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 Kapitel 583-584

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 583-584   Di Feb 07, 2017 7:50 pm

583. Kapitel Bunter Reigen

„Lucius“, wandte sich mir Zorica mit einem verführerisch sanften und so trügerischen Lächeln zu, „gerade du weißt, wie wichtig die Interaktion ist“, meinte sie doppeldeutig, begleitet von einem verwegenen Zwinkern, während mein honoriger Blick auf ihr lag und ich mich daran erinnerte, wie ungezwungen und gut wir bisher immer miteinander ausgekommen waren.

Gerade damals, als ich mich bei den Veela aufgehalten hatte, als ich etwa in Dracos Alter gewesen war. Und ja, ein bisschen herrschte diese Leichtigkeit noch immer zwischen uns, was auch ein Grund war, warum Hermione gestern wohl so rot gesehen hatte. Zorica und ich waren uns ähnlich, hatten uns von Anfang an verstanden und gemocht und das war auch heute noch so, weshalb ich ihr ein distinguiertes Lächeln schenkte.

„Ich sehe es dir an, Zorica, du willst nicht nur die Nähe zu Zabini, sondern auch zu meinem Sohn!“, warf ich affektiert schmunzelnd ein und konnte ihr den Wunsch, nah an den Malfoys zu bleiben, nicht verübeln.

„Du hast mich durchschaut, Lucius!“, gab sie kokett zu und stimmte ein melodiöses Lachen an, das einem durch und durch gehen konnte. Während ihre Haare im magischen Wind wehten und sie besonders hübsch anzusehen war, regte sich aber bei mir nicht das kleinste bisschen Begehren für die Veela, sodass ich nur gespielt betrübt mein aristokratisches Haupt schüttelte. Unterdessen hielten sich alle anderen Anwesenden zurück und beobachteten uns nur stumm und gespannt.

„Aber dein Sohn ist ja leider schon vergeben und… du ja auch wieder“, flötete sie wohltönend. „Eine gute, aber sehr eigensinnige Wahl, die junge Dame“, traf ein kalkulierender Blick Hermione. „Eine starke, eigenwillige und sehr mächtige Frau!“, schmeichelte sie schamlos und ich konnte mir vorstellen, dass Zorica, die ein matriarchalisch geführtes Volk anführte, eine derart ungewöhnliche Frau wie Hermione ansprechend fand, aber irgendwie war ihr Lob auch reine Heuchelei, da es ihr nicht gefallen konnte, wie unterlegen Wena Hermione gewesen war.

„Danke“, mischte sich Hermione selbstgefällig ein und aus ihrem Mund hörte sich das Wort wie ein Schimpfwort an, woraufhin Zoricas Haupt zu meiner Verlobten herumfuhr. Sie war es nicht gewohnt, unterbrochen zu werden und ich winkte Hermione zu mir an meine Seite, aber sie kam nicht, stur wie sie war.

„Wohl wahr, Zorica,… also, aufgrund der alten Zeiten“, kam ich den beiden Frauen zuvor, ihre schwelende Auseinandersetzung auszutragen und lenkte die Aufmerksamkeit auf mich. „Du hast mein Wort, ich werde meine Kontakte spielen lassen und deine Nichte, wenn sie denn wieder vorzeigbar ist, in die passenden Kreise einführen!“, entschied ich kurzerhand wohlwollend und verteilte gezielt meine Spitzen, die durchaus einschlugen.

Einerseits war es mir eine Freude, den Veela diesen Gefallen zu tun, bei ihnen etwas gut zu haben war nie falsch, andererseits wollte ich diese kleine Veela im Auge behalten. Sie hatte gestern für viel Ärger gesorgt, würde mir durch ihre Aktion aber sehr praktisch Zabini vom Hals halten, was für mich eine wunderbare Fügung des Schicksals war.

„Das wäre genau mein Anliegen, Lucius“, frohlockte sie zustimmend nickend mit einem verführerischen Singsang in ihrem Tonfall, der es schaffte, dass Hermione so weich und nachgiebig aussah wie ein Brett.

„Ja, sicher!“, erwiderte ich knapp und wenig verführt, aber erntete dafür von Hermione natürlich keinen Dank, da sie nur noch gerader wurde.

„Moment“, schaltete sich Hermione scharf ein, dabei sah Zorica sie an wie einen Störenfried, aber das schien das Biest wenig zu scheren.

„Es ist ja schön, dass ihr euch einig seid, wie es mit der Schlampe weitergehen soll, aber wo soll sie bleiben? Was macht das gerupfte Geierweibchen überhaupt noch hier in unserem Heim?“, hisste sie verächtlich auf und ich verbarg mein süffisantes Lächeln, als sie das Manor absolut korrekt als ihr Heim bezeichnete und klopfte mit meinem Gehstock auf den Boden.

„Nana, mein Herz, achte auf deinen Ton, wir haben Gäste!“, tadelte ich vergleichsweise sanft und bei dem neuen Kosenamen kniff sie die Lippen verärgert zusammen, während mir auch Dracos Reaktion nicht verborgen blieb, der die Lippen zu einem Strich aufeinander presste.

Auch Severus schmunzelte verhalten, infolgedessen sie verstanden, dass ich den Inhalt ihrer Aussage nicht hinterfragte, sondern nur ihre Wortwahl verteufelte. Weswegen ich hoffte, dass sie nun meinem auffordernden Blick Folge leisten und zu mir kommen würde, aber sie bewegte sich noch immer nicht in meine Richtung und schien auch nicht gewillt, dies von sich aus zu tun. Ihr Wille, sich weiterhin meinen Wünschen zu widersetzen trat schneller erneut zutage als von mir erhofft oder gar erwünscht.

„Hermione!“, sprach ich trügerisch sanft und samtig und für jeden Fremden mochte es sich nur auffordernd anhören, aber für sie stand unverhohlen die subtile Drohung dahinter, mich nicht wütend zu machen und diesmal ging ein Ruck durch sie.

Auch wenn sie keinen Muskel rührte, sah ich ihr ihr Abwägen an und plötzlich gab sie äußerst widerspenstig nach und setzte sich mit betonter Langsamkeit in Bewegung. Das Zwischenspiel zwischen uns hatte sich verändert, sie hatte noch immer ihren eigenen Kopf, aber sie gab mir gegenüber auch mal nach und diese Tatsache war eine nette Neuerung.

Unterdessen huschte mein Blick kurz zu Severus, der weiterhin entspannt zurückgelehnt dasaß und alles beobachtete, sodass man fast vergaß, dass er da war. Wie typisch für ihn und gut unterhalten sah er dabei auch noch aus.

Indes trat das Biest zu mir an den Tisch und blieb lustlos neben meinem Stuhl stehen, während alle anderen unsere Interaktion genau verfolgten, aber ich wollte ein Statement abgeben, dass diese Frau zu mir gehörte. Ich zog sie kurzentschlossen auf die schmale Armlehne, sodass sie dort zum Sitzen kam und legte besitzergreifend meinen Arm um ihre Taille. Nun wandte ich mich trotz meines legeren Gebarens distinguiert Zorica zu, während Hermione aufgrund ihrer unbequemen und wenig vornehmen Haltung das Haupt abwandte. Dass sie damit zugleich sehr aussagekräftig zeigte, was sie von meinem Bedürfnis hielt, sie an meiner Seite zu haben, überging ich galant und sah absichtlich nicht zu Draco.

„Mr. Zabini wird noch ein halbes Jahr lang Hogwarts beehren“, nahm ich wieder das Gespräch mit Zorica auf, „und deine Nichte wird sich so lange gedulden müssen. Sie hat sich einen Schüler zum Gatten erwählt“, erklärte ich vernichtend und Zoricas vor Wut lodernder Blick ging zu ihrem Schützling, der gerade stur auf den vollen Teller vor sich nieder starrte, aber nicht hochsah. Doch schließlich fing sich die Veela, warf ihr langes Haar zurück und wandte sich ostentativ Severus‘ schwarzer Gestalt zu.

„Ich verstehe nicht, was Sie dagegen haben, Mr. Snape. Wena könnte doch nach Hogwarts gehen“, sprach Zorica direkt ihn an und überging mich, doch bevor ich mich einschalten konnte, erwachte der bisher stumme Beobachter zum Leben.

„Mit Sicherheit nicht! Ich dulde keine Veela in Hogwarts… nicht in meiner Schule“, schaltete sich Severus zum ersten Mal entschieden mit einem sehr schnarrenden Statement ein. „Nicht mit mir!“, bestimmte er mürrisch und schürzte abwertend die Lippen, während Zorica beleidigt eine Schnute zog.

„Hier bleibt sie auch nicht“, deutete Hermione despektierlich auf die Veela, die beschämt die Augen niederschlug, während Hermiones kompromisslose Haltung zeigte, dass sie Wena im Manor nie dulden würde.

„Gewiss nicht“, servierte ich umgehend und erst da bemerkte ich, dass Zoricas anderes im Sinn gehabt hatte, da nun sie ihre Lippen verärgert zusammenkniff. „Sie wird zu Mrs. Zabini gehen“, bestimmte ich despotisch.

„Lucius?!“, hauchte Zorica eindringlich, aber ich schüttelte mein aristokratisches Haupt.

„Zorica, ich habe weder die Zeit, die Lust noch die Begabung, um Kindermädchen für deine Nichte zu spielen. Ich bin ein vielbeschäftigter Mann in einer gefährlichen Zeit“, verkündete ich mit einer gewissen Noblesse sehr selbstherrlich.

„Sie muss ihren Mann kennenlernen… und er sie…“, wandte Zorica sichtbar mit Bedenken behaftet ein, aber ein Blick in Severus‘ ausdrucksloses Gesicht bekräftigte mich darin, Hogwarts als Idee zu verwerfen.

„Dann wird sie damit bis zu den Osterferien warten müssen und bis die Schule wieder beginnt sind es ja noch einige Tage“, beschied ich gebieterisch und unnachahmlich herrisch unterstrich ich die Entscheidung mit einem Schlag meines Gehstocks auf den Boden. „Sie wird unter Mrs. Zabini lernen, was es bedeutet, unter Hexen und Zauberern zu leben. Sie hat dort Bücher, gesellschaftliche Events und dergleichen…“, stellte ich klar und präsentierte mich kompromisslos.

„Ostern? Was ist Ostern?“, wisperte die kleine, verschreckte Veela zu meinem Erstaunen und sah sich mit großen Augen erregt in dem Raum um.

„Da sind Ferien“, warf Draco finster als einziger ein und Wena zuckte aufgrund seines unfreundlichen Tonfalles zusammen.

„Aber dann hier unter deiner Aufsicht, Lucius“, forderte Zorica auf einmal harsch und langsam ging eine meiner Brauen hoch.

„Bitte?“, akzentuierte ich pikiert.

„Ja, ich bestehe darauf, dass das Zusammentreffen und erste Zusammenleben unter deiner Aufsicht stattfindet“, konkretisierte sie ihre Forderung und mit einem Mal empfand ich das als furchtbar anstrengend. Warum sollte ich den Anstandswauwau spielen?

„Was bekomme ich dafür? Wie sollten meine Mühen belohnt werden?“, entgegnete ich verschlagen und kämpfte gegen meine Lustlosigkeit an.

„Meine Dankbarkeit wäre dir gewiss“, raunte sie vertraulich und ich lüpfte eine so helle Braue.

„Gewiss“, meinte ich langgezogen und dabei vernahm sie auf jeden Fall, dass sie diese Gefälligkeit meinerseits einiges kosten würde und unter Anbetracht, wie sehr ich Zabini mochte, würde es für sie sehr, sehr teuer werden. „Ich werde Mrs. Zabini informieren und ihr ihre Schwiegertochter übergeben… sie wird begeistert sein“, meinte ich affektiert mit einer Prise Ironie zum Schluss und ergötzte mich an Severus‘ Kampf, ja kein Lachen zuzulassen. Aber er kannte Zabini und dass ich mich auf das Gespräch mit der Frau freute konnte man nicht behaupten, denn ich hatte die undankbare Aufgabe, sie dazu zu bringen, ihr Giftköfferchen geschlossen zu halten.

„Du hältst mich auf dem Laufenden? Ich bin erst mal in der Enklave in Irland…“, zeigte Zorica zum ersten Mal, dass sie zufrieden war und bereit war, zu gehen, weswegen ich nur nickte. „Gut, dann entschuldigt mich bitte!“, fühlte sie natürlich die geladene Atmosphäre und zog sich geschickt aus der Affäre.

So erhob sich die beeindruckende Anführerin der Veela in all ihrer Pracht und ihre immer noch geschlagen wirkende Nichte tat es ihr gleich, bis Zorica eine Hand erhob.

„Du nicht“, sprach sie Wena schneidend an. „Du bleibst und wirst, nachdem Lucius dafür gesorgt hat, zu der Mutter deines Erwählten gehen“, befahl sie wenig einfühlsam und wir beobachteten das Drama, das sich vor unseren Augen abspielte.

„Aber meine…“, begehrte das junge Ding auf. „Ich… ich bitte Euch, lasst mich nicht hier… nicht allein“, brach der jungen Veela erschrocken die Stimme weg und sie wirkte verängstigt und sehr bewegt, als Tränen ihre Wangen hinabliefen, die aber nicht nur mich kalt ließen, sondern jeden anderen in diesem Raum ebenfalls.

„Es war deine Wahl“, entgegnete Zorica bestimmt, als der Nichte die Worte fehlten.

Sie hatte bisher fast kein Wort gesagt und ich war mir sicher, wenn ich ihr Gesicht so betrachtete, war bei den Verletzungen sprechen für sie auch nicht gerade angenehm.

„Draco, begleite unseren Gast bitte zur Tür!“, befahl ich entschieden und so erhob er sich flott und ich wandte mich noch mal an Zorica, während ihre Nichte verloren vor dem Tisch stand und sich nicht rührte.

„Du wirst bald von mir hören, Verehrteste!“, beschied ich ihr, was mir ein verdammt sinnliches Lächeln bescherte, womit ich mir von meiner Verlobten ein abfälliges Schnauben einhandelte.

Kaum hatte Zorica zusammen mit Draco den Raum verlassen, entwand sich Hermione entschieden meinem Arm und machte sich grob frei. Sie steuerte zielstrebig den großen Globus an, der im Innern eine Bar versteckt hielt und nahm sich einen Drink, von dem sie erst einmal einen großen Schluck nahm und uns den Rücken zukehrte. In dieser Zeit sprach niemand. Ich musterte die Verlobte meines Sohnes, die es vermied, mich anzusehen, sondern versuchte, die Veela in Grund und Boden zu starren, während diese noch immer da stand und versuchte, ihr Zittern zu verbergen und hilflos ihre Hände zu Fäusten ballte. So vergingen die Minuten, bis Draco wieder hereinkam. Unterdessen hatten Severus und ich uns sehr lange in die Augen gesehen.

„Draco!“, lief es bei dem kühlen Ton, den sie anschlug, nicht nur mir frostig über den Rücken.

„Ja?“, zeigte er sich reichlich zurückhaltend, während sie sich ihm näherte, um sich vor der Tafel aufzubauen. Sie behielt Draco ganz genau im vorwurfsvollen Blick.

„Astoria?“, fragte sie in die Stille, jedoch zuckte die Veela zusammen, während die Angesprochene verärgert zu meiner Verlobten blickte.

„Was willst du?“, zeigte sich die Kleine relativ kratzbürstig, was Hermione ein kühles Lächeln entlockte.

„Du gehst ins Cottage“, bestimmte sie herrisch und Dracos Gesicht fuhr empört zu ihr herum.

„Was? Warum? Ich habe dort nichts zu klären“, zeigte der kleine Animagus Krallen und ich verkniff mir das distinguierte Lächeln, das mir entwischen wollte. Die Kleine würde Draco noch Kopfschmerzen bescheren und ihn gut zu beschäftigen wissen.

„Und seit wann bestimmst du über Astoria?!“, lag eine Provokation in seiner Frage, die ich noch nie gegenüber Hermione wahrgenommen hatte, auch sie schien das zu bemerken, da sie von Greengrass abdrehte und sich Draco zuwandte.

„Meine Verlobte?!“, servierte er schneidend und sie verzog keine Miene, was bewundernswert war.

„Wir wissen selbst, was zu tun ist, das haben wir schon selber im Blick, schließlich läuft auch sonst alles seit Monaten ohne dich!“, konterte Draco und konnte sich diese Spitze wohl nicht verkneifen und stellte sich zu meiner wohlwollenden Überraschung vor seine Verlobte, aber mir sollte es recht sein.

„Sagt ihr mir alle bitte nicht, was ich tun soll“, grollte die Verlobte meines Sohnes, als Hermione sich regte und damit Astorias‘ Aufmerksamkeit einfing.

„Wenn du nicht willst, dass ich mitkomme, gibst du ganz schnell Gas und siehst zu, dass du verschwindest… meine Liebe“, drohte Hermione seidig und Severus‘ Augenbrauen wanderten in unbekannte Höhen. Die Spannungen waren nicht wegzudiskutieren.

„Lass deine Wut nicht an Astoria aus! Jetzt willst du dich wieder einmischen, wo es dir grade passt. Das ist mal wieder typisch“, wandte sich Draco nun grollend an Hermione und langsam fragte ich mich wirklich, was wir hier gestern noch verpasst hatten, denn dass Draco so auf Konfrontationskurs gehen würde, hatte ich nicht erwartet. Mit einem gewissen Unbehagen musste ich mir eingestehen, dass ich nicht wusste, ob es mir gefiel, dass sie sich entzweiten. Nur weil ich sie nun dort hatte wo ich sie seit langer Zeit haben wollte, bedeutete es nicht, dass ich großen Zwist oder Streit zwischen ihnen gutheißen konnte.

„Du, Astoria, wirst mit Blaise reden, wegen der da“, deutete Hermione wenig manierlich und sehr aggressiv auf Wena, die vor Angst zu wimmern begann. Dracos Vorwürfe überging sie einfach, funkelte ihn aber äußerst kalt an „Und ich rede mit Astoria wie es mir passt, Draco!“, fuhr sie zu ihm herum.

„Sachte, Hermione, du überschreitest eine Grenze“, mahnte mein Sohn vorsichtig, woraufhin Hermione schnaubte.

„Angst um deine Verlobte, dass sie sich so gut schlägt wie dein Geier? Die kleine, arme Veela konnte sich nicht gegen die böse Hermione verteidigen und Astoria kann das auch nicht ohne dich?!“, provozierte sie unnachahmlich bösartig und lebte ihre Gehässigkeit aus und seine Miene verschloss sich zu einer nichtssagenden Maske.

„Sag, hat es Spaß gemacht?“, kam es schneidend kühl von Hermione und sie zeigte offener als sonst, wie wütend sie auf Draco war.

„Sag mal, spinnst du…!“, wollte Draco aufbrausen und sprang auf sie zu, doch ich fuhr rasch dazwischen und stieß meinen Gehstock auf den Boden und nach einem Seitenblick zu mir sprach er gepresst weiter:

„Wir gehen zusammen! Und wissen selber sehr gut, was zu tun ist“, entschied Draco sich rasant für eine andere Strategie, grinste sehr herablassend zu Hermione und es wirkte fast, als würde er demonstrativ nach Greengrass‘ Hand greifen, um Hermione in ihre Schranken zu weisen und nur für eine Millisekunde verrutschte die reglose Maske von Hermione und so etwas wie Schmerz flackerte über ihr Antlitz.

„Hermione“, schwang in meinem Tonfall kein Tadel. „Komm her!“, befahl ich hier schon entschiedener und für die Ohren der anderen mit kalter Stimme, aber ich sah sie eindringlich an.

Dracos Verhalten sollte sie nicht treffen und natürlich verstand ich ihre Gründe, ihren Standpunkt zu vertreten und durchzusetzen, aber ich wollte keine zu offenen Streitereien vor Zoricas Nichte, das tat man als Malfoy nicht. Außerdem war Draco klug und alt genug, dass er genau so gut wie Hermione wusste, was zu tun war. Er brauchte keinen, der ihm dies sagte, denn abgesehen von der Verlobung tat ich dies auch schon seit Jahren nicht mehr. Hinzu kam, die Veela waren unsere Verbündeten, deren Wohlwollen wichtig war, um den Stand der Familie vor dem Lord zu sichern.

„Und du, Draco, setzt dich hin, oder du gehst mit deiner Verlobten ins Cottage, es ist deine Entscheidung!“, wies ich autoritär und abkanzelnd an, ohne ihn eines Blickes zu würdigen und beendete so diesen Streit beim Frühstück.

„Ich denk nicht daran!“, erwiderte sie stur und verschränkte die Arme vor der Brust und ich war gewillt, mit den Augen zu rollen. Dabei glitt mein Blick zu Severus, dem das Amüsement in die schwarzen Augen geschrieben stand. Für ihn war das hier ein großer Spaß.

„Ich gehe, wenn es mir richtig erscheint!“, entschied Draco derweil.

Lucius Sicht Ende

Dracos Sicht

„Draco“, hatte sie mich mit Eiseskälte empfangen, als ich den Salon wieder mit mulmigem Gefühl betreten hatte, nachdem ich Zorica mehr recht als schlecht hinaus komplimentiert hatte.

Eigentlich hatte ich nicht wieder zurück in den Frühstückssalon gehen wollen, da ihr gemeinsames Eintreffen mit meinem Vater und ihr gemeinsames Auftreten meinen Ärger schürten, als sie dann auch noch auf seiner Armlehne saß, hatte es mir eine unangenehme Säure beschert und da ich ahnte, dass es Vorwürfe hageln würde, wollte ich eigentlich einen großen Bogen um sie alle machen, aber so kam es wie von mir erwartet, mittlerweile hatte ich einen kleinen Diskurs mit Hermione hinter mir, der sich immer mehr hochschaukelte.

Gerade jetzt stand sie mit verschränkten Armen da und funkelte mich wütend an. Vater spielte selbstvergessen mit seinem Gehstock und Severus nippte ab und an von seinem Glas und hatte sich zurückgelehnt und beobachtete alles genau, auch wenn er wirkte, als würde er gleich einschlafen. Während Astoria und Wena Randfiguren waren, die nicht verstanden, warum wir nicht alle unserer Wege gingen, aber irgendwie konnte ich noch nicht weg, nicht wenn so viel noch nicht ausgesprochen worden war. Hermione schien es ähnlich zu gehen, denn gerade drehte sie sich wieder zu mir und ich machte mich auf ihre Vorwürfe gefasst.

„Mich wundert ja schon, dass du nicht mal ihre Blessuren geheilt hast!“, stellte Hermione fest und sah gehässig zu Wena, die versuchte, ihr angeschlagenes Gesicht mit Hilfe ihrer langen Haare zu verdecken und als niemand was sagte, sprach sie Wena direkt an: „Ja, sie alle hier könnten dich heilen… sonderbar, dass sie es noch nicht angeboten haben?“

Sie überschüttete mich durch ihre Blicke mit Vorwürfen, dabei war es ihr schlicht egal, dass Wena, Vater, Severus und Astoria anwesend waren und ein absolut kaltes Funkeln aus ihren sonst so schönen, braunen Augen offenbarte ihre unversöhnliche Wut mir gegenüber.

„Ich denke, du solltest dich nicht so aufspielen!“, ätzte ich zurück, da ich gewiss nicht klein beigeben wollte und sie seit dem Auftritt von Vater und ihr erst recht nicht mehr das Recht darauf hatte, mir irgendwas vorzuwerfen.

Sie waren intim geworden, das sah man ihnen schon an der Körperhaltung an, von Vaters zufriedener Miene ganz zu schweigen, aber auch ihr vertrautes Auftreten waren Aussage genug und doch, zu meinem Erstaunen, tat es weniger weh als ich befürchtet hatte. Offenbar hatte ich den Gedanken, dass es passieren würde, lang genug mit mir herumgetragen, um nun vorbereitet zu sein.

„Fliehst geradezu vom Ball, wie du in letzter Zeit immer fliehst, wenn es ernst wird. Und diesmal verschwindest du bis zum nächsten Tag mit Vater und tauchst mit ihm hier in trauter Zweisamkeit auf und spielst dich unerträglich auf, als würde dir hier alles gehören!“, warf ich ihr vor, was mich zum Teil seit Monaten störte, denn auch wenn sie direkt nach der überraschenden Verlobung im September noch Zeter und Mordio geschrien und mit mir dagegen hatte kämpfen wollen, konnte ich mich nicht daran erinnern, wann wir seitdem nochmal wirklich geredet oder gemeinsam Zeit verbracht hatten. Sie hatte mich aus ihrem Leben ausgeschlossen und so auch die anderen und nun musste sie auch damit leben, dass alles auch ohne ihr ach so kluges Köpfchen lief.

„Du kleiner…“, brodelte es in ihr und ich war auf eine vernichtende Beschimpfung ihrerseits gefasst, bis sie sich zusammenriss und den Kopf hochriss „Ich laufe nie weg!“, entgegnete sie unerwartet ausweichend.

„Ständig“, warf ich ihr schreiend vor.

„Erst nachdem du angefangen hast, zu lügen und zu betrügen“, kam es nicht weniger hitzig von ihr.

„Ich?“, deutete ich empört auf mich.

„Hallo, was ist mit dem Geier? Wie hast du dich aufgespielt, als du mich großmütig in deine Gedanken gelassen hast und naja… du warst schon immer ein guter Okklumentiker“, warf sie mir vor und ich hatte damals weder die Notwendigkeit gesehen es ihr zu erklären noch mich zu rechtfertigen und heute erst recht nicht, nicht mehr.

„Du misst gefährlich mit zweierlei Maß“, begehrte ich auf und steigerte mich nun rein. „Du… gerade du musst schimpfen. Was war an Vaters Geburtstag im Sommer?“, hielt ich ihr vor und hatte die Genugtuung, den Blickwechsel der drei zu verfolgen. „Da schaust du, ja! Ich kam zurück und habe dich im Garten gesehen, in einem Zelt, mit Vater und Severus. Muss ich genauer werden? Du misst mit zweierlei Maß, sagst so schön, Auftrag ist Auftrag“, hielt ich ihr vor und sie schloss den Mund, verzog ihn zu einem schmalen Strich, während sie mich genau ansah. Dass ich das damals gesehen hatte, schien ihr nicht zu gefallen.

„Habe ich je einen Ton wegen Smudgeley gesagt?“, meinte sie daraufhin verletzt und lenkte wenig heldenhaft vom Thema ab.

„Oh, du wirst unfair? Keine Argumente mehr, dass du schon das Gewölbe hineinziehen musst, aber siehst du, du sagst es ja selber, Auftrag, also reg dich nicht so künstlich auf. Wir sind beide keine Heiligen, aber wenn eine kleine, dahergelaufene, von Eifersucht und Selbstsucht zerfressene Veela daherkommt, tickst du aus und machst einen auf besitzergreifend. Sonst bist du auch nie da, also schlucks runter und kümmere dich um deine Sachen, wie du es seit Monaten nur noch tust. Und auch Blaise ist nicht deine Angelegenheit, er ist mein Freund, einer meiner Leute und ich kümmere mich um ihn“, warf ich ihr bitterböse vor und blieb dabei betont unterkühlt und abweisend.

„Blaise?“, höhnte sie auf einmal verächtlich.

„Was?“, zischte ich aggressiv.

„Ich werde nicht so kleinlich sein wie du und unsere Freunde aufteilen, ehrlich nicht, aber er würde dir was husten, wenn er hören würde, was du gerade von dir gibst“, servierte sie unnachahmlich gemein und ich konnte nur bewundern, wie viel sie in den letzten Jahren gelernt hatte, es war nicht leicht, gegen sie anzukommen.

Wann war sie derart anders geworden, dass ich mit ihr kaum noch mithalten konnte?

„Tja, dann kennst du ihn aber schlecht. Ich teile niemanden auf, nur du versuchst mal wieder zwanghaft, alles zu kontrollieren… lächerlich. Lern’s endlich, das Leben kann man nicht kontrollieren...“, verkündete ich blasiert und sie lachte. Sie begann, mich auszulachen. „Lach nur…“, lehnte ich mich zurück und wusste, einen Sieger konnte es nicht geben, aber ich hatte mich genug provozieren lassen. Kurz wollte mir noch ein „Du kannst so ein Miststück sein“ entwischen, aber gerade noch hielt ich mich zurück.

Ich sah auch jetzt nicht die Notwendigkeit, ihr das mit Wena zu erklären, oder mich zu rechtfertigen, dafür hatte auch sie zu oft nur getan was getan werden musste und grade in Bezug auf Vater hatte sie sich dies auch oft genug eingeredet.

Es war eigentlich erschreckend, wie wenig es mich berührte, jetzt wo sie nachgegeben hatte, aber ich hatte seit fast einem Jahr vor Augen gehabt, dass es passieren würde und wenn ich ehrlich war, hatte ich seit dem Ende der Sommerferien aufgegeben, für uns zu kämpfen. Vaters Schachzug in der großen Halle, bei dem er ihr den Ring untergejubelt hatte, hatte mich in meiner Entscheidung nur vorangetrieben, vor allen Dingen, weil ich nach der Verlobung keine wirkliche Gegenwehr von Hermione hatte erkennen können und sie nicht wirklich meine Nähe gesucht, sondern sich von mir ferngehalten hatte. Meine Hermione, mit der ich einst ein so starkes Team gebildet hatte, hätte mit mir zusammen eine Lösung gesucht, aber sie hatte nicht mal einen Versuch unternommen, dies zu tun. Das hatte mich damals mehr getroffen als nun die Gewissheit, dass sie Vater nachgegeben hatte, denn im Prinzip hatte sie dies damals schon getan. Ich hatte noch ein paarmal halbherzig versucht, etwas bei ihr zu erreichen, doch sie hatte mich weiter von sich geschoben und so hatte ich beschlossen, sie gehen zu lassen, zumal dies nicht mehr meine Hermione war, so wie sie sich mittlerweile verhielt. Irgendwann im letzten Jahr waren wir in verschiedene Richtungen abgebogen und sie hatte sich so weit von sich und auch mir entfernt, dass ich weder uns als Paar noch sah, geschweige denn sie wieder erkannte. Auch der letzte Vorfall in der Burg, bei dem sie nicht nur einfach abgehauen, sondern über Markus‘ berechtigten Vorwurf einfach hinweggegangen war, zeigte mir, wie ihre Prioritäten lagen, denn sie hatte danach nicht mal gefragt, wie wir es nun geregelt hatten. Wobei dann ein neuer Streit vom Zaun gebrochen werden würde, da sie strikt dagegen gewesen war, Black aus der Burg zu entfernen. Aber sie ging einfach davon aus, dass ich die Dinge immer so regelte, wie sie es wollte und ja, sie nahm in letzter Zeit zu viel für selbstverständlich. Dass sie keine Zeit hatte, konnte sie mir nicht weiß machen, denn ich wusste sehr genau, dass sie bei Severus gewesen war.

Alles in allem hatte ich schon vor einiger Zeit erkannt, dass ich neue Prioritäten setzen musste und hatte schweren Herzens damit begonnen. Neue Prioritäten hieß auch, meine alten Verbündeten eng an mich zu binden und um mich zu scharen, sowie, wo es sich ergab, neue zu finden. Astoria war in der Hinsicht in vielerlei Punkten eine gute Wahl und ich hatte das Gefühl, unser gestriger Abend hatte unser Vertrauen ineinander, aber auch unser Bündnis, wenn man es so nennen wollte, gestärkt.

Astoria starrte geschockt von einem zum anderen. Die harten Worte, die gewechselt wurden, schienen ihr gar nicht zu passen, aber ich stellte mich vor sie und das, um ihr zu zeigen, dass ich mein Wort hielt und zu ihr halten würde.

Ich würde nicht zulassen, dass sie in den Dramen zwischen Vater, Hermione, Severus und mir aufgerieben wurde. Sie war noch nicht so weit, sich dem zu stellen und so lange würde ich sie abschirmen. Ob das eine kluge Entscheidung war, ich war mir nicht ganz sicher, aber Hermione hatte sich entschieden und zwar gegen mich, also entschied ich mich notgedrungen für einen anderen Weg.

„Was?“, reizte sie mich ungemein und ich konnte Vater und Severus verstehen, wenn Hermione sie in die Tobsucht trieb.

„Könnt ihr das nicht langsam ruhen lassen?“, erhob sich die distinguierte Stimme meines Vaters, der meinen Ton richtig deutete. „Ihr seid beide mit anderen Partnern verlobt, nehmt es hin und hört endlich mit diesem kindischen Gestreite auf!“, fuhr er nun enerviert dazwischen, bevor Hermione etwas erwidern konnte, wodurch ihre Aufmerksamkeit von mir auf ihn gelenkt wurde.

„Du bist ganz still, Lucius!“, fauchte sie ihn plötzlich ungehalten, aber unerträglich vertraut an und ich blickte auf einmal sehr interessiert von Vater zu Hermione, da er tatsächlich schwieg und nicht weiter intervenierte, oder sich ihren Ton verbot, oder was auch immer.

Kurz wollte ich schreien, irgendwie wurde mir übel, während Vater unbewegt stoisch Hermiones wütendem Blick standhielt. Dieser eine Moment, der ihre Übereinkunft verdeutlichte, machte mir noch bewusster, wie wichtig es war, dass ich auch in dieser Familie Verbündete hatte und dass ich gleichzeitig Astoria in Schutz nahm. Mir war nur zu klar, Hermione, Vater und auch Severus würden ab nun eine Front bilden, bei der ich nur den Kürzeren ziehen konnte. Mein Entschluss konnte also nur lauten, dass ich mich auf mein Haus und Irland konzentrieren und die drei ihren Machtspielen überlassen würde. Sollten sie sich doch gegenseitig in den Wahnsinn treiben oder ihre ach so traute Einigkeit genießen. Ich atmete einmal durch und langsam verging auch die Übelkeit. Schweigen legte sich über uns und ich sah nun immer schneller sehr perplex hin und her, bis Severus dazwischen ging.

„Dann hattet ihr beide also eine vergnügliche Zeit!“, kommentierte er reichlich trocken, aber bei der Aussage schien Hermione jetzt völlig aufzudrehen.

„Du bist das Allerletzte, Severus. Du hast es gewusst und nichts, gar nichts gesagt, nein, du hast ihm bei dem Fluch sogar noch in die Hände gespielt“, brauste sie haltlos auf und da ruckte mein Kopf herum.

Was für ein Fluch? Was wusste ich nicht? Und woher ihr Umdenken, dass sie jetzt nicht mehr auf mich losging, sondern plötzlich auf Severus. Offenbar hatte sie grade ein ernstes Problem mit ihrem eigenen Zorn und jeder bekam ihn ab. Ich sag ja, die drei würden einander am Ende in den Wahnsinn treiben und ich würde diesmal, wie früher Severus, nur noch der Beobachter sein, zumindest nahm ich mir das hoffnungsvoll vor.

„Du hast mein Vertrauen genauso ausgenutzt wie Draco. Müssen wir das eigentlich jetzt jedes Weihnachten durchspielen? Muss ich euch jedes Mal allen die Meinung sagen? Geht es nicht anders?“, herrschte sie uns allesamt an, dabei wirkte sie am Ende betrübt und ausgelaugt, währenddessen nahm sie erneut einen großen Schluck.

Indes erinnerte ich mich daran, dass es auch letztes Jahr Theater gegeben hatte. Damals war sie zwar nicht so sauer auf mich gewesen, aber durchaus auf Vater und Severus, aber im Prinzip war es egal, wir hatten es alle mal wieder geschafft, dass sie keinen von uns um sich haben wollte. Was mich jedoch brennend interessierte, war die Frage, was Vater und Severus getan hatten, dass sie so wütend auf sie war, wobei mich dann ihr vertrautes und versöhnlich anmutendes Verhalten Vater gegenüber irritierte.

„Ich bin noch nicht fertig mit euch, mit keinem von euch, also grins nicht so selbstgerecht, Lucius!“, fauchte sie wieder, woraufhin Vater nur langsam den Kopf schüttelte.

„Nana, vergreif dich nicht im Ton, mein Herz!“, tadelte er erstaunlich ruhig und ungerührt in seiner Liebenswürdigkeit ihr gegenüber, als hätte er erwartet, dass sie so ausrasten würde und trank seelenruhig von seinem Drink.

„Kann mir mal jemand erklären, um was es geht?“, fragte ich genervt in die Runde und musterte alle nacheinander.

Hermione schien nicht gewillt, etwas zu sagen, ebenso wenig auskunftsfreudig schien Vater zu sein und bei Severus brauchte ich es erst recht nicht zu versuchen.

„Ich verlange eine Erklärung“, stellte ich mich wütend in den Raum und kämpfte dagegen an, dass man mir ansah, wie sehr es mich ärgerte, dass ich als einziger nicht wusste, worum es ging.

„Es ist nichts“, ließ Vater lapidar verlauten und wenn er das sagte, bedeutete das, dass es alles war, nur nicht nichts! Nämlich dass es enorm wichtig war.

„Geht dich nichts an!“, knurrte Severus nur, während Hermione beharrlich schwieg.

Und wieder bestätigten sie meine Entscheidung. Ich war nicht eingebunden und bitte, wenn sie mich nicht hier haben wollten, in Irland gab es genug für mich zu tun und Astoria würde sich dort auch wohler fühlen.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich überlegte kurz, ob ich bleiben sollte.

Ich war überreizt und unglücklich. Jetzt Severus und Draco zu sehen und auch noch diese Vogelscheuche aushalten zu müssen, war zu viel des Guten, doch eigentlich hatte ich alles gesagt, was ich zu sagen gehabt hatte, wenn ich jetzt blieb, würde es nur noch schlimmer werden, außerdem wollte ich endlich alleine sein und meine Ruhe haben. Ich war müde.

Ich verlor ihn und ich tat alles dafür, dass es ihm leichter fiel, zu gehen!

Ich war verloren in mehrerlei Hinsicht, hierbei hatte Lucius immer recht gehabt. Ich war keine gute Alternative für nichts und niemanden! Draco hatte Besseres verdient. Ich wollte gerade hinauseilen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren oder gar zu verschwenden, als die Tür zum Salon, die bisher offen gestanden hatte, direkt vor mir zuflog.

„Nicht so schnell!“, vernahm ich dann Lucius leise und lauernd.





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BeitragThema: 584. Catch me if you can   Mi Feb 15, 2017 2:24 am

584. Kapitel Catch me if you can

Ich drehte mich provokativ langsam herum und musterte ihn fragend. Er erwiderte meinen Blick mit einer unheimlichen Intensität. Zu meiner widerwilligen Erkenntnis fühlte ich mich ihm gegenüber seit Syon etwas zugänglicher. Er wollte nicht, dass ich vor ihm weglief und ja, ich hatte meine Lektion gelernt.

„Verlasst uns nun… alle…“, befahl Lucius plötzlich mit seiner gewohnten Autorität und sofort kamen Astoria und Wena dieser Aufforderung nach. Sie konnten es gar nicht erwarten, zu fliehen, während Draco sich nicht rührte. Er fühlte sich nicht angesprochen. „Draco…“, befahl daraufhin Lucius explizit und Draco öffnete den Mund, schloss ihn aber unverrichteter Dinge, als er sich langsam in Bewegung setzte und den Protest einstellte. Ich vermutete, er gab schlicht auf.

„Sei sauer, meinetwegen“, begann Lucius unglaublich maliziös in seiner Selbstherrlichkeit, während Draco noch nicht zur Tür hinaus war und nur widerstrebend den Salon verließ. „Aber vergiss nie… Draco ist spätestens ab jetzt tabu für dich, ein für alle Mal!“, drohte er mir sehr ernst, aber auch schrecklich überheblich und ich blickte ihn nur regelrecht provokant an.

Manchmal, aber nur könnte ich ihn würgen. Was dachte er, was ich war? Ein Fähnchen im Wind?

Dieser Blickkontakt zog sich, wurde immer lastender, dabei wagte ich nicht, zu Draco zu sehen. Es musste verdammt erniedrigend für ihn sein, das so serviert zu bekommen. Er war nicht dumm, er konnte sich denken, was zwischen Lucius und mir vorgefallen war, aber es derart plakativ gesagt zu bekommen, war nicht nett. Laut donnerte er die Tür hinter sich zu.

In Lucius‘ sturmgrauen Augen konnte man den Aufruhr wahrnehmen. Es war ihm bitterernst. Er würde mich nie und nimmer mit Draco teilen, aber die Frage war, ob ich das selbst könnte!

Und zu meinem Grauen fand sein Zauber, sein Fluch zum ersten Mal meine volle Zustimmung.

Ich könnte das sonst nicht, nicht so! Mit Vater und Sohn, wofür hielt er mich? Für eine totale Schlampe?

Bei diesem Gedanken beschlich mich ein leises Zittern, das ich nur mit Müh und Not kaschieren konnte, sodass ich dann knapp nickte und mich abwandte. Mir waren die Worte abhandengekommen, denn schon kochte wieder die Wut hoch, als ob Lucius das noch extra würde betonen müssen. Mir war sehr gegenwärtig, dass er Draco aus meinem Bett verbannt hatte und für immer verbannen wollte, aber so wie es momentan aussah und in den letzten Monaten ausgesehen hatte, wollte Draco mich in seinem Bett auch nicht mehr haben.

Nun rüttelte ich an der Tür, da ich von diesem teuflischen Duo wegwollte, das sich immer so schrecklich einig war.

„Komm her!", forderte da urplötzlich Severus in meinem Rücken, aber ich dachte gar nicht daran und wirbelte herum, um Lucius strafend anzufunkeln.

„Lass mich raus!“, fauchte ich ungehalten, da mich das hier brutal an Syon erinnerte, aber er hob ostentativ seine Hände.

„Komm her…", forderte Severus wieder, nur diesmal sehr viel vehementer und ich schüttelte nur stur den Kopf und kämpfte um eine Maske, die immer mehr zu verrutschen drohte.

„Ich will nicht, lass mich raus!“, brauste ich auf und drehte mich wieder um, aber als ich nicht kam, war er auf den Beinen und dann auch schon bei mir.

Er fasste recht grob in mein Haar und zog mich zu sich.

„Hey, autsch… bist du… mhm…“, begehrte ich auf, jedoch landeten schon seine Lippen stürmisch auf meinen.

Er eroberte meinen Mund, dabei küsste er mich direkt vor Lucius sehr leidenschaftlich und ich, ich freute mich zu meinem Erstaunen trotz meiner Wut auf ihn, ihn zu spüren. Was sollte diese rohe Verhalten? War es, dass er Lucius zeigen wollte, dass ich noch immer auch zu ihm gehörte? Oder eher, um es mir zu demonstrieren? Ich riss meine Augen auf und funkelte ihn an, bemerkte dabei, dass auch er seine Augen provozierend offen hatte und da tat ich es. Ich biss ihn rücksichtslos, wenn auch nur, um klarzustellen, dass ich ihr Geschacher hasste. Er hisste auf und riss mich an meinem Haar von sich weg.

„Autsch…“, meinte ich verärgert und zog an seiner Hand.

„Biest…“, grollte Severus. „Du bist so ein Biest!", schnarrte er tadelnd und hielt mich von sich weg, während ich ihn gehässig angrinste und beobachtete, wie sich der dicke, rote Blutstropfen an seiner Lippe bildete.

„Es ist unglaublich frech, was ihr euch mir gegenüber herausnehmt!“, warf ich ihm nachtragend vor und wischte mir sein Blut von meinen Lippen, als ich den metallischen Geschmack wahrnahm. „Was ist, Severus… wenn ich dich nun nicht mehr will?", reizte ich absichtlich mit laszivem Ton, wobei ich kurz zu Lucius schielte, dem das abfällige Lächeln in den Augen stand, denn schließlich musste ihm unser Gespräch in Syon noch sehr gegenwärtig sein, was meine gerade getätigte Aussage ad absurdum führte, aber mir lag es auf der Seele, Severus wehzutun!

Als ich ihm dies entgegenschleuderte, verfinsterte sich Severus‘ Miene und da machte er mir fast augenblicklich Angst, da dieser gefühlskalte Ausdruck in den so schwarzen Augen derart beängstigend wirkte. Auch nur die Aussicht, dass ich mich von ihm abwenden könnte, schien ihm sehr gegen den Strich zu gehen, seine Lippen wurden sehr schmal und ich schluckte schwer. Severus herauszufordern um mit ihm zu spielen, war nie ohne Risiko.

In diesem Moment war Severus der schwarze, dunkle Racheengel und ich schwieg wohlweislich.

„Lucius!“, dröhnte nun der tiefe Bariton von Severus durch den so ruhigen Raum.

„Mhm…“, ertönte es betont nonchalant von Lucius, der sich nicht rührte.

„Du entschuldigst uns?", kam es sehr knapp von Severus, der sehr angespannt war, und ich schluckte schon wieder schwer.

Ich war erstarrt. Das hörte sich gar nicht gut an, aber wenn ich dachte, dass sich Lucius jetzt einmischen würde, wurde ich gar sehr enttäuscht.

„Immer doch…", erklärte dieser verräterische Mann reichlich lapidar, woraufhin es rasant ging, denn Severus‘ Geduld schien am Ende zu sein, als er die Tür öffnete und ich mich vehement wehrte.

Er fackelte nicht lange und hob mich hoch, warf mich wie einen Sack über seine Schulter und trug mich davon, während ich noch Lucius‘ amüsierte Miene ausmachen konnte, bis die Tür krachend zufiel.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich hatte sie mir geschnappt!

Auch meine Geduld war nicht grenzenlos und kannte irgendwann ein Ende und gerade hatte sie mich strapaziert. Den Biss hatte ich nicht wirklich verdient. Oder vielleicht doch? Doch gerade das heizte mich umso mehr an. Es war erstaunlich, wie die Wut es schaffte, dass ich ihr Gewicht überhaupt nicht spürte, während ich ihre Räume anstrebte. Die Türen waren so nett, oder so weitsichtig, sich vor mir zu öffnen. Anscheinend ahnten sie, dass ich sie sonst einfach wegsprengen würde und erst als ich ihre Couch vor mir sah, hob ich ihre zierliche Person an und warf sie im hohen Bogen durch die Luft.

„Wahhh“, landete sie wenig schmeichelhaft auf dem Möbel und rappelte sich sofort hoch, sodass sie darauf kniete.

„Hau ab“, schleuderte sie mir begleitet von einem Kissen entgegen.

„Mit Sicherheit nicht.“ Und schon flog das nächste Kissen und da reichte es mir und ich begrub die umkippende Hermione unter mir, da ich mich schlicht auf sie warf und unter mir begrub.

„Hey“, rief sie überrascht aufgrund meiner Attacke, zeigte sich aber wenig begeistert und begehrte bockend wie ein Gaul gegen mich auf.

Wir rangelten hart um die Vorherrschaft, bis ich es schaffte und ihre Handgelenke zu fassen bekam, die ich hochbog und sie langsam dazu zwang, ruhig zu verharren. Atemlos blickte ich sie nun an und konnte die verkniffene Miene ausmachen und das offenbarte, wie angespannt sie war.

„Was ist denn los mit dir? Bist du wirklich so wütend?“, fragte ich schlussendlich schicksalsergeben mit einem tiefen Seufzen. Sofort ging ein Ruck durch sie hindurch, der sie ruhig stellte, sodass wir zusammen auf der Couch zum Liegen kamen.

„Was? Nein…“, meinte sie plötzlich leise und schüttelte erregt ihr lockiges Haupt. „Nein, nein, ich… ich… ich habe mit Lucius geschlafen“, stieß sie beinah schon ungläubig hervor und ich sah sie zwischen meinen eigenen wild herabhängenden Haarsträhnen an. Wir hatten uns ganz schön verausgabt und ziemlich gerupft, aber noch wollte ich nicht von ihr runter, sondern genoss es, ihre Wärme zu fühlen.

„Mhm“, entrang sich mir eloquent auf ihre Feststellung. Was sollte ich außer „endlich“ dazu sagen? Die beiden hatten uns mit der ganzen brodelnden Situation lange genug gestraft und so zuckte ich mit den schwarzverpackten Schultern.

„Severus“, schrie sie mich auf einmal empört an und ich blinzelte irritiert. „Ehrlich! Ich habe mit Lucius geschlafen!“, meinte sie derart eindringlich, dass ich ganz ehrlich nicht verstand, was sie mir sagen wollte und ich gestattete es mir, ein verdutztes Gesicht zu machen und sah ihr aufrichtig ins erhitzte Antlitz.

„War es gut?“, fragte ich dann vorsichtig und war auf der Hut, da ich nicht wusste, was ich sonst sagen sollte. Ich verstand gerade nicht, was sie von mir wollte, oder gar erwartete. War es nicht klar, oder logisch gewesen, dass das passieren würde? Worüber redeten wir hier gerade?

„Severus! Ernsthaft, ich habe mit Lucius geschlafen“, kam es schon wieder mit Inbrunst von ihr. Einer Inbrunst, die ich nicht verstand und diesmal verzog sich ihr Gesicht, als würde sie gleich anfangen zu weinen. Ab nun war es amtlich, ich fühlte mich überfordert und rückte etwas von ihr ab, um ihr mehr Raum zu geben.

„Jaaaaa“, äußerte ich in Ermangelung einer Idee, was ich sagen könnte, mit Bedacht. „Und ernsthaft von mir; war es gut? Gut für dich?“, fragte ich achtsam, denn ich hatte keine Ahnung, was als Nächstes kommen könnte und konnte nur mitleidig mit mir denken: Frauen!

Frauen konnten furchtbar sein!

„Himmel…“, stieß sie erregt aus, um nur Sekunden später in sich zusammen zu fallen und die Augen fest zuzukneifen. „Ja… ja, leider es war gut!“, gestand sie sichtbar widerwillig und biss sich unwohl auf ihre Unterlippe, während ich gewillt war, ihr das Haupt zu tätscheln. Offenbar kamen wir um die Tränen drum herum, eine große Erleichterung.

„Dann denk nicht so viel“, bot ich einem Geistesblitz folgend an und gratulierte mir selbst zu meiner Eloquenz.

„Wie kann dir das so vollkommen egal sein?“, schrie sie jetzt irre laut und versteckte ihre Augen hinter ihren Händen und jetzt zuckte ich, ob dieses erneuten Gefühlsausbruchs, zusammen und schloss selbst gepeinigt die Augen.

„Was?“, entwich es mir erstaunt.

Darum ging es ihr? Wie ich es aufnahm, dass sie mit ihm geschlafen hatte? Unter Anbracht, dass ich sie ihm schon einmal angeboten hatte? Es war gut, dass sie sich die Augen zuhielt, sonst hätte sie miterlebt, wie sich ein selten aufrichtiges Grinsen auf mein Gesicht schlich. Das wäre putzig, wäre es nicht so idiotisch von ihr, sich derart kindisch zu gebärden und für normale Menschen wäre ihr Verhalten vielleicht als nett zu bezeichnen gewesen, doch ich fand es nur lachhaft.

„Ja, ist es dir egal?“, fauchte sie nun und riss ihre Hände weg, funkelte mich aus wütenden Augen an. „Dass… dass ich… und Lucius? Bedeutet dir das wirklich nichts?“, fragte sie fassungslos nach und ich starrte zurück, als ich langsam wieder die Schultern hob.

„Warum?“, servierte ich jetzt ungerührt. „Du gehörst mir… aber auch ihm…“, räumte ich zuvorkommend ein und strich ihr eine verwirrte Locke aus dem Gesicht, da sie diese zu verschlucken drohte.

„Und deshalb stört es dich nicht? Gar nicht?“, bohrte sie weiter und ich rollte nun vollständig zur Seite, legte mich neben sie, ließ aber meine Hand auf ihrem durchtrainierten Bauch ruhen.
„Stört es dich, dass es mich nicht stört?“, antwortete ich mit einer Gegenfrage, denn das war eher der wahre Grund für ihre Verzweiflung. Sie zog nur die Stirn kraus und sagte nichts, sodass ich weitersprach: „Außerdem tust du ihm gut…“ Dies gestand ich mürrisch und blies mir selbst eine nervige Strähne aus der Stirn.

„Wie meinst du das?“, fragte sie aggressiv, stützte nun ihren Kopf in ihrer Hand und sah jetzt auf gleicher Höhe zu mir auf.

„Ach, du weißt selbst, was ich meine…“, versuchte ich mich aus der Affäre zu ziehen. Mir lagen psychologische Gespräche nicht so sehr, das überließ ich, großzügig wie ich war, gewöhnlich McGonagall, aber sie schien nicht gewillt, mich entwischen zu lassen.

„Er… er hat mir heute Morgen eine Akte geschenkt…“, fing sie für mich völlig zusammenhangslos an, dabei lag in ihren Augen ein selbstvergessener Ausdruck.

„Schön…“, zeigte ich mich absolut gleichgültig.

„Ach… nein, es war brandgefährlich!“, erkannte sie, dass ich ihr nicht folgen konnte und wurde mit Elan genauer. „Es war eine magische Akte, vom Ministerium, in der stand, dass Harry das Vermögen der Familie Greengrass erbt, da sein Sohn der einzig männliche Erbe ist und es kein Testament gibt“, war sie so frei, zu formulieren. Kurz machte ich große Augen. Was es nicht alles gab und vor allem, alles zu beachten gab. Ich wusste, wie genau Hermione hinter Potter aufräumte, aber da sah man mal, alleine konnte man doch nicht alles vertuschen.

„Brisant“, murmelte ich gedankenverloren und gestand mir ein, dass man Lucius‘ Geschenk nicht hoch genug schätzen konnte. Jetzt verstand ich auch, warum sie vorhin brav auf der Armlehne Platz genommen hatte. Er hatte etwas gut bei ihr und der alte Pfau verstand es mehr als gekonnt, diesen Umstand auszureizen.

„Eben… er… er hat es mir überreicht, so wie man es von ihm nicht kennt, ohne Wenn und Aber…“, stieß sie bewegt aus und vergrub aufstöhnend ihr Gesicht an ihrem Arm, woraufhin ich meine Lippen kräuselte.

Geschickt, der Mann war ein furchtbar geschickter Manipulator, bewunderungswürdig!

„Ja, mehr als gefährlich und eben, früher hätte Lucius das für Potter nicht getan, wobei ich annehme, dass er es auch tut, um die Verlobte seines Sohnes zu schützen. Verkenne Lucius nicht, er tut nichts nur aus Herzensgüte, für niemanden“, warnte ich sie seidig und sprach in ihre nach Lucius‘ Shampoo duftenden Haare und rief ihr einen wichtigen Fakt, dessen sie sich immer gewiss sein sollte, im Erinnerung.

„Hahaha, das ist… ja, du hast recht, das habe ich bisher übersehen, Astoria“, stieß sie verborgen auflachend aus und rollte sich wieder herum, sodass sie nun wieder flach auf der Couch lag und ich über ihr aufragte.

„Das ist Lucius wie er leibt und lebt, aber trotzdem war das Geschenk von ihm aufrichtig an dich gemeint“, schränkte ich umgehend ein, alles andere erschien mir ihm gegenüber nicht fair, nicht nach dem langen Kampf, den sie beide ausgefochten hatten.

„Meinst du?“, zweifelte sie fragend und zog ihre Augenbrauen zusammen.

„Ich bitte dich“, ruckte ich etwas hoch und sah sie strafend an. „Ich finde Lucius‘ Entwicklung gut… früher war er in allem maßlos, heute weiß er, was er will. Dich!“, erklärte ich ohne Ironie, sondern aufrichtig und zu meiner nicht vorhandenen Überraschung wollte er sie behalten!

So legte sich kurz eine Stille über uns, in der ich einfach nur neben ihr verharrte, bis sie sich regte und in meinen Arm kuschelte, was mir eine hoch erhobene Braue bescherte.

„Er hat den Lord für mich belogen“, nuschelte sie an meine Brust und ich packte fester zu.

„Was?“, ruckte ich nun wieder vollständig hoch und sie landete erneut auf der Couch, als ich das soeben Gehörte verdaute, während sie mir genau darlegte, was sich in Godric‘s Hollow abgespielt hatte, gefolgt von ihrer knappen Flucht und der anschließenden Befragung durch Lucius, der die Wahrheit so verdrehte wie er es brauchte.

Brisant, das war brisant und passte so gar nicht zu Lucius!

„Du hast ihn wirklich eingefangen, ich wäre ja wirklich beeindruckt“, murrte ich mürrisch, „wenn es mir nicht ähnlich erginge“, blitzte ein aufrichtiges Eingeständnis in mir auf und ich schürzte die Lippen, als sie daraufhin verhalten zu mir hinauf lächelte, mich vorne an meiner Knopfleiste packte und zu sich hinab zog, mir aufreizend ihre gespitzten Lippen entgegenreckte und mich in einen verlangenden Kuss verwickelte.

„Lucius und du… ihr beide…“, löste sie sich atemlos aus unserem Spiel und ich seufzte, denn ich ahnte, dass die Psychostunde noch nicht vorbei war. Dabei stand mir der Sinn nach völlig anderen Freuden. „Und was ist mit Draco?“, wandte sie ein und ich beglückwünschte mich im Stillen zu meiner Weitsicht.

„Draco?“, lag ein aufreizender Ton in meiner Frage, ob sie meine Einschätzung auch wirklich hören wollte, und als sie zaghaft nickte setzte ich mich entschieden auf. „Gut, jeder Mensch entwickelt sich in die eine, oder andere Richtung“, unterstrich ich meine Aussage mit ausgebreiteten Armen. „Ihr beide habt euch anders entwickelt, ob du für deine Richtung einen Blumentopf gewinnst möchte ich bezweifeln“, drang mein Sarkasmus schonungslos zutage.

„Wie nett“, servierte sie auch umgehend zynisch und ich lachte rau auf.

„Es ist die Wahrheit. Du bist schon lange nicht mehr die Frau, oder das junge Mädchen, das du zu Beginn warst. Du hast zu viele Grenzen überschritten, zu viel gesehen und zu viel erlebt“, meinte ich ernst und erinnerte mich an damals, an die Zeit im Blackhaus. Wie unbedarft und naiv sie da noch gewesen war, trotz ihrer damaligen Schandtaten und trotzdem erfreute ich mich an der facettenreichen Frau, die sie heute war, eine ständige Herausforderung. Herausforderung, das sah ich in ihr und Lucius auch, aber ich war mir sicher, dass Draco dem Mädchen von damals aus vollem Herzen hinterher trauerte.

„Ich habe zu viel getan und das… das tut dir nicht leid?“, fragte sie zweifelnd und spielte mit einer ihrer Locken, die sie sich um ihren Finger schlang.

„Warum, es war dein Weg… und ich mag die Person, die du bist“, sprach ich ein großes Kompliment an sie aus und ihr erstaunter Gesichtsausdruck vermittelte mir, dass sie das unerwartet traf. Aber es stimmte, sie war alles andere als eine langweilige Person. Etwas, was ich als schrecklich negativ und enervierend bei den meisten Personen in meiner Umgebung empfand, aber das war eine Eigenschaft, die ich an ihr wahrlich nicht finden konnte und als sie sprachlos zu mir sah, sprach ich weiter: „Ich habe auch sehr viel ausprobiert, bis ich wusste, wer ich bin und wer ich sein will.“

Ich legte eine Kunstpause ein und zog sie zu mir und legte den Arm um sie. „Und Draco, er hat das Kunststück vollbracht, was noch keinem aus der Familie gelungen ist, er hat sich Unschuld bewahrt, ja, klar, auch er tut Böses, aber in Maßen und er findet das schrecklich… während wir es nur als lästig empfinden. Er hat sich ein Gewissen erhalten, ja, ich möchte es fast Moral nennen“, entgegnete ich ernst, als ich sie an meiner Brust nicken fühlte.

„Und Lucius…?“, flüsterte sie fragend und ich seufzte leise.

„Lucius weiß das. Er kennt seinen Sohn, wohl auch besser als dieser sich selbst kennt, und er weiß, dass du Draco irgendwann vor eine Wahl gestellt hättest, die seinen Sohn mit Sicherheit aus dem Gleichgewicht gebracht hätte“, resümierte ich schonungslos und sie erstarrte unter meiner Berührung, riss sich los und sah mich mit großen Augen an.

„Denkst du das auch?“, wisperte sie erregt und ihre Wangen röteten sich bei der Vorstellung, die ich ihr gerade eröffnet hatte.

„Ja“, gab ich unumwunden zu und sie verstummte getroffen, schloss den Mund wie ein Fisch auf dem Trockenen und erst dann fielen ihr die Augen zu, als wäre diese Realität schwer für sie zu ertragen. „Du weißt, dass wir Recht haben! Er und ich, wir begehren dich und wollen dich für uns, ein wunderbarer Umstand, aber das mit Draco? Er ist noch nicht bereit für dich, wird es vielleicht auch nie wieder sein. Er hat noch nicht die Grenzen ausgetestet und ausgelotet wie Lucius und ich und ich bezweifele ernsthaft, dass Draco die Ambitionen hat, all diese Wege zu gehen, um sich selbst zu finden. Er ist anders als wir drei“, schränkte ich verächtlich ein.

„Er ist… er ist kein Feigling“, begehrte sie hitzig auf und funkelte mich nun wieder aus offenen Augen vorwurfsvoll an. „Und ihr habt entschieden, dass ich nichts für ihn bin, aber für euch schon?“, lag auf einmal ein wehmütiger Ausdruck in ihrem Antlitz, der mir nicht gefiel.

„Das sage ich nicht, er ist ein wackerer junger Mann, aber seine Interessen sind völlig konträr zu unseren. Dich, Lucius und mich haben immer die Geheimnisse und Möglichkeiten des Unmöglichen interessiert. Draco hinge…“, versuchte ich aufzuzeigen, als sie mich unwirsch unterbrach.

„Draco hingegen baut gerne etwas auf. Er mag es, wenn etwas entsteht und wächst und er erfreut sich daran, was er geschaffen hat“, flüsterte sie bewegt und leckte sich über ihre Lippen, bevor sie weitersprach: „Jaaa, und wir streben eher dem anderen entgegen… der Vernichtung… dem…“ Ihr stockte der Atem und sie verstummte und holte tief Luft. „Wie kommt es, dass wir so dunkel sind in unseren Bestrebungen?“, fragte sie leise

„Keine Ahnung. Die spannenden Persönlichkeiten hat die düstere Seite zu bieten?“, entgegnete ich zynisch mit schnarrender Stimme.

„Böse Jungs?“, entfuhr ihr ein ungläubiger Ton, der mich meine Miene verziehen ließ. Was bitte waren die Männer, mit denen sie sich umgab?

Der Lord, Greyback, Crouch, Lestrange, Scabior, Lucius und ich? Das Prädikat lieb, nett und freundlich traf nicht wirklich auf uns zu. Was wollte sie hören? Dass sie wie die anderen war? Das war sie nicht, das war sie nie gewesen, selbst nicht am Anfang. Sie war nie so gewesen wie die Norm. Genau wie ich, das war etwas, was mich Zeit meines Lebens verfolgt hatte. Ich hatte nie in die Masse der Gewöhnlichen gepasst, dafür war ich zu intelligent, zu experimentierfreudig und zu begabt gewesen, weshalb ich es als angebracht befand, das Thema zu wechseln.

„Ach ja… da fällt mir ein, das Treffen, Charlie Weasley und die Vampire, es fand statt“, informierte ich emotionslos und ihr Kopf fuhr zu mir herum.

„Und wie war es?“, fragte sie mit gewisser Zurückhaltung und man sah, dass es ihr nicht gefiel, dass ich dort gewesen war, selbst wenn sie mich um meine Anwesenheit gebeten hatte, ja, die Abneigung war auf beiden Seiten sehr ausgeprägt.

„Eigenwillig… wie eh und je…“, begann ich meinen Rapport und fasste ihr in sehr knappen Worten die Begebenheiten dieses Treffens zusammen.

„Mhm, dann wird es Charlies Entscheidung sein, was gut ist“, erwiderte sie neutral. Anscheinend war es ihr ab nun gleich, wie es ausging, da beide Seiten die gleichen Informationen hatten.

„Denkst du, er tut es?“, fragte ich erstaunt darüber, wie sie sich gab, als sie ihre Schultern hochzog.

„Dafür kenne ich ihn zu wenig, aber wenn er den Wunsch verspürt, besonders zu sein? Vielleicht?“, gab sie unumwunden zu bedenken und wir stimmten überein. Es war erfreulich, zu sehen, wie ähnlich sie dachte und ich fühlte mich bestätigt, als ich sie an ihren Schultern packte, meine Finger in den Stoff ihres Kleides vergrub und sie zu mir zog, um sie zu küssen, was sie willig geschehen ließ.

Erst nach einiger Zeit schob ich sie von mir und sie sah mich wenig fokussiert an.

„Du entschuldigst mich“, murrte ich düster. „Ich muss gehen.“ Sie riss die Augen weit auf.

„Wie, jetzt?“, rief sie empört und ungläubig aus und löste sich von mir. „Warum?“, fragte sie in einem verletzten Ton, der mir ein Lächeln entlockte, da mir ihre Reaktion schmeichelte.

„Ich muss ganz dringend nach Hogwarts. Das ganze Theater hier hat mich viel zu lange ferngehalten…“, verkündete ich mit einer gewissen wehmütigen Ironie, erhob mich und strich meinen Gehrock glatt. Meine Entscheidung stand, sie war zwar plötzlich gefallen, aber ich würde gehen.

„Aber…“, entwich es ihr erstaunt und sie setzte sich vollständig auf und stellte ihre Füße auf den Boden.

„Die Carrows“, rief ich ihr augenrollend in Erinnerung und sie nickte sofort.

„Ja, du hast ja Recht, schütze die Schüler“, meinte sie leise. „Ich muss auch bald wieder aufbrechen“, murmelte sie selbstvergessen und winkte mir zum Abschied, während ich meinen Abgang durchaus gelungen fand, da sie nicht damit gerechnet hatte.

Mein Weggehen würde ihr etwas Neues zum Nachdenken geben!

Severus Sicht Ende

Lucius Sicht

Nachdem Severus mit Hermione sehr eigenwillig in einem dramatischen Abgang verschwunden war, erhob ich mich und seufzte.

Passte es mir, dass die beiden verschwanden?

Eine süperbe, um nicht zu sagen, delikate Frage!

Das leichte, fröhliche und so ungewöhnliche Gefühl, zufrieden zu sein, welches mich in Syon befallen hatte, verlor sich im trügerischen Alltag allzu flott und ich schüttelte meine langen weißen Haare konsterniert und ergab mich meinen Aufgaben, die meiner hochwohlgeborenen Aufmerksamkeit harrten.

Ich machte mich auf den Weg in mein Büro, um mich der leidlichen Mission zu widmen, mich mit Mrs. Zabini in Verbindung zu setzen und sie über ihre neue Rolle, als frisch gebackene Schwiegermutter, in Kenntnis zu setzen. Meine Begeisterung für dieses Kamingespräch war grenzenlos, denn diese Dame war ebenfalls mehr als eigenwillig. Eine resolute Hexe, die es verstand, einen Mann zu bezaubern, so er sich zu dieser Dummheit verführen lassen sollte, denn mit ihr war nicht gut Kirschen essen. Wie ihre beindruckende 7-fache Witwenschaft belegte. Aber es mangelte ihr nicht an Verehrern, die bereit waren, nachzurücken. Erstaunlich, aber wahr.

Nur dieses Gespräch versprach haarig zu werden, da sie für ihren Sohn bestimmt eine andere, eine reinblütigere Wahl erwartet haben dürfte und nicht diese vollendeten Tatsachen. Innerlich verabschiedete ich mich von der ein, oder anderen Galleone, die ich ihr würde anbieten müssen, um sie versöhnlich zu stimmen, das Trauma der Minderwertigkeit ihrer Schwiegertochter zu schlucken. Der Schwung meines widerwilligen Gangs stoppte im Foyer abrupt.

„Miss Greengrass, was machen Sie noch hier?“, blickte ich auf die verloren wirkende junge Frau und wunderte mich, sie alleine vorzufinden. „Wo ist mein Sohn?“, verlangte ich unduldsam zu erfahren und musterte sie und ihre Erscheinung von oben bis unten. Erst jetzt fiel mir auf, dass sie ein weißes Hemd von Draco trug und eine Hose von ihm, die sie magisch angepasst hatte. Eine interessante Wahl. „Haben Sie sich verlaufen?“, fragte ich weiter nach, als sie nicht sofort antwortete.

„Sir…“, stotterte sie kurz überfordert rum und rang die Hände, bis sie ihre Erziehung in sich fand und ihr Kinn anhob, um sich mir mit der gebührenden Höflichkeit zu stellen. „Er kümmert sich um diese… diese…“, man bemerkte, dass ihr das Wort Schlampe auf der Zunge lag, aber sie kämpfte um Contenance und schlussendlich gewann ihre tadellose Erziehung. „Er kümmert sich um das Wesen. Er sperrt sie in irgendeines der Zimmer hier ein!“, erklärte sie jetzt verächtlich und verschränkte die Arme vor der Brust, als ich distinguiert lächelte. Dieses Mädchen war wahrlich eine exzellente Wahl von mir für meinen Sohn.

„Na, das ist doch wunderbar“, erhob ich keine Einwände, dass Draco die Veela sicher verwahrte, während ich kurz überlegte, ob ich es wagen sollte, doch dann deutete ich plötzlich auf den Small Reception Room gegenüber der Halle des Foyers. „Kommen Sie mit“, forderte ich hoheitsvoll und schlenderte vor ihr her und trotz ihres sichtbaren Unwillens folgte sie mir brav in den kleinen Empfangsraum.

„Mr. Malfoy?“, erhob sie vorsichtig ihre Stimme, während ich mich nicht umwandte, sondern zum Fenster trat und zur Vorderseite meines Anwesens hinaussah.

„Schließen Sie die Tür“, forderte ich die junge Dame manierlich, aber auch sehr bestimmt auf und ich stellte mir vor, wie sie wenig begeistert meiner Aufforderung nachkam, als ich das Klicken des Schlosses in meinem Rücken vernahm.

„Was wollen Sie von mir?“, fragte sie unsicher und ich lauschte dem Rascheln ihrer Kleidung, während ich einen der weißen Pfauen dabei beobachtete, wie er Duke, einen meiner beiden Wolfshunde, durch den Garten scheuchte.

„Oh, viel…“, kommentierte ich unheilvoll, drehte mich aber nicht zu ihr, sondern verfolgte das illustre Treiben der Tiere, welche die Weite meines Besitzes zu schätzen wussten. „Aber dafür werden Sie auch viel bekommen“, servierte ich hinterher, drehte mich geschmeidig herum und erlebte ihren sichtlich besorgten Gesichtsausdruck.

„Wie meinen?“, flüsterte sie unwohl und ich sah das Schlucken an ihrem Hals.

„Hier!“, kommentierte ich mit einer vollumfassenden Geste. „Das hier… das wird einmal alles Draco gehören, vielleicht noch nicht sofort, aber irgendwann auf jeden Fall“, beschwor ich die Zukunft in Inbrunst herauf und verfolgte, wie sie den Kopf schüttelte.

„Ich will das nicht“, meinte sie energisch, als nun ich indigniert mein Haupt schüttelte, als sie anklagend ihre Hand mit dem Ring erhob.

„Ach, das ist dummes Kindergeschwätz. Sie sind verärgert, dass Sie den Ring tragen, aber das war ein Deal, den Sie wissentlich und willentlich eingegangen sind… jetzt darüber zu jammern ist kleinlich, kindisch und nicht wirklich angebracht. Es ging um das Leben Zabinis, oder wollen Sie unser Abkommen plötzlich brechen? Wirklich?“, fragte ich lasziv und sie riss ob der Drohung ihre Augen weit auf und ballte ihre Hände zu Fäusten.

„Was? Nein… nein, natürlich halte ich mein Wort, aber… aber hätte Draco nicht mehr verdient? Eine Frau, die ihn will, die ihn liebt und andersherum auch?“, gab sie mir Kontra und unter Anbetracht, was sich der junge Zabini mit der Veela geleistet hatte, erstaunlich, dass das Mädchen so treu zu ihm hielt. Sie würde eine gute, loyale und treue Ehefrau sein, anders als Narcissa.

„Vertrauen Sie auf die Zeit. Sie beide passen gut zueinander und sobald ihr eine Basis habt wird das andere schon noch kommen und Sie sind eine Greengrass, eine Slytherin, natürlich wollen Sie den Status, den Ihnen Draco bieten kann, sicherlich wollen Sie das… alle Mädchen Ihrer Schule, alle Frauen der Gesellschaft beneiden Sie um Ihren Status“, stellte ich mit unleugbarer Arroganz fest. „Oder wollen Sie mir sagen… Draco gefällt Ihnen nicht?“, lag eine Prise Empörung in meiner Frage, die ihr die Röte in die Wangen trieb.

„Ähm… er ist nett und er sieht wirklich sehr gut aus… aber…“, stotterte sie daher und rang ihre Hände unwohl, als ich auf sie zutrat und sie sofort einen Schritt zurückhüpfte.

„Kümmern Sie sich um Draco. Ich will, dass Sie ihn glücklich machen und ich weiß, dass Sie das können! Ich weiß, dass Sie dafür die Richtige sind!“, beschwor ich sie regelrecht und sah sie eindringlich an, während sich ihre glatte Stirn in Falten legte.

„Ich?“, quiekte sie wenig rühmlich. „Wie kommen Sie darauf?“, wollte sie zweifelnd erfahren. „Warum legen Sie wert drauf, dass er glücklich ist und wie sollte er so glücklich werden?“, kam Frage um Frage aufgeregt aus ihr heraus und sie blickte mich mit einer aufrichtig erregten Miene an. Da war keine Maske, als ich ihr ein souveränes Lächeln schenkte und die Hand hob, woraufhin sie instinktiv weiter zurückwich, aber ich folgte ihr.

„Weil ich meinen Sohn besser kenne als er sich selbst“, erklärte ich ihr geduldig und nun blieb sie wie erstarrt stehen, blickte nur noch auf meine Hand, die sich ihrem Gesicht näherte. „Sie sind durchaus seinem Geschmack entsprechend.“

Nun fasste ich nach einer Strähne ihres langen, glatten Haares, die ihr ins Gesicht hing und ihre zierliche Gestalt begann, zu zittern.

„Eine hübsche, attraktive junge Dame. Eine junge Frau, die weiß, was sie werden kann“, wisperte ich leise und strich ihr die Strähne aufreizend hinter ihr Ohr, als ich zu meinem milden Erstaunen nicht mal mehr allzu sehr genießen konnte, ihr Angst einzujagen, da ich die lässige und coole Reaktion von Hermione erhoffte, die mir das Mädchen hier aber nicht zuteilwerden ließ. Sie stand wie eine Statue vor mir und mittlerweile kniff sie ihre Augen zu, weshalb ich mich mit einem entschlossenen Schritt zurück von ihr entfernte und sie erschrocken, aber auch erleichtert die Augen aufriss.

„Und um glücklich zu werden, haben Sie noch einen großen, entscheidenden Vorteil auf Ihrer Seite, damit Sie Draco eine gute Frau werden können“, servierte ich ungerührt, als sich Erleichterung auf ihren Zügen zeigte, dass ich von ihr abrückte und sie nicht weiter bedrängte.

„Bitte?“, stand ihr das Unverständnis über meine Worte ins jugendlich frische Antlitze geschrieben.

„Sie mag dich!“, meinte ich doppeldeutig, deutete mit dem Zeigefinger auf sie und wartete gespannt, ob sie die Anspielung verstand.


„Was hat das mit Hermione zu tun?“, enttäuschte mich meine zukünftige Schwiegertochter nicht, da sie sofort auf die richtige Person zu sprechen kam.

„Ja, Sie verdienen es, eine Malfoy zu werden“, lag in meiner Intonation ein gewisser Stolz auf meine exzellente Wahl.

„Ich verstehe Sie nicht, Sir“, gab sie verwirrt kund und ich dachte noch, dass sie sich absichtlich blöd anstellte.

„Dass sie jede beliebige andere niemals an seiner Seite akzeptieren würde… aber Sie sind nicht jede!“, meinte ich lobend und sprach ihr indirekt ein Kompliment aus, woraufhin sie erregt ihren Kopf zu schütteln begann und diese Strähne wieder nach vorne fiel.

„Sie irren sich… Sie haben sie gerade vorhin gehört, wie sie mich angegangen hat“, erhob sie sofort ihren Einwand und ich rollte mit den Augen. Als wäre das vorhin allein auf Greengrass gemünzt gewesen. Schön wäre es.

„Ach, das war doch gar nichts“, unterbrach ich lässig und unterstrich dies mit einer wegwerfenden Geste.

„Nein, Sie schätzen das falsch ein“, unterbrach sie nun mich energisch. „Ich… ich gehöre zwar zu ihr, aber ich denke nicht, dass sie mich als ihre Freundin bezeichnen würde… Hermione…“, stockte sie zum Ende hin mit einem verletzten Ton in der Stimme und ich zog exaltiert eine Braue hoch.

„Hat nur männliche Freunde?“, versuchte ich, ihren begonnenen Satz zu beenden und konnte mir in Maßen vorstellen, wie schwer es war, neben einer Frau wie Hermione bestehen zu können.

„Nein, aber sie ist… sie…“, sprach sie aufgeregt und ihre Hände flatterten wie eingefangene Vögel durch die Luft.

„Glauben Sie mir, Astoria“, rang ich mir zum ersten Mal eine vertraulichere Anrede zu der Verlobten meines Sohnes ab, indem ich sie bei ihrem Vornamen nannte, „sie mag Sie als Person, sonst wäre das unter der Dusche niemals passiert“, stellte ich ziemlich entschieden fast, dabei lief sie bei meinen Worten über und über rot an und entlockte mir ein honoriges Lächeln. Als sie nicht reagierte, sprach ich weiter: „Machen Sie es Ihnen allen leicht! Helfen Sie Draco, sich mit Ihnen zu arrangieren!“

„Blaise!“, begehrte sie mit Tränen in den Augen auf.

„Vergessen Sie diesen jungen Mann! Die Magie der Veela ist sehr einzigartig und bindend…“, entfuhr es mir nun scharf, als sich eine einzelne Träne verirrte und ihre Wange hinablief. Aber sie hatte sich ansonsten im Griff und brach nicht wirklich in Tränen aus. „Im Guten, lassen Sie ihn gehen“, gab ich ihr einen aufrichtigen Rat.

„Drohen Sie… ihm? Mir? Uns?“, stotterte sie heiser, während ich langsam mein aristokratisches Haupt schüttelte.

„Nein, ich appelliere an euer aller Vernunft und dies ist nur ein guter Rat! Vergessen Sie ihn! Machen Sie Draco glücklich und Sie könnten sich meines Dankes auf ewig gewiss sein!“, bot ich generös an, woraufhin sie die Luft ausstieß.

„Sie wollen mich bestechen?“, wisperte sie empört und verkniff ihre Lippen zu einem dünnen Strich.

„Das nicht!“, lachte ich überheblich auf und konnte über ihre jugendliche Unverschämtheit nur erheitert sein. „Ich sage nur, wenn Draco verbohrt ist und sich nicht auf die Beziehung mit Ihnen einlassen will, eben weil er stur ist... seien Sie die Schlaue und Geschicktere! Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung... Wo sollte Hermione sein, wo Draco, wo Zabini und wo Sie, Astoria Greengrass… alles könnte so leicht sein“, meinte ich affektiert seufzend und stieß meinen Gehstock zu Boden.

„Sie meinen?“, fragte sie atemlos.

„Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, im Zuge seiner Möglichkeiten und Ihr Glück? Es liegt in Ihren eigenen Händen…“, wisperte ich beschwörend und entschwand zur Tür, wobei ich mich noch einmal umwandte und sie durchdringend musterte. „Und außerdem schulden Sie mir noch was wegen Ihres Katzendilemmas“, servierte ich bösartig und beobachtete ihre entgleisenden Gesichtszüge mit Genugtuung.

Lucius Sicht Ende

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Kapitel 583-584
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