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 618. Fifty shades of Lucius II. ♛

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BeitragThema: 618. Fifty shades of Lucius II. ♛   Di Nov 14, 2017 11:14 pm

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618. Kapitel Fifty shades of Lucius II. ♛

Ich schlenderte herum, ziellos, aber auch noch zu aufgewühlt, um zu den Jungs zurückzukehren.

Vielleicht sollte ich auch froh sein, dass Lucius von Briefen fortgelockt worden war. Dieser Mann war ein Manipulator und es fiel mir erschreckend schwer, ihn gehen zu lassen und selbst aufzubrechen!

Wir hatten uns nach Valentin nicht sofort getrennt. Wir waren aus seinem Büro nach Syon gegangen und hatten dort noch einen Tag und eine Nacht verbracht, bis der Zeitpunkt gekommen war, an dem sich keiner von uns beiden mehr vor der Realität hatte verstecken können. Lucius war zwar nicht begeistert gewesen, mich gehen zu lassen, aber auch ihn riefen seine Geschäfte, wie eine Vielzahl an Eulen belegte, die uns mittlerweile belagert hatten.

Jedoch war der Abschied, als er festgestanden hatte, dann doch leicht gefallen, da wir beide wussten, das nächste Treffen würde bestimmt kommen. Irgendwie war ich dann doch auch froh, dass ich alleine war. Ich brauchte nach dem schwierigen und eigenwilligen Empfang, dem haarigen Gesprächen beim Essen über das Vertrauen im Anschluss, dem darauffolgenden, mehr als aufregenden und andersartigen Sex, der tief ging und noch mehr offenbart hatte, bis hin zu meinem übermütigen Angebot sich auf mir und meinem Körper zu verewigen, etwas Abstand.

Es war enorm viel, was Lucius einem abverlangte und ich hoffte inständig, dass es ihm ähnlich ging und seine unerschütterliche Fassade zu einem Teil vielleicht doch nur gespielt war und ich für ihn nicht weniger anstrengend war, als er für mich!

Aber jetzt war ich hier und drängte den Gedanken an Lucius entschieden in den Hintergrund. Das war keine Gegend, in der ich unaufmerksam sein sollte. Ich sah mich gespannt im Schankraum um und wurde für meine spontane Idee, hierherzukommen, belohnt.

Der Stammtisch war unerwartet voll, daher nahm ich mir die Frechheit heraus, mich einfach dazuzugesellen.

„Uh, du hier“, kam es ziemlich miesepetrig von Scabior, der düster in seinen Bierkrug starrte, während sich abrupt der ein oder andere besann, etwas unaufschiebbar Dringendes vorzuhaben und regelrecht unhöflich davonstürmte.

Okay, das war nicht nett, aber Imbolc schien meinen Ruf unter ihnen eindeutig verschlimmbessert zu haben, was ich unter positiv verbuchte.

„Das Püppchen beehrt uns und ich habe Runcorn selten so flott den Arsch schwingen sehen wie gerade eben“, kam es reichlich bissig von Fenrir, der dunkel auflachte und neben dem ich mich nach einem Nicken niederließ. Dabei zog ich die Kapuze noch tiefer in mein Gesicht.

„Ich bin ein Partyschreck“, murmelte ich leise und hob meinen Finger, um bei der drallen Bedienung eine neue Runde zu ordern.

„Nach der Aktion im Wald, was erwartest du?“, „Nach Crouch, King und jetzt Selwyn… dachtest du, es käme anders?“, fragten die beiden abwechselnd mit sichtbar widerwilligen Grimassen.

„Trägst du mir die Aktion an Imbolc nach, mein Strähnchen?“, fasste ich wieder Scabior ins Visier und beobachtete genau, wie er reagierte und bemerkte, wie sich bei der Erinnerung an den Wald seine Pupillen weiteten.

„Du wolltest uns alle… töten… auch mich“, kam es reichlich empört vom Strähnchen und er deutete auf sich selbst, dabei verzog sich seine Miene erneut zu einer Fratze. Anscheinend kam er mit der Tatsache, dass er keine geschützte Rolle in meinem Drama gespielt hatte, nicht zurecht.

„Ich habe dich erst letztens vor einem Avada bewahrt“, hielt ich dem seelenruhig entgegen und erinnerte mich an Draco, wie er im Haus der Parkinsons auf Scabior gezielt und ich ihn in letzter Sekunde gerettet hatte.

„Eben!“, meinte er reichlich schrill. „Deshalb verstehe ich es nicht“, meinte er nachtragend und sackte unglücklich in sich selbst zusammen.

Doch bevor ich antworten konnte, kamen die drei vollen, schäumenden Humpen. Krachend und überschwappend landeten sie vor uns auf dem verschrammten Tisch.

„Du solltest auch lernen, dich und meinen Willen gegenüber dem Trupp durchzusetzen…“, meinte ich schonungslos nach einer kurzen Pause und offenbarte meine Verärgerung, weil er zugelassen hatte, dass man Patricia das antat. „Sonst bist du nichts weiter als austauschbar, Scabior“, verkündete ich bissig, deswegen schien Scabior seine Stimme zu verlieren und sein Mund klappte wegen meiner harten Feststellung weit auf.

„Autsch“, kommentierte Fenrir knurrend, lachte aber zu unterdrückt auf, als dass es bedrohlich gewirkt hätte.

„Fenrir“, wandte ich mich zum ersten Mal heute Abend an den Alpha, den ich nun gebührend begrüßte, da er sich mir völlig zuwandte und mir mit dem vollen Krug zuprostete. Unterdessen wirkte das Strähnchen weiterhin fassungslos ob dem Fakt, auch für mich nur eine austauschbare Schachfigur zu sein.

„Du hast Patrick und Matt in eine gefährliche Situation gebracht…“, nahm Fenrir vorwurfsvoll den Faden wieder auf, jedoch blitzte der gut unterhaltene Schalk in seinen so eigenwilligen Augen auf und ich neigte mein Haupt.

„Du warst nicht da“, entgegnete ich süßlich und suggerierte ihm, dass ich ihn genommen hätte, wenn ich die Wahl gehabt hätte.

„Wohl wahr, das war ich nicht und… ich hätte dir was erzählt… Püppchen…“, grollte seine Stimme vibrierend. Anscheinend hielt er nicht viel von meinem Experiment. Er schüttelte sein haariges Haupt, während offenbar wir beide an unseren gemeinsamen Slide, ein anderes meiner eigenwilligen Experimenten, zurückdachten.

„Hättest du?“, kicherte ich daraufhin spöttisch los. „Ach, jetzt hab ich aber Angst“, stieß ich ihn kumpelhaft mit der Schulter an, nur dass sich sein massiger Körper nicht rührte, wobei ich glaubte, dass er es nicht lustig fand. Aber ehrlich, es war gut, wenn er meine Autorität nicht anzweifelte.

„Dank dir… dir… hab ich wieder einen Mann zu wenig“, beschwerte sich Scabior, der sich scheinbar wieder hatte fangen können, inbrünstig und meine Kapuze fuhr zu ihm herum.

„Ich habe einen Kandidaten, der ein wenig Abwechslung gebrauchen kann“, verkündete ich einer mehr als spontanen Eingebung folgend, wobei sich Scabiors Gesicht bei meinen Worten verdüsterte.

„So flott?“, „Bin ganz Ohr“, kam es interessiert von den beiden Männern, wobei es zu schade war, dass sie mein Schmunzeln nicht sehen konnten.

„Wird dir nicht gefallen“, warnte ich Scabior seidig und er erstarrte in böser Vorahnung, „Barty Crouch Junior!“

„Nein…“, fuhr er auch sofort zurück und stieß beinah seinen Humpen um, indes brach Fenrir in leises Lachen aus, das seinen mächtigen Brustkorb erzittern ließ.

„Das war keine Bitte, mein Strähnchen…“, reizte ich ihn süßlich und sein linker Wangenmuskel zuckte unkontrolliert.

„Oh Mann!“, beschwerte er sich inbrünstig. „Musst du so drakonisch werden wie SIE…“, stieß er jämmerlich aus und ließ mich und Fenrir spöttisch loslachen.

Danach war es noch feuchtfröhlich zugegangen, aber nichts weiter Großes mehr passiert, sodass ich mich in den späten Morgenstunden des nächsten Tages auf den Weg machte, zurück zu den Jungs.

Sofort als ich aufschlug wusste ich, dass etwas anders war als sonst und deshalb zog ich auch umgehend meinen Stab, ging in die Hocke und lauschte in einer geduckten Haltung.

Was war passiert? Waren wir aufgeflogen oder gefunden worden?

Wo waren sie? Ich sah durch die Schutzzauber auf das verlassene Lager, als ich hinter mir ein Rascheln wahrnahm und herumfuhr.

Da war nichts, aber ich legte den Sonus-Ex auf meine Schuhe und huschte bemüht lautlos über den noch immer Ende Februar hart gefrorenen Waldboden. Da war es wieder, ich stoppte abrupt. Eindeutig, ein dumpfer Einschlag. Ich eilte etwas flotter durch den kargen, unfreundlichen Wald. Ich sah aber nichts. Erneut Geräusche, ein Rascheln… und jetzt, ja, das waren die Geräusche von trampelnden Schuhen auf dem Boden. Ich lief schneller los und versuchte, den natürlichen Schutz der Baumstämme zu nutzen, um selbst ungesehen vorwärts zu kommen.

Sorge und Angst machten sich in mir breit, dass die Snatcher den Jungs auf den Fersen waren.

Noch immer waren keine Stimmen zu hören, während meine Augen die Gegend eilig absuchten.

Baumstämme, Gebüsche, Gestrüpp, alles farb- und schmucklos dank der kalten Jahreszeit, aber trotzdem war es schwer, etwas auszumachen. Ich stockte, da ich plötzlich eine orange-braun gefleckte Jacke hinter einer weißen Birke erkennen konnte. Eilig ging ich hinter meinem Baum in Deckung, presste mich an den Stamm und konzentrierte mich auf das Geschehen vor mir.

Ron?

Das war eindeutig Ron und er deutete wie wild mit der Hand auf irgendetwas und fuchtelte durch die Gegend, aber er gab keinen Ton von sich. Und da machte ich auf einmal Harrys wirren Haarschopf in einem Busch aus und wie er mit seinem Stab auf etwas zielte, was sich außerhalb meines Sichtfelds befand.

„Bumm“, donnerte ein Fluch in den Boden.

Blätter, Erde und Staub wirbelten auf und beide Jungs stürzten regelrecht aus ihrem Versteck und schossen wie wild auf den Boden ein. Sie rannten wie irre den Berg hinunter und ich suchte hektisch die Umgebung ab.

Gegen was verteidigten sie sich?

„Hahaha, Harry.“, „Fuck, Ron, du hättest ihn fast gehabt.“, „Mach ran, ich habe Hunger.“, „Da… da… schneller…“, riefen sie sich jetzt doch ziemlich übermütig zu und ich blickte in die Senke und sah die Hinterläufe eines weißen Kaninchens, das wie wild Haken schlug.

Sie waren auf der Jagd, auf Hasenjagd!

Und sie stellten sich mehr als mies an. Bei dem Lärm, den sie veranstalteten, war schon nach Sekunden keine Beute mehr in der Nähe. Gerade stolperte Harry über irgendwas und kugelte laut lachend den Rest des Hügels hinab, während Ron zielte, aber noch weiter weg von der Beute war, sodass es nicht verwunderte, dass der Hase auf Nimmerwiedersehen verschwand.

Mit mildem Lächeln hatte ich bisher zugesehen, nachdem ich keinen Feind hatte ausmachen können, aber jetzt, nachdem Ron bei Harry angelangt war, sah dieser richtiggehend sauer und verstimmt auf Harry hinab. Gerade stampfte er neben Harry auf dem Boden auf und selbst Harrys Lachen endete hohl, als er entschuldigend die Schultern hochzog und selbst ziemlich traurig dahin sah, wo ihm das Tier entkommen war.

Mit unerwarteter Macht überflutete mich das schlechte Gewissen, beginnend dabei, dass ich geschlemmt hatte und mehr als satt war, während sie hier seit Monaten ohne Unterbrechungen in der Kälte ausharrten.

„Das ist doch eine Schande!“, fluchte jetzt auch Harry lautstark, der sich vor Dreck starrend auf die Füße kämpfte, woraufhin Ron ihn anbrüllte.

Eilig drehte ich um und entfloh den beiden Jungs ungesehen, dabei vernahm ich nun, wie sie sich immer lauter in die Haare bekamen und sich gegenseitig beschuldigten und beschimpften. Anscheinend war bei ihnen die Stimmung richtig mies.

Ich keuchte, als ich das Zelt erreichte, aber ich gönnte mir keine Pause, sondern schwang den Stab und ließ Magie wirken, dabei wäre selbst Molly Weasley blass geworden, bevor ich jemanden ganz bestimmten rief.

Ich war noch richtiggehend beschäftigt, als ich bemerkte, wie die Plane plötzlich mit einem Ruck aufgerissen wurde.

„Hermione“, vernahm ich die überraschte Aussage und fuhr herum.

„Harry“, meinte ich dann erschrocken und sah das schiefe, gesprungene Brillenglas.

Auch bemerkte ich seine aufgeplatzte Lippe und war wenig überrascht, dass die beiden anscheinend ihren Streit über den erfolglosen Jagdausflug in einer Prügelei unter Jungs beendet hatten. Sogleich stapfte Ron an ihm vorbei und sah nicht besser aus, gesegnet mit einem immer mehr lila werdenden Veilchen, aber er begrüßte mich nicht mal, sondern starrte nur wütend vor sich hin.

Hatte ich richtig gehandelt, indem ich sie sich selbst überlassen hatte, damit sie ihre Differenzen selbst klären konnten, ohne mich? Oder hätte ich dazwischen gehen müssen? Ich seufzte. Er und Harry hatten sich gezeigt, wie gerne sie sich mal wieder hatten. Sie waren die besten Freunde, konnten aber die besten Feinde sein. Ob das bei Severus und Lucius ähnlich war?

„Wow, was ist das hier?“, schien Ron endlich durch seine vor Wut rote Sicht auf die Welt die Veränderung im Zelt bemerkt zu haben und ich lachte laut auf.

„Magie“, meinte ich zufrieden und besah mir das Innere des Zeltes, das an das orientalische Fest erinnerte und auf einmal ganz anders aussah.

„Und dieses Festmahl?“, fragte Harry und deutete auf den Tisch, der sich, reich gedeckt unter den aufgetragenen, fein duftenden Köstlichkeiten beinah durchbog.

Das hier machte auf jeden Fall einem Festessen in Hogwarts Konkurrenz.

„Ähm… Kreacher…“, gestand ich widerwillig, dass ich den Elfen aus der Burg abberufen hatte, um uns zu versorgen.

„Was?“, fuhr mich Harry auch schon sichtbar zornig an. „Du sollst doch so was nicht tun, je mehr wissen, wo wir sind, desto gefährlicher“, erregte er sich und warf die Arme in die Luft.

„Harryyy“, stöhnte ich leise über seine beginnende Paranoia. Er vertraute eigentlich nur noch uns dreien und wollte keine anderen mehr um sich haben. Mit der Begründung, um sie nicht zu gefährden. Langsam, aber sicher trieb ihn die Isolation der letzten Monate in eine mir gefährlich anmutende Einsamkeit.

Ich wagte es, mich ab und an sehr wagemutig zu fragen, wie das werden sollte, wenn wir dies alles irgendwann hinter uns lassen konnten. Ob es Harry möglich wäre, zurück zu einem normalen Leben zu finden, vielleicht dank Lucien?

Aber aus eigenen Stücken würde er wohl das Leben eines Einsiedlers fortführen und niemals mehr freiwillig unter Leute gehen. Oh ja, ich kannte ihn zu gut.

„Hör auf zu jammern, Harry“, kam es schneidend scharf von Ron, der gerade einen Hähnchenschenkel gegriffen hatte und lustvoll, aber vor allem heißhungrig hineinbiss. „Das ist lecker“, verkündete er kauend und sofort schien seine schlechte Laune verflogen zu sein.

„Ron“, rief auch schon Harry empört wegen der Gleichgültigkeit seines Freundes, wenn eben jener seine Gelüste befriedigen konnte.

„Was?“, schmatzte dieser sichtbar genervt zurück, pflückte sich eine noch dampfende Scheibe Brot aus dem Korb und plumpste auf die Bank. „Es ist da, ich werde es nicht schlecht werden lassen“, kommentierte er weiterhin schwer verständlich. Er würde es nie lernen, erst zu kauen, dann zu schlucken, um dann erst zu reden.

Nach einem Blick auf sein blaues Auge ersparte ich mir den Tadel jedoch und genoss es eher, zu beobachten, wie gut es ihm zu munden schien.

„Er hat Recht Harry und das weißt du“, mischte ich mich dann ein und hielt Harry Datteln und Aprikosen mit Speck umwickelt unter die Nase. „Ihr esst jetzt und danach brechen wir sofort auf. Also keine Sorge, ich räume soweit schon alles zusammen, damit es besonders schnell geht, dann ist unsere Spur wieder verloren… ja…“

„Her–“, wollte Harry beginnen, dabei blähten sich seine Nasenflügel, da ihm der Duft des warmen, knusprigen Specks in die Nase stieg.

„Das ist gut. So machen wir es. Setz dich, Harry. Halt die Klappe und iss“, bestimmte Ron mit Autorität und Harry rollte schlussendlich kapitulierend mit den Augen und plumpste neben seinen Freund, den er manchmal zu lieben und manchmal zu hassen schien.

„Hey“, fuhr er erschrocken zusammen, als ich ihm rasant etwas klaute. Mit einem gezielten Oculus Reparo richtete ich sein Brillenglas, wie so häufig, seitdem wir uns kannten.

Weiter kam er aber nicht, da Ron ihm mehr oder minder sanft eine Keule in die Hand drückte. Harry blickte darauf und biss dann murrend ab, indes war es spannend, zu beobachten, wie die Aromen anscheinend auf Harrys Synapsen wirkten, da er auf einmal aufstöhnend wie ein Tier zu essen begann und genau wie Ron alles in sich hinein schaufelte, dessen er habhaft werden konnte. Sie stopften sich die Bäuche voll, während ich sowohl drinnen als auch draußen alles herrichtete, um mich dann ihnen gegenüber an den Tisch zu setzen.

Mittlerweile waren sie bei den Puddings, Kuchen und Keksen angekommen, dabei erkannte ich eindeutig Gellerts Kunstwerke, die sie mit einem zufriedenen Lächeln genossen. Jetzt sahen sie müde, gesättigt und richtiggehend zufrieden aus, wäre nicht ihr verlottertes und dreckiges Äußeres gewesen.

„Was ihr nicht schafft, pack ich ein“, bot ich leise an und nippte an meinem Kürbissaft.

„Gut, gut, da ist gut, eine super Idee“, begeisterte sich Ron umgehend, dem es sichtbar schwerfiel, sich von den Köstlichkeiten zu trennen.

„Was hat dich veranlasst, das zu tun?“, fragte Harry plötzlich zielgenau und offenbarte mal wieder, dass er zu viel sehen konnte und seine Instinkte exzellent waren und ich zuckte unwohl mit den Schultern.

„Kann ich es nicht einfach aus keinem bestimmten Grund heraus, tun? Einfach weil ich es für euch tun wollte?“, sprach ich so geschwollen wie Lucius und hätte mich dafür gleich darauf in den Hintern treten können, da Harrys so grüne Augen jetzt skeptisch durch seine reparierten Brillengläser zu mir funkelten.

„Was hat Malfoy getan?“, fragte er auch umgehend lauernd und ich seufzte schwer. Augenscheinlich war ich aufgeflogen und meine Kiefer mahlten.

„Ähm… mich verwöhnt“, presste ich dann schwer heraus und versuchte, dieses eigenwillige Treffen irgendwie zu umschreiben.

„Okay, STOPP“, brüllte Ron los. „Ich will es nicht hören, mir geht es gerade sooo gut…“, jammerte er sichtbar blass unter den roten Wangen, die ihm das gute Essen beschert hatten.

„Was wollte Malfoy von dir?“, ließ Harry im Gegensatz zu Ron nicht locker und ich räusperte mich.

„Nichts… nichts Besonderes“, versuchte ich, die Schultern hochzuziehen. „Es war Valentinstag. Das hätte ich ihm nicht zugetraut“, gestand ich dann widerwillig.

„Er wollte was zum Kuscheln, ist doch glasklar“, mischte sich Ron ein und ich war ihm für seine so plumpen Worte durchwegs dankbar, weswegen ich eilig nickte und zu der Göttin betete, dass Harry nicht nachfragen würde, wie das Kuscheln genau ausgesehen hatte. Meine Herren, wenn das Lucius hören könnte.

„Ich glaube nicht, dass der Typ kuschelt“, wandte Harry bestimmt ein und mich überlief eine Gänsehaut. Das war kein Thema, was ich mit den Jungs besprechen würde.

„Oh… naja… dass das Snape macht sehe ich aber auch nicht“, gab Ron unnachahmlich unpassend zu bedenken und ich seufzte. Severus würde rotieren, sollte er mitbekommen, was die Jungs hier heraus posaunten.

„Ja, das wäre ein gruseliger Gedanke. Aber Snape ist subtil, oder wie man das nennt, bei Malfoy sehe ich eher die Peitsche“, unterstrich er seine Behauptung mit einer eindeutigen Geste.

„Harryyy“, beschwerte ich mich über seine unverblümte Art.

„Was? Ron, sei ehrlich, Malfoy und kuscheln, das ist gruselig“, blickte er Beifall heischend zu seinem Freund und ich tat mir schrecklich Leid. Vor allem brannte das Mal an meinem Po und erinnerte mich daran, dass Harry Recht hatte, dass bei uns wahrlich nichts normal war.

„Wo er Recht hat, Schönste, hat er Recht…“, zeigte sich Ron furchtbar gleichgültig und hob die Schultern, während er nun einen bunten Macaron in einem runterschluckte und ich ihm wünschte, er möge stecken bleiben. Tat er natürlich nicht.

„Schönste, schau mir in die Augen und sag mir, dass ich nicht richtig liege“, wandte sich jetzt Harry eindringlich an mich, dabei dachte ich daran, wie er mir in Hogwarts den Hintern versohlt hatte und lang zurückliegend, als er wirklich eine Peitsche benutzt hatte. Aber die Peitsche war nichts Sexuelles gewesen, sondern eine Strafe und blutiger Ernst. Aber natürlich sah auch ich Lucius eher als Tyrannen denn als Kuschelbär.

„Du sagst nichts? Jetzt ist mir übel… passiert das zwischen euch? Neeee, oder? Hermione?“, fragte Ron leicht panisch und wurde zum Ende hin immer hysterischer.

„Was… nein…“, fuhr ich aus meiner Selbstvergessenheit. „Unfug… natürlich nicht und dir ist schlecht, weil du dich schlicht überfressen hast. Selbst schuld!“, schmierte ich ihm eilig aufs Brot und schüttelte mich.

„Das überzeugt irgendwie nicht“, gab er sogleich zurück und würgte, woraufhin ich stöhnte.

„Erstens“, brauste ich auf, „ist das Unfug, wir haben nicht solchen Sex und zweitens geht euch mein Sexleben nichts an. Frage ich euch nach eurem?“, warf ich ihnen vor und ärgerte mich minimal über ihre Dreistigkeit. Dabei schob ich den Gedanken an unseren Dreier weit von mir. Dass es die Twins und Gellert wussten war nicht nett, aber es jetzt noch den Jungs auf die Nase zu binden, das ging mir zu weit.

„Ich erzähl dir von mir“, wurde mir umgehend ziemlich frech angeboten.

„Ich will es gar nicht hören, Ron“, erwiderte ich unaufgeregt und sah bestätigt, woher die Twins das hatten, oder umgekehrt. Es war egal, ich wollte es mit dem lieben Wort „Familie“ umschreiben.

„Uns ist so öde, da wäre es schön, über Neues zu reden…“, kam es unvorstellbar fordernd und ich machte große Augen.

„Harryyy“, entfuhr es mir empört. Warum musste Lucius' Schatten immer solche gigantischen Ausmaße annehmen und jeden Teil meines Lebens bedecken?

„Was? Warum sagst du meinen Namen immer so vorwurfsvoll und seinen nicht?“, wollte er jetzt beleidigt erfahren und deutete anklagend auf Ron, woraufhin ich schnaubte.

„Warum habt ihr beide euch geprügelt?“, lenkte ich ganz geschickt von mir ab, dabei zeigte Harry, was er von meiner Taktik hielt, während Ron so frei war, jetzt wohlwollend zu antworten:

„Die Wut musste raus, das war nichts Persönliches.“ Harry schnaubte, nickte aber. „Harry hat keine Visionen und keinen Plan, aber das ist ja nichts Neues“, legte Ron noch immer leicht grollend hinterher und Harry pustete sich die langen, wirren Haare aus der mit der Blitznarbe gezeichneten Stirn.

„Autsch“, meinte ich schicksalsergeben, wie bei Kleinkindern. „Seid lieb zueinander“, dabei schloss ich mich mit ein.

„Ist doch wahr, das zieht sich sooo unendlich“, jammerte er weiter und Harry blickte genervt an die Zeltdecke.

„Das Schicksal wird uns führen“, meinte ich dann entschieden. Ich musste so denken und ich würde es bis zum bitteren Ende tun.

„Duuu… sag mal, ich hatte da eine Idee…“, kam es nach einer Weile von Ron, der jetzt anfing, mit dem Essen zu spielen, und ich sah ihn auffordernd an.

„Das klingt gefährlich, Ron“, servierte Harry böse und grinste gemein.

„Sei du still“, gab Ron seelenruhig zurück und löffelte jetzt doch genüsslich den giftgrünen Wackelpudding. „Also… Schönste, du als dieses komische Ding… was du ja nun einmal bist…“, führte er ab und an abrechend aus und ich schrie auf.

„Charmant, sehr charmant, Ron“, konnte ich gegen das Augenrollen und Seufzen, das mir entfuhr, nichts tun und Harry prustete in seinen Kürbissaft.

„Naja, könntest du die Horkruxe nicht wie so ein Detektor von den Muggeln aufspüren?“, fragte er begierig und mir ging der Mund weit auf. Seine Gedankengänge waren einmalig und das war schon überraschend, aber Ron war noch niemals dumm gewesen.

„Auf was für Ideen du kommst“, murmelte ich dann widerstrebend, da selbst Harry gespannt zu lauschen schien. „Ich… also, nein… bisher höre ich nur etwas, wenn ich ganz, ganz nah bin… oder sie in der Hand hatte… sorry…“, gab ich widerwillig zu und zog entschuldigend die Schultern hoch.

„Fuck, also alles weiter wie bisher“, murrte er verleidet und sackte etwas zusammen, aufgrund der Aussicht, dass sich erstmal für uns nichts ändern würde.

„Vertraut auf das Schicksal, wir werden weiter und vorwärts kommen. Geduld ist eine Tugend“, mahnte ich weise mit erhobenem Zeigefinger.

„Ach nö, das hört sich an, als hätte dir Gellert eine Gehirnwäsche verpasst.“, „Furchtbar.“ „Lass mal stecken“, wechselten sie sich kichernd ab und es war schön, zu sehen, dass sie sich wieder eingekriegt hatten.

„Hahaha“, lachten wir los und irgendwie war zwischen uns dreien alles wieder im Reinen und das war gut so.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

„Pius“, begrüßte ich reichlich jovial und nahm ihm gegenüber, mit der erhabenen Stellung meiner Person, Platz.

„Lucius“, erwiderte der Minister überschwänglich und zeigte sich sichtbar erfreut darüber, mich zu sehen. „Mrs. Edgecombe, bringen Sie uns bitte Erfrischungen und zeigen Sie Ihrer Kollegin, wie ich alles wünsche, wenn mich ein derart gern gesehener Besucher beehrt!“, befahl er weiterhin geschäftig und ich beäugte die junge Frau, die sich in ein hochgeschlossenes, knielanges Kleid geworfen hatte und wie eine Nonne anmutete.

Wenn das mal keine Wandlung war; von der Hure zur Heiligen, nett!

Sie hatte bei Rodolphus die Bitte eingebracht, sich etwas aus den Diensten des Lords zurückziehen zu dürfen. Dabei erheiterte mich die Begründung gar ungemein. Da sie bald schwanger sein würde. Ich musste McLaggen meine Bewunderung für seine schnelle und vor allem zielsichere Arbeit aussprechen, seine Verlobte so gekonnt und schnell von den DeathEatern zu trennen. Wobei ihr Wille, sich dem zu widersetzen, nach ihrem ersten Gewölbe minimal zu sein schien. Natürlich war sie die Trägerin des Dark Marks und niemand konnte aus den Diensten des Lords austreten, aber ihre Mutter hatte auch interveniert, ebenso wie Hermione, dass Edgecombe verschwinden sollte und ja, sie selbst verschwand erstaunlich freiwillig im Hintergrund und das auf allen Ebenen. Denn dasselbe galt ebenso für ihre Arbeit im Ministerium. Sie arbeitete gerade Ersatz ein, wenn sie in den Mutterschaftsurlaub ginge, der bei ihr bedeutend früher zu beginnen schien als bei anderen Frauen, da die Gute noch nicht mal schwanger war. Aber ihre Mutter und ihr Zukünftiger machten mächtig Druck und da die Familie MacLaggen durchaus Einfluss im Ministerium hatte, verlor Pius seine Gespielin.

Er bedachte die beiden Frauen mit nachdenklichen Blicken, bis die Tür hinter ihnen zufiel. „Bedauerlich, dass Sie Ihre ansehnliche Assistentin schon wieder verlieren“, sprach ich ihm mein geheucheltes Beileid zu meinem Amüsement aus, woraufhin er sofort theatralisch aufseufzte.

„Tragisch… wirklich“, meinte Pius auch umgehend aufrichtig betroffen. „Ich bedauere es wahrlich sehr. Ich war mit ihr mehr als zufrieden, aber was soll man machen, wenn ihr Mann es wünscht…“, ballten sich seine bisher flatternden Hände zu Fäusten und ich hob konsterniert eine helle Braue an.

„Ist die Ehe schon geschlossen?“, fragte ich kurz verwirrt nach und lehnte mich ein wenig nach vorne.

„Was… wo? Nein… dieses Wochenende wird die Trauung vollzogen“, bekannte er dann entschuldigend mit einem jovialen Grinsen, etwas vorschnell zu sein, aber es sei ihm vergeben.

„Das ging ja erstaunlich zügig“, erwiderte ich honorig lächelnd und lehnte mich in meinem Stuhl zurück.

„Tja, einige haben es eiliger als andere“, servierte Pius aufdringlich zwinkernd. „Wie sieht es bei Ihnen aus mein teuerster Lucius?“, wollte er auf einmal sehr intim und viel zu aufdringlich erfahren. Sofort umfasste ich meinen Gehstock fester, während meine emotionslose Maske auf meiner Miene festsaß.

„Da ich mir meiner Verlobten sehr sicher bin“, gab ich akzentuiert von mir und verfolgte das Flackern in seinen Augen, „ist eine überstürzte Eheschließung unnötig“, servierte ich überheblich, als könnte man Edgecombe und McLaggen mit Hermione und mir vergleichen. Das war beinah schon eine dreiste Anmaßung.

„Eine gar zauberhafte Verlobte…“, stieß er leicht gehetzt aus und zum ersten Mal wirkte er etwas blässlich und ungelenk in seiner Lüge.

Anscheinend waren die neuesten Vorkommnisse um Hermiones Andersartigkeit auch zu ihm vorgedrungen und er konnte nicht mehr nachvollziehen, was mich dazu trieb, sie zu wollen, sie zu halten, sie… ganz gleich. Dass dies über seinen begrenzten Horizont hinausging glaubte ich ihm unbesehen.

„Danke Ihnen, Pius…“, erwiderte ich daraufhin sehr süffisant. „Aber wir werden uns Zeit lassen“, schob ich hinterher, auf dass ihm offensichtlich wurde, dass ihre Stellung als die Frau an meiner Seite weiterhin unangefochten war. Dass ich mit dem Gedanken spielte, die Zeremonie nach ihrem Schulabschluss hinter uns zu bringen, ging den guten Minister vor mir mal gar nichts an.

„Ahaaa, bestimmt ein weiser Entschluss“, kam es zu eifrig von ihm, als dass es schmeichelhaft gewesen wäre und er nickte wie ein Troll mit seinem Kopf.

„Touché“, stand meine Entscheidung nicht zur Diskussion und so neigte ich hoheitsvoll mein aristokratisches Haupt, um zu zeigen, dass dieses Thema beendet war, weshalb ich meine Stimme erneut erhob: „Ich habe gehört, es gibt einige neue Unbill in ihrem Zuständigkeitsbereich.“

Ihm brach sichtbar der Schweiß wegen meines leichten Tadels aus. Aber es war nun einmal ein ärgerlicher Fakt, dass er nicht alles unter Kontrolle hatte. „Deshalb meine Frage: wie kann ich Ihnen behilflich und zu Diensten sein, diese zu beseitigen?“, betonte ich das feine Wörtchen Ich extrem, was ihm ein kleines, nervöses Hüsteln entlockte.

„Es ist mir eine Ehre, dass Sie trotz Ihrer vielen, so umfangreichen Aufgaben ein Ohr für die Probleme des Ministeriums…“, stockte er, „… und damit der meinen… haben“, stotterte er sichtbar unwohl und alles andere als glücklich, während ich es genoss, sein schlecht kaschiertes Unwohlsein beinah mit Händen greifen zu können.

„Das versteht sich von selbst, Pius“, erwiderte ich salbungsvoll, woraufhin ihn eine sichtbare Gänsehaut überzog und er sich schüttelte. „Wenn Sie mich brauchen, dann bin ich zur Stelle.“

„Das… das ist der Ehre fast zu viel…“, meinte er affektiert und ich ließ einen kleinen, ungeduldigen Funken in meinen Augen aufblitzen, der dazu führte, dass er sichtbar nervös an seiner Krawatte nestelte. „Eire“, stieß der Zaubereiminister auf einmal harsch aus und ich blinzelte konsterniert.

„Irland?!“, murmelte ich und war sofort auf der Hut. Irland bedeutete Draco. „Was soll damit sein?“, fragte ich sachte interessiert klingend nach, dabei ahnte und hoffte ich zeitgleich, dass es nicht Draco betraf, was nun auf mich zukommen würde. Ich hatte für seine Kindereien wahrlich keine Zeit.

„Diese Enklave dort bereitet uns… dem Ministerium gar arge Kopfzerbrechen. Sie wehren sich gegen unsere Neubesetzungen, unsere neuen Gesetzesvorlagen und die Erlasse. Sie sind schlicht unkooperativ!“, lag Empörung in seiner Stimme, die offenbarte, für wie dreist er das Vorgehen dieser Menschen dort hielt, sich seinem Willen nicht umgehend zu beugen. Auf der anderen Seite, was erwartete er? Was war schon leicht? Seine Macht durchzusetzen war immer mit gewissem Aufwand verbunden.

„Das ist zwar ärgerlich, aber war doch vorauszusehen. Nicht wahr?“, tadelte ich daher auch gespielt sanft. „Welches Ministerium will schon seine Selbständigkeit völlig aufgeben?“, fasste ich den Umstand zusammen, dass mit Widerstand zu rechnen gewesen war.

„Das steht ihnen nicht zu…“, brauste er daraufhin verärgert auf. „I… ich muss sie lehren, zu gehorchen…“, drohte er schneidig und wieder wanderte eine Braue von mir beinah amüsiert in die Höhe. „Ich werde wohl einen Sonderbeauftragten abstellen, um für Ordnung zu sorgen. Wir können nicht das gesamte Ministerium auswechseln“, wirkten seine Worte mehr wie eine Frage denn eine Feststellung, wenngleich er versuchte, sehr entschieden aufzutreten.

„Ich stimme zu“, räumte ich dann nach einer Kunstpause ein. „Alles neu zu besetzen wäre für eine Enklave à la Eire etwas zu weit hergeholt und eindeutig eine Verschwendung unserer Ressourcen“, nickte ich huldvoll und er atmete erleichtert aus.

„Ich… ich dachte an Albert, Albert Runcorn!“, warf Pius wacker ein.

„Oh, eine an sich exzellente Wahl, aber soweit ich weiß, ist er gerade sehr bei meiner Verlobten gefordert… Sie verstehen…“, verdeutlichte ich meine Aussage mit einer vagen Geste meiner Hand und alles an mir veranschaulichte, dass ich diese Idee ablehnte.

„Ich… ich verstehe wirklich. Aber wen dann?“, wollte er hilfesuchend wissen, lenkte sofort wegen meines Tadels erschrocken ein und als ich nicht sofort antwortete, begann er, hektisch zu plappern: „Mr. Wilkins, der erste Untersekretär, ist nicht wirklich abkömmlich… Selwyn wäre eine ebenfalls gute Wahl gewesen, weshalb sein Verlust für mich doppelt schwer wiegt.“ Pius offenbarte nun, dass er sehr genau erfahren hatte, was Hermione an Imbolc verbrochen hatte und die leichten Schweißperlen an seinen Geheimratsecken ließen mich minimal schmunzeln, aber hier war mein taktisches Geschick gefragt, das ich nun voll ausspielte.

Mir spielten hier seine Furcht und Angst durchaus in die Hände.

„Ärgerlich, ich weiß, aber was soll man machen? Manchmal ist es nötig…“, stellte ich mich als Warnung für ihn vorbehaltlos hinter Hermiones Entscheidung, einen ihrer Männer zu eliminieren, woraufhin Pius‘ säuerliche Miene zeigte, dass es ihm nicht gefiel. Er leckte sich regelrecht nervös über die Lippen und fand anscheinend keine Worte. „Was halten Sie von Weasley?“, bot ich zutiefst neutral an.

„Arthur Weasley?“, stieß der Minister zutiefst empört und überrascht aus, weswegen ich überheblich, aber vor allem spöttisch auflachte.

„Wo denken Sie hin, Pius?“, schüttelte ich exaltiert mein vornehmes Haupt. „Ich spreche vom Leiter der Abteilung für Magisches Transportwesen, seinem Sohn!“, mahnte ich leise und die Augen meines Gegenübers gingen weit auf.

„Ahh, jaaa… ich vergaß, es gibt zu viele mit dem Namen Weasley“, versuchte er es mit Humor und krächzte unsicher daher.

„Wahrlich nichts, womit man sich schmücken sollte“, gab ich ihm unumwunden Recht. Wer wollte schon Weasley heißen, wie diese wandelnden, roten Pestilenzen?

„Wohl wahr, aber dieser ist ein absolut linientreuer Angestellter!“, meinte er wohlwollend.

„Ich denke auch, dass er niemals mit dem Orden kollaborieren würde“, schmunzelte ich distinguiert.

„Er? Was? Nein, nein, auf keinen Fall!“, ereiferte sich der Minister regelrecht für Weasley. „Aber er ist völlig ausgelastet!“, versuchte Pius meinen Kandidaten abzulehnen und ich überspielte mein Missfallen über diesen Versuch, indem ich meine Lippen in bester Severus-Manier schürzte.

„Das ist er und ich denke, jung und ehrgeizig genug, um mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen zu können“, erklärte ich souverän und legte mein Haupt provozierend schief.

„Ähm… Lucius, ich bin verwirrt“, gestand Pius widerstrebend und seufzte sichtbar überfordert, wegen meines für ihn nicht nachvollziehbaren Wunsches.

„Bedauerlich“, erwiderte ich süffisant.

„Ja, ähm… finden Sie nicht, wir sollten jemanden nehmen, der uns näher steht?“, kam ein durchaus berechtigter Einwand von ihm. „Oder gibt es einen Grund, weshalb Sie diesen Kandidaten bevorzugen würden, Lucius?“, schwang ein kurzer, gar in meinen vornehmen Ohren unerhörter Zweifel in seinem Ton mit. Ein legitimer Zweifel, denn für mich gab es einen durchaus entscheidenden Grund und der hieß Draco und seine Spielchen, die er dort trieb.

„Wohl wahr“, meinte ich geheimnisvoll und er lehnte sich umgehend weit vor. „Wir sollten nicht zu progressiv vorgehen. Ich denke, es ist gut, überall seine Augen und Ohren zu haben und gerade bei dem Namen, den der junge Mann trägt, könnten wir im Ministerium in Irland besser die Spreu vom Weizen trennen, vielleicht sind sie bei einem Mann namens Weasley kontaktfreudiger? Und wenn Weasley eines ist, dann pflichtbewusst dem Ministerium gegenüber.“

„Ohhh, eine durchaus berechtigte Überlegung, aber es wäre gewagt… die Außenwirkung!“, überlegte Pius.

„Gerade deswegen würde ich diesen Schritt in Erwägung ziehen. Ich dachte, Sie möchten sich in Ihrer Regierungszeit nicht Parteilichkeit vorwerfen lassen“, gab ich jovial zu bedenken.

„Sie sind mir ein Schlitzohr, Lucius… so wasche ich meine Hände in Unschuld und kann mit den neuen Erkenntnissen härter in Irland durchgreifen… Genial, ich werde Weasley über sein zusätzliches Aufgabengebiet in Kenntnis setzen… “, übertrieb Pius mit seiner Vertraulichkeit schamlos und rieb sich eifrig die Hände.

„Pius, wofür sonst bin ich da?“, erwiderte ich süßlich. „Eine ähnliche Strategie fahren wir gerade in Bulgarien mit Antonin“, meinte ich generös, war aber nicht gewillt, tiefer blicken zu lassen.

„Was Sie nicht sagen? Wie geht es dem Lord?“, fragte er eifrig.

„Gar gut, mein Bester. Gibt es sonst noch etwas? Zeit ist kostbar und meine sogar noch wertvoller“, servierte ich vornehm und er zuckte zusammen.

„Natürlich, nur eventuell dieser Radiosender, dieses Potterwatch… es ist ein Ärgernis sondergleichen!“, meinte er erbost und schlug seine Faust laut donnernd auf den Tisch.

„Wir sollten ihn offiziell verbieten und das Hören unter Strafe stellen“, erklärte ich rigoros und erntete ein breites Strahlen.

„Ja, ich werde es umgehend veranlassen. Aber wer ist so dreist, es zu wagen, derart plakativ in der Öffentlichkeit gegen uns aufzutreten?“, fragte er noch immer selbstvergessen, während er sich eine Notiz schrieb.

„Verrückte“, murmelte ich leise vor mich hin. „Eines noch, bevor ich Sie verlasse, wir freuen uns, Sie des Weiteren zu einer besonderen, gesellschaftlichen Feierlichkeit zu Ostern einladen zu dürfen.“

„Ohhh, ich fühle mich so geehrt, habt Dank, dass Ihr an mich denkt“, lag ein mehr als vorfreudiges Blitzen in seinen Augen.

Lucius Sicht Ende

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618. Fifty shades of Lucius II. ♛
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