Inhaltsangabe
 
StartseiteStartseite  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Austausch | 
 

 Kapitel 559-560

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1408
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 36
Ort : München

BeitragThema: Kapitel 559-560   Di Jul 26, 2016 9:12 pm

559. Kapitel Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

„Weil du soooo toll bist“, höhnte sie angesäuert. „Und das ist kein Argument…“, wiegelte Astoria lapidar ab, „… und alt wird man ganz von alleine“, servierte sie ohne Scheu und zeigte sich kämpferisch.

Ihre Art nicht klein beizugeben gefiel mir und daher zweifelte ich keine Sekunde meine Entscheidung an, dass sie die Richtige für Slytherin war.

„Wir sitzen im selben Boot, wir sollten nett zueinander sein“, mahnte ich daher souverän an und schenkte ihr ein gönnerhaftes Lächeln, was ihr aber nicht wirklich zu gefallen schien, so wie sie aufstöhnte.

„Dann sag es… sprich es aus… los“, forderte sie vehement und schon wieder seufzte ich schweren Herzens.

„Du bist nicht sie“, bekannte ich dann entschieden und richtete meinen Blick wieder auf sie, nagelte sie mit meinem Blick fest. „Und ganz ehrlich, du bist eher wie eine kleine Schwester für mich, aber keine Frau, die ich in meinem Bett haben will“, gestand ich und dabei warf ich einen sehr langen Blick die Matratze unter ihr, da sie noch immer auf meinem Bett saß. Ich konnte deutlich erkennen, dass es sie maßlos ärgerte, dass sie mit Hermione nicht mithalten konnte. Vielleicht reizte sie dieses Bekenntnis doppelt, weil Blaise in Hermione ebenfalls eine begehrenswerte Frau sah?

„Okay, okay, du hast recht“, meinte sie abrupt und riss die Hände hoch, während sie mit sich zu ringen schien. „Also gut, was machen wir jetzt wegen dem hier?“, hielt sie ihre Hand hoch und wedelte mir diese mit dem Verlobungsring ähnlich anklagend entgegen, wie Hermione dies gewöhnlich zu Vater hin tat, woraufhin ich langsam meine Schultern anhob.

„Ganz ehrlich, Astoria, ich bin ratlos wie selten“, gab ich zu meinem großen Leidwesen sehr widerwillig, aber auch sehr ehrlich zu.

„Wie?“, wisperte sie betroffen. „Du hast wirklich keinen Plan, wie du uns aus der Schlinge ziehen kannst?“, fragte sie fassungslos und sackte sichtbar zusammen.

Sie schien all ihre Hoffnung auf mich gesetzt zu haben, nachdem Potter sie hatte hängen lassen. Auf der einen Seite war es sehr schmeichelhaft, dass sie mir so vertraute, auf der anderen Seite sehr ernüchternd, da ich ehrlich ratlos war.

„Ja“, bekannte ich aufrichtig und ehrlich.

„Aber… aber…“, stotterte sie ängstlich und war so bleich wie mein Bettlaken. „Aber… du hast immer Pläne“, stieß sie gehetzt aus und man sah richtig, wie ihre Hoffnungen baden gingen.

„Ich weiß nicht, was ich tun kann, oder machen soll. Es tut mir leid“, meinte ich resigniert und starrte wieder in den flackernden Kamin. In mir brodelte es, da brauchte ich nicht auch noch ihre Vorwürfe. Schon ihr Anblick war wie eine einzige Mahnung an mein Versagen.

„Moment, stopp, du willst nichts weiter dagegen tun?“, rief sie auf einmal wieder mit Kraft und klang total erregt und nichts hielt sie, da sie plötzlich in hohem Bogen aus dem Bett sprang, indes blinzelte ich lethargisch zu ihr. „Sollen wir doch Hermione um Hilfe bitten?“, sprudelte es aus ihr heraus und ich erstarrte.

Was wollte sie? Hatte sie noch alle Latten am Zaun? Verlor sie den Verstand? Als würde ich zu meiner Freundin gehen und betteln! Betteln, weil ich zu hilflos war, etwas gegen Vater zu unternehmen. Was dachte Astoria von mir? Dass ich ein Feigling, ein Versager, ein unfähiger Idiot war? Was erwartete sie, das Hermione mehr und besser konnte als ich?

Wut, ungezähmt brodelnde Wut kochte in mir hoch und so kam ich ganz langsam auf die Füße, näherte mich ihr mit langsamen Schritten, während Astorias furchtsamer Blick zu meinem Gesicht zuckte, weil ihr sehr wohl auffiel, dass ich bedrohlich auf sie zukam.

„Damit sie was tut?“, flüsterte ich gefährlich leise. „Zu Lucius geht und ihn anbettelt?“, wurde ich lauter, kam näher, während sie zurückwich. „Für mich? Für dich?“, presste ich wütend hervor und ballte meine Hände zu Fäusten.

Hermione hatte gesagt, sie vertraute mir! Sie ließ mich dieses Problem alleine lösen, da würde ich nicht zu ihr gehen und um Hilfe betteln, wobei außer Frage stand, dass sie ebenso machtlos war wie ich. Ich konnte mir lebhaft ausmalen, wie dieses Gespräch zwischen Vater und ihr enden würde, in einem Bett und zwar nicht in ihrem, sondern in seinem. Hätte sie helfen können, hätte sie sich schließlich auch selber aus ihrer eigenen, ähnlich misslichen Lage befreit.

„Aber… aber…“, begehrte sie sinnlos auf und ich schüttelte energisch meinen Kopf, während ich ungebremst auf sie zuhielt.

„Nein“, fuhr ich sie scharf an und stand dicht vor ihr. „Kein Aber, und wenn du zu Hermione gehst, dann lernst und mich kennen, Astoria“, warnte ich seidig. „Ich meine das sehr ernst“, unterstrich ich dies mit einer eindeutig drohenden Geste und donnerte meine Hände an die Wand, keilte ihr Gesicht ein und sie zuckte furchtsam zusammen, schloss aus einem Reflex heraus die Augen.

„Draco!“, schrie sie aufgebracht und riss die Lider wieder auf. „Wir müssen alles in Betracht ziehen, um uns aus diesem Fiasko winden zu können“, offenbarte sie Courage, wobei ich ziemlich dicht vor ihr stand und durchaus sehen als auch hören konnte, dass sie nicht so sicher war wie sie versuchte zu erscheinen.

„Ganz ehrlich?“, neigte ich mich abrupt zu ihr vor und sie zog eine erschrockene Miene. „Ich werde mir was überlegen, aber gerade habe ich schrecklich Kopfweh“, murrte ich düster.

„Du bist die ganze Zeit so sonderbar…“, versuchte sie tapfer zu entgegnen. „Ist es wegen dem was Greg erzählt hat?“, fragte sie unsicher und blinzelte hektisch.

„Dem Gewölbe?“, konkretisierte ich ihre Aussage mit erhobener Braue, dabei musterte ich ihr Gesicht genau, so nah war ich ihr selten.

„Gewölbe… nennt man das so?“, hauchte sie fragend, indes zuckten meine Mundwinkel, da sie sich von mir weg bog. Diese Nähe schien ihr sehr unangenehm zu sein.

Ihre Frage mutete fast schon süß an. Sie hatte keine Ahnung, was für Schrecken dieses eine Wort bei einigen Menschen auslösen konnte. Sie war trotz allem noch immer unschuldig und naiv, wie wunderbar für sie, aber wie absolut fehl am Platz.

„Das Gewölbe ist immer wieder beschissen, wenn du es genau wissen willst…“, hielt ich ihr daher vor und konnte den aufkeimenden Neid nicht verhehlen.

Sie musste diese Scheiße nicht erleben, ich schon. Dabei gab ich sie nicht frei, sondern verzog meine Miene zu einer verbissenen Grimasse.

„Was ist da Schlimmes passiert?“, meinte sie mutig, wie eine Gryffindor und weniger passend bei einer Slytherin.

„Nichts… Besonderes“, log ich ohne rot zu werden. „Aber das ist immer ein schlimmer Ort, da werden die DeathEater gezeichnet, aber egal. Ich habe gerade keine Zeit und keine Kraft…“, murmelte ich missmutig.

„Um dich um die Verlobung zu kümmern?“, griff sie wieder wacker auf und zeigte sich verbissen, während ich mit den Augen rollte.

„Astoria…“, stöhnte ich erschöpft, „der Krieg ist da, überall, wir wissen nicht mal wer den scheiß Krieg überlebt, denkst du nicht, du kannst mich nicht solange damit in Ruhe lassen, bis wir vorwärts kommen?“, entfuhr es mir rüde und ich stieß erneut meine Hände aufbrausend gegen die Wand, woraufhin sie wieder zusammen zuckte, aber wirklich eingeschüchtert wirkte sie nicht, denn diesmal schloss sie ihre Augen nicht, sondern verengte sie zu Schlitzen.

„Und das Ganze bis dahin auf sich beruhen lassen? Sag mal, spinnst du?“, erholte sie sich von dem Schreck erstaunlich schnell und stieß mir empört ihre Hände vor die Brust.

„Ufff“, hustete ich überrumpelt, da sie doch einen ganz guten Schlag drauf hatte. „Das hab ich nicht gesagt, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, knurrte ich tief.

„Das sag ich Blaise“, brauste sie anklagend auf, schubste mich endgültig aus dem Weg und rauschte mit einem durchaus malfoywürdigen Abgang ab und ich sah ihr verärgert hinterher. Das lief doch alles wunderbar.

Aber andererseits hatte das Gespräch geholfen. Ich wusste nun endlich was zu tun war, um diese grausige Verlobung doch noch verhindern zu können und so atmete ich erleichtert auf, als die Tür ins Schloss knallte, auch wenn ich es nicht gerne zugab, aber ihre nervige Art hatte mich auf eine Idee gebracht. Mit Elan drehte ich ab. Ich würde die Hermioneseite in mir zum Vorschein bringen und intensive Recherche betreiben, am besten gleich in der Bibliothek in Hogwarts.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Hatschi“, schnäuzte ich inbrünstig in ein aufgeweichtes Taschentuch. Mann, ging es mir beschissen.

Seit dem Intermezzo im Gewölbe ging es mir so richtig schön scheiße. Ich war wirklich krank. Das war mir seit meiner Kindheit nicht mehr passiert, dass ich mehrere Tage flachlag und es absolut nicht besser wurde, eher immer schlimmer.

„Hatschi“, riss mich wieder ein unerträgliches Kitzeln in der Nase und ich prustete in ein neues Tuch.

„Denkst du nicht langsam, dass du gehen solltest?“, durchbrach die verzweifelte Stimme von Ron mein lautes Trompeten.

„Hä?“, meinte ich wenig manierlich, linste über meine Bettdecke hinweg und schlotterte darunter erbärmlich, da mir trotz der Wärmflasche nicht wirklich warm wurde.

„Nicht hääää!“, meint er unfreundlich zurück. „Du kannst nach Hogwarts, oder selbst in das Manor, egal wohin, aber dort wirst du ganz schnell wieder gesund. Du bekommst seit Tagen nichts mehr richtig mit!“, beschwerte er sich mit einer mir bisher unbekannten Vehemenz, als wäre er eifersüchtig, nicht derart frei wandeln zu können, während ich mit meinem vollgerotzten Taschentuch rumwedelte.

Wenn er nachdenken würde, wüsste er, dass es noch viel mehr Möglichkeiten gab, da mir auch noch Spinners End, Prince House, Syon House, das Cottage und Dracos Burg zur Verfügung standen.

„Ach, Unfug…“, unterbrach mich ein derber Hustenanfall, der mir auf die Brust eintrommelte und die Tränen in die Augen trieb. „Die… die… die Tränke schlagen schon an“, stieß ich atemlos aus und sank erschöpft zurück. In Wahrheit wusste ich, dass es zu spät war, wohin zu gehen, da mich meine Füße keine zwei Schritte weit tragen würden.

„Tun sie nicht“, wagte Harry sich aus dem Hintergrund einzuschalten, aber mir fehlte die Kraft zu reagieren, außerdem hatte ich Sorge, bei einem falschen Atemzug erneut einen Hustenanfall zu erzeugen. „Du schüttest sie seit Tagen in dich und es wird eher immer schlimmer als besser, sieh es ein…“, dröhnte seine Stimme unangenehm in meinen Ohren, als er nun auf einmal nah vor mir stand, mit einer dampfenden Schüssel in Händen, deren Geruch mir unvorstellbare Übelkeit bescherte.

„Deine Suppe hilft bestimmt, Harry…“, meinte ich leise, aber nicht vorsichtig genug, da mich umgehend ein erneuter Hustenanfall schüttelte, während ich bemerkte, wie er mich unzufrieden durch seine Brillengläser musterte und ich mit mir kämpfte, mich nicht während des Hustens zu erbrechen.

„Hast du überhaupt mitbekommen, dass Kreacher uns die gebracht hat?“, wagte sich Ron aufreizend zu fragen und ich machte große Augen.

„Hä, nein? Hatschi“, hielt ich mir eilig das eingeweichte Tuch vor das Gesicht und erhielt flink von Ron ein neues Taschentuch gereicht. „Der soll doch in Irland sein“, wisperte ich mit rauer, sehr kratziger Stimme und zwang mich zu schlucken, was extrem schwer war, da mein Hals unglaublich schrecklich schmerzte.

„Du hast es echt nicht mitbekommen?“, schüttelte er dabei unglücklich sein rotes Haupt. „Vielleicht war sie schon im Delirium, Harry?“, drehte er sich um und Harry stellte die Suppe der Göttin sei Dank auf den Tisch, bevor er wieder kam und mir seine eiskalte Hand auf die glühende Stirn legte.

„Sollten wir vielleicht Snape rufen?“, kam es leicht hektisch von Ron, als Harry ihm irgendeinen Blick zugeworfen hatte, der mir verwehrt geblieben war, da ich meinen verspannten und schmerzenden Nacken nicht rühren konnte.

„Das wird schon… hört auf mit dem Scheiß, bloß keinen Severus“, kämpfte ich um Durchsetzungskraft, aber leider brach mir meine dünne Stimme weg.

Ich wollte Severus nicht noch mehr nerven. Die Stimmung zwischen uns nach der Katastrophe war sonderbar und er tat mir schon einen großen Gefallen, indem er sich in Charlies Rettung involvierte und da hatte er bestimmt genug mit zu tun.

„Hatschi“, kitzelte schon wieder meine Nase und ich räusperte mich erbärmlich.

Eigentlich wollte ich weiter ausführen, warum er nicht in Frage kam, aber mir fehlte die Kraft. Wie sollte ich erklären, dass er mir seit Neuestem bei persönlichen Problemen entweder nicht helfen konnte, oder wollte? Vielleicht war er auch immer noch sauer, wegen dem was mit Blaise vorgefallen war? Warum sonst sollte er mir mit dem Fluch von Lucius nicht helfen? Hier spürte ich, dass Severus wusste, was mein werter Verlobter da verbrochen hatte und das nagende Gefühl, dass das Getränk, was er mir gereicht hatte, nicht nur ein ekelhafter Drink gewesen war, nagte auch noch an mir, aber ich hatte gelernt auf meine Instinkte zu hören, so sonderbar es anmuten wollte.

„Was ist wenn dich einer ruft, die Snatcher, der Lord? Egal wer?“, riss mich Harrys vorwurfsvolle Frage aus meiner wattierten Müdigkeit.

„Macht euch keine unnötigen Sorgen“, raffte ich mich auf, schwer über die rissigen und trockenen Lippen zu zwingen. „Ich bin bald gesund“, murmelte ich leise.

Ich fühlte die aufkommende bleierne Müdigkeit, derer ich mich nicht erwehren konnte und nach einem weiteren Hustenanfall, der sich gewaschen hatte, fiel ich in einen unruhigen Schlaf.

Widerwillig zog mich plötzlich ein markerschütternder Anfall aus meinem leichten Schlaf und ich erwachte durch das bellende Keuchen, das ich von mir gab und das drohte, mir die Brust zu sprengen.

„Was denkt ihr eigentlich, was ihr hier tut?“, fuhr irgendjemand irgendjemanden an. „Wollt ihr warten bis sie tot ist?“, kam es vorwurfsvoll und ich versuchte meine verklebten und so schweren Lider zu heben.

„Gellert?“, murmelte ich schlaftrunken und unsicher, nachdem ich zuerst nur Schemen aufgrund der schmerzenden Helligkeit wahrnehmen konnte, aber mir die Stimme in den tauben Ohren auf einmal zu bekannt vorkam.

„Sonnenschein“, bestätigte er sofort meine Vermutung. „Du siehst brutal schlecht aus“, erklärte er, während ich meine protestierenden Glieder registrierte, die bei der kleinsten Bewegung meinen Körper mit Schmerz durchzogen.

„Ich fühl mich matschig“, erwiderte ich schleppend und zog Luft durch die völlig verstopfte Nase und versuchte, den immer stärker werdenden, schwellenden Kopfschmerz in meinem Hirn nicht wahrzunehmen und driftete wieder ab, nur um ein wenig später durch eine zornig erhobene Stimme wieder hochzuschrecken.

„Die Herrschaften sind wohl mit einer magischen Grippe überfordert“, vernahm ich tadelnd, enttäuscht und irgendwie vorwurfsvoll, wie aus weiter Ferne.

„Das gibt es auch magisch?“, wagte sich Harry perplex nachzufragen.

Und ich konnte nichts gegen das Grinsen tun, das sich bei seinem absolut erstaunten Ton auf meine Lippen stahl. Leider reizte dies nur wieder meinen trockenen Husten und ich keuchte aus dem letzten Loch, während mein Körper von oben bis unten erzitterte.

„Ja, natürlich“, schrie Gellert außer sich vor Zorn und auch wenn ich nichts sah, ahnte ich, dass die Jungs ihre Köpfe einzogen. „Und es weitet sich gerade schön zu einer Lungenentzündung aus. Warum habt ihr nicht noch etwas länger gewartet?“, fragte er zum Ende so richtig schön zynisch.

„Das meinen Sie ironisch, oder?“, vernahm ich Rons vorsichtige Stimme, als Gellert der Geduldsfaden riss.

„Nein“, brüllte der alte Mann aufgebracht. „Nein, natürlich nie“, giftete er hinterher. „Ich freu mich immer, wenn mich ein seniler alter Elf darauf aufmerksam macht, dass beinah jemand krepiert“, drang nun die Information zu mir durch, wie Gellert von meinem Zustand erfahren hatte und hierhergekommen war.

Kreacher! Dieser kleine, alte, besserwisserische Elf, unfassbar!

„Hey, wir wollten gerade Snape rufen.“, „Oder… sie irgendwie zu Malfoy ins Manor bringen.“, „Wir hätten sie schon gerettet“, beschwerten sich Ron und Harry umgehend vehement und ich wollte versuchen mich aufzurichten, um schlichtend einzugreifen, aber ich war so schwammig im Kopf, dass mir keine Koordination gelingen wollte.

„Oh, ich bezweifele, dass sie das gefreut hätte…“, servierte Gellert auch schon gehässig. „Nach all den ganzen, unerfreulichen Geschehnissen der letzten Zeit mit diesen Männern, wäre das ihrer Genesung wohl eher abträglich denn förderlich!“, belehrte er sie schrecklich überheblich und wenn ich die Kraft gehabt hätte zu protestieren, hätte ich es getan, denn das sollte er den beiden alles gar nicht erzählen.

„Wegen der Verlobung“, echote da auch schon Harry hörbar auf der Hut. Er wusste sofort, dass ich ihm nicht alles erzählt hatte.

„Nicht nur, ich spreche auch von dem Fluch“, servierte Gellert mit einer fast schon gemeinen Freundlichkeit und ich ballte meine tauben Hände zu Fäusten.

„Was für ein Fluch?“, entfuhr es Ron erschrocken.

„Ja, was meinen Sie, Gellert?“, stieß auch Harry sofort in dieses Horn.

„Mhmmmm“, presste ich hervor und versuchte mich aufzurichten.

Trotz meiner belegten Ohren schaltete mein Verstand, dass diese Information nicht weiter gegeben werden durfte, nicht in diesem Umfang. Der Status Quo innerhalb unserer Reihen musste aufrecht erhalten werden. Wenn hier Zeter und Mordio ausbrach half uns das in unserem Kampf gegen den Lord kein Stück weiter. Zu meinem Leidwesen hatte ich nicht die Kraft, mich und meinen Oberkörper oben zu halten und so fand ich mich dann in den Armen von Harry wieder. Dieser hatte sich neben meinem Kopf niedergelassen und zog nun meinen kraftlosen Körper über seine Knie, um mich in einer aufrechten Position halten zu können.

„Schsch…“, meinte Harry bemutternd und streichelte mein Haar und ich wünschte mir, ich könnte seine Hand wegschlagen, während mich wieder ein Hustenanfall attackierte, dem ich hilflos ausgeliefert war.

„Ruhig Blut… Sonnenschein, reg dich nicht zu sehr auf… trink das“, zwängte mir Gellert trotz seiner schmächtigen Gestalt mit erstaunlicher Stärke ein ekelhaftes Gebräu die Kehle hinab und umgehend verschwand für mich alles in tiefster Schwärze.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

Lange war ich nicht mehr unten im Gewölbe gewesen, da ich gewöhnlich nicht über das Séparée hinauskam, aber ich hatte Kenntnis, dass Severus heute hier sein wurde, um bei den Frauen nach dem Rechten zu sehen.

Ich fühlte mich bemüßigt, ihn aufzusuchen, weil es mir schien als würde er mich und meine gar exquisite Gesellschaft meiden, also trat ich diesen nervigen Weg an. Als ich die Höhlen betrat, fand ich das übliche und wenig erstaunliche Bild vor. Die DeathEater hatten sich in kleinen Grüppchen zusammengerottet und schienen sich mehr, oder weniger effektiv die Zeit zu vertreiben. Ich hatte niemals verstanden, wie man seine Zeit hier derart ineffizient totschlagen konnte, anstatt etwas Sinnvollem nachzugehen, aber viele DeathEater, allem voran die gesuchten, verbrachten einen Großteil ihrer Zeit hier mit Nichtstun.

Ich schritt wohl verborgen daher und diese Kretins beachteten mich erst nicht weiter, bis sie mich, die Rechte Hand, als das erkannten, was ich war. Fast sofort war eine bisher nicht dagewesene Anspannung zu spüren und der erste neigte unterwürfig und tief seinen Kopf vor mir, woraufhin es ihm alle in seiner näheren Umgebung nachtaten. Ja, die Aktion bei der Initiation hatte ihnen anscheinend in Erinnerung gerufen, weshalb ich die Rechte Hand war.

„Was können wir für Sie tun, Sir?“ „Dürfen wir Ihnen helfen, Sir?“, „Haben Sie einen Auftrag für uns?“, „Darf ich Ihnen zur Hand gehen?“, kamen sie mir mit dem gebührenden Respekt entgegen.

Jedoch empfand ich diese gespielte und unaufrichtige Unterwürfigkeit als ekelerregend und ich versuchte zu ergründen, woran sich der Lord hier ergötzen konnte. Das war schon zu schleimig, als dass es noch als angenehm bezeichnet werden konnte.

„Geht mir aus dem Weg!“, hisste ich bedrohlich leise und schob einige rüde mit meinem Gehstock beiseite.

Allen Magiern war gedankt, dass diese aufdringlichen Tölpel meine Stimmung richtig einschätzten und mich ab dann in Ruhe ließen, während ich tiefer vordrang. Ich erspähte Bellatrix‘ Trupp im hinteren Winkel der Höhle und nicht weit davon den von Draco. Kurz hielt ich indigniert inne, denn es wunderte mich, dass Travers, Wilkins, Crockett und King anwesend waren.

Eigentlich hatten sie den Auftrag, jederzeit Ausschau nach den ominösen, schwarzgewandeten Kapuzengestalten Ausschau zu halten. Dabei war dahingestellt, dass ich wusste, dass diese enervierenden Typen die Leute meines werten Herrn Sohnes waren. Was für eine Ironie, dass gerade er den Auftrag erhalten hatte, nach diesen Widersachern zu suchen.

Aus einer Intuition heraus steuerte ich auf seinen Trupp zu. Sie hingen um ein Lagerfeuer herum und unterhielten sich eindringlich, dabei schienen sie mein wertes Eintreffen gar nicht wahrzunehmen, woraufhin ich King einen harten, festen Tritt ins Rückgrat verpasste.

„Hey“, begehrte mein Opfer auf, das vornüber auf die Flammen zufiel und wie der Tölpel, der er war, seine Hände in das flackernde Feuer und die Glut drückte, was einen lauten Aufschrei zur Folge hatte: „Aua… ahhh“, sprang er wie von der Acromantula gebissen auf.

„Was…?“, „Spinnst du?“, „Fuck, was fällt…“, erregten sich seine Kumpane, während ich souverän dastand und gespannt ihre Auswüchse verfolgte, bis dem Ersten zu dämmern schien, wer da vor ihnen stand, da ihre Proteste abrupt verstummen.

„Sir, verzeiht.“, „Ich… ich erkenne Euch erst jetzt“, stotterten diese verachtenswerten Kriecher herum und zogen ihre Köpfe wegen meiner tätlichen Attacke ein.

„Solltet ihr nicht draußen sein und diese unbekannten Typen jagen?“, herrschte ich sie gefährlich leise an, woraufhin die restlichen Drei wie von einem Doxy gekniffen aufsprangen und sich unterwürfig verneigten, selbst der Verletzte sah über seine Brandwunden hinweg und hob sich das Jammern für später auf.

„Jawohl, Sir.“, „Wir machen Pause, Sir!“, erklärten sie im Chor. „Das ist nur eine kurze Unterbrechung“, erklärte Wilkins unterwürfig und buckelte vor mir besonders tief rum, wie erbärmlich.

„Sie sind noch neu und sollten beeindrucken wollen. Gerade von Ihnen erwarte ich mehr Wilkins“, wisperte ich zum Schluss hin seinen Namen.

Als erster Untersekretär des Ministers auf privater Racheaktion, aufgrund seiner geraubten Tochter, erwartete ich mehr Engagement.

„Natürlich… natürlich… Sir“, biederte er sich eilfertig an. „Ich bin eifrig bei der Sache und dankbar für die Möglichkeit, die Sie mir hier bieten, meine Tochter zu finden“, meinte er salbungsvoll, und ich verzog für ihn nicht sichtbar unter meiner Maske meine Mundwinkel. Er war eindeutig zu viel mit Pius zusammen.

Unterdessen erregte etwas anderes meine Aufmerksamkeit, da ich aus den Augenwinkeln ausmachen konnte, wie sich ein nachtschwarzer Schatten aus einem der hinteren Gänge stahl und dort, verborgen im diffusen Licht, stehen blieb und die Szene beobachtete.

„Sie können Pause machen, wenn ihr Auftrag erfüllt ist, nicht eher!“, zischte ich absolut kalt und mein Stock bohrte sich in den steinernen Boden.

„Ja, Sir!“, kam es katzbuckelig von Crockett, während King es nicht wagte, zu mir aufzuschauen und seine verbrannten Hände in die Luft gereckt hielt.

So wandte ich mich mit wehendem, schwarzem Mantel ab und hielt auf die kleine Nische zu, in der ich finsterstes Schwarz ausmachen konnte.

„Du meidest mich?“, warf ich Severus vorwurfsvoll vor und erntete ein hörbares Schnauben.

„Tue ich das, oder denkst du das nur?“, entgegnete er emotionslos, dabei führte mich seine Antwort nicht weiter.

„Tse… Spiel nicht diese Spielchen mit mir, die kannst du dir für andere aufheben“, belehrte ich ihn von oben herab und fragte mich versonnen, wie es kam, dass ich ganz plötzlich das kriecherische und devote Verhalten der anderen von vorhin schmerzlich vermisste. „Bist du fertig?“, ließ ich ihn von der Leine und stellte eine gänzlich andere Frage.

„Ja“, murrte er daraufhin neutral und ich bedeutete ihm weiter zu sprechen. Ich schätzte seine Wortkargheit nicht immer.

„Es gab nicht viel zu tun, nach deiner…“, stoppte er, nachdem er in meine Augen blickte, „nach unserer Aktion ist der Meute anscheinend der Sinn vergangen, besonders kreativ zu sein“, ging sein ihm innewohnender Spott mit ihm durch.

„Na, bitte, hat doch alles was Gutes, wenn es dir Arbeit erspart“, entgegnete ich zynisch und erntete ein leises, aber raues Lachen von ihm.

Aber ich war aufrichtig zu ihm, ich hatte wenig Mitleid mit den beiden toten Männern. Es war halt Pech, wenn sie dachten mich hinters Licht führen zu können.

Jedoch konnten wir diesen erheiternden Disput nicht fortführen, da just in diesem Augenblick eine schwarz gewandete Gestalt in die Höhlen gehetzt kam und vor Dracos Trupp, der sich noch immer von meiner Attacke erholte, stoppte.

„Sie sind da!“, brüllte der Mann los. „Wir haben sie… kommt schnell!“, fabulierte er atemlos und ich meinte unter seiner Maske Stuart erkennen zu können.

Ein Mann aus Bellatrix‘ Truppe. Was hatte der mit Dracos am Hut?

Ein Fakt, der auch Severus zu beschäftigen schien, da wir uns ohne ein Wort wie eine Einheit der Gruppe näherten, während auch andere DeathEater auf den Tumult aufmerksam wurden und ebenfalls näher kamen.

„Dann los!“, rief in dieser Sekunde Wilkins begeistert und sprang auf die Füße.

„Ich komme mit“, schrie Rowle, ebenfalls ein Mitglied aus Bellatrix‘ Truppe, inbrünstig, seine Aussicht auf Rache stand ihm ins Gesicht geschrieben.

„Was ist hier los?“, fragte ich akzentuiert und mein Stock landete hart auf Stuarts Schulter, der erschrocken zu uns herumwirbelte, woraufhin auch die anderen stockend innehielten.

„Sir…“, fehlten Stuart die Worte, als ihm sein Kamerad eifrig zu Hilfe kam.

„Wir... wir erwarten Informationen...!“, erklärte Rowle stotternd. „Ein Bekannter von mir...sie patrouillieren oft in seinem Ort... und da sie meine Verlobte geholt haben, will er mir helfen...“, fuhr Rowle involviert fort. Er sann begierig darauf, die Leute in die Hand zu bekommen, die seine Verlobte vor seinen Augen entführt und ihm damit entrissen hatten.

„Stuart? Rowle?“, nannte ich die beiden und sie nickten umgehend. „Ihr seid doch Teil von Bellatrix‘ Trupp. Informationen welcher Art rechtfertigen, dass sie ihre Pflichten vernachlässigen?“, fragte ich überheblich, dabei betonte ich jedes Wort genau.

„Aber… aber… wir haben sie…“, verschwand sofort alle Unterwürfigkeit aus Rowle und er wollte losstürmen.

„Nicht so schnell!“, schlug ich ihm meinen Gehstock diesmal vor die Brust und hielt ihn auf, wissend, dass ich diese Aktion nicht verhindern konnte oder gar durfte.

„Wir kommen mit“, entschied ich daher spontan und brauchte nicht zu Severus hinter mir zu blicken, um zu wissen, dass er mir zustimmte.

„Ja, Sir!“, wich der Enthusiasmus nicht aus Rowle, aber er senkte unterwürfig sein Haupt.

„Nach Ihnen, der Herr“, meinte ich gespielt jovial, da mir nicht entging, dass es die DeathEater weniger zu erfreuen schien, dass wir, die Rechte und Linke Hand des Dark Lord, uns ihnen anschließen wollten.

„Dartmoor“, erklärte Stuart etwas mürrisch wirkend. „Widecombe-in-the-Moor“, wurde er freundlicherweise etwas genauer.

„Gut, gut“, schritt nun Severus mit Schwung an mir vorbei. „Ich übernehme die Führung, keine Toten“, befahl er scharf und erntete irritierte Mienen. „Wir wollen schließlich mehr erfahren!“, donnerte er sichtbar entnervt aufgrund der Blödheit der uns umgebenden Männer los.

Jedoch war verständlich, dass dies Rowle und Wilkins nicht passte, obwohl gerade ihnen an Informationen hätte gelegen sein sollen, wie sonst sollten sie die kleine Wilkins finden. Ihnen stand jedoch die blanke Mordlust ins feiste Angesicht geschrieben. So rotteten sich Dracos und Bellatrix‘ halbe Truppe zusammen und wir apparierten direkt aus der Höhle in den kleinen Ort Widecombe-in-the-Moor. Wir landeten auf dem zentralen Platz des kleinen, ältlichen Dörfchens. Hier sagten sich tatsächlich Wichtel und Doxy gute Nacht.

Mein Blick flog über die in Dunkelheit getauchte Szenerie, die idyllisch anmuten könnte, wenn nicht die eisernen Masken der DeathEater im Mondlicht ab und an bedrohlich aufgeblitzt hätten und sofort deutete Stuart in eine Richtung, obwohl eigentlich Severus die Führung übernommen hatte.

Alle stoben verstehend auseinander und folgten ihm in einer lockeren Formation. Ich selbst schlich geradezu anmutig von Schatten zu Schatten eine wenig beleuchtete Straße entlang, die von schlichten Häusern mit bunten Vorgärten gesäumt war und das bürgerliche, pittoreske Ambiente, das einem eine heile Welt vorgaukelte, bereitete mir beinah unanständige Zahnschmerzen. Severus bewegte sich parallel zu mir auf der anderen Straßenseite. Wir waren auf gleicher Höhe, direkt hinter Stuart, während die anderen etwas hinter uns zurückgefallen waren. Stuart stoppte abrupt an einer Häuserecke und winkte uns aufgeregt zu sich. Er war sichtbar angespannt, bis ich bei ihm war, während Severus die andere Ecke abdeckte. Nach einem vorsichtigen Blick um die Ecke erspähte ich sofort die kleine Gruppe schwarz gewandeter Gestalten, die sich ein wenig weiter die Straße herunter tummelten.

Sie waren wirklich da!

Das war ein großer Erfolg, der ihnen hier gelungen war. Sie waren bisher weiter gekommen als so viele andere und der Überraschungseffekt war auf unserer Seite.

Ausgiebig musterte ich die geheime Gruppe meines Sohnes. Sie machten den Eindruck, mehr trainierte und ausgebildete Kämpfer zu sein als alle anderen Gruppen, die in diesem Krieg mitmischten. Gerade, wenn ich mir den Orden besah, der an dilettantischer Lachhaftigkeit fast nicht zu überbieten war, befiel mich beinah ein Gefühl des väterlichen Stolzes darauf, was Draco hier geleistet hatte, würde er mir, als Rechte Hand der verfeindeten Seite, damit nur nicht das Leben verdammt schwer machen.

Wir verfolgten, während die anderen zu uns stießen, wie sich einer der gegnerischen Leute mit einem der Anwohner unterhielt, der an seinem Türchen zum Vorgarten stand und mit Händen und Füßen zu reden schien, so wild gestikulierte er. Ich registrierte bei meiner Musterung, dass die anderen Männer der Truppe nicht einfach nutzlos rumstanden, sondern ihren Mann nach hinten absicherten und die Straße überwachten.

Ich ließ mir Zeit und unterzog sie einer genauen Begutachtung, ihre Aufmachung war elitär. Ihre Jacke ähnelte entfernt der Jacke, die Severus einmal zu Weihachten geschenkt bekommen hatte. Sie bestanden aus schwarzem Leder und hatten metallene geschwärzte Beschläge an den Ärmeln. Schwere, schwarze Lederstiefel verliehen ihrem Outfit zusätzlich einen militärischen Charakter. Schließlich warf ich Severus einen Blick zu und bedeutete ihm, wie wir vorzugehen hatten, um den Überraschungseffekt auf unserer Seite zu wissen. Aber an sich hätte ich mir diese Bemühungen sparen können, denn ab da ging es Schlag auf Schlag.

Rowle und Wilkins waren in ihrer hirnrissigen Rachsucht nicht mehr zu halten. Sie stürmten mit Gebrüll vorwärts und ich rollte konsterniert mit den Augen. Finesse, oder gar Taktik schien ein elementares Fremdwort für sie zu sein, selbst wir waren von dieser sinnlosen Aktion überrascht, die uns unseren Vorteil kostete. Das war mit Grund, weshalb Travers, Stuart, Crockett und der von den Verbrennungen geheilte King erst mit einiger Verspätung Flüche um sich werfend als Unterstützung nach vorne stürmten.

Severus und ich schlossen uns ihnen nicht an, wir verharrten am Eingang der Straße zu je einer Seite. Der einzige Vorteil, den ich noch ausmachen konnte, war der, dass die DeathEater aus der Finsternis kamen. Doch wie zuvor von mir richtig bewertet reagierten die vermummten Kapuzenleute eilig und parierten die Flüche gekonnt, die auf sie zuflogen. Auch der Dorfbewohner war fix, da er die Beine in die Hand nahm und zusah, in seinem Haus zu verschwinden.

Die Blitze der Flüche zuckten hell und grell in der Nacht auf, während alles auseinander stob und Deckung und Schutz suchte, die ihnen die Straße bot und sich alle Parteien vehement in den Kampf warfen. Es sah nach einem interessanten Kampf aus, natürlich waren die DeathEater erfahrener und älter, die meisten von ihnen hatten den ersten Krieg erlebt, aber die andere Truppe war gut trainiert und erwehrte sich mit effektiven und gezielten Flüchen.

Stuart hatte als erster Pech, da er gleich beim ersten Vorstoß zu Boden ging und getroffen liegen blieb. Ob er tot war konnte ich nicht sagen, denn ich hatte nicht erkennen können, welcher Fluch ihn getroffen hatte, aber es tangierte mich peripher, als ich ihn schleichend passierte und ihm einen langmütigen Blick zuwarf.

Severus und ich hielten uns geschickt im Schatten, schlichen mit einigen Zaubern getarnt voran und beobachteten vorwiegend das Kampfgeschehen. Dabei lag mein Augenmerk auf den Leuten meines Sohnes. Sie waren für ihre Jugend erstaunlich gut ausgebildet. Sie verständigten sich durch Zeichen und bildeten eine homogene Kampfeinheit.

Soeben nahm Rowle einen Kapuzenmann unter harten Beschuss, der mit einer lässigen Bewegung seines Arms, in dessen Hand er nicht den Zauberstab hielt, den Fluch abwehrte, indem dieser von seinem Jackenärmel abprallte und weit in den Nachthimmel flog.

Effektiv, so eine Jacke wäre auch etwas für mich, doch dieser Gedanke wurde unterbrochen, als die nächste Überraschung folgte, da ein Kapuzenmann sich auf einmal, geschützt durch die in schneller Folge abgefeuerten Flüche seiner Mitstreiter, hinter seiner Deckung aufrichtete und etwas zu uns herüber warf. Es klirrte laut und im nächsten Augenblick waren die DeathEater vor uns von beißendem, schwarzem Rauch umgeben.

Severus und ich warfen uns vielsagende Blicke zu und belegten uns mit einem Schutzzauber, einer Glocke ähnlich, der uns weiter atmen ließ. So verfolgten wir, wie sich die DeathEater windend auf dem Boden krümmten, während der Trupp mit den schwarzen Kapuzen die Zeit nutzte, sich neu zu formieren, um seinen jetzt gewonnenen Vorteil auszunutzen.

Wodurch wir uns jetzt zu unserem Leidwesen gezwungen sahen, einzugreifen. Diese Tölpel waren wahrlich absolut zu nichts zu gebrauchen. Leider konnten wir uns in dieser delikaten Situation nicht weiter zurückhalten, ohne dass es auffallen würde.

_________________
Nach oben Nach unten
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1408
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 36
Ort : München

BeitragThema: 560. The last Mission   Di Aug 02, 2016 10:27 pm

Meiner ersten Beta, der mein ganzer Dank gilt, Nira26 ! Vielen Dank für deine Mühen, deine Kreativität und deine Hilfe!

Und unserer über alles geliebten Liselotte, die ab nun jedes Kapitel gegenliest, bevor es gepostet wird, so wollen wir ihr ewig dankbar sein!

So, mittlerweile haben wir unglaubliche 560 Kapitel, unfassbare 3.570.475 Wörter, unglaubliche 6.833 Reviews, 208 Sterne und über 1.144.854 Klicks. Außerdem möchte ich noch allen 1.832 Favoriten danken, welche die Geschichte mitverfolgen sowie ein besonders großes Danke an alle, die jemals ein Review geschrieben haben:


Die WHF-Seite wächst und wächst, die Übersicht ist erstaunlich. Die Hörbücher sind aktuell und eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

http://www.whenhermionefights.de/hoerbuch/



560. Kapitel The last Mission

Wir gingen einhellig zum Angriff über, ließen unsere Deckung hinter uns und schleuderten in rasanter Abfolge Flüche wie aus einer Schnellfeuerwaffe. Zu zweit schafften wir es, den Nachthimmel zu erhellen, während wir kämpften und geschmeidig auswichen. Noch wirkte es nicht, als wären unsere Widersacher ermüdet. Ihre Fitness war beeindruckend und sie wehrten die Flüche eben nicht nur magisch ab, sondern gingen ihnen auch mit geschickten Aktionen aus dem Weg.

Selbst wir, die wir mehr als erfahren waren, mussten uns vorsehen und aufpassen, denn gerade wich Severus nur haarscharf einem heransausenden Wurfstern aus.

„Arrrrr“, brüllte dafür King auf.

Er hatte sich in dieser Sekunde aufgerichtet, war groß und bullig hinter Severus aufgeragt und hatte nicht aufgepasst, da er sich noch immer nicht vollends von dem Gasangriff erholt hatte. Er hustete, als sich der Stern mit Schwung in seinen Arm bohrte.

Sofort ging Severus zum Gegenangriff über und laut donnerten die bunten Flüche gegeneinander. Seine Schilde leuchteten strahlend hell auf, wenn die Flüche aufprallten und darauf folgend lärmend in Wände und Böden einschlugen.

Augenscheinlich neigte sich seine Geduld zu spielen dem Ende entgegen, denn plötzlich zauberte er alle möglichen Steine in unserer Umgebung, egal, ob groß oder klein, in die Luft, um sie sodann als kleine und große Geschosse auf unsere Angreifer zu schicken. Diese durchbrachen zuerst die nur magisch ausgerichteten Schilde und ließen viele vor Schmerz aufjaulen. Bis auf einmal einer der Vermummten vortrat, eine Bewegung mit seinem Zauberstab vollführte und mit erhobener Hand die fliegenden Steine in der Luft aufhielt, bevor sie wirkungslos hinabfielen.

Beeindruckend, aber nicht gut genug für uns beide und deshalb schaltete ich mich nun vehementer ein und erhob mich neben Severus. Ich drehte mich, hielt meinen Zauberstab in der rechten Hand und machte eine Handbewegung, wie wenn ich eine Muggelwaffe laden würde, bevor ich die rechte Hand lang ausstreckte. Der Stab verlängerte sich und mit der linken Hand umfasste ich meinen rechten Ellenbogen um zielen zu können, während aus meinem Stab kleine, dünne metallene Spitzen hervorschossen.

In schneller Abfolge brachen sie nacheinander hervor und ich schoss auf die Kapuzentruppe, die sich zum Teil nur durch eilige Sprünge nach links und rechts gerade noch so vor meiner Attacke in Sicherheit bringen konnten. Ich unterbrach mein Bombardement abrupt und riss meine Arme auseinander und schlug meine Hände zusammen, wodurch nicht mehr nur einzelne Pfeile hervorschossen, sondern ein ganzes Arsenal an Pfeilen auf einmal in Intervallen, wie in einer Welle, nach vorne flogen, um den ein oder anderen zu durchbohren.

Wie mir die schmerzhaften Schreie durchaus mitteilten, traf ich!

Schnell warf sich eine Kapuzengestalt nach vorne und richtete sich plötzlich mit erhobenem Stab auf, dessen Spitze lila aufleuchtete. Meine Pfeilspitzen verharrten daraufhin in der Luft. Dieser Typ stoppte effektiv meinen Angriff und drehte den Spieß um, da er meine Pfeile mit einem Stoß zu mir zurück schickte. Ich riss wieder meine Hände hoch und erschuf noch gerade rechtzeitig ein silbriges Schild, als die ersten Pfeile darauf einschlugen. Das Feuer meiner Pfeile dauerte an und es war anstrengend, die große Schutzhülle zu beschwören, bis alle abgeprallt und zu Boden gefallen waren.

Mein Schild erstarb sofort und umgehend feuerte Severus einen Fluch ab, der einen unserer Gegenspieler in die Brust traf und ihn im hohen Bogen durch die Luft katapultiere. Er hob ab, landete einige Meter weiter hinten und blieb benommen an einer Mauer liegen.

Unerwartet brachen die Kapuzentypen aus und schmissen wieder irgendetwas, was ich nicht identifizieren konnte und hinter uns explodierte etwas laut knallend, während wir in die Hocke gingen, um uns zu schützen. Eine Mauer brach ein und trennte Severus und mich von den anderen. Damit waren wir alleine auf uns gestellt, bis die DeathEater einen anderen Weg zu uns fanden.

Severus und ich glitten ohne Worte zueinander. Wir standen nun einer Übermacht gegenüber, so kam es, dass wir uns Rücken an Rücken positionierten und uns geschmeidig drehten, während wir den Kampf aufnahmen. Wir schleuderten Fluch um Fluch, tänzelten im Kreis wie bei einem makabren Tanz. Wir schleuderten Bälle, oder warfen zuckende Blitze, wie ein einzelner Mann.

„Arrrrr“, entwich mir plötzlich ein empörter Laut und ich stockte, bremste unsere Bewegung.

Kurz wankte unsere gemeinsame Verteidigung, da ich getroffen worden war.

Mir knickte das linke Bein weg, aber mit viel Willensanstrengung schaffte ich es, trotz des Schmerzes, das Gleichgewicht zu halten. Meine edle Stoffhose hatte einen klaffenden Schnitt, der Stoff hing herab. Da ich nicht mit einem Kampf gerechnet hatte, trug ich nicht meine widerstandsfähigere Uniform. Meine in meinem Handschuh steckende Hand fuhr zu der Wunde.

Mein Fleisch am Oberschenkel war durchtrennt und Blut quoll zwischen meinen Fingern unaufhaltsam hervor und ich war mir nicht sicher, ob mich ein Schnittfluch, oder ein Gegenstand getroffen hatte, aber der pochende Schmerz war sehr präsent. Ich biss meine Zähne fest zusammen und blickte wütend auf, machte den Typen aus, der mich getroffen hatte. Dieser jemand schlug sich gerade mit einer überschwänglichen Reaktion an die Stirn und auch wenn diese unter der Kapuze verborgen war, bemerkte man seinen Spott aufgrund seiner ganzen Haltung.

In dieser Zeit hielt Severus unsere Verteidigung gekonnt aufrecht und war mehr in die Defensive gegangen und nicht mehr offensiv mit seinen Zaubern, wenngleich er mich keines Blickes würdigte, da sein Augenmerk nur darauf lag, uns die Typen vom Hals zu halten.

Verbissen arbeitete ich daran, wieder an dem Kampf teilnehmen zu können und sprach Heilzauber auf den erstaunlich tiefen Schnitt, der nur mäßig heilte, währenddessen versuchte ich meine Wut nicht Oberhand gewinnen zu lassen, darüber dass ich derart unvorsichtig hatte sein können.

Nach meiner Behandlung war es noch immer nicht gut und jedes Aufkommen meines Fußes schickte einen Schmerz durch meinen ganzen Körper, aber ich war nicht bereit, mich diesem Gebrechen zu unterwerfen.

Ab nun war das Geplänkel vorbei, niemand vergoss ungestraft mein edles Blut!

Ich geriet regelrecht in Rage aufgrund dieser Anmaßung, weswegen ich mich verbissen wieder dem Kampf widmete. Dabei hinkte ich zu meinem Verdruss und zog mein taubes Bein mehr schlecht als recht hinter mir her. Der Schlagabtausch wurde rauer, noch schneller in seinem Ablauf und irgendwann legte sich der Schmerzpegel, den ich in meinem Zorn immer besser ausblenden konnte.

Nach einiger Zeit gelang es uns die geballte Gegenmacht vor uns herzutreiben, sodass wir keine Angreifer mehr im Rücken hatten und sie nun vor uns wunderbar aufgereiht dastanden.

„Angst?“, „Feiglinge!“, „Ihr seid doch nichts weiter als blöde Verlierer.“, „Am Ende seid ihr doch alle gleich.“, „Schwächlinge, ihr habt uns nichts entgegenzusetzen“, dachte einer uns mit einem besonders anmaßenden Spruch anmachen zu müssen.

„Crucio“, feuerte ich angestaut von unbändigem Zorn mitleidlos ab und traf.

Laut brüllend fiel der Getroffene zu Boden und wand sich gepeinigt unter meinem Fluch. Indes führte ich den Kampf trotz der Doppelbelastung, den Cruciatus aufrecht zu erhalten, mit Geschmeidigkeit fort, wobei mir immer wieder mein linkes Bein wegzuknicken drohte, nur durch eiserne Disziplin und den Willen, Schmerzen zu ertragen, schaffte ich es, mich davon nicht behindern zu lassen.

Mein Unverzeihlicher Fluch schien neue Ressourcen im gegnerischen Trupp anzufachen und es zeigte sich, dass sie füreinander als Gruppe einstanden, um ihren Mann meinem Cruciatus zu entziehen.

„Gemeinsam“, forderte einer laut rufend. „Murus ignis“, schrien sie daraufhin wie aus einem Mund und es offenbarte sich als unerwartet innovativ, was sie hier zauberten.

Sofort brach aus ihren Zauberstäben ein Feuerstrahl hervor, der sich zu einer wahren Feuersbrunst verband, um sich dann zu einer riesigen, sehr breiten, sehr hohen Feuerwand vor uns aufzubauen, die auch die Häuser neben uns weit überragte. Die Hitze, die uns entgegenschlug, war brutal und das Feuer knisterte unheilvoll in unseren Ohren und sowohl Severus als auch ich warfen uns nur einen einzigen Blick zu und gerade noch erlebten wir, wie die Wand in dieser Sekunde zusammenbrach und auf uns zu walzte, bevor wir so lautlos und leise wie irgend möglich apparierten.

Unsere Gegner hatten nicht damit gerechnet, dass wir dieser Attacke entkommen würden. Da sie sich gerade aufrichtig freuten, abklatschten und beglückwünschten, während wir etwas weiter hinter ihnen lautlos wieder auftauchten.

Das war ein Anfängerfehler, niemals denken, dass es den anderen erwischt hatte, lieber sehen und selbst das konnte mit Hilfe der Magie angezweifelt werden.

Doch bevor wir wieder das Feuer eröffnen konnten beobachteten wir, wie die zuvor abgeschnittenen DeathEater eine Gasse weiter vorwärts schlichen und endlich wieder dazu stießen, um den Kampf erneut mit erbitterter Vehemenz zu eröffnen.

Ich bedeutete Severus mit einer Geste, dass wir uns erstmal raushalten sollten und er nickte mir knapp zu, dabei entging mir nicht, wie sein durchdringender Blick zu meinem Bein wanderte, während ich mich betont unauffällig mit einer Hand an der Wand neben mir abstützte.

Durch diese rückwärtige Ansicht erhielten wir ein anderes Bild von der Schlacht.

Plötzlich lag mein Augenmerk auf einer Kapuzengestalt, die sich nicht im Gleichklang mit den anderen bewegte. Er wirkte weniger sicher in der Anwendung der ausgefeilten Kampfform, die die Gruppe an sich anwendete. Außerdem schien er nicht so bewandert in ihrer lautlosen Kommunikation. Er reagierte stets mit einiger Verzögerung auf ihre Befehle, außerdem war sein Fluchrepertoire eindeutig ein anderes als das der anderen Kämpfer. Bisher hatte ich noch nicht gesehen, dass er einen schwarzmagischen Fluch verwendete und seine Art, wie er die Flüche warf, welche er benutzte, erinnerten mich eher an einen Auror des Ministeriums.

Sonderbar!

Aber er war ihre Schwachstelle und es bedurfte nur einer kurzen, wortlosen Kommunikation zwischen Severus und mir, bis wir uns darauf verständigt hatten, uns eben diesen einen Kämpfer vorzunehmen.

Rowle, Wilkins, Travers, Crockett, King und Stuart lenkten die Kämpfer gut ab, da sie mit neuem Schwung angriffen, während Severus und ich versuchten, das offenbar schwächste Glied der Truppe zu separieren und in die Enge zu treiben.

Severus verließ nun vollends das schützende Dunkel und stellte sich eins zu eins dem Typen entgegen, ging exzessiv zum Angriff über, konzentrierte sein Feuer alleinig auf diesen einen Kämpfer.

Jedoch war mein Schnitt wieder aufgeplatzt und fing an zu bluten, sodass ich aus der Deckung heraus Severus vor anderen Flüchen schützte, damit er sich voll auf den einen fokussieren konnte. Ich versuchte so gut es ging im Hintergrund zu verbleiben und mit den Schatten zu verschmelzen.

Auch unsere Männer schliefen nicht. Sie griffen mit Elan in den Kampf ein und die Flüche flogen nur so laut knallend und einschlagend hin und her, sodass man kaum noch einen Überblick hatte. Es war nicht so als bräuchte Severus meine Hilfe. Natürlich bemerkten die Kapuzenmänner, dass sie nun auch von hinten angegriffen wurden und stürzten sich auf Severus, griffen ihn gezielt an.

Dabei geriet unser Ziel ins Hintertreffen, da Severus ihn geschickt zu mir trieb und nachdem ich mir mit einem Schwenk meiner rechten Hand meinen Gehstock wieder herzauberte und mein Gewicht darauf verlagert hatte, umrundete ich den Kämpfer und ließ ihn nicht aus den Augen.

Ich schlich mich immer weiter an mein Opfer heran, befand mich nur noch wenige Meter von ihm entfernt und ich war kurz davor, ihn trotz seiner Deckung auszuschalten.

„Ich kann dich sehen“, vernahm ich eine Reibeisenstimme, als sich plötzlich der Zauberstab meines Gegenübers direkt auf mich richtete, trotz all der Zauber, die auf mir lagen.

Ich stoppte abrupt, denn dass mich mein Gegenüber sogar bemerkte war außergewöhnlich. Unter meinen Zaubern wähnte ich mich eigentlich für das normale Auge gut verborgen. Mit drohend erhobenen Zauberstäben standen wir einander gegenüber.

Starr blickte ich in das tiefe, absolut dunkle Schwarz der Kapuze vor mir und konnte absolut nichts ausmachen. Kein Gesicht, keine Maske, nur tiefe Schwärze. Kein Wunder, dass so mancher sich davor fürchtete. Das war noch mal was ganz anderes, als die auch schon gruseligen, metallenen Masken der DeathEater, die aber wenigstens noch einen Blick auf die Augen des Gegenübers zuließen.

Jetzt kam es darauf an, wer schneller war. Mann gegen Mann und ich hatte keine Skrupel, zu morden. Derartige Ressentiments waren mir fremd. Dieser Typ wiederholte gerade die Geste von vorhin und war das nicht eine exquisite Fügung des Schicksals? Ich erkannte den Mann, der mich verletzt hatte und es wäre mir ein Vergnügen, mich für die Verletzung zu revanchieren.

Gerade in der Sekunde als ich zum Angriff übergehen wollte, neigte ich mein eisernes Haupt, drehte es zur Seite, da ich einen Fluch schleudern wollte, jedoch surrte in der Sekunde ein giftgrüner Strahl mehr als knapp an mir vorbei und wenn ich meine Drehung nicht weiter vollzogen hätte, wäre ich gestreift worden, so aber traf er meinen Gegner zielsicher ins Schwarz der Maske.

Ich wirbelte herum, bereit zurück zuschießen, konnte aber nicht erkennen, wer den Fluch in dem bewegten Farbenmeer abgefeuert hatte. Nur ein ungutes Gefühl ließ mich ahnen, dass es einer unserer Männer hätte sein können. Nach dem letzten Versuch von Dolohov und Bellatrix, mich in Misskredit zu bringen, war ich auf alles gefasst. So drehte ich mich zu dem am Boden liegenden Toten um. Schwer stützte ich mich auf meinen Gehstock und fühlte das klebrige Blut weiterhin meinen Oberschenkel hinab rinnen, während ich mir die Bescherung besah.

Mit einem Seufzen auf den Lippen wandte ich meine werte Aufmerksamkeit wieder dem Getümmel zu und beobachtete, wie sich Severus gekonnt in seiner Position behauptete. Rowle und Stuart kämpften auch verbissen, während King und Wilkins gerade auf dem Boden rum krochen und versuchten, wieder hochzukommen und Travers war in einem heftigen Gefecht mit zwei Kapuzentypen, ihnen fehlte eindeutig die Wehrkraft des toten Mitglieds.

„Rückzug“, brüllte plötzlich die magisch verzerrte Stimme von einem Kapuzenmann.

Von einer Sekunde zur Nächsten wurde alles um mich herum rabenschwarz und undurchsichtig, nur noch die ploppenden Apparitionsgeräusche waren zu vernehmen, als die Flüche abrupt endeten und sich eine gespenstische Stille ausbreitete.

„Fuck.“, „Ich seh nichts mehr.“, „Wo seid ihr?“, „Hier… hier drüben“, riefen die DeathEater sich erregt zu. „Was soll der Scheiß?“, „Das geht nicht weg“, beschwerten sie sich inbrünstig und schrien ab nun die abwegigsten Zauber durch das undurchsichtige Dunkel, das uns wie zähflüssiger Teer umgab.

„Instant Finsternispulver“, vernahm ich unerwartet Severus‘ Flüstern ganz nah neben meinem Ohr und er legte mir seine Hand auf meine Schulter.

Er war mir mit seiner typischen unbemerkten Art ganz nahe gekommen und das trotz dieser alles verdüsternden Finsternis.

„Du kennst das?“, meinte ich erstaunt aufgrund der Kompromisslosigkeit in seiner Stimme und blickte in Schwärze.

„Ja“, erwiderte er knapp.

„Und?“, entwich es mir wenig souverän, da es mich nervte, nichts zu sehen und ich mit dem Stock weniger flexibel war als sonst, da ich gerade darauf angewiesen war, ein weiterer delikater Umstand, der mich nervte.

„Eine Erfindung der Weasley-Twins“, war er so freundlich, mein Unwissen zu erhellen. Das Tragische war nur, es hellte unsere Umgebung nicht auf.

„Effektiv“, meinte ich daher nüchtern. „Lumos.“, „Lumos Solem“, schoss ich versuchsweise hinterher, war aber nicht wirklich überrascht, als sich nichts tat.

„Gib es auf, fruchtet alles nicht“, meinte er wegwerfend, dabei verzogen sich meine Züge.

„Sehr effektiv“, gestand ich großzügig zu. „Aber schrecklich, dass diese roten Unholde so schlau sind, so etwas zu erfinden und ganz ehrlich, man sieht es ihnen nicht an.“

Ich machte aus, wie er neben mir zu zaubern begann, langsam konnte ich die Umrisse seines Zauberstabes erahnen, da sich um dessen Spitze herum die Schwärze lichtete. Allem Anschein nach saugte er die Finsternis um uns herum auf.

„Pass auf, wenn die das hören nehmen die es noch als Kompliment“, entgegnete Severus unnachahmlich in seinem Zynismus.

„Eigenwillige Zeitgenossen“, murmelte ich selbstvergessen, konnte aber den selten vernommenen Respekt in seiner Stimme zuordnen.

„Mal was anderes“, gestand er widerwillig beeindruckt, während ich langsam aber sicher seine Konturen sehen konnte.

„Einer ist tot!“, deutete ich direkt auf die Leiche zu meinen Füßen.

Severus nickte lediglich und ging in die Knie, ließ auch hier die Schwärze verschwinden, während sie uns in geringer Entfernung aber weiterhin hartnäckig umgab.

„Auch ihre Erfindung?“, deutete ich fragend auf die tiefschwarze Kapuze, ragte aber hoch auf meinen Gehstock gestützt auf.

„Frag sie halt“, meinte er unangebracht in seinem Amüsement. Ich schnaubte abwertend. Soweit würde es mit Sicherheit nicht kommen. Wer war ich?

Ihn schien dieser Kampf gut unterhalten zu haben und so begann Severus sehr methodisch die Uniform des Kämpfers abzutasten. Schließlich stoppte er und nestelte umständlich an einer Hand, oder dem Handgelenk der Person herum, bis er schließlich gefunden hatte, was er suchte.

„Hiermit geht dieses Ding ab!“, grummelte Severus missmutig.

Auf einmal hielt er einen kleinen, flachen Gegenstand hoch, der wie eine Münze wirkte und den er dann dem Toten vor uns auf die Brust drückte, um ihm daraufhin die Kapuze vom Kopf zu zerren. Ich erkannte, dass es eine sogenannte Pelerine war. Draco schien es absonderlich oder gar mittelalterlich halten zu wollen. Vielleicht hatten den Jungen die Gutenachtgeschichten über die Knights of Walpurgis mehr beeinflusst als ich bisher hatte wahrhaben wollen.

„Woher?“, wollte ich milde überrascht wissen, doch Severus winkte ab und hielt seinen Zauberstab stattdessen näher an das Gesicht der Person heran und verharrte dann stockstarr, während auch ich mehr als konsterniert darnieder starrte.

„Wow?“, echote ich ungläubig. „Was macht der denn hier?“, dabei musterte ich das ungläubig starrende Gesicht des Toten.

Vielleicht, nur ganz vielleicht sollte ich das Genie dieser teuflischen Twins doch höher erachten, denn natürlich erkannte ich sofort den delikaten Zustand der hier eintrat. Wenn herauskam, dass dieser Mann nun hier tot zu unseren Füßen lag, dann würde das Biest mal wieder in den Fokus des Lords geraten und dessen Laune war in letzter Zeit extremen Stimmungsumschwüngen unterworfen.

„Ich kümmere mich darum…!“, erklärte ich daher entschieden und deutete vorwurfsvoll auf den ehemaligen Auror vor uns.

„Schaffst du das?“, lag der Blick von Severus auf meinem Bein, da er sich auf direkter Höhe dazu befand.

„Natürlich, sehe ich grenzdebil aus?“, fragte ich beleidigt nach und trat einen Schritt zurück, doch leider hinkte ich und benützte meine Stock als Stütze.

„Wie gut, dass du einen Stock hast, jetzt rentiert sich dieses affektierte Ding auch einmal“, servierte Severus umgehend mit bittersüßer Ironie und ich biss die Zähne aus mehreren Gründen zusammen.

„Sehr witzig“, knurrte ich wütend. „Finde lieber raus, wer hier Todesflüche wirft“, befahl ich entschieden und verengte die Augen zu Schlitzen, während Severus sein schwarzes Haupt schief legte.

„Denkst du es war einer von uns? Ich habe es verboten“, fragte er überlegend und ich zuckte mit den hochherrschaftlichen Schultern.

„Keine Ahnung, wenn ich mich in der Sekunde nicht gedreht hätte, dann wäre ich das Opfer gewesen“, gab ich zu bedenken. „Erst dadurch konnte es ihn da treffen“, erklärte ich salopp.

„Uhhh, ein interessanter Standpunkt… denkst du, sie geben es nicht auf?“, wollte Severus nachdenklich wissen. „Meinst du, sie gehen nun andere, offensivere Wege?“, flüsterte er und wägte ab, wie weit meine Gegner gehen könnten, um mich zu beseitigen.

„Vielleicht“, gestand ich widerwillig, aber wenig verunsichert. Sollten sie es nur versuchen, ich war bereit, mich ihnen entgegen zu stellen.

„Gut“, erklärte er nun energisch und ich verstand nicht, was gut daran war, aber bitte, wenn er meinte. „Komm bald ins Schloss, ich werde im Denkarium meine Erinnerungen durchforsten, ob ich es doch gesehen und nur nicht registriert habe. Vielleicht hole ich mir auch noch die ein oder andere Erinnerung, überlass das mir“, bestimmte er, woraufhin er sich mit einem knappen Nicken erhob und durch die lichter werdende Finsternis entschwand und zum Rest der DeathEater ging, der noch immer mit diesem Finsternispulver kämpfte.

Damit oblag es mir, mich um die Bescherung zu kümmern. Der Tote musste verschwinden.

„Incendio totalus“, wisperte ich in die Nacht, dann ging der Körper des Toten in Flammen auf. Das flackernde Licht wurde gut von dem dunkel machenden Pulver geschluckt, sodass ich nachdenklich auf den verbrennenden Leichnam sehen konnte und beobachten, wie die Flammen an seiner Kleidung, seinem Haar und seiner Haut leckten. Ein beißende Geruch nach verbranntem Fleisch lag in der Luft, den ich mit einem Schwenk meines Stab verschwinden ließ.

Nebenher vernahm ich nur gedämpft Severus‘ Tirade hinter mir, wie unsäglich unsere Männer versagt hatten. Er machte Dracos Trupp die Hölle heiß, weil sie kläglich gescheitert waren und keinen Gefangenen vorzuweisen hatten.

Lucius Sicht Ende

Dracos Sicht

Gerade hatte mich eine dringende Nachricht aus Irland erreicht, aber zu meiner Verwunderung nicht von Markus, sondern von den Twins und sie hatten ausdrücklich verlangt, dass ich ihre Schwester mitbringen sollte.

Wie stellten sie sich das bitte vor? War ich Merlin?

Weder wollte, konnte, noch durfte ich die kleine Weasley aus Hogwarts herausholen. Es war viel zu gefährlich, aber die Twins hatten hartnäckig darauf bestanden und betont, dass ich mir gar nicht erst einfallen lassen sollte, sie nicht mitzubringen. Sie hatten mir sogar ungeniert gedroht, dass sie ansonsten Peeves auf mich ansetzen würden. Sie hätten noch immer einen guten Draht zu dem Poltergeist und ich könnte es gerne testen.

Die beiden konnten auch alles übermäßig dramatisieren, als hätte ich Angst vor so einem Schreckgespenst. Jedenfalls war ich nun auf der Suche nach der kleinen Weasley und würde ich sie nicht in den nächsten fünf Minuten finden, würde ich alleine gehen, basta, egal was die Twins sich einbildeten. Ich war doch nicht ihr Hampelmann.

Zielstrebig steuerte ich die Bibliothek an, einen der letzten Plätze, an denen man wirklich ruhig lernen konnte, denn aus irgendeinem Grund mieden die Carrows diese Räume. Vielleicht waren sie ja allergisch gegen Bücher, was ihre ausgesprochene Dummheit erklären würde. Mit schnellen Schritten ging ich an den Buchreihen vorbei, bis ich in der vorletzten, hinten in einem Sessel, wirklich den langhaarigen Rotschopf erblickte.

„Endlich noch besser hättest du dich nicht verstecken können“, beschwerte ich mich genervt.

„Hä?“, ruckte ihr Kopf hoch. „Was willst du, Malfoy?“, wollte sie ziemlich unfreundlich erfahren, wenn man bedachte, wie aufopferungsvoll ich sie gerade gesucht hatte.

„Komm mit“, beschied ich daher extra hochnäsig.

„Wohin?“, meinte sie sehr widerwillig und schlug das Buch vor ihr zu.

„Die Twins rufen nach dir!“, kam ich ohne Umschweife zum Punkt, weshalb die kleine Weasley erst verwirrt, dann mürrisch zu mir hochblickte.

Ich sah ihr deutlich an, dass sie schon einen schnippischen Kommentar auf der Zunge hatte, doch dann besann sie sich eines Besseren und fragte vorsichtig: „Was ist passiert?“ Dabei versuchte sie keine Miene zu verziehen, aber leider war ihr Pokerface nicht existent.

„Was weiß ich? Die Twins haben gerufen. Wir sollen kommen!“, antwortete ich eindringlicher und griff nach ihrem Arm, um sie hochzuziehen. “Jetzt komm, ich habe nicht ewig Zeit!“

„Wah…“, entfuhr ihr ein schmerzhafter Laut bei meinem Griff und sie stolperte völlig ohne Grazie hinter mir her. Ich zog sie mit mir aus dem Gang, wogegen sie sich sträubte.

„Lass mich, ich komme ja schon mit“, schimpfte sie und riss sich los. Ich stoppte gar nicht erst, sondern eilte weiter, da sie mir brav bei Fuß folgte.

„Wir haben nicht viel Zeit, zum Abendessen musst du zurück sein“, beschied ich ihr, während wir zum Geheimgang in die Kerker liefen.

Eigentlich wollte ich diesen nicht zu öffentlich machen, aber die Zeit drängte.

„Weasley, ich werde dich mit einem Zauber vorübergehend blind machen“, sah ich mich zu meinem Leidwesen bemüßigt, mich zu rechtfertigen.

„Was? Tickst du noch ganz richtig?“, fuhr sie mich hitzig an.

„Ja, für Schwüre und Blut und so einen Unfug habe ich gerade keine Zeit und du darfst nicht sehen, wo es lang geht“, trieb ich sie an und richtete meinen Zauberstab auf sie. Noch ehe sie weiter protestieren konnte, hatte ich den Zauber schon gesprochen.

„Ich fass es nicht, du arroganter Arsch“, fluchte sie los.

„Wow, wenn dein wohlerzogener Freund Wood hören könnte, wie ordinär du sein kannst“, zog ich sie bösartig auf.

Somit griff ich wieder ihren Arm und zog sie mit mir. Ungesehen, jedenfalls von zu Neugierigen, oder den Carrows, erreichten wir den Geheimgang und zu meiner Freude hielt sie recht gut mit mir Schritt. Erst als wir in der Burg materialisierten nahm ich den Zauber von ihr und ließ sie los.

„Was...?“, blinzelte sie in das helle Licht, das hier im Innenhof herrschte und bedeckte ihre Augen vor der Sonne.

„Hey, da seid ihr ja endlich.“, „Ja, was ist unter SOFORT nicht zu verstehen?“, beschwerten sich die Twins umgehend sehr inbrünstig und ich rollte mit den Augen.

„Fred...George... was ist?“, lief die Kleine verwirrt auf ihre Brüder zu.

Sogleich wurde sie direkt von Fred in eine fest Umarmung gezogen, was mich trotz der sonst auch überschwänglichen Art der Twins dann doch etwas irritierte, denn sie blickten ganz und gar nicht freudig drein.

„Was ist hier los?“, fragte ich daher ungehalten und bahnte mir einen Weg durch die Menge.

Eine für meinen Geschmack erstaunlich große Menge an Leuten, die uns hier im Burghof empfing, in deren Mitte Marcus stand, der bisher mit den Red Devils und einem Trupp der VenTes, die in voller Kampfmontur steckte, diskutiert hatte.

„Marcus?“, wandte ich mich mit ungutem Gefühl an meinen Stellvertreter, der ebenfalls noch in seiner Uniform vor mir stand und von Scamander, McLaggen und Krum flankiert wurde.

„Ihr habt ihn doch gerufen?“, fuhr er die Twins gerade bitterböse an und ich hob eine helle Braue.

„Sollten sie nicht?“, entgegnete ich anstellte der Twins, die ihre Schwester umsorgten und Marcus nur böse Blicke schenkten.

„Nein, denn noch wissen wir gar nichts sicher“, fuhr er die Twins an, beachtete mich gar nicht, sondern deutete wutschnaubend auf die kleine Weasley, die nun verwirrt zwischen ihrem Bruder und Marcus hin und her blickte.

„Mensch.“, „Beruhig dich, Flint.“, „Draco muss das wissen!“, wehrten George und Fred unisono ab. „Und Ginny auch.“, „Ja“, redeten sie sich in Rage.

„Was muss ich wissen?“, fuhr ich laut dazwischen. „Klärt mich jetzt mal jemand darüber auf, was hier los ist?“, befahl ich ungeduldig.

„Darüber reden wir noch!“, drohte Marcus den Red Devils mit erhobenem Finger.

Das nahmen diese jedoch eher feixend auf, aber ich konnte deutlich erkennen, ihr Frohsinn erreichte ihre Augen nicht wirklich, das Funkeln fehlte. Irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht und am liebsten hätte ich Marcus gewarnt, dass den Twins zu drohen nie gut war, aber zuerst interessierte mich, was hier geschehen war, um solch einen Aufstand zu rechtfertigen.

„Es gab einen Zwischenfall bei der Patrouille“, wandte sich Marcus nun endlich mir vollständig zu und in seinen Augen las ich, wie erschüttert er wirkte, auch wenn er es gut überspielte.

Sofort zuckte mein Augenmerk zu ihrer Kleidung und erst da fiel mir auf, wie mitgenommen und angesengt ihre Uniformen waren. Außerdem hielt es McLaggen nicht mehr auf den Beinen, weswegen ihn irgendjemand verarztete. Er hatte tiefe Wunden über den ganzen Körper verteilt und war bedenklich blass. Angelina kümmerte sich währenddessen um Krum, dessen Finger Verbrennungen hatten, wobei er eher wütend wirkte denn arg verletzt, während Rolf Scamander mittlerweile ohne Oberteil auf einem Stuhl saß und von Alicia behandelt wurde, da er einen tiefen Schnitt am Rücken erlitten hatte.

„Und ihr wurdet ganz schön in die Mangel genommen“, erklärte ich nach meiner Musterung recht geschäftig, da mir auch Marcus mitgenommenes Äußeres auffiel.

„Ja, könnte man so sagen“, meinte er freudlos. „Wir sind mit einem Trupp DeathEater zusammen gestoßen, was absehbar war… dass dein Vater mitmischt, war jedoch überraschend“, beschwerte sich Marcus mit Grabesstimme und meine Augen gingen über, während bei dieser Aussage natürlich sofort das Tuscheln ausbrach. Das war ganz wunderbar, wenn es denn stimmte, aber ich konnte es mir nicht vorstellen. Vater mied das Schlachtfeld, oder aktive Tätigkeiten, wie der Kobold Katzengold. Nicht dass er nicht in der Lage war, dort zu agieren, aber er sah seine Stärken eindeutig anderswo und vergeudet mit derlei nicht seine wertvolle Zeit, denn dafür gab es das Fußvolk.

„Mein… was?“, fragte ich daher zweifelnd.

„Ja“, servierte Marcus inbrünstig.

„Woran willst du ihn erkannt haben?“, traute ich dem Hasen immer noch nicht und sah ihn eindringlich an.

„Er ist echt gut“, meinte er mit einem traurigen Grinsen, während der Ausdruck seiner Augen besorgniserregend ernst blieb.

„Wenn er es tatsächlich war, ja… aber wie kommst du darauf?“, drang ich weiter in ihn.

„Er hat seinen Stock benutzt“, meinte er schlicht und ich kämpfte darum, meine Maske nicht zu verlieren, aber ich verlor.

„Was?“, entfuhr es mir daher betroffen. Das war nicht Vaters Vorgehensweise. Er legte Wert darauf, immer unerkannt zu agieren.

„Einer von uns hat ihn getroffen“, meinte daher Krum ungefragt, aber wenigstens erklärte dies die Umstände und ich blickte überrumpelt zu ihm.

„Er…“, entwischte es mir aufrichtig überrascht. So etwas passierte Vater eigentlich nicht, bevor ich die Blicke der Menge bemerkte und meine gefühllose Maske rasch wieder richtete. „Und deshalb ruft ihr mich?“, lenkte ich meine Frage in eine andere Richtung. War Vater schwer verwundet worden? Wenn ja, von was für einem Fluch?

„Nein“, kam es leise von Marcus und ich atmete erleichtert auf. „Wood ist verschwunden, er kam nicht mit uns zurück“, setzten seine nächsten Worte meinem Aufatmen ein Ende.

„Wassss?“, hisste die kleine Weasley auf und stieß einen erschrockenen Schrei in den Armen ihres Bruders aus, aber Fred ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Als er sie an seine Brust drückte, konnte ich ihr gedämpftes und leises Mantra „Nein, nein, bitte nicht, nicht Oliver!“ vernehmen.

„Penelope sucht ihn gerade mit dem unverletzten Rest des Trupps“, erklärte Marcus nun lauter zu der beunruhigten Masse der Burgbewohner.

„Sie sind zurückgegangen, wohin?“, wollte ich genau in Erfahrung bringen.

„Dartmoor“, erklärte Marcus etwas mürrisch wirkend. „Widecombe-in-the-Moor“, konkretisierte er unwillig. Er schien dieses Dorf nie mehr wiedersehen zu wollen, verständlich, sollte er da wirklich einen Mann seiner Gruppe verloren haben.

„Er wird vermisst?“, forschte ich nach. „Oder wissen wir mehr?“, stellte ich Frage um Frage. Könnte es sein, dass mein Trupp einen Gefangenen gemacht hatte? Wenn ja, musste ich zur Höhle und nachforschen. Das Schlimme war nur, dass ich wusste, dass ich nichts würde für ihn tun können. Fuck!

„Ich meine, er ist tot!“, zeigte sich Krum mürrisch drein blickend mit verschränkten Armen und verstand es meisterlich die Truppe zu demoralisieren.

„Das kannst du gar nicht wissen!“, fuhr Fred ihn ungehalten an, während er weiter seine bibbernde Schwester tröstete, die Krum mit ihrem Blicken zu erdolchen schien.

„Doch, Weasley!“, hielt der Bulgare dagegen. „Ich habe den Fluch gesehen, der ihn traf!“, gab er knurrend zurück. „Er war giftgrün“, meinte er wenig aufbauend und schaffte es, Ginny Weasley ein Schluchzen zu entringen, während die anderen Zuschauer betroffene Mienen zur Schau trugen.

„Ach, du Hohlbirne hast doch keine Ahnung, kannst einen Stupor nicht von einem Avada unterscheiden!“, giftete Fred wenig hilfreich zurück, da seine Schwester jetzt alle Kontrolle fahren ließ und bitterlich zu weinen begann.

„Schluss jetzt, Fakten!“, unterbrach ich die Streithähne. „Und du Krum, bist du dir sicher?“, zweifelte ich hoffnungsvoll. Wobei wäre es besser wenn Wood gefangen war? Ich mochte es bezweifeln. „Hat das noch einer gesehen?“, fragte ich zu Scamander, McLaggen und Marcus hin.

„Sorry.“, „Nein.“, „Ich habe auch nichts gesehen.“, „Plötzlich fehlte nur einer“, kam es eilig von ihnen und man sah ihnen die Angst um ihren Kameraden an.

„Ich sage die Wahrheit!“, gab Krum bissig zurück, woraufhin er nicht nur von mir einen warnenden Blick bekam. „Eigentlich sollte der Fluch deinen Vater treffen“, meinte er jetzt bissig und ich riss die Augen weit auf.

_________________
Nach oben Nach unten
 
Kapitel 559-560
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Ludwig Revolution: Kapitel 15 & 16
» Das letzte Einhorn - Kapitel 09 - 11
» Tsubasa: Kapitel 026 - 030
» Seelen: Kapitel 26 - 28
» Seelen: Kapitel 47 - 49

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
When Hermione Fights :: When Hermione Fights :: Kapitel 551-600-
Gehe zu: