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 Kapitel 595-596

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 595-596   Di Mai 16, 2017 7:43 pm

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595. Kapitel Game of Purebloods

Dracos Sicht

„Lovegood ist tot“, polterte Marcus los, ohne seine Stimme zu dämpfen und stoppte vor mir, als er mir diese erschütternde Nachricht schonungslos überbrachte.

„Was?“, entfuhr es mir daher ziemlich sprachlos, während ich in der rammelvollen Halle von Irland saß und Marcus mit der Abendausgabe des Propheten vor mir herum wedelte und ich ihn nur noch entsetzt anstarren konnte.

Wie hatte das passieren können? Er hatte sich doch an die Auflagen und Forderungen der DeathEater gehalten. Sofort legte sich aufgrund dieser Nachricht eine betroffene Stille über die Anwesenden und Marcus sah dies als Aufforderung, uns alle gleichzeitig zu informieren.

„Ja, das Haus wurde völlig zerstört!“, meinte er laut und sah mich dabei aufmerksam an und ich spannte mich automatisch an. „Man sagt… es war Potter!“, stieß er am Ende irgendwie bewegt klingend aus und umgehend wallte Empörung in der Halle über diese Tragödie auf und ich verbot es mir, mein Gesicht in den Händen zu vergraben.

Potter? Hermione und Potter? Was hatten die bei Lovegood zu suchen gehabt?

„Luna, was ist mit Luna?“, rannte Longbottom wie ein aufgescheuchtes Huhn auf Marcus und mich zu und entriss Marcus die Zeitung.

„Wo ist sie, Malfoy?“, bombardierte mich der nervige Gryffindor mit der alten Leier, aber ich würde niemandem sagen, dass sie in den Verliesen des Manors war. Das ging keinen etwas an und ich sah schon, wie einige Verrückte umkommen könnten, da sie das Manor zu stürmen versuchen würden.

„Sicher“, entgegnete ich daher auch nur knapp, woraufhin er sichtbar die Zähne zusammenbiss.

„Mal alle Ruhe“, donnerte Marcus‘ tiefer Bariton befehlend über die kopflose Schar, der ihre Ängste um ihre Angehörigen und Verwandten anzusehen war.

„Ich will Antworten!“, erregte sich Longbottom jedoch weiter. „Wo sie wirklich ist! Lebt sie überhaupt noch?“, brandete die Empörung immer höher und ich betete um Geduld.

Das würde hässlich werden, da ich nicht bereit war, Longbottom gegenüber klein beizugeben. Doch ich wurde errettet und zwar in Form eines hereinbrechenden Sturms, der die Masse vor mir verstummen ließ, als sie, wie eine Dramaqueen, auf der Bildfläche erschien.

„Ich verstehe nicht, dass du so absolut doof gewesen bist, Lavlav!“, brüllte sie gerade über das herrschende Chaos hinweg und jeder sah nun zu ihr und wie sie die ziemlich zerzaust aussehende Brown zusammenstauchte. Aber mit ihr schienen die Thestrale durchzugehen, derart wirr wie ihre Locken abstanden und sich ihr Zeigefinger in Browns Brust bohrte. Sie war stocksauer.

„Ich wollte bleiben“, schrie zu meinem Erstaunen Brown nicht weniger zornig zurück und schlug Hermiones Hand weg.

Sofort lag auch Longbottoms Augenmerk auf den beiden Frauen, die in der Tür zur Halle standen und sich ankeiften.

„Ich höre nur ICH, ich, ich!“, brüllte Hermione ungehalten los, sodass sich ihre Stimme beinah überschlug.

„Ich wollte bei Patrick bleiben!“, wirkte Brown jedoch nicht eingeschüchtert und jeder war sprachlos, wie sie Hermione, die aber eigentlich nur genervt aussah, die Stirn bot. Ungeduldig strich sich Hermione soeben eine Locke ihres langen Haares hinters Ohr.

„Schon wieder ein Drama. Warum muss sie damit zu uns kommen?“, fragte Marcus leise zu mir hin und ich zuckte nur mit den Schultern, da ich von der Vorstellung, die uns geboten wurde, zu gefesselt war.

„Um was geht es da?“, fragte Longbottom zu mir und Marcus hin, aber wir beide schüttelten die Köpfe. Wir wussten auch nicht alles.

„Du musstest da weg!“, versuchte Hermione nun, die Stimme zu senken und vernünftig mit ihrem Gegenüber zu sprechen, während ich ihr nur Recht geben konnte.

Was hatte Brown im Rudel zu suchen?

Ich wusste zwar nicht mit Sicherheit, ob sie über das Rudel sprachen, aber ich nahm es an, da ich nur einen einzigen Patrick kannte, mit dem das Biest etwas zu schaffen hatte. Nur, was wollte Brown dort? Nach meinem Erlebnis mit den Werwölfen würden mich keine zehn Thestrale dort hinbringen. Wie dort jemand freiwillig hingehen konnte, war für mich nicht nachvollziehbar, weder bei Hermione noch bei Brown.

„Du hast doch vorgeschlagen, dass ich da hingehen soll“, beschwerte sich das Mädchen umgehend und Hermione hatte die Güte, übertrieben mit ihren Augen zu rollen. Unterdessen spitzte ich überrascht die Ohren. Sie wollte, dass Brown sich dort rumtrieb, das kam unerwartet.

„Aber für ein paar Stunden, nicht für Wochen!“, knurrte sie mürrisch zurück.

„Wenn ich zurück will, gehe ich!“, ereiferte sich die wildgewordene Gryffindor, während ich um mich herum vernahm, dass viele von dem, was hier gerade abging, beeindruckt waren und ich gestattete mir den Gedanken, ob Brown vielleicht verrückt geworden war.

Zurück? Wer sollte dahin zurück wollen?

„Hey, Granger! Wenn sie zurückgehen will, lass sie gefälligst.“, „Ja, genau, du kannst niemanden zwingen, hier zu bleiben.“, „Du kannst nicht über alles und jeden bestimmen“, riefen die Leute eifrig durcheinander und ich konnte über ihre Blödheit nur den Kopf schütteln.

Keine Ahnung haben, worüber gesprochen wurde, aber sich eine Meinung erlauben, ganz super!

„Ach, haltet doch die Klappe“, fuhr das gescholtene Biest zu ihren Kritikern herum, während sie mit erhobenem Zeigefinger zu Brown deutete. „Das wirst du nicht!“, erklärte Hermione entschieden und erntete einige Buhrufe. „Außer, du willst, dass ER ihn UMBRINGT“, drohte sie schonungslos und da von den anderen noch nicht mal einer ansatzweise wusste, von was sie sprach, brachen sie ihre Unkenrufe ab, nachdem sie von Mord und Totschlag hörten.

„Das soll er sich wagen“, kreischte Brown los und ich verzog meine Mundwinkel. Das war schrill gewesen.

„Lavender…“, stöhnte das Biest schwer. „Er… er würde es tun… er müsste es tun… wenn du nicht endlich aufhörst, Unfug zu treiben. Es geht um mehr als nur um dich. Es geht um die Vorherrschaft… es geht um seine Stellung… wenn du ihn weiter treibst, bleibt ihm nichts anderes übrig“, erklärte sie mit erzwungener Geduld und für mich stand nun völlig außer Frage, dass sie vom Rudel sprach.

„Pfff, das sagst du nur, damit ich Angst bekomme“, erwiderte Brown schmollend.

„Du solltest Angst haben“, echauffierte sich Hermione weiter. „Du warst ja auch so blöd und bist zwischen die beiden gegangen! Wenn er nicht abgebremst hätte… ein Schlag mit voller Kraft und DU hättest tot sein können, verflucht nochmal!“, brauste das Biest auf und ich konnte aufgrund der Theatralik nur den Kopf schütteln.

Die stritten wirklich darüber, dass diese Verrückte zurück ins Rudel wollte und Hermione wollte sie beschützen, sah man nicht alle Tage und kurz kam mir der Verdacht, dass ich mich wie Severus verhielt.

„Sie ist verletzt“, mischte sich Marcus plötzlich wie ein beschützender Vater ein und erst jetzt, nachdem ich Brown wirklich meine Aufmerksamkeit schenkte, machte ich die geschwollene Gesichtsseite von Brown aus, sowie ihr tief lilafarbenes Veilchen am Auge.

„Sie wurde verprügelt!“, „Wer war das?“, „Jemand muss sie heilen“, ereiferten sich die anderen.

„Lavender, was ist passiert?“, schrie nun ihre beste Freundin Parvati Patil über die Masse hinweg, als das Augenmerk aller auf der sichtbaren Verletzung des Mädchens lag.

„Warum wollte ich nochmal hier her?“, sprach Hermione mehr zu sich als zu den anderen.

„Ich weiß es… ich weiß, was ihr plant!“, schleuderte da Brown Hermione vor die Füße und diese starrte sie ziemlich skeptisch an, während mir auffiel, dass Brown nicht auf die Unkenrufe bezüglich ihrer Verletzung einging. Ich nahm mal an, dass dieses Verhalten typisch Gryffindor war.

„Du weißt gar nichts“, tat sie dann auch verächtlich ab und erntete wieder Buhrufe.

„Patrick hat mir gesagt, was ihr beide plant! Mit mir!“, schrie Lavender Brown so laut, dass die Gläser wackelten. „Er… Patrick hat mir gesagt, dass ER mich will und du hilfst ihm dabei, mich zu bekommen. Du willst mich an ihn verschachern“, warf sie dem sichtbar wütenden Biest, das ihre Lippen zu einem dünnen Strich zusammenkniff, vor. Unterdessen bemerkte ich, wie mir Marcus, Longbottom und Adrian fragende Blicke schenkten und ich zog unwissend die Schultern hoch, ich hatte keine Dunst, was die beiden Frauen meinten.

„Nein“, erwiderte Hermione schlicht.

„Du lügst“, ereiferte sich das außer sich vor Wut und Panik erscheinende Mädchen. „Du willst mich diesem Monster in die Arme treiben“, warf sie dem Biest vor und erntete einiges zustimmendes Gemurmel, was mich jedoch überraschte war, dass das Biest ihre Augen weit aufriss und aussah, als würde sie dieser Vorwurf treffen.

„Das will ich nicht“, wehrte Hermione ab. „Wer hat dich gerade da rausgeholt?“, fragte sie sichtbar bewegt zurück.

„Ich bin nicht blöd… so wie ihr beiden euch versteht, ihr seid ein Herz und eine Seele… ihr… ihr habt eine Abmachung!“ Tja, Brown hatte nicht Unrecht, ich hatte nie verstanden, wie sich Hermione mit einem Monster wie Fenrir verstehen konnte. Wie sie überhaupt mit den Werwölfen zurechtkam, ja regelrecht die Nähe zum Rudel suchte, aber etwas anderes ließ mich hellhörig werden.

Wieso sollte Fenrir Greyback Lavender Brown wollen?

Wer sollte dieses weibliche Wesen aushalten wollen?

„Patrick sollte lernen, zu schweigen, wenn er nicht noch von mir umgebracht werden will“, erwiderte Hermione nun ungerührt und ließ die Gefühle der Zuhörer wieder hochkochen, da jeder sehen konnte, dass sie es ernst meinte, während meine Mundwinkel gut unterhalten zuckten.

Manchmal war es ein Vergnügen, Hermione zuzusehen und zuzuhören, dass die anderen das nicht würdigten war auszumachen, aber ich fand es sehr amüsant.

„Hör auf, zu drohen und lass ihn in Ruhe“, ging Brown wie eine wildgewordene Furie einen Schritt auf Hermione zu, die abfällig schnaubte.

„Sei still…“, unterbrach sie den nächsten Protestschrei mit schneidender Stimme. „Du bist hysterisch“, stieß das Biest sichtbar am Ende ihrer Geduld aus.

Ich bemerkte, dass ihr Blick plötzlich auf mir lag, dann zu Marcus, Alicia, Angelina und Adrian zuckte und dabei stand ihnen allen das Unverständnis ins Gesicht geschrieben und da hatte sie anscheinend keine Lust mehr, um den heißen Brei herumzureden.
„Ich habe nur zugesagt, dass ich dich in einem Jahr dem Rudel übergebe…“, brandete ein empörtes Brausen bei unseren Zuhörern auf.

„Haaaa“, jubelte Brown triumphierend und riss bei dem Eingeständnis ihre Faust in die Höhe.

„Aber nicht IHM“, servierte Hermione auch umgehend und zeigte Zähne.

Ja, wenn man mit ihr verhandelte, musste man auf die Details achten. Ich konnte ihr nur meine Hochachtung zollen, aber das sahen die Zuhörer und die betreffende Person anscheinend anders. Die wenigstens waren für die Feinheiten des Lebens gemacht!

„Das kommt doch auf dasselbe raus, wenn du mich ins Rudel gibst, gibst du mich an Greyback!“, sprach Brown zum ersten Mal, seitdem diese hitzige Diskussion lief, den Namen aus, der der Schar ein schneeweißes Gesicht bescherte.

„Was?“, „WOW!“, „Das wird dreckig.“, „Ich dreh am fliegenden Besen“, erregten sich die Gemüter.

„Lavender… was hast du mit Greyback zu schaffen?“, stieß Longbottom laut aus und sah aus, als würde ihm dieser Gedanke Horror bereiten.

„Du willst ja sogar jetzt ins Rudel zurück“, schrie nun Hermione vorwurfsvoll, weshalb einige Protestrufe wieder verstummten, da das stimmte, auch wenn man das kurz hatte vergessen können. „Ich sag ihm doch schon immer, dass er sich das abschminken kann, aber dafür bedarf es Geduld und einfühlsames Verhalten. Da hilft es nicht, dass du ihn mit Patrick reizt! Wenn dir Patrick so viel bedeutet, kannst du mir dann erklären, warum du ihn so gefährdest? Es ist ein Wunder, dass er ihn bei dem Machtkampf nicht umgebracht hat!“, ereiferte sich nun Hermione und da ich ahnte, wie sehr sie es hasste, sich zu rechtfertigen, bewunderte ich ihre Ausführlichkeit.

„Ich muss zurück“, kam es stur von der blonden, jungen Frau, die sichtbar verliebt war, wenn man mich fragte.

„Kommt nicht in Frage“, entgegnete Hermione entschieden und ich würde mir jetzt dreimal überlegen, ihr zu widersprechen, alles an ihr sprach von Macht.

„Warum? Warum willst du Patrick retten? Wenn es stimmt was du sagst?“, reizte Brown absichtlich, als sich Hermiones Augen verengten und ich bemerkte, wie ihre Hand über ihr Haar strich.

„Ob du es glaubst oder nicht, weil ich ihn nicht tot sehen will“, gestand sie hörbar widerwillig und ihre Geste hatte mir verraten, dass sie an das Feuer dachte.

Das Feuer, aus dem sie die Wölfe gerettet hatten, anscheinend war es Patrick gewesen, der sie rausgezogen hatte. Wenn sie mit ihm eine solche Schuld verband, dann war ihr Wille, ihn nicht tot sehen zu wollen, interessant, weshalb ich mich aufraffte.

„Hermione“, sprach ich sie zum ersten Mal, seitdem sie hier aufgekreuzt war, an.

Eigentlich sogar zum ersten Mal, seit der Nacht der Nächte und zum ersten Mal, ohne dass Vater in der Nähe war, woraufhin sie mir einen langen, sehr langen Blick sandte.

„Draco“, entfuhr es ihr tonlos, aber ich konnte von ihren Lippen meinen Namen lesen.

„Hermione, findest du nicht, dass Lavender Brown andere Gesellschaft haben sollte?“, fragte ich über die aufgeregten Rufe der irischen Gemeinschaft hinweg.

„Oh, ich denke nicht, dass es Lavender dort nicht gefallen hat“, lag Schärfe in ihrem Ton. „Sie war kaum aus dem Rudel wegzubringen“, hielt sie der jungen Frau vor und schnaubte abfällig.

„Ich wollte… ich will bei Patrick bleiben“, legte Brown spitz los und sofort funkelte Hermione sie wütend an, als ich in diesem erneut losbrechenden Disput schon wieder vergessen war, da sich beide Frauen aggressiv maßen.

„Hast du nicht verstanden, dass es ein Wunder ist, dass Fenrir Patrick hat leben lassen?“, rief Hermione so entrüstet, dass die Stimmen der anderen leiser wurden. „Fenrir ist der Alpha und er will nicht teilen“, unterstrich sie ihre Aussage schnaubend.

„Irrgh.“, „Igitt.“, „Reden wir hier immer noch von Greyback?“, „Widerlich.“, „Ist der nicht uralt?“, vernahm ich die anderen erregt wispern, als Brown die Sprache wegzubleiben schien, sodass das Biest leidenschaftlich nachlegte:

„Ich… ich… ich… ich will auch schrecklich viel und bekomme ich es?“, brüllte Hermione nun derart laut los, dass ich verwundert eine Braue ob ihrer sichtbar überbrodelnden Gefühle hob. „Ich bin doch auch nur ein Spielball und darf schauen, wie es am wenigsten schmerzhaft ist für die meisten von uns!“, verwunderte mich ihr für sie gefühlsmäßig extrem ungewöhnlicher Ausbruch und das auch noch vor Zuschauern.

Was war geschehen? Irgendetwas war geschehen, das sie derart berührte und aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Nur was?

Vater?

Unfug… damit hatte sie sich arrangiert, wenn man sich vor Augen hielt, wie zufrieden sie auf dem Ball der 28 gewirkt hatte. Hatte sie doch noch nicht alle Tiefschläge der letzten Zeit verarbeitet?

Moment, da fiel mein Blick auf den Propheten, der vor mir lag, nachdem ihn Longbottom während des Spektakels fallengelassen hatte und auf dem die rauchende Ruine des Hauses der Lovegoods auszumachen war und ein altes Bild vom Herausgeber des Klitteres, der als Potters Opfer deklariert wurde.

Könnte es sein?

Nein, es war wahrscheinlich sogar so!

Es war nicht Potter gewesen, sondern Hermione und das nagte an ihr. Immerhin war diese spleenige Luna doch eine Freundin von ihnen, dieser den Vater zu nehmen war ihr bestimmt nicht leicht gefallen, aber wenn sie etwas als nötig ansah, zog das Biest es eiskalt durch, ohne Rücksicht auf Verluste, so lief das Spiel.

Ein Spiel, das ich an ihrer Seite zu gut hatte kennenlernen dürfen. Sie war extrem, vor allen Dingen extrem rücksichtslos allen gegenüber, sich selbst eingeschlossen.

Machten die beiden Trottel ihr deshalb Vorwürfe? Oder stärkten sie ihr den Rücken? Wie auch immer, sie selbst schien zu hadern und kurz legte sich eine angespannte Stille über die Versammlung, als sich Brown regte.

„Was erhofft er sich von mir?“, fragte Brown zum ersten Mal etwas Sinnvolles, wie ich fand, und zwar nach einem sehr interessanten Aspekt. Was könnte ein Werwolf wie Fenrir Greyback von einem Kind wie Lavender Brown wollen? „Und warum hast du dich auf den Doxyhandel eingelassen?“, forderte sie nun gefasster zu erfahren, was sich darin zeigte, dass sie nicht schrie, sondern ihre Nase schniefend hochzog. Augenscheinlich waren wir nun bei den Tränen angekommen. Brown schien nichts auszulassen.

„Das würde mich auch interessieren“, warf ich dezent hinterher und erntete einen mörderischen Blick vom Biest und zog grinsend die Schultern hoch, was sie schnauben ließ.

„Er hat das rausbekommen… das mit meinem ersten Trupp…“, kam ihr das Eingeständnis sichtbar schwer übers Herz und niemand außer den betroffenen Personen konnte etwas mit ihren Worten anfangen.

„Autsch, das ist heikel“, murmelte ich zu mir und versuchte, den Impuls zu unterdrücken, der in mir aufkeimen wollte, nämlich sie zu packen, mit mir zu ziehen und zu sehen, dass sie heile war, weshalb sich meine Hände zu Fäusten ballten.

Denn Hermione konnte mir nicht erzählen, dass Fenrir sie nicht angegangen war, nachdem er rausgefunden hatte, dass sie Werwölfe von ihm ermordet hatte.

Das wäre sonst nicht Fenrir!

Er nahm seine Aufgabe als Alpha ernst und behütete sein Rudel. Also war es nur eine Frage, wie unangenehm dieses Gespräch für Hermione verlaufen war. Da bemerkte ich, wie Marcus und Adrian etwas überfordert zu mir blickten, wie gesagt, niemand wusste, wovon Hermione da gerade sprach, außer den damals Anwesenden. Potter, die beiden Weasleys, Longbottom, Lovegood und eben Brown.
„Unsere Aktion im Wald… dann bin ich ja mit Schuld…“, wisperte Brown betroffen und presste ihre Hand an ihr Gesicht und wurde über und über blass und wenigstens erkannte sie nun schwankend, dass Hermione noch immer das Fiasko von damals ausbaden durfte, indem sie schlicht erpresst wurde.

„Jaaaa“, nickte sie schonungslos zu Brown. „Alles was wir tun hat Konsequenzen… ich war eh überrascht, dass ich so leicht davongekommen bin… nun weiß er es, aber ich kann mit Fenrir umgehen“, verkündete sie überzeugt und winkte recht lässig mit einer Geste ab. Dabei kam es mir so vor, als hätte sie meinen inneren Aufruhr bemerkt, da ihr Blick dabei mir galt, weshalb ich versuchte, meine Fäuste zu lösen.

Ich glaubte ihr diese Aussage aufs Wort und biss die Zähne aufeinander, bis sie knirschten. Ich würde nie verstehen, wie es kam, dass sie sich mit diesem Pack, bestehend aus Greyback, Scabior, Barty und Rodolphus, so gut verstehen konnte. Das war etwas, was ich noch nie hatte nachvollziehen können. Wenn sie in ihrer Mitte weilte, gab sie sich anders und ging mit einem erschreckenden Fingerspitzengefühl auf sie ein, gab gekonnt den Kumpel, dem sie vertrauen konnten und zu meinem Schrecken taten sie das wirklich.

Unsere Zuhörer hingegen wirkten nur geschockt bei dieser Vorstellung, sich mit Greyback gut zu verstehen, dabei konnten die anderen nicht mal im Ansatz nachvollziehen, wie gefährlich das Spiel war, das Hermione zu spielen beliebte.

„Aber ich musste ihm versprechen, dich, Lavender, vom Rudel zu überzeugen…“, schob sie dann jedoch sichtbar unbegeistert nach und zog unbehaglich die Schultern hoch.

„Und von ihm“, hielt diese ihr wieder nun weniger giftig, aber jedoch ziemlich ängstlich vor, als Hermione ihren Kopf schüttelte.

„Nein“, meinte sie schlicht. „Ich sagte ihm, dass du nicht an ihm interessiert bist. Das Problem ist nur, du kannst von Patrick nicht verlangen, das Rudel zu verlassen. Ein einsamer Wolf ist verloren und er ist ein guter Beta… vielleicht sogar mal ein Alpha. Fenrir weiß, dass er gut für das Rudel ist, sonst wäre er aufgrund seiner Anmaßung tot und nicht nur verletzt… wenn du nach der Schule ins Rudel gehst und Fenrir dich will, dann… dann…“, sprach Hermione neutral, aber gestikulierte wild wie selten durch die Gegend.

„Du bist irre, Lavender.“, „Rudel?“, „Nach der Schule.“, „No way“, erregten sich nun die Patils, Abbott und noch viele andere.

„Du könntest ihn umbringen“, warf Marcus fies ein, als Hermione zu ihm herumfuhr.

„Vielleicht könnte ich das…“, gestand sie leise, dabei lag etwas in ihrem Blick, das mich hellhörig werden ließ. Irgendetwas war vorgefallen. „Aber ich würde es nicht tun“, entgegnete sie dann überzeugt.

Dabei las ich in ihrer Miene ihren Entschluss, sie würde es wirklich nicht für Lavender tun. Fenrir war anscheinend wirklich vor ihr sicher, sehr interessant. Sofort erntete sie extrem überraschte und wenig begeisterte Reaktionen.

„Warum nicht?“, erregte sich Marcus wütend, als ein mildes Lächeln auf ihre Züge trat.

„Weil… weil ich es nie tun würde“, servierte sie ungerührt und ich beglückwünschte mich zu meiner Einschätzung, während ich mich zu fragen wagte, was Vater von so einer Aussage halten würde.

„Sag niemals nie, Sonnenschein“, löste sich ein sich bisher im Hintergrund haltender Schatten, den ich glatt übersehen hatte und der nun zu den beiden Frauen trat.

„Gellert?“, entwich es dem Biest erfreut. „Naja, solange er unsere Vereinbarungen hält, sehe ich keine Notwendigkeit, Fenrir wehzutun“, erwiderte sie trocken und wirkte unbekümmert darüber, wie die anderen dazu stehen mochten, auch mich sah sie nicht an. Sie wusste, wie ich zu den Werwölfen stand.

„Du magst ihn“, stellte Gellert messerscharf fest, dabei blitzten seine so hellen Augen amüsiert auf.

„Hahaha, ja, ich mag ihn, er ist…“, gab sie unumwunden zu, „… ein Freund…“, wisperte sie auf einmal selbst überrascht und ich verfolgte genau, wie ihre Hände zu ihrem Hals gingen und ihre Fingerspitzen sachte über ihre Hals fuhren, was mich dazu veranlasste, meine Stirn hochzuziehen.

„Sie ist verrückt.“, „Total durchgeknallt.“, „Du hast die Bilder gesehen, wo der Typ Menschen frisst?“, „Freund?“, „Das ich nicht lache!“, „Komische Freunde“, erschallte es empört.

„Es gibt für alles einen Grund“, hielt sie ihren Kritikern vor und sofort zogen sich meine Augenbrauen zusammen. Was sollte es rechtfertigen, Menschen bei lebendigem Leib zu zerfleischen?

„Was weißt du, was wir nicht wissen?“, wollte nun Adrian bedeutend freundlicher von ihr wissen als Marcus, der sie nur mit finsterer Miene musterte.

„Viel und das wird auch so bleiben“, konterte sie ungerührt und meine Mundwinkel zuckten ob ihrer frechen Art, uns allen nichts zu sagen.

„Sonnenschein, was hast du wieder angestellt?“, fragte der grinsende Greis gut unterhalten und wirkte alles in allem sehr fröhlich.

„Gellert“, fuhr sie erneut zu ihm herum. „Das… das ist nicht, absolut nicht hilfreich. Ich stelle nie etwas an…“, stieß sie sichtbar angestrengt aus. „Wenn dann passiert immer was!“, räumte sie widerwillig ein.

„Tja, hilfreich wäre es, wenn du mich öfters aufsuchen würdest“, erwiderte der Totenkopf vorwurfsvoll. „Ich vermisse unsere intelligenten Gespräche, hier ist eher Tristesse für einen Mann meines Schlages angesagt“, servierte er gehässig und grinste zahnlückig in die Runde.

Dass er währenddessen in der Masse der Tristesse stand, schien ihn nicht zu stören und dass das kein Kompliment an niemanden von uns war, stand außer Frage, woraufhin sie über seine dreiste Anmaßung laut auflachte.

„Tja, Sie tun mir leid. Sie müssen Nurmengard aufgrund seiner abwechslungsreichen Eloquenz schrecklich vermissen“, entgegnete sie absolut ernst und zynisch, dabei blieb einigen der Mund offen. Niemand anders würde es wagen, Grindelwald an sein Gefängnis zu erinnern, auch ich nicht.

„Ach, bissig wie eh und je“, erwiderte dieser ihr gegenüber jedoch absolut gutmütig und gab sich auch noch erheitert, indem er leicht irre grinste und ihr zuzwinkerte und da erkannte ich, Gellert, den hatte ich auf meiner sonderbaren Liste ihrer noch sonderbareren Freunde vergessen. Nicht dass ich Angst vor Grindelwald hatte, eher gesunden Respekt, aber niemals würde ich derart locker mit ihm umgehen können wie sie es tat.

„Du bist ein Werwolf?“, wandte er sich daraufhin zweifelnd an Brown, woraufhin diese entrüstet zu ihm blickte.

„Nein! Bin ich nicht… nicht richtig und nicht ganz… so was dazwischen…“, schnappte sie schlecht gelaunt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Du ziehst sonderbare Wesen an, wie Motten das Licht…“, zog Grindelwald seine ganz eigenen Schlüsse über Brown und zwinkerte Hermione erneut zu. „Und schon passt es wieder… Sonnenschein“, kam es doppeldeutig von ihm und ich wusste, dass er auf ihre weißen Augen anspielte.

„Hermione… ich will wissen, für was mich Fenrir will“, wandte sich Brown ab und kam wieder auf das Thema, das sie zu fesseln schien.

„Babys!“, lag Resignation in ihrem Ton, als sie schonungslos ehrlich und offen war. Unterdessen bemerkte ich, wie müde sie aussah. Es war ihr nicht gleichgültig, auch wenn sie es gekonnt vor den anderen überspielte. „Er denkt, du kannst ihm welche schenken“, senkte sich gespenstische Stille über alle.

„Wasssss?“, entschlüpfte es den kalkweißen Lippen von Brown, deren einziges Wort extrem Laut erschien in der bedrückenden Stille und selbst meine Mundwinkel verzogen sich vor Widerwillen bei der Vorstellung.

„Lavender, du musst verstehen…“, versuchte Hermione zu insistieren, während die anderen noch würgten und versuchten, den Ekel zu verdrängen, der ihnen vor Augen stand. Mir ging es ähnlich.

„Oh, ich denke, sie versteht recht gut“, mischte sich wieder der Alte ein. „Vielleicht muss sie diesen Kampf alleine ausfechten… wie auch immer er ausgeht… ganz ohne dich…“, verklangen Gellerts weise Worte, dem anscheinend auch auffiel, dass es sie mitnahm, während die anderen Anwesenden nur empört darüber waren, was wieder abging. Wobei Brown nicht begeistert darüber wirkte, dass man ihr zusprach, alleine mit dieser Situation fertig zu werden, so wie sie schluckte.

Schlussendlich hielt ich das hier entstandene, aber nicht zu lösende Drama nicht mehr aus und erkannte, dass man mich eh nicht brauchte, sodass ich mich unbemerkt vom Acker machte. Babys, Werwölfe, ehemalige Lords, weiße Augen und irgendwas dazwischen, plus Lovegood. Merlin, ich wollte meine Ruhe, denn wo sollte das alles enden?

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich starrte Gellert bodenlos entsetzt an. Meinte er das ernst, dass ich das alles in Lavenders Hände legen sollte?

„Lavender, hör nicht auf ihn, dass was der alte Knacker sagt ist…“, entfuhr es mir daraufhin verärgert und ziemlich scharf.

„Hey“, unterbrach mich Gellert empört, aber ich war auch zu sehr in Rage, um mich zu stoppen. Wie sollte Lavender alleine mit Fenrir fertig werden? Somit überging ich ihn und seine Einmischung schlicht und sprach weiter: „Wie willst du gegen Fenrir bestehen?“, fragte ich höhend.

„Du schaffst das doch auch“, meinte sie bissig und ich rollte nur mit den Augen, ersparte mir jedoch eine scharfe Antwort.

„Hahaha, denkst du ernsthaft, du könntest dich mit dem Sonnenschein hier vergleichen?“, wieherte Gellert vor Lachen, das an Boshaftigkeit nicht zu überbieten war und ich bewunderte kurz seine Kunst, Unfrieden zu stiften.

„Warum nicht?“, schoss sie aufgebracht zurück, bevor mir der Geduldsfaden riss.

„Pff, ich habe bestehen müssen, der erste Abend im Rudel war kein Spaß“, erklärte ich energisch und mittlerweile war es mir so was von Schnuppe, wer es hörte und wer nicht, wenn sie alles vor den anderen breittreten wollte, Bitteschön. Was dachte sie?

„Was willst du andeuten?“, kam es wieder einfühlsam von Adrian Pucey und ich schloss kurz die Augen, da mich die Erinnerungen überschwemmten.

„Ich… ich habe gekämpft und ich habe gewonnen… wenn dir das auch gelingt, viel Vergnügen… ich ging unverletzt hervor, schau dich an, deine Wange ist kurz davor, zu springen, so gespannt ist sie, dein Auge ist ganz blau… was wäre gewesen, wenn er dich weiter geschlagen hätte?“, fragte ich gereizt und ärgerte mich über derart ausgeprägte Dummheit.

Auch über meine eigene, da ich unsere Auseinandersetzung niemals derart öffentlich hatte gestalten wollen, aber nachdem ich Fenrir verlassen hatte und wieder ins Lager zurückgekommen war, hatte ich Lavender mit Gewalt von Patrick fortschaffen müssen und mir war kein besser Ort als dieser hier eingefallen, weshalb ich hier stand und mich mit unzähligen Augenpaaren konfrontiert sah.

„Das hat er eben nicht getan… er hat mich nicht absichtlich geschlagen“, ging Lavender in die Verteidigung.

„Ach, schau an…“, gab ich sofort zynisch zurück. Das war ja das, was ich die ganze Zeit sagte.

„Außerdem war ich selbst schuld“, dachte ich nicht richtig zu hören. Das war nicht gut, dass sie ihn jetzt auch noch verteidigte.

„Sag das nicht… sag sowas niemals“, wisperte ich regelrecht entsetzt und ich meinte es sehr ernst.

So was war niemals in Ordnung. Ich selbst war gefangen in Erinnerung an Vergehen, die an mir begangen worden waren, von Lucius sowohl nach der Beerdigung meiner Eltern, als er mir den Hintern versohlt hatte, als auch damals nach meinem Ausflug nach Nurmengard, als ich in seinem Kerker gelandet war und er mich ausgepeitscht hatte. Von seinen psychischen Spielchen im Gewölbe ganz zu schweigen, bis hin zu seinem Cruciatus, der so tragisch für mich geendet hatte, mit dem ungewollten Sturz.

Nur weil Lucius und ich nun zusammen waren, brrr… wie sehr mir dieses Wort zuwider war, hieß das noch lange nicht, dass ich vergessen hatte, was er mir alles angetan hatte. Trotzdem oder gerade deswegen war es gar nicht in Ordnung, solche Taten schönzureden. Ja, ich mochte ihn und ja, ich war gerne bei ihm, aber ich hatte so vieles nicht vergessen. Oft hatte ich es nur verdrängt aufgrund der Schnelligkeit der augenblicklichen Geschehnisse. Ich musste das alles richtig stellen und deswegen fesselte mich Lavenders Fehlwahrnehmung auch mehr als meine persönlichen Animositäten.

„Sorry, Lavender, so schwer es mir fällt, da muss ich Hermione recht geben“, schob sich Neville zu uns und übernahm das Ruder. „Das ist nicht okay! Das ist es niemals!“, meinte er sehr ernsthaft.

„Ja, ich auch, so ungerne ich das tue, er hat dich geschlagen.“, „Das geht gar nicht.“, „Dafür gibt es keine Entschuldigung.“, „Und wie sollst du daran schuld gewesen sein?“, kam es eindringlich von den Leuten rund um uns herum.

„Ihr habt doch keine Ahnung“, sah sich Lavender in die Enge getrieben. „Ich bin dazwischen gehüpft und da hat er genau in dem Moment ausgeholt, aber danach… oh…“, hauchte sie, „danach war er noch wütender… er wollte das wirklich nicht tun! Er hat mich sogar an der Schulter gepackt und an einen Baum gestellt, bevor es weiterging… es war furchtbar, wie sie sich aufeinander gestürzt haben…“, bebte ihre Unterlippe, während sie sich an den Kampf erinnerte.

„Er hätte es trotzdem nicht tun sollen, denn er hatte sich ja offenbar unter Kontrolle“, grinste ich gemeinhin und wusste, dass sich auch Lucius und Severus natürlich immer unter Kontrolle hatten, aber es gab Momente, wenn man sie zu sehr reizte, da konnte auch diesen führungsstarken Männern der Geduldsfaden reißen, deshalb war das Spiel, das ich spielte, ein so gefährliches.

„Könntet ihr aufhören, so etwas schönzureden?“, schrie Hanna aufgebracht und wurde sofort unterbrochen.

„Ja, Kontrolle, das ich nicht lache!“, „Es ist völlig inakzeptabel, ihr sprecht über ein Monster!“, „Werwölfe sind brutale Mörderwesen. Sie fressen Menschen“, schrien Padma, Hannah und noch andere laut, während Parvati mit versteinertem Gesicht zu ihrer besten Freundin starrte.

Genau das war es und ich perfektionierte meine unleserliche Maske. Wenn die alle wüssten, warum die Wölfe das taten… Ich war mir sicher, dass Lavender nicht mal im Ansatz ahnte, was es damit auf sich hatte, falls aber doch, dann hatte sie sich entweder so verändert, oder aber es lag an Patrick, dass sie über dieser Tatsache stand.

„Das ist doch krank, wenn du dich da wohlfühlst“, wisperte Parvati nun geschockt.

„Sie haben keine Menschen gegessen als ich da war… und… und… Sie mögen mich aber so wie ich bin!“, schrie Lavender hilflos zurück und stoppte, schlug sich die Hand vor den Mund und floh schluchzend. Sie floh vor all den verstörten Blicken und ich verstand, dass ihr das zu viel wurde.

„Wunderbar“, murrte ich dennoch frustriert und fuhr mir mit meiner Hand durch mein lockiges Haar.

„Was war das?“, „Warum rennt sie weg?“, „Sie ist sonderbar.“, „Ich habe Angst um sie“, ging es hoch her.

„Kinder sind so blind“, stieß Gellert verächtlich aus und ich konnte auch nur den Kopf darüber schütteln, wie es sein konnte, dass sich Lavender anscheinend nach so kurzer Zeit Hals über Kopf in Patrick verliebt hatte, dass ihr alles egal war und dass es den anderen nicht auffiel, sondern nur Gellert und mir. Marcus und Adrian, die zusammen tuschelten, warfen mir dabei ab und an wenig nette Blicke zu.

„Gellert, hören Sie auf, sie zu reizen“, knurrte ich durch zusammengebissene Zähne, als mir auffiel, dass Draco fehlte.

Wo war er hin?

„Was planst du mit Lavender?“, „Das Rudel?!“, „Was für einen Unsinn redest du ihr ein?“, gingen die nächsten Vorwürfe gegen mich und ich schüttelte nur sichtbar betrübt mein Haupt.

„Boah, für euch bin ich echt für alles Schlechte dieser Welt verantwortlich, oder?“, fragte ich daher niemand bestimmtes, ließ aber meinen Blick über die Anwesenden streifen.

„Nein.“, „Aber wir verstehen dein Handeln nicht.“, „Du weihst nichts und niemanden in irgendetwas ein.“, „Das verunsichert uns“, versuchten nun sie sich zu rechtfertigen und ich verstand ihre Einwände zum Teil.

„Sie fühlt sich wohl… sollte das nicht reichen?“, bot ich ihnen an, aber das erregte die Gemüter nur noch mehr.

„Sie kann sich da nicht wohlfühlen!“, „Bei einem Typen wie Greyback“, zwinkerte Gellert mir übertrieben zu, da er ahnte oder auch wusste, dass ich Fenrir bei weitem nicht so schlimm fand wie zum Beispiel Bellatrix.

Hermiones Sicht Ende

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BeitragThema: 596. Ertappt?   Di Mai 23, 2017 7:52 pm

Mal wieder Werbung für den allerersten WHF-Trailer machen:
https://www.youtube.com/watch?v=dcJJyPSUhMY&index=2&list=PLVuPCRwQLR-MEGrXMH62K97rfkxSzSfU7&t=5s

und für unsere Info-Seite:
http://www.whenhermionefights.de



596. Kapitel Ertappt?

Ich hatte die Burg verlassen, denn mir reichte es wirklich. Ich wusste, dass unsere Chance vorbei war, aber ihr so nah zu sein und sie doch so fern zu wissen, das wühlte mich noch immer ab und an auf.

Hinzu kam, dass die letzten Tage lang und anstrengend gewesen waren und dieses Drama in der Burg hatte mich zwar zuerst amüsiert, aber schnell hatte es mich genervt. Hermione war dabei, erneut ein Problem ungefragt in der Burg abzuladen und ich war mir sicher, hatte sie ihre Differenzen mit Brown beseitigt, würde Markus versuchen, ihr zu erklären, für wie respektlos er ihr Verhalten hielt. Sie wiederum würde dies unglaublich nerven, weswegen sie mal wieder einfach verschwinden würde und am krönenden Ende würde ich es wie immer sein, der sich Marcus‘ Gejammer darüber anhören musste, wie ignorant das Biest sein konnte.

Ich war es leid, dabei immer zwischen den Stühlen zu sitzen und war teilweise ja sogar Marcus‘ Meinung, aber ich kam ja nicht mal dazu, über Wichtigeres mit Hermione zu reden, geschweige denn darüber, dass die Burg in Irland nicht ihre persönliche Rehabilitationsanstalt für gescheiterte Existenzen, oder schwierige Zeitgenossen war.

Erschöpft und ermattet stieg ich die Treppe zum ersten Stock in meiner herrlich ruhigen Stadtvilla in Dublin hinauf und beglückwünschte mich im Stillen dazu, dass ich diese Zuflucht damals gekauft hatte.

Ein Rückzugsort, der nur mir vorbehalten war. Ich war verkrampft und angespannt, meine Nerven waren arg strapaziert und mir war grade nach einem entspannenden Bad im Whirlpool in meinem Badezimmer, mit Blick auf die grünen, saftigen Hügel Irlands, Magie sei Dank.

Mit langen, schnellen Schritten betrat ich meine Räume und steuerte zielstrebig die Bar an. Irgendwie hatte ich mich im Manor daran gewöhnt, dass immer irgendwo ein guter Tropfen und Gläser bereitstanden und hielt es hier genauso.

Gerade als ich mir etwas eingießen wollte, vernahm ich ein leises Geräusch. Irritiert hielt ich inne, lauschte und sah mich argwöhnisch in meinem Reich um. Ich war wirklich so in Gedanken und unaufmerksam gewesen, dass mir der leise Gesang, den ich nun vernahm, nicht aufgefallen war, doch jetzt hörte ich ihn deutlich und er kam aus meinem Bad, dessen Tür einen Spalt breit offen stand.

Leise ging ich in Richtung Bad und drückte die Tür gänzlich auf, soweit, dass ich hinein gleiten konnte und lehnte die Tür wieder leise an. Der Whirlpool sprudelte nur sanft. Überall auf dem Boden, einer Spur gleich, lag achtlos hingeworfene Kleidung. Die leise Musik kam aus einem kleinen, schwarzen Kasten, irgend so eine Muggelgerätschaft, die die Twins uns auch mal begeistert vorgeführt hatten. Über den Rand des Pools war ein brauner Haarschopf zu sehen.

Mein Gast lag mit dem Rücken zu mir im warmen, sprudelnden und schäumenden Nass und summte leise die Melodie des Liedes mit.

Was für ein vorwitziges und gewagtes Wesen!

Einfach so mir nichts dir nichts in meine Räume einzudringen und sich hier breit zu machen, als wäre sie hier daheim!

Dreist und ziemlich frech, was anderes viel mir darauf gar nicht ein, aber ein wenig empört über ihr bedenkenloses Vorgehen war ich schon und tja, ich war ein Malfoy, Rache musste sein, als sich ein vorfreudiges, leicht fieses Lächeln auf meine Züge legte und ich begann, langsam und leise meine Kleidung auszuziehen. Ich ließ die Sachen einfach auf den Boden zu ihren gleiten.

Mal sehen, wann sie bemerken würde, dass sie nicht mehr alleine war und ich war gespannt, wie sie reagieren würde.

Leise schlich ich um den Pool herum und registrierte sehr zufrieden, dass sie äußerst entspannt im Wasser lag und die Augen geschlossen hatte.

Ihr zu erwartender Aufschrei würde ein Spaß werden, freute ich mich auf diesen kleinen Streich nach einem nervenaufreibenden Tag.

Langsam und mit Bedacht stieg ich in das warme, sprudelnde Nass und wartete dabei gespannt, wann sie mich bemerken und vor Schreck hochfahren würde, doch noch passierte nichts dergleichen. Ich stand bereits mit einem Bein im Pool und stieg langsam ganz hinein. Warum reagierte sie nicht? So versunken konnte sie kaum sein, dass sie meine Anwesenheit nicht bemerkte.

Na gut, dann würde der Schreck halt später kommen. Genießend, aber mit aufmerksamem Blick auf sie, ließ ich mich ins Wasser gleiten und nahm weit von ihr entfernt Platz. Dann beugte ich mich nach vorne und wollte nach ihren Füßen greifen, um sie mit einem Ruck unter Wasser zu ziehen und somit meine Anwesenheit zu offenbaren.

„Na endlich“, sprach sie mich an und ich erstarrte, „ich dachte schon, du wirst nie mehr fertig“, hob sie plötzlich träge ihr Haupt und sah mich unter leicht geöffneten Lidern heraus an und ich stoppte ertappt in meiner Bewegung.

„Was?“, entkam es mir irritiert und überrascht. Dass es sie nicht störte, dass ich zu ihr kam, verwirrte mich gar sehr.

„Hihi, dachtest du echt, ich bin blind, taub und hirntot auf einen Schlag? Hihihi…“, kicherte sie erheitert vor sich hin und blickte mich mit vor Schalk funkelnden Augen offen an.

„Wann?“, fragte ich verblüfft, weil sie mich völlig gelinkt hatte. Hatte ich doch richtig vermutet, dass nicht mal ich so leise hatte sein können. Gerade schwankte ich jedoch zwischen Neugierde und Erheiterung, weil ihre Freude mal wieder einfach ansteckend war.

„Seit du rein gekommen bist!“, kicherte sie weiter und ich hob fragend eine Braue. „Es gab einen kalten Luftzug“, zuckte sie nun mit den Schultern und lehnte sich dann entspannt zurück.

„Du kleiner Frechdachs“, grollte ich mehr spielerisch als böse und griff nun doch zu.

Schnell zog ich an ihrem Fuß und sie damit vollständig unter Wasser. Prustend und um sich schlagend ging sie unter, als sie den Halt verlor.

Sie kam prustend wieder hoch und spuckte Seifenblasen.

„Hahaha“, begann ich nun, sie auszulachen.

„Sehr witzig“, hickste sie und hustete.

„Hahaha, du spuckst Blasen!“, lachte ich plötzlich auf einmal völlig losgelöst.

„Na warte...“, prustete sie mit lachender Schadenfreude auf und strampelte sich frei.

„Versuchs doch, du kleiner Wildfang“, spritze ich Wasser in ihre Richtung und lehnte mich grinsend zurück.

„Was machst du eigentlich schon hier?“, änderte sie jedoch abrupt das Thema und ließ sich wieder gemütlich in ihren Sitz gleiten, während sie sich die nassen Strähnen aus dem Gesicht strich.

„Das müsste eher ich fragen. Das ist mein Bad“, gab ich leicht schmunzelnd zurück.

„Na und? Meins hat weder so einen schönen Pool noch eine so tolle Aussicht“, tat sie schmollend, schob die Unterlippe vor, verschränkte die Arme vor der Brust, die von Schaum verdeckt wurde und funkelte mich an.

„Es wären auch deine Räume, du musst nur…“, ließ ich doppeldeutig offen, aber seit Silvester und unserer Nacht in meinem Bett, seit unserem Deal, hatten wir nicht mehr im gleichen Bett geschlafen, oder auch nur darüber geredet, wie sich unsere Zukunft gestalten sollte.

„Das hättest du wohl gerne… oder eher nicht“, gab sie überlegend zurück.

„Wer weiß“, zuckte ich mit den Schultern. „Ich bin auch nur ein Mann.“ Wie um dies zu bestätigen rückte ich näher zu ihr, setzte mich direkt neben sie und strich ihr eine nasse Strähne von der Schulter.

„Ach, lass die Spielchen!“, zog sie murrend ihre Schulter weg und funkelte mich abweisend an.

„Keine Spielchen, Spaß!“, beharrte ich überlegen und sah sie abwartend an. Sie blickte intensiv zurück.

„Pah...“, stieß sie ungläubig aus, dabei fuhr sie sich entnervt durch die nassen Haare. „Du machst meine ganze schöne Entspannung kaputt. Mir tut jeder Muskel weh, dieser Krum ist ein mieser Sparringspartner beim Training, keine Finesse, nur Kraft. Der prügelt einfach nur drauf los“, jammerte sie und fasste sich an die Schultern, versuchte, ihre Muskeln im Nacken zu kneten.

„Dann lass mich dir helfen“, bot ich einer spontanen Eingebung folgend an und wackelte mit den Brauen.

„Hm…“, überlegte sie unentschlossen, indes musterte sie mich skeptisch.

„Komm schon, ein bisschen Massage wird dir gut tun“, stieß ich sie mit der Schulter an und blickte ihr auffordernd entgegen, während sie sichtlich mit sich haderte.

„Na gut, aber nur Massage“, willigte sie schließlich ein und wandte mir dann ihren Rücken zu.

„Sicher“, stimmte ich zu.

Auch wenn die Silvesternacht in dem Punk ein Desaster gewesen war, so war ich deswegen nicht gewillt, aufzugeben. Ich würde sehen, wie sich das ganze Zusammensein mit ihr entwickelte. Sie war schön, klug, eine äußerst angenehme Gesellschaft und wir waren verlobt. Uns keine Chance zu geben wäre dumm gewesen und auch wenn ich nicht glücklich mit der Situation war, so erkannte ich doch, wenn ein Weg erstmal ausweglos war. Hermione und ich waren wenn überhaupt nur kurz das Team gewesen, das ich gesehen hatte. Ja, für eine kurze, sehr schöne Zeit hatte ich erlebt, wie es hätte sein können, da war es perfekt gewesen. Davon gekostet und es danach verloren zu haben schmerzte, aber es war eine Erfahrung, an der ich wachsen würde.

Mittlerweile konnte ich differenzieren, dass Hermione viel zu sehr ihre eigenen Pläne hatte verfolgen wollen und wenn ich ehrlich war, nur wenig Interesse für meine Wege gezeigt hatte. Sie hatte sich dafür interessiert, wenn sie ihr nützlich waren, wie die Burg, wo sie ihre Problemfälle ablud, aber wirkliches und aufrichtiges Interesse war dies nie gewesen. Heute hatte ich das mal wieder nur zu deutlich erkannt. Ja, meine Gefühle für Hermione waren und sind echt, doch sie hatten sich auch geändert und gewandelt.

Ich hatte mich damit abfinden müssen, dass Hermione Vater wollte, auch wenn sie es nicht zugeben konnte, aber ich hatte es schon vor langer Zeit gefürchtet und gewusst.

Und dass Hermione mir nicht das geben konnte, was ich wollte, hatte ich in den letzten Wochen nur zu deutlich gesehen. Sie setzte sich für viele ein, kämpfte an allen Fronten, aber sie war eine Einzelkämpferin und offenbar nicht mal für mich in der Lage gewesen, dies zu ändern, jedoch sollte ich hier nicht zu sehr hadern, denn selbst ihr kostbarer Potter wurde oft von ihr auf die Strafbank verbannt. Ich hatte mich damit abgefunden, aber im Prinzip war mir schon seit einiger Zeit klar, dass dies nicht das war, was ich wollte, dazu noch die gelinde gesagt unvorstellbaren Komplikationen mit Vater, all dies hatte mich dazu veranlasst, über Hermione hinwegzukommen, mich seit der Verlobung bewusst mehr und mehr von ihr zu lösen.

Und ich sah, besonders seit Silvester, dass Astoria genau die Partnerin sein könnte, die für mich wünschenswert wäre. Ich war nicht glücklich darüber, wie alles gelaufen war, aber die Dinge waren nun mal wie sie waren und ich konnte momentan weder an meiner noch an Astorias oder Blaises Situation etwas ändern und ich würde das Beste daraus machen. Astorias Potential sah ich schon lange, schließlich erwählte ich keinen unfähigen Wicht, um meine Nachfolge in Slytherin anzutreten. Astoria hatte das Potential, all das zu sein was ich mir wünschte und dass es nicht langweilig mit ihr werden würde, hatte sie soeben mal wieder bewiesen.

Langsam strich ich ihr die langen, nassen Haare von den Schultern, dann legte ich meine Hände auf ihre nasse Haut und begann, ihre Schultern zu massieren. Kurz verspannte sie sich noch unter meinen Händen, doch als ich gezielt, aber sanft fortfuhr, ihre verspannten Muskeln zu kneten, gab sie sich der Massage hin und entspannte sich.

„Ja, da, das ich gut… oh…“, genoss sie es ohne gespielte Scheu oder falsche Scham, so von mir verwöhnt zu werden und auch mir gefiel es, hier so mit ihr zu baden.

„Also, was denkst du darüber, in meine Räume zu ziehen?“, fragte ich so neutral wie möglich, war aber doch sehr gespannt, wie sie reagieren würde. Unterdessen hatte sie ihren Kopf entspannt nach vorne sinken lassen.

„Mhmm… nicht jetzt… ja…“, murmelte sie genießend. „Mehr bitte… oh ja…“, stöhnte sie beinah schon obszön, als ich mit festerem Griff die richtige Stelle traf.

Nach einiger Zeit wollte ich mich auch zurücklehnen und nur noch baden, als ich etwas Ungewöhnliches fühlte. Die Schutzzauber meines Hauses zeigten mir einen Besucher an. Nur Marcus, Astoria, meine Wenigkeit und noch eine Person konnten hier eintreten, ohne dass ich zustimmen musste, nur wenige mehr kannten überhaupt dieses Haus und eigentlich niemand würde unangekündigt einfach eindringen. Ich ahnte nicht nur wer es war, ich wusste es.

Hermione hatte gerade meine Stadtvilla betreten.

Kurz hatten meine Hände ihre Arbeit unterbrochen und ruhten nur untätig auf Astorias Schultern.

„Hey, mach weiter…“, murrte sie auch recht bestimmt und bewegte auffordernd, fast schon dreist die Schultern.

Ich lauschte angestrengt, alles in mir war angespannt, als ich vernahm, dass Hermione die Tür zu meinen Räumen öffnete und plötzlich keimte in mir eine Idee.

„Mach mit“, beugte ich mich wispernd vor.

„Was?“, drehte sie den Kopf und wollte protestieren, doch ich ließ sie nicht.

„Hermione ist hier“, hauchte ich Astoria verschwörerisch ins Ohr, als sich ihre Muskeln sofort unter meinen Händen wieder verhärteten.

„Draco?“, hörten wir sie nun leise auch aus dem Nachbarzimmer rufen.

Ein letzter, gezielter, fester Druck meiner Hände auf ihre Muskeln entlockte Astoria daraufhin ein tiefes, fast schon schmerzhaftes Stöhnen, das man abgesehen von der Musik als auch dem Blubbern des Pools sicher nebenan gehört hatte. Dann jedoch drehte ich ihren Körper noch weiter zu mir und überrumpelte sie. Meine Hände glitten von ihren Schultern zu ihrem Gesicht und ich presste kurz entschlossen meine Lippen auf ihre. Nur einen Wimpernschlag dauerte die Starre und Irritation von ihr hier an, dann überraschte sie mich, denn plötzlich machte sie tatsächlich mit, griff nun mit ihren Händen ihrerseits in meine Haare und erwiderte energisch den Kuss. Sie spielte tatsächlich mit.

Triumphierend lächelte ich in den Kuss und zog sie nun in meinen Schoß, als ich aus den Augenwinkeln erkennen konnte, dass sich die Tür zum Bad leicht bewegte. Indes stöhnte ich demonstrativ in den Kuss und ließ meine Hände begierig über Astorias Rücken gleiten. Auch sie wurde aktiver, zog mich enger an sich, rieb sich an und auf mir.

Sehr schön, sollte sie doch beobachten und falsche Schlüsse ziehen, das war genau das, was ich wollte und nach heute war mir nach einer kleinen Rache. Doch unser Vorspiel hatte weniger Einfluss auf mich, da ich versteckt zur Tür schielte. Die Tür, die nun einen größeren Spalt offen stand als vorher, aber sie öffnete sich nicht weiter.

Nur Sekunden später vernahm ich leise Schritte in meinen Räumen und dann spürte ich, wie sie meine persönlichen Räume, mein Haus verließ. Langsam löste ich mich daraufhin von Astoria, die sich auch sofort schnaubend zurücklehnte.

Gerade noch konnte ich erkennen, wie sie ausholte und reflexartig wich ich zurück und so sauste ihre Hand nur Millimeter an meinem Gesicht vorbei, bevor ich sie ergreifen und ihre Handgelenke festhalten konnte.

„Was zum Teufel soll das?“, fuhr ich sie aufgebracht an, während sie mir wütend entgegen funkelte.

„Keine Spielchen, keine Dramen, das war der Deal“, schrie sie erregt, dabei war sie über und über Rot und entriss mir nun schnaubend ihre Hand und rückte von mir weg.

„Das war Rache, kein Spielchen!“, knurrte ich ungehalten und stieg aus dem Pool. Mir war die Lust auf Baden gehörig vergangen.

„Ach ja?“, keifte sie los. „Wofür denn? Damit gibst du euren Spielchen doch nur einen neuen Namen!“, fauchte Astoria zurück, erhob sich ebenfalls und stieg aus dem Pool, griff nach einem Bademantel und warf ihn sich über.

„Wärst du in der Burg gewesen, wüsstest du es“, murmelte ich wenig versöhnlich und wenn ich ehrlich war reichlich kindisch zurück.

„Ausrede…“, schoss sie gehässig zurück und wollte an mir vorbeirauschen und aus dem Bad heraus, doch ich hielt sie auf, umfasste ihre Schultern.

„Das ist keine Ausrede. Sollen sie im Manor doch glauben, bei uns läuft es bestens, desto weniger wird Vater seine Aufmerksamkeit uns widmen“, erklärte ich ernsthaft um eine Erklärung bemüht und hielt sie weiter fest.

„Pah, rede es dir ruhig schön. Du spielst genauso dauernd wie sie alle, du bist nicht besser, kein Stück“, erregte sie sich über die Maßen und zu meinem Unwillen bemerkte ich den wütenden, unversöhnlichen Glanz in ihren Augen. „Aber nicht mit mir. Du misst alles immer noch an ihr. Sie ist der Maßstab. Mir reicht’s. Ob wir uns verstehen oder nicht geht Hermione nichts an und was wir sonst tun auch nicht. Ich stelle mich vor den anderen hinter dich, ja. Wir sind ein Team, das war der Deal, aber glaub ja nicht, dass ich privat zu allem ja und Amen sagen werde, nur weil du Draco… Draco Malfoy bist!“, schimpfte sie vor sich hin, riss sich nun los und ließ mich stehen, rauschte ohne nochmal zurück zu sehen hinaus und ich vernahm am Knallen der Tür zu meinen Räumen, dass sie weg war.

Das konnte heiter werden, aber es war nicht so, dass ich angenommen hatte, dass Astoria ihr Feuer nicht wieder finden würde, wenn sie sich in ihrer Situation eingefunden hatte.

Sie war ein kleiner Teufel!

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich war aufgebracht und erregt, nachdem ich Astoria und Draco in der Wanne ertappt hatte.

Warum war ich nochmal nach Dublin gekommen? Ja, genau, ich hatte, nachdem ich das selbstgerechte Gerede über mich hatte ergehen lassen, den Plan gefasst, Draco aufzusuchen, um endlich mit ihm das längst überfällige Gespräch zu führen und ich hatte gewusst, wo ich ihn finden würde.

Nur war ich nicht darauf vorbereitet gewesen, das zu sehen und ich wusste nicht, weshalb es mich traf. Vor allem, da es mir nicht zu stand und doch suchte ich das Vergessen und irgendetwas lenkte mich nach London.

London, aber nicht in die magische Welt, sondern in die Welt der Muggel!

Mit einer gewissen Wehmut suchte ich die Orte auf, die ich als Kind besucht hatte.

Weshalb es mich nach Dublin und Irland getrieben hatte? Keinen Dunst, aber gerade betrachtete ich mein Elternhaus!

Ich stand davor und sah es mir nur von außen an, da mich keine zehn Thestrale dort freiwillig hineinbringen würden, nicht solange Remus, Tonks und Sirius sich darin aufhielten.

Aber mich dazu aufzuraffen, ins Manor zu gehen konnte ich mich auch nicht und zu Ron und Harry wollte ich auch nicht. Selten hatte ich mich derart Ziel- und Orientierungslos gefühlt wie gerade jetzt. Die Zeit raste nur so dahin und doch war es gerade mal drei Jahre her, dass mein Leben eine große Wendung genommen hatte, während ich versonnen auf das Haus sah und mich nur langsam abwandte.

Zu meinem eigenen Erstaunen lenkten mich meine langsamen Schritte zu dem Friedhof, auf dem meine unechten Eltern lagen und auch wenn die Tore aufgrund der fortgeschrittenen Nachtstunde zugesperrt waren, war dies für mich und die Magie kein Hindernis. Als ich auf der anderen Seite wieder auftauchte, sah ich mich mit der düsteren Schwärze des nicht beleuchteten Friedhofs konfrontiert und natürlich übte dieser so spezielle Ort des Todes seinen ganz eigenen Reiz auf meine SoulGathererseite aus.

Die Geister und grauen Gestalten huschten geschwind zwischen den Grabsteinen dahin, aber da hier die Magie zu wünschen übrig ließ, fiel es mir leicht, ich selbst zu bleiben, also setzte ich meinen Weg gemächlich fort. Meiner Ansicht nach hatte ich hier meine Eltern auf vielerlei Wege tatsächlich zu Grabe getragen. Sie waren für mich so tot, so vergessen, wie ich es für sie war.

Vermisste ich sie?

Gestattete ich mir, sie zu vermissen? Vielleicht… manchmal, wenn ich ganz ehrlich und aufrichtig zu mir war, dann ab und an, ja.

In Gedanken an meine Eltern lächelte ich sanft, dabei sah ich sie vor mir, wie sie die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden, wenn sie wüssten, was aus ihrer schlauen Tochter geworden war und mit wem sie sich so herumtrieb.

Sie würden der Magie die Schuld geben!

Die Magie war bei ihnen an vielem schuld gewesen und wenn ich ehrlich zu mir war, dann hatten sie Recht. Sie war auch schuld daran, was heute aus mir geworden war!

Aber ich liebte die Magie. Ich war ihr mit Haut und Haaren verfallen. Ich war eine Hexe und ich war ein Nekromant und ich war kein Muggel mehr. Ich war so viel mehr und ich wollte dies zu keiner Sekunde mehr missen und so stand ich etwas verloren vor dem Grab und starrte auf die Steinplatte mit den Lebensdaten meiner Eltern.

Jedoch war es anders als damals in Godric‘s Hollow. Irgendwie kam keine Wehmut in mir auf, als ich in die Knie ging und meine Hände auf die Platte drückte.

Sie waren sicher und glücklich in ihrem anderen Leben und das sollte mich zufrieden machen. Was bewegte mich dann?

Dass Draco weitermachte, genauso wie ich?

Ich dachte zurück an das große Bad, die Wanne, Draco zusammen mit Astoria.

Sie hatten Sex! Schön und gut, aber sollte ich glauben, dass die Kleine Blaise schon vergessen hatte?

Ich wollte es für Blaise nicht glauben, aber meine Augen hatten mich nicht getrogen, sie hatten Spaß gehabt.

Draco einen Vorwurf zu machen wäre wenig gerechtfertigt. Er lebte weiter und das war sein gutes Recht. Ich versuchte stoisch, nicht an ihn zu denken. Die meiste Zeit zumindest und das gelang mir erstaunlich gut. Ich fühlte mich mit Lucius wohl. Jetzt wo es passiert war konnte ich mir das eingestehen, aber weiter hinterfragen wollte ich das alles nicht. Es war mir zu viel, viel zu viel, unter Anbetracht, in was für Zeiten wir lebten.

Es ging nur noch ums Überleben und nicht um Amüsement. Ich hatte mittlerweile die Einstellung, genießerisch zu nehmen was sich mir bot, in Ermangelung des Wissens, ob wir alle überleben würden.

Ich schnaubte und setzte mich nun auf den Boden, nachdem ich ihn so verzaubert hatte, dass mir die Kälte und Nässe nichts anhaben konnten und blickte in den nachtklaren Himmel hinauf.

Draco und Astoria, also… ich verdankte Draco so viel, so unendlich viel, das war mir bewusst und gegenwärtig. Ohne Draco hätte ich mein gefährliches Spiel niemals beginnen können und er war mir stets sichernd und helfend zur Seite gestanden. Er hatte sogar gelernt, Harry meinetwegen zu akzeptieren und egal was er mit dieser Veelaschlampe getan hatte, ich fühlte mich Draco verpflichtet.

Draco und Astoria waren verlobt, anscheinend freundeten sie sich mit dem Arrangement an, wenn sie schon intim wurden. Das hatten Blaise und ich ebenfalls zu akzeptieren und Draco hatte auch noch die Verantwortung, für die Familie einen Erben zu zeugen. Es war Lucius‘ Wunsch und Wille und auch Severus‘ Bestreben und ich war ihnen zu sehr verfallen, um mich darüber hinwegzusetzen.

So viel stand fest, neben Harry war auch Draco das Wichtigste, was es für mich zu schützen galt!

Mit einem leisen Seufzen fühlte ich trotz aller Zauber doch nach und nach die Kälte um mich herum, wie sie mir in die Knochen kroch, aber ich fand nicht die Kraft, mich zu rühren.

Auf einmal konnte ich zu meiner Verwunderung Flügelschlagen über mir ausmachen und sah wieder eilig in den Himmel.

Eine Eule, die mich sichtbar zielsicher ansteuerte, und eilig hielt ich meinen Arm hoch, um ihr zu winken, da mir der Brief an ihrem Bein auffiel.

Wie sonderbar, hier eine Eule zu erhalten, aber als ich den Absender registrierte, entlockte es mir nur ein seichtes Lächeln, das war so klar gewesen. In dem Brief beorderte mich Lucius morgen, am 9. Januar, ins Manor und kurz blinzelte ich, denn dass das Severus‘ Geburtstag war fiel mir aufgrund des prägnant gesetzten Datums gerade noch ein.

Severus, ja, den gab es auch noch. Mit einer gewissen Hektik durchsuchte ich meine Erinnerung danach, wo ich das Geschenk für ihn, das mir schon vor langer Zeit für diesen besonderen Tag eingefallen war, platziert hatte. Unwillig runzelte ich die Stirn, als es mir nicht einfiel, doch dann erinnerte ich mich daran, dass es im Manor lag, in meiner Kommode. Naja, da bot es sich an, dort hinzugehen.

Meine Göttin, hoffentlich war es nicht zu sentimental, aber ich hoffte, dass es ihm Freude bereiten würde.

Ich war mir sicher, dass die Jungs nichts dagegen hatten, dass ich etwas länger wegblieb und so zauberte ich es mir gemütlich neben dem Grab, denn noch wollte ich nicht ins Manor. Ein paar Stunden würde ich noch die unheimliche Stille des Friedhofs genießen.

Morgen Früh wäre zeitig genug.

Im Manor würde ich sonst zu Lucius gehen, zu ihm ins Bett, weil es mich mit jeder Faser zu ihm trieb, und das wollte ich nicht. Denn noch hielten mich die Bilder von Draco gefangen. So wollte ich Lucius nicht gegenübertreten und so kam es, dass ich dank der Magie eine recht erträgliche Nacht verbrachte und mich in der Morgendämmerung, als die ersten Sonnenstrahlen hervorkrochen, ins Manor begab.

Im Foyer empfingen mich nichts und niemand, so dass ich direkt in meine Räume eilte.

Ja, nicht in unsere, da wie gesagt mein Geschenk hier war. Außerdem wollte ich nur noch Ruhe und duschen. Soeben knallte hinter mir die Tür und ich atmete erstmal durch, schloss kurz die Augen und versuchte, runterzukommen, denn in Wahrheit wollte ich wirklich zu Lucius, zu Lucius in seine Räumen gehen, in sein Bett kriechen.

Unfassbar, aber wahr!

„Her… mione?“, vernahm ich auf einmal vorsichtig und ich verwarf die Idee, dass sich meine Hoffnung auf Ruhe erfüllen würde und ich schlug wenig begeistert die Augen wieder auf und starrte meinen ungebetenen Besucher an.

„Was machst du hier?“, frage ich bemüht freundlich, während ich mit großen Schritten auf sie zu ging und mich dann ihr gegenüber niederließ.

Ich sah Astoria fragend an und registrierte, dass sie auf meinem Sofa geschlafen hatte und durch mein lautes Eintreten aufgewacht war. Jetzt stellte sie hastig mit roten Wangen die Füße auf den Boden, die sie zu sich auf das Sofa gezogen hatte. Sie sah müde, abgekämpft und erschöpft aus. Sah ich selber auch so aus?

Weshalb ich einen Elfen rief und ein kleines Frühstück orderte, nach der Nacht im Freien war ich hungrig und ich gierte nach der schwarzen Brühe. Augenscheinlich hatte Astoria sich noch nicht dazu durchgerungen, etwas zu sagen.

Auch jetzt wurde die Stille nur durch das Geklapper des edlen Porzellans unterbrochen, als mir der Elf einschenkte und ich genüsslich den Kaffee inhalierte, bevor ich dran nippte und Astoria eine Musterung über meine Tasse hinweg angedeihen ließ.

Sie selbst hielt indes ihre Tasse vergessen in der Hand und ich raffte mich auf und griff nach einem Croissant und biss hinein.

Was ließ den ansonsten so kleinen Wildfang verstummen?

Das in der Wanne? Wusste sie, dass ich es wusste?

Ich gab ihr die Zeit, die sie zu brauchen schien, und kaute auf meinem Croissant herum.

„Bitte sei nicht sauer, Hermione“, begann sie ihre Rede und ich hob, noch auf meinem trockenen Croissant rumkauend, eine Braue, da sie wieder irgendwie unsicher verstummte und ich schluckte runter.

„Auf was sollte ich sauer sein?“, fragte ich daher nach und trank erneut einen Schluck.

„Oh“, ging ihr der Mund auf. „Auf… mich und Draco, ich meine… das… ähm…“, liefen ihre Wangen hochnotrot an, woraufhin ich sie kurz ehrlich angrinste und meinen Kopf schüttelte.

„Ich schlafe mit seinem Vater, denkst du, es steht mir zu, solche Gefühle zu haben?“, erwiderte ich daraufhin nur leise und biss erneut ab, da das letzte Stück des Croissants so verloren in meiner Hand lag. Ich war jedoch gespannt, warum sie so unsicher daher kam. Doch wohl nicht, weil sie und Draco am Neujahrsmorgen gegen uns alle so demonstrativ Einigkeit und Zusammenhalt gezeigt hatten. Oder wusste sie wirklich, was ich gesehen hatte?

„Du… du warst so überhastet weg… es war…“, entgegnete sie stockend, woraufhin ich taxierend eine Braue hob.

„Wie?“, fragte ich nach und schenkte mir aus der Kanne nach.

„Verletzt, gehetzt?“, stieß sie regelrecht forsch aus, als hätte sie Bedenken, das mir gegenüber zu sagen und ich schluckte schwer an dem Gebäck.

„Autsch“, meinte ich daher gespielt amüsiert und lehnte mich zurück. „Das war nicht meine Absicht, wie gesagt, es steht mir nicht zu… ich freue mich für euch“, erstickte ich beinah an einem Krümel, aber ich schaffte es, meine gespielt nachsichtige Miene aufrechtzuerhalten und nicht zu husten, „dass ihr euch annähert und euch anscheinend in das Unausweichliche fügt…“, beendete ich lahm und flüchtete wieder zu meinem Kaffee.

„Ist es das, was du getan hast? Dich fügen?“, erwiderte Astoria daraufhin wacker und lehnte sich, neugierig wie sie war, weiter zu mir nach vorne.

„Denkst du das, Astoria?“, wollte ich leise erfahren, woraufhin sie eilig wegsah. „Dass ich das getan habe?“, konkretisierte ich und schmunzelte für mich selbst belustigt.

Fügte ich mich?

Auf den ersten Blick vielleicht schon, wobei ich die Jagd und die Eroberung durch Lucius genossen hatte. Im Nachhinein ließ sich vieles leichter durchschauen und erkennen. Nur die Eingeständnisse fielen deshalb noch lange nicht leichter, aber fügen?

Würde ich mich Lucius je völlig fügen?

Noch immer nahm ich ihm so einiges übel, was er mir angetan hatte, von seinem Fluch bis hin zu seinem absolut anmaßenden und arroganten Verhalten, das er mir gegenüber an den Tag legte. Gleichzeitig bemerkte ich natürlich seine veränderte Haltung mir gegenüber und wie er sich bemühte, aber ich war halt nun mal nachtragend und irgendwie glaubte ich, machte auch das den Reiz aus.

Aber mein Problem war ein ganz anderes. Könnte ich mich rächen, würde ich es tun. Wie sollte ich mich jedoch an ihm rächen, ohne seine Stellung zu gefährden?

Es wäre so leicht, ihm in seiner Eitelkeit eines auszuwischen, gleichzeitig wäre es unsäglich dumm von mir, es zu tun, denn würde meine Aktion bekannt werden, wäre sein Ansehen gefährdet, nicht das Gesellschaftliche, das scherte ihn und mich wenig, sondern es ging hier um den Lord, um seine Stellung als Rechte Hand des Lords und um sein Ansehen unter den DeathEatern. Ja, ich wäre dumm, unsagbar dumm, würde ich diese unantastbare Stellung gefährden, weil ich ihm aufgrund meines gekränkten Stolzes eins auswischen wollte.

„Ich weiß es nicht“, erwiderte Astoria fragend und holte mich aus meinen Gedanken, dabei beobachtete ich, wie sie unwohl die Schultern hochzog. „Vielleicht ja?“, murmelte sie anklagend und ich stellte klirrend meine Tasse auf den Unterteller und erhob mich abrupt, schritt durch den Raum.

Das dachten sie also, dass ich mich in das Unvermeidbare fügte. Dass ich es einfach als gegeben hinnahm, aber das stimmte nicht. Ich hatte eine Entscheidung getroffen und bei der würde ich bleiben! Ich war kein Fähnchen im Wind, das war ich nie gewesen. Ich war anfällig und manchmal schwach, aber ich wäre weiterhin standhaft geblieben, wenn das mit Wena nicht geschehen wäre, aber diese Neuigkeit hatte mich erschüttert und irgendwann fehlte jedem von uns der Wille, zu kämpfen.

„Geschehen ist geschehen. Ich gehöre nun zu Lucius“, fasste ich daher entschieden zusammen und drehte mich wieder schwungvoll zu ihr um. Und da würde ich ab nun auch bleiben, wenn ich nicht mein Gesicht völlig verlieren wollte.

„Kannst du das so einfach?“, zweifelte sie aufrichtig besorgt und verzog ihre Stirn. „Zuerst Draco… dann… dann sein… Vater?“, stieß sie unwohl aus und wand sich unter meinem langmütigen Blick.

„Astoria“, tadelte ich sanft. Was dachte sie, dass es mir leicht fiel?

Anscheinend nicht, nach dieser Nacht am Grabe. Aber was blieb mir Bitteschön anderes übrig, als Draco ziehen zu lassen?

Schlussendlich ahnte von ihnen keiner, was Lucius getan hatte, um Draco und jeden anderen von mir zu tilgen. In einer anderen Zeit, in einem anderen Leben, wären wir perfekt füreinander gewesen, dabei dachte ich mit schmerzlicher Wehmut an unsere Anfangszeit zurück, wo Draco der ideale Partner für mich gewesen war.

Wann hatten sich diese Prämissen verschoben?

Vielleicht schon ganz zu Anfang, als ich dieses Spiel zu spielen begonnen hatte?

Möglicherweise war damals schon die Klappe gefallen, als ich die Knockturn Alley aufgesucht hatte, um mir meinen anderen Zauberstab zu besorgen? Oder als ich mir angewöhnt hatte, Minna ins Spiel zu bringen, um mit Severus Sex zu haben? Vielleicht war meine Beziehung mit Draco von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen? Wenn ich die Finger von Severus gelassen hätte, vielleicht wäre dann alles anders gekommen. Oder war Draco selbst schuld, weil er mich mit dem Ritual in seine Familie aufgenommen hatte? Wer wusste das, aber wenn ich damit anfing, müsste ich auch bezüglich der Inferi anfangen zu hadern, denn dann wäre ich heute kein SoulGatherer… und und und.

Es wäre so vieles so anders gekommen.

Ja, im Nachhinein betrachtet gab es in meinem Leben vielen zu bereuen und zu bedauern, aber noch mehr zu hinterfragen, ob ich richtig oder falsch gehandelt hatte. Aber ändern würde ich es nicht mehr können. Ich besaß keinen Zeitumkehrer mehr und wenn ich ehrlich war, wollte ich Lucius auch nicht mehr missen. Es galt, das Beste daraus zu machen und so zuckte ich lässig mit den Schultern.

„Was?“, fragte die Kleine hitzig aufgrund meines zurechtweisenden Tones.

„Zuerst Blaise, nun Draco, das geht auch ganz schön flott…“, gab ich mit der mir innewohnenden Gehässigkeit von mir. „Misst du nicht gerade mit zweierlei Maß?“, meinte ich wenig einfühlsam zurück, woraufhin sie wie unter einem echten Schlag zusammenzuckte.

„Das… das…“, lief sie wie eine rote Tomate an und wich meinem Blick aus.

„Bitte, ich bin kein Richter, wahrlich nicht! Blaise hat mit diesem Geier genug eigene Probleme, wenn du dich mit Draco tröstest, ist das mit Sicherheit dein gutes Recht…“, versuchte ich die zuvor mitschwingende Schärfe aus meiner Aussage zu nehmen. Sie konnte an sich nichts dafür. Sie war wirklich ein unschuldiger Spielball, der hart hin und her geworfen wurde.

„Nicht…!“, bat sie leise.

„Warum?“, hakte ich überrascht nach, denn ich dachte, sie hatte sich mit allem arrangiert, erst recht nach dem, was ich gestern gesehen hatte.

„Weil es wehtut, Blaise fehlt mir“, gestand sie wispernd und mir blieb die Spucke weg. Wie sollte ich dann die Wasserspielchen mit Draco interpretieren?

„Dann… pfff…“, fehlten mir schlicht die Worte.

„Hilf mir, bitte…“, bat sie auf einmal eindringlich und stand auf, kam auf mich zu.

„Wobei?“, fragte ich aufrichtig irritiert.

„Draco ist die ganze Zeit in Irland und ich hock in Dublin fest, bis Draco mir mal Gesellschaft leistet und meine Abende in der Burg verbringen mag ich auch nicht! Seit gestern bin ich hier, es ist schrecklich, alleine mit Dracos Vater. Ich muss hier raus. Ich gehe ein vor Langeweile. Ich bin absichtlich früh her gekommen, um mit dir zu reden“, erzählte sie mir aufgebracht. „Hermione, die ganze Zeit sitze ich nur in meiner Suite und i… ich vermisse Lucien, ich bin niemand, der sich alleine beschäftigt! Ich vermisse alle so sehr, das Cottage, die lustigen Abende, die Twins!“, bat sie flehend und sah mich eindringlich an. „Kann es nicht wieder so sein wie früher?“, erkannte man an ihr noch ihre Jugend und Naivität.

„Dir steht das Cottage offen, dann geh zu den Twins“, bot ich ihr an und deutete auf die Tür, als sie nicht reagierte neigte ich meinen Kopf zu ihr, da sie anscheinend noch etwas von mir wollte.

„Ich… sagst du es Draco?“, bat sie plötzlich forsch.

„Warum du nicht?“, konterte ich umgehend und beobachtete sie genau.

„Weil ich gerne sofort gehen und dort bleiben möchte. Sagst du ihm, dass ich dann im Zug bin und ihn da in ein paar Tagen sehe?“, meinte sie jetzt und ich fragte mich zweifelnd, ob Draco ihr gegenüber doch zu forsch vorgegangen war und zu schnell zu viel von ihr gewollt hatte.

„Ufff“, entfuhr es mir schicksalsergeben. Das wäre wohl der Moment, um mit Draco das längst überfällige Gespräch zu führen, sodass ich mich straffte. „Ja, natürlich, ich denke, das könnte ich. Er ist noch immer in Dublin, oder?“, erklärte ich mich deshalb bereit, ihr zu helfen.

„Ja, er ist bis abends unterwegs“, servierte sie umgehend, dabei wirkte sie sehr erleichtert.

„Gut, ich kümmere mich darum“, nickte ich ihr zu und beobachtete, wie sie erfüllt und losgelöst loshüpfte. Vielleicht würde ihr der Abstand wirklich gut tun und die Twins waren hier eindeutig die beste Wahl.

Hermiones Sicht Ende


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