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 Kapitel 573-574

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 573-574   Mi Nov 09, 2016 2:16 am

Werbung, WHF wird ins Englische von unserer lieben Cat übersetzt:

https://www.wattpad.com/story/89587576-when-hermione-fights

und hier:

https://www.fanfiction.net/s/12220196/1/When-Hermione-Fights



573. Kapitel Bathildas Geheimnis

„Tu nichts absolut Dummes“, wehte die beängstigend ruhige Stimme meines Paten daher und ich sah ihm abwartend entgegen und zog meine Hand ohne Stab hervor.

„Fuck, musst du so was tun?“, meinte ich verärgert zu ihm hin und langsam ging seine dunkle Braue in die Höhe.

„Was?“, meinte er sehr akzentuiert. „Achte außerdem auf deine Ausdrucksweise“, maßregelte er mit diesem lehrmeisterlichen Ton.

„Mich so erschrecken, musst du mich so erschrecken?“, überging ich seinen Tadel und fasste an mein Herz.

„Draco, tritt von dem Gitter weg“, verlangte Severus mit der ihm innewohnenden Autorität.

„Aber Severus, Lovegood… Ollivander…“, stieß ich, überrumpelt von seinem harschen Auftreten, aus.

„Sind hier gut aufgehoben“, vollendete er grimmig meinen Satz und ich machte große Augen.

„Wieso?“, fragte ich langsam, als Severus neben mich trat und Ollivander versuchte, in die hinterste Ecke zu kriechen, Luna jedoch blieb weiterhin vertrauensvoll am Gitter.

„Sir?“, wisperte sie nervös und leckte sich über die Lippen und erst jetzt flog Severus‘ so dunkler Blick zu der jungen Gefangenen.

„Miss Lovegood“, meinte er, wie mir schien, gutmütig. „Vielleicht können Sie sich denken, weshalb Sie hier sind?“, fragte er und erhielt umgehend ein zögerliches Nicken von ihr, das ihm ein Seufzen entlockte, das so gar nicht zu seiner Erscheinung passen wollte. „Ihr Vater wurde schon unterrichtet und es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie nicht nach Hogwarts zurückkehren können…“, offenbarte Severus und ich schluckte selbst schwer aufgrund dieser Eröffnung.

„Ich… werde hierbleiben?“, entwich es ihr entsetzt und ihr Blick huschte umher wie der eines in die Falle gegangenen Kaninchens.

„Ja.“

„Severus!“, rief ich aufgebracht und er hob die Hand zu mir, verdammte mich zum Schweigen und überging mich. Anscheinend stand Lunas Freiheit nicht zur Debatte.

„Verhalten Sie sich unauffällig und kümmern Sie sich um Mr. Ollivander. Er ist schon zu lange alleine hier unten“, beschied er ihr bestimmt und warf einen langen Blick zu dem arg geschundenen Zauberstabmacher.

„Vater…“, presste Lovegood hervor. „Sie… Sie haben das wegen meinem Vater getan, oder?“, fragte sie den Tränen nahe.

„Wie immer weitsichtig, Miss Lovegood, seine Zeitung wurde zu progressiv“, gestand Severus absolut neutral und nickte, während sich die blauen Augen von Luna entsetzt weiteten.

„Ist ihm… ist ihm etwas passiert?“, stieß sie gehetzt aus und legte ihre Hand an die Kehle. Sie wirkte zum ersten Mal, seitdem ich sie kannte, panisch in ihrer Sorge um ihren Dad. Die Vorstellung, dass sie ihn verlieren könnte, ließ sie mit einem Schlag schrecklich krank aussehen. Erst da bemerkte ich bewusst, wie standhaft und selbstischer sie bisher gewirkt hatte, selbst durch die sie gefangensetzenden Gitterstäbe hinweg.

„Nein, keine Sorge, Miss Lovegood“, kam es so völlig unpassend von Severus, da er, um den geziemenden Normen der Ansprache gerecht zu werden, zu höflich war. „Man hat nur mit ihm geredet und Sie als Faustpfand vorgewiesen…“, blickte er ihr bei seiner Aussage tief in die Augen und keine Ahnung, was ich zwischen den beiden verpasste, aber sie nickte langsam mit ihrem Kopf.

„Ich… ich verstehe, danke Mr. Snape“, wisperte sie plötzlich mit Tränen in ihren Augen und steckte ihre Hand durch die Stäbe, dabei verstand ich im Gegensatz zu ihr nur Bahnhof. „Danke, für Ihre Hilfe“, schnaubte Severus daraufhin nur und wirbelte herum, bevor sie ihn berühren konnte, während ich sprachlos von ihm zu Luna spähte und ebenfalls schnaubte, da ich seine Hilfe in diesem Fiasko suchte und bis jetzt nicht fand.

„Geh ruhig, Draco, ich bin ab nun hier sicher und pass auf dich auf“, strich ihre Hand über die meine und riss mich aus meiner Betrachtung der Stelle, von wo Severus aus meinem Blickfeld entschwunden war

„Sicher?“

„Ja, ich kümmere mich um Mr. Ollivander. Wo sollte ich außerdem sicherer aufgehoben sein als in Malfoy Manor?“, meinte sie mit ihrer gutmütigen Stimme und fing an, eine leise Melodie zu summen.

Somit starrte ich fassungslos auf das sonderbare Mädchen und folgte meinem Paten, der mich in der Eingangshalle erwartete und mir einen düsteren Blick zuwarf.

„Ich warne dich, Draco“, fing er an, ohne mir nur eine Sekunde zu geben. „Ich habe Tage darüber gebrütet, wie ich es hinbekomme, dass beide Lovegoods lebend aus der Sache rauskommen. Versau es nicht“, machte mich seine Offenbarung, eine Enthüllung, die Luna Lovegood eher verstanden zu haben schien, sprachlos. Severus überraschte mich immer wieder aufs Neue.

„Hab ich nicht vor“, erklärte ich dann auch patziger als beabsichtigt, aber ich war überrumpelt, dass ihm das Überleben der Lovegoods wichtig war.

„Gut“, verabschiedete er sich ohne weitere Worte und apparierte umgehend, während ich noch kurz mein Gesicht aufgrund der beginnenden Kopfschmerzen in Händen barg, dann ebenfalls apparierte und Malfoy Manor sowie die Kerker hinter mir ließ.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Wir standen noch immer bei der Gedenkstatue und starrten auf die ausgesuchte Hässlichkeit des Kitsches. Dass Zauberer aber auch immer derart maßlos übertreiben mussten. Der erste Brunnen im Ministerium war grenzwertig gewesen, der zweite unerträglich und das hier war auch eine Schandtat. Schließlich wandte sich Harry schaudernd ab und seinen Blick über den dunklen Markplatz.

James und Lily saßen da, er hatte einen Arm um seine Frau gelegt, die auf das Baby in ihren Armen starrte. Es war zu süß, um für wahrheitsgemäß befunden zu werden und bescherte mir Zahnweh.

„Das ist also mein Ort“, wisperte er leise und wandte sich weiter ab, sah das Muggelpub am Dorfplatz genau an, während mich hier alles an Disneys die Schöne und das Biest erinnerte. Beschaulich, behaglich und zu schön, um wahr zu sein.

„Wo willst du zuerst hin?“, fragte ich deshalb entschieden und umfasste den an sich menschenleeren Dorfplatz.

„Keine Ahnung…“, zog er die Schultern hoch und stieß kleine Dunstwölkchen aus, da es beständig kälter zu werden schien.

„Komm“, meinte ich daraufhin ergeben, schlug einen Weg ein und lotste ihn durch den eisigen Wind, die Church Lane hinunter zum Ende der Straße hin.

Dort lag die Kirche St. Clementine, deren Bau aus dem 12. Jahrhundert sich düster von der sternenklaren Nacht abhob. In den Fenstern glänzte das Licht von Kerzen und erinnerte ein wenig an Hogwarts und ich verbannte diese Sehnsucht, während mein Blick schon weiter zu dem dahinter liegenden, örtlichen Friedhof ging.

Ich erinnerte mich, dass viele Mythen und Geistergeschichten um das Gemäuer erzählt wurden, wie meine Recherchen damals ergeben hatten. Der Friedhof lag malerisch auf einer leichten Anhöhe, die von einer halbhohen Steinmauer, die das Gelände hinter der Kirche einfasste, umgeben war. Wir betraten das uralte Gelände durch ein verwittertes Gitter, das uns quietschend einließ, wo wir auf eine Unzahl alter Gräber stießen und ich aufgrund der vielen magischen Familien durchaus die Spuk-Präsenz vieler unruhiger Geister wahrnehmen konnte. Aber es waren alles harmlose Gestalten, die hier ihre Kreise drehten, sodass ich ihnen keine weitere Beachtung schenkte.

„Unheimlich“, schauderte Harry sichtlich, ob der Kälte oder des Ortes wegen, war nicht ersichtlich.

„Findest du?“, entgegnete ich reichlich sparsam und besah mir die Umgebung.

Es war finster. Es war kalt. Es lag Schnee. Es war still und alles lag verlassen da. Ja, wenn man wollte, konnte man es als unheimliche Umgebung bezeichnen. Jedoch war ich gedanklich an den Orten hinter den Schleiern verhaftet und fand die viel unheimlicher, weshalb dies hier wenn überhaupt nur wie die Vorstufe dessen angesehen werden konnte.

„Naja, ich war noch nie auf einem Friedhof, um zu trauern“, gestand Harry reichlich geziert und offenbarte, wie scheiße seine Kindheit gewesen war und wie super seine Begegnung mit dem Lord bei dessen Wiedergeburt abgelaufen war. Ich seufzte.

„Auch wieder wahr“, meinte ich daher leise und ließ meine Blicke suchend über die Gräber streichen.

Gleich zu Beginn kamen wir an einem mehr als bekannten Namen vorbei und wir tauschten eindeutige Blicke. Das Familiengrab der Abbotts, uff. Zu meinem Leidwesen kamen auch gleich die ungebetenen Erinnerungen daran wieder hoch. Sofort verbannte ich die Schuldgefühle, die ich gegenüber Hannah wegen ihrer verschiedenen Familie hatte.

Plötzlich blieb Harry stehen und ich stoppte auch abrupt, bevor ich in ihn hineinlaufen konnte, noch bevor ich fragen konnte, was ihn innehalten ließ, murmelte er:

„Seine Mutter und seine Schwester“, woraufhin ich mich an seine Seite stellte und die Inschrift las: „Kendra und Ariana Dumbledore“, mit dem Zitat „Wo dein Schatz ist, da wird dein Herz auch sein.“*

„Ich finde es erstaunlich, dass er das Grab auf der Insel im See bei Hogwarts wollte“, wisperte ich verächtlich, woraufhin mir Harry einen überraschten Blick zuwarf. „Was? Er wollte nicht bei seinen Angehörigen liegen… oder aber, er findet… dass hier zu wenig Rummel ist?“, murrte ich düster in meiner Gehässigkeit. Irgendwie konnte ich nichts Tolles, Gutes oder Beeindruckendes an Albus finden.

„Hihihi, du wirst ihn nie mögen“, entgegnete Harry langgezogen und rieb sich fröstelnd über seine dürren Arme, dabei starrte er als ältliches Männlein noch immer auf das Grab, während mein Blick ganz woanders hin ging. Er wurde wie magisch auf ein anderes Grab gelenkt und ich ging langsam darauf zu.

„Wow“, entwich es mir leise und meine Atemluft stieg in kleinen Wölkchen vor meinen Augen auf, während ich auf die Knie ging und mit meinen behandschuhten Händen den Schnee wegwischte, um dann die Gravur auf dem Grabstein entlang zu fahren.

„Was, was ist?“, konnte ich seine erregte Stimme vernehmen. „Hast du sie gefunden?“, meinte Harry hoffnungsvoll, während er herbei eilte, dabei wirkte er in seinem gebrechlichen alten Körper auf mich in seinem Enthusiasmus fehl am Platz.

„Was?“, drehte ich mich zu Harry um und schüttelte meinen Kopf. „Nein, aber sieh hin…“, deutete ich auf das dreieckige Zeichen. Das Zeichen der Heiligtümer des Todes.

„Peverell?“, zeigte Harry umgehend höher hinauf zu der uralten und zum Teil verrotteten Steinplatte.

„Ignotus Peverell, genau wie im Märchen“, wisperte ich bewegt und erinnerte mich, wie wir damals in der Cottage Connection die Umstände um Harrys Mantel, den Elderstab und den Stein aufgedeckt hatten.

Nur hatte ich nie erwartet, einmal persönlich vor dem Grab einer der Brüder zu stehen. Somit starrten wir beide sprachlos erstaunt auf die letzte Ruhestätte des ersten Besitzers von Harrys Tarnumhang!

Jeder von uns hing seinen Gedanken nach. Schließlich lösten wir uns und kamen wieder auf die Füße, um weiter den Friedhof abzusuchen.

Dann endlich, nach einiger Zeit fand Harry den marmornen Grabstein von Lily und James Potter!

Er blieb wie erstarrt davor stehen und ich wusste in dem Moment, dass wir fündig geworden waren. Ich stand etwas hinter ihm und plötzlich sackte Harry kraftlos auf die Knie. Sofort legte ich ihm meine Hand auf die Schulter, die von laut- und tonlosen Schluchzern geschüttelt wurde. Zu meinem Erstaunen konnte er die Tränen weder verbergen noch zurückhalten, weswegen ich mich selbst umso mehr wegen meiner Gefühlskälte schalt.

Er weinte um seine Eltern. Er trauerte um die Personen, die er nie richtig gekannt hatte und plötzlich wurde mir selbst ganz schwer ums Herz, als ich an meine Eltern dachte.

Bei denen war sicher strahlender Sonnenschein, heiß und warm, und sie hatten keinen Dunst, dass sie eine Tochter hatten, eine Hexe. Eine Tochter, die obschon ihrer jungen Jahre verlobt war, die in einer gefährlichen Beziehung zu zwei älteren Männern feststeckte und noch einen Freund ihr Eigen nannte, dem es nicht anders erging, da er ebenfalls anderweitig vergeben war. Eine Tochter, die ein DeathEater geworden war, trotzdessen oder gerade deshalb, weil ihre Geburt minderwertig in den Augen der magischen Gesellschaft war. Eine Tochter, die sich mit der schwarzen Magie eingelassen hatte, um ihren Eltern die Erinnerung an ihre Tochter zu nehmen und sie verschwinden zu lassen und sich von ihnen auf ewig zu trennen.

Wow, das tat unerwartet weh!

Ich gestattete mir sonst nie wirklich, an sie zu denken, zu keiner Zeit!

Denn ich hatte schon lang erkannt, wenn ich es tat und tun würde, mir gestatten würde, mich zu erinnern oder ich über meine Taten sinnieren würde, könnte mich das tatsächlich brechen. Das Erinnern, das Denken, die Reminiszenz, das war brutal, denn es raubte einem den Atem, den Elan. Es lähmte und machte traurig, es war in der Lage, jemandem die Hoffnung auf Besserung zu rauben und ich ballte meine andere Hand zu einer schmerzhaften Faust und biss mir auf die Unterlippe, um meine eigenen Tränen zurückzuhalten.

Blind für die Potters vor mir, erlebte ich die Beerdigung meiner Eltern wieder, passierte Revue, wie ich auf das Grab auf dem Muggelfriedhof, in dem meine Inferi verrotteten, starrte und absolut nichts fühlte. Ich durfte nichts fühlen und ich konnte nichts fühlen. Würde es für uns und unsere Generation je ein danach geben? Oder würden wir eine gebrochene Gesellschaft sein, gezeichnet von den grausamen Erlebnissen, die uns widerfahren waren?

Dabei verdrängte ich, wie gezeichnet ich selbst schon war, dachte nur flüchtig an meine sichtbaren Narben, oder Rons vernarbte Arme, Harrys Handrücken oder seine Stirn, ja, diese Gedanken schob ich von mir und dachte weder über mich noch mir nahestehende Personen genau nach. Ja, ich war eine Künstlerin im verdrängen. Schließlich kam mir wieder Harrys stille Trauer in den Sinn und ich zwang mich ins Hier und Jetzt zurück, schob die Grübeleien von mir und las die Inschrift auf ihrem Grab, um meine Stimme zu hören, laut vor:

„Der letzte Feind, der zerstört werden wird, ist der Tod.“**

Wie wahr, dachte ich noch wehmütig und bezwang den Drang, in die Vergangenheit abzudriften.

Währenddessen hatte es begonnen, sachte zu schneien. Ich legte meine Hand tröstend auf Harrys Schulter, da ich grob annahm, dass er nicht mehr nur wegen seiner Eltern weinte, sondern jetzt auch wegen Daphne. Seine Frau, die viel zu früh von uns gegangen war und wegen seinem Sohn, der fern von ihm sein Weihnachtsfest verbrachte. Mit einem leisen Seufzen und einer Eingebung folgend schwenkte ich meinen Zauberstab, um damit einen Strauß Christrosen heraufzubeschwören. Ganz sanft legten sie sich schmückend auf das Grab nieder.

„Wunderschön“, stieß Harry plötzlich rau aus, nachdem er sich laut schniefend gefangen hatte. Dann kämpfte er sich auf die Füße und wir blickten nochmal auf das Grab.

„Komm“, meinte ich nur leise und so machten wir uns auf den Rückweg.

Dabei hakte ich mich bei ihm unter und fühlte der eigenwilligen Atmosphäre, die von Wehmut, Sehnsucht und Verlust erfüllt war, nach. Als wir das Gelände des Friedhofs verließen, dachte ich eine Bewegung oder ein Geräusch wahrzunehmen, aber Harry war zu abgelenkt, um es zu registrieren, sodass ich aufmerksam zurücksah, aber keinen Verfolger in der Dunkelheit der Nacht ausmachen konnte.

Ich übernahm die Führung und somit erreichten wir mit unserem Äußeren angemessenen Schrittes die Ruine des Hauses, in dem die Potters gelebt hatten.

Es fügte sich in die Reihe der anderen weißgekalkten Fachwerkhäuser ein und erinnerte ein klein wenig an das Rose Cottage, jedoch war es größer und eindeutig nach dem Angriff des Dark Lords zerstörter. Das Dach war mittlerweile vollständig eingebrochen und der Zahn der Zeit nagte an dem beschädigten Gebäude, jedoch zeigte besonders sichtbar die rechte vordere Haushälfte im ersten Stock, wo Harrys Zimmer gewesen war, von dem fehlgeschlagenen Fluch des Lords, da dort die Wand nicht mehr existent war. So standen wir vor dem kleinen, windschiefen, hölzernen Gartentor und der hüfthohen, roten Backsteinmauer und betrachteten das Mahnmal der Gewalt, das weder abgerissen noch wiederaufgebaut worden war.

„Warum?“, fragte da Harry tonlos und ich ahnte, was er meinte.

„Sie bauen es nicht auf, um an den Tag zu erinnern, an dem Lily und James ermordet worden sind und wollen dir den Tribut zollen, da du der erste Zauberer bist, der den Todesfluch überlebt hat“, erklärte ich die Beweggründe der Zauberergesellschaft recht nüchtern.

„Makaber“, stieß er abgehackt aus. „Ich würde es abreißen“, meinte er mit einer Grimasse.

„War an dem Verhalten dir gegenüber nicht alles seltsam, sonderbar und makaber?“, fragte ich freudlos und Harry berührte das Gartentor, krallte seine Hände darin fest und beugte sich über das Grundstück.

„Wow“, entfuhr es uns überrascht, denn plötzlich erschien ein Holzschild mit goldenen Buchstaben auf dem Gartentor und wir traten zurück, um es lesen zu können.

„An dieser Stelle verloren in der Nacht des 31. Oktober 1981 Lily und James Potter ihr Leben. Ihr Sohn Harry ist bis heute der einzige Zauberer, der jemals den Todesfluch überlebt hat. Dieses Haus, für Muggel unsichtbar, wurde in seinem zerstörten Zustand belassen, zum Gedenken an die Potters und zur Erinnerung an die Gewalt, die ihre Familie zerriss."***, las ich laut vor und durfte erleben, wie Harry blass wurde.

„Abartig und makaber…“, wisperte er bleich und schüttelte sich unwohl, dabei lag sein Blick auf der rechten Seite der oberen Etage, die weggesprengt worden war. Ja, Harry hatte es zu dem jungen Mann gemacht, der er heute war. Alles an dieser vergangenen Nacht war mehr als ungewöhnlich gewesen und noch war es nicht ausgestanden.

Harry schien in seinen Gedanken gefangen, während ich das unwohle Gefühl, das ich hatte, seitdem wir den Friedhof verlassen hatten, nicht mehr abschütteln konnte. Ich war aufs Höchste angespannt und fühlte mich verfolgt und beobachtet.

Soeben fuhr ich herum und stockte, meine Hand am Zauberstab, denn da stand trotz der klirrenden Kälte und der späten Stunde eine sehr alte Frau, die uns ihrerseits beobachtete.

Sie hatte ungepflegtes, strohiges und graues Haar, verhärmte, bittere Gesichtszüge und einen sonderbaren, struppigen Mantel, der mich an Hagrids eigenwillige Garderobe erinnerte, an. Ich erkannte sie erst, als sie mit schleppenden Schritten immer näher kam.

„Wer, wer ist das?“, wisperte Harry, der aus seiner Trance gerissen wurde, während ich entsetzt wartete, um herauszufinden, was mit der Frau passiert war.

„Mrs. Bagshot?“, fragte ich vorsichtig.

Ich meine, jetzt war ich mir wirklich sicher, da ich sie noch von damals kannte, als ich sie zu Albus befragt hatte. Aber sie sah völlig anders aus und wirkte anders. Bei unserem letzten Zusammentreffen war sie eine mit Elan gesegnete, ältere Dame gewesen. Jetzt wirkte sie krank. Sie reagierte auch nicht auf mich, zeigte nur, dass sie mir zuhörte, da sie den Kopf schieflegte und uns musterte, bevor sie uns mit Zeichensprache auffordert ,mit zu ihrem Haus zu kommen.

Da das Haus von ihr nur am Ende der Straße lag, sahen Harry und ich uns sprachlos an.

„Was denkst du, will sie?“, meinte er, während wir auf ihren sich langsam entfernenden Rücken blickten.

„Keine Ahnung, aber ich hab ein sonderbares Gefühl“, gestand ich zitternd.

„Sie erkennt uns ja nicht… komm… mal sehen, was sie will“, kam aus Harry wie gewohnt die ihn antreibende Neugierde und ich zuckte mit den alten Schultern. Ich hatte kein gutes Gefühl, kannte aber Harry gut genug, um zu wissen, dass es sinnlos war, ihn aufzuhalten.

Die alte Dame öffnete knarzend ihr Haus, das an sich wie das der Potters aussah und führte uns herein. Zu meinem erneuten Erstaunen roch es unangenehm und alles war unaufgeräumt und staubig, ganz anders als bei meinem ersten Besuch. Ich selbst fühlte ein unangenehmes Kribbeln im Nacken, desto näher ich der Alten kam.

Unterdessen entzündete Harry eine Kerze mit seinem Zauberstab. Daraufhin winkte er mich zu sich und deutete wild auf die verstreuten Fotos, die auf den Tischen lagen, darunter war auch das Bild von dem blondgelockten Gellert in jung.

„Kennen Sie noch Gellert Grindelwald?“, wollte Harry mit Blick zu Bagshot erfahren und ein belangloses Gespräch beginnen, aber zu meiner großen Verwunderung gab sie ihm keine Antwort, sondern zuckte nur mit den dick verpackten Schultern und bedeutete Harry, mit ihr nach oben zu gehen.

Ich runzelte die Stirn und sah zu Harry, der mal wieder auf ihren entschwindenden Rücken sah. Als sie die ächzenden Treppenstufen erklomm, überlegten wir, was wir tun sollten, denn diese Einladung war eindeutig nur an ihn gegangen, nicht an mich.

Er blickte zu ihrem Rücken, zu mir und zuckte dann ebenfalls mit den Schultern. In der Zwischenzeit steckte er das Bild mit Gellert in seine Jackentasche und hastete ihr dann hinterher. Er ließ mich zurück und ich konnte nicht gegen meine Instinkte an, denn ich hatte auf vielfache Weise gelernt, auf sie zu hören. Hier war was faul, aber gewaltig, sodass ich mich im Kreis drehte und das Wohnzimmer genau in Augenschein nahm.

Das war nicht das Haus, das ich von früher kannte!

Ich rechnete seitdem wir Godric‘s Hollow betreten hatten mit einem Angriff, denn dass der Lord und seine Anhänger untätig blieben konnte man niemandem von uns vorwerfen. Aber bis jetzt war nichts passiert und das ließ mich noch unruhiger werden.

Somit schüttelte ich jedwede Bedenken ab und stellte mich der Tatsache, dass ich die Privatsphäre von niemandem achtete und sah mich auf eigene Faust in dem Haus von Bathilda Bagshot um.

Die Küche ließ mich zurücktaumeln. Sie war lange nicht sauber gemacht worden. Es stank nach verrotteten Lebensmitteln und mich beschlich das Gefühl, dass wir schnellstens verschwinden sollten.

Als ich mich der Treppe näherte, um Harry hinunterzurufen, fand ich den Gestank bestialisch und je näher ich der Tür unter der Treppe kam, desto schlimmer wurde es und zu meinem Schrecken erkannte ich diesen Geruch. Diesen ganz eigenen süßlichen Gestank, der Unheil verkündete. Er verfolgte mich seit Beginn dieses Krieges. Es war der Gestank des Todes!

Deswegen zögerte ich nicht, sondern riss die Tür auf und hatte einen erstklassigen Blick auf den Grund der Verwesung und wie soll ich sagen, irgendwie verwunderte es mich nicht, auf eine Leiche zu starren. Es war die echte Bathilda Bagshot!

Fuck, das hier war die Falle! Und die arme, so nette und liebenswerte Frau konnte einem leidtun, ein solches Ende gefunden zu haben. Das also war das Geheimnis, doch ich kam nicht dazu, sie zu bemitleiden, denn in dem Moment polterte es über mir und nichts hielt mich mehr. Ich hetzte wie von Geistern getrieben die Treppe hinauf.

„VORSICHT“, kreischte ich unnatürlich hoch und riss die Tür zum Schlafzimmer auf.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Contino Industries, endlich wieder, sollte man meinen, schließlich war das hier mein Unternehmen, doch heute war es ein Gang, der mir schwer fiel und bleiern im Magen lag!

Wie liebte ich es und wie sehr würde ich mir wünschen, ständig hier sein zu können! Hier war es so, wie ich es wollte, aber da draußen herrschte die raue Wirklichkeit und zu der zog mich gerade nichts in meinem Leben. Doch ich wusste nur zu gut, heute würde ich selbst hier keine ruhige Zuflucht finden.

Luna saß in Malfoy Manor im Zellentrakt fest, meine andere Aktion hatte mindestens ein Leben gekostet und ich wollte zum ersten Mal in meinem Leben nicht in meine Burg gehen. Ja, das traf es in allem recht gut.

Ich saß nun in meinem gemütlichen Büro hier in Dublin und sinnierte darüber, dass ich mich nicht ewig drücken konnte. Noch hatte ich Ruhe, weil meine Anwesenheit sich noch nicht herum gesprochen hatte, aber lange würde diese Ruhe nicht mehr währen. Ich musste den ein oder anderen über den Verlust informieren. Die Zeit würde es nicht leichter für mich machen, denn meine Schuldgefühle drohten, mich zu ersticken, vor allem in eben meiner heilen Pracht in Irland. Und dann war es auch schon vorbei mit der Besinnlichkeit, als meine Tür abrupt aufgerissen wurde und Percy Weasley, ohne angekündigt worden zu sein, hereinstürmte.

„Was kann ich für dich tun?“, ruckte mein Kopf hoch und ich ersparte mir mahnende Worte, denn wenn Percy Weasley derart durch den Wind aussah musste etwas vorgefallen sein.

„Malfoy…“, stieß er auch schon atemlos aus, anscheinend war er gerannt. „Dein… dein, dein Vater…“, brach er ab und ließ sich auf den Besucherstuhl vor mir fallen.

„Was ist mit meinem Vater?“, fragte ich bemüht ruhig nach und versuchte, mir die in mir aufsteigende Unruhe nicht anmerken zu lassen.

„Er… er kam zu mir ins Ministerium…“, erregte sich Percy Weasley empört und erzählte mir umgehend die ganze Geschichte, wobei ich zum Schluss mit offenem Mund dasaß. Vater suchte für Marietta Edgecombe einen Ehemann!

Das war unerwartet, ja, das traf es wohl ganz gut!

„Ich rufe nach Marcus“, hob ich die Hand, um Weasleys Redefluss zu stoppen und benachrichtigte meine Rechte Hand.

„Kann ich… bitte einen Drink haben?“, meinte er daraufhin und ich zuckte zuvorkommend die Schultern und erhob mich, um zu meiner Bar zu gehen und schenkte ohne Nachfrage für ihn einen Cognac ein, während ich versuchte, die Neuigkeiten zu verdauen.

Ich reichte ihm den Drink, den er gierig in sich schüttete. Anscheinend hatte der Besuch meines Vaters Eindruck auf ihn gemacht. Als die Tür aufging, wollte ich honorig verkünden, dass ich erfreut war, wie schnell das ging, doch stattdessen fiel mein Glas zu Boden und ich sah nur noch Rot.

„Du Arsch“, rammte mich ein fuchsteufelswilder Ronald Weasley mit Wucht gegen die Wand und ich sah Sterne.

„Hey, Weasley, spinnst du?“, mahnte Marcus aus dem Hintergrund. „Ron, was soll das?“, schrie sein älterer Bruder erschrocken und sprang auf, wodurch der Stuhl hörbar polternd umfiel und ich wappnete mich gegen einen erneuten Angriff.

„Ruhig Blut… Weasley“, meinte ich besänftigend und es war nicht ganz klar, welchen der Brüder ich meinte und doch legten sich nun meine Hände auf die Fäuste, die mein Hemd hielten und ich versuchte, den Schmerz in meinem Schädel nicht zu beachten. „Was machst du hier? Müsstest du nicht bei Hermione und Potter sein?“, wollte ich ein wenig Emotion aus dieser Begrüßung herausnehmen, erhielt aber nur ein Knurren und er stieß mich wieder gegen die Wand, dabei war es schwer, den Schmerzenslaut zu unterdrücken, der mir entschlüpfen wollte. Kraft hatte der Weasley auf jeden Fall.

„Ron“, meinte sein Bruder beunruhigt von hinten, aber ich blickte nur einer hässlichen, vor Wut verzerrten Fratze entgegen. Er hatte sich verändert, seitdem ich ihn zum letzten Mal gesehen hatte, seine Haare waren so lang wie noch nie und alles in allem wirkte er gehärtet und unnachgiebig wie Stahl.

„Das warst du“, kam der Rammbock mit zornbebendem Gesicht ganz nah und ich hielt die Luft an, als sich seine Augen in mich bohrten. Der vorwurfsvolle Blick ging mir durch Mark und Bein.

„Marcus?“, fragte ich atemlos über Weasleys Schulter hinweg und konnte das kalkweiße Gesicht von Marcus Flint ausmachen, der mich mit bodenlosem Zorn anstarrte.

„Er weiß es… wir wissen es“, gestand er gehetzt und sah mich vorwurfsvoll an, woraufhin ich kurz die Augen schloss, um mich zu fangen. „Wir… wir haben Crockett gefangengenommen und…“, durchschoss mich eine spitze Wut und ich riss die Augen auf.

„Ich sagte doch, keine Gefangenen“, fiel ich ihm rüde ins Wort und wieder knallte mich der verrückt gewordene beste Freund von Potter gegen die Wand und ich stöhnte schmerzhaft auf.

„Ron“, rief Percy Weasley erregt, jedoch schien Marcus ihn aufzuhalten, denn jetzt begann er zu sprechen:

„Tja, wenn das so danebengeht, müssen wir wissen, wie das passieren konnte…“, vernahm ich die Worte sprachlos.

Mir fiel meine Rechte Hand doch tatsächlich in den Rücken. Das Ärgerliche jedoch war, dass sie damit erfuhren, was ich getan hatte, dass ich den Auftrag ausgeführt und die Flüchtigen in eine Falle gelockt hatte, ganz wunderbar. „Jetzt wissen wir es und sagen wir es so, Crockett erlag seinen Verletzungen“, lag absoluter Zorn in Marcus‘ Tonfall und ich verstand ihren aufgebrachten Ärger.

Und doch fühlte ich Sorge in mir aufsteigen, wer Crockett zu Tode gefoltert haben könnte, denn niemand sollte das von meinen Leuten tun müssen, absolut niemand!

„Wer?“, wisperte ich zu Marcus hin, ohne auf Ron Weasley zu achten und wie mir seine funkelnden Augen den Tod selbst wünschten.

Marcus war so freundlich und begann, mit seinem Mund tonlos einen Namen zu formen:

Gellert Grindelwald!

Sofort überflutete mich Erleichterung, da ich wusste, dass für Gellert ein weiteres Menschenleben auf seiner Liste keine wirkliche Rolle spielte. Ich meine, klar, es war hart, so etwas zu sagen, aber es stimmte, als ein urtümlicher Schrei jeglichen anderen Gedanken von mir unterbrach.

„Apolline…“, brüllte Ronald Weasley mit so unendlichem Schmerz, dass ich dachte, ein Messer bohrte sich in meinen Leib. „Sie ist tot und du bist Schuld“, hielt er mir grimmig vor.

„WASSS?“, kam es erschrocken von Percy, der registrierte, dass er eine angeheiratete Verwandte verloren hatte.

„Was hatte sie da zu suchen?“, fragte ich aus der Not heraus, damit die Schuld nicht zu schwer auf mir lag und er stieß mich mit seinen geballten Fäusten wieder hart in die Brust, während sich sein Gesicht zu einer hässlichen Grimasse verzog und ich schmerzlich aufstöhnte, aber ich mich nicht weiter wehrte. Irgendwie stand mir das nicht zu.

„Sie haben sich gestritten“, kam es reichlich schnöde von Marcus, dem aber seine Empörung über mein Tun anzusehen war.

„Wir haben uns nicht gestritten, wir waren unterschiedlicher Meinung“, brüllte Weasley los, ließ von mir ab und drehte sich mit geballten Händen zu Marcus herum, als er versuchte, diesen für ihn anscheinend unendlich wichtigen Punkt klarzustellen.

„Bitte, Weasley“, rief Marcus laut. „Du hast vor allen zu ihr gesagt, dass Potter für dich die Nummer eins ist!“, schüttelte er sichtbar mitgenommen den Kopf, während ich mir über den geschundenen Brustkorb rieb. „Was erwartest du da von einer Frau?“, hielt ihm unser frisch gebackener Ehemann vor und wieder brüllte der leid geplagte Mann auf. Unterdessen betrachtete ich besorgt seinen Rücken.

„Wir hätten das wieder hinbekommen…“, kam es gebrochen von dem ansonsten so vorlauten Gryffindor.

„Ron“, meinte sein Bruder versöhnlich und trat auf ihn zu.

„Was willst du, Percy, verzieh dich“, stoppten seine schroffen Worte seinen Bruder. „Flint, du hättest sie nie gehen lassen dürfen“, beschwerte er sich mit belegter, vorwurfsvoller Stimme.

„Wenn sie zu gehen wünscht, halte ich sie nicht gegen ihren Willen fest“, erklärte mein Vertreterabsolut selbstsicher, wenngleich ihm anzusehen war, wie schwer ihm der Verlust fiel.

„Es… Ronald… Ron, es tut mir leid… unendlich, das wollte ich nicht, das sollte nicht… das…“, ließ ich unsere sonstige Antipathie beiseite und nannte ihn vertraulich beim Vornamen, zeigte mich zugänglich und verletzlich wie sonst nie, sodass er wieder zu mir herumfuhr.

„Spar dir deine Lügen, Malfoy“, zitterte Weasleys Stimme und Tränen schwammen in seinen Augen, als ich aus dem Augenwinkel bemerkte, wie Marcus Percy zurückhielt.

„Ich konnte nicht helfen“, bekannte ich mit erstickter Stimme. „Es… es tobte ein Sturm, es ging hoch her“, fand ich mich in meiner Erinnerung dort wieder, eine Erinnerung, die mich nicht schlafen ließ und die mir Magenschmerzen bescherte, während mich Ronald Weasley mit einem wahren Horror in den Augen betrachtete. „Aber… aber es war besser, als wenn… als wenn wir sie bekommen hätten, tröste dich damit“, würgte ich an meiner faden Ausrede.

„Halt dein Maul“, schrie er los, aber ich packte nun ihn hart an den breiten Schultern.

„Es ist wahr, es war besser so…“, beharrte ich und schüttelte ihn. „Rowle wollte sie für sich und ich weiß nicht, was ich da vorziehen würde…“, schrie ich außer mir.

„Den Tod?“, brüllte er zurück und seine Spucke besprenkelte mein Gesicht, aber ich ließ nicht los. „Sag mal, spinnst du? Du hättest sie retten können“, begehrte er auf und wehrte sich gegen meinen Griff.

„Nein, er hätte das alles gar nicht tun müssen“, beschwerte sich Marcus wütend und mit absoluter Bösartigkeit, da er meine Beweggründe in Frage stellte und ich atmete tief ein.

„Denkt ihr…“, rief ich und stieß Weasley von mir, „denkt ihr… die Entscheidung ist mir leicht gefallen? Warum haben deine Männer die Flüchtenden geschützt, ihnen wäre nichts passiert, hätten sie einfach nur die Abflugstelle bewacht und wären dann abgehauen und ich frag mich auch, warum lässt du Apolline gehen? Sie war sicher, dort wo sie war, sie war sicher… es ist sonst nirgends sicher…“, beschwerte ich mich aufgebracht.

„Sie haben gesehen, wie die Flüchtenden in der Luft angegriffen wurden, sie wollten helfen“, kam es hitzig von Marcus, der nun ebenfalls seine Fäuste ballte und mich zornbebend anstarrte.

„Ich kann es nicht ändern. Haben wir noch einen Mann verloren?“, fragte ich aufgebracht nach einem Punkt, der mir ebenfalls ziemlich schwer im Magen lag

„Gar keinen!“, servierte er umgehend.

„Ich sah jemanden fallen“, würgte ich heraus und da lachte Marcus überheblich auf.

„Er konnte durch eine neue Erfindung der Twins, die wir nach Moodys Tod eingeführt haben, aus der tobenden See entkommen“, kam es reichlich sparsam von meinem Mann und mir raubte diese Erkenntnis den Atem. Es erleichterte mich ungemein, machte aber mein Versagen bei Apolline nicht besser.

„Uhhh, das freut mich aber, dass die VenTes keinen Verlust erlitten haben, wunderbar, Malfoy, ich schlag dich zu Brei“, drohte Ronald Weasley brutal und schlug seine Faust in seine offene Hand.

„Könntest du uns alleine lassen“, befahl ich tonlos und die beiden anderen machten große Augen, weil ich sie trotz solcher Drohungen wegschickte.

„Aber…“, kam es gleichzeitig von Marcus und auch Percy im Protest, aber ich schüttelte meinen Kopf.

„Geht“, donnerte ich autoritär und plötzlich hatten es die beiden sehr eilig, uns alleine zu lassen.



*die Bibel: Matthäus 6,21
**die Bibel: 1.Korinther 15,26
***Zitat HP 7, S. 341


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BeitragThema: 574. Um Haaresbreite   Di Nov 15, 2016 11:55 pm

574. Kapitel Um Haaresbreite

Ronald Weasley stand immer noch bedenklich nah vor mir, oder kurz gesagt, ich war in Schlagweite seiner Faust und doch rührten wir uns noch nicht, obschon die Tür schon vor einiger Zeit geschlossen worden war.

Irgendwie schien bei Weasley die Luft raus zu sein, aber das war so gar nicht Gryffindor, sodass ich eher davon ausging, dass er überlegte, wie er mir am besten am meisten wehtun konnte.

„Weasley!“, kämpfte ich als erster um Worte und sofort flog mir der Blick seiner braunen Augen zu. „Ich… also… der Verlust deiner Freundin bereitet mir großen Kummer“, versuchte ich, so aufrichtig und ehrlich zu sein, wie ich konnte.

„Pfff“, kommentierte Weasley abfällig, aber ich hob die Hände.

„Doch, ich mein das ernst, auch wenn ich sie nicht im Ansatz so gut kannte wie Daphne, so sei dir sicher, dass ich auch um sie trauere“, sprach ich schnell, da ich versuchen wollte, seinem Einspruch zuvor zu kommen. „Sie war ein Teil Irlands, auch wenn sie gehen wollte…“, erklärte ich grimmig, da ich sauer war. Warum musste sie gerade diesen Tag wählen, um zu gehen?

Warum?

„Wer will schon hier bleiben?“, murrte Weasley daraufhin finster, während mich sein bestechender Blick traf.

„Warum bist du nicht bei ihnen, bei Potter und Hermione? Was ist passiert?“, fragte ich zutiefst interessiert.

„Mein Bruder rief mich, er wollte, dass ich sein Haus schütze“, erklärte er ausweichend. „Und dann hat mir Fleur gesagt, dass sie einen Brief von Apolline bekommen hat, in dem sie ihr gesagt hat, dass sie nicht mehr mag, also bin ich danach zur Burg. Sie war eifersüchtig und sie meinte, ich muss mich entscheiden“, schüttelte er betrübt sein rotes Haupt. „Sie… oder Harry… tja…“, zog er geschlagen die Schultern hoch und ich wartete ab, als er plötzlich zu mir sah.

„Weißt du, Malfoy, es tut gut… dir die Schuld geben zu können“, brach es regelrecht aus ihm heraus und ich machte große Augen. „Du bist schuld, du bist an allem schuld“, kam es weiterhin wie ein Mantra von ihm und jetzt nickte ich langsam mit meinem Kopf.

„Ja“, gestand ich ihm leise zu und neigte mein weißblondes Haupt vor ihm, „wenn du dich dann besser fühlst, dann bin ich an allem alleine schuld“, servierte ich ihm auf dem Silbertablett, so mies fühlte ich mich. Nach diesen Worten bemerkte ich, wie er leicht vor mir zurücktaumelte und sich an der Sessellehne festhielt.

„Pass auf, dass du nicht zu gut wirst, das wäre falsch und ekelhaft“, würgte Weasley an seiner wenig passenden Entgegnung.

„Ich… so… also…“, stotterte ich ziemlich ungebührlich für einen Malfoy herum, aber es berührte ihn eh nicht, da er plötzlich weitersprach, ohne auf mich zu achten.

„Ich gehöre zu Harry…“, meinte er jetzt auf einmal sehr ernst und absolut eindringlich. „Das… das wäre eh nichts mehr mit uns geworden“, ballte er bei seiner Aussage die Faust und löste sie wieder.

„Wie meinen?“, erwiderte ich perplex, stieß mich von der Wand ab und trat mehr in den Raum hinein.

„So wie ich es sage…“, fuhr mich Weasley aufgebracht an. „Sie war unzufrieden, dass ich mich und mein Leben“, betonte er sehr genau, „Harry verschrieben habe…“, dabei lag abgrundtiefe Trauer in seinem Ton, während er die Augen niederschlug. „Ihr… ihr Verständnis dafür ist geschrumpft, je länger es dauerte, umso schlimmere Sachen passierten und je aussichtsloser dieser Krieg wird!“, murmelte er unglücklich und fuhr sich durch seine lang gewordenen, roten Haare.

„Sie wollte eine Entscheidung, das wollen Frauen manchmal“, wisperte ich betroffen.

„Ja… das wollte sie, aber ich konnte mich nicht entscheiden und wenn doch, dann eben zu ihren Ungunsten…“, weinte er still los und wischte sich mit seinen vernarbten Händen über die tränennassen Wangen. Letztendlich war seine große Liebe doch gestorben, weil er nicht zu ihr sondern zu seinem Freund hielt.

„Warum hältst du so zu Potter? Du hast genügend Brüder? Du hast eine Familie… eine eigene?“, überkam mich eine unvorstellbare Neugierde, die gestillt werden musste, dabei war mir gegenwärtig, wie sonderbar und verrückt dieses Gespräch zwischen uns beiden anmutete.

„Harry ist Harry“, stieß Weasley so absolut ernst und gefühlvoll aus, dass meine Augenbrauen in die Höhe schnellten. Was wollte er damit sagen?

„Gräbst du nun Gefühle für Potter aus?“, wollte ich perplex erfahren und da schoss sein Blick, einem Dolchstoß gleich, zu mir.

„Bäh, hol deine Gedanken aus der Gosse Malfoy, das passt zu dir“, wehrte Weasley ab und verzog seine Züge zu einer Grimasse. „Er ist der Bruder meines Herzens“, klopfte er an seine Brust. „Er ist der, der mir am Nächsten steht. Manchmal ist Blut nicht dicker als Wasser, manchmal findet man Menschen, die einem näher sind als andere“, zog er seine Schultern hoch. „Vielleicht auch durch die Erlebnisse, die uns zusammengeschweißt haben?“, suchte er nach Erklärung, wo es vielleicht manchmal keine gab.

Wenn ich mir die innige Verbundenheit zwischen und Vater und Severus ins Gedächtnis rief, war da der Fakt der Verwandtschaft unzureichend.

„Sie wollte, dass ich mitkomme. Sie wollte, dass ich gehe, dass ich Harry und Hermione im Stich lasse…“, unterbrachen die abgehackten Sätze Weasleys meine Gedanken und ich konnte sehen, wie sehr es ihn quälte, dass sie das von ihm gefordert hatte.

„Das bist nicht du“, meinte ich lahm und fügte still hinzu;-du lässt niemanden im Stich.

„Nein, das bin ich nicht“, gab er zurück und kämpfte gegen das Gefühl, trotz dessen Apolline im Stich gelassen zu haben. „Ich… ich weiß nur, dass ich weiß, dass er auf mich zählen kann“, resümierte er ausnehmend müde und stöhnte auf.

„Potter ist gesegnet mit Freunden wie euch“, meinte ich neidisch. Irgendwie würde ich wohl nie über meine Gefühle Potter gegenüber hinwegkommen.

„Er wird es nicht so sehen!“, verwirrten mich im ersten Moment seine Worte. „Ja, nach allem was er schon verloren hat, was erwartest du? Wir sind seine Freunde, toll…“, stieß er verächtlich aus und schien sich zu besinnen, dass er gerade, ähnlich seinem Freund, seine Frau, seine Freundin verloren hatte und ballte die Hände zu Fäusten.

Die Erkenntnis, dass Verlust zum Krieg gehörte, tat weh!

Dracos Sicht Ende

Lucius Sicht

„Malfoy“, plärrte Wormtail schrill und blickte sich absolut panisch um, während er in zitternden Händen einen Schlangenkopf hielt und der restliche Leib des riesen Viehs um seine Schultern geschlungen lag. „Hilfe, Nagini… der Lord folgt gleich…“, sprudelte es irrwitzig rasant aus ihm heraus und ich zückte vorsorglich meinen Zauberstab.

„Warum hier?“, fragte ich nasal und sichtbar wenig begeistert mit der mir innewohnenden Autorität.

„Das Dark Manor liegt zu weit“, meinte der kleine, dicke Mann hektisch und sputete sich, um ins Badezimmer gegenüber der Eingangshalle zu gelangen.

„Bring das Vieh danach in den kleinen Salon“, fuhr ich den dicklichen Mann mit seiner silbernen Hand an, als er gehetzt durch den Türbogen glitt und eilig das Weite suchte.

Gleich danach baute sich ein mächtiger schwarzer Schatten vor mir auf und ich blickte absichtlich unbeeindruckt auf die vor Wut schäumende Gestalt des Dark Lords.

„Er issst entkommen… ssschon wieder“, hauchte er so eisig zu mir hin, dass ich ein Schütteln unterdrücken musste, als natürliche Reaktion auf diese unmenschliche Erscheinung.

„Luciusss, ruf dasss Mudblood her“, verlangte er schneidend und ich lüpfte übertrieben eine Braue, da sich der wütende, sich zu einer greifbaren Masse ballende Zorn des Lords offenbarte.

„My Lord, was ist geschehen?“, bat ich zurückhaltend und neigte mein herrschaftliches Haupt vor dem Lord und seiner barbarischen Macht, die kurz vor einem Ausbruch stand.

„Potter issst mir entwissscht… ssso knapp“, beschwerte er sich mit kalter Wut und legte Zeigefinger und Daumen zusammen, um zu verdeutlichen. wie knapp es gewesen war und kurz stockte mir der Atem, während er mich mit derart durchdringenden rotglühenden Augen anfunkelte, dass ich mir nackt vorkam und ein Räuspern unterdrückte, das in mir aufsteigen wollte.

„Ihr zürnt ihr?“, fragte ich blasiert und bugsierte den Lord nach rechts in den Dining Room, während er regelrecht vor einer Implosion zu stehen schien.

„Sssie… sssie…“, hisste er so unglaublich zornig auf, dass das uralte Porzellan in den Glasvitrinen an der Wand vibrierte und verfiel fast in Parsel, während ich betont gleichmütig zur großen Bar schlenderte.

„Sie ist durch den Eid gebunden, was hätte sie tun sollen? Außerdem war sie gar nicht bei Potter“, behauptete ich aus einem irrwitzigen Grund heraus mit absoluter Souveränität.

„Nicht?“, zweifelte er offen wie selten an meinen Worten, als ich die Flasche alten Brandys hochhielt und ihm dann ebenfalls den dringend benötigten Drink einschenkte.

„Ja, sie ist immer mal wieder in Hogwarts… und bis vorhin war sie gerade bei mir… wir planen den Ball“, log ich dem Lord offen ins schlangengleiche Angesicht, aber meine Maske saß und ich wusste, dass ich mich auf Severus verlassen konnte.

Warum sah ich es nur als nötig an, sie mit einer Lüge zu schützen?

„Wer sssollte dasss sssonst an ssseiner Ssseite gewesssen sssein?“, kam es wütend vom Lord und er wirbelte herum, schlug mir das Glas, das ich ihm hinhielt, mit seiner puren Magie aus der Hand und es ging klirrend zu Boden. „Luuucccciiiuuusss?“, lag Gefahr in seinem Ton, als er jede Silbe meines Namens bedrohlich betonte, jedoch zuckte ich nur affektiert mit den Schultern.

„Ein Freund“, bot ich lakonisch an und schenkte seelenruhig ein erneutes Glas ein.

„Man hat mir versssichert, dasss Weasssley todkrank darnieder liegt“, servierte der Lord eisig einen meiner Berichte und ich stellte nun die Gläser ab und hob beide Hände an.

„Potter hat noch andere verrückte Freunde, die bereit sind, ihr Leben für ihn zu geben… fragen wir doch Nagini, ob sie Hermione identifizieren kann“, bot ich an und wollte mich nicht mehr in Spekulationen verirren, das wirkte schuldiger als wenn ich anderen dieses Feld überließ.

„Sssie hätte etwasss tun können!“, beharrte er stur, gefangen in selten gezeigten Emotionen und musterte mich eindringlich, während ich seinen Blick stoisch erwiderte.

„My Lord, wollt Ihr wahrlich, dass ich sie rufe, oder Ihr sie ruft?“, zählte ich auf. „Sie wird sofort zu Euch kommen und untertänigst die Strafe annehmen, die Ihr für sie ersonnen habt.“ Dabei ging ich nun doch von ihrer Schuld aus, so wie er es von mir erwartete „Sollte sie es wider Erwarten doch getan haben, wäre ich der Letzte, der dies gutheißen würde“, wirbelte der Lord im Speisezimmer auf und ab und verpestete die Luft mit seiner schlechten Laune, sodass ich weitersprach:

„Konnte Nagini ausmachen… wer aktiv war? Sie… oder Potter?“, fragte ich neugierig und hielt dem Lord als er sich mir näherte nun doch wieder das Glas hin „My Lord?“, wagte ich mich vor.

„Sssssie weisss esss nicht“, entfuhr es ihm säuerlich. „Sssie sssagt, esss war eine alte Frau“, räumte er widerwillig ein und fuhr sich in einer selten gezeigten Regung mit seiner Hand über den kahlen, so bleichen Schädel.

„Oh… ich rufe Hermione sofort, um sie Rechenschaft ablegen zu lassen, ob sie diese Person war“, erwiderte ich eilfertig. „Wie ist es möglich, dass Ihr, My Lord, zu spät kamt?“, setzte ich mit meiner Diktion zum tödlichen Stoß an, ein wagemutiger Versuch, als sein Profil zum Fenster schoss und er eine tödliche schwarze Wolke um sich produzierte.

„Ach… ich bin von minderbemittelten Idioten umgeben“, stieß er grimmig aus und langsam verlor er seine Schlangensprache, sodass ich mir mein überhebliches Lächeln, das an meinen Mundwinkeln zupfte, verbot.

„Wie wahr, ich fühle Euch nach…“, meinte ich aufrichtig, da ich auch oft so von meiner Umgebung dachte. Ihm war es augenscheinlich ein Bedürfnis, mich genauer über ihr fulminantes Versagen in Kenntnis zu setzen.

„Ja, diese Idioten haben es mir nicht gesagt. Die Distanz vom mittleren europäischen Festland nach Godric‘s Hollow ist sehr weit“, ärgerte sich der Lord maßlos darüber, dass auch er solche Strecken nicht ohne Weiteres zurücklegen konnte. „Diese ausgeklügelte Idee von Wormtail und Nagini war nicht ganz zu Ende gedacht“, wallte wieder eisiger Zorn im Lord auf, der sich in Wellen um ihn herum Bahn brach. „Sie wollten Potter auflauern, haben nur vergessen, mich zu informieren. Als ich fühlte, dass etwas passierte, erst kurz danach, rief mich Nagini, aber aufgrund meines Unwissens war ich trotzdem zu spät“, grollte der zutiefst verärgerte und aufgrund dessen brandgefährliche Lord.

„Eigeninitiative kann löblich sein“, verkündete ich hochtrabend und mit gewissem Wagemut.

„Wenn sie fehlschlägt, ist sie ärgerlicher… als alles andere zusammen!“, beschwerte sich der Lord bitterlich und seine Magie waberte drohend um ihn herum.

„Was plant Ihr wegen Nagini und Pettigrew?“, lenkte ich bewusst von Hermione ab.

„Was?“, schreckte der Dark Lord aus seinen Gedanken auf. „Keine Ahnung, Nagini ist unpässlich“, entfuhr es ihm genervt. „Wormtail“, rief er magisch verstärkt, sodass es im ganzen Manor zu vernehmen war. „Bring mir Nagini“, befahl er, als er sich abwandte, nur um Sekunden später wieder zu mir herumzufahren.

„Ich brauche jedwede Information zu Gellert Grindelwald“, meinte er nun scharf zu mir und ich bekam große Augen, als der dicke Diener hereineilte und Nagini auf meinem Speisetisch ablegte und ich kurz die Augen schloss, um den Fauxpas überspielen zu können.

„Wie… natürlich… ich werde mich alsbald um die Recherche bemühen…“, sprach aus meiner Antwort meine Bemühung, meinen Ärger zu verschleiern und meiner Verwirrung Ausdruck über den Wunsch des Lords zu verleihen. Schlussendlich galt Grindelwald als tot und niemand, schon gar nicht der Lord, ahnte, dass dieser Mann in Irland wohl verborgen war.

„My Lord… ich muss Euch etwas erzählen“, begann ich mit gesenkter Stimme, die ihm suggerierte, dass ihn faszinierende Neuigkeiten erwarten.

„Und was, Lucius?“, fragte er leise mit einer Spur Zweifel im Ton und ich startete meine Mission, ihn zu unterhalten und abzulenken, indem ich ihm die lange Story erzählte, die dazu führte, dass Hermione zum ersten Mal über sich hinaus gewachsen war und bösartig auf ihr anderes Sein zurückgegriffen hatte.

„Inspirierend und absolut fabulös, wie Hermione ihren ersten Dementorenkuss befahl“, leuchtete bei meinen begeisterten Worten seine Augen gefesselt auf und er wirkte wissbegierig und ging eiskalt über den Verlust eines Mannes hinweg.

„Wie faszinierend, weihe uns detailliert ein… Luciusssss“, lag zum ersten Mal, seitdem er das Manor in seiner Wut erstürmt hatte, ein freudiger Glanz in den glutroten Augen und erst jetzt ergriff er das Glas, das ich ihm die ganze Zeit geduldig hingehalten hatte und nahm einen Schluck zur Beruhigung.

Während er mir nun aufmerksam lauschte und nach einem ausführlich langen, den Lord zufrieden stellenden Bericht bedeutete er mir, ihm erneut nachzuschenken.

„My Lord, Eure Anhänger, wir vermissen Euch“, kam mir diese Lüge grandios glaubhaft über die Lippen. „Ich meine, kann ich gar nichts tun… um Euch bei Eurer Suche zu helfen, damit Ihr schneller wieder heimkommt?“, demütigte ich mich dem Lord gegenüber zum Ende hin unvorstellbar, aber er schenkte mir ein honoriges Lächeln und streichelte die verarztete Nagini, die magisch in seinem Schoß lag.

Nachdem ich den Lord besänftigt und er mich verlassen hatte, rief ich sie zu mir. Ich aktivierte ihr Dark Mark und sobald sie käme, würde sie erst mal hierbleiben, ihre Zeit war auf mannigfaltige Art und Weise abgelaufen.

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Autsch“, kam es auf vielerlei Arten schmerzgeplagt von mir. „Das war knapp“, hielt ich mir meinen dröhnenden Schädel.

„Wahhhh“, kam es undeutlich von Harry, der sich langsam von seinem Anfall erholte und ich entspannte mich etwas, nachdem er endlich wieder geistig bei mir war.

„Harry? Harry, kannst du mich hören?“, fragte ich ihn besorgt, da er die Augen verdrehte und wieder abzudriften drohte, woraufhin ich ihn weniger sanft an seiner Schulter rüttelte.

„Her… Hermione?“, wisperte er orientierungslos und schlug seine verhangenen Augen auf.

„Ja, Harry“, entgegnete ich beruhigend und strich ihm die verschwitzten Strähnen aus der Stirn, die von einer rot geschwollenen Blitznarbe gekrönt wurde.

„Wo… wo sind wir?“, verlangte er schleppend zu erfahren und ich blickte mich kurz um.

„Im Zelt“, verkündete ich knapp und konnte die Erleichterung, die ich darüber fühlte, fast nicht verbergen.

„Merlin sei Dank“, kam es inbrünstig von Harry, dem es ähnlich wie mir zu gehen schien, als es ihn von oben bis unten schüttelte.

Irgendwie war mir Godric‘s Hollow nur noch als gruseliger Albtraum, der in einer Katastrophe gipfelte, in Erinnerung, als Harry stöhnte und sich zu rühren begann.

„Boah… das war irre eklig, als Nagini aus der Frau raus gekrabbelt ist…“, schüttelte es seinen ganzen Körper, dabei versuchte er, sich stöhnend aufzurichten und ich sah die körperlose Hülle der alten Frau auf dem Boden liegen und unterdrückte den Reflex, mich ebenfalls zu schütteln. „Sie… sie hat sie abgeschält wie eine zweite Haut…“, würgte er an seiner Erinnerung und presste seine Fäuste auf die Augen, um die Bilder zu verdrängen, die er gerade vor sich sah und ich konnte mir vorstellen, dass das kein schönes Erlebnis war, das live zu erleben.

Gerade wimmerte er geplagt und zog erbarmungslos an seinen Haarsträhnen, die zwischen seinen Fingern hervor sahen, als müsste er sich selbst Schmerz zufügen, um das alles verarbeiten zu können.

„Wann hast du bemerkt, dass was nicht stimmt?“, fragte ich ihn vorsichtig, nachdem ich ihn zurückgedrängt und ihm einen kalten Lappen auf die Stirn gelegt hatte. Nun wand er sich unwohl in seinem Bett.

„Als der Horkrux um meinen Hals anfing, immer verrückter zu spielen und in mir selbst alles zu pochen begann…“, meinte er gehetzt und fasste an das Medaillon, das er noch immer unter seinem Pullover trug und atmete stockend „Außerdem kam mir die Frau komisch vor, ich hatte ihr gegenüber so sonderbare, ganz merkwürdige Gefühle…“, versuchte Harry zu beschreiben, was da passiert war, aber ich ahnte, was er meinte, dabei reagierte ich eher so auf die Heiligtümer des Todes und nicht auf die Seelenfragmente des Lords.

„Drei, beinah vier Horkruxe in einem Raum, das hat deinen Geist geöffnet…“, murmelte ich wenig begeistert vor mich hin, aber ich hatte am eigenen Leib erfahren, wie es war, wenn man mit allem möglichen bombardiert wurde, so wie zum Beispiel ich damals in der Burg, wodurch ich Harrys Anfall, der mich mit großer Sorge erfüllt hatte, besser verstand, als mich sein unverständiger Blick traf. „Du hast gesprochen, während du ohnmächtig warst“, setzte ich erklärend hinterher, da es einfach furchtbar gewesen war, die Stimme des Lords als seine eigene aus seinem Mund zu vernehmen.

„Ich war der Lord“, meinte er scharf und ich dachte nur resignierend: du bist in solchen Moment immer er.

Aber diese Tatsache war ein Fakt, der weniger schön war, als er eilig weitersprach: „Ich… ich war so gefangen in den Gedanken des Lords, er war in mir so präsent, das hat mich fertig gemacht… das war beängstigend…“, meinte Harry bewegt und wischte sich den Schweiß von der Stirn und ich konnte nachfühlen, was er nicht aussprach, seine Angst, sich selbst in sich zu verlieren und vielleicht nicht mehr die Oberhand zurückzugewinnen.

„Warum hast du die ganze Zeit so geschrien?“, fragte ich betont neutral nach und versuchte, gleichgültig zu erscheinen.

„Ähm…“, brach er ab und sah schuldbewusst zu mir. „W… wie soll ich dir das jetzt gestehen?“, kam es reichlich verlegen von ihm und er blinzelte mich an, als ich die Lippen einer Grimasse gleich zu einem Lächeln verzog.

„Einfach raus damit“, bot ich freudlos an und wappnete mich für unschöne Erkenntnisse.

„Ich…“, begann er dann vorsichtig. „Die Verbindung zwischen uns war stark wie selten!“, räumte er mit zittriger Stimme ein. „Ich… ich habe ihn so nah gespürt wie damals im Ministerium, als er wirklich völlig in mir gewesen war…“, ging sein Adamsapfel nervös und ich las aus ihm, wie furchtbar diese Nähe gewesen sein musste, da er ganz bleich wurde. „Er… er war wie ein offenes Buch für mich, ich konnte seine Fassungslosigkeit und grenzenlose Wut fühlen, spüren, nachempfinden, als er kapiert hat, dass ich, sein gesuchtes Opfer, direkt vor seinen Augen entschwunden bin. Ich erlebte den maßlosen Zorn, den unbändigen Ärger und die große Enttäuschung, die ihn in dem Moment überfallen hat… er ist nicht wütend, Schönste, er ist unmenschlich sauer, er verfällt in Raserei, er hat das Haus von Bagshot in Schutt und Asche gelegt…“, verstummte er abrupt und drehte sein Gesicht von mir weg und ich betrachtete mit Bauchweh sein Profil, als er sich in sein Kissen vergrub.

„Und was war noch?“, fragte ich involviert nach und zupfte an der Decke, die über Harry lag, dabei sah ich ihn nicht an.

„Ich musste es mit ansehen“, meinte er mit tränenerstickter Stimme, während ich versuchte, zu verstehen, was Harry hatte sehen müssen, dass es ihn so unendlich erschütterte. „Er… er hat es wieder erlebt, was damals passiert ist, nur diesmal war ich mit dabei und sah und fühlte, oder auch nicht, wie sich der Abend abspielte, als er zu UNS kam…“, wisperte er gebrochen und da verstand ich, dass er von der Nacht redete, die alles für Harry verändert hatte. „Ich war dabei, wie er zuerst Dad und dann Mum umgebracht hat, wie er sich mir zuwandte… dann… dann der Fluch“, schluckte Harry schwer und leckte sich über die trockenen Lippen. „Ich sah… wie er auf mich zuflog und dann… Hermione, es war furchtbar, selbst wenn ich ihn nicht mag, aber dieses Gefühl, als er sich selbst entleibt hat…“, würgte Harry und drehte sich in eine embryonale Stellung, um dem Grauen zu entfliehen, als er die Schmerzen des Lords gefühlt hatte und das Erstaunliche an Harry war, dass er noch immer Mitgefühl mit seiner Umgebung haben konnte, auch mit dem Lord, das war etwas Besonderes, wie ich mir widerstrebend eingestand. „Das war furchtbar, das wünsche ich niemandem, das war so schlimm… und Hermione… er weiß es nun…“, wimmerte er leidgeplagt und biss sich fest auf seine Unterlippe, als ich die Stirn runzelte.

„Was?“, meinte ich daraufhin irritiert, was er meinte, ahnte aber, dass es nichts Angenehmes sein könnte und biss mir selbst in die Lippe.

„Dass der Dieb Gellert Grindelwald ist… oder war… und… und ich bin schuld“, stieß Harry ärgerlich aus und schlug mit der Faust auf die Matratze, als ich den Kopf schüttelte.

„Wie meinst du das, Harry?“, fragte ich nach und verstand absolut nicht, was er mir sagen wollte und inwieweit das seine Schuld war.

„Das… das Bild… das ich mit hochnahm… das Jugendbild von Gellert“, erklärte er nun eher wütend denn traurig und richtete sich jetzt stöhnend auf. „Der Lord sah im Chaos des zerstörten Raumes genau darauf, es war, als würde er magisch angezogen werden…“, offenbarte er mitgenommen und ich schloss kurz die Augen.

„Wir wussten, dass er es früher, oder später rausfindet“, resümierte ich gefühllos, als Harry meine Hand ergriff und ich die eisige Haut von ihm spürte und mir ein Zurückzucken verbot.

Kurz legte sich ein unangenehmes Schweigen zwischen uns, während dessen wir uns bemühten, uns nicht anzusehen, als Harry seufzte und sich aufraffte, weiterzusprechen:

„Was war bei dir?“, fragte er jetzt sorgenvoll. „Ich habe dich laut schreien gehört und dann wird alles schwarz?“, bat Harry um Aufklärung und ich nickte schwer, erwiderte den Druck seiner kalten Finger.

„Ich habe Bathilda entdeckt“, meinte ich müde und schlug die Augen nieder, während ich den widerlichen Verwesungsgeruch wieder in der Nase hatte, von dem Anblick ganz zu schweigen, da der mir klar vor Augen stand.

„Wie?“, hauchte er leise.

„Sie war in einer Kammer unter der Treppe… die echte… die Leiche, die Tote…“, druckste ich herum. „Sie… sie wurde eindeutig ermordet und ich glaube…“, rang ich mit mir, ob ich ihn schonen oder offen ihm gegenüber sein sollte, als ich mich entschied, dass Harry immer die Wahrheit verdiente. „Naja… also, sie… sie haben ihr die Haut abgezogen, kein schöner Anblick…“, gestand ich nun mit trockenem Mund und sah das nur noch aus roten, braunen Fleischfetzen und weißen Muskeln bestehende Skelett in der kleinen Abstellkammer vor mir.

Zu ihren Füßen hatte sich eine Pfütze des Leichensafts und anderer Ausscheidungen gebildet, dabei war die Leiche fleißig von Maden und Schmalzfliegen vertilgt worden und ich nahm an, dass auch Nagini ab und an einen Happen von Bathilda genommen hatte, so wie ihr aufgerissener Bauch erzählte, aus dem zum Teil die Eingeweide heraushingen und das ekelerregende Bild vervollständigten. Hoffentlich hatten sie Bathilda erst gehäutet, nachdem sie tot war, sie tat mir leid, da ich mich an die alte, hilfsbereite Dame erinnerte, die wirklich nett gewesen war und die derart unwürdig hatte enden müssen.

„Krass und voll eklig… und dann?“, sprach morbide Faszination aus seinem so bestechend grünen Blick, während ich mir dachte, dass er froh sein konnte, das nicht auch noch gesehen haben zu müssen.

„Ich rannte hoch, als ich in den Raum kam war dort nur Chaos… ihr habt den ganzen Raum zerlegt und ich stolperte dort über die Überreste von was auch immer…“, schüttelte ich mich, da mir die Kleidung und die Haut von Bathilda gut vor Augen standen. „Naja… und Nagini hat ihr Maul aufgerissen und du… du hast mit ihr gekämpft, hast aber total weggetreten gewirkt, du hast Glück gehabt, dass Nagini mich angegriffen hat, als ich kam“, erzählte ich weiter und versuchte, jedes Gefühl in mir zu unterdrücken, da ich mich zu meiner Verwunderung darüber ärgerte, dass ich von dieser Art der Magie, sich der Haut eines Toten zu bemächtigen, noch nichts gelesen hatte. Das schwarzmagische Feld war riesig und ich nur eine Novizin.

„Sie… sie hat mit mir in Parsel gesprochen“, unterbrach mich Harry verächtlich und verteufelte sich sichtlich dafür, dass wir darauf hereingefallen waren und uns getrennt hatten.

„Deshalb hat sie geschwiegen, bis ihr alleine wart, dumm ist dieses Vieh echt nicht“, grummelte ich wütend und verteufelte den Horkrux in dem Vieh, der sie eindeutig zu schlau machte.

„Wie sind wir entkommen, ich dachte das war´s?“, murmelte Harry mitgenommen und ich stieß die Luft aus und ballte die Hände zu Fäusten.

„Das war es auch fast“, gab ich unumwunden zu. „Ich… ich habe einen Confringo gewirkt, leider wurde der Fluch von den Wänden reflektiert, weshalb alles wie in einem Strudel durcheinander flog, wir sind selbst fast von den Füßen gerissen worden“, erinnerte ich mich, wie ich mich auf Harry geschmissen und seinen Arm umklammerte hatte. „Es war sehr knapp, Harry…“, erklärte ich reichlich fade, als ich auf einmal den Kopf in Händen barg und darum kämpfte, keine Emotionen zuzulassen, wenngleich mir mein Herz gerade wieder bis zum Hals klopfte.

Jedoch ließ Harry mir die Zeit, bis ich mich fing, um weiter zu berichten: „Nagini war so abgelenkt, dass ich dich packen und mit dir aus dem zerbrochenen Fenster springen konnte, gerade im Fallen sind wir disappariert und ich sah noch die roten Augen des Lords…“, wisperte ich belegt. „Er… er kam im selben Moment an… ich dachte… ich ersticke, als ich in seine Augen sah…“, erzählte ich mit dumpfer Stimme und schob die Konsequenzen, die ich zu befürchten hatte, weit von mir.

„Was passiert nun mit dir?“, fragte Harry rau, augenscheinlich kam ihm zu Bewusstsein, dass es knapp für mich werden konnte, da ich ihn ohne Rücksicht auf Verluste aus dem Haus vor dem Dark Lord gerettet hatte.

„Ich… ich… keine Ahnung“, wich ich aus und hatte die Befürchtung, dass er nicht locker lassen würde, so wie er mich maß, aber ich hatte eindeutig ein Ass im Ärmel, um ihn von meinem Schicksal abzulenken. „Ähm, Harry… schau mal her…“, hob ich etwas zaghaft in die Höhe und erlebte den absoluten Schock, der sich auf seinen Zügen abzeichnete.

„Fuck, mein Stab, mein Zauberstab…“, rappelte er sich erschrocken hoch und ignorierte die Schmerzen, wie seine verzogene Miene deutlich kundtat. „Er ist zerbrochen“, fasste er das Offensichtliche zusammen und ich zog die Schultern hoch. Dabei entriss er mir seinen in zwei Teile zerbrochenen Zauberstab, wobei die zwei Teile des Stabes nur noch durch eine fadenscheinige Phönixfeder zusammengehalten wurden.

„Dein Zauberstab wurde von meinem reflektierenden Explosionsfluch getroffen und es tut mir leid… er ist irreparabel beschädigt, aber du hast immer noch deinen anderen, den verbotenen… besser als nichts, oder?“, fragte ich sachte und wusste, dass mein Trost wenig brachte.

Denn dieser Stab hier war der Zwillingsstab des Lords! Es war ein riesen Verlust an Macht und Kraft und nichts würde das schönreden können und so versanken wir beide in düsteren Gedanken und sahen uns lange Zeit nicht an, während die Stille auf uns lastete.

Wir hätten niemals in das Dorf gehen sollen, es hatte uns nichts, aber absolut nichts gebracht, haderte ich mit unserer Entscheidung.

„Wow“, riss mich Harrys Ausruf aus meiner Versunkenheit, nachdem er das Zelt verlassen hatte, um sich zu erleichtern, woraufhin ich wie angeschossen hinaus eilte.

„Wo, was?“, lag mein Zauberstab schon kampfbereit in meiner Hand, als mein Blick auf dem in den Himmel starrenden Harry haften blieb.

„Was ist das da über uns?“, wollte Harry verwirrt mit gestrecktem Zeigefinger erfahren, offenbar fiel es ihm schwer, scharf zu sehen. Anscheinend war sein Kopf stärker getroffen worden als gedacht, denn er hatte vergessen, seine Brille wieder aufzusetzen.

„Das ist Orange!“, meinte ich daher sachte.

„Oh… wo ist meine Brille?!“, meinte er jetzt und sah sich um.

„Lass sie uns durch den Schutzkreis holen“, meinte ich leise.

Gesagt, getan, da schwebte meine geschätzte Eule mit ihren so orangefarbenen Augen auf uns zu und meine Freude, sie zu sehen, trübte sich schnell.

„Fuck, ein Heuler“, entrang sich Harry ein spitzer Schrei, denn der Heuler in ihrem Schnabel fing schon zu kokeln an. Eilig schmiss sie ihn uns vor die Füße und stieg rasch wieder höher in den Himmel. Sie suchte rasant das Weite, in Anbetracht, was da kommen würde, wohl eine weise Wahl.

„HARRY JAMES POTTER“, donnerte es schon los und die Stimme war so verzerrt vor Wut, dass ich sie im ersten Moment nicht erkannte. „Was fällt dir ein, ein Mädchen zu schwängern und VATER zu werden in deinem ALTER!“, brüllte sich der Heuler heiser.

„Sirius?“, kam es perplex von Harry, der sich nun über den Lärm die Ohren zuhielt und ich zog die Schultern hoch, ich hatte keine Ahnung, woher er von Lucien wissen konnte.

„Ahhh“, schrie ich erschrocken auf, da genau in diesem Moment ein sehr drängender Ruf über mein Dark Mark erfolgte und ich schlug meine Hand in meinen Nacken, wenn schien alles auf einmal zu kommen.

„Der Lord?“, fragte Harry umgehend besorgt, und beachtete das Gezeter aus dem Brief nicht weiter, als sich der Heuler selbst zerstörte.

„Nein, Lucius“, meinte ich entschuldigend und beschwor, nachdem Ruhe eingekehrt war, sogleich meine Elster. „Ich komme so schnell ich kann, gib mir eine Stunde… bitte…“, stieß ich gehetzt aus und löste den silbrigen Vogel von meinem Zauberstab, der hinweg schoss.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

„Du kommst spät“, empfing ich sie so kühl wie das letzte Mal in meinem Büro.

Sie stoppte dadurch abrupt und ich machte aus, dass sie sich darum bemühte, mich ebenso erschreckend ausdruckslos anzusehen wie ich sie, während ich mein Haupt hoheitsvoll neigte.

„Es tut mir leid“, kam es wohl überlegt von ihr und da ihr Blick von mir zu Pettigrew ging, war ich mir gewiss, dass sie gerade nachdachte, ob mein Verhalten auf die Anwesenheit der kleinen Ratte zurückging oder nicht?

Ich war außerordentlich gespannt, wie ihre Meinung ausfallen würde, da mich seine Person in meinem Gebaren ihr gegenüber eher weniger tangierte. Wie auch immer ihre Einschätzung meiner Gründe für mein Verhalten ihr gegenüber ausfiel, mein autoritäres Verhalten führte dazu, dass sie vor mir in einen tiefen, anmutigen Knicks versank, während ich sie unverwandt ansah.

Lange schon hatte sie das nicht mehr getan und ich betrachtete reglos diese Geste der Unterwerfung vor mir und ich wusste nicht, wie ich sie finden sollte, während ich auf ihr gesenktes Haupt blickte!

Es schätzen und mich bestätigt fühlen, dass sie einsah, wo ihr Platz war und wo ich stand? Oder ob ich mich eher beleidigt fühlen sollte, dass sie sich genötigt sah, sich so zu verhalten? Widerstreitende Gefühle, die mich mit einem Schlag störten, die ich aber aufgrund dieses lästigen Spitzels neben mir gekonnt verdrängte.

„Wo warst du?“, fragte ich daher schneidend scharf und ihr Kopf flog hoch, da dies eher ein Verhör denn ein Empfang wurde. Ein Umstand, den sie wissen sollte, als ich bemerkte, wie sie den Mund öffnen wollte, um sich zu verteidigen und sich rasch aus ihrer demütigen Haltung erhob, indem sie sich hoch kämpfte, doch ich fuhr ihr entschieden über den Mund: „Potter entkam dem Lord“, verkündete ich ihr zuvorkommend und ich konnte ihr das Erstaunen aus ihrer Miene ablesen.

Sie schien nach meinem eindringlichen Blick, der beständig auf sie gerichtet war, zu verstehen, dass sie vorsichtig zu sein hatte und sich von mir leiten lassen sollte, woraufhin sie erstarrte, aber wohlweislich überlegte, wie sie agieren sollte, dabei zuckte plötzlich mein linker Mundwinkel, sie war gut, das war sie schon immer gewesen.

„Ohhhh nein, wie konnte das passieren?“, fragte sie gehetzt, dabei verstand das schlaue Wesen vor mir meine Anspielung vorzüglich und schien darauf einzugehen, als sie ihre Hand aufs Herz presste, in genau der richtigen Zeitverzögerung, ohne zu schnell, oder zu spät auf diese für sie unerwartete und unbekannte Eröffnung zu reagieren.

„Wo warst du?“, konkretisierte ich genau, wobei ihre Reaktion schon mal zufriedenstellend war und ich versuchte, sie weiterhin zu weisen, dabei hoffte ich, dass sie mich lassen würde.

„Ich?“, blinzelte sie mich unschuldig wie eine Eule an. „Wann? Oh… in… in Severus‘ Haus?!“, rettete sie sich in eine superbe Lüge, dabei klang einzig das letzte Wort wie eine Frage und mein Blick zu ihr hin wurde durchdringender.

Diese Lüge war fabulös, denn niemand würde diese Aussage überprüfen können, da Severus seine Wohnorte sicherte wie Gringotts einige Verliese und er wäre somit als einziger in der Lage, ihre Lüge zu enttarnen. Eine Tat, die er nicht begehen würde, also war hier wieder ein Punkt für unsere Seite gewonnen.

„Wer war dann die alte Frau an Potters Seite?“, mischte sich diese widerliche Ratte wichtigtuerisch ein und trat einen aggressiven Schritt in ihre Richtung nach vorne.

„Ruhe…“, herrschte ich ihn entschieden an und er hatte die Güte, zusammenzuzucken. „Ich bin die Rechte Hand“, beschied ich herrisch und schlug ihm meinen Gehstock hart vor die Brust.

„Ufff“, brach er vornüber und hustete schmerzverzerrt, während ich ihn in seine Schranken verwies, woraufhin er kleinlaut verstummte, als ich drohend meinen Stock in den Boden rammte.

Ich war genervt. Dieses Drama um den zornbebenden, fast nicht zu kontrollierenden Lord war anstrengend und wir wussten beide, was hier vor ein paar Stunden passiert war. Auch wenn die Ratte es gut zu überspielen verstand, hatte er gelitten und geschrien wie am Spieß, als der Lord seine sadistische Wut mit einem Cruciatus ohne große Rücksicht an ihm ausgelassen hatte.

„Ich?“, deutete sie auf sich und überging unsere kleine Auseinandersetzung vollkommen. „Ich soll wissen, wer die Frau war? Woher soll ich das wissen, wenn ich nicht an seiner Seite war?“, fiel es ihr sehr leicht, in ihrer Rolle zu bleiben, während sie ihre Beteiligung rigoros abstritt. „Ron nicht… Ron ist krank… ich habe ihn seit Ewigkeiten nicht gesehen… er ist nicht bei uns“, meinte sie weiterhin überlegt und zeigte auf, wer nicht in Frage kam, Potter aus der Falle geholfen zu haben, dabei log sie derart selbstischer, dass man ihr beinahe hätte glauben können. „Ich weiß es leider nicht, jemand vom Orden vielleicht?“, bot sie Schultern zuckend an, als würde es ihr nichts bedeuteten, was mit Potter passierte.

„Ihr glaubt ihr doch nicht etwa, oder?“, meldete sich Pettigrew empört zu Wort und holte rasselnd Luft.

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Kapitel 573-574
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