickte über die wenig einladende, finstere und so öde Waldstelle, an der wir gelandet waren.

„Du hast mit ihr geredet?“, wollte er fragen, während ich noch meine Umgebung auskundschaftete.

Hier war es recht trostlos und karg, kahle Baumstämme, brauner, nackter Waldboden, wir standen auf einer Erhöhung und überblickten eine Senke.

„Ja, in Zügen“, wich ich aus.

„Zügen?“, war er plötzlich wieder sehr nah bei mir.

„Schau nicht so… so missbilligend. Ich werde schon noch mit ihr reden, um meine Schuld dir… dem Rudel gegenüber zu tilgen“, begann ich hörbar zögernd, währenddessen schnüffelte er in die Luft und ging nicht weiter auf meine Worte ein, weshalb ich eine andere Sache hatte, die mich beschäftigte.

„Ist das eine neue Erfindung mit dem Port?“, fragte ich daher aufrichtig interessiert und sah zu ihm.

„Ja, unser Strähnchen hat so was wie einen Sender bei sich, weshalb jeder, der zu diesem Trupp gehört, dann da landet, wo er ist“, erklärte er bereitwillig. Sofort breitete sich Unbehagen in mir aus, da ich an Informationen hinterher hing, das ging gar nicht.

„Uhh“, entwich es mir beeindruckt, in Ermangelung einer adäquaten Antwort. Da es ein sichtbares Versagen von mir war, wenn sie mittlerweile ohne mich derart geschickt agieren konnten.

„Ja, das gefällt dir, nicht wahr“, zog er mich schamlos auf, da sein Zwinkern die Doppeldeutigkeit der Aussage erkennen ließ und er eigentlich vom genauen Gegenteil ausgehen konnte.

Als wir auf dem Hügel weiter voranschritten, konnten wir auf einmal geschäftiges, um nicht zu sagen hektisches Wuseln in der Mitte der Senke ausmachen.

„Was ist da los?“, konnte ich auf die Entfernung nur Chaos ausmachen.

„Jagd“, verkündete Fenrir strahlender.

Ihm stand die Vorfreude ins fiese Antlitz geschrieben, seine Aggressionen abzubauen, die er mir gegenüber mit Sicherheit hatte, die er sich aber vorhin verboten hatte auszuleben.

„Sie suchen jemanden gezielt?“, meinte ich kurz verwirrt, da mir nichts bekannt war, was diese Aktivität begründen könnte.

„Ich hätte eher gesagt, sie haben welche gefunden“, jaulte er euphorisch laut auf, sodass es gespenstisch über der Senke hallte.

Jetzt hielt ihn nichts mehr, denn sofort preschte er in irrem Tempo an mir vorbei, um was auch immer zu verfolgen, während ich dastand und meinen Zauberstab zog, um mich hinter Maske und Umhang zu verstecken.

„Hey, der da haut ab“, brüllte Selwyn aufgebracht durch das Durcheinander und ich dachte, nicht richtig zu sehen, als ich mir einbildete, einen alten Bekannten davonrennen zu sehen.

Was zur Hölle hätte der hier zu suchen? Ich musste mich irren!

„Dann jagt ihn… fangt ihn“, riss ich mich zusammen und wusste, dass mich schon einige der Snatcher gesehen hatten und schrie den Befehl laut über die kleine Senke hinweg. Es galt immer noch, meine Rolle zu spielen.

Soweit ich sie überblicken konnte, hatte der Flüchtende vielleicht noch die Chance, schneller zu sein als seine Häscher, die noch nicht mal überrascht waren, dass ich da war und das Kommando wie selbstverständlich übernahm, sondern davon stürmten.

Anders als der Trupp, der jetzt schon nicht mehr auszumachen war, ging ich langsam den Hügel hinab, hinein in die Senke. Dabei warf ich einen wehmütigen Blick auf die zurückgelassene Ausrüstung im Lager, die auf mehr als eine Person hindeutete. Ein noch in Zügen flackerndes Lagerfeuer, ein umgeworfener Kessel, zerknitterte Schlafsäcke, sie erzählten eine traurige Geschichte von Flucht und jetzt von einer tragischen Jagd. So ließ ich das beißende Gefühl, dass etwas Schlimmes passierte, hinter mir und durchstreifte das undurchdringliche Gestrüpp, den kreischenden und ohrenschmerzenden Geräuschen folgend. Als ich in diesem hügeligen Gebiet zur Gruppe aufholte, sah ich in einer anderen Senke meine Leute in einem Kreis versammelt und wie sie etwas gemeinsam mit Flüchen traktieren. Daher also das Geschrei und je näher ich kam, desto mehr offenbarte sich ein rotglänzender Fleischklumpen zu ihren Füßen, wobei der Waldboden über und über mit tiefrotem Blut getränkt war. Kurz hielt ich an und holte tief Luft um meine Maske der Gleichgültigkeit aufrecht erhalten zu können, bevor ich endgültig zu ihnen trat.

„Und was ist?“, wollte ich betont gelangweilt erfahren und sah Scabior gespannt an, der mit einem irrsinnig anmutenden Lächeln ertappt zu mir herumfuhr.

„Wir haben ihn gefangen“, verkündete er mit einem stolzen Ton in der Stimme, während ich Fenrir nicht hier ausmachen konnte. Augenscheinlich hatte er eine andere Witterung und somit eine andere Fährte aufgenommen als der Trupp.

„Und gerade haben wir ein wenig Spaß mit ihm“, erklärte Selwyn genüsslich, wobei ich es vermied auf den Boden zu dem Opfer zu sehen, da meiner flüchtigen Beurteilung nach nicht mehr auszumachen war, ob das Opfer er oder sie gewesen war.

„Spaß?“, echote ich ungläubig und vermied es weiterhin, zu intensiv zu dem Klumpen zu blicken. Dieser Anblick war verstörend. „Was ist das… wer ist das?“, verlangte ich zu erfahren, doch dann starrte ich doch zu dem Gesicht des Gejagten und zu meinem Leidwesen kannte ich ihn. Sein Kopf war noch intakt und von den Flüchen verschont geblieben, während der Rest seines Körpers bei mir Brechreiz auslöste, was eine absolute Leistung an sich war.

„Ja“, kam es zufrieden von Scabior. „Wir haben einen Flüchtigen“, schien er den Mann gar nicht wirklich zu kennen, dabei ging es mir anders, da ich mich nun den Schrecken stellte, um mir die Bescherung genauer anzusehen.

Bis auf den Kopf, die Hände und die Füße war von Andromedas Mann und Tonks‘ Vater nichts weiter als ein rohes Stück Fleisch übrig. Ein ekelerregender Anblick, man konnte seine Kleidung gar nicht mehr ausmachen, bei all dem Blut, Schleim und Gedärm, das ihn umwickelte und umschlang.

„Was habt ihr mit ihm gemacht?“, versuchte ich einen harten Ton anzuschlagen, der verstecken sollte, wie betroffen ich gerade war, dabei deutete ich auf den armen Mann, der es nun zum Glück hinter sich hatte.

„Einweide-Ausweide-Fluch“, verkündete Selwyn zufrieden und ja, es war eine Erfahrung, diesen besonderen Fluch einmal angewendet sehen zu können und es war zum Abgewöhnen, weshalb er selten bis gar nicht zum Einsatz kam, da niemand so einen Fluch abbekommen wollte.

Die Gedärme wanden sich eng und gespannt um den Oberkörper, wie glänzende, frisch gemachte Würste beim Metzger, der Magen spannte sich prall, bis zum Platzen gespannt, das Herz zeigte sich stark gemasert, die Leber dunkel, die Nieren konnte ich in dem Knäul auch noch ausmachen. Wie gesagt, dort lag kein Mensch mehr, sondern ein unförmiger Klumpen.

„Du hast Glück, dass man das Gesicht noch ausmachen kann, sonst würdest du vom Ministerium kein Geld dafür bekommen“, resümierte ich schlicht mit einer erschreckenden Gefühlskälte, nachdem ich die Mienen meiner Leute musterte, die aufmerksam zu mir blickten, dabei saß meine gleichgültige Maske in mehrfacher Weise perfekt.

Die Schule meines Lebens war hart genug gewesen, um mich gegen solche Szenen zu wappnen, aber gefallen musste es mir noch lange nicht. Bilder von dem gefolterten Remus, den geschändeten Dörfern, von dem aufgeschlitzten Warrington zuckten vor meinem geistigen Auge auf und beseelten mich mit dem Wunsch, dieses ganze Fiasko bald zu einem Ende zu bringen.

„Aber ganz schön dumm, der Mann da war ein Mitglied des Ordens, als Lebender hätte er uns vielleicht noch dienliche Informationen liefern können, seid froh, wenn die Hände des Dark Lords nicht erfahren, was ihr für euren Spaß geopfert habt“, servierte ich ihnen kalt meinen Tadel über ihre ordinäre Herangehensweise.

„Was?“, „Wie?“, „Fuck“, „Hör mal, Püppchen“, wandten sich meine Leute empört an mich, besonders Scabior fand es nicht lustig.

„Stähnchen, du machst Fehler“, stauchte ich ihn vor dem Trupp zusammen, was ihre gute Laune ein wenig dämpfte.

„Was?“, begehrte Scabior auch sofort wütend auf und ich bedeutete ihm nur mit einem Fingerzeig, dass er näher zu mir zu kommen hätte, was er tat, woraufhin ich uns mit einem Muffliato abschirmte.

„Hey, ich versteh nicht…“, wollt er anfangen, als ich ihm ungeduldig über den Mund fuhr.

„Was fällt dir ein, Severus von der Gasse zu erzählen?“, hisste ich leise. Ich war so wütend, dass ich fast platzte.

„Was?“, blitzte so etwas wie Sorge in seinem Blick auf.

Was erwartete diese verräterische Schlampe, dass ich danke sagen würde? Zu meinem Schrecken war ich immer noch gewillt, ihn zu filetieren und ihm die Haut über die Ohren zu ziehen und wenn mein Blick zu den Überresten von Ted zuckte, überlegte ich wirklich, es zu tun.

„Du hast mich genau verstanden, er hat mich darauf angesprochen… und du bist der Einzige, der mich mit…“, stockte ich kurz, da ich ihm gegenüber nicht zugeben wollte, wer der Mann wirklich gewesen war. „Du bist der Einzige, der davon wusste und ich hasse es, verraten zu werden!“

„Hey, hör mal, sie zahlen…“, wollte er salopp beginnen, als müsste ich für seine Geldgier Verständnis aufbringen.

„Wenn du das jetzt aussprichst, wirst du dich danach nicht mehr wieder erkennen“, drohte ich seidig, dabei hatte er den Anstand, etwas blasser zu werden, denn ich meinte es absolut ernst.

„Aber….“, wich er erschrocken zurück und erhob seine Hände, während sein Augenmerk zu seinem Opfer zuckte.

„Du bist mein Mann, meiner und nicht der von Severus, oder Lucius, oder Draco… haben wir uns verstanden?“, fauchte ich ihn erbost an und näherte mich ihm mit drohend erhobenem Finger.

„Die anderen Flüchtlinge sind entwischt“, brach Fenrir schlecht gelaunt aus dem Dickicht und beendete damit diese Diskussion, bevor sie überhaupt begann, da er schnüffelnd vor dem blutigen Etwas, was mal ein Mensch gewesen war, stoppte und ich Scabior eiskalt stehen ließ.

Ich drehte mich zu Fenrir um und betrachtete ihn intensiv, was ihn seinen Kopf schief legen ließ, gerade dieses Erlebnis hier ließ mich meine Entscheidung von einer Sekunde zur Nächsten treffen und ich wedelte zu meinen Leuten hin.

„Räumt auf und verschwindet“, befahl ich schneidend, während ich zu Fenrir trat und ihm bedeutete, sich zu mir hinab zu beugen, was er freundlicherweise dann auch tat.

„Fenrir“, wisperte ich vertraulich und legte ihm wieder meine Hand auf den haarigen Arm, zog ihn mit mir, von den Verrückten weg.

„Ja?“, kauerte er regelrecht vor mir, dabei fiel wieder auf, wie bedeutend kleiner ich war.

„Gib ihr das Jahr“, bat ich mit Inbrunst im Ton und er zog seine buschigen Augenbrauen zusammen.

„Was?“, fragte er erstaunt, nachdem ich nervös auf meiner Lippe kaute.

„Ich habe sie gefragt, ob sie mal das Rudel sehen will, um zu entscheiden, in welcher Gesellschaft sie sich wohler fühlt“, flackerte es in seinen Augen, als könnte er nicht fassen, dass ich sie tatsächlich vorbereitete. „Aber gib ihr das Jahr Unwissenheit, was du wirklich von ihr willst“, schaute er mich sehr seltsam an, während ich mit mir rang, da ich nicht wusste, ob ich das Richtige tat, aber ich tat etwas und wenn es nur das war, einen Feind weniger zu haben. Da er nicht reagierte, sah ich mich erneut genötigt, mehr zu insistieren.

„Wie ich sagte, gib Lavender ein Jahr, bevor sie mit deinem Wunsch konfrontiert wird, dass sie ins Rudel soll“, konkretisierte ich meinen Wunsch und es blitzte in seinen Augen auf. „Am Ende des Jahres werde ich sie so weit haben und sie mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen stellen, aber halte dich so lange zurück, ihr selbst zu offenbaren, wie du dir ihre Zukunft vorstellst“, wisperte ich bittend und erkannte durchaus, dass ich gerade ziemlich weit über meinen Schatten sprang.

„Du willst, dass ich warte?“, fasste er grollend nach, als er zu meiner Erleichterung langsam sein Haupt bewegte um zu nicken.

„Ja“, erwiderte ich knapp.

Hermiones Sicht Ende

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BeitragThema: 534. Gelegenheit macht Diebe   Mi Dez 16, 2015 4:34 am


534. Kapitel Gelegenheit macht Diebe

Severus Sicht

Ich schritt eilends durch die düsteren Gänge Hogwarts.

Irgendwie lastete auf diesem Jahr etwas Makaberes und Bizarres und das wirkte sich eindeutig negativ auf die Atmosphäre des Schlosses aus. Das kindliche und gewöhnlich so nervige Lachen war aus den Fluren verschwunden und fehlte, unfassbar, aber es fehlte sogar mir wirklich, um diesem alten Gemäuer Leben einzuhauchen. Über den Rest der aufmüpfigen Kinder gar nicht zu reden. Es hatte sich viel verändert und dies stach mir noch mehr ins Bewusstsein, da auch die Lehrer so mies drauf waren wie noch nie, seitdem ich das Vergnügen hatte, hier als Oberhaupt der Schule durch die Gänge wandeln zu dürfen. Mich nervten die Lehrer mit ihren vorwurfsvollen Mienen, die mich im Lehrerzimmer empfingen. Über die Carrows und ihre unglaublich anstrengende Art wollte ich gar nicht sprechen. Sie waren einfach nur eine unvorstellbare Zumutung für mich und ich stand latent davor, einen Avada zu sprechen.

Ich verabscheute Hogwarts mehr als zu Zeiten Dumbledores und diese Erkenntnis schockierte mich, denn anscheinend ging es schlimmer sehr wohl immer. Gerade kam ich von Trelawney, die eindeutig den Vogel abschoss. Dieses verschrobene Weib war so was von abgehoben und wirr, dass mir die Worte fehlten. Unser Gespräch war in etwa so abgelaufen, dass ich noch nicht mal Worte hatte finden müssen, denn sie hatte alles in ihrer beschissenen Kugel gesehen. Zumindest hatte sie das behauptet und sich ziemlich erfolgreich eingeredet. So hatte sie deshalb Fragen als auch Antworten in diesem Glasding gefunden, was mich zur Überlegung veranlasste, warum sie nach mir gesandt hatte. Schlussendlich war ich zu der unglaublichen Überzeugung gelangt, dass es das Schlauste war, wieder zu gehen und das wohlgemerkt ohne einen einzigen Ton von mir gegeben zu haben!

Das war vielleicht auch besser so, sonst hätte mich eventuell ihre unüberriechbare Fahne ohnmächtig werden lassen. Wer konnte das schon so genau sagen?

Was noch unfassbarer war, gerade nach einem unglaublich turbulenten Tag, der es nicht wert wäre, im Gedächtnis zu verbleiben, wenn ich nicht vom Ministerium Besuch erhalten hätte.

„Pssst… Schulleiter… Pssst“, unterbrach man plötzlich meine Gedanken und ich stoppte. Jetzt störte auch noch so ein nervtötender Geist meine gesegnete Ruh. War das zu fassen?

„Hallo, Schulleiter“, ertönte es aufgeregt zu meiner linken und ich wandte meinen Blick dorthin, dabei bauschten sich meine Umhänge um mich herum auf.

Meine Laune sank gerade zum Südpol. Genau diese Nervensägen hatte ich fast geschafft aus meinem Geist zu verdrängen. Diese unerträglichen Portraits und Gemälde, die mich ständig beobachteten, lauschten und immer um mich herum waren, sie waren unnennbar nervtötend.

„Sir Cadogan?“, schnarrte ich ölig zu dem eigenwilligen Portrait, das einen aufgedrehten Ritter darstellte, der nicht Herr seines pummeligen, grauen Ponys war. Alles in allem wirkte es auf mich sehr lächerlich, was sich auf dieser Leinwand abspielte und so verzogen sich meine Mundwinkel vor Widerwillen.

„Der… bin ich…“, reckte der Ritter großspurig seine gepanzerte Brust raus, während eine meiner Brauen in die Höhe wanderte.

„Was wollen Sie?“, fragte ich hörbar ungeduldig.

„Ohhh ja, ja… ich hänge hier ja etwas abseits der normalen Wege…“, faselte er übertrieben los und es gab tatsächlich einen guten Grund, dass er in einem abgelegenen Gang in der siebten Etage in der Nähe des Wahrsage-Unterrichtes hing, aber mein sparsamer Blick stoppte seinen Redefluss leider nicht.

„Was wollen Sie?“, fauchte ich ihn jetzt ungehalten an und unterbrach seine Selbstdarstellung.

„Ich?“, deutete das Gemälde jetzt auf sich, als es ihm anscheinend wieder einzufallen schien. Das war wahrlich unfassbar. Ich war von Vollidioten umgeben, egal wohin ich sah. „Oh ja, ja, ich soll Ihnen sagen, dass mir Violet sagte, dass ich Ihnen sagen soll, dass bei Ihnen…“, fabulierte das gemalte Bild schwachsinnig und strapazierte meine Geduld über Gebühr.

„Kommen Sie auf den Punkt“, brüllte ich jetzt und konnte es nicht fassen. Kurz spielte ich mit dem Gedanken, einen Incendio auf das Gemälde zu hetzen, um es auf Ewig den Flammen anheim zu geben.

„Wie… ah, so ja…“, stockte der Ritter verwirrt und ich rollte mit den Augen, „… also, ja… Schüler dringen gerade widerrechtlich in Ihr Büro ein…“, stockte mir bei seinen Worten der Atem, während er dies nun relativ lapidar verkündete. „Hey… wohin so schnell?“, brüllte er jetzt lauter werdend zu mir hin, aber das tangierte mich nicht weiter.

Als ich diese Information vernahm, hielt mich nichts mehr, sondern ich eilte los und ließ jedwedes lässige Gebaren fallen und stürmte mit wehendem Umhang die unendlich langen Gänge von Hogwarts entlang. Das einzig Gute an meinem neuen Dasein war, dass mir die Stufen Hogwarts zu Willen waren und mich umgehend zu meinem Büro brachten.

Scharf nahm ich eine Ecke und kollidierte beinahe mit zwei Personen, die ich gerade nicht wirklich gebrauchen konnte.

„Aus dem Weg“, zischte ich mühsam beherrscht, aufgrund dieses unglücklichen Zusammenstoßes, ließ mich davon aber nicht aufhalten, sondern schubste die Personen recht grob auseinander und eilte mit großen Schritten weiter.

„Das ist eine Frechheit“, hisste es beleidigt hinter meinem Rücken, da ich die beiden so schnöde stehen ließ und sie noch damit kämpften, nicht umzufallen.

„… Snape“, brüllte mir der andere von mir Missachtete wütend hinterher und wäre ich nicht so in Eile gewesen, hätte ich wieder mit den Augen gerollt. Das war einfach alles nur nervig.

„Immer noch Schulleiter für Sie“, rief ich daraufhin provozierend zurück, ohne mich umzuwenden. „Professor Flitwick“, setzte ich noch mahnend hinterher, indem ich mich mühte, die Höflichkeit aufrecht zu erhalten.

„Warten… Sie… Snape, verdammt!“, vernahm ich McGonagalls aufgeregtes Trippeln hinter mir und konnte zu meiner Verwunderung einen Fluch über ihre alten, oft missbilligend verzogenen Lippen entschlüpfen hören, aber anscheinend war ihr die glorreiche Erkenntnis gekommen, dass ich mich, selbst für meine Verhältnisse, sonderbar benahm, sodass sie mir nun folgte und jetzt rollte ich tatsächlich mit den Augen. Ich brauchte keine Zeugen.

„Verschwinden sie und nerven sie irgendwelche Schüler… Kommen sie später wieder“, grollte ich meinen Verfolgern entgegen, denn auch der kleine Professor hatte sich McGonagall forsch angeschlossen. „Ich habe für sie jetzt keine Zeit“, kam der Greif in Sicht, der mein Büro von unerwünschten Personen abschottete.

„Nein“, keifte die Katzenfrau und ich verbot mir ein leidliches Aufstöhnen und hielt jetzt vor dem goldenen Greif, der eigentlich das Allerheiligste bewachen sollte, es aber anscheinend nicht konnte, sodass ich ihn mit schief gelegtem Haupt zweifelnd Maß. Jedoch blieb mir dafür nicht lange Zeit, da er aufgrund meines Erscheinens den Eingang öffnete.

„Halten sie jetzt den Mund“, verlangte ich fordernd und drehte mich drohend zu meinen Angestellten um, woraufhin ich betretene und betroffene Mienen erntete, da ich sie selten derart schroff anfuhr. Als nächstes zückte ich dann meinen Zauberstab, woraufhin meine ehemaligen Kollegen ein wenig vor mir zurückschrecken, was mich nicht aufhielt, da ich nun beinah lautlos die Treppen zu meinem Büro hinauflief.

Ich stoppte vor der hölzernen Tür und wollte tief Luft holen, da ich nicht abschätzen konnte, was mich dahinter erwarten würde, während ich zu meinem Ärger in meinem Rücken fühlte, dass mir die beiden Lehrer folgten. Jedoch würde mich das nicht aufhalten, sodass ich übergangslos die Tür aufriss und in einem Schwung den Raum dahinter betrat.

„Was denken sie, was sie da tun?“, fragte ich schneidend und baute mich eindrucksvoll in der Mitte des runden Raumes auf und zielte mit meinem Zauberstab drohend auf die Delinquenten, die mich entsetzt und fassungslos anstarrten, die Angst schien sie zu lähmen.

„Mr. Longbottom…“, entkam es McGonagall spitz. „Miss Weasley“, stieß sie überrascht aus.

„Miss Lovegood?“, hauchte Flitwick bodenlos darüber erschüttert, dass ihre Sonnenscheinchen es wagten und bei ihrem Direktor einbrachen.

Uns bot sich schon ein fast komödiantisches Bild, das ich unter Dumbledore sehr viel mehr zu würdigen bereit gewesen wäre, aber so heizte es meine Wut an, da man es wagte, schon wieder bei mir einzubrechen. Was dachten die sich? Wenn sie überhaupt dachten. Dass ich ein Selbstbedienungsladen war? Leider stellten sie sich weder derart geschickt, noch so elegant und geschmeidig an, wie das Biest in ihrem zweiten Schuljahr, was für ein Armutszeugnis.

Wir sahen ein weit geöffnetes Fenster. Weasley, die zwei Besen in Händen hielt. Longbottom, der mit Lovegood um den Schaukasten verharrte, in dem das Schwert Gryffindors seit heute Morgen wieder aufbewahrt wurde, nachdem es mir vom Ministerium übergeben worden war. Und so machte ich jetzt das kreisrunde Loch im Glas aus, das sie reingeschnitten hatten, das aber viel zu klein war, um das große Schwert hinausziehen zu können, was mir nur ein Blick sagte, ihnen aber nicht, denn zu allem Überfluss steckte Lovegoods Arm bis zum Ansatz darin. Ich schloss die Augen, um diese Peinlichkeit nicht länger ansehen zu müssen, wenn ich mir ausmalte, wie Hermione als Zweitklässlerin in meinen Vorratsschrank eingebrochen war, erwärmte sich regelrecht mein kaltes Herz, aber das hier war an Dilettantismus eher noch zu unter- statt zu überbieten.

„Wenn man sich schon einbildet, stehlen zu müssen“, erhob ich meine Stimme mit noch immer geschlossenen Augen, „… sollte man es geschickter anstellen als sie das tun“, ätzte ich bösartig und schlug übergangslos meine dunklen Augen auf und funkelte sie nacheinander eindringlich an.

Dabei dachte ich mit einer gewissen und sehr morbiden Faszination an Hermione und die mannigfaltigen Streifzüge, die sie seit ihrem zweiten Jahr beging und was für Deppen soeben vor mir standen. Ich war umgeben von Dilettanten, von absoluten Versagern, von vollständigen Amateuren. Ihre Stümperei war vollumfänglich. Wieso bildeten sich diese Ignoranten ein, begnadete Diebe zu sein? Das war eine Kunst und jetzt hatte ich den Salat, da sie unfähig waren und augenblicklich die Aufmerksamkeit auf das Schwert lenkten. Das war zu ärgerlich, dabei weigerte ich mich, mich den hörbar geschockten Vertretern der Zucht und Ordnung in unseren heiligen Hallen zuzuwenden. Dass McGonagall und Flitwick noch nicht erkannt hatten, mit was für Herzchen sie es in dieser Generation zu tun hatten, war erstaunlich und eigentlich konnten sie einem leidtun.

„Ups“, entwich es dem veränderten und so mutig gewordenen Longbottom wenig intelligent, aber wann hatte dieser Junge je geglänzt.

In dieser Zeit beobachteten die Gemälde der Schulleiter alles mit Argusaugen, aber schwiegen, während die Hauslehrer dieser Intelligenzbestien sprachlos auf ihre wackeren Schützlinge starrten, während ich auf den Arm von Lovegood blickte, der noch immer schwebend über dem Griff des Schwerts schwebte.

„Was erlauben sie sich“, wisperte McGonagall empört und zutiefst bewegt und selbst ich erkannte, dass das eine Tonlage war, die sie bisher noch nie angeschlagen hatte.

„Das ist Diebstahl“, quiekte Flitwick aufgeregt los, während Lovegood nun doch versuchte, ihre Hand langsam und umständlich aus dem zu kleinen Loch zu ziehen, wobei sie sich so anstellte, dass ich kurz versucht war, wieder die Augen zu schließen, da sich der Schmerz in meinem Hirn nicht mehr aufhalten ließ.

Jetzt war es offiziell untermauert, ich war allein unter Bestien, Intelligenzbestien und wem verdankte ich im Grunde diesen Umstand? Genau, meinem verrückten Gockel, der wohl abgeschottet in seinem Manor hockte und nicht den blassesten Dunst hatte, was für unvorstellbarem Leiden ich ausgesetzt war.

„Aber… aber… das ist doch kein Diebstahl“, wehrte sich die kleine Weasley vehement, konnte aber das furchtsame Zittern, das ihren Körper und die Besen durchlief, nicht unterdrücken.

„Und, warum nicht?“, überließ ich McGonagall den empörten Aufschrei, während ich weiterhin drohend im Zimmer stand.

„Weil… weil Harry das Schwert geerbt hat“, warf die kleine Weasley absolut hirnlos ein und jetzt schloss ich tatsächlich wieder die Augen, um diese gelebte Dummheit auszuschließen, jedoch behielt ich meinen warnend erhobenen Zauberstab bei.

„Das ist das Schwert Gryffindors“, fauchte McGonagall wütend und ich war erstaunt. Bisher hatte ich keinen weiteren Ton von mir geben müssen, das übernahmen alles die anderen beiden Lehrkräfte. „Das gehört niemandem“, setzte sie schneidend hinterher.

„Das wird Konsequenzen haben“, hörte sich Flitwicks Stimme in meinem Gehör sehr spitz an, weshalb seine Aussage nicht die gewünschte Auswirkung hatte, daher lag es nun an mir, Angst und Schrecken zu verbreiten.

„Ja, genau das wird es“, schaltete ich mich jetzt mit Grabesstimme ein und alle erstarrten, „… und dies obliegt mir“, verkündete ich beinahe schon sanft, was zu einer allumfassenden Stille im Büro führte. Die Blicke aller Anwesenden lagen auf mir.

„Was?“, hisste ich genervt aufgrund dieser aufgewühlten Mienen, die mich jetzt fast schon furchtsam anstierten.

„Snape…“, begann McGonagall und ich schnaubte auf diese unangebrachte Anrede hin. „Ich… ich… ich werde nicht zulassen, dass Sie sie an die Carrows übergeben“, suchte und fand McGonagall ihren gryffindorischen Löwenmut und machte mutig weiter, während ich sie kalt musterte.

„Schulleiter Snape“, schnarrte ich ölig zurück, woraufhin sie stur mit ihrem spitzen Kinn herum ruckte.

„Ich bin ihre Hauslehrerin“, überging sie meinen Tadel, weswegen ich die Augen zu Schlitzen verengte. „Ich werde mich um sie kümmern“, erklärte sie resolut, in ihrem Bemühen, ihr Haus zu schützen.

„Ich mich ebenso, ich bin der Hauslehrer von Miss Love…“, schaltete sich Flitwick ein und es war fast schon possierlich und putzig, wie sie sich um ihre Schäfchen sorgten. Oder war es ihre Angst vor mir, die sie dazu trieb, sich derart zu verbiegen? Ich unterbrach den Halbkobold mit einer Handgeste.

„Sie beide können sich gerne selbst bestrafen“, servierte ich ihnen genüsslich, „… weil sie augenscheinlich nicht in der Lage sind, ihren Pflichten nachzukommen und ihre Schützlinge von Verbrechen abzuhalten“, brachte ich es schmerzlich für sie auf den Punkt und durfte erleben, wie Flitwick rot vor Scham anlief, während McGonagall blass vor Wut wurde.

„Das… das ist eine Frechheit“, begehrte sie auch sofort auf und man konnte über die alte Dame behaupten was man wollte, aber sie hatte Mumm in ihren Knochen.

„Bitte?“, simulierte ich Lucius in seiner Arroganz, was ihr die Wut in den Blick trieb. „Sie können gar nicht in Worte fassen, wie frech ich es finde, dass die Schüler es wagen, in mein Büro einzubrechen und wie unverantwortlich ich es finde, dass sie es augenscheinlich nicht schaffen, den ihnen anvertrauten Schülern Werte zu vermitteln, um sie von solchen Schandtaten abzuhalten… das wäre ihre eigentlich Aufgabe“, wütete ich los und meine tiefe Stimme hallte durch das Büro, woraufhin die Kinder die Köpfe einzogen, aber auch die Lehrer wirkten von meiner Tirade berührt.

„Schulleiter Snape“, wagte sich Flitwick wieder vor. „Ich… ich verspreche Ihnen, dass Miss Lovegood bei mir eine angemessene Strafe zu erwarten hat, ebenso wie meine werte Kollegin bei Mr. Longbottom, als auch Miss Weasley angemessen reagieren wird“, warf er sich erneut todesmutig in die Bresche und ich konnte die Sorge um die Kinder aus ihren Mienen und aus ihren Blicken lesen, sowie aus ihren Stimmen hören. Sie hatten nur Sorge, dass ich sie den Carrows übergeben würde. Diese Angst verdrängte alles andere aus ihrem Blick.

„Tja, nur schade, dass diese Zeiten vorbei sind“, ätzte ich böse und deutete mit zielsicher erhobenem Finger auf die Tür. „Und jetzt lassen sie mich alleine“, schmiss ich die Beiden kurzentschlossen hinaus und wollte mich an die drei Volltrottel wenden.

Jedoch wollte man mich anscheinend absichtlich missverstehen, denn sofort wandten sich alle ab und alle wollten hinauseilen.

„Sie nicht“, bellte ich wütend und durfte erleben, wie die drei Schüler einen Stopp einlegten, der sie alle ineinander laufen ließ, auch McGonagall und Flitwick hielten sofort an der Tür an.

„Schulleiter“, dröhnte es von den beiden Lehrkräften und mein Profil schoss zu ihnen.

„Wenn sie beide nicht ganz flott gehen, werde ich doch noch die Carrows rufen“, ging bei meiner unverhohlenen Drohung meiner ehemaligen Lieblingskollegin der Mund auf, „… und glauben sie mir, sie werden es genießen“, servierte ich ungerührt.

„Das würden Sie nicht tun“, hauchte sie jetzt hoffnungsvoll und leckte sich nervös über die dürren Lippen.

„Raus“, rief ich donnernd, denn mein Geduldsfaden riss nun endgültig, während mein Finger weiterhin gespannt auf die Tür zeigte, bis Flitwick erkannte, dass es zwecklos war und sie mich nur weiter an den Abgrund meines guten Willens trieben, den DeathEater unter Verschluss zu halten, so dass der kleine Mann nun vorsichtig an McGonagalls langem Ärmel zupfte.

„Komm… Minerva… komm…“, wisperte er leise und ihre Augen durchbohrten mich mit unausgesprochenen Vorwürfen, wobei ich ihren Blick stoisch erwiderte, während sie sich schließlich ruckartig abwandte und die Schüler sehr widerwillig meiner Gnade überließ.

Stille, nichts als Stille lag jetzt über dem Büro, während ich die gespielt reuigen Schüler mit kalten Blicken maß und mich über die Ruhe freute. Ich ließ meinen Zauberstab nach einiger Zeit verschwinden und senkte meine Hände, was die Personen vor mir sichtbar erleichterte.

„Sir“, rang sich daher auch dann die kleine Weasley mutig ab.

„Was?“, schnarrte ich scharf und warf ihr einen durchdringenden Blick zu, während mir meine Haare in die Stirn fielen.

„Wir… wir wollten wirklich nur Harry das Schwert zukommen lassen“, stieß sie unheimlich rasant aus und ich war mal wieder versucht, die Augen zu verdrehen.

„Und was lässt sie vermuten, dass sie das tun müssten?“, akzentuierte ich jedes Wort.

„Ohne Grund wird Dumbledore es nicht vermacht haben!“, beharrte sie eindringlich, während ich sie bedeutungsvoll maß und mich fragte, ob ich mich so undeutlich ausdrückte.

„Nein, ich meinte, was lässt sie vermuten, dass ich sie dafür bräuchte?“, konkretisierte ich meine Frage und hörte mich selbst in meinen Ohren plötzlich eher müde denn verärgert an.

„Wollen Sie das denn?“, wagte sich Longbottom furchtsam vor.

„Ich wüsste nicht, dass es Sie etwas anginge, was ich tue, oder nicht!“, servierte ich ihn kalt ab und erinnerte mich daran, dass Longbottom und Lovegood bei dem Drama rund um Brown anwesend gewesen waren.

„Naja, wir dachten, es würde Sie schützen“, fuhr ich bei der sanften Stimme von dieser verträumten Lovegood herum und starrte sie fassungslos an.

„Mich?“, kämpfte ich mit Mühe gegen eine entgeisterte Miene an. Dieses Mädchen war sonderbar.

„Ja, dann hätten Sie sagen können, Sie wären unschuldig“, kam es von Weasley und das war so Gryffindor, dass mir schlecht wurde und ich umgehend brechen wollte.

„Ich bedarf keiner Hilfe“, presste ich beleidigt hervor. Was bildeten sich diese impertinenten Gören ein? Dass ich ein hilfloser Gnom war? Das dämmerte wohl gerade auch diesen Leuchten, da sie verstummten, bis ich mich aufraffen konnte, zu handeln.

„Dilys“, blickte ich jetzt ein Porträt auffordernd an. „Könnten Sie bitte Hagrid zu mir bestellen?“, bat ich für meine Verhältnisse freundlich und sie flitzte auch sofort los, ohne große Nachfrage.

„Sir?“, warf sich nun Longbottom in die Brust, aber mein schneidender Blick ließ ihn sofort verstummen.

„Sie“, umfasste ein Fingerzeig von mir die Drei. „Sie… werden versuchen, ab nun unsichtbar zu sein“, forderte ich seidig, mit hässlich verzogenem Mundwinkel. „Verstanden?“, reagierten sie nicht. „Hören sie, sonst hetze ich ihnen tatsächlich noch die Carrows auf den Hals“, blaffte ich sie an und sie hatten die Güte, kollektiv zusammenzuzucken.

„Sir?“, krächzte Weasley als erste überfordert, auch sie schien mit den Carrows als Strafe gerechnet zu haben.

„Raus“, klirrte es kalt von mir.

Und anders als bei meinen ehemaligen Kollegen konnte ich gar nicht so schnell schauen, wie die Kinder verschwunden waren und so stand ich nun mit vor der Brust verschränkten Armen im Raum und versuchte, zu verdauen, was diese Kinder dachten tun zu müssen. Für uns tun zu müssen, denn eigentlich hatte mich das meine spontane Entscheidung treffen lassen.

Potter, Draco und das Biest taten ihnen nicht gut, Punkt!

Wir waren die Erwachsenen und konnten uns recht gut um uns selbst kümmern. Ich schnaubte abfällig. Was würde Lucius zu so einer Tat sagen?

„Musstest du so grob sein, Severus?“, erhob sich über die lastende Stille die tadelnde Stimme von Dumbledore, was meine Stimmung in abartige Tiefen zog. Sein bescheuertes Testament war eine Zumutung und so zog ich es vor, ihn zu überhören, da ich mit großen Schritten auf die Vitrine zueilte, um meine Idee in die Tat umzusetzen.

„Accio Feder“, wisperte ich und schon erhob sie sich von meinem Schreibtisch. Das Gewünschte zischte zielstrebig zu mir her, während ich das Glas der Vitrine mit den Auslagen mit meiner Hand berührte und es somit verschwand. Ja, es hatte durchaus auch seine Vorteile, mit Hogwarts verbunden zu sein.

„Severus“, schrillte es panisch von dem unglaublich nervigsten Porträt, das es hier gab. „Was planst du?“, bedrängte mich Dumbledore mit der ihm eigenen Penetranz, die ich weiterhin zu übergehen gewillt war und so legte ich die Feder neben das Schwert und begann meinen Zauber zu wirken.

Hochkonzentriert verfolgte ich, wie die schwarze Feder langsam länger und länger und immer größer wurde. Mein beständiges Murmeln erfüllte das ruhige Büro, während ich den Zauberspruch wob und mir langsam der Schweiß von der Stirn perlte, da mir diese Magie doch einiges abverlangte. Ich war nicht Minerva. Es gab einen Grund, warum sie und Albus das Fach Verwandlung unterrichteten und nicht ich. Nicht dass ich schlecht darin war, aber sie waren hier eindeutig besser und Koryphäen auf diesem Gebiet. Natürlich war ich auch deshalb so angestrengt, da es perfekt sein musste, eben eine exakte Kopie des Originals und das Original war leider, so wie alles was Gryffindor zu bieten hatte, nicht schlicht zu nennen. Wenigstens schwiegen die Gemälde und vor allen Dingen mein nervender Vorgänger und ließen mich meine Arbeit verrichten, bis es zu meinem Verdruss wuchtig an der Tür klopfte.

„Moment“, presste ich hervor, da ich noch verbissener den Zauber beendete und jetzt mit einer gewissen Zufriedenheit auf zwei identische Schwerter sah. Eilig legte ich noch auf das hintere Schwert einen Unsichtbarkeitszauber und erst jetzt gestattete ich mir ein zufriedenes Grinsen.

„Herein“, rief ich harsch zur Tür hin und strich mir die Strähnen aus dem Gesicht.

„Sie haben mich rufen lassen, Sir?“, betrat der Halbriese mit einem furchtsamen Ausdruck in den Augen mein Reich, während sein Augenmerk zu dem Portrait von meinem Vorgänger huschte, der es vorzog, sich schlafend zu stellen. Eine wunderbare Idee, die ich nur gutheißen konnte.

„Ja…“, erklärte ich langgezogen und konnte erleben, wie dieser große Mann unter meinem forschen Blick regelrecht klein wurde, doch ich wurde zu meinem Leidwesen unterbrochen, da schon wieder die Tür aufdonnerte und Amycus gehetzt aussehend herein raste.

„Sir, Sir, Schulleiter Snape“, sprudelte es aus ihm hervor. „Sir, habe ich recht vernommen, dass hier eingebrochen wurde?“, spielte sich Carrow unerträglich auf.

„Jaaaaa“, murmelte ich langgezogen, dabei machte Hagrid große Augen, denn er hatte augenscheinlich noch nichts davon gehört. „Aber ich benötige nicht Ihre Hilfe, um die rechte Bestrafung zu finden“, zeigte ich mich wenig zugänglich und schritt zu meinem Schreibtisch.

„Aaaab…“, wollte der eifrige DeathEater einwerfen, doch meine erhobene Hand stoppte ihn.

„Kein… aber…“, machte ich ihn erfolgreich mundtot, als mir eine bösartige Idee kam. „… aber wenn ich Sie so schon bei mir habe… hätte ich einen gewichtigen und dem Lord gefälligen Auftrag für Sie…“, fing ich umständlich an, um mir Zeit zu verschaffen, woraufhin es in seinen Augen vor Eifer glomm.

„Schulleiter?“, fragte er ehrfürchtig, denn dem Lord wollte er immer zu Diensten sein.

„Unter Anbetracht, dass man versucht hat hier bei mir einzubrechen“, knirschten beinah meine Zähne, dieses öffentliche Eingeständnis fiel mir nicht leicht. „… ist es mir lieber, ich bleibe im Schloss, das wäre wohl angebracht“, erklärte ich ungewöhnlich offenherzig.

„Was kann ich dann tun?“, wollte er demütig erfahren.

„Ja, gerade wollte ich das Kleinod, das man mir rauben wollte, nach Gringotts verbringen, aber nun überlasse ich diese so wichtige Aufgabe Ihnen“, ging mein Blick zu dem offen liegenden Schwert.

„Mir?“, hauchte der Trottel von Carrow ergriffen. „Was? Was soll ich bringen?“, brauchte der Mann augenscheinlich genaueste Anweisungen, Subtilität schien nicht seine Sache zu sein.

„Das da, das Schwert“, ging eine genervte Geste von mir zu dem Schaukasten, weswegen er mit ehrfürchtigen, großen Augen dort hin starrte.

„Darf… darf ich…“, stotterte er unsicher, während er darauf zutrat und ich nickte nur betroffen über so viel Dummheit.

„Machen Sie Ihre Sache gut, Professor Carrow“, drohte ich seidig. „Sie legen darüber nicht nur mir Rechenschaft ab, sondern auch anderen“, verstand er die Anspielung auf den Lord durchaus und ich konnte mein Glück gar nicht fassen, dass man mir den Gang nach Gringotts abnahm und unter Anbetracht, dass es eine Fälschung war, könnte ich auch noch meine Hände in Unschuld waschen, sollte es rauskommen.

„Nach Gringotts?“, fragte Amycus nochmals nach.

„Korrekt und nun gehen Sie!“, stöhnte ich genervt, woraufhin sich der einfältige Mann endlich eifrig abwandte und den Gegenstand umständlich unter seinem schwarzen Umhang verstaute. Als er zur Tür raus war, bewegte sich Hagrid minimal, der bisher versuchte hatte, unsichtbar zu spielen.

„Ähm… und was soll`n ich hier… ähm, Sir?“, fragte er vorsichtig nach und ich schritt hinter meinen wuchtigen Schreibtisch.

„Genau dazu kommen wir nun“, wandte ich mich ihm zu und setzte mich.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Fuck, war das knapp! Fast hätten mich diese bescheuerten Snatcher erwischt!“, schnaufte Dean noch immer blass und sichtbar mitgenommen und die Personen lauschten gespannt seiner Erzählung, dabei musterte ich die Ansammlung interessiert.

„Was war knapp?“, wollte ich wissen, da mir bei der Erwähnung meiner Gruppe das kalte Grausen kam, dachte ich doch sofort an Ted Tonks‘ unschönen Tod. Jedoch kamen sie nicht dazu zu antworten, denn plötzlich löste sich bei meinen Worten eine Person aus dem Knäul der Zuhörer. Er sprang auf und eilte auf mich zu, dabei konnte ich nur ihn betrachten und mir fiel auf, dass er besser aussah, bedeutend erholter und gesünder.

„Hermione“, wirbelte Dean herum, aber alles was er gesagt hatte und hätte sagen können, ging nun völlig unter, da mich ein donnernder Schrei empfing.

„Du bist verlobt!“, schrie sich Sirius die Lunge aus dem Leib und schaffte es mal wieder, dass die versammelten Leute nur Augen für mich hatten, da die bisher ausgelassene Stimmung der Halle in Irland sofort kippte und ich fragte mich, warum ich nochmal nach dem Erlebnis mit den Snatchern hierhergekommen war.

Gute Frage, geistige Umnachtung?

„Verlobt mit Lucius Malfoy“, empfing mich sein wütender Vorwurf und jetzt wusste ich, warum ich ihm das nicht im Zelt gestanden hatte.

„Dir auch einen wunderbaren Abend“, kam es unecht süßlich von mir, als er nun bedrohlich nah vor mir stand und ich hob meine mit dem Ring gebrandmarkte Hand, auf die er mit zornigem Blick starrte. „Und denkst du, das hier trage ich weil es so viel Spaß macht?“, fuhr ich ihn an, dabei überging ich die pikierten Blicke, die man uns zuwarf, als er auch schon meine Schultern mit seinen großen Händen umfing.

„Das… das kann nicht dein Ernst sein… sie haben mir hier sogar die Bekanntmachung in der Zeitung gezeigt“, fuchtelte er erregt mit seinen Händen vor mir rum, nur um sofort wieder nach mir zu fassen.

„Was willst du hören?“, wollte ich aufrichtig entnervt erfahren und wünschte mich meilenweit weg. „Mein Wille war es nicht“, wehrte ich ab und legte meine Hände auf seine Brust, um ein wenig Abstand zwischen uns beide zu bekommen.

„Aber seiner?“, schnaubte Sirius total abfällig. „Er ist viel zu alt“, begehrte mein ehemaliger Liebhaber inbrünstig auf.

„Ach…“, entschlüpfte es mir zynisch. Severus und Sirius waren gleich alt und selbst Severus und Lucius trennten nur sechs Jahre, die Welt fand ich das unter uns Magiern nicht wirklich. Dabei bemerkte ich Viktor in meiner unmittelbaren Nähe, der sich von Clearwater nicht abhalten hielt und immer näher kam.

„Hermione, sag, dass das nicht wahr ist“, schnauzte Sirius reichlich unfreundlich zu mir und wirkte fassungslos über die Tatsache, dass ich Lucius Malfoy versprochen war. „Da muss doch was zu machen sein… gerade du…“, insistierte er, dabei funkelten mich seine Augen mit einem gewissen Horror im Blick an.

„Gerade ich?“, wollte ich pikiert erfahren und fand seine Doppeldeutigkeit gar nicht lustig. „Lass mich los“, verlangte ich, da mir natürlich einfiel, wie ich den Ring lösen konnte, während ich meine weißen Augen hatte, wenn ich ein SoulGatherer war und mich nichts mehr hielt.

„Das kannst du mir nicht antun. Lucius?“, stand ihm das nackte Grauen ins Antlitz geschrieben. „Lucius“, schüttelte er sich soeben und mich mit, da er nicht von mir abließ. „Ich bitte dich, das ist eine Geschmacksverirrung“, trat er nach und ich verzog meinen Mundwinkel, da mir natürlich sehr wohl all die Dinge in den Geist schossen, die ich mit diesem Mann schon getrieben hatte. So verboten sie auch waren, so anregend waren sie gewesen und es gefiel mir, zu meiner Verwunderung, gar nicht, dass Sirius es wagte, sich so abfällig über Lucius zu äußern. Ich musste verrückt sein.

„Sirius… ich…“, versuchte ich es gutmütig und tätschelte seine Brust.

„Sag mir, dass du das nicht tust, dass du das nicht willst… was ist mit mir…“, begehrte er auf, seine Augen bohrte sich in mich.

„Hör auf“, schnitt ich ihm scharf das Wort ab und ich verteufelte den Umstand, dass so viele Augen und Ohren um uns herum waren.

„Nein, das werde ich nicht“, erklärte er stur, wie nur ein Black es sein konnte. „Du darfst diesen bösartigen Mann nicht heiraten“, riss er mich plötzlich übergangslos in seine Arme und umklammerte mich wie ein Ertrinkender.

„Es ist zu spät“, wisperte ich bedauernd an seinem Hals und versuchte, mich aus seiner Umarmung zu winden.

„Das ist es… niemals…“, senkte er seine Stimme, sprach eindringlich in mein Haar. „Hermione, sieh mich an, ich stehe hier bei dir… und ich war weg…“, wisperte er bewegt. „Es ist nie zu spät“, fand ich seine Worte regelrecht süß, da ich an die Tätowierungen an meinem Körper denken musste und wusste, es gab einiges, das man nicht umkehren konnte und so erwiderte ich auf einmal seine Umarmung. Wir trennten uns erst als er sich von mir weg drückte und mich nun auf Abstand hielt, indem er meine Oberarme umfasst hielt.

„Hey, Black, lass sie doch in Ruhe“, schaltete sich jemand Überraschendes von der Seite her ein.

„Viktor“, meinte ich überrumpelt und entriss Sirius meine Arme.

„Ach, sag bloß Viktor wie Viktor Krum? War das nicht der Typ, mit dem du auf den Ball gegangen bist?“, wollte Sirius wie ein Hund in Angriffsstellung erfahren, alles an ihm wirkte aufgestellt.

„Sirius!“, warnte ich leise und wandte mich dann mit einem vorsichtigen Lächeln an Viktor. „Wie geht es dir… hier?“, deutete ich auf den Raum mit den zu vielen Menschen hier drinnen.

„Gut, ich darf ja nicht weg“, murrte er düster, dabei fiel einmal mehr auf, dass dieser Übersetzungszauber angewendet worden war, der den bescheuerten Akzent wegließ.

„Möchtest du denn noch weg?“, warf ich einen langen Blick zu Clearwater hin, die sich sichtbar schwerlich im Hintergrund hielt.

„Und den Alten aus den Augen lassen?“, fragte er wegwerfend und noch bevor ich etwas sagen konnte sprach er weiter. „Davon abgesehen lerne ich viel, die Ausbildung ist echt nicht schlecht und ehrlich, wenn der Lord gewinnt, wird er vor Landesgrenzen keinen Halt machen.“

„Wahre Worte“, murmelte ich, vor allem wenn man bedachte, wohin es den Lord auf seiner Suche nach dem Elderstab verschlagen hatte.

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