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 Kapitel 613-614

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 613-614   Di Okt 03, 2017 8:45 pm

Wir bereiten unser 6. WHF-Treffen vor, das dieses WE stattfindet, ich poste das Kapitel, aber ich weiß nicht, ob ich alle Rev’s diese Woche beantworten kann, aber es gilt, ich antworte immer, kann nur kurz etwas dauern.

http://www.whenhermionefights.de


613. Kapitel Drachen zähmen schwer gemacht

Hermiones Sicht

Ich lag noch immer benützt, zu meiner Schande aber auch sehr befriedigt, auf dem Tisch.

Nachdem Severus, nach einem lauten Schrei von mir und einem sehr tiefen Grollen von sich, auf mir zusammengesackt war, versuchte ich noch immer, zu Atem zu kommen. Plötzlich griffen Hände in mein Haar und zogen mich in einen langen, intensiven und hungrigen Kuss, den ich erwiderte. Dabei schmeckte ich auf seiner Zunge nicht nur mich, sondern auch Lucius, was mich unter Severus erzittern ließ. Alsdann hatten sich andere Finger in meinem Haar vergraben, um meine Lippen von Severus wegzuziehen und der vor meinem Kopf sitzende Lucius hatte mit einem feurigen Blick sein Haupt gesenkt, um ebenfalls seine Lippen auf meine zu legen. Wobei dieser Kuss viel sanfter und eindringlicher wurde als Severus‘ stürmischer Kuss.

Regelrecht berauscht ließ er irgendwann von mir ab und da waren meine Hände schon lange nicht mehr gefesselt. Severus schien sie irgendwann wie nebenbei gelöst zu haben. Erst dann fiel mir auf, dass ich irgendwie nicht richtig ins Hier und Jetzt zurückfand.

Denn ich lag immer noch hier, während die beiden, einig wie selten, zusammen vor dem Kamin saßen und so taten, als würde ich nicht noch halbnackt herumliegen.

Sie waren einig darüber, Recht zu haben, einig darüber, zufrieden mit sich zu sein!

Soviel geballte Selbstgefälligkeit ließ mich fast rotsehen. Aber ich hatte mich dem hingegeben, mich davon verführen und auch bestrafen lassen und es tat mir nicht leid, auch wenn das alles eher holprig begonnen hatte. Dabei vernahm ich plötzlich über das Rauschen meines Blutes hinweg, dass Lucius Severus darüber ins Bild setzte, warum er hier war. Wobei er über Imbolc sprach, aber mit keinem Wort seine Sorgen bezüglich Severus‘ Neigung, sich zu sehr der Nekromantie hinzugeben, ansprach. Es wurde etwas lauter, als Severus bekannte, mehr über Lugh zu wissen als er Lucius bisher gesagt hatte.

Ich erkannte, dass Lucius mit seiner Sorge, was Severus betraf, mehr als Recht hatte. Er war anfällig. Er konnte darin aufgehen.

Und wenn ich mir Radus Blicke in Erinnerung rief, so hoffnungsvoll, ihn für ihre Seite fesseln zu können, erkannte ich noch mehr, wie richtig Lucius mit seiner Einschätzung lag. Ja, das kam nicht von ungefähr und auch Severus‘ Wille, alles über Lugh zu erfahren, nicht. Er war gefährdet und noch viel schlimmer er war interessiert. Ich musste das unterbinden, um seinetwillen, aber auch meinetwegen, denn ihn sehenden Auges an die Túatha auszuliefern, damit könnte ich nicht leben. Dann jedoch beruhigte sich ihre Debatte auch schon sichtlich. Sie hatten das Streitthema abgebrochen, da nun Lucius von seinem Besuch in Bulgarien berichtete.

Indes trat mir meine kompromittierende Lage auf dem Tisch überdeutlich ins Bewusstsein und so kämpfte ich mich zitternd auf die Beine.

Die anderen waren im Unterricht und ich wurde von Severus, dem Schulleiter, und dem Eindringling flachgelegt!

Und alle würden es wissen, nicht dass es mir nicht egal war, was die anderen dachten, aber es ärgerte mich, dass sie mich so schwach machten, dass ich es zuließ. Geistesabwesend fuhren meine Hände über die Striemen an meinen Handgelenken. Das war interessant, sowohl wie Lucius sich an mir abreagiert hatte als auch Severus‘ Art, damit umzugehen, genauso wie ihr jetziges Gebaren, sich dazu zu zwingen, nicht zu mir zu sehen.

Wie sollte ich damit umgehen, dass ich das mit mir machen ließ und es mir sogar gefallen hatte?

Kurzentschlossen schwebte ich regelrecht hinüber ins Schlafzimmer und im Gehen zog ich mich absichtlich aus. Ich hinterließ eine Spur aus Kleidern, zuerst den vollkommen verschmierten Rock, der zu Boden fiel. Natürlich sahen sie nun mein rotes Hinterteil, das auch bei jedem Schritt schmerzte, aber eher würde ich mir die Zunge rausreißen, als ihnen das zu zeigen. Soeben riss ich mir die Krawatte vom Hals und meine Finger spielten mit den Knöpfen meiner Bluse, um sie ebenfalls loszuwerden. Ich wollte unter die Dusche, während ich mir ihrer Blicke in meinem Rücken sehr sicher war.

Unter dem prasselnden Wasser der Dusche verflogen meine Überlegungen nicht. Ich haderte damit, wie er mich behandelte. Ich meine, Lucius war sauer auf mich und auf Severus, aber Severus würde er vergeben, ohne diesen zu schlagen. Es war brutal ungerecht!

Es war auch nicht fair, was diese beiden in letzter Zeit mit mir abzogen. Es war wie zwei gegen einen, aber sie schienen das Spiel perfekt zu beherrschen, nur vergaßen sie, dass ich nie vergaß und warten konnte, um ihnen zu zeigen, dass ich, auch wenn ich mitspielte, immer einen Joker in der Hinterhand behielt!

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Es ging hoch her. Nachdem McGonagall ebenfalls aus dem Klassenraum gerauscht war, rotteten sich alle zusammen und sprachen geschäftig über das Drama, dessen Zeuge sie geworden waren. Aber ich weigerte mich, mit ihnen zu sprechen und sah sie nicht an. Ich dachte nach!

Ich selbst konnte es beinahe nicht fassen, was Vater und Hermione in der Öffentlichkeit abzogen. Und das obwohl mir seit meiner Geburt eingetrichtert worden war, gerade in der Öffentlichkeit die heile Fassade der Malfoys immer und zu jeder Zeit zu wahren!

Ich war besorgt, was Hermione verbrochen hatte, dass Vater derart austickte, sie grob anfasste, beinahe den Gang hinunter schleifte und dann vor allem mit Schwung gegen die Tür stieß.

Machte ich mir Sorgen? Ja!

Wenngleich Hermione zu keiner Zeit eingeschüchtert ausgesehen hatte, eher verwirrt und dann wütend, aber mit Sicherheit nicht ängstlich. Hier musste man sich oft fragen, war das noch Gryffindor, oder einfach verrückt?

Ich war versucht, ihnen zu folgen und schlimmeres zu verhindern, aber ich stockte und fragte mich, wo das bei den beiden enden könnte. Wenn sie schon hier vor allen so miteinander umgingen, wie würde es sein, wenn sie alleine waren? Würde es nur in Mord und Totschlag, oder auch im Bett enden? Ich wollte mir die beiden nicht zusammen im Bett vorstellen und doch drängten sich mir die unerwünschten Bilder auf.

Nur, so wie er gerade drauf gewesen war, erinnerte er mich eher daran, wie er dabei war, in die Keller des Manors hinunterzusteigen, um seinem abartigen Hobby, dem des Folterns, nachzugehen.

Dann sollte sie nicht derart gelassen bleiben. Gingen sie ständig so miteinander um? Spielte mir Hermione das alles nur vor? Alles? Dass alles gut war? Ging es ihr mit, oder unter Vater wirklich gut?

War sie zu stolz und zu stur, um ehrlich zu mir sein zu können?

„Du wirst sie nicht suchen!“, legte sich plötzlich ein Arm um meine Schultern und ich versteifte mich unwohl unter dieser intimen Berührung.

„Blaise? Was?“, versuchte ich ihn abzuschütteln, aber er packte nur noch fester zu.

„Ich sehe es dir an der Nasenspitze an“, raunte er vertraulich und brachte sich noch näher an mich. „Du wirst sie nicht suchen, verstanden? Sonst machst du alles nur viel, viel schlimmer!“, wisperte er an meinem Ohr und jetzt kämpfte ich, versuchte, ihn von mir zu schubsen.

„Pah, nicht deine Entscheidung! Glaubst du, ich bin so dumm?“, fauchte ich wütend und er ließ mich abrupt los.

„Ja, wenn es um sie und deinen Vater geht schon. Ich kenne dich, ich würd‘s tun“, meinte Blaise entschlossen und hatte sogar die Dreistigkeit, meinen Arm zu packen und mich mit sich aus dem schon halb leeren Raum zu zerren, da die Glocke zur nächsten Stunde geläutet hatte.

„Und es wäre eine mehr als dämliche Aktion“, unterstrich Blaise seine Aussage, indem er mich nicht losließ.

Indes verbreitete sich das Geschehene in Windeseile. Von überall wisperte und knisterte es vor Anspannung, was mit Hermione passiert war, was Vater hier tat und wo sie alle blieben!

Aber die Lehrer zogen strikt ihr Pensum durch und dank Blaises gluckenhafter Art, der sich Pansy anschloss, entkam ich ihnen nicht und wenn ich ehrlich war, erkannte ich die Logik dahinter, weshalb ich auch keinen Versuch unternahm, ihnen zu entkommen.

Ich musste akzeptieren, dass Hermione sonst auch nie Hilfe wollte und darauf vertrauen, dass sie alleine mit ihnen zurechtkam.

Aber mit jeder Stunde, die verging und in der sie nicht auftauchte, wurde ich unruhiger und nach dem Abendessen wusste wirklich jeder Bescheid und die Vermutungen kochten immer höher!

Dabei konnte ich das irrwitzige Grinsen auf Alectos Gesicht ausmachen, die hoffte, dass Hermione nun die ganze Strenge der Linken Hand zu spüren bekommen würde, während McGonagall und Co. sichtbar unwohl am Lehrertisch saßen und immer wieder unbehaglich auf den leeren Platz von Severus blickten.

Was machten die so lange?

Ich überstand das Theater nur, weil jeder, der mit mir sprechen wollte, einen Todesblick von mir geschenkt bekam und ich deshalb nicht reden musste. Ein Grund, weshalb ich dieses Essen so schnell als möglich hinter mich brachte. Jedoch machten das viele, da sie Ausschau halten wollten und so kam es, dass Blaise, Astoria und ich zusammen in einem großen Pulk zum Ausgang gingen, als die Gemüter übersprudelten.

Und der Grund war kein geringerer als ihr Auftauchen!

Da war sie!

Auf der großen, zu uns schwingenden Treppe kam sie, oder besser kamen sie zu dritt, auf uns zu. Sie, flankiert von den Beiden, ein durchaus beeindruckendes Bild, wenn man sich die Reaktionen meiner Mitschüler vor Augen führte, die durchwegs gebannt zu ihnen hoch blickten und in ihren Bewegungen verharrten.

Severus links von ihr, in seiner bekannten, schwarzen Aufmachung mit dem flatternden, langen Mantel, dem hochgeschlossenen Gehrock und dem weißen Plastron, ein Ehrfurcht einflößender Anblick. Dann Vater zur rechten Seite, in seinem slytheringrünen Mantel, der bestickten Weste und dem aufwendig verzierten Gehrock, sowie dem Gehstock. Dabei sprach alles von Geld und Macht. Und dann war da sie, in einem Aufzug, der mich die Augen aufreißen ließ.

Jeans und Pullover!

Eines musste man ihr lassen, sie trug diese unorthodoxe Aufmachung sehr selbstbewusst und sehr lässig. Es hätte neben den beiden derart ausstaffierten Männern lächerlich wirken müssen, tat es aber nicht. Es sah eher cool aus.

Gerade sagte Lucius etwas zu ihr und Severus antwortete an ihrer statt, aber sie verdrehte gut sichtbar die Augen, schüttelte den Kopf und sprach zurück, da man sehen konnte, wie sich ihre Lippen bewegten. Sie wirkte kein Stück verschüchtert, oder gar verängstigt, auch konnte man sehen, dass sie nicht verletzt war.

„Miss Granger“, rauschte nun McGonagall mit Feuereifer aus der Großen Halle und stoppte am Fuße der Treppe.

„Alles wurde geklärt“, schnarrte Severus, der auch noch mit seiner Hand abwinkte.

„Geht es Ihnen gut, Mädchen?“, ließ sich die Gryffindor Mama nicht ablenken und rang ihre Hände, als ihr ein ziemlich schmales Lächeln von ihr zuteilwurde, während Lucius so tat, als würde er nichts wahrnehmen.

„Ich danke Ihnen für Ihre… wenn auch unnötige… Sorge…“, sprach Hermione wohl betont und sie alle erreichten die letzte Stufe.

„Was tragen Sie denn da?“, fragte unsere Verwandlungslehrerin perplex und schien erst jetzt die unpassende Aufmachung von Hermione wahrzunehmen, als ich eilig vortrat und gerade noch so Blaises zupackender Hand, die nach mir greifen wollte, entrinnen konnte.

„Wie ich sehe, konntet ihr eure Differenzen klären?“, sprach ich Vater an, dessen kalter Blick und seine nichtssagende Maske nun zu mir sahen.

„Wenn es denn jemals welche gab“, kam es irgendwie sehr zynisch von Hermione, die seiner Antwort zuvorkam und gut sichtbar für jeden ihre Hand auf seine legte, die den Gehstock hielt, was ihn tatsächlich, oh Wunder, veranlasste, zu schweigen. Ein Umstand, der McGonagall, die neben mir stand, auffiel, da ich bemerkte, wie ihre Braue in ungeahnte Höhen kletterte.

„Trotzdem muss ich gegen so ein Verhalten vehement protestieren. Das gab es in Hogwarts noch nie“, raffte sie sich auch sofort auf, dabei presste sie die Lippen zu einem dünnen, missbilligenden Strich zusammen, ihr Blick ruhte weiter auf den zusammengelegten Händen.

„Severus“, war Vater schneller als alle anderen. „Ich kann deine Missstimmungen nun immer mehr nachvollziehen“, fasste Vater mit der ihm innewohnenden, verächtlichen Arroganz nach und Hermione kämpfte wacker gegen ein Lächeln, dabei war für jeden ersichtlich, dass er von McGonagall sprach, die wegen dieser Anmaßung regelrecht Schnappatmung erlitt.

„Schulleiter“, protestierte unsere Lehrerin erneut.

„Was, Professor?“, hisste Severus so leise, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten.

„Das… das… geht so nicht…“, stotterte McGonagall heillos überrumpelt.

„Ihr entschuldigt uns?“, blickten Severus‘ dunkle Augen kalt zu seiner Widersacherin, die es wagte, ihn vor der gesamten Schule in Frage zu stellen. „Lucius, wie immer ein unerwartet bravouröses Vergnügen, dich beherbergen zu können“, verabschiedete er sich in verblüffender Doppeldeutigkeit.

„Es war wie immer fabulös… und deine erlesene Gastfreundschaft in all seinen Facetten unübertroffen“, scherzte Vater übertrieben zurück und ich hörte heraus, dass sie damit mehr andeuteten als eine gewöhnliche Verabschiedung, vor allem nachdem ich bemerkte, wie nun Hermione McGonagall nachmachte und kurz ihre Lippen zu einem schmalen Strich verzog.

„Komm, wir gehen“, mischte sich Hermione entschieden ein, bevor das alles wieder kippen und zu einem öffentlichen Drama hochstilisiert werden konnte und packte jetzt tatsächlich Vaters Arm mit großer Vertraulichkeit, die den Zuschauern natürlich nicht entging und einigen eine sichtbare Gänsehaut bescherte, als sie ihn ohne Scheu mit sich zog, weg von der Versammlung am Fuß der Treppe.

Während ihnen unsere Klassenkameraden, die vorhin im Klassenzimmer alles live miterlebt hatten, sprachlos hinterher sahen, da sie mit Sicherheit nicht nachvollziehen und verstehen konnten, wie diese beiden so sonderbar und so innig miteinander sein konnten, nach der zuvor gezeigten, schon brutal anmutenden Unstimmigkeit zwischen ihnen. Ich selbst fuhr eilig herum und folgte ihnen hinaus in den Vorhof.

„Wo? Wohin?“, verfluchte ich mich selbst für meine vorschnelle Frage, da mich sofort Vaters tadelnde Musterung traf.

„Ich bin so frei, meine Verlobte mitzunehmen“, erwiderte Vater mit einem unüberhörbar scharfen Timbre, als wollte er mir sagen, dass es mich einen feuchten Kehricht anging, was er wo, wann, wie mit Hermione tat.

„Einige gesellschaftliche Verpflichtungen“, holte Hermione an seiner statt aus. „Aber keine Sorge… ich komme wieder“, schenkte sie mir ein knappes, verhaltenes Lächeln.

„Gehst du wirklich mit Vater?“, fragte ich nur sie, woraufhin sie ihn losließ und etwas zurückfiel, während ich sie über die Ländereien begleitete.

„Wo denkst du hin…? Ich muss dringend zu Harry und Ron…“, zeigte sie sich nun offen und ehrlich, da wir alleine waren und uns war klar, dass Vater sie hören konnte, da er nur zwei Schritte vor uns war.

„Wirklich?“, drang ich besorgt in sie. „Lüg mich bitte nicht an“, meinte ich aufrichtig besorgt. Es erschien mir nicht richtig, sondern sehr falsch, dass sie nach der Aktion im Unterricht ein paar Stunden später schon wieder gut aufeinander zu sprechen zu sein schienen.

Ich meine, Vater war nachtragend und unversöhnlich und Hermione war da nicht anders!

„Weshalb sollte ich?“, blinzelte sie mich mit tief gefurchter Stirn sichtbar perplex an.

„Hat er dir wehgetan?“, raunte ich vertraulich in ihr Ohr und meine Sorge hielt ich nicht aus meiner Stimme heraus, als sie von mir zurückfuhr.

„Nein“, servierte sie umgehend und viel zu schnell für mein Dafürhalten. „Bis bald!“, strich sie kurz über meinen Arm und rannte durch das offene Gittertor zu Vater, der ihr galant seinen Arm hinhielt, um mit ihr zu apparieren.

„Lügnerin“, wisperte ich ihrem und Vaters entschwindenden Gestalten zu.

Ich wandte mit ab, mit dem Wissen, mich meinen eigenen Problemen stellen zu müssen, beseelt von dem Wunsch, Sally-Anne und den Slytherins das Fürchten zu lehren. Morgen würden sie in ihre Schranken verwiesen werden, denn Astoria hatte mir beim Essen mitgeteilt, dass alle Vorbereitungen wie geplant liefen.

Draco Sicht Ende

Severus Sicht
Warum tat ich mir das an?

Wegen diesem doofen Patronus in Gestalt eines penetranten Eichhörnchens, das irrwitziger Weise wie auf Muggeldrogen um meinen Schreibtisch herumgehüpft war?

Und ihre Drohung, das öfters zu wagen und dann auch noch im schillernden Doppelpack, trieb mich doch tatsächlich in den Geköpften Henker!

Tja, so sah ich mich unwillig in der Spelunke um und sagte mir im Stillen, dass ich wahrlich tief gesunken war, da ich mich von diesem teuflischen Duo erpressen ließ!

Auf der anderen Seite musste es einen guten, einen sehr guten Grund geben, dass sie es wagten, zumindest wollte ich es für ihre Unversehrtheit sehr hoffen, dass sie mich nicht wegen einer unwichtigen Lappalie hierher lockten. Als sie die Güte hatten, wenigstens pünktlich in ihrer abstrakten Verkleidung vor mir Platz zu nehmen, musterte ich sie schweigend, dabei waren sie so absolut gnädig, unter meinem Blick rot zu werden.

„Schön, dass Sie gekommen sind.“, „Ja, freut uns echt!“, räusperten sie sich und hörten sich weniger sicher als vielmehr unsicher an. „Sie sind sauer?“, „Oh ja, schau mal.“, „Ich glaube… jeder hier denkt, dass wir verrückt sind, uns hierher zu setzen.“, „Bei der mies gelaunten Aura, die Sie verströmen…“, fanden sie für meinen speziellen Geschmack entschieden zu schnell zu ihrer lockeren Art zurück.

„Könnten Sie zum Punkt kommen?“, hisste ich daher nur akzentuiert.

„Uhhh, das ist die Todesstimme.“, „Und der Todesblick“, schüttelten sie sich synchron, als würde sie eine Gänsehaut überrieseln. Diese beiden waren eine Strafe und mein sparsamer Blick sorgte dafür, dass sie sich etwas gerader hinsetzten. „Sorry, Sir, wir wollten Sie nicht maßlos reizen.“, „Wir waren uns nur sicher, dass Sie nicht kommen würden, wenn wir lieb bitte sagen.“, „Und lügen wollten wir auch nicht.“, „Dann wären Sie noch wütender als Sie es jetzt sind…“, sprachen sie in der ihnen eigenen Art, abwechseln wie bei einem schnellen Quidditchmatch, hin und her und oh Wunder, sie redeten nicht nur blech, sondern durchaus Wahres.

Mit einer Lüge hierher gelockt zu werden, die jetzt aufflog, würde mich viel wütender machen, als diese lasche und wenn nur nervige Drohung!

„Wie kommen sie denn darauf?“, perlte die Süffisanz ironisch von meinen Lippen.

„Ja, also wir hatten die Wahl zwischen…“, hob der eine die Finger, während nun der andere sprach: „Wütend, brutal wütend und mordswütend…“, „Wir haben uns für die wütende Variante entschieden“, legten sie in beeindruckender Weise ihre Herangehensweise dar und ich seufzte schwer.

„Warum bin ich hier?“, rang ich mir dann minimal versöhnlicher ab, da sie ungewohnt nervös wirkten und mir sehr wohl auffiel, wie sie versuchten, das Thema zu meiden, weswegen ich überhaupt hier war.

„Ähm ja, also…“, „Das ist…“, „Sie wissen schon“, sagte mein Blick, dass ich eindeutig nichts wusste und noch weniger bereit war, Vermutungen anzustellen. Dies wäre bei diesen Nervensägen absolut verschwendete Energie. Ihre Hirne tickten nicht ganz richtig. „Naja, also…“, drucksten sie rum, bis beide tief Luft holten und unisono ausstießen: „Wegen ihr!“

„Aha“, meinte ich zweifelnd, unentschieden, ob ich überrascht sein sollte.

„Sir…“, war der Beginn zu höflich, um nicht mein Misstrauen zu wecken. „Ähm, ja, also das ist so…“, „Sie… sie hat…“, warf ich ihnen düstere Blicke über den Tisch hinweg zu, denn ihr Gestotter war unwürdig.

„Sie hat was?“, präzisiere ich mit geschürzten Lippen.

„Sie hat es uns gesagt“, sprang der Frechere der beiden todesmutig, wie nur ein Gryffindor es wagen würde, durch den glühenden Reifen, woraufhin beim Blick sparsam wurde.

Sollte es mich wundern, dass sie es jemandem erzählt hatte? Oder sollte ich dankbar sein, dass sie es diesen beiden Unholden erzählt hatte, aber nicht Saint-Potter und Anhang? Sollte ich wütend werden? Eines war für mich jedoch logisch, leicht würde ich es ihnen nicht machen.

„Was gesagt?“, schnarrte ich genüsslich mit einer erhobenen Braue und es war schön, zu erleben, wie sich die Twins unbehaglich wanden.

„Maaaaann, machen Sie es uns doch nicht so schwer“, bat der Ruhigere von beiden leise, dabei rutschte noch meine zweite Augenbraue in die Höhe.

„Ich wüsste nicht, warum ich es ihnen leicht machen sollte“, servierte ich in meinem besten, gehässigsten Unterton.

Woraufhin beide erbärmlich aufstöhnten. „Sie wollen uns leiden sehen, oder?“, fassten sie das in meinen Augen Offensichtliche zusammen.

„Ich habe nichts dagegen“, hob ich langsam die in schwarz verpackten Schultern.

„Okay“, raufte sich der Todesmutige auf. „Sie hat es uns erzählt“, versagte ihm unter meinem finsteren Blick doch kurz die Stimme, „also, von ihrem Zusammensein zu dritt…“, brach sie ihm endgültig und der andere übernahm: „Mit Malfoy und Ihnen… soll ich noch deutlicher werden?“ Auch sein Adamsapfel sprang, als er unwohl die letzten, aufmüpfigen Worte aussprach. Ihren Mut musste man bewundern. Wie sehr ich Gryffindors doch hasste.

„Wie unterhaltsam und was geht sie das an?“, erwiderte ich ungerührt, mit unleserlicher Miene.

„Uns interessiert nur, dass es Hermione gut geht.“, „Genau und dass sie in ihrer Einigkeit nicht zermahlen wird“, unterstrich dies einer der roten Teufel mit einer mahlenden Handgeste.

„Oh, sie wollen Potter und Weasley mimen und versuchen, ihre Bodyguards zu sein?“, dabei betonte ich das Wort versuchen absichtlich zynisch.

Ich war gerade auf dem besten Wege, wegen der Dreistigkeit, dieses delikate Thema anzusprechen, wütend zu werden.

„Wir wollen ihre Freunde sein!“, echauffierte sich der bösere der beiden zu meiner Überraschung ernst. Eine Regung, die ich gekonnt durch Reglosigkeit vertuschen konnte, während ich kurz Stille einkehren ließ, um meiner folgenden Aussage Ausdruck zu verleihen.

„Und siiiiiiie denken“, zog ich genüsslich in die Länge, „siiiiiiie würde es gutheißen, wenn siiiiiiie wüsste, was siiiiiiie hier treiben?“, fragte ich mit ironischem Gleichmut und genoss ihre geschockten, wenngleich auch nicht ihre echten Mienen.

„Merlin!“, „Bewahre!“, „NEIN.“, „Morgana um der Magier Willen, sind Sie irre… Sir?“, „Sie würde uns verfluchen“, stießen beide aus, dabei zeigten sie, dass sie sie zumindest kannten und sie sich auf dünnem Eis bewegten. Würde ich auch nur einen Ton über dieses Treffen ihr gegenüber verlauten lassen, wäre für die beiden der Teufel los.

„Warum tun sie es dann?“, fragte ich zuvorkommend in meiner gelebten Ironie und verdrehte die Augen.

„Weil sie für uns dasselbe tun würde.“, „Wir sorgen uns.“, „Dass sie zu zweit sind und sie alleine ist.“, „Uh… Sir, wir wissen, sie ist stark und clever und all das… aber manchmal ist sie auch nur eine Frau.“, „Und sie beide sind zusammen echt…“, „Ein ganz besonderes Kaliber“, erstaunte mich ihr Geschick, trotz des speziellen Themas, derart bewandert drum herum zu reden.

„Was wollen sie mir sagen?“, zog ich ihr unwohles Gewinde vor mir gemein in die Länge.

„Dass Sie derjenige sein müssen, der darauf schaut, dass sie glücklich ist!“, „Und ihr nicht alles zu viel wird!“, forderten sie vehement und ihre Aussage machte mich sprachlos, als ich bemerkte, wie sie regelrecht über den Tisch und in mich hineinkrochen.

„Ich?“, deutete ich mit meiner Hand fast schon ungläubig auf mich. Ein Zeichen, wie sehr mich ihre Hoffnung in mich verwirrte.

„Ja, Sie!“, „Weil Sie die Konstante in ihrem Leben sind.“, „Lucius Malfoy ist wichtig, aber Sie waren immer da.“, „Ihnen vertraut sie blind“, ereiferten sie sich bedenklich und ich kämpfte gegen den Wunsch, große Augen zu machen. Was bildeten sich diese beiden Chaoten da ein?

„Unfug“, wischte ich mit einer Geste hinweg.

„Oh doch, Lucius Malfoy hat sich zu viel geleistet, als dass sie es ohne Wenn und Aber tun würde…“, „Wenn die Zeit andauert, mag sich das ändern!“, „Aber wir reden von der Gegenwart.“, „Genau und da sind Sie der, den sie kennt.“, „Sie beide hatten auch ihre Anlaufschwierigkeiten, aber sie haben sie gemeistert.“, „Sie haben sich zusammengerauft… das steht den beiden noch bevor!“

„Ich denke, Sie reden sich da etwas ein…“, wiegelte ich ziemlich unbehaglich ab, denn selbst mein mir innewohnender Sarkasmus ließ mich gerade schmählich im Stich.

„Dass Sie das nicht sehen wollen...“, „Sie sind doch der, der sonst alles weiß.“, „Sie reden sich raus, Sir.“ Sie wagten sich wirklich weit vor, gleichzeitig wurde ich das Gefühl nicht los, dass sie in guter Absicht hergekommen waren, wenngleich ich es nicht wirklich würdigen konnte, da sie ihre vorwitzigen, sommersprossigen Nasen eindeutig zu sehr in meine Angelegenheiten steckten. Aber bevor ich aufbegehren konnte, unterbrach uns eine laute Stimme.

„Scabior“, zog dieser eine Name sofort unsere Aufmerksamkeit auf die Nische neben uns. „Ich sag dir, halt dich da raus“, meinte eine Person, die sich unter einer Kapuze verborgen hielt.

Es war keine Glanzleistung, den Bruder der beiden Teufel auszumachen.

„Du kannst doch nicht so dämlich sein“, schlug Scabiors Faust krachend auf den Tisch vor ihm ein.

„Es ist mein Leben“, brüllte der andere nicht weniger laut zurück und kurz, ganz kurz erlaubte ich mir die delikate Frage, weshalb wir Zauberer waren und eigentlich für unsere Privatsphäre sorgen konnten, egal wo und wann.

Tja, anscheinend schien dies entweder ein gut gehütetes Geheimnis zu sein, oder es liefen halt doch nur Trottel in meiner näheren Umgebung herum.

„So dumm kannst du nicht sein. Ich habe Dinge gesehen… Wesen, es gibt noch viele mehr als wir glauben“, drang Scabior eindringlich in sein Gegenüber und ich lüpfte interessiert die Braue. Augenscheinlich hatte Hermiones Imbolc mächtig Eindruck auf das Strähnchen gemacht, jedoch erhob Charlie Weasley nicht seine Stimme, sondern beugte sich weit über den Tisch, sodass wir drei seine Antwort nicht vernehmen konnten.

„Weißt du was? Mach doch, was du willst, ich bin weg“, stieß das Strähnchen nun aggressiv hervor und sprang auf die Füße, wobei er melodramatisch seinen Stuhl umstieß.

„Was?“, sprang auch Weasley auf und streckte seine Hand aus. „Warte…“, rief er dem Davoneilenden hinterher, aber das Strähnchen dachte gar nicht daran und entfloh dem Geköpften Henker, aber noch bevor Weasley zur Verfolgung ansetzen konnte, erhob sich einer der getarnten Twins.

„Ich bin gleich wieder da“, folgte der andere ihm auf dem Fuße und sie ließen mich ziemlich dreist sitzen, woraufhin ich meine Arme vor meiner Brust verschränkte und mich entschloss, mir das sich anbahnende Theater anzutun.

Ich wurde Zeuge einer beginnenden Auseinandersetzung, die in einer Handgreiflichkeit zwischen den Brüdern gipfelte. Vielleicht war es gut gewesen, dass die Red Devils nicht zur selben Zeit mit diesem Bruder in Hogwarts gewesen waren. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, wie unerträglich es hätte werden können. Wie war es bei ihnen Zuhause in den Ferien zugegangen?

Eine grausige Vorstellung und ich erlaubte mir eine kurze Danksagung an meine nicht vermissten und kaum beweinten Eltern. Dass sie sich eine weitere Vermehrung nach mir verkniffen und für keinen weiteren Nachwuchs gesorgt hatten, war durchwegs erfreulich.

Die meiner schnöden Ansicht nach lächerliche Streiterei nahm an Intensität zu und sie keiften sich an wie alte Waschweiber, dabei erregten sie immer mehr die Aufmerksamkeit in der Gaststätte und ich tat mir aufrichtig leid. Das wollten angeblich erwachsene Wesen sein?

Unfassbar, aber wahr und ich hatte sie unterrichtet, zu meiner Schande.

Als Humpen flogen und Flüssigkeiten spritzten, wollte der Wirt schon eingreifen, dies verhinderte jedoch ein eindeutig finsterer Blicks meinerseits, während ich mich langsam erhob und dem einen Twin mit einem Fingerzeig den Weg zur Hintertür wies.

„Ich will nicht! Lasst die Pfoten von mir. Verschwindet! Was macht der denn schon wieder hier?“, beschwerte sich der Drachenbändiger inbrünstig und trat um sich, als wäre er selbst ein Drache. Ein kleiner Drache zwar, aber immerhin ein Widerspenstiger, während seine trotz ihrer Verkleidung von Charlie erkannten Brüder ihn erbarmungslos in die Zange nahmen und hinauszerrten. Niemand wagte es, sich uns in den Weg zu stellen, nachdem ich die düstere Nachhut bildete.

Indes ging das Match weiter hin und her und ich lauschte nur mit einem Ohr: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“, „Ja genau, du bist zwar unser Bruder“, „Aber eindeutig grenzdebil“, „Uns reicht es“, offenbarten die Twins ihre bösartige, aber immer schon vorhandene Seite.

Sobald sie als Knäuel aus der Tür in die hintere Gasse stolperten, verschwand der böse Twin plötzlich von jetzt auf gleich mit seinem Bruder.

Und bevor ich nachfragen konnte, ob sich damit das Drama für mich erledigt hätte, packte mich der andere wacker am Arm. Erstaunlich, dass er es wagte, mich zu berühren und mit einem fiesen Grinsen auf dem veränderten Gesicht riss er mich mit sich in die Apparition.

„Was fällt Ihnen ein?“, entriss ich dem gemeingefährlichen Irren meinen Arm, sobald wir uns materialisierten!

Sie waren noch gemeingefährlicher als bisher angenommen. Man sollte diese beiden Red Devils zu keiner Zeit unterschätzen. Ich versuchte, nicht zu ungläubig auf den schiefen Fuchsbau zu starren.

Was wollten sie zur Hölle nochmal hier? Um zur nächsten Frage zu eilen, was beim Barte Merlins tat ich hier?

Während ich mir noch die Umgebung besah, nahm der teuflische Rotschopf die Zauber von sich und grinste mich spitzbübisch an, dabei war es ein Wunder, dass er nicht tot umfiel, derart finster wie ich ihn anstarrte.

„Ach“, winkte er lässig ab, als hätte er keine Angst. „Sie wären schon nicht zersplintert, dafür sind Sie viel zu fokussiert“, rechtfertigte er sich mehr schlecht als recht und das war ein Zeichen, dass er sich nicht so sicher war, wie er mir gerne vorgaukeln wollte.

Natürlich war ich zu sehr in mir ruhend, als dass mich ein überraschender Sprung zerrissen hätte, oder ich so blöd hätte sein können, zu versuchen, im Sprung Abstand zu gewinnen. Ein Unfug, den ich nie begehen würde. Aber woher wollte er wissen, wie ich drauf war? Ich war von Idioten umgeben, so sah es aus!

„WASSSSS SOLLLL ICH HIIIIIIE?“, brüllte der andere Entführte meine Worte mit gelebter Inbrunst.

Ich ersparte mir diese Erniedrigung, irgendetwas zu antworten und gab keinen Ton von mir. Ein Umstand, der die gehirnamputierte Person vor mir leicht nervös werden ließ. Meine Miene sprach Bände, wie bombastisch ich seine Anmaßung aufnahm, mich hierher zu verschleppen. Aber lange gab sich der Twin nicht seinem schlechten Gewissen hin, da der Drachenbändiger erfolgreich seinen Quälgeist abgeschüttelt hatte, sodass sich nun George Weasley auf ihn stürzte und enthusiastisch auf seinen Rücken sprang. Unfassbar, aber wahr. Dabei stieß er Töne aus, als wäre sein Bruder ein Pferd. Was für ein Kindergarten, da waren die Deppen in Hogwarts ja noch erwachsener als die hier und das wollte was heißen.

„Was ist das für ein Krach?“, erschien Molly Weasley geschäftig in einem unmöglich geblümten Kleid auf der Bildfläche, indem sie durch die einladend geöffnete Tür stürmte.

Natürlich war sie besorgt und verängstigt, da sie dachte, angegriffen zu werden. Kein Wunder in Zeiten wie diesen. Sie starrte auf die durchaus eigenwillige Szene. Drei ihrer Söhne, die schon wieder rangen und sich balgten. Irgendwie schien sie dies gewohnt zu sein, da ihr Blick Resignation ausdrückte.

„OH, Merlin“, stieß sie hingegen bei meinem Anblick aus, da sie zu mir herumfuhr. „Arthur“, schrie sie schrill und zückte mit Blick zu meiner Wenigkeit wenig freundlich ihren Zauberstab und zielte drohend auf mich.

Da landete man ungefragt hier und was war der Dank?

„Wow…“, „Woho… Mum!“, brüllten die Twins los, in dem Bemühen, einen Ton von sich geben zu können, als der eine Twin, der es gewagt hatte, Hand an mich zu legen, einen beeindruckenden Hieb in den Bauch bekam, der ihm die Luft raubte. „Ufff“, dafür ergriff sein Ebenbild das Wort. „Steck das Ding weg, willst du jemanden umbringen?“, applaudierte ich seinen Aussagen. So wie ihr Stab gerade in ihrer Hand zitterte war es fraglich, ob sie einen einfachen Accio einwandfrei hinbekam.

Indes nahm das Chaos noch mehr zu. Gnome und Hühner kreischten empört über den Krach und Lärm. Sie flitzten wie die Ratten, die das sinkende Schiff verließen, über den Hof, hin und her, ohne Sinn und Verstand. Aber der schien kollektiv jedem abzugehen, der hier mal gelebt hatte, wie ich ihnen rundherum zugestand. Was für ein Irrenstall!

„Was hat dieser… dieser…“, überlegte sie es sich in letzter Sekunde anders und sprach den Death Eater nicht aus, aber sie dachte ihn. Es war ihr in ihr rundes, mütterliches Antlitz geschrieben. „… Snape… hier zu suchen?“, brüllte sie zum Schluss so laut, dass meine Trommelfelle in schmerzliche Schwingungen kamen.

Zweifel, Sorge, Misstrauen, all das lag in ihrem hektisch hin und her huschenden Blick. Sie sah in mir einen Verräter am Orden, hatte ich doch Albus Dumbledore niedergestreckt, somit war es mehr als verständlich, dass sie mir nicht traute. Wobei ich bezweifeln wollte, dass selbst Lucius, Hermione und Draco mir bedenkenlos blind vertrauten, das lag nicht in unserer Handlungsweise.

„Molly!“, hastete der nächste Protagonist dieser Komödie herbei. „W… was ist, was ist… oh… Snape…“, stoppte Arthur Weasley, indem er die Hacken in den Lehmboden grub und hektisch begann, in seiner eigenwilligen Ministeriumskluft, einem brauen Jackett, nach seinem Zauberstab zu suchen. Unfassbar! „Was tun Sie hier?“, fragte er tatsächlich und ich rollte mit den Augen wegen so viel Dilettantismus.

„Ich wurde entführt“, schnarrte ich ölig in knapper Wahrheit, dabei ersparte ich mir aber das Zücken meines Stabes, da Mr. Weasley bei meinen Worten die Höflichkeit hatte, seine Suche ziemlich erstaunt einzustellen und mich mit offenem Munde anstarrte.

„Expelliarmus“, schallte plötzlich der Ruf über den Hof.

Ich erstarrte, hatte aber den Mumm, nicht zusammenzuzucken, da soeben jemand entwaffnet wurde und oh Wunder, es war nicht ich! Sie waren halt doch nicht völlig verblödet, denn ab dem Moment an würde ich mich wehren und das würde für alle anderen recht unschön werden.

„WAHH“, protestierte Charlie Weasley, als sein böser Bruder ihn erbarmungslos entwaffnete, woraufhin der andere Twin den Stab akrobatisch aus der Luft fischte.

„Was fällt euch ein, Charlie zu entwaffnen?“, schrie Molly haltlos entsetzt los und ich rollte schon wieder mit den Augen. Weshalb musste ich Zeuge des häuslichen Dramas werden?

Womit hatte ich das verdient? Ich wollte das nicht! Wo war Hogwarts mit seinen renitenten Schülern und den nervenden Lehrern? Jetzt hatten sie es geschafft, dass ich wieder zurück wollte. Okay, das nahm ich ihnen nun gerade sehr übel!

„Warum?“, formten meine Lippen lautlos zu George Weasley und er sprach ebenfalls nur mit den Lippen formend das Wort „Vampire“ aus und ich seufzte tief.

Super, jetzt wusste ich, warum ich hier war. Da wurde man wegen seines exzellenten Wissens gegen seinen Willen verschleppt. Sie hatte keinen Respekt mehr, die Jugend allgemein. Oder nur diese beiden irren Teufel?

Das galt es zu ergründen!

„Arthur! Nimm sofort diesen Stab weg von mir“, knurrte ich jetzt so unwillig, dass er zusammenzuckte.

Ich denke, diese Regung geschah ob der Nennung seines Vornamens von mir. Was nicht aus einer neuen sentimentalen Intimität heraus kam, aber mal ehrlich, wenn ich hier mit Weasley begann, würde ich morgen noch nicht fertig sein. Es waren ihrer gar zu viele um mich herum. Er hatte nach dem Fluch instinktiv seinen Stab gezogen und auf mich gezeigt, aber ich nahm es ihm nicht übel, mich hatte diese Aktion auch überrumpelt. Ärgerlich, auszumachen, dass diese Devils es heute irgendwie schafften, mich auf vielfältige Art und Weise zu übertölpeln.

Indes rollten die drei infantilen Weasleys zu unseren Füßen im Dreck herum, als wäre es das Größte und ihre Mutter umkreiste sie kreischend wie eine Glucke.

„Ist das ihr Ernst?“, fragte ich zu dem sichtbar überforderten Vater, der tatsächlich die Güte hatte, seinen Stab auf den Staub zu seinen Füßen zu richten, weg von mir.

Wie bescheuert und vertrauensselig konnte man sein? Ich trug das Zeichen des Dark Lords auf meinem Körper, dabei verbot ich mir das aufsteigende Seufzen. Sie waren zu vertrauensvoll und würden es nie lernen.

„Ich… das… das haben sie als Kinder schon gern gemacht“, versuchte er das unwürdige Verhalten seiner Söhne zu rechtfertigen. Ein ziemlich verzweifelter Versuch, das Gesicht zu wahren, in meinen süffisanten Augen.

„Was Sie nicht sagen!“, ätzte ich fies, erfüllt von dem Willen, mein Missfallen kundzutun, da ich unsicher war, ob sie das Stadium des Kindseins schon überwunden hatten. „Schön, zu sehen, dass sie der evolutionären Entwicklung zu einem vernunftbegabten Erwachsenen wacker getrotzt haben“, erging ich mich genüsslich in gelebtem Zynismus und kräuselte die Lippen verächtlich.

Da kam nur noch ein „Oh“ über die Lippen des peinlich berührten Vaters, überrumpelt von meiner bösartigen Kälte, seine Kinder derart herabzuwürdigen. Im gleichen Augenblick nahm seine Haut eine rötliche Färbung an, was im Vergleich zu seinem mit grauen Strähnen melierten Haar ein unschöner Anblick war. Die verschiedenen Rottöne bissen sich im Kontrast und ließen ihn mehr und mehr tomatengleich erscheinen.

Fäuste flogen und krachten in Körper, wüste Verwünschungen flogen durch die Gegend. Sie keuchten getroffen und schlugen erneut mit der Treffsicherheit einer schielenden Banshee zu. Kurz erlaubte ich mir die Frage, wo die delikaten Unterrichtsstunden des Kämpfens hin verschwunden waren, welche die Twins unter mir erlebt hatten. Sie prügelten wie Waschweiber, aber gewiss nicht wie Kämpfer aufeinander ein!

„Hört ihr wohl auf“, reicht es nun Molly Weasley, was man ihrem energischen Ton anhören konnte und schon zauberte sie resolut. „Hört sofort auf!“

Sie packte je einen Delinquenten am Schlafittchen. Die Magie hob alle drei erbarmungslos in die Höhe. Sie hingen da wie nasse Säcke, die zappelnd und brüllend in der Luft hin und her schwangen. Ein absolut beeindrucktes Bild. Dabei tat es weh, sie anzusehen, denn sie hatten es geschafft, sich gegenseitig ganz schön zuzusetzen. Dort eine aufgeplatzte Braue, hier eine blutende Lippe, ein schillerndes Veilchen verzierten ihre vor Wut und Anstrengung rot glühenden, blutigen und von Staub verdreckten Gesichter.

„Mum.“, „Ja, echt Mum… was soll das?“, „Wir sind doch keine Kinder mehr.“, „Lass uns runter, Mum.“, „Echt wahr, ey…“, beschwerten sich alle drei einheitlich jammernd, dass es beinah nicht auszuhalten war.

„Das möchte man nicht meinen“, sprach ich schnarrend und schürzte verächtlich die Lippen, aber meine Worte waren gut über die einsetzende peinliche Stille zu vernehmen.

„Fred, George, haltet die Klappe“, fuhr ihre Mutter ihnen rüde über den Mund.

„Er ist Fred… ich bin George!“, „Das stimmt doch gar nicht.“, „Ich bin George, er ist Fred!“, alberten diese unsäglichen Red Devils doch noch tatsächlich herum und schienen ihre Mutter in den Wahnsinn treiben zu wollen, da ihr beinah Rauch aus den Ohren zu kommen schien.

„Hört auf“, verstärkte Molly ihre Stimme mit einem Sonorus und brachte das Dach ihres Hauses zum Wackeln, als sie sich tief Atem holend zu uns umwandte und plötzlich ihren Mann verwundert anblinzelte. „Arthur? Warum hältst du Snape nicht weiter in Schach?“, fragte sie leicht zornig, aber sie schien besser verinnerlicht zu haben, was Krieg bedeutete, als ihr Mann, der betreten die Schultern hochzog.

„Uhhh, es erschien mir… ähm…“, kratzte er sich verlegen am Kopf.

„Soll ich Ihnen helfen, Ihre Söhne unschädlich zu machen, Mrs. Weasley?“, bot ich liebreizend mit gefletschten Zähnen an und ihr mächtiger Busen wogte.

„Wenn Sie Ihren Stab zücken… dann… dann…“, hob ich meine Hände ob dieser lächerlich anmutenden Drohung und zeigte meinen Willen, zu kooperieren. „Was wollen Sie hier?“, fragte sie mich daraufhin tatsächlich und nun war es an mir, die schwarzgewandeten Schultern zu heben.

„Eine exzellente, aber von mir schwer zu beantwortende Frage, da ich selbst unwissend bin und gestehen muss… gegen meinen Willen verschleppt worden zu sein…“, genoss ich es sichtlich, die Twins an ihre aufgeregte Mutter auszuliefern.

„Ihr bringt Severus Snape hierher zu uns?“, kreischte sie auch schon wie eine Sirene los. „Hinter die Schutzzauber?“, tendierte ihre Stimme wieder zu dieser hohen, so unangenehmen Tonlage, dass sowohl ich als auch ihr Mann die Mundwinkel verzogen. Ein sehr unschönes Erlebnis.

„Ja… Mum, also…“, „Puh, George, du…“, „Warum ich jetzt?“, „Also… es ist wegen Charlie!“, wechselten sich die Schuldigen ab und wirkten in ihrer freischwebenden Lage immer noch nicht allzu glücklich.

„Charlie… warum verprügeln dich deine Brüder?“, wandte sich die Mutter an ihren anderen Sohn, der ebenso noch in der Luft rumhing, aber versuchte, zu niemandem zu sehen und das Geschehene an sich vorbeiziehen zu lassen.

„Lass mich runter, Mum“, forderte er auf einmal und klang wie ein bockiges kleines Kind.

„Mein Junge“, rührte es die Mutter sofort, dass sich zwei ihrer Söhne an diesem einen vergriffen hatten, weshalb sie ihren Stab auch schon schwang.

„Mum! Nein!“, schrien die Twins sofort los. „Sei doch nicht so doof.“, „Verdammt.“, „Fuck.“, „Halt ihn auf“, riefen sie noch, aber da hechtete ihr befreiter Bruder zu seinem im Dreck liegenden Zauberstab, indes strampelten seine Brüder noch immer unwürdig von dem Zauber gefesselt mit den Füßen in der Luft rum. „Snape!“, schallte ihr Ruf nun doppelt zu mir. „Lassen Sie ihn nicht abhauen“, forderten sie unhöflich und umgehend schnellte meine Braue in die Höhe.

Ich meine, wer war ich bitte? Ein Laufbursche?

„BITTE“, brachte der Gemäßigte in einer anscheinend brachialen Eingebung über die Lippen, weshalb ich mich erbarmte und Charlie Weasley tatsächlich in den Weg trat.

„Lassen Sie es Mr. Weasley und stecken Sie den Zauberstab ein“, raspelte meine Stimme tief daher und sagen wir es mal so, mein Stab war wie die ganze Zeit bereit, zu zaubern, als mich der Drachenbändiger aus seiner knienden Lage heraus von unten genau taxierte.

„Warum hängen Sie ständig mit meinen Brüdern rum? Warum tun Sie, was sie sagen? Gerade Sie?“, stellte er Frage um Frage und mein Mundwinkel hob sich in gelebter Süffisanz, dabei war mir durchaus bewusst, dass die Eltern angespannt zu uns sahen.

Daran war nur das Biest schuld, soviel stand fest!

„Bitte“, erwiderte ich leidend. „Es ist nicht so, als ob ich um deren Begleitung gebeten hätte, anscheinend können sie nicht ohne mich“, wischte ich mit einer Handbewegung hinweg.

„Jungs, benehmt euch, so haben wir euch nicht erzogen. Ab ins Haus an den Tisch“, griff jetzt zum ersten Mal der Vater hart durch und zu meiner Verwunderung war ihm eine Strenge anzuhören, die ich niemals bei diesem Mann vermutet hätte.

Selbst seine Frau hörte auf ihn und ließ ihre teuflische Doppelbrut hinab, während sein ausgestreckter Finger auf die Eingangstüre deutete und nun alle sittsam und stumm seiner Aufforderung folgten. Dabei war es nett, denn mir wurde keine Beachtung zuteil, ein möglicher Moment zur Flucht. Jedoch packte mich die schnöde Neugierde, weshalb ich wacker an die Tür herantrat, den schiefen Flur durchquerte und am Türrahmen der Küche innehielt.

„Nehmt Platz und beruhigt euch“, sprach der Vater auf seine Söhne ein.

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BeitragThema: 614. Interview mit einem Vampir   Do Okt 19, 2017 3:23 am

614. Kapitel Interview mit einem Vampir

„Ihr seht aber aus… Kinder…“, beschwerte sich die Übermutter leidenschaftlich und legte unerbittlich einen Ratzeputz auf ihre Kinder, ob sie wollten oder nicht.

Deren Beschwerden gingen in dem Zauber unter. Danach, als der Dreck und das Blut weg waren, kamen ihre Verletzungen noch malerischer zur Geltung und sorgten für noch mehr fürsorgliche Bemutterung. Kurz danach wuselte die Frau erregt in ihrer Küche herum als hätte sie Doxys im Hintern, aber sie schmiss den Laden. Ihre Haushaltszauber hatte sie anscheinend besser unter Kontrolle als die Frucht ihres Leibes.

„Hier, eine Tasse Tee für jeden“, rief sie energisch und unterbrach dadurch meine Beobachtungen, denn es schwebte selbst zu mir eine Tasse, die in der Luft stehen blieb und mir den blumigen Duft ihres Inhaltes in die Nase wehte, bah, nicht meine Wahl, absolut nicht, aber ich würde den Teufel tun und meine Verachtung laut kundtun. Sie hatte mich also sehr wohl am Türrahmen lehnend bemerkt und es tatsächlich zugelassen, dass ich ihr Heim betrat. Interessant. Das hatte wahrlich Stil, wie sie mir sanft unter die Nase rieb, dass ich hier eigentlich nichts zu suchen hatte.

„So, könnten wir nun erfahren, was das alles hier soll?“, wandte sich nun ihr Vater an die sichtbar unglückliche Runde, während der Drachenbändiger stur den Tisch fokussierte und nicht aufsah.

„Charlie…“, „Die Vampire.“, „Ja, er soll denen endlich absagen.“, „Genau.“, „Da kann nur Doxymist bei herauskommen“, kam es unnachahmlich ordinär von den Twins. Wobei ich es nicht der Erziehung der Mutter anlasten wollte, bei den beiden war einfach Hopfen und Malz verloren.

„Und das wisst ihr so genau, weshalb?“, erhob Charlie mal wieder seine Stimme, die vor unterdrückter Wut vibrierte.

„Weil die Ewigkeit… nichts ist!“, „Du musst endlich eine Entscheidung treffen und es gibt da draußen zu viel, was du nicht kennst…“, offenbarten diese rothaarigen Teufel doch so etwas wie Intelligenz unter all der Spleenigkeit, die sie sonst gewöhnlich ungeniert zur Schau trugen.

„Woher wollt ihr das wissen?“, kam es bockig daher und den Eltern ging der Mund auf, als sie hören mussten, dass ihr kleiner Drachenbändiger bereit war, mit dem Feuer zu spielen. Dass ihre anderen Söhne gar nicht so Unrecht damit hatten, ihm den Kopf zu waschen.

„Intelligenz.“, „Es bleibt nichts und niemand übrig.“, „Dann ist man allein, alle anderen sind tot.“, „Wo ist das schön?“, „Radu? Sanguini und der Vampirclub?“, „Ja, ganz geil, das hört sich an wie Familie, die man will…“, „HALLO?“, „Ja, was dann? Der Pflock?“, wechselten sie sich wieder verwirrend ab.

„Moment mal, was soll diese Diskussion?“, mischte sich der Vater mit einer sehr bleichen Gesichtsfarbe gesegnet ein. „Ich dachte, der Auftrag mit den Vampiren ist erledigt, weil sie sich gegen ihr-wisst-schon-wen entschieden haben? Damit ist Charlie doch draußen!“, kam er sehr gut auf den eigentlichen Fakt zu sprechen.

„Ach, euer Junge hier denkt, Radu wäre eine coole Socke.“, „Geschmacksverirrung.“, „Und er überlegt echt… ob er das Angebot, Happahappa zu sein, annehmen soll.“, „Er denkt, er ist dann was Besonderes!“, „Oder… was auch immer.“, „Du bist dann nur Futter, du Flachpfeife“, machten sie gemeinschaftlich ihren Bruder in ihrer unnachahmlichen Art nieder.

„Ich verstehe nicht, weshalb meine Angelegenheiten euch irgendwas angehen?“, knurrte Charlie nun aggressiv, hob langsam den Blick und funkelte seine Brüder angriffslustig an.

„Weil du nicht redest.“, „Weil du auch einfach nach Rumänien abgedampft bist.“, „Du triffst Entscheidungen spontan“, rechtfertigten sie ihre Art, mit ihm umzuspringen.

„Ach und eure Aktion, die Schule so spektakulär zu schmeißen, war nicht spontan?“, ätzte er giftig zurück.

„Iwo, wo denkst du hin?“, „Natürlich nicht.“, „Das haben wir schon zwei Jahre zuvor geplant“, taten die Twins lapidar mit zusätzlichen Gesten ab und ernteten entsetzte Gesichter, als sie offenbarten, wie weit sie vorplanen konnten, wenn sie wollten.

„Ihr habt was?“, offenbarte sich die Empörung ihrer Mutter, die mit dieser neuen Information mehr zu kämpfen zu haben schien als mit der bezüglich der Vampire. Interessant, eine wahrlich eigenwillige Familie!

„Ähm, ja Mum… also, wer braucht…“, „Und wer will schon so einen doofen Wisch?“, reizten die Twins ihre Mutter und sie lief über und über rot an, aber bevor aus ihr die Wut herausbrechen konnte, erhob der Vater mahnend die Stimme:

„Jungs.“

„Teufelsbrut“, murrte ich aus dem Hintergrund, als mich der Verrücktere der beiden anstrahlte.

„Ist das ein Kompliment, Sir?“, „Es tönt fast so.“, „Aber mal im Ernst, Charlie muss mal hören, dass ihr ihn so lieb habt wie er ist.“, „Ja, genau… nicht wahr, Brüderchen?“, „Und Snape ist da, um euch zu sagen, wie verrückt die Idee ist, ein Gewandelter werden zu wollen“, hauten diese Wahnsinnigen wieder abwechselnd heraus und ich seufzte leise.

Ihr Vorgehen war eigenwillig, aber ich konnte es sogar nachvollziehen, wenngleich es ein Ausdruck ihrer panischen Hilflosigkeit war, da sie ihrem Bruder anscheinend alles zutrauten.

„Sohn? Was ist los?“, raffte sich Arthur Weasley schwer auf, seine Besorgnis nach diesen Offenbarungen einzudämmen und absichtlich zurückhaltend zu seinem zweitältesten Sohn zu sehen, während er die Hand auf den Arm seiner Frau legte, um sie zu beruhigen.

„Wenn ich das wüsste, wäre ich auch schlauer“, murrte der Drachenbändiger giftig, den Blick auf seine Brüder gerichtet, zurück.

„Ach, tu doch nicht so.“, „Genau, sag den Blutsaugern endlich ab.“, „Niemand braucht dein Opfer“, „JA, Hermione hat die Viecher schon in der Mangel“, plapperten diese Teufel Vertraulichkeiten aus, was ihnen einen Todesblick von mir einbrachte.

„Bleib mir mit der vom Leib… was mir Scabi… was mir da erzählt worden ist…“, wehrte Charlie gemein ab und ich lauschte gespannt, interessant, dass Strähnchen allgemeinhin ebenfalls ein Plappermaul zu sein schien, der auch gegenüber anderen von Imbolc sprach. „Sie sprechen… von Monstern und dass sie einen Mann willentlich verloren hat…“, stieß der Verblendete hektisch hervor, dabei sah er skeptisch zu mir.

„Chrm…“, räusperte ich mich vernehmlich, das war ein gefährliches Terrain, was wir hier betraten und hier bestimmt nicht zur Diskussion geeignet, aber wenigstens verstanden sie, was ich erwartete.

„Du willst ja selbst ein Monster werden“, schaltete George Weasley erfreulich schnell und lenkte geschickt ab.

„Wassss?“, entfuhr es Molly geschockt und sie presste ihre Hand ans Herz. „Das tust du nicht wirklich, Charlie, mein Kleiner, oder?“, wisperte die besorgte Mutter mitgenommen und sah mit einem Mal schrecklich bleich aus und presste ihre Hand gegen ihr Herz, als würde es schmerzen.

„Ihr seid solche miesen kleinen Kakerlaken…“, fuhr er seine Brüder an und wandte sich dann eilig um. „Nein, Mum, das will ich nicht…“, erwiderte er lahm.

„Du bist so ein Lügner.“, „Könnten wir uns beruhigen…“, „Das ist doch unfassbar.“, „Was fällt dir ein, mein Sohn?“, „So dumm kannst du nicht sein.“, „Du wirfst dein Leben weg.“, „Du wirfst deine Seele weg.“, „Wie kann man sooo… sooo völlig selbstsüchtig sein.“, „Ich fasse es nicht, mein Kind!“, ging es hoch her, dabei lag mein Augenmerk auf dem jungen Mann, der diesem Bombardement ausgeliefert war und sichtbar schneller zu atmen begann, bevor er explodierte.

Er sprang auf, dadurch fiel der Stuhl krachend um und ließ die anderen verstummen.

„Ich will mich nicht beruhigen!“, brüllte er los. „Mein Leben, meine Entscheidungen… haltet euch da alle raus!“, erklärte er kurz rüde, jedoch überrumpelte er alle und jeden, bis auf mich, da er wie ein Windstoß zur Hintertür hinauseilte und mit einem lauten Knall apparierte.

Was für ein Abgang, zwar konnte er nicht mit Lucius mithalten, wenn der in Fahrt war, aber durchaus beeindruckend.

„Super.“, „Und jetzt?“, wollten die Twins schon in Bewegung geraten.

„Jetzt will ich erstmal eine Erklärung“, forderte Arthur bemüht ruhig und die bekamen die sichtlich geschockten Eltern nun auch in aller Ausführlichkeit geliefert, während ich die Interaktion dieser großen Familie gespannt beobachtete.

„Er ist wie Fabian“, schluchzte die Mutter am Ende der Rede der Twins plötzlich mitgenommen und alle noch Anwesenden sahen sich leicht perplex an, bis auf Arthur, der tröstend seinen Arm um seine Frau schlang.

„Schsch… nicht doch… Mollyröllchen…“, wisperte er ihr sanft zu, aber sie schüttelte traurig den Kopf.

„Dein Bruder?“, echote ein Twin hörbar erstaunt. „Aber ich dachte immer, wir…“, deutete er auf sich und sein etwas derangiertes Ebenbild neben sich.

„Ihr?“, stieß sie beinah schon sarkastisch aus. „Nein, ihr seid ihnen nicht ähnlich! Nur weil sie auch Zwillinge waren? Sie waren nie so eng wie ihr zwei es seid… sie waren sich verbunden, aber nie so nah. Fabian hätte es geschafft, sich früher oder später auch ohne die DeathEater umzubringen“, ballte die Frau vor mir ihre Hände zu Fäusten. „Er liebte das Absonderliche, das Abenteuer… Drachen, wilde Tiere… ach… und jetzt Charlie…“, erzählte sie ihnen Neues und ich schmunzelte verhalten, da sie gar nicht ahnen konnte, wie nah sich diese beiden Söhne vor ihnen tatsächlich standen.

„Wir dachten, wir machen das Richtige, indem wir ihn mit der Familie konfrontieren.“, „Wir waren mit unserem Latein am Ende“, zeigten sich die sonst so furchtlosen Twins reumütig.

„Macht euch keine Gedanken, Jungs…“, schaltete sich nun der Vater beschwichtigend in das Gespräch ein. „Nur wer sich sorgt, zeigt, dass er liebt“, sprach er einen mich zu meiner Verwunderung zutiefst berührenden Satz aus, über dessen Bedeutung ich nicht weiter nachdenken wollte. Aber diese Familie erstaunte mich, egal welche Nachrichten kamen, sie zweifelten nicht an ihrer Zusammengehörigkeit zueinander.

„Drachen, okay, aber jetzt Vampire?“, würgten die Eltern schwer an dieser Erkenntnis und sie kämpften sichtbar mit den Emotionen, die bei dem Gedanken, womit ihr Sohn liebäugelte, in ihnen aufwallten, als mein Kopf in die Höhe fuhr und ich meine Augen zu Schlitzen verengte, nur um dann einen Schritt hinein in die verwohnte, aber gemütlich anmutende Küche hineinzutun.

„Ich unterbreche das lauschige Familiengespräch nur sehr ungerne“, fuhr die Aufmerksamkeit aller zu mir herum, „aber ich denke, sie sollten ihrem Herrn Bruder folgen“, mahnte ich leise, als die Twins schon gehorchten und eilig auf die Füße sprangen.

„Sie denken, er geht zu den Vampiren?“, „Jetzt?“, entgegneten die Twins und bestätigten wieder, dass sie nicht dumm waren.

„Ich weiß es“, verkündete ich ruhig mit einem sardonischen Lächeln und wandte mich ab, um mit wehendem Mantel das Haus zu verlassen.

„Woher wissen sie so genau, dass er dort ist?“, verlangte der böse Twin wissbegierig zu erfahren, nachdem wir drei den Fuchsbau mitsamt höchst besorgten Eltern hinter uns gelassen hatten und raschen Schrittes die Straßen entlanggingen.

„Ich war so frei, einen kleinen Zauber zu sprechen“, murrte ich zu ihnen, indes verstimmt über ihre geringe Weitsicht, dergleichen selbst zu tun. Was lehrten wir den Kindern in der Schule?

„Sie sind genial, Sir.“, „Bewundernswert, Sie denken echt an alles.“, „Daran hab ich nicht gedacht.“, „Ärgerlich“, plapperten sie erregt hin und her und ich rollte mit den Augen.

„Haben sie mir genug Honig ums Maul geschmiert? Wir sind da“, deutete ich auf das mir mittlerweile zu bekannte Haus der Vampire in Paddington, mit seinem eigenwilligen kleinen Vorgarten. „Was denken sie, reingehen?“, fragte ich zu den beiden gewandt und musterte sie eindringlich. Sie maßen die Behausung der Vampire durchaus mit Respekt im Blick. „Oder… vertrauen sie ihrem Bruder genug, um ihn das alleine tun zu lassen?“, legte ich böswillig wie ich war nach.

Es wäre interessant, ihre Entscheidung zu erleben, wie sie abwägten, denn das taten sie jetzt. Sie stockten, da sie das Gartentor schon hatten passieren wollen und erst mein Aufzeigen ihrer Möglichkeiten sie zum Nachdenken animierte, dabei sahen sie sich tief in die Augen und schienen zwar auf andere Art, aber ähnlich wie Lucius und ich zu kommunizieren.

„Er hat eine Affäre mit diesem absolut ekligen Snatcher!“, drehten sie sich kalkulierend zu mir um. „Kann Charlie noch klar denken?“, „Denken Sie, er ist zurechnungsfähig?“, fragten sie abwechselnd.

„Denken sie, sie sind zurechnungsfähig?“, servierte ich ungetrübt in meinem Zynismus und entblößte meine Zähne.

„Sie haben eine unnachahmlich charmante Art.“, „Sir!“, gaben sie kein bisschen gekränkt zurück und grinsten sich gemeingefährlich an.

„Damit wird man geboren, so etwas kann man nicht erlernen“, erwiderte ich ebenso wenig eingeschnappt über ihre Dreistigkeit und lenkte meine Schritte weiter auf das Haus zu, da ihre Entscheidung gefallen war.

„Wo Sie absolut Recht haben, Sir.“, „Wir wollen auch so sein.“, „Haut nur noch nicht so hin.“, „Sie sind halt einzigartig“, blödelten sie rum, wenn auch nur, um ihre Nervosität und Sorge um den Bruder zu überspielen.

„Bedauerlich“, wisperte ich von oben herab zu ihnen.

So kamen wir an und standen gerade erst vor der Tür, die diesmal sofort einladend weit aufschwang, noch bevor wir hatten klopfen können, was mich meine Braue heben ließ, das war neu und das war bei den veralteten und stocksteifen Vampiren gar nicht gut. Beunruhigend wurde es erst richtig, als der Butler schon schmallippig lächelnd im Foyer auf uns lauerte und mit einer übertriebenen Verbeugung hinab in die unteren Katakomben deutete. Die Twins musterten den Mann ohne große Scheu, aber sahen zu, ihn eilig hinter sich zu lassen. Bis dahin fiel kein Wort.

„Das gefällt mir nicht.“, „Mir auch nicht.“, „Viel zu einfach“, fasste es dieses teuflische Duo gar trefflich zusammen, auch ich war auf der Hut, nachdem man uns derart übertrieben empfing.

Man erwartete uns eindeutig. Wir glitten die Stufen in die Düsternis hinab. Hier waren Fackeln in großen Abständen angebracht, weshalb hier auch eine grausige Kälte herrschte. Immer tiefer ging es hinab in die Unterwelt. Die tapezierten Wände waren sofort roten, massiven Backsteinwänden gewichen, die hier in einem runden Tunnel weitergeführt wurden.

„Das hier ist ja schlimmer als Hogwarts.“, „Die Kerker sind dagegen ein Dreck.“, „Meinen Sie nicht, die Slytherins würden sich hier wohlfühlen?“, fragten sie keck, jedoch war dies keiner Antwort wert, da ich mir sicher war, dass sich hier niemand wohlfühlen würde.

Unmerklich, aber doch hörbar, beschleunigten sich unsere Schritte, während wir den mir altbekannten Weg bisher unbehelligt zurücklegten. So glitten viele weitverzweigte Gänge vom Haupttunnel ab und hin und wieder wurde eine Tür sichtbar, hinter der sich Gott weiß was befand. Danach stiegen wir wieder eine Treppe in dieser großen, langen Röhre hinab, um dann endlich vor einer gewaltigen Doppelflügeltüre anzuhalten.

Jetzt wurde es nicht nur komisch, sondern regelrecht sonderbar, denn auch die Doppelflügeltüre zum großen Salon stand sperrangelweit offen. Man schien uns mehr als nur zu erwarten.

„Ich habe es mir überlegt“, schallte die bekannte Stimme ihres Bruders hinaus in den Tunnel, in dem wir standen. „… i… ic… ich danke euch für euer Angebot, aber… ich will… ich kann… nicht…“, vernahmen wir Charlie Weasleys Entscheidung, das Angebot, ein Vampir zu werden, abzulehnen, eine Aussage, die seine Brüder kollektiv erleichtert aufatmen ließ, während ich die Türschwelle überquerte und eintrat.

„Severus“, wurde ich von Sanguini leicht spöttisch, aber wenig überrascht begrüßt.

Ich zögerte nicht, während die Red Devils hinter mir zurückfielen und sich in meinem Rücken tummelten. Ich blickte nüchtern in das bleiche, hohlwangige und scharf geschnittene Gesicht des Anführers der englischen Enklave und seine nackenlangen, schwarzen Haare konnten sich in der Tiefe der dunklen Farbe mit den meinen messen.

Mit einem Blick erfasste ich die Situation!

Ab nun passierte alles innerhalb von Sekunden: Sanguini stand an dem langen Tisch, während Radu zusammen mit dem Bruder der beiden Teufel auf der Chaiselongue saß und ebendiesen gerade unter sich begrub. In einer sehr raschen und kaum wahrzunehmenden Bewegung vergrub Radu seine Krallen in dem roten Haar und riss Charlies Kopf grob zur Seite, fletschte beeindruckend seine immer länger werdenden Zähne und sperrte sein raubtierhaftes Maul übergangslos weit auf. Dann vergrub er rücksichtslos seine Reißzähne tief in seinem Opfer und stieß sich in den schutzlos vor ihm liegenden Hals. Ich konnte beobachten, wie die messerscharfen Spitzen der Eckzähne durch die leicht gebräunte Haut drangen, die Haut zuerst elastisch heruntergedrückt wurde, bevor sie nachgab und einriss, was bedeutete, dass das Hindernis aus dem Weg war und die weißen Zähne sachte, aber stetig ins Fleisch glitten, immer tiefer, bis sich die Lippen Radus um die Haut schlossen.

„Wahh, nein… nein!“, schrie der Drachenbändiger erschüttert auf, als er angefallen und erlegt wurde, während seine Stimme abgehackt brach.

Radu offenbarte nun das Können eines Vampirs an Lautlosigkeit, Schnelligkeit und seiner Kunst, sein Opfer zu stellen, bevor es sich wehren konnte. Radu ließ seiner Natur freien Lauf und begann, zu saugen.

„Fuck!“, „Hilfe.“, „Snape“, brüllten die Twins los und ich erstarrte. Das war zu schnell gegangen, als dass man hätte eingreifen können, verflucht! Wir kamen zu spät!

„Arrrr…“, gurgelte es aus Charlies Kehle, als die messerscharfen Zähne butterleicht die Schlagader anzapften und sein Lebenssaft geräuschvoll aus ihm gesaugt wurde.

Die Twins hinter mir brüllten auf, da sie auch zuvor die Ablehnung ihres Bruders vernommen und hörbar für mich in meinem Rücken aufgeatmet hatten. Nun wollten sie mit gezückten Stäben an mir vorbeistürmen, jedoch hatte ich auch schon meinen Stab gezückt und hielt die beiden Hitzköpfe magisch zurück.

„Snape, was soll der Scheiß?“, „Lassen Sie uns los, wir müssen kämpfen!“, „Wir müssen…“, beschwerten sich die Brüder hitzig, wie es nur Gryffindors konnten, zuerst schreien, dann denken, so war schon immer ihre Devise gewesen, während ihr Bruder gegen den Vampir ankämpfte.

„Sie müssen still sein“, mahnte ich knapp, mit bodenloser Wut, aber auch mit dem Wissen gesegnet, den Vorgang nicht gewaltsam unterbrechen zu können.

Was geschehen war, war geschehen!

„Hihihi“, kicherte Sanguini und lenkte damit die Aufmerksamkeit auf sich. „Wahrlich weise, Severus, Radu nicht zu stören, er muss sich konzentrieren… er darf nicht zu viel trinken… aber auch nicht zu wenig…“, amüsierte sich Sanguini bitterböse, woraufhin ich aggressiv die Zähne fletschte, aber die Red Devils hatten schon immer flott geschaltet und hörten nun auf, sich wie die Wilden zu gebärden und hielten nur drohend ihre Stäbe hoch, aber ich konnte sie von der Leine lassen und sie freigeben.

Mit beachtlich großer Selbstbeherrschung saugte Radu sein Opfer nicht leer, sondern riss sich dann tatsächlich bestimmt und rasch von der Halsschlagader los, um uns mit seinen rotumrandeten Lippen genießerisch lächelnd anzusehen, wobei ihm aus den Mundwinkeln Rinnsale roten Blutes über das blasse Kinn hinabliefen und ihm das drohende Aussehen eines auf der Jagd befindlichen Raubtieres gaben, dabei glänzte das flackernde Kaminfeuer auf seinen spitzen Zähnen, die er uns in ihrer ganzen gefährlichen Pracht präsentierte.

Vampire und ihre schwammige Moral, wie ich sie hasste, aber was waren schon eine Absprache oder das Vertrauen bei ihnen wert? Ich wurde mal wieder in meinem stetig lauernden Misstrauen bestätigt.

Radu kniete weiterhin über seinem hilflosen Opfer, das unter ihm verkrampfte, dann richtete er sich langsam auf und wischte sich das kleine Rinnsal an seinem linken Mundwinkel ab und sah grausig grinsend zu uns. Ein Wunder, dass er das trotz seiner weit ausgefahrenen Reißzähne schaffte, aber er bekam das locker hin und seine das Licht unheimlich widerspiegelnden Augen funkelten wie wild über seinen gelungenen Clou. Mit einer Geste bedeutete ich den vor Zorn bebenden Twins, um der Magier Willen Ruhe zu bewahren; das konnte noch immer alles außer Kontrolle geraten.

Jetzt hieß es, zu retten, was noch zu retten war und da sie ruhig blieben, schienen sie um die gefährliche Situation zu wissen.

„Eure Wahl…“, wisperte Radu rau mit tranceartiger, lieblicher Stimme, als er seine Frage seidig hauchte. „Soll er sterben…“, wandte er sich drohend an uns, „… oder… als Vampir leben?“, bot er fies auflachend an, wohl wissend, was er den Brüdern seines Opfers abverlangte, nämlich eine unschöne Entscheidung treffen zu müssen, aber er offenbarte auch, wie abgrundtief böse diese Wesen sein konnten.

Diesen jungen Mann gegen seinen Willen vor eine ziemlich schlechte Wahl zu stellen, eine zwischen dem Tod und dem Dasein als lebender Toter, als Vampir, war meiner Ansicht nach nicht besonders prickelnd!

Sie kannten kein Gewissen!

Aber er kannte die Red Devils auch noch nicht! Ich hingegen schon und ich fragte mich oft, ob die ein Gewissen ihr Eigen nannten.

„Er hat nein gesagt!“, wandte ich düster ein, dabei rührte ich mich nicht vom Fleck, während ich ihm meine Vorhaltung sehr wohl deutlich machte.

„Es war sein Wille“, raunte Radu im tiefsten Bariton der Überzeugung und leckte sich aufreizend über die blutroten Lippen. „Er sagte zwar nein, aber er meinte: ja… ja ich will!“, behauptete er inbrünstig und deutete anklagend auf den auf der Chaiselongue zusammengesunkenen Weasley, der ab und an von einem spastischen Anfall durchgeschüttelt wurde. Dabei war sein Gesicht aschfahl und an seinem Hals klaffte eine stark blutende Fleischwunde und das Blut besudelte die gesamte Kleidung des Gebissenen. Doch dann stockte den Twins der Atem, weil Radu im nächsten Augenblick recht grob Charlies Kopf packte und zur Seite zerrte, nur um sich dann abrupt wieder zu ihm runter zu beugen und mit seiner Zunge rau über die malträtierte Wunde zu lecken.

„Wähhh.“, „Würg, wie eklig.“, „Echt gewöhnungsbedürftig“, entfuhr es den Twins angewidert.

Ich wusste, dass sich die Wunde nun langsam verschloss, damit seine Trophäe nicht am Blutverlust starb. Radu hatte soeben sehr plakativ und obszön gehandelt, er wollte uns reizen. Noch immer tobte in ihm das ihn wandelnde Virus, das erst seine homogene Wirkung tun würde, wenn er das Blut seines Erschaffers erhielt. Ich hingegen war froh, dass Radu schnell gehandelt hatte, sonst wäre alles Verhandeln sinnlos, da sein Opfer schlicht verblutet wäre. Und nur der Vampir, der die Wunde zugefügt hatte, konnte den Blutfluss stillen, den er durch seinen Biss verursacht hatte.

„Wie, sein Wille?“, „Was für ein Unfug.“, „Er sagte nein, nicht ja.“, „Ihr habt die Vereinbarung gebrochen.“, „Er wollte nicht.“, „Und jetzt?“, erregten sich die Twins zu meinem Unverständnis über eine nun unabwendbare Tatsache. Jetzt hieß es nur noch, das Beste aus der Situation zu machen. Indes schüttelte Radu sein Haupt.

„Sein Herz schlug zu laut, wir wissen, wenn jemand lügt und sich selbst etwas vormacht… er wollte…“, säuselte Radu überheblich in seiner gelebten Arroganz, währenddessen lächelte Sanguini hintersinnig und schmiss sich gut unterhalten auf seinen breiten Sessel und genoss die Show.

„Das sagen Sie jetzt nur so.“, „Was sind Sie nur für ein Lügner?“, brausten die sichtbar erregten Red Devils auf und ihre Mienen drückten für meinen Geschmack zu großen Rachedurst aus, als dass ich dies auf die leichte Schulter genommen hätte.

Ich fand, die Twins waren in meinen Augen berühmt und berüchtigt, faszinierend, was unter meiner Ägide in Hogwarts herangewachsen war. Sie sahen, wie ihr Bruder zu Futter verarbeitet wurde, aber Angst zeigten sie nicht, eher den Willen, sich zu prügeln!

„Warum sollte ich lügen?“, fragte Radu aufreizend zurück und zog die in violetten Samt gekleideten Schultern an. „Ich lege sein Schicksal in eure Hände… er überlebt den Biss nicht… nur mein Blut kann ihn noch retten… also, was soll ich tun?“, verlangte er unnachahmlich leidenschaftslos zu erfahren, während ihr Bruder sich in einem mörderischen Krampf zu ihren Füßen wand.

„Sir?“, „Fred?“, „George?“, „Ja, was weiß denn ich?“, „Mum bringt uns um.“, „Egal was wir tun!“, „Fuck, ich weiß es nicht.“, „Würdest du leben wollen, George? Als… sooo… was? Oder lieber verrecken?“, „Super gute Frage, darauf hab ich keine Antwort, du Fred?“, „Ähm, denke nicht? Oder?“, „Ich bin gerade nicht entscheidungsfreudig“, ging es zwischen ihnen hoch her und ich bemerkte den spöttischen Blick, den mir Sanguini, der sich extrem im Hintergrund hielt, zuwarf.

Ich fasste es nicht, wie diese Chaoten ansonsten so gut zusammenarbeiten konnten, man bedachte, was sie Rowle und Parkinson angetan hatten, von ihrer Rache an Nott sen. ganz zu schweigen, aber hier verloren sie gerade spektakulär den Kopf. Ich seufzte tief, sehr tief.

Sowohl Radu wie auch ich erkannten, dass die Zeit drängte!

„Jetzt gib ihm schon dein Blut, Radu“, erhob ich mein tiefes Timbre über das Geschnatter hinweg und erntete umgehende Ruhe, als ich das Spiel entschieden beendete und eine Entscheidung traf.

Indes grinste Radu schamlos zu mir, sichtbar zufrieden über seinen, wie er empfand, Geniestreich, uns vor vollendete Tatsachen zu stellen, als er eifrig begann, sein Ärmel hochzuziehen, um sein Handgelenk freizulegen. Der Körper seines Opfers kämpfte gegen den durch den Biss übertragenen Fremdkörper in seinen Organismus an. Er musste durch Radus Blut die Antikörper aufnehmen, um die Verwandlung einleiten zu können, ansonsten würde der Körper des Gebissenen einfach sterben und nicht wiederbelebt werden können. Man musste verstehen, dass die gewandelten Vampire verwandelt wurden, also selbst nach dem vampirischen „Tod“, nach der Wandlung, pumpte noch sehr wohl das Blut durch ihren toten Körper.

Er führte sein Handgelenk gerade zu seinem Mund, als er von mir magisch aufgehalten wurde, da er sein Gelenk nicht weiter fortbewegen konnte. Er konnte gar nichts mehr rühren, was dazu führte, dass Sanguini, sein Wächter, auf die Füße kam, um seinen Herrn zu beschützen, aber ein Wink meiner Hand hielt ihn auf.

„Aber wehe dir, Radu“, erklärte ich samtig, „wenn du seiner überdrüssig wirst und ihn als einen minderwertigen Gebissenen behandelst… dann sei dir gewiss, dass ich komme…“, drohte ich süffisant, aber sehr ernst, als sich die Pupillen des Vampirs verengten, der unter meinem Petrifikus Totalus stand.

„Was bedeutet dir dieser Jüngling? Severus?“, sprach Sanguini für Radu, da diesem dies unter dem Zauber unmöglich wäre.

„Mir?“, fragte ich leger. „Nichts… aber anderen durchaus“, gab ich unumwunden zu, dabei fixierte ich ausschließlich Radu mit meinem Blick.

„Abgemacht!“, meinte Sanguini plötzlich und ich löste meine Zauber und Radu knurrte, aber nickte jetzt selbst nachdrücklich.

„Selbst über meinen Tod hinaus“, servierte ich ungetrübt und er knurrte wie ein Raubtier. „Er wird immer einen besonderen Platz, selbst in Jahrhunderten, haben“, verlangte ich entschieden und grinste nun gemeingefährlich. „Darauf schwörst du mir den Unbrechbaren Schwur.“

„Severus“, wollte er protestieren, aber ich hob meine Hand.

„Was erwartest du, Radu?“, wollte ich gereizt erfahren, da die Zeit drängte. „Du hast den Jungen gebissen, ohne sein Wort, nur aufgrund seines aus dem Takt geratenen, kräftig schlagenden Herzens“, gab ich ironisch zu bedenken, dabei lag offen, dass ich nicht mit mir verhandeln lassen würde.

„Dein Zynismus war schon immer legendär, Severus“, meinte Sanguini neben mir, während Radu mit sich kämpfte und intensiv auf den Mann blickte, der seine Wahl gewesen war, als ich George Weasley zu mir winkte, wir daraufhin gemeinsam zu Radu gingen und ich diesem meine Hand reichte, um den Schwur zu sprechen.

„Moment, da muss was in den Spruch mit rein“, hechtete der andere Twin an unsere Seite und unterbrach uns.

„Und das wäre, die Herrschaften?“, fragte Sanguini knurrig.

„Charlie gehört jetzt nicht nur euch, er hat auch uns! Er gehört auch zu seiner menschlichen Familie.“, „Wir wollen immer Zugang zu ihm und andersherum und garantierten Schutz, dass wir alle kein Fressen sind.“, „Und für Freunde der Familie gilt das genauso“, hauten sie rasant heraus und Radu sprach ihnen nach.

Sein Wort hatte Gewicht, er war ein Abkömmling Drăculeas, damit band er auch seine Familie durch seine Blutsbande in den Fluch mit ein und ich wusste nicht, ob ich die Twins für ihre unglaubliche Anmaßung gerade bewundern sollte oder nicht.

Was für ein unbemerkter Clou, war das Absicht, oder nur das Glück der Dummen?

„Wir haben jetzt einen waschechten Vampir.“, „Voll krass.“, „Bruder, ich fass es nicht!“, „Ich auch nicht!“, „Er muss doch nun saugen, oder?“, brach es aus ihnen hervor und sie bestürmten Sanguini.

Indes schritt Radu zur Tat, biss sich selbst in sein Handgelenk, riss sich seine Pulsader auf und ich seufzte, als ich das bleiche und schwitzige Gesicht von Charlie Weasley packte und seinen Mund am Kiefer aufdrückte, damit Radu seinen Lebenssaft in ihn tropfen lassen konnte.

„Ja, da er kein gebürtiger Vampir ist, braucht er regelmäßig Nahrung, um zu überleben“, eilte Sanguini daher, um sein Wissen zu teilen, das er aus erster Hand hatte, da er ebenfalls vor langer Zeit gewandelt worden war.

„Krass, das heißt, Charlie frisst jetzt Menschen.“, „Boah, krass, ob er damit zurechtkommt?“, „Ich meine, töten?“, „Ständig?“, fabulierten die beiden Verrückten fasziniert ob der abenteuerlichen und unwirklichen Situation, die sehr besonders war, da es nicht oft vorkam, dass Nicht-Vampire einer Wandlung beiwohnten.

„Naja, so viele Menschen brauchen wir jetzt auch nicht“, wägte Sanguini leicht pikiert ab und es stimmte, vielleicht waren es drei bis fünf Menschen als Minimum im Jahr, die nötig waren, um den Kreislauf an frischem Blut für die Gewandelten am Laufen zu halten.

Ein Ruck ging durch den Körper unter meinen Händen und Charlie Weasley riss sich von mir fort. Er schnellte hervor, packte Radus Arm, zog ihn gierig zu sich, presste dessen blutende Hand an seinen Mund und saugte, wie ein Ertrinkender nach frischer Luft.

„Wah… Hilf… Sevvver…“, verzogen sich die bisher so überheblichen Gesichtszüge des Vampirs zu einer Grimasse des Schmerzes.

„Etwas so Leckeres wird er nie mehr bekommen“, meinte ich süffisant, aber dann packte ich doch in das rote Haar seines Peinigers und riss daran, bis dessen Mund aufging und er seinen Erschaffer wieder freigab.

Kurz wehrte er sich, aber dann sackte der junge Vampir in sich zusammen und zuckte ein bisschen, jetzt kam der wirklich schmerzhafte Teil der Wandlung.

Radu leckte eifrig an seinem bis auf die Knochen und Sehnen aufgerissenen Handgelenk, damit dieses zu heilen beginnen konnte.

„Sie haben einen Fehler begangen, Sie haben jetzt nicht nur ihn… sondern auch uns bekommen.“, „Sozusagen zum Selbstkostenpreis.“, „Im Grunde ein Schnäppchen.“, „Hallo…“, „Schwager?“, traten die Twins plötzlich vor und klopften Radu freundschaftlich auf die Schulter, was dem Vampir gar nicht gefiel. Sie wurden nicht gern von Fremden, oder gar Nicht-Vampiren berührt, aber da waren die Twins ohne Scheu. „Ich bin Fred und das ist George, gut zu erkennen an seinem nur noch halben Ohr.“, „Wir waren mal gleich…“, „Wir dürfen doch Radu sagen, wo wir nun Familie sind? Oder?“, „Naja, wir sind eine große Familie, am besten lernst du gleich die Namen kennen“, wechselten sie sich eifrig ab. „Also da wären noch Bill, der Älteste von uns, er hat einen Werwolfbiss abbekommen, er ist echt lässig und dann Percy eine absolut nervige Ministeriumsplage, aber halt ein Blutsverwandter.“, „Du als Blutsauger verstehst bestimmt, wie das verbindet.“, „Genau… dann unsere Wenigkeit, wir sind die Genialsten in der Sippe.“, „Wir sind da ja echt bescheiden, aber es muss gesagt werden.“, „Dann halt Ron, bester Freund von Harry, der Auserwählte, Potter und zu guter Letzt noch Ginny.“, „Absolut bezaubernd und absolut nicht zum Anknabbern.“, „Sie hat einen tollen Freund.“, „Und das sind nur die Geschwister ohne Anhang“, zählten sie involviert auf und kesselten Radu richtiggehend ein, dessen bisher kalte Maske ob dieses Bombardements leicht verrutschte.

„Und wir haben eine Freundin.“, „Die wirst du lieben, Schwagerlein…“, „Sie ist bombe, ich glaube, ihr kennt sie schon.“, „Ihr Name ist Hermione.“, „Die Schönste…“, „Oder auch das Biest.“, „Die beste Freundin, die man sich vorstellen kann.“, „An sich beinahe Familie.“, „Ja, das ist Familie“, offenbarten sie, dass sie das zuvor, den Zusatz, nicht ohne Hintergedanken gewählt hatten.

Sie wussten um die Probleme des Biestes mit den Vampiren und sie hatten gerade auf äußerst geschickte, aber auch äußerst hinterhältige Weise dafür gesorgt, dass Hermione sicherer als jemals zuvor vor den Vampiren war. Spontan vergab ich ihnen ihre Anmaßung, als sie mich in den Geköpften Henker bestellt hatten!

Nur für Radu war es noch nicht vorbei, sie befeuerten ihn weiter mit ihrer geballten geschwisterlichen Liebe: „Wir müssen eine Willkommensparty hier unten schmeißen und dann laden wir alle ein, das wird eine Freude.“, „Aber das lernst du schnell!“, „Soll ich ehrlich sein? Ich wollte schon immer einen Vampir als Schwager.“, „Wie geil ist das denn?“, „Raduchen, du hast bestimmt einige Schwänke aus den gelebten Jahrhunderten zu erzählen.“, „Genau, ich wäre ja für eine monatliche… nein, wöchentliche Runde, damit wir uns alle kennenlernen können“, ereiferten sie sich weiter und ich warf einen Blick zu Sanguini, dessen Vampirgesicht Züge aufwies, die ich bisher so noch nie wahrgenommen hatte: Panik!

„Radu, Sanguini“, hob ich verabschiedend meine Hand, dabei fuhr Radus Haupt zu mir, in seinen Augen stand ein bisher nicht gekannter, da noch nie erlebter Schock.

„Du lachst, Severus!“, wisperte Sanguini fassungslos darüber, was für ein Orkan über sie hinweg zog, zu mir hin.

„Nein, das würde ich nie wagen“, erwiderte ich verbissen ernst, um mein unangebrachtes Amüsement über ihr Unglück zu unterdrücken.

„Ganz ruhig, das bekommen wir alles auf die Reihe“, schaltete sich Fred umgehend ein. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich Charlie gut einlebt.“, „So als Untoter.“, „Und wir bringen Mum und Dad das nächste Mal mit…“, hauten sie schonungslos raus und jetzt begannen meine Mundwinkel doch noch zu beben. „Sie müssen den Auserwählten ihres Sohnes kennenlernen.“, „Was haltet ihr von morgen?“, „Und Mum ist Molly und Dad ist Arthur.“, „Boah, was ihr euch jetzt alles merken müsst!“, schrie der eine Twin beinah inbrünstig und wedelte leicht affektiert mit seinen Händen in der Luft rum.

„Ähhh“, stieß Radu einen schwachen Seufzer aus.

„Oh, und… keine Sorge, Radu, Mum tut sich am Anfang etwas schwer mit den Auserwählten ihrer Kids, aber wenn sie dich ins Herz schließt, dann kommst du ihrem Busen sehr nah.“, „Nur nicht hungrig danach werden, wir brauchen sie als sterbliche Mum.“, „Aber ihr werdet Mum lieben.“, „Und sie hat auch Charlie schon in Rumänien besucht, da hat es ihr gut gefallen, sie wird sich freuen, die ganze Sippschaft kennenzulernen“, versprach er gut gelaunt.

„Die Sippschaft ist in Transsilvanien, aber Radus Burg ist in Rumänien“, klärte ich die Runde staubtrocken auf und bekam mordlüsterne Blicke geschenkt.

„Dracula!“, brüllten die Twins begeistert, als ich den Kopf schüttelte.

„Drăculea“, verbesserte ich sie sofort, da dieser unangebrachte Name, den sie verwendeten eine versimpelnde Anmaßung war.

„Boah, da zieht mir ein wohliger Schauder auf.“, „George, ich glaube, Mum könnte Drăculea sogar noch was beibringen.“, „Das wird geil.“, „Freu ich mich auf die Ferien!“, jubelten sie nun los.

„Was habe ich getan?“, wisperte Radu zittrig, indes starrte Sanguini bodenlos entsetzt die Red Devils an.

„Du wolltest nicht auf den Drachenbändiger… noch auf mich hören… sie können den Grazien bei euch Zuhause noch etwas von Dominanz durch Penetranz beibringen. Die Red Devils sind berüchtigt, aber auch einmalig“, erwiderte ich mitleidlos.

Wer mir nicht glauben wollte, musste es halt auf die harte Tour lernen.

„Rote Teufel? Wer konnte ahnen, dass die so sind? Du hast mir den Schwur aufgezwungen!“, beschwerte Radu sich nachtragend und ich hob die wohlverpackten Schultern in einer lakonischen Geste an.

„Alles hat seinen Preis, mein Freund“, murmelte ich amüsiert, aber auch irgendwie desillusioniert. „Alles hat seinen Preis.“ Langsam drehte ich ab und verließ Radu, das Haus der Vampire und ließ die Weasleys dort zurück, ahnend, dass sie es schaffen würden, mit ihrer ganz eigenen Art und Weise Angst und Schrecken zu verbreiten.

Und ich wusste, wie lange sie bleiben würden! Sie würden warten, auf die Wandlung ihres Bruders! Sie würden bleiben, bis er die Augen als Gewandelter aufschlug. Sie würden dafür sorgen, dass er sah, dass er selbst als neues, untotes Vampir-Wesen noch immer eine lebende Familie haben würde!

Severus Sicht Ende

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