Inhaltsangabe
 
StartseiteStartseite  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Austausch | 
 

 Kapitel 557-558

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1408
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 36
Ort : München

BeitragThema: Kapitel 557-558   Mi Jul 13, 2016 1:23 am

557. Kapitel Brotherly love

„Was für ein Scheiß und nur, weil Sie sich einmischen müssen“, beschwerte sich der vorlaute und nun aufgeflogene Drachenbändiger kindisch und entlockte mir nur ein höhnisches Schnauben.

„Lass den Professor in Ruhe“, begehrte zu meinem milden Erstaunen der Albino-Twin regelrecht wütend auf. „Ja, er macht das Richtige, wenn du Scheiße bauen willst“, zeigte sich der schwarze Twin solidarisch.

„Und das von euch?“, hielt Charlie Weasley ihnen empört vor. „Wer sagte seit frühesten Jahren, diese doofe alte Fledermaus ist so knochentrocken und absolut unlustig, dass der Ast schon knirscht bevor man darauf tritt“, versuchte er sich an Sprüche seiner Brüder zu erinnern, wobei ich denken mochte, dass er sich schrecklich schlecht erinnerte, da ich von ihnen wesentlich kreativere Ausdrücke gewohnt war. „Und jetzt verschwört ihr euch mit dem da? Mit einem Verräter, das ist nicht euer Ernst“, hielt er ihnen vor und deutete schon wieder auf mich.

„Sorry, Sir“, nuschelte George Weasley verschämt, während ein Twin nachlegte.

„Hör auf, Charlie.“, „Ja, mach es uns allen leicht und rede.“, „Rede“, wechselten sie sich in eigenwilliger Manier ab. „Wir werden es so oder so rausbekommen“, erklärten sie überzeugt und ganz ehrlich, wer diese Terrorbrüder kannte, wusste dass sie es natürlich herausfinden würden, auf gar mannigfaltigen Wegen.

„Sie sollten auf Ihre Brüder hören“, riet ich ihm daher seidig. Eines hatte ich vor langer Zeit akzeptiert, dass diese furchtlosen und mutigen Twins wahre, skrupellose Teufel waren, die sich von nichts und niemandem aufhalten ließen.

„Ist ja gut, ist ja gut“, hob der unter Beschuss stehende ergeben die Hände in Ermangelung einer Fluchtmöglichkeit. „Okay… also…“, tat er sich sichtbar schwer, „… nun… ihr Nervensägen, ich hab die Zusage, dass die Vampire mit uns eine Allianz gründen…“, kam es reichlich schwer über die Lippen des jungen Mannes.

„Das wäre doch gut“, kam es langsam vom gemäßigten, dem schwarzen Twin, doch sofort hob der viel zu weiße und zu helle Twins seine Hand und wedelte damit herum.

„Ich hör ein… aber…“, meinte er sehr korrekt und bescheinigte, dass er durchaus zuhören konnte, wenn er denn wollte. Ein Umstand, den er in seiner Schulzeit bravourös geheim gehalten hatte.

„Jaaaa“, zeigte sich der in die Mangel genommene Mann unwohl, da die Musterung seiner Brüder eindringlich war und auch ich ihn nicht aus meinem düsteren Blick entließ. „… Radu will im Gegenzug…“, stieß er schwerlich aus und wand sich unwohl hin und her, „… mich…“, bekannt er widerwillig.

Meine Herren, war das eine schwere Geburt, unfassbar, aber wenn ich mir das anhörte, konnte ich nur den Kopf schütteln. Hatte ich wirklich nur Idioten erzogen?

„Dich?“, „Wie dich?“, „Dich essen?“, „Dich töten?“, „Dich haben?“, „Wieeeee?“, „Charlieeeee“, legten die Red Devils mit ihrem hektischen und sich überschlagenden Singsang nach, der die ganze Kneipe unterhalten hätte, wenn ich nicht wohlweislich den Muffliato schon ganz zu Beginn dieser Unterhaltung über uns gelegt hätte.

Doch ihr Bruder reagierte nicht auf ihre nervende Art, sondern blickte mit hochnotrotem Gesicht, das sich brutal mit seinem karottenroten Haarschopf gebissen hätte, wenn er sich nicht verwandelt hätte, auf den vernarbten Tisch und schob sein leeres Glas nervös in seinen Händen hin und her. Es war ihm sichtlich unangenehm, über dieses heikle Thema zu sprechen, sodass ich das Wort übernahm.

„Er will ihn als Partner für die Ewigkeit“, servierte ich schnarrend und erhielt als Dank einen mordlüsternen Blick über den Tisch geschenkt, der mir jedoch nicht mehr als ein abwertendes Schnauben entlockte.

„Wie?“, „Wie, für die Ewigkeit?“, „Ewig, wie ewig?“, sprach der Schock aus den sich überschlagenden Stimmen der Twins. „Spinnst du, Charlie?“, „Du willst dich beißen lassen?“, „Bist du irre?“, „Hat man dir ins Gehirn geschissen?“, „Was würde Mum sagen?“, „Und Dad?“, „Du wärst dann was?“, „Ein Vampir!“, ging es rasant hin und her, während der Geständige die Schultern hochzog und gar nicht reagierte.

„Ein gewandelter Vampir?“, zeigte ich mich lehrmeisterlich und antwortete an seiner statt und kurz legte sich ein bleiernes Schweigen über unsere Runde, da die Red Devils erst mal tief Luft holen mussten.

Die Information schien langsam bei ihnen anzukommen und jeder von ihnen lief noch röter an als der Gescholtene, trotz ihrer verwandelten Hautfarbe in schwarz und weiß, gerade bei dem Dunkelhäutigen war es eine beachtliche Leistung, so rot zu werden.

„Du bist so ein Trottel“, meinte dann auch schon der gewöhnlich besonnenere, schwarz verwandelte Twin verächtlich und sein Zwilling legte gleich schonungslos nach.

„Das ist doch völlig unnötig, dank der Schönen arbeiten die doch eh nie und nimmer mit den DeathEatern zusammen“, offenbarte der hellweiße vorlaut sein Insiderwissen und strubbelte sich aufgeregt durch sein schlohweißes Haar.

Aber gut, schlussendlich ging es darum, dem Drachenwärter zu vergegenwärtigen, dass sein Handeln vielleicht mutig und heroisch, aber auch ziemlich sinnlos war, somit nickte ich daraufhin zustimmend zu den Twins.

„Hä?“, erklang es wenig schlau, oder gar manierlich von ihm, sodass ich meine Hand hob, um auszuholen und es zu vertiefen, da Charlie Weasley nicht zu verstehen schien.

„Korrekt… Ihr Opfer mag zwar edel sein, aber ist unnötig“, erwiderte ich süffisant und erntete einen betroffenen Blick und eine unverständige Miene von unserem Drachenwärter.

„Was? Wie?“, schoss es irritiert aus dem Ordensmann. „Bezieht sich euer „Schönste“ auf Hermione?“, fragte er das Nächste was ihn drängend zu interessieren schien und seine Brüder nickten unisono.

„Als ich Sie“, nickte Charlie Weasley daraufhin zu mir, „und Hermione bei den Vampiren traf, hörte ich aufgrund der Aussage von Hermione Granger, dass sie zum Lord gehört und dass die Vampire aufgrund dessen angeblich kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit hätten, aber wir kennen die Wankelmütigkeit dieser Rasse. Ich wüsste nichts, was an dem Mädchen so schlimm sein sollte, dass die Vampire bei ihrer Aussage bleiben“, brachte er durchaus sinnig hervor und es war nachzuvollziehen.

Er konnte von der tiefsitzenden Abneigung, die zwischen Radu, Sanguini und Hermione herrschte, nichts ahnen.

„Die Vampire haben endlich einmal konkret eine Stellung bezogen und verkündet, dass sie mit dem Lord keine Verbindung eingehen werden, solange es das Biest gibt und dabei werden sie stur, wie sie sind, bleiben“, versuchte ich ihn in Kenntnis zu setzen, wie endgültig diese Entscheidung war.

Hier hatten unsere beiden Seiten ein Patt erreicht, denn der Lord würde nie und nimmer das Biest eintauschen, schon alleine wegen ihrer Führung bei den Inferis, aber auch ihre Verbindungen zu Dementoren spielte hier eine Rolle. Hinzu kam, dass ich annahm, dass er noch andere Pläne mit ihr und ihrer Gabe bezüglich seiner Seelenfragmente hatte, jedoch war es nicht so, als wenn uns der Lord groß in seine Pläne einweihen würde.

„Biest? Was für ein Biest“, kam es daraufhin hörbar irritiert von Charlie Weasley und ich rollte übertrieben abwertend mit meinen Augen.

„Ihnen fehlt es an elementaren Informationen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können… tse…“, schnarrte ich verachtungsvoll wegen seiner Unwissenheit. Wenn man bedachte, mit wem er geneigt war ins Bett zu steigen, sollte man annehmen, dass er vielleicht den ein oder anderen Spitznamen von ihr aufgeschnappt haben könnte.

„Oh Mann, Charlieee“, jammerten seine Twin-Brüder ebenfalls betroffen aufgrund seiner Ahnungslosigkeit los und schüttelten so sehr ihre Kopfe, dass einem schwindlig werden konnte, während man ihnen zusah.

„Biest hin oder her“, wiegelte ich daher generös ab. Er musste nicht unbedingt Hermione als das Biest identifizieren. „Die Vampire haben sich als neutral erklärt und das sie sich raushalten… was schon mehr ist als man von diesem wankelmütigen Volk erwarten kann und ich rate Ihnen, diese Aussage ernst zu nehmen, denn diese Entscheidung ist endgültig“, verkündete ich entschieden eine unveränderbare Tatsache.

„Und Sie denken, das so genau beurteilen zu können, weil?“, fragte Weasley zweifelnd und eine meiner Brauen zuckte ob dieses bohrenden Tones hoch.

„Aus mannigfaltigen Gründen“, erklärte ich knapp.

„Was für eine Aussage“, kam es recht wacker und anmaßend von dem jungen Mann.

„Ah, Charlie, du hoffst auf eine echte Allianz für den Orden, also eine richtige Zusammenarbeit?“, offenbarte George Weasley sein Verständnis für die Sachlache und ich betrachtete es ähnlich. Dieser junge Mann erhoffte sich augenscheinlich mehr aus seinem Märtyrertum als nötig war.

„Bist du blöd?“, fuhr Fred Weasley seinen Bruder haltlos an. „Sie haben Hermione gebissen“, meinte er aufgebracht und der Drachenbändiger riss die Augen weit auf, bei dieser Feststellung, die auch sofort wieder in mir ein Unwohlsein und eine brodelnde Wut hervorrief.

„Was? Ist sie nun gewandelt?“, fragte er erregt und stellte an sich genau die richtige Vermutung auf, die bei normalen Menschen unumgänglich wurden bei dem Biss eines Vampirs. „Hermione? Die Hermione, die mit Malfoy verlobt ist?“, wollte er weiter bodenlos entsetzt erfahren und drang weiter erregt in uns, da wir alle erst mal schwiegen.

Wir drei tauschten intensive Blicke. Aus dem Meiningen ging dabei hervor, dass ich unzufrieden und nicht einverstanden damit war, dass der Twin sein Herz auf der Zunge trug, sodass sich George Weasley angehalten sah, seinem bösen Twin eine Kopfnuss zu verpassen. Daraufhin warf dieser wiederum ein wortloses, aber sehr schuldhaftes Sorry zu mir. Mich wiederum veranlasste dies dazu, die Augen kurz zu schließen und mich zu fragen, wie es sein konnte, dass ich derart leiden musste. Warum ließ es das Schicksal zu, dass ich ständig mit minderbemittelten Quälgeistern zu tun haben musste?

„Nein, ist sie nicht“, bekannte ich missmutig, dabei standen mir die zwei kleinen Narben an ihrem Hals lebhaft vor Augen. Was sie sich damals dabei gedacht hatte, das zuzulassen, erschloss sich mir immer noch nicht ganz. Aber wer war ich, dass meine Meinung gar gewichtig oder elementar war?

„Wie geht das?“, zeigte Charlie Weasley sein Erstaunen ohne Scheu und schaffte es wenigstens, dass ich nicht mehr an das Biest dachte.

„Das war ein Spielchen zwischen ihr und den Vampiren“, blieb ich dann doch erstaunlich ruhig. „Fragen Sie halt Radu eines Tages, wenn es Sie so brennend interessiert. Mal sehen, ob er Ihnen antwortet“, erklärte ich bissig. Das Thema ärgerte mich dann doch immer noch zu sehr, um ausführlicher zu werden.

„Oookayyyy…“, entgegnete er langgezogen, meinen Missmut bemerkend und begann nun uns alle aufmerksam zu mustern, bis er sich leicht zurücklehnte. „Ich bin neugierig. Was ist das mit euch dreien hier? Warum spielt dieses Mädchen eine so große Rolle? Der Orden ist ihr gegenüber mehr als kritisch“, legte er seinen Zwiespalt offen, was er denken sollte, aber wir drei reagierten fürs Erste nicht. Was sollten wir zu ihr oder uns sagen?

Alles war nur so gekommen, weil es eben Hermione gab!

„Ja, George, Fred, ihr solltet euch von ihr lösen“, versuchte er nun auf seine Brüder einzuwirken, die ihn sofort mit immer verächtlicheren Blicken maßen. „Sie ist kein guter Umgang. Ihr hättet sie bei den Vampiren erleben müssen… furchtbar anmaßend… unglaublich arrogant und sehr unfreundlich… sie ist keine gute Freundin und sie gehört zum Lord!“, meinte er nachdrücklich, dabei durchzogen Sorgenfalten seine verzauberte Miene.

„Zügeln Sie Ihre Zunge, junger Mann“, drohte ich ohne Zögern mit geschmeidiger Stimme, ohne sie zu erheben, was noch eindringlicher auf die Zuhörer wirkte als wenn ich schreien würde. Ich würde ihn nicht so reden lassen, denn ihm stand es mit Sicherheit nicht zu, schlecht vom Biest sprechen, ihm nicht!

Schlussendlich wäre ich ohne die anmaßende, arrogante und unfreundliche Frau gar nicht hier, um den dummen Jungen vor einem schrecklichen Fehler zu bewahren, den er zu leichtfertig begehen würde. Die Heftigkeit von mir, aber auch die feindseligen Blicke seine Brüder schienen ihn sehr zu verunsichern, weswegen seine Blicke zwischen uns dreien nervös hin und her zuckten. Hierbei war es einfach schön, zu sehen, dass sie derartig treue Freunde an ihrer Seite hatte, die ihre Freundin sichtbar über ihren Anverwandten stellen, dem sie seine Worte sichtbar übel nahmen.

„Halt deinen Mund, Charlie.“, „Du hast echt keine Ahnung, was du da sagst.“, „Erlaube dir kein Urteil über eine Person, die du nicht kennst“, kanzelten die Twins ihren Bruder knapp ab.

„Ihre Taten…“, versuchte er aufzubegehren, aber sie fielen ihm ins Wort.

„Still, sei still.“, „Beurteile Personen erst nach ihren Handlungen und wegen nichts sonst.“, „Vor allem, wenn du keine Ahnung hast und nur den Unfug vom Orden nachplapperst.“, „Der weiß doch eh nichts.“, „Oder aber du machst auf Percy, der allwissend ist.“, „Manchmal frag ich mich, ob ihr alle doof sein wollt.“, „Ist das angeboren, oder anerzogen?“, schossen sie eine Nettigkeit nach der Nächsten zu ihrem Bruder hin, während ich mich vornehm zurückhielt.

„Was meint ihr?“, kam es aufgrund der raschen Abfolge ziemlich überfordert von Charlie Weasley und seine Brüder stießen wenig manierliche Töne aus.

„Dass du seine Intervention nur ihr zu verdanken hast“, servierte George Weasley geschäftig und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Wasssss?“, stieß der Drachenwärter erschüttert aus, der anscheinend so einiges nicht verstand. „Warum sollte sie? Und warum sollte mich das freuen, wenn er sich einmischt?“, fuhr er sie nun hörbar ungehalten an, da ihm sein Geduldsfaden riss, nachdem er sich im Zentrum ihres Unmutes vorfand.

„Weil du unser Bruder bist“, stieß der weiße Twin betrübt aus. „Leider.“, „Unfassbar, dass wir verwandt sind.“, „Das frage ich mich aber seit langer Zeit, Gred, ist es nicht erstaunlich, wie schlau, genial und verständig wir sind und wie brutal dämlich alle anderen?“, „Denkst du, wir wurden vertauscht?“, „Untergeschoben?“, ging es wieder hin und her und Charlie Weasley presste seine Lippen im Zorn fest aufeinander. „Du bist so ein Idiot“, zeigte sich der schwarze Twin anklagend.

„Moment, was heißt hier leider?“, begehrte der junge Mann auf und plötzlich schwiegen alle einen Moment lang.

„Dass… wenn du gegen sie bist, auch gegen uns bist“, sagten die beiden Red Devils gemeinsam, dabei klangen sie so furchteinflößend wie selten so offen gezeigt in ihrem Leben, imaginär prostete ich ihnen zu.

„Was?“, echote der Unglauben aus seiner Stimme. „Ist nicht euer Ernst!“, fehlten dem Drachenwärter sichtbar die Worte. „Ich meine… sie… sie verkehrt mit DeathEatern“, stieß er hilflos mit den Händen fuchtelnd aus.

„Sagt der Typ, der mit dem käuflichen Scabior zusammen ist, macht es das besser?“, hielt ihn der böse Twin gemein vor. „Er ist Chef der Snatcher. Gibt es was Schlimmeres auf der Welt?“, kam es sofort von dem anderen genüsslich hinterher.

„Uhh… das… das… ist er das wirklich?“, fragte Weasley erschrocken nach und ich fragte mich, wie blind man sein konnte, beim Strähnchen. „Also der Chef, er meinte… er wäre nur Mitläufer“, versuchte er es sich schönzureden.

„Unfug“, brummte ich missmutig. Scabior war viel und immer bestrebt weiter nach vorn zu kommen, ohne Rücksicht auf Verluste. „Er war schon immer mehr als nur unterste Reihe.“

„Klar, dass Sie das wissen müssen“, meinte er verächtlich und ich kräuselte amüsiert meine Lippen.

„DeathEater, Snatcher.“, „Ist naja… ist zu vergleichen, oder…“, „Ein Rat, hör auf damit, das bringt nichts, hier ist nichts mehr gut, oder böse…“, „Schwarz und Weiß, das ist eine kindische Sichtweise, die dich nicht weiterbringt“, hielten seine Brüder ihm vor, während ihr Bruder langsam seinen Kopf schüttelte.

„Aber sie… sie ist…“, wollte er abermals aufbegehren, doch sofort schoss eine erhobene Hand in die Höhe, die ihm Einhalt gebot.

„Sie ist vieles, aber keine Diskussion wert“, schnitt George Weasley herrisch, wie ich ihn noch nie erlebt hatte, seinem Bruder das Wort ab. Alles an ihm zeigte, dass er nicht darüber diskutieren würde. Man könnte denken, er hätte abfällig über sie gesprochen, wenn man nur die Worte nahm, aber so wie er sie betonte, vernahm man, dass es keine Diskussion über sie geben konnte, weil dies zu weit ging und nicht aus anderen Gründen. „Die Schönste ist nicht der Gegenstand dieses Gespräches und wenn du denkst, dem Orden irgendetwas darüber sagen zu müssen, dann lernst du uns kennen“, fasste er dann mit sehr tiefem Timbre nach.

„Droht ihr mir?“, fragte ihr Bruder sichtbar fassungslos und schockiert aufgrund der Möglichkeit, von seinen eigenen Brüdern bedroht zu werden.

Aber ich musste gestehen, ich fühlte mich gut unterhalten, somit lehnte ich mich abwartend zurück und genoss es, dass dieser Auftrag anscheinend doch noch spannend zu werden versprach.

„Ja“, „Ja“, meinten sie ernst und da kam durch, wie hoch sie von dem Geschwisterpaar geschätzt wurde, als sie ihre Drohung kräftig bestätigten.

„Ich bitte euch“, wehrte ihr Bruder sichtbar betroffen ab. „Hö? Ich sag doch nur wie es ist… das Mädchen ist nicht gut, seht ihr das nicht? Wenn ihr zu solchen Aussagen mir gegenüber, eurem Bruder… greift?“, wisperte er zum Schluss sprachlos und erntete doch nur verhärtete Mienen.

„Nein, tust du nicht, du plapperst den Unfug vom Orden nach und ich sage dir, sie ist eine sehr gute Freundin und du würdest einfach so mir nichts dir nichts zu den Vampiren laufen, ohne blassen Schimmer, dass die dich nur einkassieren wollen, ohne Vorteil für dich… oder uns… und sie hat dafür gesorgt, dass dir das gegenwärtig wird… durch ihn hier. Snape ist nicht wegen seiner Großherzigkeit da, sondern weil sie ihn darum gebeten hat, oder, Sir?“, ging die rasante Frage von Fred Weasley an mich, die ich mit einem knappen Nicken beantwortete. „Und dafür solltest du dankbar sein“, schloss er endgültig klingend.

„Charlie, wir sehen sehr viel mehr und wissen sehr viel mehr als ihr alle zusammen und keiner von euch kennt uns wirklich“, entgegnete George Weasley sehr ernst, zum Ende hin mit einem bitteren Beiklang, der mich hellhörig werden ließ.

Soeben deutete nichts darauf hin, dass sie ansonsten die größten Spaßvögel und unmöglichsten Witzbolde aller Zeiten waren, während die Twins alle beide abwehrende Haltungen einnahmen, der eine mit verschränkten Armen und der andere mit einem sehr missmutigen Gesichtsausdruck.

„Was wollt ihr sagen? Das ist doch Schwachsinn, natürlich kenne ich euch, ihr seid Fred und George… natürlich weiß ich wer ihr seid…“, wiegelte ihr Bruder entschieden ab.

Dabei stand ihm das Unverständnis ins verzauberte Gesicht geschrieben, er konnte mit ihren so doppeldeutigen Anspielungen nichts anfangen, während ich hingegen immer hellhöriger wurde und mich mehr und mehr aufrichtete.

„Nein, tust du nicht“, kam es entschieden von Fred Weasley, indes zog eine gewisse und bisher unbekannte Trauer in seiner Stimme ein, die verdeutlichte, dass sie meinten, was sie sagten. Wohingegen ich immer erstaunter war. Hatten sie wirklich das vor, was ich gerade dachte, dass sie es vorhatten?

„Ich verstehe nicht“, bekannte Charlie Weasley völlig perplex und die beiden atmeten tief aus.

„Was wir sagen wollen?“, übernahm wieder der andere Twin nachsichtig. „Vieles, ihr kennt uns wirklich nicht, mit all unseren Tiefen und Abgründen…“, bekannte er mit Inbrunst und Gefühl, sodass sich selbst mir die Brust bei so viel Ehrlichkeit zusammenzog.

„Aber sie schon… sie ist unsere beste Freundin und wird es immer sein. Weißt du, sie war zum Beispiel die Erste, die auf unser größtes Geheimnis kam“, erklärte der für gewöhnlich so aufgedrehte Twin bewegt, als er in Erinnerungen schwelgte.

„Ja, höchstwahrscheinlich wusste die Schönste sogar noch vor uns selbst, wie speziell unsere Orientierung ist“, übernahm George und sinnierte sichtbar gefangen, während sein unwissender Bruder an seinen Lippen hing. „… und was kam von ihr?“, fragte er eindringlich.

Ich lauschte gebannt der Erzählung über die Vergangenheit der Twins und des Biestes. Auch mir war fast alles unbekannt und somit war es durchwegs spannend, zu ergründen, woher ihre innige Verbundenheit kam.

„Alles“, hauchte er zum Schluss hin so andächtig und ergriffen, dass es einen berührte und ich konnte und wollte eine gewisse Emotion nicht unterdrücken, als ich mir ausmalte, wie sich das alles zugetragen haben könnte.

„Hä? Wie… alles? Wobei? Dass ihr wie ich vom anderen Ufer seid weiß ich doch schon…“, brachte Charlie Weasley dem ganzen Geständnis großes Unverständnis entgegen, was vielleicht sogar verständlich war, so schlimm war Homosexualität jetzt nicht, aber das was seine Brüder betrieben an sich schon.

„Verständnis.“, „Hilfe.“, „Aufmunternde Worte.“, „Vollkommene Unterstützung.“, „Alles ohne wenn und aber“, ließen sie sich von dem Einwurf nicht unterbrechen, sondern zählten wie immer abwechselnd auf und man konnte fast körperlich fühlen, wie viel ihnen Hermiones Verständnis noch heute bedeutete. „Akzeptanz“, verklang das letzte aufgewühlte Wort.

„Okayyyy…“, wagte sich der Drachenwärter mutig vor. „Aber was soll daran schlimm sein? Okay, ihr seid schwul… ich bin schwul“, meinte er entschieden und deutete dabei auf sich. „Und klar, ich will es Mum und Dad auch nicht unbedingt auf die Nase binden, aber es ist wie es ist, selbst wenn es rauskommt. Was macht Hermione Granger also so besonders?“, brachte er es meiner Ansicht nach auf den Punkt.

Er konnte nicht ahnen, was ihm seine Brüder offenbaren wollten und ich war überrascht, dass sie es anscheinend wirklich tun wollten. Hatten sie sich diesen bedeutenden Schritt wirklich gut überlegt? So ein Geständnis wäre für ihren Bruder welterschütternd!

„Ach, Charlie, zwischen den Zeilen zu lesen ist nicht deine Stärke, oder?“, fing auch schon der böse Twin an affektiert los zu jammern. „Was an ihr besonders war und ist?“, hielt der andere mit furchtbar anzüglichem Grinsen dagegen. „Oh, es ist besonders“, „Oh ja… und gerade sie…“, wechselten sich die Twins wieder wie gewohnt ab.

„Haben sich die Herrschaften das reichlich überlegt?“, warf nun ich mahnend ein und offenbarte damit dem anderen, dass ich sehr wohl eingeweiht war, wie der flackernde, verstehende und ablehnende Blick von Charlie Weasley kundtat.

„Er weiß es?“, wisperte er leise, dabei war er betroffen, dass eben ich Bescheid wusste, während er im Dunklen tappte und uns ab nun aufmerksam beobachtete.

Somit schenkte ich ihm lediglich ein knappes Nicken, während sich die Twins eine sehr lange und sehr intensive Musterung zuteilwerden ließen, nur um dann synchron die heute unterschiedlichen Häupter zustimmend zu bewegen. Sie hatten sich entschieden, woraufhin ich mich auf meinem Sitz zurückzog. Die Entscheidung war gefallen und es war ihre Entscheidung, wie sie mit ihren Geheimnissen umgingen.

Doch ganz plötzlich wurde diese entscheidungsträchtige Eintracht durch die breite, heute nicht vernarbte Hand des Drachenzähmers unterbrochen, da er diese hart auf den Tisch schlug. Seine Geduld schien sich dem Ende zuzuneigen.

„Das glaub ich jetzt nicht… ihr… ihr… das habt ihr nicht getan“, stieß er anklagend aus. Vielleicht war bei dem jungen Mann doch nicht Hopfen und Malz verloren. „Ihr verarscht mich jetzt doch, oder?“, entfuhr es Charlie Weasley mit sich überschlagender Stimme.

„Was meinst du, Charlie?“, fragte George Weasley vorsichtig, nachdem sein Bruder plötzlich bedenklich blass aussah.

„Das ist nicht wahr, das würdet nicht mal ihr bringen!“, presste er fast schon wie ein Mantra hervor und ballte seine Hände zu Fäusten, während er am ganzen Körper zu zittern begann.

„Wie?“, kam es irritiert vom bösen Twin.

„Was wohl, Fred…?“, fuhr ihn sein Bruder rüde an. „Dieser Blick… dieser Blick von euch… und weil ihr so rum tut… ich… ich irre mich, oder? Das tu ich doch, oder? Das ist nicht wahr? Oder?“, bat er fast schon flehentlich und die Züge der Twins verhärteten sich sehr.

„Nein“, kam es entschieden von George Weasley, während sich zu meiner Verwunderung Fred Weasley ostentativ zurückhielt und eher dem anderen das Wort überließ.

„Nein? Wie nein, ich irre mich? Bitte, bitte… bitte…“, kam es intensiv vom fassungslosen Bruder, dem seine Fantasie schon die Wahrheit vorgaukelte, er aber noch nicht das Herz hatte, es zu glauben.

„Das können wir nicht behaupten… dass du dich irrst…“, verkündete George Weasley mit Bedacht.

Danach ergriff er entschlossen die Hand von seinem Partner und drückte fest zu. Es war regelrecht feierlich zu beobachten, wie sich ihre Finger umschlangen, in dem augenscheinlichen Bemühen, sich nie wieder loszulassen, während ihr Bruder mit einem gelebten und bewegten Horror auf die sich umschlingenden Hände starrte.

„NEIN“, flüsterte er so leise und betroffen, dass es nur ein gefühlter Hauch war und lief ganz bleich an. Er schien einer Ohnmacht nahe zu sein.

„Tja, glaubst du uns jetzt, wenn wir sagen, du kennst uns nicht?“, fragte Fred Weasley aufreizend.

„Ich… ich…“, stotterte der überforderte Bruder hektisch und lief bei dem Gedanken grünlich an. Die Vorstellung, dass seine Brüder eine Beziehung führen könnten, schien sein Fassungsvermögen zu sprengen, denn er wirkte bodenlos entsetzt.

„Fassungslos?“, konnte ich meinen Sarkasmus nicht zurückhalten und genoss es, diesen Schock hautnah mitzuerleben, aber dann schob ich ihm doch wieder ein vollständig aufgefülltes Glas hin. Er machte den Eindruck, als würde er es dringend brauchen.

„Das ist nicht lustig, das ist Inzest!“, riss er das Glas mit hilfesuchender Heftigkeit an sich, während er seine Pein ohne Scheu hinausrief.

Bei dem Schrei zuckten die Twins minimal betroffen zusammen, dabei tadelte Charlie Weasley mein wenig verstecktes Amüsement, dennoch trank er den scharfen Schnaps auf Ex aus und versank danach in einer düsteren Wolke des Überlegens und Brütens. Nur ab und an zuckte sein Augenmerk zu seinen Brüdern, die ihm die Zeit ließen, die er zu brauchen schien.

„Ich… ich kann das nicht gut heißen“, stieß er erschüttert aus. „Das ist abartig, abnormal… wie konntet ihr das tun?“, fragte er hörbar bewegt, während die Red Devils ihm stoisch, ohne einen Muskel in ihren verwandelten Gesichtern zu bewegen, entgegensahen. Ich wusste nicht, was sie sich erhofft und erwartet hatten, aber sie schienen sehr gefasst ob seiner wenig einfühlsamen Reaktion. „Blutschande“, wisperte er weiter und fuhr sich rastlos durch sein Haar.

„Mhm… Schande?“, „Uffff.“, „Das haben wir uns gedacht.“, „Blutschande…“, murmelten die Twins abwechselnd und man bemerkte, dass es sie traf, auch wenn sie versuchten, es sich nicht anmerken zu lassen.

„Ja, das ist so völlig verrückt, dass es selbst für euch zu viel sein muss…“, begehrte er nun vehement auf. „Jungs… Fred… George, kommt zur Vernunft, das darf nicht sein“, verkündete er mit Inbrunst und sah die beiden eindringlich an.

„Naja, sieh es locker, Charlie, stell dir vor wir wären nicht Brüder, sondern ähm… Brüderlein und Schwesterlein, das wäre eine richtige Schande!“, grinste der böse Twin ein fieses Grinsen, bei seinen gehässigen Worten, die seinem Bruder eine noch ungesündere Gesichtsfarbe verpassten als bisher.

„Das ist nicht lustig“, würgte er schwer hervor und erntete doch nichts als abfälliges Schnauben.

„Nein, ist es nicht.“, „Wir wissen, dass wir einen gewagten Schritt gegangen sind.“, „Aber da von unserer Liebe niemand betroffen sein wird, wie ein Kind zum Beispiel, ist es weniger schlimm.“, „Wenngleich es auch gewöhnungsbedürftig ist und bleibt.“, „Aber ehrlich, wir haben nicht die Kraft noch die Lust, gegen unsere Gefühle anzukämpfen“, gestanden die Red Devils abwechselnd und man konnte denken was man wollte, aber sie verhielten sich gerade sehr erwachsen.

„Das könnt ihr uns nicht antun“, wisperte Charlie Weasley gepeinigt und schloss die Augen, wie um auszublenden, was sich gerade für ein Abgrund unter ihm auftat.

„Und ein Vampir in der Familie wäre besser?“, höhne der böse Twin mitleidlos, was dazu führte, dass sein Bruder die Augen aufriss. „Sorry, Charlie, das ist es nicht.“, „Und spar dir den Atem, wir sind schon zu lange zusammen und haben unsere Liebe zu sehr akzeptiert, als dass deine Einwände hier Erfolg hätten.“, „Also lass sie gleich stecken“, wechselten sie sich wieder ab.

„Noch bin ich keiner“, erklärte der Drachenwärter grimmig mit zu einer Grimasse verzogenen Zügen.

„Gut“, servierte einer seiner Brüder zynisch.

„Wie könnt ihr annehmen, dass… das jemals hinhaut?“, fragte er jetzt laut und wedelte erregt mit seinen Händen in der Luft rum, als er die Beziehung nicht beim Namen nennen wollte.

„Das tut es doch schon seit Jahren!“, „Und uns ist es egal…“, wiegelten sie souverän ab.

„Was ist euch egal?“, fiel Charlie Weasley dem weißen Twin rastlos ins Wort.

„Was andere denken, was die Familie denkt.“, „Ja, unsere Freunde wissen und akzeptieren es“, erklärten die Red Devils entschieden. „Das ist für uns das Wichtigste und das muss reichen“, erklärten sie entschieden und verschränkten einheitlich die Hände vor der Brust.

„Er da? Er ist euer Freund?“, fragte er ungestüm und deutete anklagend auf mich, der ich mich gewohnt gekonnt im Hintergrund hielt und nur noch das unterhaltsame Drama beobachtete.

„Wenn der Professor es sich gefallen lassen würde, sich als solchen bezeichnen zu lassen“, kam es vorsichtig von George Weasley. „Dann ja, vielleicht, von unserer Seite aus, ja…“, sprach Fred Weasley wacker zu Ende, aber beide wagten keinen Blick zu mir hin, anders ihr Bruder. Doch die Genugtuung, ihm zu zeigen, dass mich diese Aussage erstaunte, ließ ich ihm nicht zukommen, da ich mit ausdrucksloser Miene zurücksah, dabei war der Horror in seinem Ausdruck Belohnung genug für mich, auf den Protest, der mir auf der Zunge lag, zu verzichten.

„Was ist mit Ron?“, fragte er so hoffnungsvoll, als wäre dies ein Rettungsanker, der ihm erst jetzt einfiel. „Und Potter… was ist mit Potter?“, legte er erregt nach.

„Sie wissen es und akzeptieren uns so wie wir sind“, verkündete George Weasley bestimmt, während Ablehnung in jede Pore von Charlie Weasley Einzug zu halten schien, in seine Körperhaltung, seine Mimik, seine Augen.

„Das bezweifele ich“, bekundete er ungläubig und sehr skeptisch.

„Da kann ich Ihnen Widersprechen, Mr. Weasley“, schaltete ich mich nun leise mit tiefer Stimme ein, woraufhin sein Kopf zu mir herum fuhr. „Ihre Brüder lügen nicht, Potter schätzt diese roten Teufel sehr und selbst Ihr jähzorniger Bruder hat sich nach dem ein, oder anderen Wutanfall dazu entschieden, dass es die Entscheidung seiner Brüder ist, wen sich lieben, wie und ob…“, fasste ich behutsam zusammen und faltete die Hände vor mir auf der Tischplatte, während Charlie Weasley seinen Mund zuklappte und sehr ungesund aussah.

„Ich fass das nicht, das ist fast zu viel… was passiert hier?“, fragte er nach einigen Momenten des Schweigens mit zittriger Tonlage.

„Viel“, entgegnete ich schlicht, aber aufrichtig.

„Mr. Weasley, vielleicht erkennen Sie nun die Sachlage. Dass Sie wie zuvor festgestellt wenig wissen und noch weniger ahnen, und auch wenn Sie erschüttert wirken, so muss ich Sie doch darauf hinweisen, dass wir aus einem weitaus wichtigeren Grund zusammen gekommen sind, als die Beziehung Ihrer Brüder zu diskutieren“, erklärte ich in meinem seit Jahrzehnten perfektionierten, lehrmeisterlichen Ton, der jeden in seine Schranken verwies.

„Hö?“, entwich es dem jungen Mann auch reichlich perplex und ich rollte mit den Augen.

„Das heißt, Bitte“, mahnte ich tadelnd an. „Und… Sir“, bestand ich fast schon gebetsmühlenartig auf die Höflichkeit, die ich seit Jahr und Tag versuchte, den Kinder einzubläuen und erntete auch jetzt nur große Glubschaugen, sodass ich unbeirrt weitermachte.

„Somit kommen wir zurück zum Grund dieses Treffens….“, riss ich das Ruder wieder an mich und erhielt eine entsetzte Miene, die mir sichtbar überfordert schien.

„Drachen zähmen leicht gemacht ist nicht Vampir zähmen gekonnt“, serviert ich daher mit bissiger Überheblichkeit und erhielt als Lob ein krähendes Lachen von Fred Weasley.

„Mr. Weasley“, hatte ich kritisch abgewartet, bis die Heiterkeit abrupt abbrach. „Wir wissen nun, dass die Vampire mit dem Gedankens spielen, ihren Bruder zu vernaschen. Was können wir dagegen tun? Ideen?“, fragte ich somit überlegt in die Runde und sofort regte sich George Weasley, der mit ernstem Gesicht zu mir sah.

„Hey, ich bin auch noch da“, raffte sich Charlie Weasley erneut auf.

„Sie scheinen gerade etwas überfordert“, gab ich sachte zurück und erhielt von ihm einen trotzigen Blick.

„Du bist ein Depp.“, „Wie willst du Mum das sagen? Hallo, ich bin untot?“, „Hallo, TOT?“, echauffierten sie sich und der Angemachte wurde kleiner und kleiner, bis er sich jedoch plötzlich wieder zu seiner stämmigen Größe aufrichtete.

„Moment, dasselbe könnte ich auch sagen: Hallo Mum, Fred und George treiben es miteinander!“, perlte Gemeinheit aus jedem seiner Worte. „Vergiss es, Frauen für sie zu suchen, das hat sich erledigt… Blutschande!“, schlugen seine gehässigen Statements wie eine Bombe ein und das gefährliche Blitzen in den Augen der Twins entging mir nicht. „Ich bin mir gar nicht sicher, wo sie mehr und lauter brüllen würde“, hetzte der Drachenwärter weiter und ich ahnte, dass dieser junge Mann wahrhaftig von seinen bösen Brüdern keinen blassen Dunst hatte. Reize niemals Red Devils, man musste ihn vor sich selbst bewahren und retten.

Eine lastende, beinah schon aggressive Stimmung legte sich auf unseren Tisch und ich seufzte leise auf. Kinder wurden wohl nie erwachsen!

„Wenigstens leben Ihre Brüder dann noch, wenn sie so etwas von sich geben“, kam von mir die gelassene Retourkutsche. „Ich denke, Sie kenne die Vampire nicht gut genug, daher meine Frage, wie Sie darauf kommen, dass Sie das wollen könnten?“, formulierte ich etwas verdreht, aber es lenkte alle gut genug ab, dass seine Aufmerksamkeit nun wieder völlig auf mir lag.

„Warum sollte ich das gerade Ihnen sagen?“, entgegnete er angriffslustig, was mir ein maliziöses Lächeln entlockte. „Was mich dazu bewegen könnte, es zu tun?“, hielt er dagegen.

„Weil ich der Einzige bin, der die Vampire wirklich kennt“, erklärte ich überheblich, mir aber meines fundierten Wissens mehr als bewusst.

„Bilden Sie sich da nicht zu viel ein?“, fragte er reichlich spitz und ich lachte rau auf, über derart viel Mut.

„Ihr Bruder ist wahrlich wacker“, meinte ich zu den Twins hin gutmütig und sie zuckten nur mit den Schultern.

„Er ist doof.“, „Nicht besonders helle, wenn Sie uns fragen“, meinten sie verstimmt und nachtragend. Ihre Giftigkeit tat ihr übriges, um ein leuchtendes Rot in die Wangen ihres Bruders zu zaubern.

„Pff“, stieß der Abgekanzelte verärgert auf, aber sein Blick sprach Bände, denn es lag ein gewisser Ekel darin, als er sie musterte. Eine Ablehnung, die seine Brüder mit großer Wahrscheinlichkeit tief traf, aber sie ließen sich nichts anmerken.

„Waren Sie schon auf einem Fest? Auf einem Bankett?“, lenkte ich daher das Gespräch in die Richtung, in der ich es haben wollte, weg von der delikaten Beziehung, die seine Brüder unterhielten.

„Ja“, murrte er düster und verschränkte die Arme vor der breiten, sehr muskulösen Brust.

„Gut, auf einem, an dem auch Drăculea teilgenommen hat?“, hakte ich meine Liste kontinuierlich ab.

_________________
Nach oben Nach unten
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1408
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 36
Ort : München

BeitragThema: 558. Späte Einsicht   Di Jul 19, 2016 7:09 pm

558. Kapitel Späte Einsicht

„Nein“, gab er nach einer langen Sekunde widerwillig zu und meine Mundwinkel zuckten kurz in gelebter Belustigung.

„Dann waren Sie auf keinem echten Bankett“, kanzelte ich ihn hart ab, woraufhin sich seine Gesichtszüge verhärteten. Ihm schien dies nicht zu gefallen.

„Ich kenne die Strukturen“, hielt er auch umgehend dagegen, weswegen ich abfällig schnaubte. Die Jugend heutzutage liebte die Selbstüberschätzung.

„Bitte…“, schnarrte ich ölig, „Sie denken, Sie kennen sie?“, lag ein lauernder Ton in meiner Stimme. Der Mann vor mir schluckte sichtlich schwer, bevor er vorsichtig nickte. „In Ordnung, dann dürfen Sie aber nicht über Ihre Brüder richten, die eine Beziehung miteinander führen“, erklärte ich rundherum mit großer Endgültigkeit. Die Twins blickten ob dieses Kommentars sehr erstaunt zu mir.

„Warum nicht?“, schoss es umgehend aus Charlie Weasley heraus und bescherte mir damit ein sehr schadenfrohes Lächeln.

„Ich bitte Sie, das müssen Sie doch wissen, wenn Sie gerade sagten, Sie wissen alles, dann haben Sie auch schon alles ausprobiert mit den Vampiren und dann scheint es Ihnen genauso großen Spaß zu machen wie den Vampiren, mit den Todgeweihten Sex zu haben“, verkündete ich und er sah mich unbehaglich an.

„Wie bitte?“, hauchte er ergriffen und hielt sich an seinem leeren Schnapsglas fest. Anscheinend eröffnete ich ihm doch neue Horizonte.

„Was? Ich dachte, Sie wissen alles. Und dass Sie nicht blindäugig in Ihr Verderben rennen“, genoss ich meine Überlegenheit in vollen Zügen. „Somit kennen wir Sie alle anscheinend auch nicht, wenn Sie das suchen“, ergingen ich mich mit Wonne in meinem Zynismus und zu meinem großen Glück wurde ich mit einmalig fassungslosen Mienen von allen dreien belohnt.

„Was?“, „Was?“, „Was?“, entfuhr es allen versammelten Anwesenden perplex. „Sex?“, „Tot?“, „Wie?“, ging es hoch her.

„Ja?“, fragte ich langgezogen, denn wenn der Mann so sicher war, zu wissen was er tat, dürfte dies für ihn keine große Neuigkeit sein.

„Wie meinen Sie das… Sir? Wären Sie so freundlich, uns das weiter auszuführen?“, wagte sich George Weasley als erster genauer nachzufragen, nachdem er den ersten Schock mit einem neuen Glas hinweg gespült hatte.

„Nun“, raffte ich mich aufgrund seiner Bitte auf dem nachzukommen und richtete mich auf meinem Stuhl auf, da mir die folgenden Worte nicht leichtfallen würden. Selten offenbarte ich vor an sich Fremden derart viel über mich und was ich trieb. „Ich hoffe, Sie wissen das hier wirklich zu schätzen, denn ich tue das nur für SIE, weil sie mich darum gebeten hat“, gestand ich schwer, aber mir war es ein Anliegen, Charlie Weasley diesen Fakt zu vergegenwärtigen. Bei den Twins hingegen war es unnötig, da sie ihr eh schon seit zu langer Zeit zu Füßen lagen.

„Nun denn, wenn es nach mir ginge könnten Sie sich voller Unwissenheit in dieses Abenteuer stürzen… aus dem es nur kein Entkommen mehr gibt… einmal gewählt ist es eine Tatsache und ein Fakt, dann wären Sie ein gewandelter Vampir“, führte ich seelenruhig und mit Grabesstimme aus.

Ich möchte nochmals betonen, dass ich das hier auch tat, weil ich wusste, dass ich in ihrer Schuld stand, weil ich ihr aufgrund meines Temperaments den Trank verabreicht hatte und hoffte, somit einen Teil meiner Schuld zu begleichen, aber das ging diese Bande vor mir nichts an. Nachdem meine anfängliche Wut abgeklungen war, wusste ich nicht mehr, wie gut ich Lucius‘ rachsüchtige Idee tatsächlich finden sollte. Das gestand ich mir heute ein, da mir der Trank, den ich ihr in meiner jähzornigen Wut, angestachelt von Lucius, gegeben hatte, im Nachhinein leid tat. Natürlich wusste ich, wie schizophren dies anmuten musste, aber es änderte nichts, weshalb ich mehr als bereit und geduldig sowie langmütig war, das hier richtig anzugehen.

„Wie meinen Sie das, Sir?“, sprang der Drachenmann über seinen langen Schatten und rang sich diese Frage, mit der gebotenen Höflichkeit mir gegenüber, schweren Herzens ab.

„Wie ich es sage, bei einem richtigen Bankett gehört es dazu, zu essen. Und was essen Vampire?“, fragte ich mühevoll geduldig, wie in der Schule, und konnte es nicht fassen, dass die Kinder von früher ihre Grenzdebilität selbst als Erwachsene wohl nie zu verlieren schienen. So erntete ich wie in vergangener Zeit zu meinem Leidwesen, dieselben dümmlichen Blicke und so seufzte ich theatralisch. „Mhm… Und es gibt genügend dumme Muggel, die diesen Kick suchen. Natürlich wissen sie nicht, dass sie sterben werden“, zog ich meine Oberlippe hoch, ob so viel naiver Brutalität. „Ich weiß nicht, was die sich in ihren Träumen ausmalen, aber naja, und dazu gehört der Sex. Diese Aktivität lässt das Blut durch die Adern schießen. Es wird mit viel Sauerstoff und Hormonen angereichert. Glückshormone werden im Blut freigesetzt, wodurch das Blut noch wohlschmeckender für die Vampire wird und tja, während des Aktes sterben diese zu Futter degradierten Menschen einen für sie recht angenehmen Tod, das ist dann ihr Lohn“, konnte ich mir zum Ende hin meine Süffisanz nicht ganz verkneifen.

„Hä?“, „Nicht Ihr Ernst?“, „Das ist ja voll widerlich.“, „Und das willst du werden?“, „Vampire… knabber, knabber“, entfuhr es den Twins bewegt, während ihr Bruder sehr starr zu mir blickte und gar nicht reagierte.

„Das wollen Sie, Charlie?“, fragte ich nach einiger Zeit eindringlich nach und sah ihm unverwandt in die Augen.

„Haben Sie… Sie daran teilgenommen?“, traute sich Fred Weasley mutig vor und schluckte schwer.

Manchmal wunderte ich mich, wie sehr sie ihr Talent in der Schule verschwendet hatten, denn dass sie erkannten, dass ich Aussagen aufgrund meiner eigener Erfahrung wiedergab, war durchaus selten und dass sie dann auch noch die Charakterstärke und Neugier besaßen, dieses Wissen zu fordern, war einzigartig. Nicht viele Leute würden es wagen, mich derartig intime Details zu fragen.

„Natürlich“, stellte ich sofort ohne zu zögern klar. Es war nichts wofür ich mich schämte und eine große Ehre, da ich noch immer lebte.

„Aber sie waren kein Futter?“, kam es von Fred Weasley weiterhin sehr nachdenklich und er biss sich unwohl auf seine Unterlippe.

„Wäre ich sonst hier?“, hielt ich ironisch klingend dagegen und verbot mir ein Schmunzeln.

„Getrunken haben Sie auch nicht“, wägte der Ruhigere ab. „Das bringt Ihnen nichts“, meinte er abwägend und ich nickte nur zustimmend.

„Was haben Sie dann getan?“, raffte sich Charlie Weasley auf, der seine berechtigte Neugierde nicht verstecken konnte und es endlich schaffte, die alles entscheidende Frage zu stellen.

„Tja, das ist die Frage, nicht?“, zog ich die Spannung bösartiger Weise absichtlich in die Länge. „Beim letzten Mal hatte ich die große Ehre, mir das Futter von Radu zu teilen“, erklärte ich ohne größere Regung mit neutraler Tonlage.

„Wie teilen?“, echote der zukünftige Möchtgernvampir. „Wenn Sie nichts von dem Blut getrunken haben?“, fragte er irritiert und ich ersparte mit das tiefe Seufzen, das meine Lippen verließ, nicht.

„Mann, bist du blöd, Charlie?“, „Wie wohl?“, kam es hitzig von den Twins, die sofort verstanden hatten, was ich vor ihnen zugab, während ihr Bruder sichtbar uneinsichtig zu ihnen blinzelte und sie stöhnten beide entrüstet auf. „Sorry, Sir, dass man das so ausführen muss“, meinte der schwarze Twin entschuldigend und warf seinem Bruder einen ungeduldigen Blick zu, während Fred Weasley ausholte.

„Was denkst du, Charlie, wie wohl, wenn der andere beißt und der Professor…“, „Schulleiter, Forge.“, „Ja, sorry. Der Schulleiter kann nicht beißen, also was wird er getan haben, wenn sie sich das Essen teilen und er vorhin gesagt hat, dass sie beim Sex sterben?“, verklausulierte er bis ins Letzte und plötzlich zuckte das Haupt von Charlie Weasley zu mir und er sah mich mit weit aufgerissenen, verstehenden Augen an.

„Ohhhh?“, entfuhr es ihm ungläubig, aber das Verstehen zog langsam in seine Augen ein.

„Ja, ohhhhh.“, „Himmel, manchmal stehst du…“, „Aber gefährlich auf der Leitung!“, beendeten sie abwechselnd ihre Sätze und ich hielt mich distanziert zurück. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, was sie geistig vor sich sahen.

„Entschuldigen Sie, Sir, wenn ich da nachbohre… aber… aber weiß die Schönste… das?“, kam die mutige Frage von einem wahren Gryffindor und ich bleckte die Zähne. Es wäre zu putzig, wenn es nicht derart anmaßend wäre, wie sie sich um ihre Freundin sorgten.

„Ich wüsste zwar nicht was sie das anginge…“, legte ich ölig los, woraufhin mich der bösere bittend anblinzelte und so holte ich tief Luft. „… aber ja… sie weiß es…“, gab ich zu meiner eigenen Verwunderung nach und kam ihnen entgegen, indem ich ihnen gestand, dass Hermione von meiner auswärtigen Erfahrung wusste. Aber entgegen der zu erwartenden Empörung schallte mir große Belustigung entgegen.

„Haha.“, „Genial.“, „Da bin ich aber erleichtert.“, „Bestimmt sieht sie es als Notwendigkeit eines Auftrages an“, amüsierten sich diese teuflischen Red Devils tatsächlich über das Biest und ihre Einstellung zum Leben.

„Sie kennen sie zu gut“, gab ich beeindruckt zu. „Aber das kommt der Wahrheit auch sehr nah. Es ist nötig, in dieser erlesenen Gesellschaft lebenswichtig, an derartigen Lustbarkeiten teilzunehmen“, frönte ich meinem Sarkasmus.

„Yes.“, „Ich wusste es.“, „Und sie hasst Radu abartig, oder?“, kamen die Twins von den Gedanken an Hermione nicht weg, wie sie die Dinge anpackte und sah.

„Sehr wohl richtig erkannt“, neigte ich mein Haupt generös zu George Weasley hin, dabei war es mir gleich, diese Intimitäten vor den Dreien auszubreiten, da der Schock im Antlitz von Charlie Weasley Lohn genug war. Jetzt hatte er etwas, was er noch ekliger finden konnte als die Liebesbeziehung seiner Brüder. „Wobei sie auch ihre Differenzen mit Sanguini und allen anderen Vampiren hat, aber lassen sie sich gesagt sein, dass diese tiefe Abneigung absolut auf Gegenseitigkeit beruht“, verfeinerte ich meine Aussage mit betont neutraler Tonlage.

„Ihr findet das komisch?“, fragte Charlie Weasley unverständig und musterte seine Brüder, bevor sein Blick zu mir huschte. „Und wieso sollte es für Hermione Granger von Bedeutung sein, dass Sie Sex hatten?“, legte er schon wieder sehr trefflich den Finger auf den wunden Punkt und ich seufzte leise auf. Warum musste dieser Weasley alles beim Namen nennen?

Die feine Kunst der Diplomatie war ihm wahrlich nicht gegeben!

„Das geht Sie nun wirklich nichts an“, wehrte ich rigoros ab und kam seinem Protest zuvor. „Nun im Ernst, wissen Sie, worauf Sie sich da einlassen wollen? Haben Sie eine Ahnung, was für ein Machtkampf dort herrscht? Was für ein Schachern und Pokern unter diesen empfindsamen, leicht zu beleidigenden Wesen stattfindet? Ein falsches Wort und die Stimmung kann umschlagen. Diese Wesen sind launisch und unterliegen oft ihren Stimmungsschwankungen von himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt in wenigen Sekunden. Ein nie endendes und endloses Ränkespiel… es geht um Ehrgeiz, Macht und Ansehen… und Sie werden niemals die Stellung der Gebürtigen erreichen können, das dürfen Sie nie vergessen. Sie sind immer nur ein Anhängsel und als Gebissener werden Sie immer nur zweitklassig sein. Sanguini knabbert noch heute an dieser Tatsache“, erklärte ich gönnerhaft und erinnerte mich mit Schaudern an die Dramen, die sich in Transsilvanien zutrugen und bei denen dadurch die malfoyischen Tragödien fast komödiantisch anmuteten.

„Wie meinen?“, fragte unser Drachenwärter perplex und schüttelte fassungslos sein Haupt. Anscheinend hatte er die Weiber aus seinen Gedanken verdrängt, eine Vernachlässigung, die sich bitter rächen würde.

„Als Radus Gefährte müssen Sie oft zu den Familientreffen und dort erleben Sie dann den Klüngel, der hat nichts mit dem Englischen zu tun. Dort herrscht Dominanz durch Penetranz, alle sind dort gefährlich, aber die Weiber dort sind das Schlimmste. Sie sind am intrigantesten, da sie ihre Söhne alle richtig platzieren wollen. Jeder der kann flüchtet vor ihnen, sogar die Söhne selbst…“, meinte ich amüsiert und wedelte lapidar mit meiner Hand durch die Luft.

Wenn man weit weg war, konnte man sich darüber tatsächlich auslassen, etwas anderes war es wenn man vor Ort war. Ich sah die Schönheiten in meinem Geiste vor mir, die so schrecklich bissig sein konnten und hielt das höhnische Grinsen nicht zurück, das meine Züge zierte.

„Sie… woher kennen Sie… sie so gut…“, presste Charlie Weasley wissbegierig und wenig taktvoll heraus, woraufhin ich meine schwarzgewandeten Schultern anhob.

„Ich war lange unter ihnen… zu Studien… nach dem ersten Krieg“, zeigte ich mich wieder ungewohnt zugänglich und ließ ihn an meiner Vergangenheit teilhaben, trotz seiner Indiskretionen.

„Ich… versteheeee…“, erwiderte er unsicher, aber ich schüttelte bestimmt mein Haupt.

„Nein, das tun Sie nicht“, hielt ich dagegen, woraufhin er seine Stirn runzelte, während ich ihn überlegen musterte.

„Hm?“, entrang sich ihm entrüstet und ich grinste ihn von oben herab an.

„Auch mir wurde angeboten, gewandelt zu werden“, verkündete ich mit einer gewissen Überlegenheit, die ihm die Röte ins Antlitz trieb.

„Von Radu?“, wisperte er sofort bewegt, dabei war nicht auszumachen, ob ihn dies stören könnte, oder ob er überrascht war, weil dieser auch mir dies angetragen haben könnte. Die Twins machten richtig große Augen und ich gab es nur ungerne zu, aber es war amüsant, diese Reaktionen mit meinen Erzählungen ernten zu können.

„Nicht nur… aber auch…“, wich ich behutsam aus, denn das ging niemanden etwas an, dass mir die seltene und großartige Ehre zuteil geworden war, von Drăculea selbst gefragt worden zu sein. Er hatte mich erwählt, nachdem er seit Jahrhunderten niemanden mehr gewandelt hatte, nur mit viel Geschick war ich diesem huldvollen Schicksal entkommen, ohne den endgültigen Tod aufgrund meiner Ablehnung zu finden. Leicht war es nicht gewesen und dann hatten immer mal wieder andere interveniert, unter anderem auch Radu, wobei ich glaubte, dass Drăculea beeindruckt gewesen war, dass ich vor ihm standhaft mein wenig würdiges, da vergängliches Leben gewählt hatte. Wobei er sich und sogar sein Blut geboten hatte. Dass ich damit ein Tabu für alle anderen geworden war, war selbstredend. Er wäre stinksauer geworden, hätte ich Radu diese Ehre zukommen lassen. Wie gesagt, sie waren komplizierte und sehr dünkelhafte Wesen, denen man es eigentlich nie ganz recht machen konnte.

„Und?“, riss mich der ungeduldige Fred Weasley aus meiner Erinnerung.

„Ich habe abgelehnt“, meinte ich so grenzdebil wie möglich. Säße ich sonst vor ihnen? „Ich habe und hatte ein lebenswertes Leben, das ich nicht für die langweilige, sich wiederholende und triste Ewigkeit mit diesem Klüngel, der mich auf lange Sicht gesehen nervt, hergeben will“, erklärte ich weiterhin entschieden und sie lauschten mir aufmerksam.

„Wie sage ich immer zu ihnen, wenn die Vampire auf mich zukommen? Lieber ein erstklassiger Zauberer, als ein zweitklassiger Vampir!“, beendete ich eindringlich meinen denkwürdigen Satz, der so viel Wahrheit enthielt und erhob mich in einer einzig geschmeidigen Bewegung.

Es war von meiner Seite alles gesagt, sodass ich gehen wollte, als der zweitälteste Sohn der Weasley-Familie wie von der Acromantula gestochen hochschoss.

„Moment“, hielt er mich mit unerwartet scharfem Tonfall auf. „Sie sagen das nicht um dem Lord einen Vorteil zu verschaffen?“, misstraute er mir immer noch und vielleicht war das sogar verständlich. „Oder?“, entwich es ihm unsicher, sodass ich nur die Braue anhob, während seine Brüder verzweifelt aufstöhnten.

„Okay, okay“, hob er dann plötzlich doch aufgebend die Hände. „Würden Sie mich dann zu Sanguini und Radu begleiten?“, bat er aus heiterem Himmel und ich stockte ob dieser gewagten Aufforderung.

„Bitte?“, forschte ich indigniert nach, denn das hatte ich nicht erwartet und ich fühlte mich minimal belästigt.

„Ja… es ist so…ich…“, druckste er wie der größte Teenager herum. „Ich… also ich habe in zehn Tagen einen Termin mit ihnen. Sie wollen meine Entscheidung…“, erklärte er leise und ziemlich beschämt mit vor Röte glühendem Kopf. „Würden Sie mich begleiten?“, sprudelte es regelrecht bewegt aus ihm heraus und so etwas wie Angst und Sorge stand ihm ins blässlich-grüne Gesicht geschrieben, während ich abwägte.

„Ich habe Spannungen mit diesen beiden“, verkündete ich unwillig. „Ich weiß nicht, ob dies in Ihrem Interesse wäre…“, wandte ich schnarrend ein und sinnierte, wie das Gespräch ablaufen könnte, wenn ich anwesend war und er ablehnte, oder aber wenn ich nicht da war und er ablehnte.

Beides war eine für ihn ziemlich unangenehme Situation und ganz gleich ob es dem Lord zu Ohren kam, dass ich dabei war, ich könnte es vor dem Lord jederzeit rechtfertigen, mit der Begründung, dass ich verhindern wollte, dass der Orden die Vampire bekam und wenn ich hintertrieb, dass sich Charlie Weasley beißen ließ erreichte ich dieses Ziel.

Ich wäre ein Gewinner, so oder so!

„Oh, Radu spricht häufiger von Ihnen, ich denke nicht…“, warf Weasley eilfertig ein. Ihm schien es viel zu bedeuten und wichtig zu sein, dass er nicht alleine dort auftauchte.

Ich konnte seine Sorge, einfach aufgrund seiner Absage zu sterben, verstehen. Die Vampire waren ein launisches Volk.

„Tut er?“, fragte ich amüsiert und erinnerte mich an meinen spektakulären Auftritt bei ihnen nach dem Biss Sanguinis an Hermione und fand es erstaunlich, dass er noch von mir sprach, oder überhaupt an mich dachte, ohne Zeter und Mordio zu brüllen.

„Bitte, Sir.“, „Ja, bitte.“, „Wir wären Ihnen dann was schuldig“, schalteten sich auf einmal seine Brüder ein, die ihm seine vorhergehenden, verbalen Attacken nicht allzu sehr nachzutragen schienen, wenn sie sich so innig für ihn in die Bresche warfen und mir sogar für mein Engagement etwas bieten wollten und da ich es ihnen nicht zu leicht machen wollte, ließ ich mir mit einer Entscheidung Zeit.

„Mhm…“, raffte ich mich schlussendlich zu einer Erwiderung auf. „In zehn Tagen zum Sonnenuntergang in Paddington“, verkündet ich unheilschwanger und verschwand ohne ein weiteres Wort, nur die erleichterten Gesichter blieben mir lebhaft in Erinnerung haften.

Severus Sicht Ende

Dracos Sicht

Als ich mein Schlafgemach betrat stockte ich, da meine Räume nicht verlassen waren. Es war jemand da und er machte es sich in meinem Bett erstaunlich bequem. Angelehnt an die hölzerne Rückverkleidung sah sie mir mit einem grimmigen Ausdruck entgegen.

„Was tust du hier?“, fragte ich unfreundlich und lockerte meine Krawatte, zog im Betreten meines Zimmers auch noch mein Sakko aus und warf es lustlos auf meinen Schreibtisch.

„Warten“, kam es patzig und ich rollte mit den Augen. „Nach was sieht es aus?“, entgegnete sie provokant und öffnete ihre Arme weit, umfasste meinen Schlafraum als wäre es ihr Reich.

„Das frag ich mich auch gerade, Astoria. Was willst du?“, wollte ich mit Schärfe erfahren. „In meinem Bett?“, hinterfragte ich pikiert, schlussendlich war die Situation schon angespannt genug.

Da wollte ich mir gar nicht ausmalen, was Blaise denken würde, wenn er sie hier vorfand. Meine Laune war trotz des Spaziergangs um den See nicht besser geworden.

„Dir sagen, dass dein Plan, mich als Blaises Ersatz im nächsten Jahr in der DA und BL einzusetzen nicht auf große Gegenliebe gestoßen ist“, meinte sie verschnupft und verschränkte ihre Arme vor der Brust und zog sich in einem Schneidersitz hoch, während ich relativ überrascht auf sie starrte. „Ja, es ist genau so, wie ich es dir schon im Zug gesagt habe…“, fragte ich mich ernsthaft ob sie beleidigt war, weil man nicht gleich Halleluja rief. „Nun und jetzt frage ich mich, planst du das auch hier in Slytherin so zu verkünden, dass ich dich hier beerben soll?“, fragte sie spitz und meiner Ansicht nach sprang sie gerade von einem Thema zum Nächsten.

„Wie meinen?“, entgegnete ich daher auch langgezogen und fuhr mir durch meine Haare. Ging es hier um Empfindlichkeiten?

Das Fiasko im Raum der Wünsche lag mir noch immer Quer im Magen und dann war mir am Rand der geschützten Ländereien auch noch Crouch begegnet. Die Krönung war, dass er sich begehrlich nach ihr erkundigt hatte, dabei waren die Anspielungen, dass sein Licht nicht immer hier war, nicht besser, sodass ich mich auch noch mit dem Verrückten hatte auseinandersetzen müssen, was nicht zur Aufhellung meiner Laune beigetragen hatte. Hinzu kam die düstere Atmosphäre, welche die Dementoren erzeugten und die auf mir lastete und die leider nicht wegzudiskutieren war, anders als bei Crouch, denn ihm schien das alles nichts auszumachen und nachdem er bemerkt hatte, wie ich gegen die Macht der Dementoren ankämpfte, hatte er unnachahmlich doof angefangen zu lachen und schrecklich nervig gezüngelt, weshalb ich einfach gegangen war. Unfassbar, aber ich wäre nicht so doof, ihm meinen Patronus zu zeigen.

„Als Oberhaupt der Schlangen?“, riss mich Astorias hohe Stimmlage wieder ins Hier und Jetzt.

Selbstvergessen krempelte ich meine Hemdsärmeln hoch, dabei lag mein Blick auf meinem linken Arm, als ich mit einer gewissen Wehmut mein Dark Mark freilegte, das krass und beinah obszön von meiner hellen Haut abstach.

„Ja“, entgegnete ich dann auch schlicht, was dazu führte, dass sie ihre Miene leidlich verzog, während auch ihr Augenmerk auf meinem Arm lag, den ich jedoch zu keiner Zeit versteckte.

„Dracooooo“, jammerte sie los. „Wie ich dir damals sagte, werden sie das hier nicht so einfach akzeptieren. Wenn will ich mich selber profilieren, sonst akzeptieren sie mich doch nie wirklich!“, begehrte sie trotzig auf und zog eine protestierende Schnute.

„Du wirst eine Malfoy, natürlich werden sie dich achten“, meinte ich daher nur unwirsch und spielte unfair auf die neuen, unschönen Tatsachen an. „Fang an, zu tun, was man dir sagt“, hielt ich ihr genervt vor, steckte meine Hände in die Hosentaschen und fing an, lustlos vor dem Bett auf und ab zu laufen.

„Nein, darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ich gehöre zu Blaise und wenn ich hier deinen Posten, diese Belastung und all die Verantwortung übernehmen soll, dann zu meinen Bedingungen“, schüttelte sie energisch ihren Kopf und ihre dunkelbraunen Haare umwehten ihr langsam erhitztes Antlitz.

„Du bist jetzt meine Verlobte, dein geliebter Potter hat dich verschachert, verraten und verkauft, sieh es ein“, hielt ich ihr mit einer bösartigen Gehässigkeit vor, die sie einen überraschten Laut ausstoßen ließ.

„Was? Das ist dein Argument?“, echote sie sprachlos und es vergingen einige Sekunden, bis sie zu zittern begann. „Ist es dir dann doch recht, wie es gekommen ist?“, zweifelte sie weinerlich, bis es sie riss und sie einen interessanten Umschwung hinlegte. „Weil… weil sie es jetzt erst recht akzeptieren, weil ich deine Verlobte bin?“, warf sie mir plötzlich wütend vor und funkelte mich zornig an.

„Nein“, knurrte ich aufgebracht. Ihre Unterstellung war hirnrissig und einfach an den Haaren herbeigezogen.

„Wie, nein?“, begehrte sie auf und kam nun aus ihrer bequemen Haltung auf die Knie.

„Das war schon vorher so geplant, wie du sehr wohl nach unserem ersten Gespräch weißt“, meinte ich nun vorwurfsvoll, hielt in meinem Marsch aber nicht inne. „Das weißt du und du hättest sie mit deinem Können unterwerfen können, aber jetzt ist es noch einfacher“, entgegnete ich realistisch und kehrte den Rationalisten heraus, der das Positivste aus der größten Katastrophe zog.

„Mit dem Namen“, fauchte die kleine Wildkatze aufgebracht los und stemmte jetzt ihre Hände in die Hüften. „Nur wegen dem Namen“, spuckte sie geladen aus und ich stoppte und warf einen langen Blick in meinen Kamin, nur um ihr nicht ins Gesicht sehen zu müssen.

„Ja“, erklärte ich dann schnöde und stolzierte, wieder meine Wanderschaft aufnehmend, vor ihr hin und her.

„Du weißt hoffentlich, dass das nicht so aussieht, als ob du mir helfen willst, wieder ganz Blaise gehören zu können“, stieß sie sehr anklagend aus und zeigte sich kämpferisch, so wie sie sich in meinem Bett kniend aufrichtete und mir ihre Vorhaltungen machte und ich seufzte tief ob dieses Vorwurfs auf.

„Astoria“, meinte ich enttäuscht, bevor ich meinen Blick voll auf sie richtete, um ihr in die Augen zu sehen. „Bitte, frag Blaise, wenn du mir nicht glaubst, aber er vertraut mir, dass ich sehr wohl nachdenke, wie wir aus der Misere kommen“, entgegnete ich ohne große Emotionen, denn mich ermüdeten diese konstanten Vorwürfe.

Fast schon erschlagen ließ ich mich erschöpft in meinen Sessel vor dem Kamin plumpsen, setzte mich schräg rein und warf mein rechtes Bein über die Lehne, sodass mein Fuß nun über dem Boden baumelte. Es war selten, dass ich so dahin geflegelt irgendwo rumsaß, aber gerade war mir danach.

„Blaise spricht nicht mal mit dir. Woher willst du das wissen?“, kam von ihr der heftige und leider zutreffende Einwand. „Und mit mir redet er auch kein Wort“, bekannte sie gereizt, dabei glitzerte es verdächtig in ihren Augen.

„Er lässt mir Zeit“, ging ich nur auf ihre vorhergehende Aussage mich betreffend ein und zog die Schultern hoch. Jeder brauchte mal Abstand und musste alleine sein.

Gerade Blaise hatte das alles sehr mitgenommen und wir waren zu gute Freunde, als dass ich an seinem Rockzipfel hängen musste. Er würde zu mir kommen, wenn er es verwunden hatte und dann würden wir uns aussprechen.

„Draco“, mahnte sie auf einmal ernst. „Du hast eine sehr verquere Sichtweise auf die Dinge. Hat dir das schon mal jemand gesagt?“, fragte sie eindringlich und einer meiner Mundwinkel zuckte unweigerlich, bei der Tonlage, die sie anschlug. Sie machte Daphne soeben alle Ehre.

„Hahaha“, amüsierte ich mich aufrichtig. „Wie auch immer, ich werden dem Haus bald verkünden, dass du ab unserem Weggang das Sagen hast… Punkt“, verkündete ich entschieden und unterstrich dieses Vorhaben mit einer bestimmten Handgeste, die sie einen Schmollmund allererster Güte ziehen ließ.

„Ganz toll und jetzt soll ich mich freuen, dass die Slytherins es liebend gerne schlucken werden, dass ich sie führen soll, weil ich mit dir verlobt bin. Du weiß, dass ich sie anders überzeugen kann. Ich bin gut“, klang sie verbissen und zog Bilanz von einer bitteren Wahrheit, der ich nicht widersprechen konnte.

Sie waren es gewöhnt, von Malfoys geführt zu werden, sie würden sich leicht damit abfinden, davon war ich überzeugt, aber ein Kompliment an Astoria war es mit Sicherheit nicht!

„Wir hätten es auch so hinbekommen…“, gestand ich aufrichtig meine Bedenken und zuckte die Schultern, während mein Bein hin und her schwang. „Aber so wird es einfacher, freu dich doch…“, erklärte ich nüchtern und erntete aufgebrachte Blicke von ihr.

„Ich habe dir schon damals im Zug gesagt, dass ich mir unsicher bin… nochmal nachzufragen wäre doch mal eine gute Alternative gewesen, oder?!“, warf sie mir hitzig vor und verschränkte erregt die Arme vor der Brust, woraufhin ich mir durch mein Haar fuhr. Das war anstrengend.

„Astoria…“, stöhnte ich leidlich. „Willst du nicht? In unserem Haus haben wir es noch nicht verkündet“, kam ich ihr gespielt entgegen, denn wir wussten beide, es gab keine Alternative.

„Draco?“, meinte sie auf einmal süßlich und ich blickte mit erhobener Braue zu ihr, ob ihres sonderbaren Tonfalls. „Leck mich“, kam es reichlich ordinär von ihr und meine Braue schoss noch weiter in die Höhe, während wir uns standhaft maßen und nicht aus den Augen ließen.

„Pfff“, stieß ich daraufhin leise aus und ein aufreizendes Lächeln umspielte meine Züge. „Was für ein Angebot, aber ich denke, ich verzichte dankend, sonst bringt Blaise mich noch um“, verkündete ich überheblich, um ihr dann doch verspielt die Zunge rauszustrecken.

„Das ist nicht lustig“, meinte sie plötzlich traurig und ihre Launen verpufften schlagartig, weswegen ich ein wenig höher rückte.

„Warum bist du wirklich hier, Astoria?“, fragte ich jetzt aufrichtig interessiert.

„Wie konntet ihr überleben? Du und Blaise?“, meinte sie wissbegierig und krabbelte auf dem Bett näher zu mir hin, während ich sie konsterniert von meinem Sitz aus maß.

„Ich… wir… das hat mit unserer Vergangenheit zu tun“, gestand ich widerwillig und die Erinnerungen an unsere Kindertage flackerte rasch vor meinem inneren Auge auf.

Es war dumm gewesen und hatte weitreichende Folgen, die wir damals gar nicht überblicken konnten, aber das hatte Magie halt so an sich!

„Wie?“, sprudelte es zu neugierig aus ihr heraus. „Draco, ich habe das Recht, es zu erfahren“, meinte sie ernsthaft und mir entwischte ein sarkastisches Lachen, das ihr sichtbar nicht gefiel.

„Hast du das?“, schüttelte ich nur abwertend mein Haupt.

„Draco!“, begehrte sie entschieden auf.

„Es war ein Blutzauber“, meinte ich abrupt, wenig auskunftsfreudig und meine Hand fuhr selbstvergessen zu dem Schnitt, der sich mir nach Vaters Attacke schmerzlich wieder in mein Bewusstsein gebrannt hatte.

„Wie?“, forderte sie indiskret.

„Wir waren jung und dumm und haben unseren Schwur mit Blut besiegelt“, ließ ich mich erweichen, auch wenn ich knapp in meinen Antworten war, während mir unsere schicksalsschweren Worte im Geiste wieder herum spukten.

„Und das hat so weitreichende Auswirkungen?“, zweifelte sie umgehend und meine Augen verengten sich zu Schlitzen.

„Augenscheinlich. Eine andere Erklärung habe ich nicht“, gestand ich leise, während es in mir ratterte. Ich übersah etwas, eindeutig.

„Wie lautete der Schwur?“, fragte Astoria soeben nervig und ich erwiderte nichts, da mich wieder unsere Stimmen fesselten.

-Ich schwöre, zu dir zu halten wie ein brüderlicher Freund. Dich nie zu verraten und dich zu unterstützen bei dem was du tust. Ich werde dein Begleiter sein- hatte Blaises Schwur gelautet und meiner:

-Ich werde deinen Lebensweg begleiten und dich schützen wie es nur dir gebührt, als meinen brüderlichen Freund!-

Diese Worte dröhnten immer wieder in meinen Ohren.

„Hey, Draco, was ist nun?“, rief die kleine Nervensäge.

„Das geht dich ehrlich gesagt nichts an“, fuhr ich sie rüde und ungehalten an, da sie einen wichtigen Gedankengang von mir unterbrochen hatte. „Verschwinde, wenn du nichts mehr zu sagen hast!“

„Doch, dann sag mir was wir tun, nachdem Harry uns so in den Rücken gefallen ist“, wisperte sie erstickt. „Ich meine, wie konnte er das tun? Warum? Ich habe ihm vertraut und was tut er?“, stotterte sie mitgenommen, während sie krampfhaft versuchte, die Tränen zurückzuhalten.

„Ich… ich…“, versuchte ich mich zu erklären und setzte mich nun richtig hin. Wie sollte ich sagen, dass ich mich in meiner Meinung bestärkt fühlte, dass wenn man sich auf Potter verließ, man eben verlassen war. Obwohl ich seine rationalen Gründe verstand, konnte ich absolut nicht verstehen, wie er seiner Schwägerin, seinem spärlichen Rest von Familie, das antun konnte.

„Draco“, fiel sie mir nun wieder etwas ruhiger ins Wort. „Du weißt hoffentlich, dass das alles keine Zukunft hat?“, meinte sie eindringlich und ich legte meinen Kopf schief. „Das tut Blaise weh und mir gefällt es auch nicht. Das ist jetzt nicht gegen dich, aber ich will dich wirklich nicht“, erklärte sie zum Schluss hin sehr bestimmt, woraufhin ich meine Mundwinkel verzog.

„Danke für die Blumen, Astoria“, entgegnete ich spitz. „Aber das kann ich zurückgeben. Ich will dich auch nicht“, servierte ich aufrichtig ohne Wertung, aber sie fuhr sofort hoch und riss die Augen weit auf.

„Was? Wie… ähm… Warum nicht?“, entwich es ihr empört und sie kehrte die Frau in sich raus.

Eine Tatsache, die mir fast die Tränen in die Augen trieb. Wenn man ihnen die Wahrheit zurückgab, kam sofort die Ergründungsfrage: Wieso? Weshalb? Warum? Nur weil sie selbst zurückgewiesen wurden, das ging natürlich gar nicht.

„Bitte“, flehte ich bitterlich. Ich hatte weder Geduld noch Muße, mich mit ihrer verletzten Eitelkeit auseinanderzusetzen.

„Nein, warum?“, meinte sie stur und schob ihr Kinn störrisch nach vorne, woraufhin ich tief seufzte.

„Du bist ein Kind“, servierte ich dann auch schon reichlich schnöde und ihre Miene verdüsterte sich zusehends.

„PFFF, ich kann vieles sein, aber kein Kind“, behauptete sie erregt und ich musterte sie von oben bis unten. „Du bist es doch, der mir Slytherin aufdrücken will, du gibst das Haus doch nicht an ein Kind weiter“, beschwerte sie sich und ich tat mir Leid.

Als Connection-Mitglied wurden alle gefordert und hatten schon vor langer Zeit die Kindheit hinter sich gelassen, aber als Geliebte, Partner und Freundin, da sah es meiner Meinung nach ganz anders aus, denn im Gegensatz zu Hermione war sie selbst jetzt noch immer ein Kind. Denn die Hermione, die ich damals im Zug vor langer Zeit richtig kennengelernt hatte, war schon erwachsener gewesen, fand ich, als Astoria heute. Und da lag die Crux begraben, Hermione reichte keine so schnell das Wasser!

„Gerade verhältst du dich wie eines“, warf ich ihr daher wenig schmeichelhaft vor, und wandte den Blick von ihr ab, in das flackernde Feuer hinein.

„Danke“, grollte sie böse.

_________________
Nach oben Nach unten
 
Kapitel 557-558
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Ludwig Revolution: Kapitel 15 & 16
» Das letzte Einhorn - Kapitel 09 - 11
» Tsubasa: Kapitel 026 - 030
» Seelen: Kapitel 26 - 28
» Seelen: Kapitel 47 - 49

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
When Hermione Fights :: When Hermione Fights :: Kapitel 551-600-
Gehe zu: