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 Kapitel 549-550

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BeitragThema: Kapitel 549-550   Di Apr 12, 2016 6:54 pm

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549. Kapitel Deal!

„Ja, damit rechnen Sie jetzt nicht, oder?“, fragte Potter so überheblich wie es nur ein Potter konnte und da erinnerte er mich wieder schmerzlich an James Potter und seine unsägliche Arroganz.

Dieser enervierende Bengel zeigte sich von einer mir bisher völlig unbekannten Seite, so beherrscht, derart bedacht auf das was er preisgab und gleichzeitig so zuvorkommend in seiner Manierlichkeit.

Noch bevor wir auf diese unerwartete Äußerung etwas sagen konnten sprach er weiter. „Wirklich, das sage ich nicht um Sie zu ärgern“, ging er jetzt ohne von uns etwas gehört zu haben in Abwehrhaltung, da er anfing, sich zu erklären. „Aber ich habe echt lange nachgedacht“, meinte er jetzt wild gestikulierend, während meine Augenbraue ungläubig in die Höhe zuckte.

Ein denkender, ein überlegender und sinnierender Potter passte nicht wirklich in mein Weltbild. Sollte er das ernst meinen, würde es erschüttert werden und mir Kopfschmerzen bescheren, aber er schien meine Gedanken erraten zu können, da er gerade zu mir hin die Hand hob und mich ansprechen wollte.

„Ersparen Sie sich bitte Ihren Spott, Sir“, meinte er aufrichtig bedrückt, dabei blickte er vorwurfsvoll zu mir hin, so dass ich die Zähne zeigte. Bildete er sich tatsächlich ein, mich zu kennen? „Oder ist das zu wenig? Wollen Sie mehr?“, kam es plötzlich besorgt von ihm und ich war irritiert von dem jungen Mann.

„Was sollte Sie veranlassen, diese Ehe auch nur im Ansatz in Erwägung zu ziehen?“, raffte sich Lucius tatsächlich auf zu fragen, dabei musste man ihm zugutehalten, dass er keine Sekunde die Miene verzog.

„Astoria könnte es schlechter als mit Draco treffen“, erklärte Potter daraufhin sehr selbstsicher und überzeugt in seinem Auftreten.

„Mr. Potter“, erlaubte ich mir einen Einwurf, „Sie sind sich bewusst, was Sie hier bereit sind anzuerkennen?“, schaltete ich mich hörbar involviert ein, was Potter nur ein müdes Lächeln entlockte, wobei er mir langsam zunickte und ich mich angespannt in meinem Stuhl zurücklehnte. Dieses Gespräch würde völlig anders verlaufen als von mir gedacht.

„Was ist mit Mr. Zabini?“, riss Lucius mit dieser Frage die Aufmerksamkeit an sich, denn Potter konnte ein minimales, schuldbewusst wirkendes Zusammenzucken nicht unterdrücken, während Lucius betont sichtbar die Hände auf dem alten, vielgenutzten Tisch vor sich hinlegte.

„Tja, sehen sie“, entgegnete Potter gepresst, „das ist das einzige Haar in der Suppe. Die beiden lieben sich leider wirklich…“, stöhnte Potter leidlich und fuhr sich wenig manierlich durch sein wirres, länger gewordenes Haar und zeigte zum ersten Mal heute richtig Nerven.

„Aber Sie sind bereit, darüber hinwegzugehen…“, wisperte Lucius erkennend, denn auch ich bemerkte eine gewisse Resignation in Potters Haltung. „Warum?“, schwang Lucius jetzt sein langes Haar in einer ungewohnt bewegten Geste, indem er den Kopf schüttelte. Auch Lucius zeigte damit heute Gefühl wie selten.

Doch schien Lucius‘ letzte Frage bedeutsam zu sein, da Potter daraufhin sein wirres Haupt schief legte und ihn lange musterte, eine Begutachtung, die Lucius hoheitsvoll über sich ergehen ließ. Nach einiger Zeit legte dann auch er seinerseits sein Haupt schief, einer imitierenden Geste folgend, die nach kurzer Zeit das gewünschte Ziel zur Folge hatte, da Potter sich über seine Lippen leckte um Anlauf zu einer Antwort zu holen.

„Weil ich…“, raffte sich der Junge auf und räusperte sich umständlich, dabei rutschte er auf seinem Stuhl herum. So sicher wie er uns vorspielen wollte, war er anscheinend doch nicht.

„Wissen Sie, anders als Hermione erkenne ich durchaus, auch wenn es mir nicht gefällt, was und wen sie will…“, quälte er sich und seine Äußerung zog mich in einen regelrechten Strudel.

Potter schlug heute allem den Boden aus, während wir beide versuchten, unsere Überraschung hinter unseren gut sitzenden Masken verborgen zu halten, hatte Potter die Augen weit geöffnet und starrte uns regelrecht nieder. Das war ein Eingeständnis, das ich so nie erwartet hätte, erst recht nicht von Potter. Beziehungsweise, was wollte er genau damit aussagen? Sie wollte wirklich Lucius und nicht Draco? Wusste er wirklich, was sie wollte? Bisher hatte er sich sehr schwammig ausgedrückt. Ungeduldig dachte ich an seine furchtbaren Aufsätze in meinem Tränke Unterricht. Er hatte meist gute Ansätze gehabt, aber diese nie zu Ende gedacht. Stille legte sich über den kleinen Raum und es war keine angenehme, sondern eine vor Spannung knisternde Ruhe vor dem Sturm.

„Sie wollen sagen, sie will mich?“, klang Lucius‘ Frage nicht im Ansatz so fest, wie er es sich wünschen würde, aber wer wäre ich, ihn zu kritisieren, da mich Potters Meinung auch recht kalt erwischte.

Soeben kniff Potter auf diese Frage hin nur die Lippen fest aufeinander, als würde ihm das alles gar nicht gefallen. „Ja“, rang er sich dann missmutig ab und schlug die Augenlider nieder, um unserer Musterung zu entkommen.

Er meinte das wirklich ernst! Erstaunlich. Was wusste Potter, was ich nicht wusste? Wie kam er auf die Idee, Hermione so gut zu kennen, oder hatte sie etwas in diese Richtung zu ihm gesagt? Fragen über Fragen, aber ich hatte die Geduld, zu warten und mich als Beobachter im Hintergrund zu halten, weswegen ich keine Anstalten machte, mich einzumischen.

„Tse“, schnalzte daraufhin nun Lucius mit der Zunge. „Da behauptet SIE aber gemeinhin etwas anderes“, murrte Lucius in vorwurfsvollem Ton, mehr zu sich als dass es für uns gedacht war.

„Pfff…“, stieß Potter konternd aus. „Mr. Malfoy, mir scheint nicht, als ob Sie darauf etwas geben. Und deswegen sagte ich ja, sie verleugnet gut was sie will, ich allerdings nicht“, amüsierte sich Potter offensichtlich dann doch, woraufhin ich meine Hand hob um mein Lächeln zu verstecken.

Manchmal, aber nur manchmal, war dieser Junge wirklich für eine Überraschung gut und sehr gut im Beobachten. Man durfte nie den Fehler begehen und ihn unterschätzen. Er hatte slytherinhaftes Potential, so ungerne ich das eingestand.

Ein schabendes, unangenehmes Geräusch drang an meine Ohren, da es Potter nicht mehr auf dem Stuhl hielt und er aufsprang, um in dem beengten Raum auf und ab zu laufen.

„Und außerdem macht sie sich da schrecklich was vor und sie kann verdammt stur sein!“, konnte keiner behaupten, dass Potter seine Freundin nicht kannte. „Sie muss erkennen, was sie nicht sehen will!“, meinte er erregt, mit rauer Stimme.

„Warum wollen Sie das tun?“, kam es verständnislos von Lucius, der Potter mit den Augen folgte und ihn zu keiner Zeit aus dem Blick ließ. „Ich meine, warum sollten Sie mich unterstützen? Weshalb?“, insistierte Lucius eindringlich, woraufhin Potter stoppte und aufgelöst zu uns herumfuhr, aber nichts entgegnete.

„Ihnen ist klar, was Sie hier tun? Sie bieten mir hier Ihre offene Unterstützung an“, verklausulierte mein Pfau exaltiert, als müsste er sicher gehen, was er hier vernahm.

Potter starrte uns durch seine Brille an, bis er den Kopf in den Nacken legte und zu lachen anfing, ein Umstand, der Lucius sofort sauer aufstieß, was er zeigte, indem er wieder extra gerade auf seinem Stuhl wurde.

„Danke, Mr. Malfoy“, riss sich Potter schwer und atemlos zusammen, „es ist sehr nett von Ihnen, mir nochmal offen darzulegen, was ich da tue, aber Sie können darauf vertrauen, dass ich mir das schon genau überlegt habe…“, gab er unerwartet scharf Kontra und ließ sich wieder auf seinem Stuhl nieder. Er wirkte nun gefasster. „Zu Ihren Fragen: Warum?“, meinte er überlegt, legte die Finger an die Lippen und lehnte sich zurück.

Er machte es sich nicht leicht, aber er wollte uns anscheinend wirklich an seinen Gedanken teilhaben lassen. Ehrlichkeit und Offenheit, dass ich so was noch erlebte und dass mir Potter so ein Erlebnis bescheren musste, nahm ich ihm fast übel.

„Wie soll ich das sagen… ich… ich erkenne auch, dass Hermione und Draco unweigerlich auf den Abgrund zusteuern, wenn es so weitergeht wie bisher“, erklärte er mit einer aufrichtigen Traurigkeit, die er zu keiner Sekunde vor uns verbarg oder versteckte, typisch Gryffindor eben.

„Potter, das…“, unterbrach sich Lucius selbst. „Bisher dachte ich, dass mir jeder sagt, dass die beiden ein gutes Team sind!“, wandte Lucius mit Vorsicht ein und versuchte, nicht zu selbstgefällig zu erscheinen, nachdem er den besten Freund des Biestes auf seine Seite gezogen hatte, wie auch immer er das bewerkstelligt hatte.

„Das sind sie auch“, servierte Potter ohne zu zögern und nickte bekräftigend. „Außerdem wäre es mir bei weitem lieber, wenn sie bei Draco bleiben könnte“, gab Potter unumwunden zu. Bei dem Gehörten zog ein Schatten über Lucius‘ Antlitz, denn das vernahm er gar nicht gerne, nachdem er sich nun schon sicher wähnte. Als Potter den Gemütsumschwung bei seinem Gegenüber bemerkte, hob er eilig die Hände.

„Warten Sie… aber, jetzt kommt es“, warf er fast schon geheimnisvoll ein. „Wie es so oft mit Gefühlen ist, wollen sie nicht das, was gut für uns ist“, erklärte er fast schon mit Weisheit gesegnet und ich versuchte, nicht zu atmen, um diesen einmaligen Moment nicht zu stören.

„Wollen Sie sagen, dass ich schlecht für sie bin, Mr. Potter?“, schaffte es Lucius, diesen Moment brachial wie die Dramaqueen, die er war, zu zerstören. Er fand hier nur das Negative, nicht das Positive, dass Potter gerade Unglaubliches eröffnet hatte.

„Das wird sich noch erweisen, Mr. Malfoy…“, zeigte sich Potter unheimlich geschmeidig und grinste verschlagen. „Ich weiß nicht, ob es richtig ist, was ich tue, indem ich so offen für Sie votiere“, zeigte er sich sehr bewegt und strich mit seiner Hand über den narbigen Tisch, um seine Unruhe in den Griff zu bekommen.

„Warum tun Sie es dann?“, verlangte Lucius schroff zu erfahren. Eine ungewohnte Unruhe hatte sich bei ihm eingestellt und er tippte seinen Gehstock in einem flatterigen Takt auf den Boden. Damit war er dabei, mich dezent verrückt zu machen.

„Weil ich das mache, was sie eigentlich will“, rang ihr bester und treuester Freund sichtlich mit sich und atmete lange aus. „Sie ist nur noch nicht bereit, sich das einzugestehen… mit allen Konsequenzen“, erklang es leise und unglücklich, jedoch unterstrich er seine Worte mit einer unterstützenden Geste.

„Sie werden sich ihren unheiligen Zorn zuziehen“, versprach Lucius mit Inbrunst, als er sein Haupt senkte und sich eine lange Strähne hinter sein Ohr strich.

„Das mag sein, aber das muss unsere Freundschaft aushalten. Ich tue das für Hermione, nicht für mich“, kämpfte Potter sichtlich mit dieser Herausforderung und rang mit sich, aber er schaffte eine Seltenheit, indem er sich meine tiefempfundene Hochachtung abrang, denn ich erkannte, dass Hermione ihm unendlich viel bedeuten musste, wenn er bereit war, dergleichen zu akzeptieren und das machte wahre Freundschaft aus.

„Sie sind erwachsen geworden“, resümierte Lucius nach einiger Zeit des Sinnens mit tragend schwerer Stimme.

„Tja“, stieß Potter freudlos aus, „nach Jahren der Jagd und der Mordanschläge gegen mich, wäre es tragisch, wenn ich nicht daran wachsen und erwachsen werden würde“, winkte er absolut resigniert ab. An sich war es bestürzend, einen derart jungen Mann so schicksalsergeben erleben zu müssen. Plötzlich ruckte er hoch, um diese trübsinnige Gemütslage, die ihn zu ergreifen drohte, abzuschütteln. „Aber wie auch immer, Astoria wurde wie Daphne für ein Leben an der Seite eines Reinblüters geboren und erzogen…“, kam er auf das Wesentliche dieses Treffens zurück. „Und wie gesagt, Draco hat ein gutes Herz, egal was er versucht, uns zu verkaufen, sonst hätte er diesen Hort der Sicherheit nicht erschaffen…“, versuchte er sich und seine Entscheidung schon wieder zu rechtfertigen. So ganz leicht fiel es ihm noch nicht, das Ganze auch sich selbst gegenüber zu akzeptieren.

Er mochte Lucius nicht und wollte seine Freundin dennoch als die Frau an seiner Seite sehen. Es war eine rationale Entscheidung von Potter, keine Leichtfertige.

„Mhm…“, murmelte Lucius überlegend und legte seine Fingerspitzen an seine Mundwinkel.

„Passt es Ihnen nicht, was Draco tut?“, schoss es aus Potter, als er jedoch Lucius mit erhobener Hand Einhalt gebot. „Sparen Sie es sich, Sie sind die Rechte Hand, es sollte Ihnen nicht passen“, zeigte Potter eine unangebrachte Verächtlichkeit.

„Sie verkennen mich, Potter“, servierte Lucius mit geborener Arroganz, bevor sich ein süffisanter Zug in seine Züge schlich. „Zu richten steht mir nicht zu, jeder von uns kann tun, was er tun zu müssen denkt“, schockte seine Aussage Potter so sehr, dass seine Miene verrutschte und er mit geweiteten Augen zu seinem Gegenüber starrte.

„Sie mischen sich nicht ein?“, fragte er mit ungläubigem Gesichtsausdruck und ich amüsierte mich im Stillen. Ja, Lucius war ein Mann mit vielen Facetten.

„Warum sollte ich? Das hier ist sein Business“, erklärte sich Lucius lapidar und wedelte mit seiner Hand wegwerfend durch die Luft und es stimmte sogar, er erwartete sogar von Draco, seine eigenen Wege zu gehen.

„Könnte… das nicht als Angriff auf den Dark Lord gewertet werden“, klang Potter regelrecht besorgt, woraufhin Lucius ein selten gehörtes, aufrichtiges Lachen vernehmen ließ.

„Ach“, erlangte er die Contenance wieder. „Wo bliebe der Spaß, wenn wir alle tun würden, was wir sollen?“, lag noch immer ein hintersinniges Lächeln auf seinen aristokratischen Zügen.

„Sie sind ein sonderbarer Mann, Mr. Malfoy“, entgegnete Potter nach einiger Zeit nachdenklich.

„Man kann solange seinen Spaß haben, solange man sich nicht erwischen lässt“, verkündete Lucius volltönend und warf Potter ein ironisches Zwinkern zu, der sich daraufhin unwohl auf die Unterlippe biss.

„Autsch… bezieht sich das auf Ihre gesamte Lebenseinstellung?“, fragte er sofort besorgt, dabei war die Doppeldeutigkeit seiner Sorge durchaus herauszuhören.

„Sie beziehen das nun auf Hermione?“, offenbarte Lucius, dass er sehr wohl für die Zwischentöne, die Potter von sich gab, empfänglich war.

Es war zum Brechen süß, wie sich Potter um das Biest sorgte! Als hätte sie dergleichen nötig!

„Vielleicht… schließlich werde ich gerade zu Ihrem Komplizen und ich habe keine Lust, sie vor vollendete Tatsachen zu stellen“, erregte sich der junge Mann nun mit hochroten Wangen, „um… um dann feststellen zu müssen, dass Sie das Interesse verlieren, weil der Spaß auf einmal weg ist“, warf er hitzig in den Raum und verschränkte dann schwer atmend die Arme vor der Brust, während sich Lucius über die verbale Attacke wenig verstimmt zurücklehnte und eine kurze Pause einlegte.

„Uhhhh… Sie zeigen Schneid, Mr. Potter, das imponiert mir“, gab sich Lucius gönnerhaft wie selten und ich verbot mir ein zynisches Lächeln. Er war was das Biest betraf in meinen Augen sehr berechenbar, hier war er sogar bereit, den größten Doxyhandel einzugehen, nur um sie zu bekommen. „Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich mir schwerlich vorstellen kann, dass das bei Hermione passiert. Sie versteht es, Spaß zu finden und zu suchen, in jeder Lebenslage und das ist eine Kunst“, versuchte er sich zu erklären, eigentlich ein Unding.

„Sie sehen in ihr also eine Partnerin, die auf derselben Höhe rangiert wie Sie? Mit den gleichen oder ähnlichen Interessen, Ansichten und Absichten?“, zweifelte Potter schonungslos offen aufgrund dieser für ihn unerwarteten Offenbarung und ich war gewillt, mit den Augen zu rollen.

„Hermione ist eine schwierige Person…“, gab Lucius widerwillig zu und verzog seine hoheitsvollen Züge, als er unterbrochen wurde.

„Das klingt nicht nett“, erwiderte Potter nur leise.

„Das ist aufrichtig. Sie ist schwer zu durchschauen. Bisweilen kann man sich fragen, ob man sie je ganz kennen kann, was es immer spannend und aufregend gestaltet…“, ging Lucius regelrecht darin auf, eine Analyse Hermiones Charakter betreffend zu starten.

Meine Belustigung stieg in unerwartete Höhen.

„So offen haben Sie wohl noch nie mit jemand anderem gesprochen?“, kam es dann auch reichlich schnöde von Potter, der diesem Moment, wie so oft in seinem Leben, nicht den nötigen Respekt entgegenbrachte, aber was sollte man von einem Potter anderes erwarten.

„Das mag sein. Es passiert selten, aber wenn es passiert, sollte man es nicht hinterfragen“, grinste Lucius süffisant und wirkte alles andere als pikiert wegen dieses Mangels an Zurückhaltung.

„Hermione hat es auch nicht leicht. Sie ist nicht mehr wie andere Frauen, das kann sie gar nicht mehr sein…“, wandte Potter sichtlich mitgenommen ein. Er schien sich vorgenommen zu haben, mit Lucius alle unschönen Tatsachen abzuklopfen, die das Biest betrafen.

Hut ab, dazu bedurfte es großen Mutes. Wie gut, dass wir es mit dem Musterexemplar von Gryffindor zu tun hatten. Lucius schien diese Intentionen auch zu bemerken und blickte nun sehr gönnerhaft in die Runde.

„Sie spielen auf ihr anderes Dasein an? Eine Inspiration, wenn Sie mich fragen“, argumentierte er ohne Umschweife und ohne zu zögern. Hier gab es nichts für Lucius, was er nicht an ihr guthieß.

„Sehen Sie, Mr Malfoy, so würden wohl die wenigsten Männer denken“, stieß sich Potter vom Tisch ab und sackte gegen seine Lehne. In seinem Gesicht spielten sich so viele Emotionen ab, dass man sie gar nicht mehr zuordnen konnte.

Erleichterung, dass wir sie so sahen wie er? Oder Sorge, dass wir es so leicht akzeptierten? Freude darüber, dass sie vollständig angenommen wurde wie sie war? Angst, ob das gut für sie war, oder eben nicht? Er schien zerrissener, als ich all dies in dem flüchtigen Moment dachte wahrnehmen zu können.

„Dann sind sie dumm und blind und einfach nicht auf das Erlesene, Besondere und Einzigartige aus, was sie zu bieten hat“, echauffierte sich Lucius verächtlich über die breite Masse der inkompetenten Idioten, die uns alle umgaben.

„Sie hören sich wie ein verblendeter Verliebter an“, bot Potter unerhört exzellent Paroli und jetzt schaffte der Bengel es doch noch, dass meine Mundwinkel zuckten und sein flüchtiger Blick sagte mir, dass er es bemerkt hatte.

„Ah, jetzt werden Sie mal nicht frech“, kam es zu meiner eigenen Verwunderung noch immer gutmütig von Lucius.

„Hahaha“, fing Potter schallend zu lachen an und es dauerte, bis er sich fing. „Sorry, aber… fragen Sie Pro… Schulleiter Snape“, kam es dann ziemlich aufreizend von Potter, wenngleich ich ihm innerlich recht gab, Lucius bekannte sich sehr ehrlich zu Hermione, aber meine minimale Entgleisung stand hier nicht zur Debatte.

„Potter“, tadelte ich auch sofort mit tiefer Stimme, indes er die Schultern hochzog.

„Sorry“, erklärte Potter unbesorgt, bevor er sich ostentativ mir zuwandte. „Sie? Sie, Schulleiter Snape, Sir? Sie sind irgendwie eine Variable, die nie in Frage gestellt wird. Weder von ihr noch von ihm, oder? Habe ich unrecht, Mr. Malfoy?“, verkündete Potter unerträglich, so dass ich mich versteifte und umgehend eine finstere Miene aufsetzte.

„Wird das nicht zu privat?“, knurrte Lucius statt meiner reichlich indigniert, woraufhin Potter die Augen zu Schlitzen verengte und aufmerksam zwischen uns beiden hin und her sah.

„Sie wollen sie beide. Sind beide in sie verliebt?“, legte sich Potter ziemlich selbstherrlich fest, dabei wirkte er verbissen, als müsste er sich selbst Mut machen, um uns nach dieser wirklich gewagten Frage standzuhalten.

„Potter“, murrte ich missgestimmt los. „Das verbitte ich mir“, warf ich resolut ein, aber er schüttelte daraufhin nur sein wirres Haupt.

„Was?“, blinzelte er mich konsterniert an. „Sie leugnen? Oder wollen nur nicht darüber reden?“, fragte er wagemutig nach. Meiner Ansicht nach stand meine Person nicht zur Disposition.

„Potter“, betonte ich jede Silbe dieses vermaledeiten Namens mit vor Zorn tiefdunkler Stimme, bis er endlich die Arme aus ihrer Verschränkung löste und die Hände hob.

„Bitte, das ist ihre Sache, davon bekomme ich Kopfschmerzen“, versuchte er einzulenken. „Ich… ich weiß nicht was ich davon halten soll. Keinen Schimmer, das ist wohl wirklich ihr aller Ding. Ich finde das schon alles verwirrend genug. Dass sie Ihren Sohn raus haben wollen, das kann ich verstehen, aber dass Sie Snape an Ihrer Seite akzeptieren, das verstehe ich wirklich nicht“, involvierte sich Potter ungebührlich bei einem Thema, da er an seine Grenzen zu stoßen schien.

„Aha, Sie wollen gerade wirklich alles an Informationen abdecken, oder?“, erging sich Lucius in seiner Herablassung.

„Ja, sie beide scheinen nicht Männer zu sein, die gerne teilen, gerade auf diesem Gebiet“, klang Potter bewegt und das spiegelte sich in seiner ganzen Haltung wider.

Wobei ich ihm sogar recht geben musste, weder Lucius noch ich waren dafür bekannt, besonders freigiebig mit unserem Besitz zu sein. Lucius wachte genauso mit Argusaugen über seinen Besitz wie ich. Potter konnte sich das nicht vorstellen und glaubte auch nicht, dass seine Freundin so glücklich werden könnte. Alles in allem offenbarte er, dass ihn das hier überforderte.

„Ich will ihnen nicht zu nahe treten“, meinte er jetzt betreten und sehr unglücklich, während Lucius sichtbar seinen Groll hinunter zwang und normal zu sprechen ansetzte:

„Wie ich so schön sagte ist Hermione eine schwierige Frau, die sehr schwer zufriedenzustellen ist… bisher… wie das weitergeht sollten Sie Severus und mir überlassen.“

Doch das schien nicht auszureichen, um den unruhigen Geist unseres Gegenübers zu beschwichtigen, da er wieder unerwartet aufsprang und umherzulaufen begann. Plötzlich wandte mir Lucius minimal sein Profil zu und hob eine Braue in unserer stummen Kommunikation, aber bevor ich reagieren konnte, kam uns Potter zuvor, da er seine Hände auf die Tischplatte donnerte und dafür sorgte, dass unsere Aufmerksamkeit sich wieder auf ihn konzentrierte.

„Ach, das wollen sie mir nicht weismachen. Ich wiederhole mich ungerne, aber gerade sie beide sind keine Männer, die teilen und dann auch noch bei so einem heiklen Thema… eine Frau, eine Geliebte, eine Partnerin… das… das…“, zeigte er sich temperamentvoll, mit ganz roten Wangen, aber standhaftem Willen, keinen Deut vor uns zu weichen.

Er schien Antworten auf seine Fragen zu brauchen, um guten Gewissens seinen neuen Weg beschreiten zu können.

„Was kann ich für Severus‘ vorzüglichen Geschmack“, hielt Lucius ausweichend dagegen und verbarg seine Belustigung vornehm durch seine Hand, die er gekünstelt vor seinen vorlauten Mund hielt.

„Hahaha“, dröhnte auf einmal ein selten von mir aufrichtig gemeintes Lachen durch den kleinen Raum. „Der war gut, Lucius“, tönte es noch immer belustigt von mir. Gerade benahm sich Lucius, als müsste er mich vor Potters Meinung ebenso schützen wie gegen Black und dass mein Geschmack über alles erhaben war, stand völlig außer Frage.

Erwachte in meinem Pfau doch noch der Beschützer?

„Warum antworten Sie für ihn und nicht er selbst?“, drängte der unerzogene, junge Mann weiter und ich schüttelte mein düsteres Haupt und spürte die Spitzen meiner Haare an meinem Kinn entlang streifen.

„Im Ernst, Potter, warum sollten wir darauf antworten?“ Dabei gab er ungewohnt offen zu, wie wichtig ich, als auch Hermione ihm waren. „Sie werden es erleben, wie wir damit umgehen, wenn es so weit ist“, beschied er entschieden, dabei sagte sein markantes Antlitz, dass er nicht bereit war, weiter auf das Thema einzugehen.

„So einfach ist das?“, zweifelte der junge Mann vor uns offen und selbst ich war gespannt, was Lucius bereit war, darauf zu sagen.

„Für einige von uns ja, für andere bestimmt nicht“, bekannte Lucius mit Bedacht, woraufhin Potters Haupt zu mir herumfuhr.

„Und Sie, Sir?“, hauchte er perplex. „Sie… Sie wollen das so hinnehmen“, stand ihm das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben und so neigte ich daraufhin mein Haupt. Dazu gab es nichts zu sagen, wir würden es so halten, wie Lucius es sagte.

„Sie werden mir nicht sagen, wie Sie es schaffen, darüber zu stehen, während Sie wissen, dass die beiden…“, fragte er Lucius, dabei deutete Potter in meine Richtung und machte eine entschuldigende Geste. „Zusammen ins Bett gehen… ich meine, das ist… puhhh… sorry…“, stotterte er zutiefst peinlich berührt.

Jetzt warf ich einen abwägenden Blick zu Lucius, denn er konnte seine Zufriedenheit nicht verhehlen. Gerade lag ein gefährlich raubtierhaftes Lächeln in seinen Zügen, vor allem wenn man bedachte, welch zauberhaften Fluch er an Halloween gegen Hermione gewirkt hatte. Somit war absehbar, dass das Biest in der nächsten Zeit in gar keinem Bett landen würde, wenn sie schlau war.

„Wollen Sie mich nicht fragen, wie ich das sehe, wenn Lucius und Hermione zusammenkommen sollten?“, riss ich das Ruder zur Überraschung der Anwesenden an mich und sie blickten fragend und überrumpelt zu mir.

„Äh… nei… ja, ja natürlich, wie stehen Sie dann dazu… sagen Sie es mir, Schulleiter?“, schaffte es Potter relativ schnell wieder, seine Neugierde zu finden, da war er mehr als berechenbar.

„Dankbar“, betonte ich das Wort, während ich die Lippen schürzte. „Denn sie kann wahrlich anstrengend sein.“ Ich erinnerte mich mit Genuss an mein Biest, das so schwer zufriedenzustellen war mit ihren Launen und Stimmungsschwankungen.

Jetzt war es an Lucius, seinem Amüsement laut Ausdruck zu verleihen, denn er lachte bei meiner Antwort schallend laut auf. Es war selten, dass wir derart lockerer Stimmung waren. Bei Lucius war es nur passiert, weil uns Potter mit seiner Zusammenarbeit überraschte.

„Lassen Sie sie das nur nicht hören“, grinste Potter und kicherte ebenfalls gut unterhalten mit einer Prise Bösartigkeit, die ich ihm eigentlich früher niemals zugetraut hätte. „Ich will keinem von ihnen zu nahe treten, ich frage das nur, weil ich weiß, dass Hermione nie freiwillig auf Snape verzichten würde, dafür ist er ihr zu wichtig… und das muss ich wissen… weil… weil…“, forschte er nun weiter, dabei ging er wieder in Verteidigungshaltung und ich fand es durchwegs spannend, mit dem Jungen vor uns einmal auf dieser Ebene zu kommunizieren.

Auch wenn er es nicht wusste, oder ahnte, aber gerade behandelten wir ihn wie einen von uns, nicht als gewöhnlichen Idioten, der niemals unsere Sphären erreichen würde. Er schaffte momentan Beeindruckendes, vor allem da sich Lucius weiter zu ihm über den Tisch beugte.

„Weil Sie neugierig sind?“, wollte Lucius gehässig, wie er war, erfahren und sparte nicht mit dem maliziösen Lächeln, das soeben sein herrisches Antlitz verzog.

„Nein“, wehrte Potter ohne zu zögern, sehr entschieden ab, doch dann traf uns ein unsicherer Blick aus so grünen Augen, die mich unweigerlich an Lily erinnerten. „Aber ich lehne mich hier wirklich weit aus dem Fenster, sowohl im Fall meiner besten Freundin… als auch was mein Mündel anbelangt…“, gab er sorgenvoll zu bedenken und ich nickte sachte auf diese Aussage hin. Potter wagte tatsächlich sehr viel und Lucius schien dies ähnlich zu sehen, da er sich zu einer Antwort herabließ.

„Keine Sorge, bei uns beiden ist sie in guten… sehr… guten Händen“, klang alles an diesem Statement doppeldeutig und anrüchig. „Und die andere in Dracos“, schob er diese Behauptung fast schon unnötigerweise hinterher und erntete einen aufrichtig tiefen Seufzer.

„Ihr Wort in Merlin und Morganas Ohr“, betete Potter inständig herunter und wirkte alles andere als restlos überzeugt. „Ich meine, Sie sehen, ich mache mir das nicht leicht. Ich gebe Ihnen meinen Segen was meine beste Freundin betrifft, aber ich verschachere auch meine Schwägerin an jemanden, den sie nicht liebt, in der Hoffnung, dass die beiden erkennen, dass sie durchaus zueinander passen“, erläuterte Potter unglücklich und wedelte erregt mit seinen Händen durch die Gegend, bis er plötzlich sehr entschieden und entschlossen mit seinem wirren Haupt nickte.

„Ja, wirklich, sie wären ein schönes Paar… so schön normal…“, meinte er sinnierend und so hoffnungsvoll, dass es wehtat und mir persönlich brannte eine Frage auf den Lippen.

„Normal?“, fragte da auch schon Lucius an meiner statt, was mir sehr zupass kam, da ich nicht wünschte, weiter in den Fokus dieses Gespräches zu geraten.

„Ja, sie hat die Chance ein schönes, normales und behütetes Leben zu führen, ein privilegiertes Leben!“, konkretisierte Potter weiter und sein Wunsch Greengrass zu beschützen trat mehr als erkennbar zu Tage, auch wenn er im ersten Schritt gegen ihre Gefühle handeln musste und versuchte, andere Gründe aufzuzählen.

„Sicher… geschützt… meinen Sie das nicht eher?“, warf ich auch schon sehr schnarrend ein und mischte mich, durch seine Aussage getrieben, doch wieder in das Gespräch ein. „Sie hören sich an, als wären Sie froh, sie los zu sein“, ätzte ich gemein weiter, aber irgendwie stieß mir Potters Vorgehen ganz plötzlich sauer auf. Er hatte nicht so kalkuliert zu sein.

„Was?“, riss es ihn irritiert. „Nein…“, hauchte er dann schrecklich lahm und Lucius lachte geheuchelt auf.

„Wir wollten hier doch ehrlich sein“, mahnte er auch schon gewohnt bösartig und mit überlegener Miene.

„Mhm…“, schenkte ihm Potter ein widerwilliges Grinsen. „Okay“, meinte er dann ertappt. „Jaaaa, ich gebe es zu. Natürlich erkenne ich die positiven Seiten, wenn mein Mündel Schutz unter dem Namen Malfoy findet und ganz ehrlich, sie nützen die Menschen ständig aus. Es ist mal Zeit, den Spieß umzudrehen“, offenbarte Potter einen neuen, nicht zu unterschätzenden Charakterzug, der ihm in Slytherin zur Ehre gereicht hätte.

„Potter, Sie erstaunen mich heute mehrfach“, gab Lucius ganz ungewohnt offen, leicht nickend nun doch zu.

„Wie meinen Sie das, Mr. Malfoy?“, kam es ehrlich interessiert von dem jungen Mann.

„Weil Sie erkennen, wie gut es Hermione selbst als Mudblood bei uns geht“, spielte unser guter Taktiker, der Lucius war, jedes Quäntchen aus um Potter zu reizen, aber der verzog bei dem Wort keine Miene. „Und ich habe Sie durchschaut. Sie denken schlicht, dass Greengrass als Reinblüterin noch sicherer bei uns ist“, fasste Lucius ohne Emotionen zusammen, woraufhin Potter einen leisen Pfiff durch seine Zähne ausstieß.

„Autsch“, murmelte er und rieb sich seinen Nacken. „Sie haben mich gerade echt auflaufen lassen“, bekannte er dann mit einem spitzbübischen, so jungenhaften Lächeln.

„Hahaha, dachte ich mir doch, dass Sie nicht der Gutmensch sind, als der Sie sich gerade präsentieren wollten…“, begann Lucius gutmütig loszulachen und wirkte so gut unterhalten wie schon lange nicht mehr, bis er plötzlich sehr ernst wurde und Potters Augenbraue abwägend in die Höhe ging.

„Denken Sie, Greengrass wird Ihnen das danken, egal wie viele positive Aspekte Sie daraus ziehen, Potter?“, fragte Lucius nachdenklich und wirkte alles andere als überzeugt, dabei schüttelte unser Gegenüber bei jedem Wort seinen Kopf.

„Nun, ich habe eine Verantwortung ihr gegenüber“, meinte er nach kurzem Nachdenken und dann zuckte er mit den Schultern. „Und lassen Sie mich ehrlich sein, sie wird lernen, damit zu leben“, verkündete er dann schrecklich schnöde, so dass ich als auch Lucius bei so viel Kaltblütigkeit nicht mehr an uns halten konnten.

„Potter!“, entfuhr es uns beiden gleichzeitig und wir kassierten einen ziemlich abwertenden Blick.

„Was? Enttäuschungen und Entsagungen gehören zum Leben dazu…“, zeigte sich Potter verächtlich und so wenig zuversichtlich wie selten.

„Sie hören sich verbittert an“, meinte Lucius auch schon feststellend.

„Was erwarten Sie denn? Dass ich ein zufriedener, glücklicher Mann bin?“, entfuhr es Potter anklagend und der Schmerz war in jedem seiner Worte zu fühlen.

„Wohl nicht“, gestand ihm Lucius dann mit einem langen Blick, unter dem sich Potter sehr unwohl zu fühlen schien, zu.

„Ich will alles regeln und wenn einigen nicht gefällt, was ich tue… pfff… dann ist das halt so“, lag eine große Resignation in seinem Ton und schon ging Lucius‘ Musterung zu mir. Anscheinend hörte es sich auch für ihn an, als würde Potter alles für den Fall der Fälle vorbereiten wollen. Ob das Hermione und den anderen so bewusst war, dass Potter mit seinem baldigen Ableben rechnete?

„Dann lassen Sie mich Ihnen sagen, dass es eine Freude war, mit Ihnen zu sprechen und Geschäfte zu machen“, ging ein Ruck durch Lucius‘ herrschaftliche Person und er legte seine Hand an sein Herz, um seine Aufrichtigkeit zu unterstreichen, da Potter eine ungläubige Miene präsentierte. „Ich bin offen und gebe zu, dass ich mit einem anderen Gesprächsverlauf gerechnet habe…“, gestand er dann leise und das schien Potter leichter glauben zu können, so wie sein einsetzender Heiterkeitsausbruch unterstrich.

„Hahaha, Sie dachten, ich schreie Zeter und Mordio“, stieß er atemlos hervor.

„Mhm… ich würde nicht lügen, indem ich sage, dass ich eher annahm, dass Sie Ihren Jähzorn und Ihr Temperament sprechen lassen würden, aber das hier imponiert mir…“, erklärte Lucius mit großem Ernst und noch größerer Anerkennung, als er Potter einen sehr großen Beweis seiner Achtung mit seinen kommenden Worten zollte.

„Sie zeigen gerade, dass Sie ein würdiger Gegner des Dark Lords geworden sind“, schlug seine Behauptung ein und Potter rieb sich über seine Arme.

„Oha, Malfoy, das ist wohl das Netteste, was Sie in Ihrem Leben je zu mir sagen werden“, gab Potter zynisch, nachdem er sich von dem Kompliment gefangen hatte, zurück.

Dabei bedankte er sich aber gleichzeitig mit dem tiefen Neigen seines Hauptes und strafte seine Tonlage lügen. Auch er hatte schon gelernt, Masken zu tragen und nie zu tief blicken zu lassen.

„Gewöhnen Sie sich nicht daran, junger Mann“, erklärte Lucius gutmütig, wie sonst nur zu seinem Sohn und offenbarte ein tiefes Lächeln, als er sich plötzlich weit über den Tisch lehnte und Potter seine offene Hand hinstreckte, während dieser zuerst Lucius‘ Person und dann seine Hand genau begutachtete.

„Ich nehme Ihr Angebot, die Mitgift betreffend, an“, kam es sehr entschlossen von Lucius und er hielt weiterhin die Hand zum Handschlag bereit und wartete ab. Unterdessen wog Potter ab, ob es wirklich das war, was er für seine Freunde wollte und diesen inneren Kampf bemerkte auch Lucius, woraufhin dieser die Mundwinkel zu einem leicht höhnischen Lächeln verzog.

„Und natürlich verspreche ich Ihnen, dass die beiden Frauen, von denen wir heute gesprochen haben, in meinem Heim sicher sein werden, vor allem unter dem Schutz meines Namens, meines Ansehens, meiner Macht und meines Reichtums stehen. Genügt Ihnen das?“, fragte er exaltiert nach und traf mit seiner Äußerung genau den Nagel auf den Kopf, da es nun kein Zögern mehr gab.

„Deal“, schlug Potter kraftvoll ein und die Magie leuchtete satt weiß auf, als sie ihren Handel verbindlich eingingen und mit Lucius‘ Schlussworten verkaufte sich Potter auf alle Fälle nicht unter Wert, so dass ich zutiefst beeindruckt zurückblieb.

Severus Sicht Ende


Hier sind die Kandidaten des WHF-Kurzbeschreibungswettbewerbs. Ihr entscheidet wer gewinnt. Unser Wettbewerb ist zu Ende, jetzt geht es zur Abstimmung.
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BeitragThema: 550. Tun, was getan werden muss...   Di Apr 19, 2016 7:56 pm

550. Kapitel Tun, was getan werden muss...

Lucius Sicht

Wir hatten einen Deal und jetzt standen wir in der Burg meines Sohnes, einer unwilligen Verlobten gegenüber, die vehement erfahren wollte, was ihr Schwager für sie rausgeschlagen hatte.

Dass das Gespräch jedoch anders verlaufen war als von ihr gedacht, das wusste sie noch nicht und ich musste durchaus gestehen, dass ich unglaublich gespannt war, wie Potter der jungen Frau beibringen wollte, dass er in diesem Spiel schlicht und ergreifend die Seiten gewechselt hatte.

„Bin ich endlich wieder frei?“, wollte das junge Fräulein erschreckend lallend erfahren.

Wie unpassend für eine zukünftige Malfoy, schließlich hatten wir überall die perfekte Maske aufrecht zu erhalten, wobei ich mich ermahnte, dass sie von ihrem exquisiten Glück noch nichts ahnte.

„Astoria“, echauffierte sich Potter entrüstet über die gelebte Selbstsucht, dass sie nur an ihrem eigenen Schicksal Interesse offenbarte und reichlich wenig an dem Schicksal von diesem anderen Mädchen.

Ich versteckte ein überhebliches Lächeln hinter meiner erhobenen Hand, da ich mit meinem Daumen und Zeigefinger meine Mundwinkel entlangfuhr, denn ich war ab nun mehr als gespannt, wie Potter unsere Übereinkunft den anderen präsentieren wollte.

Formulieren wir es so, Potter schlug sich wie zu erwarten. Er trat an das Mädchen heran, ergriff ihre erregt herum flirrende Hand mit dem Ring und zog sie zu sich.

„Es tut mir Leid“, wisperte er leise.

„Waaaaaa…“, hauchte meine zukünftige Schwiegertochter sprachlos und sackte in sich zusammen.

„Pfff“, entwich es meinem Sohn verächtlich. „Das ist so klar gewesen…“

Potter hielt Greengrass sehr fest, damit sie nicht zu Boden sackte.

„Wo ist jetzt das Großmaul Potter?“, grollte Draco hörbar nachtragend. „Auf was für einen Kuhhandel hast du dich eingelassen?“, fragte er immer aggressiver und bedachte mich mit einem maskenhaften Blick.

„Ich… ich…“, murmelte Potter irgendwie unsicher, bis er meinen verächtlichen Ausdruck in meinen Augen bemerkte und ein Ruck durch ihn zu gehen schien. „Es ist beschlossen, du bist Draco versprochen“, gab er sehr widerwillig zu und nicht nur ihr klappte der Mund weit auf.

„Und zahlst du auch hier eine Mitgift?“, hisste mein Sohn nachtragend auf.

„Was? Nicht dein Ernst, Harry“, schrie meine zukünftige Schwiegertochter jaulend auf und vergoss große Krokodilstränen.

„Mmpf“, wusste sich der Goldjunge nicht weiter und verwuschelte seinen wilden Haarschopf nur noch mehr.

„Was reitet dich, was fällt dir ein… Harryyyyy?“, fauchte die kleine Wildkatze, die meinem Sohn das Leben auf die ein oder andere Weise schwer machen würde, wütend los und man konnte ihr Temperament und ihre Leidenschaft erahnen.

Ich hatte für meinen Sohn trotz aller Spontanität eine gute Wahl getroffen. Ich war sehr zufrieden mit mir.

„Astoria, ich tue das nicht um dich zu ärgern. Ich habe eine Entscheidung getroffen…“, bezog Potter widerwillig Stellung.

„Du… du wagst es, eine Entscheidung über mein… über mein Leben zu treffen? Du?“, begehrte das Mädchen auf und man konnte nicht sagen, dass sie nicht heißblütig sein konnte.

„Astoria“, mahnte Potter und ich fand meine Wahl immer besser. Sie erschien magisch begabt, wenn ich mir ihre Verwandlungsmisere ins Gedächtnis rief, und jetzt das, ja, sie würde sich gut an Dracos Seite machen.

„Und über meines“, warf Draco mit beinahe unerträglicher Noblesse ein und das Drama, das sich hier abspielte, war exquisit.

„Merlin nochmal… ja, ich habe über euch hinweg bestimmt und ihr werdet lernen, damit zu leben“, brüllte jetzt Potter entnervt los und den Anwesenden, vor allem seinem Paten, trieb sein kompromissloser Ton die Blässe auf die Wangen.

„Leck mich, Potter“, kam es blasiert von Draco, der keine Miene verzog.

„Was? Was wollt ihr überhaupt von mir?“, fauchte Potter weiter und legte seine Hände an seine Brust.

„Was ich will?“, jaulte das Mädchen heulend auf. „Ich wollte, dass du das wegmachst, nicht festmachst“, beschwerte sie sich inbrünstig und über Severus‘ missmutig verzogene Miene, bei den Tönen, verbiss ich mir heroisch das Lachen.

„Du wirst ein gutes Leben haben“, murmelte der Gescholtene resigniert.

„Ich will nicht so ein Leben“, schrie das Mädchen mit sich überschlagender Stimme.

„Hermione hat es auch“, nuschelte Potter tonlos und sah betreten zur Seite, wegen des Unglückes seiner Schwägerin traurig, aber auch machtlos.

„Ich will Blaise“, brach sie tonlos ab und stöhnte leidend auf.

„Nur, weil du Draco bekommst, bedeutet es nicht… dass… dass du Blai-“, wagte Potter einzuwerfen und handelte sich einen Schlag ein, denn Greengrass stieß ihre beiden Hände mit Wucht vor seine Brust und er taumelte zurück.

„Wehe… wehe, du sprichst das aus“, fauchte sie gemeingefährlich und hatte ihren Zeigefinger drohend erhoben.

„Du wirst ein vollwertiges Mitglied von ihnen sein…“, bot Potter beinah schon mitleiderregend traurig an.

„Was willst du damit sagen?“, fragte Greengrass trotz aller Schluchzer mit großem Misstrauen.

„Dass deine Mitgift allen Ansprüchen genügen wird“, gab Potter verstockt zurück.

„Du zahlst… du denkst… ich bin sprachlos. Was fällt dir ein, das auch noch zu tun?“, wollte das Mädchen Potter anspringen, aber das alte Knochengerüst wagte sich wagemutig vor und hielt sie mit erstaunlicher Kraft an der Schulter zurück.

„Die Anführer verlieren ihre Menschlichkeit“, warf Grindelwald plötzlich tadelnd in Potters Richtung ein und versuchte, das aufgelöste Mädchen zu beruhigen.

„Tu ich das?“, fuhr Potter zu ihm herum, nur um gleich die Hände hoch zu reißen. „Vergessen Sie es! Es ist schön, wenn ihr alle eure Menschlichkeit erhalten könnt, freut euch darüber, aber wir gehen den Pakt mit dem Teufel ein, um eventuell gewinnen zu können“, verteidigte sich Potter über die vorwurfsvollen Mienen hinweg.

„Gewinnen um jeden Preis“, stieß mein Sohn ein freudloses Schnauben aus. „Wie viel?“, setzte er noch neugierig hinterher.

„Ja“, stimmte Potter ohne zu zögern zu. Das Leben hatte den jungen Mann auf alle Fälle gezeichnet. „Eine Million“, murrte er düster und wusste, dass seine Worte nicht auf Gegenliebe stoßen würden.

„Arrrrhhh, ich hasse euch alle“, schrie das fuchsteufelswilde Mädchen wütend und stampfte mit dem Fuß auf.

„Potter… du bist so ein Idiot, aber du warst ja schon immer einer! Womit habe ich es verdient, dass du mir so in den Rücken fällst?“, fragte Draco zum Schluss hin süßlich, aber er wirkte zu keiner Sekunde überrascht.

„Malfoy, ob du es mir glaubst oder nicht, das tu ich nicht zum Spaß“, begehrte Potter auf und kurz zuckte über das alte, verknitterte Gesicht von Grindelwald so etwas wie Mitleid.

„Undankbarer Gryffindor“, verzogen sich Dracos Mundwinkel zu einer Grimasse.

„Das stimmt nicht…“, sprach aus Potter das pure schlechte Gewissen. „Ich… ich weiß, was ich dir alles zu verdanken habe.“ Aufrichtiges Bedauern lag in seiner Stimme. „Ich… ich zahl meine Schulden auch zurück, nur keine Angst", hob Potter seiner Hände. "Ich bin absolut sicher, das ist das Beste, was wir tun können!“, erging er sich in einer schwammigen Rechtfertigung.

„Für wen?“, wisperte mein Sohn so leise, dass ich ihn fast nicht verstehen konnte.

„Für alle“, begehrte Potter nun inbrünstig auf, dabei rötete sich sein Gesicht bedenklich.

„Pfff, dass ich nicht lache. Du fällst auf Vater rein, wie ein Kleinkind, das einen Lolli geschenkt bekommt“, schimpfte mein Sohn spottend und strich sich durch sein blondes Haar.

„Ohhhh, glaub mir, so doof bin ich nicht, aber ich erkenne dich, ihn und Snape sehr gut und ich sehe vieles, was du nicht sehen willst“, entgegnete Potter so überzeugt, dass selbst ich, trotz unseres vorhergehenden Gespräches, überrascht war.

„Bilde dir drauf was ein, Potter, du bist ein Blindschleiche, sonst nichts“, erwiderte Draco abwertend und mit verächtlich verzogenen Zügen.

„Wie auch immer… ich gehe…“, brach Potter abrupt ab. Augenscheinlich war er nicht bereit, mit meinem Sohn weiter zu diskutieren. „Astoria, es tut mir leid“, zog er das widerwillige und verheulte Mädchen an seine Brust und küsste sie auf ihr Haupt und sie entzog sich ihm eilig, was ihm ein trauriges Seufzen entlockte.

„Gellert, wir sehen uns… Sirius, versuch keinen Unfug zu machen…“, verabschiedete sich Potter aus der Runde.

„Harry, richte dem Sonnenschein meine Verehrung aus“, warf Grindelwald mit lächelnder Hinterlistigkeit ein.

„Ich grüße sie“, meinte Potter schlicht und wandte sich ab, während ihm Greengrass mit einem unsäglich unglücklichen, aber auch fassungslosen Gesichtsausdruck hinterher sah.

„Das… das… das war alles?“, begann sie stotternd. „Und was sag ich Blaise?“, kreischte sie zu ihm hin, als Potter schon halb zur Tür hinaus war.

„Sag ihm, dass es mir leid tut“, meinte er betreten, aber auch emotionslos und wandte sich entschieden ab.

„Pfff, davon können wir uns auch nichts kaufen“, höhnte sie giftig mit lauter, wenig wohlklingender Stimme, die mich zu meinem Schock kurz an Narcissa erinnerte.

„Sie werden eine Zierde unseres Hauses werden“, verstummte sie schlagartig, als ich mich hoheitsvoll und sehr souverän einschaltete, was dazu führte, dass sie stolperte, da sie sich so erschreckte und gegen Grindelwald prallte und beide damit beschäftig waren, nicht hinzufallen.

„Draco, ich erwarte dich am Samstag in den Gewölben“, wandte ich mich aufgrund dessen meinem Sohn zu, da auch unsere Zeit gekommen war, diese illustre Gesellschaft nach erfolgreicher Arbeit zu verlassen.

„Was?“, entwich es ihm gewagt. „Äh, wie bitte?“, zwang ihn mein Blick zu gebührender Höflichkeit mir gegenüber, während ich ausharrte und ihn in Grund und Boden starrte.

„Die Zeremonie?“, räumte er dann nach kurzem Überlegen resignierend ein.

„Ja, und selbst der Lord wird uns beehren, also sei pünktlich“, beschied ich knapp und packte meinen Gehstock fester.

„Wie du wünschst…“, würgte mein Sohn an der Zusage. „Vater“, presste er schlussendlich schwer heraus, woraufhin ich generös nickte.

„Gut…“, überblickte ich die kleine Menge und wandte mein Profil meinem Begleiter zu. „Severus, ich denke, wir sind hier fertig“, drehte ich ab, gefolgt von meinem schwarzen Schatten.

„Moment, warten sie eine Sekunde“, stoppte uns die Stimme im Foyer, das wir beinah hinter uns gelassen hatten und ich sah indigniert über meine Schulter zurück.

„Mr. Grindelwald?“, fragte ich irritiert, aber trotz allem höflich, aufgrund dieser unerwarteten Störung.

„Sie sind gut. Wissen Sie das?“, meinte er hintersinnig mit einem seltsam anmutenden Gesichtsausdruck, wegen dem meine Augenbrauen zusammen wanderten.

„Wie meinen?“, wollte ich unwillig und mit arrogant erhobener Nase erfahren.

„Im Manipulieren…“, meinte er sehr nachdrücklich und grinste mich daraufhin äußerst frech an.

„Danke“, nahm ich seine eher kritische Äußerung absichtlich falsch auf und vollführte mit meiner Hand eine spöttische Geste.

„Nicht doch, das ist eine hohe Kunst und Sie beherrschen sie perfekt“, wehrte der alte Mann entschieden ab, hüstelte lächelnd und offenbarte sein lückenhaftes Gebiss.

„Wunderbar und jetzt?“, zeigte ich mich ungeduldig.

„Ahhh, wissen Sie, ich kann Harry Potter verstehen…“ Bei mir hob sich kalkulierend eine Braue. „Ja, schauen Sie nicht so. Ich stimme ihm sogar zu, jetzt nachdem ich Sie kennenlernen durfte. Sie haben das, was ihr gefällt…“, schmeichelte er mir ohne jegliche Ironie, da ich aus seiner Stimme keine negativen Vibrationen entnehmen konnte.

„Das Biest“, fasste ich nach, da ich beinah nicht glauben konnte, was gerade heute passierte. Zuerst Harry, der Auserwählte, Potter und nun Gellert, Ex-Dark Lord, Grindelwald, die sich beide über das Verhältnis zwischen Hermione und mir ausließen, wobei das Faszinierendste war, dass sie unsere Beziehung nicht mal torpedierten, sondern ihr eher zustimmten.

„Biest?“, meinte der Alte und legte sein Haupt taxierend schief. „Ja, auch ein passender Name für sie… ja, vielleicht haben Sie sogar das, was sie braucht…“, meinte er gönnerhaft und legte wieder eine gewichtige Doppeldeutigkeit in sein Gebaren.

„Kennen Sie sie so gut?“, wagte ich zu zweifeln und musterte mein Gegenüber genau, was sollte sie zu diesem Alten treiben.

„Ja, das tue ich. Sie kommt oft zu mir“, erklärte er sehr bestimmt, dabei strahlte er eine große Entschiedenheit aus, die mich verwunderte und so hob sich meine Braue sachte im gelebten Zweifel.

„Tut sie das?“, fragte ich daher auch mit einer eigenwilligen Tonlage exaltiert nach.

„Jaaa“, grinste der Alte gemeingefährlich, aber auch geheimnisvoll, dabei blitzte es in seinen Augen unheilvoll. Dieser Mann war nicht zu unterschätzen, so alt er auch sein sollte, was wusste er, das ihm dieses selbstsichere Auftreten mir gegenüber erlaubte.

„Was wollen Sie?“, schob sich nun Severus an mir vorbei und stellte sich vor Grindelwald.

„Sie kommen gerne auf den Punkt?“, kicherte der Alte fies, woraufhin Severus seine so dunklen Augen zu taxierenden Schlitzen verengte.

„Ja“, erwiderte er schlicht.

„Eloquent, wie eh und je“, meinte der Alte gutmütig. „Das was ich ihnen nun sage, gilt für sie beide…“, legte er eine spannungsgeladene Kunstpause ein. „Der Sonnenschein ist berechenbar. Irgendwie wird es für sie bezeichnend, sich mit den Männern, die ihr wirklich etwas bedeuten, Zeit zu lassen“, mahnte er und meine Faust umfasste meinen Gehstock fester.

„Wie meinen, was wollen Sie sagen?“, schaltete ich mich wieder ein, dabei vernahm ich Severus‘ leises Seufzen, als in mir die Vermutung keimte, dass Grindelwald von dem Fluch wusste, den wir auf Hermione gelegt hatten.

„Ja, mit Ihrem Sohn hat sie sich Zeit gelassen und auch damit, ihn gehen zu lassen“, fasste Grindelwald mit Nachdruck zusammen und hörte sich beinah schon weise an.

„Wie?“, echote ich tonlos.

„Schsch…“, tadelte der Alte selbstgefällig und fuhr fort, „… selbst bis sie etwas Ernstes mit diesem düsteren Zeitgenossen neben Ihnen anfing, dauerte es einige Zeit“, meinte er freundlich und deutete auf Severus, der ein maskenhaftes Antlitz aufrechterhielt.

„Bitte?“, hauchte ich irritiert.

Das was sich hier offenbarte war unerwartet, ich konnte es nicht fassen, dass sie ihm all diese vertraulichen und sehr familiären Interna offenbart hatte, aber woher sollte er all dies wissen, wenn nicht von ihr? Hatte sie diesen ehemaligen Dark Lord tatsächlich als Vertrauten erwählt?

„Und mit Ihnen lässt sie sich erst recht Zeit“, verkündete er vehement und nahm damit uns beiden den Wind aus den Segeln, da er mit diesen welterschütternden Worten abdrehte und uns beide wie kleine Schulkinder stehen ließ.

„Was war das jetzt?“, drehte ich mich blasiert zu Severus, um diesen Affront zu verarbeiten, als mir der geheimnisvolle Glanz in seinen Augen auffiel.

„Ich denke, du hast den zweiten Segen erhalten…“, wisperte Severus mit einer Spur Überraschung in seinem dunklen Timbre. Damit hatte er auch nie und nimmer gerechnet.

„Nicht dein Ernst?“, kommentierte ich ziemlich überheblich und lüpfte eine gar helle Braue.

„Ähm… doch ja… hahahaha…“, amüsierte sich Severus immer mehr auf meine Kosten und das, was gerade unfassbares geschehen war, als mir ein Gedanke kam und sich ein sehr maliziöses Lächeln auf meinen Lippen ausbreitete, das es schaffte, Severus‘ Lachen im Keim zu ersticken.

Er kannte mich zu gut. Er wusste, ich hatte einen Ansatz gefunden um zurückzuschlagen und jetzt war er auf der Hut.

„Dann gilt aber für dich dasselbe“, servierte ich gehässig, denn ich musste einfach das letzte Wort haben und erlebte den Genuss von Severus‘ Miene, als er diese Tatsache ebenfalls verdauen musste, dabei wechselte seine Mimik von Irritation zu Missfallen. Kurz sah es so aus, als würde er auf eine Zitrone beißen, weswegen ich herzlich lachen musste.

So einen gelungenen Tag erlebte man doch immer wieder gerne. Beschwingt ließen wir nun die Burg hinter uns und stellten uns unseren unerbittlichen Aufgaben.

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich kam meiner Pflicht nach und ich hasste es!

Seitdem ich kein Hogwarts mehr hatte und fast niemanden außer dem schlecht gelaunten Harry, dem mürrischen Ron und meiner fordernden Truppe sah, ging es mir nicht mehr so gut. Es war unfassbar, aber man verlor regelrecht den Halt, die Sicherheit und die Grenzen des Normalen aus den Augen. Ich musste mit Erschrecken feststellen, dass mir die anderen Schüler durchaus gezeigt hatten, was es bedeutete, normal zu sein. Dass sie mir die Sicherheit gegeben hatten, dass ich es schaffte, den Schein vor der Umwelt aufrecht zu erhalten, dass ich noch normal war, zumindest zu einem Gutteil. Damals hatte ich das Schauspiel geschafft, für meine Umgebung relativ unbeschwert, mitfühlend und noch jung zu erscheinen, aber gerade eben verlor ich mich mehr und mehr in der Düsternis und Finsternis meiner Selbst.

Ich fühlte mich gehetzt, ausgezehrt und durchwegs gestresst. Unser Wanderdasein wurde mehr und mehr zur einer Flucht, vor allem und jedem und sie zehrte extrem an unser aller Nerven.

Die Stimmung im Zelt war außerdem bei uns hinüber, seitdem Harry von seinem Ausflug zur Burg vor zwei Tagen zurückgekehrt war und Ron und mir in einem Monolog eröffnet hatte, dass er nichts weiter gegen die Verlobung von Astoria und Draco hatte erreichen können, außer dass Lucius ihm aufzeigt hatte, wie gut es Astoria in dem aufziehenden Krieg im Hause Malfoy gehen würde und dass er sich somit schlussendlich bereit erklärt hatte, die Verlobung zu akzeptieren.

Ron regte sich seither auf, wie Harry das derart locker und gleichgültig sehen konnte. Er fand es abartig, dass sich Harry nicht genug für die Schwester seiner verstorbenen Frau eingesetzt hatte und da Ron sehr gut mit Blaise befreundet war, fühlte er auch mit diesem besonders und machte Harry große Vorhaltungen, dass er mehr hätte tun müssen. Er steigerte seine Vorwürfe sogar, indem er Harry die Verbrüderung mit dem Feind vorwarf.

Ich hingegen, ich war verstummt. Ich wusste nicht, was ich mir von Harrys Vorhaben, mit Lucius zu reden, versprochen hatte. Eine Lösung?

Nein, ich war schon weit über die Naivität hinaus und ahnte, dass Lucius sich nicht mehr die Butter vom Brot klauen lassen würde, nicht nachdem er seinen genialen Schachzug in einer einmaligen, ihm gelegen kommenden Situation ausgeführt hatte. Ich fand es sogar gut, dass Harry nicht aufs Blut mit Lucius gestritten und gekämpft hatte, da es in meinen Augen sinnlos war.

Nur zu gut wusste ich, wie es war, wenn man gegen seinen Willen an andere gebunden wurde und bisher war es nie rückgängig gemacht worden, wie ich aus leidvollen Erlebnissen am eigenen Leib erlebt hatte. Anders als Astoria, Blaise und wohl auch Draco nahm ich es mit Gleichmut und Resignation auf, dass man an der Tatsache der Verlobung wenig ändern konnte.

Und doch fraßen mich diese negativen Gedanken regelrecht auf. Auch ahnte ich, dass Harry uns nicht alles von dem Gespräch mit Lucius erzählte, da er immer wieder geschickt auswich, wenn wir zu sehr bohrten, doch anders als Ron ließ ich ihn und drang nicht weiter in ihn. Dass ihm das alles nicht leicht fiel, glaubte ich ihm auch so.

Es war nie sein Wunsch oder sein Wille gewesen, Astoria an Draco gebunden zu sehen, das stand für mich außer Frage! Astorias Wohlergehen war Harry mehr als nur wichtig und in einem hatte er völlig recht, sie würde im kommenden Krieg im Hause der Malfoys am besten geschützt sein, trotz ihrer Verbindungen zu ihm, zu Harry!

Und ich kannte Harry, er dachte auch an Lucien!

Lucien, der Dracos Patenkind war und Astoria, die seine Tante war, das wäre die beste Lösung. Ja, ich durchschaute Harrys Schachzug, wenn er die beiden verheiratete und er den Krieg doch nicht überleben sollte, dann wäre sein Sohn mehr als gut versorgt, auch wenn er hier keine Stellung bezog, ich sah es vor mir, es war schlau und wäre ich in einer ähnlichen Situation, würde ich genauso handeln.

Wie gesagt, es war alles scheiße, aber auch das alles hatte Vor- als auch Nachteile, die bedacht werden mussten.

„Hallo“, pflanzte sich auf einmal jemand neben mich und störte meine geheiligte Ruhe mit seiner unerwünschten Nähe.

„Sag, wie findest du es, dass ich wieder da bin?“, wollte er aufdringlich erfahren und lehnte sich vertraulich nah zu mir.

„Wo?“, fragte ich hörbar verwirrt. Ich wollte keine Gesellschaft. Sah ich aus wie der gesellige Typ?

„Na, in Hogwarts?“, meinte er sofort viel zu aufgedreht, während ich nur meine Schultern hochzog.

„Wie soll ich es finden?“, meinte ich schonungslos ehrlich in meinem Desinteresse. „Es ist ähnlich wie damals, als du Moody gegeben hast… alle haben Angst vor dir…“, erklärte ich gemein und er lachte schallend laut los.

„Mad-Eye, Alastor Moody, ja, das war schon urkomisch, alle an der Nase herumzuführen… hihihihi“, amüsierte er sich und schlug sich begeistert auf seine Oberschenkel.

„Tja, eigentlich unfassbar, dass du es wirklich geschafft hast Al… Dumbledore so hinters Licht zu führen“, lobte ich ihn aufrichtig, denn auf meiner Skale, wen ich mehr verachtete und nerviger fand, lagen beide zwar dicht beieinander, aber Albus hatte irgendwie noch immer die Nase vorne.

„Das war ein Spaß, aber er war arrogant und das lässt jemanden meistens etwas übersehen“, sprach er unerwartet klar im Geist die Wahrheit.

Eine Erkenntnis, die Albus wohl immer verborgen bleiben würde, da er keine Reue bei seinen Entscheidungen gekannt hatte und das war sein großes Problem gewesen. Er war bereit gewesen, alles und jeden für das größere Wohl zu opfern, zum guten Schluss sogar sich selbst. In dieser Hinsicht war er stringent gewesen, aber auf diesem eindimensionalen Wege hatte es Abzweigungen gegeben, die er einfach nicht wahrgenommen hatte und das hatte ihn schon immer geschwächt.

„Ach, er war ein eingebildeter alter Sack, der dachte, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben“, stimmte ich Barty somit von Herzen zu und beide lachten wir gemeinhin auf.

„Du magst ihn aber richtig“, amüsierte er sich köstlich und selbst das war fast schon untertrieben. „Das war damals aber nicht sehr bequem“, sinnierte er plötzlich nachdenklich und wackelte mit seinem Kopf.

„Fast ein Jahr Vielsafttrank“, meinte ich verständig und in Erinnerung, wie widerlich das gebraute Zeug schmeckte, war es ein Wunder, dass er das so lange durchgehalten hatte.

„Es gibt wohlschmeckendere Dinge, aber für den Lord tu ich alles“, verkündete er stolz und offenbarte seine bedingungslose Loyalität, die mir ein bitteres Lächeln aufs wohl verborgene Antlitz zauberte.

„Ich weiß“, murmelte ich betrübt und drohte schon wieder in meinen verstörenden Gedanken zu versinken.

„Wo bist du nur mit deinen Gedanken?“, raunte jetzt die vertrauliche Stimme neben mir und riss mich aus meiner Versunkenheit. „Mein Licht?“ Mich nervte dieser Kosename abartig und ich schnaubte. Kurz war ich versucht, mir über mein mit Eisen geschmücktes Gesicht zu streichen.

„Nicht hier“, meinte ich daher salopp und wandte meinem Gesprächspartner meine eiserne Maske zu.

„Das bist du irgendwie… nie… da, nicht hier, nie dort… irgendwie nirgendwo…“, meinte er geheimnisvoll und seine Zunge schoss zischelnd hervor. Dieser Tick von Barty nervte mich auch gewaltig, wobei sich die Frage gestattete, was ich gerade nicht hasste.

„Wie meinst du das?“, fragte ich daher lauernd, da ich durchaus heraushörte, dass er mehr in Hogwarts wahrnahm oder auch beobachtete, als man aufgrund seiner Entfernung annehmen mochte.

„Na, in der Schule…“, bestätigte er meine Sorgen und lehnte sich weiter zu mir hin. „Irgendwie zweifele ich… dass du da bist…“, flüsterte er in mein Ohr, woraufhin ich meine Lippen unbeobachtet durch meine Maske verzog.

„Hä?“, spielte ich absichtlich übertrieben und unfreundlich die Unwissende.

„Jaaaaaa, du kannst mir glauben, wie dämlich ich geschaut habe, als du… oder zumindest jemand der aussah wie du mit wehenden Fahnen von den Gewächshäusern davon gerannt ist…“, raunte er aufdringlich, „… weil ein Dementor auf dem Gelände rum geschwebt ist“, endete er doppeldeutig und ich presste die Lippen wohlverborgen fest zusammen.

Das war zu ärgerlich, aber bei meinem altbekannten Glück hatte ich damit gerechnet, dass das irgendwann passieren würde. Dass irgendein Dementor als Wächter für Hogwarts vor den Mauern einfach auch mal ein Schlupfloch finden würde und dann natürlich mir, beziehungsweise meinem Double begegnen musste, war so logisch gewesen, dass es wehtat.

„Ich mag keine Dementoren“, entgegnete ich lahm in Ermangelung einer brillanten Entgegnung, die eine solch peinliche Reaktion erklären würde.

Denn uns beiden war klar, sollte mir einer begegnen würde ich nicht vor ihm weglaufen, noch flüchten noch sonst was, wenn sie mir doof kamen, würde ich ihnen stehlen, was auch immer sie für eine Seele noch in sich hatten.

„Bitte, bei euch ist es eher andersherum“, kicherte er irre anmutend und schlug sich auf seinen Schenkel, als ein Stimmungsumschwung anstand, da er wieder los züngelte. „Verkauf mich nicht für dumm, mein Licht“, fuhr er mich scharf an. „Ich bin nicht die Ratte“, hisste er böse und verzog seine Züge zu einer hässlichen Grimasse.

Natürlich wusste ich, dass er ahnte, dass ich mich diesen Wesen eher zu nah fühlte, als dass ich genügend Angst vor ihnen hatte um meine Beine in die Hand zu nehmen und zu laufen und es stimmte, die Dementoren hatten wenn Angst vor mir und würden eher vor mir flüchten als bleiben. Es war doch zu ärgerlich.

„Was willst du von mir, Barty?“, fragte ich müde und unterdrückte den Seufzer, der mir auf der Zunge lag.

„Dass du zugibst, nicht die Hermione in der Schule zu sein“, schlug er breit grinsend vor und gluckste verrückt vor sich hin, doch der schneidende Blick seiner Augen strafte was er mir Vorspielte Lügen.

Ich sah ihn lange an und wägte ab, sollte ich ihn anlügen, oder nicht? Das war die Frage, woraufhin ich meine Entscheidung traf und langsam nickte.

„Schön“, meinte ich schnippisch. „Okay, ich bin es ab und an nicht…“, gestand ich langmütig und zuckte unter meinem schwarzen Mantel mit den Schultern. „Na, und?“, fuhr ich ihn ungeduldig an.

„Schadeeeee“, murrte er düster und ich konnte jetzt schon sagen, dass ich seine Umschwünge anstrengend fand.

„Was soll schade sein?“, fragte ich daher widerwillig.

„Dass du so selten da bist, ich dachte, du besuchst mich… uns?“, raunte er mir zu und zwinkerte übermütig.

Ich hätte ihn ohne Maske mit sprachlos weit offenem Mund angestarrt. Warum sollte ich die Dementoren besuchen wollen? Seit dem Bogen war ich ihnen gegenüber noch abgeneigter und ehrlich, auf das Ziehen in meiner Brust wenn ich Barty begegnete konnte ich auch getrost verzichten.

„Aha“, kommentierte ich dann nur schwer, nachdem mich sein Blick zu durchbohren schien.

„Wo treibst du dich rum?“, wagte er es nachzufragen und ich erstarrte. In mir brodelte die Aggressivität. Ihm musste ich wahrlich keine Rechenschaft ablegen.

„Mal hier, mal da“, knurrte ich daher unversöhnlich.

„Sag schon, sonst könnte ich sonst was denken“, mahnte er lachend.

„Mal schleiche ich mit Scabior durch die Gegend, oder habe mit Fenrir eine Auseinandersetzung, oder noch schlimmer, dann streite ich mit der Rechten Hand…“, fuhr ich ihn an und stieß mit meinem Stiefel gegen einen Stein.

„Ohhh, so begehrt“, klang so etwas wie Eifersucht in seiner Stimme durch.

„Immer“, entwich es mir zynisch.

„Der junge Malfoy ist aber in der Schule. Er hat dafür Zeit, warum du nicht?“, traf er den Nagel auf den Kopf und wenn Harry nicht wäre, hätte ich meine anderen Aufgaben tatsächlich, wie Draco, von der Schule aus steuern können.

Aber so war das ein Ding der Unmöglichkeit, Harry und Ron in dem Zelt zu finden, das so gut geschützt war und das ständig seinen Standort wechselte und so kam es, dass mich Barty sprichwörtlich an die Wand drängte.

„Was willst du mir unterstellen?“, knurrte ich wütend.

„Vielleicht, nur vielleicht, dass du bei Potter bist?“, raunte er zweideutig.

„Ich denke nicht, dass du die Hierarchieebene hast, um zu wissen, was ich treibe“, wisperte ich leise und irgendwas an mir ließ ihn ein wenig zurückzucken, eine Reaktion, die er zu seinem sichtbaren Leidwesen nicht hatte unterdrücken können.

„Ohhh, wird da jemand aufmüpfig?“, versuchte er mutiger zu klingen als er war und eine meiner Brauen wanderte in die Höhe, nur das konnte er nicht sehen. „Komm zu mir, zu den Dementoren… ich brauche dein Licht…“, bettelte er nun fast und als er das Licht erwähnte, wusste ich, dass meine Augen kurz weiß aufgeblitzt haben mussten, als er vor mir zurückgewichen war.

Da kam mir der Gedanke, dass es bestimmt interessant aussah, meine eiserne Maske, mein schwarzer Kapuzenmantel und dann das kurze, weiße Aufblitzen meiner Augen dahinter. Ja, das mochte selbst den aufdringlichen Barty in seine Schranken verweisen.

„Warum? Warum willst du, dass ich zu ihnen komme? Ich dachte, auch du magst diese Kreaturen nicht wirklich“, bohrte nun ich nach und durfte erleben, wie er missmutig seine Züge verzog.

„Uhhh“, meinte er nach einiger Zeit und knabberte an seiner Unterlippe. „Wie soll ich es erklären? Es ist so eine Hassliebe“, wirbelten seine Hände durch die Luft „Ich… ich mag sie nicht, sie hatten meine Seele, aber sie ziehen mich an, unweigerlich… ihr Wispern in meinem Kopf…“, versuchte er sich zu erklären und deutete mit seinem Zeigefinger an seine Schläfe und ich nickte verstehend.

Mit Hassliebe kannte ich mich zu meinem Verdruss ziemlich gut aus.

„Aha", meinte ich deshalb auch ziemlich schroff. „Und was soll ich dagegen tun?“, fragte ich ironisch, denn dass es in Bartys Kopf mit Sicherheit schon immer mehr als eine Stimme gegeben hatte, setzte ich schlicht voraus.

„Rede mit ihnen, sie werden unruhig. Noch hat der Lord ihnen keine neuen Seelen übereignet“, drängte er gehetzt, woraufhin ich aufhorchte. Das verstand ich nicht und so lehnte ich mich wieder näher zu ihm.

„Ich dachte, die Muggelgebürtigen, die sie im Ministerium abführen, werden zu ihrem Essen?“, entgegnete ich verwirrt.

„Nein, erstens gibt es dafür keine Anweisung und die Rechte Hand sagt, das muss erst der Lord absegnen und der viel wichtigere Aspekt: Die Dementoren trauen sich nicht“, zogen mir seine geflüsterten Worte auf mehrfache Weise den Boden unter den Füßen weg.

Was für einen Grund hatte Lucius, mildtätig zu sein? Hatte er Angst vor der öffentlichen Meinung? Ich meine, wenn würde Pius als nominaler Minister diese Anweisung offiziell verkünden. Aber was auch immer Lucius‘ Motive waren, seine letzte Aussage, dass sich die Dementoren nicht trauten, raubte mir den Atem.

„Hä?“, entwischte es mir undamenhaft, denn schon überlegte ich, ob es etwas mit meinem Auftauchen im Ministerium zu tun hatte, als wir Sirius aus dem Bogen geholt hatten, denn mein Auftauchen dort war von den Dementoren schlussendlich nicht unbemerkt geblieben.

Hatten die echt so eine Angst vor mir?

„Ja, ja“, kam es eifrig von Barty. „Sie denken irgendwie, du willst die Seelen zuerst und trauen sich deswegen nicht. Du musst zu ihnen und mit ihnen reden“, forderte er zum Schluss recht vehement und ich warf ihm einen scharfen Blick zu. In der Zeit sah er schrecklich treudoof, hoffnungsvoll und warmherzig zu mir auf, nur ab und an züngelte er mit seiner Zunge.

Er dachte doch nicht ernsthaft, dass er mir sagen konnte was ich musste und wenn sie solche Schisser waren, konnte ich ihnen auch nicht helfen.

„Ich… muss…“, brach mir die Stimme weg und ich war so dankbar für meine Maske, „gar nichts“, genoss ich, wie seine Zügen zusammenfielen, als ich ihn mit böser Stimme anzischte.

Ich sollte den Dementoren befehlen, die Seelen einzusaugen, die nichts, die absolut nichts getan hatten. Nein, das wollte ich nicht, das konnte ich nicht und das würde ich nicht tun! Außer der Lord verlangte es von mir, aber sonst nicht!

Warum verlangte Barty so was von mir? War er jetzt völlig irre? Die Gesellschaft dieser Wesen bekam ihm nicht!

„Störe ich?“, überraschte uns eine sonorige Stimme und schon ließ sich eine mächtige Gestalt sehr nah neben mir nieder und berührte mich an meiner Schulter. „Püppchen?“

„Fenrir“, kam es einigermaßen gefasst von mir. Wenn man bedachte, wie unser letztes Zusammentreffen geendet hatte, war ich vorsichtig. „Ähm… nein, nein, komm her“, war ich trotz allem unendlich dankbar, dass er meine traute Zweisamkeit störte, da ich nicht weiter über seelensaugende Dementoren sprechen wollte und somit war selbst er mir sehr recht.

Trotzdem lag mir seine Forderung, dass er Lavender wollte, noch immer schwer im Magen und sein Wissen um mein Verbrechen an meinem Trupp ließ mich erst recht schwer schlucken. Ein Wort von ihm, in der trauten Gesellschaft der anderen DeathEater und sie würden sich rachsüchtig auf mich stürzen und das war uns beiden nur zu bewusst, als er mir sein selbstherrliches und schrecklich überhebliches Grinsen zeigte, das seine Reißzähne aufblitzen ließ.

„Wie läuft es?“, fragte ich vorsichtig und er zwinkerte mir beinah schon beschwingt zu, während Barty beleidigt über die Unterbrechung vor sich hin züngelte.

„Wunderbar… es sind uns ein paar kleine Fische ins Netz gegangen, aber nichts Großes… also läuft alles…“, erklärte er zufrieden und ich konnte nur denken, die armen Fische.

„Was erzählst du für einen Unsinn“, unterbrach uns Scabior hektisch. „Wir haben mächtig Ärger und da muss ich eh noch mit dir reden, Püppchen“, brauste er weiter und ich wandte ihm mein stählernes Gesicht zu.

„Was?“, fragte ich irritiert.

„Es gibt seit neuestem einen Piratensender“, entgegnete er gepresst und sofort wollte ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

„Was für ein Sender?“, mimte ich sofort das Unschuldslamm, das ich nicht war.

„Potterwatch“, knurrte Scabior und warf sein langes, rotgesträhntes Haar unwirsch zurück. „Was für ein scheiß Name.“ Ich verbot mir eine Reaktion, während ich an das Gespräch mit den Twins zurückdachte, als sie mir von ihrer Idee mit dem Piratensender erzählt hatten. Damals hatten sie keinen Namen genannt und ich sinnierte, wer sich diesen so bezeichnenden Namen ausgedacht haben könnte.

Harry würde es hassen! Aber ich fand es gar nicht mal schlecht. Es zeugte von großer Kreativität, wobei ich nicht sicher war, ob die Twins oder vielleicht nicht doch Lee dafür verantwortlich war.

„Und du weißt davon nichts?“, schmunzelte Fenrir, dabei durchbohrte mich sein Blick mit unverhohlenem Schalk und am liebsten hätte ich ihn geschlagen. „Fast nicht zu glauben“, raunte er knurrig und ich rollte mit den Augen.

„Ich habe von Potterwatch noch nie was gehört“, begehrte ich auf, denn hier log ich nicht mal, naja, wenn man es großzügig auslegte.

„Die haben Passwörter, ist voll kompliziert“, jammerte Scabior und ließ sich auf der anderen Seite des Feuers nieder, während Barty ins Schweigen verfiel und uns drei beobachtete, was mir gar nicht passte.

„Und warum ist der das Problem meines Trupps?“, fragte ich daher und fühlte mich belästigt.

Auf der anderen Seite war ich aber beruhigt, dass die Twins gewohnt gute Arbeit leisteten und sich geschickt tarnten.

„Weißt du, wie viel Kohle der bringt?“, rief Scabior fassungslos und machte große Kulleraugen, die mich beinahe zum Lachen brachten. Dieser geldgeile, unfassbar eingebildete Mann, der wohl sogar seine Oma und Mutter noch verkaufen würde, wenn der rechte Preis geboten wurde.

Meine Göttin, war ich nachtragend, aber ich kam nicht dagegen an.



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WIR HABEN EINEN GEWINNER!
Unglaubliche 157 Menschen haben uns Ihre Stimme geschenkt, dafür möchte ich mich aufrichtig bedanken. Ihr seid die besten Leser, die man sich wünschen kann.
Mein Danke geht an alle Teilnehmer dieser Challenge: Taomiu Perle(unsere Nr. 3), Pascal Strebel, Nadine Höflich, Cora Mink,@Katja Meiners, Felicitas Lay (unsere Nr. 2) ich bin gerührt das ihr mitgemacht habt.
Mein ganz besondererer Glückwunsch geht an unsere Siegerin: Vanessa He

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