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 Kapitel 537-538

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 537-538   Mi Jan 20, 2016 2:26 am

537. Kapitel Let´s talk about sex, Baby…


„Ich denke, das reicht, Sie sollten nun gehen“, beschied ich ihr knapp und wollte McGonagall zum Gehen bewegen, denn die Banne um mein Büro machten sich bemerkbar.

Jemand benutzte mein Passwort am Wächter und ich fragte mich ärgerlich, wer denn nun noch kam und mich in meiner Ruhe stören wollte. Sie reagierte sprachlos aufgrund meines unhöflichen Gebarens, denn ich klang kompromisslos.

Im nächsten Augenblick donnerte die dicke Holztüre jedoch mit Wucht auf und offenbarte das sichtlich wütende Biest, das furios hinein stapfte. Verwundert hob ich eine Braue, denn ihr Besuch kam überraschend.

„Sie?“, kam es überrumpelt von der ältlichen Professorin, die empört über diese dreiste Störung herumgewirbelt war.

„Ja, ich… erfreut, Sie zu sehen“, klirrte die Stimme des Biestes kühl und alles an ihr offenbarte wahrlich, wie gut gelaunt sie doch war und wie wenig sie sich darüber freute, McGonagall zu sehen.

Ihre Locken standen wirr vom Kopf ab und ihre Grimasse konnte einem wahrlich das Fürchten lehren, sollte man so etwas wie Angst kennen, was bei mir nicht der Fall war, so dass ich betont gelangweilt zu ihr linste und erst mal nicht auf ihre dramaturgische Ankunft reagierte.

Bei ihrem Anblick versuchte ich die Bilder zu verdrängen, vom letzten Mal als sie bei mir gewesen war, die sich mir aufdrängten. Sie über mir, mit einem hinterhältigen Grinsen im Gesicht. Sofort musste ich darauf achten, meine filigrane Feder nicht unter meinem sich verhärtenden Griff zu zerdrücken. Absichtlich zögerte ich daher eine Begrüßung hinaus, wissend, dass sie mein arrogantes Ignorieren wütend machen würde, aber in meinem Inneren war ich immer noch ein kleines bisschen beleidigt, weil sie es damals geschafft hatte, mich zu überrumpeln.

„Sie können gehen“, beschied ich somit McGonagall entschieden, die ein abgrundtiefes Schnauben von sich gab.

Doch bevor ich weiteres hätte einwenden können, drehte sie zu meiner Verwunderung abrupt ab und rauschte mit wehenden Roben davon.

Sie wirkte alles in allem maßlos verstimmt, dass man so schnöde mit ihr umging, daher war es umso verwunderlicher, dass sie wortlos ging. Wusste oder ahnte sie, wie nah wir uns standen? Ich wollte es bezweifeln, nach dem Auftritt von Lucius in der Großen Halle, als er Hermione zu seiner Braut auserkoren hatte, gab es noch weniger Anhaltspunkte, die auf Hermione und mich schließen ließen. Außerdem waren wir immer sehr diskret gewesen. Andererseits malte ich mir kurz aus, wie sie reagieren würde, wenn sie wüsste, dass ich seit Jahren ein Verhältnis mit einer Schülerin, einer Schutzbefohlenen unterhielt. Sie wäre mit Sicherheit schockiert und würde versuchen, mich zu kastrieren. Jedoch lag es McGonagalls Moralvorstellung zu fern, um dergleichen überhaupt in Betracht zu ziehen. Aber sie war nicht blöd und natürlich ließ sie so ein eigenwilliger Auftritt von dem Biest misstrauisch werden, das verstand sich von selbst, aber die Weiten des Möglichen waren für Minerva zu hoch gegriffen, um sie die vollen Ausmaße unseres Verhältnisses erfassen zu lassen.

So beachtete ich weder den Abgang der einen, noch den Eintritt der anderen groß und tat so, als wäre alles normal, beugte mich vor und arbeitete weiter, bis ich bemerkte, wie es sich das Biest selbstherrlicher Weise an meinem Schreibtisch bequem machte. Sie lehnte sich an ihn und studierte schweigend die uns beobachtenden Gemälde an den Wänden, bis ich nun die letzte Akte schwungvoll zuschlug und fragend aufsah, aber nichts weiter tat oder sagte.

„Ohhhh…hat der gnädige Herr nun endlich Zeit?“, fragte sie durchaus gereizt, aber auch irgendwie mit einem nachsichtigen Lächeln, als ahnte sie, warum ich so handelte, wie ich es tat und das ärgerte mich abgrundtief. Was bildete sie sich ein?

„Du wagst dich also wieder in meine Gefilde“, meinte ich betont aufreizend und überging ihren Spott, denn es war durchaus auffällig, wie lange sie Hogwarts gemieden hatte. Sie war sich selbst unsicher, wie wir uns nach unserem letzten Zusammenprall gegenüberstanden. Sie sollte nur nicht so überheblich tun, als würde sie kaltschnäuzig darüber stehen. Ich durchschaute sie um Längen.

„Sollte ich nicht?“, wollte sie mit provokant in die Hüfte gestützter Hand aufreizend erfahren und wirkte absolut nicht eingeschüchtert, oder gar peinlich berührt, wenn man bedachte, wie unser letztes Zusammentreffen geendet hatte.

„Ich wusste nicht, ob du so mutig sein würdest“, bekannte ich sehr gehässig und verzog meine Mundwinkel zu einem abfälligen Lächeln, dabei faltete ich meine Hände mit großem Bedacht vor mir, um mich selbst vor übereilten Handlungen abzuhalten. Mir entgingen unterdessen die vielen neugierigen Blicke meiner Vorgänger nicht, die ihr Interesse an unserer Unterhaltung nicht verhehlen konnten.

„Pfff, soll ich mich vorher anmelden?“, meinte sie verschnupft. „Soll ich nicht mehr kommen?“, hauchte sie gefährlich, dabei strahlte ihre ganze Haltung eine gewisse Aggressivität aus und erinnerte mich an die Hermione, die ich vor lange Zeit kennengelernt hatte.

Es war das Mädchen, das ihrem Lehrer einfach so in das Gemächt getreten hatte, das sich mir einfach so immer widersetzt hatte. Hatte ihre Aktion letztens dazu geführt, dass sie wieder mehr die Alte geworden war? Wollte ich das? Wollte ich sie so? Sollte ich sie hierbei unterstützen, oder dieser Entwicklung eher einen Riegel vorschieben?

„Das habe ich nicht gesagt“, mahnte ich mit zynisch verzogenen Mundwinkeln. „Aber ich bin immer noch der Schulleiter und entscheide, wann ich Zeit habe!“, gab ich mürrisch zu bedenken. „Und wann nicht“, setzte ich endgültig hinterher. Dies kommentierte das ein oder andere Gemälde, von wegen was sich Schüler heute alles rausnahmen, während man an ihren Mienen ablesen konnte, dass sie nicht erfreut darüber waren, dass eine Schülerin sich mir gegenüber derart leger und auch vertraut gebärdete.

„Was soll mir das sagen?“, wirkte alles an ihr wie eine einzige, große Provokation.

„Respekt, junge Dame!“, forderte ich schnarrend und donnerte meine Hand auf den altehrwürdigen Schreibtisch vor mir.

Plötzlich fühlte ich mich von allem und jedem herausgefordert und provoziert. Sie jedoch ließ sich nicht einschüchtern, sondern blinzelte mich wirklich konsterniert an, bevor sie schrecklich böse anfing zu lachen. Die Portraits der ehemaligen Direktoren fanden das eher weniger lustig, dass mich gerade eine Schülerin spöttisch auslachte. An sich hätte ich mit diesem Umstand leben können. Eigentlich hätte ich es genossen, dass ihr Zorn so schnell umgeschwenkt war, wenngleich es kein wirklich fröhliches, sondern eher ein kaltes, hohles Lachen war. Aber da war diese eine Nacht, diese besondere Nacht, in der sie mich dazu gebracht hatte, mich ihr unterzuordnen und daher war ich sehr empfindlich, was ihr selbstherrliches Verhalten gerade anging und dies schürte nur meine gefährliche Gemütslage.

„Habe ich genug zur Belustigung beigetragen? Haben wir nicht Unterricht um diese Zeit?“, wollte ich daher schneidend klarstellen, ballte meine gefalteten Hände, um nichts Unüberlegtes zu tun. Das Schlimme war, sie war eine der seltenen Ausnahmen, die es zustande brachten, dass ich vorschnell handelte.

„Wenn ich nur belustigt wäre!“, gab sie mit einem herablassenden Timbre zu und mein feines Gehör hörte raus, dass dieses Biest gar nicht wegen mir lachte, noch dass sie augenscheinlich auch nur eine Sekunde an die Nacht dachte. Anders als ich verschwendete sie offenbar keinen Gedanken daran. Wie konnte sie das?

„Was amüsiert dich?“, fragte ich daher schnarrend und lehnte mich mit einem unterdrückten Seufzen in meinem Sessel zurück.

„Dass du das, was Alecto verzapft, Unterricht schimpfst. Das kann nicht dein Ernst sein, Severus… dieses unsägliche Weib…“, überging sie die Tatsache, dass nicht die Zeit für Unterhaltungen, sondern eigentlich für Unterricht war, mit der ihr innewohnenden Arroganz.

„Wie kommt es?“, fragte ich perplex und versuchte, ihr und ihrer wankelmütigen Stimmung zu folgen.

„Diese Carrow Schlampe!“, erklärte sie rigoros mit einem Knurren, als sie ihren Platz an meiner Schreibtischkante verließ und erregt mein Büro durchwanderte.

„Alecto? Was soll mit ihr sein“, entgegnete ich ziemlich verwirrt. Dass dieses weibliche Wesen grenzdebil war, wusste ich schon vorher, da sagte mir das Biest ja nun mal absolut nichts Neues.

„Was wohl? Diese Pute denkt, sie kann mir was befehlen, weil sie hier MEIN Professor ist! Sie hat mich ermahnt und mir gedroht, mir eine STRAFARBEIT zu geben, weil ich ihr im Weg rumstehen würde! BITTE! Sie und ein Professor, die hat von dem Fach doch keinen Schimmer, was eh ein schlechter Witz ist! Sie untergräbt mein Ansehen, ist das zu fassen und…“, schnatterte sie aufgeregt, bis ich sie mit einem lauten Räuspern unterbrach.

„Warum bist du überhaupt hier?“, warf ich mit einem Seufzen ein, denn die Doppelgänger in den Stunden vertraten Hermione, soweit es ihnen möglich war, fabulös. Doch sie wischte mit einer unendlich versnobten Handgeste meinen Einwand beiseite.

„Bitte, bitte lass mich ihr zeigen, was es heißt, mich zu ärgern!“, bat sie auf einmal ziemlich involviert und ich wunderte mich, dass sie überhaupt um Erlaubnis fragte. Es war nicht so, als würde sie sonst nicht das tun, wonach ihr der Sinn stand.

„Es wundert mich, dass du mich überhaupt fragst!“, sprach ich sogar für mich ungewöhnlich meine Gedanken laut aus und ließ sie keine Sekunde aus meiner Beobachtung.

„Glaub mir, ich stand vorhin kurz davor, ein Messer in sie zu rammen“, entgegnete sie absolut aufrichtig und die erschreckten Rufe der Portraits, aufgrund ihrer Brutalität, trieben mir fast ein zynisches Lächeln ins finstere Antlitz.

„Bitte keine Toten!“, rang ich mir dann doch ab, sarkastisch zu fordern, denn jeder andere DeathEater, der nachrücken würde, wäre für die Schule eine neue Bedrohung. „Du stehst über ihr, dein Wort ist Gesetz!“, setzte ich ihr die Doktrin unserer Reihen nüchtern auseinander. „Weder ich, noch Lucius, noch der Lord wünschen, dass diese Idioten denken, sie können dich, oder gar Draco gängeln… das darf nicht sein!“, sprach ich als Linke Hand des Dark Lords zu ihr und sofort wandte sie sich mir vollständig zu.

„Ohhhh, danke, danke“, schien sie sich aufrichtig zu freuen und klatschte übertrieben in ihre Hände. „Dann hab ich also die Erlaubnis?“, fragte sie hoffnungsvoll und gerade wollte ich sie darüber maßregeln, als man mich jedoch nicht zu Wort kommen ließ.

„Severus!“, meldete sich nämlich Dumbledore gewissenhaft zu Wort und kam mir damit zuvor, woraufhin mein undurchdringlicher Blick zu ihm herumfuhr. Er war Mitschuld, dass ich auf diesem Stuhl und hinter diesem verfluchten Schreibtisch saß, er sollte ganz still sein.

„Das kann nicht Ihr ernst sein!“, „Sind Sie verrückt!“, „Ein Lehrer wird bedroht“, „In was für Zeiten leben wir?“, „Dort ein Einbruch, hier eine Schülerin ohne Hemmungen“, riefen die ehemaligen Direktoren sichtbar erregt über das, was sich vor ihren gemalten Augen abspielte, durcheinander.

Eigentlich hatte ich das Biest gerade zurechtweisen wollen, aber nachdem sich diese Nervensägen nun eingemischt hatten, ritt mich mein Stolz, so dass ich nur zustimmend nickte.

„Solange du sie nicht umbringst!“, schränkte ich über den empörten Lärm der Gemälde hinweg ein und ihr Grinsen war regelrecht teuflisch.

„Die Gefahr besteht!“, gab sie unumwunden zu, was zu noch mehr Unkenrufen führte.

„Aber bedenke, dann müsste ich einen neuen Professor für Muggelkunde finden und es müsste wieder ein DeathEater sein und glaub mir, keiner von ihnen sollte einem unschuldigen, braven Schulmädchenrock zu nahe kommen!“, hörten sich selbst in meinen verdorbenen Ohren diese Aussage sehr doppeldeutig an und auch sie nahm es so auf, denn sofort wirbelte sie zu mir herum.

„Ohhh, sorgt sich der besorgte Herr Direktor um seine Schäfchen?“, spottete sie hämisch und warf ihr lockiges, langes Haar in den Nacken. „Na gut, der Cruciatus sollte erst einmal reichen, um sie zur Räson zu treiben!“, gestand sie mir zu und ich verzog meine Mundwinkel.

„Ich verstehe nur nicht, warum du die ganze Zeit mit ihr zusammen rumpelst? Da hast du selbst mit Bellatrix weniger Ärger“, murrte ich gespielt gelangweilt und ärgerte mich über diese zusätzlichen Streitigkeiten, die mich nur belasteten. Man könnte ihnen fast unterstellen, sie taten das nur, um mich zu ärgern.

„Dieses Weib will sich nur lieb Kind bei dir machen und dir zeigen, wie schrecklich ich bin, derweil ist sie nur scharrrr…mhm…“, stoppte sie sich selbst abrupt, was sofort meine Instinkte anschlagen ließ.

„Was ist sie nur?“, fragte ich wahrlich konsterniert nach, als es plötzlich in Hermiones Augen loderte, dabei wunderte ich mich, dass sie nicht auf einmal weiß aufblitzten, aber dafür hatte sie sich zu gut im Griff. „Beende deinen Satz“, forderte ich autoritär.

„Scharf auf dich!“, unterstellte sie jetzt knurrend und meine Augenbrauen schossen in schwindelerregende Höhen.

„Bitte?“, echote ich ungläubig und ein bisher unbekanntes Grauen bemächtigte sich meiner bei dieser unvorstellbaren Beleidigung, diesem abartigen Gedanken. Da verließ mich auch mein sonst so zuverlässiger Zynismus.

„Glaub es halt nicht, aber es stimmt, verfolg mal ihre Blicke!“, verkündete sie gemeingefährlich und ich konnte nur hoffen, dass dem nicht so war. Wie kam das Biest auf so eine bodenlose Behauptung?

„Das ist nicht dein Ernst“, stieß ich gepresst aus.

„Natürlich“, meinte sie knapp und ich war erwachsen genug, ihr zuzugestehen, die Dinge anders zu bemerken und zu bewerten als ich und das raubte mir kurz den Atem.

„Hilfe!“, mokierte ich mich tatsächlich und zeigte Nerven bei dieser Aussicht, diese Regung von mir ließ sie gehässig auflachen.
Regelrecht schwach lehnte ich mich noch immer überrascht zurück. Das war widerlich. Dieses inzestuöse Weib sollte Gefallen an mir gefunden haben? Das war nicht nur fast, das war schon eine Beleidigung. Einen größeren Schock hätte mir das Biest nicht verpassen können. Diese dickliche, mondgesichtige, kleine und aschblondfarbige Hexe mit dem immer straff zurückgebundenen, fettig wirkenden Haar war wirklich abschreckend, für mich ein Graus ohne gleichen. Ich würde sie nicht mal mit einer Kneifzange anfassen wollen. Soeben verzog ich beachtlich angeekelt mein Gesicht.

„Hahaha, schade dass ich diese Reaktion nie jemandem erzählen darf“, erging sie sich in ihrem abartigen Spott und amüsierte sich über mich.

Das riss mich wieder in diese eine Nacht, die noch gar nicht so lange zurücklag und ich erinnerte mich daran, dass ich sie umbringen wollte, wenn sie wirklich von den intimsten Momenten unseres Zusammenseins erzählen würde. Sie wusste so viel von mir, beinah alles, um genau zu sein. Ich versank regelrecht in meinen Gedanken, als sie sich mir näherte. Sie beachtete die Proteste und Unkenrufe der Bilder gar nicht, die mehr Respekt meiner Person gegenüber forderten, da ich den Posten als Schulleiter einnahm.

Ich konnte diese Gemälde nicht mehr hören, die mir vorschreiben wollten, wie ich zu agieren hatte und dann das Biest, das auch versuchte, unsere Beziehung zu verändern. Ich erkannte Manipulation, wenn sie mir begegnete.

Sie sah nicht, wie meine Stimmung umschlug, als sie zu mir hinter den Schreibtisch trat um sich gegen diesen zu lehnen. Sie machte es nicht absichtlich, aber ich empfand es so, dass sie unglaublich lasziv aussah. Der Rock, der höher rutschte und jetzt nicht mehr weit über ihren Oberschenkel ging. Dieser Anblick war noch verführerischer für mich, da ich wusste, wenn sie nun die Beine spreizen würde, dass dort meinn Zeichen lauerte.

Mein gieriger Blick entging ihr, denn es fiel ihr gar nicht auf, dass ich es so empfand, dass sie sich gerade sehr erotisch vor mir aufführte. Kurz schloss ich die Augen, um diesen verbotenen Gedanken zu unterdrücken, der in mir aufstieg. Hier war wahrlich nicht der rechte Ort für dergleichen, gerade nach unserem letzten Mal. Schließlich öffnete ich die Augen wieder und lüpfte die Braue aufgrund ihrer Nähe und blickte ihr sehr stoisch entgegen.

Nur ihre abwägende Miene gefiel mir nicht wirklich. Auch dass es das erste Mal war, dass nun gerade die Portraits ein persönliches Gespräch erlebten, missfiel mir. Bisher hatten wir diesen Raum für Privates mehr oder weniger wie die Pest gemieden.

„Hüte dich!“, ging ich gefährlich drohend auf ihre vorherige Aussage ein, dass sie es niemandem erzählen durfte, nachdem ich mich etwas gefangen hatte.

„Zweifelst du an mir?“, raunte sie mir nun kokett entgegen und zerquetschte einige Unterlagen unter ihrem Hintern, während ich überlegte, wie ich auf diese Frage reagieren sollte und dem Rascheln des Papiers lauschte.

„Du denkst, sie macht dir das Leben schwer, weil sie… weil sie…“, entschied ich mich für einen radikalen Themenwechsel, als ich stockte und wieder neu ansetzte, da es zu absurd war. „… das kann ich gar nicht laut aussprechen!“, schüttelte es mich von oben bis unten, mein Zynismus wollte noch immer nicht wieder aus seinem Versteck kriechen, so schenkte sie mir ein schrecklich nachsichtiges Lächeln, das mir sauer aufstieß.

„Was grübelst du?“, fragte ich daher kühl nach, was sie veranlasste, sich noch ein wenig mehr auf meinen Schreibtisch zu setzen.

„Ob du wirklich so blind bist, oder nur so tust?“, murrte sie ungewohnt rau, was mich sofort veranlasste, die Stirn zu kräuseln.

Was war das? Eifersucht? Wohl eher weniger, an sich war sie nur, wie so oft, unglaublich anmaßend, denn ich war mir sicher, dass Black ihr wie der Köter, der er war hinterher hechelte. Verdammt, das waren ganz falsche Gedanken, weswegen ich meine Hände zu Fäusten ballte.

„Ich glaub, ich sollte es doch Lucius erzählen, das wäre ein Spaß für ihn“, setzte sie bösartig nach, da ich nicht sofort reagierte, was dazu führte, dass sich mein Blick unverzüglich verdüsterte.

„Hermione, wenn du jemals irgendwem, oder eben gerade IHM irgendetwas erzählst, bring ich dich um“, drohte ich aufrichtig und in meinem Ton lag ein Versprechen, dass ich es sehr ernst meinte. Sie musste einfach erkennen, wie gefährlich dünn das Eis war, das sie gerade betrat.

Anscheinend dachte sie nach letztens, dass sie sich alles mir gegenüber herausnehmen konnte. Nach einem sehr langen Blick zu mir wusste sie, dass ich gewiss nicht über Alectos angebliche Affinität zu mir hin sprach, sondern über diese eine besondere Nacht.

„Warum? Warum tust du das?“, wisperte sie auf einmal misstrauisch und verstand die Doppeldeutigkeit. „Haben wir das nicht geklärt gehabt?“, fragte sie nun sichtlich unsicherer, dabei neigte sie sich näher zu meinem Stuhl, während ihr Hintern noch immer an meinem Schreibtisch lehnte.

„Was?“, schenkte ich ihr ein sehr ironisches Lächeln, das fast schmerzhaft an meinen Mundwinkeln zerrte, während wir um den heißen Brei redeten, weil einfach zu viele Augen und Ohren in meinem Büro ansässig waren, als dass wir die Dinge beim Namen hätten nennen können.

„Mich zu bedrohen, hör auf damit“, forderte sie nun vehement und bohrte plötzlich einen spitzen Zeigefinger in meine schwarzgewandete Brust.

„Dann hör du auch auf“, warf ich ihr hitzig vor, dabei rührte ich mich keinen Millimeter und starrte ihr grimmig entgegen.

Ein gespanntes Wispern legte sich über die vollbehängten Wände meines Büros, da die Portraits es sich nicht nehmen ließen, über unser Verhalten zu tratschen.

„Mit was?“, rief sie aufgebracht aus, als ich mit der Faust ihren Finger umfing und zudrückte, so dass sie kurz die Kontrolle insoweit verlor, dass sie ihre Züge zu einer Grimasse verzog, da ich ihr wehtat.

„Reizen“, presste ich hervor, „hör auf mich zu reizen!“, hisste ich durch schmale Lippen und fuhr soweit aus der Haut, dass ich ihr weiterhin beständig wehtat. „Ich bin nicht ohne Grund ein DeathEater geworden“, bekannt ich grollend, denn ihr Blick war weiterhin schneidend wie eine Klinge. Sie gab kein Stück nach.

„Willst du mir drohen?“, wollte sie bedrohlich leise erfahren, dabei erwiderte sie meinen Blickkontakt stoisch und ohne jede Scheu. Sie gab sogar noch ihre Gegenwehr um ihren Finger auf, beließ ihn reglos in meinem schraubstockartigen Griff.

„Immerdar“, gab ich zuckersüß zurück und fletschte die Zähne, so starrten wie uns in einem Blickduell unerbittlich an, woraufhin ein höhnisches Lächeln an ihren Mundwinkeln zupfte.

„Weil du sonst nicht die Linke Hand wärst?“, erwiderte sie ungerührt, während uns die Portraits mit sichtbar angehaltener Luft beobachteten. Die Spannungen im Zimmer waren drückend und nicht zu überspielen.

„Zum Beispiel“, gab ich lässig zurück, dabei quetschte ich ihren Finger noch ein kleines bisschen mehr.

„Uhhh, Severus, ich erzittere vor Angst“, spie sie mir mit gelebter Verachtung entgegen und tat, als würde ein Beben durch ihren Körper laufen, was natürlich ihre Aussage ad absurdum führte und mich nur noch wütender machte, so dass ich ihre Hand mit einer wegwerfenden Geste aus meinem Griff entließ und abrupt aufstand. Mein Sessel wurde quietschend über das Holz zurückgeschoben. Jetzt stand ich und ragte groß und drohend über ihr auf.

„Das solltest du besser“, brodelte es in mir und das konnte man auch aus meiner Tonlage vernehmen. „Vor allem nach dem, was du letztens mit mir zu treiben gewagt hast“, umschrieb ich knapp ihre Anmaßung mir gegenüber, denn ich wollte nicht zu deutlich werden, allem voran da mir Albus‘ interessiertes, gespanntes Mienenspiel im Augenwinkel auffiel.

„Ich kann nur sagen, dass du gezittert hast“, parierte sie gewohnt giftig und ich ballte die Hände zu Fäusten über ihre unerträgliche Anmaßung, mich an meine Hilflosigkeit zu erinnern. Ich gestand mir nicht gerne mein Versagen in dieser außergewöhnlichen Situation ein. Währenddessen musste ich noch in ihr selbstgefälliges Gesicht sehen und da setzten irgendwie alle meine Sicherungen aus.

„Und jetzt wirst du zittern“, warnte ich seidig und meinte es todernst, doch sie lachte nur laut auf, als würde sie mich nicht ernst nehmen, woraufhin ich mit den Zähnen knirschte. Sie musste verstehen und lernen, dass man mich nicht so behandeln konnte, zumindest nicht ohne die Konsequenzen tragen zu müssen.

„Wie gut, dass ich selbst ein DeathEater geworden bin“, höhnte sie nicht eingeschüchtert und ab da wusste ich, dass das so nicht mit uns weiterging.

Sie musste begreifen, dass sich nichts Großes zwischen uns verändert hatte, trotz allem.

„Uhhh“, rief sie überrascht und überrumpelt aus, das hörte sich in meinen Ohren wie Musik an.

Sie verlor den Fokus, da ich sie mit einem Satz unter mir begrub, bevor ich mich zurückhalten konnte. Ich wollte ihr eindrucksvoll demonstrieren, dass ich noch immer stärker war als sie. Damit hatte sie nicht gerechnet, da ich in ihren Augen kurz eine gewisse Unsicherheit aufflackern sehen konnte.

„Sev…“, begehrte sie auf. Dass ich sie in meinem Büro vor allen tätlich anging, das kam zu plötzlich für sie.

Als sie sich gerade zu wehren beginnen wollte, packte ich sie an den Schultern und drückte sie auf meinem ungeliebten Schreibtisch nach unten, so dass sie, von mir festgenagelt, darauf vollständig zum Liegen kam und meine Unterlagen komplett unter sich begrub. Der ein oder andere Gegenstand polterte bei meiner Aktion zu Boden, während sie sich fing und ihre Hände sich um meine Handgelenkte schlangen und sie versuchte, meine Hände, die sie noch immer an Ort und Stelle festhielten, von ihren Schultern zu ziehen.

„Was wird das?“, fragte sie spitz aus ihrer unterlegenen Stellung.

Dabei war die plötzliche Stille in dem Büro drückend, nur unser hektischer Atem war zu vernehmen, da auch endlich mal die ewig plappernden Bilder ihre Klappe hielten. Anscheinend waren sie zu entsetzt, dass eine Schülerin auf dem hochheiligen Schreibtisch des Schulleiters lag. Wenn ich ehrlich war, wusste ich selbst noch nicht so genau, was das werden sollte, aber sie war mir eindeutig noch immer zu frech unterwegs.

„Wonach sieht es aus?“, hauchte ich provozierend und ihr heißer Atem strich mir über die Haut, wie letztens, als ich mich an ihrem Oberschenkel spüren konnte, weshalb ihre Augen immer größer wurden und ich nichts mehr dagegen tun konnte, da diese Aktion durchaus seine Spuren an mir hinterließ.

Seit dem Morgen damals im Manor, als die Blonden ihre boshaften Spaße über dieses Büro ergossen hatten, hätte ich nie damit gerechnet, dass ich auch nur im Ansatz mit dem Gedanken spielen könnte, das hier wirklich durchzuziehen, nur um ihr zu zeigen, dass ich unberechenbar war. Aber gerade standen die Chancen gut, dass ich es tatsächlich tun würde, um ihr ihren Platz zu zeigen, aber auch um die Genugtuung zu genießen, Albus und Konsorten absolut zu schockieren.

„Severus, ich denke nicht, dass dies angemessen wäre!“, stieß sie jetzt doch etwas peinlich berührt klingend aus.

Ein Umstand, der mir nur recht kam, daher blieb ich seelenruhig, während meine eine Hand nun zu ihrem Brustkorb fuhr, um sie auf die Tischplatte zu drücken. Dabei machten sich die drängenden Finger meiner anderen Hand geschickt daran, ihre Oberschenkel auseinander zu drängen.

„Nein“, hauchte sie ungläubig und kämpfte nun stärker gegen mich an. „Hör auf“, befahl sie mit schneidender Stimme.

„Oh bitte, weswegen?“, fragte ich wegwerfend. „Ich will dich und zwar jetzt!“, beugte ich mich tiefer zu ihr und flüsterte ihr direkt ins Gesicht, zwängte mich nun mit sanfter Gewalt zwischen ihre Schenkel und begann ungeduldig, an ihr und mir herum zu nesteln.

„Was ist passiert, dass du denkst, mich so erniedrigen zu müssen?“, flüstere sie rau zurück, denn ihr war sehr bewusst, dass die Gemälde mit einem regelrechten Horror auf uns starrten und nicht fassen konnten, was gleich vor ihren Augen geschehen könnte und zu meiner Schande musste ich gestehen, dass ich es von Sekunde zu Sekunde mehr genoss, diese Herrschaften schockieren zu können. „Hör auf, Severus“, wisperte sie nun so leise an meinem Ohr, auf dass nur ich sie verstehen konnte.

„Du hast auch nicht aufgehört, als ich es gesagt habe“, erinnerte ich sie bösartig an meine missliche Lage vor einer Woche.

„Das soll deine Rache sein?“, hauchte sie erschrocken, als sie erkannte, wie ernst es mir gerade war.

„Das hier wäre vor den Augen aller!“, beschwerte sie sich inbrünstig. „Bei mir waren wir alleine,… das… das war eine Sache zwischen uns, was denkst du denn von mir?“, raunte sie mit sich vor Empörung überschlagender Stimme und schon landeten meine Lippen auf ihren, die aufgebrachten, zischenden Laute waren nicht zu überhören.

Meine Hände umklammerten nun ihre Oberarme und ich drückte sie bestimmt von mir, so dass sie wieder auf dem Schreibtisch lag, während sie weiter wie ein Pferd bockte. Ihre roten Lippen waren feucht und leicht geöffnet, die wilde Lockenpracht umspielte ihr erhitztes Gesicht. Sie war eine sündige Verlockung und gerade wurden mir unsere Zuschauer immer gleichgültiger. Sie mussten dem Schulleiter loyal sein, egal was passierte, und diese Wichtigtuer mussten lernen, dass ich anders war als alles was sie bisher kannten. Albus hatte gedacht, er hätte mich in der Hand und ich wäre seine willenlose Marionette. Der Schock, dass ich es nicht war, musste groß sein.

Auf einmal verschloss ich ihre Lippen energischer mit einem Grollen, griff mit beiden Händen ihren Po und presste mich an ihre Mitte, drücke sie mit meinem restlichen Gewicht hinab. Ich teilte mit meinen Lippen die ihren und meine Zunge stieß nach vorne in ihren Mund. Ich stöhnte ungehalten und meine Hände schoben abwesend den Saum ihres Rocks weiter ihre Beine hinauf. Schwer lag ich auf ihr, während sie unruhig auf der kühlen Tischplatte lag.

„Du nimmst mich nicht hier…“, verlangte sie atemlos und starrte mich gehetzt an. „… das kannst du nicht!“, wisperte sie fast tonlos und niemand außer mir konnte es verstehen, da ich es ihr mehr von den Lippen ablesen musste, als dass man es tatsächlich hörte.

Aber diese Aufforderung, sowie ihr eindringlicher Blick waren eine indirekte Frage, ob ich es wagen würde, so dass ich meine endgültige Entscheidung traf, wobei ein Teil meiner Intelligenz eindeutig nicht mehr im Hirn anzufinden war. Ihr Slip wurde von mir schlicht zur Seite geschoben und ich selbst schaffte es, meinen steinharten Schwanz aus meiner Hose zu befreien, ohne groß von dem sich wehrenden Wesen unter mir abzulassen.

„Severu…“, begehrte sie atemlos auf, dabei versuchte sie hektisch, meinen Blick einzufangen.

„Ich will, und ich werde“, versprach ich ihr in dem Moment unnachgiebig, indes ich mit einem geschmeidigen Stoß in sie eindrang.

Kurz schloss ich die Augen, um dem wohligen Gefühl nachzufühlen, das mich umfing, als ich in ihrer feuchten, engen Höhle ankam und sie verstummte.

„Ohhhh, mein Merlin.“, „Morgana hilf.“, „Ich fass das nicht.“, „Das ist widerlich.“, „Das ist verboten.“, „Das ist… bäh“, krähten die Portraits wild durcheinander, ließen mich aber in meinen Bewegungen nicht einhalten. „Was erlaubt er sich?“

„SEVERUS! SNAPE!“, donnerte Dumbledores empörte Stimme durch den Raum und Hermione unter mir erstarrte vollständig und während ich mich bewegte, glitt mein Blick zu meinem aufgebrachten Vorgänger, der zornbebend in seinem Gemälde aufgestanden war und es anscheinend verteufelte, nicht aus dem Rahmen steigen zu können um mich für mein Vergehen bestrafen zu können. Wenigstens sah er jetzt mal, wie gemein und unfair das Leben sein konnte.

Doch selbst das hielt mich nicht davon ab, mich immer wieder rhythmisch in Hermione zu versenken, die sich heroisch jeden Ton verbot. Sie hatte insofern aufgegeben sich zu wehren und ließ das hier nun über sich ergehen. Ich selbst atmete tief ein und gestand mir, dass mir das viel besser gefiel als das, was sie mit mir in meinem Bett getrieben hatte. Plötzlich wurde ich aus dem genüsslichen Rausch gerissen, da ich aus den Augenwinkeln gewahr wurde, wie ein Zauberstab am Rande meines Bewusstseins auftauchte.

Sofort reagierten meine seit Jahrzehnten geschulten Reflexe und ich packte ihr Handgelenk, presste es hart über ihren Kopf, so dass die Spitze des Stabes in den Raum zeigte.

„Was?“, stieß ich zornig aus und lag nun ruhig und schwer auf ihr, steckte aber weiterhin bis zum Ansatz in ihr drinnen, während sie sich fahrig über die Lippen leckte.

„Ob… Obscuro Maxima“, flüsterte sie rau und plötzlich löste sich ein lilafarbener Strahl aus ihrem Zauberstab, der den Raum erleuchtete und schwarze Augenbinden auf die Augen der Gemälde legte.

Meine Augenbraue ruckte hoch. Sie hatte mich nicht angreifen wollen? Interessant, augenscheinlich schien sie die Beobachtung und Musterung der vielen Augenpaare zu stören. Mir entwischte ein gehässiges Schmunzeln. Ob es das besser machte, wenn sie uns nicht sahen, aber hörten? Wobei mir erst jetzt auffiel, dass sich einige schlicht schon zuvor aus dem Staub gemacht hatten, zu ihren anderen Gemälden. Das war genug der Zauberei, weshalb ich auf eine Stelle unterhalb ihres Handgelenkes drückte, um ihr ihren Stab aus der Hand zu lösen. Dank dieses Kniffs fiel der Stab klappernd aus ihrer jetzt erschlafften Hand, so dass ich meinen eisernen Griff löste und meine Hand wieder auf ihre Hüfte legte, um mich wieder in ihr bewegen zu können.

Nachdem wir nun keine Zuseher mehr hatten, hielt ich mich noch weniger zurück und schob ihren Rock hoch bis zu ihrem Bauch. Ich zupfte an ihrer Bluse und zog auch diese hoch und noch höher, während sie sich bemühte, leise zu sein, aber ihre Gegenwehr hatte sie im Großen und Ganzen gänzlich eingestellt.

Ihr Gesicht glühte, ihre Augen spuckten Funken, ihr Haar stand wild ab, während wir uns mit Temperament entgegenkamen und immer mehr vergaßen, wo wir waren und ein Stöhnen und Keuchen unsere einzigen Reaktionen auf das Gezeter der blinden Bilder waren.

Während wir uns dem Höhepunkt unserer Vereinigung näherten, blickte sie mir auf einmal tief in die Augen und da konnte ich ihr zu meiner großen Verwunderung verzeihen, vergeben und auch vertrauen. In ihrem aufgewühlten Blick war zumindest kein Hass auf mich erkennbar, weshalb ich hoffte, diese Regungen auch in ihr hervorrufen zu können. Ich wusste plötzlich, dass unser Geheimnis auf ewig eines bleiben würde, als ich meine Haltung fahren ließ und mich völlig dem Vergessen hingab und tief in ihr kam.

Severus Sicht Ende

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BeitragThema: 538. For the very first time   Di Jan 26, 2016 8:48 pm

E-Book: unsere liebe Lena hat sich die Mühe gemacht, alle Kapitel von 1-500 umzuwandeln, um sie Euch als E-book zugänglich zu machen, viel spaß Euch damit

Band 1
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Band 2
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Band 3. e-book von Lena
Kapitel 101-150
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538. Kapitel For the very first time


Hermiones Sicht

Ich konnte es nicht fassen und seufzte leise.

Ich lag noch immer von ihm benutzt auf dem Schreibtisch des altehrwürdigen Büros und fühlte seinen Samen langsam meinen Oberschenkel hinab rinnen. Schließlich schloss ich durchaus gepeinigt die Augen und versuchte, Albus und die anderen Spießgesellen auszublenden.

Wie hatte es so weit kommen können? Hatte ich das nach meiner Aktion Severus gegenüber verdient? Hmhm… vielleicht, aber nur ganz vielleicht, wie ich mir selbstkritisch eingestand. Jedoch kam ich nicht über meinen verletzten Stolz hinweg, denn ich war fuchsteufelswild. Hatte er nichts dazugelernt? Wir hatten es im Schulleiterbüro vor den Augen und Ohren zahlreicher Gemälde miteinander getrieben, das war unfassbar erniedrigend. Bei dem, was ich mit ihm getan hatte, waren wir wenigstens alleine gewesen, aber das hier vor allen zu tun, nur weil er es tun konnte, das erzürnte mich bis ins tiefste Innere.

Die beste Frage war: warum hatte ich nicht gekämpft?

Ganz einfach, seine Blicke hatten mich ab einem bestimmten Punkt beunruhigt, aber dass er das wirklich durchziehen würde, nur um seinen Standpunkt klarzumachen, das hätte ich nicht erwartet. Ich hatte einen riesengroßen Fehler begangen und ihn unterschätzt. Langsam und noch immer von diesem stürmischen Intermezzo benebelt, zog ich mich auf meine Arme und blickte meinen Körper hinunter, der zum Glück bis zu meinem Augenbindenzauber von meiner Kleidung bedeckt geblieben war. Dass mich Albus nackt sah, darauf konnte ich wahrlich verzichten. Doch jetzt lag ich mit zerrissener Bluse, hochgeschobenem BH und an meinem Bauch zerknautschten Rock und ohne Höschen da.

Severus stand vor mir, schon wieder gestriegelt und geschniegelt in seiner schwarzen Uniform tip top hergerichtet, als wäre nie etwas passiert und als könnte ihn kein Wässerchen trüben. Darüber fletschte ich leicht die Zähne und mit meiner Ruhe war es vorbei, denn plötzlich schoss ich wie von der Acromantula gestochen hoch und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige, die sich gewaschen hatte.

Sein Kopf flog zur Seite, aber außer einem roten Fleck wies er keine Verletzungen auf. Warum so mädchenhaft, nachdem ich durch das harte Training gegangen war? Ich wollte extra keinen Kinnhaken, da er erkennen sollte, dass ich als Frau schlicht und einfach stinksauer auf ihn war. Während er schwer atmend mit abgewandtem Kopf vor mir stand, sackte ich irgendwie erschöpft zurück, lag mehr als dass ich saß wieder auf dem Schreibtisch und starrte verärgert zu ihm.

„Musste das jetzt sein?“, fragte ich mit vorwurfsvoller Stimme nach der bleiernen Stille, während er mit finsterem Blick zu mir hinab sah und seinen Kopf herumwarf. Der rote Fleck auf seiner bleichen Wange stand ihm nicht.

„Naja, irgendjemand muss dir doch deine Grenzen aufzeigen… wenn es sonst schon niemand tut!“, erklärte er erschreckend selbstherrlich und ich rollte ostentativ mit den Augen, da er nicht erkennen ließ, ob ihn meine Ohrfeige weiter tangierte, oder eben nicht. Ich hatte nur die schale Befriedigung, dass seine Wange in einem malerischen Rot glühte.

„Sei mal nicht zu selbstgefällig“, ätzte ich verletzt und begann meine Brüste wieder in meinen BH zu zwängen und die Bluse mit Magie zu richten.

Ja, ich war nachtragend, denn anders als er hatte ich unsere Differenzen im Privaten bereinigen wollen, aber er zog das vor Albus und einem regelrecht großen Publikum ab, nur weil er gleich mehrere Dinge in einem Abwasch erledigen wollte, um allen und jedem vor Augen zu führen, wie scheißegal ihm alles war und wie sehr er sich davon genervt fühlte, den Schulleiter spielen zu müssen. Ich verstand ihn und seinen Groll. Hier vor all diesen neunmalklugen und oberschlauen Typen zu sitzen würde ich auch nicht wollen, doch unsere Differenzen waren eine Sache von uns beiden und hatten hier nichts zu suchen und das war es, was mich bewegte.

Ich musste hier weg und gerade wollte ich mich mit angespannten Bauchmuskeln vollständig erheben, als mich seine Handfläche in der Mitte stoppte und sich auf meine Brust legte, so dass ich schwebend, noch immer auf seinem Tisch sitzend, innehielt.

„Als wärst du nicht auf deine Kosten gekommen“, hielt er mir nüchtern mit einer unvorstellbaren Selbstverliebtheit vor.

Dass ich mich insoweit in einigen Momenten gehen lassen und vieles vergessen konnte machte es für mich ab und an leichter zu funktionieren. So erinnerte ich mich sofort mit Schaudern an den Blutaar, den ich an Cho vollzogen hatte, oder aber an diese zwei Weiber im Gewölbe, die aufgrund von Lucius‘ Befehl die Finger nicht von mir hatten lassen können. Wenn ich nicht in der Lage wäre, zu verdrängen, könnte ich meine Rolle in diesem Spiel schon seit Jahren nicht mehr ausfüllen, weshalb mir diese Aussage nichts als ein abfälliges Schnauben entlockte.

Woraufhin er mir einen Stoß mit seiner Hand verpasste und ich wieder nach hinten flog, doch ich fing mich ab, indem ich mich einfach mehr anspannte. Ich lag jetzt wieder mehr als dass ich auf dem scheiß Schreibtisch saß. Das hier war ein beschissenes Spiel um Dominanz und Macht. Ich erkannte durchaus, was er hier für ein Spiel spielte.

„Und mich zu vögeln zeigt mir meine Grenzen?“, hisste ich böse, im bisher schockstarren Büro, da seine Vorgänger es vorzogen, ab nun zu schweigen, wobei sie mit den Augenbinden allesamt bescheuert aussahen. Unterdessen durchbohrten mich Severus‘ dunkle Augen wie Speerspitzen, da meine vulgäre Frage einen sofortigen Sturm der Entrüstung auslöste.

„Das ist alles unerhört.“, „So etwas gab es noch nie.“, „Das ist ein Skandal.“, „Was erdreisten Sie sich… Snape“, erregten sich nun auch wieder die Bilder, was es nicht besser machte. „Was für eine ordinäre Ausdrucksweise.“, „Sodom und Gomorra“, beschwerte sich eine ehemalige Frau Direktorin soeben inbrünstig.

„Lösen sie endlich diese unsäglichen Binden“, fauchte Albus über alle anderen hinweg. „Das ist eine unerträgliche Frechheit“, wütete er weiter und irgendwie mutete das urkomisch an, wie er mit verbundenen Augen seine Autorität zu retten versuchte.

Ich verstand ihn nicht. Dieser alte Trottel, sollte er doch froh sein, dass ich ihm die Sicht geraubt hatte. Die Gefahr der ständigen Erblindung bestand für ihn, wenn er mich derart intim und innig mit seinem Nachfolger auf seinem ehemaligen Schreibtisch hätte sehen können.

Zu meinem Leidwesen gab ich Albus mit der Aussage, dass das hier eine unerträgliche Frechheit war, absolut recht und ich war versucht, Severus wieder in seine Eier zu treten, so wie ich das schon einmal vor langer Zeit getan hatte, doch bevor ich das wiederholen konnte, trat Severus zur Seite, als könnte er meine Gedanken erraten. Aber nicht mit mir, jetzt konnte er gar nicht mehr so schnell schauen, wie ich wieder auf die Füße kam und mit Hilfe der Magie richtete ich mich eilig wieder her, ließ seinen Samen verschwinden und stand nun vollständig angezogen wieder da. Dann wandte ich mich auch schon ab, noch bevor etwas geschah, um diese Demütigung vergessen zu machen, was ich später bereuen könnte, und hielt auf die Tür zu.

„Bleib stehen“, rief er mir donnernd nach, doch da ich kurz vor einer Explosion, oder auch Implosion stand, hörte ich nicht auf ihn. Ich wollte nur noch weg.

Schon hatte ich die Tür aufgerissen, um zu verschwinden, als sein lautes „Du gehst nicht“ zu mir schallte, weshalb ich mich noch mehr eilte, von ihm wegzukommen.

Aber gerade war ich mir weder meiner Gefühle noch meiner Kontrolle sicher. Natürlich war ich nicht blauäugig und dass er sich irgendwann an mir rächen würde, damit hatte ich gerechnet, dass er es aber zu einer öffentlichen Angelegenheit machte, das hatte ich nicht in Betracht gezogen und dass er so weit ging, das belastete mich unerwartet schwer. Gerade wollte ich die erste Treppenstufe des Greifen hinab stürmen, als ich seine Hand fühlte, die sich entschlossen um meinen Oberarm schlang. Er war mir also gefolgt.

„Du bist wütend“, bremste er meinen Abgang und zog mich mit einem starken Ruck an seine Brust.

„Uhhh“, entwich mir ein Ton. Ich kam mit dem Rücken an dieser zum Liegen, woraufhin ich die Augen schoss, denn ich wollte ihm nicht schon wieder so nahe sein.

Innerhalb von Sekunden überlegte ich, ob ich beginnen sollte, mich zu wehren. Jedoch fühlte ich mich mit einem Schlag nur noch erschöpft, unendlich müde und auf gewisse Weise traurig, während ich seinen harten, umarmenden Griff fühlte und so unterließ ich es und wog meine folgenden Worte genau ab, während ich seinen tiefen Atemzügen lauschte.

„Nein, nicht wütend“, gestand ich deshalb wispernd und war froh, dass ich ihm nicht in die so dunklen Augen sehen musste, indes hielt er mich noch immer in seinen Armen fest, „ sondern enttäuscht, sehr enttäuscht…“, kam es schwer über meine Lippen, die ich alsdann mit meinen Zähnen malträtierte und so fühlte ich, wie er bei meinen Worten starr wurde und sich eine bleierne Stille über uns legte.

„Was willst du von mir hören?“, fragte er nach einer schieren Ewigkeit mit zu meinem Erstaunen durchaus rauer Stimme, während wir beide atemlos verharrten und sich keiner von uns rührte.

Tja, was wollte ich hören? Konnte er etwas sagen, um es wieder gut zu machen?

Ich kannte Severus und ich wusste, er war kein netter Mann, er würde nie einer werden. Wie er gesagt hatte, er war nicht umsonst ein DeathEater geworden und er hatte es nicht ohne Grund bis zur Linken Hand des Dark Lords gebracht. Ich wusste, wie er war und zu was er fähig war, aber es war nicht leicht, am eigenen Leib zu erleben, wie skrupellos er sein konnte, wenn er wollte. Zu lernen, dass wir uns nicht gegenseitig verletzen mussten, um unsere Dominanz zu zeigen, um uns unseren gegenseitigen Respekt zu verdienen, das war eine Gegebenheit, die Zeit brauchte. Doch gerade zu Kriegszeiten war es noch schwerer, die Balance zu finden und zu halten. Ich versuchte, sehr erwachsen zu sein und meine verletzten Gefühle zur Seite zu schieben. Das Leben hatte uns alle auf die ein oder andere Weise geformt, gebrochen und gezeichnet, weswegen ich mir meine nächste Aussage genau überlegte und er gab mir die Zeit dafür, zu ergründen, was ich brauchte, um ihm verzeihen und vergeben zu können.

„Ein einziges Wort, wenn du es denn ernst meinst“, stieß ich bebend aus, denn im Grunde meines Herzens wollte ich ihn nicht verlieren. Er gehörte zu mir wie sein scheiß Mal an meinem Oberschenkel.

„Hermione, du musst…“, nannte er mich so ungewohnt bewegt beim Namen, dass ich innerlich ganz kalt wurde, denn mir ging dieser Laut durch und durch.

Offenbarte er doch, dass er den Ernst der Lage erkannte, aber auch eine gewisse Unbeholfenheit zeigte, da er um den heißen Brei herum redete und Ausflüchte suchte, anstatt mir gegenüber standhaft ein Wort aufrichtigen Bedauerns auszusprechen, aber wenn er dazu nicht in der Lage war, war es besser, ich verschwand, weshalb ich ihn eilig unterbrach.

„Lass mich los und lass mich gehen“, verlangte ich jetzt vehement mit schneidender Schärfe.

„Hör auf… das ist doch… kindis-“, versuchte er sich vor dem Wort, das ich hören wollte, zu drücken, was mich unheimlich verletzte, wie ich schockiert bemerkte.

„Nein… ist es nicht“, rief ich erregt und ich riss mich mit Kraft von ihm los, fuhr zu ihm herum und funkelte ihn aufgebracht an. „Warum musst du so ein Arsch sein?“, warf ich ihm aufgebracht vor. „Im Grunde weißt du genau, was ich hören will… hören muss…“, entwich es mir am Schluss erstickt, während ich seine düstere, abweisende Erscheinung in all seiner Pracht in mich aufnahm und kurz davor war, zu resignieren.

Erkannte er nicht die Brisanz der Situation?

Ich wollte und konnte nicht mehr alles schlucken, was mir die Männer servierten. Diese Hermione gab es nicht mehr und irgendwie veränderte sich eine minimale Wahrnehmung von mir, denn irgendwie wurde mir mit einer gewissen Wehmut bewusst, dass unsere Verbindung kurz davor stand in die Brüche zu gehen und das machte mir mit einer ungewohnten Intensität Angst. Sah er nicht, dass wenn er nicht über seinen Schatten springen konnte, er dabei war, alles zu zerstören, was uns verband. Er war in meinen Augen schlicht zu weit gegangen und dann schaffte er es nicht mal, das Wort zu mir zu sagen, das mir wichtig war? Das war unfassbar und er schien es tatsächlich erst in dem Moment wahrzunehmen, dass wir an einem Scheideweg standen. Entweder an meiner Miene, oder meinem eindringlichen Blick, ich wusste nicht, woran er es ausmachte, doch nun funkelte es in seinen so dunklen Augen blitzend auf. Es schien regelrecht in seinem Inneren zu arbeiten und dass ihm das, was ich verlangte, nicht leicht viel, das ahnte ich, aber in mir selbst war so ein Wirrwarr, dass ich darauf keine Rücksicht nehmen wollte, noch konnte.

„Bitt…“, rang er sich schwer ab, doch er sprach nicht zu Ende, da ich ihn mit tiefster Verachtung im Blick nieder starrte.

Augenscheinlich schien ihm doch etwas an unserer mehr als merkwürdigen und komischen Beziehung zu liegen, wenn er sich hier in einem Gang dazu durchringen wollte, „Bitte“ zu mir zu sagen. Aber das reichte nicht und mein Ausdruck hielt ihn auf, denn dieses Wort würde nicht genügen, mir zumindest nicht, nicht nach dieser Aktion. Er schien regelrecht mit sich in seinem Inneren zu ringen, aber nichts an mir machte es ihm einfacher oder leichter, über seinen langen Schatten zu springen, da ich wie eine Statue dastand und ihn unbewegt musterte.

„Ent…“, presste er hörbar widerwillig hervor und eine Braue von mir wanderte langsam in die Höhe. Dumm war der Mann vor mir wahrlich nicht, während sich eine gespannte Ruhe über uns legte. Beide maßen wir uns über die Treppe hinweg, aber ich würde keinen Deut weichen, während sich die Sekunden endlos in die Länge zogen.

„Entschuldigung“, kam es knapp, dabei war mir klar, dass ich von ihm nicht mehr bekommen würde und dass dieses eine besondere Wort eine große Seltenheit für ihn war, weil ihm gewöhnlich nie etwas leid tat. Ich wusste es zu würdigen und ich hing dem Klang des Wortes nach, während ich blinzelte und meine Augen niederschlug.

„Das habe ich noch nie von dir gehört…“, verkündete ich dann widerstrebend, doch die große Befriedigung wollte sich bei seiner säuerlichen Miene nicht so recht bei mir einstellen. Ihm kam es alles andere als aufrichtig über die missbillig verzogenen Lippen.

So dass ich nun meine Augen schloss und dem Wort in mir drinnen nachfühlte, irgendwo war ich doch gerührt, dass er sich dazu überwunden hatte. Er hatte es getan, er hatte sich bei mir entschuldigt, so oder so, das musste ich honorieren, eben weil es ihm so schwer fiel, also ließ ich meine Hände an meinen Seiten kraftlos herabfallen. Mehr würde ich nicht bekommen, fressen oder sterben, das war die Devise. Warum fiel es mir so schrecklich leicht, diesem bösen Mann vor mir stets zu vergeben?

„Gewöhn dich nicht daran“, meinte er auf einmal leise und ich öffnete meine Lider und zu meinem Entsetzen konnte ich verfolgen, wie er plötzlich fast schon spitzbübisch sein markantes Gesicht zu einem Grinsen verzog, das mir, einem unerwarteten Magenschwinger gleich, ein Kribbeln in meinem Bauch bescherte. Wow, dass ich so auf ihn reagieren würde, hatte ich nicht erwartet.

Das war wow, da wollte er sich abwenden, jedoch trat ich wieder rasch einen Schritt auf ihn zu, was ihn stoppte.

„Severus?“, wisperte ich rau und leckte mir über die trockenen Lippen.

„Ja?“, fragte er nachsichtig nach und wandte mir sein prägnantes Profil zu. Gerade herrschte eine sonderbare, sehr seltene Stimmung zwischen uns.

„Das war wirklich… knapp“, kam es mir schrecklich schwer von den Lippen, als sich mir die unglaubliche Tragweite des eben Erlebten offenbarte und kurz presste er seine Lippen hart aufeinander.

„Ich weiß…“, gestand er sehr leise und verharrte, bis jedoch ein Ruck durch seinen Körper zu gehen schien. „Du wirst Hogwarts sofort wieder verlassen, oder?“, war seine Frage eher rhetorisch, aber ich antwortete trotzdem.

„Ja“, wollte ich nach dieser Aktion weder Draco, noch anderen Personen über den Weg laufen. Da war selbst das Zelt ein besserer Ort als hier zu bleiben.

„Gut, dann warte noch kurz hier…“, meinte er jetzt geschäftig und wandte sich wieder seinem Büro zu. Wacker, dass er sich da wieder rein traute, nach seiner Aktion vorhin, wobei die Binden bisher noch nicht von den Augen der Gemälde entfernt worden waren.

„Okay“, meinte ich nur verwirrt und wartete.

Als die Tür zu seinem Büro wieder aufgerissen wurde, kam Severus unter den empörten Rufen seiner Vorgänger wieder heraus.

„Hier… nimm das noch mit“, kam es schnöde von ihm und er reichte mir einen kleinen Bilderrahmen.

„Was?", meinte ich perplex.

„Sieh es an", meinte er nur und ich hielt es nah vor mein Gesicht und erkannte nun, dass dies ein geschrumpftes Gemälde war.

„Phineas? Black?“, wisperte ich überfordert, da ich den Mann in dem Portrait, der noch immer die Augenbinde trug, erkannte. „In klein? Warum? War das Ding nicht in Grimmauld Place?“, war der Rahmen in meiner Hand schwarz und der in Severus‘ Büro golden, es ratterte in meinem Hirn und ich schoss Frage um Frage heraus, was Severus veranlasste, ein sachtes und sehr selten gezeigtes, aufrichtiges Lächeln auf seine Züge zu legen.

„Ja, war es und ich höchstpersönlich habe das Haus nach Yaxley und Co. durchsucht und das alte Gemäuer vor der Vernichtung gerettet… Potter und der Köter können mir später dafür danken, dass der alte Kasten noch steht“, erklärte er gewohnt gehässig und ich runzelte die Stirn.

„Du wirst noch zu einem Gutmenschen und Helden, pass bloß auf…“, fiel es mir zu meinem eigenen Erstaunen leicht, mit ihm zu scherzen. „Aber was soll ich damit?“, winkte ich mit dem kleinen Bild hin und her.

„Sehr witzig…“, schnaubte er kopfschüttelnd, „... und ich finde, wir können besser über Phineas kommunizieren, als mit einem Patronus, damit erreichst du mich direkt…“, meinte er jetzt reichlich kleinlaut, vor allem da Phineas einer gewesen war, der bis zum Schluss in seinem Portrait verharrt und dabei als einziger keinen Mucks von sich gegeben hatte, so dass ich mit einer gewissen Abneigung auf das Portrait starrte.

„Gar keine dumme Idee“, bekannte ich verdrießlich, wenngleich ich froh war, dass das Gemälde noch immer seine Augenbinde trug.

„Wann hatte ich die je?“, wollte er mit einer schmerzlichen Arroganz erfahren und da wir beide wussten, dass gerade erst Minuten vergangen waren, seitdem er eine sehr schlechte Idee gehabt hatte, wechselte ich eilig das Thema.

„Was ist mit dem Schwert?“, wollte ich daher wissen und presste das Gemälde verkehrtherum an meine Brust.

„Das gebe ich euch noch nicht“, erklärte er rigoros, aber auch sehr entschlossen.

„Warum?“, hauchte ich perplex.

„Es ist einmalig und sehr wertvoll und ich will nicht, dass ihr es zu früh einsetzt, das wäre gefährlich“, belehrte er mich jetzt schulmeisterlich und ich rollte übertrieben mit den Augen.

„Hat Albus dich instruiert?“, meinte ich misstrauisch und verfluchte das alte Plappermaul, denn Harry wäre mehr als unzufrieden, wenn ich ohne das Schwert wiederkam.

„Ja“, gab Severus unwillig zu, dabei zuckte er die schwarzgewandeten Schultern, wobei ich wusste, dass damit alles gesagt war. Er würde es mir jetzt nicht geben.

„Dann verpass den Zeitpunkt nicht“, meinte ich nur gutmütig und drehte nun endgültig ab, strebte dem Ausgang zu, um Hogwarts nach diesem unerfreulichen Erlebnis hinter mir zu lassen.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

Der Vorabend vor einem großen Ball war immer anstrengend und erforderte viel Organisation, aber in Zeiten wie diesen, war es noch mehr. Denn natürlich würde der Minister mit seinem Erscheinen mein Fest beehren und deshalb würden die Auroren ebenfalls in meinem Anwesen sein, da der Minister nirgends mehr ohne Beschützer hinging. Die Sicherheitsvorkehrungen, die somit zusätzlich getroffen werden mussten, waren einfach zeitraubend. Folglich war meine Laune bescheiden. Eigentlich sollte ich mich auf diesen einmaligen Abend in meinem Leben freuen, da ich die Verlobung von Hermione und mir offiziell begehen und gebührend feiern würde, aber ich war unglaublich schlecht gelaunt. Vom Lord fehlte noch immer jegliche Spur. Er jagte seinen märchenhaften Hirngespinsten hinterher und überließ mir die gesamte zeitraubende Arbeit.

Wofür die Rechte Hand eines Lords sein, wenn man fast selbst einer sein könnte?

Diese dezente Frage durfte wohl in meinem aristokratischen Hirn erlaubt sein, während ich die endgültige Entscheidung über die Canapés traf. Hierbei vermisste ich zum ersten Mal in meinem Leben Narcissa aus tiefstem Elend heraus. Mich langweilte diese Aufgabe, einen Ball zu planen, enorm und meine Zeit war an sich viel zu kostbar für dergleichen Lappalien, aber auf der anderen Seite sollte und musste alles perfekt sein.

Schließlich schreckte mich ein großer, dunkler Kautz auf, da er zum geöffneten Fenster herein schwebte und schwerfällig auf meinen großen Schreibtisch krachte. Wenig angetan von dieser Aktion hob ich eine so helle Braue und nahm dem unfähigen Vogel das Schreiben ab, aufgrund dessen ich sofort mit den Augen rollte, nachdem ich es gelesen hatte. Severus verkündete in seiner unnachahmlich charmanten Art, dass er nicht heute, wie von mir gewünscht, sondern erst Morgen zum Ball erscheinen würde. Wie drückte er sich so gewählt aus, da er in einem Affenstall lebe, mit noch größeren Primaten in selbigen, daher wäre es ihm unmöglich -sie- wen auch immer dieses -sie- implizierte, allein zu lassen, wobei ich ahnte, dass er auf Alecto und Amycus anspielte.

„Schsch“, verscheuchte ich das aufdringliche Vieh mit einem Wisch meiner Hand von meinem Tisch, dem folgte giftiges Schnabelklacken von dem Vogel, bevor es seine Flügel ausbreitete und majestätisch davon schwebte.

Schicksalsergeben warf ich den Brief in den Papierkorb und entschied mit gelebter Dekadenz, dass der 1954er Portwein, mein Geburtsjahr, angemessen war, um zur späten Stunde gereicht zu werden. Doch noch bevor ich weiter machen konnte, schlugen meine Sinne an. Jemand von uns war soeben in das Foyer appariert und da Severus abgesagt hatte, blieben nur zwei Möglichkeiten, wovon mich eine mehr erfreuen würde, sodass ich mich rasch erhob und mit großen Schritten mein Büro hinter mir ließ.

„Herzlich willkommen in deinem Heim“, bog ich um die Ecke und sah, wie sie in unpassenden Jeans und einer grässlichen Jeansjacke in langsamen Schritten die Treppe erklomm.

„Jajaja“, winkte sie lustlos ab und hob nicht mal den Blick, was mich konsternierte, von ihrer Begrüßung meinerseits ganz zu schweigen.

„Du wirkst missgelaunt“, sprach ich betont nachsichtig weiter und nahm ihre Verfolgung auf, während sie zu ihrer Suite strebte, ohne auf mich zu warten, langsam aber sicher fühlte ich meine Person von ihr nicht gewürdigt.

„Ich will auch nicht hier sein“, erklärte sie bockig, wie ein kleines Kind, was mir doch tatsächlich ein seichtes Lächeln auf die Lippen zauberte. Wie gut, dass ich in ihrem Rücken lief, sie war noch nicht so weit um über ihre Schatten zu springen, aber was nicht war, konnte noch werden.

„Umso schöner, dass du erkannt hast, dass du besser erscheinen solltest“, entgegnete ich süffisant und versuchte meine Erheiterung zu verbergen.

„Lucius“, wirbelte sie nun herum und ich verbot es mir, eine Braue zu lüpfen. Sie sah müde und mitgenommen aus.

„Ja?“, fragte ich leise und neigte mein Haupt zu ihr hin und dachte hoffnungsvoll, ob die Nacht im Manor ausreichen würde um ihr die nötige Erholung zu bieten.

„Es regnet seit einer beschissenen Woche, da hält nicht mal mehr ein Zauber dicht“, keifte sie wie ein Rohrspatz los und ich verzog meinen Mund widerwillig.

„So ordinär“, tadelte ich autoritär und strich mir eine lange Strähne langsam zurück, als sie schnaubte.

„Ich zeig dir gleich, was ordinär ist“, entgegnete sie absolut souverän in ihrer Drohung.

Und ich verbot es mir, das offen zu zeigen, aber ich genoss es, dass es nicht mehr so still um mich herum war und dass mir jemand wacker die Stirn bot. Es war einfach fabulös und ließ mein Blut regelrecht zu neuem Leben erwachen. Meine Affinität zu ihr nahm von Mal zu Mal mehr zu und noch bevor ich etwas Angebrachtes auf ihre Anmaßung äußern konnte, wirbelte sie herum und rauschte auf ihre Tür zu.

„Ich verstehe nicht, was ihr da draußen so lange treibt…“, überging ich nonchalant das Vorangegangene, während ich vielleicht jetzt selbst ein wenig kindisch, nörgelnd folgte.

Sie selbst machte sich gerade an ihrer Bar zu schaffen. Augenscheinlich hatte sie bei ihrer Ankunft einem Elf befohlen, ihr Tee zu bringen, da schon ein dampfendes Tablett auf sie wartete und sie nun noch Brandy hinein kippte, wohlgemerkt empfand ich es so, als würde in ihrer Tasse mehr Brandy darin befindlich sein als Tee.

Ehrlich, der arme Brandy! So nippte sie an dem heißen Getränk und fast sofort malte sich eine ungesunde Röte auf ihren bleichen Wangen.

„Wirklich, ihr drei seid wie der Lord, was sucht ihr, was ihr nicht findet?“, fuhr ich minimal aus der Haut aufgrund dieses endlosen und sinnlosen Gesuches. Wenn es ihr derart auf das Aussehen schlug, ärgerte mich dies zusätzlich „Das kann doch gar nicht so lange dauern“, beschwerte ich mich affektiert, woraufhin sie mir einen von unten kommenden taxierenden Blick schenkte.

„Oh, der Lord kommt beständig näher an das, was er sucht…“, murmelte sie selbstvergessen, während sie die dampfende Tasse in ihren weißen Händen barg und regelrecht unglücklich über diesen Umstand aussah und meine Augen verengten sich.

„Ihr wisst davon?“, fragte ich betont wegwerfend nach und unterstrich meine Verwirrung, dass sie über den Ausflug des Lords derart gut Bescheid wusste.

Meine Gleichgültigkeit versuchte ich dabei mit einer vagen Geste zu überspielen, woraufhin sie mir einen durchdringenden und ziemlich langen Blick zuwarf, da sie auf eine Antwort verzichtete und nur an ihrer Tasse nippte, was mir Antwort genug war.

„Potter“, murmelte ich daraufhin grimmig und erinnerte mich an die Spielchen des Lords in ihrem fünften Schuljahr, aufgrund ihrer gemeinsamen Verbindung. „Potter sollte sich in Acht nehmen, wenn er spielen will“, sinnierte ich über den Trick des Lords nach, wie er ihn in die Mysteriumsabteilung gelockt hatte. Was mir ins Gedächtnis rief, dass Black wieder unter uns weilte, bis meine Gedanken wieder bei ihr landeten.

„Tja, bisher läuft es… nur wir müssen vorankommen. Er ist wahrlich schnell und der Stab… er soll ihn nicht bekommen…“, erklärte sie gehetzt und riss sich diese so völlig unpassende neumodischen Jacke von den Schultern und schmiss sie auf das Brokatsofa. Es biss sich in meinen hochherrschaftlichen Augen gefährlich.

„Nehmt ihr dieses Hirngespinst auch ernst?“, fragte ich hörbar entgeistert, als sie den Stab erwähnte, dabei ärgerte ich mich über meine fruchtlosen Nachforschungen, bisher hatte ich nichts Handfestes über diesen Elderstab herausfinden können, was nicht der Welt der Sagen entsprang.

„Du nicht?“, fragte sie sichtbar perplex nach und senkte ihre hauchdünne Teetasse vor Sprachlosigkeit.

„Was, Mythen und Legenden? Ich bitte dich, Liebes… natürlich nicht…“, wies ich mit arroganter Noblesse von mir und Schritt hoheitsvoll vor ihrem flackernden Kamin auf und ab.

„Lucius“, lag ein Tadel von ihr in meinem Namen, wie ich ihn selten von ihr vernommen hatte, so dass ich ihr jetzt einen strafenden Blick zuwarf.

„Hör auf meinen Namen ständig mit diesem Vorwurf im Ton zu sagen“, verlangte ich kühl und ärgerte mich, dass unser Aufeinandertreffen so ungerührt und kalt ablief.

„Nimm den Lord ernst… in allem“, warnte sie mit eindringlichem Blick, dabei stellte sie ihre halb geleerte Tasse vor sich auf den Tisch und rieb ihre Hände aneinander, als wäre ihr kalt oder unwohl.

„Er macht sich lächerlich“, offenbarte ich meine tiefe Verachtung und stoppte direkt vor ihr, als sie abfällig schnaubte.

„Bitte, wer hat mir beigebracht, dass nichts unmöglich ist. Das ist in dieser Welt, in der wir leben, normal... Magie…“, zeigte sie, dass sie vehement eine andere Position zu dem Zauberstab vertrat. „Sei nicht so eindimensional“, wies sie mich anmaßend, wie einen kleinen Schuljungen, zurecht.

Als ich sie schon maßregeln wollte, was ihr einfiel sich mir gegenüber so aufzuspielen, hielt ich jedoch in letzter Sekunde ein, da mir ein Gedanke kam, ein Geistesblitz. Was wenn dieser gar nicht so weit hergeholt erschien, aber irgendwie sagte mir mein Instinkt, dass sie zu involviert erschien, um nur wegen meiner Abwertung des Stabes verstimmt zu sein, sollte diese unfreundliche Art tatsächlich ihre Sorge um mich ausdrücken, weil ich die Jagd nach dem magischen Artefakt nicht ernst nahm?

„Du willst mich warnen?“, fragte ich plötzlich sanft mit heiserer Stimme und neigte mich zu ihr hinunter, woraufhin sie zurückzuckte und erst die Sofalehne sie aufhielt, dabei berührten meine langen Haarspitzen ihre Haut. Verwirrt blinzelte sie zu mir auf und schien genau abzuwägen was sie antworten sollte.

„Ja“, meinte sie auf einmal sehr ernst und wich meinem Blick nicht aus. „Ja… Lucius“, insistierte sie eindringlich „… nur weil du es lächerlich findest, an Legenden und Mythen zu glauben, ist der Lord noch lange nicht senil, seine Annahmen sind begründet. Tu das in deiner unglaublichen Arroganz nicht so… mir nichts, dir nichts ab…“, murmelte sie zum Schluss hin mürrisch und angelte wieder nach ihrer Tasse.

„Trotzdem ist es Unfug, an so ein Ammenmärchen zu glauben“, erwiderte ich spöttisch und hob meine Mundwinkel zu einem süffisanten Lächeln, während ich mich langsam aufrichtete.

„Lucius“, drang schon wieder mein langgezogener, in tadelndem Ton ausgesprochener Name an mein Ohr und ich ließ ein raues Lachen entschlüpfen, sie war einfach süperb in ihrem sturen Verhalten.

„Willst du mir was sagen, Liebes?“, fragte ich daher nun nicht mehr wütend, sondern nur noch erheitert und ließ meine Hand vorschießen, legte sie an ihre Wange und sie versteifte sich unter dieser Berührung.

„Wir rennen hier mit Stöckchen durch die Gegend, unsere ganze versteckte Welt ist bei den Muggeln ein Märchen. Weshalb sollte es so was nicht auch bei uns geben?“, riss sie sich zusammen und zog sich nicht zurück, als sie mir antwortete und mein Daumen strich sanft über ihre Wange.

„Du sorgst dich“, hielt ich mit seidiger Stimme dagegen, dabei durchströmte mich eine wohlige Zufriedenheit.

„Nein… ich…“, wollte sie jetzt ihr Gesicht meinem Griff entwenden, aber ich fasste schnell nach.

„Doch, tust du…“, beharrte ich gewichtig auf dieser durchaus schmeichelhaften Tatsache und fühlte der Wärme ihrer Wange nach.

„Störe ich?“, ließ mich die kühl gestellte Frage in meinem Rücken gerader werden, da ich mich mehr als nur gestört fühlte und einen tiefen Seufzer unterdrückte.

„Draco“, entfuhr es ihr überrascht und sie drehte nun endgültig ihr Antlitz aus meiner Hand und sah an mir, der ich vor ihr aufragte, vorbei.

„Nie, mein Sohn“, verkündete nun ich hochtrabend und drehte mich souverän in meiner Langsamkeit zu ihm um. „Du kommst spät“, maßregelte ich zur Begrüßung und maß ihn genau mit erhobener Braue. Anders als Hermione sah er gut aus, vielleicht ein wenig lustlos, aber nicht wirklich schlecht.

„Hogwarts ist ein Irrenstall“, gab Draco mies gelaunt zurück und sein kühler, sezierender und skeptischer Blick lag auf uns.

„Wie schön, dass du dir da mit Severus einig bist“, erklärte ich süffisant in Erinnerung an den Brief von vorhin und gestattete mir ein höhnisches Lächeln.

„Bin… ich?“, meinte er überrumpelt und hob seine blonden Brauen.

„Bist du…“, zuckte bei dem Gedanken an Severus und sein ewiges Leid so etwas wie Amüsement über die Mienen von Hermione und Draco. „Aber wie auch immer, morgen ist ein großer Tag“, meinte ich ernst und sie kommentierte diese Feststellung mit einem abgrundtief unangebrachten Schnauben. „Ihr solltet früh schlafen gehen… kommst du, mein Sohn?“, konkretisierte ich meinen Wunsch, dass auch er sie nun verließ, eine Tatsache, die ihre Züge ziemlich versteinerte.

„Vater?“, kam es unbegeistert von Draco. „Ich wollte noch mit Hermione sprechen“, wandte mein Sohn stur ein, woraufhin ich die Lippen schürzte.

„Sie sollte sich entspannen und ausruhen, ein Bad vielleicht… wo auch immer sie sich rumtreibt, es scheint sie anzustrengen“, rechtfertigte ich mich gänzlich ungewohnt, aber es verwirrte mich, dass sie bisher eisern schwieg und nicht forderte, ebenfalls mit Draco reden zu wollen.

„Sehr charmant“, entfuhr es ihr beleidigt und endlich hatte ich es geschafft und ihr diese gereizten Worte entlockt.

„Es entspricht der Wahrheit“, meinte ich aufrichtig und maß ihre Erscheinung mit einer gewissen abfälligen Abschätzigkeit.

„Ich will nicht hier sein“, gab sie wenig schmeichelhaft zurück und zog eine Grimasse.

„Das versteht sich von selbst“, konterte ich unfreundlich, sobald Draco auftauchte war es mit der Eintracht zwischen uns vorbei, ganz fabulös. „Aber ich erwarte und fordere untadeliges Erscheinen von dir. Du wirst traumhaft aussehen“, lag eine bestimmende Endgültigkeit in meinem Ton, die keine Widerworte dudelte.

„In deinen Träumen“, presste sie wispernd hervor, wobei ich ihr den Gefallen tat und explizit nachfragte.

„Wie bitte?“, kam es gespielt höflich von mir, wobei ich gespannt war, ob sie es wagen würde, diese Aussage zu wiederholen, da rappelte sie sich augenscheinlich etwas steif hoch.

„Nichts!“, presste sie sichtbar mit sich ringend heraus, dabei zeigte sie mit einer entschuldigenden Geste zu Draco hin, dass eine Konfrontation sinnlos wäre. „Dann wünsche ich, nun allein gelassen zu werden… gute Nacht“, verkündete sie arrogant wie eine Königin.

Dabei zeigte sie eine unleserliche Maske und mein Wille, meine Emotionen zu unterdrücken und sie nicht einfach zu packen und zu nehmen, wurde arg strapaziert. Ich fand es faszinierend, wie sie mit der delikaten Situation umging. Immer wieder bestätigte ihr Verhalten, dass meine Affinität zu ihr ein ganz natürlicher Instinkt war, denn sie passte perfekt zu mir.

„Natürlich“, kam es daraufhin ziemlich verstockt von meinem Sohn, der sich sehr abrupt abwandte und ihre Suite umgehend verließ.

An sich wirkte ihre Aussage wie ein Rauswurf an uns beide, aber ich wollte darüber stehen, sodass ich, anders als mein Sohn, die Form wahrte und eine galante Verbeugung andeutete, die sie nicht gebührend beachtete, da sie sich selbst von mir abwandte um in ihr Schlafgemach zu gehen, woraufhin ich ihr beinah schon zu verträumt nachsah, bis sie aus meinem Blickfeld verschwunden war. Erst dann setzte ich mich in Bewegung und ging meinem Sohn nach, doch lange musste ich nicht suchen, da er an der gegenüberliegenden Wand lehnte und auf mich zu warten schien.

„Was willst du?“, fragte er forsch, nachdem er meinem nachdenklichen Blick einige Zeit standgehalten hatte und in meinen vornehmen Ohren klang er sehr frech.

Daraufhin musterte ich ihn eindringlich und er tat alles, um dieser Musterung gleichgültig standzuhalten. Langsam, mit Bedacht trat ich auf ihn zu und ließ ihn sehr wohl spüren, dass er immer noch kleiner als ich war und das in jeder Beziehung, so kam es, dass ich besonders hoch vor ihm aufragte und absichtlich mein Kinn neigte um auf ihn nieder sehen zu können.

„Wissen, ob du es endlich geschafft hast, einzusehen, dass es mit ihr sinnlos ist“, kam ich unumwunden auf den Punkt unserer Differenzen, woraufhin er gekünstelt die Augen aufriss.

„Wie kommst du denn darauf, Vater?“, hauchte er gespielt betroffen und führte seine Hand an seine Brust, wirkte aber alles in allem nicht wirklich eingeschüchtert.

„Draco… im Guten“, verkündete meine Tonlage, dass meine Geduld sehr knapp bemessen war.

„Was…“, flüsterte er gehässig, „… macht dich gerade die Feier weich?“, spottete er giftig, dabei verzog ich meine Züge im Tadel an sein wenig gebührliches Verhalten mir gegenüber.

„Draco, ich werde nicht weichen…“, drohte ich seidig und dann lag plötzlich der Schlangenkopf meines Gehstocks an seiner Brust. „Und ich kann dir versprechen, dass ich dich immer noch besiegen kann, in allen Dingen…“, erklärte ich mit arroganter Schärfe, wobei ich bemerkte, dass es ihn ärgerte, dass er nicht vorzeitig wahrgenommen hatte, dass ich ihn mit meinem Gehstock angehen würde.

„Bist du dir da so sicher?“, ätzte er durch zusammengepresste Lippen, als er nicht wirklich souverän erschien.

„Ja.“

Lucius Sicht Ende

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Kapitel 537-538
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