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 Kapitel 541-542

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 541-542   Mi Feb 17, 2016 1:51 am

541. Kapitel Fait accompli

Mein Herz setzte aus, seine hochtrabenden Worte schlugen wahrlich wie eine Bombe ein. Lucius verstand es, die Karten zu nehmen, wie sie fielen!

Im ersten Augenblick konnte ich nur Lucius‘ Raffinesse und Hinterhältigkeit meinen Tribut zollen. Er verdiente hier meinen vollen Respekt, vor seiner rücksichtslosen Art all seine Trümpfe gekonnt auszuspielen. Das war wahrlich beeindruckend. Noch immer dröhnten meine Ohren, so dass meine Hand kraftlos von Lucius‘ Arm fiel und ich meine Hände hilfesuchend in das Geländer vor mir krallte, während meine Blicke hektisch, nichts wirklich erfassend durch den Saal glitten. Schließlich blieb ich an dem schwankenden Blaise hängen, dessen fahles Gesicht zeigte, wie ihn diese Nachricht zerstörte.

Astoria war nun mit Draco verlobt!

Wirklich richtig fassen konnte ich das immer noch nicht, als durch das Rauschen, das meine Ohren erfüllte, ein einzelnes affektiertes Klatschen drang. Lucius hatte soeben begonnen, mit seinen behandschuhten Händen gekünstelt Beifall zu geben. Es wirkte wie Hohn, da er sich mehr selbst applaudierte, als sonst irgendwas. Gerade fiel die Masse unten begeistert ein, so dass die Geräusche in meinen Ohren regelrecht zu einem Brausen anschwollen. Es riss mich erst aus meiner Lethargie, als Lucius sich nun gewichtig der leichenblassen Astoria und dem versteinerten Draco zuwandte, um ihnen geradezu hoheitsvoll zuzunicken. Auch dies war eher eine Hommage an sich selbst, da er es derart auffällig zelebrierte.

Draco war ab nun verlobt! Vergeben, wie ich, an eine andere Person! Ich konnte es nicht fassen!

Hermines Sicht Ende

Dracos Sicht

Wir waren noch im Salon und hatten verfolgt, wie Hermione mehr oder minder willig mit Severus in ihrem wuchtigen Kleid verschwunden war. Mir ging es schon sprichwörtlich beschissen und so schön ich es fand, dass Hermione Astoria beschützen wollte, so schade fand ich es, dass sie nicht zu mir geeilt war und sich an meiner Seite niederließ, um sich um mich zu kümmern, um mich zu pflegen, schlussendlich war ich es, der den Avada abgefangen hatte. Eigentlich sollte ich tot sein, aber das sickerte nur langsam in mein Bewusstsein und die wirkliche Tragweite dessen hatte ich noch längst nicht begriffen. Doch dieses aufsteigende Gefühl der Missachtung trat in den Hintergrund, da mir so viele Gedanken durch den Sinn gingen, die sich rasant überschlugen. Meine Überlegungen rasten immer noch und ich fragte mich mit Sorge, was gerade hier passiert war. Wie hatte die Situation, die so spielerisch prickelnd begonnen hatte erst so entgleisen können und wie hatte das, was ich dann getan hatte passieren können. Wie war mir das möglich gewesen? Ich verstand es nicht.

Magie, aber selbst das konnte nicht alles erklären.

Als die Tür lautstark hinter ihnen zufiel vernahm ich, wie Blaise hinter mir die Luft ausstieß, als hätte er sie bisher die ganze Zeit angehalten. Während ich mich zu ihm umwandte, sah ich, wie er den Kopf nach vorne sinken ließ. Er war bleich, trotz seiner dunklen Haut. Schweißtropfen standen auf seiner Stirn und er hielt sich mit einer Hand den Unterarm der anderen, so als ob dieser schmerzte.

„Mir ist schlecht“, murmelte er plötzlich sehr leise.

Beide saßen wir wie geschlagene und geprügelte Kinder auf dem Boden. Das Vater und Severus immer auf solch tragische Weise ihre Überlegenheit demonstrieren mussten war zum Kotzen und ich hatte die irrige Hoffnung gehabt, mich endlich mal gegen sie behaupten zu können.

„Autsch, das tut echt weh“, meinte Blaise wieder und rieb sich weiterhin über seinen Unterarm.

Erst da bemerkte ich, dass auch mein Arm kribbelte und höllisch brannte. Erstaunt hob ich meine Braue. Eilig schob ich den Ärmel meines Jackets hoch und knöpfte die Manschette des Hemdes auf, um meinen Unterarm freizulegen.

Zum Vorschein kam mein nahezu makelloser Arm, auf dem eben kein Dark Mark prangte. Die feine, fast nicht zu sehende, weiße Narbe, welche die Kinderei hinterlassen hatte, zu der Blaise und ich uns an einem Sommertag in Kinderzeiten hatten hinreißen lassen, glühte geradezu strahlend rot. Auch Blaise schob seinen Ärmel hoch und legte eine ebenfalls brennend rote Narbe frei.

„Ich brauche einen Drink!“, entschied ich rau und kam zittrig auf die Beine, wankte unsicher zur Bar in diesem Raum.

Ich schenkte mit einiger Anstrengung zwei große Drinks ein und reichte einen Blaise, der noch immer benommen auf dem Boden saß.

„Denkst du… denkst du… er wird ihr etwas tun?“, fragte mein Freund besorgt und nahm leicht zitternd das Glas entgegen.

„Nein, ich habe es an seinem Blick gesehen, er will was… ihm ist spontan eine Idee gekommen…“, murmelte ich gedankenverloren und erinnerte ich mich mit Grauen an diese mir so ähnlichen, grauen Augen.

„Das… das willst du gesehen haben?“, stieß Blaise unglaublich hoffnungsvoll, aber auch furchtsam aus. „Warum ist sie ihm dann so hinterher?“, fragte er perplex und mir entwich ein schiefes Grinsen.

„Ja, das habe ich gesehen und Hermione hat es auch erkannt, sie sorgt sich nicht, dass er sie umbringt, sondern was er mit ihr vorhat“, warnte ich müde vor der düsteren Zukunft, die sich vor uns auftat. „Deshalb ist sie auch gegangen“, blickte ich verloren in mein Glas, alles andere als erfreut über diesen Umstand, wie ich mir schweren Herzens eingestand.

„Verdammt, wir müssen ihn aufhalten“, forderte Blaise mit kraftloser Stimme und versuchte schwer auf die Füße zu kommen, woraufhin ich ihm die Hand auf die Schulter legte, ihn aufhielt und mich einfach wieder neben ihm niederließ. Er sagte nichts dazu, sondern als ich mein Glas hob tat er es mir gleich. Der Alkohol brannte angenehm in meiner Kehle und ich versuchte, mich darauf zu konzentrieren und nicht auf die rotierenden Fragen in meinem Kopf, die mir Kopfschmerzen bereiteten. Schweigend und trinkend saßen wir einige Zeit nebeneinander und versuchten, wieder zu Kräften zu kommen. Blaises Stöhnen riss mich aus meiner Versunkenheit. Er hatte sich mit den Ellbogen auf seinen Knien abgestützt, saß nach vorn über gebeugt und massierte mit zwei Fingern seinen Nasenrücken, das Glas neben sich auf den Boden gestellt.

„Was war das gerade, Draco?“, fragte er aufgewühlt, dann blickte er unglücklich auf und sah mich abwartend, aber auch so unendlich geschafft an.

Alle Anspannung war endgültig von ihm abgefallen und ich konnte deutlich erkennen, wie viel Kraft ihn die letzten Minuten gekostet hatten. Mir wurde bewusst, dass es mir eigentlich ähnlich ging und sich meine Glieder wie aus Blei anfühlten, wobei ich überfordert die Schultern hochzog.

„Die Blutsbrüderschaft…?“, fragte Blaise vage und sein Blick huschte suchend über meine Züge, als alles in mir stockte.

Könnte es das sein? Das war unfassbar, sollte diese kleine kindische Dummheit wirklich so einen durchschlagenden Einschnitt in unserem Leben bedeuten?

„Wahrscheinlich? Ich weiß es nicht“, erklärte ich sehr widerwillig. „Ich mein… ich konnte nur agieren, das war nicht meine Entscheidung!“, bekannte ich weiter. „Und ich war so unfassbar schnell“, fasste ich das Erlebnis für mich zusammen.

„Du warst nicht schnell, du warst ein Blitz, man konnte deine Bewegung fast nicht ausmachen“, entschlüpfte es Blaise bewegt. „Also wirkt er doch?“, sinnierte er gedankenverloren und starrte blicklos vor sich, während ich langsam, nachdenklich nickte und einen tiefen, beruhigenden Schluck aus meinem Glas nahm.

Meine Überlegungen schweiften zu dem augenscheinlich schicksalhaften Tag in Kinderzeiten, an dem Blaise und ich diesen offenbar doch weitreichenden Schwur gesprochen hatten. Mit einiger Anstrengung erinnerte ich mich zurück, Blaise hatte geschworen, mein brüderlicher Freund, mein steter Begleiter zu sein, mich zu unterstützen und mich nie zu verraten und genau zu dem hatte er sich in den letzten Jahren entwickelt. Und ich? Ich hatte geschworen, ihm beizustehen und ihn zu schützen wie es ihm gebührte, was wir mit unserem Blut und unserer Magie besiegelt hatten.

Doch dass mich das fast mein Leben hätte kosten können hätte ich nie erwartet. In unserer Welt war wahrlich vieles weitreichend, was auf den ersten Blick gar nicht als solches erscheinen mochte. Eines durfte man nie vergessen; gerade Blut war ein sehr bindendes Glied in der Magie, wobei das kleinen Kindern eher weniger gegenwärtig war. Tja, und jetzt war es passiert, ich hatte Blaise geschützt, denn es war nicht Blaises Schuld, was sich unter der Dusche abgespielt hatte, sondern meine. Ich war der Initiator gewesen, daher war in meinen Augen auch ich der Schuldige. Egal was zwischen ihm und Hermione vorgefallen war, ich vertraute ihm und ihr. Offensichtlich hatte die Magie des Schwures reagiert, weil Blaise für meine Tat hätte büßen sollen.

Stöhnend fuhr sich Blaise über seine kurzen Haare und lehnte sich dann zurück an die Wand.

„So eine Scheiße!“, murrte er resignierend und wirkte alles andere als glücklich, so gebunden zu sein.

„Das kannst du laut sagen!“, stimmte ich grimmig zu und trank noch einen großen, so brennenden Schluck.

„Was jetzt?“, fragte er aufgewühlt. „Suchen wir Astoria?“, kam Blaises Themenwechsel plötzlich für mich, aber offenbar war für ihn das Thema Schwur abgehakt und er ging zu dem über, was ihn wirklich umtrieb. Deutlich konnte ich die Sorge aus seiner Stimme heraushören und ich verstand ihn, denn an dem Schwur war erst mal nicht zu rütteln.

„Sinnlos…“, entwischte mir das erste Wort, was mir in den Sinn kam und ihn erschrocken zu mir herumwirbeln ließ.

„Was?“, fuhr er mich ungehalten an.

„Sie zu suchen. Wir sollten zurückgehen, ich denke, sie ist im Ballsaal“, erklärte ich gewissenhaft, während ich mich schwerfällig erhob und mein Glas in einem Zug leerte.

Klirrend stellte ich es auf dem kleinen Glastisch neben dem Sofa ab und richtete meine zerknitterte und zerknautschte Kleidung. Blaise folgte mir nickend, ihm stand die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben, aber er straffte sich und ich wollte gar nicht wissen, wie erledigt ich aussah. Gemeinsam gingen wir zurück und ließen den Salon hinter uns.

Wir setzten unsere geübten Masken auf, die verbargen was und bewegte. Wir alle waren Slytherins, die sich nichts anmerken lassen würden, egal was wieder Schreckliches hinter verschlossenen Türen passiert war, das war das schöne Leben im Manor!

Der schöne Schein war alles was zählte!

Da konnte der eigene Vater einen beinah umbringen, wir würden es uns nicht anmerken lassen und in dem Moment hasste ich mein Leben abgrundtief und inbrünstig!

Während uns ausgelassenes Gelächter und erregtes Geschnatter des Festes entgegenschallte, blickte ich besorgt zu meinem Freund, der versuchte, ein verunglücktes Lächeln auf seine Züge zu zaubern. Erst dann rafften wir uns auf, den Ballsaal zu betreten.

Es war ein wunderbares Timing, denn soeben verklangen die letzten Takte eines Walzers und die Tanzenden hielten verdutzt inne, da die Musiker ihre Instrumente zur Seite legten und die Musik abrupt abbrach, während die letzten Töne den Saal erfüllten.

„Meine sehr verehrten Gäste…“, erhob mein Vater in diesem Moment seine Stimme und hatte nun wirklich die Aufmerksamkeit aller auf seiner Seite und jeder sah sichtbar irritiert hinauf zu der Balustrade der breit geschwungenen Treppe, von wo aus er zu der Menge sprach.

„Was geht da vor sich?“, wisperte Blaise besorgt klingend, da sein Blick fest auf die gleiche Szenerie gerichtet war wie meiner.

Hoch oben standen Vater und Astoria, während Hermione gerade mit Severus die Treppe hinauf stieg.

„Ich weiß es nicht“, gab ich nicht minder irritiert und auch besorgt von mir, während ich Astoria ausgiebig musterte, die weiß wie ein Schreckgespenst neben meinem Vater stand, dabei war in ihrer Miene ihre Furcht offen zu lesen, jedoch mein Vater erstaunte mich, da in seiner eine Selbstgefälligkeit zu lesen war, die er eigentlich nie offenbarte und dieser Umstand jagte mir kalte Schauder über den Rücken.

„Meine bezaubernde Verlobte… ah…“, meinte Vater besitzergreifend wie selten, als Hermione die Empore erreichte und fasste sofort nach ihrem Arm, um sie an seine Seite zu dirigieren, dabei bezog Severus hinter meinem Vater im Schatten Stellung.

„Oh, und da sehe ich meinen Sohn“, überrumpelte er mich damit, dass er mich direkt ansprach, wobei nun sein Blick durchdringend auf mir lag.

„Was…?“, krächzte Blaise neben mir, während ich versuchte, den Kopf stolz in der Höhe zu halten und Vater nicht merken zu lassen, wie durcheinander ich gerade war.

„Keine Ahnung… keine Ahnung…“, murmelte ich leise, dabei schüttelte ich besorgt den Kopf und hatte das Gefühl, dass das, was dort vorne vorging, nichts Gutes für uns alle verhieß.

„Draco, würdest du auch zu uns kommen“, kam der schneidende Befehl, der mir in den Ohren klingelte.

„Was…?“, hauchte Blaise neben mir jetzt wieder fassungslos, doch ich zuckte nur mit den Schultern und bahnte mir dann einen Weg durch die Menge vor mir, die begierig schien, diese neue Attraktion auskosten zu wollen.

Mein Blick glitt kurz zu Hermione. Sie wirkte absolut unbewegt, aber auch unwissend, während nun ich langsam die Treppe erklomm und Blaise hinter mir zurückließ.

„Entschuldigt, liebe Freunde, diese Unterbrechung, aber ich kann ihnen verraten, dass sie alle begeistert darüber sein werden. Nun, da wir alle hier zusammen gekommen sind, um meine Verlobung mit der bezaubernden Frau neben mir heute Abend gebührend zu feiern, freut es mich fast noch viel mehr, ihnen ein weiteres, nicht minder freudiges Ereignis der Familie Malfoy verkünden zu können“, fabulierte Lucius in der ihm eigenen Arroganz und am liebsten hätte ich mit den Augen gerollt, aber so bemühte ich mich eher mit einer gewissen gleichgültigen Eleganz die Treppe hochzukommen, was mit den schmerzenden Gliedern gar nicht so einfach war.

„Meine Freunde selbst ist daher endlos“, wartete Vater dramatisch, bis ich die letzte Stufe erreicht hatte. „Ich möchte sie hiermit alle über die Verlobung Draco Malfoys mit Astoria Greengrass in Kenntnis setzen.“ Es zog mir in dem Moment die Füße unter dem Boden weg. Ich riss meinen Kopf herum und starrte Vater fassungslos an.

Meine Maske war verrutscht. Das meinte er nicht ernst. Ich jedoch musste mich im ersten Augenblick vergewissern, dass ich richtig gehört hatte und mich dann gehörig zusammenreißen, dass mir nicht vor den versammelten Gästen endgültig alle Züge entglitten.

Wir starrten uns an. Vater und ich!

Der Mann, der mich vorher beinah mit seinem Avada erwischt hatte, hielt meinem Blick locker stand und ich konnte noch immer seine Wut, seine Rachsucht und seine Unnachgiebigkeit in seinen so grauen und mir so ähnlichen Augen lesen. Das war also die Strafe. Das war seine Art, mich vor vollendete Tatsachen zu stellen. Wenn ich Blaise, Astoria, Hermione und mich ohne große Verluste aus dieser Geschichte lavieren wollte, stand mir in seinen Augen nur dieser Ausweg zu und das war sein Angebot.

Dabei wusste ich nur zu gut, er würde seine Drohung ernst machen und uns alle auf die eine oder andere Weise vernichten, sollte ich nicht annehmen. Dieses ach so großzügige Angebot, das er mir nur gewährte, um mich bei Hermione auszubooten. Ich biss die Zähne zusammen bis es schmerzte. Augenscheinlich hatte er diese Optionen auch Astoria in ihrem Gespräch vergegenwärtigt, nachdem sie den Salon verlassen hatten, denn sie wirkte zwar widerwillig, aber nicht überrascht, anders als ich.

Nach einem sehr langen Blickduell, wandte ich geschlagen den Blick ab, so dass ich wie von selbst Astorias Hand, die sich eiskalt anfühlte, ergriff. Kurz rang ich mit mir und doch gab ich mich dann geschlagen, als ich mich umwandte, um meine Rolle zu spielen und huldvoll hinab zu den Gästen zu sehen, die gefesselt, neidisch und gebannt zu uns hoch starrten. Es ärgerte mich, dass sie so empfanden, denn dass dieser Pöbel absolut keine Ahnung hatte, was sich gerade für eine Katastrophe vor ihnen abspielte, war offensichtlich.

Ab nun befand ich mich in einem Strudel, in dem alles rauschend an mir vorbeizog. Was in den nächsten Minuten passierte, nahm ich nur noch wie durch einen Schleier wahr und ich kann im Nachhinein nicht mehr genau sagen, was sich abspielte, oder was ich sagte oder tat.

Das Einzige was mir in Erinnerung blieb, war Hermiones zischendes Luft holen, bevor auch sie in ihre Rolle verfiel und stoisch an Vaters Seite aushielt. Astoria neben mir wirkte geradezu apathisch in ihrem künstlichen Lächeln. Was für eine Farce, dabei nahm ich nur noch am Rande wahr, dass Blaise sich haltsuchend an die Wand hinter sich gelehnt hatte und sehr fahl wirkte.

Ich war nun verlobt, mit einer Frau von der ich absolut nichts wollte!

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Mein Sohn, hier… ich möchte dir ein Erbstück überreichen, das du deiner zukünftigen Braut zum Zeichen eures gegenseitigen Versprechens anstecken sollst“, palaverte Lucius weiter in seiner unerträglich gewichtigen Art sich vor den Zuschauern zu geben.

Mit Schrecken sackte die Tragweite seiner Worte in mir. Er tat das nicht wirklich.

Er wollte Astoria und Draco genauso aneinander binden, wie uns beide?

Meine Hände krallten sich noch fester in die Balustrade vor mir und ich musste mich sehr zusammenreißen, dass mir nicht vor den versammelten Gästen die Hand ausrutschte, während ich mit gebanntem Horror auf meinen eigenen Ring starrte.

Ich bebte am ganzen Körper und fühlte mich schrecklich erdrückt. Das war schlimmer als jede Konfrontation mit dem Lord, während ich blicklos in die schaulustige Menge starrte und sie hasste. Da fiel mein Augenmerk auf den zerstören Blaise, der sich nur mit Mühe auf den Beinen halten konnte. Mitgefühl für ihn durchflutete mich regelrecht, als ich aus den Augenwinkeln wahrnahm, wie Lucius aus seiner Gehrocktasche ein kleines Kästchen holte und im ersten Moment wirkte es, als wollte sich Draco schlicht weigern es anzunehmen, da er störrisch sein Kinn hochreckte, aber damit schien Lucius gerechnet zu haben und er beugte sich näher zu seinem Sohn.

„Ich habe versprochen…“, gab er leise von sich, so dass nur wir hier oben auf der Empore es hören konnten, „dass ich Zabini und euch alle verschone, wenn ihr beide das durchzieht“, klirrten seine eindringlichen Worte und hinterließen Eisklumpen in meinem Magen. „Also überlege wohl, ob du einen Skandal verursachen willst, MEIN SOHN“, flüsterte er so mit Nachdruck, dass mir übel wurde.

Jetzt wurde es spannend. Was würde Draco tun?

Wir alle auf der Empore hielten die Luft an. Die Spannungen unter uns fünfen waren beinah körperlich schmerzhaft zu fühlen. Ich musterte uns alle nacheinander. Astoria war eh nicht mehr als ein Leichentuch, während Lucius Draco ein sehr kaltes Lächeln schenkte.

Plötzlich ruckte Dracos Kopf zu mir und es wirkte, als erhoffte er sich von mir Hilfe und ich versuchte, es zu schaffen, irgendeine Reaktion auf meine starren Züge zu legen, aber es gelang mir nicht. Ich wollte nein schreien, tu das nicht, binde dich und Astoria nicht derart kompromisslos aneinander, das ist nichts und niemand wert!

Tu das nicht!

Aber ich schaffte es nicht, so dass Draco nun wie ein ferngesteuerter Roboter nach Astorias schlaffer Hand griff und Lucius gekonnt das Kästchen aufschnappen ließ.

Mein Blick lag nun auf dem schlichten weißgoldenen Ring, dessen rubinroter Stein das Wappen der Malfoys trug und wie ein verheißungsvolles Übel im Licht der Kerzen glänzte.

Ich war tiefgefroren und musste mit verfolgen, wie Draco nur noch funktionierte. Sein Vater hatte endlich über ihn gesiegt, über uns gesiegt!

Er verlobte ihn soeben gegen seinen Willen mit einer Frau, die ihn auch nicht wollte!

Als Draco Astoria den Ring überstreifte, holte ich zischen Atem, bevor ich mich wieder in der Gewalt hatte, aber jeder von uns hatte es vernommen, so dass Lucius zu mir herumfuhr, meine Hand entschlossen von der Balustrade löste und sie in eine Hand nahm, um sie sich affektiert an den Mund zu führen, was ich wie unter Trance hinnahm und die aufsteigende Gänsehaut zu unterdrücken versuchte.

Umgehend brandete tosender Applaus auf, der in meinen Ohren schrecklich wehtat, woraufhin Astoria neben Draco geradezu apathisch und unecht, wie eine geborene Slytherin, lächelte. Bewundernswert, da ich fühlte, wie ich innerlich als auch äußerlich erstarrte.

Auch den folgenden Trubel um Astoria, Draco, Lucius und mich ließ ich wie eine Schlafwandlerin über mich ergehen. Dabei fiel mir nicht wirklich auf, dass Severus und Lucius ab und an etwas miteinander besprachen, während ich unten angekommen durch die Reihen der Schaulustigen gelotst wurde, aber ich konnte mich nicht darum kümmern, da sich die Tratschtanten auf Astoria und mich warfen und unsere Ringe bewunderten und gegeneinander verglichen. Sie waren alle sichtbar eifersüchtig und neidisch auf uns so glückliche Frauen, die sich diese begehrten malfoyischen Junggesellen geschnappt hatten. Ein fast schon hysterisches Lachen wollte mir entkommen, aber nachdem ich die Tränen in Astorias Augen wahrgenommen hatte, musste ich für uns stark sein und antwortete mechanisch auf die Plattitüden und ersparte ihr, darauf antworten zu müssen.

„Hier, trink, das kannst du brauchen!“, wurde ich aus meiner Abwesenheit gerissen, denn da drückte mir Severus in diesem Moment ein Glas in die Hand und ohne es wirklich zu registrieren, was er mir da gab, nahm ich einen großen Schluck, meine Kehle nach all diesen Katastrophen war wie ausgedörrt und ich hatte Durst.

„Igitt“, entwich es mir angeekelt, nachdem ich geschluckt hatte.

Angewidert verzog ich das Gesicht und blickte mit Todesverachtung hinab auf den Drink in meinen Händen. In dem Glas befand sich eine pinkrote, sämige Flüssigkeit, die absolut widerlich schmeckte. Bäh, ein unfassbar süßer Cocktail aus irgendeinem Sirup, Früchten und Alkohol war da zusammengemixt worden. Warum gab Severus mir sowas? Er wusste doch, solche Drinks mochte ich gar nicht und gerade nach diesem Fiasko war ich scharf auf einen richtigen Drink, anstatt diese pappige Süße ertragen zu müssen, die noch immer in meinem Mund zu hängen schien.

„Bäh, warum gibst du mir sowas?“, fuhr ich ungehalten zu Severus herum, trotz der neugierigen Meute um mich herum.

„Wie bitte?“, tat Severus gespielt unwissend und dieses gespielt unschuldige Gebaren passte überhaupt nicht zu ihm.

Weswegen ich sofort misstrauisch wurde. Unter meinem forschenden Blick hob er jedoch nur fragend eine so dunkle Braue. Sein Blick traf mich frontal und seine obsidianfarbenen Augen verrieten mir sofort, wie wütend er tatsächlich mittlerweile war und schlagartig ahnte und wusste ich, dass er unterdessen von Lucius mehr oder weniger vollumfänglich informiert worden war, anders als ich und ein sehr beklemmendes Gefühl breitete sich in meiner Brust aus.

„Lucius hat mit dir geredet…“, stieß ich atemlos aus. „Wann?“, entfuhr es mir fast panisch und ich wirbelte herum, drehte mich im Kreis, auf der Suche nach Lucius oder Draco, dabei umflatterte mich mein schwingender Rock. Mir fiel auf, dass sich Severus gekonnt wie eh und je immer weiter von mir zurückzog und sich meinem Zugriff entzog.

Severus wusste nun mehr als ich, dabei hatte ich immer noch keinen Schimmer, was genau die Wut aller auf uns zog.

„Was war das zu trinken?“, rief ich lauter, unüberhörbar besorgt über die Menge, die mich von Severus trennte, doch er zuckte nur ostentativ abwertend die schwarzgewandeten Schultern.

Ich fiel von einem Schock in den nächsten. Ab nun war Severus in seiner Wut nicht mehr zu trauen. Er war jähzornig und ab da wurde er gefährlich und unkalkulierbar. Ich wolle ihm nacheilen, doch zu meinem Entsetzen war er verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Er hatte sich wieder in den Hintergrund zurückgezogen und ließ mich rast- und ratlos zurück.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Ich war verlobt!

Verlobt mit Astoria, gebunden an sie!

Fuck, das konnte nicht Vaters Ernst sein!

Ein irres Lachen wollte mir entwischen, das konnte mein Vater sehr wohl. Er hätte mich heute sogar fast umgebracht, was machte es da aus, mich gegen meinen Willen zu verloben!

Ich fühlte fast nichts, denn ich war wie K.O. geschlagen und lag nun schwer verwundet in einer Ecke, aus der ich mich wohl nie wieder unbekümmert würde erheben können. Die berechtigte Frage war sogar, ob ich je wieder hochkommen würde.

Den folgenden Aufstand um Astoria und mich, sowie die Gratulationen der Gäste nahm ich wie in Watte gepackt wahr, wobei ebenfalls Hermione mitten in der Aufmerksamkeit der Leute versank, da jeder die Ringe der beiden jetzt verlobten Frauen genau unter die Lupe nehmen wollte, um sich daran neidisch zu ergötzen. Ich hätte brechen mögen, wenn mich das nur nicht zu sehr an Severus erinnert hätte.

Langsam aber sicher überschwemmte mich immer mehr eine ernstzunehmende Übelkeit, da mir immer mehr bewusst wurde, was diese magische Verlobung für mich bedeutete und erst das beständige Ziehen Astorias an meinem Ärmel riss mich aus dieser Lethargie.

„Was?“, fuhr ich sie wenig freundlich an und sie reagierte verschreckt, da sie vor mir zurückzuckte und erst ihre flehenden Augen halfen mir, mich etwas aus dieser selbstmitleidigen Trance zu holen und so hob ich auffordernd eine meiner Brauen an.

„Bitte, bring mich nach Hause…“, wisperte sie daraufhin tränenerstickt und ich musste mich anstrengen, um sie zu verstehen, denn sie klang matt, traurig und belegt.

Ich nickte nur benommen und bedeutete ihr, mit mir den Saal zu verlassen und diese verflucht oberflächlichen Menschen hinter uns zu lassen. Mir war es egal, ob Vater dies gutheißen würde oder nicht, er konnte mich mal kreuzweise. Als ich mich umwandte und einen raschen Blick durch den proppenvollen Saal warf, wurde mir bewusst, dass ich gar nicht wusste, wo er abgeblieben war. Seitdem wir die Empore verlassen hatten, hatte ich Vater nicht mehr gesehen. Einen nachdenklichen Blick später bemerkte ich, dass auch Blaise irgendwann verschwunden sein musste und nach Hermione traute ich mich gar nicht mehr Ausschau zu halten.

Wunderbar, augenscheinlich verschwanden wir alle von dieser ausgelassenen Party, die ein einziges Desaster war.

So kam es also, dass Astoria und ich unbehelligt vor das Cottage apparierten.

Ich wählte absichtlich nicht Hogwarts, zumal wir alle dieses Wochenende frei hatten und die mittlerweile so düsteren Mauern der Schule mehr an ein Gefängnis als an ein Heim erinnerten, in dem man sich wohl, sicher und geborgen fühlen konnte. Und gerade nach den heutigen Erlebnissen brauchten wir alle ein heimeliges Gefühl und das bot uns das Zuhause der Connection. Ausgelaugt und so ziemlich geschafft betraten wir das Haus und bemerkten sofort den Lichtschein aus dem Wohnzimmer, woraufhin Astoria direkt dieses wie ein angestochener Hippogreif ansteuerte.

Im Wohnzimmer empfingen uns erstaunlich schweigsam die Twins, die etwas verloren im Zimmer rumstanden und ein wenig überfordert aussahen. Das war ein Anblick, wie er sich einem von uns sehr selten bot. Als mein Blick jedoch zum Sessel ging, in dem Blaise saß, erklärten sich so einige Dinge. Da er gerade einen großen Drink ohne Zurückhaltung herunterstürzte, dabei kleckerte und sich das überschüssige Nass einen Weg über sein Kinn hinab auf seinen Smoking bahnte, alles an ihm schrie danach, wie todunglücklich er war. Er war mittlerweile so weggetreten, dass er unser Erscheinen gar nicht bemerkte.

Es war erbärmlich, wie er sich gehen ließ, weshalb ich angeekelt die Mundwinkel verzog.

„Blaise“, murmelte Astoria betroffen aufgrund seines nachlässigen Verhaltens. Sie schlug die Hände vor den Mund und konnte das Zittern nicht mehr unterdrücken, das sich in einem Schluchzen aus ihrer Kehle stahl. Ihre Nerven waren sichtbar überspannt.

„Hey.“, „Hallo ihr zwei“, begrüßten uns die Twins ungewohnt leise. „Wir haben uns schon gefragt, wann ihr kommt“, murmelten sie zu uns, doch Blaise rissen ihre Worte aus seiner Lethargie und er blinzelte schwerfällig zu uns.

„Ah…du kommst noch her… so endet es also…“, begrüßte Blaise die weinende Astoria leicht lallend und mit schwerer Stimme. Entweder er hatte schon auf dem Ball angefangen sich zu besaufen oder er war schon etwas länger hier, um sich zu betrinken, ein Unterfangen, das er erfolgreich hinter sich gebracht hatte.

„Blaise…“, erwiderte sie bewegt mit tränenumflorter Stimme, jämmerlich entschuldigend, dabei legte sie sich eine Hand auf die Stirn als ob sie Schmerzen hätte.

„Nein… nein…“, winkte er verstörend unsicher und vor sich hin nuschelnd ab. „Ich… ich ver…versteh´s… ich, oder du… sch… cch… dieser Bastard… ich hasse ihn…ich hab‘s immer gesacht“, lallte und stammelte Blaise.

Seine Worte führten zu einiger Unruhe im Cottage, da die Twins versuchten, auf sich aufmerksam zu machen. Währenddessen lag Blaises vorwurfsvoller Blick stets auf mir und ich versuchte, nicht die Spitze der Nadel zu fühlen, die gerade in mein Herz traf. In der ganzen Zeit versuchte er gefährlich mit der Flasche vor sich hin schwankend, das Glas zu treffen, um sich einen neuen Drink einzuschenken. Das misslang fulminant, da ein Gutteil der goldgelben Flüssigkeit über seine Hand schwappte und den Teppich zu seinen Füßen einsaute.

„Mann, du hast genug…“, wollte George Blaise die Flasche wegnehmen, doch dieser riss die Flasche weg und ließ sich jetzt in den Sessel zurückfallen und führte die Flasche an seinen Mund. Er beschloss direkt aus der Flasche zu trinken und musste wirklich ziemlich besoffen sein.

„Na bravo“, kam es mürrisch von Fred, der sich das Fiasko mit großen Augen besah und Lucien auf seiner Hüfte balancierte.

„Blaise, bitte…“, huschte Astoria nun zu ihm hin und ging vor ihm auf die Knie.

„Weg“, meinte er recht unfreundlich, was ihr ein Wimmern entlockte und er schlug wankend ihre Hand von sich.

Doch sie ließ sich nicht aufhalten. Sie legte ihm die Hände auf die Oberschenkel und versuchte, seinen Blick einzufangen, doch Blaise hatte nur Augen für die Flasche in seinen Händen, die er gerade wieder ansetzte und einen tiefen Zug nahm.

„Sagt uns mal jemand was los ist?“, bat Fred sehr forsch und deutete auf die theatralische Szene vor seinen Füßen.

„Hat er es euch nicht gesagt?“, fuhr Astoria erstaunt zu ihnen herum und erntete nur ein zweistimmiges Kopfschütteln.

„Nein.“, „Nö, er hat sich gleich die erste Flasche geschnappt und angefangen zu trinken.“, „Danach hat er nur vor sich hin genuschelt“, wechselten sich die Twins wie gewohnt ab.

„Bitte, Blaise, ich kann doch nichts dafür“, zuckte Astorias Interesse wieder zu ihrem Freund, indem ihr Haupt wieder zu ihm herumfuhr. „Ich will nicht, dass du stirbst…bitte, wir finden eine Lösung, nicht wahr, Draco?“, bat sie eindringlich und bei diesen Worten wandte sie ihren Kopf zu mir und sah mich flehentlich an.

Ich konnte nur mit den Schultern zucken. Momentan wusste ich selber noch nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte, doch was ich jetzt schon sagen konnte, uns alle hätte es in Vaters unkalkulierbarem Zorn noch viel schlimmer treffen können. Mich hätte es schlimmer treffen können. Was auch immer ich empfand, aus rationaler Sicht gesehen war Astoria keine schlechte Wahl. Außerdem war es heute wirklich schon zu spät, überhaupt noch irgendwas zu planen, oder zu überdenken.

„Hallo.“, „Hallo.“, „Hey, sind wir Luft?“, „So behandelt uns Blaise schon die ganze Zeit?“, „Das geht mir echt auf den Zeiger.", „Voll geheimnisvoll.“, „Murmelt nur Mordgedanken vor sich hin“, beschwerten sie sich inbrünstig über diese Behandlung von uns, doch ich zog aufgrund ihrer Aussage eine Braue hoch und hob eine Hand, bedeutete ihnen mit einer Geste zu warten, da ich später mit ihnen ohne die anderen reden würde.

„Wir sollten jetzt alle schlafen gehen und uns morgen darüber Gedanken machen, was wir tun können“, raffte ich mich zum ersten Mal dazu auf, etwas zu sagen, während ich den Twins bedeutete, sich um Blaise und Astoria zu kümmern, was sie mit einem Nicken zusagten. „Und tun werden“, schob ich eilig hinterher.

Resigniert, überfahren und irgendwie tief in Gedanken versunken nahm ich Blaises Platz ein, nachdem sie es mit vereinten Kräften geschafft hatten, ihn wegzuschaffen und wartete darauf, dass die Twins mit ihrer Fragestunde zur späten Nachtzeit über mich herfallen würden und nach einem tiefen Schluck aus der fast leeren Flasche, die sie Blaise schwer entrungen hatten, war ich beinah bereit, mich ihnen zu stellen.

Dracos Sicht Ende

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BeitragThema: 542. Desaster   Do Feb 25, 2016 12:15 am

542. Desaster

Lucius Sicht

Ich frohlockte!

Mein Sohn war bisher wahrlich ein würdiger Gegner gewesen, aber jetzt hatte ich ihn endlich dort, wo ich ihn haben wollte, seit Hermione in unser Leben getreten war.

Im Nachhinein konnte ich immer noch nicht fassen, was ich da für ein unglaublich großzügiges und vorzügliches Geschenk erhalten hatte. Die kleine Greengrass hatte mir eine Lösung für mein Problem auf dem Silbertablett überreicht, da sie eben freiwillig eingewilligt hatte, alles zu tun, was ich wollte und forderte, wirklich alles!

Tja bitte, was sollte man erwarten? Ich war ein Malfoy, der erkannte wenn sich ihm eine unvorstellbare Chance bot und ich war bereit, sie ohne zu zögern zu ergreifen, ohne mich von lästigen Nebensächlichkeiten, wie einem Gewissen, abhalten zu lassen!

Für mich war es süperb gelaufen, als ich in einem der vielzähligen Salons dem verängstigten Mädchen meinen Kompromiss vorgestellt hatte. Sie hatte mich mit einem bodenlos schockierten Ausdruck angesehen, aber schlussendlich zugestimmt, sich verbindlich mit meinem Sohn zu verloben.

Game over, war alles was ich ab da noch hatte denken können!

Ich genoss meinen Sieg und schwelgte in meiner Befriedigung, ihn geschlagen zu haben. Endlich, endlich war es soweit. Ich hatte diese denkwürdige Schlacht zu meinen Gunsten entschieden und war am Ende als Sieger hervorgegangen. Ich hatte meinen Sohn endlich schachmatt gesetzt und blickte nun zufrieden auf das Gewusel der Menge vor mir, in der Hermione, Draco und meine zukünftige Schwiegertochter Gefahr liefen, unterzugehen, da die Menschen sich vor Neugierde gar nicht mehr einkriegten, denn ab nun waren diese drei Personen die große Attraktion des gruseligen Festes. Die Überraschung war mehr als gelungen und ich genoss dieses Theater in vollen Zügen und so kam es, dass ich mich in eine Ecke zurückzog um wohlwollend als Zuschauer auf das Treiben zu blicken.

„Will ich die genauen Informationen…“, schoss ein schneidend scharfer Ton aus dem Hinterhalt hervor und ich wandte nicht das Gesicht zu ihm, da es mich nicht erstaunte, dass er mehr wissen wollte, daher wartete ich distinguiert ab, wie wichtig ihm eine Antwort war.

„…möchte ich wissen, weshalb ich ihr den besagten Drink unterjubeln sollte?“, gab er keine Ruhe, sondern forderte trotz rhetorischer Frage kompromisslos wie selten eine Stellungnahme von mir und als ich nicht sofort antwortete, vernahm ich ein sehr abwertendes Schnauben in meinem Rücken.

„Severus“, raunte ich schnurrend, wie ein sehr zufriedener Kater, wandte mich aber nicht zu ihm um, denn ich tat nichts ohne triftigen Grund und nichts würde mich gerade von dem Bild wegbekommen, das sich mir gerade bot, wie Hermione soeben widerwillig Mrs. Wimgour ihren Ring zeigen musste, da die ältliche Dame keine Ruh gab.

„Was hat sie genau angestellt?“, insistierte er bemüht unbeteiligt, dabei war dies eine schlecht kaschierte Lüge, da seine Stimme etwas anderes suggerierte. Er verging vor ungestillter Neugierde und ich kämpfte darum, meine starre, nichtssagende Miene aufrecht zu erhalten, wenngleich mir ein Lächeln entwischen wollte.

„Mhm… ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob du das so genau wissen willst“, warnte ich seidig, dabei lag mein Focus die gesamte Zeit auf Hermione und wie sie gekonnt das Schauspiel der Masken aufrecht erhielt. Niemand der Gäste hätte erahnen können, dass sie innerlich bestimmt Gift und Galle über meinen Schachzug spuckte.

„Ich will“, erklärte er unumwunden. „Deine Gedanken, die du mir zugeworfen hast, waren gelinde gesagt etwas wirr…“, servierte er mit beißendem Spott aufgrund meines vorhin für ihn so offensichtlichen Engagements, Zabini gegenüber tätlich zu werden. „Der Trank ist nicht ohne… ich meine…“, zeigte er sich seltsam verstockt für seine Verhältnisse und ich sah bestätigt, was ich hatte auf mich zukommen sehen. Severus verlangte Antworten wie selten und er brauchte sie, nachdem sein Verhältnis zu Hermione so eng geworden war.

So kam es, dass ich auf diese Brüskierung, dass er mir vorwarf, wirre Gedanken gehabt zu haben, gar nicht weiter einging, sondern mich ihm mit unleserlichen Zügen zuwandte und ihm nur nachsichtig eine kleine, durchsichtige Phiole in die Hand drückte, in der ein schimmernder, silbrigblauer Gedankenfaden lag.

„Wann hattest du denn Zeit das abzufüllen?“, fragte er hörbar überrascht, dabei lag eine gewisse Sprachlosigkeit in der Luft und meine Lippen zuckten amüsiert, während er auf das Kleinod in seinen Händen starrte, enthielt es doch die Antwort auf alle seine Fragen.

„Ahhh, ich bin immer für Überraschungen gut. Geh und sieh es dir an…“, bot ich generös an und drehte ab, blickte wieder begierig zu den beiden Frauen, die ständig ihre Ringe herzeigen mussten.

Währenddessen dachte ich an eines unserer bestgehüteten Geheimnisse, die Severus und ich zusammen hatten, eben wie wir es schafften, mit nur wenigen Blicken ganze Gespräche auszutauschen. Begonnen hatte es damit, als ich damals Severus die Erinnerung vom tragischen Verscheiden seines Vaters im Denkarium in Prince House vorgeführt hatte. Danach hatten wir uns einen Spaß daraus gemacht, gegenseitig Erinnerungen von uns anzusehen und so war es mit der Zeit normal geworden, dass wir unsere Gedanken, Emotionen und Gefühle über die Jahre hinweg im Denkarium der Princes ausgetauscht, ergründet und sie seziert hatten. Diese Entblößung vor einem anderen, indem man mit ihm seine ungeschönten Erinnerungen und Erlebnisse ohne Zurückhaltungen teilte, führte unweigerlich zu einer unglaublich innigen Verbundenheit, die mit einem tiefgehenden Verständnis füreinander einherging. Schon dies hatte uns geholfen, den anderen fast blind zu verstehen und seine Wünsche zu ergründen.

Vielleicht hätte dies bereits gereicht, aber Severus wäre nicht Severus, wenn er das Ganze nicht auf die Spitze getrieben hätte, da er seit Jahr und Tag in Hogwarts daran arbeitete, seine Gefühle und Gedanken zu kontrollieren und so war er ein wahrer Meister auf dem Gebiet der Okklumentik und Legilimentik geworden. Er versuchte wie bei fast allem, an seine Grenzen zu gehen. So auch hier. Er hatte sich völlig der Aufgabe hingegeben, einen Zauberspruch zu kreieren, der es uns ermöglichte, ganz gezielt und ganz bewusst Gedanken an den Empfänger zu senden. Es war nur Blickkontakt dafür nötig. Diesen Spruch kannten nur Severus und ich, aber das Wichtigste war, der Spruch wirkte nicht bei jedem. Es musste bereits eine tiefe, innige Verbundenheit, ein großes Vertrauen und ein noch größeres Verständnis vorhanden sein, um die Magie wirken zu können. Denn der Wille, sich völlig schutzlos zu öffnen und ungefiltert die fremden Gedanken zu empfangen, machte einen verwundbar und angreifbar, da man für denjenigen seine Schilde vollständig in beide Richtungen senkte. Es war wahrlich nicht leicht, sich so sehr einer anderen Person zu offenbaren. Wir hatten es gegenseitig nur aufgrund der intensiven Arbeit am Denkarium geschafft.

Diese beiden Aspekte hatten dazu geführt, dass wir unsere stumme Kommunikation fast bis zur Vollendung vervollkommnet hatten. Niemals würden wir jemand anderem diesen ungewöhnlichen Weg, miteinander zu sprechen, offenbaren, aber es machte immer wieder großes Vergnügen, unser tiefes Verstehen untereinander anderen vor Augen zu führen. Dies machte uns zu einem unschlagbaren Team, wenn es um Entscheidungen und schnelles Handeln ging, denn wurde etwas durch unsere kurze, nonverbale Kommunikation nicht sofort klar, hatten wir die Gewissheit, dass wir diese Gedanken später miteinander teilen würden.

„Dann bin ich also für heute entlassen?“, wollte er mit dem ihm eigenen Humor erfahren und unterbrach meine Gedanken und ich wandte ihm kurz mein Haupt zu.

Er war eindeutig unruhig und er konnte mir nicht vorspielen, dass es ihn eben nicht von uns weg trieb, weil er endlich ganz genau wissen wollte, was vorgefallen war und zu einem Dekarium eilen wollte.

„Spar dir deinen Zynismus mir gegenüber“, mahnte ich leise und nippte an meinem Glas Champagner.

„Möchtest du noch meine Gratulation zu deinem gelungenen Clou?“, konterte Severus mit dunklem Timbre, während ich verfolgte, wie Hermione sich im Kreise drehte und versuchte, der drängenden Menge zu entkommen.

„Wenn du das siehst“, sprach ich etwas anderes an und ging nicht auf seine Provokation ein. „Bitte vergiss meine Vereinbarung mit Zabini und Co. nicht… sie sind vor Strafe sicher… vergiss das nicht“, erinnerte ich vorsorglich und überging seine Frage, nicht dass dem Nächsten von uns ein Avada entwischte und beinah den Falschen traf und damit mein wunderbares Fait accompli zunichte gemacht werden würde.

„Warnst du mich vor?“, lag ein gewisses Unbehagen in seiner Frage. „So schlimm?“, wisperte er leise, während er auf das Erlebnis im Salon anspielte, ein Erlebnis, auf das wir alle getrost hätten verzichten können. Natürlich war mir gegenwärtig, dass es Severus nicht gefiel, was dort passiert war, mir selbst ja auch nicht, aber ich würde mich nicht entschuldigen. Sie waren alle selbst schuld und Zabini einen schnellen, gnädigen Tod zu gewähren war das eine, meinen Sohn fast eigenhändig von der Bildfläche zu tilgen eine andere Sache.

Dieses Versehen war durchaus etwas, was es schaffte mich zu beschäftigen, aber ich war Manns genug, zu erkennen, dass Draco zum Glück nichts passiert und es an sich nicht meine Schuld war. Das sollte nicht meinen Avada Zabini gegenüber herunterspielen, für den ich mich zu keiner Zeit rechtfertigen würde, doch ich verlor nicht aus den Augen, dass sich dort etwas Seltsames und Unnormales, etwas zutiefst Magisches abgespielt hatte. Draco hätte niemals in der Lage sein können, so nahe an meinen Avada heranzukommen, der zu keiner Sekunde auf ihn gezielt hatte. Ich mochte gar nicht wissen, was sich Draco und Zabini für magischen Spielchen hingegeben hatten, um solche ein Paradoxon zu erzeugen.

„Sieh es dir an“, meinte ich daher nur mit einer gewissen Resignation und sah stur in den festlichen Saal.

So vernahm ich nur noch ein leises Rascheln, als er sich umdrehte und abrauschte. Wenigstens musste er jetzt nicht extra nach Prince House, da ihm nun auch das Denkarium in Hogwarts zur Verfügung stand.

Indes umfasste ich verlassen in der Ecke ausharrend mein Glas etwas fester. Ich konnte zu meinem absoluten Leidwesen nicht behaupten, dass mich diese ganze Posse hier nicht tangierte. Ich hasste Zabini dafür, dass er einen Keil zwischen mich und Draco treiben könnte, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es Draco leicht nahm, von mir beinah mit dem Todesfluch erwischt worden zu sein. Ich wusste nicht, ob sie die Tragweite erkannten, aber Draco war ab nun doppelt gefährdet. Er musste nicht mehr nur auf sich, sondern auf den anderen aufpassen. Denn sollte Zabini nochmals in irgendwelche Zwangslagen geraten, konnte es für meinen Sohn ebenfalls gefährlich werden, hier musste man ansetzen um Dracos Sicherheit gewährleisten zu können.

Aber das war Zukunftsmusik. Zuerst mal würden sich die Gemüter von uns allen etwas besänftigen müssen, bevor ich mit Draco sprechen wollte. Gerade wäre er viel zu aufgewühlt um sich vernünftig mit mir auseinanderzusetzen. Somit schob ich dieses bedrückende Thema mit unnachahmlicher Würde von mir und suchte mit meinen Augen aufmerksam den Saal ab. Dabei registrierten ich, dass Zabini schon länger fehlte, aber jetzt waren auch noch Draco und Greengrass von der Bildfläche verschwunden.

Mir sollte es recht sein. Sehr nett, sie hatten Hermione bei den Hyänen alleine zurückgelassen und wie aufmerksam von ihren Freunden, sie damit mir zu überlassen. Sie war relativ klein, nur ihr wuchtiges und sehr breites Kleid verschaffte ihr einen gewissen Freiraum vor dem Andrang, der sich um sie noch immer tummelte. Also löste ich mich mit geschmeidiger Eleganz aus meinem Versteck und glitt zielsicher auf sie zu.

„Uhhhh, ist das ein wunderschönes Erbstück!“, „Ein Smaragd.“, „In dieser Größe“, ereiferten sich die Wichtigtuer neidisch. „Das Wappen ist darin.“, „Beneidenswert, meine Gute.“, „Was für ein wunderschönes Stück“, flötete jemand anders.

„Sie können sich glücklich schätzen, von ihrem Zukünftigen so ein schönes Kleinod erhalten zu haben…“, meinte eine sehr schöne Frau, die mir nur zu bekannt vorkam, mit aufrichtigem Neid.

Ihr Name war Edgecombe, soweit ich mich korrekt entsinnen konnte und ich erinnerte mich, dass sie nur dank Hermione ihren Weg in mein Bett gefunden hatte. Sie war nett gewesen, aber nichts Besonderes oder gar Langfristiges, ein netter Zeitvertreib um genau zu sein.

„Wollen Sie ihn?“, fuhr Hermione meine ehemalige Gespielin rüde an, so dass diese sichtbar erschrocken aufgrund dieser energischen Entgegnung zurückwich.

Während ich gerade zur rechten Zeit an Hermiones Seite zum Stehen kam und somit hautnah miterlebte, dass Hermione die Frau sehr wohl als meine Geliebte wiedererkannte. Edgecombe wirkte unter Hermiones kaltem und hartem Blick peinlich berührt.

„Als ob du den Ring so leichtfertig weggeben würdest“, mischte ich mich mit souveräner Jovialität ein, dabei klang ich honorig und generös.

Sofort flog das Augenmerk Edgecombes zu mir, während meine Verlobte wenig manierlich schnaubte und mich bisher keines Blickes würdigte. Dabei war uns beiden klar, dass meine Aussage etwas anderes implizierte, denn statt wollen müsste man eher ein können dort hinsetzen, aber das wussten die anderen alle nicht.

„Das wird es sein“, stieß sie auch sofort genervt aus und warf ihr Haupt in den Nacken, woraufhin mich ihre Blicke aus den dunkelbraunen Augen jetzt fast mörderisch durchbohrten, während uns Mrs. Edgecombe mit Misstrauen musterte.

„Komm, Hermione!“, legte ich ihr meine Hand bestimmt auf den Unterarm und zog sie mit mir, wobei sie sich sofort sträubte, indes ich mich zu ihrem Ohr beugte. „Du wirst nun wieder deiner Aufgabe mit Niveau gerecht werden“, forderte ich schneidend, während ich zufrieden bemerkte, wie ihr meine Stimme durch und durch ging und sie aufhörte, sich gegen meinen Griff zu sträuben.

„Du wirst dich verhalten, wie es sich für die Dame des Hauses Malfoy gehört“, befahl ich mit so süßlicher Strenge, dass sie nicht verbergen konnte, wie es ihr an ihren nackten Armen kalt hinab lief, da sich eine kleine Gänsehaut auf ihrer Haut bildete und ich genoss es, derartige Gefühle in ihr auszulösen.

Aber ihr stoischer, wenig beeindruckter Blick erzählte das Gegenteil und das ärgerte mich maßlos. Nach all den Dramen, die sich gerade ereignet hatten, konnte sie mir ruhig etwas mehr Angriffsfläche bieten. So legte ich ihr meine Hand ins Kreuz und entschied mich spontan um, lotste sie gemessenen Schrittes nickend und Plattitüden von mir gebend durch die Leute, die irgendwelchen Unsinn plapperten.

Ungeduldig gab ich den Musikern das Zeichen, wieder das Spiel zu beginnen, damit die Aufmerksamkeit von uns abgelenkt wurde. Sofort kam Bewegung in die vergnügungssüchtige Masse, die sich zum Tanz bereit machte. Währenddessen dirigierte ich meine Verlobte weiter vor mir her, durch Spinnweben, Geister und Skelette hindurch, bis wir die Treppe zum ersten Stock erreichten und sie sich mit einem entschiedenen Ruck von mir freimachte und kommentarlos weg rauschen wollte.

„Was denkst du, wo du jetzt hingehst?“, schoss meine Hand vor um sie entschlossen am Arm festzuhalten, dabei zischte ich ihr diese Frage kalt entgegen. Dies ließ sie sichtbar erstarren.

„Weg“, spuckte sie verächtlich aus und drehte mir ihren Kopf langsam zu. „Weg von dieser Heuchelei, dieser Farce“, blitzte es angeekelt in ihren braunen Augen auf und Leben kam in ihren Körper. „Lass mich, ich habe keine Lust auf deine unerwünschte Gesellschaft“, verkündete sie aufgebracht und wollte sich vehement von mir losreißen, doch ich hielt sie eisern fest und verkrampfte meine Züge, mühsam um Contenance bemüht.

„Die hast du dir selbst zuzuschreiben“, erklang in diesem Augenblick meine Stimme schneidend und enthielt eine unverhohlene Anklage wegen ihres ungebührlichen Verhaltens, das ich ihr unversöhnlich nachtrug.

Bisher hatte ich angenommen, meine Wut, meinen Zorn und meine unglaubliche Rage hinter mir gelassen zu haben, aber wie ich erkennen musste, stimmte das nicht. In mir war immer noch eine große Empörung darüber, wie liederlich sie sich gegeben hatte. Ich konnte immer noch nicht fassen, dass sie sich Zabini nackt präsentiert hatte und jetzt war der rechte Zeitpunkt, sie zur Rede zur stellen. Aber dann plötzlich ging es sehr schnell. Sie holte aus, aber ich war flott und fing ihre Hand in der Luft auf.

„Ahh“, zerrte sie aufgebracht gegen meinen harten Griff um ihr Handgelenk.

„Du willst mich schlagen?“, wollte ich provozierend süßlich erfahren und reckte mein Kinn arrogant, aber auch auffordernd in die Höhe, ob sie es wahrlich wagen würde, während sie mich bitterböse musterte und ihre Lippen spitzte.

„Du hast es verdient“, servierte sie eisigst, dabei spielte sie wohl mehr auf den Avada an, als auf die erzwungene Verlobung, weshalb ich kurz recht knapp nickte. Dass das keine Glanzleistung von mir gewesen war, war ich sogar einzugestehen bereit, aber nur ihr gegenüber.

Wir maßen uns mit langen, direkten, sehr eindringlichen Blicken. Ich versuchte, zu verstehen, was sie bewegte. Ich verdrängte hierbei, was wir für ein Bild abgaben. Wie gut, dass dies ein eher privater Bereich und weit entfernt vom festlichen Geschehen war. Dieses Verhalten von ihr war nichts, was für die Öffentlichkeit gedacht wäre. Schließlich jedoch brachte ich ein wenig Abstand zwischen uns.

„Wenn es dir dann besser geht“, meinte ich übergangslos mit lässiger Erhabenheit und ich konnte beobachten, wie sie sichtlich erstaunt zu mir aufsah, als ich ihre Hand aus meinem Griff entließ.

Ja, damit hatte sie nicht gerechnet und so drehte ich ihr mein Profil mit äußerstem Bedacht zu, repräsentierte mich ihr großmütig schutzlos von der Seite, hielt ihr auffordernd meine Wange hin und sie war keine der Frauen, die haderten. Sie zögerte keine Sekunde, sondern holte schwungvoll aus und schlug hart mit ihrer flachen Hand zu, so dass es laut in meinem Ohr schallte, als sie meine Wange traf.

„Ufff“, wirbelte mein Kopf herum und eine lange Strähne löste sich aus meinem Zopf.

Autsch, sie hatte gelernt, hart zuzuschlagen. Zu meinem größten Ärger spürte ich Blut, da mir ihre Attacke eine aufgeplatzte Lippe eingebracht hatte.

„Ein sauberer Schlag“, rang ich mir höhnend ab, nachdem ich mich gefangen hatte und leckte mir ostentativ aufreizend das Blut mit meiner Zunge von der Lippe.

„Fuck… das tat weh“, erwiderte sie unglaublich charmant und schüttelte ihre rotglühende Hand aus.

„Du hättest mich nicht schlagen müssen“, entgegnete ich sehr zuvorkommend und mit einem schiefen Lächeln im aristokratischen Antlitz. Indes strich ich mir die lange Strähne mit einer umsichtigen Geste zurück, verbot mir meine klopfende Wange zu berühren und leckte nochmal über die pochende, offene Stelle an meiner malträtierten Lippe.

„Ich sollte mit dir ganz andere Sachen anstellen“, stieß sie zornig aus, jedoch reagierte ich auf diese Drohung von ihr anders als erhofft, denn es trat ein verheißungsvolles Funkeln in meine Augen, schließlich klang ihre Aussage sehr doppeldeutig.

„Was?“, musterte sie mich plötzlich zweifelnd, bis langsames Verstehen darüber, was sich in meinem Kopf abspielen könnte, in ihrer Miene Einzug hielt. „Selbst in deinen Träumen wird das nicht passieren“, warnte sie umgehend und es war einfach nur köstlich, wie sie ihren Kopf vehement schüttelte und die Locken ihrer Frisur erregt auf und ab hüpften.

Dies entlockte mir ein mehr als spöttisches Lächeln, woraufhin ich sie energisch an ihrem bauschigen Rock packte und sie geschickt in einen der unzähligen Räume schubste, die das Manor zu bieten hatte.

„Was…?“, begehrte sie verärgert auf und stolperte mit ihren Stoffmassen kämpfend in den grauen Salon.

„Unsere Angelegenheiten müssen nicht auf den Fluren besprochen werden“, erklärte ich endgültig. Nun schwappte doch wieder übergangslos die Wut über mich, die seit dem Vorfall vorhin immer mal wieder abflaute, aber nie ganz verschwand. Nach dem was ich heute gehört und in den Gedanken meiner zukünftigen Schwiegertochter gesehen hatte, war das nicht verwunderlich.

„Oh ja, natürlich“, ätzte das Biest gekünstelt, „wir müssen ja den schönen Schein wahren. Was würde nur passieren, wenn rauskommen würde, dass du heute beinahe deinen Sohn getötet hättest“, warf sie mir mit gefletschten Zähnen vor und kurz mahnte ich mich zur Geduld, als sie diesen Vorfall offen ansprach.

„Halte dich zurück…“, verkündete ich seidig und ballte meine Hände zu Fäusten, um mich selbst unter allen Umständen unter Kontrolle zu halten.

„Warum?“, fragte sie aufreizend. „Du hast eindeutig eine Grenze überschritten… das ist kein Spaß mehr... das... das…“, stockte sie immer wieder und zeigte sich bewegt und wirkte aufgewühlter und aufgebrachter als jemals zuvor.

Das Schreckliche an der ganzen Sache war nur, während sie mich so anging, konnte ich selbst nicht vor mir verhehlen, dass mir nicht gleichgültig war, was heute passiert war und das auf vielerlei Arten. Auf der einen Seite der Avada, der mich fast meinen Sohn gekostet hätte, auf der anderen Hermiones Fehlverhalten, das mich unerwartet tief traf. Und letztendlich die Zwangsverlobung, die mich wieder glückselig sein ließ und doch dürstete es mich weiterhin nach Rache!

Ja, ich wollte Rache nach all dem. Ich konnte nicht stillschweigend vergeben und vergessen. Ich war niemand, den man derart hinterging und dann ungestraft davonkam. Auch wenn ich versuchte hatte, mich die ganze Zeit vom Gegenteil zu überzeugen, so musste ich erkennen, dass dem nicht so war. Soeben musterte ich sie kalkulierend. Ich bedauerte es nicht, dass meine ausgewählte und vor allem brillante Rache, die ich mit Severus‘ Hilfe dabei war auszuführen, sie voll und ganz treffen würde. Denn ihr Verhalten, dass sie mir Vorwürfe machte, trug nicht dazu bei, mich zu besänftigen.

„Sei still, du bist nicht unschuldig daran…“, fuhr ich sie so aufbrausend wie selten in meinem Zorn an und rief mich umgehend zur Contenance. „Was fällt dir überhaupt ein, dich einem fremden Mann nackt unter einer Dusche zu präsentieren!“, wütete ich erbost weiter, während sie keinen Deut vor meiner geballten Rage wich.

Meine Gesichtszüge verzogen sich vor Anspannung und ich kämpfte darum, die Beherrschung ihr gegenüber zu wahren und nicht handgreiflich zu werden.

„Oh, kommt der Moralapostel durch?“, warf sie mir ätzend vor und stemmte ihre Hände in ihre Hüften. „`tschuldige, aber im Gewölbe war und wäre es egal, oder wie?“, stieß sie anklagend und überhaupt nicht eingeschüchtert wirkend aus, weswegen ich sie pikiert betrachtete.

„Ich wünsche nicht, dass andere Männer in den Genuss deiner Gesellschaft kommen!“, verkündete ich reichlich würdevoll, während ihr Vorwurf an mir abprallte, regelrecht an mir abperlte, vor allem da ich Hermione im Gewölbe immer im Séparée behielt. Sie war, was diesen Ort betraf, einfach zu empfindsam.

„Meine Göttin nochmal, es ist nichts passiert!“, brauste nun sie wütend auf und wirbelte herum, woraufhin meine zarte Geduld endgültig mit diesem gewagten Satz riss.

„Ihr habt euch geküsst!“, schrie ich ihr wutschnaubend ins Antlitz.

Ich atmete schneller, starrte sie zornig an, während sie zu meiner Schande nicht mal im Ansatz verunsichert aussah, sondern nur die unbedeckten Schultern hochzog, als wäre das eine Lappalie, über die ich mich unbegründet echauffierte.

„Himmel, Harry küsse ich auch unkeusch… mach ich deswegen für ihn die Beine breit?“, giftete sie weiter und gestikulierte wild mit ihren Händen. „Denkst du wirklich, ich bin eine Hure für jeden, nur weil ich mal eine gespielt habe?“, ging sie mich mit hässlich verzogener Fratze an, bevor sie sich abwandte und die Hände zu Fäusten ballte. Ich starrte verbissen ihren Rücken an.

„Dreh nicht an den Tatsachen!“, wischte ich ihren Einwand beiseite und fuhr mir in einer wenig edlen Geste über das Haar. „Verdammt, du weißt, dass ich Zabini für diese Frechheit liebend gerne umbringen würde!“, wisperte ich leise, woraufhin sie wiederum zu mir herum fuhr.

„Ja, wen willst du denn nicht umbringen?“, warf sie mir unglaublich schmeichelhaft vor und ich reagierte, indem ich missbilligend meine aristokratischen Züge verzog. In meinen Augen ging ich hier immer strikt selektiv vor.

„Hermione“, murmelte ich plötzlich seidig, wie eine liebliche Warnung, dass sie es nicht zu weit treiben sollte. Heute Abend war ich ihr schon unglaublich weit entgegengekommen, da ich mich von ihr hatte schlagen lassen. Sie sollte die Grenzen kennen.

„Was?“, fauchte sie mich jedoch weiterhin unglaublich unversöhnlich an. „Du wirst Blaise nichts tun. Du hast schließlich mit Astoria eine Vereinbarung getroffen…“, hielt sie mir entschlossen vor.

„Sag diesen Namen nicht in meinem Haus“, brüllte ich ihr blasiert entgegen, denn dass Blaise Zabini ab nun ein Tabu war sollte außer Frage stehen.

„Haaaaa, es tut mir nicht leid für dich, dass du ihm nichts mehr tun kannst, ohne deine Vereinbarung zu brechen…“, raufte sie sich nun die hochgesteckten Haare und stieß einen lauten Schrei aus. Indes arbeitete ich daran, mit mir zu hadern, ob ich es tun und meine Rache an ihr verüben sollte oder nicht.

Sie würde es für ihre Frechheiten verdienen. Ein wenig Demut würde ihr nicht schaden. Sie war arrogant und selbstgefällig und Hochmut kam schließlich vor dem Fall und ich würde dafür sorgen, dass er hart war.

„Ich halt das nicht mehr aus“, bekannte sie auf einmal weniger aggressiv mit bebenden Lippen und erregte damit meine volle Aufmerksamkeit.

„Was nicht… Liebes?“, nahm ich ein wenig Temperament aus der bisher hitzigen Debatte und schenkte ihr ein nachsichtiges, ein wenig überhebliches Lächeln, wie es mir zu eigen war. Doch es hatte den gegenteiligen Effekt. Es beruhigte sie nicht, da es sie nur noch wütender werden ließ, wie mir ihre schnelle Atmung verriet.

„Das…“, vollführte sie eine allumfassende, anklagende Geste. „Jeden verdammten Tag ein Drama. Das ist unerträglich, weil ihr alle einfach nicht ohne Drama auskommt. Nicht einen verdammten Tag“, warf sie mir eindringlich vor und drückte ihre Hand auf ihr freizügiges, aber so verheißungsvolles Dekolleté und sofort hatte ich wieder diese Assoziation mit den Bildern der kleine Greengrass, wie Hermiones Brüste in der Dusche ausgesehen hatten, was sofort wieder ein Aufwallen meines Zorns zur Folge hatte.

„Wie konntest du so dumm sein?“, fragte ich daher harsch und konnte es immer noch nicht fassen, wie sie es wagen konnte, mit Draco so einen Unfug zu begehen, wenn sie um die Konsequenzen wusste und immer, wenn ich es schaffte, mit einer gewissen lässigen Noblesse über das Geschehen nachzudenken, kam ein unerwünschter Gedankengang und ich wurde von jetzt auf gleich wieder so richtig sauer. „Dir ist bewusst, dass das was folgt allein dein Fehler ist. Du wusstest, dass ich das nicht dulden würde und nicht dulden werde!“, fuhr ich sie eiskalt an.

„Draco und ich…“, begann sie stur, aber ich wollte das nicht hören und schnitt ihr herrisch das Wort ab.

„Auch du wusstest, welche Konsequenzen drohen!“, knurrte ich schlecht gelaunt und da kam sie mit wehendem Rock zu mir, legte ihre Hand auf meinen Arm.

„Lucius… wir sind jun-“, wollte sie beginnen, sich zu rechtfertigen und an mein Verständnis zu appellieren, für etwas wo es meiner Ansicht nach keine Erklärung für gab, so dass ich sie energisch unterbrach, indem ich ihre Hand rüde abschüttelte.

„Was?“, kam es auch sofort beißend von mir. „Was willst du sagen? Jung? Das mag sein, aber du weißt sehr genau, alles hat seine Konsequenzen und ja, deine äußerst dumme Idee fordert nun halt ein Opfer!“, gab ich schließlich doch meiner Verlobten eine unschöne Antwort, die sie eindeutig nicht hören wollte, so wie sie ihren Kopf schüttelte.

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Sicher nicht“, begehrte ich sogleich inbrünstig über seinen Vorwurf hin auf. „Ach… leck mich doch…“ Es hatte keinen Sinn, mit diesem verbohrten und verstocken Aristokraten zu streiten.

Ich wirbelte trotzig herum und wollte aufsehenerregend in meinem Kleid davon rauschen. Lucius trieb mich mit seinen Intrigen noch in den Wahnsinn und ich sah es kommen, dass er uns eines Tages alle umbringen würde!

Nur mein Verhalten war gerade wenig erwachsen, da ich vorhatte wegzulaufen und ganz ehrlich, ich wusste nicht warum, aber Lucius brachte immer wieder diese zickige, bockige und bisweilen kindische Seite im mir hervor, die nach meinen Erlebnissen schon lange nicht mehr existent sein dürfte. Aber gerade war sie sehr präsent und ich war auch geneigt, ihn ziemlich überflüssigerweise laut anzuschreien und ihm schlicht die Gurgel umzudrehen. Er reizte mich ungemein, meine Aggressionen an ihm auszuleben.

„Du benimmst dich äußerst kindisch, Hermione“, rief er mir soeben absolut überheblich hinterher und schenkte mir einen unerträglich nachsichtigen Blick aus stahlgrauen Augen, der mir die Galle hochkommen ließ, als ich den Fehler beging und meinen Kopf zu ihm drehte. „Schon mal was von einer Entschuldigung gehört?“, fragte er und ich stoppte im Türrahmen und untermalte seine eingebildete Aufforderung mit einer eindeutigen Geste meiner Hand, indem ich ihm den erhobenen Mittelfinger präsentierte.

„Hermione, im Guten, hör auf mich zu reizen!“, warnte er weich und kurz betrachtete ich seine hochherrschaftliche Gestalt, wobei ich widerwillig die Zähne fletschte.

„Ach, das ist irgendwie nicht schwer…“, höhte ich gemein hin. „Wann hörst du auf, alle zu bevormunden, alle lenken zu wollen, über alles und jeden bestimmen zu wollen?“, hielt ich ihm vorwurfsvoll vor und konnte verfolgen, wie sehr er nach all diesen Offenbarungen um seine Selbstbeherrschung rang.

„Hör auf“, verlangte er jetzt zornbebend, aber ich wollte nicht, ich konnte nicht.

Er machte alles kaputt! Er hatte Draco verlobt, mit Astoria, Harry würde durchdrehen.

„Warum? Weil du nicht hören willst, dass du ein elendiger Tyrann bist? Ein Okkupator? Denn das bist du… wenn dir die Leute nicht freiwillig folgen, zwingst du sie…“, stieß ich anklagend aus und hielt mir meine Schläfen fest, um den Schmerz zu verdrängen, der in mir tobte. „Mit allen Mitteln“, hauchte ich schweren Herzens und fühlte den Ring bleischwer an meinem Finger.

„Das lasse ich mir nicht bieten“, drohte mir Lucius nun eiskalt und es blitzte gefährlich in seinen grauen Augen auf, während er geschickt nach meiner Hand griff und mich langsam, mit stetiger Gewalt zu sich zog und ich mich dagegen sträubte.

„Fass mich nicht an“, rief ich erzürnt und kämpfte stärker gegen ihn an, als er mich wieder ins Zimmer aus dem Türrahmen herauszog.

„Hermione, du balancierst gerade gefährlich nah am Abgrund, hör auf“, kam es erschreckend ruhig und leise von ihm und wenn ich eines wusste, dann dass es gefährlich war ihn weiter zu triezen, aber er verdiente es nicht anders.

Er war ein Mann, der in seinem Zorn sehr unkalkulierbar wurde!

„Ach ja, warum bin ich kindisch? Vielleicht, nur ganz vielleicht solltest du mal in Betracht ziehen, dass das, was du abziehst, kindisch ist? Weil ich zu deinem Sohn gehöre und deine Tochter sein könnte?“, hisste ich bösartig und wenig passend, wenn man meine Liaison mit Severus betrachtete, aber ich war gerade einfach nur blind vor Wut. „Lass mich los“, entriss ich dann auch noch mit einem heftigen Ruck Lucius meine Hand und wirbelte herum, weg von ihm.

„Hör mit dieser unerträglichen Theatralik auf! Das zwischen dir und Draco ist doch schon lange tot. Du bist nur zu stur und verbohrt um dir das einzugestehen“, fasste er fies zusammen und ich warf ihm einen langen Blick zu, während meine Lippen bebten.

„WARRRRRRRR“, entrang sich mir ein Schrei, aufgrund seiner unvorstellbaren Überheblichkeit in Ermangelung einer Antwort, dabei war ich versucht, mit dem Fuß aufzustampfen.

„Weißt du überhaupt, was du Draco und Astoria antust?“, erwiderte ich dann versucht ruhig und es kostete mich enorm viel Kraft, eben diese Frage zu stellen und zu hoffen, dass er seine Fehler erkannte.

Dass er mir diese Bürde antat war das eine, seinem Sohn und Astoria etwas völlig anderes und ich hoffte so sehr auf seine Einsicht.

„Eine Ehe“, kam es daraufhin sichtlich knapp von ihm und ich rollte aufgrund seines versnobten Gehabes mit den Augen.

„Die sie beide nicht wollen“, schob ich genervt hinterher und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Woher willst du das wissen?“, zeigte er sich absolut konsterniert. „Die beiden passen durchaus zueinander“, meinte er zu meiner Verwunderung mit aufrichtiger Miene und als ich etwas erwidern wollte, blieb mir der Mund offen stehen, als ich nachdachte.

Denn an sich hatte er Recht, beide waren sie Reinblüter und wurden seit jeher auf die ihnen vorbestimmte Rolle vorbereitet, den passenden Kandidaten zu ehelichen und einen Erben zu zeugen, nur konnte ich das so nicht stehen lassen.

„Ich verstehe dich nicht. Warum hast du das Astoria angetan? Dracos Frist war noch lange nicht abgelaufen!“, sprudelte es dann doch wieder aus mir hervor. Mich beschäftigte aufrichtig, was er den beiden antat.

„Moment… Liebes, du würdest genauso wie ich handeln, wenn sich dir die Chance bietet“, hielt er mir distinguiert vor und raubte mir damit die Luft zum Atmen.

„Aber… sie und Blaise…“, entwich es mir energischer, woraufhin es böse in seinen kalten, grauen Augen blitzte.

„Nimm diesen Namen nicht vor mir in den Mund!“, klirrte seine Stimme eisig durch den Raum und bescherte mir tatsächlich eine Gänsehaut. Er wirkte durchwegs gefährlich, gefangen in dieser kalten Wut, die ihn beherrschte, sobald er daran dachte. Wohlweislich biss ich mir auf die Unterlippe und schluckte meinen Protest hinunter.

„Aber Lucius… erinnere dich an Narcissa und dich…“, fiel mir spontan das einzige Argument ein, das ihn vielleicht erweichen konnte, indem ich ihn an sich selbst und sein Schicksal erinnerte, aber er zuckte nur wegwerfend mit den Schultern.

„Sie sind jung, sie werden darüber hinwegkommen und dieser Zabini ist ohnehin ein Schürzenjäger. Er wird eine andere finden. Das zwischen den beiden war nichts für die Ewigkeit!“, ließ er sich dazu herab, zu antworten, wenngleich ich bemerkte, wie wenig er sich über Narcissas Nennung freute.

„Ewigkeit? Und das mit uns?“, entschlüpfte es mir empört und ich rang die Hände.

„Das ist etwas anderes“, meine er reichlich despektierlich, dabei wischte er meinen Einwand mit Noblesse beiseite, als wäre er eine lästige Fliege.

„Sagt der geborene treue Ehemann… genau…“, konnte ich es mir nicht verkneifen, zu höhnen, woraufhin er sein aristokratisches Haupt mit unnachahmlicher Gleichmut schüttelte und mir einen Blick schenkte, als würde er ein kleines Kind in mir sehen.

„Erkennst du nicht, dass du ganz anders bist als Narcissa?“, fragte er leise.

Seine Worte versetzten mir einen unerwartet tiefen Stich und ich verkrallte eine Hand in den weiten Volants meines Kleides, während er mich ganz genau musterte.

„Du hast keine Angst vor mir. Du bist frech, wehrhaft und forderst unglaublich dreist, was dir mit Sicherheit nicht zusteht“, war seine letzte Aussage offensichtlich kein Kompliment und ich lächelte schmallippig. „Sie war ein künstliches Püppchen, das den debilen Charakter ihrer Familie geerbt hat. Eingebildet und reduziert auf ihr schönes Äußeres, sonst nichts…“, zählte er seelenruhig auf und ich schüttelte vehement meinen Kopf.

„Und das gefällt dir an mir?“, fragte ich fast verzweifelt.


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WHF Kurzbeschreibungs-Wettbewerb 2016:

Dezember 2010, die Idee stand, die Story hatte gerade erst begonnen. Euch hat die damalige Kurzbeschreibung neugierig gemacht, aber was ist heute, in 2016? Wie denkt ihr, sollte die Kurzbeschreibung heute aussehen?

Wollt Ihr es schaffen andere für diese Story zu begeistern, mit nur wenigen Sätzen? Seid Ihr bereit für diese Herausforderung?

Schreibt eure eigene Kurzbeschreibung zu WHF.

Vorgaben:

Ihr habt 915 Zeichen zur Verfügung.

der Beschreibungsteil bleibt am Schluss immer erhalten:
-"HG mit SB/DM/LM/SS! HP wird im Verlauf eine große Rolle spielen! ♛ Mit Trailern ♛ Hörbuch 1-100 ♛ e-book 1-500"-
trotz diesen Textzusatz, habt Ihr immer noch 915 Zeichen zur Verfügung


Der Gewinner wird durch die Abstimmung auf FB und im Forum ermittelt. Wer die meisten -likes- erhält gewinnt. Der Gewinnertext wird anschließend die neue Kurzbeschreibung zu WHF. Zusätzlich erhält der Verfasser eine unserer allseits bekannten Überraschung.

Bitte schickt eure Ideen bis zum 01.04.2016, ein Aprilscherz, an mich im Chat über FB, im Forum an mich, in ff.de per Post, oder an when_hermione_fights@web.de

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