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 Kapitel 555-556

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BeitragThema: Kapitel 555-556   Mi Mai 25, 2016 12:38 am

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555. Kapitel Resistance

Severus Sicht

„Kommst du, Draco?“, forderte ich bestimmend, da Draco nicht den Weg zum Ausgang einschlug, sondern Richtung Gewölbe verschwinden wollte.

„Ich… äh… warum?“, stoppte er und zeigte sich sichtbar perplex, auch wenn seine Maske seine Züge nicht erkennen ließ.

„Willst du wirklich ins Gewölbe?“, fragte ich dezent nachsichtig nach. „Nachdem uns der Lord sehr deutlich gesagt hat, was er von uns will?“, zeigte ich mich recht unbeugsam, aber da zuerst das Biest beim Lord hatte antanzen und wir wie die dummen Schuljungen hatten warten müssen, bis er uns empfangen wollte, er uns zu sich beordert hatte, war meine Laune eh schon unterirdisch. „So viel Begehr dich zu amüsieren?“, zeigte ich mich ungemein gehässig, da Draco bisher niemals Anzeichen gezeigt hatte, an den Lustbarkeiten des Gewölbes gefallen zu finden.

„Ich wollte zu… ihr…“, meinte er lahm, woraufhin ich mein Haupt auffordernd schief legte und er fühlte sich genötigt zu antworten. „Ich… wir… haben seit der Burg noch nicht gesprochen… und das vorhin war…“, gestand er widerwillig mit einer aufgeregten Geste.

„Und du denkst, diese Umgebung ist für sie hier das rechte Ambiente… um darüber mit ihr zu reden? Draco?“, entfuhr es mir tadelnd. Gerade zweifelte ich an seinem Verstand.

„Ufff, nein… wohl eher nicht“, meinte er hörbar widerwillig, doch einsichtig.

„Dann komm, du hast gehört, was der Lord wünscht“, mahnte ich und wandte mich ab, dabei erwartete ich, seine Schritte neben mir auszumachen. „Wir haben wichtigeres worüber wir uns Gedanken machen müssen“, erklärte ich beherrscht, während ich leidgeplagt war.

„Er… wie soll ich ihm geben was er will?“, wisperte er erregt, dabei überschlug sich seine Stimme und ich verstand seine Sorge nur zu gut. „Wie?“, wirkte er aufgelöst und ich konnte seinen Zwiespalt nur zu deutlich spüren.

„Mhm… ja… wir sollten darüber reden“, gab ich widerwillig zu bedenken und legte noch mehr Energie in meine Schritte, um die Gewölbe rasch hinter mir zu lassen. Es stand außer Frage, dass ich früh genug würde wiederkommen müssen, um die Mädchen zusammenzuflicken. „Aber nicht hier, sondern in Hogwarts… in meinen Räumen… komm…“ lotste ich den Jungen absichtlich weg und dies aus mehrfachen Gründen.

Auf unserem Weg verfielen wir in Schweigen und als wir in meinen Gemächern ankamen, legten wir erst mal die uns vermummenden Sachen ab. Schließlich bedeutete ich ihm Platz zu nehmen, während ich mich aufmachte uns einen sehr kräftigen und wertvollen Rotwein einzuschenken, bevor ich ihm sein Glas brachte und dann selbst Platz nahm. Ich erhob das Glas, prostete meinem Patensohn zu und nippte an dem herben Rebensaft, dessen kräftige Farbe den Genuss unterstrich. Angesichts der Umstände bewies ich großen Pragmatismus, indem ich über den Umstand hinweg sah, dass ich aufgrund der Neuigkeiten, die ich Halloween erfahren hatte, noch immer mehr als schlecht auf ihn zu sprechen war.

„Sie meidet mich…“, unterbrach Draco das wundervolle Schweigen, indem er sich hörbar betroffen über diesen für ihn unschönen Fakt zu Wort meldete, woraufhin ich leise seufzte. Warum musste es so schwer sein?

„Du willst nicht über die Zeremonie von vorhin reden?“, fragte ich ironisch. Ich konnte mir vorstellen, dass ihm die Schlangenaktion von seinem Vater und mir bestimmt sauer aufstieß.

Ich selbst stand dem wie Lucius ebenfalls relativ gefühllos und gleichgültig gegenüber. Das war das Schicksal, was einem blühte, wenn man aufflog, oder einen zu großen Fehler beging. Auch ich wandelte zu oft auf dem schmalen Grat, als dass ich Mitleid empfinden könnte.

„Nein“, kam es lustlos von ihm und er wirkte absolut desinteressiert am Schicksal der beiden Männer und so akzeptierte ich seine Entscheidung. Wobei er mich mit seiner Reaktion überraschte. Ihn schien das Verhalten des Biestes wesentlich mehr zu beschäftigen. Eines musste man ihm lassen, er setzte Prioritäten.

„Du nimmst es ihr übel, dass sie bisher nicht zu dir gekommen ist?“, fasste ich daher seine vorhergehende Aussage auf und legte mein Haupt schief, sodass meine kinnlangen Haare meine Haut berührten.

„Ja“, murrte er missmutig und nippte ohne echten Genuss an dem vorzüglichen Rotwein. Was für eine Verschwendung.

„Draco, ich habe immer angenommen, dass wir dich zu einem relativ frühzeitig erwachsen gewordenen Mann erzogen haben…“, setzte ich mit meiner Predigt an und erntete doch nur ein empört geweitetes Augenpaar.

„Was soll das, Severus?“, begehrte er wütend auf. „Willst du mich beleidigen?“, zischte er und seine Hautfarbe nahm einen ungesunden Rotton an.

„Nein“, erklärte ich knapp bei so viel Emotion. „Ich will dir nur zeigen, dass dein Verhalten absolut unreif ist“, servierte ich mit tadelnder Kälte. Sein Lernprozess schien offensichtlich doch noch nicht zu Ende zu sein.

„Wassss?“, entwich es ihm aufgebracht und er funkelte mich erbost über das Glas hinweg an.

„Ja“, blieb ich bei meiner wenig schmeichelhaften Meinung. „Du verlierst den Weitblick“, mahnte ich mit einer zynischen Überheblichkeit. „Denn abgesehen von eurer privaten Situation befindet sich diese Welt, in der wir leben, mehr oder weniger im offenen Krieg und gerade der heutige Tag sollte dir vor Augen geführt haben, dass Leben, oder Überleben ein sehr schmaler Drahtseilakt geworden ist“, offenbarte ich zu meiner missmutigen Erkenntnis, dass ich dieses Schlangenintermezzo wenig erbaulich aber umso nötiger gefunden hatte.

Lucius‘ Position hatte gewackelt und gerade er, als Rechte Hand, durfte sich keine Fehler erlauben. Das wir beide unter permanentem Druck standen und Feinde in den eigenen Reihen hatten stand außer Frage. Aber Draco schien die Sachlage ebenso zu betrachten, trotzdem bewegten ihn ganz andere Sorgen.

„Ist es so schlimm, dass ich sie bei mir haben will?“, fragte er leise und wirkte betroffen über ihre Ablehnung und da dämmerte mir zum ersten Mal, dass er anscheinend wirklich keinen Schimmer von dem Fluch hatte.

Konnte es wirklich sein, dass Hermione es ihm verschwieg? Das war eine äußerst delikate Feststellung. Was veranlasste sie, zu schweigen? Tat sie das um Ruhe zu haben, oder weil sie keine Eskalation wünschte? Was könnte sie, das Biest, dazu bewegen, so zu handeln?

Aber die wichtigste Frage war: Warum sagte sie es mir, aber nicht Draco?

Weil sie sich von mir Hilfe erwartete und von ihm Vorwürfe, Streit?

Im Stillen verfluchte ich Lucius‘ und mein Temperament. Wir hatten uns eindeutig zu sehr von unserem Rachedurst leiten lassen, als von unserem ansonsten so einwandfrei funktionierenden Verstand.

„Ja“, drehte nun ich den einsilbigen Spieß um und stellte ihn als selbstsüchtig dar. Wie mir sein weidwunder Blick kundtat, verstand er meine Anspielung.

„Weil sie bei Potter sein muss?“, fragte er unglücklich und trank danach einen großen Schluck von meinem delikaten Wein.

„Unter anderem…“, gestand ich langsam. „Für sie gibt es gerade sehr viel Wichtigeres.“ Den ungesagten Rest des Satzes „als ihre privaten Wehwehchen“ sprach ich nicht aus.

Aber so war es, es gab Drängend- und Dringenderes und ich wollte nicht von ihrem Sein als SoulGatherer anfangen, oder ihrer Suche mit Potter nach den Seelenteilen, aber dies war alles elementar und nahm viel Zeit in Anspruch.

„Zu euch kommt sie, jaaaa?“, wollte er mit wackeliger Stimme in Erfahrung bringen, dabei schwang keine echte Frage mit, sondern nur eher die Hoffnung, dass dem nicht so war und kurz huschte ein ironisches Schmunzeln über meine ansonsten so ausdruckslosen Züge.

„Nein“, gab ich ohne zu Zögern die Wahrheit zu.

„Wie, nein?“, fuhr er ungläubig hoch und sah mich mit offener Miene an, während ich überlegte, wie ich ihm sagen sollte, dass es gerade allgemein hin schwierig war, selbst wenn sie zu mir käme, könnte ich nicht das mit ihr tun, wonach mir der Sinn stand. Dass ich mir dies mit selbst eingebrockt hatte, würde so ein Eingeständnis nicht besser machen.

Auch die Erklärung bezüglich überschäumender Wut war unzureichend.

„So wie ich es sage Draco, sie war seit dem Ball nicht bei mir“, erwiderte ich mit Bedacht und erlebte, wie ein Funke in seinen grauen Augen aufblitzte, der mir zu viele Gefühle enthielt.

„Nicht“, hauchte er erstaunt, aber auch hoffnungsvoll.

Eine Hoffnung, die ich im Keim ersticken musste, da Lucius‘ Fluch nicht durch Draco zu brechen war, nicht nachdem sie ihn während ihres Kusses gebissen und sich dadurch unbewusst durch sein Blut gebunden hatte. Man konnte sich Lucius‘ Selbstgefälligkeit ausmalen, als er mir davon erzählt hatte, wobei er es tunlichst unterlassen hatte, zu erwähnen, dass er sie von hinten angegriffen hatte.

Er wusste, dass ich so was nicht mochte, weshalb er es wohlweislich verschwiegen hatte.

Aber zurück zu dem Fluch. Dieser Fluch war raffiniert und setzte sich aus mehreren komplexen Komponenten zusammen. Zuerst mein Trank, der die Vorbereitung übernahm, dann der Fluch, der es bewirkte und das hätte schon ausgereicht um das zu erreichen, was Lucius gewollt und ich mit getragen hatte, aber Blut machte den Zauber vollkommen und verfeinerte die Boshaftigkeit dieses Fluches, machte die Magie unumkehrbar und bemächtigte ausschließlich Lucius dazu, sie vollends von dem Fluch zu erlösen, alles andere wäre nicht optimal. Zumindest meines Wissens nach verhielt es sich so, weshalb ich mich Hermione gegenüber auch nicht zu mehr Worten hatte durchringen können, denn es gab nichts zu sagen!

Tja, und damit war ich raus, ich wollte ihr keine unnötigen Schmerzen zufügen. Ich musste warten und nach diesem Clou war Lucius der glückliche Gewinner, der sein Glück immer noch nicht fassen konnte. Was das für mich und Hermione bedeutete war noch offen, denn auch wenn ich es nie laut zugeben würde, ich vermisste sie!

„Das ist gut, oder?“, meinte er mit zuversichtlichem Enthusiasmus.

„Was?“, meinte ich abgelenkt, da mich meine eigenen Gedankengänge gefangen genommen hatten.

„Ich weiß nicht, was du dir vor Eifersucht zusammenspinnst“, fand ich den Faden wieder, „aber ehrlich, sie hat wenig Zeit und ich auch, Lucius auch, wie es mit dir ist, weiß ich nicht, aber eigentlich müsstest du auch gut ausgelastet sein“, fasste ich geschäftig zusammen und fühlte mich gestört.

Es fiel mir nie leicht, mir etwas einzugestehen und gerade tat ich es und da wollte ich nicht über seine Probleme mit ihr nachdenken.

„Nein, Severus, es ist keine Eifersucht. Es gibt nur Dinge, die wir gemeinsam begonnen haben und auch so fortführen sollten. Alles ändert sich gerade so schnell, man kommt kaum hinterher. Es gäbe so viel zu bereden, wir sind gemeinsam stark, aber einsam schwach!“, verkündete er ernst mit großer Weitsicht und ich blickte auf, erkannte dass er das aufrichtig meinte und ich musste ihm recht geben. Die Umstände änderten sich täglich, minütlich und sekündlich.

„Bürde ihr deine Unsicherheiten nicht auf… tu das nicht“, bat ich eindringlich und meine Finger verkrampften um das Glas, aber es war wichtig, dass er zur gewohnten Stärke zurückfand.

„Das würde ich nie tun“, entgegnete er vehement. „Vielleicht könnte ich ihr aber auch eine Stütze sein. Wer sagt dir, dass es ihr anders als mir geht?“, fragte er aufreizend und nippte wieder am Wein.

„Niemand“, antwortete ich mit Bedacht. „Sei für sie da wenn sie kommt“, riet ich ihm ehrlich, woraufhin er mir ein Lächeln schenkte und ich eilig meinen Zeigefinger erhob. „Aber erwarte, oder fordere nur nicht, dass sie es auch wirklich tut und zu dir kommt“, meinte ich eindringlich und konnte erleben, wie der zufriedene Ausdruck aus seinen Zügen verschwand.

„Abwarten?“, entfuhr es ihm wenig begeistert mit dem Temperament der Jugend.

„Geduld ist eine Tugend“, hielt ich ihm weise vor und überschlug meine Beine.

„Dein Wort in Merlins Ohr…“, murrte er wenig begeistert und versank für einige Zeit in Trübsal, bis er sich über die Lippen leckte und mir sein stahlharter, entschlossener Ausdruck in den Augen auffiel, der mich veranlasste, eine meiner so dunklen Brauen zu heben.

„Was wollen wir wegen dem Auftrag des Lords tun?“, fand er ein anderes sehr spannendes Thema, welches mir seit dem Gespräch vorhin schwer im Magen lag.

„Eine brillante Frage“, erwischte es mir zynisch, aber ich kam nicht gegen meine sarkastische Natur an.

„Er will neue Rekruten aus Hogwarts, wenn die 7-Klässler die Schule verlassen. Was sollen wir tun? Bis auf zwei, oder drei Slytherins sind alle in der DA oder BL. Wo sollen wir die Anhänger herzaubern?“, echauffierte er sich von Minute zu Minute mehr, bis er hart atmend innehielt.

„Das ist zum Beispiel auch eine Sache, wo ich eingestehen muss, dass selbst ich ratlos bin…“, gestand ich widerstrebend und verzog meine Züge zu einer abwertenden Grimasse. „Ich weiß es nicht…“, erklärte ich unwillig und schüttelte langsam mein Haupt.

„Hoffentlich endet dieser Albtraum bald“, meinte er plötzlich müde und fuhr sich über sein blasses Gesicht.

„Ja“, murrte ich missmutig.

„Wenn Potter doch mal endlich in die Besen kommen würde“, grollte Draco plötzlich los und ballte eine Hand zur Faust.

„Potter“, murrte ich ebenfalls unzufrieden und nippte an dem kräftigen Rotwein.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich vernahm das schnelle Klackern meiner Absätze, das aus dem Korridor widerhallte. Es klang gehetzt, zu laut in meinen sensiblen Ohren, aber ich musste weg, weg von diesem furchtbaren Ort. Das Stöhnen, das Keuchen, das Schreien, das Jammern und Betteln, das alles zog an meinen Nerven.

Warum tat ich das? Warum machte ich so etwas abgrundtief Böses? Gerade ich, die ich das Gewölbe verabscheute. Ich ballte die Fäuste, da ich es selbst nicht fassen konnte, was ich trieb, aber, als ich Marietta Edgecombe im Séparée hatte sehen müssen, wie sie versuchte auf Lucius‘ Schoß zu klettern, da hatte sich ein Schalter in meinem Inneren umgelegt, der mich gar nicht denken ließ.

Was fiel dieser blöden, verräterischen Pute ein, sich einzubilden, mit Lucius anbandeln zu können? Ihre Mutter hatte mir hier an Lucius‘ Seite wesentlich besser gefallen, wenngleich er diese Dame ziemlich schnell abserviert hatte.

Warum ich mich ärgerte, wenn sie sich an Lucius heranmachte? Keine Ahnung, es störte mich unglaublich und was mich noch viel mehr ärgerte, dass er sich eigentlich sehr wohl gegen ihre Avancen hätte erwehren können müssen. Hatte er? Oder hatte er nicht?

Es sollte mich nicht interessieren, was dieser elende Manipulator trieb, aber zu meinem unendlichen Leidwesen tat es das doch!

Mich jedoch bewegte mehr noch etwas anderes was Marietta betraf. Ich konnte ihr nicht vergeben, dass sie uns, die DA und Harry im Besonderen, verraten hatte. Ich hatte sie damals schon gestraft und aus einer irrationalen Laune war ich damals den an sich heute unnötigen Deal mit ihrer Mutter eingegangen und hatten den Fluch, der sie zur Stummheit und Hässlichkeit verdammt hatte, von ihr genommen. Meine Dummheit konnte ich im Nachhinein nicht ganz verstehen, aber damals war ich noch weicher und nachgiebiger gewesen als heute und mal wieder war auch damals der Grund Lucius gewesen, der meine Gedanken so sehr bestimmt hatte, dass ich unüberlegt handelte. Über den Umstand, dass seine Person viel zu viel Raum in meinem Handeln einnahm, wollte ich lieber nicht nachdenken und schob es weit von mir.

Meine Nachgiebigkeit, aber auch meine kleinen, niederen Rachegedanken damals waren Fehler gewesen, wenn man nun sah, was sie aus sich gemacht hatte. Die Sekretärin vom Zaubereiminister und sein Liebchen, das er gekonnt einsetzte um andere bei Laune zu halten, das hatte mir Yaxley noch erzählt, bevor er sich daran gemacht hatte, mit den anderen Marietta einzuführen. Er meinte, dass Pius seine willige Assistentin benützte um bei hohen DeathEatern zu punkten!

Dass sie sich derart erniedrigte und verkaufte, dafür verachtete ich sie ebenfalls, aber die Tatsache, dass sie sich freiwillig dem Lord und seiner Gefolgschaft anschloss um Macht, Ansehen und eine exponierte Stellung in der Hierarchie einzunehmen, rief meine abgrundtiefe Abneigung hervor. Ich verachtete das blöde Weib dafür. Jeder, der so dumm war, dem Verein jetzt noch, nach all den Gräueltaten, freiwillig beizutreten, verdiente meine vollumfängliche Missachtung.

Was mich von ihr Unterschied?

Einiges, ich hatte es damals für das „größere Wohl“ aller getan und um meine Haut zu retten, bei ihr war nichts davon von Nöten und ihre Anmaßung, dass ich sie in unserem Séparée vorgefunden hatte, machte das Ganze nicht besser. Ich meine, sie war ein Nichts. Jeder andere DeathEater hatte es mehr verdient in diesem beschissenen Séparée zu sitzen als sie.

Ich nahm an, dass es Lucius guthieß, als ich dem Neuzugang zeigte, wo ihr Platz war. Sie war mit Sicherheit nur dank Pius in den Raum gekommen. Dass Lucius sie explizit gebeten hatte konnte und wollte ich mir nicht vorstellen.

Ich musste dieses Sodom und Gomorrha hinter mir lassen, um nicht den Verstand zu verlieren. Ich trug nicht nur Narben an meinem Körper, sondern auch an meiner Seele und auch wenn diese Wunden verheilt waren und es immer hieß, dass die Zeit Wunden heilen würde, war es doch so, dass sie vernarbten und Spuren hinterließen und die verlor man nie.

Dabei bewegte ich mich absichtlich langsam, um jedem zu zeigen, wie gleich mir das alles war. Ich warf keinen Blick zurück, weder ins Gewölbe noch ins Séparée, als ich mich daran machte, all dies hinter mir zu lassen.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Ich hatte dröhnende Kopfschmerzen und biss die Zähne zusammen, noch einen Trank zu schlucken wäre nicht gut, da müsste ich wohl durch.

Vater und Severus dabei zuzusehen, wie sie einen Mann zwischen sich auseinandernahmen, war wie stets inspirierend gewesen, da sie einen Einblick in ihre wortlose Zusammenarbeit gaben. Der ganze Vorfall an sich hatte aber auch offenbart, wie gefährlich es für uns alle geworden war und wie vorsichtig wir alle sein mussten. Es konnte schnell vorbei sein!

Das Schlucken der Schlange mitzuverfolgen war jedoch nicht der Grund, weshalb ich die ganze Zeit Kopfschmerzen hatte, eher wurmte es mich wirklich richtig, dass Vater nicht auf mich zugekommen war, um mich um eine Aussprache zu bitten. Ein Gespräch war überfällig und zwingend nötig, aber dazu durchringen, mich ins Manor zu bewegen, konnte ich mich auch nicht wirklich.

Von mir hatte eine gewisse bleierne Resignation Besitz ergriffen, die mich seitdem eisern im Griff hielt.

Mir war gerade alles mächtig egal und gleichzeitig ging mir gehörig viel auf die Nerven. Darunter Marcus‘ ständiges Gejammer, dass Gellert, Moody und Black ihn in den Wahnsinn trieben. Oder mein Trupp, der irgendwie auch nicht das Richtige tat und hinter dem ich ständig her räumen musste. Dann der neue Auftrag des Lords, der mir schwer im Magen lag und Hermione, die sich nicht blicken ließ. Die Schule, ich hasste die Schule zum ersten Mal in meinem Leben aus tiefster Seele. Dies alles regte mich so auf. In Hogwarts fühlte ich mich immer unwohler, diese ganzen nervenden Gryffindor, Ravenclaws und auch Hufflepuffs waren unerträglich, von den Lehrern ganz zu schweigen. Jetzt konnte ich Severus Jammern über die Jahre zum ersten Mal richtig nachvollziehen.

„Warum treffen wir uns nicht zum Üben?“, durchbrach meine Überlegungen, warum ich heute überhaupt aufgestanden war, die aufgeregte Frage von irgendjemandem, der viel zu eifrig in meinen trüben Augen erschien.

„Weil wir euch was zu sagen haben“, entgegnete Blaise scharf mit Autorität in der Stimme, während ich träge zu ihm blinzelte.

Er wirkte etwas verbiestert und verbissen. Die letzten Tage redete er kaum noch mit mir, nur das Nötigste. Seine Stimmung war eindeutig mies, aber wenigstens schien er sich durchringen zu können, seiner Rolle als Führer des Hauses Slytherin in der DA und BL nachzukommen.

„Dann raus damit, Blaise!“, meinte Abbott neugierig und wandte sich ihm hoffnungsvoll zu.

„Astoria, sie wird in der DA und BL wenn wir weg sind…“, wollte er beginnen, wurde aber sofort unterbrochen.

„Dann stimmt es also, was meine Mum gesagt hat“, ließ mich die Stimme von Seamus Finnigan zusammenzucken. Er fragte eindeutig in einer zu penetranten Tonlage und ich wünschte mich aus dem Raum der Wünsche weg, da mein Blick auf den Ursprung eines raschelnden Geräusches fiel, das von seinen Händen verursacht wurde.

Die Zeitung, nah wunderbar.

„Was hat deine Mum gesagt?“, ging Blaise auf ihn ein, als er minimal genervt erfahren wollte, was der Gryffindor meinte.

Ihm ging es seit dem Ball ähnlich wie mir, auch wenn er mich mied, so wusste ich, dass er jeden Tag mit einem Kater aufwachte, was ich versuchte mir nicht zu leisten, sonst wäre ich gar nicht mehr meinen Aufgaben nachgekommen und Unaufmerksamkeit konnte in diesen Tagen tödlich sein, wie ich ja gerade wieder beim Lord eindrucksvoll erfahren hatte. Ich verstand Blaise jedoch zu gut und wie verlockend es sein konnte, sich dem alles egal machenden Alkohol hinzugeben, doch auch Blaise würde sich dies nicht mehr lange leisten können und ich mir nicht mehr lange ansehen, Kluft zwischen uns hin oder her. Bevor er völlig in dem Loch verschwand, in das er momentan zu stürzen drohte, würde ich ihn mir zur Brust nehmen, denn das war ich ihm trotz allem schuldig, egal wie beschissen es mir mit der Situation gerade ging, Blaise war schlimmer dran. Momentan hoffte ich aber noch, dass er es selber schaffen würde, sich wieder aufzurichten.

„Dass Malfoy und Astoria verlobt sind“, erklärte dieser renitente Ire neugierig und ich schloss gepeinigt die Augen. Wenn ich es mal verdrängte, kam so ein Gryffindor daher und konnte die Klappe nicht halten und damit kam wieder alles über mich.

„Glaub nicht alles was du hörst“, fuhr ich ihm rasant über den Mund, als ich das scharfe Luftholen von Astoria neben mir vernahm, der es sichtbar unangenehm war, schon wieder im Mittelpunkt aller zu stehen.

„Pff, es steht heute in der Zeitung… ähm, genau hier…“, wedelte dieses penetrante Etwas vor meiner Nase damit rum und reizte mich damit endlos. Ich hasste die Journaille aus tiefstem Herzen, Stimmungsmacher, sonst nichts.

„Na schön, dann geht es euch auch dann noch einen feuchten Scheißdreck an“, fauchte ich wütend und dann zeigte ich mich kindisch, indem ich meinen Zauberstab zückte und das Ärgernis mit einem lautlosen Incendio in Feuer aufgehen ließ. Meine Nerven waren eben momentan nicht die Stärksten.

„Ihhhh“, quiekte Finnigan, der auf einmal mit einer brennenden Zeitung dastand und warf das lodernde Schundstück eilig auf den Boden und schaute entsetzt zu mir hin, während ich ganz langsam meinen Zauberstab wieder wegsteckte.

„Hey…“, begehrte Patil tadelnd auf, löschte aber souverän mit einem Wasserstrahl aus ihrem Zauberstab das kleine Feuer.

„Spinnst du?“, fauchte mich daraufhin der Ire feurig an und ich bleckte die Zähne.

„Das solltest du als Feuerteufel doch gewohnt sein“, servierte ich sehr bissig, während mich die Runde mit gezeigter Missbilligung maß. Hier waren eindeutig zu viele Leute. Die DA und BL hatte sich versammelt und ich fragte mich, was ich hier verloren hatte.

„Draco“, schaltete sich Pansy wagemutig ein und ich warf ihr einen finsteren Blick zu. „Du bist seit Tagen so seltsam drauf, das macht mir Angst“, gestand sie leise, weswegen ich noch finsterer drein blickte.

„Was?“, fragte ich durch zusammengepresste Lippen und kämpfte darum, meine Kontrolle nicht zu verlieren.

„Hör auf, Draco“, schaltete sich jetzt Blaise befehlend ein und mein Blick lag sofort auf dem angeschlagenen Blaise, der mit Müh und Not versuchte, diese Schmach darüber hinunterzuschlucken, dass seine Freundin meine Verlobte war und es in der Zeitung stand. „Und ihr anderen auch“, deklarierte er so ernst, dass jedem Anwesenden die Worte im Hals stecken blieben.

„Denkt ihr nicht, es wäre angebracht, uns so was zu sagen?“, schaltete sich diese Wichtigtuerin Padma Patil wieder schnippisch ein und Greg warf Blaise und mir entschuldigende Blicke zu und versuchte, seine Freundin anzutippen. „Lass das, Greg“, handelte er sich jedoch nur die scharfe Rüge ein, woraufhin er zurückzuckte. Merlin, dieser arme Mann stand aber auch unter der Fuchtel. Ich verdrehte genervt die Augen, wie man sich bettete, so lag man. Ich könnte ihm ein Lied davon singen.

„Das sehe ich anders…“, knurrte ich leise, aber so gut hörbar, dass alle nur leise aufmuckten. „Wieso sollten wir euch das sagen? Das ist privat“, erklärte ich rüde und reckte mich und stieß mich von der Wand ab, bei der ich bisher Halt gesucht hatte, während Blaise seinen Kopf geschlagen schüttelte und sich darüber strich, als hätte auch er schrecklich Kopfschmerzen.

„Privat?“, zweifelte Abbott sofort und sah mich missbilligend an. „Wenn Hermione mit deinem Vater und du mit Astoria verlobt bist, wobei sie eigentlich mit Blaise zusammen ist, dann hat das Eskalationspotential. Ich meine, was denkt Blaise darüber?“, führte sie geschäftig aus und legte abartig wichtigtuerisch ihren Finger auf die schmerzende Wunde.

„Uhhh… ich… wir… also…“, entwich Astoria ein Ton der sichtbaren Verzweiflung, dabei sah sie zur weit entfernten anderen Seite, wo Blaise Stellung bezogen hatte, weit weg von uns und wirkte dabei sehr verloren.

„Halt den Mund“, raunte ich Astoria zu, was sie dazu brachte, vor mir zurückzuzucken, aber sie tat wie befohlen und klappte ihre Lippen zusammen.

„Hey, Malfoy, du hast ihr nichts zu sagen“, fuhr mich diese rachsüchtige Hufflepuff so böse an, dass sich meine Augen von selbst zu gefährlichen Schlitzen verengten. Was bildete sich diese Emanze ein?

„Hab ich nicht?“, wollte ich sehr aufreizend erfahren und kam langsam, drohend näher, während es kurz vor Unsicherheit in ihren Augen aufblitzte.

„Draco, lass gut sein“, meinte plötzlich mein bester Freund nah und legte seine Hand schwer auf meine Schulter. „Sie haben Angst“, flüsterte er leise zu mir und ich war verwundert, dass er sich mir gerade jetzt wieder näherte.

„Vor was?“, entgegnete ich verständnislos und wenig leise. Wie sollte unsere private Misere ihnen Angst machen, das erschloss sich mir überhaupt nicht.

„Manchmal kannst du einfühlsam wie ein Berserker sein“, tadelte Blaise mit leichtem, aber gutmütig klingendem Spott, während er seinen Kopf schüttelte. „Dass wir uns entzweien“, meinte er dann erklärend und meine Augenbrauen erreichten ungeahnte Höhen.

„Hö?“, entschlüpfte es mir hörbar und sichtbar erstaunt, was tatsächlich ein selten gewordenes melancholisches Lächeln auf sein Antlitz zauberte.

„Hahaha“, lachte Blaise unglücklich los. „Sie kennen uns Schlangen eben nicht“, zeigte er gelebte Resignation, die auch in seinen Augen aufflackerte, während Astoria unglücklich zu ihm sah, aber keine Anstalten machte, sich zu rühren um zu ihm zu gehen.

„Ja, das wird nicht passieren“, schaltete sie sich rigoros ein und spielte die Starke nach außen hin gekonnt, wenngleich ich ahnte, dass ihr diese Aussage nicht leicht fiel unter Anbetracht, dass auch sie bisher noch nicht mit Blaise gesprochen hatte. Irgendwie herrschte zwischen uns allen Funkstille.

„Wie wollt ihr das regeln?“, „Gibt es keinen Unfrieden?“, „Bist du jetzt mit Blaise zusammen?“, „Oder mit Draco?“, „Ich bin total verwirrt“, kamen nun die unerwünschten und sehr neugierigen Zwischenrufe.

„Wir akzeptieren unsere Stellung“, servierte Blaise ohne Umschweife mit einer bitteren Note und deutete auf sich und seine maskenhafte Freundin.

„Sonderbar“, murmelte Longbottom nicht leise und hörbar zweifelnd. Dass sich ein Gryffindor nicht in unserem Regelwerk zurechtfand, glaubte ich ihm unbesehen.

„Ihr seid schon sehr unverfroren“, knurrte ich missmutig und blies mir ungeduldig eine Strähne aus der Stirn.

Unter Anbetracht, dass wir bisher selbst zu dem Thema einander gegenüber geschwiegen und noch keine Aussprache gesucht hatten, war es gewagt, dass nun die Gruppe schon eine Stellungnahme von uns erwartete. Wir Schlangen waren so. Erst mal mussten wir mit uns selbst ins Reine kommen und jetzt sollten wir vor dem neugierigen Haufen einen Seelenstriptease der intimsten Sorte vollziehen, nur in meinen Albträumen!

„Nein, wir müssen nur wissen, wie es weitergeht“, kam es schrecklich wichtig von Bones und irgendwie nickten alle. Dass hier die halbe Schule versammelt war, übersahen sie dabei in ihrer Überheblichkeit. „Wie stellt ihr euch die Zukunft vor?“, blickte sie uns auffordernd an.

Ja, wenn ich das wüsste, wäre ich schon einen entscheidenden Schritt weiter, dachte ich verbittert.

„Das wollten wir euch ja gerade sagen“, kam Blaise vorwurfsvoll auf den Punkt zurück. „Wir wollten euch sagen, dass wenn unser Jahrgang ausscheidet Astoria meinen Platz in der DA und BL übernehmen wird“, formulierte er endlich die Verkündung zu Ende, weswegen wir hier alle waren.

„Weil sie jetzt Dracos Verlobte ist?“, echote es von Lavender Brown mit einem fast schon beleidigenden Timbre, weshalb ich das Mädchen von oben bis unten maß, die aber bei weitem nicht mehr so naiv und dämlich wirkte wie früher.

„Nein, das hat damit nichts zu tun, das war schon vorher geplant“, entgegnete ich daher mit Ruhe und Brown nickte langsam, als würde sie mir glauben, anders als die anderen, die offen ihre andere Meinung kundtaten.

„Aha.“, „Und wir sind doof.“, „Alles klar“, zeigten die anderen offen Zweifel an meinen Worten. „Wer ist jetzt mit wem zusammen?“, fordern sie weiterhin zu erfahren.

„Es hat sich nichts verändert“, entgegnete ich harsch und wollte mir an den Haaren ziehen. Ich hasste es, mich zu rechtfertigen.

„Leute, das ist unsere Sache“, meinte Blaise jetzt sichtbar genervt zu der überspannten Meute, der es mehr um den Klatsch und den Tratsch zu gehen schien als um das wahre Drama, das sich in unserem Leben abspielte.

„Ja, das sehe ich ähnlich…“, zeigte sich auch Astoria entschlossen, niemandem unsere Privatsphäre zu offenbaren. „Wenn ihr euch Sorgen machen müsstest, würde ich es euch sagen, versprochen“, erklärte sie entschieden, dabei sah sie nacheinander die Führer der DA und BL an.

Longbottom, Patil und Abbott und erst dann zuckte ihr Blick zu Blaise und dann zu mir, dabei biss sie sich kurz auf ihre Unterlippe. Sie war sich unsicher, ob sie zu weit gegangen war, denn es stand außer Frage, dass niemals jemand mehr über diesen Abend erfahren würde als die offizielle Version.

Denn es wäre ja noch schöner, wenn irgendwer erfahren würde, wie es bei uns im Manor zuging. Dass Vater versucht hatte Blaise umzubringen und mich dabei beinah getötet hätte! Was für einen Eindruck würde es machen, wenn sie erfahren würden, dass Astoria das Spiel mit der Verlobung nur eingegangen war, damit Vater aufhörte Morddrohungen gegen ihren Freund auszustoßen? Ja, wenn wir das sagen würden, wollte ich nicht den Aufschrei hören, da mir dieser das Trommelfell wohl platzen lassen würde. Auf der anderen Seite, ihre doofen Gesichter zu erleben, wäre es fast wert gewesen, ihnen diese peinlichen Wahrheiten um die Ohren zu hauen.

„Euch braucht nur zu interessieren, dass sich nichts ändert“, beschied Blaise arrogant und von oben herab, dabei zeigte er, dass auch er sehr unnahbar sein konnte, wenn er wollte und seine alte Form durchaus unter seinem momentan desolaten Zustand vorhanden war.

„Warum?“, „Das ist nicht gut.“, „Gar nicht“, begehrte sofort der ein oder andere vehement auf. „So eine Verlobung kommt doch nicht aus dem Nichts…“, „Liebt ihr euch?“, „Habt ihr Blaise betrogen?“, trugen Klatsch und Tratsch ihre Früchte in den abartigsten Formen.

„Sag mal spinnt ihr?“, echote Blaise sprachlos, während ich nur noch schwach mein schweres Haupt hin und her wiegen konnte. Unterdessen war Astoria aufgrund dieser Beschuldigungen ganz blass geworden.

„Was denkt ihr von uns?“, hauchte sie betroffen und fasste sich an ihren Hals.

„Mal was anderes“, ertönte die erstaunlich laute, aber immer noch liebliche Stimme von Lovegood aus dem Hintergrund, womit sie sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog, denn ihre Ablenkung von dem Thema war nur zu willkommen. „Wisst ihr, dass Colin und Dennis sich schon wieder in Schwierigkeiten gebracht haben?“, fragte sie gespielt unschuldig in die Runde, aber dabei entging mir nicht, dass mich ihre Augen mit verhaltenem Schalk anfunkelten. Dieses Mädchen war schon immer sehr sonderbar gewesen, aber ich würde mich nicht gegen ihre Hilfe wehren, wenn sich der Fokus von uns weg auf andere legte.

„Was? Schon wieder?“, fuhr auch Longbottom herum und suchte rasant die Menge nach den beiden Brüdern ab.

„Was habt ihr dieses Mal getan?“, wollte Astoria mit einem leidvollen Seufzer erfahren und sofort flogen aller Augen zu ihr, als mir einfiel, dass der ältere Creevey ein Streitthema zwischen Astoria und Blaise gewesen war, als alles aus dem Ruder gelaufen war. Um was war es damals noch gegangen? Ich versuchte schwer, mich zu erinnern.

„Hey, Luna, du wolltest doch den Mund halten!“, beschwerte sich der junge Creevey jammernd, woraufhin das blond gelockte Mädchen seine lange Mähne schüttelte.

„Das hab ich doch“, erwiderte sie in einem abartigen Singsang, dem man nicht böse sein konnte. „Ihr sagtet nur, ich soll nichts zu den Lehrern sagen, dass ihr die DA und BL meint war mir nicht klar. Außerdem sollten die bösen Lohs, die euch so zugerichtet haben, damit nicht davonkommen“, verkündete sie ernst und ich kam nicht dagegen an, aber meine Augenbrauen zuckten wieder hoch. Was zur Hölle waren Lohs?

„Hä?“, verwirrte Lovegood zum Glück nicht nur mich. „Das waren die Carrows“, entgegnete der junge Bruder perplex und trat aus dem hintersten Eck, das er hier hatte finden können. Verständlich, wenn man ihn ansah.

„Stimmt“, meinte der ältere der Brüder geknickt und erst jetzt erinnerte ich mich an Blaises Vorwürfe dem Jungen gegenüber, der für mich nicht mehr als ein Kind war, aber zu meinem leisen Bedauern bemerkte ich, dass er ein blaues Auge hatte, während sein kleiner Bruder hingegen gleich eine ganz blaue Gesichtshälfte vorzuweisen hatte.

Gut sah das nicht aus. Wie mochte der Rest ihrer Körper aussehen?

„Was habt ihr getan?“, hauchte Astoria betroffen und eilte zusammen mit Parvati und Pansy auf die Verletzten zu, die alles versuchten, um die Glucken von sich fernzuhalten.

„Ach, diese scheiß Carrows sind passiert“, brauste Susan Bones sichtbar aufgebracht auf und strich dem jüngeren der beiden aufmunternd über den Haarschopf, was der gar nicht abkonnte und mit Widerwillen vor ihr zurückwich. Er wollte ganz sicher nicht bemuttert werden.

„Haltet euch doch ein wenig zurück“, begehrte Pansy weinerlich auf. Sie war eh gerade in einer depressiven Phase und Theo strich ihr beruhigend über den Rücken.

„Wie zurück?“, schaltete sich Longbottom mit Misstrauen ein und musterte seine geschundenen Gryffindors. „Habt ihr sie gereizt?“, wollte er genauer mit sehr ernster Miene erfahren.

„Oh nein, nicht sehr, sie sind Muggelkinder. Das reicht bei den beiden bösen Lehrkräften“, flötete Lovegood los und schaffte es immer mit ihrer Art, dass alles und jeder verstummte.

„Hört auf die Carrows so zu reizen“, bat Lavender Brown eindringlich und knetete nervös ihre Hände.

„Wir sind der Widerstand“, hielt Longbottom mit Nachdruck dagegen, dabei warf er einen brodelnden Blick in die Runde. „Wir sind verpflichtet, die DeathEater in Hogwarts nicht frei schalten und walten zu lassen“, schwang er einen mickrigen Versuch von einer Rede, wobei er relativ schnell unterbrochen wurde.

„Auf wessen Kosten?“, warf Theo bedeutend ruhiger ein, was ihm sofort einen schiefen Blick von Longbottom einbrachte.

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BeitragThema: 556. Widerstandsbewegungen   Di Mai 31, 2016 7:52 pm

556. Kapitel Widerstandsbewegungen

„Wie?“, wollte Longbottom nun auch schon hörbar irritiert erfahren.

„Du verlangst von uns allen, dass wir hier in der Schule Ärger machen“, ließ sich Theo dazu herab, es näher auszuführen. „Und dann? Was ist die Konsequenz? Diese beiden Trottel lassen es an den schwachen und jüngeren aus, so sieht es nämlich aus…“, zeigte unser Mann nüchtern die Fakten auf, die ein leises Murmeln unter den Zuhörern auslöste.

„Da stimme ich Theo zu“, stellte sich Blaise als Führer der Slytherins ohne wenn und aber vor unsere Kameraden.

„Das war so klar, dass ihr Schlangen wieder den Schwanz einzieht“, höhnte Abbott darauf umgehend, als missmutige Reaktion darauf, dass wir die Sachlage anders bewerteten, jedoch bemerkte ich zu meiner nicht geringen Genugtuung, wie Padma Patil ihr einen giftigen Blick zuwarf, war doch Greg ihr Freund und ein Slytherin.

„Wir ziehen nicht den Schwanz ein“, empörte sich Pansy umgehend und mit hochroten Wangen.

„Ja, wir sind nur überlegt“, zeigte sich auch Greg offen verstört über die unschönen Ansichten über uns in den Reihen des Widerstandes.

„Jaja…“, meinte nun Bones wegwerfend und ich legte meine hohe, aristokratische Stirn in Falten.

Wenn Potter diesen Zwist innerhalb seiner DA und BL Gruppe miterleben müsste, wäre er sehr besorgt und ich selbst konnte mich nicht dagegen erwehren, so etwas wie Sorge aufgrund der geteilten Meinungen in mir aufsteigen zu fühlen.

„Genau, nur weil es euch gut geht und sie euch eh nichts tun“, wurde uns von Finnigan sichtbar vorwurfsvoll vorgehalten, dabei unterstrich er seine Meinung mit einer wenig angebrachten Handgeste und nur mit Müh und Not unterdrückte ich eine abfällige Reaktion.

„Pffff, das denkt auch nur ihr“, stieß Vincent sarkastisch aus und mein Blick zuckte zu ihm, ja, wir wussten alle zu viel von unseren Vätern.

Wenn diese Idioten hier wüssten, was sogar mit loyalen Dienern passierte, die einen Fehler begingen, dann würden sie ihr Maul nicht so weit aufreißen. Wobei aufreißen, hier trat wieder die Schlange in Vaters Händen lebhaft vor mein inneres Auge, wie er das sich windende Wesen in den weit aufgerissenen Mund von Graham hineingestopft hatte. Einem altgedienten, treuen Anhänger, den er auf diese abartige, aber sehr kreative Weise getötet hatte. Niemand war sicher, zu keiner Zeit und in keiner Stellung, das mussten die Leute hier verstehen. Nur weil wir Slytherins das wussten, waren wir so vorsichtig und bedacht in unserem Handeln!

„Moment, was meinst du?“, mengte sich nun auch noch die rothaarige Schwester der Red Devils ein. „Ich meine, was sollen sie denn tun? Ihre Väter und Eltern sind zum Teil Anhänger des Lords. Sie haben die Sicherheit, dass ihnen nichts passiert“, erklärte die kleine Weasley vehement, als einige von uns betreten zur Seite sahen, da der versteckte Vorwurf nicht zu überhören war.

„Das ist unfair“, flötete Lovegood los und ihr süßlicher Einwurf passte gerade gar nicht in die hitzige Auseinandersetzung, jedoch hörte ich ihr zu, denn sie sprach schnell weiter: „Ich verurteile nie Personen, nur Handlungen“, meinte sie da so schrecklich verträumt, dass einem kalt wurde, aber ihre so schicksalsschweren Worte legten sich unnachgiebig wie ein Bleigürtel um meine Brust „Man darf nie die Kinder für die Sünden der Eltern zur Rechenschaft ziehen“, lächelte sie lieblich in die Runde.

Diese Sätze enthielten eine unglaubliche Wahrheit, die einem zeigte, was für eine abgrundtief gute Person diese junge Frau doch war, in der brutalen Realität unserer Zeit.

„Unfug, es gibt nie eine Garantie, für keinen von uns“, kam es selten hitzig von Theo.

„Luna, sei still mit so einem Unsinn“, meinte Patil schroff und meiner Ansicht nach tat man der eigenwilligen Lovegood unrecht, als man ihr so ungerechtfertigter Weise über den Mund fuhr, denn diese Ravenclaw sprach mehr sinniges als die anderen hier mit ihrem Temperament.

„Bitte, das ist doch sinnlos“, wandte ich rüde ein, wurde aber gar nicht wirklich wahrgenommen in meinem Protest.

„Wenn nicht wir Widerstand leisten… wird es keiner tun“, zeigte mal wieder Longbottom seinen Starrsinn und übertönte mich laut, als er versuchte, Stimmung für seine Sache zu machen.

„Neville hat recht, Leute“, übernahm wieder die kleine rothaarige Weasley das Sprachrohr. „Harry würde sich das alles von denen auch nicht bieten lassen“, kam es renitent von ihr und offenbarte, dass Gryffindors alle gleich waren, zumindest war dies mein wenig vorteilhafter Eindruck.

„So schlimm war es gar nicht“, kam es unglaublich leichtfertig und so typisch von dem alten Creevey, der ein schalkhaftes schiefes Lächeln zeigte und sich von Astoria eine Kopfnuss einfing, eine Tat, die Blaise eine starre Miene bescherte, wie ich am Rande registrierte.

Eifersucht war nie gut. Hoffentlich war er nicht eines Tages auf mich eifersüchtig!

„Was schlägst du vor, Ginny?“, murmelte Brown leise. Sie strahlte alles in allem eine große Unruhe aus, wie sie auf und ab wippte und mit ihren Zähnen ihre Unterlippe traktierte. Wollte ich wissen, was in ihrem Kopf vorging? Nein, eindeutig, nein!

„Wir müssen zeigen, dass wir diesen Typen nicht einfach so Hogwarts überlassen, das können wir nicht mit uns machen lassen…“, verlangte Longbottom erneut und erntete energische Zustimmung.

„Was stellst du dir vor?“, meinte jetzt auch Finnigan wieder bohrend mit zu großem Enthusiasmus, wie ich fand, und so seufzte ich nur leise auf, als sich die kleine Weasley trotz ihrer geringen Größe vordrängelte.

„Ja, ich meine, wofür habe ich meine verrückten Brüder?“, fragte sie provokant.

Sofort lief mir bei ihren selbstherrlichen Worten eine Gänsehaut über den Rücken. Sie erinnerte sehr viel mehr an ihrer teuflischen Zwillingsbrüder als Potters Schatten. Ihr manisches Grinsen stand dem Ihrigen in der unheilvollen Drohung in nichts nach.

„Wir machen es ähnlich wie damals bei Umbridge“, rief sie begeistert aus und stieß mit diesem Erinnerungswert anscheinend nicht auf taube Ohren, bei den begeisterten Gesichtern und der geballten Aufmerksamkeit, die sie erhielt.

„Ihnen Streiche spielen?“, höhnte Blaise daraufhin abfällig, dem auch auffiel, dass die Stimmung bedenklich gegen uns Slytherins kippte. „Wie kindisch“, meinte er verächtlich mit einer wegwerfenden Handbewegung.

„Und wenn?“, knurrte der kleine Rotschopf beleidigt und kreuzte die Arme vor der Brust. „Es ist besser als nichts zu tun“, fuhr sie ihn ungehalten mit hochroten Wangen an.

„Das ist nicht die rosa Kröte, das sind DeathEater“, schaltete sich wieder Theo mit Nachdruck ein. „Das was sie bist jetzt hier aufführen sind Kinderspielchen, reizt sie und die ticken aus und machen mit euch noch ganz andere Sachen“, steigerte er sich für mich total verständlich rein und Pansy legte ihm eilig die Hand auf den Arm, auf dass er sich beruhigte. „Was denn? Ich habe Recht, die sehen die Gefahr nicht mal… für nichts und niemanden…“, fuhr er seine Freundin ungewohnt heftig an, aber sie blieb locker und tätschelte nur seinen Arm.

Irgendwie musste bei den Slytherins durchgesickert sein, was bei der Zeremonie geschehen war, eine andere Erklärung hatte ich nicht für das zum Teil sonderbar anmutende Verhalten meiner Schlangen. Sie erschienen sehr aufgewühlt und hatten regelrecht Panik, sich mit den Carrows anzulegen.

„Angst?“, höhnte Abbott bösartig und völlig unangebracht, wie ich fand. Aber seit ihren Schicksalsschlägen war sie eh sonderbar und die Ferienaufenthalte bei Longbottom und seiner Großmutter hatten sie umso eigener werden lassen.

„Wir haben keine Angst, wir kennen aber auch die andere Seite“, schaltete sich Greg mit tiefer Stimme, ohne große Emotionen ein und Vincent an seiner Seite nickte mit seinem mächtigen Haupt zustimmend. „Was ihr plant ist gefährlich und kein Spiel“, murrte er düster, sodass nun Patil nah zu ihm hin trat.

„Vielleicht haben sie nicht Unrecht… ich meine…“, fasste sich Gregs Freundin ein Herz, sich ebenfalls den anderen entgegen zu stellen, um sie zu animieren, vielleicht mal ihr Hirn einzuschalten.

„Padma, was soll das… wir müssen Flagge zeigen“, begehrte Longbottom gestenreich auf und sie zog langsam die Schultern hoch.

„Anders als bei IHR zögern die Carrows bei uns allen nicht, auch bei uns Slytherins nicht“, erklärte nun Pansy mit leicht zittriger Stimme, die nicht verhehlen konnte, dass sie Angst hatte und wenig geistreich auf Hermione anspielte.

„Und Snape kann nicht jeden schützen. Das mit dem missglückten Einbruch bei ihm ist für euch mehr als glimpflich ausgegangen. Es wird nicht immer gut gehen“, stieß Blaise eilig in das Horn, in seinem Versuch, die anderen von unseren Ansichten zu überzeugen.

Ich nickte zustimmend. Diese Strafe im Wald war lachhaft gewesen und so was würde er nicht nochmal durchziehen können, was ihnen hoffentlich selbst gegenwärtig war, aber ich versuchte, mich hier mehr oder weniger rauszuhalten. Ich hatte genug eigene Sorgen. Ich steckte mit dem neuen Auftrag des Lords gefährlich in der Klemme und wenn Slytherins nun zu progressiv in Hogwarts auftraten und Ärger machten, fiel das unangenehm auf mich zurück. Schließlich sollte ich für den Lord neue Anwärter anwerben, die sich ihm willig als Kanonenfutter anboten.

„Hey, dass er uns erwischt war keine Absicht.“, „Ja, also das war halt Pech.“, „Aber einen Versuch war es wert“, kam es empört von den drei Delinquenten Weasley, Longbottom und Lovegood und ich fragte mich, wie verblödet man sein konnte.

„Ja, weil es klar war, dass er euch erwischt“, hisste ich im Gegenzug verärgert zu ihnen hin und schüttelte abfällig meinen Kopf, als ob man Severus so leicht bestehlen könnte. „Ihr seid nicht gut genug dafür“, meinte ich gemein und sah Hermione vor mir, wie sie ihr einmaliges Können ausspielte, wenn sie wo einbrach.

„Das war… war…“, stotterte Weasley errötend und wirkte ertappt.

„Das war dumm, nichts weiter“, riss ich das Ruder gewohnt herrisch an mich. „Und wenn ihr weiter solchen Unsinn macht, macht ihr es nicht besser“, zeigte ich mich von meiner besten Seite, aber was sollte ich sagen, meine Laune wurde immer mieser.

„Wie geht es nun weiter?“, wollte die gewohnt verträumte Lovegood erfahren, die es anscheinend immer spürte, wenn mein Geduldsfaden zu reißen drohte.

„Wir müssen weiter für den Kampf trainieren“, kam es vehement von Longbottom und erntete zustimmendes Gemurmel.

„Natürlich müssen wir das, wir müssen für einen Krieg gerüstet sein“, wandte Blaise entschieden ein.

„Mein Vater hat gesagt, dass wir mit einer Armee von Vampiren rechnen können und dass sie uns im Kampf gegen die Tyrannen helfen“, meinte Lovegood verschmitzt und wickelte eine ihrer langen Locken um ihren Finger.

„Luna“, brüllte plötzlich Bones quer durch den Raum.

„Ja?“, entgegnete sie unschuldig.

„Red nicht solchen Unsinn“, fauchte das blonde Mädchen böse und rieb sich die Stirn.

„Wieso? Es ist die Wahrheit“, ließ sich Luna Lovegood nicht beirren.

„Das behauptet dein Vater, der schreibt viel, wenn der Tag lang ist“, zeigte sich Bones recht gemein.

„Moment, er schreibt viel an Wahrheit“, wehrte Patil ab. „Das über Potterwatch zum Beispiel“, wandte jetzt die Freundin von Greg ein und ich hatte keine Ahnung, wovon die Leute hier sprachen.

Was zur Hölle war Potterwatch? Was könnte das sein?

„Er soll trotzdem aufhören, die Aufmerksamkeit auf so was zu lenken“, meinte jetzt auch Blaise mit einem gewissen gut gemeinten Tadel und ich riss die Augen auf. Es war nicht so, dass ich ein Leser des Quibblers war, aber während allen anderen dieser Name etwas zu sagen schien, war das bei mir eindeutig nicht der Fall.

„Auf was genau?“, meinte da auch schon Lovegood fragend und wiegte ihren Körper hin und her.

„Auf beides“, knurrte Abbott ungeduldig.

„Wie findet ihr eigentlich Potterwatch?“, ließ sich die eigensinnige junge Frau aber nicht beirren und grinste mit lieblicher Seelenruhe in die Runde.

„Potter? Was? Wovon redet ihr?“, offenbarte ich nun schonungslos mein Unwissen. „Was ist ein Potterwatch?“, sah ich auffordernd in die Runde mich doch bitte aufzuklären.

„Mann, Malfoy, lebst du auf dem Mond?“, fragte Michael Corner aufmüpfig und ich fühlte mich angegangen, nur weil ich keine Zeit für das schnöde gewöhnliche Leben hatte. Konnte ich was dafür?

„Warum?“, knurrte ich daher auch unfreundlich zurück.

„Die ganze Schule redet von nichts anderem“, wurde mir von Longbottom genüsslich serviert und ich begann mich sachte darüber zu ärgern, weshalb ich nichts wusste. „Das ist ein Piratensender“, meinte er freundlich, aber auch überheblich zu mir und meine Augen wurden groß.

„Ja, ein Informationssender, die Leute formieren sich, sie tun etwas“, klang Engagement von Finnigan mit durch und ich überlegte kurz, wer in der Lage wäre, so etwas Großes auf die Beine zu stellen.

Das war nicht ohne, ein Sender der informierte, das war interessant und ich konnte mir nicht helfen, aber kurz stand mir das diabolische Grinsen der Twins vor Augen, bis mich die hitzige Debatte zurück ins Hier und Jetzt beförderte.

„Was wir auch immer tun, mit den Slytherins können wir wohl nicht rechnen“, zeigte sich Abbott verschnupft und kam auf das eigentliche Thema zurück, was Blaise sofort die Hand heben ließ.

„Das stimmt doch nicht“, stöhnte Blaise leidlich auf und rieb sich wieder über die Schläfen. „Wir sagen nur, wir können bei keinen Aktionen mitmachen“, versuchte er uns zu verteidigen.

„Warum so plötzlich?“, fasste uns Patil misstrauisch ins Auge, dabei war der Blick, den sie ihrem Freund zuwarf, durchwegs skeptisch und Greg wurde sehr, sehr klein. Er begann nun sogar zu schwitzen und zerrte an seiner Krawatte, die ihn durch ihre bloße Anwesenheit um seinen Hals zu erdrosseln drohte und da bekam ich irgendwie Mitleid und raffte mich auf um Farbe zu bekennen.

„Chrm“, räusperte ich mich und erreichte, dass die meisten schwiegen und sich mir zuwandten. „Es ist so, der Lord erwartet die nächste Schar an Anhängern zumindest sofort aus diesen Reihen gleich nach dem Abschluss“, verkündete ich meinen gar wunderbaren Auftrag und erntete betroffene Mienen, während die Slytherins sich weit weg wünschten.

„Was?“, „Das ist nicht euer Ernst?“, „Wie wollt ihr das verhindern?“, „Was habt ihr vor?“, ging es hoch her und die hier versammelten Slytherins starrten mich voller Entsetzen an. Vorbei waren die starren nichtssagenden Masken von ihnen, als sie die volle Bandbreite erkannten, die sich vor ihnen offenbarte.

Das Dark Mark war keine verlockende Alternative.

„Wann… wann wolltest du uns das sagen… Draco?“, wisperte Theo erstickt, während auch die anderen aus meinem Haus versuchten, trotz dieser Offenbarung mehr oder minder tapfer Haltung zu bewahren.

„Ich arbeite daran, dass ihr diesem Schicksal entgeht“, gestand ich lustlos, woraufhin sich eine bleischwere Stille über uns senkte.

„Ich hätte da eine Idee“, meinte plötzlich das verträumte Ravenclaw Mädchen Lovegood mit hintersinniger Miene und ehrlich, nur her damit. Mir fiel nämlich seit der Zeremonie nichts Sinnvolles ein. „Was haltet ihr davon, den Streich und Protest gegen die Carrows mit langsamen Attentaten zu starten, nach den Weihnachtsferien… mit Steigerungen über Wochen und Monate und die Slytherins tarnen sich als die braven, treuen Anhänger, die man sich wünschen kann und kurz bevor die Schule zu Ende geht, holen wir uns mit einem Schlag die Mitglieder von DA und BL aus Slytherin und bringen sie in Irland in Sicherheit?“, fragte sie aufgeregt und strahlte uns an.

„Wie?“, „Wo?“, „Was?“, muckten die anderen auf. „Ist das nicht zu unsicher?“, „Denkt ihr nicht, sie durchschauen das?“, zweifelten die anderen.

„Einige könnten denken, wir wollen Druckmittel für den Krieg… ihr als die Kinder der DeathEater… wie auch immer… es ist besser als euch raus zu lassen“, erklärte Lovegood plötzlich dann doch sehr geschäftig und klar.

„Würde das gehen?“, fragte Blaise gedehnt mit langem Blick zu mir, er klang hoffnungsvoll und doch zweifelnd.

„Naja, ein paar Schlangen bleiben ja übrig“, meinte dann Patil überlegt und wiegte ihr Haupt hin und her, als sie die nannte, die weder in der DA noch in der BL waren, was kläglich wenige waren.

„Drei Stück, oder so?“, hielt Theo dagegen.

„Besser als nichts“, tat Patil es eilig ab und in meinem Hirn rotierten die Ideen.

„Dann versage ich zwar“, murmelte ich leise, bemerkte aber, dass mir gerade die Slytherins an den Lippen hingen, „jaaa… aber ihr seid wenigstens in Sicherheit und niemand kommt auf mich als Urheber“, formulierte ich die Idee zu ihrer Rettung aus. Ja, ich konnte mich damit anfreunden.

„So irre das klingt, aber das könnte funktionieren“, murmelte Longbottom zustimmend.

„Draco“, schaltete sich Blaise mit sich überschlagender Stimme ein. „Bist du irre? Du weißt, was versagen bedeutet“, meinte er aufrichtig besorgt und trat auf mich zu. „Das ist keine Option“, kamen auch noch Theo, Vincent, Greg und Pansy zu uns, als würde ich mich als Märtyrer auf dem Altar darbieten, zum Unverständnis der uns umgebenden Masse.

„Tja, dann bin ich halt der größte Versager unter den DeathEatern, was macht das schon…“, zuckte ich gespielt gleichgültig die Schultern und versuchte zu verdrängen, was mir für eine Strafe blühen würde. Wenigstens würden sie mich nicht gleich umbringen. „Sie werden sich lustig machen, Bellatrix wird rum hüpfen und meinem Vater unter die Nase reiben, dass sein Erbe ein Loser ist… es gibt wahrlich Schlimmeres“, spielte ich absichtlich das zu Erwartende herunter und erntete von meinen Leuten mehr als ungläubige Mienen.

„Der Lord…“, mahnte Theo ernst, als ich ihm mit erhobener Hand Einhalt gebot.

„Ach, komm schon, als hätte der Zeit, sich mit mir auseinanderzusetzen“, höhnte ich wegwerfend und war mir sicher, dass er sich hierfür extra Zeit für mich nehmen würde, aber das würde ich vor ihnen nicht zugeben.

„Sorry, Draco, wenn ich das so sage, aber dein Vater als ausführende Gewalt im Zorn des Lords ist auch keine rosige Alternative für dich!“, fiel mir Blaise unnachahmlich in den Rücken, woraufhin er von mir einen bitterbösen Blick kassierte, da es mir so vorkam, als würde er auf den Avada anspielen, weswegen ich ihn lange maß und mich dann ostentativ mit meiner Antwort an einen anderen wandte.

„Theo… willst du nach der Schule zur Zeremonie und dann dort von meinem Vater als Verräter enttarnt werden?“, fragte ich langgezogen, um Angst und Schrecken zu verbreiten, woraufhin er jedoch sofort blass wurde und vor mir zurückwich. Da erkannte ich vollends, was so offensichtlich war.

Umgehend legte sich ein ironisches Lächeln auf meine Lippen, denn ab da wusste ich genau, warum die Schlangen seit ein paar Tagen so sonderbar waren.

„Woher wisst ihr es?“, stellte ich eine fordernde Frage, denn dass sie von den Ereignissen der Zeremonie wussten stand für mich fest.

Meine Slytherins sahen sich alle nacheinander betroffen an und die Schuld war aus ihren Mienen nur zu gut zu lesen.

„Von was redet ihr?“, fragte Bones vorsichtig, aber sehr fordernd.

„Sie wissen es von mir“, hob Vincent schuldig seine Hand und wirkte sehr unsicher, aber er ging nicht auf Bones Frage, oder die perplexen Blicke der anderen ein, sondern stand mir Rede und Antwort. „Mein Vater…“, gestand er flüsternd. „Er… er hat mir einen Brief gesandt und mir gesagt, was er von mir erwartet und was passiert, wenn ich nicht so handele wie ich soll….“, murmelte er zum Ende immer kleinlauter, während ich meine Augen schloss. „Er war sehr ausführlich…“, setzte er noch hinterher.

„Fuck“, entfuhr es mir erschöpft. Es war so klar gewesen, dass die Schlangensache ihren Weg nach draußen fand, aber das war schlussendlich auch vom Lord und von Vater erwünscht gewesen. Als Abschreckung für alle, die sie zu hintergehen versuchten.

„Was?“, „Was verschweigt ihr uns wieder?“, „Von was redet ihr?“, schalteten sich diese Nervensägen wieder ein.

„Ich bin weg“, meinte ich auf einmal wie aus dem Nichts, selbst für mich überraschend.

Aber ich konnte mir dieses Kindertheater nicht mehr antun, oder aber ich wollte die Bestrafung nicht nochmal durch Erzählungen erleben. Wie auch immer, die anderen würden den Nervensägen alles erklären müssen und so drehte ich ab und ging zur Tür, während sich eine fast schon gespenstische Stille hinter mir auftat, jedoch wandte ich mich weder zu ihnen um noch hielten sie mich auf und als die Tür laut ins Schloss fiel, erlaubte ich mir einen Moment der Schwäche, lehnte mich gegen die reich verzierte Tür des Raums der Wünsche und holte sehr tief Luft.

Dracos Sicht Ende

Severus Sicht

„Sir“, wurde ich äußerst vorsichtig angesprochen. „Sie wollten uns sehen“, erklang es höflich und mir rückte ein sehr schwarzhäutiger Mann auf den Leib, den ich mit Sicherheit noch nie in meinem Leben gesehen hatte.

Jedoch war er nicht allein und erst im zweiten Moment erkannte ich hinter ihm noch einen albino-ähnlich aussehenden Mann, der so hell war wie der andere dunkel. War das ihr Ernst?

„Wenn sie das unauffällig nennen, haben sie in der Schule nicht aufgepasst“, murrte ich verächtlich und war gebannt, wie man so ignorant sein konnte, was Tarnung betraf, das Wort unauffällig schien verschwendet.

„Wir hatten scheiß Lehrer, Sir“, kam es unisono von dem so gegensätzlichen Duo und ich verbot mir, auf ihre freche, aber durch das letzte Wort doch recht höfliche Antwort hin ein Lächeln entwischen zu lassen. Diese beiden waren unmöglich.

Sie hatten ohne wenn und aber Recht, wenigstens konnte ich meine Hände bei diesem großen Versagen in Unschuld baden, da sie mich nie in Verteidigung gehabt hatten.

„Setzen sie sich“, befahl ich, nachdem ich auch noch die dritte wesentlich angepasstere Person in ihrem Windschatten wahrgenommen hatte.

„Verstehen sie das wirklich unter“, deutete ich anklagend auf ihre Aufmachung, „unter unauffällig?“, hielt ich ihnen vorwurfsvoll vor. „Sie könnten gleich versuchen, in einem magischen Zirkus aufzutreten“, zog ich angewidert meine Oberlippe hoch. „Wobei ich bezweifele, dass sie dazu die nötigen Fähigkeiten besitzen, denn dazu müsste man lustig sein“, schnarrte ich ölig und ihre unechten Züge verzogen sich leidlich.

„Autsch.“, „Ruhig Blut, Sir.“, „Sie sagten, und ich möchte hier ihren Originalton verwenden: Chrm… sehen sie zu, dass man sie nicht erkennt, dieses penetrante, hässliche Rot sticht überall heraus.“, „Und ganz ehrlich, Sir, wir haben gelernt, je auffälliger desto weniger schauen die Leute.“, „Beziehungsweise bringen sie uns nie mit Rothaarigen in Verbindung.“, „Außerdem ist das andere soooo langweilig… sehen Sie sich ihn hier an“, deutete einer der beiden Teufel mit einer wegwerfenden Bewegung hinter sich, denn ihr Bruder stand noch immer unschlüssig herum und blickte mit einem gewissen Horror auf uns drei.

„Oh, Merlin und Morgana“, murmelte ich mitgenommen, warum mussten Treffen mit diesem teuflischen Duo immer nur so anstrengend verlaufen? Es war schließlich nicht so, als wäre ich nicht ständig gefordert und hätte so etwas Wertvolles wie Zeit im Überfluss.

„Das meint ihr nicht ernst“, begehrte der Unauffälligste von ihnen auf. „Ihr… ihr wollt Snape treffen? Deshalb wolltet ihr mir nicht sagen, wohin es geht“, beschwerte sich Charlie Weasley soeben enthusiastisch und ich warf ihm einen sehr langen Blick zu, sagte aber nichts. „Seid ihr irre?“, stieß er anklagend aus und seine Brüder warfen mir augenverdrehende Blicke zu.

„Jupp.“, „Na klar, wir sind irre“, entgegneten sie seelenruhig und eher geschmeichelt klingend denn alles andere. „Haben nie was anderes behauptet.“, „Bist ja selbst schuld, wenn du mit uns gehst, ohne groß zu fragen“, offenbarten sie ihre bissige und bösartige Seite, die selbst vor ihrer Familie nicht Halt machte.

„Ist das eine Falle?“, meinte der junge Mann plötzlich furchtsam und sah sich aufmerksam und sehr auf der Hut um, während ich es immer noch nicht fassen konnte, dass ich freiwillig hier war.

„Schluss“, murrte ich finster und beendete dieses unwürdige Kinderspiel.

Ich deutete, mir selbst schrecklich leid tuend, auf den letzten Stuhl an dem Tisch, der in einer entfernten Nische in einer Muggelbar stand, die seit Jahrhunderten direkt am Ufer der Themse platziert war und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von einem Magier frequentiert werden würde. „Setzen“, befahl ich dunkel und seine Augenbrauen zogen sich bei meinem scharfen Befehlston zusammen, während wir uns stoisch mit abwägenden Blicken erdolchten.

„Sagen Sie, junger Mann, sind Sie wirklich derart grenzdebil veranlagt, dass Sie über das Angebot, das Ihnen unterbreitet wurde nachdenken? Von annehmen ganz zu schweigen? Vielleicht haben aber auch die Attacken der Drachen Ihren schon zur Schulzeit marginal schwindenden Verstand vollständig verdampfen lassen“, fragte ich dann mit nicht versteckter ironischer Doppeldeutigkeit nach und er schien sofort zu verstehen, auf was ich anspielte, da er seine Augen weit aufriss.

„Wasss?“, brach ihm die Stimme weg und er hörte sich ziemlich ertappt an, was diesem teuflischen Duo auch nicht zu entgehen schien, aber in ihren Mienen spiegelte sich ihre Unwissenheit wider.

„Ja, oder Sie stehen darauf, dass sich die ein oder andere Dame dort wie ein Drache benimmt. Ich habe mich immer gewundert, dass Sie es noch nicht geschafft haben, Feuer zu spucken“, erging ich mich in bösartigem Spott, während vor meinem geistigen Auge Voica, Smaranda, Ruxandra, Carmilla und Ilona feuerspuckend herumliefen. Vielleicht stand der junge Mann ja tatsächlich darauf. Wer wusste schon über die sonderbaren Vorlieben der heutigen Jugend Bescheid.

„Hö?“, „Ja, was meint er?“, „Charlieeeee?“, drangen die Twins sofort sehr fordernd und penetrant in ihren Bruder. Augenscheinlich kannten sie ihn mittlerweile recht gut und konnten einschätzen, dass er nicht ganz ohne in seinen Entscheidungen war.

Jedoch vernahm ich die sofortige Sorge um eben selbigen, verrückten Anverwandten, der sich in meinen trüben Augen maßlos überschätzte.

„Ach Merlin, hört auf…“, fuhr er seine Brüder entnervt an und wandte sich mir näher zu, als er sich endlich auf seinen Stuhl plumpsen ließ. „Was geht es Sie an und woher wissen Sie davon?“, fragte er sogleich schnippisch und nichts an seinem Äußeren erinnerte an den Jungen, den ich einmal unterrichtet hatte.

Das war mir nicht mal eine Antwort wert, sondern es ging nur meine Braue sehr weit hoch. Wenn stellte ich die Fragen und nicht er.

„Woher?“, insistierte er mutig weiter, woraufhin ich meine Lippen zu einem süffisanten Grinsen verzog, während sich die so unterschiedlich verwandelten Twins mühsam rauszuhalten und uns nicht zu unterbrechen versuchten. Dies war ein Unterfangen, was ihnen sehr schwer zu fallen schien aber bisher schafften sie es, ihre Neugierde zurückzuhalten.

„Aha…“, kam ihm langsam die Erleuchtung, dass sein Lover geredet haben musste, weswegen er betrübt seinen Kopf schüttelte. „Ahhh, okay, Scabior…“, stieß er wenig begeistert aus und ich schob ihm kommentarlos das Schnapsglas rüber, das ich wohlweislich schon zu Beginn gefüllt hatte.

„Mhm“, meinte er nach einem sehr vorsichtigen Schluck, den er auch nur tat, da seine Brüder ihm ostentativ zuprosteten und das Getränk auf Ex kippten. Eins musste man ihm lassen, er war bedacht und nicht voreilig mir gegenüber.

„Schschsch“, verzog er ob des scharf brennenden Schnapses seine unechten Züge.

„Wähh“, „Was ist denn das für ein Zeug?“, „Eklig“, beschwerten sich diese unsäglichen Unholde lautstark, als ich selbst meinen Schnaps trank ohne etwaige Fisimatenten.

„Ich dachte, dass dies ihrem werten Herrn Bruder besser behagt, dergleichen wird sehr wohl in Rumänien angeboten“, verkündete ich mit einer gewissen Süffisanz, woraufhin er langsam nickte, um mir recht zu geben. Er schien sich sehr unwohl zu fühlen, so wie die Musterung unserer Umgebung ständig offenbarte.

„Okay, Sie wissen es also, das erklärt Ihr Interesse daran nur zweitrangig. Warum sollte ich mit Ihnen darüber reden wollen?“, fasste er fragend zusammen und lehnte sich weit über den Tisch, dabei hielt er sich nicht zurück, da seine Ablehnung was meine Person betraf in seinen Augen deutlich herauszulesen war.

„Sie waren schon immer unerträglich vorlaut“, knurrte ich mit einer Prise Sarkasmus und verschränkte die Arme ablehnend vor meiner Brust, schließlich war es nicht so, dass ich das hier freiwillig tat, sondern nur auf Zwang von ihr hin. War nicht ein wenig Dankbarkeit zu erwarten, dass man Interesse an seinem Schicksal hatte?

„Bitte, ich und vorlaut?“, empörte sich Charlie Weasley umgehend und deutete auf die anderen beiden zu seiner Seite. „Sie haben meine Brüder danach erlebt. Ich halte Ihre Behauptung für unrealistisch“, beschwerte er sich eindringlich und löste pure Empörung bei seinen Verwandten aus.

„Hey, Forge, ich fühl mich irgendwie angemacht.“, „Nicht nur du, Gred, die reden über uns als wären wir nicht da.“, „Pffff.“, „Und sorry, wir in unserer Genialität, wir können uns nicht einfach so stoppen lassen.“, „Ja, was können wir dafür, wenn das vorhergehende Material von Mum und Dad nur zweitklassig war?!“, kam es reichlich hinterhältig und gemein von den Red Devils, die ihrem Namen alle Ehre machten. Sie waren schlicht böse. Wie Arthur und Molly das hinbekommen hatten, war mir noch immer ein Rätsel.

„Mhm… reicht mein Interesse nicht?“, überging ich daher ihre Sticheleien, denen ihr Bruder mit offenem Mund gelauscht hatte und stellte eine Gegenfrage, anstatt auf seine einzugehen.

„SIE haben Dumbledore ermordet“, erklärte er heftig und ballte sichtbar die Hände zu Fäusten, „… und den Orden verraten… also, nein…“, erwiderte er sehr geschäftig und mit ablehnender Miene und entlockte mir ein verächtliches Stöhnen.

Dass der Orden immer so schrecklich ehern und heroisch sein musste war anstrengend. Als wären sie die einzig wahren und guten Menschen, die auf der Erde wandelten. Man wollte beständig brechen.

„Jaaaaa“, erklärte ich langgezogen ohne groß zu zögern, dabei war mir kein schlechtes Gewissen anzumerken.

Reue war kein Fakt, der bei dieser Tat vorhanden war. Ich hatte den Alten ermordet! Egal aus welchen Motiven es geschah, es war getan und zwar von meiner Hand, hier konnte es kein Leugnen geben. Doch Charlie Weasley wirkte so, als würde er hoffen, etwas wie Bedauern in meiner Haltung ausmachen zu können.

„Sie sagen das einfach… so…“, hauchte er dann auch schon betroffen aufgrund meiner sichtbaren Kaltblütigkeit, während ich seinen Blick stoisch erwiderte.

„Ja“, meinte ich daher auch knapp ohne Emotion. „Aber das hat hiermit nichts zu tun“, kam ich auf das Wesentliche und strich mir meine kinnlangen schwarzen Haare mit Bedacht zurück.

„Nicht?“, zweifelte er an meiner Behauptung. „Ihre Taten haben nichts damit zu tun, dass Sie heute hier bei mir sind?“, zweifelte er abfällig. „Sind Sie nicht für den Lord unterwegs? Vielleicht, weil er unzufrieden ist, dass der Orden dank mir gute Chance auf die Vampire hat? Sie mögen mich, sie sind mir sehr zugetan…“, fragte er provozierend und dieser dumme Junge dachte wirklich, er könnte in diesem Gespräch die Oberhand erreichen, indem er seine guten Beziehungen unterstrich. Vielleicht war er sogar ob des Angebotes geschmeichelt, das er erhalten hatte, somit musste ich mir wirklich auf die Zunge beißen, um nicht allzu herablassend zu ihm zu sprechen.

„Schhh.“, „Uhhh…“, „Vorsicht“, warnten seine Brüder ungewöhnlich leise und versuchten sich weiterhin zurückzuhalten, aber ich winkte mit einer herrischen Geste zu ihnen, dass sie ihre Klappen halten sollten, was wiederum ihren Bruder staunen ließ, da sie umgehend gehorchten.

„Wenn Sie das denken, haben Sie bei den Vampire nichts verloren“, servierte ich mit gehässiger Endgültigkeit.

Dabei offenbarte ich mit einer gleichgültigen Geste meine Verachtung, da ich seine Arroganz anmaßend fand. Ohne meine explizite Intervention wäre er als Ordensabgesandter niemals in die Nähe der Vampire gekommen, geschweige denn nah genug an Radu. Er hatte seine Chancen nur mir zu verdanken. Natürlich, er hatte etwas daraus gemacht, das konnte er sich anrechnen, aber davon abgesehen lebte er wirklich gefährlich, wenn er dachte, dass er die Vampire in der Hand hatte. Das war eine sehr irrige Annahme, denn nichts und niemand hatte das und das war eine gegebene Tatsache. Wir waren für sie nur Marionetten und Spielbälle in ihrem ewiglich intriganten Spiel. Wer dachte, er hätte die Fäden in der Hand lebte gefährlich.

Meine Gehässigkeit holte ihn dann doch erfolgreich auf den Boden der Tatsachen zurück, da sein Kopf zu mir herum schnellte.

„Mal Spaß beiseite“, kam es sehr besorgt von dem ruhigeren der beiden Twins. „Was meint er… Charlie?“, wollte George Weasley drängend erfahren und die Züge des Angesprochenen verzogen sich schmerzlich, als er seinen Blick auf den Tisch richtete, aber keine Anstalten machte, zu reden.

„Wenn du nicht antwortest, frag ich ihn, um was es geht!“, drohte der bösere Twin, Fred Weasley, umgehend und deutete wenig manierlich mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf mich, aber ich ließ es ihnen durchgehen, über mich zu sprechen als wäre ich nicht anwesend, da ich bemerkte, wie das schlechte Gewissen in unserem Vampirfreund arbeitete, während ihn seine Brüder in die Zange nahmen.

„Ich… ich habe…“, setzte er unsicher an. „Uuuffff“, versagte ihm stotternd die Stimme beim Gestehen seiner vollumfänglichen Selbstüberschätzung.

Ja, diese Demut stand ihm besser und so blickte ich mit einer gelebten, zufriedenen Überheblichkeit auf den Zaudernden, da es offenbarte, dass er wusste, dass das, was er da vorhatte, eine seltene Dämlichkeit war, aber überraschen tat es mich nicht. Dem ein oder anderen lag das Märtyrertum und gerade beim Orden war das Syndrom überbrodelnd vorhanden.

„Charlieeee, was hast du getan?“, verstanden nun beide Brüder, dass es ernst war und beide zeigten sich mit einem Schlag erstaunlich unlustig und ungewohnt fokussiert.

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