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 Kapitel 569-570

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BeitragThema: Kapitel 569-570   Di Okt 11, 2016 7:20 pm

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569. Kapitel Collateral Damage

„King“, wandte ich mich mit übertrieben netter, freundlicher Stimme zu dem zitternden Mann, der bis weit an die Wand zurückgewichen war und kam näher, während ich Dolohov absolut ignorierte und darauf vertraute, dass Fenrir den Mann in Schach hielt.

„Dein Todesfluch ist und war unverzeihlich“, verkündete ich eindringlich und schlenderte mit gezücktem Stab näher, wobei Scabior ebenfalls mit seinem Stab auf King deutete, bereit einzugreifen.

„Was? Das war ich nicht!“, sprudelte es ohne einen Moment des Zögerns aus King heraus und ich zog eine Braue taxierend in die Höhe.

„Ups…“, grinste ich übertrieben höhnisch und schnalzte mit der Zunge. „Also, bei mir müsste man schon genauer werden, damit ich weiß, welcher Todesfluch gemeint war“, mahnte ich schneidend und warf einen Blick über meine Schulter und funkelte Dolohov an, der zur Bewegungslosigkeit verdammt war, da Fenrir ihn weiter im Griff hatte und der Dementor bedrohlich vor den dreien schwebte.

Dabei war mir die Aufmerksamkeit aller sicher, auch die des Dementors. Schlussendlich war keiner eingeweiht in das, was hier passieren würde und was ich plante.

„Vor allem WEM gegenüber“, betonte ich hier jede Silbe und mein Augenmerk schnellte wieder zu King und er zuckte furchtsam unter meinem harten Blick zusammen. „Tja, also nehme ich mal deine Aussage als Geständnis“, legte ich eine eindringliche Kunstpause ein, um den Effekt zu steigern.

„Was? Nein, nein… ich… ich habe nichts getan“, stotterte King absolut fassungslos, aber gleichzeitig wirkte sein Verhalten sehr schuldig, so wie er die Hände rang. Kurzzeitig erinnerte er mich an Wormtail. Die Präsenz des Dementors war lastend und wirkte sich trotz allem auf die DeathEater, während es mich absolut kalt ließ.

„Dass… du… die… Rechte Hand… des Dark Lords hinterrücks attackiert hast“, zählte ich emotionslos die Fakten auf und erlebte, wie der blanke Horror in seinen vor Angst starren Augen Einzug hielt, als ihm sein fundamentaler Fehler bewusst wurde. „In dem Bestreben, ihn zu töten.“ Sein Mund öffnete sich im Protest, den ich mit einer Geste im Keim erstickte. „Wir wissen es, alles was du sagst, macht es nur schlimmer“, erklärte ich ihm zur Situation völlig unpassend, da es sehr freundlich und hilfsbereit klang.

„Arrrrrr“, röchelte King sprachlos vor Angst, nun, nachdem wir sein Tun aufgedeckt hatten.

„Er hat was getan?“, wagte sich Fenrir sichtbar irritiert nachzufragen, dabei klang er lauernd, als könnte er meinen Vorwurf nicht fassen.

Lucius anzugreifen, dieser Gedanke schien ihm noch nicht gekommen zu sein, während Barty ein irres Grinsen zeigte und selbst Scabior nun fassungslos zu mir sah. Dolohovs Gesichtsfarbe kam selbst in der Dunkelheit gut zur Geltung, da es wachsbleich hervorleuchtete. Ja, es gehörte viel dazu, sich mit Lucius und seiner Familie anzulegen und Dummheit war hier ein vorherrschendes Attribut. Dass Dolohov so bescheuert war, auf Bellatrix‘ Hetzerei und ihre Plattitüden hereinzufallen, zeigte nur, wie blind er vor Machtgier war. Soeben begann Antonin unter dem harten Griff von Fenrir zu zittern und zu schlottern wie ein kleines Schulkind, jedoch verbot er es sich anscheinend, einen Ton von sich zu geben.

„Ja, Fenrir, Scabior und Barty… Antonin!“, mahnte ich die Anwesenden nennend. „Was soll ich sagen, wir haben hier eine nette kleine Verschwörung“, lag eine Prise Wehmut in meiner Stimme. Immer und überall musste man auf das Schlimmste vorbereitet sein und ich schüttelte übertrieben betrübt mein Haupt.

„Uhhh, wie unerhört“, mischte sich Barty mit diesem amüsierten und daher irre anmutenden Timbre ein und drehte sich einmal mit weit ausgebreiteten Armen in der zu engen Gasse im Kreis.

„Futter“, schrie er auf einmal gackernd auf und ich wandte King und Scabior den Rücken zu und schlenderte fast schon vertraut auf den Dementor zu, während Barty wie verrückt kicherte.

Fenrirs Augenbrauen gingen weit in die Höhe, Dolohovs Mund ging weit auf und selbst der Kopf des Dementors fuhr überrascht zu mir herum, dabei schwebte er mir zögerlich entgegen. Er neigte fast schon demütig sein Haupt vor mir, sodass ich den schwarzen, schorfigen Schlund ausmachen konnte, der sich gierig offenlegte und sich mir in all seiner abgrundtiefen Hässlichkeit präsentierte.

Als ich nickte war es, als würde ich einen Schalter bei diesem bösartigen Wesen umlegen, es ließ jedwede Zurückhaltung, dessen es fähig war, fahren und stürzte sich in einer einzig fließenden Bewegung auf sein Opfer. Der schwebende Schatten schoss nach vorne, packte mit seinen extrem langen, dünnen, schleimigen und doch so kräftigen Händen King am Hals.

„Ahhhh“, fing dieser wie am Spieß an zu schreien, als dieser gestandene Mann mit erstaunlicher Leichtigkeit bis auf die Zehenspitzen hochgezogen wurde und steigerte seine Panik zu einem markerschütternden Schrei, weil die Kapuze des Wesens zurückglitt. Der gierige, weit aufgerissene, grindige, widerliche Schlund des Dementors kam für alle gut erkennbar zum Vorschein und er holte rasselnd Atem, was dazu führte, dass die Panik von King in ein Crescendo unvorstellbarer Lautstärke gipfelte.

„Fuck…“, versuchte Dolohov verängstigt zurückzuweichen, doch gegen den Griff von Fenrir kam er nicht an, hatte wenig Glück. „Der Kuss…“, hauchte er ergriffen und der blanke Horror lag in dieser Aussage.

Indes wandte ich meinen Blick wieder ab und beobachtete fasziniert, wie Barty gebannt dabei zusah, wie der Dementor heißhungrig den weißen Dunst, der aus John Kings weit offenem Mund ausging, einsog und inhalierte. Wir waren Zeugen eines Dementorenkusses, wobei dieser nur im weitesten Sinne ein Kuss war. Ich war mir sicher, dass Barty dabei sich selbst vor Augen hatte, als man ihm damals seine Seele entrissen hatte. Seine Emotionen spiegelten sich auf seinem Antlitz wider. Schmerz, Angst, Trauer und Furcht, gemischt mit Faszination, während er gefesselt von dem Anblick war und ich fühlte mich zurückversetzt in mein drittes Jahr, als ich hatte zusehen müssen, wie Sirius und Harry dabei gewesen waren, ihre Seelen zu verlieren und plötzlich passierte es und ich war zu meinem Leidwesen nicht mehr in der Lage, es zu verhindern. Es kam wie von selbst und ich fühlte, wie sich meine Augen veränderten und weiß wurden, der White-Eye-Effect setzte ein.

Es war, als würde ich einen mich beengenden Kokon abstreifen und atmete tief durch. Jetzt nahm ich alles wieder ganz anders wahr, viel klarer, scharfkantiger, denn ich konnte die andere Welt hinter dem Schleier flirrend und fieberhaft wartend ausmachen. Ich erlebte, wie der Dementor regelrecht zu glühen begann und viel plastischer wurde, nachdem er die Seele vollends verschluckt und in sich aufgenommen hatte. Zurück blieb ein brabbelndes, hirnloses und seelenloses Wesen, dessen Körper grau und dumpf an der Wand hinab glitt, als der Dementor endlich von ihm abließ. Es war schlimmer als der Tod, nun so dahin zu vegetieren.

Lebendige Wellen der Kraft und Stärke gingen nun von dem unheimlichen, in der Luft gleitenden Dementor aus. Die klamme Kälte in der Gasse nahm zu und diese wirkte mit einem Schlag noch düsterer. Während der Dementor auf einmal größer und dominierender in der Gasse schwebte war es, als würde seine schattenhafte, schwarze Gestalt vor unseren Augen wachsen, wobei auch seine Umrisse immer kräftiger wurden.

Die DeathEater um mich herum fingen an vor dessen magischer Gier, alle Gefühle und glücklichen Erinnerungen in sich aufzusaugen, zurückzuweichen, selbst die minimalen Emotionen, die sie als DeathEater noch zu bieten hatten, schienen aus ihnen heraus zu gleiten, zu ihm hin, wie mir meine Wahrnehmung vermittelte. Selbst sie bemerkten es, da es ihnen unangenehm war, hier zu sein und sie kollektiv zurückwichen. Für mich jedoch war es ein erhebendes Gefühl, dabei zu sein, wenn der Kuss vollzogen wurde und sich dieses Wesen ernährte, sich seine Stärke holte. Es war beängstigend und erbaulich zugleich, diesen Machtzuwachs hautnah zu erleben.

Ich bemerkte, wie mich das Wesen genau musterte, während ich mir meiner anderen Augen wieder bewusst wurde und wie sie in der dunklen Gasse regelrecht krass heraus strahlen mussten. Aber ich fand nicht sofort den Willen, mich wieder hinter meinem normalen Sein einzusperren, das wollte mir nicht sofort gelingen.

„Seht genau hin“, zog ich mir meine Kapuze wieder auf, um ein wenig den Schein, normal zu sein, zu wahren und wandte mich ab, verfing mich aber dann mit Bartys Blick, der mich derart gebannt anstarrte, dass ich nicht wegsehen konnte, während ich mich dazu zwang, mit Grabesstimme weiterzusprechen. „Das wird euch allen blühen, wenn ihr vergesst, wem ihr untersteht und denkt, die Macht ist euer“, wisperte ich eindringlich über die einsetzende Stille hinweg.

Nun, nachdem die panischen Schreie verklungen waren und nur noch das Rasseln der gesättigten Kreatur und das Plappern der nutzlosen Hülle, die King ab nun war, zu vernehmen waren, wurde allen bewusst, dass mit Lucius nicht zu spaßen war.

In der Zeit starrten Barty und ich uns wie hypnotisiert an, bevor ich blinzelte und endlich diesen Drang, immer so herumzulaufen, bezwang und die weißen Augen nach einem schweren inneren Kampf verbannte, indem ich meine Lider mit Gewalt zu zwang.

„Danke“, fuhr ich zu dem Dementor herum und blinzelte betont viel, da sich meine braunen Augen so falsch anfühlten, während ich dem Wesen so nahe war. „Scabior“, überspielte ich meine Unsicherheit. „Bist du so lieb, King hier wegzubringen?“, flötete ich übertrieben fröhlich, während die anderen kollektiv ihr Unwohlsein in der Nähe des Dementors nicht verhehlen konnten.

„Wohin?“, stieß Scabior überrascht aus, klang aber nicht wirklich abgeneigt, dieser Gasse und dem soeben Erlebten zu entkommen.

„Zu seiner Frau, zu seiner Familie, so er denn hat?“, wägte ich ab. „Sollen sie alle sehen, was aus jemandem wird, der den Versuch wagt, Lucius Malfoy in die Quere zu kommen“, verkündete ich süßlich und blickte mitleidlos auf King.

Ich wusste, ich verdammte King zu einem furchtbaren Dasein, ohne Seele, als ein leeres Gefäß ohne Persönlichkeit, ohne Erfahrungen, Erinnerungen, oder gar eigene Gefühle, aber ich fühlte nichts, während ich verfolgte, wie ihm der Sabber aus dem schlaffen Mund lief und Scabior ihn wenig sanft auf die Füße zog.

Dieser Mann hatte versucht, Lucius zu ermorden, das bewegte mich zu meinem Erschrecken doch so sehr, dass meine Augen schon wieder flackerten und ich ballte die Fäuste.

„Barty“, sprach ich zu ihm über meine Schulter hinweg. „Bring den Dementor zurück nach Hogwarts“, befahl ich hart, da ich dieser Verlockung entkommen wollte, welche die Nähe dieser Kreatur für mich bedeutete.

„Mein Licht, das war erhebend, das war wunderschön, das war…“, fing Barty begeistert an und bemerkte gar nicht, wie absolut fehl am Platz sein sprudelndes Entzücken war und ich verstand auch nicht, dass er nicht so etwas wie Mitleid fühlte. Schlussendlich hatte er genau dasselbe Schicksal erlitten wie King, aber da war nichts, nur eine unheimlich Euphorie, die Fenrir, Antonin und den im Aufbruch befindlichen Scabior sichtlich irritierte.

„Sofort“, knurrte ich unduldsam und fuhr ihm über den Mund, dies schien endlich auch bei Barty durchzudringen, dass der Moment der Falsche war, um in Jubel auszubrechen, denn plötzlich sackten seine Mundwinkel herab.

„Natürlich…“, meinte er lahm und gab nach und winkte den dahingleitenden Schatten zu sich, der mir rasselnd seinen Dank schickte, aber kein Zögern erkennen ließ und willig war, wieder weggebracht zu werden.

Der Dementor gehorchte mir aufs Wort, nachdem ich ihm auch noch Futter gebracht hatte mehr als gerne und sogleich verschwanden sie in einem dichten, schwarzen Nebel. Das fiel den anderen auf, mir selbst sprang es ebenfalls ins Gesicht und ich haderte innerlich mit mir, ob es mir gefallen sollte, aber nach meinem Besuch hinter dem Torbogen im Ministerium bescherte mir diese Tatsache eher eine Gänsehaut denn ein freudiges Prickeln.

„Endlich ist der weg. Ich mag das nicht, was sie verströmen.“, „Ja, sie behindern einen total. Man ist so abgelenkt, diese Kälte“, beschwerten sich Scabior und Fenrir, was mich wieder einmal bemerken ließ, wie egal mir die Anwesenheit der Dementoren war.

„Was ist mit Antonin?“, wagte sich Scabior vor, der mit King in seinen Armen kämpfte und noch nicht appariert war.

„Ohhhh“, spielte ich die Unwissende und legte übertrieben meinen Zeigefinger an den Mund, während ich mich langsam zu dem Genannten umwandte, der mich mit vielen Emotionen musterte, die sichtbar gegen seinen Willen in seiner Mimik erkennbar war, woraufhin mir ein gespielt lautes Seufzen entfuhr.

„Er ist Mitglied des Inneren Kreises, wir werden gepflegt miteinander reden“, perlten meine Worte wie vergiftete Pfeilspitzen von meinen Lippen, woraufhin ich Scabior eilig verschwinden sehen konnte. Nur Fenrir hielt noch immer den Mann an Ort und Stelle und mir war es recht. Er konnte ruhig sehen, was nun kommen würde.

„Wie du… du richtig sagst…“, versuchte Antonin mutiger zu sein als er war. „Ich… ich bin im Inneren Kreis“, warnte er mit stotterndem Protest, weshalb er lächerlich anmutete und mir nur ein sarkastisches Auflachen entlockte.

„Was bildest du Schlampe dir eigentlich ein?“, fand er über seine Wut, weil ich mich über ihn lustig machte, zu seiner alten Verachtung zurück und ich konnte nicht anders und lud weiterhin meinen Spott über ihm aus.

„Hahaha“, kicherte ich gehässig los, was ihn noch mehr empörte. „Du treibst dich zu viel mit Bellatrix rum“, meinte ich immer noch jovial, was ich mit einer scherzhaften Geste unterstrich, als er zusammenzuckte. Meine Anspielung schien verstanden worden zu sein, dass wir wussten und ahnten, dass er mit Bellatrix unter einer Decke steckte, um gegen die Familie Malfoy zu kollaborieren.

„Wasssss?“, stieß Dolohov gehetzt aus, während seine Augen hektisch die Gasse hin und her zuckten.

„Ohhh, ich denke, du weißt sehr genau, was ich meine…“, zeigte ich Zähne und zwinkerte ihm übertrieben zu, während Fenrir hinter Dolohov langsam eine Braue hob. „Und glaub nur nicht, dass ich mich um den Job gerissen habe“, erklärte ich mit Inbrunst, als ich an mein seltsames Treffen mit Lucius im Manor dachte. Das war etwas, was ich nicht zu oft brauchte, da war ich dann doch lieber in dem drögen, nassen und kalten Zelt im Wald.

„Ich… ich bin…“, versuchte er panisch, als ich meine Hand hob, um ihn am sprechen zu hindern.

„Ja, was? Unschuldig? Dass ich nicht lache“, höhnte ich gemein „Ja, denkst du, nur weil du im Inneren Kreis bist, dass ER das durchgehen lässt?“, fragte ich jetzt gespielt verwirrt, da Dolohov seine Stirn kraus gelegt hatte und mich furchtsam musterte.

„Ich… das… das…“, versuchte er den Vorwurf weiterhin mit erhobenen Händen abzuwehren, während sein Blick zu seinem zerstören Stab auf dem dreckigen Boden huschte.

„Was? Das warst du nicht? Das war kein Komplott, an dem du beteiligt warst? Schon angefangen bei der Zeremonie mit Matt Mead?“, zweifelte ich nachhallend und seufzte übertrieben laut auf, als ich seine Untaten aufzählte, was ihm eine ungesunde Blässe bescherte. „Und du weißt genau, dass Graham nur ein Opferlamm von Lucius war. Den wahren Täter hat er damit nicht bestraft. Er wollte euch nur vor Augen führen, dass er nicht dumm ist…“, schüttelte ich übertrieben mitleidig den Kopf. „Aber das ist nicht bei euch angekommen, oder?“, fragte ich so verachtungsvoll eindringlich, als würde ich mit einem Kleinkind sprechen, während er nur große Augen machte, aber anscheinend keine Worte fand, sodass ich tief Luft holte und mit den Augen rollte.

„Weißt du, was mein Auftrag heute eigentlich war?“, drang ich weiter in ihn, wobei Fenrir gespannt dastand, noch immer seine Krallen in Dolohovs Schulter verkrallt. „Nein? Keine Ahnung?“, machte ich spöttisch weiter, da keine große Reaktion von unserem Delinquenten kam „Lucius meinte, ich darf dich auch umbringen…“, ließ ich verheißungsvoll die Bombe platzen und er holte zischend Luft.

Nur weil King den Kuss des Dementors erhalten hatte und das Wesen schon gegangen war, bedeutete es in meinen Augen nicht, dass mein Auftrag schon erledigt war und diese Erkenntnis schien auch Dolohov gerade zu dämmern. Blinde Angst offenbarte sich nun in seinem Blick.

„Was?“, stieß er atemlos aus und setzte sich zur Wehr, wollte Fenrir abschütteln, aber dieser knurrte nur böse auf, was dazu führte, dass Dolohov erstarrte und hektisch schluckte.

„Was?“, äffte ich ihn nach. „Das darf ich nicht…? Doch das dürfte ich“, servierte ich eiskalt. „Rechts und Links stehen zusammen, denkst du, da würde der Lord nach ihrer Beratung anders urteilen?“, meinte ich aufrichtig und die unterschwellige Drohung, was ihm blühte, war eigentlich gar keine mehr, da sein Ende klar und deutlich für ihn ersichtlich wurde.

Und auf einmal hatte ich Spaß an meinem Auftrag und ich erkannte die Möglichkeit, auch Fenrir einen Schreck einzujagen. Nachdem er dank Lavender aufgedeckt hatte, dass ich meinen ersten Trupp vernichtet hatte, war es vielleicht gar nicht schlecht, wenn er ein wenig Respekt vor mir bekommen würde und so geschah es rasant. Ich schlug die Augen nieder und wartete eine Sekunde, während ich mein Kinn hoch hinauf reckte und dann öffnete ich langsam meine Augen wieder, sah sie mit den weißen Pupillen und weißer Iris an und wartete auf ihre Reaktionen, die auch sofort einsetzten, dabei rutschte mir meine Kapuze vollständig vom Kopf.

„Waaaaa…“, kam es erschrocken von Dolohov, der nach hinten ausweichen wollte, aber da Fenrir hinter ihm stand prallte er an eine unbewegliche Wand aus Fleisch, Muskeln und Knochen.

„Wow, Püppchen“, klang der Schock bei Fenrir minimal. „Was für ein schönes Licht“, zeigte Fenrir sich spöttisch und wenig beeindruckt, wobei er Bartys Kosenamen für mich nutzte, damit überspielte er sein Erstaunen mehr als gekonnt. Aber was sollte man von einem Alpha anderes erwarten? Wenngleich sehr wohl der Ausdruck von Unverständnis und Angst vor dem Unbekannten über sein barbarisches Antlitz huschte.

„Was zur Hölle ist das?“, brauste Dolohov auf, während meine glühend weißen Augen in der Dunkelheit der Gasse leuchteten.

„Das?“, deutete ich übertrieben nachfragend auf mein Gesicht zu meinen Augen hin. „Eine Gabe, die der Lord sehr zu schätzen weiß“, servierte ich bösartig und genoss dieses blanke Entsetzen, das sich in seinen Augen widerspiegelte, als er erkannte, dass die Familie Malfoy dem Lord mehr zu bieten hatte als nur Reichtum, Ansehen und einen uralten Namen.

„Wie?“, wisperte er furchtsam und ich lächelte ihn schadenfroh an, während ich mein Haupt schüttelte.

„Das werde ich dir nicht auf die Nase binden…“, tat ich geheimnisvoll kund. „Aber lass dir gesagt sein, wenn Lucius fallen würde, würde Severus als Bezwinger Dumbledores seinen Platz einnehmen und auch wenn er weg wäre, würden weder du noch andere nachziehen, dann käme Draco…“, zählte ich spitz auf und zog alle Erwägungen, die Bellatrix und Co. in Bezug auf die Höhe ihrer Chancen standen, im Rang aufzusteigen, mehr als nur in Frage. Ich zeigte ihre Unmöglichkeit auf.

„Oder du?!“, kam es reichlich süffisant von Fenrir, dessen Reißzähne sich verheißungsvoll offenbarten. Eine Option, der ich keine Rechnung tragen wollte, weshalb ich seinen Einwurf überging, dabei war das schnelle und abgehackte atmen Dolohovs laut zu vernehmen.

„Denkt ihr wirklich, der Lord wäre euch dankbar, von uns befreit zu werden? Ihr, die ihr ihm nichts Gleichwertiges zu bieten habt? Uhhh… siehst du, Antonin“, sprach ich ihn sehr vertraulich an und blinzelte, woraufhin er zusammenzuckte, „wie aussichtslos und absurd euer Unternehmen ist? Du solltest dir deine Gefährten und Partner zukünftig besser wählen…“, ging bei meiner Aussage ein Ruck durch Dolohov. Doof war er wahrlich nicht, selbst bei seiner vorherrschenden Furcht drangen meine Worte verständig in sein Hirn und mein Angebot ging nicht in seiner Panik unter.

„Warum…“, brach seine Stimme und ich schnaubte nur abfällig. Mit Sicherheit würde ich ihm meine Gründe nicht offenlegen. „Warum willst du mich leben lassen?“, hauchte er hoffnungsvoll und betete, dass er keine falsche Vermutung aussprach, woraufhin ich höhnisch auflachte, da ihm nicht viele Optionen offen standen. Entweder er würde mein Angebot gleich annehmen, oder halt eben nicht, ich war hier völlig schmerzlos.

„Weil du, Antonin, hier und gleich auf die Knie gehst und einen unbrechbaren Schwur mir gegenüber schwören wirst, dass du, Antonin Dolohov, der Familie Malfoy ab nun treu ergeben sein wirst und ihr treu bis in den Tod dienst“, forderte ich forsch und weidete mich mit Genuss an dem Grauen, das in seiner Miene ersichtlich wurde, als ihm klar wurde, dass ich ihn ab nun in den Händen hätte und zwar mit Haut und Haaren. „Aber wenn du das nicht willst, auch gut, dann werde ich dich hier und jetzt töten…“, bot ich ihm schonungslos an, dabei blitzten meine Augen auf und ließen ihm ein kleines Wimmern über die trockenen Lippen entkommen. „Also, überleg gut“, mahnte ich leise, „und schnell, meine Geduld ist bald zu Ende!“, drohte ich schamlos, während ich erleben durfte, wie Fenrir über Dolohovs Schulter schmunzelte, weil ich Angst und Schrecken verbreitete.

Mein Angebot war leicht, friss oder stirb, und ich dachte Antonin gut genug zu kennen, um seine Wahl vorauszuahnen. Irgendwie begann Antonin auf einmal zu zittern, es erfasste seinen ganzen Körper, sodass selbst Fenrir von ihm abließ, was Dolohov nur noch mehr taumeln ließ. Vielleicht glühten meine Augen noch mehr. Wer konnte das schon sagen? Antonin sackte geschlagen vor mir auf die Knie und Fenrir übernahm den Part des vollziehenden Zeugen beim unbrechbaren Schwur. Alles wurde zu meiner Zufriedenheit erledigt und so wandte sich schlussendlich der zauberstablose und sichtbar mitgenommene Antonin ab und schlich wie ein geprügelter Hund von dannen. Er stolperte ausgelaugt die Gasse hinab und stoppte vor Patrick, da dieser noch immer den Eingang zur selbigen bewachte.

„Antonin“, hallte meine harte Stimme sehr vertraulich durch die Stille und er erstarrte zu einer Säule und wandte sich nur ganz langsam zu mir um, dabei konnte er seine Angst vor mir nicht ganz verhehlen, gerade für einen DeathEater sehr peinlich. „Ich habe nichts dagegen, dass du Angst und Schrecken verbreitest, indem du ihnen sagst, dass ich… unheimlich bin… aber der Rest sollte unter uns bleiben“, drohte ich unverhohlen, woraufhin er sich auf die Unterlippe biss. Anscheinend war mein Anblick für ihn wirklich angsteinflößend gewesen und so bedeutete ich ihm herrisch, zu verschwinden, doch Patrick ließ ihn erst nach einem Nicken von mir passieren.

Das zufriedene Gefühl, einen Erfolg verbuchen zu können, bemächtigte sich meiner. Es war in ungefähr so, wenn ich ein Ohnegleichen auf einer Arbeit ausmachen konnte, diese tiefe Befriedigung, die dann von mir Besitz ergriff, darüber eine Aufgabe erfolgreich abgeschlossen zu haben. Versonnen schlug ich die Augen nieder und verbannte meine weißen Augen. Als ich wieder meine normalen Augen aufschlug, blickte ich direkt Fenrir an, der mich weiterhin mit einem sonderbaren Gesichtsausdruck musterte. Auffordernd legte ich meinen Kopf schief. Wenn er jetzt sprechen wollte, sollte er es tun, aber er regte sich nicht und so zuckte ich schlussendlich mit meinen Schultern und beschwor meinen Patronus, die Elster.

„Es ist getan…“, meinte ich neutral. „King hat den Kuss der Dementoren erhalten, angemessen, wenn du mich fragst und Antonin“, senkte ich meine Stimme vertraulich gegenüber Lucius, „wegen Antonin… Antonin… gehört nun dir. Er ist an die Familie per unbrechbarem Schwur bis zum Tode gebunden. Fenrir ist der Zeuge“, legte ich meinen Bericht ohne jegliche Emotion ab und senkte meinen Stab, woraufhin sich die Elster wie ein rasender, grell leuchtender Blitz in die Lüfte erhob und auf Nimmerwiedersehen in der rabenschwarzen Nacht entschwand.

Durchaus erleichtert blickte ich meinem Patronus hinterher, aus tiefstem Herzen sehr froh, dass ich Lucius nicht persönlich gegenüberzutreten brauchte, bis mich Fenrir aus meinen Gedanken riss, da ich bemerkte, wie er schnuppernd näher kam. Seine Miene war weiterhin unleserlich und das ärgerte mich. Fand er mich nun abstoßend? War er auf Distanz? War er verunsichert? Zur Hölle, was dachte er? Unfassbar, dass mich das beschäftigte.

„Was?“, kam es daher auch reichlich aggressiv von mir und ich stemmte meine Hände in die Seiten. Es bereitete mir Unbehagen, nicht zu wissen, wie er mit dem Wissen um meine Augen zu mir stand und das war das Beunruhigende daran. Was interessierte mich, Hermione, beste Freundin von Harry Potter, was Fenrir Greyback von mir dachte?

„Nichts…“, meinte er lapidar und zu allem Überfluss zuckten auch noch seine Mundwinkel verdächtig. Es war, als würde er in Lachen ausbrechen wollen und das konnte ich gar nicht nachvollziehen und runzelte die Augenbrauen. „Was bist du?“, kam es vorsichtig von ihm.

„Was soll ich sein?“, hielt ich stur dagegen. Mir lag nichts daran, mein Anderssein genau dazulegen, genauso wenig wie er gerne über seine Lykanthropie sprach. Seiner Meinung nach hatte man sie als gegeben hinzunehmen, ähnlich hielt es der Lord mit seiner Hässlichkeit seit seiner Wiederkehr von den Toten und genauso wollte ich es halten.

„Naja… normal bist du schon nicht… ein Licht?“, saß ihm augenscheinlich der Schalk im Nacken, als er zum Ende hin Barty nachäffte und mir bedeutete, mit ihm die Gasse zu verlassen.

„Ich… ich bin nichts Besonderes und schon gar kein Licht, hör mit dem Unsinn auf… bitte…“, wehrte ich entschieden ab und erreichte einen wenig schmeichelhaften Lachanfall bei ihm, während ich mir meine Kapuze tief ins Antlitz zog.

„Hahaha, das war der Witz des Jahres“, amüsierte er sich noch immer, während er an Patrick vorbei schlenderte und diesem großzügig zunickte, dass seine Arbeit, die Gasse vor unerwünschten Besuchern zu schützen, erledigt war und dieser verschwand daraufhin eilig. Fenrir umfasste meinen Arm und zog mich wieder in den Henker, zu unserem Ausgangspunkt zurück.

„Komm, nach dem Drama hab ich Durst, lad mich ein, du hast genügend Kohle!“, verlangte er selbstherrlich, aber ich tat, was er forderte und winkte der drallen Bedienung, uns etwas zu bringen, während wir wieder die finstere Ecke ansteuerten, die wir zuvor verlassen hatten.

„Püppchen, Püppchen… was war das nur?“, fragte Fenrir schließlich kopfschüttelnd, nachdem er mich einige Zeit mit seinen eindringlichen Augen gemustert hatte. „Selbst der Dementor hat auf dich gehört…?“, unterbrach uns die Bedienung, die zwei schäumende Humpen Ale vor uns ablud und hüftschwingend davoneilte als hätten wir die Pest.

„Schsch“, mahnte ich und wob eilig den Muffliato um uns herum, während er einen großen Schluck trank.

„Du gibst die Geheimnisvolle?“, lachte er rau auf und wischte sich ordinär den Schaum mit seinem Handrücken vom Mund ab.

„War ich je anders?“, gab ich kokettierend zurück und konnte die aufkeimende Erleichterung, dass er nicht anders als sonst mit mir umging, zurückhalten.

„Antonin Dolohov hat sich fast in die Hosen gemacht, als er dich ansehen musste“, fing er erneut an zu glucksen. Ein Ton, der zu dem ansonsten Furcht einflößenden Werwolf nicht passen wollte. „Hahaha, das war genial. Die Augen sehen so geil aus!“, kam es unerwartet aufrichtig von ihm und das raubte mir kurz die Luft.

„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“, echote ich überfordert und doch erinnerte ich mich daran, wie mich Severus ansah, wenn wir Sex hatten und ich meine anderen Augen bekam. Wie Severus regelrecht darum bat, dass ich sie annehmen sollte, während er bei mir war. So ein ähnliches Funkeln konnte ich nun in Fenrirs Augen ausmachen.

„Doch… ich mag sie…“, bekräftigte er seine Aussage und nickte eindringlich, während ich große Augen machte. „Was ist mit den Händen des Lords, deinen Lovern?“, wollte er nun neugierig erfahren und ich runzelte die Stirn und wog ab, ob ich antworten sollte, doch dann zuckte ich mit den Schultern.

„Sie mögen sie auch“, bestätigte ich, dass sowohl Severus als auch Lucius von meinen Augen, von meinem Anderssein wussten und ich sah nicht ein, weshalb ich lügen sollte, ob es bei Draco auch so war? Ich nahm es an, aber ich wusste es nicht, wir sprachen nicht gerne über mein anderes Sein.

„Hmpf, das dachte ich mir“, meinte er mehr zu sich selbst als zu mir und biss seine Zähne fest zusammen.

„Aber… du konntest dir nicht sicher sein“, grinste ich ihn aufrichtig an und führte nun meinen Humpen zum Mund, da sich mein Mund schrecklich trocken anfühlte.

„Okay“, wurde er mit einem Schlag sehr ernst und ich leckte mir meinen Schaum mit der Zunge von der Lippe. „Warum hast du alle weggeschickt und mich nicht, du hättest einen einfachen Petrificus Totalus werfen können und er wäre so oder so bewegungslos gewesen“, offenbarte Fenrir, wie viel er mittlerweile von Magie wusste und wie gut er mich durchschaute.

„Fenrir, du vergisst den Schwur“, mahnte ich verschmitzt und sprach seine Zeugenrolle bei selbigem an.

„Es gibt genügend andere bindende Eide“, tat er meinen Einwand mit einer verächtlichen Geste ab.

„Ahh, ich bin zufrieden mit Lavender. Sie scheint gute Arbeit zu leisten“, lobte ich und registrierte das Aufflackern in seinen Augen.

„Lenkst du gerade ab?“, fragte er provozierend und wackelte mit seinen buschigen Brauen.

„Fuck, dass dir das auffällt… haha… aber nein, ich habe dich nicht weggeschickt, weil ich weiß, dass du schweigen wirst, so wie Antonin nichts sagen wird“, zog ich ein überzeugtes Resümee, das er mit einem durchdringenden Blick quittierte.

„Aber er ist dazu gezwungen“, gab Fenrir nachdrücklich zu bedenken und jetzt zuckten meine Mundwinkel verräterisch.

„Soll ich dich auch zwingen?“, schoss ich sofort ohne zu zögern hinterher und ich genoss unsere hohe Kunst, uns zu belauern und zu umschleichen. Wie wir abwogen, inwieweit wir uns trauen konnten und wie nützlich, oder gefährlich unser neues Wissen für uns werden konnte.

„Kannst du das?“, entgegnete er neutral. Er wusste nicht, wie er mein Sein einzuschätzen hatte und das schien ihm gar nicht zu passen.

„Ach… schon wieder so eine Frage, du bist schlimm… Fenrir“, mahnte ich gespielt kokett mit erhobenem Finger, wobei ich aber nicht bereit war, ihn einzuweihen.

„Nicht schlimmer als du… Püppchen“, benützte er meinen Spitznamen vorsichtig, so als müsste er testen, ob dieser noch zu mir passte und ich lehne mich weiter zurück und musterte ihn, wohl verborgen von meiner Kapuze, mit nun verschränkten Armen.

„Fenrir, ich kann es dir nicht sagen… es ist ein…“, erklärte ich mit Bedauern, ein aufrichtiges, wie ich selbst erstaunt feststellte, aber das Wissen um mein Dasein als SoulGatherer war ein Trumpf, den ich nicht so einfach verspielen konnte.

„Geheimnis?“, röhrte er verächtlich und fletschte die Zähne.

Das führte dazu, dass die Bedienung, die gerade unseren Tisch passierte, vor Furcht ihre Bestellung fallen ließ und eilig davonlief. Es war ihr nachzusehen, wenn Fenrir die Beißerchen zeigte, war das kein schöner Anblick.

„Ich lebe nach einer Regel“, hob sich bei mir eine Braue, die ihn aufforderte, weiterzusprechen. „Vertrau deinen Instinkten, wenn dir was verdächtig vorkommt, wenn dir jemand verdächtig vorkommt, dann hör auf dein Gefühl“, erklärte er inbrünstig und ich schluckte. „Versuche nicht, positiv zu denken, bloß weil du nett sein willst, warte nicht ab, weil du Sorge hast, falsch zu liegen. Sicherheit geht klar vor. Alles andere kann später immer noch kommen“, servierte er mir charmant und grinste wölfisch, während ich mir seine durchaus guten Vorsätze durch den Kopf gehen ließ. An sich machte er es nicht anders als ich, wenn ich alleine einen Auftrag ausführte.

Ich ließ mich dann immer treiben, reagierte vorwiegend auf die Geschehnisse und zwar ohne Wenn und Aber und ohne Rücksicht, oder falsche Anteilnahme. Er hatte Recht, gerade er, der die anderen Mitglieder seines Rudels schützen musste, konnte sich danach immer noch Gedanken darüber machen, ob er falsch oder richtig handelte.

„Vielleicht sage ich es dir, wenn wir das alles hier überstanden haben“, kam es zuvorkommend von mir und plötzlich, mit einem Schlag, sah er viel versöhnlicher aus. „Aber vorher, nein“, erklärte ich klipp und klar und durfte erleben, wie ein eigenwilliger Zug in sein wenig ansehnliches, aber sehr markantes Antlitz Einzug hielt.

„Du willst, dass ich grabe, suche und finde?“, fragte er aufreizend, sich der Provokation bewusst. Jetzt wusste ich auch, was ich sah. Der Jäger war in ihm erwacht, aber was ich fühlte war Freude, keine Furcht.

„Hahaha“, lachte ich schallend laut auf. „Viel Spaß! Ganz, ganz viel Spaß dabei…“, schüttelte ich amüsiert mein Haupt. Ich traute ihm viel zu, aber das nicht.

Wenn er ahnen würde, wie lange ich gesucht hatte, um eine Antwort zu finden, würde er vermutlich davor zurückschrecken, sollte er es ruhig versuchen. Es würde köstlich sein, ihn dabei zu beobachten, wie beschäftigt er ab nun war und vielleicht lenkte ihn das von Lavender ab.

Hermiones Sicht Ende

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Lilo
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BeitragThema: 570. Kapitel Fallen down   Di Okt 18, 2016 7:23 pm

570. Kapitel Fallen down

Severus Sicht

Das prätentiöse Drama mit den Vampiren hatte noch lang und noch länger gedauert. Wenn sie wirklich eines hatten, dann Zeit!

Es war furchtbar nervig gewesen, dieses ganze Debattieren und Diskutieren und bevor Radu zum Biss ansetzen hatte können, hatte ich Weasley aus den Katakomben hinaus komplimentiert. Wir waren damit verblieben, dass ihm Zeit blieb, darüber nachzudenken, auch wenn sie nicht erbaut darüber gewesen waren. Wie auch immer er sich entscheiden würde, dank mir hatten die Vampire vor dem jungen Mann ein wenig die schönen Masken sinken lassen und ihn eher mit der zu erwartenden Realität konfrontiert und ab nun war es tatsächlich Charlie Weasleys Wahl, für welches Schicksal er sich schlussendlich entscheiden würde.

Jetzt saß ich hier im Malfoy Manor, um die nächste Nervensäge gegen meinen Willen zu unterhalten. Seine Laune war wie die meiste Zeit letztens brutal mies und wer durfte es ausbaden? Genau, ich leidendes Individuum, das ich war. So saßen wir zusammen in dem kleinen Salon, sein Favorit unter Lucius‘ Zimmerflut. Der Mann hatte eindeutig zu viel Platz, das stand ebenfalls fest, als wir unterbrochen wurden, da sich vor ihm ein Patronus manifestierte:

„Es ist getan…“, verkündete ihre kühle, geschäftige Stimme, während die Elster vor uns in der Luft kräftig mit den silbrig leuchtenden Flügeln schlug. „King hat den Kuss der Dementoren erhalten…“, legte sie eine kleine Pause ein, auf dass die Nachricht ihre Wirkung entfaltete.

„Wie einfallsreich“, murmelte Lucius daraufhin süffisant und auch ich hob langsam eine Braue. Eine von ihr interessant gewählte Art der Bestrafung. Ihre Stimme sprach weiter und wurde durch den Schnabel des Vogels wiedergegeben.

„Angemessen, wenn du mich fragst“, meinte sie nun weiter und alles an ihrer Aussage war herauszuhören, nur keine Frage. Wieder zuckte meine Braue, nur diesmal noch höher. Sie war mehr als mies gelaunt. Was konnte der Grund für ihre Frostigkeit sein? Als Lucius meines Blickes gewahr wurde, zuckte er mit den vornehm verpackten Schultern und zeigte eine zu gleichgültige Miene, als dass sie ehrlich sein konnte, und mein Instinkt riet mir, hier genauer nachzuhaken. Das schien spannend werden zu können.

„Und Antonin…“, begann sie stockend und meine Brauen wollten sich gar nicht mehr senken. Antonin? Seit wann so innig? Auch Lucius bemerkte diese neue Ansprache und lüpfte nicht weniger irritiert die so helle Braue. „Wegen Antonin… Antonin… gehört nun dir, er ist an die Familie per unbrechbarem Schwur bis zum Tode gebunden. Fenrir ist der Zeuge“, löste sich bei ihrem letzten Satz schon die Elster in Luft auf und ihre Stimme verhallte im nun stillen Zimmer.

Ich schwenkte mein Glas, während Lucius seinen Stock in Händen rollte und wir sinnierten über die Nachricht, beziehungsweise sinnierte ich eher über den Ton selbiger.

„Sie ist schnell“, kommentierte ich trocken und brach die Stille, während Lucius mir eine sichtbar überraschte und daher selten gesehene Miene schenkte.

„Wohl wahr“, nuschelte er absolut unbegeistert und nippte an seinem breiten und bauchigen Brandyglas, in dem die bernsteinfarbene Flüssigkeit verheißungsvoll wartete.

„Passt es dir nicht?“, schnarrte ich explizit daher und genoss seine gequälten Züge, als er seinen Drink schluckte. „Du hättest Dolohov lieber gehäutet, oder?“, fragte ich sarkastisch nach und schürzte übertrieben die Lippe und er konnte es gar nicht ab, da es derart offensichtlich war, was er am liebsten getan hätte. Daher ersparte er sich eine Antwort und warf mir nur einen langen, taxierenden Blick aus sehr grauen Augen zu.

„Du musst zugeben, was sie getan hat, mag weniger schmerzhaft sein, wobei bei Dolohovs Stolz bin ich mir da nicht sicher. Du kannst nun sicher sein, dass er auf deine Seite ist. Was willst du mehr?“, hob ich nun mein Glas und nippte an der scharf-würzigen Flüssigkeit. „Sie war sehr rational in ihrem Handeln und du wärst viel zu sauer gewesen, um derart kühl zu agieren“, wagte ich mich mit meiner Vermutung weit vor, aber irgendjemand musste ihm die Wahrheit sagen. Nur weil sein Stolz angeknackst war, würde ich ihn nicht mit Samthandschuhen anfassen.

„Ich hätte mich sehr wohl im Griff gehabt“, entgegnete er leicht kindisch, woraufhin ich mir ein spöttisches Lächeln untersagte.

„Jaaaa“, lag großer Zweifel in meiner Stimme. Natürlich war es wahr. Gewöhnlich handelte Lucius immer kühl und überlegt, aber bisher hatte es niemand von unserer Seite gewagt, den Zauberstab gegen ihn zu erheben.

Das war eine neue Dimension und ich bezweifelte offen seine Contenance gegenüber dieser Bagage, die es wagte, einen kleinen Aufstand anzuzetteln. Das zeigte ich auch offen, während er insofern die Kontrolle fahren ließ, da er sein Glas schwungvoll, laut klirrend abstellte.

„Schade, dass Antonin überlebt hat“, gestand er dann widerwillig und ich schmunzelte.

„Das meinst du gar nicht ernst. Tot würde er dir weniger nützen als jetzt, derart gebunden, und deshalb hast du ihr den Auftrag gegeben“, kam es aufmunternd von mir, woraufhin sein ironischer Blick zu mir zuckte und er seine Züge zu einer Grimasse verzog.

„Mag sein, Severus, wie auch immer, es ist wohl gut, dass ich auf deinen Rat gehört und sie damit beauftragt habe. Denkst du, es hat ihr geholfen, ihrem Sein Raum zu geben?“, formulierte er seine Gedanken und leicht fiel ihm das nicht. Es war ihm hoch anzurechnen, dass er ihre Gesundheit über seine Rache stellte.

Denn ihm wie auch mir war gegenwärtig, dass Hermione niemals einen Unschuldigen den Dementoren zum Fraß vorgeworfen hätte. In unseren Überlegungen hätte sie auch einen Inferi aus King machen, oder ihn schlicht töten können, um ihm die Seele zu entreißen. Es gab zig Möglichkeiten, die ihr offen standen, um Rache zu nehmen und gleichzeitig ihr anderes Sein zu befriedigen, nur dass sie dafür einen triftigen Grund benötigte, um so weit aus sich herauszugehen und auf ihr einmaliges Können zurückzugreifen.

„Ja, das denke ich. Es war nötig und gut. Ich finde es köstlich, zu erleben, dass sie ohne unsere Intervention selbst eine derartige Bestrafung ersonnen hat“, erklärte ich reichlich mitleidlos, aber King und Co. waren einfach nur dämlich

„Ja, sie ist einfallsreich…“, flüsterte Lucius leise und wirkte etwas abwesend, bis ich mich aufrichtete und meine Bewegung seine Aufmerksamkeit auffing.

„Trotzdem scheint euer Gespräch irgendwie sonderbar verlaufen zu sein. Weshalb?“, bohrte ich, gemein wie ich war, nach und erlebte, dass meine Neugierde Lucius nicht passte.

„Unfug!“, meinte er für meinen sezierenden Geschmack zu schnell und redete eilig weiter. „Zu etwas ganz anderem, Severus. Wir haben ein Problem“, begann er und ich seufzte übertrieben.

„Haben wir das nicht ständig?“, tat ich reichlich zynisch ab, doch kannte ich es nicht anders von ihm. Mein Pfau hatte ständig irgendwelche Wehwehchen, ob tatsächliche oder eingebildete, das war dahingestellt, aber es war ständig etwas, was sein Gemüt erregte und was der Lösung bedurfte.

„Xenophilius Lovegood, dieser alte Querulant“, grollte er auf einmal düster und warf seine Haare in einer heftigeren Geste über die Schulter.

„Mhm“, musste ich diesen doch sehr abrupten Themenwechsel erst verdauen. „Ja, er war noch nie leicht und seine Tochter ist ein echter Sonderling“, stöhnte ich mitleidig mit mir selbst und sah das so blonde und so eigenwillige Mädchen vor mir, wie sie in meinem Unterricht vor sich hin summte. Aber nichts konnte ihre gutmütige Ader durchdringen, es war zum Brechen, da sie zu gut für diese Welt erschien.

„Ich bitte dich, dieser Typ ist eine Beleidigung für´s Auge“, rissen mich Lucius‘ vor Verachtung triefende Worte aus meinen Gedanken und ich musste mir den Mann Xenophilius Lovegood erst mal vor mein geistiges Auge rufen.

„Bitte?“, hauchte ich erstaunt darüber, wie blind Mann wortwörtlich sein konnte. Lovegood sah Lucius mit seinen weißblonden Haaren erstaunlich ähnlich. Beide hatten mit Sicherheit den ein, oder anderen Verwandten in ihrer Linie, der sich Malfoy oder Lovegood schimpfte. Reinblütige Familien waren doch alle irgendwie miteinander verschwägert. Doch sein bohrender Blick warnte mich schon mal vorsorglich, nicht das Falsche zu sagen, weshalb ich mich wohlweislich geschlagen gab und etwas anderes anführte: „Mir geht eher Luna Lovegood mit ihrer verträumt verrückten Art gefährlich auf die Nerven!“ Ich hob die schwarz verpackten Schultern an. „Was soll also mit Lovegood sein?“

„Der Klitterer verbreitet die Wahrheit“, entfuhr es Lucius entrüstet und er ruckte etwas hoch, dabei zeichnete sich sein markantes Profil scharf vor dem flackernden Kaminfeuer ab.

„Oh, wie schändlich“, unterbrach ich ihn zynisch und ließ meinen ungezügelten Spott los. „Dass so ein Schundheft solch qualifizierten, journalistisch einwandfreien Medien, wie zum Beispiel dem Tagespropheten, etwas voraushat. Es ist eine Schande, dass diese -seriösen- Medien zu ängstlich sind und ein Klitterer daher kommen muss, um aufzuzeigen, wie es wirklich ist und was in der magischen Welt verschwiegen wird… das ist… ich bin sprachlos, Lucius…“, schüttelte ich betrübt mein schwarzes Haupt.

„Ach“, entfuhr es ihm entrüstet, „behalt doch deinen Spott für dich, Severus“, verzog er seine aristokratischen Züge zu seiner Grimasse.

„Was?“, fragte ich jetzt ernster nach, da Lucius mir mit seinem Verhalten zeigte, dass es ungemütlich werden könnte.

„Der Klitterer hat sich zum Widerstandsorgan gemausert“, beschied Lucius mit der ihm innewohnenden Verachtung für alles und jeden, der ihn tangierte und plötzlich beschlich mich eine düstere Vorahnung und da ich mich ab nun weigerte, etwas zu äußern, legte Lucius nach: „Diese Harry Potter Artikel müssen aufhören. Er ruft ständig zu seiner Unterstützung auf!“

Er beschwerte sich in meinen werten Ohren recht weinerlich, weshalb nun ich meine Züge leidlich verzog.

„Weil?“, meinte ich, da ich Arbeit roch, wo ich keine sehen wollte.

„Weil“, betonte er das Wort gedehnt, „der Innere Kreis, dem du auch angehörst, Zeter und Mordio plärrt“, kam es verschnupft und zum Ende hin regelrecht patzig, als würde ihn das Murren und Jammern der anderen DeathEater jucken.

Ich entrang mir ein Seufzen, denn aufrichtiges Mitleid konnte ich nicht aufbringen. Sollte er mal Dumbledore und McGonagall ertragen und von denen in die Mangel genommen werden, dann wüsste er, was ein wahres und nicht auszuhaltendes Martyrium war.

„Und jetzt willst du, dass ich losziehe und Lovegood mundtot mache?“, fragte ich aufreizend, dabei lag ein strafender, knallharter Blick aus grauen Augen auf mir. „Oder?“, bemüßigte ich mich nachzufragen.

Geistig sah ich das kleine blonde, verträumte Mädchen vor mir, das früher eine wahre Außenseiterin gewesen war, der ihre Sachen von ihren eigenen Kameraden entwendet worden waren, die aber nie die Hilfe der Lehrer gesucht hatte. Ich sah das Mädchen, das von Anbeginn an die Thestrale gesehen hatte, da ihre Mutter Pandora wörtlich die Büchse geöffnet und es geschafft hatte, sich selbst umzubringen. Was für eine Glanzleistung, aber sie hatte es hinbekommen, dass ihre Tochter sogar noch hatte zusehen müssen. Es hatte damals in allen Zeitungen gestanden. Meine Erinnerungen drifteten weiter zu meiner Schulzeit und ich erinnerte mich noch an Pandora, das ebenfalls kleine blonde Mädchen mit silberblauen Augen, aber anders als ihre Tochter war sie damals aufgeschlossener, beliebter und doch auch sehr eigenwillig in ihrem Wesen, in ihrem Wissensdurst und ihrem Bestreben, Neues zu entdecken, gewesen.

„An was denkst du?“, riss mich Lucius‘ leise Frage aus meinen Gedanken und mein Blick ging von den zuckenden Flammen wieder zu ihm.

„An Pandora“, gab ich unumwunden zu und hob eilig mein Glas an, um einen Schluck zu trinken.

„War das nicht die Braut…“, sinnierte Lucius affektiert, „… die dich immer wegen dieser abartigen Experimente belästigt hat?“, wollte er nun oberflächlich interessiert erfahren und ich nickte knapp.

„Ja, sie war zu meiner Zeit eine Ravenclaw, jünger, wesentlich jünger, aber sehr wissbegierig…“, gab ich meine Erinnerung kund, während Lucius seine Braue hob und selbst nachdachte.

„Aber Lovegood war schon damals ein Spinner. Er ist etwas älter als ich…“, sinnierte Lucius mit gerunzelter Stirn über den Altersunterschied zwischen den Eheleuten.

„Tja, ihr hat halt ein älterer Mann gefallen“, entgegnete ich mit einer gewissen Doppeldeutigkeit, dank der ich mir einen scharfen Blick von ihm einhandelte. „Davon abgesehen war sie sehr eigen, spirituell, sie sah Dinge, die keiner sonst sah, manches eingebildet und noch mehr ausgedacht, aber einiges…“, meinte ich und unterstrich ihre Andersartigkeit mit einer abwägenden Handgeste.

„Ein Spinner weniger, wie auch immer. Er ist ein Ärgernis und das ist Schicksal, manche gehen früher, andere später und für Lovegood wird es nun Zeit“, beschied er archaisch und ich schloss kurz die Augen, spürte dem stechenden Schmerz in meinen Schläfen nach, als ich entschieden aufsah und seinem Blick standhielt.

„Nein“, servierte ich nach einiger Zeit des Nachdenkens genüsslich und überschlug die Beine, während er mich ungläubig aufgrund meiner Verweigerung musterte.

„Bitte?“, hauchte er indigniert und ich kräuselte provokant die Lippen.

„Du hörst schon recht. Ich denke nicht, dass es für die Außenwahrnehmung hilfreich ist, wenn der Klitterer nicht mehr erscheint und die Lösung, Lovegood zu eliminieren, wird zu nichts führen, außer dass es einen Toten mehr gibt!“, legte ich meine Meinung dar, bis er mich mit erhobener Hand unterbrach.

„Severus, ich sehe das anders. Seit wann so zart besaitet?“, lag eine Prise Schärfe, die offenbarte, wie angespannt seine Nerven waren, in Lucius‘ Stimme. Der Gockel konnte mir erzählen was er wollte, die noch offene Auseinandersetzung mit dem Biest trug dazu bei, dass er derart unzugänglich war.

Diese Entscheidung wäre falsch und ich war nicht gewillt, hier seinen Handlanger zu geben. Wenn es ihm so wichtig war, stand es ihm frei, zu Lovegood zu gehen und es selbst zu tun, aber ich war kein Mann, der sich derart herum schubsen ließ. Sollte er sich streiten wollen konnte er das haben, er musste es nur sagen. Das Einzige was er erreicht hatte war, dass es in mir arbeitete, wie ich das Problem Lovegood lösen könnte, ohne seinen Tod als Option einzubeziehen.

„Master“, unterbrach den beginnenden Disput ein unterwürfiger Elf, dem ich einen düsteren Blick unter gesenkten Lidern schenkte.

„Was?“, fauchte Lucius den Elfen, der ihn eindeutig störte, ungehalten an, während er sich nicht zurückhielt und das Glas zischend und klirrend den Flammen des Kamins zum Opfer fiel. Tja, er hatte scheinbar eine mehr als kurze Reißleine, was seine Nerven betraf, aber ich zuckte, anders als der Elf, vor seinem Wutausbruch nicht zurück.

„Scabior, er wünscht Euch zu sehen“, trotzte der Elf der miesen Stimmung seines Herren, als er seine Ansage ohne zu zögern kundtat und Lucius kurz stockte. Unterdessen ließ der Elf mit einem Schnipsen seelenruhig die Scherben verschwinden und ein neues Glas tauchte neben seinem Herren, der indes die Stirn runzelte und dann unwillig nickte, auf.

„Lass ihn ein“, erklärte er knapp und der Elf ersparte sich weitere Worte, sondern verneigte sich nur in dem Moment, in dem er auch verschwand. In der Zeit, die Scabior brauchte um zu uns zu kommen, maßen wir uns von unseren Sesseln aus, sagten aber nichts mehr, ließen unseren Disput auf sich beruhen, bis sich die Tür öffnete.

„Was willst du hier?“, empfing Lucius seinen Gast mit frostiger Souveränität, die Scabiors selbstsicherem Einmarsch einen sichtbaren Dämpfer verpasste.

„Euch informieren“, verkündete er gewichtig, wurde aber dann rot und zog die Schultern ein. Mit einem Schlag war er sehr devot, schleimig und absolut unterwürfig. Ich fragte mich aufrichtig geekelt, wie Hermione mit diesem Typen zurechtkommen konnte.

„Ich warte!“, kam es nun reichlich distinguiert von Lucius, der zum sichtbaren Unbehagen unseres Besuchers mit seinem Gehstock einen Takt auf den Boden klopfte, der nur ihm selbst gegenwärtig war.

„Sie… also sie, das Püppchen“, meinte Scabior verunsichert, „sie… sie hat John, John King dem Dementoren… also, er wurde geküsst… das war… also…“, stotterte er ängstlich daher und ich rollte mit den Augen, eine Reaktion, die Lucius nicht entging, sodass ein minimales Lächeln in seinen Mundwinkeln zuckte.

„Ja, und zwar ganz in meinem Sinne“, verkündete Lucius in dieser unnachahmlichen Arroganz, die ihm so schrecklich zu Eigen war und die ihm zu meinem Leidwesen auch noch ausgezeichnet stand.

„Ja… ja, das denke ich mir…“, stotterte unser Spitzel los und rang die Hände, deutete auf sein Gesicht. „Aber… aber ihre Augen… ihre Augen…“, wisperte er bewegt, „im gedämpften Licht der Gasse funkelten ihre Augen geisterhaft weiß. Da bin ich mir sicher“, meinte er schwer schluckend. „Ich… ich konnte nicht alles sehen und musste dann gehen, aber… nun, ich dachte, diese Information… also…“, zuckte er zum Ende hin unsicher mit den Schultern und schielte durch seine roten Strähnen hoffnungsvoll zu Lucius.

„Dass sie uns etwas wert ist?“, sprach dieser schonungslos aus, was er sich dachte und riss seinen Zauberstab aus seinem Gehstock, was Scabior veranlasste, ängstlich zurückzuweichen. „Nun denn, hier nimm, du gieriger Kretin und verschwinde“, flog ein kleines Säckchen aus dem Nirgendwo auf das Plappermaul zu, das er geschickt aus der Luft fischte.

„Ich habe zu danken“, verkündete er schleimig und wandte sich schon ab, als ich mich räusperte und seine Hand an der Türklinke verharrte.

„Halte dich bei deinen Kollegen zurück, wenig reden, viel zuhören“, befahl ich schnarrend und kurz zuckte sein Blick zu Lucius, aber dieser zeigte eine absolut reglose Maske, woraufhin ich provokant meine Braue hob. Meine Befehle waren genauso zu befolgen wie die von Lucius und das sah auch Scabior dann ein, da er plötzlich eifrig nickte und zusah, zu verschwinden, weswegen die Tür hinter ihm zuschlug.

„Jetzt bist du zufrieden, oder? Sie hat Zeugen, wie sie King die Seele rauben ließ“, servierte ich gehässig.

„Wie meinen?“, meinte er absichtlich zurückhaltend und bescherte mir aufgrund seiner absichtlichen Begriffsstutzigkeit einen leisen Lachanfall. Diese Lobhudelei war furchtbar.

„Dolohov wird sich ins Hemd gemacht haben, nachdem sie ihm ihre Augen gezeigt hat. Schlauer Schachzug…“, gestand ich ihr unumwunden zu und sah den Mann vor mir auffordernd an. Er sollte ruhig zustimmen.

„Denkst du, das war ihr Ziel?“, wollte er nach einiger Zeit überlegt erfahren.

„Angst und Schrecken zu verbreiten? Auf jeden Fall, ja!“, meinte ich resolut und da leuchteten Lucius‘ Augen schadenfroh auf. Ja, damit konnte er besser leben. „Außerdem zeigt es, dass die Familie nicht so leicht für den Lord zu ersetzen ist. Es verdeutlicht, wie ahnungslos alle anderen sind. Sehr schlau von ihr, derart Ängste zu schüren… das Unbekannte…“, wägte ich ab und faltete meine Hände vor mir.

„Das hat sie bestimmt genossen“, servierte Lucius nun unnachahmlich überheblich und griff zu seinem Glas.

Ja, das nahm ich sogar stark an, dass sie jede Sekunde ausgekostet hatte. Uns war klar, dass sich Dolohov nun vor Angst in die Hose machte. Die Unsicherheit würde ihn umtreiben und diese Augen, ihre Augen waren ein Highlight, das ich faszinierend fand. Wenn sie mich mit diesen geisterhaft stark leuchtenden weißen Kugeln ansah, wirkte ihr zierliches und fein geschnittenes Gesicht wie eine Verheißung.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Wo ist Ron?“, beschwerte ich mich. Schlussendlich hatten wir vereinbart, dass man Harry in seinem Zustand nicht alleine lassen konnte und der war gerade weit und breit nicht zu sehen.

„Uh, musst du so auftauchen?“, fasste sich Harry an sein Herz. Ich hatte ihn ertappt, wie er an dem schmalen Tisch im Zelt saß und ein Foto von Daphne und Lucien ansah, aus dem sie ihm zuwinkten.

„Soll ich extra Lärm machen?“, entgegnete ich hämisch und versuchte zu überspielen, dass ich gesehen hatte, dass er das Bild gerade umständlich in seiner hinteren Jeanstasche vor mir versteckte. „Wo ist Ron?“, ließ ich nicht locker und Harry verdrehte stöhnend die Augen.

„Bill!“, meinte Harry nun kurz, als würde das alles erklären und nach einem auffordernden Blick von mir sprach er weiter. „Er hat einen Patronus geschickt und Ron wollte nicht gehen, aber ich habe gesagt, er soll… er muss; Bill schickt das nicht umsonst.“

„Was wollte er?“, fragte ich hörbar genervt nach.

„Das sagte der Patronus nicht“, gab Harry nicht weniger patzig zurück.

„Oh, du bist so doof, Harry“, entfuhr es mir wütend, als er mich mit vorwurfsvollen, grünen Augen ansah.

„Hey, jetzt werd mal nicht beleidigend“, meinte er deshalb extra leise.

„Was denkt Ron, was Bill wollte?“, wollte ich nun doch wissen, da mir Charlie und die Vampire im Geist herumspukten und Scabiors Information, dass das Treffen schon stattgefunden hatte.

„Keine Ahnung, er wollte schon wieder da sein“, entgegnete Harry sehr lahm und sah nun doch etwas sorgenvoll auf den Zelteingang.

„Das wäre auch besser. Wir müssen bald weg“, offenbarte ich schonungslos und folgte seinem Blick.

„Warum?“, fragte Harry knapp und ich wusste nicht, wie ich es sagen sollte, aber während Fenrir und ich noch da gesessen und uns ein Getränk nach dem anderen hinter die Binde gekippt hatten, waren die restlichen Snatcher gekommen und hatten erzählt, dass Draco alles und jeden zusammentrommelte, weil er mit seinem Trupp irgendeinen Angriff plante.

Einen Angriff auf die VenTes!

Mir war die Luft weggeblieben und ich hatte mich wenig heldenhaft verschluckt, sodass Fenrirs Pranke auf meinem Rücken gelandet war und er mir wenig einfühlsam darauf geklopft hatte. Dabei war mir fast meine Kapuze vom meinem Kopf geflogen, während ich Tränen in den Augen gehabt hatte, aber seine so taxierenden Augen hatten offenbart, dass ich mir Kopfschmerzen darüber machen sollte, was er dachte, in meine Reaktion hineininterpretieren zu können.

Auf der anderen Seite, was zur Hölle plante Draco? Er wollte seine eigenen Leute angreifen? Ein Winkelzug, ganz klar, aber einer, der sich verdammt wagemutig in meinen skeptischen Ohren anhörte. Das konnte ins Auge gehen und niemand schien etwas von seinem Vorhaben zu ahnen!

Wir hatten Moody verloren und nun wollte er… ich wusste nicht, was Draco wollte!

Also, was sollte ich nun Harry auf seine Frage antworten? Dass es viel zu unsicher wurde, zu lange auf einer Stelle zu verharren? Erst recht jetzt, nachdem Draco eine Aktion plante und viele Snatcher und DeathEater um sich scharte, die durch die Gegend stapfen würden.

„Weil heute eine unruhige Nacht sein wird?“, kam es provokant von Harry.

„Woher?“, fragte ich knapp.

„Als du krank warst hat uns Gellert von Mad-Eye erzählt“, servierte Harry kurz und ich nickte langsam.

„Ihr wisst es schon“, murmelte ich leise vor mich hin und blickte auf meine Hände.

„Jaaaa, dank Gellert“, zeigte Harry eine herausfordernde Art, da er es eben nicht von mir erfahren hatte. „Aber das war Moodys eigene Schuld. Also, wem hier die Schuld zuweisen? Er erzählte auch, dass Malfoy von Moody verletzt worden ist. Es passiert manchmal zu viel auf einmal und dann wieder wochenlang gar nichts“, machten mich Harrys dann doch verständnisvolle Worte kurz sprachlos und ich rang mit mir.

„Tja, gerade ist eine unruhige Zeit und eine friedlose Nacht, es gibt einen Einsatz!“, lenkte ich aufgrund dessen eilig ab, als mich die Gefühle zu übermannen drohten.

„Oh, wenn du das weißt, warum bist du dann nicht mit an Bord?“, kam es reichlich anzüglich von Harry und es war ein sehr gutes Argument von ihm.

„Fenrir“, stieß ich leise aus und marschierte zur Küchenzeile, um irgendetwas zu tun zu haben. „Er… er meinte, dass meine vorhergehende Aktion genügend Aufsehen erzeugt hätte. Ich sollte meinem Familienmitglied nicht in die Parade fahren und Draco alleinige Aufmerksamkeit zugestehen. So waren seine Worte!“, knurrte ich zum Ende hin und hantierte mit dem Teekessel herum.

„Was für eine Aktion? Was hast du getan?“, wollte Harry auch schon, hellhörig wie er war, erfahren und hatte sich erhoben, trat nun zu mir und bereitete den Tee zu, während das Wasser langsam zu köcheln begann.

„Nichts, Harry, nichts Besonderes…“, wich ich aus und versuchte ein Schütteln zu unterdrücken.

„Hermione“, tadelte er eindringlich und fasste mich an der Schulter, als ich seiner Berührung auswich und seine Hand von mir abfiel.

„Her…“, meinte er schon wieder nachdrücklich, weswegen ich zu ihm herumfuhr.

„Fuck… da schau“, wisperte ich und deutete hinter mich, denn das Dunkel der Nacht vor unserem Zelt wurde gerade gleißend hell.

„Was ist das?“, meinte Harry und lief mir vorweg.

„Das ist zu nah, wir müssen weiter“, stieß ich erregt aus und blickte auf den von Zaubern erhellten Nachthimmel, der sich stürmisch mit einer blitzenden und donnernden Nacht verwob.

„Was ist mit Ron?“, rief Harry über den Sturm aufgeregt zu mir und ich zog die Schultern hoch.

„Der wird uns schon finden, er hat ja seine Münze“, glaubte ich selbst nicht daran. Anders als mir war es ihm nicht möglich, so einfach durch die Welten zu wandeln.

Die Weasleys wurden beobachtet und Ron selbst lag eigentlich mit Griselkrätze halb tot darnieder. Sein Patronus würde uns nicht ohne weiteres mehr erreichen, da ich noch mehr Zauber auf unseren neuen Standort würde legen müssen, weil die Nasen der Werwölfe einfach zu gut waren und ich wollte Fenrir nicht lügen lassen, weshalb er uns trotz unseres Geruches nicht fand. Damit würde ich aber auch unsere Freunde aussperren, selbst wenn mich Lucius rief würde das nur über mein Dark Mark erfolgen können.

Vielleicht war diese Reaktion von mir auch eine Art Flucht. Eine Flucht vor allem und jedem. Trotz allem hatte ich doch ein bisschen ein schlechtes Gewissen wegen Ron, weil wir aufbrachen und so trat ich an die blattlosen, tiefhängenden Ast und löste meinen in unterschiedlichen Rottönen gemusterten Seidenschal von meinem Hals, um ihn darum zu binden. Wehmut beschlich mich, da dieser Schal meiner Mutter gehört hatte und er eine Erinnerung an sie darstellte, aber die Zeit drängte, irgendetwas ging vor.

Ich konnte die klamme Kälte fühlen, die verströmt wurde, wenn Dementoren herumflogen, wenngleich ich hoffte, dass ich mich irrte.

„Willst du doch warten?“, vernahm ich Harrys vorsichtige Frage hinter mir und ließ eilig von meinem Schal ab, der sofort im stärker werdenden Wind sachte wehte.

„Nein, Ron ist schlau, er wird verstehen, was ich ihm zu sagen versuche. Wir werden uns schon nicht alle aus den Augen verlieren“, beschwor ich selbst hoffnungsvoll, aber auch sehr unsicher.

„Naja, wenn du das glaubst“, zuckte Harry wenig überzeugt mit den Schultern und er kam mir ein wenig lethargisch vor.

„Habt ihr euch wieder gestritten?“, fragte ich sanft und trat nun zu ihm, legte ihm eine Hand auf die Schulter, die er nicht abschüttelte.

„Mhm…“, entfuhr es ihm undeutbar.

„Harry“, rief ich tadelnd aus und er blickte mich mit einem treudoofen Dackelblick an.

„Naja, er ist ungeduldig und wütend und sauer, dass es so lange dauert, dass wir so im Dunklen stochern“, gab er jetzt zu und wirkte sehr unglücklich und ich seufzte tief.

„Trägst du den Horkrux?“, fragte ich etwas ganz anderes, da mir seine Gemütsverfassung derart labil erschien.

„Seitdem Ron weg ist, ja“, meinte er leise und trotzig, woraufhin ich seufzte. Dieses Ding hatte einfach zu viel Macht auf unser aller Gemüt.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Verfluchte Scheiße, ich hatte einen Hinterhalt auf die VenTens vorbereitet und das lag mir wie Blei im Magen.

Ich wagte es nicht, Marcus oder sonst irgendwem von dem zu erwartenden Hinterhalt zu erzählen, da ich bemerkte, wie meine Position innerhalb der DeathEater wankte. Ich musste eine waghalsige Aktion starten, um meinem Namen alle Ehre zu machen. Ich brauchte Ansehen, Akzeptanz und musste Furcht verbreiten.

Ich lauschte während wir warteten der versammelten Menge, die mir zur Hand gehen sollte und die ein sehr interessantes Thema zu haben schienen, bis mich ein einziges Wort erstarren ließ.

„Habt ihr das gehört, das Mudblood scheint nicht normal zu sein“, kam es von einem gesichts- und namenlosen Kretin, aber er klang begierig darauf, seine Neuigkeiten unter seine Kollegen bringen zu können.

„Wie, nicht normal?“, „War die je normal?“, „Hey, ich meine, sie ist ein minderwertiges Mudblood… was erwartet ihr?“, „Hau raus und erzähl“, ging es abwechselnd hoch her, dabei wagte ich es gar nicht, mich zu rühren.

„Nein!“, beschwerte sich der Informant und baute sich extra groß auf, stolz, eine anscheinend bisher noch nicht gehörte Information kundtun zu können. „Sooooo richtig gruselig“, erklärte er eindringlich und fuchtelte mit seinen Händen herum, auf dass man ihm glaubte, aber er erhielt abfälliges Gelächter.

„Wie?“, wagte sich ein mutiger Sprecher hervor und der Redner fuhr zu ihm herum.

„Crouch…“, wollte er weitersprechen, wurde aber sofort wieder von den anderen unterbrochen.

„Der ist gruselig.“, „Ja, das ist er wirklich.“, „Sonderbarer Typ“, war ihre einhellige Meinung.

„Haltet doch mal die Schnauze“, fuhr der Informant die anderen wütend an. „Crouch hat seinen Dementor gefüttert, aber, und jetzt kommt es, SIE, das Mudblood, hat es erlaubt, ohne ihre Erlaubnis hätten beide, Crouch und der Dementor, es nicht gewagt, es zu tun!“

„Hö, wie?“, „Nein.“, „Ich fass es nicht.“, „Wie, füttern?“, „Was willst du uns sagen?“, riefen sie alle wild durcheinander.

„Ein Kuss, es gab einen Kuss“, raunte der Wissende begierig und sonnte sich in der Aufmerksamkeit seiner Kollegen.

„Endlich“, jubelte einer begeistert und einige fingen an zu lachen. „Ich dachte, die sollen nie mehr aktiv werden“, beschwerte sich einer über die Menge hinweg, als der Redner wütend in die Hände klatschte.

„Unsinn, es ist viel schlimmer als ihr denkt und kein Grund für uns, dass wir uns freuen sollten“, brachten seine sonderbaren Worte alle zum Schweigen und ich spitzte die Ohren, um ja nichts zu verpassen.

„Wie meinst du das?“, wisperte einer der DeathEater sorgenvoll.

„Der Kuss. King erhielt den Kuss“, räumte der Informant bestimmt ein und erntete entsetzte Reaktionen, auch ich riss die Augen weit auf.

Hermione hatte meinem Mann die Seele geraubt und ich wusste von nichts?

„King“, brach einem von ihnen die Stimme. „Unserem King?“, „John King?“, „Wassss?“, „Nein.“, „Fuck.“, „Warum das denn?“, „Noch einer von uns, der bestraft wurde?“, „Sie übertreiben.“, „Auf jeden Fall, bald ist keiner mehr von uns… vor ihnen sicher“, kochten die Emotionen hoch, beherrscht von Sorge, Angst und einer Prise Panik.

Anscheinend hatte Vater zu seiner Rache geblasen. Ich erinnerte mich an seinen unerwünschten Besuch im Gemeinschaftsraum der Slytherins und wie er mir gesagt hatte, welche Männer er verdächtigte, es auf ihn abgesehen zu haben. Eines musste man ihm lassen, seine Strafe war sehenswert und schien unsere Männer mehr zu schocken als ein simpler Tod für King.

„Travers, Wilkins, Crockett“, rief ich meine Männer über die Masse hinweg zu mir.

Sofort verstummte der Tratsch und ich beendete diese Spekulationen, die auch für mich neu waren.

Sollte Hermione dies tatsächlich getan haben? Was war wohl die Begründung? Hatte Vater das angeordnet? Ein flotter Blick über meine Mannschaft bestätigte, dass King tatsächlich fehlte, wenngleich ich noch keine genauen Angaben von Gründen hatte, weshalb und wieso, aber ich vertraute darauf, dass alles mit rechten Dingen zuging. Wenn er den Kuss verdient hatte, dann war das so.

„Chef.“, „Was sollen wir tun?“, „Was gibt‘s?“, traten die drei geflissentlich vor mir an und blickten durch ihre Masken zu mir auf.

„Ich will Erfolge. Ich will, dass ihr glänzt. So eine Chance bietet sich uns nicht jeden Tag gegen diese Widersacher und jetzt ab“, murrte ich düster und deutete auf die Klippen.

„Jawohl.“, „Ja, natürlich.“, „Wir geben unser Bestes“, kam es eifrig von ihnen und sie stoben davon und ich hoffte, dass ihr Bestes dürftig wäre, aber ich hatte ein brutal schlechtes Gefühl, dabei plagte mich mein Gewissen in unerwarteter Schwere.

„Es geht los“, befahl ich wieder lauter und wünschte mir, zu wissen, was heute passieren würde und ob es eine gute Idee war, die ich hier ausführte.

Wir befanden uns an der Südküste Englands. Die dunkle Nacht breitete sich bisher zum Teil tief bewölkt, unterbrochen von sternenklaren Phasen über uns aus, während wir aus unserem Versteck beobachteten, wie sich mehrere Menschen dort unten zu einer gut zehnköpfigen Gruppe zusammenrotteten. Sie standen oben auf den Klippen, bereit nach Frankreich überzusetzen. Eine steife Brise war aufgekommen und zog und zerrte an unseren schweren, schwarzen Mänteln. Meines Wissens waren es Muggel und reinblütige Ausländer, die aus England raus wollten, nun nachdem das neue Regime die Zügel in der Hand hielt. Die VenTes wollten ihnen helfen, die Insel zu verlassen. Da das Ministerium überall Zauber ausgeworfen hatte und Portschlüssel registriert wurden, ging so eine Flucht am einfachsten auf einem Besen über das Meer. Dabei waren nur drei VenTes. Sie sorgten für den Begleitschutz und genau deshalb hatte ich dieses Ziel auserkoren, wenige meiner Leute!

Ich blickte hinauf in den langsam völlig zuziehenden Himmel. Anscheinend würde es einen Wetterumschwung geben.

„Wow, die will ich“, murmelte Rowle. „Die wird sich gut im Gewölbe machen“, kam es von ihm und ich weigerte mich, zu unseren Opfern zu sehen.

„Träum weiter, die schnapp ich mir“, raunte Crockett und mit Grauen malte ich mir aus, was dieses Mädchen im Gewölbe zu erwarten hatte.

„Das ist ein Reinblut“, wisperte plötzlich jemand. „Ich erkenne sie“, meinte er eindringlich.

„Noch besser, dann halt ich sie bei mir zu Hause“, grinste Rowle dreckig und ich schluckte.




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Kapitel 569-570
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