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 Kapitel 619-620

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 619-620   Di Nov 21, 2017 8:47 pm

Und noch ein kleiner Schock, nächste Woche gibt es kein Kap, da bin ich nämlich weit, weit weg und im Urlaub, es tut mir sehr leid, ich hoffe, ihr habt Verständnis!

http://www.whenhermionefights.de

619. Kapitel Meet & Greet

Hermiones Sicht

„Ron!“, „Neiiiiin nicht!“, „Tu es nicht“, „RON!“, „Bleib hier“, dröhnten unsere Rufe gehetzt durch die lastende Stille des in Abendrot getauchten Waldes.

Bisher war in der letzten Zeit absolut nichts passiert, wirklich gar nichts, und es war zwischen uns sogar relativ harmonisch abgelaufen, aber es brauchte bloß eine Nachricht und schon überschlugen sich die Ereignisse. Diese Nachricht hatte uns auf verschlungenen Umwegen erreicht und ich wünschte, sie hätte es nicht, aber wie so oft mit meinem Glück hatte sie es und war gerade dabei, dazu zu führen, dass Harry Dummheiten beging.

Warum mussten sie immer mal wieder diese Aussetzer haben?

Ron, wenn ich ihn in die Finger bekam, dann würde ich ihm den Hals umdrehen. Die Andeutungen waren zugegebenermaßen beängstigend und die Aussicht, dass es passiert war, erschreckend, aber Harrys Schutz ging vor.

Nur Ron hatte nichts mehr gehalten und so rannten wir ihm wie aufgescheuchte Hühner hinterher, als er das Zelt und die Schutzzauber völlig aufgelöst hinter sich ließ. Als ich erkannte, was Harry vorhatte, lief ich noch schneller. Das war nicht sein Ernst. Das konnte er nicht tun. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, das durfte er nicht machen!

Was für eine Scheiße!

„Harry, bleib gefälligst stehen“, keifte ich ihn unfreundlich an und holte zu ihm auf. Das Hüten von zwei jungen Männern war schlimmer als eine Herde Einhörner zusammenhalten zu müssen.

„Wir müssen mit“, rief er hitzig und drehte nur kurz seinen Kopf zu mir, als er an der leeren Stelle ankam, von der aus Ron schon appariert war.

„Wir müssen gar nichts“, erreichte ich Harry, packte grob seinen Arm und riss ihn zu mir herum.

„Und wenn wir ihn wieder aus den Augen verlieren?“, sprach die fühlbare Furcht aus seiner Stimme. „Hermione, nein! Wir gehen mit. Er braucht uns… gerade jetzt…“, beharrte er stur, erfüllt mit erdrückenden Emotionen der Freundschaft und Loyalität zu seinem besten Freund und ich blickte ihn finster und ein wenig frustriert an.

Er hatte aufgrund des Verlustes von Ron letztens eindeutig einen Schaden davongetragen. Seine Sorge, dass dieser nicht mehr zu uns finden würde, war beinah mit Händen zu greifen und das musste er gar nicht erst aussprechen.

„DU… machst mal gar nichts“, bestimmte ich herrisch und bohrte mit der anderen Hand meinen Zeigefinger vorwurfsvoll in seine Brust.

„Was willst du sagen? Dass… dass… wir ihn allein gehen lassen… nein…“, stotterte er hektisch und nestelte nervös an seiner Jacke.

„Still und Platz“, knurrte ich aggressiv und fühlte den stechenden Kopfschmerz in meinem Schädel. Danke Ron!

„Ich bin kein Minimuff“, beschwerte sich Harry umgehend und funkelte mich wütend an.

„Nein, aber manchmal durchaus ein Idiot“, servierte ich fies, aber auch brutal ehrlich, ohne die nötigen Nerven und er riss empört den Mund weit auf. „Ich gehe, du bleibst“, kam ich ihm zuvor und schien ihn zu schocken.

„Hey, das ist… ist…“, stieß er beleidigt aus.

„Sinnvoll“, unterbrach ich ihn entschieden. „Ich diskutiere nicht… ich gehe… du bleibst!“, verkündete ich mit dem gebotenen Ernst, da es viel zu gefährlich für Harry war, Ron zu folgen, und apparierte.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich stand kurz davor, einen Mord zu begehen!

Sie hatten es gewagt, wieder einmal!

Wo war ihr zu erwartender Respekt? Und dieses Mal waren es  wirklich zwei gewesen! Zwei silbrig blitzende Eichhörnchen und ich konnte nicht fassen, dass sie so frech waren, mich derart zu reizen.

Dumm und dreist!

Aber ich vergrub meine Laune hinter einer starren Miene, als ich letztlich vor den Schutzzaubern auftauchte und sofort von diesen Unholden empfangen wurde.

„Sir“, kam es tatsächlich erfreut. „Wie gut, dass Sie schon da sind.“, „Pünktlich wie die Sternenuhr!“, „Auf Sie ist halt Verlass.“, „Kommen Sie!“, zogen mich diese unvorstellbar dreisten Männer durch die Zauber. „Läuft gerade alles andere als optimal“, flüsterte mir der eine vertraulich zu, woraufhin ich die Lippen schürzte. Was dachte er, wer ich war?

„Das hätte ich Ihnen auch vorher sagen können. Was für Schnapsideen haben Sie nur immer wieder?“, fragte ich beinah schon verzweifelt, wenn man an die letzten unheilvollen Auftritte dieser teuflischen Typen dachte.

„Schnaps?“, echote es von den beiden verwirrt. „Das wird ein Meet and Greet hier…“, verzog nun ich meine Züge zu einer Grimasse und schüttelte mich wegen ihrer tolldreisten Ideen.

„Vergessen Sie es“, hisste ich böse und gab die Muggelsprichwörter auf, da viele andere extrem aufgeregte Stimmen zu uns wehten.

„Ein Werwolf-Veela Paar?“, drang Radus erstaunlich schrille Tonlage über den eisigen und wie ehedem unordentlichen Vorhof und ich verbiss mir ein Schmunzeln. Dergestalt angewidert und zeitgleich verzweifelt anmutend hatte ich ihn noch nie gehört.

„Ich bin kein Werwolf“, knurrte Bill Weasley, dessen großflächige Narben zusammen mit dem Dreitagebart und seinem schulterlangen Haar einen anderen Eindruck vermittelten, während seine hübsche, zarte, so blonde Frau sich ihm in den Weg gestellt hatte und ihre Hand auf seine Brust legte.

„Schsch“, meinte die Ehefrau des ältesten Sohnes beruhigend, da ihr Mann anscheinend Radu zeigen wollte, dass er sich beleidigt fühlte.

„Ein Verschnitt!“, beharrte Radu auf seiner abwertenden Meinung und verbesserte die Situation dadurch gar nicht.

„Hey, Junge, haben wir dir nicht gesagt, wir sind was ganz Besonderes?“, „Eine ganz besonders nette, außergewöhnliche, eigenwillige und sehr große Familie?“, „Bei uns kannst du noch was lernen.“, „Selbst in deinem Alter.“, „Hahaha“, krähten die Red Devils neben mir gut unterhalten mit boshafter Gemeinheit, die sie gerade genüsslich auslebten und der Vampir vor uns verzog seine schönen Züge zu einer schmerzlichen Grimasse der Einsicht, weil sie Recht hatten.

„Radu… bitte…“, schaltete sich der Neuvampir, der ziemlich blässlich aussah, bettelnd ein. Er wirkte auch noch ziemlich unglücklich, während sein Vater und seine Mutter überrascht aufgrund des Auflaufes die Hände wrangen.

„Radu cel Frumos“, kam es unendlich eingebildet von dem gebürtigen Vampir und wahrlich, er konnte gerade Lucius in seiner Arroganz Konkurrenz machen.

„Radu ce… äh.“, „Von was?“, „Frumos.“, „Was soll denn das sein?“, kam es wirr von den Anwesenden, dabei sahen die Twins böse zu dem gebürtigen Vampir, da er ihren Bruder betteln ließ.

„Radu, der Schöne“, knurrte ich leise die Übersetzung und wurde erst jetzt wirklich registriert.

„Was macht der denn schon wieder da?“, „Was will Snape hier?“, „Snape?“, wurde wild durcheinander gefragt und niemand schien angemessen begeistert, mich zu sehen, bis auf diese Unholde von Twins, die begeistert klatschten und applaudierten.

„Severus!“, kam es reichlich erleichtert von meinem besondern Freund dem Vampir, der nicht verhehlen konnte, wie sehr er sich freute, mich in dieser eigenwilligen Versammlung auszumachen.

„Deine Instinkte lassen nach“, lächelte ich schmallippig und konnte es nicht lassen, ihn mit meiner Ironie aufzuziehen, während ich der Entscheidung der Twins sogar etwas abgewinnen konnte, da sie augenscheinlich hofften, dass ich Radu bändigen könnte, sollte es nötig werden.

Eigentlich hatte ich angenommen, dass sie ihr blödes Gerede selbst nicht ernst nahmen und niemals ein Treffen veranstalten würden. Weit gefehlt!

Da sah man mal wieder, dass man diese Verrückten wirklich ernst nehmen musste, ob man wollte, oder nicht!

„Rette mich!“, rief er über die Masse hinweg. „Das ist ein Irrenhaus“, meinte er jetzt reichlich gewagt, wie die empörten Rufe der Anwesenden unterstrichen und ich rollte mit den Augen.

„Mein Mitleid mit dir hält sich dramatisch in Grenzen“, servierte ich gehässig und konnte nur denken: selbst schuld, wenn du ein Mitglied dieser Familie beißt. Ich hatte es dir gesagt und du hast in deiner unendlichen Arroganz nicht hören wollen und wer halt eben nicht hören wollte, musste lernen, am eigenen Leib zu fühlen, wie beschissen das Schicksal zu einem sein kann.

„Pro… Schulleiter Snape…“, rang sich der Herr des Hauses bemüht höflich ab, wurde jedoch von den weniger gut erzogenen Subjekten seines Hausstandes unterbrochen:

„Sie schon wieder“, „Was wollen Sie hier?“, „Wer hat Sie eingeladen?“, endeten die Unkenrufe mit der Frage von der Dame des Hauses.

„Mrs. Weasley… Mr. Weasley… und fragen Sie beide bitte nicht mich, was ich hier soll… fragen Sie Ihre Söhne…“, meinte ich schnarrend und jetzt sahen sich alle untereinander an, während ich dünn lächelte. „Die beinah gleichen…“, schossen die Blicke aller zu dem unsäglichen Duo, um sie vorwurfsvoll, oder böse nieder zu starren, was sie natürlich nicht in die Knie zwang, da sie nur gespielt unschuldig die Schultern hochzogen.

Wie gesagt, an sich eine bravouröse Intrige, vor allem klug gehandelt. Das wusste ihre Familie zwar nicht zu würdigen, aber ich insgeheim schon.

„Mum! Dad“, ertönte eine neuerliche Unterbrechung und ich erstarrte. Was wollte denn der hier?

Eine regelrechte Bombe platzte in die illustre Versammlung und ich hoffte, dass Potter die Güte hatte, nicht so bescheuert zu sein und hier aufzutauchen, während ich hier stand. Radu würde nämlich kein Verständnis dafür haben, wenn ich Potter nicht umgehend an den Lord auslieferte.

„Ron!“, dröhnte es auch sogleich von allen, außer mir.

„Noch einer?“, ging Radus furchtsam ausgestoßene Fragen beinah unter, aber ich wollte ihn nicht darauf stoßen, dass sogar noch zwei weitere fehlten, das würde er früh genug selbst merken.

Ach, eigentlich war es sogar ganz amüsant, Zeuge dieser denkwürdigen Zusammenkunft zu sein und nervigen Nifflerproblemen, den renitenten Schülern, als auch den penetranten Professoren zu entkommen.

„Ja, was machst du denn hier?“, „Ron?“, „Bon jour, Ron, lange nicht gesehen…“, „Damit hab ich jetzt gar nicht gerechnet.“, „Mein Sohn, geht es dir gut?“, kam es noch immer begeistert von den anderen, als ich bemerkte, dass der etwas heruntergekommene junge Mann wie ein Ochse auf seinen Bruder zumarschierte.

„Charlie, du Hornochse!“, raste der wutschäumende Freund von Potter doch eher wie ein Eber auf seinen gewandelten Bruder zu.

„Hey“, meinte noch der Gebissene überrumpelt und wandte sich mit erhobenen Händen zu seinem Bruder, als ihn ein Kinnhaken traf und zu Boden beförderte. Für einen Vampir eine Blamage und so sah Radu auch gerade aus, als wäre ihm das peinlich, diese Schwäche mitzuerleben.

„Wow.“, „Der saß.“, „Voll ins Gesicht“, ereiferten sich die Twins. „Treffer.“, „JA!“, grölten sie los, während ich milde amüsiert dastand und Zeuge dieser bedeutenden Versammlung wurde.

Der am Boden liegende kämpfte, verlor aber gegen seine noch neuen, schwer für ihn zu kontrollierenden Instinkte. Beinah sofort verzerrten sich die Gesichtszüge des Gewandelten und er bekam die scharfkantige Fratze des Vampirs. Seine Zähne fuhren zu den spitzen Reißzähnen aus, die ihn zu einem Raubtier werden ließen. Den beiden Damen entfuhren entsetzte Schreie, da diese Offenbarung, wie ihr Sohn, Bruder oder Familienmitglied nun war, mehr als plastisch zutage trat und ein bitterer Fakt wurde, der nicht mehr zu diskutieren war.

„Verfluchte Scheiße, Charlie.“, „Warum?“, „Wolltest du das wirklich?“, „Mein Sohn“, kam es aus den Reihen der Fassungslosen.

„Leute, er ist, was er ist“, erklärten die Twins zum ersten Mal ruhig, als Potters hitziger Freund zu ihnen herumfuhr.

„Boah, zu euch komm ich gleich“, grollte der jüngste Bruder und wirkte alles andere als ruhig, jedoch war schon der Älteste bei ihm und nahm ihn in die Arme.

„Hey, wir haben dich informiert!“ „Ja, wir haben an dich gedacht!“, „Wir haben alle zusammengetrommelt, um Charlie die Chance zu geben, es selbst zu sagen…“, ereiferten sie sich. „Und es sind noch nicht mal alle da!“

„Wie, da fehlen welche?“, wisperte Radu, aber nicht leise genug.

„Hey, Schwagerlein, da fehlt noch mehr, genau…“, kam es vorwitzig von den Unholden und Radu besaß nicht die Größe, bei dieser Titulierung nicht zusammenzuzucken, aber das war ihnen egal, denn sie gingen darüber hinweg. „Ja, erstmal Perce, auch Percy genannt, ein ministerialer Korinthenkacker…“, „Glaub uns, der betet dir in deinen feuchten Träumen noch die Grundsätze des Ministeriums runter und wird dir als Vampir sagen, dass du nix Richtiges bist!“, erklärten sie und Radus Miene drückte ob dieser Anmaßung großen Unglauben aus. „Also, ja, den könntest du beißen“, boten sie großmütig an. „Aber Holla, da hättest du auch meine Erlaubnis.“, „Aber ob er ein Leckerbissen ist?“, „Das möchte ich bezweifeln“, hauten die Red Devils Kommentare heraus, die fern von Gut und Böse waren.

„Niemand beißt irgendwen. Hört mit dem Unsinn auf“, brüllte die Mutter plötzlich los und ihre voluminöse Stimme dröhnte eindrucksvoll über den Hof.

„Okay, Mum.“, „Aber wir müssen ihm ja aufzählen, dass auch noch unsere Schwester fehlt.“, „Ein liebes, ein zuckersüßes Mädel.“, „Berühmt berüchtigt für ihre Flederwichtflüche.“, „Also ärgere sie besser nicht, wobei… Fledermaus? Stehen die euch nicht ziemlich nah?“, „Charlie, kannst du dich in eine Fledermaus verwandeln?“, verbot ich mir das Lachen, das aus meiner Kehle perlen wollte. Diese beiden waren unmöglich.

„Haltet endlich den Mund! Ihr macht mich ganz blöd!“, schrie nun Charlie, der sich mühsam aufrappelte und darum kämpfte, wieder normal auszusehen.

„Was soll das eigentlich alles hier?“, fragte nun Molly Weasley entnervt, aber auch sichtbar mitgenommen und warf einen unsteten, sehr unsicheren Blick zu ihrem gewandelten Sohn.

„Wir wollten ein Meet and Greet mit eurem neuen Schwiegersohn.“, „Dürfen wir, wie gesagt, vorstellen? Das hier ist Radu cel… George, wie hieß dieser Zusatz?“, „Famos?“, „Nee, da war nix famos“, „Fromage“, „Nix Käse, das war Ramos? Oder?“, zogen die Twins den uralten Vampir bitterböse auf.

„… cel Frumos“, servierte ich gemeinhin und gut unterhalten.

„Sagen wir ja.“, „Wir brauchen nur noch eine Hochzeit.“, „Sind gleichgeschlechtliche Ehen bei uns eigentlich erlaubt?“, „Wie auch immer, wir sollten ein Fest schmeißen!“

„Ihr seid irre“, schrie nun Bill erregt und wrang die Hände, indes kämpfte Ronald zornrot um seine Beherrschung und starrte Radu wütend in den Boden.

„Also Mum, Dad, sorry, aber Charlie ist halt jetzt so wie er ist.“, „Absolut und mausetot“, brachten es die beiden erbarmungslos ehrlich auf den Punkt.

„Arrr“, kam ein hilfloser Ton über die Lippen von Molly und die Übermama konnte einem Leidtun, weswegen wusste ich noch nicht so ganz, entweder da sie es geschafft hatte, solche Kinder zu produzieren, oder aber halt deswegen, weil ihre Söhne alle etwas gezeichnet aus diesem Krieg hervorgehen würden.

„Haltet sofort den Mund! Müsst ihr so wenig einfühlsam sein?“, brüllte Arthur los, während ich die Anwesenden musterte.

Bill, eindeutig von Fenrirs Krallen gezeichnet, Charlie, blass, blutleer und mit den stechenden Augen des Vampirs, George mit seinem halben Ohr und sichtbaren, kleinen Narben im Gesicht und Ronald mit den vernarbten Händen und Armen. Ja, so ganz heil und unberührt sahen sie alle nicht aus.

„Ich kann es immer noch nicht fassen, Charlie.“, „Ich hielt es zuerst für einen Witz.“, „Du ein Vampir.“, „Und was nun?“, „Was sollen wir tun?“, „Was können wir tun?“, zeigten sich die Familienmitglieder heillos überfordert.

„Die Frage ist eher…“, „… hat er schon was geschlürft?“, warfen sich die Twins wieder die Sätze zu und auch wenn sie plump und dreist erschienen, lenkten sie damit doch das bodenlose Entsetzen auf sich und weg von dem sichtbar mitgenommen, zutiefst unglücklichen Neu-Vampir.

Da hatte Radu sich was eingehandelt. Er würde die ersten Jahrzehnte mit den Depressionen seines Partners zu kämpfen haben. Es geschah ihm recht und mein Mitleid mit ihm war non-existent. Er hatte Charlie aus einer Laune der Rachsucht heraus gebissen, um uns zu drangsalieren und zu ärgern. Nur dass sich gerade das Karma, bösartig wie es war, gegen ihn wendete.

„Wahh.“, „Ihr seid unmöglich.“, „Müsst ihr mit so was anfangen?“, brausten einige auf, aber ich gestand den Twins zu, dass sie Recht damit hatten, auch unschöne, aber durchaus bedeutende Tatsachen anzusprechen. Wenn Charlie als Vampir leben und überleben wollte, musste er ab und an morden, das war ein Fakt!

Unschön, aber Tatsache.

„Ich wollte das doch gar nicht“, brauste der Neu-Vampir soeben inbrünstig auf.

„Das ist passiert, weil du dich mit diesen komischen Typen einlässt!“, ertönte es doppeldeutig von Potters Anhängsel und ich als auch die Twins sahen uns verstehend an, dass dieser nicht nur Radu, sondern vielleicht sogar vor allem Scabior damit meinte.

„Das sagt der Richtige“, hielt der älteste Bruder seinem Jüngsten nachtragend vor und spielte nun seinerseits auf das Biest an.

„Ich verpasse dir auch gleich mal eine“, zeigte der jüngste Spross der illustren Familie Zähne und ballte aggressiv die Hand zur Faust.

„Ron“, donnerte es ähnlich drakonisch daher, wie wenn Lucius gut drauf war und ja, selbst ich, wir alle fuhren damit überrascht zu einem Besucher herum, den so niemand erwartet hätte und kurz erlaubte ich mir die Frage, wie es ihr als Nicht-Weasley gelungen war, die Schutzzauber hinter sich zu lassen. Ich machte ihr anders Sein, das SoulGatherertum, als Grund aus.

„Hermione?“, „Schönste?“, „Granger.“, „Was für eine geile Überraschung.“, „Hat Ron dich mitgebracht?“, wurde der Neuankömmling bestürmt, während ich sofort besorgt zu Radu sah, der seine Abneigung gegen den Besuch kundtat, indem er sein Raubtiergebiss aufblitzen ließ. Eine delikate Tatsache, die in dem Trubel dieser turbulenten Familie total unterging.

„Du hast IHN alleine gelassen!“, meinte sie fauchend zu ihrem entwischten Freund, dabei beachtete sie die anderen gar nicht, als sie mich sah. „Was machst du hier?“, fragte sie jetzt wenig höflich und noch weniger angebracht und viel zu intim, wenn man bedachte, wie der Rest der unwissenden Familie uns nun ansah.

„Und das lässt du dir bieten, Severus?“, nützte Radu die Gunst der Stunde dazu, sich unerwünschter Weise einzumischen.

„Sprich ihn nicht an“, schritt Hermione wütend auf den Vampir zu, der sofort wieder seine Beißerchen aufblitzen ließ.

„Ach, darüber entscheidest du? Du Widernatürlichkeit?“, giftete er nicht weniger aggressiv zurück und ich erlaubte mir die Verwunderung darüber, dass sie über meine Person stritten, als wäre ich nicht anwesend und eventuell nicht mündig. Aber bevor ich antworten konnte, bohrte sie ihren Zeigefinger in die aufwendige Brokatweste von Radu und dieser versuchte hissend, ihrer Berührung auszuweichen.

„Nachdem du deine Beißerchen nicht bei dir behalten kannst, sollte ich sie dir ausreißen und zwar jeden einzelnen, oder dich auf die andere Seite ziehen und nie mehr rauslassen“, bot sie gehässig an, ohne ihre Stimme zu erheben und der marmorhaft wirkende Radu wurde zu meiner Verwunderung tatsächlich noch ein weniger bleicher.

„Arrr“, riss Radu sein Maul auf und offenbarte sein durchaus beeindruckendes und wenn vollständig ausgefahrenes, absolut mit den Werwölfen mithaltendes Gebiss. Ich beobachtete interessiert, wie zerrissen der Neuvampir wirkte, während die anderen minimal erstarrten, wegen der Aussicht, dass ihr Bruder, beziehungsweise Sohn, nun ebenfalls so war.

Kein schöner Anblick und ganz anders und viel bedrohlicher als vorhin bei dem Neu-Gewandelten.

„Könntet ihr nicht aufhören, euch ständig zu streiten?“, schnarrte meine Stimme nun ölig daher und die beiden Streithennen fuhren zu mir herum.

„Dann sorg dafür, dass sie aufhört, mich zu bedrohen“, erklang Radus melodiöse Beschwerde wie eine affektierte Bitte, sie von ihm fernzuhalten.

„Oh, Angst?“, servierte sie auch umgehend ungetrübt.

„Hermione!“, fuhr ich sie daraufhin wütend an.

„Isch verstähe das nisch.“, „Das tun wir alle nicht.“, „Was wird das hier?“, „Ach, macht euch keine Sorgen, das ist episch.“, „Durchwegs beeindruckend.“, „Charlie, verstehst du deinen Meister?“, schossen wieder die Sätze wild durcheinander.

„Er ist nicht mein Meister!“, fauchte dieser jetzt ungehalten und ich lüpfte eine schwarze Braue.

„Nisch?“, „Ich dachte, Erschaffer ist gleich Meister!“, „Chef.“, „Boss, kurz vor Oberboss“, hatten die Twins wieder alle mundtot gemacht.

„Arrr, ihr zwei könnt einen fertig machen“, schrie der ältere Bruder frustriert und raufte sich die Haare.

„Sie haben beide wirklich nicht im Unterricht aufgepasst, als das in Verteidigung durchgenommen wurde, oder?“, schaltete ich mich nun ein, da die Eltern kurz vor einem Schlaganfall standen.

„Sir, tut uns echt leid, Ihnen das sagen zu müssen…“, „Ja, aber unser abwechslungsreicher und stetig wechselnder Unterricht in Verteidigung war bisweilen…“, „Wie soll man das nun höflich umschreiben, ähhh?“, „Mangelhaft.“, „Und sehr äh… lückenhaft und sprunghaft.“, „Das fasst es grandios zusammen“, hatte wieder das unerträgliche Duo übernommen und kurz erlaubte ich mir die Frage, wie ich es ausgehalten hatte, diese Brut zu unterrichten.

„Haltet die Klappe“, fuhr Bill seinen Brüdern über den Mund. „Charlie, das ist alles…“, „Schrecklich.“, „Furchtbar?“, „Spannend?“

„Wir freuen uns, dass ihr zu uns gekommen seid… wir müssen reden, wir sollten reden… wollen Sie nicht reinkommen… Radu?“, versuchte es Arthur diplomatisch.

„Etwas zu essen und zu trinken?“, fragte Molly wacklig, aber tapfer.

„Mum.“, „Ganz schlechter Satz.“, „Die brauchen nichts, zumindest nichts, was wir ihnen freiwillig geben wollen“, fielen die Twins schon wieder dazwischen.

„Ups… ähm… mein Sohn, komm zu mir…“, breitete die Frau die Arme weit aus, um ihren verlorenen Sohn willkommen zu heißen.

„Keine gute Idee“, trat ich ihr in den Weg und verhinderte, dass sie sich zu nahe kamen.

„Warum?“, begehrte sie auf und ich warf einen Blick über meine schwarzgewandete Schulter.

„Er ist jung, noch könnte er sich nicht im Griff haben. Halten Sie besser Abstand“, erklärte ich ihr schnarrend, um nicht zu freundlich zu erscheinen, während Charlie wie geschlagen vor mir zurückwich, da er wohl den Wahrheitsgehalt meiner Worte erkannte.

Der rhythmisch schlagende Puls seiner Mutter, ihr durch ihre Adern rauschendes frisches Blut, ihr Duft, das war unvorstellbare Verlockung pur für einen Frischling, wie er einer war.

„Zu meinem Sohn?“, brach die sonst so gefestigte, vielfache Mutter in Tränen aus.

„Mum… ich… wir alle sind immer für dich da“, murmelte nun Ron zu seiner Mutter und schien sich weit weg zu wünschen.

Was für ein Drama. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich, wie Hermione langsam zu Radu ging und nicht mehr auf die anderen achtete. Eilig machte ich mich zu ihnen auf, erhaschte aber nur noch einen Teil des Gespräches.

„Ich denke gar nicht daran…“, fauchte Radu gerade ziemlich unfreundlich zu ihr hin und sie kicherte übertrieben böse.

„Nicht?“, stieß sie nun zornig aus. „Ich zeig dir gleich, was du denken kannst. Du hast ihn gebissen“, hisste sie wütend. „Damit hat der Orden einen zu hohen Preis gezahlt, also tut ihr nun, was sie wollen!“, verlangte sie aufgebracht und kam ihm immer näher, während sein schmales Kinn aggressiv in die Höhe schoss.

„Solltet ihr nicht beide einen Sicherheitsabstand einhalten?“, fragte ich betont sarkastisch und trat nun nah an sie heran.

„Halt ES mir vom Leib“, ergriff Radu sofort mit seiner näselnden Stimme das Wort, woraufhin ich schnaubte, aber bei einem kleinen Seitenblick sah es nicht so aus, als ob sich das Biest an seiner abwertenden Titulierung zu stören schien.

„Warum?“, fragte ich süffisant. „Das alles hast du dir selbst eingebrockt. Ich bin gespannt, was die Penetranzen zu deinem Neuzugang sagen werden, nachdem dies hier so fabulös läuft…“, kommentierte ich mit dem mir innewohnenden Sarkasmus und das Biest prustete los.

„Severus, ich verbitte mir die Einmischung…“, erwiderte er nun völlig verschnupft, bis er stockte und mich scharf musterte. „Wobei, Severus? Willst du Charlie und mir die Ehre erweisen, ihn zu seinem ersten Bankett zu begleiten? Drăculea wäre erfreut, dich in Rumänien willkommen zu heißen“, sprach er seine anmaßende Einladung aus und neigte lockend sein Haupt, weswegen sofort meine Augenbrauen in die Höhe schossen.

„Okay, jetzt bring ich ihn um“, stieß das Biest aus, woraufhin meine Hand vorschoss, denn sie klang absolut willig, es zu tun.

Radu sah aus, als hätte er einen Geist gesehen und als könnte er nicht glauben, dass sie gerade vorhatte, ihn zu packen, ihn anzufassen, um ihn mit sich zu nehmen. Inzwischen blitzten nämlich ihre bedrohlichen, weißen Augen unheilvoll auf, was zeigte, dass sie es todernst meinte.

„Das wirst du nicht“, packte ich Hermione fest am Oberarm und riss sie mit mir fort, hinein in die Apparition, bevor etwas passierte, was keiner von uns wollte.

„Ahhh“, stieß sie mich weg, nachdem wir aufgeprallt waren und ich taumelte an die Wand. „Was soll das, Severus?“, schrie sie mich überrumpelt an. „Was fällt dir ein?“

„Du kannst Radu nicht einfach irgendwo hinbringen, damit er nicht mehr wiederkehrt! Du musstest da weg!“, grollte ich tief und offenbarte, dass ich keine Sterne oder Teetassen brauchte, um in die Zukunft sehen zu können.

„Ach, aber du kannst es bestimmen?“, giftete sie zurück.

„Du weißt, dass ich richtig gehandelt habe, bevor da alles aus dem Ruder lief“, erwiderte ich seelenruhig.

„Und wer passt jetzt auf, dass nichts passiert?“, fragte sie reichlich erregt und ich lüpfte aufgrund ihrer bravourösen Selbstüberschätzung, die selbst Lucius alle Ehre gemacht hätte, meine Braue.

„Sie werden das schon schaffen“, räumte ich einigen der dort Anwesenden zu meiner eigenen Verblüffung ein, durchaus in der Lage zu sein, mit der eigenwilligen Situation zurechtzukommen. Außerdem war die Gefahr, dass sie und Radu sich die Köpfe einschlugen, größer als wenn wir sie alleine ließen.

„Auf einmal“, stieß sie verächtlich aus und sah sich zum ersten Mal blinzelnd um. „Prince House?“, echote sie nun ungläubig und ich nickte zuvorkommend.

„Glaub mir, mir hängt Hogwarts zum Hals raus“, erwiderte ich schnarrend und warf meinen dicken Wollmantel ab.

„Warum hier? Warum hast du mich nicht mit nach Hogwarts genommen? Ich glaub dir kein Wort, dass du deshalb nicht Hogwarts gewählt hast…“, meinte sie hintersinnig und lächelte mich zynisch über die Schulter an.

„Weil ich weiß, dass du danach gleich gehen wirst und Hogwarts würde dich nur aufhalten“, erklärte ich bestimmt und uns war wohl beiden klar, dass ich mit meiner treffsicheren Einschätzung absolut richtig lag.

„Hogwarts… oder… Draco“, reizte das Biest gemein und ich schürzte meine Lippen.

„Was auch immer“, tat ich lässig ab. „Aber ich weiß, dass du danach woanders hingehst“, umschrieb ich Potter und ihre Verpflichtung, auf ihn aufzupassen und setzte mich nun vor den jetzt aufflackernden Kamin.

„Willst du was trinken?“, fragte sie zu meiner Verwunderung plötzlich freundlich, ging schon Richtung Bar und warf ihre Jacke ebenfalls ab.

„Ja, danach setz dich zu mir“, unterstrich ich meine Worte mit einem auffordernden Klopfen neben meiner Seite. Augenscheinlich war die Aggressivität von vorher schon wieder vergessen, während ich in den Kamin starrte und mir vornahm, die Einladung von Radu höflich, aber bestimmt abzulehnen. Wenn sie, die Vampire rausbekamen, dass ich wieder mit der Nekromantie spielte, wäre es viel zu gefährlich, in ihren Reihen zu verweilen. Zusätzlich kam noch meine Verbindung zu Hermione hinzu, damit wurde es doppelt gefährlich. Ich sollte und ich musste ab nun zu den Vampiren Abstand wahren.

„Was war das eben?“, fragte sie, nachdem sie mir meinen Drink gereicht und es sich neben mir bequem gemacht hatte.

„Wieso sollte ich dir das sagen können? Radu hat Mist gebaut und langsam bekommt er mit, was für einen…“, grinste ich gehässig und lachte zum Ende hin rau auf. Es war zu herrlich, sich vorzustellen, wie er jetzt die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte gequält werden würde.

„Wollte Charlie das…?“, wollte sie erfahren.

Dabei offenbarte sie mir gegenüber, dass sie gar keine Ahnung hatte, was wirklich alles vorgefallen war. Das bedeutete wiederum, dass die Twins sie nicht vollumfänglich informiert hatten. Interessant, aber auch delikat, wenn ich mir ausmalte, was passiert wäre, wenn sie vorher gewusst hätte, wie die Wandlung abgelaufen war. Ich mochte annehmen, dass ich Radu vor ihrer Rache vielleicht nicht hätte retten können, aber so neigte ich mein Haupt und begann meinen Bericht.

Sie hörte mir aufmerksam zu, unterbrach mich nie. Sie lauschte und zeigte erstaunlich wenig in ihrer Mimik. Als ich geendet hatte, wartete ich ab. Sie schaffte es mal wieder, mich zu überraschen, denn gerade warf sie ihren Kopf in den Nacken.

„Hahaha“, begann sie, schallend laut zu lachen und kämpfte darum, sich wieder zu beruhigen. „Sie werden Radu das Leben zur Hölle machen. Er tut mir nicht leid und das ist besser als hätte ich ihn umgebracht…“, zeigte sie mitleidlos ihre rachsüchtige Ader und ich schmunzelte hinter meinem erhobenen Glas.

„Mir auch nicht“, prostete ich ihr zu. „Mhm… denkst du, sein Liebhaber weiß es schon?“, packte mich regelrecht die schnöde Neugierde.

„Scabior?“, echote es spöttisch von ihr und sie nippte an ihrem Drink. „Gute Frage, der wird hin und weg sein. Er ist eh schlecht drauf. Ich musste Scabior von seinem neuen Mann überzeugen“, gestand sie dann seufzend und fuhr sich durch die wirren, lockigen Haare.

„Du hast schon Ersatz für Selwyn?“, entwich es mir nun etwas überrumpelt. Sie war wirklich flott, wenn sie es sein wollte.

„Kam mir spontan“, gab sie zu und grinste auf einmal sehr hinterhältig, was mich wie schon häufiger in der letzten Stunde eine Braue taxierend hochziehen ließ.

„Warte… das hast du nicht getan?“, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich musste ihrer Brillanz huldigen.

„Und wenn doch?“, gab sie aufreizend zurück und verzog einen Mundwinkel in einer hämischen Geste.

„Dann… Hut ab, zwei Fliegen mit einer Klappe“, stieß ich wieder auf sie an. Sie machte sich und wurde immer besser. Lucius wäre von ihrer Entwicklung entzückt.

„Ja, Barty wird sie schon das Fürchten lehren“, sprach sie meine Vermutung aus und ich lachte wieder auf.

„Du bist ganz schön rachsüchtig…“

„Das sagt der Richtige“, servierte sie gehässig und ich runzelte die Stirn.

„Werde mal nicht frech! Aber du musst diese teuflischen Unholde von Twins bremsen“, wurde ich wieder ernst und sie ruckte sofort hoch und verengte ihre Augen zu schmalen Schlitzen, denn das gefiel ihr gar nicht. Sie musste gar nicht aussprechen, dass sie das nicht wollte. „Mit der Sippe ist nicht zu spaßen“, kam ich notwendigerweise wieder auf die Vampire zu sprechen.

„Das wissen die Twins selbst“, meinte sie wegwerfend. „Aber sie haben sich ja insoweit durch den Schwur abgesichert, wie du gesagt hast. Doch keine Sorge, ich werde mit ihnen sprechen, das nicht zu übertreiben…“, bot sie dann doch an und das war, was ich hatte hören wollen. Also neigte ich wieder mein Haupt, denn das war damit abgemacht. Eine kurze Stille senkte sich über uns und ich blickte ins flackernde Feuer und vergaß alles um mich herum.

„Warum bist du sauer?“, riss mich ihre Frage aus meiner Selbstvergessenheit.

„Hm? Weil sie ihn gebissen haben, obgleich er abgelehnt hat!“, sprach ich nach einer Weile sehr akzentuiert und ja, das stieß mir wahrlich sauer auf, wenn man bedachte, dass auch ich die Wahl gehabt und abgelehnt hatte. Ein wackeres Vorgehen, aber ich war davon gekommen und hatte nun persönlich miterlebt, wie anders es hätte laufen können. Keine schöne Vorstellung.

„Ja… Vampire halten halt kein Wort, auf nichts ist Verlass…“, kam es genüsslich von ihr und mein Blick ruckte zu ihr.

„Ist es dir so egal?“, wollte ich erfahren und musterte ihr Gesicht, das etwas im Schatten lag und es noch schwerer machte, es zu lesen.

„Was? Mhm… naja, Charlie hat mit dem Feuer gespielt. Er war begeistert und angetan von der Aussicht, etwas anderes, etwas Besonderes zu werden! Nun ist er es und wird das Beste daraus machen müssen“, sprach sie mit Bedacht und offenbarte ihre harte Seite, die wenig Mitleid enthielt.

„Du sprichst aus Erfahrung“, zog ich mein wenig erbauliches Resümee und lehnte mich in die Polster zurück.

„Ja, das tue ich“, bekannte sie dann freudlos und spielte mit dem leeren Glas in ihren Händen. „Wobei er wesentlich williger und wissender in die Sache gestolpert ist als ich“, grollte sie augenscheinlich ihrem Schicksal, aber ich war nicht in Stimmung, über Dinge zu sprechen, die geschehen und deshalb unabänderlich waren, weshalb ich mich ein wenig zu ihr lehnte.

„Apropos… ich habe Fragen. Wie bist du durch die Schutzzauber gekommen? Ich bin neugierig und will mehr wissen“, bekannte ich Farbe und ihre Augen wurden groß und dann flackerte etwas in ihnen, was ich nicht genau bestimmten konnte, als sie den Blick abwandte und ins Feuer sah.

„Ich werde dir aber nicht mehr sagen“, erklärte sie zu meiner Verwunderung entschieden.

„Was soll das, Hermione?“, schoss es tadelnd aus mir, denn sie stieß mich vor den Kopf und das fand ich gar nicht erbaulich.

„Severus, tu das nicht. Ich bitte dich, lass die Finger von der Nekromantie“, meinte sie auf einmal rau und wandte sich wieder zu mir, hob beschwörend ihre Hände an, während ich sie lauernd musterte.

„Warum sollte ich?“, fragte ich langsam und witterte Verrat.

„Weil es unwägbar ist“, meinte sie auf einmal vorsichtig.

„Uhh, soll ich nun Angst haben?“, entfuhr es mir abfällig mit einer Prise Sarkasmus.

„Das ist nicht lustig…“, gab sie sehr ernst zurück.

„Warte…“, unterbrach ich sie bestimmt und hatte eine Hand erhoben. „Lucius…“, gab ich nun langgezogen von mir. „Was hat er getan? Sprich, ich bin nicht von gestern, Hermione. Was hat er zu dir gesagt?“, forderte ich schneidend scharf zu erfahren.

Was bildete sich dieser eitle Pfau eigentlich ein?

Sie musterte mich mit undurchdringlichem Blick und ich wollte aufbrausend loslegen.

„Weder Lucius noch ich wollen, dass du das tust!“, meinte sie dann jedoch ernst und unterbrach mein Vorhaben. „Es reicht, dass ich die bin… die ich bin…“, meinte sie dann händeringend und ich konnte nicht verhindern, dass mir ein wenig die Gesichtszüge entglitten.

„Was soll ich denn nicht tun?“, fragte ich hintersinnig und fragte mich aufrichtig empört, ob die beiden richtig tickten.

Was dachten sie, das ich tun wollte? Zu dem werden, was Hermione war? Mitnichten… das war ein Versehen gewesen. Mir war durchaus bewusst, dass es nicht jedem vergönnt war, das zu werden, was sie war. Aber Lucius war schon immer sonderbar gewesen, wenn es um bestimmte Bereiche der Magie ging, da gingen seine Abraxaner, oder in dem Fall seine Pfauen mit ihm durch. Es wäre eigentlich schrecklich lustig gewesen, mir auszumalen, wie sie sich vorstellten, dass ich das Biest imitieren wollte, wäre es nicht derart dreist und einfach nur beleidigend.

„Sag ihm nicht, dass ich es dir gesagt habe… bitte…“, wisperte sie auf einmal beunruhigt und packte mich fest an meinem Ärmel.

„Oh, du bittest“, sprach der bitterböse Zynismus aus mir, wobei ich sehr steif ihr gegenüber war.

„Severus, hör auf… sei doch nicht so…“, drang sie nun in mich und malträtierte ihre Unterlippe.

„So wie ich bin?“, gab ich zurück und nahm ihre vorhergehenden Worte und sie rollte mit den Augen.

„Arrr… er sagte mir auch… er… er…“, stockte sie und machte mich doch glatt neugierig.

„Er… was?“, schnarrte ich und schürzte verächtlich die Lippen.

„Er würde dir sein Leben anvertrauen. Gilt dasselbe für dich?“, stieß sie atemlos aus und ich gratulierte ihr zu ihrem Geschick, neue Themen anzuschneiden, gleichzeitig erlaubte ich mir die Frage, wann die beiden Zeit hatten, so viel zu quatschen.

Er sprach mit ihr über derart intime und unvorstellbare Dinge? Das kam nun doch unerwartet.

„Mhm… ich wundere mich über die Natur eurer Gespräche und vor allem darüber, wann ihr diese führt“, fasste ich meine Gedanken in Worte.

„Er hat mich am Valentinstag ausgeführt“, erwiderte sie zögerlich und jetzt schloss ich die Augen.

War das zu fassen? Sollte ich das glauben können? Ich schlug die Augen auf und musterte sie. Ja, dafür sah sie zu peinlich berührt aus. Das war zu komisch und meine Mundwinkel begannen, zu zucken. Lucius im Rausch der rosa Herzen. Das Fest war noch schlimmer als Geburtstag und Weihnachten zusammen.

„Irgh, wie kitschig“, meinte ich jetzt ironisch und grinste gehässig, während sie die Güte hatte, über und über rot anzulaufen. Eine Seltenheit, die mir schlagartig große Genugtuung verschaffte, weshalb ich es genoss und mich ein wenig zu ihr neigte. „Weißt du, Hermione, du solltest dir lieber Gedanken darum machen… Lucius, der Valentin feiert ist viel beängstigender als ich, der ich meine Nase in die Nekromantie stecke…“

„Ähm… du weißt, dass das…“, wedelten ihre Hände fahrig und aufgeregt in der Luft rum.

„Dass ich Recht habe? Dass du wohl selbst vom Glauben abgefallen bist, umgehend und ja…“, warf ich sarkastisch ein, woraufhin sie mir doch tatsächlich aufbrausend über den Mund fuhr.

„Hör auf dich darüber zu amüsieren“, hisste sie erregt. „Ich… ich hatte das nicht erwartet, genauso wie ich jemals von dir eine Karte erwarten würde…“

„Es ist nicht so, als würde da jemals eine kommen… pfff.“

„Hahaha, Severus…“, kam es ironisch von ihr. „Aber ich lass mich nicht ablenken. Ich will… ich muss wissen… inwieweit du Lucius vertraust, gehst du auch so weit, das von dir zu behaupten?“

„Und das fragst du mich nach Letztens?“, meinte ich jetzt wahrhaftig pikiert, wenn ich an unsere gemeinsamen Zusammenkünfte dachte. „Ehrlich?“, fühlte ich mich ob ihres Bedürfnisses der Bestätigung ziemlich enerviert.

„Severus“, mahnte sie sehr ernst und versuchte, McGonagall zu imitieren, ein erschreckender, abscheulicher Gedanke.

„Sag meinen Namen nicht derart… penetrant“, fuhr ich sie daher leise an und dann holte ich tief Luft. „Lucius ist ein selbstherrlicher Mistkerl, dessen Loyalitäten gewöhnlich oft schwanken, zu jeder Zeit und immer. Aber ja, in einigen Dingen kann er sehr, sehr verbohrt sein“, versuchte ich ihr tatsachlich eine adäquate Antwort auf ihre ziemlich gewagte Frage zu geben, was mich selbst erstaunte.

„Hahaha, ihr beide seid unmöglich“, begann sie zu meiner Verwunderung auf einmal laut loszulachen und sie bemerkte, dass ich dabei war, ziemlich verstimmt zu werden. „Er hat fast dasselbe gesagt“, stieß sie dann eilig aus, da sie noch immer kicherte, woraufhin ich erstmal einen großen Schluck trank.

„Und was genau?“, wollte ich doch zutiefst interessiert genauer erfahren und hätte mir am liebsten auf die Zunge gebissen.

„Du bist neugierig!“, freute sie sich diebisch und klatschte in die Hände. „Nun gut, er meinte, du wärst ein skrupelloser Mistkerl, dessen Loyalitäten schwanken, aber in wenigen Dingen wärst du stringent“, sprudelte es aus ihr heraus und es war, als würde sie etwas Geschriebenes aus einem Buch wiedergeben.

„Das sind wirklich fast meine Worte“, gab ich dann zu, während ich darum bemüht war meine Überraschung zu verbergen.

„Ich sag ja, ihr macht mir manchmal Angst!“, gestand sie plötzlich wieder erstaunlich ernst. „Aber ich glaube, du hast meine Frage damit hinlänglich beantwortet. Du vertraust auch ihm dein Leben an!“, resümierte sie zu begeistert für meinen Geschmack, weshalb ich die Lippen verzog.

„Ja, das würde ich wohl…“, murmelte ich dann leise, da ich es zum ersten Mal wirklich zugab und das nicht nur vor mir, sondern noch vor einem anderen, weshalb ich nicht sie, sondern den Kamin ansah. „Vielleicht bin ich auch einfach nur verrückt und sollte mich aufgrund von beginnender Hirnerweichung ins St. Mungos einweisen lassen?“, verkündete ich seufzend, dabei lebte ich meinen gesunden Zynismus schonungslos aus.

„Dann ist er es wohl auch…“, gab sie glucksend zurück. „Und ich erst recht!“, schob sie mit großer Eindringlichkeit hinterher und sofort schoss mein Augenmerk zu ihr hin. Ich sah sie an, sah sie in Grund und Boden und versuchte zu ergründen, was sie meinen könnte. Aber sie war es, die auswich, die als erstes die Stille brach.

„Weil ich euch beiden vertraue… und mein Leben… mein Sein… in eure Hände lege… rechts… wie links…“, bekannte sie dann heroisch, unterdessen verengten sich meine Augen sofort misstrauisch.

„Hermione… was hast du getan?“, wisperte ich von unguten Gefühlen beschlichen. „Was hast du getan, um ihm das zu vergegenwärtigen? Hast du das so zu ihm gesagt?“, bedrängte ich sie, dabei registrierte ich sehr wohl ihre, wenn auch gut verborgene, für mich jedoch unübersehbare Nervosität.

„Nein, das habe ich nicht und ich habe… ich habe nichts, gar nichts getan…“, versuchte sie überzeugend zu sein und scheiterte in meinen Augen kläglich.

„Lüg mich nicht an… nicht nach dieser Aussage gerade eben… das wäre nicht angebracht…“, mahnte ich leise und dann wartete ich schlicht ab.

Es war ihre Entscheidung, wenngleich eine bedeutende, denn es würde sich zeigen, ob ihre Worte ernst gemeint waren, oder eine leere, bedeutungslose Phrase.

Als sie sich erhob und aufstand rechnete ich damit, dass sie gehen würde. Ich war darauf vorbereitet gewesen und ich würde sie nicht aufhalten, so viel stand fest. Meine Finger umfassten das Glas in meinen Händen fester, indes vernahm ich ihr leises Seufzen, weigerte mich aber, zu ihr aufzusehen.

Ich wusste, dass sie auf mich herabblickte und wollte sie nicht sehen, bis ich ein Rascheln vernahm, das mich dann doch aufschauen ließ.

Sie zog ihre Unterlippe ein und zu meinem Erstaunen begann sie, sich mit langsamen, aber bestimmten, schon grob anmutenden Bewegungen zuerst die Stiefel und dann die Jeans auszuziehen und ich lüpfte eine Braue. Da stand sie mit dem hässlichen Pullover, ihren besockten Füßen und ihrem unspektakulären, weißen Slip vor mir. Jedoch enthielt ich mich einer Aussage, woraufhin sie wieder stöhnte und gut sichtbar für mich mit den Augen rollte. Daraufhin drehte sie sich abrupt und übergangslos um und präsentierte sich mir von hinten.

„Wassss…?“, entfuhr es mir bei dem Anblick perplex, als sich ihr Zeigefinger unter den Stoff ihres Slips schob und sie ihn über ihre Pobacken hinab gleiten ließ. Eilig stellte ich mein Glas auf den Beistelltisch neben mir und besah mir das Zeichen. „Moment… sag nichts…“, bat ich dann wispernd und versuchte zu verdauen, was sie mir damit mitzuteilen versuchte.

Was sie getan hatte, Um ihm ihr Vertrauen zu beweisen.

„Das hast du getan… und Lucius… dieser eitle Pfau…“, betrachtete ich noch immer den Feng-Shui-Kreis, bestehend aus zwei Pfauenfedern. Das war so plakativ Lucius, dass es wehtat.

„Vielleicht hat er es verlangt, wie kommst du darauf, dass ich es war?“, begehrte sie auf und fuhr zu mir herum.

„Weil du ein manipulatives Biest bist und genau weißt, auf was Lucius abfährt“, murrte ich finster und erinnerte mich haargenau daran, wie sie mir gestattet hatte, mich mit meinem Wappen  auf ihrem Oberschenkel zu verewigen. Ja, es war eine angemessene Möglichkeit, um Lucius ihr Vertrauen zu vermitteln. Sie verstand es wahrlich bombastisch, immer und überall und jeden genau dort zu packen, wo es einem unmöglich wurde, ihr zu widerstehen.

Das war eine Kunst, ob sie mir gefiel oder nicht, blieb dahingestellt!

„Moment! Was willst du mir unterstellen?“, fuhr sie mich jetzt hissend an und ich musterte sie ironisch.

„Ich… nichts… ich bin gespannt, wenn Draco das jemals sieht…“, meinte ich wegwerfend, packte sie an ihren Hüften und drehte sie wieder um, sodass ich mir Lucius‘ unnachahmliche Kunst am lebenden Objekt nochmal genauer ansehen konnte und zog ihren Slip hinab.

„Das ist nicht komisch… jetzt komm ich einem gebrandmarkten Stück Vieh gefährlich nahe“, erwiderte sie giftig und ich klopfte beinah schon gutmütig auf der Stelle an ihrem Po herum. Eine delikate, da exorbitante Stelle.

„Nein, aber ja, dein Körper erzählt eine Geschichte, aber eine, die mir durchaus Zupass kommt…“, murmelte ich wegwerfend und fuhr die Konturen nach, Linie für Linie. Es war ein filigranes und sehr aufwendiges, sehr verschnörkeltes Kunstwerk und ich ahnte, oder besser ich wusste, dass das wehgetan hatte.

„Was hast du vor?“, meinte sie und verdrehte ihren Kopf, um über ihre Schulter zu mir runter zu blinzeln.

„Eindeutig Lucius‘ Chi, oder wie auch immer man diesen Kreis nennt, würdige“, biss ich plötzlich auf einmal sehr gut gelaunt und lachend in ihren Hintern, woraufhin sie empört los quiekte.

Severus Sicht Ende




WHF Wettbewerb 2017

Sehr verehrte Leserschaft, liebe Untertanen und begeisterte Fans unseres Epos WHF.
Wir möchten auch dieses Jahr einen magischen, zauberhaften Wettbewerb starten, in dem ihr eure kreativen und magischen Fähigkeiten untereinander testen könnt. Natürlich gibt es auch einige Schätze zu gewinnen. Es lohnt sich auf jeden Fall, daran teilzunehmen.
Seid kreativ, lasst euch von der Story inspirieren und zaubert, was ihr wollt. Einen schönen neuen Trailer! Ein Fanart!
Sei es Gebasteltes, oder nehmt etwas auf!
Oder etwas Geschriebenes!
Schreibt zum Beispiel eine Szene um, die ihr in WHF gerne anders gehabt hättet!
Euch sind keine Grenzen gesetzt.
Möge die Macht mit euch sein.
Oder wie Hermione sagen würde: “Kämpft.“
Einsendeschluss bis 31.12.2017
Abgabe über FB, Pn im Forum, oder per mail: when_hermione_fights@web.de
Wie ihr wollt!
Dann erwartet euch im neuen Jahr wenn ihr gewinnt, gleich ein schönes Paket!

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BeitragThema: 620. Potterwatch   Di Dez 05, 2017 8:38 pm

Euch allen einen schönen Nikolaus!

Dieses Jahr haben wir auch wieder unseren Adventskalender, klickt einfach auf die Zahlen!


http://www.whenhermionefights.de



So, mittlerweile haben wir unglaubliche 620 Kapitel, unfassbare 3.954.652 Wörter, unglaubliche 7.731 Reviews, 349 Sterne und über 1.658.806 Klicks. Außerdem möchte ich noch allen 2.154 Favoriten danken, welche die Geschichte mitverfolgen sowie ein besonders großes Danke an alle, die jemals ein Review geschrieben haben:

darkshadow28/darkshadow28 , - Ela -, Sevfan, Schwarzleserin007, Sarah76, Alkmene, irinabutterfly, Mary25, Julius, FaithyOne, rumtreiberin, Atropate, IsisSky, LuSekir, Senorita, Coralyn, midima, Lycana, Northgirl, Saiya, Cabo, mella-b-1980, Nira26, Severus Granger, WynssaFel, PotterPot, sparkling-eyes, Hexe, Minerverus, Tomcat, Domii, Kandis, vero1985, Inessnape,Zicke300, Miss-Know-It-All, wasp, iQra, Alli, uhrwerkorange, Corni, moni6, Pureblood, xDnaddyxD (naddy-cullen), Cerchi, Anudre, Elaa09, Andrea Katharina, froschlein, dannysahne, VanessaSnake/VanessaSeptember, DemonsKiss, Gwendolyn, magicmerl, SeverinaSnake, Charli1994, Dark Lady1, Ingwill, Aurora-chan5, JuliaMalfoy, Beccs, LonelyMelanie210, solevalia, Liselotte, Beka, Mimi1984, Miss Malfoy 84, trina1992, Blacksilverstar, Evi, Aurora Morgenstern, JuliCullen, Fierce, Diamondsparkle, Lenobia, Tinie, MoonSun, MizuKawajashi, Alfrey, Cannelle, -hmpf-, All thatGlitters, Saria90, Thajin, -Aquila-, M C, Blackpearl1989, Aragock, Shika97, 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620. Kapitel Potterwatch

Dracos Sicht

„Jetzt sind es noch mehr, die im Resistance Room Schutz suchen müssen“, stöhnte Seamus Finnigan inbrünstig und sah leicht verzweifelt durch die sich lichtenden Reihen der BL und DA und schüttelte immer wieder seinen Kopf, als hätte er Kopfweh.

„Ich verstehe nicht, wie ihr euch so viel Ärger einhandeln könnt!“, schüttelte ich ebenfalls betrübt mein Haupt, da die Gebrüder Creevey erfolgreich den Aufstand geprobt und die Flucht hatten ergreifen müssen, um den zu erwartenden Strafen zu entgehen. Für Muggelgeborene war dies extrem unvernünftig, oder aber genau richtig, jetzt zu verschwinden. Wer konnte das schon sagen? Auf alle Fälle extrem Gryffindor!

Warum den Kopf unten halten, wenn man ihn schön hoch recken kann, auf dass man ihn verliert?

„Hey, die machen alle regelrecht Jagd auf uns“, beschwerte sich Longbottom umgehend und dachte, damit Gryffindors schon sehr aggressives Verhalten rechtfertigen zu können, dabei trieb mich seine ungenaue Bezeichnung, dass sie alle Jagd machten, um. Wer war Bitteschön alle?

„Die Slytherins aber nicht… oder?“, konnte ich meinen Zweifel nicht ganz verbergen.

Der Vorfall letztens hatte mich maßlos erschüttert und auch irre traurig gestimmt, weil all unsere Bemühungen nicht fruchteten. Ich wollte nicht mit harter Hand gegen meine Leute vorgehen und hatte gehofft, ihnen mit einem Hort der Sicherheit genug zu bieten, damit sie sich nicht in diesen Krieg stürzen wollen würden. Aber ich musste wissen, ob sich die Gestraften an ihre Vorgaben hielten, auch wenn ich vielleicht einsehen musste, dass ich einige von ihnen einfach ziehen lassen sollte. Nur konnte ich nicht dulden, dass sie meine Autorität untergruben. Sie ihrem Schicksal zu überlassen praktizierten wir in Irland schließlich auch, aber bei meinen Slytherins war das irgendwie was anderes, unter anderem auch, weil sie nicht wie die, die Irland verließen, volljährig waren.

„Nein, die nicht mehr, aber es gibt offenbar echt genügend Idioten in den anderen Häusern!“, ätzte Padma Patil los und sofort streichelte Greg ihr beruhigend über den Rücken. Die beiden wuchsen allem Anschein nach auch immer mehr zusammen. Greg schien nur mit einem Blick ihre Stimmung zu bemerken und war sofort bereit, alles zu tun, um es ihr rechtzumachen.

„Warum gehen wir eigentlich nicht zu den anderen in den Resistance Room, sondern müssen den Raum der Wünsche um einen zusätzlichen bitten?“, fragte Justin Finch-Fletchley aus dem Hintergrund und ich rollte mit den Augen.

„Mann, kannst du fies sein“, fuhr ihn Astoria rüde an und ich seufzte.

„Was? Was hab ich gesagt?“, erwiderte der junge Mann hektisch und riss die Arme hoch, während ich mich aber zu keiner Antwort herabließ.

„Der Raum schützt alle, die fliehen mussten, ja vor wem denn?“, brüllte jetzt Astoria sichtbar wütend los. „Vor Leuten mit dem Dark Mark und was denkst du, was Draco auf seinem Arm hat?“, fauchte sie den Jungen böse an, da er mich mit seiner Frage ziemlich bloßstellte, so wie jeder jetzt zu mir und meinem Arm blickte.

„Oh.“

„Ja, oh, Merlin“, schlug sie sich auf die Stirn und ging ein wenig weg, um sich zu beruhigen, indes bemerkte ich, wie Blaise gluckste und er ihr nachsah.

„Sorry… Mann“, nuschelte der Hufflepuff.

„Schon gut“, winkte ich ab und war mir schmerzlich der abwägenden Blicke bewusst, aber ich war zu stolz, mich auf Fragen einzulassen, weshalb ich mich nicht verteidigte, als das Getuschel einsetzte, das nicht unbedingt etwas mit mir zu tun hatte.

„Wir müssen besser aufpassen…“, „Die rotten sich zu Gruppen zusammen.“, „Vorsicht.“, „Aufpassen, wenn sich Gruppen bilden, die nichts mit der BL und DA zu tun haben.“, „Die sind gefährlich.“, „Die drohen, alles zu zerstören, was wir an Einigkeit aufgebaut haben“, war der einheitliche Tenor und ich wäre stolz auf das, was wir aufgebaut hatten, wenn nicht alles in Zweifel und Misstrauen zu zerbrechen drohen würde.

„Harry fehlt“, traf irgendjemand, ich glaube es war MacMillan, eine sehr treffliche, wenn auch für mich schmerzliche Feststellung, der ich aber zu meinem Leidwesen zustimmte.

„Ja, aufgrund seiner Abwesenheit fühlen sich einige andere bestärkt.“, „Einige Familien machen ganz schön Druck.“, „Er hat alles zusammengehalten.“, „Sie haben immer zu ihm aufgesehen, auf die eine oder andere Weise“, schossen ihre Meinungen heraus, die mir bitter aufstießen, aber die nicht der Wahrheit entbehrten.

„Der Auftritt von deinem Vater und Hermione… ganz ehrlich?“, seufzte Longbottom tief und trat auf mich zu. „Die tragen auch nicht dazu bei, ihr Vertrauen in Harry zu stärken, wenn sogar seine beste Freundin mit dem Feind zusammen ist.“, „Es bestärkt einige in dem Glauben, dass der Lord so oder so gewinnen wird“, servierte seine Freundin Abbott gleich im Anschluss mit gelebter Verachtung und ich würgte.

Was dachten die denn? Dass ich die Auftritte toll fand?

Von der Verlobung, über das Fest der 28, bis hin zu seiner Erstürmung der Schulstunde, fand ich alles peinlich, aufsässig und viel zu dramatisch. Aber sie würden weder auf mich hören noch es unterlassen, das war mir gegenwärtig! So waren Vater und das Biest, ohne Rücksicht auf Verluste, wenn es um ihre Befindlichkeiten ging.

„Hallo, Draco, mehr Engagement! Kannst du ihr nicht sagen, sie muss das unterbinden? Damit die Moral nicht den Bach runter geht?“, versuchte es jetzt Susan Bones und ich starrte sie bloß blicklos an, während Blaise mitleidig in meinem Rücken seufzte.

Was dachten die, wer ich war? Merlin? Die erwarteten darauf jetzt echt eine Antwort von mir, ganz super!

„Ähhh… ja, also… da kann ich nichts machen“, meinte ich dann freud- und lustlos.

Was dachten die? Dass sie auf mich hören würden?

„Draco Malfoy, tu das nicht so ab!“, schnarrte da Goldstein daher, wie der schlimmste Lehrer, und ich durchbohrte ihn mit meinem kühlen Blick, bis er die Güte hatte, wegzusehen.

„Es liegt nicht an mir. Was soll ich Bitteschön tun? Mich mit Vater anlegen?“, tat ich leichthin ab, als ich erkannte, dass ich nicht um eine Antwort herumkam, so wie mich alle ansahen.

Ich würde mich nicht vor ihren Karren spannen lassen, denn eventuell würde mir diese Einmischung von Vater noch als Kampf um Hermione ausgelegt werden und ich war nicht lebensmüde! Denn seit er mit ihr zusammen war, kannte ich ihn nicht mehr, weshalb er für mich unkalkulierbar geworden war und das war gefährlich für mich!

Was sagte ich, für uns alle!

„Warum nicht mit Hermione sprechen?“, warf Ginny Weasley vorsichtig ein und ich starrte sie an wie eine Erscheinung.

„Habt ihr eine Vorstellung davon, wie schwer es ist, ihrer Habhaft zu werden? Davon abgesehen sind einige letztens Zeuge davon geworden, dass er sie aufsucht, nicht sie ihn…“, versuchte ich, ihre Partei zu ergreifen.

„Das stimmt so nicht, sie kam zum Ball“, wandte Ernie MacMillan schon ein und ich seufzte.

„In Ordnung, sobald ich sie sehe, sage ich ihr, sie soll so was vor Schülern lassen, aber was Vater angeht könnt ihr euch was wünschen“, entschied ich resignierend.

„Angst vor Daddy?“, zog mich Terry Boot grinsend auf und ich fletschte die Zähne, wobei mir Blaise eilig die Hand auf den Rücken legte.

„Schwierige familiäre Verhältnisse, das ist uns Slytherins nur zu bekannt und das hat nichts mit Angst zu tun…“, flötete Blaise gutgelaunt an meiner statt und tat das Desaster, was sich in einigen unserer Familien abspielte, leichthin ab. Wobei ich wusste, dass es ihm mit Wena ähnlich ging. „Aber davon habt ihr Muggelgeborenen eben keine Ahnung“, pikste auch er in die Wunde der nicht gänzlich reinblütigen, reichen und mächtigen Familien, die seit dem Angriff innerhalb der Schüler unter uns schwelte.

„Mein Vater… ist nicht nur mein Vater… er ist auch…“, begann ich deshalb wohlmeinend, um einer Eskalation vorzubeugen und überlegte dann erst ganz unüblich, was ich wirklich sagen wollte, aber diese Unterhaltung nervte mich gewaltig.

„Die Rechte Hand“, übernahm Blaise lapidar.

„Danke, Blaise… schrei es halt noch lauter rum“, erwiderte ich frustriert und fuhr mir unwohl durch meine Fransen.

„Wir müssen vorsichtig sein. Die DA und BL müssen absolut geheim sein und bleiben“, lenkte zu meiner Verwunderung Longbottom geschickt von meiner familiären Misere ab.

„Was ist mit der jährlichen Erweiterung der DA?“, wagte sich Abbott vor.

„Wollen wir das jetzt riskieren?“, „Wo sich einige aus Furcht vor den Carrows lieb Kind machen wollen?“, „Ich bin dagegen.“, „Ich bin dafür.“, „Ich weiß nicht.“, „Vorsicht ist besser.“, „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, erhoben sich die unterschiedlichen Stimmen.

„Lasst uns abstimmen, dann ist es gerecht“, schlug Longbottom vor und so war dies beschlossen.

Letztendlich stimmten die meisten gegen die Aufnahme neuer Mitglieder, aber ich war mir sicher, einige würden trotzdem ihre Fühler ausstrecken.

„Ihr solltet dennoch mehr auf die Jüngeren achten. Sie wissen nichts und sie sind in besonderer Gefahr!“, mahnte ich noch und wollte gehen, doch Longbottom hielt mich auf.

„Ja, da hat er Recht, kümmern sollten wir uns um genau die?“, erklärte er bedeutsam und musterte mich sehr intensiv.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Severus hatte es verstanden, mich auf völlig andere Gedanken zu bringen. Ich hatte gewusst, dass es plötzlich wichtig wurde, dass er mir glaubte und mein Gerede nicht als bloßes unwichtiges Gerede abtat, wie er so gerne so viel nicht wirklich ernst nahm.

Aber das war wichtig! Für mich!

Außerdem hatte ich eh schon überlegt, wie ich ihm zeigen und sagen sollte, was ich Lucius angeboten hatte. Dass Severus es dann so einweihen würde, wie er es in der Nacht getan hatte, damit hätte niemand rechnen können und so lächelte ich noch immer versonnen, wenn ich daran zurückdachte und ich in das Flackern des Lagerfeuers sah. Schließlich zog ich die Decke höher, damit der Wind nicht so schrecklich kalt an mir zog.

Die Tage und Wochen hatten sich ereignislos hingezogen und das war noch schlimmer als wenn etwas los war. Plötzlich sehnte ich Action herbei, aber je mehr ich mir dies wünschte, desto weniger kam sie. Wobei ich wusste, dass man mit solchen Wünschen sorgsam umgehen sollte. Aber wie dem auch sei, das Glück war mir auch hier nicht hold. Denn Ablenkung bekam ich keine. Severus hatte mir eine Nachricht gesandt, dass ich nicht nach Hogwarts kommen sollte, da es dort chaosartig zuging, nachdem immer mehr Schüler den Aufstand probten und Schutz im Resistance Room suchten, und Lucius hatte mir vor einiger Zeit nur eine mehr als knappe Botschaft geschickt, dass er wieder nach Bulgarien zum Lord müsste und deshalb gar nicht da sei.

Wunderbar, das war doch prächtig!

Die Stimmung im Zelt war auch eher als mies zu bezeichnen, da Ron nach meinem Abgang mit Severus alsbald zu Harry zurückgekehrt war und ihn vollständig von dem Treffen erzählt und ihn eingeweiht hatte. Dass Charlie eben gegen seinen Willen zu einem Vampir mutiert war. Beide ergingen sich seitdem in wagemutigen und sehr kruden Racheplänen. An sich war es süß, dass sie es schafften, sich damit von unserer glücklosen Suche abzulenken. Indes beschäftigte mich Charlie nur marginal. Er würde sich mit seinem neuen Leben arrangieren. Er würde es tun müssen, oder elendig zugrunde gehen, aber so schätzte ich ihn nicht ein.

Schließlich wurde mir noch bewusst, dass Ostern vor der Tür stand und das nette Familientreffen meiner drohte, denn alle sollten sich im Manor versammeln. Lucius hatte mir in seinem Postskriptum angedroht, dass er hoffte, rechtzeitig zurückzukehren, aber er würde meine Anwesenheit erst erwarten, wenn er tatsächlich da wäre.

Tja, was sollte man über so viel machohaftes, anmaßendes Benehmen denken?

Am besten gar nichts. Wie auch immer, ich war lustlos und selbst verzweifelt darüber, wie das alles weitergehen sollte. Weil es schon später Nachmittag war, sollte ich was kochen, weswegen ich mich schwer aufraffte und eher schlürfend denn begeistert das Zelt betrat, als es genau in diesem Moment laut klackte.

„Ich bin der Größte!“, „Ja, geschafft!“, „Endlich!“, „Es war Albus“, jubelten die Jungs ekstatisch drauflos und schienen sich diebisch über was auch immer zu freuen.

„Was war Albus?“, fragte ich müde und plumpste auf die Bank. Ich hatte schon wieder verdrängt, dass ich was zu essen hatte machen wollen, beziehungsweise fand ich nicht den Elan, es zu tun.

„Oh.“, „Hey, Schönste.“, „Das Codewort“, erwiderten sie leutselig und Harry legte das Schwert von Gryffindor vor sich auf dem Tisch ab. Er hatte es bisher mit Hingabe poliert und ich ersparte mir zu fragen, für was das Passwort gut war.

„Wir bitten zu entschuldigen“, knackte das Radio wieder und ich zog eine Braue hoch, als ich eine zu bekannte Stimme erkannte, „dass wir die letzte Zeit nicht über den Äther gingen. Das lag an einer Reihe von Hausdurchsuchungen, die in unserer Gegend von den liebreizenden DeathEatern vollzogen wurden, egal ob sie Ministeriumsmäntel anhaben oder nicht, sie sind es, die Diener des Einen-der-nicht-genannt-werden-darf… oder sollte…“, ertönte es unheilvoll aus dem Radio vor uns, da Ron es auf den Tisch stellte und sich zu uns gesellte.

„Das ist doch Lee!“, resümierte ich schlicht und freute mich insgeheim, dass ich endlich Potterwatch zu hören und nicht mehr nur davon berichtet bekam.

„Wir haben jetzt einen anderen Standort für uns gefunden“, kam es eifrig. „Hallo und herzlich Willkommen zu Potterwatch, dem Radiosender, der den DeathEatern Kopfzerbrechen bereitet!“, ertönten die mehrstimmigen Schreie und sofort grinsten wir uns gut unterhalten an. „Zuerst können wir von einem bombastischen Erfolg berichten! Wir haben es inzwischen geschafft, offiziell verboten zu werden!“, jubilierte im Hintergrund ein Einspieler und wir drei sahen uns mit gehässigem Lächeln an. Das war ein Erfolg, den es nicht wirklich zu bejubeln galt, aber er zeigte, dass sie ihren Job anscheinend gut machten.

„Abend, Jungs…“, „Hallo“, „Hallihallo.“, „´n Abend, River“, blickte ich stirnrunzelnd auf das Radio.

„River ist Lee“, erklärte Ron hilfsbereit. „Sie haben Decknamen, damit man…“, unterbrach unser „Schsch“ seinen Redefluss, da es rasant weiterging: „Billius, vom Orden des Phönix, ist heute hier! Billius, was ist so passiert?“ Ich runzelte die Stirn über diesen Decknamen.

„Die DeathEater haben zahlreiche Leute festgenommen“, sagte Bill mit seiner tiefen Stimme, die wir alle sofort identifizierten, dabei fand ich seinen Decknamen herrlich, war doch Rons zweiter Vorname Billius. „Es handelt sich dabei um Mitglieder oder Sympathisanten vom Orden des Phönix. Allerdings hatten sie gegen die meisten keine Beweise und haben sie nach wenigen Tagen wieder freigelassen.“

„Das sind doch gute bis großartig gute Nachrichten“, ereiferten sich die Twins aus dem Hintergrund.

„Schön wäre es, wenn sich all diese Leute ein Herz nehmen würden und in den Untergrund gehen. Das war nur ein Warnschuss! Das war nicht das Ende, das ist erst der Anfang!“, grollte Bill drohend, aber die Bedrohung, die er den Zuhörern zu suggerieren versuchte, kam über das Radio gut rüber.

„Wohl wahr, wohl wahr, Billius, und bevor wir weitersprechen“, fuhr Lee geschäftig fort, „nehmen wir uns einen Moment Zeit, um die Todesfälle zu vermelden, eben die Nachrichten, die im magischen Rundfunk und dem Tagespropheten verschwiegen werden. Mit großem Bedauern informieren wir unsere Hörer von den Morden an Mad-Eye-Moody, Ted Tonks, Dirk Cresswell…“ Ich blinzelte überrascht, da sie augenscheinlich begannen, alle Verluste der letzten Monate aufzuzählen. „Ein Kobold namens Gornuk wurde auch getötet. Es wird vermutet, dass der muggelstämmige Dean Thomas und ein weiterer Kobold auf der Flucht sind. Dean, wenn du uns jetzt hörst: deine Eltern und deine Familie, sie warten verzweifelt auf ein Lebenszeichen von dir. Wir alle hoffen, dass es dir gut geht – halt durch, Mann!“, drang der verzweifelte Ruf durch den Äther.

„Was?“, „Haben die Snatcher Dean?“, riefen die Jungs wild durcheinander und ich erinnerte mich an die Senke, als ich mit den mickrigen Überresten von Ted Tonks konfrontiert worden war und entsann mich, dass Dean versuchte hatte, die Gruppe zu überreden, nach Irland zu gehen. Wenn Irland Dean jetzt per Radio suchte, war er anscheinend noch immer da draußen, wobei ich mich auch nicht erinnerte, ihn in Irland gesehen zu haben.

„Nicht dass ich wüsste!“, murmelte ich beunruhigt, woraufhin wir verstummten, da die Sendung weiterging.

„Unterdessen wurde in Gaddley gestern eine fünfköpfige Muggelfamilie tot aufgefunden. Die Muggelbehörden führen ihre Tode auf eine defekte Gasleitung zurück, doch wie ich von Mitgliedern des Phönixordens erfahren habe, war es der Todesfluch. Ein weiterer Beweis dafür, als ob wir noch einen bräuchten, dass das Abschlachten von Muggeln unter dem neuen Regime allmählich zu einem Freizeitsport geworden ist. Außerdem wurde eine Heilerin aus dem Sankt Mungo tot aufgefunden, nachdem sie Muggelstämmige in ihrem Haus versteckt hatte. Des Weiteren müssen wir auch mitteilen, dass Bathilda Bagshot tot in ihrem Haus in Godric´s Hollow aufgefunden wurde. Alles deutet darauf hin, dass sie schon vor ein paar Monaten verstarb. Der Orden des Phönix teilte uns mit, dass an ihrem Körper deutliche Spuren von schwarzer Magie zu finden waren.“ Aus dem Radio ertönte ein kurzes Knistern. „Liebe Hörerinnen und Hörer, ich möchte sie nun zu einer gemeinsamen Schweigeminute auffordern, zum Gedenken an Ted Tonks, Dirk Cresswell, Bathilda Bagshot, Gornuk und die namenlosen, doch nicht weniger zu betrauenden Muggel, die von den DeathEatern ermordet wurden.“

Stille trat ein. Keiner von uns dreien sprach auch nur ein Wort. Und Lees Stimme hatte es geschafft, das Grauen, das ich gesehen hatte, wieder lebendig werden zu lassen. Tonks‘ grauenhafter Tod in der Senke durch den Eingeweide-Ausweide Fluch, Bathildas verwesende Leiche in dem Schrank und all die anderen Morde, die ich miterlebt und selbst begangen hatte. Meine Erinnerungen und Vorwürfe drehten sich so schnell in meinem Hirn, dass mir schwindelig und schlecht wurde. Schließlich zwang ich mich ins Hier und Jetzt, starrte wie gebannt auf das Radio und ließen die Nachrichten sacken.

„Danke…“, riss mich seine Stimme aus meiner Selbstkasteiung, „nun zu dir, Billius“, brach Lee mit Schwung und Elan das Schweigen. „Was würdest du denjenigen raten, die schon im Untergrund und damit auf der Flucht sind?“ Ron deutete auf sich und wir rollten kollektiv mit den Augen.

„Sie sollten häufig ihren Standort wechseln, möglichst nicht unter Menschen gehen und starke Schutzzauber verwenden. Außerdem sollten sie sich unbedingt an das Tabu halten!“, mahnte Bill eindringlich.

„Endlich hat die Bezeichnung Er-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf tatsächlich einen wahren Kern“, sagte einer der Zwillinge aus dem Hintergrund. Der andere Zwilling lachte dreckig und ich wünschte mir die beiden hierher zu uns, damit sie uns auf andere Gedanken bringen würden und wir nicht ständig so miese Laune hätten.

„Das Kopfgeld, das man auf Harry Potter ausgesetzt hat, wurde verdoppelt. Außerdem wurden die Fangprämien, die das Ministerium für entflohene Muggelstämmige bezahlt, aufgestockt“, kamen nun die Infos Schlag auf Schlag. „Also, Leute, seid vorsichtig! Euer Kopf ist dem Ministerium jetzt mehr wert!“, warnte Bill eindringlich.

„Nun zu unserem Außenreporter Royal, der uns wieder einmal berichten wird, wie sich die neue Ordnung in der Zaubererwelt auf das Leben der Muggel auswirkt.“

„Danke, River“, erwiderte Kingsley mit seiner unverkennbar tiefen, gemessenen und beruhigenden Stimme und wir sahen uns beeindruckt an, dass selbst dieser gestandene Auror dabei mitmachte. „Die Muggel wissen nach wie vor nicht, wer für ihr Leid verantwortlich ist, während sie weiterhin schwere Verluste zu beklagen haben. Allerdings hören wir laufend wirklich inspirierende Geschichten von Zauberern oder Hexen, die sich selbst in Gefahr bringen, um befreundete oder benachbarte Muggel zu schützen, häufig ohne dass die Muggel davon wissen. Ich möchte an all unsere Hörerinnen und Hörer appellieren, sich an ihnen ein Beispiel zu nehmen und vielleicht einen Schutzzauber über jedes Haus in ihrer Straße zu legen. Viele Leben können gerettet werden, wenn solch einfache Maßnahmen ergriffen werden“, bat er beschwörend und er war wirklich gut darin, dabei hoffte ich, dass einige auf ihn hören und das tun würden, was er verlangte. Ein wenig Schutz war besser als nichts.

„Und was würdest du den Hörern sagen, Royal, die darauf antworten, dass in diesen gefährlichen Zeiten „Zauberer zuerst“ gelten sollte?“, kam es reichlich provokant von Lee.

„Ich würde sagen, dass es nur ein kleiner Schritt von „Zauberer zuerst“ zu „Reinblüter zuerst“ und dann „DeathEater zuerst“ ist“, erwiderte Kingsley ungerührt. „Wir sind alle Menschen. Jedes Menschenleben ist gleich wichtig und schützenswert“, erklärte er so überzeugt, dass man sich total abgeholt fühlte und so nickten wir drei uns einig zu, weil Kingsley mit seiner Rede absolut authentisch wirkte.

„Hervorragend gesagt, Royal, und nun zu Billius und unserer beliebten Reportagereihe: Freunde von Potter. Billius, behauptest du immer noch, wie jedes Mal, wenn du in unserer Sendung bist, dass Harry Potter nach wie vor am Leben ist?“, kicherten Ron und Harry auf diese Frage hin los.

Es war sonderbar, dabei zuzuhören, wie andere über einen sprachen, während man selbst sehr genau wusste, dass man noch lebte, aber andere darüber fabulierten oder gar hofften, dass man es nicht mehr war.

„Allerdings“, donnerte Bill im Brustton der Überzeugung aus dem Radio. „Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass die DeathEater die Nachricht über seinen Tod möglichst weit verbreiten würden, wenn er eingetreten wäre, denn das würde der Moral des Widerstandes einen tödlichen Schlag versetzen. Der Junge, der überlebt hat bleibt eine Symbolfigur für alles, wofür wir kämpfen: den Triumph des Guten, die Macht der Unschuld, die Notwendigkeit, weiterhin Widerstand zu leisten. All das wäre dann dahin und das weiß der-dessen-Name-nicht-genannt-werden darf und somit würde er Harrys Tod feiern… solange es so ruhig ist, ist es ein Hinweis, dass Harry Potter weiterhin lebt und unter uns ist… vertraut darauf!“, beschwor Bill geradezu.

„Boah, ist das nicht etwas dick aufgetragen?“, wisperte Harry hörbar verschämt und ich drückte aufmunternd seine Hand und ich wusste, er machte sich Vorwürfe, weil wir nicht vorwärts kamen, um das Ganze hier endlich zu beenden.

„Was würdest du Harry sagen, wenn er uns jetzt hören würde?“, fragte Lee mit Eifer.

„Ich würde ihm sagen, dass wir alle in unseren Gedanken bei ihm sind“, kam Bill sehr einfühlsam rüber und zögerte dann kurz. „Und ich würde ihm sagen, dass er auf seinen Instinkt hören soll, der fast immer richtig ist.“

Instinkt. Ja uns blieb mittlerweile nichts anderes mehr übrig, denn die Ideen gingen uns aus. Das bewegte mich unerwartet tief und dann blickte ich auf und bemerkte den Blick der stechend grünen Augen.

„Fast immer richtig“, wiederholte ich leise und bemerkte zu meiner Überraschung Tränen in meinen Augen.

„… und wie immer deine Neuigkeiten über die Freunde von Harry Potter, die wegen ihrer Treue zu ihm leiden?“, sagte Lee gerade und schaffte es, dass wir alle drei erschrocken wieder zu dem Radio herumfuhren.

„Nun, wie die Stammhörer sicherlich wissen sind einige der freimütigsten Anhänger von Harry Potter inzwischen im Gefängnis oder ebenfalls tot“, kam es für mich reichlich nüchtern daher und ich ballte meine Hände zu Fäusten. „Als verschwunden gilt weiterhin Luna Lovegood, die bereits am 17. Dezember auf dem Heimweg in die Weihnachtsferien von den DeathEatern aus dem Hogwarts Express entführt worden ist. Sie gehört zwar schon seit zwei Jahren zu den wichtigsten Unterstützern von Harry Potter und zu einer Gruppe von Schülern, die sich im laufenden Schuljahr immer wieder gegen die Schulleitung gestellt hat, aber es ging dem neuen Regime wohl hauptsächlich darum, ihren Vater Xenophilius Lovegood zum Schweigen zu bringen. Er hatte sich in seiner Zeitschrift, dem Klitterer, deutlich gegen das Ministerium gewendet. Xenophilius Lovegood, dem ehemalige Herausgeber des Klitteres. Berichten zufolge haben zwei DeathEater, die bei Lovegood in der Nähe waren, einen kurzen Blick auf Harry werfen können, ehe das Haus der Lovegoods in sich zusammenbrach. Inzwischen ist klar, dass er unter eigenartigen Umständen ermordet worden ist. Es wird allgemein behauptet, Harry Potter wäre sein Mörder! Ich persönlich halte das jedoch für recht unwahrscheinlich, auch da Harry und Xenophilius persönlich miteinander bekannt waren…“, wurde zusammengefasst und ich dachte wieder an den Mann, der meinem Avada zum Opfer gefallen war, indes klatschte Ron fest in die Hände.

„Ha, hört ihr das?“, brüllte Ron los. „Sie denken, dieser Verräter wäre gut, pah… wenn die wüssten“, erregte er sich mal wieder über Lovegood, der zum Glück tot war. Ich wollte nicht wissen, was Ron mit ihm gemacht hätte, hätte er ihn in die Hände bekommen.

„Ron“, tadelte Harry milde und erntete ein abfälliges Schnauben.

„Was denn? Ist doch wahr“, grollte unser Freund dem Verstorbenen weiterhin rachsüchtig, dabei war er sehr unversöhnlich. „Verräterischer Bastard.“ Bevor wir alle weiter darüber reden konnten, unterbrachen uns die Nachrichten über das Radio.

„Wir haben auch gerade erst eine brandheiße Nachricht reinbekommen und erfahren, dass Rubeus Hagrid“, wir keuchten entsetzt auf, „der bekannte und gutherzige Wildhüter von Hogwarts, knapp der Festnahme entkommen konnte, weil er auf dem Gelände von Hogwarts eine „Harry-Potter-Freundschaftsparty“ geschmissen hat. Hagrid wurde nicht verhaftet und befindet sich zurzeit auf der Flucht. Wir glauben an dich, Hagrid, lass dich nicht unterkriegen!“, kam der Beistand gut rüber, gleichzeitig schüttelte ich heillos betroffen, wegen so viel Dummheit, den Kopf.

Armer Severus! Er würde sich mal wieder richtig leidtun und ziemlich viel Ärger haben, weil er es so weit hatte kommen lassen!

„Ich schätze mal, dass es auf der Flucht hilfreich ist, wenn man einen fünf Meter großen Halbbruder hat“, warf einer der Twins von hinten ein.

„Wollen wir wissen, wie das passieren konnte? Eine Party?“, fragte Harry völlig baff und sichtbar rot im Gesicht, woraufhin ich nur die Schultern hochzog.

„Lass es sein, man bekommt davon nur Kopfweh“, schüttelten wir drei einhellig den Kopf, entsetzt über so viel Ignoranz.

Ich meine, lebten die in Hogwarts auf einem anderen Stern?

Dabei hörten wir nicht, was Bill auf Lees Frage antwortete, aber dann lauschten wir aufmerksam weiter: „Darf ich nur noch hinzufügen, dass wir hier bei Potterwatch zwar Hagrids Mut loben, aber selbst den treuesten von Harrys Anhängern dringend davon abraten möchten, Hagrids Beispiel zu folgen. „Harry-Potter-Partys“ sind im momentanen Klima etwas unklug.“

„In der Tat, Billius“, erwiderte selbst Lee hörbar geschlagen ob dieser Blödheit. „Wir schlagen daher vor, dass ihr eure Treue zu dem Mann mit der Blitznarbe weiterhin zeigt, indem ihr Potterwatch hört. Und nun zum Neuesten über den Zauberer, der sich genauso schwer zu fassen erweist wie Harry Potter. Wir bezeichnen ihn gerne als den obersten DeathEater und ich möchte euch hiermit einen neuen Korrespondenten vorstellen, der uns seine Version von einigen besonders verrückten Gerüchten, die über den obersten DeathEater in Umlauf sind, erzählen wird: hallo, Nager.“

„Nager?“, beschwerte sich eine weitere mehr als vertraute Stimme. Gleichzeitig riefen wir drei sichtbar erheitert über ihn: „Das ist Fred!“

„Nein… George, oder?“, meinte Harry zweifelnd und hielt sein Ohr näher an das Radio heran.

„Es ist Fred glaube ich“, sagt Ron überzeugt und ich rollte mit den Augen.

„Ich bin nicht „Nager“ vergiss es, ich will „Beißer“ sein!“, ging das Gejammer los und ich fragte mich aufrichtig, wie Ron und Harry zweifeln konnten, dass dies Fred und nur Fred war.

„Oh, also gut“, gab Lee stöhnend auf. „Also, Beißer, sagtet ihr nicht vorhin, es gäbe noch weitere Nachrichten aus Hogwarts?“, fragte Lee.

„Ja, gibt es“, kam es nun sehr ernst von George. „Snape hat offenbar beschlossen, der pinken Kröte nachzueifern! Er hat kürzlich alle Gruppen und Vereinigungen von Schülern verboten. Allerdings hat das gewisse Teile der Schülerschaft genauso wenig interessiert wie damals vor zwei Jahren“, servierte er genüsslich und ich biss mir auf die Lippen, um nicht zu lachen.

„Ich schätze, gewisse Teile unserer Hörer werden sich angesprochen fühlen, nicht wahr, Nager?“, kicherte Fred nun fies und ich konnte die beiden regelrecht plastisch vor mir sehen, wie sie es genossen, ihr Gift zu verspritzen.

„Wir von Potterwatch werden die Lage in Hogwarts im Auge behalten“, verkündete Lee eindringlich. „Beißer, würdest du uns bitte die verschiedenen Geschichten aus deiner Sicht erläutern, die wir in letzter Zeit über den obersten DeathEater gehört haben?“

„Ja, River, gern“, raunte Fred zufrieden. „Wie unsere Hörer sicher wissen, es sei denn, sie haben Zuflucht am Boden eines Gartenteiches gefunden, erzeugt die Strategie von du-weißt-schon-wem, im Verborgenen zu bleiben, ein hübsches bisschen Panik. Wohlgemerkt, wenn alle angeblichen Sichtungen von ihm echt sind, müssten gut neunzehn Du-weißt-schon-wer‘s momentan in der Gegend rumlaufen“, hielt er sich auch hier nicht mit seinem Spott zurück und wir drei lächelten uns an. Er verkaufte das alles ganz anders als Bill und Kingsley.

„Was ihm natürlich sehr gelegen kommt“, fügte Kingsley hinzu. „Das Geheimnisvolle schürt mehr Angst, als wenn er sich tatsächlich zeigen würde“, versuchte er das für die Zuhörer verständlicher zu machen. Es war nicht leicht, Fred zu folgen, wenn man ihn nicht kannte.

„Richtig“, erwiderte Fred und legte gleich weiter los: „Also, Leute, bemühen wir uns und beruhigen uns ein wenig. Die Zeiten sind schlecht genug, auch ohne dass wir noch irgendwelche Geschichten dazu erfinden. Zum Beispiel heißt es neuerdings, dass Du-weißt-schon-wer mit einem einzigen Blick aus seinen Augen töten kann, das ist blanker Unfug!“

„Eben“, unterbrach ihn George. „Das kann nur ein Basilisk, liebe Hörer. Ein ganz einfacher Test: Schaut nach, ob das Ding, das euch böse anstarrt, Beine hat. Wenn ja, ist es ungefährlich, ihm in die Augen zu schauen, obwohl, wenn es wirklich Du-weißt-schon-wer ist, dann ist das wahrscheinlich trotzdem eure letzte Tat!“ Er widerlegte meine Meinung, denn George war nicht besser als sein Twin.

Harry lachte plötzlich laut auf und auch Ron und ich grinsten uns belustigt an. Die Red Devils waren an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

„Und die Gerüchte, dass er ständig im Ausland gesichtet wird?“, fragte Lee plötzlich sehr ernst.

„Nun, wer würde nicht gern einen netten kleinen Urlaub einlegen, nach all der harten Arbeit, die er leistet?“, schoss Fred frech zurück. „Die Sache ist die, Leute, lasst euch nicht in einem falschen Gefühl der Sicherheit wiegen und denkt bloß nicht, er wäre außer Landes. Vielleicht ist er es, vielleicht auch nicht, aber Tatsache bleibt, wenn er will, kann er schneller sein als ein Severus Snape, dem man Haarshampoo unter die Nase hält. Also setzt nicht darauf, dass er weit weg ist, wenn ihr vorhabt, irgendwelche Risiken einzugehen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich das mal sagen höre, aber es gilt: Sicherheit geht über alles!“, schienen die Erlebnisse im Haus der Parkinsons auch Fred ein wenig auszubremsen. Ich wusste, dass Severus die Aussage ziemlich frech finden würde, vor allem waren seine Haare auch nicht mehr so angegriffen, seitdem er nicht mehr ständig Tränke unterrichtete.

„Vielen Dank für diese klugen Worte, Beißer“, schaltete sich Lee wieder ein. „Liebe Hörerinnen und Hörer, damit endet ein weiteres Potterwatch. Wir wissen nicht, wann es uns erneut möglich sein wird, zu senden, aber ihr könnt sicher sein, wir kommen wieder. Dreht munter an den Knöpfen: Das nächste Passwort lautet: Evans. Gebt auf euch Acht. Gute Nacht!“

Der Knopf am Radio wirbelte herum und das Radio schaltete sich von allein ab.

„Wow, das war toll.“, „Und das haben die Twins auf die Beine gestellt?“, „Das ist eine echt coole Aktion.“, „Wirklich beeindruckend und ich denke, sehr wirkungsvoll“, strahlten wir drei um die Wette.

Unerwarteter Weise hatte es verdammt gut getan, vertraute Stimmen zu hören und zu erfahren, dass da draußen noch mehr Leute waren, die aktiven Widerstand leisteten. Die bereit waren, für Harry zu leiden, die Willens waren, für ihre Freiheit zu kämpfen. Gerade für Harry, der so weit weg von allen war, war dies eine extreme Aufmunterung.

„Ich vermiss sie echt alle…“, kam es auf einmal sehr ernst und sehr betroffen von Harry. „Ich… ich meine… anders als ihr habe ich seit Monaten keine Menschenseele mehr gesehen…“, zeigte Harry, wie einsam und isoliert er sich fühlte und es tat mir wirklich im Herzen weh, dass er hier die Wahrheit sprach. Der kurze Besuch in meinem Stadthaus bei Remus, Tonks und Sirius half da auch nicht wirklich. Auch Ron wirkte aufgrund dieser Wahrheit ziemlich berührt und versuchte, dies zu überspielen, indem er Harry brüderlich auf die Schulter klopfte.

„Harry, du bist halt was ganz Besonderes.“, „Genau.“, „Einmalig.“, „Der Auserwählte halt“, machten Rons Schlussworte unsere aufbauenden Aussagen zunichte, da sich Harrys Miene zu einer schmerzlichen Grimasse verzog.

„Großartig, vor allem, da ich so viel Durchblick habe…“, erwiderte Harry auch schon abfällig, während er sich schüttelte. „Wie viel Mut die Twins haben“, meinte Harry auf einmal bewundernd. „Wenn man sie erwischen würde… sicherlich sind sie schon wieder hinter ihnen her“, meinte er besorgt und sah uns eindringlich nacheinander an, jedoch war es zwischen uns ein Gesetz, das niemand von uns das Kind beim Namen nannte, das Harry wirklich tief beunruhigte: Lucien.

Aber ja, seine Sorge war wohl begründet. Die Twins brachten sich in Gefahr, aber gleichzeitig konnte niemand verlangen, dass sie sich nicht gegen das Regime wehrten.

„Naja, die sind andauernd auf Achse. Genauso wie wir. Sie machen das Beste und ehrlich, die fängt keiner….“, erwiderte Ron abwehrend, der, als er Harrys Blick bezüglich Lucien begegnete, nachlegte, um Harry zu beruhigen. „Dobby macht seinen Job gut, das weißt du… Mann!“, fuhr er sich ein wenig hilflos durch sein rotes, ziemlich lang gewordenes Haar.

„Ja, ich weiß, Sorgen mach ich mir trotzdem, aber jetzt wissen wir wenigstens mehr. Er ist immer noch im Ausland!“, strafte mich sein Blick mit einem Vorwurf und ich reckte mein Kinn in die Höhe.

„Harry, das wissen wir doch, Lucius ist bei ihm…“, begann ich seufzend, da ich wusste, dass er mir insgeheim vorwarf, dass ich ihm das nicht gesagt hatte. Aber ehrlich: was änderte es?

Doch ich wurde unterbrochen, noch bevor ich weiter ausholen konnte.

„Ich versteh es nur immer noch nicht“, begehrte Ron auf. „Er sucht den blöden Stab aufgrund von einer Vermutung?“, fragte er ungläubig mit der ihm innewohnenden, taktischen Überlegung und schnaubte abwertend auf.

„Er ahnt, dass es wahr ist…“, begann Harry inbrünstig und mir riss ein wenig der Geduldsfaden, da ich heraushörte, dass Harry Gefühle zwischen ihnen beiden zuließ, durch seine geistige Verbindung zum Lord.

„Harryyy, egal was du denkst, er mag suchen, aber er tut auch noch viel, viel mehr. Er versucht, seinen Einfluss auszuweiten… es geht nicht nur um den Stab… ehrlich nicht…“, meinte ich eindringlich, packte Harry am Pullover und stoppte seine Wanderung.

„Und das erfahren wir erst jetzt?“, fragte er mich zornig mit blitzenden Augen hinter den Brillengläsern und entriss mir seinen Arm.

„Was bringt es, darüber zu reden?“, warf ich zu ihm zurück. „Es war klar, dass er seine Zeit nicht ewig hier verbringen wird… er sieht Großbritannien mehr oder weniger… als erobert an“, sprach ich zum ersten Mal einen schmerzlichen und sehr bitteren Fakt aus und erntete betroffene Mienen.

„Dann bin ich jetzt wirklich der letzte lästige Punkt zu seinem endgültigen Sieg“, raunte Harry zutiefst berührt und ich schloss kurz die Augen.

„Ja, nur du stehst in seinem Weg und nur du…“, begann ich eindringlich, wurde aber sofort von ihm unterbrochen.

„Und das weißt du schon die ganze Zeit, oder?“, fuhr er mich ziemlich rüde an. „Dass für ihn die Sache schon so gut wie gegessen ist, weil dein toller Lucius bei ihm ist, oder? Deshalb bist du die ganze Zeit hier…“, regte sich Harry immer mehr auf und begann nun wieder, unwirsch durch das Zelt zu stapfen.

„Bitte? Nein… und wegen Lucius, er hat mich informiert, dass er nicht da ist und… ja, sie sind beide in Bulgarien“, gab ich dann widerwillig zu und fühlte mich in die Ecke gedrängt.

„Du weißt sogar, wo genau“, brauste Harry mit dem Temperament von früher auf und ich seufzte, als ich erkannte, dass dieser Zustand des Nichtstuns nicht spurlos an ihm vorbeiging.

„Das Gehirn wird unterversorgt, wenn das Herz das ganze Blut beansprucht!“, murmelte Ron im Hintergrund und ich warf ihm giftige Blicke zu, denn mir war nicht ganz klar, ob er damit Harry oder doch eher mich meinte, aber der Blick schien ihm wenig bis gar nichts auszumachen

„Ich brauche endlich den Stab“, durchbrach Harrys harsche Forderung die kurze Stille im Zelt und ich riss mich aus meiner Überlegung und blinzelte ihn erschrocken an.

„Du willst jetzt nach Hogwarts und den Stab aus Albus‘ Grab holen? Hallo? Barty, die Dementoren und die Carrows…“, zählte ich atemlos auf und erinnerte mich nur zu gut daran, was damals in Godric‘s Hollow alles passiert war, als Harry seine letzte brillante Idee gehabt und in die Tat umgesetzt hatte.

Das war gar nicht gut!

„Wir haben schon viel zu lange gewartet, wir müssen aktiv werden!“, erregte sich Harry immer mehr und Ron sah besorgt zwischen seinem besten Freund und mir hin und her, da ich beständig den Kopf schüttelte.

„Moment!“, schrie Ron los, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. „Harry… ist Malfoy, also Draco nicht immer noch der Herr des Stabes, nach dem Fiasko auf dem Turm?“, fragte er reichlich abgeklärt und ich nickte nur mürrisch, da damals auch wieder mal so kolossal viel falsch gelaufen war. Aber Ron hatte Recht. Was brachte es uns, den Stab aus dem Grab zu holen, wenn Harry nicht mal sein Herr war?

„Wir gehen nicht!“, bestimmte ich deshalb grimmig und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Boah, sei doch nicht so verbohrt, Schönste“, stöhnte Harry und fuhr zu mir herum, dabei ballte er seine Hände gut sichtbar zu Fäusten. „Ich… ich brauch den Stab. Warum willst du es partout nicht zugeben, Hermione? Wir brauchen ihn, auch Vol-“

„NEIN, HARRY!“, brüllte Ron laut los und selbst ich riss den Mund erschrocken auf, jedoch kam kein Ton dabei heraus, denn es war bereits zu spät.

„-demort ist hinter dem Elderstab her!“, beendete Harry seinen Satz selbst ziemlich entsetzt und schlug jetzt seine Hände vor den Mund, indes ballte ich die Hände zu Fäusten, während Harry das Schuldbewusstsein aus dem Gesicht sprang.

„Der Name hat doch ein Tabu!“, kreischte Ron immer panischer werdend, mit sich überschlagender Stimme und sprang ergriffen von Panik auf.

Das Tabu sorgte dafür, dass derjenige, der doof genug war, den Namen des Lords laut auszusprechen, sofort gefunden wurde. Alle Schutzzauber verloren augenblicklich ihre ganze Wirkung und brachen in sich zusammen!

„Sie kommen“, hauchte ich schicksalsergeben, schloss die Augen und spürte dem drängenden Zug meines Dark Marks im Nacken nach.

Es knallte auch schon draußen vor dem Zelt und ich wusste sofort, dass dies die Apparition der Snatcher bezeugte.

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