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 Kapitel 545-546

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BeitragThema: Kapitel 545-546   Mi März 16, 2016 12:01 am

Mal ein Überblick auf unsere Cover 1-4:

http://www.whenhermionefights.de/buch/




545. Kapitel Nicht mein Butterbier

Da war ich nicht der Einzige, der mit sich zu kämpfen hatte.

Sie brachte es zustande, dass sonst wirklich jedem Anwesenden die Züge entglitten. Dem einen mehr oder weniger peinlich, wohlgemerkt, aber sie schockte mit ihrer Aussage, nichts tun zu wollen, wirklich alle, einschließlich mich und auch die Twins, die selten so blöd aus der Wäsche geschaut hatten wie jetzt.

Alle reagierten, bis auf Gellert und Moody, weswegen ich sofort misstrauisch wurde. Diese beiden mussten vorher darüber informiert worden sein, so ruhig wie sie sich gaben und so besonders intensiv wie sie uns studierten.

„Was? Was schaut ihr so?“, begehrte sie aufgrund der lastenden Stille und der vorwurfsvollen Blicke auf.

„Das kommt überraschend“, rang sich Weasley als erster von allen schwer ab.

„Jau, da sagt unser Bruder mal was Wahres.“, „Neeee, er untertreibt, das ist ein Supergau.“, „Voll hammerhart.“, „Schönste, du bist aber wirklich immer wieder für etwas Einmaliges gut“, fanden die Red Devils gewohnt flott zu einem leichten Schlagabtausch zurück.

„Was? Nein…“, wehrte sie umgehend mit erhobenen Händen ab. „Ich habe nur entschieden, dass das Dracos Butterbier ist“, ging ihr Blick, wie um meine Gedanken, dass das abgesprochen war, zu bestätigen, zu den beiden Alten, bevor sie entschuldigend zu mir sah.

„Was für ein Mist“, murrte Potter verächtlich zu Weasley hin und sein abwertender Blick traf mich.

Tja, wenn ich kein hochwohlgeborener Malfoy wäre, wäre ich versucht gewesen, ihm die Zunge heraus zu strecken. Ich bemühte mich jedoch, nur erwachsen zu sein und dieser neuen Misere mit einem gewissen Gleichmut gegenüberzustehen. Wenn ich hier als Sieger gegen Vater herausgehen wollte, musste ich wohl abwägen und überlegen. Es würde mir nicht helfen, kopflos meinen Gefühlen nachzugeben.

„Entschuldigung, es ist nicht so, als hätte ich um Hilfe gebeten“, schaltete ich mich daher jetzt empört ein, dabei musterte ich alle maßregelnd, alles würde ich ihnen nicht durchgehen lassen, auch wollte ich auf Hermiones unausgesprochene Frage antworten, ob sie richtig damit lag, sich nicht einzumischen.

„Sag ich was?“, meinte sie daher irritiert. „Du brauchst meine Hilfe nicht, außerdem habe ich mit meiner Verlobung schon genug zu tun“, servierte sie mit einer Überheblichkeit, die ihr aus jeder Pore zu kommen schien.

Auf der einen Seite sprach sie mir ihr Vertrauen aus, dass ich selbst meine eigenen Probleme lösen konnte, auf der anderen Seite servierte sie mir einen Magenschwinger unvorstellbarer Größe, als sie herauskehrte, dass sie auch meine Hilfe bei ihrer eigenen Verlobung nicht brauchte, oder gar wollte.

„Weichei, sag ich doch“, nuschelte das rote Untier leise, aber nicht leise genug.

„Ron“, knurrte Hermione wütend, aber ich schnitt ihr mit erhobener Hand die Worte ab.

„Ich wünsche gar nicht, dass sich Hermione einmischt“, stoppte ich diese Diskussion. „Ich werde das ohne sie angehen! Das ist nicht ihre Angelegenheit“, riss ich jetzt das Ruder an mich, woraufhin ich sofort die Aufmerksamkeit aller erhielt.

Ich erkannte durchaus das Vertrauen, das sie mir damit aussprach, auch wenn die anderen blind genug waren, das nicht honorieren zu wollen und es eher als negativen Aspekt in unserer Beziehung auslegten.

„Genau“, schnaubte Potter abfällig. „Was willst du tun? Zu Papa ganz lieb bitte, bitte sagen?“, höhnte er bösartig und ich kniff die Lippen zusammen. Dass diese Nervensäge immer so kindisch sein musste, als ob mein Vater jemals auf so was reagieren würde oder es je getan hätte.

„Jau, Harry gib´s ihm“, amüsierte sich der Köter köstlich, woraufhin ihm Hermione schmerzhaft auf den Fuß stieg, weswegen er schmerzhaft aufjaulte. Erst da fiel mir auf, wie nah dieser Typ sich schon wieder an sie heran gedrängt hatte.

„Ich vertraue Draco, er wird das regeln“, meinte sie aufmunternd, dabei schenkte sie mir ein inniges Lächeln und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.

„Unser Anführer wird das schon richten.“, „Ich weiß, dass er eine Lösung findet.“, „Mag vielleicht dauern, aber sie wird kommen“, versuchte die Twins Astoria aufzumuntern und drückten sie ab und an abwechselnd an sich, da sie ziemlich überfordert unsere Debatte mit verfolgte.

„Ich werde meinem Vater schon klarmachen, dass diese Verbindung keine besonders schlaue ist“, verkündete ich mit einer gewissen Geringschätzung zu Potter hin, der mich plötzlich sonderbar durch seine hässliche Brille anstarrte.

„Komm mal her, Malfoy“, bedeutete mir Potter zu ihm zu kommen, doch nicht ich sondern Hermione kam sofort unaufgefordert näher.

„Warum?“, fragte ich vorsichtig, steckte meine Hände in meine Hosentaschen und wippte auf den Ballen auf und ab.

„Weil ich mit dir unter vier Augen reden will“, kehrte Potter seine neugefundene Autorität hervor und ich seufzte, während ich mich widerwillig in Bewegung setzte, um seiner Aufforderung nachzukommen.

„Hey, Sonnenschein, kommst du mal zu mir?“, winkte Gellert sie zu sich, der durchaus mitbekommen hatte, dass Potter mit mir alleine sprechen wollte.

„Was ist?“, wollte sie unwirsch zu dem alten Knochen herumwirbelnd erfahren, da sie lieber zu Potter und mir gegangen wäre, aber der durchdringende Blick Gellerts schien ihr zu verdeutlichen, dass sie ihre vorgehende Aussage mit ihrem Verhalten ad absurdum führte.

„Ich habe Fragen…“, überspielte er geschickt. „Sag mal, spürst du eigentlich noch was… hier drinnen? Oder wie fühlst du dem hübschen, jungen Mann gegenüber, dem du geholfen hast, zu entkommen?“, vernahm ich noch seine Bemühungen, sie in ein Gespräch zu verwickeln.

Er wollte eindeutig für unsere Ungestörtheit sorgen, ein Umstand, der auch Hermione langsam dämmerte und es schien ihr nicht leicht zu fallen, aber zu meiner Überraschung nickte sie knapp und wandte uns beiden entschlossen den Rücken zu. Nicht dass sie nun weit weg stand, aber sie signalisierte eindeutig, dass sie sich wirklich raushalten würde.

„Ich hätte nicht gedacht, dass sie das wirklich durchzieht… mhm…“, drehte sich der anhängliche Weasley sehr überrascht zu seinem Freund, woraufhin Potter mit den Schultern zuckte.

„Die Schönste hat genug andere, eigene Probleme. Ich kann es verstehen und sie hat schon einen eigenen Kampf gegen den alten Malfoy, da sollte sie nicht noch einen Schlachtplatz eröffnen“, zeigte Potter großes Verständnis für seine Freundin und ich zu meinem Leidwesen auch.

Auch wenn es mich minimal wurmte, dass es so lief, wie es lief. Vater wäre glückselig und frohlockend, wenn er es erfahren würde und ich gab mich nicht der Illusion hin, zu glauben, dass diese Entscheidung von ihr vor ihm verborgen bleiben würde.

„So vollkommen pragmatisch, schicksalsergeben und gefühlsarm kenne ich dich und sie gar nicht“, erklärte der Rotschopf spöttisch und grinste schief, da er das eher ironisch meinte, woraufhin ich schnaubte. Natürlich nützte es uns nichts, wenn wir alle Zeter und Mordio schreien würden, denn wir mussten an die Sache logisch und wohl überlegt herangehen.

„Könnten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren?“, meinte ich nur schneidend, dabei verschränkte ich meine Arme abwehrend vor der Brust.

„Gerne“, lenkte Potter umgehend ein und die Brillenschlange nagelte mich mit einem durchdringenden Blick fest. „Ich will mit deinem Vater reden“, forderte er harsch, was meine Augenbraue in ungeahnte Höhen trieb. Das hatte ich nicht erwartet.

„Was, wie, wo?“, stieß ich aufrichtig erschrocken aus.

Dabei löste Potters herrisches Auftreten, das fern der Furcht lag und absolut zu seinem blödsinnigen Charakter passte, immer mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, eine Gänsehaut bei mir aus. War er verrückt geworden? Wie sollte das gehen? Wie wollte er mit Vater reden? Schlussendlich war mein Vater die Rechte Hand des Dark Lords, da ließ es sich natürlich locker flockig einrichten, dass er mit dem Intimfeind des Lords sprach, genau. Sonst noch Wünsche? Ich beschloss innerlich, dass ich von Verrückten und Wahnsinnigen umgeben war.

„Ja, Malfoy… ich meine das Ernst, ich muss unbedingt von Angesicht zu Angesicht mit ihm sprechen… das muss sein“, erklärte er eindringlich und ich kam nicht dagegen an, aber mir ging mein Mund vor Sprachlosigkeit auf und mir fehlten schlicht die Worte, ein Umstand, den er nützte um weiter zu sprechen. „Ron und ich haben lange überlegt… und…“, unterstrich er seine Meinung mit seinen Händen, als ich anfing, meinen Kopf eindringlich zu schütteln, was ihn stoppte.

„Spinnst du?“, verkündete ich aufrichtig, woraufhin er sichtbar pikiert die Augenbrauen zusammenzog.

„Was?“, meinte er eingeschnappt und schüttelte nun seinerseits das wirre Haupt.

„Wie stellst du dir das vor, Potter? Du spazierst ins Manor und sagst: Hallo, hier bin ich“, spuckte ich zynisch aus.

„Was? Nein…“, wehrte er mit erhobenen Händen eilig ab, aber ich ließ ihn nicht aussprechen.

„Mein Vater wird bestimmt nicht in die Wildnis stapfen, um sich mit dir zu treffen“, hielt ich seinem Protest entgegen. In mir brodelte es. Dachte er, es wäre so leicht, Vater zu irgendwas zu bewegen?

„Denkst du?“, fragte er mit aufrichtig gezeigter Überraschung, aber wedelte gleich mit der Hand. Er wollte keine Antwort, sondern selbst weiter reden. „Ja, du hast recht, das denke ich auch und ihn in den Wald zu locken finde ich auch nicht so gut“, sprach er mehr zu sich als zu mir, während mir sein Blick auffiel, der durch den Hof wanderte. „Ich meine, dass das hier wohl der neutralste Ort wäre.“ Ich erstarrte bei seinem Satz zu einer Eissäule, bis sich eine Welle in mir so sehr aufbaute, dass sie sich Bahn brach.

„Hier?“, schrie ich nun sehr laut, weswegen alle zu mir herum fuhren und ich mich erst schütteln musste. „Mein Vater?“, flüsterte ich leiser. „Nicht dein Ernst!“

Potter wollte wirklich, dass ich mein Geheimnis vor Vater lüftete, nur damit er mit ihm reden konnte? Das war etwas, was ich nie gewollt hatte. Mein Vater sollte mein Reich nicht sehen, das war meines!

„Ja, ich meine… Snape war ja schon mal hier“, schaltete sich nun dieses unerträgliche Anhängsel ein, das mir gefährlich auf die Nerven ging.

Ich ballte meine Hände zu Fäusten. Severus wäre nicht hier gewesen, hätte Hermiones Leben nicht davon abgehangen. Hier ging es nur um Astoria und mich. In mir arbeitete es, sodass ich einige Worte verpasste.

„Nein“, meinte ich rund herum.

„Malfoy, solltest du mich nicht unterstützen? Unter Anbetracht, dass du diese Verlobung gar nicht willst“, kam es schrecklich herablassend von Potter.

„Joooo, man könnte meinen, du willst gar nichts dagegen unternehmen“, musste zu allem auch noch sein Anhängsel seine unerwünschte Meinung dazugeben.

„Hüte deine Zunge, ich sag es dir, nur weil ich nicht will, dass mein Vater hierher kommt, heißt das nicht, dass ich nicht etwas dagegen unternehmen will“, brauste ich frustriert auf.

„Schon mal daran gedacht, dass das hier…“, umfasste Potter die Burg mit einer Handgeste, „vielleicht… nur vielleicht hilfreich sein könnte, um deinen Vater zu beeindrucken, oder auch nur um zu zeigen, dass du nicht alleine da stehst?“ Ich schüttelte weiterhin meinen Kopf.

„Und somit wäre es am besten, wenn du nicht dabei bist und in der Zeit der Burg fern bleibst!“, meinte der doofste Weasleybruder und er schaffte es, dass ich soeben aus meinem Reich flog. Er war so unverfroren, dass ich ihn kurz mit offenem Mund musterte.

„Ich?“, fragte ich tonlos und deutete mit dem Finger auf mich selbst. Gerade konnte ich diese Anmaßung in ihrem kompletten Ausmaß noch nicht fassen und ganz greifen.

„Ja, sorry“, kam es unnachahmlich lässig von Potter. „Aber ich denke nicht, dass ich deinem Vater ein vernünftiges Wort entlocken kann, solange du da bist“, meinte er unglaublich charmant, dabei blitzte es hinter seinen Brillengläsern auf.

„Bist du irre?“, schrie ich wieder etwas lauter. „Oder tickst du noch ganz richtig, Potter?“, fühlte ich, wie das Blut in mir zirkulierte und nahm an, dass ich tatsächlich rote Wangen bekommen hatte, so sehr ärgerte ich mich gerade.

„Was? Jetzt werde mal nicht anmaßend, Malfoy“, winkte Potter für meinen Geschmack zu lässig ab.

„Ich?“, rief ich wieder lauter aus. „Nicht nur, dass du denkst, du kannst über MEINEN Besitz frei verfügen, bildest du dir auch noch ein, die Rechte Hand des Lords einfach so hierher einladen zu können! Das ist nicht nur geisteskrank, das ist hochgradig verrückt!“, schrie ich nun ungeachtet der anderen aus Leibeskräften.

Ich erhitzte mich regelrecht in meinem Zorn gegenüber Potter, der aber relativ ruhig und besonnen blieb und mich nur kühl musterte, während ich mir nach meinem Ausbruch selbst unbeherrscht und dumm vorkam.

„Nein, es ist genial, Malfoy“, wandte jetzt wieder Weasley ein, nachdem ich Luft holen musste. „Es zeigt, dass Harry und seine Forderung nicht alleine stehen… dein Vater sieht dann, was hinter unserem Wort steht“, begeisterte er sich für den Plan.

„Ihr wollt das, was wir hier aufgebaut haben, eiskalt für eure Befindlichkeiten nutzen“, stieß ich anklagend hervor und strich mir eine Strähne aus dem Antlitz.

„Willst du jetzt doch Astoria heiraten?“, provozierte Potter, woraufhin ich meine Arme in die Luft warf. Es war zum verrückt werden.

„Marcus würde sagen, ihr gefährdet die Sicherheit Irlands“, hielt ich ihnen vor und sah mich hilfesuchend um, aber leider war er einer der wenigen, der nicht da war.

„Unfug“, wischte Potter meinen Einwand mit einer wegwerfenden Geste beiseite.

„Lass deinen Vater vorher schwören. Es gibt genügend magische Mittel, ihn mundtot zu machen“, warf Weasley gewichtig ein und erinnerte mich mit Grauen an die Hermione aus unserem ersten Jahr in Hogwarts, wo sie jeder zu Beginn unerträglich gefunden hatte und am liebsten hätte ich ihm für seine Besserwisserei meine Faust ins Gesicht geschlagen.

„Uhhhhhh, Harry, du hilfst mir wirklich?“, unterbrach uns Astoria, die sich ihrem Schwager wieder in die Arme warf und der sie sehr liebevoll umfing.

„Auf dass du nicht den Stinkstiefel heiraten musst? Natürlich… immer…“, kam es auch sofort unverschämt von Potter, der mich beleidigte, aber meine Burg forderte.

„Pfff“, grummelte ich nur über diese unglaubliche Frechheit hinweg. Wer dachten die alle, wer sie waren?

„Zusammen mit Draco werdet ihr es schaffen? Oder? Blaise… er… er…“, schniefe sie erneut los und wirkte untröstlich, während Potter sie aufzumuntern versuchte.

Mit einem Schlag kam ich mir so was von unerwünscht vor, aber brach ich darüber in Tränen aus? Langsam aber sicher zehrte ihr Verhalten an meinen Nerven.

„Harry“, schaltete sich zum ersten Mal Blaise verhalten ein und wirkte leicht neben sich, während er irgendwie überfordert auf seine schluchzende Freundin starrte, die ihr Gesicht an Potters Brust platt drückte.

Diese unbehagliche Stimmung, über die wir Männer uns alle hinweg ansahen und maßen, war wie ein Machtkampf. Wer zuerst zuckte, starb.

Doch dieses Spiel wurde durch einen lauten, protestierenden Schrei unterbrochen, begleitet wurde dieser Ruf von der Nennungen vieler Kosenamen, die unsere Aufmerksamkeit einfingen.

„Sonnenschein.“, „Schätzchen.“, „Schönste.“, „Meine Kleine“, versuchte jeder irgendwie zu Hermione durchzudringen, die aussah als würde sie gleich explodieren.

„Könntet ihr mit dem Schrott aufhören, ich habe einen Namen“, brüllte sie aus Leibeskräften, woraufhin alle perplex verstummten und verhalten zu ihr sahen, während sie uns alle nacheinander musterte, dabei beäugte sie den stummen Blaise und die tränenumflorte Astoria, bevor sie nochmal tief Luft holte. „Und wer jetzt noch Püppchen sagt, den schlage ich!“

Sie zauberte mir, nach diesem wenig erbaulichen Gespräch, doch noch ein Lächeln auf die Lippen. Ihre trockene, bösartige und so treffende Art, alles auf einen Punkt zu bringen, war wunderbar.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Jetzt war ich hier, in der Burg in Irland und musterte missmutig die Versammlung, die mich umgab. Nacheinander sah ich alle Protagonisten mit unterschwelliger Wut an. Es war interessant, Sirius, Viktor, Draco, Harry und die beiden Alten zu beobachten. Sie alle verband auf die ein oder andere Weise sehr viel mit mir und das ließen sie sich alle meiner bescheidenen Meinung nach zu sehr anmerken, indem sie dachten, mir ihre Ansichten und Weisheiten aufdrücken zu müssen!

Und doch bedeutete ihre Meinung nichts, gar nichts!

Als sie dann auch noch dachten, mich alle mit ihren bescheuerten Kosenamen anreden zu müssen, reichte es mir und mein Ausbruch ließ die Leute mal kurzzeitig verstummen. Endlich. Während sich eine ungemütliche und angespannte Stille ausbreitete, konnte ich tatsächlich miterleben, wie Gellert Sirius umschwänzelte, da dieser ziemlich betroffen darüber war, mich mit Draco zusammen zu erleben. Das konnte er nicht überspielen, da Sirius immer wieder den Kopf schüttelte, empörte Blicke zwischen uns her wandern ließ und alles in allem richtig mies gelaunt wirkte.

Irgendwie war es immer noch nicht leicht für Sirius, diese neue Realität zu akzeptieren, so dass er noch nicht mal bemerkte, wie er von den Mädels der Burg angehimmelt wurde. Sie standen am anderen Ende des Innenhof und tuschelten über unsere Versammlung, sahen aber immer wieder verträumt und schwärmerisch zu ihm hin, ebenso wie Gellert. Das war so offensichtlich und plakativ, dass man Sirius absichtliche Ignoranz vorwerfen konnte.

Moody daneben war ebenfalls göttlich zu beobachten, wie er abfällig in das Gras zu seinen Füßen spuckte und wild mit seinem magischen Auge rollte. Aber für Sirius war es normal, denn zu seiner Schulzeit war es, laut den Erzählungen der anderen, nicht anders gewesen. Er und James waren als die begehrten Lausbuben der Schule von allen angeschmachtet und umschwärmt worden.

Jedoch machte ich auch zu meinem widerwilligen Erschrecken aus, dass ich mich selbst zum Teil in den sich anbiedernden Mädels wieder erkennen musste. Vor meinem geistigen Auge landete ich in der Vergangenheit am Grimmauld Place. Ich erinnerte mich, wie wir dort festgesessen und ich mich gelangweilt hatte und meinen Spaß gesucht und in Sirius gefunden hatte. Gerade war es wie ein schonungsloser Spiegel, den mir das Leben vorhielt. Er zeigte mir das Leben, als ich noch jung, naiv und einfältig gewesen war. Ich hatte mich in der Aufmerksamkeit des älteren Mannes sonnen wollen, eine weniger schöne Erkenntnis.

Soeben verfolgte ich, wie Sirius übermütig zwinkerte, sein kinnlanges, lockiges Haar zurückwarf und ein strahlendes Lachen offenbarte. Es war, als wäre er jung und unbeschwert geblieben. Ich hatte es schon öfters verfolgt, sobald er in Harrys Nähe war, wirkte er oft noch jugendlicher und übermütiger als sonst schon. Er zeigte eine Leichtigkeit, die er sich bewundernswerter Weise irgendwie bewahrt hatte. Eine Eigenschaft, die mir immer mehr abhandenkam, selbst Harry wirkte gegen ihn schwermütig, niedergeschlagen und depressiv, trotz seiner Jugend. Somit lag nur ein nachsichtiges Lächeln auf meinen Lippen, während ich mich wehmütig an frühere Zeiten erinnerte.

„Her… Hermione?“, legte mir nun Viktor seine Hand auf die Schulter und holte mich aus meiner Versunkenheit in die Gegenwart und ich wandte mich ihm etwas irritiert zu.

„Was kann ich für dich tun?“, fragte ich distanziert, aber höflich und warf einen kalkulierenden, abschätzig wirkenden Blick auf seine Hand, die mich noch immer berührte.

Langsam ließ er seine Hand meinen Arm hinab wandern, näherte sich meinem Ohr, auf dass nicht alle hörten, was er sagen wollte, aber irgendwie behagte mir seine vertraute Nähe nicht, gerade vor Draco und Sirius nicht, denen das mit Sicherheit nicht entging.

„Ich habe Sorge…“, fing er eindringlich an, woraufhin ich große Augen machte, aber ihn auch nicht unterbrach. „Black, Malfoy, ich… von Grindelwald ganz zu schweigen und nun der verrückte Auror und dann Flint… das ist eine explosive Mischung…“, warnte er mit aufrichtiger Sorge im Ton, dabei zogen sich seine dunklen Augenbrauen wie bei einem Gewitter zusammen und er musterte mich aufmerksam, während ich versuchte, seine unklare Aussage in einen passenden Kontext zu bringen.

„Ach? Wegen eures Temperaments?“, fragte ich daher unsicher und ließ ihn zu keiner Zeit aus den Augen.

„Das auch“, kam er mir nickend entgegen, „aber auch, weil wir außerdem alle Interesse an dir haben“, gestand er dann vorsichtig mit großem Unbehagen.

„Viktor!“, tadelte ich umgehend, dabei versuchte ich unauffällig eine gewisse Distanz zwischen uns zu bringen. „Jetzt schmeichelst du mir aber sehr…“, versuchte ich das Ganze ins Lächerliche zu ziehen. „Das ist lange her und du hast Clearwater…“, versuchte ich mich der unerwünschten Aufmerksamkeit von seiner Seite zu erwehren.

„Trotzdem mag ich dich noch immer“, entgegnete er reichlich irritiert und strich sich sichtbar verwirrt über das stachelig kurze Haar.

Seine Aussage kam unerwartet und doch war sie ein wunderschönes Geschenk, dass er mir diese Gefühle gewährte. Trotz allem, das war unerwartet, aber auch sehr kostbar. Natürlich entgingen mir die skeptischen Blicke von Sirius und Draco nicht. Sie ließen mich nicht aus den Augen, deshalb verpasste ich den Einsatz zu einer Entgegnung und er kam mir zuvor.

„Ich verstehe das nicht. Ich meine, wir sind weder im Streit, noch in Eifersucht, oder Wut auseinandergegangen. Dürfen wir uns nicht noch verstehen?“, fasste er empört zusammen und seine Mimik drückte Unverständnis und Zorn aus. „Ich habe und sehe dich immer noch als Freundin, du bist…“ Ich griff schnell ein und unterbrach ihn eilig.

„Viktor, ich habe keine Möglichkeit mehr…“, wollte ich mich irgendwie doch ihm gegenüber verteidigen, aber er kam mir zuvor und schnitt mir das Wort ab.

„Ich vermisse die Briefe von dir… du…“, gestand er, bei diesem Eingeständnis blieb mir kurz die Luft weg.

„Oh, ich vermisse auch viel, aber das ist alles Vergangenheit, gerade jetzt ist alles anders und wir müssen unseren Fokus auf den Krieg richten“, mahnte ich mit einer Schärfe, die an sich ihm gegenüber unnötig war.

„Das weiß ich doch und ich versuche dir… euch ja zu helfen…“, warf er immer hitziger ein und ich legte mein Haupt schief und musterte ihn.

„Indem du Gellert hinterher spionierst?“, fragte ich scharf, da mir plötzlich auffiel, wie skeptisch sich Viktor und er beobachteten. „Denkst du, das bekommt er nicht mit?“, warf ich ihm vor. Gellert zwinkerte gerade überaus übertrieben Sirius zu, aber ich wusste, seine Aufmerksamkeit war auf alles und jeden in diesem Hof gerichtet, wenngleich er den senilen Trottel spielte.

„Diesem alten Typen ist nicht zu trauen“, beharrte Viktor auch sofort und ich seufzte verhalten auf. Wo er recht hatte, hatte er recht. Gellert war viel, aber er war immer noch ein verschlagener Ex-Dark-Lord, das durfte man niemals vergessen, aber trotzdem hatte er bisher nichts getan, was meine Loyalität zu ihm in Frage stellen könnte.

„Pfff… dieser Mann hat mir das Leben gerettet… ich werde ihm immer verbunden sein!“, gab ich widerwillig die Wahrheit zu, was dazu führte, dass ihm der Mund offen stehen blieb und ich redete schnell weiter: „Aber du hast recht, ich würde ihm nie zu sehr vertrauen, er ist ein alter Schlawiner“, erklärte ich gutmütig mit einem nachsichtigen Lächeln. „Ich bin nicht blind, Viktor. Er ist auf seinen Vorteil bedacht und er würde seine eigene Oma verkaufen, wenn es ihm weiterhilft“, versuchte ich dem besorgten jungen Mann zu zeigen, dass ich weder blind, noch dumm, noch naiv war und mir der Realität durchaus bewusst blieb.

„Es ist schön, dich so reden zu hören, das zeigt, dass du nicht verblendet bist“, kehrte Viktor den arroganten Durmstrangschüler raus, der sehr wohl in ihm steckte und das entlockte mir beinah ein Grinsen.

„Dafür bin ich zu rational“, kam es reichlich kühl von mir, darauf reagierte er, indem er amüsiert seinen Kopf in den Nacken warf und laut auflachte.

„Was tuschelt ihr zwei da?“, schaltete sich plötzlich Sirius ein, der sich von Gellert und Moody lossagte, um mit misstrauischer Miene zu uns zu kommen.

„Nur über die alten Zeiten“, kam mir Viktor zuvor und betonte es so zweideutig, dass er Sirius bösartig aufzog, da es schrecklich doppeldeutig klang.

Und wie um ihn zu ärgern legte sich sein Arm besitzergreifend um meine Schultern, weshalb ich mich umgehend versteifte. Was sollten diese Machtspielchen auf meine Kosten? Anscheinend bekam ihnen das Zusammenleben auf kleinstem Raum wirklich nicht. Bei unserem Anblick knirschte Sirius mit den Zähnen. Augenscheinlich hatten die beiden schon die Möglichkeit gehabt, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen. Ich wusste nicht, ob mir das gefallen sollte, denn wenn ich ehrlich war, gefiel es mir ganz und gar nicht.

„Komm her, Hermione, und lass dich umarmen“, meinte Sirius nun ziemlich aus dem Kontext gerissen und zog mich überraschend mit einem kraftvollen Ruck zu sich, so dass Viktors Arm von mir fiel.

„Uhhh…“, zeigte ich mich überrumpelt und streckte meine beiden Arme aus, legte meine Hände auf Sirius‘ Brust, um seinen Überschwang zu bremsen und ihn auf Abstand zu halten. Langsam aber sicher wurde ich richtig sauer.

„Ich unterbreche ja nur ungerne diese traute Zweisamkeit, aber wir haben andere Sorgen, als uns diesen Albernheiten hinzugeben“, durchschnitt Dracos scharfe Stimme dieses Schauspiel und ich erlaubte mir, kurz gepeinigt die Augen zu schließen. Sie führten sich alle auf wie die Platzhirsche.

„Draco…“, drehte ich meinen Kopf zu ihm und machte mich mit einer entschlossenen Drehung von Sirius frei, der das mit einem Schnauben kommentierte, aber mich auch nicht aufhielt und so eilte ich zu Draco.

Dabei bemerkte ich, dass er seine Debatte mit Harry und Ron beendet zu haben schien, da Harry mit Astoria und Blaise bei Gellert und Moody stand und sich intensiv unterhielt, während Ron mit Apolline ein leidenschaftliches Wiedersehen feierte, das von seinen teuflischen Brüdern gehässig kommentiert und untermalt wurde.

„Warte“, rief Sirius doch noch, aber ich hob meine Hand.

„Nein, Sirius, keine Zeit“, meinte ich nicht wirklich entschuldigend zu ihm und richtete meinen Blick nach vorne und sah intensiv zu Draco, der diese Musterung stoisch über sich ergehen ließ. Es war sonderbar zwischen uns und kurz stockte mir der Atem, bevor ich mir eine Frage gestattete.

„Ja, ich denke, wir beide sollten mal vielleicht das ein oder andere Wort wechseln… oder nicht?“, wollte ich unsicher wissen, da noch alles zwischen uns stand, was vorgefallen war.

„Doch unbedingt“, kam es sofort involviert von Draco. „Du bist bei Vater geblieben?“, hörte sich das in meinen Ohren eigentlich wie eine Feststellung und nicht wie eine Frage an.

„Was?“, entschlüpfte es mir empört. „Nein“, schüttelte ich energisch meinen Kopf und deutete hinter mich. „Ich… ich bin zu Gellert gegangen“, entgegnete ich daher auch knapp und durfte erleben, wie Unglauben Dracos Miene zierte.

Er musste arg gebeutelt sein, wenn er derart tief hinter seine Maske blicken ließ. Das Gespräch mit Harry schien nicht wirklich gut gelaufen zu sein, aber ich verbiss es mir, nachzufragen, sonst hätte ich mir vorhin meine hochtrabende Aussage auch sparen können.

„Hä?“, zeigte sich Draco ziemlich überrumpelt. Dass ich eher zu Gellert ging als ins Cottage schien ihn wirklich völlig zu überraschen, aber er wusste auch nichts von Lucius‘ Fluch, was auch besser war.

„Egal“, winkte ich daher eilig ab. „Wie geht es dir? Was war das für eine Magie?“, forschte ich aufgeregt weiter und kam auf einen Punkt, der mich bisher sehr verunsicherte. Ich mochte Magie nicht, die ich nicht verstand und in dem Salon war eine große magische Spannung wie aus dem Nichts in Aktion getreten.

„Du wirktest bis vor kurzem nicht sehr besorgt“, beschwerte er sich über meine mangelnde Aufmerksamkeit bei dem Drama und überging meine Fragen, was mich perplex zurückließ.

Autsch, glaubte er das wirklich, dass mich der Avada unberührt ließ? Da fiel mir seine steinerne, unleserliche Miene auf, die er nun sichtbar angespannt aufrecht erhielt. Er nahm mir mein Verhalten auf dem Ball tatsächlich übel und so blicke ich erst mal betreten zur Seite und dachte nach. Zu meiner Bestürzung registrierte ich, dass er Recht hatte, alles andere war erst mal wichtiger gewesen als er, nachdem er dem Fluch mehr oder minder unbeschadet entkommen war.

„Ich… ich…“, versuchte ich eine Rechtfertigung zu finden, die mir nicht wirklich über die Lippen kam und so schlug ich meine Hand betroffen vor meinen Mund, woraufhin Draco schmallippig und unecht lächelte. Mit Schrecken stellte ich fest, dass eine neue Kälte zwischen uns lag. Die Stimmung war schlecht und diese Disharmonie zwischen uns war fast greifbar.

„Du hast genug selbst um die Ohren, ich weiß…“, war er schneller als ich, eine Entschuldigung für mich zu finden und es hörte sich so verdammt kühl an, als er meine Worte von vorhin, dass ich keine Zeit hatte um mich zu involvieren, nochmal wiederholte. „Und nun erzählst du mir, was passiert ist, als wir weg waren?“

„Naja“, wandte ich unsicher ein, als ich mich daran erinnerte, dass es mir ähnlich ergangen war wie Draco, denn auch er hatte sich aus dem Staub gemacht, ohne an mich zu denken und das wollte ich nicht zurückhalten. „Ihr… ihr habt mich auch ziemlich übergangslos alleine gelassen“, wagte nun ich vorwurfsvoll einzuwerfen und irgendwie musste ich den Impuls unterdrücken, mich zu schütteln, als ich wieder an Lucius, mich und den Fluch denken musste. Vielleicht wäre es nicht so weit gekommen, wenn die anderen geblieben wären.

„Ich habe wie du das Vertrauen in dich, selbst mit ihm zurecht zu kommen…“, erklärte er gestellt, bis er abrupt stoppte. Irgendetwas an mir musste ihm auffallen, das ich nicht überspielen konnte. „Oder sehe ich das falsch?“, flüsterte er nun besorgt. „Ist etwas passiert? Hat Vater dir etwas getan, nachdem wir gegangen sind?“, sprach Beklommenheit aus seiner Stimme und er fasste nach meinen Händen.

„Nein, nichts“, wich ich eilig aus. „Ich… ich habe und hatte dafür Verständnis… also… dass ihr gegangen seid“, erteilte ich ihm willig Absolution, da mir seine Fragen nicht passten. „Ich selbst war so abgelenkt, dass ich das gar nicht richtig bemerkt habe“, bemühte ich mich, den Zusammenprall von Lucius und mir herunterzuspielen, doch lag der durchdringende und sehr zweifelnde Blick der grauen Augen die ganze Zeit auf mir.

„Es war aber nicht richtig von mir, zu gehen“, gestand er leise mit einem wehmütigen Ausdruck im Blick, der mir durch und durch ging. „Ich entschuldige mich und wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich das nie gemacht, aber Astoria hat nicht mehr länger den schönen Schein aufrecht erhalten können“, meinte er aufgewühlt, was ich stumm nickend hinnahm.

Danach warfen er und ich einen Blick zu dem eigentlich taffen Mädchen, das plötzlich so viel unsicherer, schmaler, anfälliger und blasser erschien als sonst. Es traf sie hart, in Lucius‘ Fänge geraten zu sein und es überforderte sie schlicht und einfach. Man konnte ihr und Draco wahrlich keinen Vorwurf machen, dass sie vor einem Zusammenbruch gestanden und er versuchte hatte, diesen vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.

Astoria Greengrass, Dracos Verlobte!

Zumindest verstand ich nun, wie sich Draco fühlen musste, seitdem ich mit Lucius verlobt war. Es war ein beschissenes Gefühl und einfach machte es das alles nicht, es wunderte mich nur, dass Severus das derart locker hinnehmen konnte!

Astoria hatte mir bisher nie etwas getan, aber mir kam gerade die Galle hoch, wenn ich sie ansah. Ich nahm ihr etwas übel, für das sie gar nichts konnte. Ich würde einmal mit ihm darüber reden müssen, denn dieser Umstand hatte nie einen Keil zwischen Lucius und Severus, als auch zwischen mich und ihn getrieben. Wie sonderbar, eigentlich ein Mysterium, dem es auf den Grund zu gehen galt.

„Hermione… was…?“, versuchte Draco erneut ein Gespräch und ich riss mich zusammen.

„Es war wirklich gut, dass ihr gegangen seid, weil Lucius…“, sprach ich einfach darauf los, eigentlich um meine Gedanken nicht preisgeben zu müssen, als ich meinen Fauxpas bemerkte und verstummte.

„Was hat er getan?“, fragte Draco sofort auf der Lauer, ließ meine Hände fahren und packte mich an meinen Schultern.

„Nichts… ich…“, stockte ich und verfluchte die Situation. Das war nichts, was ich bereit war, der breiten Öffentlichkeit mitzuteilen.

„Hey, Malfoy, nimm die Pfoten von ihr“, begehrte Sirius von jetzt auf gleich fuchsteufelswild auf und kam drohend auf uns zu.

„Was?“, hisste Draco wütend auf. „Black, was willst du von mir?“, fragte Draco provokant und umfasste mein Gesicht unendlich sanft mit seinen Händen.

„Sirius“, schaltete sich Harry eilig ein und eilte rasch zu uns, um sich ihm in den Weg zu stellen.

„Hey, Harry… siehst du nicht, sie will nicht von ihm betatscht werden“, wandte er erregt ein und versuchte, sich um Harry herum zu winden, während ich ob all der unnötigen Dramatik gepeinigt die Augen schloss.

„Das geht dich nichts an“, wandte Harry ein, aber dieser störrische Sirius warf ihm nur einen genervten Blick zu.

„Potter, ich sag es dir, wenn sich dieser Köter nicht irgendwann zurückhält… dann grill ich ihn“, riss Dracos Geduldsfaden endgültig und zu meinem Leidwesen konnte ich es verstehen. Das hier war mir alles sehr unangenehm.

„Draco“, mahnte ich nur nachsichtig und lehnte mich in seine Gunstbezeugung, während mir Lucius‘ Warnung noch sehr gut in den Ohren klang.

„Was?“, hisste er wütend. „Er ist anmaßend“, murmelte mein erzürnter Freund schlicht und drückte mir übergangslos einen harten Kuss auf den Mund.

„Wähhh“, ertönte es kindisch und zugleich schrecklich böse von Sirius. Er zeigte eine hässliche Fratze und erntete einiges an Augenrollen in seiner Umgebung.

„Mann, Sirius, werd erwachsen“, riet ihm Harry sichtlich resigniert und rieb sich über seine Narbe.

„Was hat der Mann… Ron? Ich finde, Hermione und Draco sind immer schon ein schönes Paar“, flötete Apolline laut über den Hof und Draco offenbarte ein überhebliches Grinsen, während Sirius keuchte.

„Mhm…“, wand ich mich ein wenig unter Dracos Griff und versuchte, den Kuss nicht zu offensichtlich zu unterbrechen, aber diese Zuneigungsbekundung erinnerte mich eher an das Aufdrücken eines Zeichens, als wäre ich ein Besitz, den es zu markieren galt.

„Bleib heute Nacht hier…“, wisperte Draco sehr leise an meine Lippen. „Bleib… hier in Irland, komm mit mir nach Dublin“, bat er mit Nachdruck und löste sich etwas von mir, brachte Abstand zwischen uns, auf dass er mir ins Antlitz blicken konnte, dabei versuchte ich, nicht zu große Augen zu machen.

„Ich…“, begann ich unsicher und leckte mir über die Lippen, während mir Lucius‘ Ermahnung immer dringlicher in den Ohren dröhnte.


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WHF Kurzbeschreibungs-Wettbewerb 2016:

Dezember 2010, die Idee stand, die Story hatte gerade erst begonnen. Euch hat die damalige Kurzbeschreibung neugierig gemacht, aber was ist heute, in 2016? Wie denkt ihr, sollte die Kurzbeschreibung heute aussehen?

Wollt Ihr es schaffen andere für diese Story zu begeistern, mit nur wenigen Sätzen? Seid Ihr bereit für diese Herausforderung?

Schreibt eure eigene Kurzbeschreibung zu WHF.

Vorgaben:
Ihr habt 915 Zeichen zur Verfügung.

der Beschreibungsteil bleibt am Schluss immer erhalten:

-„HG mit SB/DM/LM/SS! HP wird im Verlauf eine große Rolle spielen! ♛ Mit Trailern ♛ Hörbuch 1-100 ♛ e-book 1-500"-

trotz diesen Textzusatz, habt Ihr immer noch 915 Zeichen zur Verfügung

Der Gewinner wird durch die Abstimmung auf FB und im Forum ermittelt. Wer die meisten -likes- erhält gewinnt. Der Gewinnertext wird anschließend die neue Kurzbeschreibung zu WHF. Zusätzlich erhält der Verfasser eine unserer allseits bekannten Überraschung.

Bitte schickt eure Ideen bis zum 01.04.2016, ein Aprilscherz, an mich im Chat über FB, im Forum an mich, in ff.de per Post, oder an when_hermione_fights@web.de

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BeitragThema: 546. Geprügelter Hund   Di März 22, 2016 9:06 pm

546. Kapitel Geprügelter Hund

Ich stand vor einem Dilemma. Was sollte ich tun?

Lucius hatte mich verflucht, so viel stand fest und aufgrund seiner Wut traute ich ihm so gut wie alles zu.

Die Frage war, sollte ich es wagen und mit Draco gehen, oder lieber nicht. Was würde dann passieren? Wollte ich auf die harte Tour herausfinden, was das für ein Fluch war?

Lucius war so sauer, dass er Blaise aus tiefstem Herzen tot sehen wollte und im Eifer des Gefechtes hätte er gestern beinahe seinen Sohn umgebracht. Vielleicht sollte ich lieber auf seine Warnung hören und vorsichtig sein. Zumindest bis ich wusste, was genau er getan hatte.

Zur Göttin nochmal, ich musste mit Severus reden!

„Hermione? Was?“, riss mich Dracos besorgter Tonfall wieder zurück ins Hier und Jetzt, woraufhin ich zu ihm hinauf blinzelte.

„Ich… meine Truppe, ich muss unbedingt zu meiner Truppe“, rettete ich mich mehr als holprig in eine unendlich schlechte Ausrede.

„Und das kannst du nicht verschieben?“, fragte er sehr irritiert, dabei verdunkelte sich auch das Grau seiner Augen. Ein grimmiger Ausdruck hielt in seiner Mimik Einzug. „Es ist doch gleich, ob heut, oder morgen…“, meinte er hörbar abschätzig.

Aber der Ton seiner Stimme war völlig emotionslos. Dabei lief es mir kalt den Rücken hinab. Dem entgegen stand das bewegte Flackern in seinen Augen, das seine gespielte Ruhe Lügen strafte.

„Ja, an sich schon“, meinte ich langsam, vorsichtig. „Da… da braut sich was zusammen… die Vampire und… und vor allen Scabior machen mir große Sorgen“, log ich ohne rot zu werden, während er mir konstant in die Augen blickte, ohne eine größere Regung zu offenbaren.

„Gib es auf, sie will nicht bei dir bleiben“, krähte Sirius fies los und ich zuckte ob des ordinären Tons zusammen, während Draco eine schmerzliche Grimasse schnitt.

Bevor wir reagieren konnten, schritten Ron, Apolline und Harry ein und zogen ihn weiter von uns weg.

„Der Typ ist eigentlich erwachsen, oder?“, fragte Draco verächtlich und blies sich eine seiner blonden Strähnen aus der hohen Stirn, blieb aber erstaunlich ruhig.

„So kenne ich dich gar nicht, Black“, humpelte Moody auf die andere Gruppe zu. „Potter“, murrte er ihm finster zunickend zu.

„Moody“, kam es knapp von Harry, der damit beschäftigt war, Sirius festzuhalten.

„Ach, was wollt ihr alle nur? Der Typ da tut ihr nicht gut“, begehrte Sirius auf und deutete anklagend auf Draco.

„Er tut vielen Leuten gut. Sieh dich um und jetzt sei bitte nicht so undankbar“, fauchte Ron Sirius entnervt an und ich konnte ihm nur zustimmen. Draco war mit der Beste von uns allen, mit den redlichsten Intentionen.

„Schsch, kein Streit, mein Liebster, komm, ich zeige dir, was ich schönes gemalt habe“, zog ihn Apolline, die Streit witterte und diesem wenig abgewinnen konnte, weg.

Während Draco vor mir eisern an seiner Disziplin arbeitete um nicht durchzudrehen und Sirius sehr schmerzhaft zu verfluchen.

„Immer wieder erstaunlich, zu erkennen, wie sehr sie alle unter einer Decke stecken“, huschte das magische Auge Moodys zwischen Harry, Draco, mir, Gellert und Sirius hin und her, der so miterleben konnte, wie sehr wir mittlerweile zusammen agierten.

„Tja, was soll ich sagen, es ist nicht immer alles wie es scheint und immer wachsam“, konterte Harry mit einer Prise Ironie, wobei er Moody übermütig zuzwinkerte.

„Ach… der Junge erwärmt mein Herz“, klang sanfter Spott in der Reibeisenstimme des Ex-Aurors durch. „Wie kommen Sie eigentlich darauf, ihrem Herrn Vater solche Knüppel zwischen die Beine zu werfen, Malfoy?“, drehte sich Moody plötzlich direkt zu Draco und nagelte ihn fest.

Beide maßen sich einige Zeit, bis Draco leise seufzte und sich mir zuwandte.

„Warum hast du ihn nochmal retten müssen?“, raunte mir Draco wenig leise zu, woraufhin ich mit den Schultern zuckte.

„Draco, du bist unmöglich“, entwischte mir ein sachtes Lachen, das bei Sirius gar nicht gut ankam, während Gellert locker darüber stand und hustend loslachte.

„Ist doch wahr“, zeigte Draco ein unheimlich charmantes Grinsen, bei dem auch Moody erkannte, dass er es nicht ernst meinte, so dass Mad-Eye entschied, dass er mehr insistieren konnte.

„Ich meine es ernst. Was bringt Sie dazu? Das hier ist von langer Hand geplant… also?“, fragte er aufgewühlt und Moody zeigte durchaus seine Weitsichtigkeit, woraufhin sich Draco dazu herabließ und sich ihm nun endlich ganz zuwendete.

„Uhhh… Sie wollen den Grund wissen, weshalb ich das hier tue?“, erwiderte Draco charmant und präsentierte ein unheimlich gewinnendes Lächeln, woraufhin Sirius die Oberlippe zurückzog und Moody sofort vehement mit dem Kopf nickte.

„Ich will wissen, weshalb Sie gegen Ihren Vater arbeiten“, kam es fast schon gehässig von Moody, der Draco mit seinem rotierenden Auge regelrecht aufspießte.

„Arbeite ich wirklich gegen meinen Vater?“, betonte Draco jedes Wort in dem Satz bedeutungsvoll und nachdenklich.

Dieses Gebaren brachte mich zum Schmunzeln. Mich wunderte es nicht, dass er keine Stellung bezog, so war das in meiner Familie. Man ließ so gut wie niemanden hinter die Masken blicken.

„Tun Sie das nicht?“, zeigte Moody zum ersten Mal eine völlig perplexe Miene, die seine ganze Verwunderung ausdrückte, da Dracos Aussage mit Sicherheit sein Weltbild erschüttern könnte, wobei ich selbst nicht in der Lage war, zu sagen, wo Lucius wirklich stand. Manchmal bezweifelte ich, dass er es selbst wusste.

„Der Junge erzählt nur Unfug“, warf Sirius sehr verächtlich ein, aber keiner beachtete ihn.

„Sie sollten an Ihren Lieblingsspruch denken“, meinte Draco doppeldeutig zu dem Auror, doch bevor jemand weiter nachfragen konnte, sprach er schnell weiter. „Kennen Sie aus Ihren Verhören die Gewölbe?“, fragte er dann plötzlich sehr direkt und nun kämpfte ich darum, meine Maske aufrecht zu erhalten.

Allein dieses Wort genügte, dass ich zusammen zuckte. Ich hasste das Gewölbe, da dies Erlebnisse waren, an die ich weder gerne dachte noch die ich mit niemand anderem teilen wollte. Bisher hatte ich über die Gewölbe wohlweislich geschwiegen und die Mienen von Harry und Co. sprachen über ihre Unwissenheit Bände und ich verfluchte ihn gerade innerlich.

„Was meinst du?“, wollte auch schon Harry eindringlich und verbissen wie ein Spürhund wissen und warf mir abschätzige Blicke zu.

„Ohhhhh, du hast es ihnen nie gesagt…“, fuhr Draco erstaunt zu mir herum. Sofort zog ich die Schultern hoch. Machte er das absichtlich? War ich ein Lexikon? Ich schwieg auch ab und an ganz gerne, Göttin nochmal.

„Draco“, knurrte ich finster, denn ich fand es weder die rechte Zeit noch den rechten Ort, um darüber zu sprechen, was die DeathEater in diesen unterirdischen Katakomben so trieben.

Verstand Draco nicht, dass er von Gryffindors umgeben war, die sofort zur Rettung der Sklaven eilen würden und wir alle damit mehr verlieren als gewinnen würden. Selbst der beschränkteste DeathEater würde eins und eins zusammenzählen können und dann wissen, dass irgendwo ein Leck in unserer Vereinigung zu suchen war und wenn der Lord eines nicht war, dann beschränkt!

An Dracos Haltung konnte ich ausmachen, dass er mir nicht recht gab. Anscheinend hatte er erwartet, dass ich zumindest Harry und Ron davon erzählt hatte, aber ich schüttelte nur stumm meinen Kopf, bis er verstand und sich von mir abwandte.

„Nun…“, sah er wieder zu dem Ex-Auror. „Was ist mit Ihnen, Mr. Moody?“, fragte er den grummeligen alten Mann explizit.

„Nein“, gestand dieser knurrig und offensichtlich angefressen aufgrund seiner Unwissenheit.

„Tja, dann scheinen Ihre Methoden damals nicht effektiv gewesen zu sein“, zeigte sich Draco überheblich und herablassend, während er seine Hände in seinen Hosentaschen versteckte, da auch das Gewölbe bei ihm keine schönen Erinnerungen weckte. „Aber sagen wir mal so, schon alleine die Erzählungen von Severus und Vater haben gereicht, mich nach anderen Alternativen umzusehen…“, versuchte er sich ausweichend zu erklären, da er wusste, es wäre mir ganz und gar nicht recht, wenn er jetzt zu sehr ins Detail ging.

Natürlich war er damit der Mittelpunkt der neugierigen Menge und versuchte sich mehr schlecht als recht zu erklären, denn wie sollte man dieses Gomorrah beschreiben können, weshalb ich gepeinigt seufzte und kurz meine Augen schloss.

„Aber es dann selbst zu erleben… nun, das hat mich darin bestätigt, dass das was ich tue das Richtige ist…“, kam es bestärkt von Draco und er war schon fast freimütig in seiner Aussage, während ich versuchte, die Maske des Gleichmutes aufrecht zu erhalten, doch es rumorte sehr in mir.

„Aha und daraus sollen wir nun schlau werden“, offenbarte Harry, dass er ungefähr so viel Einfühlungsvermögen sein Eigen nannte wie auch Sirius. „Schönste?“, drehte sich Harry zu mir und ich seufzte, ohne es zu verbergen. „Hast du was zu erzählen?“, fragte Harry, der mir gefährlich auf die Pelle rückte, eindringlich.

„Nein“, knurrte ich wütend. „Es gibt Sachen, über die rede ich nicht und das fällt darunter“, unterstrich ich die Ernsthaftigkeit meiner Aussage mit dem Verschränken meiner Arme vor meiner Brust.

„Warum?“, wollte Sirius schonungslos mit dunkel blitzenden Augen erfahren.

„Weil… so halt…“, entwischte es mir sparsam.

Sollte ich sagen, wegen mir, weil ich sonst wieder eine Panikattacke bekommen könnte, denn das nächste Gewölbe stand so oder so an. Nein, das wollte ich nicht sagen, denn es war selbstsüchtig und ich wusste, würde ich ihnen von den Frauen, den Sklavinnen dort erzählen, würden die VenTes, oder aber Harry sofort zu einer Rettungsaktion blasen, ohne Rücksicht auf Verluste. Dies waren aber alles keine wirklichen Optionen zu diesem Zeitpunkt.

„Dort findet die Aufnahme der normalen Anhänger statt“, presste ich zwischen schmalen Lippen hervor, da ich bemerkte, dass sie nicht nachlassen würden und verfluchte innerlich Draco für seine Anspielung, weshalb ich das am wenigsten Kompromittierende herauszufischen versuchte.

„Und was ist daran schlimm?“, wollte Harry sichtlich irritiert erfahren und blickte misstrauisch zwischen uns hin und her.

„Schlimm, Potter?“, schaltete sich wieder Draco absolut lässig ein. „Nichts!“, erklärte er knapp mit einem schiefen Grinsen. „Die Feiern danach haben es nur an sich… äh… ja… also ziemlich auszuarten!“, meinte er so gleichgültig, dass mir eine Gänsehaut über die Haut kroch und alle zu mir herumfuhren.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Jetzt wusste ich es… daraus resultierte leider die unschöne Frage, die ich mir stellen musste: Hatte ich es wirklich wissen wollen?

Nachdem ich den Inhalt der Phiole gesehen hatte, verstand ich so einiges! Aber vor allem verstand ich Lucius und sein unkontrolliertes Handeln!

Mein Salazar, waren die Kinder dämlich!

Das tat schon so weh, dass jedes Nachdenken darüber es nur noch schmerzhafter machte. Kurz fragte ich mich verstört, von wem sie diese Idiotie hatten. Von uns war keiner derart minderbemittelt. Empört ob dieser Dämlichkeit schüttelte ich mein soeben unerträglich schweres Haupt. Das war eine unglaubliche, griechische Tragödie. Hierbei fehlte mir beinah die Kraft, aufrichtig wütend zu sein.

Enttäuscht würde es wohl eher treffen!

Es war eine unerwartete und vor allem unerwünschte Gefühlsregung in mir, aber zu meinem Leidwesen war sie da. So stand ich auf dem Astronomieturm und verfolgte die einsetzende Dämmerung, die ein außergewöhnlich rötliches Licht über die Ländereien von Hogwarts zog und mich aufgrund seiner Schönheit gefangen nahm und mich tatsächlich ablenkte. Ja, es war gut gewesen, hierher zu kommen und nach den Erlebnissen im Denkarium frische Luft zu schnappen. Ich brauchte Abstand, denn immer wieder tauchten die Gesichter der vier vor meinem geistigen Auge auf und ich versuchte, nicht in Lucius‘ Schema der blinden Wut zu verfallen, sondern meine Gefühle zu kontrollieren.

„Severus?“, ertönte es ganz plötzlich, aber vor allem sehr unerwartet, hinter mir.

Ich erkannte sofort die Stimme, weswegen ich erstarrte.

Zu meinem Bedauern musste ich erkennen, dass meine vorhergehenden Gedanken Lügen gestraft wurden, da ein urplötzlich aufwallender Zorn in mir aufbrandete und ich sehr wohl die Kraft verspürte, wütend zu werden. Meine Lippen presste ich somit verärgert zusammen. Man störte gerade meine Ruhe, vor allem diesen zu schnell vergehenden, so friedlichen Moment des Sonnenuntergangs zu zerstören war beinah unverzeihlich. Nachdem was sie sich alles geleistet hatten, nahm ich ihm das übel.

„Du wagst es tatsächlich, zu mir zu kommen“, kommentierte ich daher mühsam beherrscht, „nach all dem?“, dröhnte ein unüberhörbarer Vorwurf nach.

Jedoch drehte ich mich nicht um, sondern starrte nun eher blind auf die hohen Hügel, den düsteren Wald und den dunklen See. Das Licht wechselte schnell von sattem, verheißungsvollem Rot zu einem dunklen, tristen Schwarz, das nun an ein Leichentuch erinnerte, das sich unheilvoll über die Ländereien zog.

„Hilft es…“, begann er unsicher, „… wenn ich mich in aller Form entschuldige?“, vernahm ich, wie er sich mir mit Bedacht näherte. „Ich war der Initiator, ich wollte es?“, klang er sehr gehetzt, während er sich zu verteidigen suchte.

Ich blieb lange Zeit stumm und rührte mich nicht. In dieser Zeit hätte man vergessen können, dass er hinter mir ausharrte, aber ich stellte ihn und seine Nerven absichtlich mit bösartiger Gemeinheit auf die harte Probe, bis ich mich aufraffte und den Mund öffnete.

„Mhm… reicht das?“, fragte ich somit rein rhetorisch und weigerte mich weiterhin, mich ihm zuzuwenden, denn ich fühlte tief in mir, dass sonst meine Faust ausholen könnte um zuzuschlagen.

Ich ärgerte mich immer noch, wie unfassbar dumm sie gewesen waren, dabei taten die provokanten Bilder ihr übriges, mich fuchsteufelswild zu machen. Aber ich atmete tief ein und aus, als er immer noch in meinem Rücken stumm blieb.

„Ich weiß es nicht“, sprach ich daher in einem resignierten und irgendwie enttäuschten Tonfall weiter, nachdem er nicht reagierte. „Du hast Hermione einiges und Greengrass noch mehr eingebrockt… durch diesen… diesen Blödsinn…“, wollte ich mich mit meinem Vorwurf nicht zurückhalten. Augenscheinlich war er sich der zu erwartenden Konsequenzen nicht bewusst gewesen, was ein unglaubliches Versagen seinerseits war.

Innerlich schimpfte ich sie alle inkompetente, verblödete, ignorante Schwachmaten, denen der Blick für die Realität verloren gegangen war. Draco war ein verzogener Bengel, der manchmal nicht die Reichweite seines Handelns bedachte und ich haderte, ob ich zu wenig getan hatte, um ihn zu einem vollwertig denkenden Erwachsenen zu erziehen. Hatte ich versagt?

„Und was ist mit mir? Von mir sprichst du gar nicht!“, begehrte er auf einmal empört auf und ich fuhr in einer geschmeidigen Bewegung zu ihm herum. „Ich sitze auch in der Scheiße“, rief er zornig, dabei musterte ich ihn sehr kritisch.

Mein Patensohn trug eine selten so offen gezeigte geknickte, aber auch betroffene Miene zur Schau. Unter Anbetracht, dass er sonst nur seine höhnische Malfoy Maske trug, überraschend. Jedoch, wenn er erwartete, dass mich seine gezeigte Zerknirschtheit weich kochen würde, dann verkannte er mich. Mein Mitleid mit ihm und seinem Schicksal hielt sich beträchtlich in Grenzen.

„Ach?“, legte ich all meinen schonungslosen Sarkasmus in jeden Buchstaben des Wortes, um meine Verwunderung über diesen Wunsch nach Aufmerksamkeit Ausdruck zu verleihen und meine Lippen kräuselten sich spöttisch. „Und das wundert dich?“, wisperte ich gefährlich leise, dabei erlaubte er mir, den Genuss zu erleben, dass er unter meinem Blick zusammenzuckte. „Du hast es nicht anders verdient“, bescheinigte ich entschieden meine Meinung und verschränkte die Arme mit einer aufbauschenden Geste unter meinem langen Mantel.

Nichts, was er sagen oder tun würde, konnte es wieder gut machen und wenn er ehrlich zu sich war, wusste er das. Weshalb also belästigte er mich mit seiner Gegenwart?

„Severus“, bat er eindringlich, kam mit einem unglaublich dämlichen Dackelblick näher und streckte seine Hand bittend in meine Richtung.

Einen Moment der Irritation gestattete ich mir. Dieses Verhalten war sonderbar und so legte ich mein Haupt provozierend schief. Es war gewagt von ihm, mich gerade so vertraulich anzusprechen und meine Miene signalisierte ihm anscheinend, dass er zu weit ging, denn eine unschöne Stille breitete sich zwischen uns aus, während sich um uns herum die Nacht anzubrechen begann. Mein Patensohn spürte deutlich, dass sich eine gewisse Distanziertheit zwischen uns verdichtete, der ich beim besten Willen nicht entgegenwirken konnte, noch wollte.

„Severus, bitte…“, zeigte sich in seinem blassen Antlitz so etwas wie leichte Panik. Seine grauen Augen fuhren nervös hin und her, da er erkannte, dass ich mich nicht erweichen lassen würde, als ich schlussendlich genervt aufstöhnte.

„Draco… was willst du?“, entfuhr es mir aufgebend.

„Ich?“, fuhr er sich dafür in einer unsicheren Geste zittrig durch das helle Haar, eine Schwäche, die selbst in der immer größeren Dunkelheit gut auszumachen war. Es war selten, dass er sich derart müde präsentierte. „Ich… ich weiß, dass ich großen Mist gebaut habe… in Ordnung…“, meinte er aufrichtig zerknirscht und sah dann überfordert zu mir auf, so dass ich mich bemüßigt sah, ihm etwas zu geben, mit dem er arbeiten konnte.

„Das Wissen um dergleichen macht die absolute Blödheit derselbigen nicht besser“, bescheinigte ich ihm bissig. Sofort zuckte er wie geschlagen aufgrund meines Zynismus zusammen.

„Du wirst mir nicht vergeben?“, wisperte er getroffen, woraufhin meine Lippen einen schmalen Strich bildeten.

„Du hattest mit ihr Sex vor anderen!“, resümierte ich knapp und trat einen Schritt auf ihn zu, weg von der Brüstung, als er die Augen zusammenkniff und seinen Kopf schüttelte.

„Was soll ich tun, um das wieder gut zu machen?“, stieß er heiser aus, dabei musterte ich ihn und konnte sehen, dass er erkannte, dass ihm seine Felle davon schwammen. Es wäre spannend, zu erleben, wie Draco diese persönliche Misere meistern wollte, um bei uns wieder auf lieb Kind zu machen.

„Mir gegenüber?“, entwischte es mir höhnisch und ich stoppte um mich zusammenzureißen, nachdem ich seinen weidwunden Blick kassiert hatte. „Nichts, absolut nichts“, rang ich mir bemüht neutral ab, „am besten gehst du mir aus den Augen“, verkündete ich zum Schluss hin sehr aufrichtig, da mir sein Anblick immer wieder die Bilder vor meinem geistigen Auge bescherte, die ich nicht sehen wollte. Es würde für uns beide besser sein, wenn er mir nicht vor meiner Nase rum hüpfte.

„Okay… ganz wie du wünschst“, murmelte er betroffen und biss sich bewegt auf die Unterlippe.

„Was willst du noch?“, fuhr ich ihn unduldsam an, da er keine Anstalten machte, zu gehen und mir meine wohlverdiente Ruhe zu gönnen.

„Planst du was mit ihr?“, stieß er abrupt hervor und wirkte beunruhigt und sehr besorgt, dass auch ich noch auf Rache dem Biest gegenüber aus war, genauso wie Lucius.

„Du sorgst dich… wie putzig“, schnarrte ich gewohnt überheblich und auch abfällig daher und wieder kräuselten sich meine Lippen.

An sich ging ihn das gar nichts an. Es war meine und ihre Sache, wie wir miteinander umgehen würden, doch innerlich hatte ich mich schon damit abgefunden, dass Lucius das schon gewohnt eindrucksvoll und vollumfänglich übernommen hatte. Sie alle zusammen waren genug gestraft mit ihrer Zukunft, da wollte ich mich ganz vornehm zurücknehmen.

Ich wollte von Hermione nichts weiter, außer den Status Quo, den wir erreichten hatten, aufrecht zu erhalten. Vor allem bei dem was ihr noch bevorstehen würde und was mit dem Fluch einherging, den Lucius ihr mit meiner Hilfe aufgehalst hatte, würde meine Unterstützung für sie so oder so von Nöten sein.

Aber hinzu kam noch das Wichtigste, mir stand noch unsere letzte, unschöne Auseinandersetzung wegen dem Köter sehr gut vor Augen und das war es echt nicht wert. Ihre damals bösartige Rache in meinen Gemächern, mein fürchterlich gemeiner Gegenzug in meinem Büro, das alles hatte einen faden Beigeschmack hinterlassen und dann mein jetziges Nachgeben bei Lucius‘ Rache an ihr mit dem Fluch, den er ihr verpasst hatte. Lucius‘ Rache war nur möglich gewesen, weil ich ihm durch meinen Trank geholfen hatte, denn der Fluch entfaltete erst dadurch seine vollumfängliche Magie.

Wenn ich mich jetzt noch selbst rächen wollen würde, wäre es fatal für uns und unsere Beziehung. Wir waren in einer Spirale gefangen, die uns beständig in den Abgrund zog. Der eine tat etwas, der andere revanchierte sich und so ging es weiter und weiter und ich war erwachsen genug, das einzusehen und mich zurückzuhalten. Ich würde es Draco gegenüber nicht eingestehen, aber ich würde nichts von ihr verlangen, fordern oder etwas vergelten. Wir hatten eindeutig ein Patt erreicht und ganz ehrlich, Lucius war sauer für zwei und sein Fluch an Bösartigkeit fast nicht zu überbieten.

„Das… das hilft mir nicht wirklich weiter“, unterbrach er stockend meine wenig schönen Gedanken und so zuckte ein leicht genervter Blick von mir zu ihm hin.

„Und?“, fuhr ich ihn bitter an. „Ich bin nicht da um dir zu helfen, damit du dich besser fühlst!“, erklärte ich verstimmt und wollte dieses Gespräch beenden, indem ich an ihm vorbeiging. Es war alles gesagt.

„Halt, Severus, so warte…“, legte er wagemutig seine Hand auf meine Schulter, woraufhin ich stoppte.

„Warum?“, knurrte ich beinah und warf einen strafenden Blick zu seiner störenden Hand.

„So warte doch… bitte…“, meinte er unterwürfig und zog seine Hand eilig von mir zurück, als hätte er sich verbrannt. Jedoch ließ er nicht locker, das sagte mir der Ausdruck seiner grauen Augen.

„Was?“, fragte ich ungeduldig mit schneidender Schärfe.

„Ich… ich habe eine Bitte“, stieß er hörbar widerwillig aus. Draco tat sich sichtlich schwer, sich derart demütig vor mir zu geben und somit wanderte meine Braue hoch.

„Schlechter… ganz schlechter Zeitpunkt“, beschied ich kühl und zog meine Oberlippe hoch, präsentierte meine Zähne, denn ich empfand seine Bitte, ganz gleich was es war, als ziemlich aufdringlich, gerade jetzt.

„Ja, das weiß ich selbst und eigentlich würde ich es ja gar nicht wagen, dich zu belästigen… aber… aber…“, stotterte er nervös, da er so schnell sprach, dabei präsentierte er sich so gänzlich anders als sonst und wirkte überhaupt nicht arrogant, weshalb ich mich dazu herabließ, nachzufragen.

„Warum tust du es dann?“, wollte ich mit einer guten Portion Ironie erfahren, als ein Ruck durch meinen Patensohn zu gehen schien. Offenbar hatte er den Mut gefunden, den er bisher schwer gesucht hatte, um sein Anliegen vorzutragen.

„Potter wünscht Vater zu sprechen…“, erklärte er rundherum, danach verstummte er und sah mir nicht in die Augen, während die Nachricht erst langsam mein Hirn erreichte.

Warum zur Hölle sollte Harry Potter mit Lucius Malfoy sprechen wollen?

„Warum…“, entschlüpfte es mir zu meinem Ärger überrascht. „Wie sprechen?“, ließ ich mich tatsächlich hinab zu forschen und Dracos Blick flackerte erleichtert, dass ich nicht ging, sondern nachfragte.

„Er… Potter will ein persönliches Gespräch“, erklärte er sofort und ich machte große Augen. Das erforderte Mut, aber den hatte Potter dummerweise ja schon immer zuhauf sein Eigen nennen können, dummer Junge. „Er ist Astorias Vormund“, legte Draco nach, bevor ich etwas hätte sagen können und so nickte ich langsam.

„Ahhh, das habe ich verdrängt…“, gestand ich mit nachdenklichem Interesse. „Was will er?“, wollte ich genauer in Erfahrung bringen. Ging es auch um Hermione, oder bezog es sich nur auf die neueste Verlobung im Hause Malfoy?

„Sich mit Vater treffen und reden“, kam es reichlich sparsam von Draco und ich stieß ein verächtliches kurzes Lachen aus.

„Weil er sein Veto gegen diese Verlobung einlegen will? Gewagt… sehr gewagt…“, meinte ich aufrichtig amüsiert und legte meine Finger an mein Kinn und haderte mit mir, was ich von den Kindern und ihren Flausen im Kopf halten sollte.

Nicht allzu viel, schien mir! Was könnte sich Potter davon versprechen, mit Lucius zu reden? Selbst ich zog es vor, so wenig wie möglich mit dem unmöglichen Pfau zu sprechen. Ich seufzte laut.

„Das weiß ich selbst, aber er denkt, er kann Vater das ausreden… Astoria setzt auf ihn und du weißt, wie Potter ist…“, versuchte sich Draco zu rechtfertigen, was ich persönlich für ausgemachten Unsinn hielt.

Es war sogar gefährlich. Lucius war und blieb ein gefährlicher Mann, gerade jetzt, wo er sich im absoluten Vorteil wähnte.

„Brauchst du nun schon Potter, damit er die Kohlen für dich aus den Feuer holt?“, konterte ich sehr gehässig und durfte verfolgen, wie Dracos Haltung zu Eis gefror.

„Was?“, hauchte er tief getroffen. „Severus, das… das ist… nein…“, rief er stotternd vor Erregung, aber ich schnitt ihm mit einer rüden Handgeste das Wort ab.

„Als mein Patensohn ist das etwas deprimierend für mich, dass du dich hinter Potter verstecken musst“, erging ich mich gemeinhin in meinem Zynismus, was ihn reichlich an den Rand seiner Contenance zu treiben schien.

„Das ist ein Schlag unter die Gürtellinie, Severus, das würde ich nie tun“, begehrte er laut auf und begann vor mir auf der Plattform des Turm auf und ab zu laufen. „Aber Astoria hat ihn verständigt und heiß gemacht…“, ging er in die Verteidigung und fuchtelte mit seinen Händen erregt durch die Luft.

„Pfff, das ist so typisch Gryffindor, dass es wehtut“, schüttelte ich über Potter absolut nicht überrascht mein Haupt und ärgerte mich über diesen hitzköpfigen Typen, der zu viel von seinem Vater in sich hatte, um nun ohne Sinn und Verstand zur Rettung der holden Maid zu eilen, unfassbar.

„Ich weiß, wirklich! Ich finde das nicht gut…“, zeigte Draco Nerven, da er sich wieder verzweifelt wirkend durch sein Haar strich, „… aber, wenn ich das nicht steuere, ist die Gefahr groß, dass Potter einfach Hals über Kopf ins Manor läuft und dort Vater zur Rede stellt… du… du kennst ihn und weißt, dass ich recht habe…“, offenbarte Draco endlich die Menschenkenntnis, die ich ihm bis vor Kurzem rigoros hatte absprechen wollen.

Zu meinem unglaublichen Leid musste ich ihm zugestehen, dass seine Argumente nicht von der Hand zu weisen waren. Das war Potter, wie er leibte und lebte, um jedem anderen in seinem Umfeld das Leben schwerer zu machen.

„Ach, Potter“, seufzte ich ergeben in mein Schicksal, diesen nervigen jungen Mann für den Rest meines Lebens ertragen zu müssen. „Wenn er keinen Ärger machen kann, ist er nicht froh…“, schüttelte ich das schwere Haupt. „Dass das Selbstmord wäre, ist klar. Das ist inakzeptabel“, murmelte ich verärgert über diesen unruhigen Kindergarten, den es zu hüten galt.

„Das sag ich doch, deshalb bin ich hier bei dir“, trat ein ungeduldiger, hörbar beleidigter Ton in Dracos Stimme. Es war schön, zu erleben, dass nichts lange das malfoyhafte Gebaren von ihm fern halten konnte.

„Was plant ihr?“, fragte ich daher widerwillig nach und zog schon wieder kräuselnd die Lippen hoch.

Eigentlich wollte ich mit diesem ganzen Drama nichts zu schaffen haben, aber wenn man sie sich alleine überließ, würden sie es schaffen, alles falsch zu machen und dann würde alles den Bach runter gehen, bei derart brillanten Ideen, die diese Truppe vom Stapel lassen konnte. Ich sah das sehr plastisch vor mir, denn ich kannte diese Irren und ihre mehr als verrückten Aktionen, die bar jeder Intelligenz, oder gar weitsichtiger Planung waren.

„Dass ich dir einen Portschlüssel gebe und du mit Vater nach Irland kommst“, gestand er gepresst und wirkte alles andere als begeistert, dass er der Lückenbüßer war, der bei mir als Bittsteller erscheinen musste.

Aber er offenbarte auch, wie weit der Plan gediehen war, als ich dahinter durchaus die Botschaft erkannte, die sie als Gruppe an Lucius senden wollten. Dass sie nämlich eine Gruppe waren, die zueinander stand. Schlitzohren alles miteinander, verbiss ich mir das Grinsen heroisch.

„Ohhh, ihr wollt eurem Wort also Nachdruck verleihen, wenn du bereit bist, deinem Vater dein Reich dort vorzustellen“, verzog ich vor Abfälligkeit meine Miene zur einer Grimasse.

Ihre Taktik war für mich mehr als offensichtlich und ziemlich platt, aber die Not trieb die Menschen oft zu übereilten Aktionen.

„Severus“, lag ein Tadel in Dracos Stimme, der mir nicht behagte und der unangemessen war, schließlich wollte das Balg etwas von mir, nicht anders herum, weswegen ich ihn mit blitzenden Augen maß.

„Ist schon gut, aber sei dir gewiss, das tu ich nicht für dich“, knurrte ich brummig und hob die Hand, da ich keine weiteren Aussagen und Ausflüchte hören wollte. Wir alle kannten Potter und seine Flausen zur Genüge, weshalb ich nachgab und mich bereit erklärte, Dracos Aufforderung nachzukommen. „Ich nehme mal an, dass wir nicht einfach so rein spazieren können, also was fordert ihr?“

„Einen magischen Blutschwur“, kam es reichlich gepresst von Draco, der mir einen recht unbehaglichen Blick schenkte, in seiner Sorge, zu viel zu fordern.

„Wenn es sonst nichts ist?“, schnaubte ich abwertend und dankte den heiligen Zauberern, dem Kind doch etwas Hirn eingebläut zu haben.

„Könntet ihr am Sonntag?“, überstrapazierte er meine Nerven und meine Gutmütigkeit schamlos bis zum Äußersten, indem er alles bestimmen wollte.

„Geht in Ordnung, ich werde ihn darauf vorbereiten“, ließ ich mich schicksalsergeben auf den Doxyhandel ein und verließ jetzt mit wehenden Roben die Plattform, stand schon im Türrahmen als ich mich nochmal umwandte. „Wirst du auch anwesend sein?“ Er schüttelte umgehend den Kopf.

„Erst mal nicht… vielleicht später, Potter will mit Vater alleine reden und denkt, ich könnte stören“, sprach er zum ersten Mal seit langer Zeit eine fantastische Wahrheit aus.

Er würde stören und es war ein Genuss, sich vorzustellen, wie Potter dies meinem Patensohn unter die zierliche Nase gerieben hatte.

„Zauber schenkt Hirn, dass ich das noch erleben darf“, entgegnete ich somit auch gemein, aber verkneifen wollte ich mir das nicht.

Severus Sicht Ende

Lucius Sicht

Es war soweit, Severus hatte es tatsächlich mit seinem unschlagbaren und sehr zynischen Charme geschafft und mich schlussendlich überzeugt, beziehungsweise genügend Knöpfe bei mir gedrückt, auf dass ich mich auf dieses absurd anmutende Abenteuer einlassen würde.

Nun stand ich hier mehr oder minder einsam und verlassen und starrte auf sanfte, so grüne Hügel und einen See, sonst war hier nichts!

Die Ödnis zog an meinen exquisiten Nerven, während auch noch ein rauer Wind an meinem langen dunkelblauen Mantel herumriss und ich mich mit distinguierten Interesse umsah und wusste, dass dort vor mir ein Versteck wohlverborgen unter einem Zauber stand, so dass es niemand fand.

„Und hier soll es sein? Das tolle Gebilde, was mein werter Sohn geschaffen hat?“, schweifte mein abwägender Blick über diese Einöde und ich seufzte leise auf und zog meinen Handschuh umständlich über meinen angestochenen Zeigefinger, der für den Blutschwur hatte herhalten müssen.

Hier war wahrlich der Hund begraben und dafür musste ich mein einmaliges Blut geben, pfff!

„Ja“, schnaubte Severus hörbar unleidlich. Seine Bemühungen, mich hierher zu locken, hatten seine Nerven arg strapaziert. „Und sie sind nicht dumm, sie haben das Versteck gut geschützt“, stieß er vernehmlich miesepetrig aus.

Aber mir blieb der minimal beeindruckte Ton, der in Severus‘ tiefer Stimme durchklang, nicht verborgen. Augenscheinlich fand er es trotz allem sehr gut, was sie hier geleistet hatten.

„Pfff…“, zuckte ich abwertend die hochherrschaftlichen Schultern, die von einem tiefdunkel violetten Samtumhang geschützt wurden. „Der erste Schritt ist zu wissen, wo es ist, danach ist es einfach“, meinte ich arrogant und Severus schnaubte auf. „Brauchst du Hilfe?“, erklang es schrecklich lapidar und blasiert von mir, da ich annahm, er suchte etwas um den Bewohnern klar zu machen, dass wir hier draußen schrecklich dumm rumstanden und darauf warteten, bemerkt zu werden. An sich war es eine Frechheit, eine gewichtige Persönlichkeit wie mich auch nur im Ansatz warten zu lassen, als er mir einen durchdringenden Blick über seine schwarzgewandete Schulter zuwarf.

„Keine Ahnung, kannst du helfen?“, fragte er gespielt süßlich und zeigte zu viele Zähne.

„Tja, wenn meine Hilfe nicht erwünscht ist“, entgegnete ich schnippisch und warf mein langes Haar zurück.

„Salazar, gib Kraft“, knurrte Severus sehr missmutig, in dem Moment flackerte es bunt vor meinen Augen, und dann fiel auch schon der wahrlich große Verschleierungszauber.

Vor mir türmte sich nun ein mittelalterliches, wenig ansprechendes, aber sehr wehrhaftes Gebäude hoch in den Himmel auf.

„Hässlich“, kommentierte ich schnöde den ersten Eindruck, den diese Burg auf mich machte.

„Nicht jeder muss sich mit barockem Pomp umgeben“, entgegnete Severus gewohnt bissig und ich erlaubte mir ein gutmütiges, aber auch herablassendes Schmunzeln.

„Deine Laune ist fabulös, lass sie doch bitte an Black aus, der dort hinter den Mauern harrt“, zeigte ich mich souverän, jedoch ließen meine Worte Severus neben mir knurren. „Was?“, kam es akzentuiert von mir und doch erntete ich nichts als einen bitterbösen Blick. „Wolltest du etwas sagen, Severus?“, fragte ich jovial, bevor wir uns zum großen hölzernen Eingangstor in Bewegung setzten.

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