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 Kapitel 621-622

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 621-622   Di Dez 12, 2017 9:35 pm

Aufmerksamkeit möchte ich auch auf unseren jährlichen Adventskalender lenken:

https://www.youtube.com/watch?v=YfaQPuFL0yQ

Von reinem Blut, hochherrschaftlich, so schreitet sie daher.
Chef des Hauses Slytherin, wunderschön und stark.
Jeden, der sie kannte, beeindruckte sie sehr,
Denn noch wusste keiner, welch Schicksal ihrer harrt.

Schon bald wird Lucius, ihr die Macht entreißen,
Wird ihren Status schmälern, ihr erster Niedergang.
Wenig später wird sie sich dann selbst Death Eater heißen
Und im Land verbreiten Angst und Hass und Bang.

War sie auch nie normal, Azkaban macht’s schlimmer.
Vollkommen irr ist sie ab dann, foltert, mordet, schlachtet.
An ihr Opfer denkt sie nimmer,
Blut ist wonach sie trachtet.

Jener, der sie einst entthronte, ist ihr nun vorgesetzt.
Ihr Schwager, schön mit Geld und Macht,
Erneut ist dieser Mann es, der ihren Platz besetzt,
Was ein weiters Mal ihre Wut entfacht.

So gesehen ist sie ’ne tragische Gestalt;
Als Kind indoktriniert, im Leben nichts erreicht,
Kennt als Lösung nur Gewalt,
Denn dieser Weg ist für sie leicht.


————————————————


Wir wünschen euch bereits jetzt schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Rutsch ins neue Jahr, denn unsere Weihnachtspause beginnt.
Wir danken euch für eure unermüdliche Unterstützung und die Reviews, die unseren tristen Alltag erhellen. Mögen es hoffentlich noch etliche mehr werden.

Wenn ihr fleißig seid, bekommt ihr um die Weihnachtsfeiertage vielleicht noch einen OS, mal sehen…

Ansonsten sehen und lesen wir uns ab dem 10.01.18 wieder in alter Frische.

Euer WHF-Team


621. Kapitel Apparently my home isn’t my castle

Eines musste man dem Dark Lord lassen, er war ein fantastischer Magier!

Wie er es hinbekommen hatte, dass nur die Nennung seines Namens all dies an Reaktionen auslöste, war schlicht und ergreifend tief beeindruckend. Ich sollte ihn nicht bewundern für seine Genialität, aber ich tat es und all dies jagte mir gerade kalte Schauer des Entsetzens über den Rücken, denn die Snatcher waren da!

Sie hatten uns gefunden! Sie hatten Harry gefunden! Fuck!

„Kommt mit erhobenen Händen da raus!“, rief eine schrecklich schnarrende Stimme von draußen und ich mache sofort Scabior aus und versuchte, ruhig und rational zu denken. Es galt, Ruhe zu bewahren. War es gut, dass es mein Trupp war, der uns stellte, oder eher nicht?

„Wir wissen, dass ihr da drin seid! Viele Zauberstäbe sind auf euch gerichtet. Seid schlau und gebt auf!“, schrie das Strähnchen erstaunlich drohend und wir drei sahen uns mit unterdrückten Gefühlen an, dabei versuchte ich, die aufkeimende Panik in mir, wie stets in Extremsituationen, nicht zuzulassen. Ich musste kühl und nüchtern handeln, aber vor allem schnell!

„Wir sind umstellt“, raunte ich nüchtern und ziemlich desillusioniert was unsere Chancen, hier zusammen heil rauszukommen, betraf.

Über Harrys Gesicht zog all das, was er fühlte: Wut, Scham und Angst. Aber für Schuldzuweisungen war wahrlich keine Zeit. Auch Ron hielt sich nicht damit auf, als ich in sein schneeweißes Gesicht blickte.

„Apparieren?“, flüsterte Ron erstickt und fasste sich panisch an seinen Hals.

„Nein, geht nicht mehr“, erwiderte ich umgehend konfrontiert mit der Ausweglosigkeit unserer Situation und blickte ihnen nacheinander in die Augen.

Dabei schauten sie zwar besorgt zu mir, aber auch mit dem entschlossenen Ausdruck, alles zu tun, um nicht gefasst zu werden, auch zu kämpfen, um Leben und Tod, denn jetzt hatte wahrlich die Stunde der Wahrheit geschlagen.

Für jeden von uns!

„Und was nun?“, „Ja, was jetzt?“, „Kämpfen?“, fragten sie wild durcheinander und fassten das, was ich in ihren Augen wahrgenommen hatte, nun doch laut zusammen, während ich das laute Schlagen meines Herzens überlaut in mir nachhallen hören konnte.

„Rennt“, riet ich ihnen beseelt mit dem Mut der Verzweifelten und züctke meinen Stab, zielte damit auf das Dach des Zelts und schrie: „Lauft.“ Und die Jungs hörten umgehend auf mich und liefen los.

Das war der Startschuss!

Der Stoff des Zeltes wurde von meinem Zauber in die Höhe geschossen. Das Chaos brach in einem Strudel aus weißem Stoff aus. Die Plane wurde regelrecht hinweggefegt und ich hoffte, unsere Häscher genug zu verwirren, dass wir einen kleinen Vorsprung erringen konnten. Wir drei stürzten ohne weitere Worte in drei verschiedene Richtungen davon und mir fiel noch das krasse Rot der untergehenden Abendsonne auf, das mich kurz blendete.

„Fangt sie.“, „Uhu, eine Hatz.“, „Schneller“, schallen die Rufe der Snatcher durch den Wald. „Wir müssen sie fangen!“, blieben sie uns auf den Fersen.

Eine wilde Jagd begann und ich selbst hetzte wie von Teufeln gejagt über den harten winterlichen Boden, fegte durch den noch kahlen Wald, bis ich plötzlich abrupt abbremste, da sich mir eine Person viel zu selbstsicher in den Weg schob.

„Was tust du hier?“, fragte der erstaunlich flinke Fenrir betont locker, während er mir weiterhin den Weg versperrte und dieses wölfische Lächeln grinste, das so unglaublich verschlagen wirkte und ich schnappte nach Luft. „Mein Püppchen?“, fügte er doppeldeutig an, als ich ihn mit einem bemüht überlegenden Blick umrundete, um wieder Tempo aufzunehmen, gleichzeitig nützte ich die paar Sekunden, um zu überlegen, was ich antworten könnte.

„Das Tabu“, log ich ohne rot zu werden und atmete rascher, da wir vor uns Harry ausmachen konnten, der Haken schlagend über einen umgefallenen Baumstamm hüpfte.

„Aha“, gab Fenrir belustigt zurück und schüttelte den mächtigen Kopf, als würde er mir kein Wort glauben. „Lass sie uns fangen“, bot er mit einer übertrieben spöttischen Handgeste an und jaulte auf einmal los, wie ein Werwolf, der zur Jagd blies.

Es kam mir vor wie ein böses Omen. Verflucht aber auch, warum musste Fenrir auch noch dabei sein? War er eigentlich nicht noch in Bulgarien? Oder sonst wo, wo ich ihn gerade lieber hätte als hier, bei mir, wo er störte. Aber ich versuchte, mir meine Gedanken nicht anmerken zu lassen und rannte immer weiter, noch schneller, noch verbissener. Ohne Worte, jedes war ihrer zu viel. Es war alles gesagt und die pure Angst umklammerte mein Herz.

Was für Optionen blieben mir, blieben uns?

Links lief Harry und strauchelte leicht, aber fing sich wieder, etwas höher auf der rechten Seite war Ron bisher am weitesten von uns gekommen, als mir ein unschöner Fakt auffiel, dass ich nämlich fließend die Seiten gewechselt hatte.

Von der Gejagten zur Jägerin!

Vom Opfer zur Täterin!

Wahrlich beeindruckend, aber es wollte keine rechte Freude darüber in mir aufkommen, denn gerade musste ich einem Fluch ausweichen, der von Harry abgeschossen wurde. Er feuerte wie wild hinter sich, ohne sich umzudrehen, improvisiert, aber durchaus wirkungsvoll.

„Aua“, vernahm ich einen spitzen Schrei und verfolgte gerade noch, wie Runcorn von Harry getroffen eindrucksvoll zu Fall gebracht wurde und hart auf dem Boden aufschlug. Indes sprangen Fenrir und ich gleichgültig über Runcorn, der erstmal liegenbleib, hinweg, während jemand anderes zu meiner anderen Seite hin aufschloss.

„Scabior“, begrüßte ich atemlos das Strähnchen, das jetzt auch neben mir her rannte und ich bemerkte, dass mich die beiden Männer in ihre Mitte genommen hatten und fühlte mich sofort beengt und irgendwie nicht mehr frei.

„Chefin… du… hier?“, erwiderte er darauf abgehakt, da wir noch immer liefen und ich runzelte unwillig die Stirn, als ich das Flattern eines leichten, tiefroten Stoffs um seinen Hals ausmachte, der hinter ihm her im Wind wehte.

Empört ging mir der Mund weit auf. Ich meine, er trug tatsächlich meinen Schal, meinen roten Schal, den Schal meiner Mutter, den ich eigentlich damals für Ron zurückgelassen hatte, als er nicht zu uns zurückgekommen war.

„Woher hast du diesen Schal?“, schrie ich ihm zu, woraufhin er mich nur frech angrinste. „Scabior?“, drängte ich weiter und wich einer Pfütze durch einen beherzten Sprung darüber hinweg aus.

„Du meinst DEINEN?“, fragte er sehr aufreizend. „Gefunden… im Wald“, stieß er ebenso doppeldeutig aus wie vorhin Fenrir, dabei sah er mich eindringlich an.

Ein Blick, der mir gar nicht behagte, aber wir verloren keine weiteren Worte, da wir alle beschleunigten und uns trennten, weil die Flüche immer wieder um uns herumflogen und donnernd einschlugen und laute Rufe immer wieder zu uns herüber hallten. Indes ratterte es wie selten in mir. Mein Herz trommelte regelrecht panisch gegen meine Brust. Ich rannte und sprang wie eine Verrückte über den Waldboden, dabei hatte ich immer einen Blick auf ihn, auf Harry!

Einen zutiefst besorgten Blick auf Harry!

Er war der Auserwählte. Er war derjenige, der wichtig war. Dass ich schon so bald vor einer Entscheidung stehen würde, hatte ich nicht erwartet und das ärgerte mich, aber gerade jetzt hatte ich keine Idee, was ich tun konnte!

Wieder Lärm, etwas weiter weg. Was war das? Was war mit Ron? Hatten sie ihn schon?

Ich wusste es nicht, aber nur Harry war wichtig. Sie würden ihn identifizieren und damit alles beenden. Alles würde auffliegen und wir alle wären verloren und der Dark Lord hätte gewonnen, aber ich musste etwas tun, selbst wenn es meine Tarnung zerstörte, denn ich war zweitrangig. Könnte ich wieder meinen Trupp auslöschen, wie schon einmal? Dürfte mir das mit Fenrir im Nacken gelingen? Ich wagte es zu bezweifeln.

Aber ich würde es tun, für Harry!

„Harry?“, wisperte ich sehr leise und sehr atemlos, als ich bemerkte, dass er immer mehr eingekesselt wurde. „Es tut mir leid!“, bewegten sich meine Lippen mehr als dass sie etwas sagten und ich war bereit und Willens, etwas, irgendetwas zu tun.

Es knallte!

In dem Moment hob Harry laut schreiend ab. Seine Brille flog im hohen Bogen davon und er wurde regelrecht vom Boden gerissen. Ich musste zusehen, wie er wie eine Puppe weit nach hinten geschleudert wurde. Er landete gut einen Meter weiter weg auf dem Rücken, während er stöhnend und winselnd seine Hände auf sein Gesicht presste und vor Schmerz gekrümmt liegen blieb.

Damit war seine, war unsere Flucht abrupt beendet.

Meine Augen schwirrten sofort hektisch umher, um herauszufinden, wer Harry getroffen hatte und da, da stand er, derjenige stand höher als wir und hielt noch immer seinen Stab hoch erhoben.

Es war Ron! Ron!

Er hatte auf Harry gezielt und ihn damit zu Fall gebracht. Was sollte das? Warum hatte er das getan? Hinter ihm tauchte nun auch ein schwarzer Schatten auf. Was passierte da?

„Uhhh“, stieß ich noch überrascht aus.

Ein Ton, der mich selbst verblüffte, aber danach wurde alles um mich herum schwarz, nichts als Schwärze!

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Meine Herren, zog sich das. Nahm diese Zugfahrt denn gar kein Ende?

Das war ätzend, aber nach Lovegood sah ich die Notwendigkeit, den Zug nicht alleine fahren zu lassen, wenngleich bisher nichts Aufregendes passiert war und ich vor Langeweile zu vergehen drohte. Auf der einen Seite wollte ich, dass die Fahrt endete, auf der anderen, dass sie ewig dauern sollte, denn noch schlimmer wäre das, was Daheim auf mich warten würde.

Trautes Heim, Glück allein, schön wäre es.

Ich meine, Mord und Totschlag war programmiert. Blaise würde mit Wena nachkommen, während mich Astoria gleich vom Bahnsteig weg begleiten würde und dann waren da noch Vater und Hermione. Wir alle unter einem Dach. Das war gar nicht gut und Drama garantiert. Das würde ein Spaß werden. Wo war der Strick, wenn man einen brauchte? Fehlte nur noch, dass Severus auftauchte und munter mitmischte. Wobei, vielleicht waren die Chancen, dass er auch noch kam, wirklich richtig schlecht, denn es waren ziemlich viele Schüler in Hogwarts geblieben. Schüler, die er überwachen und vor allem schützen musste. Trotzdem war noch immer eine große Schar mit uns in die Osterferien gefahren, wodurch man keine Ruhe fand, aber endlich fuhren wir am Gleis Neundreiviertel in Kings Cross ein und das Gewusel machte deutlich, wie nervös die Menschen waren, denn die Wiedersehensfreude fiel erschrecken knapp aus. Die Leute packten ihrer Kinder und sahen zu, den Bahnsteig so schnell es ging hinter sich zu lassen.

So standen Blaise, Astoria und ich auf einem ziemlich verlassenen Areal, neben der dampfenden roten Lok und sahen uns begeistert an.

„Wir sehen uns dann?“, murmelte Blaise sichtbar unwillig, schob seine Hände in seine Hosentaschen und zog die Schultern hoch, während Astoria die Arme vor ihrer Brust verschränkte.

„Ja, du kommst mit deiner Klette“, murrte ich noch einen Touch freudiger und schürzte die Lippen.

„Mhm…“, fletschte er die Zähne. „Wohl eher meinem Geier“, murmelte er missmutig.

„Was?“, fuhr ich ihn ungehalten an und strich mir ungeduldig über die schmerzende Stirn.

„Nichts“, meinte er jetzt betreten und hob seine Hände, zog sie aus seinen Hosentaschen. „Ist dein Vater da?“, fragte er besorgt und offenbarte, wie sehr es ihn zu mir nach Hause zog.

„Es ist sein Heim“, erwiderte ich tonlos.

„Und das sollen wir wirklich zwei Wochen lang durchziehen?“, zweifelte er offen und sprach aus, was mich die ganze Zeit beschäftigte.

Würden alle Personen noch leben, wenn die Ferien zu Ende waren?

„Blaise, ich will nicht, aber werde ich gefragt?“, gab ich daraufhin mit einer zutiefst unglücklichen Miene zurück.

„Denkst du, Hermione ist schon da?“, fragte Astoria plötzlich aus dem Hintergrund und trat Händeringend auf uns zu.

„Das werden wir gleich sehen, wenn wir apparieren“, murmelte ich mit einem unguten Gefühl beseelt, denn es zog mich gar nicht Heim. Wie gerne wäre ich nach Dublin in meine Villa gegangen.

„Na, dann macht’s gut… bis später“, meinte Blaise freudlos. Er hob die Hand und verschwand dann in seiner Apparition zu sich nach Hause und ich sah mich nochmals um. Verlassen, wir waren jetzt tatsächlich die Letzten, die den Bahnsteig verließen.

„Darf ich bitten?“, wandte ich mich um und reichte Astoria höflichst meinen Arm.

Diese presste daraufhin die Lippen aufeinander und sah völlig beglückt aus. Aber sie hakte sich tief Luft holend bei mir unter und wirkte so begeistert, dass meine Laune noch mehr sank. Sie mochte das Manor nicht und wer konnte es ihr verdenken. Gemeinsam überstanden wir die Apparition mehr als gut und so landeten wir im Foyer von Malfoy Manor. Ich löste mich von ihr und warf meinen Hogwartsmantel mit einer ruckhaften Bewegung auf den runden Tisch und sah mich mit einem zittrigen Elf konfrontiert.

„Was?“, meinte ich unfreundlich und jetzt schon unendlich genervt. Wollte mich Vater jetzt schon zu sich zitieren?

Doch bevor der Elf etwas erwidern konnte, wurde schon die Tür des kleinen Empfangszimmers aufgerissen und Astoria hinter mir zog aufgrund des unerwarteten Anblickes, der sich uns bot, hissend den Atem ein.

„Bellatrix…?“, stieß ich wegen dieses unerwarteten Besuches völlig perplex und noch weniger höflich aus. „Was machst du… was macht ihr hier?“, verbesserte ich mich in meiner Frage, denn jetzt sah ich hinter meiner Tante noch eine Person auftauchen.

Eine kleine, dickliche Person. Was hatte dieses Subjekt hier zu suchen? Missgelaunt nahm ich Wormtail wahr, dessen silbrig leuchtende Hand unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich zog. Mich überkam jedes Mal Übelkeit, wenn ich mir vorstellte, was dieser Mann getan hatte, um zu dieser Hand zu kommen. Total irre der Typ!

„Wir wollen zu deinem Vater“, kam es reichlich dreist von Bellatrix, die mich aufgesetzt freundlich angrinste, bis sie plötzlich größer wurde und ziemlich aufdringlich hinter mich sah und Astoria genau musterte.

„Woher soll ich wissen, wo er steckt?“, fragte ich harsch zurück und überspielte meine Verwunderung darüber, dass er noch nicht da war und das Manor augenscheinlich verlassen war, denn auch von Hermione war weit und breit keine Spur zu sehen.

„Deine Verlobte?“, überging Bellatrix meine Aussage und trat nun näher an Astoria, die sich bisher völlig still verhalten hatte, heran. „Das hat Lucius wirklich geschickt eingefädelt…“, gackerte meine Tante schrill los. „So brav, fügsam, still und leise… so völlig anders…“, meinte sie aufreizend und spielte eindeutig auf Hermione an, während ihre Augen spöttisch zwinkerten und ich sehr starr wurde. „Huhu, wie findet du es, gegen das Mudblood ausgetauscht worden zu sein?“, fragte sie aufdringlich.

„Sprich nicht mit ihr“, fuhr ich meine Verwandte an, denn man konnte Astoria anmerken, dass es ihr unangenehmen war, in dieser zwielichtigen Gesellschaft zu sein. Kein Wunder, anders als Rodolphus war Bellatrix zusammen mit Rabastan noch immer nicht rehabilitiert. Aber ganz gleich, sie war eine Verrückte und unheimliche Erscheinung. Zusammen mit Wormtail wurde es sogar beinah schon skurril.

„Du bist zweite Wahl… nicht nett“, trat Bellatrix noch näher an Astoria heran, die leicht blässlich wurde und die Lippen zu einem schmalen Strich zusammenkniff, als meine Tante ihre Hand hob und ihr über das Haar strich.

„Fass sie nicht an“, fuhr ich Bellatrix hart an und trat drohend auf sie zu. „Wag es…“

„Willst du zu deiner Tante so frech werden? Dracolein?“, reizte mich diese Irre unendlich, als sie mir frech den Rücken zuwandte. „Hallo, Kleine“, sprach sie gespielt freundlich zu Astoria und beugte sich viel zu nah zu ihr. „Ich kannte deine Mutter gut!“, raunte sie vertraulich, dabei wurde deutlich, wie Astoria zu beben begann.

„Stiefmutter!“, kam es frech von Astoria und damit überraschte sie nicht nur mich, sondern auch Bellatrix und erst recht diesen neugierigen Spion, der ein kleines Quieken wegen ihrer Aufmüpfigkeit herausließ.

„Sei still“, fuhr ich Astoria über meine Schulter an und sie zuckte schuldbewusst zusammen.

Das ging nicht, sie konnte nicht derart anmaßend mit Bellatrix reden. Das tat niemand außer Vater, Severus, Hermione und ich. Alle anderen zogen es vor, vor ihr zu kuschen und auch wenn ich Astoria für ihren Mut bewunderte, war er hier nicht angebracht. Zumal Bellatrix‘ Züge auch ihre Verstimmung darüber, dass sich das kleine Mädchen ihr gegenüber so etwas herausnahm und es wagte sie zu verbessern, deutlich zeigten. „Sprich nicht mit ihr“, befahl ich entschlossen zu Bellatrix und trat auf sie zu.

Ich zeigte ihr mit jedem Muskel, der sich nicht regte, dass ich ein Malfoy war und gewiss keine Angst vor ihr hatte, sondern um meine Stellung wusste, aber auch um ihre. Weshalb ich sie nicht einfach an den langen Zotteln packte und hinausschleppte.

„Ohhh… putzig, ich darf sie nicht ansprechen… uhh….“, kicherte sie tänzelnd. „Angst, dass ich ihr Dinge erzähle, die das arme, arme unschuldige und so hübsche Baby nicht wissen darf?“, reizte mich meine total durchgeknallte Tante bis aufs Blut, aber ich rührte keinen Muskel in meinem Gesicht.

„Das darfst du gar nicht“, gab ich gehässig zurück und zuckte mit den Schultern, dabei war klar, dass Astoria anders als Hermione niemals alles erfahren würde, konnte und durfte.

„Oh, und warum nicht? Weil du es sagst? Hahaha“, lachte sie mich aus, dabei sah ich aus den Augenwinkeln, wie nervös Astoria war.

„Sie wird niemals das Zeichen des Lords tragen“, bestimmte ich entschieden und da ging Bellatrix vor Empörung der Mund weit auf, aber bevor sie loskreischen konnte, hob ich den Zeigefinger und sprach weiter: „Ja, genauso wenig wie meine Mutter, deine Schwester!“

„Sprich nicht von ihr!“, kreischte sie für mich unerwartet, da völlig losgelöst los. „Du hast deine Mutter… du hast Narcissa entweiht, als du dich mit diesem Mudblood eingelassen hast“, verkündete sie zum Schluss schreiend und zum ersten Mal in diesem Leben glaubte ich ihr, dass es ihr um ihre Schwester wirklich leidtat, dass sie sie vielleicht sogar vermisste und uns alle deswegen bis aufs Blut hasste.

„Geh auf mein Zimmer“, überging ich Bellatrix’ Wutausbruch und richtete mich gleich direkt an meine Verlobte.

Sie war sichtbar geschockt wegen diesem Gebaren zu einer Statue erstarrt. Als mein Befehl zu ihr durchdrang, schüttelte sie sich und warf mir daraufhin einen Blick aus zu Schlitzen verzogenen Augen zu. Es war ihr anzusehen, wie wenig begeistert sie über meine Art, mich zu geben, war, aber gerade war nicht die Zeit für Rücksichtnahme und Befehl war Befehl und nichts anderes war es.

„Husch… husch, kleines Mädchen…“, gackerte Bellatrix spöttisch los. „Ich bin gefährlich…“, machte sie sich schamlos über meine Verlobte lustig und leckte sich aufreizend und wenig erotisch über die roten Lippen und ich seufzte tief. Wenigstens gab Astoria keine Widerworte, sondern drehte auf dem Absatz um und eilte die breite Treppe hinauf, zu meinen oder ihren Räumen. „Uhhh, sie ist gehorsamer als dieses unwürdige Wesen, das auf dem besten Weg ist, deine Stiefmutter zu werden…“, lachte sie schon wieder so unangenehm schrill und ich wartete diesen Heiterkeitsausbruch kommentarlos ab und als sich Stille über uns senkte, sah ich sie auffordernd an.

„Bellatrix, Vater ist unterwegs…“, meinte ich nun in der Hoffnung, dass sie die Aufforderung zum Verschwinden verstand.

„Du solltest etwas dagegen unternehmen“, ging sie auf meine Worte gar nicht ein, „sie ist es nicht Wert, den Namen Malfoy zu tragen!“, meinte sie eifrig und schob ihr Gesicht nah zu meinem, dabei glitzerte der Wahn in ihren Augen und ich rollte mit den meinen.

„Der Lord ist nicht deiner Meinung… und du darfst gerne wiederkommen…“, sprach ich seelenruhig weiter und überging auch ihre Aussagen. Was sie konnte, konnte ich schon lange.

„Lucius sagte, er könnte schon wieder da sein“, meinte sie plötzlich und verschränkte ihre Arme. Alles an ihr offenbarte ihren Unwillen zu verschwinden.

„Sieht du ihn?“, höhnte ich böse und drängte mich an ihr vorbei. „Was tut er überhaupt hier?“, deutete ich auf den dicken Mann, der immer einen leicht verschlagenen Eindruck machte.

„Er? Er wollte mal Nagini entfliehen und den Lord überraschen… hihihi…“, kicherte sie los und ich verzog das Gesicht. Wenn ich jemanden nicht in meinem Heim haben wollte, dann diesen Spion und sie ebenso wenig. Ein komisch anmutendes Paar.

„Und jetzt gehst du?“, fragte ich betont gleichgültig zu ihr hin und hatte schon einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt.

„Nein, ich habe gerade nichts zu tun“, erwiderte sie seelenruhig und grinste mich gemein an, weil sie genau wusste, wie gerne ich sie des Hauses verweisen würde.

„Du willst warten?“, echote ich ungläubig. Verdammt, ich hatte gehofft, dass das genug der Anstrengungen gewesen waren.

„Ja, warum nicht?“, meinte sie frech und zuckte mit den Schultern, in ihrem schwarzen Kleid, dessen Ärmel an Schnüren befestigt waren.

„Tu was du nicht lassen kannst“, erklärte ich wegwerfend und erklomm langsam die Stufen. „Aber bleibt im Salon und bewegt euch nicht durch das Manor!“

„Was, du gehst?“, erregte sich meine Tante wegen meiner Unhöflichkeit, aber ehrlich, warum sollte ich bleiben? Wenn sie auf Vater warten wollte, bitte! „Uhhh, klein Malfoy befielt“, meinte sie höhnisch und ich beherrschte mich sehr, indem ich eilig die Treppe hochging, um zu meinen Räumen zu gelangen.

Mir war es egal, was sie hier trieben, nicht dass sie das könnten. Die Zauber des Prismas würden sie überwachen und auch die Elfen. Meine Gegenwart war zweitrangig. Indes ließ ich mir Zeit und streifte eher ziellos durch das wahrlich große Manor. Dass Astoria und Bellatrix aneinandergeraten waren, gefiel mir gar nicht. Ich wollte Astoria nicht mit dem Abschaum der DeathEater konfrontieren, aber sie rauszuschmeißen, dazu konnte ich mich auch nicht aufraffen. Ich war böse, aber ich freute mich darüber, dass Vater, wenn er käme, sich mit ihr herumschlagen dürfte. Kurz blieb ich vor Mutters ehemaligen Räumen stehen, die nun schon seit Jahren Hermione gehörten.

Seit Jahren, wie die Zeit verflog. Ich legte meine Hand an die Klinge. Ob sie schon da wäre? Kurzentschlossen zog ich die Tür auf, fand aber die dahinterliegenden Zimmer verlassen vor. Anscheinend schob sie den Moment, mit uns allen unter einem Dach eingesperrt zu sein, auch hinaus, verständlich wenn man mich fragte und so wandte ich mich seufzend ab und steuerte zu meinen Räumen und damit auch zu Astoria.

„Was machst du hier?“, empfing sie mich wenig freundlich und noch dreister, wenn man bedachte, dass sie noch lange nicht die Herrin hier war.

Sie lief erregt im Zimmer umher und starrte mich an, als wäre ich eine Erscheinung und so seufzte ich schwer und schloss die Tür hinter mir.

„Sind sie weg?“, fragte sie eilig und kam gehetzt wirkend auf mich zu, so wie sie ihre Hände nervös ineinander wrang.

„Was? Nein, sie will auf Vater warten“, erwiderte ich unfreundlich und wollte mich gerade auf mein Sofa werfen.

„Spinnst du, Draco?“, ließ mich ihr spitzer Schrei innehalten und ich verzog die Züge. Ich hatte schon Kopfweh, da machten solche schrillen Töne das Ganze nicht besser.

„Hey“, meinte ich daher auch verärgert.

„Du kannst doch diese Irre“, deutete ihr Finger anklagend auf die Tür, „mit diesem unheimlichen Typen zusammen nicht frei in deinem Heim herumlaufen lassen“, hielt sie mir hitzig vor und sah aus wie eine Veela kurz vor ihrer Wandlung.

„Sie kann nichts machen“, murmelte ich leise und wagte einen vorsichtigen Schritt Richtung einladendem Sofa.

„Draco“, tadelte sie mich wie einen kleinen Jungen, woraufhin ich ihr einen sehr harten Blick zuwarf, der sie sichtbar schwer schlucken ließ, aber sie war stur und wich keinen Deut zurück, während ich schnaubte und meine Hände in die Hosentaschen steckte.

„Ist ja schon gut…“, drehte ich wieder ab.

Boah, war ich sauer. Jetzt wurde ich schon aus meinem eigenen Zimmer geworfen, noch besser konnte es gar nicht mehr werden und so donnerte ich die Tür wütend hinter mir zu. Das lief ja noch besser als erwartet! Vielleicht sollte ich in Astorias Räume gehen, die sie mied, da sie unheimlich waren, pfff, Frauen!

„Wumm!“, donnerte es plötzlich durch das gesamte Haus, begleitet von einem lauten Krach sondergleichen. Was zur Hölle trieb meine wildgewordene Tante? Jetzt begann ich, zu laufen. Ich flog regelrecht die Treppe hinab. Was veranstaltete diese Verrückte in meinem Heim? Ich stolperte dem Krach hinterher und stellte verwundert fest, dass er mich zu einem Raum führte, den wir gewöhnlich nicht nutzten. Er war nur für sehr förmliche Essen vorgesehen und so riss ich die große Türe zum großen Dining Room auf und dachte in dem Moment, mir würde der Boden unter den Füßen weggerissen.

Ein Drama!

Ein Drama unvorstellbaren Ausmaßes, als wäre ich in einem Albtraum gefangen und könnte nicht erwachen. Ich sah zu viele Personen in dem düsteren, holzvertäfelten, steifen und sehr mittelalterlich anmutenden Raum mit dem großen, langen Esstisch auf der einen und dem großen steinernen Kamin auf der anderen Seite. Gegenüber der breiten Fensterfront hingen Ganzkörper-Portraits längst verstorbener Malfoys in extrem unbequemen Klamotten und mit mürrischen, sehr säuerlichen Mienen. Alles in allem ein Ort, den ich mied.

„Hermione“, stieß ich erschrocken aus.

Mit einem Satz war ich bei ihr und versuchte, sie zu umfassen, was nicht leicht fiel, da Greyback sie wie eine viel zu kleine Puppe in seinen bulligen Armen trug.

„Was ist mit ihr passiert?“, betastete ich vorsichtig ihren blutigen Hinterkopf, den ich in meinen Händen barg, und sah in ihr wachsbleiches Antlitz.

„Sie wurde von einem Fluch getroffen und ist doof gestürzt“, brummte der Werwolf, der aber nicht bereit schien, sie loszulassen, missmutig.

Indes betastete ich ihren Puls und atmete erleichtert auf, als ich ihn kräftig schlagend unter meinen Fingerspitzen erfühlte. Das beruhigte mich, sodass ich mich nun mit bemüht gleichmütiger Miene umwandte. Dort allzu viele Snatcher und noch etwas weiter viel zu viele kniende Personen. Entweder mit gesenkten Häuptern, oder furchtsam zu Bellatrix aufsehend, die frohlockend auf ihre gefesselte Beute blickte. Ich konnte sofort Dean Thomas, Ron Weasley, einen mir unbekannten Kobold und Harry Potter ausmachen, während es in mir arbeitete. Was konnte ich tun? Was wagen?

„Draco, komm her“, wurden meine Gedanken auch schon unterbrochen, indem mich Bellatrix hektisch und ekstatisch mit ihrer Hand wedelnd zu sich winkte.

„Kannst du bestätigen, dass dies Harry Potter ist?“, fragte sie aufgedreht und ich ging langsam auf die Knienden zu, die es vorzogen, mich nicht anzusehen. Ich blieb vor ihnen stehen und zuckte schlussendlich nur mit den Schultern.

„Was ist passiert?“, presste ich angespannt hervor und ballte die Hände zu Fäusten.

Ich war angestrengt wie selten, fühlte mich in meinem Heim alles andere als sicher. Ich als einziger gegen Hermiones Snatcher-Team, Bellatrix und Wormtail. Abrupt stieg Ärger in mir auf. Wie blöd hatten sie sein können, sich fangen zu lassen? Aber meine Wut gewann noch nicht völlig die Oberhand, dafür kratzte die Panik zu sehr an mir.

Ich war allein, Vater weg, Severus weg, Hermione bewusstlos und Potter und Weasley entwaffnet und gefesselt! Wie sollte es weitergehen?

„Das Tabu… das Tabu wurde gebrochen“, informierte mich Scabior umgehend aus dem Hintergrund mit dieser abartigen Unterwürfigkeit, die Übelkeit in mir aufsteigen ließ, dabei grinste er vorfreudig und rieb sich eifrig die Hände, als ich über meine Schulter zu ihm blickte. Ich malte mir aus, wie doof Potter war, dass er das Tabu brach. Er musste es gewesen sein und so schloss ich um Geduld bemüht die Augen.

„Ist das wirklich Potter?“, fragte das Strähnchen derart euphorisch, dass sich Brechreiz bei mir ankündigte. Es war ihm anzusehen, dass er die Galleonenzeichen in seinen Augen hatte. Er war einfach nur scharf auf die Belohnung, die dieser Fang versprach!

„Woher zur Hölle soll ich das wissen?“, brauste ich genervt auf und wandte mich an den Werwolf. „Leg sie da in den Sessel“, wies ich Greyback grob an.

Es juckte mich in den Fingern. Am liebsten wollte ich ihm Hermiones bewusstlosen Leib aus den Händen reißen. Er sollte sie nicht berühren. Er sollte sie nicht anfassen und er sollte ihr nicht so nah sein. Aber bevor ich zu ihm gehen konnte, fühlte ich plötzlich Bellatrix‘ Präsenz hinter mir und ich konnte es nicht fassen, als sie es wagte, mich zu berühren, da sie mir ihre Hände auf die Schultern legte und ich unter diesem unerwünschten Griff erstarrte.

„Sieh ihn dir genauer an“, wisperte sie mit vor Erregung vibrierender Stimme und ich schluckte schwer.

Sie schob mich vorwärts, drückte mich indes rücksichtslos auf die Knie, damit ich Potter Aug in Aug gegenüber kniete. Ich atmete tief ein. Sollte ich dagegen aufbegehren? Die Stimmung war so sonderbar, derart angespannt und eigenartig geladen. Es lag ein diffuses Licht über dem Raum, als würde irgendetwas oder jemand das Licht absorbieren und zu wenig durch die Fenster hereindringen. Ich wollte Licht haben. Schließlich ließ sie endlich zu meinem Glück von mir ab. Wie es kam, dass ich das überhaupt zuließ, dass sie mich derart positionierte? Gute, super gute Frage. Ich hatte keine Antwort, aber ich funkelte den Idioten vor mir vorwurfsvoll an. Leider, leider tat er mir nicht den gefallen, den Blick zu erwidern, da er indes seinen Kopf hängen ließ, sodass ich nur eine ungepflegte, schwarze Matte ausmachen konnte.

„Ahh“, schrie er plötzlich überrascht auf, da auf einmal sein Schädel hochgerissen wurde.

Bellatrix‘ Attacke war wie zu erwarten schmerzhaft. Sie hatte uns umrundet und Potter an seinem wirren, schwarzen, extrem gewachsenen, mittlerweile beinah schulterlangen Haar gepackt und zerrte nun seinen Kopf brutal hoch, sodass ich mir die Bescherung viel zu genau und viel zu nah ansehen konnte. Unsere Gesichter waren nur eine Handbreit voneinander entfernt.

Wow, Brandzauber, schoss es mir bei seinem Anblick durch den Kopf. Sein Gesicht war eine aufgequollene, gespannte Maske. Das Gesicht war riesig, glänzte blutrot, seine Züge waren grotesk verzerrt und um seinen Kiefer zog sich ein schwarzer, unansehnlicher Bartschatten. Alles in allem erkannte man gar nichts. Jedoch sorgte dieser Anblick nicht dafür, dass ich versöhnlich wurde. Es wurde eher schlimmer und es brodelte in mir. Ich starrte wirklich auf das dümmste auf der Erde wandelnde Individuum und am liebsten hätte ich ihn versohlt, denn ich war mir zu Hundertprozent sicher, dass er das Tabu gebrochen hatte und ich hoffte, es tat weh und ich wünschte mir aus tiefstem Herzen, dass ihm Hermione das angetan hatte. Wenigstens litt er und wusste, was Schmerzen waren. Jetzt musste er meinen Blick erwidern, ob er wollte oder nicht, und zum ersten Mal, seitdem ich ihn kannte, wurde ich Zeuge, wie Angst in seinen grünen Augen stand.

Augen, die nicht hinter einer Brille versteckt waren. Ich atmete tief ein und legte nun meinen Kopf in den Nacken und sah zu ihr auf. Sie verzog bereits irrwitzig ihre Züge zu einer erfreuten Grimasse, während ich meinen Blick über Weasley, Thomas und den kleinen Kobold wandern ließ.

„Was willst du hören?“, fragte ich das gehässige Weib vor mir und betonte jedes Wort als ich weitersprach: „Ich habe keine Dunst, ob ER das ist, das könnte jeder sein.“ Ich zog die Schultern hoch, unterdessen riss sie die Augen weit auf und sah mich ungläubig wegen meines Unwillens, etwas zu bestätigen, was sie als gegeben ansah, an.

„Sieh genau hin, Draco! Sieh hin!“, erregte sie sich eifrig und zog Potters Kopf noch weiter zurück in seinen Nacken, sodass sein Gesicht besser von dem riesigen Kronleuchter an der Decke beleuchtet wurde.

„Ich sehe eine Fratze“, gab ich betont harsch zurück und zog mich mit einer geschmeidigen Bewegung zurück auf meine Füße und rückte meine schwarze Jacke gerade, blickte nun wieder seufzend auf die Gefangenen.

„Könnte das da nicht die Narbe sein?“, fragte sie hitzig, dabei fuhr ihr Fingernagel lasziv die nicht wiederzuerkennende Blitznarbe nach und ich konnte das Zittern ausmachen, das durch Potters Körper fuhr, als sie ihn derart aufdringlich berührte.

„Bellatrix, übertreib es nicht und steigere dich nicht rein“, mahnte ich abfällig. „Das könnte gefährlich werden“, gab ich als einziger, der bei klarem Verstand war, zu bedenken.

Und erst jetzt fiel mir auf, wie sehr sich der Werwolf zurückhielt und somit ging ich in seine Richtung zum Kamin, da er noch immer Hermione trug. An sich schon beeindruckend, wie stark er war.

„Was nun?“, wisperte Scabior von hinten, dabei machte sich langsam die Ernüchterung unter den Anwesenden breit, da sie erkannten, dass es so leicht nicht war, denn den Lord aus einer Laune heraus zu verständigen, das wagte niemand. Selbst nicht Bellatrix, wenn man durch ihren Wahn drang.

„Wir wollen mal nicht vergessen, wer ihn gefangen hat!“, sagte Greyback drohend, als ich neben ihm zum Stehen kam. Dabei zog ich eine Braue hoch und musterte ihn. Während ich ihn so ansah, wirkte er für mich erschreckend unleserlich. Er lächelte, als er bemerkte, dass ich ihn beobachtete, was bei ihm voll gruselig aussah.

„Natürlich nicht“, entgegnete Bellatrix ungeduldig und inspizierte weiter Potters Fratze. „Was habt ihr überhaupt mit ihm gemacht? Man erkennt sein Gesicht kaum!“, beschwerte sie sich bitter darüber, dass sie ihr die Entscheidung, ob sie es wagen sollte, das Lob des Lords einzuheimsen oder nicht, aufgrund der Gefahr ihn umsonst zu rufen, so schwer machten.

„Das waren wir nicht!“, erwiderte Greyback und verlagerte leicht das Gewicht von Hermione in seinen Armen. „Der war schon so, als wir ihn gefangen haben!“

„Das ist aber der Weasley-Junge! Ganz bestimmt!“, ereiferte sich Scabior hoffnungsvoll, deutete auf den genannten Rotschopf und sah mich auffordernd an, meine Meinung kund zu tun.

„Keine Ahnung. Gibt so viele Weasleys und die sehen alle fast gleich aus“, versuchte ich mich wenig elegant aus der Affäre zu ziehen, jedoch kreischte Bellatrix nun erfreut auf.

„Wenn das Weasley ist“, frohlockte sie, „dann… dann ist das Potter! Er würde ihn nie allein gehen lassen! Wisst ihr noch, was der Lord sagte? Wenn wir einen von den beiden haben, haben wir den anderen!“, lachte sie laut kreischend auf und ich wunderte mich noch, dass Hermione von diesem Lärm nicht aufwachte.

Bellatrix riss nun ihren Ärmel zurück und offenbarte das Dark Mark, das krass vom Fleisch ihres blassen Armes abstach, um endlich ihren heißgeliebten Herren zu rufen.

„Sei nicht so voreilig“, warnte ich rasch und ihr Finger verharrte über dem sich windenden Tattoo der Schlange.

„Was willst du, Draco… Angst? Oder willst du Potter schützen?“, fragte sie höhnend mit einer Prise Misstrauen und fletschte die Zähne.

„Genau, das wird es sein!“, spottete ich zurück und versuchte, meine Bemühungen, eben genau das zu tun, zu überspielen. „Ich warne nur, ich sehe in diesem Typen nicht zwingend Potter. Ich weiß es nicht und ich werde mir nichts für dich aus den Fingern saugen“, servierte ich gehässig und sah mich um, dabei war auffällig, dass kein Gefangener auch nur einen Mucks von sich gab.

„Ruf den Lord“, kam ich ihrem empörten Aufschrei zuvor. „Aber ich sag es dir, wenn er es nicht ist, dann sei dir der Konsequenzen bewusst“, mahnte ich und hoffte, dass ich es damit nicht noch schlimmer machte. „Du solltest dich fragen, warum sich die Snatcher so unsicher sind und nicht gleich den Lord selbst, oder das Ministerium direkt verständigt haben.“

„Hey, hierherzukommen ist, als wäre man direkt zum Lord gegangen“, murrte Yaxley beleidigt und ich warf ihm daraufhin einen langen Blick zu, aber Scabior sprang mir helfend bei.

„Naja, Malfoy hat schon recht. Erinnert euch an King und Selwyn und wie sie alle heißen, die zu vorschnell sind… der Lord verzeiht nicht leicht“, bestätigte er meine Vermutung, dass sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hatten. „Das sind ihre Stäbe“, bot Hermiones Rechte Hand bei den Snatchern versucht hilfreich an und zeigte die Stäbe, die sie den Jungs abgenommen hatten.

„Mhm… davon gehört keiner Potter“, servierte ich umgehend mit großer Überzeugung, da ich hier nicht mal log, weil dies Potters zweiter Zauberstab war, den er damals mit mir erworben hatte und ich ihn davon hatte abhalten müssen, Bellatrix zu verfolgen und eine Dummheit zu begehen. Vielleicht hätte ich ihn nicht aufhalten sollen?

Bellatrix hätte ihn schon damals alle gemacht und dann wäre Hermione jetzt nicht verletzt.

„Wie, keiner davon?“, kam es frustriert von Bellatrix und sie verzog verärgert ihr Gesicht, ließ aber ihren gezeichneten Arm sinken. „Aber das ist Weasley, oder?“, schoss sie sofort wieder hoffnungsvoll hinterher und stieß den noch immer knienden Ron an, sodass dieser mit der Brust auf dem Boden landete, da er sich mit seinen auf den Rücken gefesselten Händen nicht abfangen konnte, dabei verkniff sich dieser heroisch jeden Ton.

„Glaub mir, ich habe mir keinen der Weasleys allzu genau angesehen, so schön sind sie nämlich nicht und außerdem gibt es von denen zu viele, um sicher sein zu können, welcher wer ist… das sind lauter Söhne…“, gab ich versnobt zurück.

„Draco!“, fuhr mich meine gestörte Tante wütend an. „Man könnte meinen, du willst nicht“, brüllte sie jetzt verzweifelt und ich verschränkte meine Hände mit Bedacht vor meiner Brust.

„Ich?“, echote es von mir empört und ich tippte mit einem Finger an meine Brust. „Ich will nur keine Fehler begehen“, verkündete ich übertrieben, sah aber in die Runde ziemlich zerrissener Personen, als mir erneut auffiel, dass sich der Werwolf bis jetzt erstaunlich aus dieser Diskussion herausgehalten hatte.

„Wenn das Weasley ist, egal welcher… dann ist das da Potter! Gut, dann muss der Lord informiert werden“, zerrte Bellatrix an ihrem schwarzen Samtkleid herum.

„Wormtail, bring die Gefangenen in den Kerker“, befahl sie schrill, aber auch entschlossen.

„Das mache ich“, warf ich schnell ein, worauf sie mich konsterniert ansah, weil ich solch eine Dienstbotenarbeit freiwillig tätigen wollte.

„Nein, Draco!“, meinte sie plötzlich viel zu süßlich. „Du bringst das Gesocks raus auf den Hof, zusammen mit Fenrir… sie sollen verschwinden!“, wollte sie befehlen, während diese kleine Ratte schon tat was sie verlangte und die vier Gefesselten bündelte, um sie dann raus in den Flur zu drängen, weiter hinab in die Kerker.

„Wenn du denkst, du kannst mir Befehle erteilen, dann irrst du gewaltig“, grollte ich wütend wegen ihrer Anmaßung in meinem eigenen Heim.

Vater würde sich so ein Verhalten niemals bieten lassen, geschweige denn dulden und ich auch nicht, aber noch bevor sie antworten konnte, wurden wir unterbrochen.

„Was ist mit mei… unserem Gold?“, fragte Scabior derart gierig, dass es ihm anscheinend reichlich egal war, dass er meine und Bellatrix‘ Diskussion unterbrach.

Sofort stoppte sie ihre Erwiderung, auch ihr drohender Finger, der unheilverkündend über dem Dark Mark schwebte, erstarrte, was mir recht war, weshalb ich erstmal schwieg und Greyback bedeutete, Hermione endlich in den Sessel vor dem Kamin abzulegen.

„Dein Gold interessiert mich nicht, ihr Aasfresser!“, keifte sie vehement drauflos.

Sie näherte sich mit langsamen, schleichenden Bewegungen der Gruppe. Alles an ihr sprach von Angriff und war eine einzige Drohung und das schien auch der Werwolf ähnlich zu sehen, denn dann tat Greyback endlich, worum ich ihn die ganze Zeit ersucht hatte. Er legte seine Fracht unerwartet sorgsam ab. Ihre Füße hingen schlaff über der einen Armlehne, während ihr Haupt auf der anderen ruhte und ich war froh, dass Hermione damit wenig beachtet und erstmal sicher in dem Sessel lag. Es war ein eigentümlicher Moment, als wir uns abwechselten, um Hermione in ihrer Wehrlosigkeit zu schützen, denn er ging bereits zu der Snatcher Gruppe, während ich, nachdem mich diese Irre, die sich meine Tante schimpfte, nicht mehr beachtete, nun neben Hermione in die Hocke ging. Sachte berührte ich sie an der Schulter und versuchte, sie zu wecken. Als ich sie magisch untersuchte und ihren Kopf drehte, stellte ich fest, dass die Wunde an ihrem Hinterkopf noch immer blutete.

„Wahhh… was… was ist das?“, durchbrach Bellatrix mit einer unglaublichen schrillen Tonlage meine Heilung.

Ich verzog leidend die Züge. Warum zur Hölle schrie das Weib ständig durch die Gegend? Sie wirkte wie losgelöst. Ihre langen, wild gelockten Haare flogen hektisch durch die Luft, weshalb ich aufsah und mit der Heilung von Hermiones Platzwunde am Hinterkopf aufhörte.

„Wolltest du nicht den Lord rufen?“, fragte ich gespielt gelangweilt zu ihr hinüber und versuchte, einzuschätzen, ob mir diese erneute Aufregung, warum auch immer, die Möglichkeit gäbe, Potter und Co. zu befreien, ohne aufzufliegen.

Dann warf sie mir einen gehetzten Blick zu, aufrichtige Angst verzerrte ihre Züge zu einer Grimasse und ich runzelte überrumpelt die Stirn. Was war hier los? Sie hatte auf einmal Angst!

„Was… NEINNN…“, brüllte Bellatrix wie von Sinnen und ihr Eifer, den Lord zu informieren, war mit einem Schlag dahin. „Wir werden alle zugrunde gehen… wenn ich den Lord rufe… wenn irgendwer den Lord ruft!“, beschwor sie eindringlich in einer Ekel erregenden Theatralik.

Dabei überdramatisierte sie in meinen Augen und das dachte wohl jeder, so wie sich Hermiones Trupp untereinander ansah. Jeder zweifelte gerade gefährlich an Bellatrix‘ Verstand, aber solange sie nicht den Lord rief, war in meinen Augen alles wunderbar.

„Warum auf einmal?“, regte sich Scabior reichlich über dieses wankelmütige Wesen auf, woraufhin sie ihre Zähne zeigte und ihre Hand zu einer Faust ballte.

„Was ist das?“, überging sie ihn und deutete mit ihrem Zeigefinger auf die Gruppe der Snatcher, jedoch sah ich nicht, was genau sie meinte, da Greyback ziemlich breit davor stand.

„Das? Ein wertvolles Schwert“, murrte einer von Hermiones Leuten, dessen Name mir entfallen war.

Dieser trug einen langen, schwarzen Ledermantel und erst jetzt, nachdem ich mich ein wenig nach links neigte, fiel es mir auf, er hielt ein mittelalterliches Schwert in seiner Hand. Zum ersten Mal besah ich mir das Schwert, ein Schwert, das mir im ersten Moment nichts Großes sagte. Wer lief schon mit einem Schwert rum? Warum machte meine Tante darum so ein Geschiss?

„Gib es mir… sofort“, forderte Bellatrix harsch und streckte beinah schon nervös in ihrer Gier ihre Hand danach aus und das Licht des Feuers spiegelte sich auf einmal in der Schneide und da erkannte ich es.

Gryffindors Schwert, nicht irgendeines!




WHF - Wettbewerb 2017!
Sehr verehrte Leserschaft, liebe Untertanen und begeisterte Fans unseres Epos WHF.
Wir möchten auch dieses Jahr einen magischen, zauberhaften Wettbewerb starten, in dem ihr eure kreativen und magischen Fähigkeiten untereinander testen könnt. Natürlich gibt es auch einige Schätze zu gewinnen. Es lohnt sich auf jeden Fall, daran teilzunehmen.
Seid kreativ, lasst euch von der Story inspirieren und zaubert, was ihr wollt. Einen schönen neuen Trailer! Ein Fanart!
Sei es Gebasteltes, oder nehmt etwas auf!
Oder etwas Geschriebenes!
Schreibt zum Beispiel eine Szene um, die ihr in WHF gerne anders gehabt hättet!
Euch sind keine Grenzen gesetzt.
Möge die Macht mit euch sein.
Oder wie Hermione sagen würde: “Kämpft.“
Einsendeschluss bis 31.12.2017
Abgabe über FB, Pn im Forum, oder per mail: when_hermione_fights@web.de
Wie ihr wollt!
Dann erwartet euch im neuen Jahr wenn ihr gewinnt, gleich ein schönes Paket!

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BeitragThema: 622. Pain & Gain   Di Jan 09, 2018 9:12 pm

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622. Kapitel Pain & Gain

Das Schwert, welches die Gryffindors aus Severus‘ Büro zu stehlen versucht hatten. Was hatte es mit diesem Ding auf sich, dass das Trio damit herumirrte? Wie kamen sie überhaupt dran? Unfug, ich wusste wie, wenn würde Severus es ihnen gegeben haben! Das war gefährlich, verdammt!

„Das ist nicht eures, Ma’am, das ist meines. Ich hab´s nämlich gefunden“, grinste der mir Fremde gemeingefährlich und sah nicht so aus, als wollte er seine Beute einfach so hergeben.

Er sah an sich recht schneidig aus, aber noch bevor einer von uns begreifen konnte was passierte, gab es einen lauten Knall und einen roten Lichtblitz, der mich grell blendete. Bellatrix schien die Geduld ausgegangen zu sein und der Snatcher mit dem Schwert kippte geschockt um und das Schwert fiel laut klirrend zu Boden. Sofort änderte sich die Situation, weswegen Scabior und Co. sichtbar geschockt wegen des unerwarteten Angriffes aus den eigenen Reihen hektisch nach ihren Zauberstäben griffen. Innerhalb eines Augenblickes flogen Flüche und Zauber durch den mittelalterlichen Speisesaal und ich hechtete wieder ganz nah zu Hermione und erschuf um uns herum eilig ein Schutzschild, da sie sonst diesem Kampf schutzlos ausgeliefert wäre. So kam es, dass ich dabei zusah, wie sie mit- und untereinander kämpften und eines musste man meiner verrückten Tante lassen, kämpfen konnte sie und wie. Aber ich selbst hielt mich zurück, denn ich sah nicht ein, weshalb ich dem Werwolf, oder ihren Leuten helfen sollte. Weshalb ich mich auf irgendeine Seite schlagen sollte!

Ich hielt mich wohlweislich raus und eines wurde ersichtlich: sie waren ihr nicht gewachsen. Sie war trotz all ihrer Defizite eine verrückte, skrupellose Hexe mit ungeheuren Fähigkeiten. Sie alle brachen mehr oder weniger sofort und auf der Stelle zusammen. Dann wirbelte sie herum und überraschte mich. Sie hob ihren Stab und schwang diesen weit über ihrem Kopf und es leuchtete hell weiß auf, als sie den Strick mit Gewalt niedersausen ließ. Greyback schien von der Last des magischen Seils schlagartig getroffen und wurde von ihr in die Knie gezwungen. Der gut sichtbare magische Strick lag leuchtend um seinen mächtigen Hals und ich erkannte eine Abwandlung des Lassos, das dem Goldenen von Hermione und mir ähnlich war. Nur dass es eben nicht golden war und eben nicht glänzte, weshalb es anscheinend nicht zu schneiden schien, sondern nur besonders stark war. Fenrirs Klauen legten sich um das ihn erdrosselnde Seil und er versuchte, den Zug und Druck auf seinen Hals zu mindern.

„Fenrir“, beugte sie sich bedrohlich nah über den Werwolf, der die Zähne fletschte, dabei zog sie an ihrem Lasso und hielt ihm dann das Schwert mit der anderen Hand unter die Nase. „Wo hast du das Schwert her?“, flüsterte sie bedrohlich leise, aber jede Drohung ging durch ihr an sich panisches Gebaren unter.

„Wie kannst du es wagen?“, fragte dieser fassungslos, weil sie ihn derart vorführte und vor allem da sie ihn angegriffen hatte. „Lass mich los, Frau“, stieß er knurrig aus und wirkte noch immer ruhig, aber zunehmend wütender, dabei aber auch erstaunlicherweise gar frei von Angst, obwohl das Esszimmer mit den bewusstlosen Personen wie ein Schlachtfeld aussah.

So kam es, dass ich mich doch aufraffte und auf die Füße kam. Ich trat vor und erhob nun meine Stimme: „Was soll das, Bellatrix, du weißt schon… dass das unsere eigenen Leute sind?“ Die Frage war, ob sie noch Realität von Wahn unterscheiden konnte, woraufhin sie mit ihrem Kopf zu mir herumfuhr, als hätte sie mich vergessen.

„Halt den Mund, Draco“, zischte sie böse. „Du hast keine Ahnung, wie bedrohlich die Lage gerade ist! Wir haben ein sehr ernstes Problem!“, meinte sie scharf atmend, während sie ihren Kopf hin und her wiegte und zum Schluss erregt schüttelte. „Wenn es wirklich Potter ist, dann darf ihm nichts geschehen“, sagte Bellatrix schließlich vor sich hin wispernd und ich fragte mich, mit wem sie redete, mit mir, mit Fenrir, oder vielleicht auch nur mit sich selbst?

„Der Dark Lord will es eigenhändig tun, aber wenn er es herausfindet… ich muss… ich muss es wissen!“, sprach sie nun eindeutig zittrig mit einer Kleinmädchenstimme zu sich selbst und unterschrieb damit meiner Meinung nach, dass sie völlig am Rad drehte, eindeutig, das St. Mungos rief.

„Wo hast du es gefunden?“, fragte sie plötzlich und mit einem Satz war sie wieder bei Greyback und dieser stockte, da er trotz des Lassos um seinen Hals gerade dabei gewesen war, sich aufzupumpen und von seinen Knien wieder zu erheben.

Er warf mir einen eindeutigen Blick zu, der besagte, dass ihm ebenso wie mir auffiel, dass etwas mit Bellatrix ganz und gar nicht in Ordnung war. Da passierte gerade mehr, als dass ihr die Goldgier der Snatcher gegen den Strich ging. Hier ging es um etwas viel Wesentlicheres, nur was, das war die Bonusfrage, aber sie machte es mir einfach, da ich nur zuhören musste: „Wie kommt ihr an dieses Schwert! Es ist aus meinem Verlies. Aus meiner Schatzkammer!“

„Aha, und was ist daran so schlimm?“, fasste ich meine Gedanken in Worte und sie verspritzte ihr Gift regelrecht in Form einer Spuckfontäne, als sie zu mir herumfuhr, dabei riss sie Greyback, der wieder auf seinen Knien landete, mit sich.

„Snape hat Amycus damit beauftragt, einen Platz zu finden und er fand diesen bei MIR in Gringotts! In MEINEM Verlies! ICH habe ihm geholfen“, betonte sie in meinen Ohren zu sehr, dass sie aushalf. Sie war stolz darauf, aber auch schrecklich verängstigt, dass etwas Wertvolles daraus verschwinden könnte.

„Und jetzt ist deine Sorge?“, lag der Hohn unverborgen in meinem Ton und ich reizte sie absichtlich bis aufs Blut.

„Dass sie es aus MEINEM Verlies gestohlen haben… dass sie in MEINEM Verlies waren…“, kreischte sie unglaublich panisch. „Fenrir… habt… habt ihr noch andere Dinge gefunden, die ihnen nicht gehören? Wo genau war das Schwert? Ihr müsst alles durchsuchen. Ich muss wissen, ob noch mehr bei MIR fehlt!“, bestätigte sie mit dieser Flut an Informationen meine Vermutung, dass etwas gefährlich im Argen lag. Sie war außer sich vor Entsetzen, interessant.

„Es war in ihrem Zelt!“, meinte der Werwolf böse wegen ihrer Anmaßung, ihn weiterhin gefangen zu halten.

So wandte ich mich ab, um mich wieder Hermiones Hinterkopf zu widmen, da ich bemerkte, dass sie immer noch blutete und ich wollte gerade beginnen, dabei achtete ich nicht mehr auf das Gespräch der beiden, bis sie ganz abrupt von dem knurrigen Werwolf abließ und sich das Lasso in Luft auflöste.

„Draco!“, unterbrach mich der spitze Schrei der Irren. „Bring mir den Kobold“, forderte sie auf einmal ungeduldig und ich weigerte mich, mich zu ihr umzudrehen. Ich war nicht ihr Diener.

„Er wird mir sagen, ob das Schwert echt ist… oder nicht… und du Fenrir, schaff diese Aasgeier auf den Hof hinaus, weg von hier… ich brauche Platz“, befahl sie hektisch und ich blickte auf das Chaos, das sie in dem edlen Speisezimmer angerichtet hatte und sah nur Körper, die auf dem Parkett herumlagen und seufzte.

„Wenn du denkst, du kannst mir Befehle erteilen, dann irrst du gewaltig“, grollte ich wütend und war bereit, dieses Weib in ihre Schranken zu verweisen, als sich zu meinem Erstaunen eine Pranke auf meine Schulter legte.

„Malfoy“, kam mein Nachname dunkel über seine Lippen und ich unterdrückte den Wunsch, seinen Griff von meiner Schulter zu wischen. „Komm mit mir mit!“, warf der Wolf erstaunlich eilfertig ein und ich stutzte.

„Ich könnte den Kobold holen… Herrin“, bot diese eklige Ratte unterwürfig an und ehrlich, ich hatte ihn schon vergessen.

Er hatte zuvor die Gefangenen runter in Vaters Kerker gebracht und seitdem hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Er verstand es, sich stets am Rand herumzudrücken und wie es schien, war er die ganze Zeit am Rand des Geschehens gewesen und mimte erschreckend gekonnt den unerwünschten Beobachter, dabei wartete er nicht ab, was sie sagte und ließ es sich nicht nehmen, indem er schon jetzt in Richtung Kerker davon wuselte.

„Malfoy…“, ertönte es knurrig, als ich noch überlegte, es auf eine Konfrontation mit Bellatrix ankommen zu lassen. „Komm“, mahnte der Werwolf wieder und ich sah mit besorgtem Blick auf Hermione und seufzte, aber dann wandte ich mich ab.

So schnappte ich mir den bewusstlosen Scabior mit Hilfe eines Schwebezaubers, während Fenrir zwei andere auf seine Schultern wuchtete und sie mit sich schleppte, als wären sie Leichtgewichte. Wir kamen genau bis zum runden Brunnen in der Mitte der Auffahrt, als ich das Strähnchen fallen ließ und mich mit sichtbar wütender Miene zu dem Werwolf umwandte.

„Was sollte das, Greyback?“, fuhr ich ihn scharf an, nachdem nun auch er diese Subjekte unsanft auf die riesige Hofeinfahrt geworfen hatte.

Erst da drehte sich der wuchtige Mann um, dabei war der rote, blutige Striemen um seinen massigen Hals gut auszumachen, indes bohrte sich sein Blick in meine Augen. Langsam beugte er sich immer weiter zu mir, sodass ich den fauligen Atem von diesem widerlichen Wesen riechen konnte und meine Wut über seine Anmaßung wuchs ins Unermessliche.

„Du rufst nun deinen Vater…“, kam es reichlich leise, aber auch eindringlich von ihm, „egal wie…“, befahl er mürrisch und ich machte große Augen.

Er hatte mich hier raus bugsiert, damit ich Hilfe holen konnte!

Okay, das kam unerwartet und ich versteckte meine Verwunderung nicht, aber dumm war es nicht und somit begann ich, sehr langsam zu nicken. Er hatte Recht, dieses Schlamassel wäre ansonsten nicht zu lösen.

„Ja, gut… wirklich gute… Idee“, gab ich widerwillig zu und machte mich eilig an die Arbeit und beschwor meinen Patronus.

Ich fühlte mich nicht wohl dabei, ihm zu demonstrieren, dass ich in der Lage und fähig war, als DeathEater einen gestaltlichen Patronus zu erschaffen, aber der Werwolf ließ dies wortlos über sich ergehen. Eine kurze, eilige und drängende Nachricht ratterte ich herunter, wobei ich Umschreibungen wählte, da ich nicht gewillt war, gefährliche Fakten zu offen anzusprechen. Somit dauerte es dann doch ein klein wenig, bis sich mein Patronus in großen Sätzen aufmachte, meine Nachricht weit hinein ins Festland Europas zu transportieren. Ich zögerte, da ich überlegte, auch Severus eine Information zukommen zu lassen, jedoch ließ mich ein Geräusch, das an einen Schrei erinnerte, herumfahren.

„Was geht da drinnen vor?“, fragte ich erschrocken und durfte die grimmige Miene Greybacks neben mir ausmachen.

„Keinen Dunst, irgendwer schreit“, meinte Greyback kalt, dabei war mir inzwischen gegenwärtig, dass dies ein weiblicher Schrei war und außer Bellatrix waren da nur Hermione, Astoria und Lovegood, wie mir gerade noch einfiel!

„Geh rein“, murrte der Werwolf griesgrämig. Wir beide wussten, dass Bellatrix gerade wieder etwas Schlechtes anstellte. „Ich warte hier…“, vernahm ich nur noch leise, da ich schon davonhetzte.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Schmerz!

Mich weckte ein schrecklicher Schmerz und selbst als ich die Augen aufschlug, bemerkte ich erstmal nur verschwommene Sicht und verlockende Schwärze in meinen Augenwinkeln.

Mein Schädel dröhnte und mein Arm brannte!

Fuck, was war passiert? Ich schnappte nach Atem, aber irgendwas drückte auf meinen Brustkorb. Was für eine brutale Schwere, auch mein Kopf, er bewegte sich nicht. Ich bekam nicht mal richtig Luft und aufgrund meiner Desorientierung erlaubte ich mir laute, gellende Schreie, um Herr über die Schmerzen zu werden, die unbarmherzig durch meinen Körper zogen. Aber langsam erinnerte ich mich wieder, die Flucht, der Wald, die Hatz, ein Fluch!

Ja, ja genau… mich hatte ein Fluch getroffen und ich bemerkte die pochenden Schmerzen an meinem Hinterkopf. Ich musste hart aufgeschlagen sein, aber das war nichts gegen das Feuer, das meinen linken Arm beherrschte und zu verbrennen drohte.

„Endlich bist du da… wo du hingehörst“, hörte ich plötzlich, roch ich sie auf einmal, verstand ich schlagartig.

Jetzt wusste ich, warum ich immer noch Schwarz sah. Das waren die schwarzen, langen Haare von Bellatrix, die in mein Gesicht hingen. Ihre Hand krallte sich in meine Wange, sie drückte mein Gesicht hart auf den Boden und sie saß schwer auf meinem Brustkorb, sodass meine Schreie auf einmal verstummten und ich mit Tränen verschleierten Augen zu ihr aufblickte.

Ich blinzelte, als ich spürte, wie sie mit ihrem Knie mein rechtes Handgelenk auf den Boden nagelte und damit meinen rechten Arm außer Gefecht setzte. Ich konnte nicht sehen, was sie da tat, aber ich konnte es mir ausmalen. Ich spürte, wie etwas Kaltes an meiner Haut ansetzte, wie meine Haut elastisch nachgab, wie sie kurz Widerstand leistete, nur um Sekunden später dem Druck nachzugeben und aufzuplatzen. Der Schmerz war krass, sie schnitt erbarmungslos weiter, glitt tiefer, geschmeidig durch Haut und Fleisch, aber die Genugtuung, wieder zu schreien, die würde ich ihr nicht geben. Mich packte die Neugierde, was sie da an mir rumritzte, indes brannte es wie Feuer. Sie war genau an der Stelle, wo die anderen das Dark Mark trugen. Verzweifelt versuchte ich, sie von meinem Arm abzuschütteln, doch zu meinem Ärgernis war ich zu geschwächt und zu benebelt, um zu mir zu finden.

Plötzlich, weit entfernt, vernahm ich Schreie, gedämpfte Rufe und da erkannte ich sie: Harry, Ron, ja, wo waren die beiden? Wo war ich überhaupt? Meine Augen huschten hektisch hin und her, ha, das Bild kannte ich, ich war im großen Dining Room von Malfoy Manor. Lucius, Draco, wo waren sie? Was war passiert, während ich ohne Bewusstsein gewesen war? Mein Schädel brummte und die Desorientierung machte es mir schwer, einen Gedanken konsequent zu verfolgen. Moment, da… da war jemand! Zu meinem Entsetzen nahm ich einen bewusstlosen Kobold wahr, der auch auf dem Boden lag, genau wie ich, relativ nah bei mir, zusammen mit dem Schwert!

Das Schwert, fuck!

Wo zur Hölle waren Scabior und Fenrir? War der Lord schon hier? Wo waren alle hin verschwunden? Das war doch nicht zu fassen, nur dieses verrückte Weib war hier und tobte sich an mir aus.

„HEEERRRMIONEEE!“, schallte Harrys Brüllen von ganz weit weg zu mir und ich zwang mich und riss die Augen weit auf, während die Irre weiter an mir herumschnitt und der Schmerz beinah schon zu einer süßen Qual wurde.

Ich wollte zurück schreien und meine Pein hinausrufen, aber ich zwang mich dazu, zu schweigen. Ich würde in diesem Haus nicht seinen Namen nennen. Ich hatte keinen Dunst, was seit dem Wald passiert war und versuchte, mich trotz der Schmerzen zu sammeln. Ich musste zu mir finden, wenn ich uns hier rausbringen wollte. War der Lord schon da und informiert, dass Harry Potter gefangen worden war?

Ich musste… ich durfte nichts überstürzen. Es galt, die Lage zu sondieren und herauszufinden, was ich nicht mehr wusste und das schien einiges zu sein!

Plötzlich wurde ich mir wieder mehr meines Körpers bewusst und bemerkte, dass sie mehr als bisher angenommen mit mir gemacht haben musste, denn mein Körper fühlte sich fürchterlich mitgenommen an. Als wäre er mitleidlos durch die Mangel genommen worden, dazu das Gefühl, dass mein Blut kochte und das Brennen in meinen Gliedern und das Ziehen in meinem Schädel, auch fühlte ich die Tränen in meinen Augenwinkeln und immer wieder zuckten meine Füße, meine Zehen, meine Beine und Finger unkontrolliert.

Cruciatus!

Ja, das war ein Cruciatus, anscheinend hatte sie das aber nicht befriedigt, weil ich bewusstlos gewesen war. Aber jetzt nicht mehr. Langsam spannte ich meine Muskeln an, zumindest versuchte ich es und keuchte auf. Es fiel mir so schwer, die Kontrolle über meinen Körper zurückzugewinnen, aber ich musste! Wenn ich nur an meine Dolche herankommen würde, dann würde ich sie in Stücke schneiden, so viel stand für mich fest. Ich biss mir soeben in meine Lippe und schmeckte mein metallisches Blut, um meinen Wutschrei zu unterdrücken. Musste sie so viel wiegen und fett sein?

Auf einmal wurde ich taub. Es krachte plötzlich ohrenbetäubend laut. Das einzig Gute war, dass auf einmal mit einem Schlag Bellatrix von mir weg war. Ich sog die Luft hektisch in meine Lungen und versuchte, mich aufzuraffen, drehte mich, zog mich schwer auf alle Viere, aber meine Glieder fühlten sich an wie Gummi, eindeutig ein Cruciatus. Ich blinzelte und konnte das silbrige Blitzen des Messers ausmachen. Hatte mich meine Intuition doch nicht getrogen. Ein ängstlicher Blick zu meinem Arm war unausweichlich und da… rot glänzende, weinende Buchstaben zierten meinen linken Unterarm und schimmerten mir wie ein hässliches Mahnmal entgegen.

Mudblood!

Das abwertende, diskriminierende und hässliche Wort zierte mich wie ein Stück gebrandmarktes Vieh und ließ mich innerlich brodeln! Jedoch bevor ich noch tiefer in mich hätte gehen können, um diese Anmaßung in ihrem ganzen Ausmaß zu erfassen, ging meine kleine Welt in einem Farbenmeer unter.

„Expelliarmus!“, „Stupor!“, donnerte es bedrohlich von überallher, wild durch die Luft zuckende bunte Blitze überforderten meine Sicht und ich kniff die Augen zu.

„Geh weg von ihr“, brüllte Ron und stürzte sich mit einem urtümlichen Schrei ins Gefecht.

„Ohhh, NEIN…“, kreischte Bellatrix frustriert auf.

„Hab ihn“, jubelte Ron und da riss mich etwas hoch.

„Ahhh“, schrie ich auf, da sie mir in die Haare packte und mich unbarmherzig daran hochzog, während mein Hinterkopf stark gegen diese unfeine Behandlung protestierte. In meinem benebelten Hirn bemerkte ich am Rande die entsetzten Gesichter von Harry und Ron und sofort erstarben die Flüche und langsam legte sich eine bedrohliche Stille über den Kampfplatz.

„Schau“, hisste Bellatrix böse und ich spürte sie eng an mich gepresst gegen meinen Rücken, fühlte kaltes Metall an meinem Hals und schielte hinab, sah es aufblitzen, das Messer, das mich zuvor schon misshandelt hatte. „Schau hin, Potter, was ich mit deinem Mudblood getan habe“, lachte sie hohl los und die Messerspitze schnitt in meine Haut. Ich spürte mein Blut an meinem Hals hinablaufen. „Und noch tun werde…. zum Beispiel könnte ich ihr ihre hübschen Lippen abschneiden… denkt ihr, dann findet sie noch wer hübsch? Oder begehrenswert? Hahaha…“, perlten pure kranke Eifersucht und Neid aus ihr heraus und die Jungs sahen sich ängstlich an, sichtbar bereit ihr zu glauben, genauso wie ich es tat. „Jaja… wenn ihr beiden nicht brav seid… also los, werft die Stäbe weg…“, wisperte sie verheißungsvoll und zu meinem Entsetzen ließen Ron und Harry sofort ihre Zauberstäbe fallen und ich stöhnte auf, nicht wegen der Schmerzen, die das Messer auslöste, sondern darüber, wie doof die Jungs waren, Rücksicht auf mich zu nehmen.

Daraufhin berührte Bellatrix kreischend das Mal und rief eilig den Lord herbei!

Ich blickte panisch zu Harry, dessen leicht geschwollenes Gesicht als auch seine verzogenen, geröteten Gesichtszüge mir auffielen. Ich musste erleben, wie er entschuldigend zu mir sah. Er verzog sein Gesicht vor Schmerz, denn er spürte es auch. Es war damals wie bei Bagshot!

Der Lord, er kam! Er kam wirklich!

Mein Blick irrte umher. Ich sah Harry, Ron, den bewusstlosen Kobold mit dem Schwert und ein sich in meinen Hals, statt in meinen Arm hineinbohrendes Messer. Was sollte ich tun?

„Wir warten jetzt auf den Dark Lord“, genoss Bellatrix die Aussicht, Harrys Häscherin zu sein, die ihn gestellt hatte und sie lachte vorfreudig auf. „Ja, Potter, dein Tod naht heran und als Strafe für deinen kleinen Aufstand eben, darfst du dir schön genau anschauen, was ich mit ihr getan habe…“, kicherte die Irre hinter mir und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf meinem Arm, indem sie ihn hochriss und ich hisste auf.

„Was?“, „Du verfluchte Schlampe!“, „Irres Miststück“, erregten sich Harry und Ron, aber ich war soweit, dass ich meinen Körper gar nicht mehr fühlte und es auch nicht zuließ, da ich mein ganzes Dasein auf mich, auf mein Sein konzentriere, denn die Zeit drängte!

„Hahaha, ich denke, es gefällt ihnen… hahaha…“, amüsierte sich diese Sadistin hinter mir, als es genau über uns knirschte und klirrte und aller Blicke zur Decke zuckten. Dabei wollte ich gerade meinem Instinkt folgen, in mein anderes Sein, in einen Slide zu flüchten, aber der wahrlich riesige Kronleuchter quietschte erbärmlich und erzitterte unheilvoll. Und dann sauste er auch schon auf uns herab, auf mich und die Verrückte. Bellatrix ließ mich plötzlich los, damit sie sich selbst schreiend zur Seite werfen konnte und ich stürzte wie ein gefällter Baum zu Boden und zog mich instinktiv zu einer Kugel zusammen.

Der Kronleuchter donnerte mit Wucht auf den Boden, eine wahre Explosion von Kristall und Kerzen ergoss sich über mich und das Glas der Lüster schnitt tief in meine Haut und der Tumult brach sofort wieder los. Ich blinzelte und machte Gestänge um mich herum aus, puh, ich hatte Glück gehabt, ganz knapp hatten mich die großen Eisenstangen, welche die einzelnen Lampen hielten, verfehlt, doch das Kristall auf dem Boden machte es mir schwer, mich zu bewegen. Es schnitt mir tief in meine Handinnenflächen, als ich mich zitternd aufrichtete.

„Hermione“, brüllte auf einmal Draco, der plötzlich im Türrahmen stand. „Dobby?“, wisperte er erstaunt, doch Harry war schneller und tauchte plötzlich an Dracos Seite auf und schlug ihm die Faust ins Gesicht, woraufhin dieser sofort zu Boden ging, indes entriss Harry ihm seinen Zauberstab, während sich Draco die blutende Nase hielt.

„Harry Potter geht jetzt“, verkündete der Elf eifrig.

„Das warst du!“, wisperte Bellatrix erfüllt von Unglauben. „Das warst du? Wie kannst du minderwertiges Wesen, du dreckiger, kleiner Diener es wagen, einen Zauber gegen eine Hexe zu wenden? Wie kannst du es wagen, deinen Herren zu trotzen?“, brauste sie auf und schien völlig konfus ob seiner in ihren Augen bombastischen Anmaßung, während ich noch immer völlig matschig im Hirn loskichern wollte, weil sie derart sprachlos wegen Dobbys Widerworten aussah.

„Dobby hat keinen Herren!“, quiekte der Elf stolz. „Dobby ist ein freier Elf und Dobby ist gekommen, um Harry Potter zu retten, niemand darf ihm wehtun!“, erklärte er heldenhaft und ich rollte mit den Augen.

Dass diese Heroischen immer zu viel quatschen mussten.

Wobei die Zeit drängte, denn mein Dark Mark schmerzte unheilvoll in meinem Nacken, aber das bedeutete nichts, denn mir tat irgendwie alles weh und ich zwang mich dazu, bei Bewusstsein zu bleiben und dann schaffte ich es endlich mit großer Willensanstrengung und glitt in den Slide. Schon tauchte ich wieder auf und verpasste Bellatrix einen Haken, der sie von den Füßen riss. Im nächsten Augenblick war ich wieder weg in dieser anderen, dieser grauen und so wattierten Welt, in der ich mich seltsam frei und wohl fühlte. Die Schmerzen waren vergessen. Als ich wieder auftauchte stand ich neben dem bewusstlosen Kobold, der das Schwert Gryffindors in seinen Händen umklammert hielt als wäre es der heilige Gral, und er würde es wohl selbst dann nicht hergeben wenn er tot wäre. Ich zog ihn unter den Resten des Kronleuchters hervor, drehte mich um und sah, wie mich die Jungs mit großen Augen anstarrten. Ich wusste, dass ich wieder mit weißen Augen herumlief. Sofort warf ich Harry und Ron den Kobold zu. Sie standen nun als Gruppe unter der kleinen Balustrade, die von Säulen eingefasst war und riefen und bedeuteten mir erregt, zu ihnen zu kommen, aber ich glitt wieder weg. Somit konnte ich in dieser anderen Welt verfolgen, wie nun Dobby vor ihnen auftauchte und wie sich alle an dem kleinen Elfen festklammerten.

„Bring uns weg“, schrie Ron Dobby ängstlich und hektisch an und ich konnte ihm dazu nur applaudieren, denn die Zeit drängt wirklich immer mehr.

Indes tauchte ich wieder auf und fühlte haarscharf einen Luftzug an meinem Ohr vorbeizischen und blickte, gesegnet mit meinen weißen Augen, zu der Gruppe, die gerade im Strudel verschwand, bevor ich mich zu Bellatrix umwandte, um sie mit meinem strahlenden Blick anzusehen und festzunageln. Ich sah wie sie noch da stand, in dieser eingefrorenen Wurfhaltung. Sie hatte ihn geworfen, den Dolch, der mich verschandelt hatte und ich hatte mitverfolgt, wie er surrend mit in die Apparition gesogen worden war.

Die Frage war nur, hatte er getroffen? Und wenn… wen?

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

Die Ereignisse überschlugen sich regelrecht, nachdem mich Dracos Patronus erreicht hatte.

Seine schlichte, aber in meinen Ohren so aussagekräftige Nachricht erweckte meine Nervosität wie selten. Vor allem auch aufgrund der nicht unerheblichen Entfernung. Aber seine augenscheinliche Anweisung an den Patronus in jedermanns Gegenwart zu sprechen, beunruhigte mich noch viel mehr. Ich hatte mich eigentlich in einem Gespräch mit Dolohov befunden. Die schillernde Viper meines Sohnes war durchwegs eine Seltenheit. Indes war die Nachricht so Besorgnis erregend, dass es mir gleich war, dass Antonin erlebte, dass ich überhaupt einen Patronus erhielt. Wenigstens nannte Draco keine Namen und sprach kryptisch genug, sodass Antonin nicht verstand, was mich derart eilig zum Aufbruch animierte.

„Du entschuldigst?“, hatte ich mit vornehmer Akkuratesse verlauten lassen und mich bemüht langsam erhoben. „Es wird nach mir verlangt“, erwiderte ich schmallippig.

„Immer doch, Lucius… ich denke, du wirst bald wieder hier auftauchen?“, lag ein Hauch Widerwille in seinem Ton, der mir ein maliziöses Lächeln entlockte.

„Solltest du das Problem der Vampire und Werwölfe auf dem Festland nicht in den Griff bekommen, wird das wahrscheinlich sein“, servierte ich distinguiert in meiner Gehässigkeit.

„Denkst du, die Idee war gut, Fenrir mit einzubeziehen?“, fragte er unwohl und natürlich war sie an sich indiskutabel und ein Ding der Unmöglichkeit.

Aber ich hatte ihn von dieser eigenwilligen Idee nicht abgehalten. Er hatte sich zu verantworten und das lag nicht in meinem Aufgabenbereich. Natürlich fühlten sich die Alphas der anderen Rudel bedroht. Wer ließ schon gerne einen fremden Alpha in sein Gebiet?

Weshalb ich ihn kalt lächelnd musterte und ihn absichtlich konterkarierte.

„Unbedingt, Antonin!“, bekräftigte ich hinterlistig, aber absolut aufrichtig im Ton. „Das war eine fabulöse Idee und wir reden ein andermal“, log ich nicht mal, denn seine Idee war für mich wirklich fabulös dumm gewesen, um seinen Stand beim Lord zu hintertreiben. Antonin schaffte es ganz von alleine, sich beim Lord ins Abseits zu schieben und so raffte ich meinen Mantel und warf ihn um meine Schultern. Es eilte.

Ich reiste sofort zurück in mein Heim, dabei nutzte ich alle Möglichkeiten der Apparition und des Ports, um schnell zu sein, da ich noch während meiner Reise den fast zeitgleichen Ruf des Lords durch mein Dark Mark ziehen fühlen konnte.

Sie riefen ins Malfoy Manor, gar nicht gut!

Ich kam in einem schwindelig machenden Strudel an und das keine Sekunde zu spät und eilte dem Fingerzeig des sichtbar zittrigen Elfen hinterher. Jetzt stand ich vor der Bescherung.

Mein Dining Room war zerstört!

Gesplitterte Fenster, angesengte Holzpaneelen, umgeworfene Stühle, zerrissene und zerschnittene Gemälde und zu guter Letzt ein in seine Einzelteile zersprungener Kronleuchter. Es rauchte noch immer an einigen Stellen und das Wasser zeugte von Löschversuchen, alles in allem ein heilloses Chaos.

Ja, eindeutig, da hatte jemand ganze Arbeit geleistet. Hier hatte ein Kampf stattgefunden.

Ich versuchte, eine ausdruckslose, aber vor allem souveräne Maske zu tragen, während ich innerlich zornig und wütend auf die Bescherung starrte.

In genau dem Moment erschien auch schon der Lord in der Mitte des Raumes und ballte die Magie mit einer wogenden schwarzen Wolke machtvoll um sich. Ein Blick in die Runde und er wirbelte zu mir herum, der ich in der Tür stand. Ich ließ die Musterung über mich ergehen und erst nachdem ich langsam die Schultern hochzog, wandte er sich von mir ab. Er wusste, wo ich bisher gesteckt hatte und das ich ihm wenig hilfreich beim Finden von Antworten sein konnte, so sah er sich mit rot glühenden Augen nach einem adäquaten Opfer um.

Bellatrix war sofort bei der Ankunft des Lords auf die Knie gesackt und rutschte nun, um den Saum der Robe des Lords unterwürfig zu küssen, verachtenswert auf dem Boden herum. Dabei war ihr egal, dass sie über Scherben glitt.

„Was ist hier passiert?“, presste nun der Lord endlich hervor und er klang alles andere als begeistert mit seiner kühlen, so unmenschlich anmutenden Stimme.

Zu meinem Erstaunen tummelten sich viele Leute von Bellatrix‘ Trupp in dem Raum und suchten ihr Heil nun ebenfalls auf dem Boden. Jedoch tangierten mich diese Kretins erstmal zweitrangig.

Das sah der Lord ähnlich, da er alles und jeden erstmal nicht beachtete, genauso wenig wie ich, da es mir vorerst nur wichtig war, das Ausmaß zu erfassen. Da sah ich Draco, dessen weißblonder Schopf aus der Masse ragte, dieser war über Hermione gebeugt. Sie lag erschlafft wie eine Tote auf dem Boden und sah arg zerschunden aus. Indes zwang ich mich mit eiserner Disziplin dazu, nicht auf der Stelle zu ihr zu eilen, aber eine derartig niedere Emotion der Sorge wäre meiner Stellung in diesen Reihen sehr abträglich gewesen.

„Potter…“, kam es nun kleinlaut von der noch immer am Boden verweilenden Bellatrix. „Das Mudblood… es… ich… My Lord… Ihr…“, stotterte meine verwirrt aussehende Schwägerin herum, als der Lord sie ungeduldig mit seinen bloßen, so weißen Füßen wegtrat und sie vor Schmerz aufwimmerte und ich nur verächtlich meine aristokratischen Lippen verzog, wie erniedrigend.

„Draco… Draco Malfoy“, sprach er nun trügerisch sanft meinen Sohn an. Dieser erstarrte und kam umgehend auf die Füße, da er anders als die anderen DeathEater aus Bellatrix’ Trupp wegen Hermione gekniet hatte, nicht wegen dem Lord. „Was ist hier passiert? Warum wurde ich gerufen?“, hisste der Lord nun deutlich ungeduldig und Draco hatte die Weitsicht, sich zu verneigen und so zu verharren, während ich somit einen besseren Blick auf das Biest hatte.

Sie lag da, hatte aber ihre Augen geschlossen und ihre rechte Hand umklammerte ihren linken Arm. Diesen presste sie auf ihren Magen, als wäre ihr übel, dabei bemerkte ich auch die kleinen feinen Schnitte durch die Scherben auf ihrer Haut, das Blut, das sich auf ihr verschmierte. Alles in allem wollte ich wissen, was ihr passiert und widerfahren war, nicht meinem Esszimmer, jedoch zwang ich mich zur der mir angeborenen Contenance.

„Das war Bellatrix… my Lord“, vernahm man die boshafte und wenig versteckte Zufriedenheit von Draco hinter diesem Fakt, den er nun beinah schon genüsslich verkündete und die Frau zu den Füßen des Lords wimmern ließ. Dann fing ich den Blick meines Sohnes ein und wir nickten uns unauffällig zu. „Es ging alles furchtbar wild durcheinander und ich habe nicht alles mitbekommen…“, führte Draco nun geschäftig aus, bis ihn der Lord unterbrach.

„Ich erwarte einen vollständigen Bericht“, meinte der Lord hissend zu meinem Sohn hin, aber bevor dieser beginnen konnte, knarrte es hinter uns.

„Die Gefangenen sind entkommen…“, trat plötzlich hinter mir jemand ein und wir alle fuhren zu dem Eindringling herum.

„Fenrir“, murrte der Lord kalt, jedoch lag mein Blick auf der Person, die er soeben mit erschreckender Leichtigkeit in den Raum trug.

Was für ein unerwarteter, aber nicht grausiger Anblick in seiner Einzigartigkeit.

Peter Pettigrew, alias Wormtail, die verräterische Ratte!

Es war ein Bild, das sich einem ins Gedächtnis brannte! Pettigrews Züge waren zu einer hässlichen Grimasse des Grauens und des Unglaubens verzogen, seine Augen traten blutunterlaufen aus den Höhlen hervor, sein Mund war in einem ungläubigen Schrei weit aufgerissen und ich fand es faszinierend, wie sich die silbrig leuchtende Hand, die der Lord erschaffen hatte, um seinen Hals schlang. Wie die Finger eisern seine deformierte Kehle umfingen und ihm den Kehlkopf zerquetscht hatten, sodass er qualvoll röchelnd zugrunde gegangen war. Mein Blick lag weiterhin auf der blau angelaufenen Leiche, wahrlich inspirierend und ein durchwegs seltsames, aber auch beeindruckendes Ende.

Er hatte sich selbst erwürgt! Fabulös, das war mal was absolut Absurdes, das meinem Sinn für eigenwillige Methoden sehr zupass kam.

„Was bedeutet das?“, stieß Draco sichtbar überwältigt aus, während Fenrir Greyback die Leiche vor die nackten Füße des Lords schmiss und Bellatrix versuchte, etwas Abstand zwischen sich und die Leiche zu bekommen.

„Ich habe ihn gerade aus dem Verlies geholt, der Kerker ist leer…“, verkündete der Werwolf absolut neutral in seiner Schilderung, indes starrte der Lord mit seinen roten Augen auf seinen Schlangenhüter und versuchte anscheinend, aus dessen unerwartetem Tod schlau zu werden.

„Wormtail…“, entfuhr es ihm zischelnd. „Er hat anscheinend gedacht, gegen mich handeln zu müssen… ich will mehr wissen…“, resümierte er seinen augenscheinlichen Verrat.

Ebenfalls interessant, dann war diese vom Lord gegebene Hand eine doppelte Absicherung gewesen, da er der Ratte nie völlig vertraut hatte?

Wenn ja, musste man die Genialität des Lords mal wieder anerkennen. Sprich, wenn Wormtail gegen die Interessen des Lords handelte, endete dies in seinem Tod, ausgeführt von der Hand, die ihn indirekt fütterte. Das war eine gar süperbe und so exquisit böse Denkweise, dass selbst ich glatt noch etwas davon lernen könnte!

„Das Tabu wurde gebrochen… my Lord…“, begann Greyback leise und vorsichtig seine Geschichte.

Indes versuchte ich, den Verlust von Ollivander und Lovegood als gegeben hinzunehmen, da ich nicht vergessen hatte, dass der Werwolf verkündet hatte, dass der Keller leer war. Was bedeutete, dass sie geflüchtet waren, an sich nicht weiter schlimm, wobei ich mir sicher war, dass Severus nicht erfreut sein würde, wenn er erfuhr, dass Lovegood nun das Manor verlassen hatte.

Immer erstaunter lauschte ich dem Bericht und konnte es nicht fassen. Sie waren aufgeflogen? Sie waren gefangen genommen worden? Mein Blick huschte wieder zum Biest, das sich immer noch nicht groß rührte. Das waren beunruhigende Nachrichten.

„Potter…“, stieß der Lord hörbar gereizt aus und raffte seine lange Robe. „Wo ist Potter jetzt?“, vibrierte seine Stimme und seine roten Augen irrten durch den Raum und zeugten von einer nur mühsam unterdrückten Wut.

„Mhm…“, versuchte Greyback, sein lässiges Gebaren beizubehalten. „Anscheinend… weg“, erwiderte er mutig aber auch geduckt, da die gespannte Stimmung des Lords uns allen Unbehagen bereitete.

„Wie weg?“, fuhr der Lord wütend zu ihm herum und eilig hob der Werwolf seine mächtigen Arme. „Wie ist das möglich?“, war die kalte Frage des Lords schlimmer als eine laute Äußerung.

„Ich war draußen, auf Lestranges Anweisung hin, nachdem sie den Trupp der Snatcher selbst ausgeschaltet hatte“, sprach er eilig, aber ich bemerkte sehr wohl seine Gehässigkeit, als er die Schuld auf Bellas Schultern ablegen konnte. „Ich war zusammen mit dem jungen Malfoy draußen, auf ihren Befehl ihn… was danach passierte… das müsst Ihr Lestrange fragen… wir sind extra mit diesem Fang hierhergekommen, nur niemand war hier und dann… dann hat sie, Bellatrix Lestrange, das Ruder übernommen…“, wiegelte er geschickt ab und wies alle Schuld für das Versagen von sich, indes blieb Bella erstaunlich zurückhaltend ob dieser Anschuldigung. Ein Umstand, der mir sehr wohl auffiel und ich verbiss mir heroisch das süffisante Grinsen, das sich auf meine Lippen legen wollte.

„Bellatrix“, zischte der Lord so böse, dass es die Anwesenden sichtbar schüttelte ob des grausamen Tons und er rutschte ins Parsel ab, nachdem er seiner Wut kaum noch Herr wurde und seine Magie in wabernden nebelartigen Wellen von ihm auszugehen schien.

„Miimmm“, wimmerte Bellatrix vorsorglich und zog sich selbst an ihren langen Locken. „My Lord… ich… ich…“, plapperte dieses unsägliche Weib hektisch darauf los.

Sie versuchte, ihren totalen Aussetzer in irgendeiner Weise zu rechtfertigen und wenn das Biest nur nicht so völlig krank aussehen und verletzt worden wäre, hätte ich mich heimlich wesentlich besser amüsiert. An sich war es köstlich, dass sie in absoluter Selbstüberschätzung den Lord selbst herbeigerufen hatte und damit ihr Versagen allumfassend offensichtlich wurde.

„Du hast zugelassen, dass Potter fliehen konnte…“, überschlug sich die Stimme am Ende des wirren Vortrages des Lords vor Empörung und ich hatte ihn selten derart wütend erlebt. Dann zerbarsten drei der Fensterscheiben, die bisher noch heil gewesen waren, einfach so laut platzend und das Feuer im Kamin loderte ohne erkennbaren Grund hoch auf. Das stellte alles in den Schatten, was ich bisher mit ihm erlebt hatte.

„Master“, wisperte sie furchtsam. „Meine Truppe ist hier, wir suchen ihn… wir finden ihn wieder…“, erklärte sie hektisch diese Ansammlung und dann breitete sie die Arme weit aus. „Verzeiht“, meinte sie dann dumpf, wusste doch jeder in diesem Raum, dass der Lord eines nicht konnte und das war verzeihen.

„Crucio“, lebte sich der Lord leidenschaftlich an Bellatrix aus.

Während ich mich nicht rührte und auch Draco unter meinem scharfen Blick an seinem Platz verharrte, trat doch tatsächlich der Alpha an Hermione heran und ging vor ihr in die Knie. Er wagte es tatsächlich, sie zu berühren, indem er ihr eine Locke aus der Stirn strich und leise flüsternd etwas zu ihr sagte, was sie veranlasste, die Augen aufzuschlagen und ihn verhalten anzulächeln.

War das zu fassen? Diese Dreistigkeit!

Jedoch fasste sie nun nach seiner Hand und ließ sich von ihm hochziehen, dabei lief sie weiß an wie ein Geist und wankte selbst im Sitzen und der Werwolf hatte den Schneid, ihr eine Hand ins Kreuz zu legen, um sie zu stützen. Dann bedeutete sie ihm, ihr gänzlich auf die Füße zu helfen und nach einiger Zeit gelang es auch und dann trat sie auf uns zu, dabei war meine Miene betont nichtssagend.

„Sie gehört mir“, sprach sie leise mit vom Schreien rauer Stimme und die gefährlichen, roten Augen des Lords legten sich abrupt auf sie, aber sie wandte ihren Blick nicht ab.

Das Einzige was sie tat, sie ließ eilig den dicken Unterarm von Greyback los, um dann leicht schwankend aber so doch selbstständig zu stehen. „Nicht heute… aber ich will sie!“, meinte sie weiterhin wacker und der Lord hielt beinah schon lässig den Cruciatuso aufrecht.

„Wieso?“, erwiderte der Lord kühl und da riss sie ihren linken Arm in die Höhe und knirschte mit den Zähnen.

„Diese Verrückte hat mich so zugerichtet“, murrte Hermione düster und drehte undeutlich ihren Arm, der ganz blutig war. „Sie hat meinen Trupp angegriffen, sie hat diese Chaos zu verantworten… ich will sie… Sie hat sich lieber auf mich gestürzt als ihre Aufgabe zu erfüllen“, kämpfte meine Verlobte um ihre Rache, dabei flackerte Wut, eine beinah nicht zu bändigende Wut in mir auf, als ich ihren Arm betrachtete und erkannte, was meine Schwägerin getan hatte.

„Mudblood“, wisperte der Lord, dabei war nicht ganz klar, ob er den Spruch von ihrem Arm vorlas, oder das desolate Biest ansprach, indes hielt sie sich nur mit Mühe auf den Beinen.

„War das Potter?“, wollte er von ihr nun ein eindeutiges Statement und sie sah ihn mit einem müden, aber erschreckend kalten Blick an.

„Ja“, meinte sie nur schlicht und zog dann die Schultern hoch. „Ich weiß erschreckend wenig und ich war die meiste Zeit nicht bei Bewusstsein, aber ich biete Euch meine Gedanken, wenn Ihr sie sehen wollt…“, bot sie taktisch klug an.

„Zeig mir deinen Arm“, forderte der Lord plötzlich und sie tat wie befohlen und streckte ihren Arm ohne zu zögern zu ihm hin, sodass ich fassungslos und angewidert auf die Schmiererei auf ihrer so schönen Haut starrte, als der Lord auf einmal seinen Zeigefinger erhob und mit der Fingerspitze unheimlich intim über die blutenden einzelnen Buchstaben fuhr. Er zeichnete sie beinah schon genau nach, was ihr ein schmerzhaftes Zischen entlockte und mir ein unangenehmes Gefühl vermittelte, da ich mit ansehen musste, wie sein Finger bedächtig über sie glitt. „Sie hat ein schwarzmagisches Messer genommen, es wird heilen… aber die Narben werden bleiben…“, stellte der Lord leise fest und ich verzog meinen Mund zu einem dünnen Strich, sagte aber nichts.

„Ich denke, bei einem Mann wie deinem Verlobten ist dies Strafe genug für dein Verssssagen“, dabei hörte ich aus seinem Ton schon, dass gleich etwas passieren würde und war auf alles gefasst.

„My Lord sind zu gü…“, ging ihr Dank in seinem ohrenbetäubenden und nicht menschlichen Wutschrei unter und plötzlich schlug er seine Hände schwungvoll über seinem haarlosen Haupt zusammen und da verrutschte mir dann doch die aristokratische, nichtssagende Maske.

Hatte er den Verstand verloren?

Wer wusste das zu sagen? Es war jedoch egal, denn noch in der Sekunde des ersten Lautes des Schreis hatte ich meinen Stab aus meinem Gehstock gezogen und das keine Sekunde zu früh.

Alle anwesenden Personen fielen nacheinander wie die Schachfiguren um.



Empfehlung zu dem Special „Ginny’s bloody Hands“, das hier anschließt:
https://www.fanfiktion.de/s/4ef5b22a00014060067007d0/27/Specials-to-When-Hermione-Fights-

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